Chommell Minor

[Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | Bauplatz der zukünftigen Komm-Antenne in etwas Entfernung vom FOB] Sergeant Owain Bleddyn, Corporal Faye Toolmann, Pioniere & Marines (NPCs)

Corporal Toolmann
erklärte den Boden für angemessen brauchbar für kleinere Befestigungen, die nicht allzu tief gingen, solange sie die Schicht Erde unter dem Schlamm nicht durchstießen. Ungefähr also vierzig Zentimeter also. Owain Bleddyn nickte. Es würde reichen, insbesondere wenn die Marines wie angedacht alte Baumstämme als Brustwehr benutzen konnten. Wenn die Piraten derart aufdringlich wurden, dass sie einen ernsthaften, andauernden Angriff auf ihre Position so nahe an Nebelsumpf wagen würden, dann spräche das entweder für freibeuterische Vollidioten mit Todeswunsch oder für derart überlegene Kräfte, dass ihre Operationsbasis selbst in Schwierigkeiten wäre. „Danke, Toolmann,“ sagte er mit dem Ansatz eines Lächelns, bevor er einen Blick in Richtung des FOBs in der Entfernung warf. „Machen Sie ruhig ihr Ding mit der Straße, aber entfernen Sie sich nicht zu weit, bevor wir unsere Position auf der kleinen Anhöhe gesichert haben.“ Seine Augen wanderten wieder zur grünhaarigen Pionierin und sein Schmunzeln wurde breiter. Nach allem, was er im kurzen Briefing mitbekommen hatte, hatten die Piraten bisher nach dem Hit and Run-Prinzip operiert. Ein gewisses Maß an Vorsicht war also trotzdem sinnvoll. „Wir sind zwar nicht weit von der Basis weg, aber ich glaube mein LT streicht mir den Landgang, wenn ich zu weit weg stehe, während Sie von diesen Riesenegeln angeknabbert werden oder ein Pirat mehr als motivierende Blasterschüsse in Ihre Richtung abfeuert. Sollte nicht allzu lange dauern.“

Während also Toolmann und ihre Soldaten begannen die Behelfsstraßen zu installieren, indem sie die eigenartigen Platten, die sie mit hierher geschleift hatten, aneinanderhängten und der markierten Strecke entlang verlegten und stapfte Owain zu seinem Trupp zurück. Dann trat er mit einem ergebenen Seufzen selbst in das undurchsichtige, brackige Schlammwasser und stiefelte weiter hinein. Ein unangenehmer, kalter Schauer ging über seinen Rücken als die Flüssigkeit über den Stiefelrand schwappte und seine Hosenbeine durchnässte. Trotzdem würde er seinen Teil an der Arbeit leisten, schließlich war er kein verdammter Offizier – auch wenn eine nicht gerade leise Stimme ihn seinem Hinterkopf ihn anhielt, doch einfach das Privileg seines Ranges zu nutzen und zu delegieren. Der Lorrdianer schniefte, fluchte und packte dann die Äste des verschrumpelten, leicht faulig riechenden Baumstamms, den Private Rrruwaarr hinter sich herzog. Er lüpfte den hinteren Teil des Baumes mit einem leisen Grunzen vom Boden hoch. Der Wookiee vor ihm brummte dankbar und gemeinsam schleppten sie den alten Baum auf die Anhöhe hinauf. Es dauerte nicht allzu lange bis sie ausreichend ‚Material‘ aus dem Sumpf gezogen hatten, um ihre Position behelfsmäßig zu befestigen. Als sie ihre provisorische Brustwehr zu den markierten Stellen transportiert hatte, gab Owain einen ausgesprochen unbeliebten, aber, zumindest seinem Empfinden nach, fairen Befehl: die Baumschlepper übernahmen die Wache und die vorherigen Posten hoben mit ihren Feldspaten hinter der Deckung aus tropfendem Holz kleine Vertiefungen aus, sodass ihre Stellungen auch tatsächlich etwas Schutz boten.

Überraschenderweise fuhr nach erstaunlich knapper Wartezeit ein Speeder-Truck unter einem grummeligen Sullustaner vor, der ihren gewünschten T-21 Repetierblaster samt kleinem Generator lieferte. Darüber hinaus bekamen sie wasserfeste Planen in Tarnfarben, zusätzliches Befestigungsmaterial und frische – und vor allem trockene – Rationen. Es schien jemand im HQ hatte mitgedacht: offenbar waren gute Entscheidungen auf Stabsebene doch gelegentlich möglich! Owain befahl seinem Stellvertreter, Corporal Onoma, ihre Stellung fertigzustellen und nahm sich zwei weitere Marines mit, bevor er in den immer intensiver werdenden Regen auf der Behelfsstraße entlangstapfte und zu Toolmann aufschloß. „Bei den drei Höckern der Imperatorin, was für ein miserables, schlammiges Stück Scheiße dieser Mond doch ist. Entzückend,“ grinste er, den Mund halb voll mit einem trockenen Energieriegel, aber doch beinahe zufrieden, angesichts des unerwarteten Snacks. Als er den letzten Bissen verschlungen hatte, warf Bleddyn ein weiteres Exemplar Toolmann zu und nahm dann seinen leichten Repetierblaster wieder vom Rücken. „Mit viel Liebe gebacken. Vermutlich vom schlecht gelaunten, sullustanischen Staff Sergeant in dem Truck da.“

[Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | etwas entfernt vom Bauplatz der zukünftigen Komm-Antenne] Sergeant Owain Bleddyn, Corporal Faye Toolmann, Pioniere & Marines (NPCs)
​
 
Zuletzt bearbeitet:
[Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | etwas entfernt vom Bauplatz der zukünftigen Komm-Antenne] Sergeant Owain Bleddyn, Corporal Faye Toolmann, Pioniere & Marines (NPCs)


Faye hatte den Ruf des Sergeants durchaus gehört, reagierte jedoch nicht sofort darauf. Stattdessen stand sie bis knapp über die Knöchel im braunen Wasser einer ausgewaschenen Senke und starrte auf das kleine Messgerät in ihrer Hand, als könnte sie durch bloße Missbilligung bessere Werte erzwingen. Neben ihr steckte einer der langen Sondierstäbe tief im Boden. Faye zog daran, bekam ihn keinen Millimeter bewegt und verzog das Gesich „Natürlich.“ Mit beiden Händen packte sie den Griff, stemmte einen Fuß gegen eine halb versunkene Wurzel und zog noch einmal. Der Stab löste sich mit einem widerlichen, schmatzenden Geräusch aus dem Morast und spritzte ihr eine Ladung Schlamm über Hose und Jacke. Faye sah an sich herunter. „Ich liebe diesen Mond.“
Dann ließ ihren Blick über den Sumpf schweifen, bevor sie wieder zu Bleddyn sah.
"Ach, kommen Sie, Seargentl! Ein bisschen Schlamm, ein bisschen Regen und ein paar überdimensionierte Blutegel. Andere Leute bezahlen für so einen Wellnessurlaub einen Haufen Credits!“

Den Energieriegel fing sie gerade noch auf, bevor er im Schlamm landen konnte. Sie betrachtete die Verpackung einen Moment lang skeptisch, bevor sie versuchte, diese mit ihren dreckigen Handschuhen aufzureißen. „Danke.... Mit Liebe gebacken? Na, hoffentlich hat er wenigstens vorher seine Hände gewaschen.“

Nachdem sie die Verpackung endlich bezwungen hatte, biss sie ein Stück ab und kaute nachdenklich darauf herum. Ihre Miene verzog sich. Sie nahm noch einen Bissen und deutete anschließend mit dem Rest des Riegels auf die bereits verlegte Strecke. „Wir kommen ganz gut voran. Der Untergrund ist zwar eine einzige Katastrophe, aber solange wir die Platten ordentlich miteinander verbinden und das Gewicht vernünftig verteilen, sollte die Straße halten. Zumindest für das, was wir hier vorhaben.“

Faye ließ ihren Blick über den Sumpf schweifen, bevor sie wieder zu Bleddyn sah. „Was Ihre Sorge um meine körperliche Unversehrtheit angeht: Ich weiß Ihre Fürsorge natürlich zu schätzen. Aber wenn mich hier tatsächlich so ein Riesenegel erwischt, erwarte ich, dass Sie das Vieh wenigstens erschießen, bevor Sie anfangen, darüber zu lachen.“ Sie grinste frech und schob sich den letzten Rest des Energieriegels in den Mund.

Die Grünhaarige warf einen letzten Blick auf die bereits verlegten Platten der Behelfsstraße. Zumindest dieser Teil der Arbeit schien langsam Gestalt anzunehmen. Der Schlamm hatte zwar alles darangesetzt, ihnen das Leben schwerzumachen, aber immerhin gab es jetzt einen halbwegs passierbaren Weg durch die braune Suppe. Als sich die Arbeiten in Richtung des vorgesehenen Relaisstandortes verlagerten, schulterte sie ihre Ausrüstung und machte sich ebenfalls auf den Weg. Dabei genoss sie jeden Schritt auf den Metallplatten, bei dem sie nicht befürchten musste, einen ihrer Stiefel im Morast zurückzulassen.

„Wisst ihr Leute , langsam glaube ich, dieser Mond besteht ausschließlich aus Schlamm. Wahrscheinlich haben sie den ganzen Dreck irgendwo anders nicht mehr gebraucht und einfach hier abgeladen.“ stöhnte Savrek genervt.

Faye grinste kurz, bevor sie ihren Blick wieder auf die Umgebung richtete. Am vorgesehenen Relaisstandort angekommen, betrachtete Faye zunächst den Untergrund. Sie ging in die Hocke, drückte die Spitze ihres Feldspatens in den feuchten Boden und prüfte, wie leicht sich dieser bewegen ließ. „Na wunderbar. Wenigstens ein bisschen fester als die Brühe da hinten.“

Sie richtete sich wieder auf und deutete mit dem Spaten auf den Bereich rund um die geplante Relaisanlage. Die Pionierin hatte wenig Lust, noch länger untätig herumzustehen, und machte sich deshalb schon einmal daran, den Untergrund für eine mögliche Befestigung vorzubereiten. Sie suchte sich eine geeignete Stelle am Rand des vorgesehenen Relaisstandortes und setzte ihren Feldspaten an. Mit einem kräftigen Tritt drückte sie das Blatt in die feuchte Erde und begann, eine flache Vertiefung auszuheben. Schon nach den ersten Spatenstichen sammelte sich etwas Wasser am Boden des Lochs. Immerhin schien die Schicht unter dem Schlamm einigermaßen stabil zu sein. Sie achtete darauf, nicht zu tief zu graben, und häufte den Aushub neben der Vertiefung auf, wo er später zur Verstärkung einer Deckung verwendet werden konnte.

[Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | etwas entfernt vom Bauplatz der zukünftigen Komm-Antenne] Sergeant Owain Bleddyn, Corporal Faye Toolmann, Pioniere & Marines (NPCs)
 
[Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | etwas entfernt vom Bauplatz der zukünftigen Komm-Antenne] Sergeant Owain Bleddyn, Corporal Faye Toolmann, Pioniere & Marines (NPCs)

Corporal Toolmann deutete mit dem angebissenen Energieriegel auf die verlegten Straßenbauteile. Owain folgte der angedeuteten Linie mit den Augen. Er hoffte inständig, dass die grünhaarige Pionierin mit ihrer Einschätzung Recht behalten würde und dieses schlammige Trauerspiel hier draußen bald vorbei wäre. Dann setzte sie ein breites Grinsen auf. „Was Ihre Sorge um meine körperliche Unversehrtheit angeht: Ich weiß Ihre Fürsorge natürlich zu schätzen. Aber wenn mich hier tatsächlich so ein Riesenegel erwischt, erwarte ich, dass Sie das Vieh wenigstens erschießen, bevor Sie anfangen, darüber zu lachen.“ Owain brummte amüsiert und beobachtete, wie sie den Rest des Riegels vertilgte. „Ich garantiere für nichts. Ich habe allerdings etwas Sorge, was die Jungs mit so einem halbgaren Egel nach einem Blastertreffer machen würden.“ Der Lorrdianer lehnte sich mit einem spöttischen Grinsen etwas näher zur Pionierin, wie um ihr ein Geheimnis zu erzählen. „Mein Breacher, der bemitleidenswert durchgeweichte Wookiee dahinten, der würde das Ding vermutlich als angenehme, proteinhaltige Vorspeise zum lauwarmen Eintopf aus den Überlebensrationen der Armee sehen.“

Der Marine begleitete die Pionierin wie eine Anstandsdame mit Repetierblaster durch den Regen, während die Arbeiten weiter voran gingen. Es dauerte nicht allzu lange, bis er feststellte, dass der regenfeste Tarnponcho, den man ihm noch auf dem Truppentransporter ausgehändigt hatte, wohl entweder schon (zu viele) Jahre in der Materialreserve verbracht hatte oder seine Qualität schlicht nicht ganz so überzeugend war, wie anfangs gedacht. An mehreren Stellen drang langsam, aber sicher Regenwasser durch die Nähte und triefte dann auf seinen Feldanzug. Als sich die Arbeiten schließlich wieder an den zukünftigen Relaisstandort zurückverlegten, war ein guter Teil seiner Kleidung durchgenässt und ihm ausgesprochen kalt. Seine Marines hatten ihre Stellungen so gut es ging ausgebaut: mehrere kreisförmige Barrieren aus alten Baumstämmen und Schlamm hinter denen sie kleine Kuhlen gegraben hatten, die ihnen zusätzliche Deckung boten, überdacht mit Tarnplanen, die zumindest das Gröbste des konstanten Niederschlags aufhielten und verhinderten, dass die Schützenposition geflutet wurde. Die größte der Positionen war jedoch die, in deren Zentrum sein Trupp den schweren T-21 Repetierblaster platziert hatten. Nachdem er die Stellungen inspiziert hatte, stellte er sich zu Toolmann unter ein kleines, an den Seiten offenes Zelt, unter dem neben den Bauteilen der Komm-Antenne auch ein freistehender Heizlüfter vorzufinden war - wie die Bauteile war auch dieser mit einer weiteren Lieferung vom FOB gekommen. Owain drehte sich mit dem Rücken zu den warm glühenden Heizelementen, grunzte unzufrieden und schlang sich den triefnassen Poncho wie einen eleganten Schal um Hals und Schultern, um seinen feuchten Rücken zu trocknen. Nach wenigen Augenblicken begannen kleine Dampfwölkchen aufzusteigen, während sich der Marine-Sergeant noch etwas näher zur Standheizung lehnte.

„Ich beginne das dringende Bedürfnis zu verspüren, auf etwas zu schießen,“ knurrte Owain missmutig, ehe er für einen Moment innehielt. „Woher kommen Sie eigentlich, Toolmann? Irgendwelche Familie?“ Vielleicht, so hoffte Bleddyn zumindest, würde ihn die Unterhaltung genug ablenken, sodass es ihm vielleicht gelingen würde, seinen unterkühlten Hintern für den Moment zu ignorieren.

[Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | Bauplatz der zukünftigen Komm-Antenne] Sergeant Owain Bleddyn, Corporal Faye Toolmann, Pioniere & Marines (NPCs)​
 
[Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | Bauplatz der zukünftigen Komm-Antenne] Sergeant Owain Bleddyn, Corporal Faye Toolmann, Pioniere & Marines (NPCs)

„Corellia.“
, brummte Faye und ließ den Spaten wieder in die nasse Erde sinken. Ihre Haare waren inzwischen vollständig durchnässt und klebten an ihrem Gesicht. Einen Moment lang starrte sie in das Loch und atmete tief durch. Graben war zwar ihr täglich Brot, aber die vollgesogene Kleidung machte das Ganze deutlich anstrengender.„Meine Eltern hatten eine kleine Werkstatt, in der sie Speeder und Raumschiffe repariert haben. Was auch sonst, wenn man von da kommt?“, sagte Faye grinsend und schaufelte einen weiteren Klumpen nasser Erde aus dem Loch.Für einen Moment verschwand das Grinsen aus ihrem Gesicht. Sie stemmte sich auf den Spaten und betrachtete den mittlerweile beachtlichen Haufen Schlamm neben ihrer Vertiefung. „Irgendwann hat das Imperium allerdings beschlossen, dass kleine Werkstätten wohl nicht mehr gebraucht werden. Meine Eltern mussten den Laden dichtmachen und in den großen Werften arbeiten gehen.“ Die Stimme der Pionierin war ernst geworden und der Spaten fand fester als nötig den Weg in die Erde.

„Ich hatte jedenfalls keine Lust, für die gleichen Arschlöcher Schiffe zusammenzuschrauben, die uns vorher die Existenzgrundlage genommen haben. " Sie zuckte mit den Schultern, als wäre das die selbstverständlichste Entscheidung der Galaxis gewesen.
„Und jetzt stehe ich hier,, bis zu den Knöcheln im Schlamm und grabe Löcher auf irgendeinem gottverlassenen Mond. Eine beeindruckende Karriere, finden Sie nicht?“
Faye grinste wieder breit und warf einen Blick zu Bleddyn, der es sich inzwischen an dem Heizlüfter gemütlich gemacht hatte. Sie zog den Spaten aus dem Boden und klopfte einen besonders hartnäckigen Klumpen Schlamm vom Blatt.
„Und was ist mit Ihnen? Wo hat die Republik Sie aufgegabelt? Und vor allem, was haben Sie angestellt, dass man Sie auf diesen wunderschönen Urlaubsmond geschickt hat?“

[Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | Bauplatz der zukünftigen Komm-Antenne] Sergeant Owain Bleddyn, Corporal Faye Toolmann, Pioniere & Marines (NPCs)
 
[Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | Bauplatz der zukünftigen Komm-Antenne] Sergeant Owain Bleddyn, Corporal Faye Toolmann, Pioniere & Marines (NPCs)

Owain hörte aufmerksam zu, während er die angenehme Wärme an seinem Rücken spürte. Corellia also. Die Corellianer, die er bisher im Militär getroffen hatte, waren amüsante Zeitgenossen gewesen: gute Trinkkumpanen, aber mit einem Hang zur Selbstdarstellung und oft genug Großmäuler. Seinem Verständnis nach ideale Marines. Natürlich war auch die corellianische Schiffsbaukunst galaxisweit bekannt. Es verwunderte ihn also auch nicht, dass die Pionierin einer Mechanikerfamilie entstammte. Als Toolmann erwähnte, wie ihre Eltern um ihre Lebensgrundlage gebracht worden waren, verzog er für einen Moment das Gesicht. „Nachvollziehbar, dass Sie am Ende zur Armee gegangen sind, anstatt den Feind mit Material zu versorgen. Klingt persönlich genug.“ Bleddyn dachte für einen Moment an seine eigenen Eltern. Sein Vater, der mit einer eigenen Cantina meist gerade so über die Runden gekommen war, hatte schnell genug begonnen auf Celanon fragwürdige Geschäfte zu führen – und hatte ihn dabei immer wieder mit hineingezogen. Seine Mutter hatte dagegengehalten, versucht ihn auf den richtigen Weg zu bringen und seinen Vater zur Raison zu bringen. Ein konstanter Kampf, eine Hassliebe, die immer wieder zur Explosion gebracht wurde, wie eine überhitzte Energiezelle. Aber am Ende des Tages hatten sie sich wieder versöhnt – und wenig später hatte Owain die nächste Ladung Hehlerware durch die Gassen getragen. Eine Böe kalter Luft riss ihn aus seinen Gedanken und er musste für einen Atemzug nachdenken, bevor er sich wieder erinnerte, worüber sie geredet hatten.

„Ansonsten gibt es für mich wenig schönere Jobs als diesen hier. Auch wenn ich tatsächlich lieber auf einem tropischen Eiland wäre. Aber wo sonst darf ich legal mit Spielzeugen, wie dem da vorne ...“ Bleddyn deutete auf den schweren Repetierblaster. „ ... tagtäglich rumhantieren?“ Mit einem amüsierten Grinsen beobachtete er, wie Toolmann Schlamm von ihrem Spaten entfernte. Er würde sich der Arbeit nicht ewig entziehen können, aber vielleicht konnte er noch für einen Moment länger seinen Rücken wärmen und seiner Uniform einen geringen Vorsprung geben, bevor sie unweigerlich wieder durchgeweicht werden würde. „Und wo man mich aufgegabelt hat? Keine unkomplizierte Frage ...,“fuhr der Marine mit einem nachdenklichen Seufzen fort. „Meine Familie kommt ursprünglich von Lorrd, aber lebte schon seit Jahren auf Celanon. Weiß nicht, ob Sie schon mal da waren, aber zumindest der Teil, in dem ich geboren wurde und aufgewachsen bin, der ist das ultimative Loch. Die Marines waren meine Exit-Strategie.“ Mit einer semieleganten Schulterbewegung ließ er seinen Regenponcho wieder über seinen Rücken fallen. Celanon City war ein Moloch aus unzähligen Wolkenkratzern, Slums und einer Oberklasse aus verabscheuungswürdigen, arroganten Snobs, die auf den ärmeren Teil Bevölkerung herabschaute, als wären sie Tiere. Er war seit Jahren nicht mehr dort gewesen. „Wenn Sie wissen wollen, wo ich mich zuhause fühle: Kabal. Kleiner, unbedeutender Planet voller endloser Meere und bewaldeter Inseln. Nie zu kalt, nie zu heiß. Gute Jagdgründe. Wundervolle Lichtungen für Campingausflüge. Meine Eltern haben sich da zur Ruhe gesetzt und mein Vater betreibt eine kleine Cantina in einer Hafenstadt.“

Owain streckte sich ein letztes Mal ausgiebig und gähnte, bevor er ein wenig seine Schultern kreisen ließ, um seine Muskeln zu lockern. „Wann waren Sie das letzte Mal zuhause?“ Einen Moment würde er noch den Small Talk genießen, bevor er sich wieder der Arbeit zuwenden würde. Seine Marines standen Wache und hatten Unterstände gebaut, aber jetzt wurde es langweilig. Gelangweilte Marines kamen auf Ideen, die dem Gesamtauftrag nicht dienlich waren. Abgesehen davon wollte er nicht herausfinden, ob seine Vorhersage bezüglich der Snackvorlieben seines Wookiee-Breachers korrekt waren. Also galt es es seine Leute zu beschäftigen. Wozu hatten sie schließlich einen T-21 Repetierblaster mit Generator? Etwas Training an schweren Waffen würde die Jungs unterhalten und noch dazu dafür sorgen, dass ihre Fähigkeiten nicht abstumpften. Owain grinste Toolmann an. „Wenn sie nicht zu eingespannt sind, machen Sie doch gleich beim Schießtraining meiner Marines mit. Es kann nicht schaden den schweren Repetierblaster etwas aufzuwärmen ...“ Ein wenig Dampf ablassen würde ihm jetzt gut tun.

[Chommell Minor-System | CM-04 Sumpfmond | Bauplatz der zukünftigen Komm-Antenne] Sergeant Owain Bleddyn, Corporal Faye Toolmann, Pioniere & Marines (NPCs)​
 
Zurück
Oben