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Es gab Schiffe, die gebaut worden waren, um Menschen möglichst bequem von einem Ort zum anderen zu bringen. Geräumige Passagierkabinen, großzügige Aufenthaltsbereiche, ein ordentliches Unterhaltungsprogramm und eine Bordküche, deren Personal zumindest gelegentlich wusste, was es tat. Und dann gab es Schiffe wie dieses. Ares stand am Fuß der ausgefahrenen Laderampe und betrachtete den militärischen Nachschubtransporter, dem er für den nächsten Teil seiner Reise anvertraut werden sollte. Die Hülle zeigte deutliche Spuren jahrelangen Einsatzes. Zwischen verschiedenen Wartungsklappen verliefen breite, dunkle Streifen, und an einer der äußeren Verkleidungen hatte sich jemand offenbar nicht einmal mehr die Mühe gemacht, die letzte Ausbesserung im ursprünglichen Farbton zu lackieren. Über der offenen Rampe blinkte eine gelbe Warnleuchte. Ein Lastenheber schob gerade einen weiteren Container in den Frachtraum, während zwei Techniker lautstark darüber diskutierten, ob dessen Halterungen überhaupt noch auf die vorgesehene Ladeposition passten. Ares sah auf seine Transportanweisung, dann wieder auf das Schiff. Er hatte tatsächlich schon schlechter aussehende Maschinen gesehen. Die meisten davon waren allerdings kurz davor gewesen, abgeschossen zu werden. Ein Unteroffizier in einem verschlissenen Arbeitsanzug stand neben der Rampe und überprüfte die Dienstkennungen eintreffender Passagiere. Er trug ein Datapad in der einen und einen halb geleerten Becher Kaf in der anderen Hand. Ares trat vor ihn.
„Flight Officer Vance. Weitertransport nach Fedje.“
Der Unteroffizier warf einen kurzen Blick auf seine Liste.
„Bestätigt. Persönliches Gepäck?“
Ares hob seine Reisetasche.
„Alles dabei.“
„Dann rein mit Ihnen. Steuerbord, hintere Passagiersektion. Freie Sitzplätze sind entsprechend markiert.“
Ares blickte an ihm vorbei in den Frachtraum. Zwischen den Containerreihen waren mehrere provisorische Sitzreihen an den Seitenwänden zu erkennen.
„Das ist die Passagiersektion?“
„Steuerbord, hinten.“
„Ich hatte auf eine Kabine gehofft.“
„Haben wir nicht.“
„Ein Bett?“
„Auch nicht.“
„Wenigstens eine Bar?“
Der Unteroffizier sah ihn jetzt zum ersten Mal richtig an.
„Flight Officer, das ist ein Nachschubtransporter.“
Ares nickte langsam.
„Das merke ich mir für die Bewertung nach der Reise.“
Mit einem wenig überzeugten Kopfschütteln stieg er die Rampe hinauf. Im Inneren roch es nach Hydraulikflüssigkeit, Metall, Verpackungsmaterial und jenem schwer zu beschreibenden Gemisch aus Maschinenöl und verbrauchter Luft, das offenbar zum festen Inventar militärischer Transportfahrzeuge gehörte. Die Beleuchtung war gedämpft, breite Sicherungsnetze hielten Frachtpaletten an ihren Positionen, dazwischen verlief ein schmaler Durchgang. Auf einigen Containern waren Ersatzteilkennungen zu erkennen, auf anderen Warnhinweise für empfindliche Elektronik oder militärische Gefahrgüter. Weiter hinten standen versiegelte Behälter mit Ersatzkomponenten für Sternenjäger. Ares blieb kurz stehen, als er auf einer der Transportkisten eine vertraute Sienar-Kennung entdeckte. Offenbar war er wenigstens nicht das einzige Stück Sternenjägerausrüstung, das man in Richtung Fedje verfrachtete.
Die sogenannte Passagiersektion bestand aus schmalen, an den Seitenwänden befestigten Klappsitzen mit breiten Sicherheitsgurten. Zwischen den Sitzreihen befanden sich Halterungen für persönliche Ausrüstung und kleine Staufächer. Ein Teil der Sitze war bereits besetzt. Mehrere Männer und Frauen trugen die schwarzen Uniformen des Sternenjägerkorps. Andere gehörten offenbar zur Flotte oder zu technischen Einheiten. Reisetaschen lagen unter den Sitzen, Helme ruhten auf Knien und irgendwo weiter hinten versuchte ein Sergeant, sein Gepäck in einem Fach unterzubringen, das dafür offensichtlich zu klein war. Eine vertraute Stimme ließ Ares aufblicken.
„Na, Großwildjäger.“
Es war der sonnengebräunte Pilot aus der Transitabfertigung. Das Strandtuch, das zuvor noch aus seiner Tasche geragt hatte, lag jetzt zusammengerollt auf seinem Schoß. Jester grinste.
„Und? Schon jemanden gefunden, der uns zurück zum Strand fliegt?“
„Noch nicht. Aber ich überlege, ob ich bei der nächsten Kursänderung einfach aussteige.“
„Sagen Sie vorher Bescheid. Vielleicht komme ich mit.“
Er ließ sich auf einem freien Sitz nieder und stellte seine Tasche zwischen die Stiefel. Die Sitzfläche bestand aus einer dünn gepolsterten Metallkonstruktion, deren Erfinder vermutlich noch nie länger als fünf Minuten darauf verbracht hatte. Beim Zurücklehnen stieß Ares mit dem Hinterkopf beinahe gegen einen hervorstehenden Teil der Wandverkleidung. Er betrachtete die Rückenlehne, ann den Gurt, dann seinen Sitznachbarn.
„Ich glaube, mein letzter Schleudersitz war bequemer.“
„Hatte der wenigstens eine Notauslösung?“
„Ja. Vielleicht sollten wir hier auch eine einbauen.“
Ein dumpfer Schlag ging durch den Schiffsrumpf. Irgendwo auf der anderen Seite des Frachtraums wurde offenbar gerade ein weiterer schwerer Container abgesetzt. Kurz darauf ertönte die Stimme des Lademeisters über die Bordlautsprecher.
„Alle Passagiere auf ihre Plätze. Gepäck sichern. Sicherheitsgurte anlegen. Startfreigabe wird in Kürze erwartet.“
Ares zog die Gurte fest und schob sich einen frischen Muntergum zwischen die Zähne. Noch vor wenigen Tagen hatte er in einem der modernsten und teuersten Sternenjäger des Imperiums gesessen. Jetzt war er Fracht mit Dienstgrad, es hatte etwas ausgesprochen Demütigendes. Und etwas ungemein Vertrautes.
Der Start war alles andere als elegant. Ein tiefes Dröhnen erfüllte den Frachtraum, als die Haupttriebwerke hochfuhren. Die gesamte Konstruktion geriet in ein leichtes Zittern, das sich über die Sitzhalterungen bis in Ares' Rücken übertrug. Dann löste sich der Transporter vom Boden. Eine deutliche Beschleunigung drückte die Passagiere in ihre Sitze. Irgendwo hinter ihnen klapperte etwas Metallisches gegen eine Verkleidung. Ein zweiter Gegenstand antwortete mit einem ebenso unangenehmen Scheppern. Ares blickte zur Decke, dann zu seinem Sitznachbarn.
„Das gehört hoffentlich nicht zum Antrieb.“
„Was?“
„Das Geräusch.“
Wieder schepperte es.
„Welches davon?“
Ares überlegte kurz.
„Guter Einwand.“
Der Transporter stieg durch die Atmosphäre Brentaals auf. Immer wieder waren kleinere Lagekorrekturen zu spüren, und während der Beschleunigungsphasen zerrten die Gurte an ihren Schultern. Ares hatte schon wesentlich heftigere Starts erlebt, aber nur selten einen, bei dem er nicht selbst am Steuerknüppel gesessen hatte. Das machte einen erstaunlichen Unterschied. Wer selbst flog, wusste wenigstens, weshalb das Schiff gerade etwas tat. Als Passagier musste man hoffen, dass derjenige im Cockpit es ebenfalls wusste. Nach dem Erreichen des Weltraums wurde der Flug ruhiger. Die Triebwerksleistung sank, das Zittern ließ nach und schließlich kündigte ein vertrautes kurzes Ziehen an, dass der Transporter in den Hyperraum wechselte. Die nächste Etappe hatte begonnen.
Aus Stunden wurden Tage. Wakeelmui, Uviuy Exen, Palanhi und die weiteren Navigationspunkte vergingen in einer Abfolge aus Hyperraumsprüngen, kurzen Kurskorrekturen und gelegentlichen Wartezeiten auf neue Flugfreigaben. Über Carratos, Aphran IV und Bilbringi führte die Route weiter in Richtung des galaktischen Nordens. Ares stellte bald fest, dass die größte Herausforderung auf einem militärischen Nachschubtransporter nicht die Enge, der Lärm oder das gelegentliche Rumpeln war. Es war die Langeweile, man konnte nicht viel tun. Die Mahlzeiten kamen in standardisierten Portionsbehältern, der Kaf schmeckte unabhängig von der Tageszeit gleich schlecht und die Schlafgelegenheiten bestanden aus denselben Klappsitzen, auf denen man bereits den größten Teil des Tages verbracht hatte. Irgendwann hatte Ares genug davon, auf sein Datapad zu starren. Er zog seine Sabacc-Karten hervor, das erwies sich als ausgesprochen gute Entscheidung. Unter den anderen Piloten fanden sich mehrere bereitwillige Mitspieler. Einer behauptete, seit Jahren nicht mehr verloren zu haben. Ein anderer verkündete, er spiele grundsätzlich nur um Credits, während eine junge Flugoffizierin erklärte, sie habe keine Lust, ihrem nächsten Rottenführer die halbe Monatsbesoldung zu schulden. Ares betrachtete sie über den Rand seiner Sonnenbrille hinweg.
„Wer sagt denn, dass Sie verlieren?“
„Ich habe Sie die letzten beiden Runden beobachtet.“
„Dann wissen Sie ja, wie ich spiele.“
„Eben deshalb.“
Die anderen lachten, Jester mischte die Karten erneut. Er gewann einige Partien, verlor andere und stellte erfreut fest, dass wenigstens die Versorgung mit schlechten Verlierern an Bord keinerlei Engpässe aufwies. Zwischen den Spielen drehten sich die Gespräche immer wieder um die gleichen Themen. Versetzungen, gestrichene Urlaube, Ersatzgestellungen, die Neunte Gefechtsflotte. Ein Pilot hatte gehört, dass im Raum Agamar eine größere Operation vorbereitet wurde. Ein anderer wusste angeblich von erheblichen Verstärkungen, die aus verschiedenen Sektoren zusammengezogen wurden. Wieder jemand behauptete, Teile der Achten sollten ebenfalls beteiligt sein. Ares hörte zu, beteiligte sich gelegentlich an den Spekulationen, hielt sich mit eigenen Vermutungen aber zurück. Er wusste, wie viel Unsinn an einem Sabacc-Tisch erzählt werden konnte, schließlich trug er selbst regelmäßig dazu bei. Doch eines stand fest: Offenbar bestand ein erheblicher Bedarf an erfahrenen Jagdfliegern. Und das gefiel ihm. Die Aussicht auf einen regulären Kampfeinsatz war nach den Monaten auf Eadu verlockend genug, um sogar den Verlust seines Sonderurlaubs etwas erträglicher zu machen. Wobei er auf eine Woche Jagd in den Wäldern Myrkrs trotzdem nur ungern verzichtete.
Hinter Ord Mantell nahm der militärische Verkehr allmählich zu. Während der kurzen Aufenthalte im Normalraum waren immer häufiger imperiale Kennungen auf den Sensoranzeigen zu erkennen. Versorgungsschiffe, Truppentransporter und kleinere Geleitverbände bewegten sich auf den großen Hyperraumverbindungen nach Norden. Gelegentlich ließ der Captain des Transporters neue Flugfreigaben einholen, weil militärische Konvois Vorrang erhielten oder bestimmte Anflugkorridore vorübergehend gesperrt waren. Ares nutzte eine dieser Pausen, um einen Blick durch ein Sichtfenster im Verbindungsgang zu werfen. Draußen zog gerade ein Verband aus mehreren Kriegsschiffen vorbei. Zwei Kreuzer hielten zwischen kleineren Begleitschiffen ihre Formation, während ein schwerer Versorger in ihrem Schutz flog. Ein paar TIEs begleiteten den Verband. Ares verfolgte ihre Bewegungen, bis sie hinter einer der äußeren Verstrebungen verschwanden. Für einen kurzen Moment spürte er wieder dieses vertraute Kribbeln. Triebwerke hochfahren, Startfreigabe erhalten, den Steuerknüppel in die Hand nehmen und endlich wieder selbst bestimmen, wohin die Maschine flog. Er hatte den Phantom gemocht, auf seine Weise. Aber ein TIE/in war etwas anderes. Keine zweite Person im Cockpit. Keine komplizierte Tarntechnik, keine empfindlichen Generatoren, die man bei jedem Manöver im Auge behalten musste. Nur Geschwindigkeit, Wendigkeit und vier Laserkanonen, Jester grinste bei dem Gedanken. Hoffentlich hatten die Leute bei Fedje etwas Ordentliches für ihn übrig.
Orinda. Borosk. Garqui. Die letzten großen Etappen rückten näher. Der Transporter war inzwischen nicht mehr allein unterwegs. Mehrere Nachschubschiffe hatten sich zu einem lockeren Konvoi zusammengeschlossen, und die Besatzung erhielt zunehmend detaillierte Anweisungen für den Anflug auf Fedje. In den Passagierbereichen wurde es merklich unruhiger. Uniformen wurden zurechtgerückt, Reisetaschen gepackt und Dienstunterlagen überprüft. Die Sabacc-Runden kamen allmählich zum Erliegen, weil die meisten Piloten nun wissen wollten, auf welchen Schiffen und in welchen Staffeln sie landen würden. Ares nahm seine Karten wieder an sich. Aus dem Stapel blickte ihn der Idiot an, er drehte die Karte zwischen den Fingern und musste schmunzeln. Irgendwie passte sie. Er hatte Eadu mit der Aussicht auf sieben freie Tage verlassen. Nun saß er auf einem klapprigen Nachschubtransporter, hatte mehrere Tage auf einem Klappsitz geschlafen und flog einer unbekannten militärischen Verwendung entgegen. Wenn das kein ausgesprochen gutes Blatt war, er steckte die Karte zurück. Ein Signal ertönte über die Lautsprecher.
„Achtung, alle Passagiere. Wir erreichen in Kürze das Fedje-System. Aufgrund des erhöhten militärischen Verkehrs ist während des Anflugs mit längeren Wartezeiten und mehreren Kursänderungen zu rechnen. Bitte bleiben Sie bis zur Freigabe angeschnallt.“
Ares zog die Gurte fest und ließ den Kopf gegen die Rückenlehne sinken.
„Wenn wir dort noch länger warten müssen, verlange ich wenigstens eine anständige Kabine.“
Sein Sitznachbar lachte.
„Träumen Sie weiter.“
Der Austritt aus dem Hyperraum verlief ruhig, zumindest technisch. Was sich vor den Sichtfenstern des Transporters offenbarte, war dagegen alles andere als gewöhnlich. Zunächst erkannte
Ares nur die vertrauten Formen mehrerer imperialer Kriegsschiffe. Fregatten und Korvetten hielten ihre Positionen an den äußeren Zugängen zum System. Weiter entfernt bewegten sich Patrouillen aus Sternenjägern zwischen den zugewiesenen Kontrollpunkten. Dann änderte der Transporter seinen Kurs. Und hinter der ersten Sicherungslinie öffnete sich der Blick auf einen gewaltigen militärischen Aufmarsch. Fedje beherbergte bereits die Achte Gefechtsflotte. Nun war zusätzlich die Neunte von Fresia herangezogen worden, und gemeinsam mit den zugehörigen Versorgungs- und Unterstützungseinheiten hatten die beiden Verbände den gesamten militärischen Verkehr im System auf ein Ausmaß anwachsen lassen, das selbst für einen erfahrenen Jagdflieger beeindruckend war. Die Kriegsschiffe lagen nicht dicht gedrängt an einem einzigen Punkt. Sie waren über verschiedene Bereitstellungsräume verteilt, in gestaffelten Formationen und eigenen Sicherungssektoren. Doch wohin man auch blickte, waren imperiale Kennungen zu erkennen. Sternenzerstörer hielten zwischen ihren Begleitschiffen Position. Kreuzer und Fregatten bewegten sich zwischen den Flottenformationen. Korvetten sicherten die Anflugwege, während zahllose Fähren und Versorgungstransporter zwischen den größeren Schiffen pendelten. An mehreren Stellen waren ganze Gruppen von Frachtschiffen versammelt, die offenbar Munition, Ersatzteile, Treibstoff und andere Versorgungsgüter übernahmen oder weiterverteilten. Andere Transporter führten Personal und Fahrzeuge mit sich, das für die bevorstehende Offensive benötigt werden würde.
Ares beugte sich etwas vor. Ein paar der anderen Passagiere hatten sich ebenfalls von ihren Sitzen erhoben, soweit die Besatzung es zuließ, um einen Blick durch die Sichtfenster zu werfen. Ein Sternenzerstörer glitt in einiger Entfernung vorbei, dahinter folgte ein weiterer, und noch einer.
Ares pfiff leise durch die Zähne. Das hier war kein gewöhnlicher Personalersatz für irgendeine abgelegene Garnison. Hier wurde etwas vorbereitet, etwas Großes. Als der Transporter an einer weiteren Flottenformation vorbeigeleitet wurde, kam schließlich eine Silhouette in Sicht, die selbst zwischen den zahlreichen Kriegsschiffen sofort auffiel. Ein gewaltiger, lang gestreckter Keil aus grauem Durastahl. Die Allegiance. Das Flaggschiff der Neunten Gefechtsflotte überragte die meisten Schiffe in ihrer Umgebung deutlich. Rings um den mächtigen Kommandosternenzerstörer lagen weitere Einheiten, deren Größenverhältnisse aus dieser Perspektive beinahe lächerlich wirkten.
Ares nahm unwillkürlich seine Sonnenbrille ab. Er hatte schon eine Menge imperialer Schiffe gesehen. Aber die schiere Konzentration militärischer Macht, die sich hier versammelt hatte, war selbst für ihn kein alltäglicher Anblick. Neben ihm stieß einer der anderen Piloten einen anerkennenden Pfiff aus.[/i]
„Bei allen Sternen. Was haben die denn vor?“
Ares betrachtete die gewaltige Formation noch einen Augenblick.
„Ich glaube, irgendjemand hat beschlossen, der Republik einen ziemlich schlechten Tag zu bereiten.“
Der andere Pilot grinste. Ares lehnte sich zurück und schob den Muntergum von einer Wange in die andere. Und er hatte tatsächlich vorgehabt, eine Woche lang Tiere durch irgendwelche Wälder zu verfolgen. Manchmal hatte das Universum eben doch Sinn für Humor.
Der weitere Anflug zog sich hin. Der Transporter musste mehrere Kontrollpunkte passieren, seine Kennung bestätigen und auf die Freigabe für einen der militärischen Umschlagplätze warten. Schließlich wurden die Passagiere aufgefordert, ihre persönlichen Sachen bereitzuhalten. Als Ares endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, stellte er fest, dass die Transitabfertigung auf Brentaal IV im Vergleich zu Fedje beinahe gemütlich gewesen war. Überall herrschte Bewegung. Soldaten und Offiziere wechselten zwischen den Transporten, Fracht wurde sortiert und weiterverteilt, Meldeläufer und Unteroffiziere versuchten, die ankommenden Personalersatzgruppen ihren vorgesehenen Einheiten zuzuweisen. Vor einem der militärischen Schalter legte Ares seine Marschbefehle vor. Der zuständige Unteroffizier überprüfte seine Kennung, rief die Personalakte auf und blieb einen Moment bei einem Eintrag hängen.
„Flight Officer Vance. Sternenjägerkorps. Ehemals Hundertdreiundfünfzigste Interceptor-Staffel.“
„Korrekt.“
„Zuletzt Sonderverwendung. Klassifiziert.“
„Ebenfalls korrekt.“
Der Unteroffizier blätterte weiter.
„Erfahrung auf TIE/in vorhanden?“
„Zweihundertachtzig Flugstunden auf dem Muster.“
Der Mann nickte knapp und öffnete einen weiteren Datensatz.
„Gut. Sie werden nicht einer der regulären Staffeln im Hauptverband zugeteilt. Für Sie liegt eine Anforderung aus einer vorgeschobenen Sicherungsgruppe vor.“
Ares hob eine Augenbraue.
„Sicherungsgruppe?“
„Der Neunten Gefechtsflotte angegliedert. Flankensicherung im Grenzraum. Die Einheit hat Ersatz für ausgefallenes Sternenjägerpersonal angefordert.“
„Ausgefallen?“
„Gefechtsverluste.“
Das Wort ließ Ares aufhorchen. Er hatte mit einer bevorstehenden Operation gerechnet. Offenbar waren andere bereits mitten darin.
„Welche Maschinen?“
„TIE/in Interceptor.“
Jetzt erschien wieder dieses vertraute Grinsen.
„Na endlich.“
Der Unteroffizier schob ihm die neuen Unterlagen zu.
„Sie werden mit weiteren Ersatzpiloten und zusätzlichen Maschinen auf eine Marauder-Korvette verladen. Das Schiff übernimmt den Transport zum Sicherungsverband. Melden Sie sich bei der angegebenen Sammelstelle. Einzelheiten zu Ihrer neuen Einheit erhalten Sie nach der Ankunft.“
Ares nahm das Datapad entgegen. Ein neuer Transport, noch ein Schiff, noch eine verdammte Reise. Er betrachtete den Unteroffizier mit gespielter Ernsthaftigkeit.
„Sagen Sie, besteht irgendeine Chance, dass ich diesmal selbst fliegen darf?“
„Nicht auf diesem Transport, Flight Officer.“
Ares seufzte.
„War einen Versuch wert.“
Er bestätigte seine neue Zuweisung, schulterte die Reisetasche und wandte sich dem Ausgang zu. Draußen setzte sich gerade ein weiterer militärischer Konvoi in Bewegung. In der Ferne erhoben sich die kantigen Formen imperialer Kriegsschiffe vor dem dunklen Hintergrund des Alls. Irgendwo dort draußen wartete eine beschädigte Einheit auf Ersatz. Piloten waren gefallen, andere mussten ihre Plätze einnehmen. Ares hatte keine Ahnung, wer seine neuen Kameraden waren, wie viele Maschinen ihnen noch zur Verfügung standen oder was genau sie in den nächsten Tagen erwarten würde. Aber eines wusste er, endlich würde er wieder einen Interceptor fliegen. Er steckte sein Datapad weg, schob die Sonnenbrille auf die Nase und grinste. Myrkr konnte warten.
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