Teneb Dask

Teneb Dask

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I|I TENEB DASK I|I


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GEFÄß DES GEISTES

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SPEZIES: Umbaraner
GESCHLECHT: Männlich
HEIMATPLANET: Umbara, nun im Exil
BERUF/UNG: Sith Schüler von Darth Sikarius; früher Datenanalyst für interstellare Kommunikation (offiziell) / Slicer für den Schwarzmarkt
AUGENFARBE: Helles, irisierendes Grau. Fast farblos, mit leichtem Glühen im Dunkeln
HAUTFARBE: Blass-violetter Schimmer, typisch umbaranisch mit einem Hauch fahler Transparenz
KLEIDUNG:
Seine Kleidung wirkt auf den ersten Blick schlicht, um nicht zu sagen beinahe asketisch, doch bei näherer Betrachtung offenbart sie eine durchdachte Präzision. Dunkle, maßgeschneiderte Tuniken in tiefem Anthrazit und gebrochenem Purpur schmiegen sich eng an seinen schlanken Körper. Die Stoffe sind schwer genug, um Würde und Präsenz zu verleihen, zugleich jedoch flexibel, sodass sie jede Bewegung lautlos begleiten. Kantige, geometrische Linien durchziehen das Gewebe wie bewusst gesetzte Brüche in einer ansonsten fließenden Silhouette. Keine Ornamente, keine verspielten Details – nur klare, harte Formen, die Strenge und Kontrolle suggerieren.

Unter dieser äußeren Schlichtheit verbirgt sich jedoch Funktionalität. In Schultern und Unterarmen ist eine leichte Panzerung eingearbeitet, kaum sichtbar unter den Roben, aber spürbar in ihrer Struktur. Die Verstärkungen sind so konstruiert, dass sie Stöße abdämpfen und Schläge verteilen, ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Sie verleihen ihm nicht das plumpe Volumen eines Soldaten, sondern die diskrete Sicherheit eines Mannes, der jederzeit mit Gewalt rechnet – und vorbereitet ist.

Gelegentlich ergänzt er das Ensemble durch ein übergroßes Kapuzentuch aus umbaranischem Stoff, dessen besondere Webart das Licht nicht reflektiert, sondern es verschluckt. Der dunkle Stoff scheint Konturen zu verwischen, als würde er die Umgebung ein Stück weit mit sich nehmen. Wenn die Kapuze sein Gesicht beschattet, wirkt es, als trete er einen Schritt zurück aus der sichtbaren Welt – nicht unsichtbar, aber entrückt. Ein Schatten unter Schatten, dessen Präsenz weniger durch Farbe als durch das Fehlen von Licht definiert wird.
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WILLE IM SCHATTEN
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„Nicht Hass formt den Abgrund, sondern systematische Gleichgültigkeit. Vernachlässigung, höflich verpackte Ablehnung. Es braucht keinen Wahnsinn, um zu fallen, sondern nur genug Zeit und Wesen, die lange genug wegsehen.“

Teneb Dask ist kein impulsiver Zerstörer, kein wahnsinniger Tyrann. Er erhebt nicht die Stimme, lieber beobachtet er einem lauernden Raubtier gleich. Was ihn antreibt, ist nicht das rohe Verlangen nach Macht, vehement versucht der Umbaraner den Abgrund aus Jahren des Schweigens, der politischen Kälte und der kontrollierten Demütigung mit Sinn zu füllen. Er ist das Ergebnis eines langen, leisen Zerfalls. Ein Produkt aus Unsichtbarkeit, aus struktureller Ausgrenzung und elitärem Kalkül. In seinem Innersten trägt er aufgrund seiner Aufbringung keine Raserei, denn das wäre in den Augen der umbaranischen Gesellschaft ein Sakrileg. Er ist sich gewahr, was ihn geformt hat: Das Schweigen derer, die ihn hätten sehen und formen können. Der Verrat jener, die ihn zu schützen vorgaben. Er ist das Echo einer Ordnung, die sich selbst durch Untätigkeit verraten hat.
„Ich war nie Teil ihrer Ordnung. Ich war eine Variable, die man beseitigen wollte.“
Er sieht sich als Teil des Systems, das ihn einst großgezogen, dann aber ausgestoßen hat. Die umbaranische Gesellschaft, kühl, hierarchisch, kontrolliert, betrachtete ihn nie als vollwertiges Mitglied, eher als Aussetzer im System. Seine Familie fiel in Ungnade, doch Teneb blieb zurück: Als Mahnmal und als Restposten. Dieser Schmerz hat ihn nie ganz losgelassen.
„Was sie Moral nennen, ist nur Angst davor, was sie nicht kontrollieren können.“
Das Misstrauen des Bleichen gegenüber moralischer Rhetorik ist tiefgreifend. Er glaubt nicht an Gut oder Böse, für ihn gibt es Macht und Perspektive. Was andere als „moralisch“ verteidigen, sieht er als Angstmasken, Werkzeuge zur Kontrolle der Schwachen und zum Schutz der Mächtigen. Für ihn sind die sogenannten Prinzipien nichts als Konstrukte, die fallen, sobald sie unbequem werden. Wo andere Gewissen hören, hört er das Knirschen einer Fassade, die zu bröckeln beginnt.
„Ich bin kein Monster. Ich bin der Preis für ihre Lügen.“
Teneb sieht sich nicht als Übeltäter, er ist die Konsequenz ihrer Sünden. Er ist das Produkt einer Gesellschaft, die Wahrheiten unterdrückt, Abweichungen bestraft und sich selbst in selbstgerechter Stille suhlt. Seine Dunkelheit ist kein Selbstzweck, vielmehr ist sie Reaktion, und Echo. Doch in seinem Innersten gärt eine tiefe Sehnsucht: Nach Bedeutung, nach Würde, nach einem Ort, an dem sein Name mehr ist als ein Fluch. Und wenn die Galaxis ihm diesen Ort nicht gibt, wird er ihn sich nehmen. Teneb Dask lebt zwischen den Linien. Zwischen Licht und Dunkel. Opfer und Täter. Und genau dort, im Zwielicht, wird er am gefährlichsten.
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KLINGEN DER PERSÖNLICHKEIT
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WAFFEN DES WILLENS:
Analysefähigkeit
Teneb versteht Wesen, nicht weil er empathisch wäre, sondern weil er gelernt hat, Verhalten zu lesen wie Muster in einem System. Er erkennt Lügen, Motive und verborgene Ängste mit relativer Präzision.
Charismatische Dunkelheit
Teneb hat die Aura eines Gefallenen, der nicht gebrochen ist. Das macht ihn für andere verlorene Seelen anziehend. Er überzeugt nicht durch Lautstärke, sondern durch ruhige, gefährlich kluge Worte.
Strategisches Denken
Als ehemaliger Analyst ist er geübt darin, aus fragmentierten Informationen ein Gesamtbild zu erschaffen. Intrigen, Netzwerke, Schwachstellen; Teneb sieht das Unsichtbare.
Unbeirrbarer Wille
Seine Willenskraft ist stählern. Teneb kann leiden, verlieren, scheitern aber er wird nie aufgeben. Nicht, solange er glaubt, dass es eine Wahrheit gibt, die ans Licht gezerrt werden muss.

RISSE IM WILLEN:
Angst vor Bedeutungslosigkeit
Tiefer als jede körperliche Angst liegt sein psychologischer Abgrund: Die Vorstellung, dass sein Schmerz, seine Wut, seine Rache nichts bewirken. Dass er nur ein Schatten war, der am Rand verglüht. Diese Angst treibt viele seiner Entscheidungen an.
Empfindlichkeit gegenüber intensivem Licht
Teneb hat lichtempfindliche Augen, was sich besonders in hellen Umgebungen (z. B. offene Sonnenplaneten, sterile, helle Labore) negativ auswirken kann. Es ist für ihn nicht nur unangenehm, sondern potenziell schmerzhaft und desorientierend.
Latenter Nihilismus
Wenn alles fällt, auch die Lüge, was bleibt dann? In Tenebs Innerem lauert eine Leere, eine schleichende Versuchung zur Bedeutungslosigkeit. Wenn niemand mehr Recht hat, warum sollte er dann noch zurückschrecken?
Überhöhtes Selbstbild als „notwendige Konsequenz“
Seine Überzeugung, kein Monster zu sein, sondern ein Preis, lässt ihn blind werden für die moralische Grausamkeit seines eigenen Handelns. Rationalisierung wird zur Selbstlüge.
Überkompensation durch Kalkül
Aus Angst, verwundbar zu erscheinen, neigt er zur intellektuellen Übersteuerung. Er versteckt sich hinter Sprache, Masken, Plänen, aber das macht ihn zögerlich, wenn schnelle, instinktive Entscheidungen gefragt sind.
Verdrängte Feigheit
Teneb fürchtet offene Konfrontation. Nicht aus Mangel an Mut im klassischen Sinn, sondern weil er Verlust, Kontrollverlust und Gesichtsverlust zutiefst fürchtet. Seine ganze Rhetorik von Macht, Ordnung und Wahrheit ist auch ein Schutzschild gegen die lähmende Angst, erneut übersehen oder ausgelöscht zu werden.

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GEBURT IM SCHATTEN

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In den letzten Jahren des Großen Schattenrates von Umbara stand das Haus Dask loyal zur herrschenden Ordnung. Die Dask waren eine alte Linie von politischen Beratern, Informationsarchitekten und manipulativen Diplomaten auf Umbara. Sie verstanden sich daher weniger auf kriegerisches Handwerk sondern auf die Kunst des Strippenziehens als Experten der Wahrnehmungslenkung und Meister im Schattenkrieg der Eliten.
Schon als Kind lebte Teneb in einer Welt zwischen verschlossenen Türen und Flüstergesprächen. Er war ruhig, wachsam und unscheinbar, geradezu perfekt, um übersehen zu werden. So wurde er schon früh wurde zum stillen Assistenten seines älteren Bruders, dem strahlenden Erben und politischen Architekts des Hauses, Caligo Dask. Teneb liebte seinen Bruder. Er verehrte ihn, fast wie eine Vaterfigur als Ersatz für ihren eigenen distanzierten Vater. Teneb war als der zweitgeborene Sohn, ruhig, beobachtend und nicht für große Ämter vorgesehen. Er war gebildet, aber nicht bedeutend. Sein Vater betrachtete Teneb stets als zu weich, zu reflektierend, zu langsam, doch er sah in ihm etwas anderes: Einen leeren Raum, den man füllen konnte.

Teneb war zumindest von der Mutter, die viel zu früh eins mit der Macht wurde, geliebt, aber wirkte sich sonst nicht prägend auf sein Leben aus. Entscheidend war sein großer Bruder: Ein leidenschaftlicher Redner, der begann, in geheimen Zirkeln auf Umbara, gegen den Willen seines Vaters, eine Reformbewegung anzuführen. Diese Bewegung, getragen von jungen Akademikern, Archivaren und Analysten, strebte eine Neuausrichtung der umbaranischen Außenpolitik an: Eine Abkehr von Isolationismus, mehr Transparenz und eine Abrechnung mit der Korruption innerhalb des Schattenrates. Caligo war charismatisch, fähig und von einem unerschütterlichen Idealismus erfüllt. Doch anders als viele andere Familien, die nur auf Machterhalt zielten, hatte Caligo eine Vision: Umbara müsse sich verändern, transparenter, gerechter, offener werden. Der Rat sei verkrustet. Die alten Familien korrupt. Als Caligo begann, eine geheime Reformbewegung unter jungen Administratoren, Archivaren und Analysten aufzubauen, folgte der junge Teneb ihm blind. Er verschaffte Zugang zu Datenspeichern, half bei der Verschlüsselung der Kommunikation, sammelte brisante Protokolle. Er wurde zum Schatten seines Bruders. Bereit, alles zu tun, um Caligo zu helfen, obwohl er noch so jung war.

Dann geschah das Unvermeidliche. Die Bewegung wurde in einer einzigen Nacht zerschlagen. Es folgten fadenscheinige Verhaftungen, spurloses Verschwinden von Helfershelfern und brutale Exekutionen der Rädelsführer um Caligo. Das Haus Dask wurde öffentlich zerschlagen, ihrer Archive enteignet und somit ihrer Geschichte beraubt. Caligo selbst? Tot. Angeblich Selbstmord in einer Arrestzelle. Teneb wurde in den offiziellen Untersuchungen namentlich erwähnt, als untergeordneter Unterstützer, doch die Konsequenzen blieben mysteriöserweise aus. Es war alleridngs kein Zufall, sondern Kalkül. Ihr Vater, Noctan Dask, hatte persönlich bei den Verhören interveniert. Er tat dies nicht aus väterlicher Fürsorge, sondern aus dynastischem Instinkt, im Bewusstsein sein Vermächtnis zu retten. Ein vollständiger Fall des Hauses hätte, so seine Überlegung, das feine Netz aus Pakten und Seilschaften destabilisiert. Ein überlebender Dask, egal wie schwach, aber vor dem Schattenrat sauber, konnte als Kontrollfigur dienen. Ein Relikt, das der Öffentlichkeit suggerierte, die Linie sei gebrochen, doch nicht ausgelöscht. Teneb wurde somit nicht gerettet, eher konserviert und sollte dynastisches Kettenglied fortbestehen. Einem Schachstein gleich, den man nicht opfert, sondern behält um das Spiel der Schatten weiterzuspielen. „Ein Name braucht keinen Erben mit Stimme. Nur einen mit Atem.“ War ein Satz, der noch lange in Tenebs Kopf nachhallen sollte.


Nach der Zerschlagung des Hauses Dask zog sich Noctan zurück, offiziell in den Ruhestand. Inoffiziell blieb er in den Tiefen der umbaranischen Bürokratie aktiv, als „grauer Geist“ der alten Ordnung. Er beobachtete seinen Sohn aus der Distanz, ließ ihm gerade genug Ressourcen zum Überleben, aber nie genug, um aufzusteigen. Doch das Planspiel des Vaters ging nicht auf, ein verwundetes Raubtier wurde selbst zur Beute: Ein Urteil ohne Gerichtsverhandlung besiegelte das Schicksal des Hauses Dask auf Umbara. Was blieb, war ein kleiner, verstörter Rest der Familie: Reste von Bediensteten, entfernte Verwandte, und Noctan Dask selbst, der im Innersten dieser kalten Ruine noch immer plante. Die Familie wurde unter strikter Überwachung in ein Exilschiff gesetzt, keine würdige Auswanderung, sondern eine kontrollierte Verbannung. Der einst mächtige Name Dask wurde in den offiziellen umbaranischen Archiven zur Fußnote erklärt: „Zerschlagen durch interne Dissidenz und systemgefährdende Ideologie. Archive beschlagnahmt, Erbrecht aufgelöst.“
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Das Exil war kein Neuanfang, vielmehr der schrittweise Verfall in Zeitlupe. Noctan Dask baute eine kleine Anlage, ein Archiv aus Erinnerungsfragmenten, Rationen, Maschinen auf dem verkommenen Planeten Kijimi auf. Er tat so, als wäre es ein Neuanfang als Informations- und Kunstmakler. In Wahrheit war es aber ein Mausoleum, gebaut für die Geister seiner Vergangenheit und die Last der Erinnerung. Die restlichen Familienmitglieder zerbrachen: Einige wurden apathisch, andere desertierten, verschwanden oder nahmen sich das Leben. Teneb jedoch, damals kaum älter als zwanzig Standardjahre, beobachtete, schwieg und lernte. Die Tage verliefen in mechanischen Ritualen: Energieversorgung sichern, Filtration überprüfen, Kundenpflege. Die kalten Korridore der Unterkunft hallten einer Krypta gleich mit Stille. Der Alltag war geprägt von Desinteresse, die nicht mal in offene Feindschaft umschlug, als sei es dem Vater nicht wert als formender Antagonist seines Sohnes zu dienen. Noctan schien sich vorerst mit dieser Existenz zufrieden zu geben, in einem sterilen Refugium aus Ordnung und Vergangenheit zu leben.
Teneb jedoch veränderte sich still undspürbar. Er begann Fragen zu stellen. Er begann zu rechierchieren, las, was er rekonstruieren konnte und versuchte zu entschleiern, was andere verschleiert hatten. Er hackte sich in uralte Datenblöcke seines Vaters, analysierte Muster im politischen Säuberungsprozess und suchte nach Lücken in der Geschichte. Noctan ignorierte es, als wäre es belanglos. Bis zu dem Tag, an dem Teneb eine seiner alten, verschlüsselten Aufzeichnungen entschlüsselte: Ein Protokoll, das belegte, wie Noctan vor dem Rat nicht gegen Caligo intervenierte, sondern lediglich für die Erhaltung des Namens Dask ausdrücklich unter der Bedingung, dass Teneb gefügig bliebe, plädierte. Er sah seinen Vater am Abend, wie jeden Abend, in der Dämmerung beim gemeinsamen Mahl. Während Noctan Tee aus einem metallenen Becher trank und Protokolle las, konfrontierte ihn sein Spross, doch Noctan deflektierte, sodass der junge Slicer beschloss dieses Mausoleum den wandelnden Toten und Geistern der Vergangenheit zu überlassen und sich stattdessen für das Leben in der Galaxis entschied. Teneb suchte nicht mehr den Kontakt, doch die Präsenz seines Vaters blieb, immer als Schatten und drohendes Echo.

Nach der Flucht von Kijimi nutzte Teneb sein technisches Talent, um als Slicer zu überleben. Ein digitaler Informationsbrecher, jemand, der sich zwischen Datenflüsse schob, Archive umschrieb, Identitäten fälschte und verlorene Erinnerungen rekonstruierte oder manipulierte. In den Grenzregionen der Gesellschaft war ein Name wie „Dask“ wertlos aber ein fähiger Slicer war er wertvoll. Teneb wurde zum Gespenst in Netzen, zum stillen Operator in Transaktionsprotokollen, Archiveinträgen, orbitalen Kontrollsystemen und Vagabund zwischen den Sternen. Seine ersten Kontakte zur Macht zeigen sich als er einmal unter starkem Druck stand, zwang er einen potenziellen Klienten mit Worten zu einer Entscheidung und spürt dabei eine subtile Kraft. Später erkennt er, dass diese „Stimme“ oder Intuition nicht nur psychologisch ist, sondern der Anfang einer Verbindung zu einem äußeren Sog ist. Was dieser Sog war, verstand er nicht. Er konnte es nicht rational erklären und auch nicht gezielt steuern. Er versuchte es sich damit zu erklären, dass er wohl einfach eine besonders charismatische Aura habe.

Teneb Dask musste sich in dieser Zeit selber neu erfinden: Er verlor seine Sprache, seinen Ursprung, seine Welt und ersetzte sie mit Codierung, Täuschung und Kontrolle. Was andere als Machtspiel sahen, war für ihn Überlebensstrategie:
„Wenn ich nicht existiere, kann mich niemand benutzen. Wenn ich existiere, dann unter meinen Bedingungen.“

 
Zuletzt bearbeitet:
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PFAD IN DIE FINSTERNIS

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- I -

IM BANN DER SITH

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Auch ein Raubtier braucht zuweilen ein Rudel, sodass sich Teneb Dask einer Crew anschloss, die im Rahmen des "unsichtbaren Markts" ihren Zuverdienst mit Raubüberfällen, Einbrüchen und Diebstahl verdienten. Da waren Spoxx, die Twi'lek-Ingenieurin, Scythe, der Rodianer mit einem Hang zu Vibroklingen, Castor, der sullustanische Sprengmeister und Gorshk, der Gamorreaner fürs Grobe. Ein besonders lukratives Angebot verschlug die Gruppe um den Umbaraner nach Nkllon. Die Mary-Ann 42 war ein sterbender Koloss aus Metall und Routinen, ein Umschlagplatz für Rohstoffe und Industriegeheimnisse, der sich selbst längst überlebt hatte. Teneb bewegte sich darin, wie er es immer tat: Leise, registrierend, nie im Zentrum und doch nie abwesend. Die Mission war eigentlich recht simpel: Eindringen, die Systeme umgehen und den Tresor öffnen, den Inhalt entwenden und wieder extrahieren. Bonuspunkte gab es dadurch, dass bereits zwei Gruppen miteinander um die Mary-Ann 42 stritten, sodass sie als lachende Drite leichtes Spiel gehabt hätten. Der empfundene Vorteil zerbrach in einem einzigen Moment. Zu Beginn bewegte sich Teneb mit der kontrollierten Wachsamkeit eines Jägers durch die Station. Er analysierte Routen, Sicherheitsprotokolle, die Bewegungsmuster der primitiven Wartungsdroiden, die bei jeder Abweichung Alarm schlugen. Die Hitze der Anlage war allgegenwärtig, ein trockener, metallischer Geruch lag in der Luft, durchzogen vom Summen überlasteter Aggregate. Teneb beobachtete seine Mitstreiter ebenso aufmerksam wie die Umgebung. Er wusste: In einer Gruppe wie dieser war Loyalität kein Fundament, sondern ein temporärer Zustand.
Die Station wurde von einer Explosion erfasst und die internen Sicherheitssysteme waren über eine weitere Front an Eindringlingen informiert worden. Teneb und seine Crew mussten sich trennen, um ihre Mission nicht zu gefährden und dennoch die Beute zu bekommen, für die sie nach Nkllon gekommen waren.

Der Umbaraner war kein geborener Kämpfer und musste sich in den Gedärmen der alternden Station mit allerlei Sicherheitssystemen binärer Natur auseinandersetzen: Spinnendroiden, welche die Wartungsschächte nach den EIndringlingen durchsuchten, machten ihm das Leben deutlich schwerer, als es ihm lieb war. Dieses Eindringen blieb auch nicht lange unbemerkt, sodass die anderen kriminellen Elemente auf seine Crew aufmerksam wurden. Schließlich geriet der Slicer in das Fadenkreuz einer Ubese. Sie bewegte sich nicht wie eine Söldnerin, sondern wie ein Raubtier, das bereits wusste, wo seine Beute enden würde. In den Wartungsschächten wurde aus Teneb kein mit Zielwasser gesegneter Blasterschütze, sondern wieder das, was er immer gewesen war: Ein Überlebender durch Kalkül. Er leitete Signale um, spielte mit Zugriffscodes, manipulierte Sensordaten. Selbst als primitive Wartungsdroiden ihre Laserschneider ausfuhren, reagierte er nicht mit Panik, sondern mit Analyse. Störsignale. Umleitungen. Täuschung. Doch die Ubese ließ sich nicht täuschen. Sie blockierte Fluchtwege, zwang ihn tiefer in das labyrinthische Innere der Station. Die Hetzjagd lief auf ihr Finale zu: Das Büro des Stationsleiters. Dort hätte Teneb Zugriff auf alle Funktionen, die er benötigte um seiner Crew zu helfen und den Tresor zu öffnen. Dabei entdeckte der Slicer, dass die Trajektionslinie der Station durch die Explosion gestört worden war und er, ohne Zugriff auf die Systeme, zusehen musste wie er und die Mary-Ann 42 in den feurigen Boden von Nkllon abstürzen würden. Doch die Ubese verfolgte und stellte ihn erfolgreich im Büro bevor er etwas unternehmen konnte, um ihn zu befragen wer er sei und was er wolle. Der Umbaraner versuchte einen Deal mit ihr abzuschließen, der ihr Credits und ihnen die Beute geben würde, wofür sie hierher gekommen waren, doch bevor sie zu einem Ergebnis kommen sollten, trat die Person auf, die das Leben des bleichen Slicers für immer verändern solte.

Darth Sikarius trat nicht in die Szenerie, er überlagerte sie. Wo der Mörder von Gorshk erschien, verschoben sich die Gewichte. Teneb erinnerte sich nicht an einen konkreten Moment des ersten Blickkontakts. Er erinnerte sich an Druck. An das Gefühl, dass seine eigenen Gedanken plötzlich nicht mehr allein ihm gehörten. An das Miasma von etwas absolut Dunklem, was ihn zu verschlingen drohte. Der Umbaraner versuchte auch mit diesem einen Deal zu machen und versuchte ihn mit jener ominösen Gabe zu beeinflussen, die er immer mal wieder in verschiedenen Cantinas angewandt hatte. Sikarius indes erkannte darin einen Versuch die Macht anzuwenden, was Teneb Dask davor bewahrte von dem Sith getötet zu werden. Stattdessen hatte dieser, auch auf Raten seines Begleiters, des Suchdroiden UX-23, andere Pläne mit ihm: Er würde ihn zu einem Sith ausbilden. Doch bevor es soweit kommen konnte, wollte der Sith mit seinem neuen Spielzeug noch spielen, während Teneb immer wieder versuchte auf ihn einzureden, im Blick haltend, dass die Station ihrer aller Untergang entgegenflog. Doch das schien erschreckenderweise den Sith nicht zu interessieren.
Sikarius führte und Teneb folgte. Obwohl der Sith versuchte ihm klarzumachen, dass diese temporäre Geiselnahme zu seinem Nutzen war, da er ihn zu einem Sith ausbilden würde, war für Teneb nicht klar, was genau das heißen sollte. Er wurde erneut zu dem, zu was er so oft in seinem Leben bereits verdammt worden war: Zu einem Beobachter einer Präsenz, die sich nicht an Regeln hielt. Sie bewegten sich durch die bröckelnden Gänge der Station, vorbei an vibrierenden Energieleitungen und schwelenden Förderstrecken, während UX-23 wie ein schweigender Zeuge vor ihnen her glitt. Die Mary-Ann 42 atmete, ächzte und vibrierte, als wäre sie selbst ein Herz mit gebrochenem Takt. Sikarius verlangte von Teneb Dask, dass dieser einen seiner Begleiter, den Sprengmeister Castor, töten sollte.
Als sie ihn fanden, lag der Sullustaner nicht nur verwundet am Rand des kollabierenden Korridors, er lag zwischen zwei Möglichkeiten. Für Teneb war er mehr als ein Körper im Weg. Er war Erinnerung an die Mission, an Bündnisse und sogar etwas wie eine Art Familie, die er sich ausgesucht hatte. Doch in der Gegenwart Sikarius’ veränderte sich der Rahmen. Der Sith verlangte keinen Befehl, er wollte eine Positionierung an der Weggabelung seiner Existenz. Der Loyalitätsbeweis bestand nicht in Brutalität, sondern in Priorität, stellte der Sullustaner doch eine Kette seines vergangenen Lebens dar. Ihn zurückzulassen oder über ihn hinwegzugehen bedeutete, eine Linie zu ziehen. Sikarius wollte sehen, ob Teneb noch zögerte und ob alte Bindungen schwerer wogen als die neue Gravitation der Sith.
In diesem Moment sammelte sich etwas im Raum, das nicht von der brennenden Station herrührte. Es war keine sichtbare Finsternis, sondern Verdichtung. Die Luft schien enger, schwerer. Teneb spürte es wie einen Druck hinter den Augen, als würde eine unsichtbare Hand sein Zögern wiegen. Sikarius evozierte diese Dunkelheit nicht durch theatrale Geste, sondern durch stille Präsenz. Er ließ die Situation wachsen, bis sie moralisch nicht mehr lösbar, sondern nur noch richtungsweisend war. Teneb drückte den Blaster ab, filmte wie Sikarius befahl die gesamte Szenerie und sandte sie an die restliche Crew mit der Aufforderung ihn nicht zu suchen, womit Teneb Dask sein Schicksal besiegelte und seinen Pfad in die dunkle Seite der Macht begann.

Sikarius bewegte sich durch die Mary-Ann 42 wie eine Naturgewalt, die keinen Widerstand kennt. Teneb folgte nicht aus Loyalität, sondern aus purem Willen zu überleben. In der Nähe des Sith wurde deutlich, was Macht jenseits von Position oder Titel bedeutete. Tenebs Schwächen wurden durch gezielte Demontage offengelegt. Zweifel wurden nicht beantwortet, sondern verstärkt und in einer Szene, die sich unauslöschlich in sein Gedächtnis brannte, mit Castor als stummer Mahnung, begriff Teneb, wie wenig ein einzelnes Leben im größeren Gefüge wog.
Schließlich erreichten sie die Kantine. Dort, in dem weitläufigen Raum mit hoher Decke und primitiven Barrikaden aus zusammengeschobenen Tischen, zeigte sich Tenebs Fähigkeit zur Berechnung in all ihrer brutalen Klarheit: Er konnte ablenken, Aufmerksamkeit wie Datenströme umleiten und dem wahren Grauen die Handlungsmöglichkeit schaffen, die Sikarius brauchte um die Kantine in ein Blutbad zu verwandeln. Mit bloßen Händen riss Teneb eine Abdeckung ab, griff in Leitungsstränge, verband Körpereinsatz mit digitalem Instinkt und zwang die Gravitation, sich minimal zu verschieben. In jenem Augenblick war der Raum keinem allein mehr. Er war kontrolliert, gezähmt, und zwar nur für diesen flüchtigen Moment.
Nachdem sie in der Kantine Tatsachen geschaffen hatten und die verbliebenen Kriminellen der Black Sun mitsamt ihres verwundeten Kapitäns den Rückzug antraten, war es an der Zeit Nkllon zu verlassen. Doch bevor sie das Schiff besteigen konnten, hatte die Ubese erneut ihre Instinkte als Jägerin bewiesen. Sie lauerte dem Sith und seinem Schüler in spe auf und wollte Sikarius erpressen sie am nächsten Raumhaufen abzuladen. Doch ein Sith wie Darth Sikarius verhandelte nicht, sodass die Situation eskalierte und die Ubese in folge der Kampfhandlungen einen Arm verlor. Erneuet zwang der Sith seinen neuen Schüler ein Leben zu beenden, sodass es schließlich Teneb Dask war, der die Ubese tötete, um anschließend Nkllon in eine neue, ungewisse Zukunft zu verlassen.


- II -
SCHATTEN ÜBER ARTEK III

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Nach Nkllons Feuerhölle erreichte Teneb Dask gemeinsam mit Darth Sikarius und UX-23 den verregneten Verfall von Artek III. Törcsván wirkte auf den ersten Blick wie ein Gegenbild zu Lava, Schlacht und Rauch, doch das Dorf und die nahe Tempelruine trugen ihre eigene Fäulnis in sich. Die Bewohner begegneten Sikarius mit offener Angst und kaum verhohlener Feindseligkeit. Teneb erkannte hier zum ersten Mal, dass Herrschaft auch dort bestehen konnte, wo niemand liebte, niemand folgte und niemand wirklich glaubte. Es reichte, wenn alle fürchteten.
Im Pub „Bei Rousseaus“ erhielt Teneb ein Zimmer. UX-23 kündigte an, dass seine Ausbildung am nächsten Tag beginnen würde. Allein in der Kammer wusch Teneb den Schmutz Nkllons von seiner Haut, doch Schuld, Gewalt und Erinnerung blieben. Das Wort „Meister“, das er Sikarius gegenüber gebrauchte, erschien ihm wie ein erster Stein in einem Käfig, den er vielleicht selbst errichtete.

Am nächsten Tag begann Sikarius die Ausbildung im zerstörten Prachtgarten des alten Sith-Tempels. Zwischen gebrochenen Statuen, überwucherten Wegen und den Resten vergangener Größe erklärte er Teneb die Macht als entscheidende Trennlinie zwischen Sith und gewöhnlichen Wesen. Die erste Lektion galt dem Machtstoß. Teneb sollte einen steinernen Kopf bewegen, erst durch Konzentration, dann durch Hass, Abscheu und Angst. Sikarius demütigte ihn, verletzte ihn und drohte, andernfalls einen Dörfler erschießen zu lassen. Teneb erzielte schließlich erste rohe Erfolge und begriff verstört, dass Hass tatsächlich wirkte. Als Sikarius ihn später allein beim Tempel zurückließ, zog die Ruine Teneb immer tiefer in ihren Bann. Der Ort schien zu lauern, zu flüstern, zu locken. Er versprach Macht, verschwieg jedoch den Preis. Teneb fragte sich, ob gerade diese Ruine ihm eines Tages helfen könnte, Sikarius zu überwinden. UX-23 erkannte die Gefahr und machte sich auf die Suche nach ihm. Währenddessen übte Teneb weiter, tastete sich an Levitation und Machtgriff heran und begann die Macht als Spiegel, Werkzeug und Widerstand zugleich zu verstehen. In den folgenden Gesprächen rückte der Sith-Kodex ins Zentrum. UX-23 rezitierte ihn, nachdem Sikarius den genauen Wortlaut nur bruchstückhaft beherrscht hatte. Teneb beschäftigte sich mit Sieg, Ketten, Freiheit und Macht. Für ihn wurde entscheidend, ob Sieg bloße Überlegenheit meinte oder die Befreiung von Abhängigkeiten. Zugleich sah er den Widerspruch in Sikarius selbst: Sein Meister predigte Freiheit, stand aber unter Beobachtung und Kontrolle. Sikarius erklärte den Kodex als Weg, den man auch mit Ketten an den Handgelenken beschreiten könne. Teneb nahm diese Deutung auf, angezogen und beunruhigt zugleich.
Nach zwei Tagen eigenständiger Übungen zeigten sich erste Fortschritte. Teneb trainierte Machtstoß, Levitation und Machtgriff an Steinen und Früchten. UX-23 drängte ihn zu Kontrolle, Präzision und Feinmotorik. Die Macht erschien Teneb zunehmend als etwas, das berührte, griff, prüfte und Widerstand leistete. Auch sein Verhältnis zu den Dorfbewohnern veränderte sich. In ihren Blicken gehörte er bereits zu Sikarius’ Schatten. Als sein Meister zurückkehrte, berichtete Teneb ruhig von seinen Fortschritten. Seine Unterwürfigkeit war leiser geworden.
Darauf folgte die Schulung des Machtsinns. Sikarius ließ ihn im Pub Präsenzen wahrnehmen, Dorfbewohner verfolgen und Muster voneinander unterscheiden. Teneb erlebte Lebewesen als Lichter und Fäden in einem unsichtbaren Geflecht. Die neue Wahrnehmung erschöpfte ihn, öffnete ihm aber eine tiefere Schicht der Welt. Als Sikarius schließlich seine eigene Aura enthüllte, spürte Teneb etwas Verdorbenes, Schweres, von Tötungen Durchtränktes. Zugleich erkannte er einen Moment echter Schwäche. Sikarius war verwundbarer, als seine Grausamkeit glauben machte.

UX-23 brachte eines Tages eine Broschüre über Lichtschwertformen ins Spiel und kündigte die Ankunft eines Schwertmeisters von Bastion an. Teneb studierte Shii-Cho, Makashi, Soresu, Ataru, Form V, Niman und Juyo. Besonders Juyo zog ihn an: eine Form, die Spannung, Zorn und Grenznähe nutzte. UX-23 warnte vor dem Risiko, doch Teneb hielt an seiner Wahl fest. Er wollte die Grenze des Kontrollverlusts kennen, bevor sie ihn überraschte. Mit Pai Lai, einer Parwanerin und Jüngerin Darth Baobhans, erreichte schließlich eine neue Lehrmeisterin Artek III. Ihre fremdartige Erscheinung, ihre Ruhe und ihre Präzision faszinierten Teneb. Sikarius begegnete ihr mit Verachtung. In einem kurzen Schlagabtausch demonstrierte Pai Lai jedoch ihre Überlegenheit und entzauberte Sikarius vor den Augen seines Schülers. Teneb erkannte, dass die Dominanz seines Meisters Risse hatte und dass Demütigung Tyrannen gefährlich machte. Pai Lai begann, ihm erste Juyo-Katas beizubringen, und eröffnete ihm einen strukturierteren Zugang zum Lichtschwertkampf.

Sikarius reagierte auf diese Kränkung auf seine Weise. Er vertiefte Tenebs Training im Machtgriff und schickte ihn anschließend mit der Velvet Talon nach Zygerria, um einen Kampfsklaven zu kaufen. Auf dem Flug dachte Teneb ernsthaft über Flucht nach. Auf Zygerria begegnete er jedoch einer Welt, in der Herrschaft, Besitz und Ohnmacht offen gehandelt wurden. Die Sklavenmärkte zeigten ihm eine Ordnung, in der Ketten keine Metapher mehr waren. Er kehrte mit dem Kyuzo-Gladiator Peska Khalo nach Artek III zurück. Die erwartete Strafe blieb aus. Sikarius wertete Tenebs Rückkehr als entscheidenden Schritt und machte Peska zu seinem Sparringspartner. Dem Kyuzo wurde Freiheit in Aussicht gestellt, falls Teneb seine Ausbildung abschloss, ohne ihn zu besiegen oder falls Teneb starb beziehungsweise als untauglich galt. Damit wurde Peska zugleich Werkzeug, Gefahr und lebende Frist. Aus Training wurde ein tödlicher Vertrag.

In den folgenden Wochen wurde Teneb weiter geformt. Sikarius lehrte ihn Machtsprung, das Abfedern von Stürzen und perfektionierte Körperbeherrschung. In der Bucht unterhalb der Tempelklippe würgte er Teneb, stieß ihn über den Rand und zwang ihn, den Fall mit der Macht zu brechen. Danach musste Teneb einen glitschigen Hindernisparcours bewältigen, scheiterte, verletzte sich und begann, Schmerz als Brennstoff zu nutzen. Der Körper wurde zum Material, das unter Druck neu gehärtet wurde. Parallel kämpfte Teneb immer wieder gegen Peska Khalo. Die Duelle waren brutal, zäh und demütigend. Peska blieb ruhig, überlegen und erschreckend ausdauernd. Teneb verlor häufig, setzte aber zunehmend Machtfähigkeiten, Finten und schmutzige Manöver ein. Er lernte, dass Fairness in einem ungleichen Kampf keinen Wert besaß. Zugleich erkannte er, dass jede Niederlage eine Spur hinterließ, aus der sich etwas gewinnen ließ: Technik, Geduld, Härte, Überleben.


- III -
DER AMBOSS DER DUNKLEN SEITE DER MACHT

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Tenebs Ausbildung erreichte eine neue Schwelle, als er Sikarius zum ersten Mal in einem wirklichen offenen Duell gegenüberstand. Anfangs schien es, als könne er den Rhythmus seines Meisters zumindest kurz aufnehmen, doch Sikarius offenbarte rasch den Abstand zwischen ihnen: Er beschleunigte, brach Tenebs Verteidigung, nutzte seinen Kortosissporn und trat gezielt gegen Tenebs gerade erst verheilte Verletzung. Danach ließ er ihn an der Bucht zurück. Teneb musste sich bei Regen, Tang, Schmerz und steigender Erschöpfung die Klippe hinaufarbeiten, lehnte UX-23s Unterstützung ab und brach schließlich im Pub zusammen.

In der folgenden Ohnmacht verband sich Sikarius’ Spott mit alten umbaranischen Wunden. Teneb träumte von seinem Vater Noctan Dask, von Caligos Schatten und von der immer gleichen Erfahrung, nur als minderwertiger Rest eines besseren Sohnes wahrgenommen zu werden. Das Gesicht des Vaters verwandelte sich im Traum in Sikarius, wodurch sich familiäre Kränkung und aktuelle Erniedrigung ineinander schoben. Aus diesem Traum riss ihn Peska Khalo: Der Kyuzo versuchte, ihn im Schlaf zu töten. Teneb überlebte nur durch einen instinktiven Machtausbruch, ein brutales Gerangel und einen tierhaften Biss in Peskas Schulter. Danach verbarrikadierte er sein Zimmer und begriff endgültig, dass es auf Artek III keinen sicheren Raum mehr gab. Sikarius führte Teneb anschließend in die Abwehr fremder Machtangriffe ein. Teneb musste lernen, einen Machtstoß nicht nur zu erzeugen, sondern umzuleiten oder aufzulösen, und wurde danach von Sikarius mit einem Machtgriff an der Kehle attackiert. Unter Atemnot begriff er, dass auch ein unsichtbarer Angriff eine Richtung, einen Ansatzpunkt und eine Linie besaß, die man lesen und verschieben konnte. Kurz darauf folgte die Lektion der Voraussicht: Sikarius fesselte und blendete ihn, beschoss ihn mit niedrigenergetischen Blasterbolzen und zwang ihn, die Warnungen der Macht aus dem Chaos von Geräuschen, Angst und Schmerz herauszufiltern.

Über mehrere Wochen vertiefte sich Tenebs Ausbildung in härtere, kleinteiligere Formen. Er schwieg Sikarius gegenüber zunehmend bewusst an, da er seinen Namen und damit einen letzten Rest Selbstbestimmung nicht einfach preisgeben wollte. Zugleich lernte er, Levitation, Machtgriff, Machtsinn, Kampfinstinkt und körperliche Kontrolle stärker miteinander zu verbinden. Fortschritt und Demütigung blieben untrennbar: Jeder gelungene Schritt wurde von Sikarius mit Spott, Schlägen oder neuen Prüfungen beantwortet. Tenebs Hass wurde dadurch weniger ein einzelner Ausbruch als ein dauerhafter innerer Betriebszustand. Der Konflikt mit Peska eskalierte schließlich endgültig. In einem Übungskampf im nebligen Prachtgarten gelang es Teneb erstmals, den Kyuzo wirklich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Er kombinierte Juyo-Aggression, Machtstöße, Levitation und gezielte Störungen von Peskas Klinge. Aus einem Trainingskampf wurde ein existenzielles Duell, in dem beide jede Begrenzung verloren. Teneb schlug Peska nieder, hörte nach dem Sieg jedoch nicht auf und tötete ihn in einem blutigen Rasereiausbruch, der weniger dem Kyuzo allein galt als allen Demütigungen, die Artek III in ihm aufgestaut hatte.
Sikarius nutzte diesen Mord sofort als nächste Lektion. Er forderte Teneb auf, seine Rage nicht zu verbergen, sondern gegen ihn selbst zu richten. Teneb griff Sikarius in einem Zustand fast vollständiger Enthemmung an, schrie ihm schließlich entgegen, dass dieser nicht einmal seinen Namen kenne, und verletzte ihn im Kampf tatsächlich. Am folgenden Morgen erklärte Sikarius ihm den Preis dieser Rage: Die Dunkle Seite könne den Körper und den Willen verbrennen, wenn man ihr nur blind folge. Daraus entstand Tenebs nächste Lektion: Machtmut als Technik, Hass nicht auszulöschen, sondern anzuleinen. Teneb begriff, dass Sith-Sein nicht bloß Zorn verlangte, sondern die Fähigkeit, diesen Zorn zu führen, ohne selbst von ihm geführt zu werden.

Danach verschärfte sich die Bedrohung durch den Nebel und den Tempel. Teneb übte in seinem Zimmer Machtgriff, Machtsinn und Selbstkontrolle, schlief ein und wurde von einer Gestalt geweckt, die wie Sikarius aussah. Weil auch UX-23 scheinbar nicht alarmiert reagierte, folgte Teneb dieser Erscheinung durch Törcsván in Richtung Tempel. Obwohl ihm die Situation falsch vorkam, ging er weiter, weil die Täuschung ihm etwas versprach, das stärker wirkte als Vernunft: Macht. Im Tempel führte die Entität Teneb immer tiefer in die Ruine, durch restaurierte Prunkreste, Kampfarenen, Bestienkäfige und schließlich in ein enges, verwesendes Nest. Dort fand Teneb ein echtes Lichtschwert: eine blaue Klinge, verbunden mit dem Abdruck eines ausgelöschten, jungen Lebens. Die Entität stellte das Schwert als Geschenk dar und griff genau jene Leere in Teneb an, die Artek III, Sikarius und die Ausbildung in ihm geschaffen hatten. Sie versprach ihm Bedeutung, Fülle und ein Ende seines inneren Ausgehöhltseins. Sikarius und UX-23 drangen in den Tempel ein, um Teneb zu finden. Dabei wurde auch Sikarius selbst von den Schatten des Ortes angegriffen: Trugbilder aus seiner eigenen Vergangenheit stellten ihn als „Würger“ und „Denker“ bloß, reizten seine Mordlust und zielten auf Teneb als mögliches Opfer. Sikarius wehrte diese inneren Gestalten ab und fand Teneb schließlich im Nest mit Kal Fraans blauem Lichtschwert in der Hand. Ausgerechnet Sikarius warnte ihn nun, der Tempel werde ihn verschlingen und zu seinem Sklaven machen.Teneb stand daraufhin zwischen drei Zugriffen: der Verführung des Tempels, Sikarius’ brutaler Besitzlogik und UX-23s kalter Kontrolle. In einem extremen Akt der Selbstbehauptung verweigerte er allen dreien den Anspruch auf sich. Er hielt das Lichtschwert gegen sich selbst, weniger aus Todessehnsucht als aus der radikalen Weigerung, sich einem fremden Willen zu überlassen. Dann bündelte er Hass, Stolz und Überlebenswillen, stieß die Entität zurück und formulierte den entscheidenden Satz: Er habe seine Ketten selbst zerrissen. In einem inneren Gegenangriff stellte er der Entität sein eigenes Gesetz entgegen und vertrieb sie schließlich aus seinem Geist.

Direkt nach diesem Sieg blieb keine Zeit zur Verarbeitung. Draußen griffen hunderte Zuguruk-Nomaden an. Die Dorfbewohner hatten ihre Angst und ihren Hass offenbar in eine größere Gewalt ausgelagert, um die Sith und den Tempel loszuwerden. Teneb verstand die Logik dieses Verrats sogar: Wer ein größeres Raubtier nicht allein besiegen konnte, musste viele kleinere zusammentreiben. Gemeinsam mit Sikarius suchte er Deckung, nutzte Machtstöße gegen Schlamm, Reiter und Schützen und half, die Formation der Angreifer aufzubrechen. Auf der Flucht zur Fury führte Teneb zum ersten Mal das echte blaue Lichtschwert als Waffe. Er parierte Blasterfeuer, verletzte sich dabei selbst am Oberschenkel und tötete beziehungsweise verstümmelte mehrere angreifende Nomaden. Das echte Lichtschwert offenbarte sich ihm als etwas vollkommen anderes als das Trainingsgerät: nicht nur Werkzeug, sondern Verheißung und Vernichtung zugleich. Während Sikarius den Rückzug deckte, erreichte Teneb die Rampe des Shuttles.

Der Abschluss auf Artek III war eine Flucht unter Feuer. Von der Fury aus eröffneten Sikarius und Teneb das Feuer auf Dorf, Nomaden und Angreifer. Teneb saß im Geschützturm, sah die Straßen und Gesichter unter sich, die ihm mittlerweile vertraut waren, und spürte zum ersten Mal seit Langem eine scharfe, unangenehme Reue. Trotzdem drückte er ab. Ob seine ungenauen Treffer Zufall, Zögern, Verletzung oder ein letzter menschlicher Rest waren, wusste er nicht. Die Fury stieg in den Orbit, Artek III verschwand unter Wolken, Rauch und Entfernung, doch Teneb nahm etwas von diesem Ort mit: Schuld, ein echtes Lichtschwert, eine neue Form von Selbstbehauptung und die bittere Gewissheit, dass auch seine eigenen Entscheidungen Spuren hinterließen, die sich nicht mehr aus ihm lösen ließen.
 
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DISZIPLINEN DER MACHT & KLINGENFÜHRUNG
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LEGENDE
0 = ungelernt
1 = gering
2 = passabel
3 = routiniert
4 = eindrucksvoll
5 = meisterhaft
6 = legendär

GRUNDFERTIGKEITEN
  • Levitation: 2
  • Machtsinne: 3
  • Machtstoß: 3
  • Geschwindigkeit: 2
  • Machtangriffe abwehren: 2
  • Machtmut: 2
  • Machtsprung: 2
AKTIVE MACHTFERTIGKEITEN / KAMPFFERTIGKEITEN
  • Machtgriff: 2
  • Crucitorn (Perfektionierte Körperbeherrschung): 2
  • Machtschrei: 1
  • Rage: 1
  • Energie absorbieren: 0
  • Machtbruch: 0
  • Droiden ausschalten: 0
  • Lichtschwertwurf: 0
  • Malacia (Lähmung): 0

PASSVE MACHTFERTIGKEITEN /GEISTIGE FERTIGKEITEN
  • Gedankentrick: 2
  • Atemkontrolle: 0
  • Empathie: 0
  • Gedankenverschmelzung: 0
  • Geistige Abschirmung: 0
  • Telepathie: 0
  • Tiefschlaftrance: 0
  • Verschleierung: 0
  • Voraussicht: 0
  • Bestientrick: 0
  • Empfindungen weiterleiten: 0
  • Erinnerungen verfälschen: 0
  • Heilen: 0
  • Illusionen erzeugen: 0
  • Perfektioniertes Navigieren: 0
  • Psychometrie: 0
  • Technische Intuition: 0
  • Visionen: 0
  • Wachstumsschub: 0
FORTGESCHRITTENE TECHNIKEN

  • Bruchpunkt: 0
  • Materie manipulieren: 0
  • Wasserbeherrschung: 0
  • Energiebündelung: 0
  • Essenz transferieren: 0
  • Gedankenkontrolle: 0
  • Kampfmeditation: 0
  • Lebensentzug: 0
  • Machtblendung: 0
  • Machtblitze: 0
  • Machtsturm: 0
  • Machtangriffe absorbieren: 0
  • Manipulation des Geistes: 0
  • Morichro: 0
  • Reflektieren: 0
  • Zermalmen: 0
LICHTSCHWERTFORMEN
  • Form VII - Juyo (Vaapad): 2

  • Form I - Shii-Cho: 0
  • Form II - Makashi: 0
  • Form III - Soresu: 0
  • Form IV - Ataru: 0
  • Form V - Shien / Djem So: 0
  • Form VI - Niman: 0
 
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