Thyferra (Polith-System)

[: Polith-System | Thyferra | Xozhixi :||: luxuriöses Villenviertel | Herrenvilla | Treppenhaus :||: Horatio Kraym und der Gastgeber :]

Der Gastgeber, ein thyferrianischer Ex-Brigadier der CompForce, führte seinen adligen Gast gezielt durch das Erdgeschoss über eine Treppe aus teurem, heimischen Tropenholz in den ersten Stock, wo er offensichtlich sein „Herrenzimmer“ hatte. Höchstwahrscheinlich zogen sich Ravine und eine sehr kleine Auswahl an Gästen hierhin zurück, wenn delikate Sachen zu besprechen waren. Demzufolge stellte sich für den planetaren Verwalter nun eine Frage: Sollte er sich geehrt fühlen? Oder wurde er gleich irgendwelchen Raubtieren zum Fraß vorgeworfen? Noch im Gehen fühlte er beiläufig mit der rechten Hand nach seinem Kragen. Eine leichte Nässe war zu spüren. Jedoch schob es Horatio eher auf die hohen Temperaturen, denen er bei dem kurzen Gang vom Gleiter zum Portal der edlen Villa ausgesetzt war, als auf eine verborgenen Keim an Nervosität. Trotzdem konzentrierte er sich für die nächsten Minuten auf seine Atmung.

Letztendlich landete Horatio in einem kleineren Salon mit schöner, heller Fensterfront. Sieben oder acht Lehnsessel, die allesamt mit sehr dunklem, hochklassigem Nerfleder überzpgen waren, standen im Raum. Zudem fand man beim Eintreten eine beachtliche Holo-Bibliothek, eine Minibar und eine Kommode, wo unter anderem exotische Zigarren verstaut waren, vor. Obwohl der adlige Governor natürlich eine professionelle Abneigung vorschob, konnte er selbst in dieser Haltung beim Eintreten spüren, dass hier schon einige Entscheidungen von politischem Gewicht getroffen worden waren. Ja, hier geschah die allseits gehasste Hinterzimmerpolitik für Xozhixi – oder gar ganz Thyferra. Neben Premier Dimodan, der schon selbstgefällig in einem Sessel saß und ein Kristallglas betrachtete, und Prefect Hart, der zurückhaltend aus dem Fenster sah, war auch der Kurzhaar-Kerl der KOMENOR anwesend. Grimmig nickte er dem Verwalter zu.

Noch immer mit einem Lächeln auf den Lippen sagte Dimodan:
„Dann sind wir ja nun vollzählig.“

„Mister
Kraym, man sagte mir, dass Sie corellianischen Whiskey mögen“, richtete dann auf einmal der kahlköpfige Gastgeber das Wort an den Verwalter. „Leider habe ich seit dem tragischen Verlust des Systems keinen Tropfen mehr im Haus. Hätte sich diese störrische Brut etwas loyaler zur Neuen Ordnung verhalten, wären die 'Fünf Brüder' – und natürlich der komplette Sektor – längst wieder in unserer Hand … und ich hätte wieder einen edlen Tropfen da.“ Ravine lächelte kühl. „So kann ich Ihnen bloß einen Kuati-Bourbon anbieten. Selbst der Kuat von Kuat soll eine Flasche vom selben Jahrgang haben.“

Die restliche Herrenrunde lachte kurz, während der Ex-Brigadier rasch zwei Gläser einschenkte und Horatio anschließend einen leeren Sessel anbot. Schweigend ließ er sich sogleich nieder, lehnte sich zurück, überschlug die Beine und betrachtete – genau wie der tyhferrianische Premier kurz zuvor – den bernsteinfarbenen Inhalt. Kannte man ihn etwa tatsächlich so gut? Welche Informationen hatten diese Leute noch über ihn? Für einen flüchtigen Augenblick fühlte er sich an Umbara erinnert als er gemeinsam mit Alkarin Scarwai in einem gepanzerten Gleiter saß. Er unterdrückte die unwillkürlich aufsteigende Abwehrhaltung. Wollte er diese Herrenrunde nicht auch noch zum Feind haben, durfte er ihnen gegenüber nicht ablehnend auftreten. Kurz nippte er an dem Drink, ließ einen Moment lang das Aroma in seinem Mund und schluckte dann bedächtig.

„Ein guter Tropfen; ein wirklich guter Tropfen“, gestand Horatio und lehnte die Hand in aller Ruhe auf die gepolsterte Armlehne. „Kuats High Society scheint wahrlich Geschmack zu haben.“ Er ließ einen Herzschlag verstreichen, dann fuhr er – auf einmal mit gewohnt professionellen Tonfall – fort: „Jedoch sind wir bestimmt nicht hier, um kuatische Köstlichkeiten zu probieren.“

Ravine schmunzelte und zündete sich beiläufig eine Zigarre an. „Nein, Governor, für solche Dinge habe ich Sie tatsächlich nicht hierher geholt.“ Er stieß einen blauen Schwall in die Luft. „Schon seit einer ganzen Weile verfolge ich Ihre medialen Auftritte … und ob Sie es glauben oder nicht, es gibt einen Punkt in der unsere Meinung gleich ist.“

„Wirklich?“, fragte Thyferras planetarer Verwalter nach. „Und wo ist der Schnittpunkt?“

Erneut zog der Ex-Brigadier an der Zigarre. „Jeder hier im Raum teilt Ihre Vorsicht vor dem Militär. In den Medien mögen Sie zwar Tag für Tag als die Schützer der Neuen Ordnung gepriesen werden, aber es sind andere Kräfte, die diese Arbeit in Wahrheit erledigen. In Ihrer Rede auf Bacrana haben Sie die Ranger und planetaren Sicherheitskräfte erwähnt. Mein Blick ist selbstverständlich mehr auf meine Truppe gerichtet … Die CompForce.“

Und da kündigte sich schon der befürchtete Pakt mit der KOMENOR an. Während im ein eiskalter Schauder über den Rücken lief, spitzte Horatio trotzdem zur gleichen Zeit die Ohren. Irgendwie war die Neugier in ihm geweckt. Bislang hatte er nämlich noch keinen richtigen Verbündeten zu diesem Thema gefunden. Insbesondere das unerwartete Vorsetzen der neuen stellvertretenden Statthalterin, Lieutenant Governor Cain, hatte diesbezüglich einen faden Beigeschmack gehabt. Glücklicherweise hatte sie ihre Sympathie gegenüber den Streitkräften bisher nur in einer einzigen Besprechung kund getan. Doch währte dieser Zustand nicht ewig. Irgendwann würde selbstverständlich der Angriff aus dem Hinterhalt erfolgen. Somit musste er sich für die Zukunft wappnen. Ja, in diesem Moment kam ihm tatsächlich das Gefühl, dass er eigentlich in einer Zwangslage war. Sein Blick haftete weiterhin auf dem Gastgeber.

Statt Ravine ergriff nun Dimodan wieder das Wort.
„Dieser Herrenrunde liegt das Wohl der Neuen Ordnung am Herzen. Obwohl wir nun wahrhaftig in Friedenszeiten leben, scheinen uns stürmische Zeiten bevor zu stehen. Es rumort im Imperium – das dürften Sie aus dem HoloNet erfahren haben. Und Thyferra hat deswegen – genau wie andere Planeten – Vorkehrungen zu treffen.“ Der dickliche Premierminister gönnte sich lächelnd einen kleinen Schluck. „Sie haben vorhin ja selbst gehört wie groß hier der Wunsch nach einer loyalen, jungen Generation ist. Deshalb möchte die Familie Ravine einen neuen Weg bestreiten; gewissermaßen ein solides Fundament für Thyferra legen.“

„Möchten Sie mich weiter auf die Folter spannen?“, fragte der Governor, spielte ein wenig mit dem Bourbon und musterte den thyferrianischen Lokalpolitiker. „Mir ist die Zukunft der hiesigen Jugend ebenso wichtig wie Ihnen. Jedoch verstehe ich leider noch immer nicht, was nun genau meine Rolle in diesem Spiel ist. Also?“

Er nahm noch einen Schluck. Eine loyale, junge Generation? Unweigerlich kam er ins Grübeln. Die Konversation, die er hier in dieser Runde führte, brachte ihm im Moment offenkundig mehr Rätsel als er gerade Antworten erhielt. Mehr und mehr stellte er den gesamten Termin in Frage. Dabei fiel es ihm mit jeder weiteren Minute schwerer seine äußerliche Ruhe zu bewahren. Hatte er bisher eher Coruscant für eine Schlangengrube gehalten, der er lebend entronnen war, so schien sich allmählich Thyferra als genauso gefährlich herauszustellen. Es war offenbar längst nicht mehr nur der Kampf „Er gegen Olan Semur“, sondern in den letzten Wochen und Monaten hatte sich ein kompliziertes Geflecht aus Beziehungen gebildet. Der Verwalter genehmigt sich noch einen Schluck und leerte so letztendlich das Glas mit kuatischem Bourbon.

Der Ex-Brigadier übernahm wieder die Führung.
„Es geht uns um eine Lehranstalt, die allein unter der Führung der KOMENOR steht. Kein Einmischen der lokalen Schulbehörde, noch eine Aufsicht durch planetare Sicherheitskräfte oder das Militär. Die Leitung der hiesigen SubAdult-Gruppe wird sich der Sache komplett annehmen...“

„Doch zur anfänglichen Finanzierung und natürlich späteren Unterhaltung benötigt man für dieses Projekt noch eine größere Summe an Credits“
, sprang der Premier an der delikaten Stelle sofort ein. „Einen Teil kann man aus dem Haushalt zahlen. Das Parlament habe ich diesbezüglich schon in der Tasche. Nur der Rest muss auf andere Weise aufgetrieben werden...“

Bevor der Gastgeber wieder übernehmen konnte, ergriff Horatio die Gelegenheit. „Und da soll nun die Verwaltung einspringen?“

„Es gibt nicht nur die Bel-Familie, die hier auf Thyferra Gewicht hat“, entgegnete Dimodan und er grinste erneut.

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[Jaso-Sektor, Polith-System, Thyferra, Xucphra City, Xucphra City Grav-Ball-Stadion, Ehrentribüne]- Aviendha, Nylar, Carel Jace, Zayne Cherrick, Balon Mirades, weitere Ehrengäste

Aviendhas Kenntnisse des Gravballs reichten immerhin aus, um zu bestimmen, dass das Spiel zwischen dem thyferranischen Team und seinen Widersachern von Fondor äußerst knapp und umkämpft war – eine Spannung lastete über dem Stadion, der auch sie selbst sich schwer entziehen konnte, kaum dass ihre Erleichterung darüber, dass der erste Wurf nicht zu einer abgrundtiefen Peinlichkeit geworden war, sich ein wenig gelegt hatte. Schließlich hatte sie durchaus Gründe dafür, parteiisch zu sein – sie war immerhin die stellvertretende imperiale Statthalterin auf Thyferra und umgeben von zahlreichen Persönlichkeiten, deren Gewogenheit sicher nicht schaden konnten und die vermutlich positiver auf sie reagieren würden, wenn sie sichtbare Sympathie für das Heimteam zeigte. Sich dazu durchringen, bei jeder gelungenen Aktion der Titans in Applaus oder gar Jubel auszubrechen und jede knappe Aktion mit einem Stöhnen zu kommentieren, konnte sie dann allerdings doch nicht. Auch, als einer der Spieler mit dem Imperial Bacta-Logo auf der Brust nach einem rüden Einsteigen eines Gegners hart zu Boden ging, stand sie nicht kurz vor einem Herzinfarkt wie Carel Jace neben ihr, dessen eleganter Anzug bei all seiner Aufregung bedrohlich spannte.

„Haben Sie das gesehen, Vizegouverneurin?“, ereiferte sich der Sportbeauftragte.

„Und dieser Bastard kriegt nur drei Minuten Auszeit… das haben wir davon, uns einen Schiedsrichter von Yaga Minor zu holen…“

Aviendha beließ es bei einem höflichen Lächeln, was angemessen erschien – vermutlich hatte Jace nicht einmal mit einer detaillierten Antwort gerechnet. Ein Blick auf das Chrono neben dem Punktestand verriet ihr derweil, dass die letzten Minuten des dritten Viertels liefen und es somit nicht mehr lange dauern würde, bis das Spiel auf die eine oder andere Art endete – Unentschieden waren im Gravball selbst bei gleich starken Teams aufgrund der raschen Abfolge, in der Punkte erzielt wurden, selten, wenn nicht gar unmöglich.

Erst, als der vom Sportbeauftragten der thyferranischen Regierung so geschmähte Referee mit einem durchdringenden Pfeifen das Ende des Viertels verkündet hatte, bemerkte die Vizegouverneurin beim Blick über die Tribüne, dass Nylar von ihrem Sitz etwas abseits der „Hauptehrengäste“ verschwunden war – allerdings nur kurz, da die Chiss wenig später zurückkehrte, mit zwei dampfenden Bechern Kaf in der Hand. Aviendha nickte dankbar, als die blauhäutige Präfektin ihr einen der Becher reichte.

„Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, Vizegouverneurin, aber ich brauchte was zum Aufputschen, um hier nicht einzuschlafen.“

Aviendha bemühte sich, ein Schmunzeln zu verbergen – insbesondere wegen des indignierten Blicks, den Jace Nylar zuwarf, als diese sich zu ihrem angestammten Sitz zurückarbeitete – und genehmigte sich einen Schluck der angenehm heißen und belebenden Flüssigkeit. Seltsamerweise ließ sie der Geschmack des Kafs kurz an ihre Vorliebe für Tee denken und die letzte Gelegenheit, in der sie dieser hatte frönen können – das war auf der Brücke der Volcanic gewesen, eines Schiffes, das vermutlich in diesem Moment einmal mehr den yevethanischen Horden trotzte. Und währenddessen verfolgte sie den Ausgang eines im galaktischen Maßstab vollkommen belanglosen Gravballspiels.

Der Schiedsrichter läutete das letzte Viertel ein und die stellvertretende Statthalterin verdrängte diesen Gedanken. Das Schicksal, die Macht oder einfach die perversen Kräfte des Zufalls hatten ihr eine andere Aufgabe zugedacht als Leuten wie West und Aaronson – es blieb ihr nichts anderes übrig, als diese nach bestem Wissen zu erfüllen.

Das Spiel – so viel konnte Aviendha erkennen – wurde in den letzten Zügen härter. Höhepunkt der giftigeren Gangart der Spieler wurde eine fast schon erschreckende Szene, in der einer der besseren Protagonisten der Gäste von Fondor so hart zu Boden ging, dass er nicht wieder aufstand. Während zwei menschliche Betreuer auf das Spielfeld eilten und den Spieler mittels einer Repulsorbahre zu einem am Rand wartenden Medidroiden trugen, setzte der Schiedsrichter das Spiel ohne Ahndung der Attacke auf das Opfer fort – für ein paar wertvolle Minuten waren die Furies in Unterzahl, ehe Ersatz eingewechselt werden durfte, der ebenfalls keine Akzente setzen konnte. Bei dem verletzten Spieler hatte es sich um den Topscorer der Gäste gehandelt, diesen Verlust zu kompensieren fiel sichtlich schwer. Als das Spiel abgepfiffen wurde, explodierte das Stadion in einer Kakophonie aus Jubel: die Titans hatten dank des letzten Viertels und ihrer härteren Gangart letztendlich deutlich gewonnen.

„Ein guter Einstieg in die Playoffs“, kommentierte Jace neben ihr zufrieden.

„Sie scheinen recht gut als Glücksbringerin zu taugen, wenn ich mir diese Bemerkung gestatten darf, Vizegouverneurin.“

Aviendha verkniff sich eine Erwiderung, in der sie auf den unfairen Charakter der letzten Spielzüge „ihrer“ Mannschaft hingewiesen hätte. Von ihrem Vater wusste sie, dass eine solche wohl kaum positiv aufgenommen würde – wann immer die Bakuran Buccaneers sich einen ihrer wenigen Siege durch unlautere Mittel erschlichen hatte, war er bei dem leisesten Hinweis darauf schier explodiert. Die Vizegouverneurin verspürte keinen Bedarf, ein Mitglied der Zivilregierung Thyferras ähnlich zu verprellen.

„Nach dem Spiel steht ein kleines Buffet für die Ehrengäste bereit“, fuhr der Sportbeauftragte indes vergnügt fort.

„Wenn Sie und die Präfektin mir folgen wollen…?“

[Jaso-Sektor, Polith-System, Thyferra, Xucphra City, Xucphra City Grav-Ball-Stadion, Ehrentribüne]- Aviendha, Nylar, Carel Jace, Zayne Cherrick, Balon Mirades, weitere Ehrengäste
 
[: Polith-System | Thyferra | Xozhixi :||: luxuriöses Villenviertel | vor einer prächtigen Herrenvilla :||: Horatio Kraym und Prefect Hart :]

In den wenigen Stunden, die Horatio in der luxuriösen Herrenvilla am Rande von Xozhixi verbracht hatte, hatte die Schwüle in der heißen Sommerluft Thyferras tatsächlich noch zugenommen. Für die meisten Touristen sowie den Großteil der betagten Bürger des Planeten schien diese Jahreszeit mehr und mehr zu einer unangenehmen Qual zu werden. Denn die hohe Luftfeuchtigkeit – und die daraus resultierenden Insektenschwärme – forderten ihren Tribut in Form von klebrigen Schweiß und jeder Menge schlaflosen Nächten. Selbst der hiesige Verwalter, der sich bei diesen drückenden Klima fast nur in gekühlten Räumen aufhielt, konnte der feuchten Hitze nicht auf Dauer entfliehen. Manchmal hatte er notgedrungen einen Fuß vor die Tür zu setzen – so wie jetzt, da er in Begleitung von Prefect Hart das Anwesen des ehemaligen CompForce-Brigadier verließ.

Langsam, beinah bedächtig ging der thyferrianische Greis neben ihm.
„Eigentlich behalte ich meine Meinung gern für mich, Sir. Denn es steht mir in meiner bescheidenen Position einfach nicht zu das Verhalten höherer Stellen zu kommentieren – außer man fragt mich natürlich. Jedoch möchte ich an dieser Stelle eine Ausnahme machen...“ Sein Blick wanderte dabei von dem schneeweißen Kiesweg langsam zu dem ernsten Gesicht des Vorgesetzten. „Sie haben die richtige Wahl getroffen... Hier auf Thyferra gibt es nicht Eldo Xel Bel.“

Der adlige Governor enthielt sich einer Antwort – jedenfalls für den Moment. Obgleich er natürlich die Vorteile sah, die eine politische Allianz mit Ravine und der KOMENOR einbringen mochte, sah er auch die Nachteile. In seinen Augen wogen sie schwer, äußerst schwer. Jetzt mochte er im Kampf gegen Olan Semur mächtige Leute an seiner Seite haben, aber sollten ihre Pläne irgendwann einmal in eine andere Richtung gehen, konnten sie ihm dann mit einem Mal genauso gefährlich werden wie nun dem unwissenden Sector Adjutant. In aller Ruhe zupfte der Verwalter an seiner Uniform. Unter dem schweren Stoff begann die Haut schon zu transpirieren. Er fühlte sich in diesem Augenblick an einem Scheideweg angekommen. Sollte er nur Schritt für Schritt denken oder sollte er weiterhin das große Ganze im Auge behalten? Welche Denkweise versprach ihm am Ende mehr Erfolg?

Da Horatio nichts sagte, fuhr Hart nach ein paar Schritten im ruhigen Tonfall fort:
„Es mag zwar der breiten Öffentlichkeit noch nicht aufgefallen sein, dass Sie seit einiger Zeit hinter den Kulissen mit Semur um die Vormacht ringen, aber hinter vorgehaltener Hand spricht man – zumindest in unseren Kreisen – schon länger darüber.“ Kurz hielt der Prefect inne, betrachtete die gepflegten Büsche, die in voller Pracht die Auffahrt säumten, und seufzte anschließend. „Eigentlich fühle ich mich für die ewigen Grabenkämpfe der Regionalverwaltung zu alt. Den Idealismus trage ich seit meiner Jugend im Herzen und so liegt mir vor allem das Wohl meiner Stadt am Herzen. Larek Ravine ist ebenfalls ein Sohn dieser Stadt. Gemeinsam sind wir in den Straßen nahe diesem Viertel aufgewachsen. Ich denke, in diesem Duell kann nur er Ihr Sekundant sein, Sir.“

Ein weiterer, leiser Seufzer kam dem ergrauten Greis über die Lippen. Dann setzte man sich wieder in Bewegung. Langsam, aber stetig. Ja, das hohe Alter machte sich bei dem rangniederen Verwalter zunehmend bemerkbar. Seine besten Tage hatte der alte Prefect hinter sich – da machte sich Horatio nichts vor. Im Bezug auf die planetare Hauptstadt stand er jedoch für Stabilität. Deshalb zählte der Governor – trotz Alter – auf ihn. Während man weiter über den knirschenden Kies ging, kam in der Zwischenzeit die gepanzerte Limousine in Sicht. Kein Lüftchen wehte. Immer mehr sammelte sich der Schweiß unter seiner grauen Dienstuniform. Die Schwüle war wirklich unerträglich. Fünf, sechs Schritte mochten die beiden Verwalter noch von dem schwebenden Vehikel entfernt sein, aber der Chauffeur sprang dennoch pflichtbewusst heraus, um die Tür aufzuhalten.

„Eigentlich müsste man glauben, dass es bei solch einer Luftfeuchtigkeit ständig regnet...“, brach er letztendlich doch das Schweigen. „Ich stehe wirklich kurz davor die Wetterkontrolle zu kontaktieren, um diesem schlechten Scherz endlich ein Ende zu machen.“

Hart stieg ein. „Xucphra City, heute Abend. Höchstwahrscheinlich geht das ersehnte Nass genau in dem Moment nieder, wenn Rizann Bel die goldene Blüte pflückt.“

„'Die Suche nach der goldenen Kolazhi'?“, fragte Horatio nach. „Ich liebe die Oper, mache mir aber nicht viel aus dem Theater. Eine unnötige Beschneidung der Kunst...“

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Clerk Malric und Lady Aren

Schönheit lag im Auge des betrachters, besonders wenn es um Bauwerke ging. Der prunkvolle Theatersaal erinnerte Alaine an ihre frühe Kindheit. Ihre Zieheltern hatten das Theater und die Oper geliebt. Sie hatten Alaine damals mitgenommen - wenn für eine zwei oder dreijährige es auch mehr als anstrengend war still zu sitzen und dies über stunden - so hatte sie es dennoch genoßen. So vieles hatte man entdecken können! Aus jedem Stück Holz, Marmor oder was sonst zum Bau verwendet worden war hatte man etwas hineininterpretieren können. Die Fantasie eines Kindes kannte keine Grenzen und diese kindliche Eigenschaft hatte sich die junge Frau bis heute ein stück Weit bewahrt. Der Luxus dieses Theaters hätte den Geschmack ihrer Zieheltern getroffen, welche viel Wert auf Pomp gelegt hatten, deren eigene Villa allein davon gezeugt hatte. Leider - etwas was Alaine heute bedauerte - hatte sie die Villa vernichtet. Allerdings war die Summe die sie erhalten hatte - immerhin hatte man nie aufklären können wie es zu dem Brand gekommen war - war beträchtlich gewesen. Der Hochadel besaß gewaltige Vorteile und hatte nachdem Jacen sie eingeführt hatte die Arme nach ihr ausgestreckt. Sie hätte niemals gedacht sich mit diesem Schlag von Personen verbunden zu fühlen - doch die Veränderungen die sie hatte durchmachen müssen, die ihr zum Teil sogar aufgezwungen worden waren - hatten ihr offenbart wohin sie gehörte. Jetzt und in dem Theater hier auf Thyferra - mit einem wundervollen Blick auf den Nachthimmel, an dem ein Wetterleuchten herrschte - der Schönheit der Architektur und der Kuppel, erkannte Alaine das sie einen Wohnsitz brauchte. Der Orden der Sith war nicht mehr ihr zu Hause, nicht seitdem sie sich von ihm abgewandt hatte. Bastion mochte zentral sein, doch stand dieser Planet viel zu sehr unter den Fittichen des Imperators und seiner Getreuen. Damit war die Hauptwelt nicht das, was sich die Aristocratin vorstellte. Warum also nicht Thyferra zu ihrer neuen Heimat machen!? Alaine wurde in ihren Gedankengängen unterbrochen, als ihr Begleiter auf ihre letzten Worte zu sprechen kam.

Malric war ein Mann der gänzlich naive erschien, wenn dies auch durchaus gespielt sein mochte. Die Höhere Politik war ein Parkett auf dem man sehr leicht ausrutschen konnte und wenn der Sekräter klug war, würde er sich nicht all zu sehr darauf einlassen. Dies würde jedenfalls böse Brüche verhindern und zum anderen konnte Alaine sich bislang nicht vorstellen, dass ein Mann wie Malric erfolg haben würde, sollte er versuchen sich in Sachen Politik zu weit nach vorn zu wagen. Sein Vergleich mit den hochgiftigen Vipern traf durchaus zu. Eine Schlangengrube war es definitiv. Doch seine Einschätzung bezüglich Thyferra und der Glaube daran, dass es niemand auf diese Welt oder gar den Gouverneur abgesehen habe könnte war eindeutig naive. Vielleicht war das Nest in dem die Corellianerin aufgewachsen war - voller Kodashi-Vipern - zu falsch, zu korrupt und machtgierig gewesen, als das sie nicht hinter den verschiedensten Vorgängen intriegen sah.

"Sobald eine Person Macht erlangt, weckt dies Neid, Malric. Gouverneur Kraym hat eine Karriere hinter sich die man fast Bilderbuchartig beschreiben könnte. Sein Protege hat viel in ihn investiert und Bastion ist nicht nur eine Grube voller Kodashi-Vipern. Von dort wird alles mit Argusaugen beobachtete. Noch so jedes kleinste Detail, was womöglich nicht in das Bild passen könnte wird aufgegriffen. Thyferra besitzt Wohlstand, da haben sie Recht. Doch dieser Wohlstand bedeutet auch Neid. Vergessen sie nicht, dass Thyferra für seinen Bacta berühmt ist und als Hauptproduktionswelt dieses kostbaren Gutes somit mehr als Wertvoll ist. Sowohl die Republik wie auch das Imperium beziehen ihr Bacta fast ausschließlich von hier. Was würde also geschehen, wenn jemand auf die Idee kommen würde ein Monopol zu erschaffen!?"

Sie ließ ein bezauberndes Lächeln sehen, beugte sich zu ihm hinüber und blickte ihm tief in die Augen.

"Denken sie weiter. Was würde geschehen wenn die Lieferung von Bacta ins stocken geraten würde? Sagen wir ein Kampf entbrennt und sie plötzlich versiegen würde. Was denken sie würde dann geschehen?"

Wieder schwieg sie, wobei das Funkeln in ihren Augen zunahm und sie diesmal ihre Hand auf seine legte.

"Thyferra könnte schon Morgen ein heißes Plaster werden und sein Gouverneur zum Zentrum von Intriegen und Verrat. Bastion würde einiges daran setzen ihn los zu werden, sollten sie vermuten, dass Kraym etwas mit solchen Ideen zu tun haben könnte und man würde zwangsläufig darauf kommen können. Macht zu haben bedeutet stets, dass andere es einem nicht gönen und noch etwas, Malric. Es ist durchaus nicht unbekannt, dass der Sector Adjutant und der Gouverneur sich nicht sonderlich mögen. Ein Netz auszulegen ist somit etwas, was durchaus möglich ist und sie wissen, dass ein solches Netz stets Opfer fordert."

Ihre Finger strichen sanft über seine Knöchel, wobei sie ihn noch immer ansah.

"Dies mag spekulativ sein, dennoch wäre es möglich und da sie selbst sagten noch nie auf Bastion gewesen zu sein, kennen sie die dortigen Intriegen nicht. Seien sie also froh, dass sie bisher keinen Fuß dorthin setzen mussten und vor allem, dass sie in keiner Position sind bei der man etwas gegen sie verwenden könnte."

Ihm mehr von Bastion erzählen? Sollte sie dies? Die negativen Seiten dieser Welt kannte er bereits zum Teil. Natürlich gab es auch angenehmere Seiten und druchaus interessantes. Die Frage war lohnte es sich davon zu sprechen? Vielleicht.

"Bastion ist rießig, dicht bebaut in ihrem Zentrum. Eine gewaltige Stadt bei der ihre Planer nicht darauf geachtet haben, dass Platz erfrischend sein könnte. Dicht gedrängt, dich besiedelt, gleicht es einem einzigen Bau statt einer Welt. Schönheit kann man finden, wenn man danach sucht. Das Zentrum sollte man zwar gesehen haben, doch meinem Geschmack entspricht es nicht. Die Bereiche außerhalb des Zentrums sind dafür wunderschön. Sollten sie jemals vorhaben Bastion zu besuchen, würde ich ihnen diese Welt nahebringen."

Sie hatte ihre Worte gerade beendet, als das Licht gedimmt wurde, die Glaskugel pechschwarz wurde und ein Orchester erklang. Die Vorstellung begann so langsam. Noch war gemurmel zu hören, ein lautes Lachen, ehe endlich Ruhe einkehrte. Dann trat der Direktor des Theaters auf die Bühne und begann zu sprechen. Aufmerksam hörte Alaine ihm zu, den Kopf von ihrem Begleiter abgewandt, ihre Hand nun auf der Lehne des Sessels liegend, lauschte sie. Seine Worte endeten, er verschwand von der Bühne und der Vorhang hob sich in langsamen Zügen nach oben, gab den Blick auf eine wohlgestaltete Bühne frei, auf der sich die ersten Schauspieler tummelten. Das Orchester leitete die erste Szene ein. Die Musik halte in ihrem Ohr wieder, erfüllte den ganzen Saal und veranlasste jeden Zuschauer dazu wie gebahnt auf das Herzstück zu Blicken. Dem Treiben zuzusehen. Spannung lag in der Luft, breitet sich aus. Mit jedem Wort welches auf der Bühne gesprochen wurde, mit jedem Voranschreiten der Männern, welche die Stämme durchkämten wurde die Luft dünner. Aufgeheizt von der Neugieder der Zuschauer. Das Spiel von Licht und Schatten war perfekt in Szene gesetzt worden, die Kostüme, die Austattung, der Aufwand waren perfekt. Niemand wagte es auch nur ein Wort zu sagen, nicht einmal Getuschel war zu hören, während Rizann Bel mit seinen Getreuen durch das Land der wilden Vratix-Stämme jagten. Auf der erbittertend Suche nach dem glühenden Kolazhi stießen sie auf Widerstand. Wußten sie wilden Stämme wo das Kolahi war? Würden sie es preisgeben? Wohl nicht, denn es galt als heilig und ein Heiligtum beschützte man anstatt es fortzugeben und dies an Personen die nichts gemein hatten den Wertvorstellungen wilder Völker...

Die Szenen wechselten, der Vorhang viel um den Schauspielern zeit zu lassen sich umzukleiden. Die Bühne neu zu gestalten. Das Orchester spielte, erhöhte die Spannung eines jeden Zuschauers der wissen wollte wie es weiter ging. Tragik war ein gefundenes Fressen für jeden und so hob sich der Vorhang ein weiteres Mal, bot neue Bilder, neue Szenen. Das Spiel erreichte langsam seinen Höhepunkt. Wie würde es ausgehen? Auch wenn jedem klar war wie, so wollte es niemand versäumen.

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[Jaso-Sektor, Polith-System, Thyferra, Xucphra City, Xucphra City Grav-Ball-Stadion, Ehrentribüne]- Aviendha, Nylar, Carel Jace, Zayne Cherrick, Balon Mirades, weitere Ehrengäste

Hinter den Tribünen des Stadions befanden sich die zahlreichen Stände für kulinarische Köstlichkeiten auf mehreren Ebenen, von denen die oberste – natürlich – für die exklusivste Art der Bewirtung reserviert war. Den Ehrengästen des ersten Spiels der Playoffs um den SecBowl wurde hier ein üppiges Büffet dargeboten – so üppig, dass es die bescheidene Ankündigung des Sportbeauftragten Lügen strafte – und selbst Aviendha musste sich beim ersten Blick auf die erlesenen Speisen eingestehen, dass sie das leichte Knurren in ihrem Magen nicht sehr viel länger würde ignorieren können. Indes gereichte ihr der eilig an die beladenen Tische vorstürmende Balon Mirades als Warnung, sich nicht ebenfalls rücksichtslos den erstbesten Teller vollzuschaufeln und gänzlich auf ihre Würde zu verzichten.

„Einen Toast, Vizegouverneurin?“

Irgendwoher hatte Carel Jace einen Kellner mit einem silbernen Tablett aufgetrieben, auf dem mehrere Gläser grünen Schaumweins adrett in Reih und Glied angeordnet waren.

„Ich hoffe doch, dass Sie und die Präfektin ungeachtet ihrer Pflichten zumindest mit einem Gläschen mit uns anstoßen können!“

„Natürlich, Mr. Jace.“

Aviendha nickte freundlich und griff nach einem der dargereichten Gläser, wenn auch weniger eifrig als Nylar es tat, deren rote Augen beim ersten Anblick des Tabletts bereits verräterisch gefunkelt hatten. Ebenfalls bedienten sich Jace und Zayne Cherrick, der sich ebenfalls – sichtlich zufrieden ob des Abschneidens seiner Mannschaft – zu ihnen gesellt hatte.

„Auf viele weitere Siege für unsere Titans!“, intonierte Jace fröhlich, nachdem sie alle ihre Gläser bekommen hatten, prostete den übrigen Anwesenden zu und leerte sein Glas dann mit bemerkenswerter Geschwindigkeit. Aviendha tat es ihm gleich, nippte jedoch nur leicht an ihrem Getränk und warf dem Sportbeauftragten der thyferranischen Regierung einen nachdenklichen Blick zu. Sie war sich mittlerweile relativ sicher, dass Jace seinen Posten tatsächlich seiner Begeisterung für den Sport – und womöglich seiner Popularität – zu verdanken hatte und sich hinter seiner Ernennung keinerlei kompliziertes Netzwerk an Günstlingen verbarg, das ihr zumindest ein wenig Aufschluss darüber beschert hätte, wie die Politik auf Thyferra funktionierte – und wie Kraym sie aus seinem Amtssitz sorgsam und subtil orchestrierte. Daran, dass der Statthalter des Imperators die Zivilregierung – ein Zugeständnis der imperialen Herrschaft an die loyalen und wohlhabenden Bürger des Planeten und ihre eigenen Traditionen – gänzlich unbehelligt ihr eigenes Süppchen kochen ließ, glaubte sie nicht. Sie jedenfalls würde es an seiner Stelle nicht tun – auf N’zoth war das Amt des Gouverneurs aus nachvollziehbaren Gründen durch keine konkurrierende Instanz der Exekutive oder Legislative in seinen Vollmachten beschnitten worden und sie stellte es sich als äußerst anstrengend vor, auch nur den Schein einer Beteiligung der örtlichen Bevölkerung zu wahren, besonders dann, wenn man zeitgleich die Zielvorgaben – ökonomischer und anderer Natur – Bastions und der Sektorzentrale im Nacken spürte. Irgendeine Art von Einfluss musste Kraym sich also auf die Regierung des Premierministers Dimodan gesichert haben. Nur war deren Sportbeauftragter nicht der richtige Ansatzpunkt, um mehr darüber herauszufinden.

Sie unterdrückte ein Schmunzeln, als sie ihren Schaumwein schließlich ebenfalls in Gänze leerte. Natürlich war er das nicht. Wäre er es, hätte Kraym wohl kaum zugelassen, dass sie – ein für ihn unbeschriebenes Blatt – hier und heute ohne jedwede Kontrolle durch seine Person Kontakte knüpfen konnte. Mit einem höflichen Lächeln überantwortete sie ihr leeres Glas dem bereitstehenden Kellner und ließ ihren Blick über die um die Büffettische verteilten übrigen Ehrengäste schweifen. Die drei Flottensoldaten, die ihre persönliche Eskorte darstellten, bildeten drei sehr auffällige dunkle Tupfer inmitten der größtenteils nach thyferranisch-luftiger Mode Anwesenden, wenngleich sie auch darüber hinaus die eine oder andere Uniform erblickte, unter anderem in der Gruppe, die auf der Loge der Gäste aus Fondor ihren Platz gefunden hatte. Tatsächlich meinte sie sogar, den einen oder anderen Flottenoffizier in der Menge zu erkennen.

„Wenn Sie mich entschuldigen würden, Mr. Jace, bat sie schließlich den Sportbeauftragten, nachdem ihre Augen seinen Blick wieder aufgefangen hatten.

„Bei all der Mühe, die sich hier gemacht wurde, möchte ich das mit Sicherheit köstliche Angebot an Speisen nicht missen.“

Der Angesprochene neigte geschmeichelt seinen Kopf.

„Natürlich, Vizegouverneurin. Genießen Sie das Büffet!“

Mit einem beiläufigen Lächeln entfernte Aviendha sich, durchaus registrierend, dass Nylar sich ebenfalls mit einem leichten Nicken aus der Runde – die nunmehr nur noch aus Jace und Cherrick bestand – entschuldigte und ihrer Vorgesetzten zum Büffet folgte. Es dauerte nur bis zur Salatbar, ehe die Chiss – die angesichts der Tatsache, dass sie sich mittlerweile in einem klimatisierten Innenraum befanden, weniger mitgenommen wirkte – das Wort ergriff.

„Was für eine Zeitverschwendung. Wenn es eine Sache gibt, die ich auf N’zoth nicht vermisst habe, dann übertrieben pompöse Sportveranstaltungen…“

Aviendha schmunzelte, auch wenn die Erwähnung N’zoths die Narbe an ihrem Hals unangenehm prickeln ließ.

„Ich glaube, wir hätten wenig Freude an einem Sportereignis gehabt, das von den Yevethanern ausgerichtet worden wäre…“

Nylar zuckte leicht zusammen und nickte zustimmend.

„Vermutlich nicht.“

Sie hatten sich gerade eine Auswahl an Salatspeisen auf ihre Teller aufgeschichtet – allerdings dezenter als Mirades es getan hatten – als eine dritte Gestalt sich zu ihnen gesellte. Aviendha brauchte einen kurzen Moment, um zu erkennen, dass in der Galauniform der imperialen Flotte ein ihr bekanntes Gesicht steckte.

„Commander Trayton! Sie sind noch auf Thyferra?“

Der angesprochene Offizier nickte und lächelte freundlich.

„Nach Monaten des Konvoidienstes hat man der Constancy eine kleine Pause gegönnt und ich konnte es mir nicht nehmen lassen, dem Teil meiner Mannschaft, dem Landurlaub zusteht, ein Gravballspiel zu gönnen.“

Der Kommandant des Carrack-Kreuzers zuckte bescheiden mit den Achseln.

„Irgendjemand war dabei anscheinend der Ansicht, dass mein Rang eine gewisse Vorzugsbehandlung rechtfertigt. Aber da bin ich wohl nicht der einzige.“

Noch während er sprach, beugte Trayton sich ebenfalls über das reichhaltige Salatangebot und wählte sich eine kleine Mischung zusammen.

„Ich hoffe, Sie haben sich auf Thyferra eingelebt, Vizegouverneurin.“

„Das Klima ist etwas gewöhnungsbedürftig“, erwiderte Aviendha trockener, als ein Tag auf Thyferra es je sein würde, entschärfte ihren Tonfall allerdings mit einem Lächeln.

„Ja, es ist jedes Mal wieder ein Schock, wenn man aus der Kälte des Alls und der wiederaufbereiteten Luft eines Raumschiffes kommt.“

Trayton verneigte sich leicht.

„Doch ich möchte Sie nicht länger aufhalten, Vizegouverneurin. Es war angenehm, Sie noch einmal getroffen zu haben – vielleicht behalten Sie die Constancy ja weiterhin in positiver Erinnerung.“

Ein wenig nachdenklich sah Aviendha dem Flottenoffizier hinterher, als dieser sich wieder unter die Gäste mischte – nicht ohne für einen kurzen Moment bei Lieutenant Dlarit, die sich in einer Ecke postiert hatte, innezuhalten und mit seiner ehemaligen Untergebenen ein paar Worte zu wechseln. Sie glaubte nicht, dass es reiner Zufall war, dass Trayton plötzlich neben ihr aufgetaucht war – und sie erinnerte sich an die Besprechung im Gouverneurspalast die Umstrukturierung der Sicherheitsvorkehrungen auf dem Planeten und im All betreffend. Sollte sie womöglich einfach subtil an die imperiale Flotte und ihre vermeintliche Leistungsfähigkeit erinnert werden…?

„Ich würde sagen, wir essen brav unseren Salat und verabschieden uns dann“, ließ Nylar indes verlauten.

„Schließlich warten noch andere Aufgaben… wichtigere.“

Die Vizegouverneurin nickte langsam. In dieser Sache hatte die Chiss uneingeschränkt Recht.

[Jaso-Sektor, Polith-System, Thyferra, Xucphra City, Xucphra City Grav-Ball-Stadion, VIP-Speisesaal]- Aviendha, Nylar, Carel Jace, Zayne Cherrick, Balon Mirades, weitere Ehrengäste
 
- Clerk Gaen Malric, Mitarbeiter der Sektorverwaltung des Jaso-Sektors -

]Innerer Rand | Jaso-Sektor | Polith-System | Thyferra – Xucphra City | Innenstadt | Theater - Privatloge [
Clerk Malric und Lady Aren

Derweil unten auf der großen Bühne die Schauspieler ein klassisches Theaterstück thyferrianischer Geschichte darboten, grübelte in der Zwischenzeit Clerk Gaen Malric in der Privatloge des hiesigen Moff viel mehr über die Worte der rothaarigen Sith-Lady. Bislang hatte er nicht das Gefühl gehabt, dass die intergalaktische Politik auch außerhalb der imperialen Thronwelt eine Schlangengrube sei und demzufolge auch Verwalter wie Governor Kraym Feinde in den eigenen Reihen hätten. Nein, je mehr er in diesem Moment darüber nachdachte, desto mehr empfand er die getroffene Einschätzung als absolut abwegig. Seiner Meinung nach widersprach solch ein Handeln einfach einem Pfeiler der Neuen Ordnung: Das Galaktische Imperium stand für Stabilität. Was sollte also demnach Egoismus hier zu suchen haben?

Begleitet von begeistertem Applaus fiel der rote Samtvorhang nach unten, nachdem die letzte Szene des ersten Aktes ausgespielt war. Das Licht im Saal, das bis zu diesem Moment noch gedimmt war, nahm allmählich an Intensität wieder zu. Im selben Maße regte sich auch das Publikum wieder. Den Großteil der Zuschauer schien es dabei ins geräumige Foyer zu ziehen, wo schon kleine Häppchen sowie überaus schmale Gläser mit prickelnden Perlwein auf sie warteten. Bloß die Herrschaften der prunkvollen Privatlogen schienen sich nicht zu regen. Statt sich unter das einfache Volk zu mischen, zogen sie es vor ihre Konversationen in einer „abgeschotteten“ Umgebung zu führen. So drang nur dumpfes Gemurmel an den rangniederen Sekretär und dessen adlige Begleiterin.


„Und? Wie ist Ihr erster Eindruck zu dem Stück“, fragte Malric nach. „Es ist natürlich klar, dass das Stück romantisiert und idealisiert wurde. Dennoch habe ich jedes Mal, wenn ich es mir ansehe, das Gefühl, dass es damals so oder so ähnlich zugegangen sein musste.“

Ja, hier auf Thyferra hatte man über unzählige Generationen hinweg die Kolonialisierung durch den Menschen immer mehr idealisiert bis am Ende die einstigen „Eroberer“ die Helden waren, während die Vratix, die Ureinwohner dieses Planeten, mehr und mehr zu den ungebildeten Wilden degradiert wurden. So mancher Außenstehender mochte diese Darstellung vielleicht abstoßend finden, aber für den menschlichen Teil der thyferrianischen Bevölkerung galt diese Sichtweise mittlerweile als eine Art „Nationalheiligtum“. Genau aus diesem Grund war der Sekretär nun gespannt auf die Meinung der kultivierten Dame. Er musterte sie aufmerksam, ließ den Blick dann aber lieber wieder zu dem fast leeren Saal schweifen. Warum zog es die Zuschauer in jeder Pause ins Foyer?

Just in dem Moment als sich das Gespräch zwischen dem Normalbürger und der Adligen allmählich zu entwickeln schien, war die Pause auch schon wieder vorbei. Die Saaldiener, die anscheinend mit sorgfältigen Argusaugen über ihren Bereich wachten, baten all die Zuschauer wieder auf ihre Plätze beziehungsweise zurück in ihre Privatlogen. Und dann, als man erneut das Licht sanft gedimmt und sich das Publikum wieder beruhigt hatte, hob sich wieder der Vorhang. Rizann Bel, der tapfere Held dieser Geschichte, zog mit seinen Getreuen kühn in den Dschungel, kämpfte gegen ein paar Vratix-Krieger und kam der goldenen Blüte näher, immer näher. Langsam baute sich die Spannung auf. Im Saal fieberte man mit dem Kolonisten, der etwa zur Mitte des Theaterstücks hin den tragischen Tod seines Freundes betrauerte, mit. Was hatten die Menschen damals bloß alles durchlitten?

Nach einer weiteren Pause, die das Publikum natürlich gern in Anspruch nahm, kam das Stück ganz langsam zu seinem Ende. Obwohl Rizann Bel letztendlich mit leeren Händen in das kleine Dorf der Kolonisten zurückkehrte, feierte man ihn – und seine restlichen Begleiter – trotz allem und die Frau seiner Träume vermählte sich mit ihm. Lächelnd verneigten sich die Schauspieler. Applaus strömte auf sie ein. Manche Zuschauer ließen sich sogar zu ein paar begeisterten Pfiffen hinreißen, was das Grinsen der gefeierten Darsteller offenbar noch breiter werden ließ. Höchstwahrscheinlich würden sie später sogar noch Channa Bel persönlich treffen. Weiterhin ganz der Gentleman bot Gaen Malric der Corellianerin seinen Arm an, bevor er sie anschließend aus der Loge führte. Langsam ging man die Treppe herab ins Foyer, wo sich einige Gäste angeregt über das Gesehene unterhielten. Da aber schon die Gleiterlimousine der Dame wartete, brachte der Sekretär sie lieber gleich nach draußen.


„Ich hoffe, Sie haben diesen Abend genossen“, sagte er im freundlichen Tonfall zu ihr, während zur gleichen Zeit der Regen laut auf das Vordach prasselte. „Seine Exzellenz, Moff Barnip, wird beim nächsten Mal bestimmt Zeit für Sie haben, Madame.“

]Innerer Rand | Jaso-Sektor | Polith-System | Thyferra – Xucphra City | Innenstadt | vor dem Theater[
Clerk Malric und Lady Aren, ein paar weitere Gäste und zwei Bedienstete
 
[: Polith-System | Thyferra | Xozhixi :||: Raumhafen | Landefeld | Rand :||: Horatio Kraym und imperiale Delegation (darunter Lieutenant Governor Cain und Premier Dimodan); Soldaten der Imperialen Armee und Einheiten der planetaren Sicherheitskräfte in der Nähe :]

Über den großen Landefeld flimmerte die Luft, während am Himmel eine Schar Wolken unbehelligt seiner Wege zog. Dennoch konnte man in diesem Moment nicht sagen, dass ein erfrischender Wind umher ging. Nein, die idyllische Xozhixi-Region erlebte erneut einen schönen, schwülen Tag – trotz mehrerer hartnäckiger Bemühungen der örtlichen Wetterkontrollstation der letzten Tage sowohl die Temperaturen als auch die Luftfeuchtigkeit auf ein erträgliches Maß zu senken. Die Natur Thyferras schien in diesem Fall tatsächlich überaus stur zu sein, weshalb man in sehr abergläubischen Kreisen der planetaren Gesellschaft schon seit einer ganzen Weile von einem uralten, bizarren Hexenzauber längst verstorbener Vratix-Schamanen sprach. Gewissermaßen eine Art vorauseilende Rache für die Behandlung der heutigen Generation dieser insektoiden, einheimischen Spezies.

Horatio Kraym I., Thyferras planetarer Verwalter, gehörte nicht zu diesem Personenkreis. Da es sein erster Hochsommer war, den er auf dieser dschungelartigen Welt erlebte, glaubte er viel mehr an die Gesetzmäßigkeiten der Naturwissenschaften als an irgendeinen kruden Hokuspokus. Selbst die Sith, die sonst scheinbar überall ihre dreckigen Finger im Spiel hatten, konnte man dieses Mal nicht dafür zur Verantwortung ziehen, weil sich derzeit kein einziges Mitglied dieses ziemlich mysteriösen, nur von wahnsinnigen Gestalten durchsetzten Ordens im ganzen Jaso-Sektor aufhielt. Für die Anwender der Dunklen Seite der Macht war der Planet des heilsamen Bacta anscheinend uninteressant. Jedoch konnte der Adlige mit dieser Tatsache gut, sehr gut leben. Schließlich hatte er bei seiner vorherigen Tätigkeit auf Coruscant ausreichend Bekanntschaft mit diesen recht finsteren Zeitgenossen machen dürfen.

Derweil auf seiner Stirn allmählich die erste Schweißperlen zum Vorschein kamen, verschränkte der Governor die Arme vor der Brust und musterte – mit mürrischem Blick – das Szenario. Um sowohl Thyferra als auch das ganze Galaktische Imperium ausreichend zu repräsentieren, hatte sich Horatio gemeinsam mit einem kleinen Komitee für einen zwar prächtigen, aber nicht überladenen Empfang entschieden. Deshalb stand nun unter dem sandfarbenen Baldachin, der scheinbar magisch die Hitze anzog, eine überaus überschaubare Delegation der Imperialen. Neben dem planetaren Verwalter und dessen stellvertretender Statthalterin, Lieutenant Governor Cain, gehörten zu dieser sehr exklusiven Gesandtschaft noch Thyferras amtierender Premierminister Dimodan, dessen aktueller Beauftragter für intergalaktischen Handel, der Kontaktmann zum Bacta-Konzern „Imperial Bacta“, Prefect Ores, zwei Vorstandsmitglieder dieser mächtigen Unternehmung sowie der Präsident der Sicherheitskräfte dieses imperialen Planeten. Darüber hinaus hatte sich noch Junior Agent Nire „heimlich“ unter die Anwesenden gemischt.

Der blasse Fastmensch, der trotz seiner hellgrauen, fast silbernen Dienstuniform in dem Haufen aus Politikern und Würdenträgern kaum auffiel, säuselte dem Governor scheinbar beiläufig ins Ohr:
„Es sieht wohl so aus als würde der Thron – mal wieder – seine 'Fühler' nach uns ausstrecken. Ich hoffe, Sie haben sich dementsprechend vorbereitet, Sir.“

Im ersten Augenblick antwortete Horatio nicht. Stattdessen schweifte sein seelenruhig Blick zu den Truppen, die das Sektorkommando für diesen Empfang – gewissermaßen als eine Art zeremonieller Bestandteil – abgestellt hatte. Um insbesondere die anreisenden Vertreter der Neuen Republik nicht auf der Stelle zu verschrecken, hatte man sich gegen eine martialische Aufmachung entschieden. So standen dieses Mal nicht ein vollzähliges Bataillon perlweißer Sturmtruppen in Reihe und Glied am Landefeldrand. Genauso wenig hatten hier irgendwelche Kampfläufer – vom kleinen AT-PT bis hin zum imposanten AT-AT – Aufstellung bezogen. Nein, bis auf zwei volle Kompanien der Imperialen Armee sowie einer kleinen Abteilung planetarer Sicherheitskräfte hatte man in der Tat auf jeglichen militärischen Prunk verzichtet. Ein ungewohnter Anblick – selbst für den adligen Governor.

„Ich habe die Dossiers – soweit ich es für nötig befand – gelesen, Mister Nire, wisperte der Adlige kurz darauf und wandte sich tatsächlich dem drahtigen Echani zu. „Jedoch sehe ich momentan kein Problem darin, Bastion – sofern es notwendig ist – die Stirn zu bieten. Trotz solcher nachträglichen Gespräche ist 'Umbara' noch immer in Kraft gesetzt.“ Er ließ eine flüchtige Pause vergehen. „Nein, im Moment sind meine Gedanken viel mehr bei der planetaren Sicherheit. Schließlich machen uns diese Verhandlungen für irgendwelche Gegner zwangsläufig zu einer Zielscheibe.“

Ja, obwohl er tief in seinem Herzen sowohl die Demokratie mit ihren vermeintlichen Freiheiten als auch die Existenz der Neuen Republik ablehnte, war er in seinem Denken – und Handeln – rational genug, um sich nicht plötzlich in irgendwelche dogmatischen Vorstellungen zu verlieren. Er wollte in der imperialen Regionalverwaltung weiterhin Karriere machen und da der Widerstand gegenüber der aktuellen politischen Linie, die Bastion vorgab, im Moment noch nicht stark genug war, musste er der ausgegebenen „Tagesparole“ dementsprechend folgen. Es lag also überhaupt nicht in seinem Interesse, sollten irgendwelche verwirrten Fanatiker tatsächlich mit Erfolg einen tödlichen Anschlag auf die von der Neuen Republik entsandten Vertreter verüben. Nein, solch einen Schandfleck wollte der adlige Governor nicht in seinem Lebenslauf haben – vor allem da er sich in den letzten Wochen mehrmals sicherheitspolitisch geäußert hatte.

Rhan Nire nickte verständnisvoll.
„Spezielle Sicherheitskräfte sichern das ganze 'Old Imperia' – wie Sie im Vorfeld angewiesen haben – rund um die Uhr auf allen erdenklichen Wegen ab. Da kommt in diesen Tag keine Maus ungesehen rein und wieder raus, glauben Sie mir.“ Schelmisch schmunzelte der Fastmensch. „Ganz allgemein hat das Sektorkommando – großzügigerweise – die Truppenzahl bei Xozhixi eher aufgestockt als planmäßig abgezogen. Nur irgendwelche Schwachköpfe würden es demzufolge in den nächsten Tagen probieren.“

In seiner knappen Antwort hatte der Agent selbstverständlich die angestrengten Bemühungen seiner Behörde nicht erwähnt. Horatio konnte sich in diesem Moment trotzdem lebhaft vorstellen, dass der Imperiale Geheimdienst bei diesen wichtigen Verhandlungen – und mochte es „bloß“ Spionage sein – untätig blieb. Hier hatte der jeweilige Vorgesetzte der örtlichen Einheiten immerhin die einmalige Gelegenheit sich in den Augen höherer Ebenen zu beweisen, indem er (oder sie) mit brandaktuellen Informationen aufwartete! Beförderungen und Versetzungen hingen davon möglicherweise ab. Mit solchen Gedanken im Hinterkopf ließ sich Thyferras amtierender Verwalter noch einmal kurz dazu hinreißen die Person, die gewissermaßen seine lebendige Brücke zu dieser zwielichtigen Welt war, aufmerksam zu mustern. Hier stand er im Rampenlicht – anders als auf Umbara. Musste er sich also noch mehr in Acht nehmen? Bislang hatte er den Imperialen Geheimdienst eher auf der Seite seiner Mitverschwörer gesehen. Doch stimmte das?

Derweil sich am Himmel ein paar dunkle Flecken abzeichneten, die sich kontinuierlich dem großen Landefeld näherten, zog sich der blasse Geheimdienstler taktvoll zurück. Schließlich rückte nun der Moment des Empfangs näher, immer näher. Schon befahlen die anwesenden Armeeoffiziere und die ranghöheren Vorgesetzten der Sicherheitskräfte ihren Untergebenen Haltung anzunehmen. Irgendwo im Hintergrund stimmte man auch ein letztes Mal die Instrumente für die Hymnen, die in Kürze zu Ehren der Gäste gespielt werden sollte. Ein frisches Lüftchen wehte – tollkühn – über die künstliche Ebene, aber konnte die Schwüle nicht dauerhaft vertreiben. Somit blieb es dabei, dass auf Thyferra der Hochsommer die eiserne Oberhand behielt. Horatio, der diesbezüglich mittlerweile schon längst resigniert hatte und inzwischen das Schwitzen als unausweichlichen Prozess ansah, seufzte nur und blickte den landenden Fähren mit seriöser Miene entgegen.

Da auf dem Shuttle, das als Erster sanft auf dem Boden aufsetzte, das Emblem der wohl bekannten Handelsföderation prangte, war der erste Delegierte, den die Imperialen nun in Empfang zu nehmen hatten, unschwer zu erraten: Luura Dofine, Oberste Händlerin dieser großen Unternehmung. Bislang war die grazile Neimoidianerin, die nun seelenruhig – und in Begleitung einiger Sicherheitsdroiden der OOM-Serie – aus der Fähre stieg, insbesondere als Sprachrohr des Viceroy aufgetreten, weshalb der Adlige auf deren Auftreten während der Verhandlungen schon äußerst gespannt war. Zusammen mit dem thyferrianischen Premierminister, der fast schon eilend auf die nichtmenschliche Dame zu ging, begrüßte Horatio die Delegierte, nachdem die Soldaten des Musikkorps eine freudige Melodie gespielt hatten. Gemäß dem Protokoll hatte der Governor den Vortritt und so lag es nun also an ihm die ersten Worte an die Dame zu richten.


„Es freut mich Sie hier auf Thyferra begrüßen zu dürfen, Miss Dofine, sagte der Verwalter höflich, ergriff die rechte Hand der Neimoidianerin und küsste sie kurz auf deren Handrücken. „Ich möchte Ihnen kurz Premier Llewas Dimodan vorstellen.“ Der Lokalpolitiker folgte rasch dem Beispiel des adligen Governor. Jedoch ließ sich die Oberste Händlerin nicht anmerken, ob ihr diese menschlichen Gebräuche zusagten oder nicht. „Um sowohl die imperiale Gastfreundschaft zu unterstreichen als auch unsere Ernsthaftigkeit im Bezug auf die angestrebten Verhandlungen möchte ich Ihnen noch zwei Präsente überreichen, bevor ich Ihnen den Rest unserer Delegation vorstelle...“ Nur kurz wies er auf die kleine Gruppe unter dem sandfarbenen Baldachin, die sich hinter ihm befand. „Im Namen Thyferras überreiche ich Ihnen hiermit, Miss Dofine, eine klitzekleine Ampulle an reinstem Bacta sowie einen Stoffballen unserer besten Seide. Mögen sie schöne Vorboten für ein Ergebnis sein, das wir alle begrüßen und das den Geschicken der Galaxie dienlich ist.“

[: Polith-System | Thyferra | Xozhixi :||: Raumhafen | Landefeld :||: Horatio Kraym, Premier Dimodan und Oberste Händlerin Dofine; imperiale Delegation (darunter Lieutenant Governor Cain), Soldaten der Imperialen Armee und Einheiten der planetaren Sicherheitskräfte in der Nähe :]

[OP: Im Hinblick auf den weiteren (angedachten) Verlauf der „Monopol auf Heilung“-Story sei an dieser Stelle eine kurze Bemerkung zu der Situation der Vratix erwähnt: Nach meinem Dafürhalten haben die Vratix auf Thyferra eine ganz ähnliche Stellung wie die schwarze Bevölkerung im Süden der USA vor der Emanzipation – sprich: Obwohl sie zahlenmäßig die Mehrheit stellen, genießen sie kaum (bzw. keine) Rechte. Sie sind Arbeitskräfte in der Bacta- sowie Textilproduktion und bloß ein sehr kleiner Teil genießt darüber hinaus irgendwelche Privilegien. In meinen Vorstellungen gehe ich sogar soweit, dass deren Situation während der Tage der Alten Republik kaum besser waren. Sollte also jemand bei seinen Beiträgen auf die Lage der Vratix eingehen wollen, kann er sich gerne daran halten – oder bei Bedarf mich um weitere Details fragen. Denn später wird diese Ausgangssituation noch eine große Rolle spielen ;)]
 
[Polith-System | Weltraum | Anflug auf Thyferra | Konsularsschiff Democracy] Vilnok Moor (alias Vigo Zula), republikanische Delegation

Dank der Annehmlichkeiten, die das Konsularsschiff Democracy seinen Passagieren bot, hatte die Reise nach Thyferra beinahe etwas von einer Luxuskreuzfahrt, wenn auch auf etwas engerem Raum. Obwohl es an nichts gefehlt hatte, war aber nicht die entspannte Stimmung aufgekommen, die Vilnok Moor sich erhofft hatte. Er selbst konnte sich sowieso niemals hundertprozentig entspannen, wenn er mit Fremden zusammen war; das lag an seiner doppelten Identität und den Mühen, die es kostete, sein Lügengebilde aufrechtzuerhalten. Dass aber auch die Mitreisenden nicht ganz relaxt wirkten, lag höchstwahrscheinlich daran, dass ihnen mit jedem Lichtjahre bewusster wurde, wo sie sich befanden. Stunde um Stunde flogen sie tiefer in den imperialen Raum hinein, und da sie das mit recht hoher Geschwindigkeit taten, musste man kein Givin oder Siniteen sein, um sich auszurechnen, dass der Rückweg ebenso lange dauern würde. Die republikanische Heimat mit ihren sicheren Häfen und ihrer schlagkräftigen Flotte war nun weit entfernt. Es war eine gänzlich andere Situation als auf Umbara: Dort hatte man sich auf neutralem Boden getroffen und die souveränen Umbaraner hatten für die Sicherheit beider Delegationen garantiert. Diesmal lag der Treffpunkt tief in einem Raumgebiet, für das die meisten aus reiner Gewohnheit noch immer im Geiste das Adjektiv "feindlich" nutzten, auch wenn es aus diplomatischen Gründen aus dem Wortschatz gestrichen war. In den letzten Jahren war niemals ein militärischer Vorstoß bis in den Polith-Sektor gelungen. Hier herrschte das Imperium seit langer Zeit unangefochten. Trotz der Eskorte durch einen Schlachtkreuzer der Dauntless-Klasse waren die Republikaner ihren imperialen Gastgebern in jeder Hinsicht ausgeliefert. Schwierige Voraussetzungen, die ebenso schwierige Gespräche verhießen.

Doch abgesehen davon, dass ihr tiefimperiales Reiseziel die Gelassenheit der Passagiere auf die Probe stellte, war die Fahrt reibungslos verlaufen. Wie geplant hatte die Democracy die übrigen Mitglieder der Gesandtschaft in den südlichen Bereichen der Republik an Bord genommen und man hatte Gelegenheit gehabt, sich miteinander bekannt zu machen. Vilnok Moor empfand die Vertreter der großen Werften nicht als besonders kurzweilige Gesprächspartner, doch interessante Persönlichkeiten waren sie allemal. Sorlas Brent, der Vertreter von CEC, war ein Mann mit silbernem Haar und gepflegtem Äußerem, dazu überaus zivilisiert, womit er so manchem Klischee des corellianischen Volkes widersprach. An dem Abend, an dem er an Bord gekommen war, hatte er aber zwei große Flaschen teuren corellianischen Brandy aufgemacht und seine Mitreisenden zum Trinken veranlasst. Er selbst hatte besonders gelöst gewirkt und sogar den einen oder anderen zotigen Witz zum Besten gegeben; doch Moor hatte eher den Eindruck gehabt, dass Brent genau wusste, was er tat. Wenn die fröhlichen Runden dem Versuch gehabt hatten, den anderen Passagieren die Zungen zu lockern, dann war dieser Plan zumindest an dem Chevin gescheitert: Es brauchte weit mehr Branntwein, um ein Wesen seiner gewaltigen Statur, das zudem noch an teure Alkoholika gewöhnt war, betrunken zu machen. Der Gesandte von SoroSuub hatte allerdings einen ziemlich gelösten Eindruck gemacht, doch das war nicht weiter verwunderlich, denn Fröhlichkeit schien sein Ding zu sein. Im Gegensatz zu seinem Kollegen von CEC stellte Mirco Cadian eine stets gute Laune samt Gebrauchtwagenhändlerlächeln zur Schau. Das war deshalb gut zu erkennen, weil er nicht die maskenhaften Züge eines Sullustaners hatte: Seine Firma hatte sich entschieden, einen menschlichen Mitarbeiter zu schicken. Sicherlich nicht durch Zufall, sondern weil man sich einen besseren Verlauf der Verhandlungen wünschte. In den Senat der Neuen Republik würde Sullust vermutlich niemals einen Nicht-Sullustaner entsenden, aber hier zeigte sich, dass der wirtschaftliche Teil der planetaren Elite pragmatischer war als der politische. Neben diesen beiden Unternehmensvertretern (die man nur teilweise zur republikanischen Delegation zählen konnte, da sie natürlich in erster Linie die Interessen ihrer Firmen vertraten) gehörten der Gesandtschaft drei Mitglieder des Senates an: Vilnok Moor, Thrissur Dumont und das einzige weibliche Mitglied der Gruppe, eine Ishi Tib namens Shisan Dheeb. Sie war Senatorin von Tibrin und damit die Nachfolgerin von Ulo Sammandi, der vor einiger Zeit recht tragisch ums Leben gekommen war. Allerdings schien sie nicht viel mit ihrem Vorgänger gemeinsam zu haben: Sie war jung, dynamisch und teilte wohl auch die wenigsten seiner politischen Ansichten, die ihn an die Spitze der pazifistischen Senatsfraktion gebracht hätten, wenn er nur etwas länger gelebt hätte. Als nichtmenschliche Frau repräsentierte sie zusammen mit dem Chevin die Vielfalt der republikanischen Gesellschaft.


Von seinen vier Reisegefährten kannte Vilnok Moor keinen gut, aber er glaubte bereits einschätzen zu können, wie sie sich in den Verhandlungen verhalten würden. Von freundschaftlich anbiedernd bis brutal direkt war wohl alles vertreten. Es würde keine leichte Aufgabe sein, dazwischen zu vermitteln. Doch eine neutrale Mediation war ohnehin nicht vorgesehen und Vilnok Moor war zum Glück in keiner Position, die ihn zwang, seine Kollegen in Zaum zu halten. Sie hatten ihn ausgewählt, bei der Begrüßung und vielleicht auch späteren Gelegenheiten als Wortführer aufzutreten - seine Erfahrungen mit dem Imperium bei den Friedensverhandlungen auf Umbara qualifizierten ihn in ihren Augen dazu - doch er war nicht der Anführer der Gruppe. Einen solchen gab es nicht. Dennoch war er der erste, der sich durch die Schleuse der gelandeten Democracy ins schwülwarme Klima von Thyferra wagen würde.

»Miss Dheeb, meine Herren... ich wünsche uns allen einen schönen Aufenthalt und gutes Gelingen«, sagte er noch über die Schulter, bevor er den ersten Schritt nach draußen machte, wo ihm die Musik einer imperialen Militärkapelle entgegentönte.

Das erste, was ihm auffliel, war natürlich die unangenehme Hitze, durch die sich die leichte, dunkelgrüne Robe, die er trug, augenblicklich anfühlte wie schwerer Samt. Das zweite waren die lästigen Insekten, die ihn und seine Begleiter umschwirrten, kaum dass sie den ersten Fuß auf die Rampe gesetzt hatten. Beides stellte für jemanden, der es nicht gewohnt war, eine unangenehme Ablenkung dar und vergrößerte die Gefahr, sich auf dem glatten diplomatischen Parkett einen Ausrutscher zu erlauben. Doch Moor war kein unerfahrener Neuling mehr. Er warf seinen massigen Körper in eine selbstbewusste Pose und ging gemessenen, kraftvollen Schrittes die Rampe hinab, wobei er seine schwarzen Augen über die versammelten Menschen schweifen ließ. Ja, es war auffällig, dass man lange suchen musste, bis man einen Vratix zu Gesicht bekam, obwohl diese die deutliche Mehrheit von Thyferras Bevölkerung stellten. Die niedrige Stellung, die das einheimische Volk einnahm, war der Neuen Republik ein Dorn im Auge, doch man wollte aufgrund höherer Interessen darauf verzichten, dieses Thema in den Verhandlungen allzu deutlich anzusprechen. Vilnok, der in einer Gesellschaft aufgewachsen war, die von der Sklaverei getragen wurde, fand ohnehin nichts Verwerfliches daran und verurteilte rassistische Unterdrückung nur um des schönen Scheins willen. In vieler Hinsicht stand er dem Galaktischen Imperium ideologisch näher als der Neuen Republik. Schade nur, dass es dort auch Chevins unnötig schwer gemacht wurde.

Noch bevor er das Ende der Rampe erreichte und tatsächlich einen seiner behuften Füße auf thyferranischen Boden setzte, hatte er Governor Kraym unter denjenigen ausgemacht, die ihnen zur Begrüßung entgegen kamen. Das Bild des Menschen hatte er sich oft genug angesehen, um ihn unter Unzähligen seiner Artgenossen zu erkennen. Dabei half natürlich enorm, dass sie sich bereits begegnet waren: Auch Horatio Kraym III. war bei den Friedensverhandlungen dabei gewesen und sie hatten an deren Rand ein paar Worte gewechselt, doch da sie in unterschiedlichen Gruppen über unterschiedliche Themen diskutiert hatten, waren sie einander fremd geblieben. Nun hatte es jedoch den deutlichen Vorteil, dass man sich auf ›damals‹ berufen konnte und es sich nicht um eine erste Begegnung, sondern um ein Wiedersehen handelte; das ermöglichte einen etwas entspannteren Umgang miteinander, auch wenn es an tatsächlichen Grundlagen für Vertrauen mangelte.

Den ersten Schritt würde jedoch Kraym tun. Als Governor von Thyferra und Gastgeber der Verhandlungen war es seine Aufgabe, die Besucher willkommen zu heißen. Als Politiker und Ränkeschmied war Moor alias Zula natürlich sehr daran interessiert, welche Worte er wählen würde. Sie würden womöglich tief blicken lassen, was die Republikaner auf dieser heißen Welt erwartete.

[Polith-System | Thyferra | Xozhizi | Raumhafen | Landefeld] Vilnok Moor (alias Vigo Zula), Horatio Kraym, Aviendha Cain, republikanische und imperiale Delegationen
 
[Jaso-Sektor, Polith-System, Thyferra, Xozhixi, Raumhafen, Landefeld]- Gouverneur Kraym, Aviendha, imperiale Delegation, angetretene Sicherheitskräfte

Zum wiederholten Male widerstand Aviendha dem Drang, nach dem Kragen ihrer Uniform zu greifen und diesen zu lockern, um sich so – vermutlich illusorische – Linderung ihres leichten Unwohlseins zu verschaffen. Die schwüle Hitze unter dem Baldachin, das zur Abschirmung des imperialen Empfangskomitees aufgespannt worden war, war unerträglich wie an Thyferras schlimmsten Tagen – zu denen im Grunde jeder Planet auf dem Dschungelplaneten gehörte, den sie außerhalb eines wohlklimatisierten Gebäudes verbringen musste – und die Aussicht auf die aller Wahrscheinlichkeit nach hochsensiblen Gespräche, die in den nächsten Stunden und Tagen zu führen waren, fügte dieser physischen Komponente noch eine höchst unangenehme psychologische hinzu.

Nach dem Besuch der Playoffs hatte die stellvertretende Statthalterin noch einen kurzen Zeitabschnitt gefunden, um sich wieder ein wenig in Form zu bringen – natürlich nur, damit die Reaktionen ihres Körpers auf das Klima diese Bemühungen binnen Sekunden wieder obsolet erscheinen lassen konnten – sodass sie schließlich pünktlich am Landefeld des Raumhafens von Xozhixi eingetroffen war, wo nun in einem quälend langsamen Prozess angespannte diplomatische Nettigkeiten ausgetauscht werden würden. Ein wenig war sie sogar gespannt darauf, wie gut man die sprichwörtlichen einsatzbereiten Vibrodolche unter ihren Seidentüchern wohl erkennen mochte.

Dass zwischen vielen Delegationen, die sich in Kürze hier einfinden würden, und dem Galaktischen Imperium im Allgemeinen oder der Verwaltung des Jaso-Sektors und Thyferras im Speziellen keine sonderlich große Liebe herrschte, war kein großes Geheimnis. Aviendhas eigene Vorbereitung auf die bevorstehenden Verhandlungen hatte sie etwa noch einmal mit Holomaterial in Verbindung gebracht, aus dem die fast impertinente Empörung der Handelsföderation hervor gegangen war, die die vagen Bestimmungen des Vertrages von Umbara (die hier und heute auch nachverhandelt werden sollten) in diesem Konglomerat hervorgerufen hatten. Dazu kamen Vertreter des Senats der Republik und dieser nahestehender Unternehmungen, die sich mit dem Imperium nun plötzlich am Verhandlungstisch und nicht auf dem Schlachtfeld messen mussten.

Gleichzeitig hatte der Gegenstand der Verhandlungen in den letzten Tagen an Brisanz gewonnen – obschon die ökonomische Sensibilität von Fragen der Bactaverteilung und der Durchführung des Transportes dieses kostbaren Guts auch vorher nicht von der Hand zu weisen gewesen war, war die politische Komponente mit dem Ausbruch einer mysteriösen Krankheit im Corusca-Sektor überraschend in den Vordergrund getreten. Von dieser Epidemie hatte Aviendha zunächst nur als Randbemerkung im Holonetz Notiz genommen – ihr Hauptaugenmerkt hatte Berichten über die Lage im Koornacht-Sternenhaufen und bei Galantos gegolten – doch mit jeder neuen Erwähnung schien die Lage insbesondere auf dem jüngst der Republik überantworteten Stadtplaneten schlimmer zu werden, ein Umstand, auf den die Kommentatoren der COMPNOR nur allzu gerne hämisch hingewiesen hatten. Aviendha fragte sich, welchen Einfluss diese kleine Krise wohl auf das Verhalten insbesondere der republikanischen Delegation haben mochte – würde die Not der Kranken von Coruscant ihnen möglicherweise in anderen Teilbereichen der Verhandlungen Zugeständnisse abnötigen, etwa um zu gewährleisten, dass die der Republik zugeteilte Bactaquote erhöht wurde und die Differenz nicht zu den Konditionen des freien Marktes – dessen Preise mit Sicherheit auf den gestiegenen Bedarf reagieren würden – aufkaufen zu müssen? Oder würden sich die Verhandlungsführer der Gegenseite als eiskalte Pokerspieler erweisen, deren Gebaren dann allerdings nicht zum sorgfältig durch die Presseorgane der Republik kolportierten Image ihrer Senatoren als demütige, selbstlose Diener des Volkes passen würde?

Während ihre Gedanken so um vage Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten kreisten, ohne zu einem befriedigenden Schluss zu kommen, ruhte ihr Blick für einen Moment auf ihrem Vorgesetzten und dem blassen Mann, mit dem er augenscheinlich in ein Gespräch vertieft zu sein schien. Für einen kurzen Moment hatte die Farbgebung der Uniform dieses Mannes jedwede Farbe aus ihrem eigenen Gesicht verschwinden lassen, doch dann war ihr schnell klar geworden, dass es sich bei ihm um keinen Offizier oder Agenten des Imperialen Sicherheitsbüros handelte – vielmehr war er Angehöriger einer anderen, wenn auch nicht weniger gefährlichen Organisation, mit der Aviendha allerdings noch nicht aneinandergeraten war. Junior Agent Nire war anwesend gewesen, als Aviendha Kraym mit ihrer Ernennung zu seinem Stellvertreter konfrontiert hatte, doch darüber hinaus hatte sie noch keinerlei Kontakte mit dem geheimdienstlichen Gewährsmann des Gouverneurs – so vermutete sie zumindest – gehabt. Die einzige andere Agentin des imperialen Geheimdienstes, die Aviendha getroffen hatte, war Kytana Soutenne gewesen, jene rätselhafte nichtmenschliche Frau auf Galantos, die sowohl die Flotte in Gestalt Admiral Prokiths, als auch das ISB vertreten durch Colonel Delvarus gekonnt auf die Palme gebracht hatte. Auf N’zoth waren sämtliche geheimdienstliche Fäden bei Kerrigan zusammengelaufen – und das, wie der spätere Aufstand der Yevethaner hatte zeigen wollen, nicht wirklich erfolgreich. Natürlich war es trotzdem nachvollziehbar, dass auch Kraym nicht unbedingt erpicht darauf war, ihr als seiner Stellvertreterin mehr Ressourcen zuzugestehen als zwingend notwendig. Und das Wissen dieses Agenten gehörte offenkundig dazu.

Angestrengt blinzelte die Vizegouverneurin einen Schweißtropfen weg, der sich an ihrer Augenbraue gebildet hatte, just in dem Moment, in dem das charakteristische Summen von Repulsoren die Ankunft der ersten Delegation ankündigte. Das eigentümlich geformte, im Vergleich zu den Shuttles der Lambda-Klasse, wie sie vom Imperium verwendet wurden, fast fremdartig wirkende Fluggerät, das sich kurz darauf sanft in Einklang mit der Schwerkraft Thyferras brachte, gehörte der äußeren Symbolik nach zu urteilen zur Delegation der Handelsföderation – ein Ersteindruck, der sich sofort erhärtete, als ein Neimoidianer – oder eine Neimoidianerin? – in Begleitung einer aus Droiden bestehenden Eskorte dem Gefährt entstieg und sogleich von Kraym und dem thyferranischen Premier begrüßt wurde, während sich Aviendha ihrem protokollarischen Status entsprechend im Hintergrund hielt.

Kraym überraschte sie, als er – aus ihrer Warte nur schwer, aber doch eindeutig erkennbar – der Gesandten der Handelsföderation (spätestens jetzt und nachdem sie sich die entsprechenden Dossiers in Erinnerung gerufen hatte, war Aviendha klar, dass es sich um eine Frau handeln musste) galant den Handrücken küsste. Sie kannte zahlreiche imperiale Funktionäre – besonders aus ihrer kurzen Zeit auf Bastion – die sich eher beide Arme hätten amputieren lassen, als einem Nichtmenschen, selbst einer Würdenträgerin eines derart bedeutenden wirtschaftlichen Akteurs wie der Handelsföderation, eine derartige Höflichkeitsgeste zukommen zu lassen, noch dazu eine, die fast ein wenig Intimität suggerierte. Der Statthalter des Imperators auf Thyferra beherrschte das diplomatische Parkett also recht sicher – oder mochte er am Ende nicht mit ganzem Herzen hinter gewissen Dekreten der Neuen Ordnung stehen?

Das nächste Schiff, das zum Landeanflug ansetzte, war bedeutend größer als das Shuttle der Handelsföderation und Aviendha ertappte sich dabei, wie sie leicht nervös ihre Uniformjacke straffte. Das scharlachrote Diplomatenschiff der Consular-Klasse, das den ebenso provokanten wie wenig wohlklingenden Namen Democracy trug, beherbergte die republikanische Delegation, so wie sie der imperialen Verwaltung angekündigt worden war, bevor sie – in Begleitung eines Kreuzers nicht geringer Größe – im Polith-System angekommen war. Als Nylar ihr kurz vor Ankunft auf dem Landefeld eröffnet hatte, dass der jüngste Plan der protokollarischen Abteilung – zweifelsohne abgesegnet von Kraym persönlich – vorsah, dass sie diejenige sein sollte, die die Gäste von Mon Calamari als Erste ein Empfang zu nehmen hatte, war ihr ihr Herz mehr als nur ein wenig in die Hose gerutscht. Sie war sich immer noch im Unklaren darüber, welche Motive die Entscheidungsträger zu diesem Schritt bewogen haben mochten – war sie als wohlkalkulierte Schmähung den Gesandten des Erzfeindes gegenüber intendiert, womöglich um diese aus dem Konzept zu bringen, oder aber sollte sie – als Frau – der Homogenität der imperialen Delegation was Geschlecht und Spezies anging ein wenig an Schärfe nehmen und somit implizit signalisieren, dass die imperialen Verhandlungsführer bereit waren, die Vielfalt ihrer Gegenüber aus der Republik zu akzeptieren? Sie konnte sich zweites eigentlich kaum vorstellen – doch dann wiederum hatte sie in der imperialen Delegation auch keinen Vertreter der COMPNOR entdeckt. War das ein Charakterzug Krayms? Gab er Pragmatismus – also der Aussicht auf ein positives Verhandlungsergebnis – den Vorzug vor Ideologie? Und was noch viel wichtiger war – würden die Gesandten der Republik dieses Signal überhaupt verstehen, so es denn auf diese Art gemeint war?

Das Schiff war mittlerweile gelandet und spätestens, als die Musikkappelle zur akustischen Begrüßung der Gäste ansetzte, wusste Aviendha, dass die Zeit des Sinnierens für den Moment vergangen war. Jetzt blieb ihr nur, zu hoffen, dass ihr Auftreten vor der republikanischen Gesandtschaft Kraym keinerlei Angriffsfläche bot. Vielleicht war das sogar der Plan gewesen – sie in eine Lage hineinzumanövrieren, in der sie geradezu zwangsläufig einen diplomatischen Eklat provozierte, um sie danach entsprechend in Regress nehmen zu können. Dieser Gedanke ernüchterte Aviendha. Sie war Verwalterin – eine Bürokratin durch und durch, wenn man so wollte – keine Diplomatin.

Und schon wurde ihre gänzlich ungeschulte diplomatische „Kunst“ auf die erste Probe gestellt, als die Angehörigen der republikanischen Delegation ins Freie traten. Natürlich hatte sie die Dossiers gelesen, die Holoaufnahmen studiert, doch nichts hätte sie auf den Anblick Vilnok Moors, des Senators von Vinsoth, vorbereiten können, der etwas behäbig thyferranischen und somit imperialen Boden betrat. Moor war ein Chevin – und das bedeutete, dass vor ihr eine unglaubliche Masse emporragte, deren anatomische Anordnung jedweden menschlich geprägten Ordnungsvorstellungen massiv widersprach. Der Senator überragte sie um fast einen halben Meter, doch trotzdem befand sich sein… Mund… deutlich unterhalb des ihren, fast auf Kniehöhe. Sie war sich sicher – oder hoffte zumindest – dass dieser Anblick selbst den liberalsten Geist, dessen Konzeptionen nicht durch das xenophobe Gedankengut der Kommission durchsetzt waren, zumindest ein wenig überfordern würden. Jetzt hatte Thyferras Klima zumindest ein Gutes – etwaige Schweißperlen konnten natürlich ebenso gut durch die Schwüle verursacht worden sein, nicht durch ihre akute Nervosität, die einer Angehörigen der mächtigen imperialen Sektorverwaltung gar nicht gut zu Gesicht stand.

Der Rest der republikanischen Delegation kam etwas weniger exotisch daher – zwar war ein weiterer Nichtmensch anwesend, eine Ishi Tib, doch im Vergleich zu Moor wirkten diese Amphibienwesen mit ihren Stilaugen fast menschenähnlich. Darüber hinaus war die Ähnlichkeit zur Spezies der Menschen nicht unbedingt ein Charakteristikum, das Aviendha mit steigender Sicherheit assoziierte. Die Yevethaner waren menschenähnlich gewesen. Sehr menschenähnlich.

Um einen neutralen Gesichtsausdruck bemüht konzentrierte Aviendha sich wieder auf Moor. Er hatte das republikanische Schiff als erster verlassen, was, in Verbindung mit der Tatsache, dass er auch zu den Verhandlungen auf Umbara zugegen gewesen war, dafür sprach, dass er für den Moment die Wortführung der Republikaner übernahm – und somit Adressat der Begrüßung war, die sie zu entbieten hatte.

„Senator Moor.“

Sie verneigte sich leicht.

„Ich bin Vizegouverneurin Aviendha Cain, stellvertretende Statthalterin Seiner Imperialen Majestät Allegious des Ersten hier auf Thyferra.“

Mittlerweile hatte sie wieder gerade Haltung angenommen und bemühte sich, Augenkontakt mit Moor zu halten – was sich als schwierig erwies, da die Augen des Chevin fast vollständig hinter Fleischwülsten zu verschwinden schienen.

„Im Namen Seiner Majestät, der Verwaltung des Jaso-Sektors und des Gouverneurs von Thyferra heiße ich Sie und Ihre Kollegen herzlich Willkommen.“

Die Form gebot, auch Kraym in diese Formulierung miteinzubeziehen, obwohl dieser kaum ein paar Meter entfernt stand und die Szene vermutlich mit einem gewissen Amüsement verfolgte.

„Das Imperium hofft, dass wir auch auf imperialem Boden fruchtbare Verhandlungen im Geiste des Vertrages von Umbara führen können und jeweils von ihren Ergebnissen profitieren.“

[Jaso-Sektor, Polith-System, Thyferra, Xozhixi, Raumhafen, Landefeld]- Gouverneur Kraym, Senator Vilnok Moor, Aviendha, republikanische Delegation, imperiale Delegation, Delegation der Handelsföderation, angetretene Sicherheitskräfte
 
Polith-System - Thyferra - MC-18 - Shana, Tenia, Akani


Einen Moment lang herrschte Stille, während Tenia einfach nur in Gedanken versunken dasaß. Akani fragte sich, was seiner Meisterin wohl gerade durch den Kopf ging, störte sie jedoch nicht, sondern übte sich in Geduld. Er bemerkte, dass seine Finger lautlos auf sein Bein klopften, und benutzte aus einer Laune heraus die Macht, um sie festzuhalten. Dann kam ihm ein Gedanke.
Bin ich wohl physisch oder geistig stärker?
Er hob die Hand, während er gleichzeitig in der Macht versuchte, sie herunterzudrücken, und wie sich herausstellte, gelang ihm dies mühelos. Als er jedoch seine körperlichen Anstrengungen verstärkte, stellte er fest, dass gleichzeitig sein Machtgriff aufgrund seiner zurückgehenden Konzentration schwächer wurde, sodass sein Arm nun gewann. Er konzentrierte sich stärker, und das ganze ging von vorn los.
Wenn das mal nicht ein eindeutiges Zeichen von Langeweile ist, dachte er über sich selbst amüsiert.

"Auf jeden Fall wird es nicht schaden, wenn du neben meinen Gedanken dazu, selbst noch einmal in dich gehst", kam es plötzlich von Tenia.
Der Chiss beendete seinen Ringkampf mit sich selbst und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf sie.
Seine Meisterin ermutigte ihn, derartige Themen offen anzusprechen, und erklärte, dass man solche Dinge nicht immer nur für sich selbst behalten sollte.
Akani nickte.

"Und...naja, das mag aus dem Munde eines Padawan etwas seltsam klingen, aber ich möchte trotzdem sagen, dass das auch andersherum gilt. Wenn du jemanden zum reden brauchst, dann...tja, bin ich da."
Er lächelte schwach. Nicht dass er davon ausging, dass seine Meisterin ihre tiefsten Geheimnisse mit einem Frischling wie ihm teilte, aber er hatte dennoch das Gefühl gehabt, das sagen zu müssen. In der doch noch recht kurzen Zeit, die er nun Tenias Padawan war, hatte er sehr viel von ihr gelernt, und vielleicht konnte er ja zumindest einen winzigen Teil davon auch zurückgeben.

Auf seine Nachfrage bezüglich Plänen zum alten Jeditempel konnte Tenia nichts festes antworten, meinte aber, sich sehr sicher zu sein, dass der Orden ein deutliches Interesse daran haben dürfte, ihn zurückzubekommen.
Nachdem Akani durchaus klar war, dass hierzu allerdings die erfolgreiche Bekämpfung dieser Seuche auf Coruscant notwendig war, konnte er ihr nur zustimmen, als sie schloss:

"Hoffen wir also das Beste, dass wir bald fündig werden."

Und tatsächlich veränderte sich in diesem Moment das Licht, das durch die Fenster hereinfiel, und Akani bemerkte, dass sie wieder aus dem Hyperraum ausgetreten waren. Er stand auf und blickte hinaus, und da war auch schon Thyferra, vom Weltraum betrachtet undglaublich grün, weil aufgrund des heißen, feuchten Klimas große Teile des Planeten von Regenwald bedeckt waren. Kurze Zeit später war er auch schon auf riesenhafte Ausmaße angewachsen, und dann trat das Raumschiff bereits in die Atmosphäre ein.

Und je näher sie ihrem Ziel kamen, desto gespannter war Akani darauf, wie wohl seine zweite Mission als Padawan laufen würde...


Polith-System - Thyferra - MC-18 - Shana, Tenia, Akani
 
[Polith-System | Thyferra | Xozhizi | Raumhafen | Landefeld] Vilnok Moor (alias Vigo Zula), Horatio Kraym, Aviendha Cain, republikanische und imperiale Delegationen

Es war einer jener Momente, in denen Vilnok Moor sehr zufrieden damit war, dass seine Spezies in der Galaxis ziemlich unbekannt war. Viele Wesen, insbesondere die bigotte menschliche Herrenrasse des Imperiums, hatten noch nie einen Chevin gesehen, geschweige denn sich mit der Körpersprache dieses Volkes vertraut gemacht. Sicherlich hatte der Ärger ein kurzes Zucken seiner Nasenrückenmuskulatur und der Unterlippe ausgelöst, aber diese Zeichen wussten die Menschen höchstwahrscheinlich nicht zu deuten. Ein anderer Chevin oder auch ein Chev hätte ihm nämlich angesehen, dass er keineswegs erfreut über die unerwartete Tatsache war, dass Horatio Kraym nicht selbst vortrat, um die Gäste zu begrüßen. Stattdessen hielt dieser sich zurück, in einer Distanz von nur wenigen Metern, um seine Stellvertreterin vorzuschicken. Eine Frau! Moor hatte keine Vorbehalte gegen das andere Geschlecht, das Imperium aber schon. Nur wenige hohe Würdenträger in Allegious' Reich waren weiblich, in der Verwaltung ebenso wie im Militär. Diese hier, Aviendha Cain, war in eine beachtliche Position aufgerückt, dennoch war sie nach wie vor eine Angehörige des Geschlechtes, dem in der so genannten ›Neuen Ordnung‹ meist andere Rollen zugedacht waren. Und vor allem war sie nach wie vor nur Krayms Stellvertreterin! Natürlich wusste der Senator, was das bedeutete. Man musste kein erfahrener Politiker sein, um zu verstehen, dass die republikanische Delegation damit herabgesetzt wurde. Und zwar vor den Augen von Luura Dofine, die als Vertreterin der Handelsföderation zugegen war. Sie stand neben dem Governor (womit auch sie über die Gesandten von Mon Calamari gestellt wurde) und war Zeuge dieser wenig gastfreundlichen Geste, die sie mit Sicherheit ebenfalls als solche erkannte. Das also war das Signal, das die Herrscher von Thyferra an die Neue Republik senden wollten: Dass man sie hier duldete, aber nicht bereit war, sie mit dem gebotenen Respekt einer Großmacht gegenüber zu behandeln. Und dass man sie in den kommenden Gesprächen nicht als gleichberechtigte Verhandlungspartner betrachten würde. Von der gleichen Augenhöhe, die auf Umbara geherrscht hatte, war nun nichts zu sehen; offenbar hatten Kraym und das Imperium nicht die Absicht, den schönen Schein von der friedlichen Einhelligkeit zwischen einstigen Feinden aufrecht zu erhalten, sondern wollten sich auf Kosten der Republik profilieren.

Wenn die republikanische Delegation sich jetzt von Aviendha Cain zum Governor führen ließ wie vom Haushofmeister zum Thron eines Herrschers, um dann selbst die Grußworte an ihn zu richten statt umgekehrt, dann erkannte sie die ungleiche Rollenverteilung an. Sie machte sich dann vom ehrenwerten Gast zum Bittsteller, der nicht zu Verhandlungen kam, sondern zu einer Audienz, bei der er sein Anliegen demütig vortragen durfte, um auf das Wohlwollen der Höheren zu hoffen. Doch Moor war nicht bereit, das Spiel nach Governor Krayms Regeln zu spielen. Wäre dies ein anderer Ort, andere Umstände und er selbst nicht in der Rolle des Senators, sondern in der eines Vigo der Black Sun, dann würde er die Stellvertreterin wohl mit einem Schlag seines Handrückens samt goldenen Ringen beiseite fegen, um ihrem arroganten Herrn unerschrocken entgegenzutreten und eine Entschuldigung für diese Respektlosigkeit einzufordern. Doch so verhielt sich Zula, nicht der ehrenwerte Vilnok Moor. Dieser war demokratischer Politiker, kein Gewaltherrscher, und trug seine Schlachten auf andere Weise aus. Moor beschloss, es dem Governor mit gleicher Münze heimzuzahlen und auf diese Weise klarzumachen, dass man so nicht mit ihm umspringen konnte. Am besten tat er das, indem er Kraym ebenso links liegen ließ, wie dieser es mit den republikanischen Gästen tat. Dementsprechend würdigte er den Menschen keines Blickes sondern konzentrierte sich völlig auf Cain, als er ein wohlwollendes Lächeln aufsetzte und in freundlichem Tonfall antwortete:


»Miss Vice Governor Cain, ich danke Ihnen für den Willkommensgruß. Darf ich Ihnen meine Begleiter vorstellen? Die ehrenwerten Senatoren Shisan Dheeb von Tibrin und Thrissur Dumont von Jabiim, die gemeinsam mit mir im Namen der Völker der Neuen Republik sprechen werden; sowie Mirco Cadian, Bevollmächtigter von SoroSuub, und Sorlas Brent, Mitglied des Aufsichtsrates der Corellian Engineering Corporation.

Es ist uns eine Freude und eine Ehre zugleich, hier auf Thyferra zu sein und damit zu den ersten Vertretern der Neuen Republik zu gehören, die in diplomatischer Mission das Imperium bereisen. Wir wissen die Gastfreundschaft Ihres Volkes und seinen guten Willen sehr zu schätzen, Miss Cain. Jedenfalls freue ich mich auf die bevorstehenden Gespräche und hoffe wie Sie, dass das Ergebnis beiden Seiten zum Vorteil gereichen wird.

...Ah, wie ich sehe, ist auch die ehrenwerte Oberste Händlerin der Handelsföderation bereits eingetroffen. Ich nehme an, dass Sie uns bei Gelegenheit miteinander bekannt machen werden.«

Kein Wort zu oder über Horatio Kraym. In den Gesichtern seiner Mitreisenden (außer dem von Senatorin Dheeb, in deren Schnabelvisage er keine Regung erkennen konnte) sah er die Überraschung darüber, dass er diesen Affront wagte. Doch sie spielten mit: Jeder neigte das Haupt vor der Vizegouverneurin oder reichte ihr die Hand und auch sie fanden kurze Grußworte, so als gingen sie davon aus, dass Cain anstatt Kraym ihre Gastgeberin wäre und für das Imperium sprach. Vilnok Moor amüsierte sich königlich, natürlich ließ er sich davon aber nichts anmerken. Sein kleiner Streich gelang; niemand machte Anstalten, um die Gunst des Governors zu buhlen. Kraym schmeckte seine eigene bittere Medizin und war nun selbst in der ungünstigen Position, sich überlegen zu müssen, wie er diese Situation auf diplomatische Weise klärte, ohne sein Gesicht zu verlieren. Und zwar bevor die Republikaner vielleicht noch auf den Gedanken kamen, Aviendha Cain die Gastgeschenke des Senats zu überreichen. Moor hätte keine Skrupel, auch diesen radikalen Schritt zu wagen!

[Polith-System | Thyferra | Xozhizi | Raumhafen | Landefeld] Vilnok Moor (alias Vigo Zula), Horatio Kraym, Aviendha Cain, republikanische und imperiale Delegationen
 

Polith-System - Thyferra - MC-18 - Shana, Tenia, Akani


Als Akani Tenia gleichfalls das Angebot machte, sich an ihn wenden zu können, musste die Nullianerin lächeln. Vielleicht sogar ein wenig gerührt, auch wenn klar war, dass sie dieses Angebot kaum würde annehmen können. Sie konnte ihren Schüler nicht mit ihren Gedanken belasten, ohne ihn in seiner Ausbildung zu gefährden. Gerade als seine Meisterin musste sie ihm Sicherheit vermitteln. Ihm zu sagen, dass sie Faszination für die dunkle Seite besaß? Dass sie manchmal wünschte, dass jeder vor Ehrfurcht erzitterte wenn er sie sah? Sie konnte Akani kaum fragen, was sie gegen diese Gefühle tun konnte. Nein, wahrscheinlich war es nicht einmal klug das Steven oder Nei zu erzählen und für eine Sekunde kam Tenia Rosita in den Sinn. Erneut unterdrückte sie ein Seufzen. „Danke und ich habe schon seltsamere Sachen gehört“, überspielte sie ihre vorherigen Gedanken mit einem Zwinkern. Rosita. Sie konnte doch nicht ausgerechnet zu dieser Jedi gehen Am Ende hielt sie von Tenia nur wieder das, was sie bei ihrer ersten Begegnung von ihr gehalten hatte. Es war so absurd in diesen mustern zu denken! Wovor hatte sie nur solche Angst? Davor ihr Gesicht zu verlieren, weil sie ehrlich war? Das machte keinen Sinn. Ihre Angst war eine andere. Sie hatte Angst vor einer Rüge. Und allein diese Angst war schon wieder meilenweit von dem entfernt, was ein Jedi sein sollte.
Zum Glück erforderte das landende Schiff Tenias Aufmerksamkeit und beendete ihre Gedankenkreise.

Thyferra!

Tenia musste ebenfalls aufstehen, denn das, was sie gelesen hatte, hatte mit dem, was sie sah keine Ähnlichkeit. Der Planet war umwerfend. Wälder! Keine Beschreibung in keinem Buch der Welt konnte das auslösen, was dieser Anblick in Tenia hervorrief. Vergessen waren die Gedanken an Sith und ihre eigenen Unzulänglichkeiten. Was vielleicht Wehmut in ihr hätte auslösen sollen, sorgte für etwas gänzlich anderes. Ehrfurcht, ja, am ehsten war das, was in Tenias Blick lag, mit Ehrfurcht zu beschreiben und mit eine so große Wiedersehensfreude, als wäre sie tatsächlich schon einmal auf Thyferra gewesen. Wie Null, Thyferra sah so schön aus wie Null und wie sehr hatten ihr die Wälder gefehlt! Wie sehr hatte sie sich nach dem satten Grün gesehnt und Tenia roch quasi von hier aus, in diesem Schiff, wie der Dschungel riechen musste, fühlte den Boden schon unter ihren Füßen. Ein Laut der Begeisterung drang aus Tenias Kehle, die ihren Blick überhaupt nicht mehr abwenden konnte. Selbst wenn sie sich eben noch gesagt hatte, dass dieses Hetzen von Mission zu Mission anstrengend war, Thyferra schien alles zu entschuldigen. Natürlich war es nicht Null, aber ein richtiger Wald. Keine hässlichen Industriegebäude, keine Großstadt. Auch als sich das Bild änderte und nicht nur der Planet als solches, sondern der Raumhafen näher kam, konnte das Tenias Gefühl ein wenig zu Hause zu sein, keinen Abbruch verschaffen.

„Wir sind da“, sagte sie unnötigerweise, aber mit einem glückseligen Lächeln auf den Lippen, dass sie irritiert aufgab, als sie es bemerkte. „Ähm, wir sollten vielleicht unsere Sachen holen.“
Und vermutlich besprechen, wie es auf diesem Planeten weiter gehen sollte.


Polith-System – Landeanflug auf Thyferra - MC-18 - Shana, Tenia, Akani

 
Polith-System - Thyferra - MC-18 - Shana, Tenia, Akani


Akanis Versicherung, für Tenia ein offenes Ohr zu haben, brachte diese zum Lächeln. Einen kurzen Augenblick lang saß sie wieder da und dachte über etwas nach, um dann aber zu zwinkern.
"Danke und ich habe schon seltsamere Sachen gehört", meinte sie.
Dann sah auch sie sich das Ziel ihrer Reise durch die Fenster an.


Die Planetenoberfläche kam immer näher, bis der Chiss auch schon den Raumhafen erkennen konnte, den sie für die Landung nutzen würden. Das Schiff setzte sanft auf, und Akani fiel auf, dass dieses Mal der Autopilot übernommen hatte. Hier war das kein Problem, da sie nunmal in einem Raumhafen gelandet waren, wo alles auf Schiffe ausgelegt war. Der Chiss fragte sich jedoch, ob er nicht doch irgendwann in die Situation kommen würde, wo er ein Raumschiff selbst steuern müsste...Er sollte seine Meisterin wohl demnächst auf diesen Punkt ansprechen und fragen, ob sie nicht einige Flugstunden in seinen Lehrplan einbauen sollten.
Da meinte Tenia mit einem Lächeln:

"Wir sind da."
Im nächsten Moment blickte sie etwas irritiert drein und das Lächeln erlosch. Schließlich schlug sie vor, dass jeder seine Sachen nahm.

Gesagt, getan. Nachdem sie alle sich ausgerüstet hatten, verließen sie das Schiff, und Akani blickte sich neugierig um. Neben der schwülen Hitze - deretwegen er sehr froh über seine leichten Klamotten war - fiel ihm sofort der Geruch auf. Es roch nach Pflanzen, nach Feuchtigkeit, nach...ja, einfach nach Tropen. Der Padawan atmete tief ein und genoss diesen Geruch, den er automatisch mit Leben verband.

Dann fiel ihm auf, dass das Trio blöd in der Gegend herumstand.
"Tjaaa...und jetzt? Gibt es sowas wie einen Plan, oder stürzen wir uns das nächstbeste Alazhivorkommen und experimentieren damit herum?", fragte er in die Runde.


Polith-System - Thyferra - Raumhafen - Shana, Tenia, Akani
 
- Klai Qui-Xot, offizieller Gesandter der „Viraxo Industries“ und inoffiziell Ad'ika der Black Sun -

]Innerer Rand | Jaso-Sektor | Polith-System | im Anflug auf Thyferra – Y-Dreißig „Mammon | Private Kajüte des Eigners[
Klai Qui-Xot allein

Mit einem gewaltigen Satz sprang die schneidige „Mammon“, eine kostspielige Yacht der Marke Y-Dreißig aus den Druckenwellschen Produktionsstätten der Unternehmung „Wingston Corporation“, aus dem Hyperraum ins belebte Polith-System, reihte sich nach einem ausladenden Wendemanöver in den steten Fluss der Neuankömmlinge ein und näherte sich dann – genau wie die anderen zivilen Schiffe vor Ort – der namhaften Hauptwelt Thyferra. Hauptsächlich für das Allheilmittel Bacta und für überaus leichte Stoffe war der Planet bekannt, der im vom Galaktischen Imperium beherrschten Inneren Rand lag. Fast ausschließlich aus dem Export dieser beiden Güter in die komplette Galaxie schöpfte dessen Bevölkerung – vor allem die Ahnen menschlicher Kolonisten – ihren Reichtum und sicherten sich damit zugleich auch einem Platz auf der intergalaktischen Polit-Bühne.

Klai Qui-Xot, der vermögende Eigentümer und einzige Passagier dieser Yacht, hatte allein aufgrund eines solchen Großereignisses, speziellen Nachverhandlungen zum „Friedensvertrag von Umbara“, die lange Reise von Malastare angetreten. Im Namen von „Viraxo Industries“ sollte der blauhäutige Pantoraner in den anstehenden Gesprächen diverse Vertriebsrouten sichern und das Unternehmen so an dem unerschöpflichen Quell, den man mittlerweile Bacta-Monopol nannte, beteiligen. Obgleich solch eine gewaltige Aufgabe einen einfachen Mann schnell die Blässe ins Gesicht treiben konnte – insbesondere da Thyferra immer näher kam –, blieb der beleibte Geschäftsmann ruhig. Gelassen sah er in seiner Privatkabine aus dem Panoramafenster, hielt ein halbvolles Glas Eiswasser in der Hand und hing seinen eigenen Gedanken nach. Sorgfältig, überaus sorgfältig hatte er sich auf das Treffen mit dem imperialen Governor, dessen Stab und all den mächtigen Konkurrenten vorbereitet, die sich ebenfalls für die Distribution von Bacta interessierten.

Seine Ruhe kam aber nicht nur daher, dass er solch eine Situation – natürlich im kleineren Maßstab – schon erlebt hatte, sondern seine Selbstsicherheit zog er besonders aus der Gewissheit, dass hinter ihm noch eine fast die gesamte Galaxie umspannende Organisation lauerte: die Black Sun. Denn im Geheimen war Klai Qui-Xot, der offiziell als Berater für den Vorstand von „Viraxo Industries“ tätig war, auch der persönliche Beistand von Vigo Chire Frodnedul. Äußerst dubiose Geschäfte – manche sprachen viel mehr von Manipulationen – an den größten Börsen der Galaxie hatten den Pantoraner, der in solchen Kreisen häufig als „Informationshändler“ bezeichnet wurde, letztendlich in die Fänge des gewaltigen Syndikats geführt. Glücklicherweise hatte er sich schnell an diese neue Phase seines Lebens gewöhnt und gelernt wie er in einem System voller Krimineller überleben konnte – ja, sogar aufsteigen konnte. Nun, nach einigen Jahren im Dienste seines Herren, nannten ihn dessen Lakaien ehrfurchtsvoll „Legwritz“. Denn im Gegensatz zum Gros dieser Leute gehörte er in der Tat zu Chire Frodneduls engeren Personenkreis.

Im steten Strom der unzähligen Frachter, Passagierschiffe und Yachten näherte sich die „Mammon“ noch immer der berühmten Bacta-Welt Thyferra. Kriegsschiffe, die in diesem System sonst kaum in Erscheinung traten, kreuzten hin und wieder nah, ziemlich nah an den Schiffen der Zivilisten vorbei – genauso wie die weitaus kleineren Einheiten der imperialen Zollbehörde. Sie sorgten gemeinsam für Sicherheit und Ordnung im ganzen Polith-System. Obwohl auch ein Sternzerstörer der Victory-Klasse immer wieder den Vordergrund zu suchen schien, waren sie aber alle in diesem Augenblick kein so großer Blickfang wie der gigantische Ringfrachter der Lucrehulk-Klasse sowie die Schar an Transportern der namhaften Handelsgilde und Firmenallianz. Mochte man tatsächlich in den letzten Tagen nichts von den anstehenden Nachverhandlungen gehört haben, die nun auf Thyferra wirklich an diesem Tage beginnen sollten, so konnte man nun dennoch in Stutzen geraten. Denn als riesiger Umschlagplatz für Handelsgüter aller Art und Güte war diese Welt eigentlich nicht bekannt.

Beiläufig nippte die blauhäutige Gestalt an ihrem Eiswasser, während sich die Gedanken weiterhin hauptsächlich mit dem anstehenden Treffen beschäftigten. In jüngeren Jahren – als seine Karriere in der Unterwelt noch „Zukunftsmusik“ war – hatte er auf Corulag einst Krayms Vater, Helius Kraym III., kennengelernt. Eine flüchtige Bekanntschaft; mehr nicht. Selbst von dem schlimmen Skandal, der im Zusammenhang mit dem einstigen Governor mehrere Jahre später durch die imperiale Presse geisterte, hatte er letztendlich bloß aus dem HoloNet erfahren. Dennoch glaubte Klai Qui-Xot, dass er durch diese Begebenheit – im ärgsten Notfall – einen Trumpf im Ärmel habe. Kurz umspielte ein zufriedenes Lächeln sein bärtiges Gesicht, während der grüne Planet mehr und mehr das großzügige Panoramafenster ausfüllte. Ja, auch diesen Auftrag würde er mit Bravour erfüllen und so die Macht seines zwielichtigen Herrn weiter mehren – da bestanden keine Zweifel für ihn. Derweil seine Yacht urplötzlich ausscherte und sich anschließend auf einem separaten Kurs – begleitet von einer kleinen Teileinheit imperialer Sternjäger – Thyferra näherte, leerte er in einem Zug sein Glas, erhob sich im Anschluss und machte sich für den Empfang fertig.


]Innerer Rand | Jaso-Sektor | Polith-System | im Anflug auf Thyferra – Y-Dreißig „Mammon | Private Kajüte des Eigners[
Klai Qui-Xot allein

[OP: Damit ist nun auch Alaines Anspielstation im Spiel. Ich habe mir mal erlaubt den guten Ad'ika zu einem Pantoraner statt einem Menschen zu machen falls das noch nicht aufgefallen ist. Des Weiteren kennt er trotz seiner weitreichenden Kontakte den guten Zula nicht. Hier arbeiten also unter Umständen zwei Herren für das Erreichen ähnlicher/gleicher Ziele ... oder auch nicht. :)]
 
[: Polith-System | Thyferra | Xozhixi :||: Raumhafen | Landefeld :||: Horatio Kraym, Premier Dimodan und Oberste Händlerin Dofine; imperiale Delegation (darunter Lieutenant Governor Cain), Soldaten der Imperialen Armee und Einheiten der planetaren Sicherheitskräfte in der Nähe :]

Luura Dofine, ihres Zeichens Oberste Händlerin der Handelsföderation, neigte leicht den Kopf und entgegnete anschließend mit näselnder Stimme: „Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Governor. In solchen Stunde, so meinte der Viceroy erst vor wenigen Tagen auf Neimoidia zu mir, zeigt sich wie generös Seine Majestät und dessen Imperium zu all seinen Bürgern ist … und nach diesem überaus freundlichen Empfang pflichte ich ihm da nachträglich liebend gern bei. Obwohl 'Imperial Bacta' – genau wie die Handelsföderation – frei von jeglicher imperialen Kontrolle ist, halten Sie doch sehr sorgsam Ihre Hände über diese junge, aber dennoch einflussreiche Unternehmung.“

„Es ist meine Verpflichtung gegenüber Thyferra und dem Reich selbst, die mich am Ende zu diesem Handeln zwingt“, erwiderte der adlige Imperiale auf der Stelle heuchlerisch und untermauerte diese falsche Bescheidenheit zu allem Überfluss noch kurz mit einem demütigen Lächeln. „Indem meine Untergebenen – unterstützt durch die hiesige Demokratie – dem räuberischen Kartell, das zuvor hier scheinbar alles und jeden ohne Gnade tyrannisierte, mit Erfolg das Handwerk legten, konnte ich der hiesigen Bevölkerung zeigen wie hoch ich deren Wohlergehen einschätze … mag es am Ende auch zu diversen Verstimmungen mit Teilen der alten Elite geführt haben...“

Erneut nickte die Neimoidianerin. „Unkonventionelle Wege führen oft zu solchen Ereignissen. Aber Sie sollten stets daran denken, dass Sie im selben Moment, in dem ein scheinheiliger Freund sie auf einmal verlässt, neue Verbündete finden können.Problemlos ließ sie sich, während sie dies zu dem schlanken Mensch sagte, in Richtung Baldachin führen. „Ich möchte natürlich nicht allzu forsch auf Sie wirken – immerhin kennen wir uns erst seit wenigen Minuten persönlich –, aber trotzdem weise ich Sie schon gern jetzt darauf hin, dass die Föderation immer loyal zum Imperium stand. Nehmen Sie ruhig die Hand an, wenn wir sie Ihnen reichen...“

Tatsächlich überraschte ihn die direkte Art, die diese nichtmenschliche Gesandte schon so frühzeitig an den Tag legte. Sie hatte kaum einen Fuß auf thyferrianischen Boden gesetzt und schon meinte sie Horatio erfolgreich bezirzen zu können. Manipulation! Unter der Maske der Freundlichkeit, die der adlige Verwalter bei öffentlichen Veranstaltungen wie dieser stets zur Schau trug, blitzte zum ersten Mal in ihm leichter Ärger gegenüber der gertenschlanken Dame auf. Da sich die Handelsföderation damals aktiv am Bruderkrieg der Sith beteiligt hatte – und zwar auf Seiten Lord Menaris –, hatte sie ziemlich viel Macht verloren als am Ende Darth Allegious den Thron auf Bastion bestieg. Erst jetzt, da sich Galaktisches Imperium und Neue Republik nicht mehr in unzähligen System bis zum letzten Tropfen Blut gegenseitig bekämpften, sahen solche intergalaktischen Unternehmungen wieder ihre Stunde geschlagen. Denn nun konnte der intergalaktische Handel endlich wieder florieren – manche Händler wähnten sich mittlerweile schon in einem Zeitalter das der untergegangenen Galaktischen Republik glich. Horatio hielt nicht viel von solch naiven Träumereien.

Beinah genauso höflich wie der „Herr“ über die Bacta-Welt empfingen auch die anderen Mitglieder der imperialen Delegation die Neimoidianerin, während deren fünf OOM-Droiden in gebührendem Abstand vor dem Schatten spendenden Baldachin stehen blieben. Zwar mochte man sich oftmals in Kreisen der planetaren Sicherheitskräfte über diese humanoiden Kampfdroiden lustig machen, aber – mit der richtigen Programmierung – konnten selbst diese Dinger gefährlich sein. Horatio hielt also bewusst eine passable Distanz zu diesen Dingern, die nicht mehr als ein dürres Gerippe aus fahlem Metall waren. Just in dem Augenblick als die beiden Vorstandsmitglieder mit Luura Dofine ein paar freundliche Worte wechselten, erklang ein lautes Dröhnen. Das Schiff der nächsten Delegation war im Begriff zu landen. Gleich neben der bizarren Fähre, die von der Handelsföderation gern genutzt wurde, sollte das Schiff auf dem großzügigen Landefeld landen. Plötzlich verdrängte ein gewaltiger Schatten das Sonnenlicht fast auf dem ganzen Landefeld.

Democracy“ – Schon allein der Name stieß dem Governor säuerlich auf. Für die Demokratie – und all die Dinge, die damit letztendlich (direkt wie indirekt) in Verbindung standen – hatte er nicht viel übrig. Obgleich andere Imperiale seine Familie mit Schande überschüttet und sie anschließend ohne Gnade ins Exil geschickt hatten, lehnte Horatio aus vollstem Herzen die „Errungenschaften“ ab, die meistens im Zusammenhang mit der Galaktischen Republik – also im Sinne der „guten alten Zeit“ – genannt wurden. Korruption, Vetternwirtschaft und der unmerkliche Zerfall der Zivilisation hatten am Ende das Proklamieren einer Neuen Ordnung notwendig gemacht – und, obwohl das Imperium nun seit Jahrzehnten auf seinem Staatsgebiet für Sicherheit und Ordnung sorgte, kämpften trotzdem noch immer irgendwelche Unbelehrbaren für dieses anarchistische Gesellschaftssystem. Mit ernster Miene betrachtete Thyferras planetarer Verwalter die Landung des Diplomatenschiffs der Consular-Klasse. Eine Wolke aus Staub und Dreck wirbelten die Repulsoren mühelos auf, bevor der schwere Koloss endlich auf seinen stählernen Füßen zum Stehen kam.

Durch das ständige Hadern mit einer Handvoll Hardlinern in der eigenen Verwaltung – sowie in den übergeordneten Ebenen – hatte Horatio nach etlichen Diskussionen tatsächlich eine folgenschwere Entscheidung getroffen. Anstatt den republikanischen Repräsentanten nämlich mit dem Respekt zu begegnen, der ihnen vermeintlich zustand, schickte er als Empfang seine Stellvertreterin, Aviendha Cain, voraus. So sollten – zur Beruhigung der extremistischen Kreise – neue, versöhnliche Bilder in den Medien beider Seiten vermieden werden. Diplomatisch gesehen war das natürlich ein „Fauxpas erster Güte“. Der Imageschaden, der aus diesem Zurückschrecken resultierte und womöglich diese Nachverhandlungen in ihrer Gänze überschatten konnte, war seiner Meinung nach noch nicht ganz abzusehen. Für einen flüchtigen Augenblick zeigte sich der Widerwillen in seinem Gesicht, der just in diesem Moment in ihm aufspries, als die uniformierte Bakuranerin vollkommen allein zur Rampe des Diplomatenschiffs ging. Mochte sie den Schaden begrenzen können?

Die Delegation – unter der Führung des Chevin Vilnok Moor – kam zum Vorschein und schien den thyferrianischen Premier, Llewas Dimodan, sogleich zu einem Kommentar zu animieren. In einem recht abfälligen Tonfall murmelte er nämlich auf einmal:
„Was für ein scheußliches Tier! Ist dieses Vieh überhaupt zu logischem Denken fähig? Oder erlaubt man sich mit uns etwa einen Scherz...“

„Das ist der Senator von Vinsoth“, entgegnete Horatio kühl, während in Poliths prallen Sonnenlicht immer mehr Schweißperlen auf seiner Stirn zum Vorschein kamen. Sein Blick ruhte genauso auf der grotesken, massigen Gestalt, die gerade schwerfällig die Rampe herab stapfte. „Unter anderem ihm haben wir es zu verdanken, dass Coruscant nun in den Händen der Neuen Republik ist...“

Ja, auf Umbara hatten sich die Wege des Menschen und des Chevin schon einmal gekreuzt. Jeweils im Dienste der eigenen Fraktion hatten sie – jeder in einer anderen Untergruppe – an dem Konstrukt gebastelt, das nun in (fast) der ganzen Galaxie als „Friedensvertrag von Umbara“ bekannt war. War er Moor zu irgendeinen Zeitpunkt in den Reihen der uniformierten Imperialen genauso aufgefallen wie umgekehrt? Obgleich sein Ego natürlich nach solch einer Bestätigung lechzte, konnte man bei nüchterner Betrachtung natürlich eher vom genauen Gegenteil ausgehen. Selbst in der recht kleinen Runde, die gemeinsam über all mögliche wirtschaftlichen Begebenheiten bei einem Frieden beider Seiten verhandelt hatten, hatte er nur nicht mehr als die zweite Geige der Imperialen – hinter Sector Adjutant Aldine – gespielt. Man konnte also nicht per se davon ausgehen, dass sein Name vor dem tatsächlichen Schaffen des Bacta-Monopols innerhalb der Neuen Republik groß im Munde war.

Doch genau in dem Moment, als Cain die Delegierten zu Horatio und Dimodan führen sollte, schien auf einmal der füllige Chevin die Führung zu übernehmen. Höchstwahrscheinlich in einem abrupten Anflug gekränkter Gefühle stapfte er plötzlich ganz entschlossen sowohl an dem Governor als auch an Thyferras amtierenden Premier vorbei. Vollkommen verdutzt blickte der adlige Verwalter zu der beinah genauso überraschten Lieutenant Governor. Da war er nun, der diplomatische Fauxpas! Und selbstverständlich stürzten sich sofort die Cam-Droiden auf diesen Vorfall. Obwohl er bis zu diesem Moment eigentlich das Gefühl hatte, dass alles unter bester Kontrolle war, verkehrte sich dies nun schlagartig ins komplette Gegenteil. Er musste handeln! Irgendetwas tief in seinem Inneren mochte sich zwar sträuben, aber hatte er etwa eine Wahl? Entschlossen ging er auf den Chevin zu.


„Senator Moor, bitte fassen Sie die gegenwärtige Situation nicht als Kränkung auf“, sprach er sofort den massigen Nichtmenschen an ohne ein richtiges Konzept in der Hinterhand zu haben. „Obgleich wir seit unseren ergiebigen Bemühungen auf Umbara in einer friedlichen und freien Galaxie leben, zwingt man uns manchmal trotz allem in ein politisches Korsett. Ich möchte mich deshalb für meine 'Feigheit', dem politischen Druck gegenüber der diplomatischen Höflichkeit den Vortritt gegeben zu haben, entschuldigen. Ich wäre untröstlich, würde die Neue Republik einen diesen raren Momente, gemeinsam mit Vertreten des Galaktischen Imperiums tatsächlich an einem runden Tisch zu sitzen, aufgrund solch eines Fauxpas nicht wahrnehmen.“ Er ließ den Blick von dem Chevin zu den beiden anderen Politikern sowie deren Anhängseln aus der Wirtschaft wandern. Erneut ergriff er das Wort. Jedoch er dieses Mal die gesamte Delegation an: „Im Namen Thyferras und des ganzen Imperiums heiße ich Sie – genau wie meine Stellvertreterin, Miss Cain – herzlich Willkommen. Es ist ein gutes Signal, das wir am heutigen Tage in die gesamte Galaxie entsenden. Deshalb möchte ich Ihnen – gewissermaßen als Zeichen imperialer Gastfreundschaft – gern zwei Präsente überreichen...“

[: Polith-System | Thyferra | Xozhixi :||: Raumhafen | Landefeld :||: Horatio Kraym, Premier Dimodan und Oberste Händlerin Dofine; imperiale Delegation (darunter Lieutenant Governor Cain), republikanische Delegation (darunter Senator Moor und Senator Dumont), Soldaten der Imperialen Armee und Einheiten der planetaren Sicherheitskräfte in der Nähe :]

[OP: Bei den Präsenten handelt es sich natürlich auch dieses Mal um (jeweils) eine Ampulle gefüllt mit reinem Bacta und einem Ballen aus teuerstem, thyferrianischen Stoff]
 
[Polith-System | Thyferra | Xozhizi | Raumhafen | Landefeld] Vilnok Moor (alias Vigo Zula), Horatio Kraym, Aviendha Cain, republikanische und imperiale Delegationen

Völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass Kameradroiden ihre Linsen auf ihn gerichtet hatten, schickte Vilnok Moor sich an, einfach an Governor Kraym und seiner Gesandtschaft vorüber zu gehen, so als wäre außer Aviendha Cain niemand mehr hier, der es wert war, beachtet oder gar begrüßt zu werden. Ein gewagter Auftritt und ein Spiel mit hohem Einsatz. Wenn er sich verzockte, endeten die Gespräche vielleicht bevor sie begannen; was auf einem vom Imperium kontrollierten Planeten schlimmstenfalls passieren konnte, wenn man es sich mit den Gastgebern verscherzte, konnte wohl niemand ermessen. Doch bevor das Desaster vollkommen war, wurde es dem Governor wohl doch zu bunt und er entschloss sich, einzuschreiten und den Versuch zu unternehmen, die Wogen zu glätten. Nun ging er doch den Gästen entgegen, anstatt sie zu sich kommen zu lassen, und richtete seinen Gruß an sie. Die Worte die er wählte, verblüfften Moor allerdings. Sie klangen überraschend ehrlich für einen Vollblutpolitiker, der Kraym nach seinen Informationen zweifellos war. Der Gastgeber entschuldigte sich und gestand ein, dass er unter politischem Druck gehandelt hatte. Eine solche Offenheit kam dem Senator und Vigo beinahe schon verdächtig vor. Entweder hatte seine Provokation den Governor vollständig überrumpelt und aus der Reserve gelockt, oder es handelte sich um eine beeindruckend überzeugend vorgetragene Lüge, die andere Beweggründe verschleiern sollte. Aber das spielte eigentlich keine große Rolle. Der Senator von Vinsoth hatte, was er wollte; angemessene Aufmerksamkeit und Respekt für sich und die republikanische Delegation, die nun nicht mehr als Bittsteller zu Füßen eines Herrschers erschien. Zufriedengestellt und dementsprechend wohlwollend neigte der Chevin sein riesiges Haupt, um seinerseits dem Gastgeber Respekt zu zollen.

»Wir danken Ihnen im Namen des Senats und der Völker der Neuen Republik für Ihre freundliche Begrüßung und Ihr großzügiges Präsent, verehrter Governor Kraym. Und ich bin auch persönlich erfreut, Sie wiederzusehen«, sagte er freundlich, als er die Geschenke entgegennahm.

Es handelte sich um eine Ampulle mit Bacta der höchsten Qualitätsstufe und einen Ballen Seide, von der Vilnok wünschte, sie wäre für ihn persönlich bestimmt; er hätte sich gerne einen Umhang daraus anfertigen lassen. Doch die kostbaren Güter würden nach Mon Calamari und an das Kanzleramt gehen. Ob sie dort angemessen gewürdigt wurden, wusste der Chevin nicht. Umgekehrt ging er aber davon aus, dass Kraym selbst der Nutznießer der Geschenke sein würde, welche die Republik mitgebracht hatte. Diese ließ er sich von einem hübsch polierten Protokolldroiden reichen, nachdem er die anderen Mitglieder seiner Delegation erneut vorgestellt hatte. Als auch diese Horatio Kraym kamerawirksam begrüßt hatten und dieser die Hände wieder frei hatte, übergab der Senator von Vinsoth eine verzierte, überaus kostbare Schatulle, nach Wissen Moors von bedeutenden calamarischen Kunsthandwerkern angefertigt, doch eigentlich war sie nur eine Verpackung für den Inhalt. Er klappte den Deckel auf und sofort verströmten die darin befindlichen Kräuter einen würzigen Duft, der selbst in der stickigen Hitze von Thyferra erfrischend wirkte.


»Im Namen des Kanzlers darf ich Ihnen diese Gabe überreichen, Governor: Quanatha-Tee, der auf der spärlichen Landmasse von Mon Calamari wächst. Eine überaus rare Kostbarkeit, von der pro Jahr nur wenige Kilogramm geerntet werden. Aeksar Quún übermittelt seine Grüße und hofft, dass dieses Stückchen seiner Heimatwelt Ihren Gefallen findet.«

Rasch verschloss er den klimatisierten Behälter wieder, damit der kostbare Inhalt durch die hohe Luftfeuchtigkeit keinen Schaden nahm. Und dann ließ er sich noch etwas reichen, das ebenso wetterempfindlich war, aber ebenfalls für ein paar Augenblicke dem Klima ausgesetzt werden sollte, damit Kraym und die Kameras es angemessen zur Kenntnis nehmen konnten.

»Erlauben Sie mir, Ihnen auch in eigener Sache eine kleine Aufmerksamkeit zu überreichen:«

Es handelte sich um ein kleines, rechteckiges Objekt, vielleicht zwanzig mal fünfunddreißig Zentimeter groß; es passte also bequem in seine Handfläche. Als er das Tuch auseinanderschlug, kam darunter ein in Holz gerahmtes Gemälde zum Vorschein.


»Ich glaube, Sie kennen und schätzen den Künstler. Die Miniatur ist natürlich weniger imposant als ›Kaschyyyks stählernes Relikt‹, aber Ethea Caileta Nynies Pinselstrich ist unverkennbar, finden Sie nicht? Ich hoffe, Sie werden einen angemessenen Platz dafür finden.«

Dieses Gastgeschenk war nicht ganz so kostspielig wie die calamarischen Kräuter, aber es war ja auch nicht von republikanischen Steuergeldern, sondern aus Moors privater Kasse bezahlt worden. Er hatte vor dem Besuch alle verfügbaren Akten über Governor Kraym studiert, auf der Suche nach Hinweisen darauf, welche persönlichen Vorlieben er hatte. Jeder mächtige Mann, überhaupt jede Person, hatte ihre Leidenschaften, und wer diese kannte, fand vielleicht Punkte, an denen er den einen oder anderen Hebel ansetzen konnte. Manipulation, Erpressung oder, wie in diesem Fall, Erfolg bei diplomatischen und wirtschaftlichen Verhandlungen, setzten voraus, dass man sein Gegenüber kannte, und die persönliche Ebene war besonders wichtig. Leider hatten diejenigen, die das offizielle Dossier zusammengetragen hatten, diesen Aspekt sträflich vernachlässigt und sich ausschließlich auf seine Laufbahn und Karriere beschränkt; über den Governor Kraym gab es eine Menge Informationen, über den Menschen Horatio hingegen nicht. Durch Zufall war er dann in den Berichten seiner eigenen Agenten, die er nach den Gesprächen bei Umbara auf die dortigen Verhandlungspartner angesetzt hatte, auf eine Notiz darüber gestoßen, dass der Politiker auf einer Vernissage ein Bild des koorivanischen Malers erstanden hatte. Ein guter Anknüpfungspunkt, hoffte Vilnok. Er hatte weder Kosten noch Mühen gescheut, um an ein anderes Werk Nynies zu kommen. Selbst wenn Kraym kein echter Kunstkenner und -sammler war, sondern es sich um einen Gelegenheitskauf gehandelt hatte, würde er die Geste wohl zu schätzen wissen; und zugleich den Eindruck gewinnen, dass seine Gäste gut über ihn bescheid wussten.

[Polith-System | Thyferra | Xozhizi | Raumhafen | Landefeld] Vilnok Moor (alias Vigo Zula), Horatio Kraym, Aviendha Cain, republikanische und imperiale Delegationen
 

OCC: Man möge mir vergeben, wenn hier Unstimmigkeiten sind. Ich bin heut etwas… neben mir :D


Polith-System - Thyferra - MC-18 - Shana, Tenia, Akani


Die Freude, sich endlich wieder in einer Welt zu befinden, die ihrer Heimat ähnelte überwog fast jeden Zweifel. Seit Beginn ihrer Ausbildung war Tenia nicht mehr wirklich in einem Wald gewesen, umso mehr freute sie es jetzt, sich endlich wieder in einer Gegend zu befinden, die sich vor allem durch ihre Wälder auszeichnete. Es war so anders in Wäldern, als in Städten. Beruhigend und viel schöner. Ohne den ganzen Lärm und die Hektik. Vielleicht gab es auf Thferra sogar eine ähnliche Flora, wie auf Null? Dort kannte Tenia jeden Strauch und jedes Blatt, konnte jede Pflanze und jedes noch so kleine Tier benennen.

Die junge Nullianerin schulterte ihren Rucksack, in dem sie alles Wichtige zu wissen glaubte. Lichtschwert und Lichtlanze gehörten zu ihrem Equipment, ebenso wie eine ganze Ration Energieriegel. Dabei war sie ziemlich sicher, im Dschungel genug Essbares vorzufinden und nicht auf die Chemiekeulen zurückgreifen zu müssen.
Es war ein kleiner Schmugglerraumhafen, den sie angesteuert hatten, denn obwohl es zwei weitere gegeben hätte, wäre es sicher zu unvorsichtig gewesen, diese zu wählen. Friedensvertrag hin oder her, eine Reiseerlaubnis für Republikaner war keine Klausel in diesem seltsamen Vertrag. Dabei war Tenia nicht einmal Mitglied der neuen Republik, immerhin zählte Null zu den neutralen Planeten.

Akani und Shana verließen das Schiff ein wenig voreilig, denn eigentlich hatte Tenia nicht vorgehabt, den fast nicht vorhandenen Plan, außerhalb des Schiffes zu besprechen. Im Raumhafen dann selbst, wurde Tenia fast schon von den Gerüchen überwältigt, die sie sich tatsächlich für Sekunden selbst vergessen ließen. Wäre da nicht ihr Schüler gewesen, der nach einem Plan fragte.

„Einen direkten Plan gibt es nicht, aber es steht fest, dass wir uns nicht einfach blind isn Grüne stürzen.“ Etwas leiser fügte sie hinzu: „Wir dürfen nicht vergessen, wo wir uns befinden. Wir haben diesen Schmugglerraumhafen angesteuert, weil wir andernfalls auf ernsthaftere Probleme stoßen könnten. Republikaner sind hier nicht wirklich… erlaubt. Deswegen dieser Hafen.“ Und keiner der anderen beiden. „Wir werden sicher nicht mit dieser Pflanze herumexperimentieren. Ganz davon abgesehen“, ein leicht rügender Blick erreichte den Chiss, „suchen wir nicht Alazhi, sondern nach Kolazhi, das anders, als die Pflanze die du meinst, nicht einfach überall hier wächst.“ Es war fraglich, ob sie überhaupt Exemplare von dieser Pflanze finden würden. „Wir müssen Kontakt zu den Vratix, den Ureinwohnern, herstellen, die werden uns am besten weiterhelfen können. Dabei müssen wir ziemlich vorsichtig vorgehen. Wahrscheinlich sind wir nicht die einzigen, die Interesse an einer Heilpflanze haben.“ Wie lautete also der Plan? Hätte sie sich darüber doch im Vorhinein Gedanken gemacht… Bloß war da nicht viel Zeit gewesen. Die Nachricht war unvermittelt gekommen, so wie die Abreise des Trios. Wie sie nun am besten Kontakt zu den Ureinwohnern herstellten? Sicher, indem sie irgendwie Vertrauen schufen. Und das gelang wohl am beste, durch Gespräche.
„Ich glaube, am besten wäre es, wenn wir Kontakt zu den Ureinwohner aufnehmen. Wenn wir sie direkt in ihren Dörfern besuchen und nicht als Eindringlinge, sondern als Freunde kommen.“
Tenia hatte von Diplomatie keine Ahnung, aber aus eigener Erfahrung wusste sie, dass es immer half, wenn man Interesse zeigte. Auf Null war das nicht anders gewesen. Eindringlinge waren nur dann eben jene, wenn sie ungestüm in Gebiete vordrangen und sich dort bewegten, als seien sie zu hause. „Mein Vorschlag wäre daher, nach einem Dorf zu suchen und dort Kontakte zu knüpfen. Es sei denn, jemand hat eine bessere Idee?“



Polith-System - Thyferra -kleiner Schmuggler - Raumhafen - Shana, Tenia, Akani






 
- Lieutenant Alsten Waver, Imperiale Zollbehörde, Kommandeur von „Peth Sieben“ -

]Innerer Rand | Jaso-Sektor | Polith-System | Sicherheitsquadrant „Wesk“ – Zollschiff „Peth Sieben“ | Brücke [
Lieutenant Alsten Waver und Brückenbesatzung

Routine war ein grausames Gift. Langsam, schleichend lähmte es zu erst den gesamten Organismus und zersetzte ihn anschließend Stück für Stück bis nichts mehr übrig war. War man zu Beginn einer Schicht oftmals noch ganz frisch und motiviert, so ließ dieses Gefühl mit jeder weiteren Stunde ein kleines Bisschen mehr nach. Ereignisse, die einem aus dem alltäglichen Trott rissen, waren selten – insbesondere bei so starker Militärpräsenz wie in diesen Tagen im Polith-System. In der Gegenwart mächtiger Sternzerstörer sowie schwerer Kreuzer getraute sich kaum ein ziviles Schiff die örtlichen Sicherheitskräfte auf die Probe zu stellen. Dieser Effekt wurde zu diesem Zeitpunkt noch durch die eine Tatsache verstärkt, dass aufgrund irgendwelcher Nachverhandlungen zu dem erst vor wenigen Monaten geschlossenen Friedensvertrag, die nun auf Thyferra stattfanden, die Truppenkontingente des Imperialen Militärs, die derzeit vor Ort stationiert waren, – entgegen mancher anderslautenden Nachricht – vorerst über dem üblichen Soll blieben. Die berühmte Bacta-Welt glich demnach einer unscheinbaren Festung.

Mit mürrischer Miene saß Alsten Waver in seinem Sessel, das Kinn auf seine Faust gestützt und den Blick ins Leere gehend. Das gewöhnliche Treiben auf der Brücke seines Kommandos, „Peth Sieben“, einem leichten Kreuzer der Guardian-Klasse, nahm er nur als eine Art Hintergrundrauschen war. So sehr hatte sich der dickliche, fast fünfzigjährige Thyferrianer mit dem rostbraunen Schnauzer in den zahlreichen Dienstjahren daran gewöhnt. Im Vergleich zu anderen Orten im Galaktischen Imperium konnte man seine Heimatwelt – oder besser das gesamte Polith-System – tatsächlich als einen recht langweiligen Ort bezeichnen. Insbesondere die Nähe zu der Werftwelt Fondor, die quasi eine stabile Säule der Neuen Ordnung darstellte, schreckte das Gros der Kriminellen – sprich: die Dummen und Naiven – ab. Demzufolge ernteten man als Mitglieder der Imperialen Zollbehörde bei der Ausübung seiner Pflicht kaum Ruhm, sondern war hingegen nur mit der sehr eintönigen Lästigkeit des Alltags beschäftigt: Dem fruchtlosen Kontrollieren irgendwelcher Frachter.


„Gegenwärtige Sub-Lichtgeschwindigkeit: Zwanzig Prozent vom Maximaltempo“, meldete ihm der Steuermann, ein junger Midshipman, pflichtbewusst. „Kurs bei Neunzehn-Fünfzig-Wesk; beinah an der Grenze zum Xesh-Quadranten.“

Danach meldete sich die Sensorik zu Wort. Im monotonen Tonfall berichtete der Unteroffizier: „Die Lage ist ruhig. Keine besonderen Vorkommnisse im gesamten Wesk-Quadranten. Bojen melden sich routinemäßig alle fünfzehn Minuten.“

Derweil die Imperiale Flotte bei der Rekrutierung meist mit dem Bereisen und Erkunden exotischer Planetensysteme sowie dem Verteidigen der Heimat und all ihrer Werte lockte, konnte der Zoll bloß mit der Verbundenheit zur Heimat auftrumpfen. Denn in der Regel bezog die Behörde den Großteil ihrer Mitarbeiter nicht aus fremden Sektoren, sondern direkt vor Ort. Eine gute Ortskunde sollte der große Vorteil bei der Bekämpfung von Schmugglern sein – so sah man es sich jedenfalls an höherer Stelle. Während Waver, der bislang nicht über den Rang eines „Lieutenant“ hinaus gekommen war, erneut seine Entscheidung bedauerte, an der Akademie nicht dem Ruf der Flotte gefolgt zu sein, gab der zuständige Kommunikationsoffizier automatisch eine Statusmeldung an die vorgesetzte Stelle, Captain Sheplin, ab. Bedingt durch den hohen Grad an Dienstroutine hatten sich an Bord von „Peth Sieben“ zahlreiche Abläufe mit der Zeit automatisiert.

Exakt in dem Moment, als sich der Lieutenant kurz eine dampfende Tasse Caf holen wollte, meldete sich plötzlich die Sensorik zu Wort:
„Sir, Im Zerek-Quadrant schlug gerade eine Sensorboje an! Die Größe spricht eindeutig für einen Frachter... aber die Form... So etwas habe ich wirklich noch nicht gesehen!“

„Was!?“, entfuhr es Waver als er förmlich aus seinem Sessel sprang. Schnell eilte der Thyferrianer zu der betreffenden Station. Hardin, holen Sie mir das Ding sofort auf den Schirm!“

Durch den Friedensvertrag von Umbara, der Unternehmen beider Seiten wirtschaftliche Aktivitäten auf dem Gebiet des jeweils anderen erlaubte, war die Palette an Transportschiffen natürlich rasch in die Höhe geschossen. Insbesondere die Corellian Engineering Corporation und SoroSuub waren mit einer gewaltigen Handelsflotte in zahlreiche imperiale Systeme eingedrungen. Aber was Waver nun auf dem Schirm zu Gesicht bekam, hatte er in der Tat in seinem ganzen Leben noch nie gesehen. Ja, sowohl die Größe als auch das Profil der schwachen Bewaffnung deuteten ohne Zweifel auf einen Frachter hin. Jedoch erinnerte die Form viel mehr an die kuriosen Kriegsschiffe, die im hohen Orbit der Wasserwelt Mon Calamari gebaut wurden. Bislang kannte der Lieutenant solche Modelle allein aus imperialen Propagandafilmchen, die er im HoloNet gesehen hatte. Handelte es sich hier also um ein Infiltrationsschiff der Rebellen? Unwillkürlich schnappte er bei diesem Gedanken nach Luft.

„Das Objekt fliegt eindeutig auf einen unautorisierten Kurs“, bemerkte der Kommandant von „Peth Sieben“ als er wieder zu Luft gekommen war. Rasch wandte er sich mit dem Blick an Hardin. „Da stimmt was nicht! Das habe ich im Gefühl.“ Kurz überlegte er. „Hat nicht erst vor wenigen Minuten das Diplomatenschiff der Rebellen ('Democracy') den Kontrollpunkt 'Isk' passiert?“

Bedächtiges Schweigen auf der Brücke. Natürlich hatte man hier auf Thyferra, wo der Krieg stets in sehr weiter Ferne war, nie an einen richtigen Friedensschluss geglaubt. Durch die stete Propaganda, die insbesondere in den beiden Metropolen eigentlich allgegenwärtig war, kannte man nur die Sicht der eigenen Seite. Der Gedanke an einen möglichen Verrat der Gegenseite war also nicht fern. Mehr und mehr machte sich auf den blassen Gesichtern der Anwesenden folglich ein leichter Anflug von Entsetzen breit. Stand der Krieg nun etwa doch vor der Tür? Schlugen die Rebellen möglicherweise hier als erstes zu? Waver, als ranghöchster Offizier an Bord, musste sofort handeln! Schon spürte er die Blicke aller Anwesenden auf sich lasten. Widerspenstig bewegte sich sein buschige Schnauzer, derweil das Herz laut klopfte.

Evas, gehen Sie sofort auf einen Abfangkurs“, befahl er und krallte sich zeitgleich mit der rechten Hand in die brummende Konsole neben sich. „Maximalgeschwindigkeit!“

Der Jungspund sah ihn verdutzt an. „Soll ich einen Mikrosprung berechnen, Sir?“

„Sind Sie verrückt?“, bellte ihn der Lieutenant daraufhin forsch an. „Ich will das Ding keine einzige Sekunde aus den Augen verlieren!“ Er schnaubte verärgert. „Kommunikation, schicken Sie sogleich eine Meldung an Sheplin. Sie soll uns am Besten 'Drei' und 'Neun' zur Unterstützung schicken und die Flotte alarmieren. Hier kommt was großes. Ich spüre es!“

Peth Sieben“ nahm Fahrt auf. Der klobige Kreuzer, der etwa vierzig Meter maß, vollführte schnell eine leichte Drehung und fixierte dann einen sich bewegenden Punkt an, den man mit bloßem Auge aus dieser Entfernung nicht sehen konnte. Obwohl das Zollschiff selbstverständlich nur ein lebloses Ding aus grauem Durastahl war, konnte man in diesem Moment meinen, dass man ihm trotz allem den Eifer, den die zwanzigköpfige Besatzung gerade an den Tag legte, ansehen konnte. Überaus hell leuchtete das breite Hecktriebwerk als es die Maximalsublichtgeschwindigkeit erreicht hatte. Näher, immer näher kam es seinen Ziel. Doch obgleich sich Mannschaft und Schiff so sehr bemühten, mit jeder Minute, die weiter verstrich, zementierte sich ein schrecklicher Verdacht: Man war viel zu spät auf das vermeintliche Rebellenschiff aufmerksam geworden. „Peth Sieben“ mochte die Entfernung zwar in persönlicher Rekordzeit zurücklegen, aber dennoch war der Mon Calamari-Frachter schon längst in den höheren Schichten von Thyferras klarer Atmosphäre verschwunden, wenn sie endlich den angepeilten Punkt erreicht hatten.

„Verdammt!“, entfuhr es Waver als der Frachter zwischen den oberen Wolkenschichten verschwand. Zur Untermauerung seines zornigen Gefühlsausbruchs donnerte kaum eine Millisekunde später die Faust mit voller Wucht auf das Gehäuse der Konsole. „Nehmen Sie die Verfolgung auf, Evas! Noch können wir diese Infiltratoren erwischen.“

Plötzlich schaltete sich die Kommunikation ein. „Sir, Captain Sheplin befiehlt uns ausdrücklich die sofortige Rückkehr zum Patrouillendienst...“

„Was!?“, entfuhr es ihm erneut. Ungläubig starrte er Jouric an. „Ist sie etwa verrückt geworden? Es könnte sich um Rebellen handeln!“

Evas schaltete sich ungefragt ein. „Sieht eher danach aus als würde der Frachter einen ehemaligen Schmugglerhafen der Black Sun anpeilen, Sir. Könnte also auch sein, dass das Syndikat bloß seine Rückkehr ins Polith-System vorbereitet.“

Natürlich war der Gedanke nicht abwegig. Zwar hatte niemand beim Zoll daran geglaubt, dass sich das bekannte Syndikat nach der militärischen Vergeltungsaktion aufgrund einer Terrorserie komplett aus dem Jaso-Sektor zurückgezogen habe, aber die Zahl krimineller Aktivitäten – insbesondere des Schmuggels – waren daraufhin tatsächlich merklich zurückgegangen. Glaubte Captain Sheplin, die seelenruhig in der Kommandozentrale im Herzen von Xucphra City saß, also eher an irgendwelche Schmuggler, die in so einem auffälligen Schiff saßen, als an Infiltratoren der Rebellen? Waver biss sich verärgert auf die fleischige Unterlippe. Sollte es am Ende doch zu einem unerwarteten Angriff kommen, würde allein sein Kopf rollen; nicht der von irgendwelchen Vorgesetzten – da war er sich absolut sicher! Was sollte er also tun? Wieder ruhten sämtliche Blicke auf ihm. Wieder hatte er die Entscheidungsgewalt in der Hand. Der dickliche Thyferrianer knirschte mit den Zähnen.

Evas, berechnen Sie einen Kurs für die Rückkehr“, sagte er letztendlich. Hardin, machen Sie auf der Stelle drei Suchdroiden bereit! Peilen Sie für den Abschuss den Schmugglerhafen an. Und Sie, Jouric, machen Meldung beim Sektorkommando. Mag Sheplin ihrem bequemen Sessel die Sache ruhig anders beurteilen. Ich lasse mir jedenfalls nicht nachsagen, dass ich tatenlos zusehe wie meine Heimat einem tückischen Rebellenangriff anheim fällt!“

]Innerer Rand | Jaso-Sektor | Polith-System | Sicherheitsquadrant „Aurek“ – Zollschiff „Peth Sieben“ | Brücke [
Lieutenant Alsten Waver und Brückenbesatzung
 
[: Polith-System | Thyferra | Xozhixi :||: Hotel | Suite :||: Alaine Aren :]

Das Resüme des Abens mit Malric - welcher als Ersatz für Barnip gekommen war - da sie den guten wohl nicht wirklich auf sich aufmerksam gemacht hatte, viel trotz allem positv aus. Das Gespräch war insoweit interessant gewesen, dass Alaine schnell erfahren hatte, dass der Sekräter des Moffs in Sachen Politik nicht der geschickteste war. Inwieweit die Beziehung der beiden Männer ging, welches Vertrauen herrschte und was sie sonst noch verbinden mochte, war nicht klar geworden. Darauf jedoch hatte es die Corellianerin nicht abgesehen. Im großen und ganzen hatte ihr der Abend gefallen. Ganz zu schweigen von der Inszenierung des Stücks, wobei die "Versklavung" der Vatrix etwas war, was Alaine gespalten sah. Doch diesen Punkt hatten sie nicht wirklich erörtern müssen. Malric hatte sich mühe gegeben, man hatte sich unterhalten und vielleicht hätte man den Abend noch ausdehnen können - dann jedenfalls, wenn die junge Aristocratin mehr erwartete hätte - doch darauf hatte sie es nicht abgesehen. Nun beschäftigte sie sich viel mehr mit dem Gesandten der "Viraxo Industries". Genau genommen mit Klai Qui-Xot, einem Pantoraner, einem Geschäftsmann, welchen Alaine beraten würde. Seit sie eine andere Laufbahn eingeschlagen hatte, wurde ihre Arbeit interessant und vor allem erhielt man sehr viel mehr Einblicke in ein Spektrum zwischen Politik, Geschäften, Konkurrenz und all seinen Kaprijolen. Alaine betrachtete diesen Schritt als Erweiterung ihres Seins und vor allem als den Vorteil unabhängig zu sein und sich nicht länger in einem Orden unterdrücken zu lassen. Mit einem Lächeln auf den Lippen hatte sich Alaine für die passende Gewandung entschieden. Da das Wetter heiß war, tat sie gut daran sich nicht in einen Hosenanzug zu zwängen (wobei zwängen nicht darauf anspielt, dass dieses Kleidungsstück zu eng ist). Stattdessen hatte sie sich für ein rotes Kleid entschieden, welche im Nacken durch ein breites Band gebunden wurde und dadurch das gesamte Dekolte, wie auch einen Teil des Halses bedeckte. Da es sich um einen dünneren Stoff handelte war es dennoch gut zu tragen. Das Rot war ein dunkleres, an einen Wein erinnernd und ging ihr bis zu den Knien. Das lange wellige rote Haar war zum Teil nach oben gesteckt, während der rest und Locken über ihre rechte Schulter viel. Aussehen hatte vor ewigen Zeiten keinerlei Rolle für sie gespielt, nun allerdings und besonders durch Jacens Einwirken, hatte sich dies regelrecht gewandelt. Alaine wusste sehr gut wie sie mit ihren Reizen arbeiten musste und vor allem was sie wie in Szene setzen musste. Dies jedoch war eher zweitranging - falls es überhaupt wichtig war - immerhin wollte sie den blauhäutigen Mann Beraten und ihn nicht für das Bett gewinnen.

Das "Bacta Monopol", bei dem nun natürlich andere Firmen versuchten etwas von dem Kuchen abzubekommen würde Luktrativ sein. Für Alaine war die Beratung nur eine Nebensache. Sie interessierte viel mehr wer wirklich die Fäden zog und dies wollte sie natürlich heraus finden. Von dem was sie wusste, war Klai Qui-Xot nicht der einzige interessent einer Firma. Auch andere Firmen beteiligten sich und Alaine fragte sich inweiweit die Black Sun ihre Finger mit ihm Spiel hatte. Selbstverständlich hatte sie nicht nur diese Organisation im Sinn. Vor allem ging es ihr darum selbst etwas von dem Kuchen zu erhalten. Nachdem Clove es geschaft hatte die Minen auf Bespin in ihre Finger zu bekommen, besaß Alaine nun selbst ein Unternehmen das sie ausbauen wollte. Vor allem sah ihr Plan vor, das Tibana-Gas anderer, Imperialer Welten in die Finger zu bekommen. Ein Monopol also über welches sie herrschen konnte. In Zeiten des sogenannten Friedens vielleicht nicht wirklich wichtig, doch solche "friedsamen" Zeiten würden sich ganz schnell ändern. Mit einem kleinen bösen Grinsen auf den Lippen legte sie ihrer Schülerin eine Nachricht auf den Tisch in der Stand, wo sie war, dass ihr Gespräch warten musste und sie Zeit haben würde ihre Fähigkeiten zu trainieren. Clove würde ihre Zeit hoffentlich auch nutzen. Dannach verließ sie Zielstrebig ihr Hotel, ließ sich zum Raumhafen bringen um dort ihren "Partner" zu treffen, welcher jeden Augenblick ankommen musste.

Alaine trat gerade auf das Landefeld, als eine Y-Dreißig iher Maschinen runterfuhr. Laut der Nachricht die sie erhalten hatte, sollte ihr Kontakt mit einem solchen Schiff - viel mehr einer solchen Yacht ankommen. Die junge Frau strich sich über ihr Kleid, eine Tasche unter dem Arm und wartete, während es einige Minuten in Anspruch nahm, ehe die Luke sich senkte. Weitere Sekunden vergingen, dann glitt eine große blauhäutige Gestalt herab. Älter, mit Vollbart, welcher gut gepflegt war. Die Kleidung glich einer Tunika. Dem ersten Blick nach zu urteilen Seide. Der Kopf wurde von einen hutähnlichen Konstruktion bedeckt, wobei Ausläufer davon in einer Art von Vorhand nach unten glitt und den Nacken verbarg. Auf der Stirn wie auch den Wangen jeweil in gelb gehaltende Linien. Eine Gesichtsbemahlung die diese Rasse auswies und auf die man scheinbar sehr stolz war. Alaine wartete bis der blauhäutige Mann die Rampe nach unten schritt, wobei sie ihm ein Lächeln schenkte.

"Mister Klai Qui-Xot, willkommen auf Thyferra. Ich nehme an, dass sie darüber informiert wurden, dass ich ihre Beraterin bin?"

Sie schenkte ihm ein bezauberndes Lächeln, wobei sie ihm die Hand zu einem Gruß hinhielt, welche er aufnahm und schüttelte.

"Ich bin Lady Alaine Aren und würde sie, sollten sie keine weiteren Wünsche haben zu der Delegation bringen."

Sie lächelte, wobei sie ihn langsam über das Landefeld führte.

"Ich hoffe sie hatten eine angenehme Reise in der sehr eleganten Yacht. Eine Y-Dreißig, nicht wahr?"

Die Belanglose Konversation war dazu gedacht warm miteinander zu werden und eine Begrüßung machte das ganze um einiges leichter. Der ein oder andere Herr würde sich vielleicht geehrt fühlen von einer solch hübschen Dame beraten zu werden. Wie der Pantoraner dies sah wusste Alaine nicht, dennoch würde sie ihr bestes geben ihn so zuvorkommend wie möglich zu behandlen. Immerhin ließ sich auf so etwas vielleicht aufbauen.

"Würden sie mir ihre genauen Ziele und Wünsche bezüglich dieses Treffens mitteilen, damit ich ihre Erwartungen erfüllen kann? Im vornherein zu wissen was genau der Kunde möchte ist überaus wichtig, nur so ist eine hundertprozentige Garantie vorhanden. Immerhin ist nicht nur das Imperium und die Handelsförderation an einem Gewinn interessiert sondern ebenso die Repulik."

[: Polith-System | Thyferra | Xozhixi :||: Raumhafen | Landefeld :||: vor der Y-Dreißig "Mammon" :||: Lady Aren & Kali Qui-Xot :]
Op: Sorry, bin noch nicht sonderlich Fit, deshalb ist mein Einstieg nicht der beste.
 
Polith-System - Thyferra - Schmuggler-Raumhafen - Shana, Tenia, Akani


Neben einer etwas mahnenden Korrektur des Chiss, dass die Gruppe nicht Alazhi, sondern Kolazhi suchte - was Akani mit einem unterdrückten Augenrollen quittierte - erklärte Tenia außerdem, dass ein vollkommener und fertiger Plan nicht existierte. Dennoch betonte sie, dass wildes Drauflosmachen keine Option war. Der Schmugglerraumhafen, in welchem sie gelandet waren, kam daher, dass Republikaner, wie seine Meisterin ausdrückte, "nicht wirklich erlaubt waren".

Zunächst also war es erforderlich, die Vratix zu kontaktieren. Tenia meinte hierzu, dass es von Vorteil wäre, den Vratix zu zeigen, dass sie in freundlicher Absicht kamen.

Ihr Padawan hatte keine genaue Vorstellung davon, wie dies dann aussehen sollte. Das Bild der drei, wie sie mit erhobenen Händen auf eine Gruppe Vratix zumarschierten und mit einem "Wir kommen in Frieden" anfingen, tauchte plötzlich vor seinem inneren Auge auf, doch konnte er sich nicht wirklich vorstellen, dass das Tenias Überlegungen entsprach.

Er schob den Gedanken beiseite. Zunächst galt es, überhaupt irgendwelche der Ureinwohner Thyferras zu finden. Akani hatte sich schon im Voraus einige Informationen zusammengesucht und wusste deshalb, dass die Vratix eine insektoide Spezies waren - tatsächlich liefen ein oder zwei von ihnen sogar hier im Raumhafen umher - und außerdem in Baumhöhlen lebten, die sich in mehreren Metern Höhe befanden. Letzteres war wohl kein Problem, der Machtsprung würde die Jedi mit Sicherheit hoch genug tragen, doch solche Baumhöhlen ersteinmal zu finden, wo sie doch auf Thyferra waren, einem über und über bewaldeten Planeten, könnte sich als schwieriger herausstellen.

"Hmmm. Tja, also nachdem wir vorsichtig vorgehen sollen, werden wir wahrscheinlich nicht einfach die nächstbeste Person nach dem Weg fragen, aber auf der anderen Seite weiß ich nicht, wie wir auf eigene Faust ein Vratixdorf finden sollen. Wie ihr sicher wisst, leben die Vratix in Bäumen, und davon gibt es hier - wie ihr sicher auch wisst - ziemlich...viele. Sehr sehr sehr sehr viele, um genau zu sein...", sprach er das, was ihm durch den Kopf ging, dann auch aus.
Kurz überlegte er, ob Tenia als ausgebildete Jedi wohl die Macht fragen könnte oder so, dann aber erschien es ihm wiederum doch etwas schwer vorstellbar, dass die Macht den Jedi alles vor die Füße schmeißen sollte. Oder konnte man womöglich Lebewesen einer Art, die man kannte - und vor Ort gab es ja schließlich einige Vratix - mithilfe der Macht aufspüren? Er beschloss, einfach abzuwarten, was Tenia sagte.



Polith-System - Thyferra - Schmuggler-Raumhafen - Shana, Tenia, Akani
 
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