Anaxes (Axum System)

Adept Fleur Ventuela,
dein Gast kann bei dir bleiben, aber wie du schon sagtest zeig ihn nicht deine ganze Macht und dein Können. Lerne von ihm und nutze ihn zum lernen. Achte auch das er nicht soviel von meinem Palast betreten kann, die wichtigsten Räume sind immer noch auf höchster Sicherheitsstufe und würden ihn schnell töten und dies wollen wir beide nicht.
Meine nächste Nachricht kann sehr spät kommen, ich werde bald bei der Großen Schlacht dabei sein.

Meister Darth Zion
 
Interne Angelegenheiten Phase I (Nebenpart)

Axum – System /Orbit Anaxes/ Passagierraumer „Labarriere“ – Kabine erster Klasse/ Tara Feron alleine


Langsam und träge pflügte der Passagierraumer „Labarriere“ durch den Weltraum und näherte sich stetig dem Planeten Anaxes. Unter den vielen Passagieren der ersten und zweiten Klasse befand sich auch die junge Twi’lek Tara Feron – ein bekanntes Modell und ein gefeierter Star im sinnlichen Ausdruckstanz. Diese rekelte sich gerade genüsslich auf ihrem großen Bett in einer Kabine der ersten Klasse. Ein kleines Lächeln umspielte ihren sinnlichen Lippen. Manchmal konnte das Leben sehr schön und angenehm sein. Ein leises Knacken in den integrierten Lautsprechern der Kabine und des restlichen Raumers, gefolgt von einer weichen, weiblichen Stimme, die den Passagieren mitteilte, dass sie sich im Orbit um Anaxes befanden und Kurs auf den Raumhafen von Pole Anaxes, Capital City, nahmen. Mit einem leisen Seufzen schwang Tara ihre schlanken und wohlgeformten Beine über die Kannte der Schlafgelegenheit. Mit einem zaghaften Gähnen erhob sich die junge Twi’lek und ging zu dem Kleiderschrank, griff sich einen eleganten und nicht provokanten Hosenanzug, der dazugehörige breite Gürtel und nach ihrer Unterwäsche. Das Kleiderbündel legte sie auf die Ruhestätte und ihre schwarzen Stiefel davor und schlug dann die Richtung zur Nasszelle ein.

Das Wasser prasselte gleichmäßig auf blau schimmernde Haut und Lekkus nieder. Die dazugehörige Person hatte ihre orangefarbenen Augen geschlossen und genoss die warme Dusche. Mit der Seife wusch das erfischende Nass auch die Müdigkeit und Trägheit von Tara hinfort und in den Abfluss. Seit sie vor einigen Tagen zu der Reise und zu einem Engagement nach Anaxes aufgebrochen war, hatte sie die meiste Zeit in ihre luxuriös eingerichtete Kabine der ersten Klasse verbracht, die von ihrem „Kunden“ bezahlt wurde. Die Kabinen der ersten Klasse waren in einem Wohnraum und Schlafraum mit angrenzender Nasszelle unterteil. Die Einrichtung war von schlichter Eleganz. Nach dem letzten Abseifen drehte Tara das Wasser ab und tastete mit geschlossenen Augen, wegen Seifereste und Wassertropfen, die sich auf ihren langen Wimpern gelegt hatten, nach dem Handtuch. Dabei fegte sie den Behälter des Duschgels herunter. Sie fluchte leise und hatte dann das gesuchte Objekt gefunden. Schnell trocknete sie sich das Gesicht ab und schlang das Tuch um ihren Körper. Mit eleganten Bewegungen entstieg Feron der Dusche und widmete sich der anschließenden Körperpflege, wie Abtrocknen der Haut und das eincremen mit einer Körperlotion. Dabei hatte sie die kritischen Stellen für Bildung einer sogenannten „Orangenhaut“ oder in Fachkreisen Cellulitis genannt im Blick und widmet sich diesen ganz besonders. Nur ein makelloser, ästhetischer Körper konnte in ihrem Gewerbe oder Branche gute Credtis verdienen. Und Tara achtete penibel auf ihren. Auch was die Nahrungszufuhr betraf. Sobald sie ein Gramm zu viel auf die Waage brachte, wurde dieses wieder abtrainiert.

Mit dem Handtuch um den Köper und einer Dampfwolke im Schlepptau kehrte Tara in den Schlafraum zurück. Das hauch von einem Nichts, was sie zum Schlafen am Körper trug, warf sie auf das Bett. Das Tuch folgte auf dem Fuße. Schnell schlüpfte sie in die bereitliegenden Kleidungsstücke. Dann setzte sie sich auf die Schlafstätte und zog ihre Stiefel. Nach einem letzten prüfenden Blick in den Spiegel, der sich innen an der Schranktür befand, ging Tara in die Hocke und kramte ihre Reisetasche hervor. Stellte diese auf das Bett und fing an, ihre Sachen einzupacken. Nach unzähligem Male durch ihre Kabine eilend, hatte sie dann auch alle ihre Habseligkeiten in der Tasche verstaut. Mittlerweile befand sich der Passagierraumer „Labarriere“ in den Oberen Luftschichten des Planeten Anaxes und sank stetig. Die dadurch entstandenen Turbolenzen wurden von den Passagieren nur im Maße wahrgenommen. Tara schaute auf ihren Chrono. Noch einige Minuten bis sie den Raumhafen erreicht und im Hanger aufgesetzt hatten. Geistig sich schon auf die kommenden Tage, man ging von ca. 3 Tagen aus und den Stunden vorbereitend, schloss sie den Reisverschluss ihrer großen Reisetasche.
*******​

Die junge Twi’lek wurde schon am Ausgang des Raumhafens von Sector Adjutant Leonard Aldridge und einem wartenden Gleiter plus Fahrer erwartet.

„Willkommen auf Anaxes, Miss Feron. Ich hoffe, Sie hatten einen angenehmen Flug. Ich bin Sector Adjutant Leonard Aldridge und für die Zeit ihres Aufenthaltes ihr Ansprechpartner. Wenn Sie mir bitte folgen würden. Der Gleiter wartet.“

Leonard schenkte Tara ein kleines Lächeln und gab dem Fahrer einen Wink, damit er sich um das Gepäck der Twi’lek kümmern konnte.

„Vielen Dank, Mr. Aldridge. Der Flug war sehr angenehm.“

Tara schwebte fasst an dem jungen Mann, sie würde ihn auf Ende 20 Jahre schätzen, vorbei und stieg mit geschmeidigen Bewegungen in den Font des Gleiters, rutschte durch, damit der Sector Adjutant folgen konnte.

Die Fahrt zum Gouverneurspalast wurde von Tara und Leonard genutzt, um einige Details für die nächsten Tage zu besprechen. Als der Gleiter vor dem Gebäude zum Stehen kam, nahm die junge Twi’lek die dargebotene Hand von Aldridge, stieg aus dem Font und folgte dem Adjutanten zu ihrem Gästequartier. Doch zuvor zeigte er ihr die Räumlichkeiten, wo sie die Gäste der Feier unterhalten und animieren sollte. Taras Gepäck wurde in der Zwischenzeit auf ihre Zimmer gebracht.



Axum – System /Orbit Anaxes/ Pole Anaxes – Capital City - Gouverneurs – Palast – Gästequartier / Tara Feron, Sector Adjutant Leonard Aldridge und andere NPC’s
 
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[OP: Aus Zeitersparnis gestatte ich mir mal den Hyperraumflug auszulassen. Man möge es mir bitte verzeihen. ^^]

[: Axum-System | auf dem Weg nach Anaxes :||: Lamdba-Fähre „Alpha“ :||: mit Moff Veran sowie dessen restlicher Delegation :]


Fast ausnahmslos überzog ein helles Lila Anaxes' kontinentales Massiv. In diesem recht friedlichen Farbton stellte es einen ungewohnten Kontrast zum schillernden Blau der Ozeane dar. Einzigartig – dieses Wort lag den meisten Betrachtern in dem kleinen Lambda-Shuttle sofort auf der Zunge, aber keiner sprach es in diesem Moment aus. Stattdessen genoss man den Ausblick durch das großzügige Panoramafenster, das diese imperiale Fähre besaß. Längst schien der dreitägige Aufenthalt auf dem Imperial-II-Sternzerstörer „Obedience“ – in der netten Gesellschaft von High General Krynn Celda – im dunklen Hintergrund des Bewusstseins zu verschwinden. Celda hatte die große Delegation, die Imperial City unter Moff Verans Führung entsandte, bis nach Anaxes gebracht, obwohl er eigentlich auf dem Weg nach Bastion, der imperialen Thronwelt, war. Nun, nachdem man endlich den lästigen Hyperraum verlassen hatte, hatte die „Obedience“ schnell die beiden Fähren sowie den zusätzlichen Truppentransporter der Klasse IF-120 starten lassen, bevor man seinen Weg wieder fortsetzte. Somit überließ man die letzten Kilometer, die sie von Anaxes' Atmosphäre trennte, den wachsamen Augen der anwesenden Systemstreitkräfte.

Ein Glas Brandy – mehr gönnte sich Horatio Kraym I. auf diesem Flug nicht. Gelassen saß er in dem bequemen Sessel. Zu seiner Seite hatten Moff Veran, dessen Sector Adjutant und Legat Aealo Platz genommen. Hinter ihm saß noch ein kleiner Tross einfacher Angestellter – darunter natürlich auch Prefect Terrik, die Vertraute des Gouverneurs. Etwas nachdenklich nippte der Vjuner Adlige an dem Brandy. Derweil starte er aus dem Panoramafenster. Hatte Veran wirklich eine echte Chance auf den Posten des fünften Grand Moff?
'Und was bringt mir dieser Aufstieg?', fragte er sich einen Atemzug später. 'Kann ich nachrücken... oder ist Imperial City tatsächlich eine Sackgasse?' Unwillkürlich ließ er seine Gedanken zu seinen Vorgängern schweifen. Der eine oder andere Gouverneur war mit den Jahren am wachsenden Widerstand in der Bevölkerung gescheitert. Zudem entledigte man sich auf „Moffebene“ schnell, sehr schnell solcher „Lasten“. Schließlich war mal als Moff wiederum einem noch mächtigeren Verwalter, dem Grand Moff, unterstellt.

Ein gedämpftes Ruckeln ging plötzlich durch die schneeweiße Fähre. Die Piloten hatten den Eintritt in die Atmosphäre gewagt und nun zerrten hier und da die einzelnen Luftschichten an der Hülle. Für knapp neunzig Prozent der Kernbevölkerung war dieser natürliche Widerstand auf dem langen Weg zwischen eiskalten Vakuum und planetaren Boden nicht ungewohnt. Bei der Landung auf fast allen Planeten in der Galaxie hatte man mit solchen „Kleinigkeiten“ zu kämpfen. Sie gehörten zum Alltag der Piloten und Passagiere. Dementsprechend war im gesamten Passagierabteil kein Anzeichen von Panik zu erkennen. Höchstens die Personen, die allgemein ihre kleinen oder großen Probleme mit dieser Art zu Reisen hatten, verzogen unter Umständen das Gesicht. Doch der Großteil genoss auch die letzten Minuten dieses kurzen Fluges. So musterte Gouverneur Kraym noch einmal flüchtig das fast leere Glas, um – ohne zu zögern – auch dessen Rest in einen Schluck verschwinden zu lassen.

Zwischen den Wolkenfetzen tauchte mit einem Mal schemenhaft Anaxes' planetare Hauptstadt, mit Namen Pols Anaxes, auf. Schon aus einer Entfernung von mehreren Kilometern konnte man zudem den gewaltigen Regierungskomplex, die „Anaxes Citadel“, erkennen. Erhaben hoben sich sämtliche Bauwerke, die zur gigantischen Administration zählten, vom restlichen Stadtbild ab. Zwar existierte dieser Komplex schon lange vor der Proklamation der Neuen Ordnung, dennoch schien man als ein „einfacher“ Besucher in dieser Citadel wunderbar die wahre Macht des Galaktischen Imperiums – besonders der des Militärs – erkennen zu können. Diese Wirkungsweise machten sich auch stets bei gewaltigen Paraden oder anderen militärischen Spektakeln zu nutze. Immer näher kam die Lambda-Fähren und der Truppentransporter diesem Komplex, der einst allein von Menschenhand geschaffen worden war. Dabei fiel den Insassen mehr und mehr auf, dass gerade um die große Citdal jeglicher Gleiterverkehr zu fehlen schien.
'Die Sirpar Hügel – dort hat man jeglichen Verkehr einfach in den Untergrund verbannt.' Horatio lächelte süffisant bei dieser gedachten Antwort.

Selbstverständlich überließ man dieser bedeutenden Delegation Landeplätze in unmittelbarer Nähe zu den idyllischen Sirpar Hügeln. Ohne jegliche Probleme setzte die Lambda-Fähre auf dem harten Durabeton auf, nachdem man die Landeerlaubnis erhalten hatte. Mit etwas Verzögerung folgten die zweite Fähre sowie die klobige IF-120. Die Landebucht hatte die Form eines Sechsecks. Knapp drei Meter ließen die einzelnen Shuttles zwischen sich Platz. Eine Gruppe uniformierter Anaxis blieb am Rand und schien die nächsten Minuten bloß beobachten zu wollen. Dann regte sich mit einem Mal etwas an den technischen Transportmitteln. Eine Rampe nach der anderen bewegte sich langsam in Richtung Durabeton. Gleichzeitig kam Bewegung in die Reihe der Anaxis. Ein letztes Mal strafften sie ihre Uniformen, ordneten sich und nahmen Haltung an. Eine Minute glich plötzlich einer halben Ewigkeit.

Doch bevor sich diesem Empfangskomitee überhaupt ein Verwalter zeigte, kamen die persönlichen Sicherheitskräfte aus ihrem Transporter. Seelenruhig verteilten sie sich zwischen den Fähren. Einige stellten sich sogar vor den beiden schneeweißen Lambda-Fähren auf. Dann ließ man wieder die eine oder andere Minute verstreichen. Erst im Anschluss gab der ranghöchste Offizier das Zeichen, dass nun die Moffs und deren Delegation ihre Shuttles verlassen durften. Gewohnt gelassen traten Veran und Barnip fast zeitgleich an die frische Luft. Wie immer wirkte der Verwalter des Coruscant Sectors dennoch unfreundlich und säuerlich, während der beleibte Mann, der unter anderem über das äußerst mächtige Thyferra seine Hand hielt, eher zufrieden lächelte. Bloß zwei Schritte hinter Veran trat der Gouverneur von Imperial City ins Freie. Automatisch atmete Horatio tief ein. Anaxes war eine ganz andere Welt als der Stadtplanet, den er verwalten musste. Hier existierte noch die Natur, hier schien alles noch in geregelten Bahnen zu verlaufen. Nachdem die beiden Delegationen auf Anaxes' Boden standen, trat auf einmal der Kommandant des Empfangskomitees, ein schlanker Anaxi in hellblauer Uniform, vor.

Nach einem zackigen Salut sprach er zu den beiden Moffs:
„Meine Herren, Moff Tarvitz und Grand Moff Marrik heißen Sie herzlich Willkommen auf Anaxes. Man trug mir, Captain Opir, auf, Sie zur Citadel zu begleiten. Ihr Gepäck wird zu einer der ansässigen Villen gebracht.“

Barnip gestattete sich bei dieser Begrüßung ein Lachen, Veran mehr ein Brummen. Dennoch gab es keine Widersprüche. Was sollte man auch gegen die Anordnung eines Vorgesetzten sagen? Man war ja nicht in irgendeiner korrupten, unseriösen Demokratie. Im Hintergrund bemerkte der Adlige vom fernen Vjun auf einmal die bizarren Reittiere der hiesigen Sicherheitskräfte. Zwei einfache Deputys hatten sich nicht zu ihren Kollegen – immerhin zehn Personen – gesellt, sondern stattdessen auf die Zügel dieser Tierchen Obacht gegeben. Nun drückten sie schweigend sowohl dem Captain als auch zwei Sergeants diese in die Hand. Elegant schwang man sich auf und trabte anschließend vor allen anderen aus der Landebucht. Etwas irritiert folgten die Delegationen – umsäumt von dem winzigen Komitee der hiesigen Sicherheitskräfte. Mehr und mehr war Horatio auf die kommenden Stunden gespannt. Was würde dieses Treffen der hochrangigen Verwalter noch alles zeigen?

[: Axum-System | Anaxes | Pols Anaxes :||: am Rand zu den Sirpar Hügeln | Landebucht :||: mit Moff Veran, dessen Delegation, Moff Barnip und dessen Gefolge sowie einem kleinen Empfangskomitee :]
 
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||Coruscant || Yacoubian Skytower || Landeplattform||
Corusca, Daine Yacoubian, Kerra Santhe-Yacoubian, Personal

Fast fünftausend Meter über der eigentlichen Oberfläche Coruscants ragte eine ellipsoide Landeplattform vom Dach des Yacoubian Skytowers scheinbar ins Leere. Die Plattform und der Steg der zur ihr hinführte, war an den Rändern hell erleuchtet und schienen die einzige Begrenzung zu sein, die die Personen, die gerade dort entlangliefen, davon abhalten zu können, dort hinabzustürzen. Allerdings sorgten unsichtbare Energiefelder dafür, dass ein solcher Unfall nicht geschehen würde und niemand schien davon beeindruckt zu sein, in welch einer immensen Höhe man sich befand. Für Corusca und ihre Eltern war der Gang zu dieser Plattform etwas Alltägliches, auch wenn der Ausblick über den Stadtplaneten, diesmal bei Sonnenuntergang in dieser Hemisphäre Coruscants, immer wieder überwältigend war.

An diesem Abend waren die Gedanken der populären Selbstdarstellerin allerdings weniger mit ihrer Umgebung beschäftigt, sondern mit der kurz bevorstehenden Reise nach Anaxes. Sie war wirklich aufgeregt – immerhin standen die Chancen gut, Gouverneur Horatio Kraym II. persönlich zu begegnen, und sie hoffte, ihn davon zu überzeugen, dass sie mehr war als nur als eine reiche, verzogene Blondine oder was auch immer ihre Haarfarbe gerade war. Zwar mochte sie keine Geschäftsfrau wie ihre Mutter oder eine Politikerin sein, aber sie erreichte die Massen, und die Massen liebten (oder hassten) sie – demzufolge war sie eine genauso einflussreiche Persönlichkeit wie der Gouverneur und darüber gehörte ihrer Familie mütterlichseits Sienar Fleet Systems, die die TIE-Raumjäger für die Imperiale Flotte herstellte. Irgendwann und das hoffentlich bald, wenn sich das Imperium über die gesamte Galaxis erstrecken würde, könnte sich das Unternehmen wieder mit der Santhe Corporation offiziell vereinigen, welche sich zurzeit auf Lianna unter der Fuchtel der republikanischen Rebellen befand.

Nach diesen kurzen Momenten des Zweifels legte sich wieder ein entspanntes, selbstsicheres Lächeln auf ihre Lippen. Ein leichter Wind wirbelte ihre blonden Haare und den weißen, mit goldglänzenden Mustern bestickten Mantel auf, als sich das Lambda Class-Shuttle auf die Plattform senkte, mit dem sie mit ihrer Familie ins Axum-System reisen würde.

Corusca griff in ihre Handtasche und aktivierte zwei Kameradrohnen, von denen eine sie auf Augenhöhe, und die andere in der Totalen aufnahm, während sie das Shuttle betrat.

„Jetzt geht es los“ ,

sagte sie in Richtung der ihr am nächsten schwebenden Kamera, und streichelte einen ihrer drei Voorpaks, die schnurrend in ihrer Armbeuge hockten.

„Gleich startet das Shuttle in Richtung Anaxes, wo ich Gouverneur Kraym treffen werde. Ich glaube, er wird sehr überrascht sein. Aber ich freue mich auch, wieder für ‚Corusca’s Fantastic Voyage’ unterwegs zu sein. Also, bis später!“

Sie winkte fröhlich in die Aufnahmeoptik, was gleichzeitig das Zeichen für Kameras war, die Aufzeichnung zu beenden und zu ihr zurückzukehren. Im Inneren des Shuttles, das für die Benutzung durch die Yacoubians angemessen umgebaut war, gesellte sich Corusca zu ihren Eltern, die bereits in der loungeähnlichen Kabine Platz genommen hatten.

„Wir werden in ca. dreieinhalb Stunden Anaxes erreichen – ich habe mit Cayleen und Roonal Holt gesprochen – wir werden im Anwesen der Familie wohnen, und ihre Tochter Lucrezia freut sich, dich kennen zu lernen, Corusca. Sie ist ein großer Fan von dir“,

erklärte ihre Mutter, als das Shuttle abhob und auf dem Weg in den Orbit war. Die Angesprochene nickte geistig abwesend, da sie damit beschäftigt war, ihren Holotweetstatus zu aktualisieren und die Kameraaufnahmen hoch zu laden.

Wann werden wir uns mit Hora… Gouverneur Kraym treffen?”

“Dein Vater wird sich mit Präfektin Terrik in Verbindung setzen, sobald wir angekommen sind, nicht wahr, Daine?“

Der Angesprochene sah von seinem Greenputt-Holozin auf, als ob man ihn rüde aus einem schönen Traum gerüttelt hätte. Er runzelte die Stirn und winkte seinem Butler, damit er ihm ein Glas Whyren’s Reserve brachte.

„Natürlich, Liebes. Das erste, was ich tun werde…“,

versprach er mit einem etwas gezwungenen Lächeln, trank einen langen Zug aus seinem Whiskeyglas und wandte sich wieder seinem Holozin zu.

***​
Das erste, was Corusca nach der Landung auf Anaxes auffiel, war die reine und nach vielerlei Bäumen und Blumen duftende Luft, die sogar der reinen Luft Alderaans Konkurrenz machen konnte, auch wenn Anaxes ähnlich Coruscant eine einzige urbane Landschaft war. Im Gegensatz zu ihrer Heimatwelt war Anaxes allerdings viel grüner und sauberer und die Gebäude nicht annähernd so hoch. Selbst hier am Raumhafen gab es ausgedehnte Grünflächen, so dass sie prompt ihre Kameras ein erstes kurzes Statement über ihre Ankunft aufnehmen ließ, kurz bevor sie von zwei Hoverlimousinen abgeholt wurden. Die Fahrt mit diesen Fahrzeugen dauerte indessen nicht sehr lange, und zu Coruscas großer Überraschung standen bei Sirpar Station zumeist rötlich gefärbte, gehörnte Vierbeiner mit Krallenfüßen und eine Art Kutsche bereit, mit denen es weiter zum Anwesen der Familie Holtgehen sollte.

Daher ließ sie es sich nicht nehmen, sich selbst in den Sattel eines dieser Keffis zu schwingen und war insgeheim froh, sich kurz vor der Landung doch noch umgezogen und sich für Hosen anstatt eines kurzen Chiffonkleids entschieden zu haben. Als Kind hatte sie die Möglichkeit gehabt, auf Tauntauns, die man in den Polregionen Coruscants hielt, reiten zu lernen und wenn sie Zeit hatte, unternahm sie hin und wieder gerne Ausflüge dorthin. Gewiss war sie reich und verwöhnt, das war ihr selbst klar und sie pflegte dieses Image gerne. Jedoch hatte sie auch einen Sinn für Abenteuer und eine große Schmerzfreiheit, der sie oft dazu anstachelte, Dinge zu tun und zu sagen, die man in ihrer Gesellschaftsschicht für peinlich und unangemessen hielt.

Corusca strahlte, zum einen, weil sie natürlich von ihren Kameras umgeben, aber auch zum anderen, weil dieser Ritt ihr einen gewaltigen Spaß versprach. Das Keffi, auf dem sie saß, war leichtfüßig und temperamentvoll – es tänzelte aufgeregt hin und her, während die erblondete Coruscanti sich vom Anführer des Begleitkordons erklären ließ, auf welche Befehle das Tier reagierte.



||Anaxes || zwischen Sirpar Hills und Pols Anaxes || Sirpar Station||
Corusca, Daine Yacoubian, Kerra Santhe-Yacoubian, Personal​
 
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>||< Hyperraum nach Anaxes ~||~ an Bord der SSD Nereus Kratas ~||~ Brücke ~||~ Allegious & Alaine >||<

Welche Gedankengänge auch immer den Imperator bewegten, er hatte nicht vor sie ihr mitzuteilen. Einzig was ihr auffiel war, dass ihm etwas durch den Kopf zu gehen schien. Die Fähigkeit Gedanken zu lesen wäre sicherlich von Vorteil gewesen, doch selbst wenn Alaine dies versucht hätte, so hätte sie keinen wirklichen Erfolg dabei gehabt. Er war zu mächtig als das er es zulassen würde, dass ein einfaches Individuum wie sie es war, in seine Gedanken würde greifen und sie lesen können. Ein jeder von ihnen war darauf bedacht dafür zu sorgen, dass die eigenen Gedanken geschützt blieben. Alaine hatte ihre Fähigkeiten in diese Richtung gelenkt um dafür zu sorgen, dass niemand die Möglichkeit erhielt in ihre Gedanken einzudringen um irgendetwas in Erfahrung bringen zu können. Wie viel mehr was also der Imperator, der mächtigste Mann des Imperiums, in der Lage dafür zu sorgen, dass nichts und niemand sich seiner Gedanken bemächtigte. Die Gedanken der Warrior wurden unterbrochen, als etwas sich veränderte.

Mit einmal war es, als ob etwas dunkles nach ihr Griff, darüber hinaus glitt und sich seinen Weg suchte. Ihr Blickt glitt zu ihrem Herrscher, welcher noch immer an der Stelle stand, wo er gehalten hatte. Seine Augen waren geschlossen, seine Miene schien ausdruckslos. Ein Gefühl bemächtigte sich Alaine, welches sie kurz die Luft anhalten ließ. Irgendetwas…, sie hielt gedanklich inne, als ihr in einem Bruchteil von Sekunden klar wurde, dass ihm der Blick in die Zukunft gewährt wurde. Was mochte er sehen? Was würden die Bilder ihm zeigen und würde er mit dem, was ihm soeben geschenkt wurde zufrieden sein!? Oder würde es ihn viel mehr verärgern? Die Bilder der Zukunft waren etwas, was nicht immer leicht zu deuten war, da sie sich ständig in Bewegung hielten. Eine genaue Bestimmung machte es somit schwer. Die Warrior selbst hatte schon einige Erlebnisse mit Visionen gehabt, wobei sie bisher meist die Vergangenheit erblickt hatte. Von daher war ihr die Reaktion auf solche Momente durchaus vertraut.

Sie schwieg, während der mächtigste der Mächtigen in den Genuss kam zu sehen, was sich verändern, was vielleicht sein würde, was kommen konnte oder auch nicht. Welche Entscheidung würde er danach treffen, wenn er zurückgekehrt war in die Realität. Wenn die Bilder von ihm abgelassen hatten und sein Geist sich erneut hier manifestierte. Gern hätte Alaine gewusst, was ihrem Imperator vielleicht offenbart worden war und ob diese Visionen von Bedeutung sein würden. Es gab so viele Geheimnisse, so viele Unbekannte, welche sich nicht alle lösen ließen. Für sie als Warrior, als Frau ihres jetzigen Standes in der Hierarchie, würde man es ihr nicht gewähren wirklich wichtig zu werden. Personen wie Arica, die höher standen, direkt unter dem Imperator, die dafür sorgen könnten, dass sie angesehen sein konnten, die Allegious Hand werden konnten, weigerten sich. In einem Punkt hatte sich die Exekutorin jedoch gewaltig geirrt, sie hatte vielleicht erkannt versagt zu haben, eventuell sogar die Schuld an ihrem Versagen haben zu können, doch sie hatte sich dies nicht selbst eingestanden. Wäre sie klug gewesen, hätte sie dafür gesorgt, dass sie um einiges weiter wäre, hätte dafür gesorgt, dass sie dem Imperator wichtig war. Doch genau dies hatte sie verpasst, ebenso wie Alaine. Der Unterschied zwischen ihnen bestand allerdings darin, dass Alaine klug genug war, die Wahrheit noch erkannt zu haben, während ihre Freundin, es scheinbar noch immer nicht hatte.

Wie also wollte die schwarzhaarige die Macht an sich reißen, wenn ihr die Demut fehlte, welche sie benötigte, um dafür zu sorgen, dass ihr Wert stieg, auch wenn dies bedeuten sollte sich vor dem Imperator zu erniedrigen. Alaine selbst hatte diesen Schritt gewagt und würde ihn bis zur Neige ausführen, sollte es gefordert werden. Der eigene Stolz war es, welcher einem oft verbot sich selbst zu erniedrigen. Doch was war Stolz, wenn jener nicht einmal angemessen war? Welchen Wert besaß er!? Keinen, nicht den geringsten. Etwas regte sich, ihren Augen entging nicht, dass er zurückkehrte und dann erhob sich seine Stimme. Allegious erklärte, dass sich seine Pläne geändert hätten. Er wünsche nun, dass die SSD Nereus Kratas sich umgehend nach Anaxes bewegen sollten. Zudem machte darauf aufmerksam, dass sich seine Pläne nochmals ändern könnten und für diesen Fall erwartete er, dass man umgehen dafür Sorge zu tragen hatte, dieses Schiff einem etwaigen Standortwechsel unterziehen zu können. Der Gouverneur von Anaxes sollte informiert werden. Allegious wandte sich dann schließlich ihr zu, teilte ihr mit, dass sie ihm folgen sollte und sie gehorchte. Zudem wünschte er, dass sie mit seinem Beraterstab im Thronsaal auf ihn warten sollt. Alaine nickte, als sie vernahm, dass der Imperator darauf bedacht war, in Zukunft ein wenig mehr um die Sicherung ihrer Hyperraum-Routen zu kümmern und deren Grenzen stärker zu verteidigen. Als letztes verlangte er nach einer Konferenz mit seinem inneren Zirkel.


>||< Hyperraum nach Anaxes ~||~ an Bord der SSD Nereus Kratas ~||~ Brücke ~||~ Allegious & Alaine >||<

OP: Teil eins. Teil zwei folgt sofort.
 
>||< Hyperraum nach Anaxes ~||~ SSD Nereus Kratas ~||~ ~Brücke~ Allegious, Alaine & Taral>||<

Kurz darauf verließ er die Brücke, wobei Alaine und Taral ihm folgten. Gemeinsam schritten sie durch die langgezogenen Gänge des Schiffes, in denen man sich seinen Gedanken hingeben konnte und genau dies schien Allegious erneut zu tun. Die rothaarige Sith schwieg, wartete noch immer, dass er sein Wort an sie richten würde. Einige Sekunden vergingen, wurden zu Minuten, dann bemerkt er den Fragenden Blick seiner Dienerin und ließ sich dazu herab ihr eine Antwort zu geben.

Warum seine Wahl auf Anaxes fiel wusste Alaine nicht, doch er legte ihr offen weshalb. Er würde also über einen neuen Großmoff entscheiden. Der Blick der Warrior blieb kühl, unbewegt, geradezu versteinert. Nereus Kratas! Alaine hörte seinen Namen, hörte wie ihr Imperator ihn aussprach und gleichzeitig fragte sie sich, ob das Verschwinden dieses Mannes dem Imperator nicht zum Vorteil gereichte. Kratas war ein Mann mit Idealen gewesen, mit hohen Idealen und er hatte sich nicht manipulieren lassen. Eine Eigenschaft, die Allegious nicht behagt hatte. Viele trauerten noch immer um diesen großen Mann und dies zu Recht. Der Imperator wollte jedenfalls sichergehen, dass er einen Nachfolger erhielt, jemand der Kratas nacheiferte. Auch wenn Alaines Miene Ausdruckslos blieb, so fragte sie sich dennoch, ob ein Mann wie der Imperator so etwas wirklich wünschte. Sie glaubte es nicht, denn von dem was sie über ihn wusste, wie er handelte, passten seine Worte nicht. Viel eher war anzunehmen, dass er es darauf abgesehen hatte dafür zu sorgen, die Lücke zu schließen, allerdings mit einer weniger brillanten Person, die so eigenständig war wie Kratas. Allegious sollte viel mehr daran gelegen sein an jemanden zu kommen, denn er manipulieren konnte. Ein Großmoff, welcher an seiner Seite stehen würde. Eine Marionette, welche nur ausführte, aber nicht selbst handelte. Alaine behielt ihre Gedanken für sich, hätte sie dieses ausgesprochen, hätten sie vielleicht ihren Tod bedeutet, auch wenn Alaine diese Vorgehensweise durchaus für gut hieß. Doch die Wahrheit, würde bei ihr bleiben!

Der Imperator berief sich darauf, dass er nicht zulassen würde, dass das Imperium, welches durch den Bürgerkrieg an Stärke verloren hatte, nicht noch einmal an Stärke verlieren würde. Sie sollte weiter nach Ritualen suchen, welche seinen Maßstäben entsprechen würden. Dafür gab er ihr Zeit, bis sich erneut nach Bastion zurückkehren würden. Klar und deutlich verkündete er, dass es kein Scheitern geben würde. Durchaus, er hatte zu lange gezögert, zu viele Leben gewährt, als das er nun noch die Geduld besäße weitere Unfähigkeit mit Gnade zu versehen. Desweiteren machte er ihr klar, dass wenn sie scheitern sollte, in einem Jahr sich niemand mehr an ihren Namen erinnern würde. Sein Schoßhündchen würde bei ihr bleiben, für alle Fälle. Seine Niederträchtige kleine Schülerin würde ihre Strafe schon noch erhalten, dessen war sie sich sicher und dennoch würde sie Alaine, nicht auf die Idee kommen sich den Jedi Dogmen zu verschreiben.

Allegious ließ sie zurück, Alaine wartete noch einen Augenblick, dann sah sie Taral an. Das Wesen war ihr Vertraut, denn sie hatte einige Zeit mit seines Gleichen auf Korriban verbracht. Ihre Beziehung zu den Tu’kata war eine Enge. Jene Wesen war ihr ähnlich, sie gehörten zu ihr, so wie sie zu ihnen gehörte. Kurz nickte sie dem Geschöpf zu, dann machte sie sich auf den Weg an einen ruhigeren Ort. Dort würde sie die Schriften studieren, vielleicht sogar Meditieren um etwas zu finden, was Allegious gefallen würde, was seinen Maßstäben entsprach.
Die Raubkatze bewegte sich vorwärts, schritt durch die Gänge des Schiffes, vorbei an einigen Subjekten, bis sie einen Ort erreichte, welcher Abgeschiedener war. Dort angekommen setzte sie sich auf den Boden, schlug ihre Beine übereinander und ging die Schriften durch, welche sie erhalten hatte. Einige von ihnen waren in der alten Sprache der Sith gehalten, andere wiederum nicht. In ihren Anfängen befassten sie sich mit alten Ritualen, welche nicht sonderlich wichtig waren. Alaine stieß auf Teile, welche ihr bekannt waren. Philosophie, Geschichte, Mythen, Rätsel, doch nichts von alledem brachte sie auch nur etwas weiter. Dennoch, sie würde nicht aufgeben. Seite um Seite ging sie durch und dennoch fand sie nichts, was ihr ein Lächeln entlockt hätte. Sie hatte beinahe das letzte Werk durch, als sie innehielt. In einem Abschnitt ging es um eine Technik, die wenn man sie beherrschte, dazu führen sollte, dass sein Anwender in der Lage sein sollte Gedanken zu kennen. Schon einmal hatte Alaine darüber nachgedacht, doch dies reichte nicht! Es brauchte noch etwas. Wieder lass sie weiter, wobei sie einige Seiten später auf etwas stieß, was dazu führte, dass sich ein Lächeln auf ihre Lippen legte. Beides kombiniert war der erste Schritt in die Richtige Richtung.

Die Warrior legte das Werk beiseite, bewegte kurz den Kopf um ihre Muskeln zu lockern, dann schloss sie ihre Augen. Sie musste in Ruhe darüber nachdenken. Nachdem sie einige Male tief ein und ausgeatmet hatte wurde ihr Körper ruhiger, erreichte einen Gleichklang und blendete somit alles aus. Sie erreichte eine Phase der Stille, der inneren Stille und nun konnte sie die Macht wirken lassen, sie zu ihr sprechen lassen. Leichtigkeit erfasste sie, hob sie empor und ließ sie gleiten. Ihre Fühler fuhren hinaus in die weiten. Dann, nach einer Weile – von der sie nicht hätte sagen können wie lang sie war – geschah etwas. Bilder entstanden, Worte kamen auf.

'Die dunkle Seite der Macht ist der Pfad zu mannigfaltigen Fähigkeiten, welche manche von uns für unnatürlich halten.' Worte, welche entstanden, ihren Geist füllten und sie fragen ließen was mit ihnen anfangen sollte. Doch sie waren nicht die einzigen, weiter folgten.

'Die Dunkelheit ist großzügig. Denn ihr erstes Geschenk ist die Geheimhaltung: Ihre waren Gesichter liegenn in der Dunkelheit unter ihrer Haut, ihre wahren Herzen liegen noch tiefer im Schatten. Aber die größte Geheimhaltung liegt nicht im Schutz ihrer verborgenen Wahrheiten, sondern darin, sie vor den Wahrheiten der anderen zu schützen. Die Dunkelheit schützte sie vor dem, was sie nicht zu wissen wagen. Ihr zweites Geschenk ist die tröstende Illusion: die Entspannung von sanften Träumen in der Umarmung der Nacht, eine Schönheit, die Vorstellungskraft jenen Dingen gibt, die im grellen Tageslicht abstoßend wären. Doch der größte Trost ist die Illusion von der vorübergehenden Natur der Dunkelheit: dass jeder Nacht ein neuer Tag folgt. Denn es ist der Tag, der vorüberzieht.

Der Tag ist die Illusion. Denn das dritt Geschenk ist das Licht selbst: Tage werden durch die Nächte definiert, die sie trennen, und Sterne werden durch die unendliche Schwärze definiert, die sie umgibt – die Dunkelheit umarmt das Licht und bringt es aus ihrem eigenen Zentrum hervor. Mit jedem Sieg des Lichtes wird es die Dunkelheit sein, die gewinnt und die stets gewinnen wird. Dennoch ist dies nicht alles. Ja die Dunkelheit ist großzügig und geduldig. Denn es ist die Dunkelheit, welche grausames unter die Gerechtigkeit sät, die Verachtung in Anteilnahme tropfen lässt und Liebe mit Körnern des Zweifels vergifte. Sie möchte geduldig sein, denn ein Regentropfen genügte um die Saat aufgehen zu lassen. Jener Regen wird kommen und die Saat wird aufgehen, denn die Dunkelheit ist der Boden, in dem sie wächst und sie ist die Wolke über ihnen und sie ist hinter dem Stern, welcher ihr Licht gibt. So unendlich die Geduld der Dunkelheit ist, so gewiss ist es auch, dass selbst Sterne sterben werden. Wenn auch nicht sofort, so doch irgendwann.

Die Dunkelheit ist großzügig und geduldig, und sie gewinnt immer. Sie tut es stets, weil sie überall ist. Gleich wohin man blickt, man ist umgeben von ihr. Es gibt kein entfliehen, kein davonkommen. Sie befindet sich im Holz, welches im Kamin verbrennt, und im Kessel auf dem Feuer. Sie ist unter dem Stuhl, unter dem Tisch und unter den Laken des Bettes. Selbst das wandern in hellem Sonnenschein beinhaltete die Dunkelheit, den sie begleitete einen. Sie klebte einem an den Sohlen der Füße. Das hellst Licht wirft den tiefsten Schatten. Wo der Schatten sich befindet dort lauerte das Verderben für jene, die noch immer nicht begriffen haben. Es ist die Dunkelheit die alles umgibt, die alles in sich aufsaugt. Sie ist es, die das Leben bestimmt und die darüber entscheidet welchen Weg man geht. Sie ist der Verbündete und gleichsam der Feind. Denn es ist ihre Geduld, ihr Großzügigkeit, die alles überdauerte, die alles zusammenhält und dennoch wie ein scharfes Schwert ist, stets bereit dazu alles zu zerschneiden. Sie ist es die Urteile fällte. Ein wacher Geist, der Verstand besitzt, der die Realität von der Illusion unterscheiden kann, ist fähig dazu, jene Dunkelheit zu nutzen. Sie zu seinem Vorteil zu nutzen.'

Es waren Worte, die sie auf Korriban gelesen hatte. Doch diesmal, sprach jemand in den Schatten sie aus und ihre Bedeutung veränderte sich schlagartig. Wie Naive sie doch gewesen war! Wie dumm zu glauben, dass sie sie damals schon erkannt hätte, gänzlich erkannt hätte. Die dunkle Seite der Macht ist der Pfad zu mannigfaltigen Fähigkeiten, welche manche von uns für unnatürlich halten. Diese Worte waren es, die alles veränderten. Allegious Wunsch, seine vorigen Worte, dass diese Aufgabe leichter war, als sie den Anschein hatte entsprachen der absoluten Wahrheit. Weshalb alte Rituale verändern, wenn sie nichts weiter als ein bloßer Abklatsch sein würden. Warum nicht Techniken kombinieren, daraus etwas neuen entstehen lassen? Weshalb nicht dafür sorgen, dass Knechte zu Sklaven wurden und Freie zu Gefangenen? Weshalb nicht nehmen, was bisher noch niemand gewagt hatte zu nehmen? Ein Sklave war nur dann ein Sklave, wenn man ihm jegliche Rechte absprach und man beraubte ihm nur dann seiner Freiheit, seiner gänzlichen Freiheit, wenn man dafür sorgte, dass er gefangen war. Ihnen mehr zu nehmen als sie bereit sein würden zu geben, dies wäre ein wahrlich größeres Opfer und nur so würde sich zeigen ob sie es wert waren. Allegious wollte untergebene, er wollte Marionetten, Sklaven, Subjekte, welche er leiten konnte, die nichts infrage stellen würden. Sein Schritt würde größer sein müssen als alles bisherige!!! Ein böses lächeln glitt über ihre Lippen als sie die Augen öffnete und in die Augen Tarals sah, welcher direkt vor ihr saß. Alaine streckte ihre Hand aus, wobei ihre Finger sich auf den Kopf des Wesens legten. Das Tu’kata hielt still, ließ sich einen Moment kraulen, dann erhob sich die Warrior.

Vielleicht waren ihre jetzigen Gedanken, ihre Idee das, was Allegious suchte, ihn zufrieden stellen würde. Sie würde es sehen.

Alaine kam auf die Beine, das Geschöpf glitt an ihre Seite, dann machte sie sich auf den Weg in den Hangar. Während ihrer Meditation hatte das Schiff Anaxes erreicht. Im Hangar angekommen betraten sie ein Shuttle, welches in geraumer Zeit starten würde. Sie hatte sich gerade gesetzt, als wenige Sekunden später Allegious eintraf und sich ebenfalls setzte. Dann startete das Shuttle. Taral wachte noch immer über sie, dies fühlte Alaine. Dann wandte der Imperator seine Worte an sie. Er wollte wissen ob sie die vergangenen Stunden mit etwas sinnvollem verbracht hatte und ob sie etwas aufzuweisen hatte. Andernfalls würde er dem Piloten den Befehl geben die Luftschleuse zu öffnen. Das Funkeln in ihren Augen, welches in ihnen lag konnte sie nicht verbergen. Dann nickte sie langsam auf seine Frage.


„Ich habe die Schriften Studiert, welche ihr mir gestattetet mitzunehmen. Anfangs war ich unzufrieden, denn nichts in ihnen brachte mich weiter. Sie sprachen von Dingen die ich kannte, sprachen von Ritualen, welche man hätte umwandeln können, doch sie wären euer nicht würdig gewesen. Ein Werk nach dem anderen fand sein Ende, bis ich schließlich an das letzte gelangte und dort gegen Ende fand ich etwas, was mir auffiel. Eine Technik, welche es ermöglicht dafür zu sorgen, dass man die Gedanken kennt, sie hört, gleich wo man sich befindet.“


Alaine machte eine Pause, wenn auch nur kurz.

„Diese Technik allein genügte mir aber nicht. Ich wollt mehr. Weit mehr. Ihr sagtet zu Anfang, dass die Aufgabe welche ihr mir stellte, einfacher ist als sie den Anschein hätte. Das Wiederbleben alter Rituale, jene zu verändern ist nichts, was dazu führen könnte, was ihr euch wünsch. Was also ist es, dass man jemandem nehmen sollte? Wie kann man sich der Loyalität gewiss sein? Was ihr euch wünscht ist mehr als ihr zu Anfang ausgesagt habt, denn ihr sprach davon wie es möglich wäre dafür zu sorgen, dass man sich der Loyalität seiner Untergebenen sicher wäre. Was aber, wenn man aus seinen Untergebenen Sklaven machen würde, wenn man sie an sich binden würde? Kettet sie, knechtet sie! Der Weg dorthin bedeutet Opfer. Opfer die vielleicht nicht jeder geben will, denn jene Opfer würden bedeuten all das aufzugeben, was ihnen wichtig ist. Freiheit! Die Freiheit eigene Entscheidungen treffen zu können, eigenen Gedanken zu besitzen, sich dorthin bewegen zu können wohin sie auch immer wollen, in der Gewissheit, dass niemand ihr Handeln sieht noch ihre Gedanken kennt. Kontrollierte sie in allem.

Es müsste eine Ritual geben, in dem ihr von ihnen verlangt sich aufzugeben und das was sie sind. Ein Ritual, in dem ihr die Macht über sie erlangt, in dem ihr ihre Gedanken kennt, sie erspürt ohne das sie sich wehren können, gleich wo sie sich in der Galaxis befinden. In diesem Ritual, indem sie einen großen Teil ihrer Selbstständigkeit opfern müssen, indem sie sich selbst erniedrigen, ihr Stolz abstreifen müssen, würdet ihr die Macht erhalten, die ihr braucht um als Alleinherrscher zu wissen was vor sich geht. Eine Technik die nicht einfach ist und viel erfordert. In all den Jahren der Sith, hat es keiner von ihnen gänzlich geschafft diese Technik zu beherrschen, nicht in diesem Ausmaß. Sie wäre eurer würdig, mit ihr könntet ihr euch ihrer Loyalität gewiss sein oder ihr aber Gewissheit verschaffen. Denn die dunkle Seite der Macht ist der Pfad zu mannigfaltigen Fähigkeiten, welche manche von uns für unnatürlich halten.“


Alaine endete mit ihren Ausführungen, blickte dem Imperator ins Gesicht, welcher ihr zugehört hatte und dies scheinbar überaus aufmerksam. Würde ihm die genügen? Würde dies seinen Ansprüchen gerecht werden, oder würde er ihr auch diesbezüglich sagen, dass er etwas anderes wünsche!? Sie konnte seine Gedanken nicht lesen und dennoch wusste sie, dass er darüber nachdachte. Wie würde er entscheiden? Welche Sicht der Dinge würde er dazu haben? Sie war gespannt darauf zu erfahren was er sagte, mehr noch sie hoffte darauf, dass er seine Sicht der Dinge dazu abliefern würde. Gut möglich, dass wenn ihm ihr Vorschlag zusagte, er selbst noch auf eigenen Ideen kam, welche er mit einbinden konnte und würde. Die Arbeit von zweien konnte Perfektion ins ganzes bringen. Ihr Tod würde für ihn nicht wirklich von Bedeutung sein.


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OP: Keine Ahnung warum, aber des PSW war der Meinung ich hätte zu viele Zeichen, deshalb die Teilung.^^
 
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Axum System ¤ Anaxes ¤ Pols Anaxes ¤ Anaxes Citadel ¤ Konferenzraum ¤ Grand Moff Stadd, Grand Moff Ipluvien, Grand Moff Herrick, Grand Moff Rimorra, Grand Moff Merrick

Der Morgen an diesem Tag auf Anaxes war ungewöhnlich, denn die Grand Moffs des Imperiums hatten keine Tagesordnung, sondern nur eine Einladung zu einer außerordentlichen Sitzung erhalten. Und die Männer, die sich jetzt um den schwarzen Tisch mit dem kuppelförmigen Holoprojektor in der Mitte versammelten, um ihre Plätze einzunehmen, witterten mit dem scharfen Spürsinn für Gefahr, der ihnen allen zu ihrer Spitzenposition verholfen hatte, dass etwas Außergewöhnliches geschehen sein musste.
Der Raum in der Citadel, in dem die Grand Moffs sich versammelten, ist ungefähr 15m lang und 7m breit. Nicht gerade groß im Verhältnis zum Rest des imposanten Gebäudes oder gar zur Macht, welche die Personen die hier zusammentraten, ausübten. Er prunkt in dem bei manchen Grand Moffs beliebten durosianischer Marmordekor, aber der wichtigste Einrichtungsgegenstand war der schwere, massive aus Kriin Holz gefertigte Tisch. Dieser Tisch ist T-förmig.Am Kopfende saß auf seinem angestammten Platz in der Mitte das älteste Mitglied der Grand Moff-Riege, Nicademus Stadd. Er war als Primus inter pares der Wortführer der Versammlungen dieser machthungrigen Despoten ihrer Supersektoren. Doch abgesehen vom Wetter gibt es im Galaktischen Imperium nichts, was tatsächlich so ist, wie es erscheint und selbst das galt nicht für alle Planeten. Der 68-jährige Stadd war schroff, wortkarg und unglaublich gerissen; ohne letztgenannte Eigenschaft hätte er niemals die Position eingenommen, auf dem vor ihm schon so viele machthungrige Monster in Menschenhaut gesessen hatten. Links und rechts wurde er je von zwei Privatsekrätren des Administratorum Regionatum flankiert – Männer die ihm ergeben waren.
Hinter ihm an der Nordwand stand in jeder Ecke ein kleiner Tisch. An dem einen saßen zwei Droiden die jedes Wort aufzeichneten. An dem anderen waren zwei Männer über die Aufnahmegeräte gebeugt, das die Gespräche mitschnitt und gegebenfalls zur Kontrolle herangezogen wurde. Ein zweites Gerät stand bereit, falls das Erste ausfallen sollte.

Das Gremium der Grand Moffs bestand aus insgesamt fünf Mitgliedern, und die restlichen vier Mitglieder verteilten sich jeweils zu dritt an den beiden Längsseiten des Tisches, auf dem Notizblöcke, Wasserkaraffen und Aschenbecher bereitgestellt waren. Am unteren Tischende stand an der Breitseite ein einzelner Stuhl. Die Mitglieder des Gremiums vergewisserten sich, dass niemand aus ihrer Runde fehlte. Der leere Stuhl war der Anklagestuhl, auf dem ein Mann, der anhören musste, wie seine ehemaligen Kollegen ihn verrieten; ein Mann, den Schande, Ruin und manchmal auch der Tod erwartete. In der Regel wird der Verurteilte unter einem Vorwand hingehalten, um dann beim Betreten des Raumes alles Plätze bis auf den Anklagestuhl besetzt zu finden. In diesem Augenblick weiß er alles. An diesem Morgen war der Stuhl leer und das Gremium vollständig versammelt.

Stadd lehnte sich zurück und musterte die sechs mit halbgeschlossenen Augen, während der Rauch seiner Cigarra an seinem Gesicht vorbeistrich. Er bevorzugte noch immer die altmodischen mit dem langen dünnen Pappmundstück, welche mit dem Zeigefinger- und Daumennagel zweimal eingekerbt wird, um den Rauch zu filtern. Links an der Längsseite des Tisches stand die holographische Darstellung seines politischen Verbündeten und Schützlings, Grand Moff Ipluvien. Der Mann der Angst vor Hyperraumreisen hatte, lies sich stets durch eine holographische Verbindung durchstellen. Auf ihn konnte sich der Grand Moff verlassen. Neben Ipluvien saß Grand Moff Marrik. Er würde zu Stadd halten, weil ihm aufgrund der Lage nichts anderes übrig bleiben würde. Sein Nachbar war Grand Moff Rimorra, der seine Kultiviertheit gegenüber den Männern betonte, die gar nicht kultiviert waren. Rimorra würde allein schon deshalb zu ihm halten, weil die Opposition von Männern kommen würde, die ihn hassten und auf seinen Sturz hinarbeiteten. Auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches saß Grand Moff Herrick, der zweitälteste Grand Moff diesees Gremiums. Der hagere, asketische und säuerliche Demagoge und Geißel der Dissidenten und Abweichler, war ein Mann der sich in pathologischem Hass gegen den demokratischen, galaktischen Osten verzehrte. Stadd war sich im klaren, dass der Widerstand hauptsächlich von Herrrick kommen würde. Neben ihm saß Grand Moff Merrick, der seine Entscheidungen grundsätzlich von den Interessen der Speichellecker seiner Entourage beeinflussen ließ. Mit ihm stand Stadd wegen der Überschneidung ihrer Kompetenzen auf Kriegsfuß.


“Meine Herren ...“ begann Stadd woraufhin sich die Einzelgespräche einstellten ... die Lage ist ernst. Unseren Informationen zufolge ist der Kontakt mit Corellia abgebrochen. Das kann nur eines bedeuten: Ein Angriff der Neuen Republik.

Was das bedeutete, musste er den Anwesenden nicht näher erläutern. Es wäre der Verlust des gesamten Corellian Run. Das Schweigen welches sich auf diese Nahricht folgte, war mörderisch. Herrick schien sich als erstes von diesem Schock erholt zu haben.

“Wie wirkt sich dieser Verlust auf die Wirtschaftslage des Imperiums aus?“

“Mit Verlust des Corellian Run fallen die CEC Werften sowie die Loronar Corporation weg. Wir verfügen jedoch über alle Baupläne, sodass wir keinen Verlust der Technologie betreffend erleben werden.“

“Wie sehr ist die Wirtschaft im Kern davon betroffen? Wieviele Einkünfte fallen für den Sektor weg?“ fragte Merrick eisig nach.

“Ungefähr vier Fünftel.“

“Dann noch eine letzte Frage, damit wir alle das Ausmaß dieser Katastrophe begreifen ...“ setzte der Grand Moff nach, dessen Supersektor am meisten von dem Verlust betroffen war, aber der anscheinend noch keine Meldung erhalten hatte. “was tut der Imperator dagegen?“

Die Versammelten schwiegen betroffen.

“Wir stehen hier von einem Problem, das schwerwiegend ist und unserer Aufmerksamkeit bedürftet. Ich schlage vor, wir vertagen uns und versuchen inzwischen Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Diese Nachricht darf auf keinen Fall nach außen dringen. Wir kommen heute in einer Woche wieder zusammen.“

Als die vier anderen Grand Moffs sich erhoben, wandte sich Stadd an Rimorra. “Das ist eine Katastrophe.“

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.:: Grand Moff Edward Marrik ::.

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Mit gelassener Miene beobachtete der uniformierte Mensch von Thyferra, Edward Marrik, das recht aufgebrachte Schauspiel seiner älteren Kollegen. Schweigend hatte er nach dem Weinglas gegriffen, kinderleicht den rubinfarbenen Inhalt in Bewegung gesetzt und sich dann einen Schluck genehmigt, derweil der knöcherne Wortführer dieser Runde, Nicademus Stadd, ihn und seine Kollegen über den plötzlichen Kontaktverlust zum corellianischen Sektor in Kenntnis setzte. Ein Lächeln stahl sich auf sein gepflegtes Gesicht als er durch den bläulichen Dunstschleier hindurch zu dem ergrauten Grand Moff blickte. Sie saßen an einer T-förmigen Tafel aus feinstem Kriin-Holz in einem der zahlreichen kleinen Räume der gewaltigen „Anaxes Citdadel“. Neben den mächtigsten Männern der Verwaltung hatte Stadd noch zwei private Sekretäre neben sich sitzen. Zudem fanden im Hintergrund noch zwei Droiden, die jedes Wort aufzeichneten, an dem einen Tisch und an einem anderen zwei Männer, die mitschnitten und notfalls zu Rate gezogen wurden. Für eine spontane „Mofference“ hatte man damit alle Mindestanforderungen für eine „wasserdichte“ Besprechung erfüllt.

Der Grand Moff, dessen Supersektor auch Marriks Heimatwelt einschloss, beantwortete mit ruhiger, aber bestimmter Stimme die ersten Fragen – hauptsächlich aus Herricks Richtung. Im Gegensatz zu Jonathan Herrick, dessen Einflussbereich durch die Rebellenangriffe am meisten betroffen war, hielt sich der Rest – bestehend aus Jory Rimora, Hall Ipluvien und Marrik selbst – mit den eigenen Ideen und Gedanken zurück. Das Gespräch fand ausschließlich zwischen dem knöchernen Verwalter und dem (ebenfalls ergrauten) Mann statt, dessen Berechtigung, in dieser erlesenen Runde zu sitzen, mit jedem weiteren verlorenen System mehr und mehr schwand.
'Vielleicht ist er schon bald Geschichte und man überlässt mir seine Überreste.' Dieser Gedanke dominierte Edward Marriks Bewusstsein – und blendete die Gefahren, die allmählich den Corellian Run entlang krochen und seine „Juwelen“ bedrohte, fast vollkommen aus. Da man momentan nur spärlich Informationen in den Händen hielt, schlug Nicademus Stadd die Vertagung der Sitzung vor. Man sollte sich in einer Woche noch einmal treffen, um erste Lösungen präsentieren zu können.

„Eine finanzielle Unterstützung der Supersektorflotten könnte diesem Abschaum Einhalt gebieten“, bemerkte der dunkelhäutige Rimora als man sich geschlossen erhob. „Die Gefechtsflotten verfehlen ihre Wirkung in diesen Bereichen. Cornell hat bei Denon mehrere Millionen Credits auf den Boden stürzen lassen – ohne Erfolg zu verzeichnen! Der Imperator muss das Oberkommando stärker unter unsere Führung stellen. So verschwenderisch darf man in diesem Konflikt nicht umgehen!“

Marrik ließ seinen süffisanten Blick zu Grand Moff Herrick wandern. „Kollege, in dieser schweren Stunde müssen Sie den Kopf nicht hängen lassen. Unverzüglich werde ich veranlassen, dass man in den Werften von Bilbringi und N'zoth gesonderte Schichten schieben soll. Ihren Verlust dürfte man so bestmöglich kompensieren können. … Außerdem haben Sie ja noch Rendili. Am Ende der Bilanz für Bastion fällt es dann gar nicht mehr auf, dass wir diese Systeme verloren haben. Man wird Ihnen bezüglicher vorzüglicher Zahlen sogar applaudieren... da bin ich sicher, Herr Kollege.“

Rimora, der humorlos Zahlenfetischist in dieser Runde, schnaubte bei dieser Bemerkung. Natürlich fand am Ende der Periode stets eine „Korrektur“ der Zahlen statt. Diese Praxis hatte ihre Ursprünge noch in den korrupten Strukturen der vergangenen Staatsform – der Republik. Dennoch sprach man, besaß man Rang und Namen, diese Lüge niemals in der Öffentlichkeit an. Gegenüber dem Volk war die Imperiale Verwaltung nicht nur effizient, sondern ebenso effektiv – so jedenfalls die Darstellung durch KOMENOR. Edward Marrik lächelte erneut und leerte anschließend sein Glas. Gerade wollte er sich verabschieden als jemand unvermittelt an die Tür klopfte. Mit gelassener Stimme erlaubte er dem Störenfried den Eintritt. Zischend öffnete sich die Tür und ein Sekretär trat ein. Augenblicklich neigte er seinen Kopf zur Begrüßung, nahm dann all seinen Mut zusammen und ging auf den Grand Moff, der von Thyferra stammte, zu.

„Die Systemflotte hat soeben die Ankunft eines Supersternzerstörers gemeldet“, teilte der Mann, der alles andere als gefasst wirkte, seinem Vorgesetzten mit. „Laut ersten Informationen handelt es sich bei diesem unangemeldeten Kriegsschiff um die 'Nereus Kratas'. An Bord soll sich sogar Imperator befinden.“

Marrik schluckte kurzzeitig bei diesen Sätzen, bevor er eine Anweisung gab: „Geben Sie sofort dem Kommandant meiner Leibgarde Bescheid! Man soll dem Imperator gebührend empfangen!“

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>||< Orbit von Anaxes ~||~ Shuttle ~||~ Allegious, Alaine & Taral>||<

Während Alaine sprach wurde Allegious sich dessen gewahr, dass sie schlicht und ergreifend noch nicht auf dem Stand der Macht war, der es ihr ermöglichte, ein Ritual zu erschaffen dass seinen Vorstellungen entsprechen würde. Überhaupt schien es ihm, dass sie zu sehr an Traditionen hing. Es war unwichtig was Äonen vor ihnen, von irgendwelchen einstigen Sith-Herrschern erdacht worden war. Deren Strategien waren nur unzulänglich auf sein jetziges Imperium anwendbar. So denn war es sinnlos, jederzeit zu ersuchen jene Taktiken auf die Gegenwart umzumünzen. Aus altem, verkümmerten Abgestorbenen, konnte seltenst die Vitalität entstehen welche sich in der heutigen Zeit durchsetzen konnte. Überdies hinaus… ging es doch nicht darum dass Allegious sich ihrer Gedanken fort weg sicher sein musste. Er wusste auch so dass es der Weg der dunklen Seite war zu belügen, betrügen, verraten und intrigieren. Wozu sich dieser Tatsache entlehnen wenn es doch nur offensichtlich war. Jene die Potential besaßen würden immer aufbegehren oder im Verborgenen und in der Öffentlichkeit. Die dunkle Seite der Macht würde ihm nichts anderes sagen. Er wusste es auch so, er selbst hatte gedient um aufzusteigen. Das war nun mal der Weg, den jenen Anwender der dunklen Seite beschienen war. Das was es verhältnismäßig leicht für Allegious machte, war der Umstand dass alle die aufbegehrten schlicht zu kurzsichtig hinsichtlich ihrer Planung zu sein schienen. Narren. Nun mehr stand ihm seit dem er sich selbst zum Imperator ernannt hatte der gesamte Machtapparat des Imperiums zur Verfügung. Er sorgte dafür dass die Sith sich selbst bekämpften und es so nicht mehr vermochten, an den Imperator selbst zu denken. Er hatte den Geheimdienst auf nie dagewesene Dimensionen ausgebaut. Das Militär hatte er gebrochen, indem er Nereus losgeworden, und andere aufwieglerische Elemente aussondiert hatte. Und um die Moffs würde er sich kümmern indem er an ihre Stelle einen neuen Großmoff setzen würde, der ihm absolut ergeben war und stets so handeln würde wie es ihm beliebte. Es gab nun mehr keine Opposition. Und das Ziel Allegious für die neuen Rituale war es gewesen, den neuen Aspiranten seiner Elite, Stolpersteine in den Weg zu legen. Vielleicht würden andere, Aspiranten dieser entstehenden Elite, Nergal und Draconis, es besser vermögen.

Wo stand Alaine? Sie schien einen Sinneswandel durchgemacht zu haben. Wann war er aufgetreten, gab es gar ein Ereignis das ihre Neuorientierung erklärte- vielleicht eine Vision? Doch war sie nicht viel zu schwach um derlei Zukunftsausblicke zu erhalten. Allegious empfand ihren Wandel nichtsdestotrotz verwunderlich wenn nicht sogar abstrus. Er war erwacht als er damals zu den Stufen Phollow’s niederkniete. Ihn hatte sein eigenes Blut gereinigt, während er vor seinem einstigen Herren niederlag und in das blass werdende Gesicht seiner damaligen Mitstreiterin starrte. Das war der einzig richtige Wandel gewesen. Er war aufgestiegen und griff nach der Macht. Bei Alaine war es genau gegenteilig. Griff sie zuvor noch nach Macht, eiferte sie zuvor noch nach mehr Wissen, wenn auch dilettantisch strukturiert, so biederte sie sich nun an. Sie hatte sich selbst gebrochen. Sie würde nie eine Sith werden. Sie würde nie eine Sith sein, und war auch just in diesem Moment Meilen wenn nicht gar Lichtjahre davon entfernt. Dabei spürte er ein leichtes Ziehen in seinem Verstand die dunkle Seite brodelte bei dem Gedanken sich mit solch wenig versprechenden Anwendern der dunklen Seite abzumühen. Im Prinzip waren sie allesamt nicht besser als dunkle Jedi. Bei diesem Gedanken schrie die Macht in ihm auf und geiferte und forderte ein Blutbad. Aber er beherrschte sich. Dieser Moment war nicht geeignet seiner Leidenschaft zu frönen. Es genügte zu wissen dass alle an Ketten hingen und er derjenige war, welche diese in den Händen hielt. Er hatte gesiegt. Und herrschte absolut als einziger Sith. Alaine hatte ihre Chance gehabt. Zweimal sogar und sie hatte nicht vermocht ihn zufrieden zu stellen. Vielleicht konnte Alaine ihren „Wert“ anderweitig unter Beweis stellen; das „wie“ würde sich bestimmt noch zeigen.


Mein Kind, lasst euch eins gesagt sein. Kontrolle über einen Sith gibt es nicht. Ihr könnt ihn nicht beherrschen. Das ist auch nicht notwendig solange ihr mächtiger seid. Und genau das- ist der springende Punkt. Ich will jene die aufsteigen wollen, daran hindern, sich gemäß eines neuen Standes fortbilden zu können. Sie sollen in ihrer Entwicklung im Studium der Macht gehindert werden. Für Kontrolle habe ich andere Mittel mit denen ich jene knechten kann. Kein Sith besteht gegen 1000 Soldaten. Oder gegen einen Mordanschlag durch den Geheimdienst. Gleich wird er sich auch nicht mehr lange an der Spitze des Ordens halten können wenn er durch die Moff’s seiner Ressourcen beraubt oder durch die Kommissare in den imperialen Nachrichten für vogelfrei erklärt wird. Ich muss mich also nur um jene kümmern die bereits sehr mächtig sind. Und selbst von ihnen… wer könnte mir da gefährlich werden? Janem wurde geschlagen. Sein Gesicht liegt im Staub sobald ich erscheine. Und Arica… (lautes Gelächter) wird niemals herrschen, nicht mal über einen unbewohnten Planeten. Ich habe entschieden dass ihr darüber nachdenken sollt. Ich werde die Aufgabe, die neuen Rituale zu erschaffen jemandem übertragen, der mehr Erfahrung im Umgang mit der dunklen Seite besitzt, und, was noch wichtiger ist, mehr Zeit hat als ihr es tut. Ich habe viel vor mit euch. Ihr werdet näher an mir sein, als viele andere.

Sein Blick wandte sich wieder geradeaus. Sein Positronenpart, gekoppelt an die Überreste seines Gehirns riefen die neuesten Bewegungen der Flotten auf Corellia ab. Ein SSD, namens Horizon flankierte nun mehr die imperialen Schiffe. Nun ergaben sich zwei Möglichkeiten welche durchaus miteinander kombinierbar waren, wenn die Offiziersschaft fähig war, aber stünden sie sonst in jener Schlacht? Kampfgruppe XI und XII müssten ein Wendemanöver vollziehen. Dann würden jene Schiffe hinter der Hauptstreitmacht einen Flankenangriff auf die Horizon durchführen, just in dem Moment könnte die CorSec Flotte von hinten die Triebwerke des Schiffes zu Staub zerschießen, dann galt es sich des bewegungslosen Trümmerhaufens nur noch zu entledigen, wobei dann nun mehr die imperialen einen Flankenangriff befehligen würden. Allerdings ließen diese Möglichkeiten eventuell weitere, ankommende Schiffe außer Acht. Derzeitige Tatsache war gleichwohl dass sie aus taktischer Sicht das Gewicht zu Ungunsten des Imperiums zu verlagern schien. Gleichwohl wenn Corellia für seinen Coruscant-Plan keine Rolle spielen mochte, wenn das Imperium diese Schlacht verlor, verlor es sowohl die Werften, als auch eine Großzahl an Schiffen selbst, und das konnte durchaus den Weg für weitere Eroberungspläne ebnen. Und wenn Coruscant doch nicht in der Form fiel wie er es forderte...

Und während also weit weg die Schlacht um Corellia geführt wurde, befand er sich im Anflug auf Anaxes. Einen Planeten, der gemessen an der hiesigen Industrie des Imperiums allenfalls ein kleiner Lichtfleck war. Das Shuttle schien dem Planeten schnell näher zu kommen. Hier würde der neue Großmoff benannt werden. Es würde interessant sein, zu sehen wie sich die Moffs verhielten würden, wenn völlig überraschend, der Imperator selbst das Vorranschreiten der Ernennung auf Anaxes begleiten würde. Jarnik Saul Tarvitz war ein in jeder Hinsicht fähiger und loyaler Mann. Allegious hatte ihn monatelang intensivst durch den Geheimdiensts observieren lassen. Er hatte sogar einen Kommissar in das Umfeld des Mannes einschleusen lassen um dessen politische Integrität noch mehr zu verstärken. Wenn es einen Mann gab, der Allegious in die Quere passte, dann war er es. Er würde ihn nicht enttäuschen, sollte er dies doch tun… Die Gräber für Oppositionelle waren immer noch nicht vollends gefüllt. Aber alle Untersuchungen und Beobachtungen bescheinigten dass diesem Manne unter Allegious Herrschaft eine glanzvolle Karriere beschienen sein würde. Allegious hatte lange darüber nachgesonnen bis er zu dem Schluss gekommen war, dass der Tiefenkern künftig eine wesentlich größere Bedeutung beigewohnt werden sollte, als das bisher der Fall war. Sollte irgendwann, und Allegious war einfach zu intelligent um selbst die unwahrscheinlichste Situation auszuschließen, es irgendjemandem gelingen, ihm gefährlich zu würden, würde er einen Zufluchtspunkt innehaben, einer von dem er wunderbar weiter regieren oder aktiv vorgehen konnte. Während das Shuttle die Atmosphäre des Planeten erreichte, berichteten ihm seine Späher dass Nergal und Draconis Coruscant verlassen hatten und sich auf dem Weg nach Anaxes befanden.

Sobald sie angekommen waren, würde er sowohl Nergal als auch Draconis die Aufgaben zugedenken die ihnen gebühren würde. Draconis würde sich mit den Executoren auseinandersetzen und Nergal wiederum mit den Inquisitoren. Am Ende würden beide, wenn die Vorschläge gefielen, das Ritual des anderen durchlaufen müssen- auf Bastion verstand sich. Das wäre dann der Versuch die Theorie in die Praxis umzusetzen und wenn jene sich dann noch als, im wahrsten Sinne praktikabel erwiesen, stand dem neuen Weg der dunklen Seite nichts mehr entgegen. Doch bis sie da wären, würden noch einige Stunden vergehen. Das Shuttle setzte zur Landung an. Allegious fühlte tausende Humanoider um sich herum. Das lag wohl daran dass einer seiner Berater, Odin Highwind, in Windeseile einen Festzug aufbereitet hatte. Einer wie er sicherlich dem Amt des einstigen Halb-Nogrhis entsprechen würde. Highwind, war absolut loyal und auch wenn schon in einem fortgeschrittenem Alter, doch absolut professionell in Bezug auf das Gebaren imperialer Propaganda. Er konnte sich schon vorstellen wie sich die Moff's in die Hosen schissen vor Angst. Es würde ihm sicherlich nicht zum Nachteil gereichen, seine Verwalter eingehendst zu sondieren und auf ihre Gedanken hin zu überprüfen. Draconis und Nergal konnten zudem, jenen die nicht sauber schienen, noch mehr Zeit widmen, schließlich hatten sie ja ganze Arbeit auf Coruscant geleistet. Ihr Ruf würde nun mehr für sie sprechen. Schattenthron war im wahrsten Sinn zu dem geworden, was zunächst angedacht gewesen war und auch Nergal kam diesem Wort recht nahe. Sie waren dadurch ungleich gefährlicher als die Executoren die es gab.

Während Allegious ausstieg rief er sich den Bericht auf, den er sich hatte vom Geheimdienst zuschicken lassen, nach Abwägung der Chiss-Informationen, schien Avalosh`ari`nuruodo der beste Kandidat zu sein. Nachdem Allegious Janem besiegt hatte, hatte er jenem den Rang des Overlord's aberkannt und ihm verboten je wieder Kontakt zu seinem Heimatvolk aufzunehmen. Verständlicherweise waren die Chiss nicht erfreut gewesen, auch wenn nicht allzu stark, da Janem in all den Jahren nun schlichtweg immer der Zweitbeste gewesen war und gerade in den Reihen der Chiss war dafür kein Platz. Dennoch war es an der Zeit ein Zeichen zu setzen. Also hatte Allegious beschlossen einen Chiss an seine Seite zu holen. Als sichtbares Zeichen der langen Freundschaft und wie man es noch benennen wollte. Allegious sandte eine Nachricht an das Oberkommando der Flotte, jenen Sharin umgehend zu ihm bringen zu lassen, sobald Corellia vorbei sein sollte, und sofern dieser das Gefecht überhaupt überleben sollte. Im Jubel tausender Menschen, begab sich Allegious in den speziell gepanzerten Gleiter. Regimenter von Sturmtruppen und seine Leibgarde marschierten im Stechschritt voraus und kündeten von dem Weg des Imperators zu Citadel...


>||<Anaxes ~||~ Ehrengeleit ~||~ Allegious, Odin Highwind, Alaine & Taral>||<
 
Ψ Hyperraum :: Richtung Anaxes :: VT-49 „Prometherion“ :: Darth Draconis und Chiffith Ψ

Die Gedanken des dunklen Sith tobten noch immer. Ein Sturm wehte in den Gedanken des Sith während der Schalensitz zum Transparistahlfenster hin ausgerichtet war. Diese neuen Ereignisse waren eine Schmach für das Imperium. Wo waren die Sith in all diesen Geschehnissen? Wie konnte der Imperator es zulassen und vor allem, wie konnten es die Sith zulassen? Auch wenn das Schisma erst kurz zurücklag, sollte die dunkle Seite doch an ihre Instinkte appellieren. Was hier geschah, war eine Destabilisierung. Der Sith schüttelte mit den Kopf. Es musste etwas getan werden. Er würde es tun. Was wollten sie schon machen? Ihn töten? Ihn vor aller Augen hinrichten? Ihn zerreißen und seine Gliedmaßen entwenden? Wo alle zusehen? Wo alle da sitzen und es verfolgen? Wollen sie der Wahrheit und der Wut den Mund rauben, während die Galaxis sieht, wie sie zerfällt? Denken sie, dass es wahre Macht ist, dies zu tun? Alles zu zerschlagen, woraus sie selbst gemacht sind? Sie sind keine Technologie, kein Comlink, kein E-11 oder ein Speeder. Sie sind nur Menschen oder zumindest etwas ähnliches. Und diese Menschen, sind nicht ihre eigene Erfindung. Sie können sich nicht bedienen! Nein! Sie sind nicht größer, als sie die Natur, die Macht gemacht hat. Das, was sie Fortschritt nennen, das ist ein Rückschritt in eine Welt voller Götter und Dämonen, die falsche Namen tragen und Herrscher heißen. Das ist der Glaube in Geld und Status. Nicht aber in das, was wirkliche Leidenschaft und Kraft kostet: die Macht. Sie sind beseelt von Hässlichkeit und Trauer. Ihre Ehrlichkeit ist Leistung. Ihre Treue ist die List. Ihre Worte sind zerschlagen, wie der Regen im Wind. Das sind keine Sith mehr. Das sind Automata, die sich bedienen und dienen lassen. Sie sind das, was sie vernichten wird. Ihr seid das, was mich töten will. Ihr seid all die Lügen, die ihr lebt. Und ihn, die Wahrheit, ihn wollen sie vernichten. Ihre letzte Hoffnung.
Es war an der Zeit. Der Sith tauchte in die Macht ein und suchte auf dem Schiff nach seinem Schüler. >>Komm.<< Eine Nachricht und nur eine Bestimmung. Er würde gehorchen, er würde erscheinen. Wie voraus gesehen betrat der Lamproide kurze Zeit später schleichend das Schiff. Draconis der seinen Schalensitz erst jetzt in Richtung des Adepten drehte, thronte dank mehrerer Stufen nun über seinem Schüler und bedachte ihn eines ernsten Blickes.


“Zeig mir, was du gelernt hast.“

Aus den Tiefen der Macht versuchte der Adept seine Kraft zu schöpfen und zeigte anhand eines simplen kleinen Chonometers welcher auf dem Tisch lag. Das Gerät zerbarst. Doch vermag er nur an der Oberfläche zu kratzen. Der Lamproide fing an zu stagnieren. War es die lange Trainingszeit oder die Furcht vor der Bestrafung? Die Konzentration des Schülers glich einem wackeligen Kartenhaus. Schwäche ekelte ihn auf eine Art und Weise an, die ihm die Nackenhaare zu Berge stehen ließ. Das der Lamproide unmenschliches geleistet hatte, interessierte ihn nicht. Er hatte es auch geschafft, nichts anderes erwartete er und wer nicht bestand sollte zu Staub und Dreck verkommen. Die Konzentration des Lamproiden war also auch weiterhin nicht da wo sie sein sollte. Immerhin schaffte es der Wurm bereits einen furchteinflößenden Gegner, wie einen Chronometer, mithilfe der Macht zu zerquetschen. Die Gesamtstimmung des Sith färbte auf die Situation ab, ohne Zweifel, ein gefährlicher Moment für den Adepten. Obwohl er ihm bereits Schmerzen zugefügt hatte, war das nur die Spitze des Lichtschwerts gewesen. Hass bildete sich in den Gedanken des Sith Lords, ein Hass der nicht wusste wie er sich kanalisieren sollte, denn er durfte ihn weder entfesseln noch aus den Augen verlieren lassen.

Seinem Sinnen nach brauchte er eine Konkurrenz für den Lamproiden. Jemand der ihm immer wieder vor Augen führte, dass er ersetzbar war. Draconis würde niemals sich die Chance entgehen lassen und einem besseren Schüler den Vorzug geben. Es war das Gesetz des Stärkeren, denn nur sie würden es wert sein ihr wissen an die Schwächeren abzugeben.
Er hatte es geschafft, Draconis wollte sichergehen dass auch der Lamproide es schaffen und seinerseits eines Tages sein Wissen welches er von ihm erhalten hatte, weitergeben würde. Das antike Diktat das jeder Meister nur einen Schüler zur selben Zeit unterrichten soll war kein Unsinn wie so mancher Sith es vielleicht sah, sondern essenziell für das Überleben des eigenen Gedankengut. Die Geschichte der Sith war voller Verrat, Verrat ist sogar der Weg der Sith, nur so konnte ein Meister sichergehen, dass er stets die Macht über seinen Schüler hatte.Nur so, sicherte er seine eigene Macht und sein eigenes Überleben. Doch was war wenn er dieses antike Diktat elegant umgehen würde? Er brauchte nicht zwei Schüler, doch einen Diener konnte jeder Sith gebrauchen. Er brauchte ein brauchbaren, formbaren Geist.


"Gut. Anscheinend hast du deine Zeit nicht verschwendet. Ob das aber auch für den Imperator reichen wird? Wir werden sehen. Bis dahin sollst du versuchen, mit der Macht seine Umgebung zu erkunden." Er wusste nicht wie er den Blick des Lamproiden deuten sollte. Zwar bekam er langsam ein Gefühl dafür die Regungen des Nichtmenschen zu deuten, doch hier versagten seine empathischen Fähigkeiten, also schätzte er. “Sieh mich nicht so an Chiffith. Du kannst die Macht einsetzen. Lerne diesen Muskel auch anderweitig einzusetzen. Spüre deine Umgebung und versuche sie zu ertasten. Ich will sehen wie weit du alleine zurecht kommen wirst.“

Erst jetzt stand der Sith von dem dunklen Schalensessel der sich an seinen Rücken geschmiegt hatte auf und erhob sich damit zu voller Größe. Er achtete nicht auf die Reaktion des Lamproiden, seine Gedanken schwirrten noch immer um das eine Thema seiner Gedanken. Es war an der Zeit zu handeln. Er hatte lange genug tatenlos zugesehen.

“Dieser erwartet uns nämlich auf Anaxes. Ich rate dir während der Audienz dich ruhig zu verhalten. Errege keine Aufmerksamkeit, besonders nicht die des Imperators, dann wirst du das alles unbeschadet überstehen.“

Ein Ruck ging plötzlich durch das Schiff. Sie hatten Anaxes erreicht. Wortlos ging der Sith nun an dem Lamproiden vorbei in Richtung der Brücke. Dort angekommen, beobachtete der Sith die beiden Piloten Automata die bereits dabei waren alles für die nötige Identifikation und Landung vorzubereiten. Gebannt schaute er auf Anaxes, die Verteidigerin des Kerns. Hastig machte die kleine Besatzung daran die Anflugformalitäten zu erledigen. Derweil konnte Draconis den Blick nicht abwenden. Der Orbit glich einem monströsen Organismus, die Frachter durchzogen Adergleich den gesamten Luftraum, es schien als pulsierten sie im Antlitz millionenfacher Lichter. Sternzerstörer um Sternzerstörer reihte sich um die Festungswelt, in ihrer Mitte ein Schiff, einer Klasse die er bisher nur einige wenige Male über Bastion erblickte. Ein Supersternzerstörer. Die Macht welche von diesem 19 Kilometer langem Monstrum ausging erfüllte den Sith mit einem Schauer der ihn erstarren ließ. Ein Wunderwerk des Imperiums, eine Waffe mit der man Welten auslöschte. Es gierte ihn nach genau solchen Waffen, nach Monumenten imperialer Waffenschmieden. Sie waren inmitten dieses riesigen Aufgebots an Schiffen. Ein winziges Licht, eine Kennung unter Tausenden, wenn nicht mehr. Die bekannte Suche nach dem Credit im Banthahaufen nach einem Verantwortlichen sollte nicht lange wären. Das Sicherheitsaufgebot war immens. Der VT-49 wurde direkt von einer Staffel TIE Interceptor Raumjäger abgefangen und von einem Sternzerstörer erfasst.

“Geben sie durch, dass der Imperator mich erwartet. Vielleicht wird das diese lästige Warterei beschleunigen.“

Mit verschränkten Armen wartete der Sith und starrte noch immer wie gebannt auf den Supersternzerstörer.

Ψ Axum System :: Orbit um Anaxes :: VT-49 „Prometherion“ :: Darth Draconis und Chiffith Ψ
 
[Hyperraum, Delta-Klasse JV-7 Eskortshuttle, Passagierabteil]- Aviendha, Captain Shepard, Sergeant Toorr, Nylar, 15t88, Soldaten

„… wurde nach dem bedauerlichen Tod Colonel Dreyfs Colonal Bas auf persönliche Empfehlung Gouverneur Kerrigans versetzt und übernahm das Kommando über die Giat Nor Defenders und somit nominell über die gesamten imperialen Streitkräfte auf N’zoth.“

Der 88er Verwaltungsdroide ließ seinen blechernen Monolog für einen Moment verstummen und das Flackern seiner Photorezeptoren suggerierte, dass er damit beschäftigt war, weitere Daten zur Widergabe zu verarbeiten. Aviendha lehnte sich in ihrem leidlich bequemen Sitz im Passagierraum des Shuttles zurück – ein schleichender Schmerz war ihr Rückgrat bereits den gesamten Flug über empor gekrochen und jetzt, da sie sich fast dem Ende des Fluges näherten und 15t88 bei einem kurzen Abriss der militärischen Kapazitäten auf N’zoth angelangt war, fühlte sie sich wie gerädert. Beiläufig nahm sie einen Schluck lauwarmen Wassers, die einzige Form der Erfrischung, die ihr Transportmittel vorzuweisen hatte.


„Unglücklicherweise sind bis auf das erste Bataillon der Giat Nor Defenders keine der Colonel Bas zur Verfügung stehenden Einheiten auf Sollstärke. Während dieses primär zur Sicherung des Regierungsviertels in Giat Nor eingesetzt wird – gemeinsam mit einem erheblichen Teil der Soldaten des 478sten Sturmtruppenregiments – kann der Schutz wichtiger Industrieanlagen nach meinen Berechnungen nicht mehr effektiv gewährleistet werden. Ungefähr 35 Prozent des Fuhrparks unserer Truppen wurden zerstört oder sind nicht einsatzbereit, als Folge von heftigen Kämpfen in der Frühphase der Konsolidierung imperialer Herrschaft auf N’zoth und späterer Sabotage. Alleine Commodore Rodneys Kampfgruppe ist vollkommen einsatzbereit, doch auch er hat einige Männer seiner Kontingente Flottensoldaten bei Unterstützungsaktionen für Colonel Bas’ und im Rahmen der Sicherung unserer Werftanlagen verloren.“

Das jetzt einsetzende rhythmische Blinken der „Augen“ des Droiden hatte nahezu etwas Hypnotisches.

„Bis zu seinem Ableben war Legat Ramzey wie Gouverneur Kerrigan allerdings der Meinung, dass die schlimmste Phase unserer Besetzung N’zoths ausgestanden ist. Die mir vorliegenden Daten vermögen diese These allerdings nicht zu unterstützen. Mir liegen mehrere Anforderungen von Colonel Stubbs auf Unterstützung seines Regiments vor, das oft zur Aufstockung der Giat Nor Defenders herhalten müsste. Colonel Bas rechtfertigt diese Personaltransfers mit der besonderen Bedeutung des Regierungskomplexes – Gouverneur Kerrigan teilt diese Ansicht.“

15t88 neigte mit einem leichten Surren den metallenen Kopf.

„Für detailliertere Informationen bezüglich unserer Streitkräfte verfüge ich bedauerlicherweise nicht über die nötige Freigabe, Legatin. Lediglich Colonel Bas und Gouverneur Kerrigan sind berechtigt, diese einzusehen.“

Bas lässt sich nicht gerne in die Karten schauen.“

Nylar war aus Richtung des Cockpits zurückgekehrt – äußerlich vollkommen unbeeindruckt von der bisherigen Reise – und ließ sich schwungvoll Aviendha gegenüber in einen der unbelegten Sitze fallen.

„Und er ist der einzige, den Kerrigan ins Vertrauen zieht. Kein Wunder, schließlich hat er ihn persönlich angefordert, obwohl ich wetten möchte, dass seine Personalakte nahelegt, ihm nicht das Kommando über eine Garnison auf einem Planeten wie N’zoth zu übertragen. Dieser Mann wäre in einem Büro auf Bastion besser aufgehoben. Wenn überhaupt.“

Beiläufig bediente die Chiss sich von einem weiteren Wasserglas auf einer der Anrichten, ohne jedoch sofort von der lauwarmen – vermutlich mindestens dutzendmal aufbereiteten – Flüssigkeit zu kosten.

„Wir haben das Axum-System in Kürze erreicht, Legatin. Der Pilot bereitet sich in diesem Moment auf den Rücksprung in den Normalraum vor.“

Jetzt nippte sie kurz an dem Wasser und verzog prompt – zu Aviendhas Amüsement – das Gesicht.

„Und keinen Augenblick zu früh.“

Unmittelbar an diese Äußerung anschließend ging ein sanftes Rucken durch die Fähre, als einziges spürbares Anzeichen dafür, dass sie die Reise im Hyperraum hinter sich gebracht hatten und nun mit Sublichtgeschwindigkeit innerhalb der Schwerefelder der Planeten des Axum-Systems operierten, unter ihnen die Welt Anaxes, ihr eigentliches Ziel. Die bordinterne Gegensprechanlage machte knisternd auf sich aufmerksam, dann hallte blechern die Stimme des Piloten durch den Passagierraum:

„Legatin Cain, unser Anflug auf Anaxes wird sich etwas verzögern. Es gibt da… unerwartete Komplikationen.“

Nylar runzelte missbilligend die Stirn.

Shepard, sehen Sie nach, was da los ist…“

Der angesprochene Captain, der sich zuvor offenbar recht intensiv mit seinem frischgebackenen yevethanischen Sergeant Toorr unterhalten hatte, zögerte den Bruchteil einer Sekunde, ehe er seinen Kopf neigte und mit zügigen Schritten in Richtung des Cockpits verschwand.

Als er nach wenigen Minuten wieder zurückkehrte, verriet nichts an seiner Mimik die Art der Komplikation, von der der Pilot besprochen hatte.


„Ein Supersternzerstörer umkreist den Planeten… offenbar eine Reihe sehr wichtiger Gäste, auch wenn sich niemand darum geschert hat, uns zu informieren. Uns würde jedoch klar gemacht, dass wir uns ganz hinten anzustellen haben, ehe Landeerlaubnis erteilt wird. Offizielles Anliegen hin oder her.“

Um Gelassenheit bemüht zwang Aviendha sich dazu, den letzten Rest Wasser ihre protestierende Kehle herunterzuspülen.

„Dann warten wir.“

[Axum-System, Anflug auf Anaxes, Delta-Klasse JV-7 Eskortshuttle, Passagierabteil]- Aviendha, Captain Shepard, Sergeant Toorr, Nylar, 15t88, Soldaten
 
[: Axum-System | Anaxes | Pols Anaxes :||: Sirpar Hügeln | „Anaxes Citadel“ | Paradeplatz (Tribüne):||: mit Moff Veran, etlichen Zuschauern :]

Das aufgeregte Gemurmel hunderter Stimmen umgab Horatio. Irgendwie war er eher unfreiwillig in diese hektische Kulisse geraten – fast gänzlich eingetaucht. Doch der Vjuner Adlige ließ sich davon nicht mitreißen. Er war der schweigende Fels in dieser schäumenden Brandung aus Stimmen. Ohne irgendein Wort an seine muskulösen Begleiter zu richten nahm er Platz, rieb sich genervt seine linke Schläfe und ließ dann seinen gelangweilten Blick über den menschenleeren Paradeplatz der Citadel schweifen. Gleichzeitig versuchte er die Stimmen der ruhelosen Anaxsi auszublenden. Zwar war der amtierende Governor von Imperial City seit zwei Tagen auf diesem Planeten, Anaxes, zu Gast, aber bisher hatte er noch keinen Zugang zur hiesigen Gesellschaft finden können. Denn er war kaum mit den – fast antiken – Traditionen der hiesigen High Society vertraut. Meist bewegte sich Horatio bei seinen obligatorischen Besuchen mit Moff Veran wie ein Fremdkörper, dessen adlige Abstammung und Erziehung keinerlei Hilfe darstellte. Und genau dieser Punkt frustrierte ihn.

„Eine schreckliche Aufregung“, brummte auf einmal Verans Stimme missgelaunt als dieser sich auf dem Stuhl neben Horatio nieder ließ. „So viele Schaulustige allein zur Profilierung der Grand Moffs – das ist eindeutig Marriks egozentrischer Stil...“

Der Supersektor „Imperial City – Bilbringi“ war auf imperialen Territorium einzig und allein Grand Moff Edward Marrik, einem einflussreichen Mann von Thyferra, unterstellt – sah man einmal vom Imperator oder dessen stellvertretender Regierung ab. Damit war dieser Verwalter nicht nur Verans höchster Vorgesetzter, sondern ebenso der von Governor Horatio Kraym. Unwillkürlich rief sich der adlige Imperiale sämtliche Informationen über diesen mächtigen Mann ins Gedächtnis. Der Tod von Nereus Kratas und die erfolgreiche Machtübernahme von Darth Allegious hatten Edward Marrik am Ende in diese hochrangige Position gebracht. Nachdenklich fuhr sich der adliger Verwalter über das rasierte Kinn als er die Brocken, die er über die Karriere des Grand Moff noch besaß, in Erinnerung rief. Plötzlich kam ihm die Frage, ob Veran in diesem unüberschaubaren Ränkespiel überhaupt eine echte Chance hatte. Zu direkt, zu vorhersehbar – so war ihm bisher der ergraute Moff erschienen.

Langsam löste sich Horatio von seinen vielen Gedanken und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den Moff:
„Ich habe vorhin das Gerücht gehört, dass die 'Nereus Kratas' im Orbit warten soll.“

„Ja, das habe ich auch gehört“, entgegnete Veran und überreichte dabei dem Governor beiläufig sein Datapad. „Nur kann ich mir nicht vorstellen, dass unser Imperator jemals seine Thronwelt verlassen wird. Schon im Kampf um den Thron hatte er gewartet bis der Feind zu ihm kam.“

Per Knopfdruck sprang das Gerät aus seinem Ruhemodus. Ein leises Surren ließ vernehmen, dass es die reguläre Tätigkeit wieder aufnahm. Höchstens zwei Sekunden brauchte das winzige Datapad um keinen schwarzen Bildschirm, sondern die gewohnten Aurebesh-Zeichen zu zeigen. Leise, flüsternd führte Veran seinen Untergebenen, Horatio Kraym, durch das Programmmenü, um ihm letztendlich bei einer knappen Auskunft zur orbitalen Lage zu landen. Doch bevor der adlige Governor auch nur eine einzige Zeile lesen konnte, erklangen auf einmal mehrere Fanfaren. Lautstark schmetterten die bekannten Klänge aus den versteckten Boxen. Mehrere Kameradroiden lösten sich automatisch aus ihren Halterungen, schwirrten hektisch durch die Luft und machten erste, flüchtige Aufnahmen vom Publikum, das auf den Tribünen saß. Unwillkürlich richtete sich Horatio etwas auf, reichte rasch das Datapad an dessen Eigentümer, Moff Veran, zurück und ließ seinen Blick zum Platz wandern. 'Was ist hier nur los?', fragte sich der Imperiale und versuchte äußerlich die gewohnte Ruhe zu bewahren.

Unten auf dem riesigen Paradeplatz der berühmten Citadel ritten plötzlich zwei komplette Züge – a achtunddreißig Mann – auf reich verzierten Keffi entlang. Gleichzeitig öffnete sich an beiden Seiten jeweils ein Tor und zwei weitere Züge der planetaren Sicherheitskräfte betraten den Platz. Mit einer rasanten Geschwindigkeit stürzten sich sofort acht Kameradroiden auf diese uniformierten Männer und Frauen. Die berittenen Züge trabten stolz am linken und rechten Rand des großen Paradeplatzes entlang, während zur gleichen Zeit in der Mitte die gehenden Züge dem Publikum ihre einstudierten Bewegungen im Exerzieren zeigten. Emsig filmten die Kameradroiden die Ausführungen der lauten Befehle, die von einzelnen Offizieren mit kräftigen Stimmen gegeben wurden. Schon auf den ersten Blick konnte man als einfacher Zuschauer das leuchtende Schillern der sauberen Paradeuniformen sowie die polierten Waffen, die noch aus alten Tagen stammen mussten, erkennen. Jubel brach unter den Anaxsi aus. Sie feierten ihre Sicherheitskräfte – ihre Väter und Mütter, ihre Söhne und Töchter.

Zehn Minuten dauerte das Schauspiel. Dann hatten alle vier Züge der Anaxsi-Sicherheitskräfte ihre jeweiligen Positionen auf dem Platz eingenommen. Zu einem mittigen Tor der gigantischen Citadel hatten sich jeweils die Hälfte der Kompanie diagonal aufgestellt. Mit sehr strengen Mienen standen die Mitglieder, die zu Fuß waren, in der ersten Reihe, während ihre berittenen Kameraden auf ihren Keffi in der zweiten Reihe Stellung bezogen hatten. Auf Horatio wirkte das komplette Spektakel – setzte man es ins Verhältnis zur Größe des ebenen Platzes – etwas kläglich. Jedoch sprach er dieses Urteil nicht aus. Nur flüchtig rief er sich die öffentliche Hinrichtung auf dem Platz der Imperatoren ins Gedächtnis und verglich es mit diesem Schauspiel.
'Haben die Grand Moffs wirklich nicht mehr zu bieten?' Lässig fuhr er sich durch das schwarze Haupthaar. Plötzlich öffnete sich das mittlere Tor und eine Delegation, die das typische imperiale Grau trug, trat ins Freie. Würdevoll schritten sie an den Reihen der blauen Sicherheitskräfte vorbei. Kurz bewegte sich das eine oder andere Keffi, aber insgesamt blieb die Formation bestehen. Zwei Kameradroiden rasten blitzschnell zu der Delegation, umrundeten diese und filmten sie unaufhörlich.

„Meine imperialen Mitbürger und Mitbürgerinnen...“, ergriff Grand Moff Edward Marrik als erster das Wort. „Nach den schrecklichen Wirren um die Thronfolge hat sich das Imperium endlich wieder stabilisiert. Die Verräter sind entweder gerecht bestraft worden oder haben die gütige Gnade unseres Imperators, Seiner Majestät Allegious I., erhalten. Trotzdem klafft noch eine letzte Lücke in unseren Reihen – der Deep Core. Darum bin ich stolz zu verkünden, dass heute Anaxes – und damit jeder Anaxsi – Geschichte schreiben wird, wenn hier, in der Citadel, ein neuer Grand Moff ernannt wird.“

Überall brach Jubel aus. Auf den überquellenden Tribünen drängten sich etliche Personen gegen die Brüstung, winkten und warfen farbenfrohes Konfetti in die Luft. Horatio konnte in diesem Moment nicht bestimmen, ob dieser Beifall echt war oder bloß aus der Vielzahl an Boxen kam. Stirnrunzelnd blickte er auf einen kleineren Display, der vor ihm war. Lächelnd sah Edward Merrik in die Kamera – und man konnte ihm ansehen wie er diesen Augenblick genoss. Der Grand Moff badete in diesem Jubel förmlich. Dennoch behielt er die Würde, die für seinen Rang notwendig war. Im Hintergrund konnte man teilweise die anderen hochrangigen Verwalter der „Mofference“ erkennen. Nicademus Stadd, Jonathan Herrick und Jory Rimora. Bloß Hall Ipluvien fiel in der momentanen Konstellation aus der Rolle, da er nicht körperlich, sondern als bläuliches Hologramm anwesend war. Neben den fünf Grand Moffs hatten sich zudem noch lokale Persönlichkeiten eingefunden. Darunter waren der Governor von Anaxes, der amtierende Moff des Azure Sektors, Jarnik Saul Tarvitz, und der General der lokalen Armeestreitkräfte. Sie hielten sich aber noch mehr im Hintergrund als die vier Kollegen des thyferrianischen Verwalters.

„Doch den Anaxsi wird an diesem Tag noch mehr Ehre zu teil“, fuhr Marrik nach einer Kunstpause mit begeisterter Stimme fort. „Seine Majestät, Allegious I., ist höchstpersönlich nach Anaxes gereist und wird die Ernennung des neuen Grand Moff übernehmen. Zu seinen Ehren und zur Bekräftigung der imperialen Stärke zeigt Anaxes nun seine ganze Macht!“

Die imperiale Hymne ertönte plötzlich. Gleichzeitig sprang das angezeigte Bild von Edward Marrik zu einer breiten Straße auf dem idyllischen Sirpar Hügel. In einem kunstvollen Flug flog der Droide über die ruhige Landschaft und dann tauchten sie auf einmal auf. Hunderte schneeweiße Rüstungen glänzten im gleißenden Sonnenlicht. Sie führten in einer imposanten Keilformationen einen großen Triumphzug an. In schwarzen Lettern stand im unteren, rechten Bildschirmrand kurzzeitig folgende Information: Siebzehnte und zwanzigste Kompanie der Stormtrooper Corps. Ihnen folgte eine Reihe polierter AT-PT. Mindestens zwanzig Kampfläufer stampften über die Straße. Gleich hinter den AT-PT kamen zwei Kompanien an Red Guards – die berüchtigte Leibwache des Imperators. In Blöcken schritten diese Soldaten, die Mäntel in einem kräftigen Rotton trugen und dazu die recht bekannten Energiepiken in den Händen hielten, in Richtung der Citadel. Unwillkürlich flößte ihr Anblick dem Zuschauer die unumstößliche Gewissheit ein, dass der Imperator anwesend war. Und tatsächlich! In einem Speeder, der kein Dach besaß, saß der Imperator, Allegious I., höchstpersönlich. Er war nicht allein in diesem Fahrzeug. Doch kein Kameradroide schien sich für die Begleitung zu interessieren – man achtete allein auf den mächtigsten Mann im Imperium. Selbstverständlich marschierten zwei weitere Kompanie Red Guards – dieses Mal in einzelnen Reihen – hinter diesem Speeder. Dahinter stampften knapp noch einmal zwanzig Kampfläufer die Straße entlang. Dieses Mal handelte es sich aber um AT-ST, die etwas größer waren. Flankiert wurde dieser Triumphzug auf beiden Seiten von jeweils zwei riesigen AT-AT sowie einer Kompanie Stormtrooper. Behäbig bewegten sich diese sehr großen Metallkolosse auf den Paradeplatz zu. Sie schienen keine Eile zu kennen. Mit etwas weniger Beachtung war außerdem noch das Regiment an regulären Streitkräften gestraft, das den Schluss in dieser Machtdemonstration darstellte. Einfache Armeesoldaten marschierten mit ernsten Mienen auf die Cidatel zu. Doch ihnen schien klar zu sein, dass besonders die berüchtigten Red Guards eher im Fokus der medialen Aufmerksamkeit standen.

„Damit habe ich nicht gerechnet...“, brach Veran sein Schweigen und schmunzelte.

[: Axum-System | Anaxes | Pols Anaxes :||: Sirpar Hügeln | „Anaxes Citadel“ | Paradeplatz (Tribüne):||: mit Moff Veran, etlichen Zuschauern :]

[OP: Ich habe die Zahlen mal etwas überschaubarer/realistischer gehalten. Es sind nun jeweils ein Bataillon an Stormtroopern und Red Guards. Daneben noch ein ganzes Regiment Imperial Army ( Line Company), zwanzig AT-PT, zwanzig AT-ST und vier AT-AT. Auf dem Platz selbst steht selbst noch einmal eine Kompanie an Anaxsi-Sicherheitskräften. Davon sind zwei Züge beritten.
PS: Die Ernennung von Tarvitz würde ich ganz gerne ausspielen, wenn alle auf dem Planeten sind. Im Moment ist also eine Rede ans Volk okay. *g]
 
OP: Ich bitte euch um ein wenig Nachsicht bei meinen ersten Post mit diesen NPC, es war jetzt gar nicht so einfach, mich noch nachträglich in das geschehene mit reinzuschreiben :).


Axum System / Anaxes/ Pols Anaxes/ gesicherte Landeplattform/ Odin Highwind und NPC`s

Viel Zeit zur Vorbereitung und Planung war dem High Colonel aus dem persönlichen Beraterstab des Imperators nicht geblieben. Denn schließlich hatte der Kaiser vollständige Geheimhaltung für seinem Vorhaben verlangt und so konnte der besonnene Militär lediglich die dafür erforderlichen Maßnahmen auf dem SSD 'Nereus Kratas' treffen. Aber die eigentlich notwendige Meldung nach Anaxes blieb ihm verwehrt.
Das Allegious die Ernennung von Jarnik Saul Tarvitz zum Grand Moff persönlich durch führen wollte, kam selbst für Highwind äußerst überraschend, den schließlich tobte gerade die Schlacht um Corellia, die der Imperator seine volle Aufmerksamkeit schenken sollte. Aber Odins Einsprüche waren auf taube Ohren gestoßen und so hatte sich der altgediente Offizier schließlich den Wünschen seines Oberbefehlshabers gefügt. Allegious war nun mal der Imperator und weder dessen Handel und seine Entscheidungen standen für ihn jemals zur Debatte, auch wenn sein Militärischesehrgefühl den High Colonel dazu zwang, hier und da auf gewisse Punkte aufmerksam zu machen.

In Folge dessen, war Highwind sofort nach den Eintritt ins Axum System auf den Planeten geflogen, um dort einen angemessenen und möglichst prächtigen Triumphzug für seine Hoheit zu organisieren. Außerdem gab es noch Punkte die für dessen Sicherheit zu beachten waren.
Zu Highwinds Wohlwollen, wurde das Vorauskommando des Kaisers, bei der Landung bereits erwartet und man unterrichtet den High Colonel, das man schon Vorkehrungen für die voraussichtliche Ankunft Allegious traf. Zusammen mit dem zuständigen Offizier überzeugte sich Odin selbst von den geplanten Ehrengeleit und stellte es ohne langes Zögern nach seinen eigenen Vorstellungen um, denn in dieser Hinsichtlich hatte er vollen Weisungsbefugnisse und die Handhabe, alle nur verfügbaren Mittel zu nutzen.
Schlussendlich war der weißhaarige Offizier sehr zufrieden mit, in dieser kurzen Zeit, erbrachten Leistung, den aufgebotenen militärischen Ressourcen und nicht zuletzt, mit den begeisterten Bürgern, welche auf der geplanten Route zur Citadel die abgesperrten Straßen säumten.
Ein erhabenes Gefühl erfüllte den in die Jahre gekommenen Odin, als er von der Landeplattform auf die bereitstehenden Truppen schaute und zusammen mit einigen anderen, rang niedrigeren Vertretern der hiesigen Verwaltung auf den Imperator wartete.
Und Jeden der selbst im Angesicht der mächtigen AT – AT Kampfläufer und weiß gepanzerten Stormtrooper Corps noch an der Ankunft von Allegious auf Anaxes zweifelte, würden spätestens das erscheinen der Red Guards, die Leibwache des Imperators, eines Besseren belehren.

Dann entlich war es so weit, das Shuttle seiner Hoheit landete auf der Plattform und nach dem heraustreten der Red Guards, folgte Allegious. Die Begrüßung durch die örtlichen Beamten fiel sehr kurz und eisig aus, denn jemand mit der Macht des Imperators gab sich verständlicher weiße nicht mit dem einfachen Fußvolk ab und erzeugte bei den meisten Leuten eine gewisse Angst. So das diese froh waren, wenn sie von der Begegnung mit ihrem alleinigen Herrscher wieder erlöst waren. Highwind blieb indes wie immer im Hintergrund und gab von dort aus die nötigen Befehle. Bis er zusammen mit dem Imperator, der ihn bekannten Sith Warrior Alaine und dem Tu’kata Taral in den wartenden Gleiter stieg, welcher sie zur Citadel bringen und wo der Sith Lord auf dem großen Paradeplatz die Ernennung von Tarvitz zum Grand Moff abhalten würde.

Langsam setzte sich der eindrucksvolle Triumphzug seiner Hoheit, in perfekter Formation, in Bewegung und durchquerte die breiten Straßen Anaxes. Von überall her waren die Menschen gekommen und feierten ihrem Imperator. Der Chor aus zehntausenden von Rufen und Stimmen begleitet unbeirrt ihren Weg und dem getreuen Highwind wurde einmal mehr bewusst, das er wahrlich auf der richten Seite in Galaxis stand.

Axum System / Anaxes/ Pols Anaxes/ Ehrengeleit auf den Weg zur Citadel/ Darth Allegious/ Odin Highwind/ Alaine/ Taral
 
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[Axum System – an Bord der Eparistera Daimones – Anflug auf Anaxes - Cockpit] – Nergal, Gorlam & Kerow(Jünger NPCs)

Nergal kümmerte sich jedoch nicht weiter um das Aufgebot der Kriegsschiffe. Mittlerweile hatte er sich auf dem Platz der für den Captain designiert war niedergelassen und studierte den kleinen Holo Schirm. Allerdings schaffte er es nicht bis dahin, wo er eigentlich hin gewollt hatte. Viel mehr spielte ihm das HoloNet eine Sendung in die Hände die sich um die Hinrichtung drehte. Er gönnte sich nur einige Passagen daraus und begann dann die Nachrichten genauer zu durchforsten. Während er zum Teil mit genau dem belohnt wurde, was er selbst schon für sich ausgemalt hatte, stieß der Inquisitor jedoch auch auf einige Sendungen, maßgeblich nicht-imperialer Sender, die noch ganz andere Blickwinkel auf diesen Akt warfen. Teilweise wurde ein Zugzwang unterstellt, der mit der militärischen Lage einherging, oder eine Beauftragung durch den Imperator und dessen noch nicht gefestigte Position innerhalb des Imperiums. Und das waren nur zwei Dinge die angebracht wurden. Beinahe konnte man sagen pro Sender eine These, da sich nicht alles wiederholte. Jeder schien die eigene ganz große Story schreiben zu wollen. Quittiert mit einem Schnauben des Lord der Sith deaktivierte er den Schirm und begann über das gehörte zu brüten. Die generelle Lage des Imperiums hatte ihn ins Grübeln gebracht, als selbige erwähnt wurde. Denn auf Coruscant war er so sehr im Morast versunken, dass von der restlichen Galaxis nicht viel zu ihm durchgedrungen war. Es herrschte Krieg und dazu lief es dank dem Bruderkrieg auch lange nicht so vorteilhaft für das Imperium, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Aber wie stand es tatsächlich um das Imperium?

Nergals Sorge war dahingehend tatsächlich aufrichtig, denn in seinen Augen war der Orden der Dunklen Seite lange nicht von solch essentieller Bedeutung für das Imperium, wie mancher Sith das gerne hätte. Und schon lange nicht so bedeutend wie das Imperium für die Sith. Ohne die endlosen Armeen, Flotten und stetigen Ströme an neuen Rekruten würde sich die Herrschaft der Sith über die Galaxis gänzlich anders belaufen. Einmal völlig davon abgesehen das es nicht die Sith waren die über die Galaxis herrschten, sondern sie nur das Organ waren, das den Herrschenden aus sich selbst hervorbrachte. Und so konnte... durfte allem Willen zur Meisterung der Dunklen Seite zum Trotz das Imperium als weltliche Instanz niemals in den Hintergrund treten, doch die allgemeine Berichterstattung der Galaxis legte eben das nahe. Die Republik befand sich auf dem Vormarsch. Der Rebell stand vor der Tür. Und im Kielwasser dieses Aufstiegs nahmen auch die Jedi wieder an Bedeutung zu, die sich bis vor kurzem noch vor dem Imperium in kriecherischer Natur versteckt hatten. Die Entwicklungen waren alles andere als rosig, doch was konnte er selbst derzeit schon tun? Als Inquisitor lag der Orden in seiner Obhut, nicht das Imperium. Er würde sich eben beweisen müssen, bis er den nächsten Schritt schaffte.


„Wir wurden gerufen und gebeten uns zu identifizieren.“

Gorlam riss ihn aus seinen Gedanken. Nergal blickte einen Moment in dessen beinahe knochenweißes Gesicht bevor er reagierte. Knisternd legte sich die Komverbindung auf seinen Platz.

„Inquisitor Nergal, an Bord der Eparistera Daimones. Hier im Auftrag des Imperators, seiner Majestät Lord Allegious, der meine Ankunft auf Anaxes erwartet.“

Leise knisternde Stille. Undefinierbare Geräusche am anderen Ende. Mit den Fingern seiner kybernetischen Hand auf der Armlehne trommelnd haftet der blick der orange-rötlichen Augen des Sith auf dem kleinen Lautsprecher der Konsole des Sessels auf dem er sich niedergelassen hat. Allzu gut kann er sich vorstellen was auf der anderen Seite geschieht. Der Offizier der Raumüberwachung versucht jemanden zu erreichen der über ihm steht und darüber bescheid wissen könnte. Der wiederum wird entweder bestätigen, oder ebenfalls um Rat suchen. So lange bis jemand aus dem äußeren oder näheren Dunstkreis des Noghri erreicht wird, der bestätigen kann, dass es da jemanden mit dem Namen Nergal gibt, der tatsächlich zum Imperator zitiert wurde. Letzten Endes wartet der Inquisitor etwa eine Viertelstunde, dann meldet sich der Offizier erneut und erteilt ihm die Landeerlaubnis in Pols Anaxes. Überraschender Weise erteilt man dem Schiff des Sith sogar eine kleine Eskorte. Um den 'Gast des Imperators zu schützen'. Was vermutlich auch gut und gerne auf ein 'um dem Imperator keinen Grund für Missmut zu liefern' umgedichtet werden könnte. Ein letzter Blick auf den Supersternenzerstörer. Nereus Kratas. Da hatte der neue Imperator dem dahin geschiedenen Großadmiral wohl einen netten Salut gewidmet.

Nergal erinnerte sich noch an seinen kurzen Besuch auf Carida, als er dem Mensch zu seiner Ernennung zum Großadmiral gratuliert hatte, noch ehe selbiger überhaupt öffentlich mit diesem Titel geehrt worden war. Nergal bezweifelte es, dass der Verstorbene es gut heißen würde ein Schiff dieser Zerstörungskraft seinen Namen tragen zu sehen. Kratas hatte viele Erfolge verbuchen können, aber das was über ihn bekannt war und das was Nergal selbst erlebt hatte, hatte das Bild eines eher gemäßigten Offiziers gezeichnet. Als das Raumschiff die Atmosphäre des Planeten erreichte wurden auch Nergals Gedanken hinter ihm zurück gelassen. Sorge um einen Verstorbenen war derzeit weitaus weniger angebracht und hilfreich, als die Sorge um das eigene Wohl. Und in der Ferne erschien bereits die Hauptstadt. Wie bald er wohl Allegious begegnen würde? Er hatte ja keine Ahnung wie lange der Noghri bereits auf Anaxes weilte. Das der auch erst vor kurzem angekommen war, ging dem Inquisitor erst auf, als sein Schiff auf vorgegebenem Kurs über die Stadt glitt, während sich einige hunderte Meter unter ihm eine militärische Parade durch Pols Anaxes schlängelte. Das Leuchtfeuer der Macht erkannte er ohne Probleme. Er hatte Allegious schon oft genug gegenüber gestanden. Schon bevor er zu der Person wurde, die er heute war und lange bevor sich abgezeichnet hatte das er Imperator würde. Als sich die Repulsoren einschalteten, die Parade längst hinter sich gelassen, bemerkte der Inquisitor noch etwas anderes. Personen die ihm vorher nicht aufgefallen waren. Ebenfalls Machtnutzer und ihm durchaus bekannt.

Draconis und Alaine Aren waren ebenfalls hier! Was zur Hölle machte dieses Weibsbild hier? Und Draconis? Vermutlich war der ebenso wie Nergal auch in irgendeiner Weise vom Imperator eingespannt worden. Galt das auch für letztere? Hatte er sie ebenfalls in den Inneren Zirkel berufen? Innerlich fluchend verdammte er den Inneren Zirkel und die Berater des Noghri. Er erreichte mit seiner Taktik genau das, was er geplant hatte. Vertrauen gleich Null. Verdächtigungen und Vorbehalte an jeder Ecke. Was sollte es ihn kümmern, ob diese beiden zu seinen engeren Beratern zählten! Er war weitaus wichtiger als sie. Schnaubend wollte er sich von seinen Überlegungen trennen, doch auch als er die Schleuse nach draußen erreichte, ließen ihn die Gedanken nicht los.


„Ihr wartet an Bord. Niemand außer mir betritt das Schiff! Kerow soll mit Traman alle nötigen Arbeiten übernehmen, die kennen sich immerhin damit aus.“

Und dann öffnete sich die Rampe und Nergal trat in den Hangar der Zitadelle. Noch immer konnte er die anderen drei Machtnutzer wahrnehmen. Er selbst zügelte sein Auftreten nicht und war somit ebenfalls weithin zu erkennen. Zumindest einigermaßen ruhiger geworden näherte er sich dem abbestellten Personal das ihn bereits erwartete. Nergal überragte alle drei beinahe um zwei Köpfe, aber das war er gewohnt. Selbst der Imperator verging rein körperlich neben der Statur der Inquisitors. Leider aber nicht neben seinem Können betreffend die Macht...

„Ich nehme an die Parade in den Straßen Pols Anaxes begleitet den Imperator und er ist noch nicht hier? Wann also werde ich zu ihm können?“

[Pols Anaxes – Sirpar Hills – „Anaxes Citadel“ – Hangar] – Nergal, kleines Empfangskomitee
 
Ψ Axum System :: Orbit um Anaxes :: VT-49 „Prometherion“ :: Darth Draconis und Chiffith, Droidencrew Ψ

Sie hatten bereits einige Zeit im Orbit um Anaxes verbracht. Der Sith hatte mittlerweile auf dem Schalensessel Platz genommen, welcher direkt hinter den beiden Piloten angesetzt ist. Neben ihm hatte sich auf dem anderen Sitz sein Schüler positioniert. Ob diese Sitze für einen Lamproiden so bequem sein konnten, bezweifelte der Sith. Der imperiale Sternzerstörer der sie überprüft hatte, widmete sich bereits anderen Aufgaben. Man hatte ihnen die Koordinaten gegeben die sie einzunehmen hatten. Nur sein Status als Gast des Imperators persönlich schien ihm einen kleinen Vorteil verschafft zu haben, er wollte gar nicht wissen wie lange er sonst hätte warten müssen, bis man ihm in diesem Kriegsschiff verhangenen Orbit eine Landeerlaubnis erteilt hätte. Der Sith musterte den Ausblick aus dem Transparistahlfenster, während er seine Fingerkuppen aneinander gelegt hatte. Er schloss seine Augen und versuchte sich zu entspannen. Wenn es etwas gab was der Sith Lord mehr hasste als Schwäche, war es Warten. Warten war etwas so kosmisch nutzloses, unproduktives und generell langweilig, dass er sich oft wünschte er könnte einfach mithilfe der Macht die Zeit schneller vergehen lassen. Er musste sich ablenken und seine Gedanken und sich selbst so lange beschäftigen, bis ihm einfach nicht mehr auffallen würde wie die Zeit verging und er endlich mit dem Fortfahren könne, was ihm gefallen würde. Seine Taktik ging auf als etwas unverständliches aus dem Vocoder auf der Konsole die Stimmer erhob. Knisternd und metallisch kamen die Worte aus dem Gerät doch verstand der Sith nichts. Seinem fragenden Blick widmete sich Savaka.

[„Wir haben soeben eine Landeerlaubnis erhalten, Meister Sith.“]

Mit einem Nicken quittierte der Sith jede weitere Möglichkeit dem geschwätzigen Automata keine Möglichkeit zu geben ein Gespräch zu beginnen. Der VT-49 drang nachdem alle Formalitäten erreicht waren über eine der zahllosen vorgeschriebenen Routen in den Luftbereich Anaxes' ein. Da Draconis im Auftrag des Imperators hergeschickt wurde, konnte er das seltene Privilieg für sich in Anspruch nehmen und diesen Weg wählen anstatt sich in die Kolonne tausender Speeder, Frachter und Shuttles einzureihen die den zähflüssigen Verkehr von Anaxes während einer Parade des Imperator bildeten. Es musste für die Anaxsi ein eigenartiger Anblick sein, all diese motorisierten Fahrzeuge und Kampfläufer an der Oberfläche ihres so protegierten Planeten zu sehen. Pols Anaxes war eine Speeder und sonstige Fahrzeuge freie Zone, was die Oberfläche betraf. Unterirdische Highway Tunnel verbanden die einzelnen Knotenpunkte der Hauptstadt und sorgten so, trotz Schutzmaßnahmen, für einen geregelten Verkehr. Ein Grund mehr also, wieso diese Parade, abgesehen von ihren pompösen Ausmaßen, für jeden Bewohner von Pols Anaxes etwas besonderes sein musste. Der Sith konnte die Parade nur von Fernem an den TIE's sehen die in Formation zu Paradezwecken flogen. Die Prometherion wurde über eine andere Luftstrecke zur Anaxes Citadel geführt, da über der Parade eine Flugverbotszone von mehreren Kilometern verhängt wurde. Natürlich zum Schutz seiner Majestät. Der Sith schnaubte verächtlich. Hatte der Imperator derzeit keine anderen Sorgen als eine solche Parade? Das Imperium stand auf dem Spiel wenn man weiterhin so fahrlässig mit seinen Ressourcen umgehen würde.

Während die Prometherion die Sirpar Hügel überflog und zum Landeanflug auf einen zugewiesenen Hangar der Anaxes Citadel ansetzte, überlegte der Sith was wohl hier geschehen würde. Er hatte keinerlei Informationen über die Vorgänge aus dem Imperium, außer das was er auf Coruscant mitbekommen und auf dem Flug hierher sich an Wissen angelesen hatte. Zumindest zeigte sich der Imperator in vollem Herrscherornat wenn man sich diese Parade ansah. Der VT-49 setzte zur Landung an und fuhr nach dem erfolgreichen Landemanöver die Landeklappen aus. Der Sith erhob sich von seinem Schalensitz. Er hatte alles bei sich was er benötigte.


“Aktiviere alle Sicherheitssysteme des Schiffes. Versiegelt das Schiff besser als die Muuns ihre Banken bis ich zurückkehre.“

[„Wie ihr wünscht Meister Sith. Ich werde meine Datenbanken nach den nötigen Vorgängen dieser Rasse und ihrer Versiegelungsgewohnheiten durchsuchen.“]

Savaka drehte sich herum und rollte wieder ins Innere des Schiffes während die Laderampe sich anhob. Der Droide erinnerte den Sith immer wieder daran, wieso er Automata mit eigener Persönlichkeit mied. Wieso er die Speicherlöschung der Persönlichkeitschips jedoch noch nicht selber vorgenommen hatte, wusste er auch nicht. Er schob es auf die Tatsache, dass er zu beschäftigt gewesen war, um das zu tun und ignorierte die womöglich ihm gefallende Idee eines Droiden mit Persönlichkeit. Insgesamt ein großer Widerspruch der zu dem Sith und seiner Lebenweise passte. Draußen erwartete sie eine Delegation aus mehreren Würdenträgern und abgesetzten Keffi Kavalleristen. Sie verbeugten sich vor dem Sith und seinem Schüler.

„Willkommen auf Anaxes, Meister Sith! Gelobt sei der Orden und seine schützende Hand die er über unser glorreiches Imperium legt!“

Der Sith verbeugte sich ebenfalls und dankte diesem. Zum Erstaunen des Würdenträgers, ließ er diesen gehen und entschied sich, nicht dem Mann und seiner Delegation zu folgen. Er wandte sich zu seinem Schüler um.

“Nichts ist wie es scheint mein Schüler. Folge mir und falle nicht auf.“

Während er noch sprach, bemerkte er neben dem Leuchtfeuer welches der Imperator darstellte, zwei vertraute Auren in der Macht. Die eine war Nergal, der Inquisitor. Die andere Aura konnte er nicht zuordnen, sie kam ihm aber sehr bekannt vor. Zu bekannt. Seine inneren Alarmsirenen heulten auf. Er würde sehr bald herausfinden, um wen es sich dabei genau handelte. Jetzt jedoch halt es seinem Schüler eine Lektion zu erteilen. Zusammen verschwanden sie, für jeden Außenstehenden, so schien es zumindest, mit den Schatten um sie herum welche durch den Lichteinfall die langen von Säulen durchsetzten Korridore säumten.

„Diese Sith scheinen überall zu sein. Hast du den Kerl eben gesehen? Grässlich.“

„Psst, vielleicht hört er uns, vielleicht kann er sogar unsere Gedanken lesen!“

„Unfug, diese Typen sind nicht so unsterblich wie es oft scheint.“

Trotz mutiger Worte, senkte der Sprecher seine Lautstärke. Was wenn der Sith sie doch belauschen konnte? Der Würdenträger musterte das Gesicht des beunruhigten Kompagnon welcher im Schein der Sonne noch vergrämter als sonst aussah. Nur der Leibwächter hatte sich zu diesem Thema nicht geäußert. Dieser besah sich stumm die Umgebung an, suchte nach möglichen Gefahrenquellen und ging seinem Beruf nach.

„Und diese Soutane die er trägt... wofür hält er sich? Für eine Art Prophet?“

„Tun das nicht alle Sith?“ fragte der erste Würdenträger sarkastisch nach.

„Ich für meinen Teil glaube, dass das Imperium ohne die Sith besser dastehen würde. Ein Staat sollte nicht von einer mystischen Sekte angeführt werden, egal wie stark ihre Kräfte auch sein mögen.“

Die Augen des Würdenträgers fixierten nun den anderen und dieser verstand dass nach seiner Meinung weder gefragt wurde, noch gefragt werden würde. Es war wohl eine Mischung aus Hierarchie und Angst. Die Sith standen über vielen, sie schienen fremd und unerreichbar, ein Staat im Staate. Dieser Gedanken missfiel vielen, doch solange der Imperator ein Sith ist, würde es so schnell nichts an den Gegebenheiten ändern.

„Aber man muss zugeben dass die Sith völlig nutzlos sind...“

In diesem Moment geschahen zwei Dinge gleichzeitig. Aus dem Schatten einer Säule trat eine dunkle Silhouette die sich hinter den beiden Männern materialisierte. Gleichzeitig begann die beiden Männer eine beklemmende Angst zu bedrücken, einer Wand gleich erdrückte sie die beiden Männer.

“Ist das so?“

Die eisige Stimme durchschnitt die Szenerie einem Lichtschwert gleich, der Sith Lord konnte die aufkeimende Angst des großmauligen Würdenträgers knospen sehen. Einem Gestank gleich verbreitete sich dieser spezielle Geruch, den er durch die Macht wahrnehmen konnte. Es war kein Geruch im eigentlichen Sinne, doch es war die Umschreibung die der Sith Lord am passensten fand. Der Mann mit der lächerlich großen Kopfbedeckung wollte zu einer Erklärung ansetzen, doch wischte sie der Sith Lord lästig hinfort. Ihn interessierten keine Meinungen in diesem Moment. Die beiden Männer sahen zu, dass sie so schnell wie möglich verschwanden und ließen den Sith alleine zurück, bis sich sein wurmartiger Gefährte ebenfalls aus dem Schatten herausschälte.

“Verrat und Lügen säumen unseren Weg tagtäglich. Wir als Sith haben in diesen Zeiten einen schweren Stand im Galaktischen Imperium. Die militärischen Niederlagen sprechen dabei nicht gerade für uns, in den Augen der Nobilität. Doch was wissen sie schon? Sag mir, was hast du gefühlt als du die Männer beobachtet hast?“

Jetzt war es an dem Lamproiden zu zeigen, ob er nicht nur die Lektion, sondern auch die Machttechnik gelernt hatte.

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[Axum-System, Anflug auf Anaxes, Delta-Klasse JV-7 Eskortshuttle, Passagierabteil]- Aviendha, Captain Shepard, Sergeant Toorr, Nylar, 15t88, Soldaten

„Der weitere Flug wurde freigegeben, Legatin. Im Anflug auf Pols Anaxes.“

Die nach einigen Standardminuten erfolgende Meldung des Piloten signalisierte jetzt endlich, dass die unbequeme Reise an Bord des auf effizienten Transport, nicht auf Genuss zugeschnittenen Shuttles nun doch in seine letzte Phase eintreten würde. Rasch versuchte Aviendha, ihr Wissen über den vor ihnen liegenden Planeten – Anaxes – in ihr Bewusstsein hervorzuholen, um eine ungefähre Ahnung davon zu haben, was sie und ihre Delegation erwarten würde. Anaxes war weder Bastion, noch war es Coruscant – und doch schien dieser Planet in vielen Aspekten den beiden anderen Welten zumindest in punkto Attraktivität einige Schritte voraus zu sein. Während sich Coruscant nur ein Juwel der Zivilisation nannte, konnte man diese Bezeichnung auf Anaxes getrost anwenden. Kein wirtschaftlicher Krüppel und gesegnet mit einer stabilen Regierung, die auf imperiale Repressionen weitgehend verzichten konnte, war Anaxes ein Planet, der sich einige eigentümliche Sitten leisten konnte – wie etwa das Flugverbot für sämtliche repulsorliftbetriebene Fahrzeuge im Umfeld um die prächtige Zitadelle von Anaxes, im Zentrum der Hauptstadt inmitten einer als Sirpar-Hügel bekannten natürlichen Erhebung liegend. Imperialer Wohlstand präsentierte sich der Galaxis hier in seiner nahezu reinsten Form, scheinbar als ultimativer Beweis für die Effizienz imperialen Wirtschaftsstrebens und Verwaltungsdenkens. Aviendha – wie jeder halbwegs begabte Verwaltungsfunktionär der Kernsektoren – wusste es besser.

„Unsere Eskorte fliegt jetzt eine der umliegenden Raumjägerbasen an und bleibt auf Alarmbereitschaft“, hielt der Pilot seine Passagiere weiterhin auf dem neuesten Stand.

„Im Anflug auf die Außenbezirke der Hauptstadt.“

„Großartig.“

Shepards verächtliches Schnauben riss Aviendha aus ihren letzten Bemühungen, ihre Gedanken um die Mitglieder der Imperialen Verwaltung, mit deren Präsenz sie auf Anaxes rechnete, zu konsolidieren. Der hartgesottene Offizier sah aus, als hätte er in eine falsch behandelte Mondscheinfrucht gebissen.

„Hoffentlich bekommen wir wenigstens bis zur Sirpar-Station einen Gleiter zugeteilt…“

„Für Landung bereit halten!“

Jetzt war es also soweit. Der Pilot verstand dankenswerterweise sein Handwerk – butterweich setzte das Shuttle auf, der Kontakt mit der Oberfläche des Planeten – vermutlich in Gestalt einer metallenen Landeplattform – nur durch ein kaum spürbares Erzittern zu bemerken. Kaum hatte sich die Gangway angesenkt, verließen erst Shepard und seine Männer in halbwegs zackiger Formation den Passagierraum, bevor Aviendha mit Nylar folgte. 15t88 würde an Bord bleiben – seine Aufgabe hatte der Verwaltungsdroide auf ihrem Flug erfüllt, zumal zu bezweifeln war, dass die Präsenz eines Assistenzdroiden auf der Veranstaltung erlaubt wurde. Die meisten dieser Droiden tendierten dazu, über nicht offiziell spezifizierte Zusatzfunktionen zu verfügen, das Vorhalten von der Spionage dienenden Überwachungsgeräten die bei weitem harmloseste davon.


In der Landebucht ging es hektisch zu und nichts deutete darauf hin, dass hier gerade ein Gast von besonderer Bedeutung gelandet war. Techniker, Hangararbeiter und eine kleine Abordnung von Männern in den Uniformen der imperialen Zollbehörden gingen geschäftig ihrer Arbeit nach und lediglich ein einzelner Mensch, dessen Uniform und Abzeichen ihn als sehr rangniedrigen Veraltungsfunktionär auswiesen, wartete am Fuße der Ausstiegsrampe unter den wachsamen Augen Captain Shepards. Bevor er Aviendha erblick und als seinen Ansprechpartner identifiziert hatte, war der Blick des Mannes immer wieder in Richtung Sergeant Toorrs gerutscht, der diese ungewollte Aufmerksamkeit – sehr untypisch für einen Yevethaner – mit stoischer Ruhe ignorierte.

„Legatin Cain!“, sprudelte es schließlich aus dem Beamten hervor, noch bevor Aviendha ganz zum Stehen gekommen war.

„Wir haben Nachricht von N’zoth bekommen, dass Gouverneur Kerrigan Sie als seine Vertretung entsendet… bedauerlicherweise haben wir früher mit Ihnen gerechnet. Ich fürchte, ein Teil des Programms hat bereits begonnen. Seine Majestät wird vermutlich in Kürze zum Volk sprechen.“

Dieser Fetzen Information warf die junge Legatin in der Tat mehr aus der Bahn, als jeder Satz, von dem sie aus Richtung des Beamten gerechnet hätte. Es dauerte einen Moment, bevor sie sich genug gefasst hatte, um eine entsprechende Nachfrage zu formulieren.


„Der… der Imperator ist auf Anaxes?“

„Oh ja, Legatin. Welch glückliche Fügung für die Zeremonie, nicht wahr? Nach den Nachrichten von Denon und Corellia um so mehr!“

Eisige Vorahnung beschlich sie – die Vorkommnisse um Denon, die sich vor ihrer Ankunft in Giat Nor noch nicht vollkommen entwickelt hatten, hatte sie vollkommen verdrängt. Dazu kamen jetzt vermutlich ähnlich düstere Nachrichten von Corellia? Verdammt seien Kerrigan und seine kurzsichtige Nachrichtensperre!


„Denon? Corellia? Wovon sprechen Sie, Mann?“


Jetzt war es an dem Beamten, verwirrt dreinzuschauen.


„Ist diese Nachricht auf N’zoth noch nicht angekommen? Unsere Streitkräfte bei Denon haben tapfer gekämpft, doch schließlich mussten sie den Planeten aufgeben… ein teuer erkaufter Sieg für die Rebellen, so heißt es, und dass unsere Truppen jederzeit bereit sind, zurückzuschlagen! Dann allerdings… brach der Kontakt mit der Flotte bei Corellia ab. Man munkelte von einem großangelegten Rebellenangriff auf zahlreiche Ziele. Aber vermutlich ist das nur von feindlichen Spionen gesäte Panikmache. Der Imperator wäre mit seinem Flaggschiff kaum hier, stünden die Dinge so schlecht!“

„Wohl kaum…“, sagte Aviendha langsam, doch gedanklich war sie immer noch darum bemüht, das soeben gehörte zu verarbeiten. Denon gefallen… die Implikationen für dieses Desaster waren bemerkenswert, erschütterten sie doch nicht nur die Verhältnisse im unmittelbaren Umkreis. Aviendha war beileiben keine Militärstrategin, doch alleine die wirtschaftlichen Verwerfungen, die eine Vernichtungsschlacht bei Denon auslösen musste, waren bemerkenswert. Was auch immer genau dort geschehen war – und andernorts noch geschah – plötzlich sah sie erheblich weniger Chancen dafür, erfolgreich gegen Kerrigans Willen bei den richtigen Stellen vorstellig zu werden und auf die prekäre Lage N’zoths aufmerksam zu machen. Wie es schien war mittlerweile die Lage des gesamten Imperium prekär… oder zumindest nicht mehr so stabil wie vor wenigen Wochen.

„Sie haben ein Transportmittel für uns?“, schaltete Nylar sich ein, den Fokus wieder pragmatisch auf das hier und jetzt richtend. Das Nicken des Beamten war fast übereifrig.

„Oh, selbstverständlich, Präfektin, selbstverständlich. Folgen Sir mir!“

Schließlich wurden die zwei Frauen und ihre Eskorte zu einer angemessenen Gleiterlimousine geführt und fuhren ab, nachdem der Beamte sie mit verlegenem Lächeln noch darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sie an der Sirpar-Station einen Sicherheitskordon würden passieren und die Limousine gegen ein mehr den Restriktionen um die Zitadelle entsprechendes Transportmittel würden austauschen müssen. Er schien froh darüber zu sein, die kleine Gruppe aus seiner temporären Verantwortung entlassen zu dürfen.

Die letzte Barriere stellten – natürlich – die in ihre charakteristischen, strahlend weißen Panzer gehüllten imperialen Sturmtruppen dar, die an diesem besonderen Tag den Anaxsi-Sicherheitskräften scheinbar die Hauptverantwortung für die Abriegelung der Sirpar-Hügel und der Zitadelle aus der Hand genommen hatten. Das ausdruckslose Visier des sich ihnen mit durchaus schussbereitem Blasterkarabiner nähernden Captains ruhte kurz auf jeder der Person innerhalb des Gleiters, scheinbar einige Herzschläge länger auf den beiden Nichtmenschen Nylar und Toorr.


„Ihre Eskorte wird hier in einer der Kasernen der Sicherheitskräfte untergebracht und auf sie warten“, kündigte der Sturmtruppler schließlich übergangslos und in einem keinen Widerspruch duldenden Tonfall an.

„Innerhalb der Zitadelle und der gesperrten Zone werden keine zusätzlichen Sicherheitskräfte benötigt.“

Aviendha bemühte sich um ein angemessen hoheitsvolles Lächeln.


„Wie Sie meinen, Captain.“

Shepard und seine Leute bedurften keiner weiteren Aufforderung. Während die vier Soldaten hinter der Station verblieben, geleiteten zwei ebenfalls anwesende Offizier der örtlichen Sicherheitskräfte – deren blaue Uniformen die Sturmtruppen zumindest in Sachen des zivilisierten Stils ausstachen – die Legatin und Nylar hinter den Posten, hinein in das zugegebenermaßen prächtige Areal der Sirpar-Hügel. Sofort fielen ihr zwei der Sicherheitsbeamten auf, die die Umgebung auf einer Art lokalem Reittier – Keffi genannt, falls ihr Erinnerungsvermögen sie nicht im Stich ließ, abritten. Die Sitten des Planeten machten auch vor den Sicherheitserwägung micht halt – wo der Punkt erreicht war, an dem Aviendha derartige Sitten in Frage stellte. Sie war kein Freund von Traditionen, die Fortschritt und Wachstum im Weg standen oder – wie hier – unnötige Sicherheitslücken aufklaffen ließen.

Den Rest des Weges legte man zu Fuß zurück. Aviendha war geradezu erleichtert, dass ihnen nicht ebenfalls eine Gruppe dieser kuriosen Tiere zur Verfügung gestellt wurde – reiten konnte sie nicht, weder auf einem Keffi, noch auf sonst irgendeinem Reittier, wie sie im Rest der Galaxis vorgehalten wurden.

Bis sie die prächtige Zitadelle und die Tribüne eines gewaltigen Paradeplatzes erreicht hatten – wo die Sicherheitsbeamten sich wieder von ihnen trennten und sich anderen Pflichten widmeten – war das anfängliche Gemurmel nahezu ohrenbetäubend geworden. Gerade verklang eine unüberhörbare musikalische Aufarbeitung der Hymne des Imperiums und Aviendha konnte keinen Blick auf die letzten Reste eines großen Aufgebots imperialer Militärmaschinerie erhaschen, die der applaudierenden Menge vermutlich soeben eine kleine Demonstration imperialer Dominanz vorgetragen hatte. Umgeben von Würdenträger nahezu schwindelerregend hohen Rängen – alleine in ihrer und Nylars näherer Umgebung erblickte Aviendha mindestens einen Moff (Veran) und einnen Gouverneur (Horatio) – bedurfte es erst einen diskreten Fingerzeigs der Chiss, ehe Aviendha dann auch ihn erblickte: Allegious, gottgleicher Imperator und Gebieter über das Galaktische Imperium.

Selbst dieser Anblick konnte ihre Kalkulationen indes kaum unterbinden – mit einem leicht zynischen Lächeln fiel ihr auf, dass die Menge an Truppen, die hier aufmarschiert war, vermutlich ausreichen würde, um die Widerstandsnester Giat Nors gnadenlos auszuräuchern.


„Welche Verschwendung…“, murmelte sie in Nylars Richtung, deren Blick mit einer gewissen Faszination immer noch auf dem durch eine Leinwand vergrößerten Imperator ruhte.

Die Legatin verschränkte die Arme vor der Brust. Bislang hatte sie Kerrigan kaum Dinge von Belang zu berichten. Blieb abzuwarten, was jetzt geschah.


[Axum-System, Anaxes, Pols Anaxes, Sirpar-Hügel, Zitadelle, Paradeplatz (Tribüne)]- Aviendha, Nylra, Würdenträger (u.a. Horatio, Veran)
 

||Anaxes || Pols Anaxes || Sirpar Hills || Paradeplatz der Citadel, Tribüne||
Corusca, Daine Yacoubian, Kerra Santhe-Yacoubian, , Holt-Familie, Zuschauer​

Anderthalb Tage waren sie nun schon auf Anaxes, und noch immer wusste Corusca nicht, wann sie endlich Gouverneur Kraym treffen würde. Zwar hatte ihr Vater versprochen, sich mit Präfektin Terrik umgehend in Verbindung zu setzen, doch er hatte noch keine verbindliche Antwort bekommen. Immerhin würde der Gouverneur von Coruscant an der großen Parade in der Citadel teilnehmen, so dass es eine Chance gab, ihn zu sehen und ihm eventuell über den Weg zu laufen. Die Holt-Familie, bei denen die Yacoubians für die Dauer ihres Aufenthalts zu Gast waren, hatte eine eigene Loge auf der Haupttribüne, so dass sie die beste Aussicht sowohl auf das Geschehen auf dem Paradeplatz als auch auf die anderen wichtigen Zuschauer hatte, von denen der Gouverneur für den blonden Dokusoap-Star natürlich der wichtigste war.

Der Anlass der Parade war ihr relativ gleichgültig – ein Haufen langweiliger Grandmoffs würde sich bejubeln lassen und einen neuen ernennen. Dad und Roonal Holt hatten davon gesprochen, dass auch der Imperator höchstselbst erscheinen würde, doch auch der Herrscher des Imperiums interessierte Corusca nur soweit, als dass er eben ein seltsamer Mann in einem ziemlich öden schwarzen Outfit war. Und er beherrschte ein paar Zaubertricks, ähnlich wie die Jedi. Während auf einem Holoprojektor die Anaxsi-Garde ihre Parade abhielt, was von sämtlichen Holts und ihren Eltern mit begeisterten Rufen quittiert wurde, entnahm Corusca ihrer Handtasche ein kleines Binocular, das sie normalerweise für Opern- und Theaterbesuche verwendete, mit dem sie die Insassen der anderen Logen betrachtete. Die Anaxsi hatten trotz der Nähe zu Coruscant ein recht eigenwilliges Verständnis von Geschmack und Stil, doch Pastellfarben hatten durchaus ihren Reiz. Sie selbst trug ein fast bodenlanges silbergraues Kleid mit einem hohen geschwungenen Kragen, über dem eine Robe in hellem Rosé lag, die mit einem breiten, silbrig schimmernden Stoffgürtel zusammen gehalten wurde. Ihre Haare waren seitlich mit Perlschnüren aufgesteckt worden, während der hintere Teil in eleganten Wellen auf den Rücken fiel. Corusca, die von bösen Zungen gerne als Queen of Trash und Princess Bad Taste betitelt wurde, kam sich diesmal wirklich wie eine Königin vor und in dieser Aufmachung könnte sie sogar den prächtigen Roben der Königin von Naboo Konkurrenz machen. Die örtliche Presse hatte bei Ankunft an der Citadel einige sehr schöne Bilder von ihr aufgenommen, die bereits in diversen HoloNet-Communities kursierten und heiß diskutiert wurden. Es war alles perfekt – sie machte einen seriösen Eindruck, ohne langweilig zu wirken – die beste Voraussetzung, um Horatio zu treffen, ohne dass es ihm peinlich sein musste. Er musste einfach erkennen, was alles in ihr steckte.

Um einen besseren Blick auf die Logen der Politprominenz zu erhaschen, musste sie mehrmals Plätze mit den verschiedenen Angehörigen des Holt-Clans tauschen, einer Familie, der mehrere hohe Militärs des Imperiums angehörten. Lucrezia Holt, die vierzehnjährige Tochter der Gastgeber schmollte, weil ihr Idol den Platz neben ihr verließ, aber dafür waren deren Cousins umso erfreuter, als Corusca plötzlich ihre Nähe suchte. Camro, Adiim und Nucion Holt waren Kadetten der Militärakademie von Anaxes im Abschlussjahr und waren gerade so platziert, dass sie sich nicht den Hals verrenken musste, um schräg nach links oben zu blicken, wo sie das Objekt ihrer Sehnsüchte vermutete.

„Haben Sie gehört, Miss Yacoubian – der Imperator kommt höchstpersönlich, um den neuen Grandmoff zu ernennen. Grandmoff Marrik hat es eben gesagt!“

Corusca zwang sich Adiim Holt anzulächeln, einem bleichen, unförmigen Siebzehnjährigen mit angeklatschen rotblonden Haaren.

"Wie wundervoll…” ,

erwiderte sie höflich, warf einen schnellen, gelangweilten Blick auf das Holo, auf dem sich Sturmtruppen entlang bewegten. So etwas hatte sie schon viel zu oft gesehen, als dass sie es noch als aufregend empfinden konnte. Sie bedachte Camro und Nucion mit einigen belanglosen Höflichkeitsphrasen, um sich dann wieder der Suche nach Horatio Kraym I. zu widmen. Im Display des Binoculars erschien plötzlich eine Gestalt, die ihr bekannt vorkam – der Moff von Coruscant, Verlian, oder wie er hieß. Da konnte Horatio nicht weit sein. Sie zoomte das Binocular so nahe heran, wie sie nur konnte, und da sah sie doch tatsächlich einen vertrauten schwarzhaarigen Mann. Um einen noch besseren Blick auf ihn erhaschen zu können, musste sie aufstehen, aber so lange noch alle saßen, konnte das wieder einmal sehr peinlich werden. Irgendetwas musste doch zu machen sein – und normalerweise war sie um keine noch so absurde Idee verlegen.



||Anaxes || Pols Anaxes || Sirpar Hills || Paradeplatz Citadel, Tribüne||
Corusca, Daine Yacoubian, Kerra Santhe-Yacoubian, Kylar Desroux, Holt-Clan, Zuschauer
 
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Grand Moff Hal Ipluvien

[Pols Anaxes – Sirpar-Hills – Anaxes Citadel – Konferenzraum // Grand Moffs]

Das der Kontakt mit Corellia abgebrochen war ärgerte Hal Ipluvien mindestens so sehr, wie auch seine Kameraden des Grand Moff Gremiums, allerdings hatte er auch einen gewissen Funken an Frustration privater Natur dort mit hinein gelegt. Corellianer waren einfach unübertreffliche Sturköpfe, die sich auf einer Jagd perfekt als Beute schlugen. Sie gaben erst da auf, wo andere schon zusammengebrochen waren und weinend aufgaben. Alles nur mit einem blauen Schimmer zu betrachten war für den Grand Moff schon derart zur Gewohnheit geworden, dass ihn die tatsächliche Realität erschreckte. In all ihrer Farbenvielfalt. Und er war sich ebenso sicher, wie er es bedauerte erst einmal auf problemlose Importe von Corellia verzichten zu müssen, dass es den anderen Grand Moffs mit ihm vermutlich nicht anders ging. Entgegen seiner holographischen Darstellung stand Ipluvien nicht immer. Was viel zu anstrengend wäre. Stattdessen war sein Abbild entsprechend programmiert nur seinen Oberkörper exakt wieder zu geben. Ähnlich wie sich der ein oder andere angewöhnt hatte nur als Gesicht dargestellt zu werden. Was Ipluvien mehr als verstörend fand. Vor etwa zwei Jahren waren ihm während einer Hyperraumreise mehrere schwebende Gesichter erschienen, die ihn beinahe die ganze Zeit über verfolgt hatten. Seither hatte der Grand Moff seine liebe Not mit dieser Vorliebe anderer.

Innerlich schüttelte der Verwalter im Outer Rim den Kopf. Was ging da nur auf den Kernwelten vor sich? Hatte nicht ein gewisser Admiral, ein gewisser durchaus sehr beleibter Admiral große Töne gespuckt, er würde jeglichen Vormarsch des Rebellen aufhalten? Dieses tückische und hinterlistige Aas. Ipluviens generell missmutiger Gesichtsausdruck wurde um eine weitere Note griesgrämiger. Cornell war gnadenlos gescheitert. Man musste sich nur dieses Desaster das als 'Schlacht von Denon' bezeichnet wurde ansehen. Dieser inkompetente Fettwanst hatte einen Sternenzerstörer der Executor Klasse sprichwörtlich in den Sand gesetzt. Sprichwörtlich! Wenn er nur an die Produktionszeit und -kosten dachte, wurde dem Grand Moff schlecht. Das würde einige Welten ausbluten. Abgesehen von Sklaven die zur Arbeit gezwungen werden konnten, an denen es nicht mangelte, würde das ein teures Unterfangen werden. Die Kuat Drive Yards sollten besser sofort damit beginnen. Irgendwie würde man schon bezahlen.
Im Outer Rim sitzend blendete Ipluvien einen Augenblick lang aus, dass die Ressourcen die in einen Sternenzerstörer der Executor Klasse gesteckt werden mussten, derzeit durch den Krieg besser anderweitig genutzt werden sollten.

Die Sitzung war indessen schon vorüber und es bildeten sich kleinere Grüppchen. Der Outer Rim Grand Moff, dessen panische Angst vor dem Weltraum und auch dem Hyperraum ihn auf seinem Regierungssitz hielten, hatte sich für derartige Zwecke einen mobilen Holoprojektor beschafft. Auf vier Spinnenbeinen konnte das Gerät umher wandern und gab die Dinge in einem bestimmten Radius um ihn herum wieder, sodass es auch durchaus Sinn machte, dass Hal selbst das Teil dirigieren konnte und das kleine Gerät schickte sich an seinen Kollegen zu Folgen, denn nur wenig später nachdem die Sitzung beendet und der übliche Klatsch und Tratsch begonnen hatte, kündigte sich der Imperator an. Andere mochte das freuen. Ipluvien selbst war dahingehend nicht allzu offen mit seiner Freude. Sein Vorteil hier war, man kannte ihn so. „Noghris auf dem Thron.“ schnaubte der Grand Moff und warf daheim, in seinem Regierungssitz, in seinem Privaten Gemach sitzend, einen Blick auf die Noghritrophäe an der Wand. Die kleinen Arschl.öcher waren höllisch geschickt. Aber nach einem Blasterschuss an die richtige Stelle standen die auch nicht wieder auf. Ein Nichtmensch auf dem Thron! Wer hatte das eigentlich veranlasst? Und noch als ihm die Gedanken durch den Kopf gingen, ging er dazu über sich um die Einheiten zu sorgen, die für die Parade zu Ehren des Empfangs des Imperators abgestellt werden konnten. Oder reiste er gar selbst mit selbigen an und brachte sie von seinem Flaggschiff mit. Immerhin war er mit einem Sternenzerstörer der Executor Klasse hier. Moment... Wieso war dieses Monstrum hier und nicht auf dem Weg nach Corellia?

Während sich andere darum rissen die Organisation der kommenden Ereignisse an sich zu reißen und im Lichte der Anwesenheit des Imperators neu zu gestalten hatte sich Ipluvien in seinem Refugium, weit, weit weg von Anaxes um andere Dinge gekümmert. Er rief immer wieder Nachrichtensendungen imperialer Kanäle auf und informierte sich so über das generelle Geschehen auf Anaxes. Immerhin war er recht limitiert, was die Sichtweite durch seinen Projektor anging. Und dann war es so weit. Die Grand Moffs traten auf den Platz hinaus, begleitet von ihrem ewigen Anhängsel, dem Holoprojektor. Ipluvien stand erneut an der Seite von Stadd, wo er zuvor ebenfalls verweilt hatte. Stadd war sowas wie Ipluviens große Hoffnung. Einerseits begehrte er selbst mehr Macht, andererseits war er weitaus glücklicher mit dem Leben das er jetzt hatte und wollte sich nicht noch mehr Arbeit aufhalsen. Stadd wäre sogar seine Wahl für das Amt des Imperators. Der Kerl hatte Schneid. Und letztlich war er selbst es gewesen, der Stadd auch diverse Persönlichkeiten vorgestellt hatte. Wichtige Persönlichkeiten. Geld und Macht kursierte in ihren Kreisen oftmals zu Hauf. Aber wer es nicht einzusetzen wusste, der hatte oftmals nur ein kurzes und schönes Leben. Aasgeier fanden sich immer schnell ein.


„Solange Cornell nicht auftaucht...“

Murmelte Ipluvien vor sich hin und verfolgte gespannt den Weg der militärischen Prozession, die den Imperator zu ihnen bringen würde. Auf einem der drei sekundren Bildschirme entdeckte er, dass sich dort noch weitere Personen im Gleiter befanden. Nur vage, da die Kamera weit entfernt war, weshalb er niemanden identifizieren konnte. Die Augen kurzzeitig, als würde er ernsthaft überlegen jemanden anzuspringen und ihm die Kehle durch zu beißen, leicht schließend, betrachtete er das Bild noch einen Augenblick. Waren das rote Haare? Mit einer Bewegung seiner Hand schob er die Aufzeichnungen beiseite, der Imperator würde sie gleich erreichen. Mit einem offen zur Schau gestellten Schmunzeln musste er an all die wertlosen und minderbemittelten Imperialen denken, die sich gerade auf Anaxes befanden und nur zusehen konnten. Er steigerte sich in ein kurzes tonloses Kichern, ehe er sich wieder unter Kontrolle hatte und doch wieder auf die Aufzeichnungen der Holo Droiden blickte. So viele Zuschauer. So viele Leute auf den Tribünen. Und keiner war es Wert hier neben ihnen zu stehen, schmunzelte er weiter in sich hinein. Passender Weise ein gutes und freudig erwartendes Bild eines treuen Untergeben des Imperators abgebend...

[Pols Anaxes – Sirpar-Hills – Anaxes Citadel – Paradeplatz // Grand Moffs, Anaxsi Garde]
 


"(Pols Anaxes-Sirpar Hills–Anaxes Citadel-Besprechungsraum A87)Tiberias Ragnaris Mengsk, weitere NPCs

Nachdenklich musterte Tiberias den Sergeant hinter dem Transparistahlfenster wie er dasaß aufmerksam. Seine Aufgabe hier auf Anaxes war es die Ankunft des Imperators vorzubereiten und die Truppen für die Parade zu inspizieren. Genauso sollte er Würdenträger zu seiner Majestät oder den Großmoffs bringen. Letztere Aufgabe hatte er, Imperator sei dank, noch nicht machen dürfen aber erstere hatte bereits eine ganze Woche in Beschlag genommen. Die Siebzehnte Kompanie hatte er mit seinen wenigen Kollegen bereits untersucht und als Loyal eingestuft, die Zwanzigste war bereits fertig und bisher hatten sie nur 2 Soldaten ,,aussortieren´´ müssen, eine gute Bilanz bisher. Momentan saß er hinter dem Transparistahlfenster und hatte die Aufgabe die Offiziere welche in einem kleinen Besprechungsraum befragt wurden zu beobachten, ihre Mimik, Gestik und die genauen Bewegungen die sie machten. Zuverlässigen Wissenschaftlern zufolge hatten gut 80% der Menschlichen Kommunikation allein mit der Gestik und Mimik zu tun. Die restlichen 20% waren Tonlage, Höhe und das Wort selber. Das Fenster war speziell bearbeitet, für die Person im Zimmer sah es wie ein einfacher Spiegel aus nur von Tiberias Seite aus war es durchsichtig.
Sein ,,Beobachtungsraum´´ war sehr karg eingerichtet, das Fenster und davor ein Schreibtisch mit 2 Knöpfen und einem Mikrofon. Der eine Knopf war dazu da um mit den Personen im Besprechungsraum zu sprechen, der andere um den Alarm einzuschalten und die Sicherheitskräfte zu verständigen. Sonst stand nur ein Drehsessel vor dem Schreibtisch und eine einsame Lampe an der Decke die das Zimmer in schummeriges Licht tauchte. Langsam beugte sich Tiberias nach vorne über einige Datapads zu dem Mikrofon und betätigte den einen Knopf.

"Sie können gehen Sergeant, Möge der Imperator mit ihnen sein."

sprach er mit seiner kratzigen Stimme hinein und schaute zu wie sich der Mann erhob, salutierte und durch die Tür den Besprechungsraum verließ. Kaum war der Junge Mann verschwunden nahm Tiberias ein Datapad mit der Berichtsakte für den Sergeant, Ambornidas Hansur, und tippte als Fazit ein ,,Loyal´´ ein. Die Parade stand kurz bevor und nur aus Vorsicht wurde dieser eine Junge Mann erneut untersucht. Nachdem die Nachricht eingespeichert war legte er das Datapad zur Seite und legte kurz sein Gesicht in seine Hände um sich kurz zu fassen. 8 Stunden saß er schon hier und hatte ununterbrochen vollste Konzentration zu wahren, zwar war er schon über 20 Jahre als Kommissar tätig aber er war nicht mehr der Jungspund von damals als er die Akademie verließ. Er brauchte einen kleinen Spaziergang, das brachte Kreislauf und Hirn in Schwung. Als er sich erhob zuckte er zusammen und fasste an sein rechtes Knie, ein sengender Schmerz hatte sich von dieser Stelle seinen ganzen Körper entlang nach oben gezogen. Verdammte Verletzung, sie machte sich selbst Jahre nach dem Verursachen immer wieder bemerkbar. Oft wenn Gefahr im Verzug war.

"Scheiß Knie"

murmelte er nur noch kurz bevor er zur Tür humpelte und diese aufzog, ein Blick nach links zeigte einen leeren Gang, ein Blick nach rechts zeigte einen leeren Gang. Also volle Auswahl wohin er gehen würde. Da sein rechtes Bein verletzt war ging er nach links. Sein Weg führte ihn immer wieder nach links, bei jeder Abkürzung ging er nach links, bereits jetzt spürte er langsam wie sein Blut wieder in seinem Körper zirkulierte und er einen klaren Kopf erhielt. Auch war die Luft hier in den Gängen deutlich frischer als in der kleinen Kammer. Kurz kam ihm auch wieder das Gespräch mit seinem Kollegen bei der Mittagspause ein, wobei man dies nicht als ,,Mittagspause´´ bezeichnen konnte sondern eher als Pause zwischen 2 Offizieren die zu befragen waren. Hauptthema war natürlich die Parade seines Majestät, angeblich waren auch mehrere Sith unterwegs, 2 hatte er auch mit Namen mitbekommen, einen Warrior Namens Draconis und einen Inquisitor namens Nergal. Kurz schaute er auf ein Chrono an der Wand, die Parade müsste mittlerweile begonnen haben, und lief dann weiter als er aufeinmal eine Stimme hörte.

„Ich nehme an die Parade in den Straßen Pols Anaxes begleitet den Imperator und er ist noch nicht hier? Wann also werde ich zu ihm können?“

sagte eine Unbekannte Stimme und sofort blieb Tiberias stehen, alle Alarmglöckchen in seinem Kopf bimmelten wie verrückt. Er konnte es spüren, eine Art Aura der Finsternis, Stärke und Gnadenlosigkeit. Tiberias war Machtsensitiv und wusste dies bereits seit Jahren und durch seinen Sohn hatte er mitbekommen das Sensitive oft erspürten wenn mächtige Anwender der Macht in der Nähe sind. Die Stärke der Aura nach zu urteilen war es ein Hochrangiger Nutzer der Dunklen Seite, wenn die Person die Parade begleitet war es wohl ein Executor oder Inquisitor. Nachdem er sich gefasst hatte humpelte er um das Eck zu einem kleinen Hangaar und sah 3 Sturmtruppen vor einer bulligen Gestalt in einem schwarzem Anzug. Ein kurzer Blick in das Gesicht und schon hatte Tiberias eine Ahnung wer da vor ihm stand.

"Wenn ich mich nicht irre sind sie Inquisitor Nergal vom Orden der Sith oder? Ich bin Tiberias Ragnaris Mengsk vom Kommissariat für Imperiale Angelegenheiten."

stellte er sich vor und stellte sich vor die Gestalt, die rechte Hand hob er zur Gestalt und blickte mutig zu eben jener Hinauf. Würde der Sith dies als Beleidigung auffassen und ihn töten könnte er kaum etwas tun, er besaß zwar einen starken Willen und würde bemerken wenn sein gegenüber ihn versuchen würde zu beeinflussen aber einen ,,Machtschild´´ wie andere Machtnutzer besaß er nicht. Als seine Hand nicht umfasst wurde ließ er sie langsam sinken, hielt aber den Blick fest in das Gesicht seines gegenübers.

"Und ich muss sie enttäuschen, die Parade hat bereits begonnen. Wenn sie wünschen bringe ich sie zu einer Tribüne wo sie sie verfolgen können oder aber zu einen Holoprojektor?"



"(Pols Anaxes-Sirpar Hills–Anaxes Citadel-Hangar)Tiberias Ragnaris Mengsk, Inquisitor Lord Nergal, weitere NPCS
 
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Axum System ¤ Anaxes ¤ Pols Anaxes ¤ Anaxes Citadel ¤ Konferenzraum ¤ Grand Moff Stadd (NPC), Grand Moff Ipluvien (NPC), Grand Moff Herrick (NPC), Grand Moff Rimorra (NPC), Grand Moff Merrick (NPC)

Nicademus Stadds Limousinenspeeder der 8880 Klasse schoss aus dem Tor der Anaxes Citadel in der Südwestecke der Citadel geradeaus über den Platz der Ordnung. Der auf einem Keffi sitzende Ordnungshüter auf dem Platz der über COMM benachrichtigt worden war, dass die Großmoffs die Citadel verließen, hatte den gesamten Kutschenverkehr gestoppt. Sekunden später rasten die langen, schwarzen Speeder die Untergrundstraße entlang, am Monument der gefallenen Krieger vorbei zu den Tribünen die zwecks der Parade für die erlesenen Gäste bereitgestellt worden waren. Stadd hatte dem Moff des Tapani Sektors, Oktavian Leobund, tapanischen Abkömmling des einflussreichen Haus der Mecetti. Der hakennasige Leobund war der Protegé des Großmoffs und Kandidat für die bevorstehende Wahl Ernennung des Großmoffs für den neuen Supersektor des galaktischen Kerns. Stadd hatte große Hoffnungen in diesen Mann gelegt, obwohl seine arrogante Art ihn manchmal gegenüber den Problemen blind macht. Zudem war er ein Kriegstreiber wie er im Buche stand und suchte ständig den Konflikt.
Die Trennscheibe zwischen dem geräumigen Fond und dem vorderen Teil war schalldicht geschlossen. Vorhänge schützten vor neugierigen Blicken der Passanten.

"Er wackelt schon." knurrte Leobund im Bezug auf den Imperator.

"Nein", sagte Stadd, "er ist dem Sturz einen Schritt näher gekommen und ohne Corellia viel schwächer, aber er fällt noch lange nicht. Du darfst Allegious nicht unterschätzen. Er wird wie ein in die Enge getriebener Rancor kämpfen, bevor er unterliegt – aber er wird fallen, weil er fallen muss."


"Uns bleibt nicht viel Zeit." stellte Leobund fest.

"Weniger Zeit als du denkst", antwortete Stadd, "Auf Tauber ist es letzte Woche wegen der Vorgänge im Run zu Unruhen gekommen. Unser Freund Rimora, der bisher für uns gestimmt hat, wird langsam nervös. Er wollte schon die Seiten wechseln, obwohl ich ihm eine sehr attraktive Villa neben meinem eigenen Domizil in Estalle angeboten habe. Jetzt hält er wieder zu uns, und vielleicht stimmt Herrick beim nächsten Mal ebenfalls für uns."


"Aber nur, wenn Allegious weiterhin Schwäche zeigt und die Rebellen weiter gewinnen." wandte Leobund ein.

"Richtig und genau das muss geschehen."

Leobund wandte sich aprubt dem greisen Großmoff zu und sein rosiges Gesicht unter der braunhaarigen Mähne lief ziegelrot an.

"Wir sollen den Rebell weiter marschieren lassen? Das können wir nicht!"

"Richtig, das können wir nicht. Deswegen müssen andere uns die Arbeit abnehmen."


"Ja, aber wer?"

"Das müssen wir herausfinden. Über eines müssen wir uns im klaren sein, Oktavian: Wir kämpfen nicht nur um den Tiefenkern. Wir kämpfen um unser Leben. Noch ein Skandal, Oktavian, noch ein einziger, dann stürzt Allegious, selbst wenn er keine Schuld dran tragen sollte. Wir müssen dafür sorgen, dass es dazu kommt."


Bevor Leobund antworten konnte, hielt die lange Speederkolonne an den Tribünen, die nur für die Großmoffs bereit standen. Jeder Moff hatte einen eigenen Sessel mit Tisch, sowie drei Sitze hinter ihm, reserviert für seine Gäste. Seine Gäst sind Moff Leobund sowie Moff Vathitan Vorara vom Kiffu Sektor sowie Moff Vocis Pernon vom Sern Sektor. Die beiden Letzteren hatten bisher ihre Zeit in einer der Villen auf den Sirpar Hügeln verbracht und waren erst jetzt hinzugestoßen. Sie nahmen stillschweigend Platz. Als auch Stadd sich gesetzt und einen kurzen Moment dem Truppenaufgebot sein Augenmerk schenkte, lenkte ihn der Spinnendroide ab. Ipluvien, der alte paranoide Perversling. Er hatte nicht nur eine Schwäche für Twi'leks, er jagte Nichtmenschen für sein Leben gern. Warum er nicht reiste, hatte er immer noch nicht verstanden. Für Stadd war es nur ein vorgeschobener Grund einziger Überlebener einer Moff Konferenz zu sein, auf die ein Attentat verübt werden könnte. Allein deshalb hielt er sich Ipluvien so nah wie möglich, nur um von solchen Vorgängen allein zu erfahren.

"Was ist los Ipluvien, ist das Essen daheim nicht genehm?"


Er musterte den Mann genau. Dieser Mann war trotzdem kostbar in seinen Planspielen und kostbar für seine Pläne für die Zukunft des Imperiums und dessen Erhalt. Es durfte nicht untergehen. Ohne das Imperium würden nur die anarchistischen Kräfte der Republik herrschen. Niemals könnte diese Herde von Lämmern einen Staat regieren. Warum ein Lamm sein, wenn die Wölfe regieren? Mit einem ruhigen Griff hatte Stadd bereits die filigrane Tasse ergriffen aus der er seinen Tee trank. Seine spezielle Lieblingsmischung, ein wirklich besonderes Tröpfchen. Natürlich aus seinem Heimatsektor angebaut. Sein Blick schweifte durch die Menge die den Zug um den Imperator bejubelte.


Axum System ¤ Anaxes ¤ Pols Anaxes ¤ Tribüne ¤ Grand Moff Stadd (NPC), Grand Moffs (NPC), Moff Leobund (NPC), Moff Vocis Pernon (NPC), Moff Vathitan Vorara (NPC)
 
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