Coruscant

Coruscant – Jedi-Tempel - Flur vor Eowyns und Ians Zimmer, mit Eowyn

Das Gespräch machte keinen Sinn, es machte einfach keinen Sinn. Aufgewühlt über Dinge zu sprechen, ergab keine Lösung. Wo zu viel Emotion war, war zu wenig Verstand und wo kein Verstand mehr war, waren nur noch Missverständnisse. Und es schien, als missverstünden sie sich, seit Eowyn das Zimmer verlassen hatte, Satz um Satz um Satz. Sie hatte Angst, er hatte Angst und vielleicht war es unmöglich, sich in dieser Sache zu stützen – für den Moment.

Als Eowyn diesmal zu einer Antwort ansetzte, sprach sie leise und Ian bemühte sich, das was sie sagte, richtig zu verstehen, aber wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, erneut einem Missverständnis aufzuerlegen? Was sie sagte wollte erneut wie ein Vorwurf ankommen, ein Vorwurf, den Ian nicht verstand. Er brauchte Zeit. Zeit um ihre Worte noch einmal zu überdenken, denn das einzige was ankam war, der immer wieder gleiche Vorwurf, er spräche nicht mit ihr. Sie drehten sich im Kreis, erneut. Erneut sagte sie etwas, was vermutlich ganz anders gemeint war, anders als Ian es auffasste. Doch jetzt gerade hatte er kaum die Nerven, richtig zu interpretieren. Ihre Botschaften enthielten für ihn den immer gleichen Inhalt: Vorwürfe. Und jetzt, jetzt würde er sicher nichts anderes sehen. Sie hatten gestritten, irgendwie, aber es war besser, wenn sie nun nicht auch noch damit beginnen würden, sich gegenseitig zu verletzen. Auch Ian lagen dutzende ‚Wie auch‘, als Antworten auf der Zunge.

Wie und wann sollte er mit ihr über all diese Dinge sprechen? Zwischen Heilen und Schlafen. Zwischen dem, was er von ihr erfahren wollte. Zwischen Pflicht, Pflicht und Pflicht.
Wie sollte er so einfach mit ihr über all seine Gefühle reden, wenn er sich davor fürchten musste, dass sie diese missverstand? Wie, wenn sie die Jedi einerseits als Familie bezeichnete, wie, wenn sie das gleiche über hn sagte? Wie, wenn sie ihm so widersprüchliche Informationen gab? Wie, wenn sie behauptete, nicht ohne die Jedi zu können, wie, wenn sie klar stellte, immer eine Jedi zu sein, wie, wenn sie ihm dennoch anbot, die Jedi mit – für ihn zu verlassen.
Wie sollte er sie bei etwas, in dem er so ahnungslos war, wie nur irgendwie, um Hilfe bitten? Er wusste doch nicht einmal, um was
genau er bitten sollte.
Wie sollte er ihr sagen, dass er sich davor fürchtete, wie es ihr ging, wenn er sterben sollte – wenn sie das nicht hören wollte? Wie? Wie sollte er ihr sagen, dass er sich vor seinem eigenen Tod fürchtete, wenn das auch ihre Angst war, wie? Sie selbst hatte eben von
ihrer Welt gesprochen und jetzt, da er genau das aufnahm, tat sie so, als wäre sie nichts und das war so, so müßig. Sie durfte von ihrer Welt sprechen, aber wenn er davon sprach, keine mehr zu haben - und er meinte es sicher anders als sie – war das nur wieder ein Fehler, nur wieder ein Kommentar, den sie gegen sich verwenden konnte. Und was sie sagte, war absurd. Er traute ihr nicht zu, Gedanken und Ideen zu haben? Das war so… absurd.
Das stimmt nicht,entgegnete er ihr leise, aber bestimmt. „Wahrscheinlich traue ich dir mehr zu, als…“ du es selbst tust schwebte in der Luft, „die meisten anderen,“ sagte Ian stattdessen

Mit Duval reden, wie mit ihr. Mit Duval reden, wie mir ihr… Natürlich. Nichts einfacher als das. Wo Duval doch so überaus unparteilich gewesen war. Wo doch von Anfang an fest gestanden hatte, dass ihm überhaupt nichts daran lag, die Position eines bösen, bösen Imperialen zu verstehen. Imperiale waren alles schlechte Menschen – das hatte er deutlich gemacht. Aber gut, er würde darüber nachdenken – später.

Eowyn war es perfekt gelungen, ihn gefühlt nicht nur in die Ecke zu drängen, sondern auch, ihm zu vermitteln, dass er der
einzige war, der nachzudenken hatte. Er sprach nicht, redete nicht über Gefühle, traute ihr nichts zu, hatte bei Joseline, Wes und Duval alles falsch gemacht, bat sie nicht um Hilfe, tat dies nicht, tat jenes nicht… Eben noch hatte er all das getan, aber… sinnlos darüber nachzudenken. Sinnlos, es jetzt zu erwähnen. Sie würden einander nicht erreichen.
Ihr erst stockender und dann doch fortgesetzter Satz hingegen, erreichte ihn sehr wohl und Ians Augen weiteten sich, aber er hatte sie nicht missverstanden.
Da hatte er sie eben um Zeit gebeten und sie schlug Abstand vor. Abstand in nächster Zeit – was auch immer diese ungenaue Zeitangabe zu bedeuten hatte, er würde sie jetzt nicht interpretieren, denn wenn er nur eine Sekunden darüber nachdachte und zu dem Schluss kam, der sich gerade in sein Herz schleichen wollte – nein. Nein!

„Vielleicht ist es für den Moment wirklich besser, wir haben Abstand, damit jeder für sich über diese Sache nachdenken kann.“ Er schloss Sekunden die Augen, verdrängte abermals die leise, sicher unbegründete Sorge, dass hier mehr gemeint war, als ein kurzes für sich sein. Hoffentlich missverstanden sie sich mit diesem Satz nicht auch völlig und sprachen beide vom gleichen und nicht von einem Ende.
„Ich werde auf meinem Schiff sein.“ Und so wandte auch er sich zum Gehen.

Coruscant – Jedi-Tempel - Flur, Ian
 
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Coruscant – Jedi-Tempel - Flur vor Eowyns und Ians Zimmer, mit Ian

Wenn er ihr mehr zutraute als die meisten anderen - weshalb dann, weshalb hatte er sie nie um Hilfe gebeten? Warum hatte er nicht nach ihrer Meinung gefragt? Das ergab keinen Sinn, es passte nicht zusammen, aber es war müßig, darüber zu diskutieren. Zwischen ihnen war eine Wand, und keiner kam mit seinen Worten darüber hinweg. Sie brauchten dringenden Abstand, Zeit, Ruhe. So aufgebracht, enttäuscht und verzweifelt sie auch war, das erkannte sogar sie. Nichts ging voran, es würde nur mit jedem Wort schlimmer werden. Sie brauchte diesen Abstand jetzt. Sofort. Und sie brauchten eine Lösung, wie sie miteinander umgehen sollten. Diese Streitereien waren nicht gut, Eowyn hatte das Gefühl, immer, wenn sie zu lange ruhige Zeit miteinander verbrachten, geschah irgendetwas... Sie wollte so viel Zeit mit Ian verbringen wie nur möglich, aber andererseits funktionierte es nicht!
Natürlich, sein Schiff bot Ian eine gewisse Zuflucht, also blieb ihr momentan das gemeinsame Zimmer - aber in das würde sie erst einmal sicher nicht zurückgehen.
Eowyn nickte zum Zeichen dafür, dass sie verstanden hatte, als Ian sich umdrehte und verschwand - ob er sie noch gesehen hatte war ihr zwar nicht klar, aber das spielte auch keine Rolle. Ian war weg - und sie stand allein auf dem weiten, leeren Flur, starrte ihm noch hinterher, obwohl er schon längst nicht mehr zu sehen war.

Was war da gerade geschehen? Kurzzeitig waren ihre Tränen weniger geworden, doch nun nahmen sie wieder ihren Lauf. Wo kamen all diese Tränen nur her?, fragte sie sich verwirrt, dachte darüber nach, weil es viel einfacher war als über das zu grübeln, was in den letzten fünfzehn Minuten gewesen war. Sie hatte niemals genug getrunken, dass sie all diese Tränen produzieren konnte. Niemals... Aber dann brach alles, was eben geschehen war, doch wieder über sie herein, und sie lehnte sich kraftlos mit dem Rücken an die Wand. Wie hatte Ian einfach aufgeben können? Und wieso hatte sie es nicht bemerkt? Es war... Wieso hatte er nicht mit ihr gesprochen,
wieso?!? Eine leise Stimme tauchte auf, die sie fragte, weshalb sie nicht mit ihm gesprochen hatte, doch sie schob sie beiseite. Sie hatte ihn nicht bedrängen wollen, er hatte doch gewusst, dass sie alles für ihn tun würde! Er hatte doch gewusst, dass sie für ihn da war! Er hatte doch gewusst, er hätte wissen sollen, dass sie ihn in allem unterstützte! Und jetzt - jetzt war vermutlich schon alles zu spät, verdammt! Kraftlos hieb sie mit beiden Fäusten gegen die Wand. Ein Mal, noch einmal... Aber es half nichts, es ging ihr nicht besser danach. Sie wollte... sie wollte die verantwortlich machen, die Schuld waren für all das - Allegious, das Imperium, die Sith - und ja, irgendwie auch die Republik, Duval, all die, die nicht sahen, was sie sah, wieso waren sie alle so blind, wieso konnten sie nicht erkennen, was direkt vor ihnen lag... Aber stattdessen würde man Ian verurteilen. Aus ihm ein Aushängeschild machen... er hatte gesagt, es mache ihm Angst, was Eowyn nicht überraschte, doch wieso tat er nicht alles dafür, dass es nicht so weit kommen würde? Wieso tat er nicht wirklich alles dafür? Er stand da und sah einfach nur zu! Und sie, sie tat das gleiche! Aber damit war jetzt schluss. Sie konnte nicht darüber nachdenken, was passiert war, sie konnte es nicht ändern, sie würde vielleicht auch nicht kitten können, was da eben geschehen war, sie wollte auch unter keinen Umständen über ihre fehlende Kontrolle oder anderes nachdenken - aber sie konnte für Ian kämpfen, und sie würde ihm verdammt noch mal beweisen, dass er falsch lag. Sie würde etwas ausrichten. Sie würde - und wenn sie sich entfremdeten, wenn ihre Streitereien mehr werden würden, wenn es immer schwerer wurde zwischen ihnen - es spielte keine Rolle, sie würde für ihn kämpfen und ihn retten, und wenn sie dafür alles, wirklich alles geben musste. Sie würde zu Wes gehen. Er wusste Bescheid, sie kannten sich, er hatte ihr Hoffnungen gemacht - er würde ihr zuhören. Und zu Eleonore. Zu Chesara - Ian war Heiler, sie mussten eine Verbindung haben. Sarid noch, vielleicht auch Satrek. Sie würde jeden verdammten Rat aufsuchen, wenn es sein musste, bis sie ihr alle zugehört hatten und zustimmten! Jeden! Und wenn sie mit dem Orden fertig war, dann war die Republik an der Reihe. Das würde nur umso schwieriger werden, nachdem der Fall streng geheim war... es blieb eigentlich nur... stang, es gefiel ihr nicht, aber es war ihre einzige Wahl, und Ian brauchte Hilfe. Je eher er sie bekam, umso besser. Sie hatte Ian gesagt, dass er zuhören würde, und bei allen Sonnen, das würde er!
Sie zog ihr Komlink heraus und tippte ein, was ihr einfiel. Sie hatte nicht den Nerv, eine diplomatisch korrekte Anfrage zu formulieren, aber Duval sollte das nicht sonderlich interessieren. Er war Geheimagent... was interessierte ihn Diplomatie.


Lieutnant Duval,
ich muss noch einmal mit Ihnen sprechen. Sie wissen, worum es geht. Wenn Sie einverstanden sind, treffen wir uns am bekannten Ort.
Eowyn El'mireth

Eine Sache erledigt, blieben noch zig andere. Jetzt musste sie erst einmal herausfinden, wo die ganzen Räte steckten... aber bevor sie auf sie traf, musste sie tatsächlich ruhiger werden. Das gefiel ihr fast noch weniger, denn es hielt sie nur auf, sie hatte keine Zeit für eigene Befindlichkeiten oder das Kümmern um Emotionen - aber keiner der Räte würde sie ernst nehmen, wenn sie sie anschrie. Sie brauchte Argumente, gute Argumente, und die würde sie sich jetzt zurechtlegen. Währenddessen würde sie schon wieder irgendwie ruhiger werden - und wenn nicht, würde sie weitersehen.

Jeden Gedanken an Ian dringend von sich schiebend machte Eowyn sich auf den Weg.


Coruscant – Jedi-Tempel - Flure, alleine
 
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Coruscant – Jedi-Tempel - Flur vor Eowyns und Ians Zimmer, mit Eowyn

Abstand in der nächsten Zeit. Guttun. Erst als Eowyn sich umdrehte, ihr Nicken noch erkennend, wandte auch Ian sich ab und schüttelte den Kopf, beschleunigte seinen Schritt. Ein kurzer Abstecher in ihr Zimmer sorgte dafür, dass er die beiden Filmsi wieder an sich nehmen konnte. Sicher würde er sie nicht einfach dort liegen lassen und sie konnte das Testament, das sie berücksichtigte, so sehr ablehnen, wie sie wollte. Darauf würde er keine Rücksicht nehmen – denn in dieser Sache ging es einzig und allein um seinen letzten Willen. Ian befand sich als kompromissbereit genug, aber hier würde er nicht mit sich reden lassen. Reden. Von wegen! Das Wundermittel Reden hatte ihnen so vorzüglich weitergeholfen, dass sie es sich hätten sparen können. Reden! Sie hatten gestritten, mehr nicht. Das hieß: Eowyn hatte gestritten. Sie hatte damit begonnen, ihn anzuschreien, sie hatte ihn mit Vorwürfen überdeckt und sie hatte das Atemgerät nach ihm geworfen. Aufgegeben hätte er. Nicht gekämpft hätte er. Oh ja, natürlich, er hatte alles akzeptiert, wirklich alles. Wenn da bis eben noch die fehlende Wut auf Eowyn gewesen war, spürte Ian nun deutlich, wie sie einkehrte. Sanft und vorsichtig, viel zu lange!? Ein Laut des Unmuts ließ sich nicht unterdrücken und Ian ignorierte den Jedi, der ihm, im Flur begegnend, vielleicht aus diesem Grund seltsam anstarrte. Ihre Welt. Ihre Welt, natürlich. Am Ende hatte sie einmal mehr die perfekte Gelegenheit ihren Frust über die Galaxis und sich selbst auf das Imperium abzuladen. Denn wer anderes konnte ungerecht sein, als diejenigen, die nicht in ihre Welt gehörten? Ihre Welt. Das war so lächerlich und ihr Satz darüber, dass sie geglaubt hätte, seine Welt sei vielleicht bei ihr und das sie über diese Annahme geirrt hätte, war nicht lächerlich, sondern hochgradig unfair. Jedes ihrer verfluchten Worte war es gewesen. Jedes verdammte Wort das ihren Mund verlassen hatte. Ihre Welt. Die Jedi, die Republik. Sie war so verblendet wie Duval. Die Jedi und die Republik waren die Heiligen – natürlich. Bestimmt hatte sie genau aus dem Grund die Jedi verlassen. Ihre Welt. Ihr Heiligtum, ihren Elfenbeinturm. Schon auf Nar Shaddaa hatte sie deutlich gemacht, was sie von den Sith hielt, sie war wertend gewesen, nicht mehr und nicht weniger. Und jetzt? Jetzt war sie es wieder. Er machte die Fehler. Er kämpfte nicht. Er hatte aufgegeben, er akzeptierte nur, er musste nachdenken. Er, er, er, er. Ihre Welt und irgendwo er. Aber er, er schloss natürlich sie aus. Natürlich. Ihre Welt implizierte ja gerade, dass es da keine andere gab. Idiot hatte sie ihn genannt. Aber was, was bitte war sie? Die überaus kluge Person, die er nur um Hilfe hätte fragen müssen? Die Person mit der Lösung? Ian schnaubte erneut und bedachte den nächsten Jedi der ihm begegnete, mit einem so bösen Blick, dass dieser sich beeilte, auf den Boden zu sehen. Er traute Eowyn nichts zu, er sprach nicht über das, was er fühlte, er gab ihr keine Möglichkeit, ihm zu helfen. Natürlich. Gedanklich äffte er ihren letzten Satz nach. Sie hatte ihm vorgeworfen alles falsch gemacht zu haben. Wer also traute hier wem was nicht zu? Sie hielt sich zurück, wenn es darum ging Dinge anzusprechen, sie fragte nicht um Hilfe, wenn sie sich in einer Sinnkrise befand. Alles, was sie sie sich selbst vorwarf, hatte sie doch eben einfach ihm vorgeworfen!

Eowyn, erkläre mir die Jedi.
Eowyn, erkläre mir, wie hier alles funktioniert.
Eowyn, erklärte mir, wie ich dafür sorgen kann, hier nicht aufzufallen.
Eowyn, bitte hilf mir.

Oh natürlich, das waren selbstverständlich die besten, die einfachsten und vor allem die hilfreichsten Sätze überhaupt.
Hatte sie für Sith und Imperium je etwas anderes übrig, als Verachtung? Würde sie, befände sie sich in seiner Position auch nur eine Frage stellen? Nein, das würde sie sicher nicht. Sie hatte ihre Vorurteile im Kopf und sie hatte unlängst zugegeben, dass sie diese auch nicht ändern würde. Denn sie behauptete ja felsenfest, dass er – Ian, anders war. Das Imperium, einzig und allein das Imperium – die böse Welt außerhalb ihrer eigenen – war schließlich der Täter. Duval sah es ganz genau wie sie. Überzeugungsarbeit sollte er leisten? Er hatte einen Bericht abgeben sollen über das, was sich zugetragen hatte. Kein Verhör, nichts weiter als reine Informationen und da machte Eowyn es ihm allen Ernstes zum Vorwurf, dass er nicht um Gnade gebeten hatte? Sie selbst hatte Duval daran erinnert, dass es in ihrem Gespräch lediglich um eine Befragung, nicht aber um ein Verhör gegangen war. Vor Joseline hatte er
geweint, vor ihr hatte er alles zugegeben, sogar, dass er die Jedi gehasst hatte. Seine Gefühle, seine Worte – er war offen gewesen. Aber nein, er kämpfte nicht. Wie auch? Zu Gestehen und zu wissen, dass ein Geständnis ihm vielleicht den Tod brachte, alles zu gestehen, auch Dinge, die mit dem Virus überhaupt nichts zu tun hatten, auf Coruscant zu bleiben, sich einsperren zu lassen, sein Schiff untersuchen zu lassen, sich den Jedi zu öffnen, all das war natürlich kein Kampf. Nur ein Einfaches akzeptieren und noch mehr ein Aufgeben. Sich zu öffnen für alle, den Jedi eine Chance zu geben – auch das war nur ein Akzeptieren. Mehr nicht. Sich anzustrengen um zu heilen, die Berichte geschrieben zu haben, mit Duval gesprochen zu haben… Eowyn war doch nicht ganz bei Trost! Sollte sie sich mit ihren lächerlichen Vorwürfen doch mit Alisah zusammen tun und gemeinsam mit ihr eine ganze Liste anfertigen über die Dinge, die er so furchtbar, furchtbar falsch machte.

Endlich auf seinem Schiff angekommen, endlich an einem Ort, an dem Ian sich nicht fragen musste, wie er sich zu verhalten hatte, legte er Eowyns Atemgerät auf der Werkbank ab. „
Du bist nicht ganz bei Trost,“ sagte er laut und scherte sich keinen Deut darum, ob seine Stimme angemessen war, oder nicht.
„Von wegen, ich würde nicht kämpfen.“ Nach einem Werkzeug greifend, öffnete er das Gehäuse des Atemgeräts. „Ich bin mit dir an diesen verdammten Ort gegangen, an den Ort, an dem ich einst abgelehnt wurde. Ja, ich bin sicher, du würdest auch einfach nach Bastion spazieren. Ganz einfach.“ Wütend warf er das Werkzeug auf den Tisch und griff nach einem anderen, mit dem er die Elektronik löste. „Du darfst von deiner verfluchten Welt reden, aber wenn ich damit beginne, macht das auf einmal einen Unterschied.“ Ja, sie war ja auch diejenige, die eine normale Familie haben wollte und er war derjenige, der etwas daran hinderte. Denn seine Welt war nie die ihre gewesen und für seine Welt hatte sie nicht einmal Verständnis. Auch das zweite Werkzeug landete unsanft auf der Werkbank, als Ian den Defekt im Gerät gefunden hatte. Ein winziges Teil hatte sich gelöst und ein Handgriff genügte, um es wieder zu befestigen. Ein Handgriff mit Hilfe der Macht – eine kleine Manipulation und alles war wieder gut. Wenn doch alles so einfach wäre, so logisch, aber das war es nicht, vor allem nicht Eowyn. Sie war komplizierter als Tahiri und Alisah zusammen. Tahiri war überhaupt nie kompliziert gewesen. Sie hatte seine Worte nicht derart auseinander genommen und gegen ihn verwendet. Sie hatte keine Gegenstände nach ihm geworfen und vor allem hatte sie ihn nie beleidigt. Bloß Alisah und Eowyn hatten sich das bisher geleistet. Ja, die beiden passten wirklich hervorragend zusammen. Alisah, die außer sich ohnehin niemand anderen sah und Eowyn, die an ihrem eigenen Perfektionsgehabe scheiterte, um es einem anderen vorzuwerfen. Sie kämpfte nicht für sich, sie akzeptierte, dass ihre Welt aus den Fugen geraten war oh ja und vor allem war auch sie diejenige, die einfach zuließ, dass ihre ach so tolle eigene Welt gar nicht mehr die war, der sie so sehr hinterher trauerte. Coruscant würde nie wieder Coruscant sein - ihre Worte. Oh und nicht zu vergessen, war sie doch diejenige, die nicht über Gefühle sprach, nicht über sich sprach und deswegen keinen Zugang zu ihren Schülern fand - auch ihre Worte. Sie gab keinem anderen eine Chance und am allerwenigsten sich selbst.
„Von wegen Idiot, von wegen!“ Das Gerät wieder zusammen schraubend und auf der Werkbank liegend lassend, lief Ian unruhig ins Cockpit und ließ sich dort in den Pilotensessel fallen, schloss die Augen und verschränkte die Arme vor der Brust. Was sie gesagt hatte, war nicht fair gewesen und Ian war nicht bereit, all das einfach so auf sich sitzen zu lassen.



Coruscant – Jedi-Tempel – Raumhafen des Tempels – an Bord der Nightmare - Ian
 
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Der Admiral kam zu Markus an den Schacht. Es dauerte nur einen kurzen Moment, um den Deckel zu entfernen und beinahe sofort stieg auch Markus der penetrante Geruch in die Nase. Ihm kam dieser jedenfalls nicht bekannt vor und das obwohl er sich schon in den untersten Ebenen Coruscants zwischen Abfallwürmern auf die beinahe unmögliche Suche nach einer Tasche mit Lichtschwertert gemacht hatte, nachdem das Honey House gestürmt und er nur so die Beweise hatte verschwinden lassen können. Es war ein merkwürdiger Tag in seinem Leben gewesen und vermutlich würde er diesen auch niemals wieder vergessen. Die Nähe zu seiner damaligen Padawan Shana, welche doch nur zur Tarnung gehört hatte, würde er ebenfalls niemals vergessen.
Duval konnte relativ schnell etwas mit dem seltsamen Geruch anfangen. Es war laut seinen Erfahrungen durchaus möglich, dass es sich um einen Stoff handelte, mit dem man wichtige Akten und Beweismittel versiegelte und damit haltbar machte. Sehr interessant! Der Jedi-Wächter hielt sich nun eher im Hintergrund. Seine Aufgabe lag nicht in Ermittlungsarbeiten, wie er wusste. Nicht in diesem Fall! Stattdessen achtete er vermehrt wieder auf seine Umgebung. Zwei bekannte Präsenzen näherten sich ihnen. Dies erkannte er in der Macht und ganz ohne die Hilfe des Funks, welcher ihm schon sehr früh während der Mission abhanden gekommen war.

Elise war die erste, die in den halb zerstörten Raum trat. Sie wirkte ziemlich schnell seltsam verstört, wenn er das so beurteilen konnte. Sicher war der Anblick der halb toten Imperialen nicht das, was sie gehofft hatte anzutreffen. Ihre Persönlichkeit mochte stark sein, doch sie war noch lange keine Kämpfernatur. Sie war sensibler, als Mark und mit Sicherheit waren Blade und Duval noch einmal ein ganz anderes Kaliber, als er selbst, der nun doch so teilnahmslos hier stand. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt, schien eher unbeteiligt an der ganzen Angelegenheit und begegnete dem Blick seiner Schülerin mit ernster Miene. Diese sagte ihr vermutlich mehr, als tausend Worte und Erklärungen. Er war nicht sonderlich zufrieden mit der Situation und doch konnte er sich selbst gegenüber der Verantwortung über die Mission zurückstellen. Sie sollte dies auch tun, selbst wenn ihre Wertvorstellungen mit den Methoden des Geheimdienstes kollidierten. Natürlich standen Jedi für Frieden, wurden als Hüter der Unschuldigen erhoben und teilweise als Helden gefeiert. Jetzt vielleicht nicht mehr so wie früher, aber jeder junge Padawan hatte diese Vorstellungen im Kopf. Es ging aber in vielen Situationen einfach anders zu, als in den Erzählungen im abendlichen Gemeinschaftsraum der Jünglinge.
Markus musterte Elise von oben bis unten. Auch Wes, der kurz nach ihr herein kam, schien deutlich angeschlagen zu sein. Sie hatten beide Verletzungen davon getragen. Da war seine kleine Beschädigung am künstlichen Arm nicht weiter erwähnenswert.

"Alles in Ordnung mit dir?"

, fragte Mark schließlich, als er sich über die Trümmer hinweg zu Elise bemüht hatte.
Wes kümmerte sich unterdessen um die Verletzte, die - sollte sie diesen Tag überleben - eine Gefangene der Republik sein würde. Vielleicht hatte sie noch ein paar Informationen, die sie mit ihnen teilen wollte. Er war jedenfalls aus gutem Grund ein Mitglied des Jedi-Rats und es schien, als würde Elise ihm diese Tat hoch anrechnen. Markus strich sich beiläufig über die rechte Gesichtshälfte. Seine Narben juckten. Fühlte er sich unwohl? Weshalb? Wegen Wes? Und Elise? Er schüttelte den Gedanken ab. Nein, er war kein Held und auch wenn er ihr Meister war, so war er eben auch kein Heiler, sondern Jedi-Beschützer. Mehr Soldat denn Diplomat. Und er stand dazu, auch wenn sie ihn dafür zur Rede stellen sollte, konnte er diesen Standpunkt auch offen vertreten.
Interessanter war nun aber, was Admiral Blade aus dem Schacht ziehen würde...


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Coruscant – Jedi-Tempel – Raumhafen des Tempels – an Bord der Nightmare - Ian


So oft er auch darüber nachdachte und so viele Positionen er dabei einnahm, Ian kam wieder und wieder zum gleichen Endergebnis. Er wurde Eowyns Ansprüchen nicht gerecht und diese Tatsache verletzte ihn. Selbst wenn sie nur die Hälfte dessen, was sie im Zorn gesagt hatte, ernst meinte, selbst wenn er ihr zusprechen konnte, dass sie Angst hatte und deswegen kopflos gesprochen hatte, es änderte nichts daran, dass sie einzig und allein das, was sie als richtig sah gelten ließ. Und das einmal mehr. Gerade dadurch, dass sie ihre Welt so explizit erwähnt hatte, kam es dem Dunkelhaarigen nur noch deutlicher so vor, als hätte nichts anderes daneben seine Daseinsberechtigung. Vielleicht duldete Eowyn das, was nebenbei war – mehr aber auch nicht. Er kämpfte in ihren Augen nicht. Doch nur weil er etwas ihrer Meinung nach nicht tat, bedeutete es nicht, dass er es wirklich nicht tat. Ihre Welt und ihre Art zu kämpfen mussten doch nicht zwangsläufig, auf die gleiche Art von ihm bearbeitet werden und es kam Ian mehr und mehr so vor, als verlange sie das.
Sie warf ihm vor, ‚wenn‘ statt ‚falls‘ verwendet zu haben, doch sie war in ihren Aussagen, in ihren Vorwürfen so zuschreibend, so exakt gewesen, dass Ian einmal mehr den Kopf schütteln musste. In ihrem ‚du hast‘ und ‚du tust nich‘ lag so viel Endgültigkeit, so viel Endgültigkeit. Welche Position nahm er ein? Am Ende war er derjenige, der sie einmal mehr zum Weinen gebracht, der sie enttäuscht hatte, aber war das fair? Nein, das war es nicht und Ian litt darunter, sich dermaßen missverstanden zu fühlen. ‚Du verstehst mich einfach nicht‘ hatte sie schon einmal gesagt, aber Ian musste sich unweigerlich fragen, ob sie ihn verstand. Ob sie versuchte ihn zu verstehen. Ja, sie hatte ihm zugehört, sie hatte ihm eine Chance gegeben – all das und Ian würde es nie, niemals schmälern. Aber verstand sie seine Position? Versuchte sie überhaupt seine Position einmal einzunehmen, die Dinge von seinem Standpunkt aus zu betrachten? Sie hatte Angst, sie wollte, dass er kämpfte, das hatte Ian begriffen. Aber begriff Eowyn, dass Ian sich auf seine Art sorgte? Das auch er auf seine Art mit seinen Ängsten und allem hier umging? Vielleicht hatte sie schon immer um Hilfe fragen können, sicher hatten ihre Eltern ihr das beigebracht, vielleicht erlaubte es auch die Republik, vielleicht war das ein Grundsatz der Jedi. Ihre Voraussetzung, ihre Welt war eine andere als die seine. Um Hilfe bitten… Wie hätte er sie um Hilfe bitten sollen und vor allem
wie? Ian hatte keine Antwort darauf. Eowyn nach Hilfe zu fragen in etwas, indem sie keine Befugnis hatte – was hätte das gebracht? Nicht sie sprach am Ende das Urteil über ihn, nicht sie würde seine Anwältin sein, was also erwartete sie von ihm? Auch darauf hatte Ian keine Antwort.

Sich die Schläfen reibend, starrte er nach draußen in den Hafen. Bedeutete für Eowyn kämpfen und nicht aufgeben einfach nur, dass er sich entschuldigte? Um Verzeihung bat? Das war so… so unverständlich für ihn. Hätte er aufgegeben, so wie sie behauptete, er hätte sich zurückgezogen. Er würde nicht mehr heilen, er würde nicht einmal mehr Zeit mit ihr verbringen. Er hätte Joseline nur gesagt, was es mit dem Virus auf sich hatte, ohne Hilfe anzubieten. Was wollte Eowyn also wirklich von ihm? Was – was konnte er anders machen, um ihren Ansprüchen zu genügen? Keine Antwort. Eine frustrierende Stille blieb in seinem Kopf, eine unangenehme Schwere lastete auf seiner Brust und an fühlte sich hilflos, absolut hilflos. Mit Duval reden. Und dann? Dann wurde alles besser? Das wäre Kämpfen und nicht aufgeben? War es das, was Eowyn glaubte, war es das, was sie wollte? Er hatte mit den Jedi gesprochen und die Jedi hatten ihm klar gemacht, dass am Ende die Republik entschied und Duval war ein Agent des Geheimdienstes, er war kein Richter, kein Geschworener.
Warum er Duval nicht um Verzeihung gebeten hatte war einfach. Es brachte nichts. Und am Ende, am Ende sorgte er nur dafür, dass dieser Agent glaubte, Ian hätte allein Angst um sein Leben und bäte nur um Verzeihung, um seiner Strafe zu entgehen. Mitleid erhaschen. Unaufrichtigkeit. Würde er Duval nicht genau das Glauben machen? Dass es Ian überhaupt um nichts anderes ging, als um sich?

Lange und tief seufzend rieb Ian sich nun über den Nacken. Im Imperium war die Antwort auf Versagen klar und deutlich – doch hier, hier war überhaupt nichts klar, nichts war deutlich. Die Hilflosigkeit, die Ian nicht wollte, drängte immer mehr an die Oberfläche. Was sollte er tun?
Mit Duval reden? Ian starrte auf das Cockpit, dann auf das Kom-Gerät an seinem Gürtel. Mit Duval sprechen? Den Kopf schüttelnd löste er das Gerät. Bestimmt hatten sie die Kommunikation seines Schiffes ebenfalls eingeschränkt. Eine kurze Überprüfung dessen, gab darüber Gewissheit, doch anders als das Kom, das man ihm gegeben hatte, gab ihm sein Schiff und alles was dazu gehörte ein Gefühl von Sicherheit. Eowyn wollte, dass er mit Duval sprach? Bitte – wenn sie glaubte, dass ein weiteres Gespräch irgendetwas daran änderte, würde er eben noch einmal mit ihm sprechen.





**** Komnachricht an Agent Duval ****

Agent Duval,
ich muss noch einmal mit Euch sprechen, sobald Ihr Zeit dafür einräumen könnt. Um sicher zu gehen, dass ich Euch in jedem Fall erreiche und ich mein Anliegen so zeitnahe wie möglich vorbringen kann, sende ich Euch dennoch auch eine Videoaufzeichnung.
*** Komnachricht Ende ***


Danach sorgte Ian dafür, dass er die richtige Position einnehmen konnte, um eine Holonachricht senden zu können. Duval sollte ihn sehen und hören können.


*** Holonachricht an Agent Duval***

Agent Duval, war die beste Anrede, die Ian einfiel, Ich muss mich noch einmal an Euch wenden, da ich in unserer Rede nicht alles gesagt habe, was zu sagen ist. Ich… bitte Euch um Verständnis, dass ich diesen Weg wähle, aber ich möchte sicher gehen, dass ich zeitnah mitteilen kann, was ich mitteilen möchte. Bei einem weiteren Gespräch, von Angesicht zu Angesicht könnt Ihr gerne Eure Gerätschaften mitnehmen, damit Ihr dem, was ich zu sagen habe, mehr Glauben schenken könnt. Ian seufzte leise, denn er glaubte nicht, dass diese Geräte irgendetwas ändern würden – aber Duval sollte ihm glauben. Leider kann ich Euch nicht mehr über das Thema sagen, über das ich bereits mit Euch gesprochen habe, ich habe Euch diesbezüglich alle Informationen gegeben, die ich geben konnte. Was ich Euch nun mitteilen möchte, was ich Euch nun mitteilen muss, hat mehr mit mir und meiner Person zu tun und … soll als Nachtrag dienen, damit Ihr meine Position vielleicht besser versteht, damit Ihr mir glaubt, dass es mir ernst ist, wenn ich meine Hilfe anbiete. Ian kam sich vor wie ein elender Schwätzer und Sekunden glitt sein Blick zur Seite, ehe er unmerklich den Kopf schüttelte. Ihr hattet nach meiner Biografie gefragt und… als ging ihn das etwas an, als ginge Duval das irgendetwas an. Ich weiß nicht, welchen Eindruck ich bei Euch hinterlassen habe und ich würde gerne behaupten können, dass es keine Rolle spielte, aber das wäre eine Lüge. Ich möchte dass Ihr ein wenig mehr über mich wisst, damit Ihr, wenn Ihr ein Urteil über mich abgebt, die Möglichkeit habt, mehr zu berücksichtigen, mehr zu verstehen. Klang es nicht, als suche er hier nach Mitleid? Mein Ziel ist es nicht, Euer Mitleid oder ähnliches zu wecken, ich möchte, dass Ihr versteht. Und alles, wirklich alles was ich Euch zu sagen habe dient nicht als Entschuldigung, denn ich weiß, und Ians Stimme wurde fest und ernst, dass es keine Entschuldigung gibt. Man konnte sich niemals selbst die Schuld für etwas nehmen – niemals. Mein Leben war … beherrscht von Gewalt, lange Zeit, bis ich floh. Ich habe in 15 Jahren am eigenen Leib gelernt, dass das Gesetz des Stärken mehr Wert ist, dass Gerechtigkeit eine Auslegungssachse ist und das eine ganze Gruppe mehr zu sagen hat, als ein einzelner. Ich habe gelernt, dass diejenigen, die sich zusammen tun diejenigen sind, die gewinnen und das man als einzelner nichts tun kann. Ich… habe mich immer danach gesehnt, daran etwas ändern zu können und als der Kodex der Sith versprach, sich von Fesseln lösen zu können, wirkte das für mich nicht nur wie ein Versprechen, sondern wie eine Befreiung. Wahrscheinlich begriff Duval das nicht, wahrscheinlich holte Ian nicht genug aus, aber… Ich würde, wenn ich heute die Möglichkeit hätte, Dinge anders zu tun, nicht mehr den alten Weg wählen. Auch wenn ich mich nicht für die Republik entscheiden würde, ich würde mich heute nie mehr für die Sith oder das Imperium entscheiden. Sollte diese Nachricht abgefangen werden, überwacht werden, egal von wem, stehe ich zu dem was ich sage: Ich entsage den Sith und ich entsage dem Imperium, ich bin nicht länger Allegious Diener, ich vertrete keine Ansichten von ihm, keine Ansichten des Ordens, oder des Imperiums. Und wenn seine Worte nicht ausreichend waren, wenn sein ernstes Gesicht nicht Beweis genug war, dann vielleicht, hoffentlich das Video, das Gesamtbild. Worten konnte er widersprechen, Nachrichten konnte er widerrufen, aber hier war der eindeutigere Beweis.
Ich möchte, dass Ihr und die Republik wisst, dass ich das, was ich getan habe, zutiefst bereue und das ich alles, was sich in der Zeit meines Daseins bei den Sith getan habe, rückgängig machen würde. Meinen Beitritt, das was vor meinem Beitritt geschah, jedes Unrecht das ich begangen habe… Worte, es waren nur Worte und Ian musste für Sekunden die Augen schließen, ehe unmerklich den Kopf schüttelte. Duval würde ihm nicht glauben. Das war es, was er versucht hatte, Eowyn zu erklären, dass war es, was sie nicht verstand. Ian konnte sich so vieler Worte bedienen, wie er wollte, er konnte seine Stimme ehrlich und aufrichtig klingen lassen, so sehr auch wollte, er würde seine Mimik, seine Gestik nutzen können, wie auch immer er wollte, es würde nichts bringen! Und trotzdem, trotzdem gab Ian seine stehende Position auf und ging auf die Knie. Ich möchte das Ihr und die Republik, ich möchte, dass Ihr alle wisst, dass ich bereue, dass ich rückgängig machen würde. Ich weiß, dass keines meiner Worte etwas ändert, ich weiß, dass ich nichts ungeschehen machen kann und ich weiß auch und dabei wurde Ian leiser, das eine bitte um Verzeihung lächerlich erscheint, in Hinblick auf alles. Ich kann mich nicht entschuldigen, ich kann nicht um Verzeihung bitten, aber nicht, weil ich nicht glaube, dass es nicht notwendig wäre, all das zu tun, sondern weil ich weiß, dass es nichts gibt, was das, was ich getan habe schmälert. Weil ich weiß, dass das, worum ich bitten könnte, Gnade und Verzeihung, das ist, was ich auch keinem eingeräumt habe. Deswegen kann ich nur sagen, dass ich bereue, deswegen kann ich nur sagen, dass ich es ändern würde. Deswegen, deswegen möchte ich helfen und zeigen, dass meine Worte mir ernst sind. Deswegen bin ich nicht geflohen und deswegen diese Nachricht. Es spielt keine Rolle ob Allegious darüber erfährt, ob er erkennt, dass ich ein Verräter bin. Ihr sollt erkennen, dass ich es bin. Ihr und die Republik. Wenn ich sage, dass ich jedes Urteil in Kauf nehme und unweiegrlich musste Ian an Eowyn denken, aber was blieb ihm anderes übrig, als erneut zu sagen, was er schon einmal gesagt hatte, hat sich daran nichts geändert. Aber wenn ich mir etwas wünschen darf dann, er schämte sich für den Wunsch, aber er musste ihn aussprechen, weil er wirchtig war, weil er so wichtig war, dann, dass das Urteil nicht mein Ende bedeutete. Ian zwang sich, weiter in die kleine Kamera zu blicken, zwang sich, seine Stimme bei diesen Worten fest klingen zu lassen. Ich… würde gerne noch einmal persönlich mit Euch sprechen, aber wenn es eine Sache gibt, die ich mitteilen muss, die Ihr und die Republik wissen müsst, dann die, dass ich bereue. Es tut mir leid, das schwöre ich. Worte waren nie meine Stärke und in Hinblick auf das, was geschehen ist, auch nicht meine Handlungen. Ich… weiß nicht, was ich mehr sagen kann, aber ich werde alles tun, um Euch zu zeigen, dass meine Reue aufrichtig ist. Damit beende ich diese Aufzeichnung und hoffe darauf, Euch bald persönlich sprechen zu können. Bis dahin: Ich biete den Jedi und der Republik jede Hilfe an.


*** Ende der Holonachricht an Agent Duval**


Coruscant – Jedi-Tempel – Raumhafen des Tempels – an Bord der Nightmare - Ian
 
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Coruscant ‡ Obere Ebenen ‡ Raumhafen ‡ dabei einen Transporter zu verlassen ‡ Senya

Die Tatsache, dass die bekannteste Welt der Galaxis derart gepeinigt wurde, hätte so manch anderen vermutlich abgeschreckt. Und auch Senya hatte einige Zeit überlegen müssen, ob sie nun wirklich hierher wollte, oder nicht doch lieber die sichere Variante nehmen sollte. Aber sie hatte sich dann doch dafür entschieden nach Coruscant zu gehen. Was sie letztendlich überzeugt hatte konnte die Iktotchi selbst nicht benennen, vermutete jedoch, dass ihre idealistische Natur sie dazu getrieben hatte. Immerhin hatte all das eigentlich angefangen weil sie Hilfe suchte. Ein sanftes Schmunzeln auf den Lippen, ließ einen Duro der sie gerade anschaute, kurz in einer fragenden Geste das Gesicht verziehen, ehe er Senya die Flimsifolien wieder aushändigte. Sie hatte keine Ahnung wie offiziell diese Dokumente wirklich waren, auf Mon Calamari hatte man ihr jedoch gesagt sie für den Moment zu behalten, da sie die Umstände erklären würden. Und deswegen hatte sie überhaupt erst die Chance nach Coruscant zu kommen. Soweit sie es verstanden hatte, hatte man auf Grund des Virus, das als C-Virus bezeichnet wurde, das galaktische Juwel Coruscant unter Quarantäne gestellt.

Es war nicht unbedingt die Entscheidung die andere als schlau oder durchdacht bezeichnen würden, doch auch wenn es eigentlich sie war, die ebenso hilfebedürftig war, konnte sie sich schlecht verweigern für andere etwas zu tun. Das war jedenfalls ihre Sicht. Und genau genommen hatte sie zwar Probleme, könnte aber durchaus bei der Bekämpfung des Virus helfen. Zumindest im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Und wenn das sich nur darauf beschränken würde, dass sie simple physische Arbeit verrichtete. Man hatte ihr gesagt das Hilfe durchaus willkommen war, gerade weil offenbar der Tempel der Jedi auch eine hochfrequentierte Anlaufstelle war, seit ausbrechen des C-Virus.

Als sie dann jedoch durch den Raumhafen ihrem Ziel entgegen ging, setzten unweigerlich die ersten Symptome ihrer Probleme ein. Ganz so als wolle eine höhere Macht ihr mitteilen das ihre Entscheidung nicht klug gewesen war. Nicht das sie sich jetzt von ihrem Vorhaben abbringen lassen würde. Und glücklicherweise blieb es bei dem kurz anhaltenden, scheinbaren aufziehen von Kopfschmerzen. Keine Gedanken begannen in ihrem Kopf umher zu schwirren, keine Eindrücke fremder Emotionen manifestierten sich und änderten die Art und Weise wie sie fühlte. Erleichtert atmete Senya auf.

Nach einigen Minuten, sie hatte den Ausgang des Raumhafens noch immer nicht erreicht, war alles was geblieben war ein leichter Druck an der Schläfe. Bei all den Milliarden über Milliarden Lebewesen die sich auf Coruscant befanden, war es vermutlich aber kein Wunder, dass sie so bald schon erste Anzeichen erlebte. Für den Moment schien sich jedoch nichts weiter abzuzeichnen. Und Senya erreichte eine Plattform, auf der sich zahlreiche Möglichkeiten des weitergehenden Transports für Personen in Form von ebenso zahlreichen und unterschiedlichen Gleitern bot. Gelassen trat sie an einen Menschen heran und handelte ruhig aber bestimmt einen Fahrpreis für sich selbst aus. Der Mensch beäugte Senya zwar etwas kritisch, nachdem sie ihm ihr Ziel genannt hatte, willigte dann jedoch ein und nahm ihr das Gepäck ab, das sich auf einen übergroßen Rucksack beschränkte und verstaute selbiges in einem hinteren Teil des Gleiters.

Senya stieg ein und musste dabei etwas mit ihrer Robe hantieren. Ein Überbleibsel von einem Besuch auf Er’kit. Der Planet mit seinen weiten roten Sandwüsten hatte eine gewisse Art von Schutz ob der Winde verlangt und seither hatte sie diese Robe. Weniger aus nostalgischem Wert, als einfach deswegen, weil sie noch immer bequem war. Daher blickte sie erst aus dem Gleiter, als selbiger sich schon einige Dutzend Meter in die Luft erhoben hatte und offenbarte somit einen Blick auf den unter ihr immer kleiner werdenden Raumhafen. Und auch wen Senya schon so manche Welt dieser Galaxis besucht hatte, der Anblick der sich ihr jetzt bot, war doch etwas ganz besonderes. Allein der Versuch sich vorzustellen, dass all dies auf den Anstrengungen und Bemühungen der Lebewesen dieser Galaxis beruhte und die Vergegenwärtlichung der Höhe der Gebäude unter ihr…

Der Fahrer des Gleiters schien ihr erstauntes Gesicht bemerkt zu haben und verwickelte die Iktotchi, langsam aber nach und nach etwas zuversichtlicher werdend in eine seichte Unterhaltung. Senya indessen hatte ihren Blick immer wieder auf dem Stadtplaneten unter ihr kleben. Ab und an wanderte ihr Blick auch über die zahlreichen anderen Gleiter die unterwegs waren und in fest über den Himmel gezogenen Linien dahin rasten. Wahrhaft faszinierend, hauchte sie leise und nicht hörbar für ihren Fahrer bei einem weiteren Blick aus dem Fenster, während auf der anderen Seite dann der Jedi Tempel in der Ferne aufzog.

Von ihrem Fahrer darauf aufmerksam gemacht, flog ihr Blick praktisch in die andere Richtung und Senya konnte sich ein kurzes Lächeln nicht verkneifen. Und dann stand sie auch gefühlt binnen weniger Sekunden schon wieder auf ihren Füßen und hatte den Tempel vor sich. Dabei war Senya jedoch offensichtlich nicht die einzige, die dieses Ziel hatte und nach einigem Fragen ihrerseits und ein bisschen Verwirrung auf ihrer sowie der Seite der republikanischen Sicherheitskräfte, erhielt sie letztendlich die Erlaubnis den Tempel zu betreten. Und nachdem das erreicht war und Senya, einem Droiden folgend, der kurz nach ihrer Begegnung damit begonnen hatte Dinge über den Tempel und die Jedi zu erzählen, konnte sie für einen ganzen Moment dann doch das Grinsen nicht von ihrem Gesicht wischen. Sie war tatsächlich angekommen! Den Blick über alles wandern lassend was ihr unterkam, bemerkte die Iktotchi beinahe nicht das der Droide stehen geblieben war und sie wohl irgendetwas gefragt haben musste. Ein wenig peinlich berührt, zum Glück bemerkte man ob ihrer rötlicheren Hautfärbung nicht, wenn sich da ob solcher Dinge ein durch Emotionen bedingtes ‚Erröten‘ einstellte.


„Ähm. Entschuldigung, was hast du gesagt?“ Fragte sie dann etwas verlegen und blickte sich noch einmal kurz um, ob jemand in der Hörreichweite war. Doch von den Personen die um sie herum waren achtete augenscheinlich niemand auf den Droiden und die Iktotchi.

Coruscant ‡ Obere Ebenen ‡ Tempel der Jedi ‡ Gänge ‡ Senya & Protokolldroide
 
[Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine] Ganner, Siva, Varan, Mas

Während der Rest sich über die biologischen Prozesse der Nahrungsaufnahme unterhielt, klinkte Ganner sich geistig ein wenig aus. Die Chance die ihm Siva geboten hatte, Hilfe von einem Jedi zu erhalten, widerstrebte ihm so sehr wie sie nützlich zu sein schien. Sie waren schon irgendwo ein illustrer Haufen. Der junge Blonde Polizist mit einem emotionalen Knacks, die aus seinen Augen immernoch etwas eigenartige Zabrak, nicht dass das etwas schlechtes war, ihre Art gerade weil sie eine Jedi war, war irgendwo faszinierend und der Neue, Mas wie er sich vorstellte ebenfalls ein Ritter, der Essen in sich hineinschaufelte als hätte er Wochenlang gehungert und zu guter letzt Ganner selbst der komplett übermüdete Söldner der jetzt Träger und Mädchen für alles an einem Ort war, den er oft gemieden hatte. Die Vorstellung diese Ansammlung so völlig differenter Persönlichkeiten von außen zu betrachten, ließ langsam wieder ein Grinsen durch die doch sehr von Sorgen, Bitterkeit vielleicht etwas mürrisch geprägte Mine des Mannes von Ossus durchbrechen.

"Als Freunde des ungesäuerten Magens würde ich uns nicht bezeichnen, mehr als Freunde des vollen Magens, wenn wir bei dem Thema verbleiben wollen, ich bin im übrigen Ganner."

Vielleicht lag es daran dass das langsam auf eine Art und Weise das Eis brach, selten hatte er innerhalb solch kurzer Zeit so eine Bandbreite von Emotionen zu verarbeiten gehabt. Vielleicht lag es an diesem Ort, der Situation auf eine merkwürdige Art und Weise entzog sich das ganze Ganners Fassungsvermögen, wobei er mit exzessiv emotionalen Situationen immer etwas überfordert war.

"Um auf deinen Vorschlag mit der Bibliothek doch noch einmal zurück zu kommen Siva, wenn mich jemand halbwegs einweist wie ich in den Archiven etwas finden könnte, wäre ich dir sehr verbunden. Aber nicht mehr jetz, ich werde mich so langsam mal verabschieden, habe eine lange Schicht hinter mir und würde mir erstmal eine Mütze Schlaf gönnen wollen."

Er wartete noch kurz erhob sich dann und verabschiedete sich. Das Tablett abgestellt fand er nachdem er sich wieder einmal erfolgreich in eine Sackgasse manövrierte irgendwann vor dem Tempel wieder. An den Landeplattformen herrschte wie immer reges Treiben, Transportschiffe kamen und gingen. Auf sein Transportschiff musste er nicht lange warten. Das Transportboot war durchaus als überfüllt zu bezeichnen und transportierte viele der Freiwilligen in die Helferunterkünfte. Er hätte sich direkt ein Zimmer im Tempel geben lassen sollen, Din und Morlan hatten als studierte Ärzte viel zu tun und dürften im Moment wahrscheinlich das Doppelbett belegt haben, was Ganner auf eine der dünnen Matrazen auf dem Boden beschränkte. Besser als direkt auf dem kalten Ferrobeton zu schlafen aber auch nichts dem er entgegenfieberte. In dieser Umgebung fühlte er sich wieder ins Soldatenleben zurückversetzt. Nach einer guten halben Standardstunde stand er in der Wohnung und stellte wie erwartet fest, dass das Bett wie angenommen belegt war. Ganner griff sich einen Schlafsack und machte es sich auf dem Futonähnlichen Feldbett so gut es ging gemütlich. Es dauerte nicht lange bis er wegdämmerte und die Metroploe im Ausnahmezustand hinter sich ließ.

[Coruscant - Helferunterkünfte - Ganner zugewiesene Wohnung] Ganner
 
[Coruscant - Jedi-Tempel - In der Kantine] Ganner, Siva, Varan

Während ihrer Worte über Moral und Worte und ihre Bedeutung schaute sie Varan ernst an. Geistig zerlegte er ihren Satz in seinem Kopf in kleinste Teile beim zuhören und nickte dann etwas steif ab. "Dem Großteil deiner Aussage muss ich zustimmen, doch Wissen relativiert die meisten Dingen und erlaubt oft erst eine objektive Sicht." Er ließ es einen ganzen Moment zu stehen und überließ dann dem Gespräch über Ganner das Feld und schwieg und ließ diese Diskussion fallen.

Bei dem Befehl versteifte sich seine ganze Haltung und er schaute Siva einen ganzen Augenblick ausdruckslos an, bevor er steif nickte. "Zu Befehl, Ma´am" gab er knapp und mit deutlich nachdruck von sich. Er verharrte einen ganzen Augenblick als müsste er nun ernsthaft überlegen was er nun tat, bevor er langsam weiter aß. Innerlich überschlugen sich seine Gedanken, doch behielt er sein aufgesetztes Lächeln bei. Gedanken darüber ob sein Verhalten falsch war machte er sich dennoch deutliche und suchte die Vergangenen Stunde nach Hinweisen darauf. Er brach das Ganze erst ab als es nötig war Mas zu begrüßen und ihn auf falsche Nahrungsaufnahme hinzuweisen. Die Hand von Mas verfolgte er wachsam mit dem Blick als würde er die Wahrscheinlich eines Angriffs mit dieser Abwägen und sinnvolle Reaktionen, dennoch folgte er dem Gespräch weiterhin. "Varan Cornag. " gab er im gewohnten Militärtonfall von sich, ohne das es ihm aufzufallen schien. "Korrekt. Wir sind kein subkultureller Verein zur sinnvollen Nahrungsaufnahme, dennoch sollte es eine umfassende medizinisches Aufklärung und Achtsamkeit geben für dieses Themen. Sollten sie Kenntnis über eine solche Gruppe verfügen erbitte ich die vollständige Holonetz Adresse um dieses Themen in diesem Fall zu verfolgen. " Er holte nochmal Luft und starrte Mas einen ganzen Moment ausdruckslos an. "Verzeiht Jedi. Ich wollte ihre Autorität und Entscheidung nicht in Frage stellen. " Er neigte kurz sein Kopf. Reue konnte man keine erkennen, doch sein Lächeln war weg und die harte Gesichtszüge blieben unbewegt, während die blauen Augen Mas durchdringend anstarrten, als würde er nun eine Reaktion darauf erwarten. Sein Kopf ruckte nur kurz zu Ganner. " Natürlich.." Er setzte an und schaute dann Siva an einen kurzen Moment an, bevor er zu Ganner zurück sah. " Möge die Macht mit dir sein und du deine Rästel lösen die dir das Leben offenbart." Dann sah er wieder Siva an, wohl um abzuschätzen ob diese Verabschiedung richtig war.


[Coruscant - Jedi-Tempel - In der Kantine] Siva, Varan, Mas
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Nunabrater - Levice und Sarid


Der Rest an Nunabrocken auf Sarids Teller wurde immer kleiner, während Levice auf ihre Fragen antwortete. Die braunhaarige Frau hatte also durchaus schon bewusst Momente erlebt, in denen sie völlig eins mit der Macht war. Jedoch beschrieb sie diese Augenblicke als eher kurz im Kampf. Allerdings fragte sich die Corellianerin im Umkehrschluss wiederum, wie es dann sein konnte, dass die Padawan bereits eine gute Lichtschwertkämpferin war. Der Lichtschwertkampf erforderte eine enge Bindung zur Macht, denn nur sie ermöglichte es einem Jedi im Kampf die Bewegungen des Trainingspartners zu erfühlen und darauf mit dem schnellen Reflexen eines Machtbegabten zu reagieren.

"Das solltest du glaube ich öfters mal üben, Levice. Es reichen bereits regelmäßige Trainingseinheiten mit dem Kampftelematen, also dem kleinen kugelförmigen Droiden, der schwache Blasterschüsse abfeuert",


fügte sie zur Sicherheit hinzu, damit Levice wusste, was sie meinte.


"Wirklich eins zu sein mit der Macht ist für einen Jedi eine tiefgehende Erfahrung. Sich ganz der Macht hinzugeben mag gewiss für den einen oder anderen nicht ganz einfach sein, aber vieles wird dir leichter von der Hand gehen, wenn du lernst dich stärker auf die Macht zu verlassen. Dort drüben sitzt übrigens eine Jedi, der es früher einmal sehr ähnlich ging wie dir."


Dabei deutete die dunkelblonde Jedi-Rätin vage in Richtung von Brianna, einer bleichen, silberhaarigen Echani, die aber irgendein Problem mit dem Essen zu haben schien. Aber das kümmerte Sarid nicht weiter.


"Ich meine die fast weißhäutige Frau dort drüben. Ihr Name ist Brianna Kae und eine Echani. Sie ist mittlerweile eine Jedi-Ritterin und hat schon eine Padawan erfolgreich ausgebildet. Aber zuvor in ihrer Ausbildung musste sie auch mühsam lernen der Macht zu vertrauen, besonders im Kampf. Aber sie hat es geschafft und mittlerweile ist sie eine überaus beeindruckende Kämpferin und Heilerin geworden. Das kannst du auch erreichen, wenn du nur daran arbeitest. Egal wie groß oder klein dir dabei die Schritte auf dem Weg zu einer vollwertigen Jedi vorkommen mögen, zusammen werden wir das schon schaffen, Levice. Für manche ist es einfach schwieriger Vertrauen zur Macht aufzubauen, aber es gibt keinen Grund warum dir dies nicht auch gelingen sollte. So empfinde ich es als überwältigend, einfach nur die Macht zu fühlen und mit ihr hinauszugreifen, die Lebewesen um dich herum, deine Umgebung zu spüren oder sogar entfernte Orte, fremde Planeten zu sehen, das bewusstes Selbst loslassen und dich von der Macht treiben lassen, dich mitnehmen lassen."


Sarids Gesichtsausdruck hatte dabei etwas fast schon Träumerisches. Dann lächelte die erfahrene Jedi kurz.


"Das müssen wir mal in einer Meditation zusammen machen, Levice. Du wirst sehen, es ist wirklich beeindruckend, was dir die Macht alles zeigen und geben kann, wenn du sie nur lässt."


Auf Sarids Frage nach den Lichtschwertstilen gab ihr die Padawan eine korrekte, aber sehr lehrbuchartige Antwort zurück. Es klang ja alles gut und schön, aber ganz zufrieden war sie nicht.


"Das ist soweit alles richtig und lobenswert. Aber wenn Soresu die Geisteshaltung der Jedi verkörpert, was tue ich dann deiner Meinung nach? Meine bevorzugte Lichtschwertform ist Ataru, welches längst nicht so defensiv ist wie Soresu. Betrachtest du dies als zu aggressiv? Zu offensiv?"


Dabei warf sie der jungen Frau einen forschenden Blick zu. Es machte wirklich Spaß sich mit ihr zu unterhalten. Für eine Padawan hatte sie sich wirklich schon ausgiebig damit beschäftigt wie sie als Jedi zu agieren hatte. Unterdessen kamen endlich Rilanja und Zasuna zu ihnen, welche mit ihrer Ebene offenbar um einiges später fertig geworden waren.


"Setzt euch ruhig zu uns, wenn ihr wollt",


lud Sarid die beiden ein.


Coruscant - Jedi-Tempel - Nunabrater - Levice, Rilanja, Zasuna und Sarid
 
Coruscant – Jedi-Tempel – Raumhafen des Tempels – an Bord der Nightmare - Ian

Die Nachricht war versendet und Ian hoffte, dass Duval sie bald sehen würde und gleichzeitig hoffte er auch, dass dem nicht so war. Ian erwartete nicht, dass der Agent ihm glaubte oder das er etwas bewirken konnte, aber wenn das ein Versuch war, der mehr brachte, als den Eindruck zu erwecken, er würde kampflos aufgeben, war das immerhin etwas. Etwas völlig nutzloses für ihn, aber vielleicht etwas, dass Eowyn zeigen würde, dass sie mit ihren Annahmen – nein, Zuschreibungen – irrte. Auch wenn er jedes Wort, dass er an Duval gerichtete hatte so meinte, glaubte Ian nicht an die Wirksamkeit davon. Jetzt würde er etwas tun, dass wirklich wichtig war, etwas, von dem er sich versprach, dass es etwas bewirken würde. Wenn, falls – diese Haarspalterei spielte keine Rolle. Ian musste mit einem Rat sprechen, weil er alle Optionen durchging. Eowyn konnte davon halten, was sie wollte. Sie handelte in ihrer Welt, wie sie wollte? Schön. Er würde das Gleiche tun.

Doch Wes Janson war nicht mehr im Tempel und der einzige Rat, oder besser die einzige Rätin, die noch anwesend sein sollte, war Sarid Horn. Eowyn hatte ihren Namen bereits genannt, hatte erklärt, dass sie dieser Frau vertraute. Wo genau im Tempel sie sich aufhielt, wusste Ian nicht und weder einer der Droiden, noch einer der Jedi die er fragte, konnten ihm eine zufriedenstellende Antwort geben. Sarid hatte dunkelblondes, langes Haar, war mittleren Alters und normal groß, was sie natürlich äußerst einfach erkennbar machen würde. Es schien, als entspräche nahezu jede weibliche, menschliche Person, auf die Ian traf, genau dieser Beschreibung. Doch keine von den Damen, die Ian ansprach, war wirklich Sarid Horn und Ian konnte seine Frustration, nachdem er einige angesprochen hatte, kaum noch verbergen. Trainingsraum für Trainingsraum hatte er abgesucht, an ihrem Zimmer hatte er geklopft, doch Erfolg hatte der Dunkelhaarige nicht gehabt. Immerhin, ihre Komnummer befand sich nun in seinem Besitz und vielleicht war es sinnvoller ihr eine Nachricht zu schreiben und sie um ein Treffen zu bitten?

Das Kom in den Händen beschloss Ian die Nachricht in der Kantine zu verfassen. In Eowyns und sein Zimmer würde er sich jetzt sicher nicht begeben und sofort wieder auf sein Schiff wollte Ian auch nicht. Abstand würde ihn guttun – aber Abstand bedeutete nicht, dass er sich auf seinem Schiff zurückzog und wartete, bis Eowyn sich wieder beruhigt hatte. Stattdessen würde er seine Nachricht verfassen, sein lächerliches Versprechen, etwas zu Essen einlösen und dann sehen, wo seine Hilfe gebraucht wurde. Allerdings war die erste Kantine die Ian ansteuerte dermaßen überfüllt, dass Ian nach einer anderen fragte und man ihm riet, die Nunabraterei aufzusuchen, in der es immer ein Plätzchen und auch das beste Essen geben sollte. Auch wenn sich ‚immer ein Plätzchen‘ und ‚das beste Essen‘ nicht unbedingt für Ian logisch in einem Satz zusammen bringen ließen, ausschließen wollte er den Versuch dennoch nicht. Anderes auszuschließen war schlie0lich Eowyns Spezialität und nicht die seine…

Die Braterei war mindestens so voll, wie die Kantine eben, doch neben einer Gruppe von Frauen, gab es ein paar Plätze. Eine der Dame war eindeutig eine Faleen (Rilanja), eine war rothaarig und dem Tuch über ihren Augen (Zasuna) nach zu urteilen sicher blind, die beiden anderen (Levice und Sarid) waren dunkelhaarig. Ob eine davon vielleicht Sarid
war? Diejenige, die älter aussah? Ian atmete tief durch. Wenn er keinen Erfolg haben würde, würde er eben die Nachricht versenden… Mit dem Komgerät in der Hand und einem nervösen Lächeln, wandte er sich der Frau zu, die am ehesten auf die Beschreibung Rätin Horns zutraf. Vielleicht hatte er wenigstens in so weit Erfolg, dass diese Frau ihm sagen konnte, wo er Rätin Horn fand.

Entschuldigt“, sagte er und bedachte dabei jeden in der Runde mit einem nervösen Lächeln. „Ich möchte keine von Ihnen stören, aber vielleicht kann mir jemand weiter helfen. Ich suche Rätin Horn.“
Und einem: ‚Da bist du an der falschen Adresse, hi hi hi‘, hoffte Ian diesmal zu entgehen.


Coruscant - Jedi-Tempel - Nunabrater - Levice, Rilanja, Zasuna , Sarid und Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Gärten, alleine

Es war fast so wie früher hier.
Das ganze ein "Wäldchen" zu nennen wäre wohl sehr übertrieben gewesen - es waren ein paar Bäume, die die Illusion eines Wäldchens erschufen. Aber wenn man sich inmitten dieser Bäume aufhielt, dann konnte man sich mit seiner Vorstellungskraft behelfen. Der sanfte Wind raschelte in den Blättern, und es hatte sich sogar irgendein Tier hierher verirrt, denn Eowyn hörte sein Rufen aus nicht allzu ferner Distanz.
Sie war noch nicht so weit, sich auf den Boden zu setzen, tief durchzuatmen und zur Ruhe zu finden. Nein, viel zu aktiv brodelte noch alles in ihr drin, so lief sie hin und her, hin und her. Wie konnte Ian nur? Wie konnte er sie nur so überrumpeln? "Hier, ich hab übrigens mein Testament gemacht, schließlich ist es ja bald vorbei - mein Schiff wird dir sicher gefallen, und der Sand wird dir so helfen wie mir. Und jetzt... wollen wir vielleicht langsam schlafen gehen?" Und es spielte keine Rolle, dass er das letzte nicht gesagt hatte. Es war nicht fair, sie so damit zu überrumpeln, was hatte er eigentlich
erwartet? Dass sie vor Freude aufsprang darüber, dass er sie bedachte? Dass sie sich die bescheuerte Nightmare gleich ansehen und erklären lassen ging? Ja, klar, natürlich, auf nichts anderes hatte sie gewartet, nur deshalb war sie mit ihm zusammen.

Frustriert hieb Eowyn mit dem Fuß in einen Blätterhaufen. Was sollte das ganze eigentlich? Sie würde sein Schiff niemals betreten. Den Sand wegschließen. Am besten auf das Schiff. Was interessierte sie das alles? Und wieso... wieso bei allen Sonnen hatte Ian sie niemals um Hilfe gebeten, sie niemals gefragt, sie niemals darauf angesprochen, was die beste Strategie wäre... weshalb hatte er versucht, alles
alleine zu klären?

Und weshalb hatte sie niemals den Gedanken gehabt, ihn anzusprechen und ihn zu fragen?

Erschöpft ließ sie sich schließlich doch auf den Boden sinken, lehnte sich an den Stamm hinter sich und blickte zum Himmel. Man sah ihn nicht... nur lauter Blätter, die sanft hin und her wogten. Hier sah alles so aus, als wäre die Galaxis friedlich, als wäre alles in Ordnung...

Sie hatte ihn nie gefragt, weil sie Angst hatte. Angst vor seiner Reaktion... vor der Wahrheit... davor, ihn zu verletzen, davor, dass er sie zurückwies und den Weg nicht gehen wollte... Aber das alles war völlig... völlig... Es war hirnverbrannt! Nun hatte sie den Salat, sie
hatte ihn verletzt, seine Reaktion war furchtbar gewesen und ihre erst Recht, auch wenn alles, was ihr momentan durch den Kopf schoss, durchaus die Wahrheit gewesen war. Nur hätte sie sich diplomatischer ausdrücken müssen.
Aber noch einmal,
was hatte Ian erwartet, wie sie reagieren würde mit diesem bescheuerten Testament?
Es war unwichtig.
Es war auch völlig unwichtig was sie von ihm hielt und er von ihr... was jetzt zählte war einzig und allein Ians Leben.

Duval hatte sie bereits angeschrieben, er war ihre Verbindung zur Republik. Ihn würde sie nach Möglichkeiten fragen, nach Auswegen, nach allem, was ihm einfiel. Sie würde ihn auf Knien anbetteln, wenn es sein musste. Nicht, dass es ihr behagte, aber sie würde sehen, wie dieses Gespräch verlief.
Die andere Seite war der Rat. Hier würden mehr Argumente helfen... Ians Hilfe beim Heilen. Seine Informationen über das Virus. Seine Reue. Seine Kooperation bei allem. Die Tatsache, dass er sie gerettet hatte. Dass er die Datenkarten gerettet hatte sowie Aketos. Selbst sein kopfloser Einsatz bei Kyrans Geburt, die Tatsache, dass er sich selbst geopfert hätte, war vermutlich eine Erwähnung wert.
Was war da noch? Hatte sie etwas vergessen? Nicht nur seine Hilfe beim Heilen, er hatte einen Weg gefunden, das Virus auszulöschen... war das nicht etwas wert? Irgendetwas?

Eowyn setzte sich etwas aufrechter hin und schloss die Augen. Nun gut, sie war etwas ruhiger. Eine Strategie... wie würde sie vorgehen?
Es war bescheiden, dass Joseline nicht vor Ort war. Sie war Ians erster Kontakt bei den Jedi gewesen, und Eowyn hatte das Gefühl, dass sie, so weit es irgendwie möglich war, so etwas wie Ians Vertrauen genoss. Außerdem hatte sie einen scharfen Verstand und einen Überblick über die ganze Situation. Aber sie schied aus - ein Gespräch bis nach Lianna war zu riskant, zumindest über ihr normales Kom, so gut verschlüsselt es auch sein mochte. Sie würde es höchstens mit einer verschlüsselt formulierten Botschaft versuchen können, aber das später. Erst brauchte sie
hier jemanden auf ihrer Seite.
Aber da waren nicht mehr viele. Chesara hatte Eowyn noch nicht gesehen. Es hieß, sie war draußen im Feldeinsatz - und dort würde sie als erste Ansprechpartnerin nicht geeignet sein. Wes wäre der nächste auf der Liste, aber so weit sie wusste, war er momentan nicht im Tempel. Vielleicht sollte sie ihm eine Nachricht schicken, damit er sie traf, wenn er wieder da war... Eleonore schied wegen ihres Standortes aus. Elliundi kannte sie nicht gut genug. Sie würde nachsehen müssen, wo Satrek steckte... Letzten Endes blieben wohl nur er oder Sarid, von der sie zumindest gehört hatte, dass sie momentan hier sein sollte. Alle anderen... kannte sie noch weniger.
Sarid also... auch wenn sie nicht Eowyns erste Wahl war. Doch sie hatte keine andere Möglichkeit. Sie würde
jetzt vorgehen müssen, heute noch, denn jede weiter Stunde konnte sich letzten Endes als entscheidend herausstellen.

Aber noch nicht sofort. Noch war sie nicht ruhig genug, um Sarid unter die Augen zu trefen. Die Rätin war zu erfahren, sie würde Eowyn sofort durchschauen, sie würde wissen, was sie antrieb, sie würde wissen, was geschehen war - wenn sie es nicht schon längst wusste. Schließlich hatte sie inmitten des Tempels herumgeschrieen und völlig wahllos ihre Emotionen in jede Himmelsrichtung verstreut, ohne sich abzuschirmen.
Ein mulmiges Gefühl beschlich sie, breitete sich in ihrem ganzen Körper aus, und ihr wurde heiß. Was hatte sie getan? Was hatte sie nur getan? Sie hatte Ian angeschrien. Sie hatte ihn beschimpft. Sie hatte ihn... sie hatte etwas nach ihm
geworfen. Er mochte sie noch so sehr überrumpelt oder verärgert haben, aber das... das ging zu weit. Das war ihrer nicht würdig. Das war... das war... einfach nur falsch. So falsch! Der Angstausbruch auf Va'art. Der Zusammenbruch nach Kyrans Geburt. Und jetzt das. Nein, das würde niemals mehr vorkommen. Niemals. Das durfte nicht. Ab sofort würde sie alles unter Kontrolle haben. Fünf Mal nachdenken, bevor sie handelte. Alles, aber auch alles kontrollieren, jede kleine Regung. Keiner würde ihr jemals wieder vorwerfen, dass sie sich und ihre Gefühle nicht unter Kontrolle hatte.
Joseline hatte ihr vertraut. Wes ebenfalls. Sie durfte das Vertrauen von beiden nicht enttäuschen, nicht noch einmal.

Meditation war nicht das, was Eowyn als ihre erste Wahl ansah - aber in dieser Situation gab es keine andere Lösung. So atmete sie bewusst immer ruhiger und versank langsam in einem Zustand außerhalb ihres Selbst.


Coruscant – Jedi-Tempel - Garten, alleine
 
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Nun hier saßen sie also. Und Mas aß. Er hörte dennoch aufmerksam zu, als sich seine neuen Tischnachbarn nach der Reihe vorstellten. Zuerst sprach wieder der ältere Bärtige über ihre neue Gruppe und bezeichnete sie lieber als Freunde des vollen Magens. Außerdem stellte er sich als Ganner Fel vor. Mas beäugte ihn dabei kurz und nickte zustimmend, einerseits um zu signalisieren, dass er seinen Namen verstanden hatte und andererseits um der Namensänderung zuzustimmen.

"Eine wirklich exzellente Idee. Wisst ihr, ich habe in meinem Leben gelernt, wann immer ich die Möglichkeit habe etwas zu essen, diese so gut es geht zu nutzen und alte Gewohnheiten legt man nur schwer ab", meinte er mit einem breiten Grinsen, während seine Leere Gabel nun zu Ganner wanderte und auf ihn deutete. "Aber ich finde den Grundsatz des vollen Magens wesentlich besser, Ganner. Ich neige auch nicht dazu irgendwelche Verdauungsprobleme zu haben. Zumindest nicht mit dem Essen hier im Tempel." Diese Einschränkung fügte er lediglich an, um seine Gesprächspartner nicht im Glauben zu lassen, er habe den härtesten Magen der ganzen Galaxis.

Nun war es auch an dem anderen, etwas steiferen Jedi-Anwärter, sich vorzustellen. Varan Cornag war sein Name und er schien wohl recht deutlich Mas' kleinen Scherz nicht zu verstehen. Oder War ihm die Idee von Humor an sich fremd? Mas konnte sich gut vorstellen, dass es Wesen im Universum gab, die Humor nicht verstanden, auch wenn er noch von keinem solchen Wesen gehört hatte.

"Nun ja, ich nehme mal an, Varan, dass man in den Einschlägigen Boulevard-Zeitschriften und den morgendlichen Holonet-Talkshows genügend Tipps für eine ausgewogene Ernährung findet, mich würde es sogar nicht wundern, auch einen Verein der sich dieser, dir offenbar sehr wichtigen, Sache angenommen hat und sie sich auf seine Fahne geschrieben hat", Mas war nun in einen erklärenden Tonfall übergegangen, da er es für besser hielt, erst einmal gar nicht seinen Scherz zu erklären um nicht noch mehr Verwirrung und Fragen aufzuwerfen. "Aber leider habe ich jetzt aktuell keine Kenntnis einer solchen Adresse, da muss ich dich leider enttäuschen. Aber ich bin mir sicher mit etwas Eigeninitiative und Recherche wirst du sicher an dein Ziel eines ausgewogenen Säurehaushalts kommen, ohne viel Arbeit aufwenden zu müssen."

Nun dass er ihn nach diesen Worten anstarrte, irritierte Mas ein wenig. Hatte er etwa nun erkannt, dass es nur als Scherz gedacht war. Der Jedi-Ritter zog kurz die Stirn in Falten. "Nein, das hast du auch ganz und gar nicht. Selbst ein Jedi-Großmeister wird niemals alles Wissen dieser Galaxis in sich einverleiben können. Und in einer Diskussion ist es durchaus erlaubt, andere Meinungen zu vertreten", er schenkte Varan ein kurzes Grinsen, bevor er sich wieder den mittlerweile schon recht kläglichen Resten seines Omelette zuwandte.

Die Zabrak stellte sich nun auch kurz vor und Mas quittierte Sivas Rede mit einem sehr höflichen und fast schon erhabenen Nicken. Es war immer wieder schön, andere Jedi-Ritter kennenzulernen. Bei den anderen beiden konnte er bis jetzt nur abschätzen, dass sie noch keine ausgebildeten Jedi waren. Es konnte sich bei ihnen aber auch statt Padawan-Anwärtern um freiwillige Helfer oder irgendwelches anderes ziviles Personal handeln.

"Angenehm deine Bekanntschaft zu machen, Siva", fügte Mas noch nach einer kurzen Kau-Pause an. Er glaubte, dass es ihr nichts ausmachen würde, wenn sie sich direkt duzten und wenn doch, konnte sie ihn dafür ja noch zu Recht weisen.

Nun meldete sich auch Ganner wieder zu Wort. Er und Siva schienen vorher über eine Suche im Archiv geredet zu haben und nun hatte sich der ältere Mann wohl dazu entschlossen, diese bei Zeiten in Angriff zu nehmen und erbat hierzu Sivas Hilfe. Vorher verabschiedete er sich allerdings erst einmal zum schlafen. Als er von Schichten redete, glaubte Mas nun seine Theorie, dass es sich zumindest bei Ganner um eine Hilfskraft handeln könnte, mehr bestätigt.

"Möge die Macht mit dir und deiner Suche sein, Ganner", verabschiedete sich nun auch Mas knapp von dem Gehenden.

Nach einem weiteren Bissen seines Omelette richtete er unversehens und vielleicht auch etwas abrupt seine gabel wieder auf Varan. Eigentlich wollte er damit nur signalisieren, dass er ihn ansprechen wollte.

"Nun Varan, was führt dich hierher nach Coruscant und in den Tempel?"
, mit einem Seitenblick zu Siva fuhr er fort: "Ich nehme mal an, dass hat dich Siva auch schon gefragt, aber mich würde es tatsächlich auch interessieren, denn ein Jedi bist du nicht, so viel kann ich spüren."

Mas sprach ihn erst einmal nicht auf seine militärische Ader an, diese würde sich ja bei einer erneuten Vorstellung seitens Varan vielleicht von selbst ergeben.


[Core | Corusca-Sektor, Coruscant | Jedi-Tempel, Kantine | Mas, Siva, Ganner und Veran]
 
Coruscant-Jedi-Tempel-Landeplattform für Lieferverkehr-mit Brianna, Nderim und 4-O

Die Jedi merkte nach Bailees Erklärung an, dass es durchaus möglich war, einer Nautolanerin die Knochen zu brechen und die Nautolanerin musterte die Frau erneut. Ja, sie war sehr kräftig. Gut möglich, dass sie die Kraft aufbrachte, die Knorpelschicht um die Knochen eines Nautolaners zu zerstören um so die Knochen selbst zu verletzen.

"Danke für die Warnung. Ich werde mir das nur für den Notfall mal merken."


Die Nautolanerin grinste breit und folgte dann Nderim, der bereits ins Schiff gestürmt war. Auf dem Weg erzählte die Jedi, dass das auflesen ihres Kollegen wohl eher aus PR-Gründen geschehen war und Bailee nickte.

"Das muss ganzschön nerven, wenn man ständig beobachtet wird. Wir "normalen" haben zumindest den Vorteil, dass das meistens irgendwann aufhört. Sobald man bewiesen hat, dass man seinen Job gut macht, interessiert sich doch keiner mehr für einen. Zumindest, solang die Arbeit gut und schnell erledigt wird. "

Eigentlich war das traurig und Bailee kam sich manchmal vor wie ein Droide, die auch nur zum arbeiten da zu sein schienen. Wobei 4-O ihr doch wirklich Spass machte, vor Allem, da er nach Nderims Nützlichkeit fragte.

"Ich glaube, bei Nderim ist da schon alles verloren. Auch wenn er das Schiff jetzt im Alleingang in 15 Minuten ausräumen würde, würde ich ihn höchstens Fragen, wieviel er den unbekannten Helfern gezahlt hat. Er kann - vor allem in Stresssituationen- einfach nicht richtig anpacken und macht je länger je mehr Fehler. Aber er kann gut fliegen, besser als ich Drum hab ich ihn mit. "


So stand ihr Kollege nicht als totaler Versager da und so falsch war diese Aussage auch nicht. Er verstand was vom Fliegen. Zumindest schien sie es geschafft zu haben, bei dem Droiden genug Pluspunkte zu sammeln, dass dieser jetzt schon fast eifrig mithalf, das Schiff zu leeren. Von Maximalbelastungen und angegriffenen Gelenken war plötzlich keine Rede mehr. Alle, die konnten, packten mit an. So musste das sein.

Das Ausladen verlief nun erfreulich schnell. Die Jedi ersetzte mit ihrer Kraft -oder ihrem Hunger- einen zweiten Transportschlitten, was Bailee nicht nur zum Staunen brachte ,sondern auch amüsierte. Die Frau brachte einen riesigen Turm Ware nach dem anderen tatsächlich unbeschädigt ins Lager, ohne jemanden umzurennen oder irgendwo dagegen zu laufen.

"Wieviele Beulen an Pfosten und Wänden habt ihr euch geholt, bevor ihr das konntet?"

fragte sie die Jedi lachend, als sie die letzten Kisten ins Lager trugen. Ein Teil von Bailee wollte schon fast ein schlechtes Gewissen bekommen, weil nun sehr gut bezahlte Ferien für sie anbrachen, bis sie den Planeten wieder verlassen durften. Die Jedi lies es sich nicht nehmen, noch einen trockenen Kommentar zu Nderims Verhalten fallen zu lassen, was Bailee die Stirn runzeln lies. Bevor sich die Rampe ganz schloss und Nderim ausser hörweite war, beschloss sie, ihn noch etwas zu ärgern.

"Vielleicht sollte man ihm mal sagen, dass die Bakterien, die wir alle auf der Haut haben, auch zum Immunsystem gehören. Wenn man es mit Desinfektionsmittel übertreibt, kann die Infektanfälligkeit hinterher darum höher sein. "


Wie erwartet- und gemeinerweise auch erwünscht- meldete sie Nderim noch mit einem panischen

"WAAAAS???"

aus dem Schiffsinneren, bevor die Rampe sich mit einem Zischen endgültig schloss.Bailee kicherte.

"Jetzt verbraucht er zumindest nicht unsere Sterilisationsvorräte. Wahrscheinlich rennt er im Kreis und weiss nicht, was er machen soll. Und das, bis ich wieder zurück komme. Rationsriegel wären genug da, aber auch noch ein paar Konserven. Allerdings bin ich immernoch überzeugt, dass die das falsch etikettiert haben und das eigentlich Tierfutter ist. "

Damit und mit den Versicherungen der Jedi, das Nderim garnicht ohne sie abfliegen konnte, ging es eigentlich gut gelaunt los zum Abendessen.Die Jedi schien von dem Grillmeister sehr viel zu halten, denn sie legte die Hand für seine Kochkünste ins Feuer. Na dann! Das Gebäude war eindrucksvoll- zumindest die Teile, die Bailee davon zu sehen bekam. Die Plattform, auf der es das Essen gab, war voll. Gerammelt voll. Ebenfalls ein Zeichen dafür, dass das Essen hier gut war. Mal ganz davon abgesehen, dass der Blick auf den Sonnenuntergang einen wirklich in den Bann ziehen konnte. Die vorher grau und silber wirkende Stadt schien wie verwandelt. Die Fassaden leuchtete in Rot und Gold und die Brücken, die von einem Gebäude zum anderen führten, glitzerten wie feine Schmuckketten.

"Wow"


hauchte Bailee und lies diesen Anblick einen Moment auf sich wirken.Das vergaß man bestimmt nie wieder. Nderim war so ein Dummkopf, weil er das hier wirklich nur wegen seiner Angst verpasste. Die Jedi war unter dessen schon zur Essensausgabe gegangen. Natürlich. Wahrscheinlich konnte sie solche Wunder jeden Tag sehen und ausserdem hatte ihr Magen vorhin ja wirklich schon laut geknurrt. Als Bailee zu ihr stiess,gab die Echani ihre Empfehlung ab. Nuna war schonmal nicht schlecht und sprach die Nautolanerin deutlich mehr an als das "entlaufene Exoschwein", dass die Jedi bestellte. Als ihre Teller kamen, ging das Theater los. Ob absichtlich oder nicht: Auf dem Teller ihrer Gastgeberin fehlte das Fleisch und auch wenn die Erklärung des Kochs witzig war, schien sie nicht in der Stimmung für solche Scherze zu sein. Doch die Diskusion kam garnicht richtig in fahrt, denn der Koch schien schon beinahe Angst von der Echani zu haben. Rasch holte er doch noch ein Exoschwein-Steak hervor und begann, dieses zuzubereiten.

"Leg dich niemals mit hungrigen Frauen an. Du kannst nur verlieren."

Rezitierte sie etwas, dass ihr Vater ihr mal gesagt hatte. Und hier war der Beweis, dass diese Aussage richtig war. Aber die Jedi klärte sie auf, dass sie auch Stammgast-Vorteile hier hatte. Als sie sich auf Platzsuche begaben, winkte die Echani einer Menschenfrau zu, die zusammen mit anderen Jedi an einem Tisch sass. Bailee lächelte und war schon überzeugt, dass sie den anderen Gesellschaft leisten würden. Doch die Ritterin bog vorher ab und setzte sich an einen leeren Tisch. Nachdem Bailee sich zu ihr gesetzt hatte, grummelte die Frau, dass sie sonst wohl kontaktfreudiger war, aber heute schlecht drauf sei.

"Schlechte Tage kanns geben. Und wenn die anderen es wissen, gibts meistens nichtmal stress deswegen."


Sie nahm einen Bissen von ihrem Nuna und nickte.

"Das hier ist wirklich gut."

Das letzte Nuna, dass seinen Weg in Bailees Verdauungstrakt gefunden hatte, war einfach nur trocken gewesen. Die Jedi tat ihr irgendwie leid. Was auch immer vorgefallen war, schien ihr ganz schön aufs Gemüt zu schlagen. Bailee sah der Frau einen Moment zu, wie sie ihr Steak massakrierte und blickte ihr dann ins Gesicht.

"Wenn ihr euch auskotzen wollt, ich höre euch gern zu."


lud sie die Jedi ein, sich auszusprechen. Manchmal war das bei Unabhängigen einfacher als bei den eigenen Leuten. Immerhin konnte es der Echani egal sein, was sie von ihr dachte. In spätestens 3 Wochen war sie so oder so weg und die Wahrscheinlichkeit, sich wiederzusehen,war in der Galaxie verschwindend gering. Aber vielleicht würde es der Frau gut tun.

Coruscant- Jedi-Tempel-Nuna-Brater- mit Brianna- an einem anderen Tisch: Sarid, Rilanja, Levice und Zasuna
 
Coruscant, Jedi-Tempel - medizinische Abteilung - Alisah's Raum - mit Radan

Etwas weckte Alisah. Kein Geräusch. Nur...
Ihr Bewusstsein war schon wach obwohl sie ihre Augen noch geschlossen hielt. Eine alte Gewohnheit aus einer Zeit die sie lieber vergessen wollte. Und eine Gewohnheit die sie jetzt etwas... jemand fühlen lies, den sie so sehr ersehnte, dass sie noch einen Moment länger ihre Augen geschlossen hielt um, sollte ihr Verstand ihr doch nur einen Streich spielen, das Gefühl seiner Nähe noch einen Moment länger genießen zu konnten bevor sie die Realität einholen würde.
Aber irgendwann musste sie ihre Augen öffnen. Ein Lächeln lag sofort auf ihrem Gesicht als sie die Gestalt an der Wand nahe der Tür erblickte.


Wird es dir denn nie zu viel mir beim schlafen zu zusehen?

Fragte sie und nahm alle Kraft zusammen um sich möglichst geschmeidig auf zu setzen.
Einen Moment drehte sich wieder alles um sie herum, als sie ihre Beine über die Bettkante geschwungen hatte. Aber sie riss sich zusammen, schloss nur kurz die Augen, um dem Kreisel in ihrem Kopf Einhalt zu gebieten und dann wieder lächeln Radan an zu sehen.


Du bist wieder da!

Sie streckte eine Hand aus und hoffte, das er näher kam.

Ich hab dich so vermisst.

Für einen Moment wich ihr Lächeln und ihr Herz krampfte sich noch einmal zusammen als sie daran dachte wie sehr sie ihn vermisst und sich um ihn gesorgt hatte. Doch dann schob sie die dunklen Gedanken endgültig bei Seite. Er war hier, bei ihr und bei Kyran.

Hast du ihn schon gesehen? Unseren Sohn?
Er ist geheilt!...Vom Virus geheilt!... Eowyn und Ian haben ihn gerettet und die Heiler sagen, sie müssen ihn auch nicht mehr direkt beatmen. Nachdem der Virus besiegt ist, wird er immer kräftiger...
Er wird gesund!
Und... bald darf er ganz zu mir.


Sie stockte kurz. Dann lächelte sie noch ein kleinwenig mehr.

Ich bin nämlich auch nicht mehr ansteckend. Auch mich haben sie geheilt. Direkt nach Kyran.
Die Heiler testen noch regelmäßig alle zwei Stunden meine Werte aber sie sagen es sieht sehr gut aus und ich bin nicht mehr in Quarantäne.


Wieder hielt sie kurz inne, legte ihren Kopf etwas schief und sah Radan forschend an.

Und du? Dir geht es doch gut? Ja?
Was hast du gemacht? Wo warst du?
Bleibst du wenigstens eine Weile bei uns?
Ich weiß ja, dass du gerade jetzt helfen musst und alle Jedi hier arbeiten entweder in den Mediabteilungen, den Lazaretten oder sonst überall auf dem Planeten wo sie gebraucht werden.
Du musst sicher bald neue Aufgaben erfüllen. Aber für eine kurze Zeit möchte ich dich ganz einfach mal nur für mich und Kyran haben.


Coruscant, Jedi-Tempel - medizinische Abteilung - Alisah's Raum - mit Radan
 
Coruscant, Jedi-Tempel – Garten –Talery und Okin

Oh nein, jetzt hatte Okin sich zu viel zugemutet. Er beherrschte die Levitationsfähigkeit noch nicht gut genug um den kleinen Stein zu seiner Meisterin Talery schweben zu lassen. Der Stein reduzierte deutlich an Höhe. Der Coruscanti war zu hochmütig gewesen. Er hatte es ja gerade erst geschafft den Stein auf einer bestimmten Position auf Höhe zu halten. Und so kam es, wie es kommen musste und der Stein sank schnell in Richtung Boden. Der junge Mann war nicht in der Lage den Stein mit Hilfe der Macht wieder auf die richtige Flugbahn zurückzubringen. Er war viel zu aufgeregt und hektisch dafür. Der Stein trudelte unaufhaltsam dem Boden entgegen. Doch kurz bevor der Stein aufschlug, gewann er wieder an Höhe und flog in Talerys Hand.

Okin verschwendete keine Sekunde an den Gedanken, dass er dies vielleicht selbst geschafft hatte. Dazu war die Flugkurve zu genau. Seine Meisterin hatte ihn vor einer völligen Blamage bewahrt. Jedoch rechnete Okin fest mit einem Vortrag darüber, dass er Demut haben sollte und sich nicht gleich so überschätzen sollte. Jedoch folgte nichts dergleichen. Stattdessen lobte Talery schon wieder seine Fortschritte. Ein Lob, das er in diesem Fall, wohl eher nicht verdient hatte. Aber auch die Caamasi sprach an, dass er noch viel üben musste und gab ihm das als eine Art Hausaufgabe.

Okin war noch viel zu sehr in den Gedanken mit seiner Panne beschäftigt, als Talery ihm den Stein wieder zurückwarf. Vermutlich in der Annahme, dass der Psychologe ihn mit Hilfe der Macht fing. Jedoch streckte Okin aus Reflex die Hand aus und fing ihn damit. Daher kam die nächste Übung vermutlich nicht ganz von ungefähr. Er sollte den Stein nun nämlich mit geschlossenen Augen auf einer Stelle schweben lassen, sofern er sich das für heute noch zutraute. Das stand für Okin außer Frage. Er wollte das heutige Training nicht mit einem so fehlgeschlagenen Schwebeversuch beenden.

„Ja, ich versuche es gleich noch.“

Es stellte sich jedoch heraus, dass die Aufgabe für Okin mit geschlossenen Augen ungemein schwieriger war, als mit offenen Augen. Er hatte einfach noch gar kein Gefühl, wo sich der Stein befand, wenn er ihn schweben ließ. Der Stein fiel immer wieder in seine Hand zurück oder auf den Boden. Das Vertrauen in die Macht war in dem jungen Padawan noch nicht so stark. Er konnte sich noch nicht vollkommen darauf einlassen. Er wollte immer wieder seine Augen gebrauchen. Jedoch schloss er seine Augen immer wieder schnell, da er ja unter der Beobachtung von Talery trainierte. Als ihm dann letztlich der Stein am Ende auf den eigenen Kopf flog, hatte er genug für heute.

„Lass uns doch lieber essen gehen. Das wird heute nichts mehr.“

Coruscant, Jedi-Tempel – Garten –Talery und Okin
 
Coruscant, Jedi-Tempel - medizinische Abteilung - Alisah's Raum - mit Alisah

Radan lächelte. Alisah sah friedlich aus wenn sie schlief. Er hatte es sich schon vor einer weile zur aufgabe gemacht ihr dabei zuzusehen und das nur aus einem Grund. Er verschaffte ihn etwas Frieden und freiheit. Auf ihre weise hatte Alisah ihn befreit. Er spürte das sie erwachte noch bevor er ihre Worte hörte. Vermutlich war es auch ein teil des Geheimnises ihrer Liebe. Sie waren so sehr miteinander verbunden das sie zumindest erahnen konnte wie sich der andere fühlte oder worüber er nachdachte. Radans lächeln wurde breiter.

"Mir wird es nie zu viel sein dir beim schlafen zuzusehen"

Die simple Wahrheit. Er zog sich aus und schlüpfte in etwas bequemeres bevor er sich zu ihr auf das Bett setzte und sich streckte. Er war erledigt. Dauernd auf den Beinen konnte mann dem Mann die müdikeit ansehen. Sein körper rächte sich für die letzten tage. Vermutlich war er zu alt um die nächte durch zu machen und sie auch mit Kämpfen zu verbringen.

"Ja ich hab ihn kurz gesehen ich wollte mich aber eher beeilen um erstmal zu dir zu kommen"

Ein sanftes lächeln umspielte Radans lächeln. Er war noch nicht darauf eingegangen ob er bleiben würde. Es war eine grundlegende Frage. Alisah und er hatten es nie Themtisiert doch er hatte ihr bereits bei seiem übertritt mitgeteilt das er darüber nachdachte das Schwert niederzulegen. Gewiss er war an der schwelle des Todes gewesen. Vergiftet vom Orden der Sith und sie beide wussten das Radan zum Krieger erzogen wurde. Er konnte vieles doch sein Schwert niederlegen? Seine ganze Erziehung basierte darauf das er für den Kampf Leben würde und im Kampf sterben. Er schüttelte den Gedanken ab. SIe beide wussten das er das Schwert nie ablegen konnte schon gar nicht jetzt wenn er seinen Sohn beschützen musste.

"Ich habe vor eine ganze weile zu bleiben. Solange die Situation nicht außer Kontrolle gerät und Wes mich braucht ist mein Platz bei meiner Frau und meinen Sohn. Meiner Frau der ich im übrigen versprochen habe sie erneut zu heiraten"

Er hatte es nicht vergessen. Sie sollten diese Hochzeit nochmal nachholen. Eine feier ohne Angst davor das Imperiale Meuchelmörder sie umbrachten und wenn sich alles beruhigte sollten sie darüber reden wo sie Kyran aufzogen. Radan hielt Corusant nicht für den geeignetesten Ort aber er veabscheutete den Planeten ja auch. Er war zu viel Stadt zu viele dunkle Ecken von denen aus mann angegriffen werden konnte und zuviel Technologie. Er würde mit Alisah darüber beratschlagen müssen. Letzendlich würde aber sie die Entscheidung fällen müssen.

Coruscant, Jedi-Tempel - medizinische Abteilung - Alisah's Raum - mit Alisah
 
[Core | Corusca-Sektor, Coruscant | Jedi-Tempel, Kantine | Mas, Siva, Ganner und Veran]

„Ruh dich aus, wir können uns morgen gerne treffen und dir die Bibliothek zeigen!“Wenn sie Ganner helfen konnte, zu suchen, wen auch immer er finden wollte, würde sie das auch tun und in der Bibliothek fand man so einiges. Staub, komische Flecken auf den Tischen, obwohl Getränke und Essen verboten waren, Haare, Schuppen und andere Körperteile (oder ehermals körperangehörende Dinge), unterschiedliche Spezies, seltsame Droiden, stickige Luft und ein paar Bückerchips.

Und Varan? Den hatte Siva wohl aus dem Konzept gebracht, denn er starrte sie Sekunden an, ehe er erklärte, dass er verstanden hatte und sie Ma’am nannte? Ma’am? Siva lachte, was hätte sie auch anderes tun können?

„Nenn mich bloß nicht so, das ist furchtbar, als wär ich eine besonders feine Dame.“
Sie war vielleicht eine besonders kleine … Person, aber im großen und ganzen war’s das auch schon.

Mas versuchte sich indes wohl daran, den stocksteifen Varan nachzuahmen.

„Manchmal ist es besser, man informiert sich nicht über alles,“ war Sivas Kommentar zu der ganzen Magengeschichte. Informationen waren wichtig und gut, ja, ja, aber… ganz ehrlich, wenn man immer das Kleingedruckte las, oder irgendwelche Nebenwirkungen und so, dann wurde man ja verrückt, depressiv oder krank von dem ganzen Kram. Ne, Magenübersäuerung war ein Thema, mit dem man sich beschäftigen konnte, wenn es schon fast zu spät war. Nicht vorher, aber auch nicht viel später.

„Freut mich auch,“ lächelte Siva schließlich Mas zu, „ist jetzt vielleicht ein bisschen unhöflich, aber ich würde mich auch wieder auf den Weg machen, denn irgendwie bin ich ziemlich platt und bevor ich sabbernd am Tisch einschlafe…“ Nicht, dass ihr das in der Schule nicht häufiger geschehen wäre, aber wie schon einmal festgestellt, ihr neuer Rang brachte neue Verantwortung.
Siva stand also langsam auf und lächelte beiden noch zu. „
Vielleicht sieht man sich! Varan, alles Gute und dir, Mas, natürlich auch.“ Damit verschwand Siva aus der Kantine, schlurfte in ihr Zimmer und ließ sich dort, der Länge nach ins Bett fallen und es dauerte kürzer als einen Parsec, bis sie eingeschlafen war.

Noch ein wenig müde, streckte sich die Zabrak am nächsten Morgen und fühlte sich erst wieder richtig fit, nachdem sie geduscht und gefrühstückt hatte. Na ja, wobei Essen immer müde machte. Aber heute stand einiges an. Schließlich hatte sie Ganner ihre Hifle angeboten und dann war da natürlich immer noch das tobende Virus.
Während Siva also durch die Gänge streifte und überlegte, welche Aufgaben heute anstanden, kam sie an einem Protokolldroiden an, der, wenn er ein Gesicht gehabt hätte, sicherlich sehr, sehr ungehalten dreingeschaut hätte. Zwei mal schon hatte er die Frau, die in seiner unmittelbaren Nähe stand angesprochen, das hatte sogar Siva gehört.

„Sei doch nicht so unhöflich,“ richtete sie das Wort direkt an den Protokolldroiden, ehe sie sich der Frau (Senya) zuwandte.
„Er will wissen, ob du dich schon dem Gesundheitstest unterzogen hast. Durch das C-Virus sind hier alle ein bisschen paranoid…“ Der Protokolldroide wollte gerade etwas sagen, als Siva beschwichtigend die Häne hob. „Ist ja gut, ich weiß, dass das angebracht ist. Aber die Seuche der Unhöflichkeit muss ja trotzdem nicht auch ausbrechen…“

Coruscant ‡ Obere Ebenen ‡ Tempel der Jedi ‡ Gänge ‡ Senya & Protokolldroide, Siva
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Nunabrater - Levice, Rilanja, Zasuna und Sarid


Während Sarid sich noch mit Levice unterhielt kam ein großer, braunhaariger Mann zu ihnen an den Tisch. Der vermutliche Mensch wirkte sehr unruhig und nervös. Außerdem fragte er nach ihr. Im ersten Augenblick erkannte sie ihn nicht. Aber kurz darauf dämmerte ihr, dass er möglicherweise Ian Dice sein könnte. Sie hatte sein Bild schon gesehen als der Rat über sein Verlassen des Imperiums und der Sith informiert wurde. Dann nickte sie langsam.

"Ich bin Sarid Horn. Worum geht es? Ich kann Ihnen irgendwie helfen?"


Dabei fiel ihr Blick auf die lockere, entspannte Umgebung, die für ein ernstes, privates Gespräch nicht sonderlich gut passte.


"Wir können auch einen ruhigeren Ort aufsuchen, wenn Ihnen dies lieber ist. Ian Dice, nehme ich an?"


Ihr neugieriger Blick war dabei nicht zu übersehen. Sarid selbst hatte bisher andere Aufgaben übernommen und nicht weiter verfolgt wie es dem ehemaligen Sith in der Zwischenzeit bei den Jedi ergangen war. Umso gespannter war sie, warum er ausgerechnet sie aufgesucht hatte.


Coruscant - Jedi-Tempel - Nunabrater - Levice, Rilanja, Zasuna und Sarid
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Nunabrater - Levice, Rilanja, Zasuna und Sarid

Er hatte sie tatsächlich noch gefunden, die Frau vor ihm war wirklich Sarid Horn, denn sie nickte, ehe sie bestätigte. Beinahe wollte sich so etwas wie Erleichterung in Ian ausbreiten, wenn da nicht noch immer die Nervosität gewesen wäre, die nicht besser wurde, als Sarid ihn musterte und die sich in etwas verwandeln wollte, dass viel eher mit Schreck zu tun hatte. Ian Dice. Sie kannte nicht nur seinen Namen, sie erkannte ihn und das, das war erschreckend. Ians Blick wanderte sofort auf den Boden und er fühlte sich seltsam ertappt, vor allem, als Sarids Blick Neugier verriet. Auch wenn sie ihn nicht abschätzig ansah, auch wenn Ian nichts spürte, was auf Feindseligkeit schließen ließ - er war noch immer nicht ganz bei sich, noch immer aufgewühlt. Neben der Tatsache, wer er war und der Angst vor einem Urteil darüber, war da noch mehr, was Ian befürchtete. Denn nicht jede Handlung, seit er unter den Jedi war, war klug gewesen. Sein Wutausbruch auf Lianna. Der Streit eben mit Eowyn...
Besser er fragte sich nicht, ob sie auch über irgendetwas davon wusste.

„Ich wollte Euch nicht vom Essen abhalten…“, entschuldigte Ian sich leise, was keine Antwort auf die Frage der Rätin war. „Aber ja, Eure Annahme ist richtig und … ich wäre Euch dankbar, wenn wir einen ruhigeren Ort aufsuchen könnten.“ Vom Boden aufsehend, sah er sie vorsichtig an, sah auch zu ihrer Begleitung am Tisch und bedachte die junge Frau mit einem entschuldigenden Blick. Auch wenn Sarid das Angebot unterbreitet hatte, einen ruhigeren Ort mit dem Dunkelhaarigen aufzusuchen - vielleicht war das Sarids Begleitung nicht recht. Dennoch hielt Ian sich zurück, auch etwas zu ihr zu sagen. Ein 'Ich hoffe, das ist auch für Euch in Ordnung', wäre vermutlich respektlos gewesen... Ian unterdrückte ein Seufzen. Es wäre besser gewesen, er hätte sich irgendwie vorbereitet und vielleicht wäre es klüger gewesen, Sarid Horn zuerst eine Nachricht zu schreiben.

Coruscant - Jedi-Tempel - Nunabrater - Levice, Rilanja, Zasuna und Sarid

 
[Core | Corusca-Sektor, Coruscant | Jedi-Tempel, Kantine | Mas, Siva, und Veran]

Seine Art zu sprechen und die Antwort von Mas schien auf deutlich mehr Verständnis zu stoßen und wieder bekam er überlegte und ernste Antworten.

"Dieses Thema ist auch ausgesprochen wichtig. Die körperliche Leistungsfähigkeit eines Wesen beeinflusst auch ihr Befinden. Aus persönlicher Sicht geht eine gewisse Müdigkeit mit einer falschen Ernährung einher." Die Erwiederungen von Siva nickte er ernst ab, doch schwieg er auf das Thema mit der Ma´am. Er hielt kurz inne und ließ Mas erst einmal mit den anderen reden und wartete ab bis Ganner sich verabschiedet hatte. Als Mas die Gabel plötzlich hoch riss zuckte die Hand von Varan deutlich nach vorn um den Unterarm des Jedis zur Seite zu schlagen um einen Angriff zu verhindern, doch noch in der Hälfte seiner Bewegung, bevor es zum Körperkontakt kam, stoppte er sich und senkte die Hand wieder. Für einen ganzen Augenblick schaute er ihn angespannt an, bevor er anfing zu antworten. "Verständlich. Ich habe meinen persönlichen Umgang mit diesem Thema bereits gefunden. Der Auffassung von Meinungen schließe ich mich ohne Einwände an, auch wenn es nicht schlüssig erscheint sich einen Meister der Jedi vorzustellen welchem Kenntnis über Dinge fehlt. Ich kenne Jedi nur aus Legenden und bin noch dabei herauszufinden in wieweit solche Dinge der Wahrheit entsprechen. Unabhängig von diesem Ergebnis möchte ich diesem Bild entsprechen, sofern ich eines Tages ein Ritter der Jedi werde. Ich möchte ein Auge des Sturms sein in den dunkelsten und stürmischsten Augenblicken. Für Hoffnung stehen..aus diesem Grund bin ich hier. Mir wurde gesagt ich verfüge über Verbindung die Stark genug ist um ein Jedi zu werden. Entsprechend erachte ich es als meine Pflicht dies zu nutzen." er schaute kurz zu Siva rüber. "Natürlich. Die Macht mit dir und ich wünsche dir auch alles Gute." Er schaute der Zabrak einen kurzen Augenblick nach, bevor er Mas wieder ansah und auf eine Antwort wartete nachdem er Siva verabschiedet hatte.


[Core | Corusca-Sektor, Coruscant | Jedi-Tempel, Kantine | Mas und Veran]
 
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