Coruscant

Coruscant - Jedi-Tempel – Iowyns Zimmer, Eowyn und Ian

Essen nur aus der Kantine... das spielte doch keine Rolle. Was zählte, war die Geste und die Tatsache, dass sie sich jetzt nicht in etwas Respektables zwängen und das selbst erledigen musste. Sie lächelte. Das reicht mir völlig aus. Sie musste kichern, als sie genau erkannte, wen Ian da nachahmte. Der nette kleine Sullustaner war bei vielen bekannt - zu Recht. Weniger allerdings musste sie über die Aussage an sich kichern. Erkältungsbrei... na wahnsinn. Der Sullustaner hatte doch sicher null Ahnung von menschlichem Essen... aber wenn es half... Vielleicht mit etwas Obst... murmelte sie nach Ians wenig vielversprechendem Test und zog die Schüssel zu sich. Wer krank war, musste eben leiden. Auch, was das Essen anging. Auch, wenn sie jetzt vielleicht die wunderbare Suppe ihrer Mutter vorgezogen hätte... und die heiße Milch, die es früher immer gegeben hatte. Auch mit Obst war das Essen kaum genießbar, und Eowyn verzog das Gesicht, löffelte jedoch brav weiter. Da musste sie jetzt durch...

Sanft nahm sie dann eine seiner Hände in ihre linke Hand.
Ja, es muss sein, Ian. Ernst sah sie ihn an. Es hätte schon gestern sein müssen. Es ist zu riskant, noch länger zu warten. Und es ist sicherer, wenn ich das tue. Mein Kontakt kennt dich nicht... und außerdem... Sie zögerte kurz. Ich weiß nicht. Je öfter du draußen herumläufst, desto riskanter ist es nun einmal. Ich weiß, dass ich noch nicht fit bin, aber... ich muss mich für diese zwei Stunden vielleicht einfach zusammenreißen. Es ist... wichtig. Je länger sie wartete... nein. Es gefiel ihr auch nicht sonderlich mehr als Ian, aber hatte sie eine große Wahl? Wen sollte sie sonst schicken?

Eowyn seufzte. Ja, vielleicht hatte sie Ian nicht wirklich eine Möglichkeit zum Abwürgen gegeben... er hatte ja Recht. Sein Komlink piepte, noch ehe er wirklich antworten konnte, und Eowyn hob kurz die Brauen, doch Ian ignorierte es. Eine gute Idee... es lag nicht an ihm. Würde der Rat auf ihn zukommen? Würde der Rat so etwas von ihm verlangen? Wo sie so etwas doch kaum von ihm verlangen konnten... Eowyn nickte langsam. Er würde es also weiterhin tun. Er dachte weiterhin, dass es Sinn machte. Und nur die Aufforderung des Rates fehlte ihm dafür? War es das? Wenn sie ihn bitten würden, dann würde er gehen? Vielleicht war es dann an der Zeit, den Rat noch einmal auf diese Sache hinzuweisen. Ob Wes Ians Worte damals so ernst genommen hatte?
Nachdenklich schluckte sie einen weiteren Löffel des ekligen Breis herunter. Noch ein paar wenige, und sie hatte es geschafft... Eowyn griff nach dem Tee, um etwas nachzuspülen.
Danke, dass du ehrlich bist mit mir, sagte sie dann, die Tasse noch in der Hand. Und ich denke, wenn du gehen möchtest... Eowyn schüttelte den Kopf. Entschuldige. Ich kann mich nicht ganz konzentrieren. Willst du nicht nachsehen, wer dir geschrieben hat? Wie viele Leute hatten Ians Komnummer? Sonderlich viele waren es jedenfalls nicht, und in Ians Fall war fast jede Nachricht eine für ihn wichtige. Oder vielleicht sogar jede.

Coruscant - Jedi-Tempel – Iowyns Zimmer, Eowyn und Ian
 
Coruscant - Jedi-Tempel – Iowyns Zimmer, Eowyn und Ian

Eowyn mochte es ausreichen, doch Ian hatte sich schon zu Zeiten Tahiris darüber geärgert, das mit dem kochen nicht hinzubekommen. Außerdem waren ihre Arbeitszeiten viel zu unterschiedlich gewesen. Und vermutlich hätte Ian Tahiri bloß vergiftet, anstatt ihr etwas zu zaubern, das das Wort ‚schmackhaft‘ überhaupt verdiente. Es war ihr beider Glück gewesen, dass sie ein Übereinkommen mit Tahiris Schülern getroffen hatten. Tanzstunden gegen Essen.
„Da ist Obst drin,“ meinte Ian, „bloß kein Sirup.“ Und ohne Sirup schmeckten die meisten Dinge nun einmal nicht. Zum Beispiel Energieriegel. Selbst das trockenste Teil konnte schmackhaft werden, wenn man nur etwas Sirup darüber gab.

Natürlich ‚musste‘ es heute sein, dass Eowyn die IDs holte. Eigentlich war es verrückt, dass sie ständig ihren Kopf durchsetzte. Doch Ian konnte ihr kaum verbieten, das Quartier zu verlassen,. IDs holen. Bestimmt musste sie dafür in irgendeine zwielichtige Gegend. Und wo sollte die sein, außer in den unteren Ebenen? Schön, dass sie darüber gesprochen hatte.

„Eowyn, wann renne ich schon draußen herum?“ , stellte Ian beinahe resigniert fest. Ein einziges Mal hatte er mit Riuen den Tempel verlassen, um Blumen zu kaufen. Ein einziges Mal seit Monaten– denn etwas anderes war kaum möglich gewesen. „Mir gefällt das nicht,“ gab er dann zu, wohlwissend, dass Eowyn sich dennoch nicht abhalten lassen würde. „Aber ich schätze, du hast dich entschieden.“ Ian lächelte matt, andernfalls hätte der Satz vermutlich wie ein verdeckter Vorwurf gewirkt – und vermutlich war er etwas Ähnliches. Kein Vorwurf in dem Sinne, eher eine resignierte Feststellung.

Resignierend war auch festzustellen, dass es da doch gar keine Möglichkeit gab, nach Bastion zu gehen. „
Es geht nicht um das, was ich möchte, sondern darum, was ich darf und Wes Worte damals waren klar.“ Er würde nicht gehen dürfen – nicht einfach so und Ian hatte sich daran gehalten.
Ob er nachsehen wollte, er ihm geschrieben hatte? Ian seufzte.
„Sicher Duval, der sich entschuldigt“, meinte Ian dann sarkastisch, als er wirklich auf sein Kom sah, aber die Nachricht war nicht von Duval, sondern von Wes. Würde sich der Kreis nun schließen? Noch während Ian die Nachricht las, begann sein Herz zu klopfen. Vielleicht würde dieses Gespräch helfen. Es musste. „Es ist Wes. Er schreibt, ich soll ihn jetzt treffen oder morgen Vormittag.“ Und obwohl Ian schon vorhin unbedingt auf diese Nachricht gewartet hatte, sie sich herbei gewünscht hatte, konnte er nun seltsamerweise nicht aufstehen und sofort zu dem Rat gehen. „Hoffentlich glaubt er nicht, ich will den NRGD schlecht machen…“ Ein Ex-Sith, der wieder nach Bastion wollte, der von einem Virus gesprochen hatte und sich nun über einen Agenten ausließ? Ian runzelte die Stirn, als ihm erstmals bewusst wurde, wie all das wirken konnte.
"Ich sollte ihn nicht warten lassen." Schließlich war es der Dunkelhaarige selbst gewesen, der die Dringlichkeit des Treffens in der nachricht erwähnt hatte.

- Jedi-Tempel – Iowyns Zimmer, Eowyn und Ian
 
Coruscant - Jedi-Tempel – Iowyns Zimmer, Eowyn und Ian

War da schon wieder eine gewisse Anspannung? Hatte sie wieder etwas falsches gesagt? Eowyn biss sich auf die Innenlippe. Das hatte sie nicht gewollt. Sie wollte doch nur ehrlich sein... und wenn Ian einen anderen Vorschlag hatte, dann wäre sie auch offen, aber es ging dabei doch um seine Sicherheit... Trotz seines Lächelns fühlte sie sich schlecht. Das hatte sie wirklich nicht gewollt. Das wollte ich nicht, Ian, sagte sie leise und gab sich Mühe, nicht allzu unsicher und verletzt zu klingen. Vielleicht wirkte ihre Krankheits-Sensibilität doch noch etwas nach... Ich wollte... ich habe es dir gesagt, damit wir darüber reden können. Aber ich sehe keine andere Lösung. Ich weiß, dass du nicht oft draußen bist, trotzdem... jedes Mal steigert nun einmal die Gefahr. Ich möchte nicht daran schuld sein. Mir... mir gefällt das doch auch nicht... Hilflos sah sie ihn an. Glaubte er, es machte ihr Spaß, draußen krank herumzurennen? Aber er kennt dich nun einmal nicht. Und jeder Tag, den diese IDs weiter in seinen Händen verbleiben, ist riskant. Und wen soll ich sonst schicken? Riuen? Eowyn hob die Augenbrauen. Ja, vielleicht wäre das sogar eine Möglichkeit, aber Eowyn würde sich hüten, diesen Kerl um einen Gefallen zu bitten. Nein, sie hatte ihren Stolz. Vielleicht war das ein Fehler, aber... nun ja. Außerdem, wie konnte sie sicher gehen, dass Riuen keinen Mist baute? Sie kannte ihn kaum.

Nun ja... Sobald Ian eine Art offiziellen Freispruch hatte, konnte er tun und lassen, was er wollte, und auch der Jedi-Rat würde ihn nicht davon abhalten können, doch Eowyn verkniff es sich, diese Tatsache auf den Tisch zu legen.
Noch hatte Ian keinen Freispruch. Sie lächelte schwach, als Ian seinen kleinen Witz versuchte. Immerhin, seinen Humor hatte er nicht ganz verloren... Eowyn trank etwas Tee, während Ian die Nachricht las und ihr dann davon erzählte. Die Wärme tat tatsächlich erstaulich gut... Wes also. Da warteten sie auf diese Nachricht, und er meldete sich ausgerechnet nun, in dem Moment, in dem sie sich nicht sicher war, was sie tun sollte. Obwohl es eigentlich klar war - sie hatte es Ian schließlich versprochen.
Eowyn schüttelte den Kopf.
Das wird er sicher nicht denken. Er kennt Duval... Ich glaube, er hat auch keine sonderlich hohe Meinung von ihm, aber das ist nur meine Intuition. Jedenfalls... das glaube ich nicht. Außerdem ist er ein Jedi-Rat. Man belügt einen Rat nicht so einfach. Er wird schon verstehen. Außerdem... Eowyn lächelte hilflos. Ich habe dir doch ein Versprechen gegeben. Vorgestern. Ich habs nicht vergessen, und ich halte mich daran. Das wird alles bestätigen. Auch wenn sie nicht davon überzeugt war, dass es das Beste war. Möchtest du, dass ich gleich mitkomme? Oder soll ich später mit ihm sprechen? Wie du möchtest. Ich kann auch mitkommen und draußen warten, danach mit ihm reden.

Coruscant - Jedi-Tempel – Iowyns Zimmer, Eowyn und Ian
 
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Hey,“ meinte Ian leise und griff diesmal nach Eowyns Hand. „Ich weiß, warum du gehen möchtest. Nur… klingt das nicht danach, als wäre es gut für dich. Aber,“ und er drückte erneut ihre Hand, „es ist okay. Ich finde den Gedanken, dass du dich an einem zwielichten Ort herum treibst, am besten noch in den unteren Ebenen… nun einfach nicht gerade…“ Nun, wie sollte er sagen? „Schön?“ Er lachte leise. „Dein Kontakt kennt mich nicht und Riuen auch nicht.“ Und als würde Eowyn ausgerechnet Riuen schicken. Ian hatte unlängst begriffen, dass sie und der Chiss so schnell keine Freunde werden würden. „Ich schlage mich mit deiner eigenen Logik, da siehst du es.“ Ian lachte erneut, leise und verbarg damit, dass er sich eigentlich sorgte. Ihm gefiel es nicht, sie in diesem Zustand gehen zu lassen – und es gefiel ihm nicht, dass er genau wusste, das Eowyn ohnehin entschieden hatte zu gehen. Vermutlich würde sie nur dann bleiben, wenn er sie vehement darum bat und das würde er nicht tun, um ihretwillen.

Ian war der Appetit gründlich vergangen, als er nur noch von dem zweiten Tee trank, den er sich aus solidarischen Gründen geholt, aber mit Unmengen Zucker verfeinert hatte.

„Ich möchte, dass du das so handhabst, wie es sich am besten für dich anfühlt.“ Vielleicht war es keine gute Idee, wenn sie zusammen sprachen. Am Ende bekam Eowyn Schuldgefühle oder Gewissensbisse, weil sie, anders als er, auf Duval eingegangen war. Dabei hatte Duval mit Ians leben gedroht – und nicht mit Eowyns. Wobei, wenn ianr echt überlegte, hatte Eowyn angeboten, dass Ian sein Gespräch mit Wes und ihr führte.
„Was ich möchte ist, dass der Rat ihm das Handwerk legt.“ Bloß… nun ja. War dieser Wunsch wohl eher unwahrscheinlich, denn der NRGD war der NRGD. Und wer entschied über den NRGD? Richtig: Er selbst. So wie die Jedi anders über Ians Urteil entscheiden konnten, als die Republik.
„Also, zumindest wäre ich bereit. Und vielleicht wirkt es besser, ich mach das alleine.“ Vielleicht aber war es auch besser, wenn Eowyn sich gleich anschloss und bestätigen konnte, dass Duval auch sie erpresste. Aber wenn Eowyn dabei war… konnte Ian kaum über alles sprechen, was ihm einfallen würde. „Vielleicht spreche wirklich erst ich mit ihm und dann du? Ich fühle mich mit beidem wohl.“ Bei ihr konnte Ian das weniger gut einschätzen. Sie kannte Wes viel länger als er und vermutlich war es auch für sie besser, sie sprach alleine mit ihm?

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Eowyn lächelte hilflos. Ich finde ihn auch nicht schön. Aber... es gehört dazu. Ja, Komlink kannte weder Ian noch Riuen... aber er kannte Marrev, blitzte es durch ihren Kopf. Vielleicht war das eine Überlegung wert, auch die Tatsache, dass Marrev vom NRGD eventuell nicht überwacht wurde. Sie würde ihn einweihen müssen, in gewisses Dinge... Es war aber eine Überlegung wert. Sie würde darüber nachdenken, später. Und vielleicht auch mit Ian darüber sprechen. Ihn fragen, was er davon hielt... ob er das Risiko eingehen würde. Vielleicht hatte sie später aber auch keine große Wahl mehr. Je nachdem, wie das Gespräch verlaufen würde...

Wie es sich für sie am besten anfühlte... es fühlte sich insgesamt völlig falsch an. Es gab keinen Weg, der sich
richtig anfühlte. Sie tat das nicht aus Überzeugung, sie tat es aus Unsicherheit. Und sie tat es, weil Ian es für richtig hielt. Was machte es für einen Unterschied, wie es sich da anfühlte? Es würde schon an sich eine Schmach werden, eine Niederlage, ein Schuldeingeständnis und noch vieles mehr.
Sie lächelte schief.
Ich kann nicht versprechen, dass der Rat das hinbekommt. Aber sie werden ihn hoffentlich wenigstens seines Amtes entheben... Was auch immer das bringen würde. Nicht sonderlich viel. Der nächste Verbindungsoffizier wäre vielleicht nicht viel besser...
Ian schien sich wohler damit zu fühlen, wenn er alleine mit Wes redete. Zumindest klang es so, da er zwei Mal davon sprach. Eowyn nickte.
Okay, dann rede erst alleine mit ihm. Schließlich war sie nicht sein Kindermädchen, nicht mehr - und sie wollte auch, dass das deutlich wurde. Aber ich würde gerne schon mitkommen, wenn es okay ist. Ich werde euch auch nicht belauschen, weder durch die Macht noch mit meinen Ohren. Versprochen. Aber vielleicht ist es ganz gut, wenn ich wirklich gleich danach mit Wes sprechen kann. Und schon in der Nähe bin. Außerdem wollte sie es bald hinter sich bringen. Wenn sie das schon tun musste, dann gleich. Ich würde nur gerne... Eowyn lächelte schief. So kann ich nicht vor einen Rat treten. Sie sah symbolisch an sich herunter. Obwohl das meiste von ihr unter der Decke versteckt war, war Ian hoffentlich klar, was sie meinte. Ich brauche dringend eine Dusche, ich fühle mich furchtbar. Ich brauche nur fünf Minuten, höchstens sechs. Ich beeile mich. Zumindest so sehr sie konnte. Vielleicht würde heute noch alles ein wenig langsamer vor sich gehen, schließlich musste sie ihre Kraft sparen. Für das Gespräch gleich und für die IDs.

Langsam schlug sie die Decke zur Seite und stand auf. Ihre Beine fühlten sich noch etwas wackelig an, aber es würde hoffentlich besser werden. Sie war nun einmal zwei Nächte und einen Tag lang im Bett gelegen... Vor dem Kleiderschrank zögerte sie einen Moment, bevor sie dann wieder zu ziviler Kleidung griff. Dies war ein offizieller Anlass, sie sollte eigentlich ihre Robe tragen... aber wie konnte sie das tun, wenn sie Dinge von solcher Tragweite gestehen musste? Unmöglich. Es war eine Ehre, eine Robe zu tragen - un diese besaß sie momentan nicht.
Sie verschwand im Bad und gab sich Mühe, ihre Zeitangabe einzuhalten, stellte jedoch fest, dass sie keine Chance hatte, wenn sie noch Zähneputzen musste. Bewusst klammerte Eowyn das kommende Gespräch unter dem Wasserstrahl aus, gab sich Mühe, sich Wes' Blick nicht vorzustellen, wenn sie ihm die Wahrheit sagte. Sie würde noch früh genug sehen, wie er wirklich aussah... Beim Zähneputzen öffnete sie die Tür zum Schlafzimmer und sah Ian entschuldigend an.
Hob ds vrgssn... Nuschelte sie, gab sich aber Mühe, die Zahnbürste schnell zu bewegen. Ohne das vor den Rat treten? Nachdem sie krank gewesen war? Bloß nicht...
Schließlich aber war sie fertig, trat in ihrer erneut dunkelblauen Kleidung, die Haare ausnahmsweise in einem einfachen Pferdeschwanz, zu Ian. Nur ihr Gürtel erinnerte daran, dass sie eine Jedi war. Kurz umarmte sie Ian, es tat gut, ihn bei sich zu spüren - und es gab ihr Kraft für das, was bald kommen würde. Ian war bei ihr... was auch immer geschah.
Lass uns gehen, sagte sie dann leise, ergriff Ians Hand und verließ mit ihm das Quartier.

Coruscant - Jedi-Tempel – Flure, Eowyn und Ian
 
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Coruscant - Jedi-Tempel – Iowyns Zimmer, Eowyn und Ian

„Special Agent E.E, im Dienst, hm?“, versuchte Ian die Schwere zu nehmen, drücjte noch einmal Eowyns Hand. „Es tut mir leid, dass all das passiert ist.“ Etwas, was er absolut ernst meinte. Ohne seine Verbindung zu den Sith, hätte Duval sie niemals erpressen können. Nicht einmal im Ansatz. Aber vermutlich brachte es nun nichts, ein Schuldgefühl aufkommen zu lassen. Nein, es würde nichts bringen und Ian würde sich dafür hüten, etwas anderes zuzulassen.

Ian wusste, dass Eowyn ihm das gestrige Versprechen nicht gerne gegeben hatte, dennoch wollte er sie heute nicht davon entbinden, auch wenn ein sehr kleiner Anteil in ihm, das gerne getan hätte. Sie sollte sich zu nichts zwingen. Auf der anderen Seite war ein Gespräch mit Wes aber vielleicht mitunter das Beste, das sie tun konnte. Denn wenn der Rat anders reagierte, als sie dachte, wenn er verstehen und am besten noch etwas hilfreiches sagen würde – dann konnte das nur zu Eowyns Vorteil sein. Vielleicht konnte Wes ihr sogar ihre Angst nehmen, ihr klar machen, dass sie sich nicht vor Duval zu fürchten brauchte.
„Irgendetwas gutes wird schon dabei heraus kommen,“ gab Ian sich also hoffnungsvoll. „Wir können zusammen mit ihm sprechen. Du musst das nicht alleine machen. Ich selbst habe keine Befürchtungen. Außer, wenn ich ihm sage, dass ich Alisah die Wahrheit gesagt habe.“ Immerhin hatte Ian hierzu nicht das Recht gehabt und damit hatte er einen ganz anderen Fehler begangen. Aber auch das würde sich zeigen. „Und vergiss nicht, ich meine es ernst: ich vertraue dir.“ Ian wusste, dass Eowyn ihn nicht belauschen würde. Vermutlich nicht einmal dann, wenn ein Gespräch so wichtig wäre, dass sie eigentlich unbedingt daran würde teilnehmen müssen. Ian folgte Eowyns Blick und lächelte verschmitzt. „Mir würde es nichts ausmachen, wenn du so zu einem Gespräch erscheinst. Was für ein Glück, dass Wes nur ein guter Freund ist.“ 5 Minuten? Das würde sie nie schaffen, schon allein wegen ihrer Haare nicht. Am Ende waren es aber nicht die Haare, sondern das Zähneputzen. „Keine Eile, auf die paar Minuten kommt es nicht an.“ Erst dann wandte Ian sich erneut kurz seinem Kom zu, um Wes eine kurze Nachricht zu senden.

*** Komnachricht an Wes Janson***

Ich danke Euch, und bin auf dem Weg

*** Komnachricht Ende***


Schließlich kehrte Eowyn frisch, in dunkelblau und mit einem einfachen Zopf zurück. Wäre da nicht der karge Nachgeschmack gewesen, dass sie ihre Jedi Kleidung nicht wegen ihm abgelegte hatte. Nun… in gewisser Weise hatte sie das, aber nicht auf die Art, wie Ian sich das gewünscht hätte. Deswegen hätte es sich jetzt furchtbar falsch angefühlt, ihr ein Kompliment zu machen, auch wenn ihm eines auf der Zunge gelegen hätte. Viel zu selten sagte er ihr, wie schön sie war – dabei erkannte Ian das so, so oft. Wenigstens ihre Umarmung musste Ian erwidern und ehe sie sich komplett lösten, gab Ian ihr einen längeren Kuss auf die Stirn. „
Ich sag auch das viel zu selten, aber ich liebe dich.“

Das Datapad mit bei sich, verließen Eowyn und Ian schließlich das Quartier, Ian unheimlich stolz darauf, dass sie seine Hand hielt. Etwas, was sie vermutlich gleich besonders tun musste, als sie ihm offerierte, das es einen Ratsturm gab. Turm. Turbolift. Wunderbar. Vor der besagten … Gerätschaft angekommen, musste Ian sich zurücknehmen, sonst hätte er Eowyns Hand zerquetscht. Die Türe öffnete sich und gab die Sicht, auf die viel zu enge Kabine frei. Eien fahrt mit diesem Höllengerät und Ian würde derjenige sein, der duschen musste.
Ich… nehme vielleicht doch lieber die Treppe und du dieses… Ding. Wer schneller oben ist?“ Ian ließ Eowyn wenige Chancen zu antworten, als er sie mehr oder weniger mit sanftem Druck in die Kabine schob. „Bis gleich,“ sagte er dann, und nahm die Treppe. Natürlich war sie viel früher oben als er. Turbolift sagte eben alles.
Schlussendlich waren es nur noch ein paar Gänge, ehe sie vor der Tür standen, hinter sich Wes vermutlich verbarg.
„Allein oder gleich zusammen?“, fragte er Eowyn noch einmal und sie entschied sich dazu, dass sie erst nach ihm gehen würde.
„Wenn ich noch dazu kommen soll…“ Dann klopfte Ian an die Türe.


- Jedi-Tempel – Ratsturm, Eowyn und Ian davor, Wes darin
 
Coruscant-Jedi-Tempel-Medizinische Abteilung-Labor bei Saal 23-mit Brianna und diversen NPCs

Nachdem sie die Möglichkeit in den Raum geworfen hatte, dass Briannas Kollege vielleicht einfach am Ende seiner Kräfte war, hörte sie die Jedi das erste Mal von ihm reden ohne das Wort “Versagen“ zu hören. Auch wenn sie offensichtlich noch immer einen Groll gegen ihn hegte.

“ Wenn er nicht mehr kann, ist er niemandem eine Hilfe-wie du schon sagst. Du solltest ihn in die Pause schicken.“

Dabei fiel ihr noch etwas auf. Brianna schien sehr überzeugt zu sein, dass ihr Kollege ihre Hilfe nicht annehmen würde.

“Hast du ihn mal gefragt? Du könntest seine Schwächen sicher ausgleichen und andersrum müsstest du trotzdem nicht alles allein machen.“

Es war für Bailee langsam offensichtlich, dass zwischen Brianna und ihrem Kollegen so eine Art Konkurenzkampf herrschte. Ein Kampf, den der andere wohl nicht gewinnen konnte.

“Wenn die Stärkste mit dem Schwächsten der Gruppe zusammenarbeitet, kommt am Ende sicher noch ein gesunder Patient raus. Und vielleicht guckt er sich sogar noch etwas bei dir ab und lernt dazu. Meinst du nicht? Zum Beispiel könnte es für ihn dann auch zur Routine werden, wenn er fertig ist nochmal nach anderen Erregern zu suchen.“

Sie sah die Echani einen Moment lang an, bevor sie mit den Schultern zuckte .

“Nur so ein Gedanke.“


Natürlich konnte sie nicht sagen, ob das wirklich eine gute Idee war. Vor allem, wenn sich Brianna nicht mit ihrem Kollegen vertrug. Sie hatte was gegen Männer, das hatte Bailee auch schon bemerkt. Aber nur deswegen nicht mit einem zusammenarbeiten? Bailee wusste noch zu wenig über die Echani, um sich diese Frage beantworten zu können. Abwarten war angesagt. Unterdessen erklärte Brianna, dass niemand ohne die Macht leben könne und es durchaus auch Personen geben konnte, die nur ein kleines bisschen machtsensitiv waren. Das klang ja beinahe wie ein Kompromiss und weil Bailee ahnte, dass sie sonst die ganze Zeit , die sie nachher warten musste, mit Diskussionen über dieses Thema verbringen konnten, gab sie ebenfalls nach.

"Ok, vielleicht hast du recht."

Aber wie Brianna ebenfalls bemerkte, war das eine sinnlose Diskussion. Niemand hatte was davon. Als ihre Freundin dann erklärte , sie würde nicht an Zufälle glauben und direkt danach aber erzählte, dass sie sozusagen extra für ihre Ankunft frei bekommen hatte, fing Bailee an zu grinsen. Das war schließlich Zufall. Aber ein schöner. Auch im der Sache mit den potentiellen Padawanen der Jedi konnte Bailee erstmal keinen Zusammenhang erkennen.

“Sei vorsichtig. Vielleicht ziehst du solche durchgeknallten Typen an?“

Sie musste Brianna einfach ein bisschen necken. Diese Nautolanerin da war wirklich ne Lachnummer gewesen. Jemand, den man kopfüber aus dem Fenster hängen sollte.
Aber als Brianna sie dann fragte, ob sie nicht manchmal das Gefühl hätte, dass ihr Leben von woanders gesteuert wurde, sah Bailee sie wirklich überrascht an.

“Oh ja. Öfter als “manchmal“. Es liegt dann oft ein bisschen an meiner Laune, wie ich damit umgehe. Wenn ich eh schon auf Kravall gebürstet bin, mach ich genau das Gegenteil von dem, was “Die Puppenspielerin“ will.Aber dann wirds meist irgendwie mühsam, aber ich bild mir ein, dass er/sie/es sich drüber ärgert und das ist mir die Mühe wert. Und wenn ich gut drauf bin, dann wirds vielleicht auch mühsam, vielleicht auch nicht. Aber wenns dann mühsam wird, dann hab ich manchmal das Gefühl, irgendwer lacht sich was ab. Die Puppenspielerin hat nen mega Spass mit mir. Meistens. Wenn ich nicht grad bockig bin.“


Bailee verschränkte die Arme wie um zu demonstrieren, wie sie aussah, wenn sie gegen alles war. Zum Glück kam das nicht zu oft vor.
Das Gerät, welches Brianna für den zuvor erwähnten Bluttest anschleppte war....beeindruckend. War der Aufsatz auf Glee Anselm auch so groß gewesen? Wahrscheinlich.Ja nu, sie würde es überleben und Brianna war ja eine Heilerin. Sie wusste, was sie tat. Auch wenn sie ebenfalls ein paar Sekunden brauchte, um die Vene zu finden. Zufälligerweise sah sie der Echani grad ins Gesicht, als sich deren Blick plötzlich veränderte. Bailee grinste kurz. So so. Eine Sekunde später setzte sie das Gerät schon an und Bailee begutachtete das Stück Technik neugierig. Genauso wie der Bioscanner war das Gerät eins der neuesten auf dem Markt. Es war schon toll, was die hier so alles hatten. Doch dann legte Brianna das Gerät plötzlich zur Seite und berührte Bailees Kopf. Bailee holte Luft um die Jedi zu fragen, was das werden sollte. Doch so weit kam sie nicht. Brianna fing an zu grinsen, als hätte sie bei irgendeiner Lotterie gewonnen und erklärte noch überzeugter, dass Bailee machtsensitiv sei. Wie um sie zu necken, bot die Jedi nochmal an, ihr zum Beweis trotzdem nochmal an die Adern zu gehen und wedelte mit dem Messgerät vor ihrer Nase rum. Bailee fand es erstmal gut zu sitzen. Der ganze Planet schien einen Satz zu machen. Oder war es die Realität selbst, die sich jetzt in einem Wimpernschlag verändert hatte? Es fühlte sich zumindest so an. War Brianna schon vorher so überzeugt gewesen, dass sie Bailee darum auf den Stuhl gesetzt hatte? Wundern würde sich Bailee jetzt nicht mehr darüber. Die Frage war nur: Was nun? Bailee straffte ihren Rücken und sah Brianna an.

“So.Jetzt lacht sich die Puppenspielerin dusselig, weil ich guck wie ne Gans wenns donnert. "

War das wirklich vorherbestimmt gewesen? Die engere Auswahl für diesen Auftrag- es waren nicht so viele gewesen, die vom Betriebsarzt das "go" bekommen hatten. Das Auslosen mit dem wahrhaftigen " den Kürzeren ziehen" , bei dem das Los auf sie und N'derim gefallen war. Es machte wirklich den Eindruck. Hatte Brianna recht? Gab es keine Zufälle? Aber ... wenn das wahr wäre... Bailee schüttelte den Kopf und wandte sich an die Echani.

"Erstens: Du machst gern Dinge, die andere nicht erwarten, oder? Nur, damit ich für die Zukunft bescheid weiß. Zweitens: Du hast beim Venen-suchen geschummelt, ich habs genau gesehen. Drittens:...“

Anstatt den Satz auszusprechen, schnappte sie sich das Testgerät aus Briannas Hand und setzte sich kurz mit der Funktion auseinander. Doch das Gerät war für schnelle Ergebnisse ausgelegt und spuckte nichts aus, dass sie ihrem Chef vorlegen konnte. Sie legte das Gerät weg.

“Ich brauch das schwarz auf weiß, sonst glaubt das niemand.“

Und sie selbst? Glaubte sie Brianna? Die Frage war gut, aber wenn sie ihr Herz zu dem Thema befragte, lautete die Antwort:ja. Die Jedi war so absolut überzeugt gewesen, dass ihr Befund sicher korrekt war. Ihr Chef würde aber mehr brauchen als blosse Worte. Zumindest um die Vertragsauflösung richtig machen zu können. Denn Bailee würde wohl hier bleiben.

"Du unterschreibst mir das sicher, oder? Dann könnte ich sofort aus dem Arbeitsvertrag raus und wechseln. Problemlos. "

Aber Bailee hatte keinen Zweifel daran, dass Brianna ihr da helfen würde.

Coruscant-Jedi-Tempel-Medizinische Abteilung-Labor bei Saal 23-mit Brianna und diversen NPCs
 
Coruscant - Jedi-Tempel – Iowyns Zimmer, Eowyn und Ian

Irgendetwas Gutes. Wenn irgendetwas Gutes dabei heraussprang, dann, dass Ian sich gut fühlte, aber immerhin war auch das ein gutes Ziel, also hatte Ian nicht Unrecht. Zusammen mit Wes zu sprechen, hatte Eowyn allerdings schon gedanklich abgehakt. Es war gut, wenn Ian sich etwas losgelöster von ihr zeigte, schlimm genug, dass sie ein ähnliches Anliegen hatte und sich quasi an ihn dranhängen würde. Und wenn Ian sich in der Lage fühlte, dies alleine zu erledigen, dann würde sie dem nicht im Weg stehen. Sie lächelte sacht. Ich glaube, wie gesagt, nicht, dass es so schlimm wird wegen Alisah. Sie ist... eine besondere Ausnahme. Und du hattest deine Gründe. Wes wird es verstehen, vor allem, nachdem sie nun seine Padawan geworden ist. Sie drückte kurz seine Hand und sah Ian ernst an. Ich weiß. Und ich bin dafür sehr, sehr dankbar.
Bevor Eowyn im Bad verschwand, war sie ihm noch einen spöttischen Blick zu. Mir ist schon klar, dass du nichts dagegen hättest. Schließlich würde mich im Ernstfall so niemand eines zweiten Blickes würdigen...

Sie verließen das Quartier, Eowyn eine Flasche Wasser in der Hand, und ihr wurde klar, dass Wes' Büro in einem Teil des Tempels war, der Ian nicht behagen würde. Hier im Tempel waren sie noch nicht im Ratssaal gewesen, sie hatten Wes außerhalb getroffen... ein glücklicher Zufall. Aber dieses Mal war da keine Alternative. Doch es würde vielleicht helfen, wenn sie ihn hielt... ihn ablenkte? Ian aber hatte offensichtlich andere Pläne. Irritiert sah Eowyn Ian an. Aber... Sie konnte doch mit ihm mit...? Doch bevor sie reagieren konnte, gingen die Türen schon zu. Müde lehnte sich Eowyn an die Turboliftwand. Es war richtig, dass sie nicht mit Ian mitgelaufen war... vermutlich hatte er früher daran gedacht als sie selbst. Sie wäre im momentanen Zustand doch bei der Hälfte zusammengeklappt... der Husten ließ sie auch so nicht in Ruhe. Und sie brauchte ihre Kraft noch.
Natürlich war sie schon längst oben und lehnte lässig an der Wand, als Ian schließlich eintraf.
Ich war schneller, sagte sie trocken und führte Ian dann zu den Ratsbüros. Welches Wes' war, musste sie erst einmal herausfinden, was aber nicht sonderlich schwierig war.
Eowyn schüttelte den Kopf.
Alleine, sagte sie sanft, stellte sich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen leichten Kuss auf den Mund. Du machst das schon, du brauchst mich nicht. Sie lächelte Ian zu. Viel Erfolg. Obwohl du es eigentlich nicht brauchst.
Ian klopfte, und Eowyn zog sich vorrausschauend schon ein wenig zurück. Sie wollte nicht, dass es so wirkte, als ob Ian nichts alleine erledigen konnte... Glücklicherweise hatte irgendjemand einmal begriffen, dass man vor den Ratsbüros durchaus einmal etwas warten musste und in unregelmäßigen Abständen kleine Bänke aufgestellt. Einige Meter weiter von Ian und Wes setzte Eowyn sich also auf eine dieser Bänke, lehnte sich an und schloss die Augen. Jetzt blieb ihr nur, zu warten.

Coruscant - Jedi-Tempel – Ratsturm - Gänge vor den Ratsbüros, Eowyn
 
[ Coruscant - Jedi-Tempel - Ebene 106 ] Rilanja und Zasuna, (Sarid, Levice, Eriu und NPCs in der Nähe)


Erstaunlicherweise hatte ihre Meisterin kein Interesse daran, zumindest ein oder zwei Versuche zu starten um das Passwort des Computers zu knacken. Bisher hatte Zasuna sie äußerst spontan, wissbegierig und experimentierfreudig erlebt. Was konnte es schon schaden, wenn man es erst einmal mit dem typischen "1234" probierte. Oder einem "LedManice", wohl einem der größten Jedi-Meister der vielleicht seinen eigenen Namen als Passwort verwendet hatte, wenn das System von ihm stammte. Ihr wären da auch jeden Fall noch ein paar weitere Varianten mit guten Erfolgsaussichten eingefallen. In den ganzen Holofilmen schloss man einfach eine kleine Blechkiste (also ein Datapad oder einen Astromechdroiden) an und schon war der Passwortschutz kein Problem mehr. Hätte man sie nach einem Profi gefragt, so hätte Zasuna den Namen ihrer Freundin angegeben. Umso seltsamer war es, dass sie dies nun den "Profis" überlassen wollte. Ein Beweis mehr dafür, dass Zasu von dem Technikkram keine Ahnung hatte. Vielleicht gab es auch hier irgendwelche Fallen, die im Moment jenseits ihrer Vorstellungskräfte lagen.

Trotz des inneren Protestes akzeptiere sie den Vorschlag mit einem stillschweigenden Nicken und kletterte hinter Rilanja wieder durch ihre improvisierte Öffnung in der Wand. Dabei verhedderte sich unglücklicherweise ihre Jedi-Robe an einem hervorstehenden Metallstab, sodass sie erst nach einigem hin und her wieder freikam und schließlich mit etwas Verspätung zum Rest der Gruppe wieder aufschließen konnte. Hoffentlich hatte sie nicht allzu viel verpasst. Es herrschte Aufbruchsstimmung. Mit Hilfe der Macht sah sie die Auren der anwesenden Personen. Soweit diese nicht verschleiert wurden, sah sie grelle Gelbtöne mit zackigen Formen, was einerseits aber auch in Grautöne der Angst und rote Farben der Entschlossenheit überging. Seit den Sene Seekern hatte sie gelernt, die emotionale Situation von Gruppen als Farben und Formen zu lesen. Das half auf zum Beispiel um Individuen in einer Gruppe zu identifizieren, die etwas ganz anders sahen und so möglicherweise eine Bedrohung darstellten.

Soweit sie das noch mitbekommen hatte, ging es darum dass sie eine Lagerhalle stürmen sollten. Sie sah die Soldaten und bekam ein etwas ungutes Gefühl, weil sie sich an den Vortag erinnerte, an dem ihr Zögern einen Mann, der aufgrund der gleichartigen Rüstung auf den ersten Blick ganz genau so aussah wie die Soldaten hier, das Leben gekostet hatte. Dass es geschehen war, hatte sie zwischenzeitlich akzeptiert. Aber final verarbeitet hatte sie das ganz eindeutig noch nicht.
Der mit großer Sicherheit bevorstehende Kampf als solcher beunruhigte sie nicht, allerdings fehlte nach dem gestrigen Tag eines ihrer beiden Lichtschwerter. Auch die verbliebene Waffe war nur ein Trainingsschwert. Mit dem Bau ihres eigenen richtigen Schwertes war sie natürlich seit gestern noch nicht so viel weiter gekommen. Als letztes blieb noch ihr Kampfstab. Der war zwar im Kern nur aus Holz, trug aber eine besondere Legierung. Trotzdem war das nicht unbedingt eine Jedi-würdige Waffe. Oder doch? Sollte sie erwähnen, dass ihr zur erforderlichen Kampfeffizienz ein zweites Schwert fehlte? Womöglich würde man der Padawan dann einen Blaster in die Hand drücken. Das wollte sie auf jeden Fall vermeiden. Aber Rilanja wusste das sicher einzuschätzen.

Sie nutzte eine kurze Unterbrechung im Gespräch zwischen Rilanja und einem neu dazu gestoßenen Mann (Eriu), um ihrer Meisterin diese Info noch ins Ohr zu flüstern.


"Wie du weißt fehlt mir seit gestern eines der Lichtschwerter. Kann ich... noch eins haben?

Was auch immer sie sich vorstellte, wie Rilanja in dieser Situation ein anderes Schwert herbeizaubern sollte. Aber he, sie war einfallsreich und eine äußerst begnadete Mechanikerin. Wahrscheinluch konnte sie aus einem Hydroschraubenschlüssel mit ein oder zwei Modifikationen auch ein Lichtschwert basteln.[/I]

[ Coruscant - Jedi-Tempel - Ebene 106 ] Sarid, Levice, Eriu, Rilanja und Zasuna (+NPCs)
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Ortolanische Cantina – mit Markus, Alisah und Wes

Die Neuritterin war ausgelassen. Jeder in der Runde trank und keiner genierte sich künstlich. Schließlich gab es immer diese Spielverderber, die anteilnahmslos dabei zusahen, wie andere sich angeheitert amüsierten und nur spöttische Bemerkungen machten. Die durchaus positive Stimmung an dem Vierer-Tisch war greifbar und echt. Elise hatte mit ihrem Auftritt genau die Reaktion erreicht, die sie geplant hatte zu erzeugen. Sie war offensiv freundlich auf ihre kürzliche Kontrahentin zugegangen, weil sie es jetzt für das Richtige gehalten hatte, es so zu tun. Es sprachen mehrere Gründe dafür, zum einen hatte sie bemerkt, dass Alisah dazu in der Lage war, nachzugeben, was ihr selber schwer fiel und zum anderen hatte Wes sie als Padawan angenommen. Ihr Versuch das Eis zu brechen war etwas plump, doch hatte sie einfach keine Lust auf ewiges Geschleime und Angebiedere, zu mal auch Mark eine enge Freundschaft zu Alisah zu pflegen schien oder zumindest wiederbelebt hatte. Die beiden kannten sich nicht erst seit heute, das war deutlich zum Vorschein gekommen.

Zugegebenermaßen war die Jedi ein wenig überrascht von der doch offenen Reaktion Alisahs. Sie hatte nicht erwartet, dass sie sich auf die Hinterbeine stellt und dichtmacht. Zwar war ihr anfänglich Zurückhaltung anzuerkennen, doch öffnete sie sich relativ schnell, als sie der Ritterin dann zur Beförderung gratulierte und das klang ehrlich und ernst gemeint.

"Danke, Alisah."

Sie sprach den Namen ihrer Gegenüber ganz bewusst deutlich aus. Ein Zeichen von Wertschätzung.

"Mark hat mir so ziemlich alles abgefordert."

Sie warf ein neckisches Grinsen zu ihrem Meister. Die Padawan war danach noch etwas komisch geworden. Irgendwie hatte Eli das Gefühl, sie wollte noch mit etwas nicht ganz rausrücken. Man konnte ihr den Kampf mit sich selber regelrecht ansehen, und dann brachte sie es doch raus.

"Nun..." Elise zögerte einen kurzen Moment, grübelnd wie das in ihren Trainingsplan für sich selber passen würde. Da sie aber von den Künsten Alisahs angetan war, stimmte sie energisch und lächelnd zu. "... na aber sicher! Nur ein Stück davon zu können, was du da vorhin gemacht hast, wär schon top. Aus der Nummer lass ich dich jetzt nicht mehr raus, das weißt du oder?"

Schloss sie bestimmt ab mit ironisch erhobenen Zeigefinger.

Mark schmunzelte auf die Entwicklung am Tisch, und Wes tat es ihm sichtbar gleich. Es schien ihnen zu gefallen, gut dass sie nicht wussten, was da kürzlich auf dem Flur mit Ian passiert war. Leise in sich hinein hoffend, dass der Dunkelhaarige nie etwas davon erwähnen würde, vor allem nicht gegenüber Mark.

"Gut so. Fühlt sich echt gut an, Wes."

Zwinkerte sie dem Taanaber zu. Just in diesem Moment hatte der Jedi-Rat eine Komm-Nachricht bekommen, die er direkt beantwortete. Wohl alle sechs Augen, die ihn direkt umgaben lagen kurz auf ihm. Es war schwer bei so einer offensichtlich wichtigen Sache, seine Neugierde im Zaum zu halten, zumindest für Elise. Aber sie fragte nicht, denn auch Mark schien nur kurz hinzusehen. Es folgte, was zu erwarten war. Der Rat stand auf und verabschiedete sich wenige Momente von der kleinen Runde, die er selbst initiiert hatte. Eli sackte etwas zusammen. Zugegeben, das Ale zeigte erste Wirkung, weshalb sie ihr zweites Glas auch noch nicht angerührt hatte, doch war sie sichtlich bedröppelt über den kurzfristigen Abgang Wes'.

"Machs gut, Wes. Schön, dass du da warst und danke nochmal für alles."

Sie legte ein Lächeln auf und damit war der Taanaber auch schon verschwunden.

Darüber zu erzählen wäre der jungen Ritterin ein Bedürfnis gewesen, doch Mark schnitt ein anderes Thema an, wohl bewusst, um die Diskussion über das, was da so wichtig war einfach fürs erste zu vertagen? Ganz so neugierig wie bei anderen Sachen, war sie nicht und so schob auch Eli den Gedanken an Wes Tätigkeit fürs erste beiseite.

Mark begann etwas aus dem Nähkästchen zu plaudern und Elise dachte erst nicht recht zu hören, was da gerade passierte. Jahrelang hatte sie darauf gewartet, dass so etwas mal passierte, und Synthehol schien die Lösung gewesen zu sein. Wehmütig ließ sie ihren Blick diffus entgleiten, als sie Revue passieren ließ, was auf Thearterra passiert war. Unkontrolliert beschaute sie die Stellen Marks, die durch Kybernetik erneuert werden mussten. Und noch immer plagte sie in unregelmäßigen Abständen ihr Gewissen. Dass sie jetzt auch noch das elegante Schwert des Meisters erhalten hatte, war für sie, als würde sie eine Lebensaufgabe annehmen. Ehre erweisen, um jeden Preis, sich revanchieren, egal wie. Mark holte seine Schülerin dann wieder aus ihrem Tagtraum und ließ die Katze über Alisah aus dem Sack.

"Weißt du, Elise, Alisah und ich kennen uns seit vielen Jahren. Ich war noch Padawan, stand kurz vor meiner Beförderung zum Ritter, da kamen Alisah und ihr Bruder als Padawane nach Corellia."

Elis Blick ging zu Alisah und zurück zu Mark. Nun begann die Ritterin die Verbindung zwischen dem Corellianer und der Dunkelhaarigen zu verstehen. Sie nickte den beiden verstehend zu.

"Corellianer also."

Schmunzelte sie.

"Dann habt ihr viel durchgemacht auf Corellia, was?"

Mark wechselte sprunghaft weiter und fragte Alisah nach ihrem Zwillingsbruder. Sie nickte aufnehmend. 'Okay, moment. Mark, Corellianer, Alisah als Padawan kennengelernt, Adrian der Zwillingsbruder von Alisah, soweit so gut.'

"... auch ein Zwilling? Euch gibts im Doppelpack?"

Gespielt erschrocken grinste sie ihrem Mentor frech zu.

"Und der ist auch Jedi?"

Fragte sie frei raus nun doch einen weiteren Schluck von ihrem Becher nehmend. Sie war interessiert, nicht nur an der Geschichte des Corellianers sondern auch, wie Alisah da rein passte, und sogar, was ihre Geschichte war. Bewusste stellte sie Fragen, um nicht selber mit ihrer Geschichte rausrücken zu müssen. Eli hatte da schon einmal etwas angedeutet gegenüber Mark auf dem Weg nach Coruscant, doch war ihr die Geschichte sehr unangenehm, sodass sie nicht gern darüber plauschte. Ihr war mehr daran gelegen den beiden alten Freunden zu lauschen, denn sie schienen sich viel zu erzählen zu haben. Die Ritterin nahm einen weiteren Schluck.

Coruscant – Jedi-Tempel - Ortolanische Cantina – mit Markus und Alisah
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Gänge - Kantine - mit Wes, Markus und Elise

Dieses Gelage der Anfang einer neuen Jedi-Tradition?
Alisah zog ihre Stirn etwas kraus als Wes das sagte. Irgendwie konnte sie sich nicht denken, das ausgerechnet so etwas zu einer Jedi-Tradition werden könnte. Zumindest nicht offiziell. Aber irgendwie gefiel ihr der Gedanke und für einen winzigen Moment schweiften ihre Überlegungen in eine ferne Zukunft ab. Was wenn es da irgendwann eine Holosendung geben würde.
Ein reißerischer Titel der Enthüllungsreihe würde die Zuseher in den Bann ziehen noch bevor der erste Beitrag über die Schirme flatterte
..."Die dunkle Seite des Lichts - geheimen Riten der Jedi"...
und ein Beitrag würde dann die Rituale des Übergangs behandeln. Man würde von längst vergangenen Zeiten sprechen und davon, dass dieses spezielle, hochgeheime weil dem offiziellen Bild des Jediismuss nicht entsprechende, Ritual seinen Ursprung in einer ominösen Gruppe von Jedi hatte um die sich die wildesten Gerüchte rankten.
Breit grinste Alisah, riss sich dann aber wieder zusammen und kehrte mit ihren Gedanken ins hier und jetzt zurück, denn ihr Meister - oh man es fühlte sich noch komisch an Wes so zu bezeichnen- unterstützte jetzt ihr Angebot an Elise. Wow, das war schon ein Kompliment was er da sagte. Alisah strahlte ihn froh an bevor sie wieder Markus und Elise an sah und dann kurz zu Boden blickte. Sie wollte nicht zu eingebildet auf ihr Können erscheinen. Es gab ja auch immer jemanden Besseren. Das hatte sie schmerzlich lernen müssen.
Das Elise jetzt ihr Angebot an nahm freute Alisah -zu ihrer eigenen Überraschung- dann sehr.


Klar weiß ich das.

Lachte sie.

Und zumindest die Grundlagen hast du sicher bald richtig gut drauf.
Hast jedenfalls ein Händchen dafür sonst wär mir nich schlecht geworden.


Im nächsten Augenblick sah sie Wes schon wieder mit großen Augen an. Die Macht nutzen um Alkohol im Körper ab zu bauen.
Das ging? Und wie war er auf die Idee gekommen das raus zu finden? Oder hatte ihm das sein Meister beigebracht... Hm. sicher war es gut wenn man verdeckte Missionen hatte und in ner Kaschemme unauffällig nachforschte.
Oh man sie hätte sich den ein oder anderen Riesenschädel ersparen können wenn sie von selbst auf die Idee gekommen wär. Er musste ihr das unbedingt zeigen. Und das wollte sie ihm auch gerade sagen, als sein Com sich meldete und Wes kurz darauf aufbrach.
Zuerst glaubte sie das die kleine Feier nun auch für sie vorbei sein würde. Schließlich, er war ihr Meister und na ja... Aber er ging allein und nach einem kurzen Moment der Unentschlossenheit ob sie enttäuscht sein sollte, das er sie nicht mit nahm, entschied sie das sie froh darüber war. Ihn begleiten hätte wohl sicher nur bedeutet irgendwo vor einem Raum rum zu stehn und nen guten Eindruck machen zu müssen, da war das hier doch sicher besser. War es doch?
Klar! Denn Markus erzählte nun woher sie sich kannten und es klang fast so als würde er das was er sagte Elise zum ersten Mal erzählen.
Alisah für ihren Teil strahlte bei Markus Worten und nickte zustimmend. Das heißt bis die Sprache auf Adrian kam.
Leise schnaufte Alisah.


Die Doofnase ist eingeschnappt!

Brummte sie erst einmal nur und wurde sich erst jetzt klar was sie da gesagt hatte und das Markus und erst recht nicht Elise wissen konnten was sie damit meinte.

Okay, ich erklär's etwas mehr.

Erneut war ein kleines Schnaufte zu hören, dann holte Alisah etwas weiter aus.

Mit Adrian ist Sendepause. Damals schon... auf Corellia!
Am Anfang hatten wir alle ja noch Spaß. Und du, Akemi, Fritzi, Mirja und all die Anderen. Es war schön ! Doch dann, nach dem Todesstern und meine Gefangenschaft. Es war als wär unser Band zerrissen und Adrian war plötzlich der Vorzeigepadawan der großen Jedirätin. Und ich... Na ja, er hat mir jedenfalls andauernd Vorschriften gemacht was ich tun und lassen sollte. Wir haben uns nur noch gestritten und er hat dann nicht mal mehr mit mir geredet. Auch nicht an unserm Geburtstag. Er hat ihn einfach vergessen.
Dann ist unser Dad aufgetaucht und na ja, irgendwann wollt ich ihn doch besser kennen lernen. Adrian nicht und der Rat war auch dagegen weil Dad ja ein Sith war. Weißt du ja! Ich bin abgehaun und mit Dad mit. Eigentlich nicht weil ich zu den Sith wollte... das is dann irgendwie einfach passiert.


Fest presste Alisah ihre Lippen zusammen. Darauf wollte sie doch gar nicht eingehen und deshalb übersprang sie das auch einfach.

Später hat Adrian mich wohl mal gesucht und auch gefunden. War aber kein guter Moment. Ging mir damals nich so gut.

Und das war noch geschmeichelt. Sie hatte sich gehen lassen und war verzweifelt und betrunken als er aufgetaucht und kurz darauf beleidigt wieder abgerauscht war.

Seit dem ist totale Stille. Ich hab ein paar Mal versucht ihn zu erreichen als ich von den Sith weg bin. Das Einzige was ich rausbekommen hab ist, dass er Ritter ist und auch noch bei den Jedi! Aber Keiner weiß wo er ist. Oder sie wolln's mir nich sagen.
Na ja, ich hab ihm geschrieben und auch meiner Familie hier auf Coruscant. ... Keine Antwort!...


Sie zuckte mit den Schultern.

...Nicht mal als ich ihnen geschrieben hab, dass ich schwanger bin.
Kyran ist jetzt geboren und wir beiden haben sogar den Virus überlebt.
Ich weiß nicht ob Adrian nicht antworten will, ob er nur die Nachrichten nicht bekommen hat oder nicht mit mir in Kontakt treten darf. Aber, also, wenn auch du nicht weist wo er ist,...


Wieder ihr Schulterzucken und dann ein kurzes nippen am Ale.

... schließlich wart ihr ja beide die Schüler von DER und ich dachte, dass du eher was weißt.

Sie meinte mit DER natürlich Chesara, der sie noch immer anlastete, dass sie ihr Adrian entfremdet hätte.
Ein leises Seufzen beendet den kurzen Bericht und erst jetzt fiel ihr auf was Markus noch gesagt hatte. Er war auch ein Zwilling. Zuerst wollte Alisah die Stirn überrascht kraus ziehen, doch dann fiel ihr ein, irgendwann hatte Markus das schon mal erwähnt. Ganz kurz und auch nicht mehr als diese bloße Feststellung.
Oh nein, wenn sich Alisah nicht irrte war da noch eine Sache die er am Rande erwähnt hatte. Eine Schwester! Es war eine Schwester die er hatte. Aber Alisah war sich nicht mehr sicher ob sie auch der Zwilling war oder ... Na, er würde es sicher erzählen. Erst recht wo Elise jetzt nach fragte.
Prima, dann musste sie nicht fragen und zugeben, dass sie vielleicht irgendetwas verwechselte oder gar vergessen hatte von damals. Obwohl, sie glaubte nicht was vergessen zu haben. Nicht von Markus.


Coruscant - Jedi-Tempel - Gänge - Kantine - mit Markus und Elise
 
[Coruscant-System :: Coruscant :: Obere Ebenen :: Verhörzentrum des NRGD :: Raum 101] Nashana, Arkadi, Wachen (NSC)

Es war als würde ihr Kopf noch nicht richtig zu funktionieren. Nashanas Gefühlswelt hatte ein nie gekanntes tief erreicht, als sei sie auf Entzug und bräuchte den nächsten Kick. Während das Brennen in ihren Adern langsam verblasste, kehrten Schmerzen und Elendsgefühl zurück. Sie kam aus dem Himmel und viel zurück in die Hölle, in diese ganze riesige Verschwörung, ein passenderes Wort fand sie nicht. Erst nach und nach kam alles zu ihr zurück, Überzeugungen, Emotionen und Charakter. Die Stimme ihres Peinigers war weicher als in ihrer Erinnerung, sie hatte an Schärfe verloren. Duval bestätigte was Nashana bereits in ihrem tiefsten Inneren klar geworden war, sie war gestorben... sie war einen Moment in dem die Zeit in der Galaxie verging nicht mehr am Leben gewesen. Wie ausgewechselt kümmerte sich der Lieutenant Commander um ihren geschundenen Körper, keinesfalls um sie selbst, denn das ihm an sich nichts an ihrem Wohlbefinden lag hatte er mehr als klar gemacht. Es jagte der Togruta schauer durch ihre Montrals, doch sie brauchte die Berührung, den Kontakt... sehnlicher als alles andere wünschte sie sich ihre Mutter oder ihren Bruder herbei, jemanden ihrer Familie. Zu verwirrt und sich der eigenen Gefühlswelt noch unsicher folgte sie einfach den Empfehlungen die der Blonde Teufel stellte. Der Tod war nicht schrecklich, er hatte keine Klauen, er befreite von allen Schmerzen, von all den Problemen mit denen man in dieser Welt konfrontiert wurde... selbst wenn der Tee vergiftet wäre oder bewusstseinserweiternde Drogen zugemischt seien sollten, es hatte keine Macht mehr über Nashana, dessen war sie sich sicher.

Angenehm ran das aufgebrühte Gold ihre Kehle hinab, wohlige Wärme folgte dem Strom und breitete sich in ihr aus, bekämpfte die Narben in der Lunge und lockerte die verkrampften Muskeln. Fast genüsslich nippte sie immer wieder an dem Deckel, mehr konnte sie sich selbst noch nicht zumuten.

Sie hasste ihn... oder tat sie das nicht? Sie hasste was dieser Mann war, sie hasste alles für was er hier in diesem Moment zu stehen schien... Fanatiker waren Gehirngewaschene Drohnen, die meist in keinster Weise wussten oder erkannten das sie benutzt wurden... je nach Betrachtungsweise waren sie wahrscheinlich in diesem Punkt gar nicht mal so unähnlich, der Blonde war ein Werkzeug, genau so wie Nashana eines für dieses Schwein eines Commanders gewesen war. Hass war schon eine eigenartige Sache...

Ähnlich wie Stärke wahrscheinlich im Auge des Betrachters lag. Während Duval sie als stark bezeichnete, formte sich Nashanas Mund zu einem gehässigen lächeln. Wahre Stärke zeigte wer handelte und für seine Überzeugungen und taten einstand. Nichts davon hatte sie getan, sie hatte hingeschmissen und war abgereist, hatte sich ausnutzen lassen und war in dieser ganzen Krise viel zu passiv gewesen. So jemanden brauchte die Republik nicht, doch genau so wenig brauchte sie Leute wie den Blonden. Anders als das Imperium zu sein, gerecht und fair zu jedem einzelnen Mitglied, sei er ein Ithorianer oder ein Calamari... Niemals würde sie sich jemandem ergeben der all das mit Füßen trat, jemandem der tatsächlich glaubte Brutalität, Folter gar psychologische Beeinflussung seien die einzige Möglichkeit um eine mehr als nur erstarkende Republik zu schützen. Es war eine Sache Gesetze zum eigenen Vorteil auszulegen, etwas von dem sie immer gehofft hatte es nie tun zu müssen aber all diese Gesetze, das Rechtssystem komplett und auf Lebensunwürdige Art mit Füßen zu treten war etwas dem sie sich nicht ergeben wollte. Obwohl ihr Körper am Ende war, nichts mehr geben konnte, ihr Geist mehr als nur Furcht vor diesem erneuten Gefühl der Machtlosigkeit in diesem dunklen nassen Universum verspürte, es gab etwas das schlimmer war und das war Versagen. Nie wieder würde sie eine Niederlage erleiden, die alle Enttäuschte, das Vertrauen in ihre Position, in sie als Person missbrauchte. Auch der Blick Duvals in ihre Augen und die Tatsache, dass er ihr einen einfach Weg bot um all das nicht noch einmal durchleben zu müssen halfen keineswegs dabei diese Innere Hürde zu überwinden. Es war keine Gnade wenn sie sich entgegen all der Tatsachen zu etwas bekannte, dass sie nicht nur nicht getan hatte, sondern das die öffentliche Meinung darin bestärkt wurde dass man sich nicht auf sie verlassen konnte. Etwas was sie sich nie würde verzeihen können. Und so wurde ihr aufgeholfen und Lieutenant Commander Duval verließ den Raum.

Sie war frei und würde diese Freiheit nicht gegen etwas eintauschen, was sie ungerechtfertigt in ein Gefängnis und ihren Namen auf die Liste gebrandmarkter Politiker bringen würde. Was sollte ihr der Mann noch antun können? Der Tod war nichts wovor man sich fürchten musste, soviel wusste sie mittlerweile. Der Weg dahin war schrecklich aber am Ende würde nichts von all dem bleiben. Dann wäre sie ebenfalls frei. Sie starrte weiterhin auf den Eimer... sie hatte darüber nachgedacht wer sie war... vielleicht war sie all das... jede dieser Seiten zugleich und vielleicht hatte Daxin das in ihr gesehen als er sie unter seine Fittiche genommen, sie gefördert und unterstützt hatte. Schließlich war sie auf sein Anraten hin am Ende auch hier her geflogen, um sich den Dingen zu stellen und danach... ja was danach, auf Barancer konnte sie wenn überhaupt nur noch als Verwaltungsangestellte arbeiten. Vielleicht würde sich hier auf Mon Calamari etwas finden lassen. Im Senat zu arbeiten war schließlich eines der Dinge die sie sich in ihrer Studienzeit immer erträumt hatte, doch der Weg in den Senatssaal war weit und wie sich hier nun herausstellte mehr als steinig.

Es dauerte eine Weile bis der Geheimdienstler wiederkam. Sie hatte sich keinen Zentimeter bewegt, zumindest nicht physisch. In Nashanas Kopf war es jedoch als sei sie Kilometer gejoggt, durch die wichtigsten Momente ihres Lebens, jeden genüsslich in sich aufgesogen. Sie wusste nicht was jetzt passieren würde, doch egal wie schlimm es war sie musste stark bleiben... ein letztes Mal...

"Meine Mutter hat mir und meinem Bruder immer eingebläut: Du sollst nicht lügen! Ich verstehe nicht wieso sie das hier tun, wer ihnen das Recht gibt solche Dinge hinter verschlossenen Türen in die eigene Hand zu nehmen. Kriminelle Handlungen sollten bestraft, Korruption sollte beseitigt werden, das Wohl der Republik als Nation steht wahrscheinlich für sie und für mich im Vordergrund... aber ich würde im Gegensatz zu ihnen niemals im Geiste ein Imperialer werden, nur weil ich glaube es gäbe keinen anderen Weg. Es gibt immer einen anderen Weg, nur das dieser Weg meist nicht der einfachste ist. In ihrem Kopf halten sie mich für schwach, schließlich glauben sie daran das die einzige Möglichkeit diese Nation zu "retten" der Weg aus Lügen und Unwahrheit ist. Ich werde nicht lügen. Ich werde nichts gestehen was ich nicht getan habe. Ich werde nicht zu dem Verbrecher werden der ich niemals war. Foltern sie mich wenn sie wollen, töten sie mich... ich beuge mich dem Recht und das Recht gibt es hier nicht."

Sie sprach als bemitleidete sie ihren gegenüber ein wenig, was tatsächlich der Wahrheit entsprach, ihre Größte Trauer galt jedoch sich selbst. Sie würde in diesem Raum sterben... doch immerhin mit dem Wissen das Richtige getan zu haben. Eine weitere Runde Waterboarding würde sie, dessen war sie sich sicher, nicht überleben.

[Coruscant-System :: Coruscant :: Obere Ebenen :: Verhörzentrum des NRGD :: Raum 101] Nashana, Arkadi, Wachen (NSC)
 
[Coruscant - Senatsgebäude, privates Gemach], Sion Tudor (allein)]

Der stellvertretende Senator Tudor befand sich bereits seit einigen Wochen zurück auf Coruscant, doch vermied er es bis zuletzt öffentlich aufzutreten. Auch wenn die Tagung auf Mon Cala zur Virus-Krise einen Teilerfolg darstellte, zögerte sich die Bewältigung und Eindämmung der Krankheit weiter in die Länge und das Image seines Vorgesetzten fing langsam aber sicher - trotz aller öffentlichkeitswirksamen Auftritte - zu Bröckeln an. Und während der Senator hauptsächlich damit beschäftigt war, sein Gesicht zu wahren, suchte Sion nach Lösungen. Ganz gleich, welche Gestalt diese annehmen würden; ob die einer pelzigen Togorianerin oder anderen, schmutzigeren Geschäften im Schutze der Dunkelheit.


Vorerst lag seine Aufmerksamkeit jedoch auf Manaan, jenem Heimatort der Selkath, der nun unter dem Joch des Imperiums litt und sich als wichtiger Verbündeter im Kampf gegen das C-Virus entpuppen könnte, wenn er wieder anfangen könnte, das Heilmittel Kolto abzubauen. In Bälde würden bereits einige Abgesandte der Jedi gen Manaan aufbrechen, darunter Talery It'Kles und Cethra Jayne, denen sich Sion anzuschließen gedachte.

[Coruscant - Senatsgebäude, privates Gemach], Sion Tudor (allein)]
 
Coruscant, Jedi-Tempel – Medizinische Abteilung, Labor bei Saal 23 – Talery und Okin sowie NPCs

Talery wich seinen Fragen nach den konkreten Gerüchten aus. Sie musste Okin nicht darauf hinweisen, dass er bei diesen Gerüchten vorsichtig sein musste. Das wusste er schon selber. Er vertraute Jedigerüchten nicht einfach so blind. Er vertraute aber seiner Meisterin. Der Coruscanti war sich sicher, dass sie ihm das Ganze nicht aus bösem Willem nicht näher erzählen wollte. Vermutlich war sie eher darum besorgt, wie er auf die Gerüchte reagieren würde und ob er dann irgendwelche Dummheiten anstellen würde. Diesbezüglich bräuchte sie sich keine Sorgen machen, dachte sich Okin. Wobei dies hing immer davon ab, was man als Dummheiten verstand. Nun, in jedem Fall, erschien es ihm klüger, noch einen wenig zu warten, bis er erneut genauer nachbohren würde.


Und so hatte sich Okin zuerst mal mit seinen Analysearbeiten beschäftigt. Die nach nicht einmal einem Tag bereits einen möglichen bedeutenden Hinweis lieferten. Dies hatte zwar mehr mit purem Glück und der gewaltigen Anzahl an Patienten mit Sekundärinfektionen zu tun, als mit seiner Arbeitsleistung, aber nichts desto trotz war dies endlich mal ein richtiger Motivationsschub. Er konnte endlich etwas leisten. Er konnte einen wichtigen Beitrag leisten. Und diesmal hatte es auch nichts mit der Macht zu tun. Es konnte also diesmal auch keine Rückschläge geben, weil er die Macht noch nicht genug beherrschte. Natürlich konnte er auch hier falsch liegen. Aber er hatte sorgfältig gearbeitet und die Daten mehrfach überprüft. Er konnte sich auch keine andere Erklärung dafür vorstellen. Dies war mit Sicherheit endlich sein Durchbruch.

Auch seine gefiederte Meisterin hielt dies für eine wichtige Entdeckung und prüfte seine Hypothese an dem Patienten von heute morgen. Ganz um die Macht kam Okin aber auch diesmal nicht. Er sollte wieder üben mit den Machtfühlern mögliche Krankheitserreger zu finden. So atmete er wie Talery es ihn angewiesen hatte tief durch und versuchte seine Machtsinne zu öffnen. Er versuchte zuerst wieder die Aggressivität möglicher C-Viren zu spüren. Er fand jedoch keine. Diesbezüglich schien die Caamasi gut gearbeitet zu haben. Ihm kam aber nun der Gedanke, dass andere Krankheitsherde sich vielleicht gar nicht so durch die Aggressivität auszeichneten. Ihm schauderte bei dem Gedanken, dass dies vermutlich daran lag, dass das C-Virus eventuell gezielt von jemandem zum Töten von Milliarden Coruscanti erschaffen worden war, während die Aggressivität bei natürlichen Krankheitserregern nicht vorhanden war. Er musste sich eine neue Strategie ausdenken. Er versuchte noch mehr in sich zu ruhen und mit Hilfe der Macht und nicht mit den Augen zu sehen. Mühsam, aber stetig konnte Okin dann auch einzelne Krankheitsherde in dem Epicanthix wahrnehmen. Weil er dann aber neben sich wahrnahm, dass Talery längst fertig war mit ihrer eigenen Analyse, brach er eine genauere Untersuchung mit Hilfe der Macht ab und lauschte dem Bericht der Gefiederten.

„Es war zwar schwierig für mich. Aber ich konnte auch den ein oder anderen entstehenden neuen Krankheitsherd identifizieren.“

Damit sie auch die anderen Heiler im Team von seiner Entdeckung überzeugen konnten, wollte Talery auch noch mehr Fälle überprüfen.

„Also das waren nicht gerade wenige. Ich würde sagen, dass etwa 10%, vielleicht sogar 20% der aktuellen Patienten von dem entsprechenden Stamm betroffen sind. Ich habe hier eine Liste zusammengeschrieben.“

Okin zeigte Talery seine Liste und zusammen suchten sie einen Teil davon aus. Okin übte dabei neben Talery auch immer wieder selbst mit Hilfe der Macht die Patienten zu untersuchen. Nach einem weiteren Epicanthix, fünf Menschen, einer Chalkatanerin sowie zwei weiteren Patienten, deren Rasse er nicht genau zuordnen konnte, war er immer besser darin geworden, jedoch auch sehr erschöpft.

„Ich kann nicht mehr mitüben, Meisterin. Ich bin zu erschöpft. Glaubt ihr nicht, dass 10 Patienten reichen werden, um die anderen Heiler zu überzeugen?“

Bevor er jedoch eine Antwort bekommen konnte, hörte Okin das Com von Talery. Als sie die Nachricht ansah, hatte Okin das Gefühl, dass diese Nachricht sein Leben verändern würde, obwohl er die Nachricht nicht selbst gesehen hatte. Die Macht hatte ihm verkündet, dass sein gerade gewonnener Erfolg vermutlich nur von kurzer Dauer sein würde.

Coruscant, Jedi-Tempel – Medizinische Abteilung, Labor bei Saal 23 – Talery und Okin sowie NPCs
 
.:: Coruscant | Jedi-Tempel | Kantine | mit Elise und Alisah ::.


Alisah reagierte auf Marks Frage nach Adrian ziemlich empfindlich, wie er fand. Sie nannte ihren Bruder Doofnase und erzählte, dass sie keinen Kontakt mehr zu ihm pflegte und auch, wie es dazu gekommen war. Dass sie Exodus Wingston kennengelernt und mit ihm gegangen war, Adrian dies nicht für gut befunden hatte und sich dann komplett von ihr abgekapselt hatte, konnte Markus sogar in gewisser Weise nachvollziehen. Er hatte den Part des Bruders auf ähnliche Art und Weise erlebt, doch bevor er irgendetwas in der Art Preis gab, hörte er erst einmal aufmerksam zu, auch wenn das mit dem zweiten Ale schon etwas schwieriger wurde. Früher war er relativ trinkfest gewesen. Heute hatte er kaum noch die Gelegenheit dazu, etwas alkoholisches zu sich zu nehmen. Dementsprechend zeigte es auch früher als einst gewohnt seine Wirkung.
Alisah sprach weiter, erwähnte das ein oder andere interessante Detail. Vor allem, als sie von ihrer Schwangerschaft sprach und dem vor kurzem geborenen Kind, horchte er auf. Blinzelnd betrachtete er die junge Frau. Wie alt war sie noch einmal? In Gedanken versuchte er die Zahl zu überschlagen. Damals, als er noch Padawan war, waren die beiden beinahe noch Kinder gewesen. Ach was dachte er da? Sie waren Kinder gewesen! Und er war vielleicht irgendwo in den Mitte-Zwanzigern gewesen? Jetzt war er 33 und Alisah... Wie alt mochte sie sein? Anfang zwanzig vielleicht? Jetzt fühlte er sich tatsächlich auch noch alt!!

"Einen Moment zum Mitschreiben, bitte!"

, unterbrach er ihren Redefluss.

"Du hast ein Kind? Geboren? Hier? Vor kurzem?"

Markus holte einmal Luft, als ob er noch etwas dazu sagen wollte. Was wollte er sagen? Du bist zu jung zum Kinderkriegen? Du bist ja selbst noch fast ein Kind? War es ein Unfall? Ist der Kerl von vorhin der Vater? Doch er hielt sich zurück, oder besser noch, er brachte nichts heraus. Und wenn er genauer darüber nachdachte, war es auch besser so, denn vielleicht hätte die junge Brünette es in den falschen Hals bekommen. Außerdem wollte er sie vor Elise nicht bloßstellen! So etwas gehörte sich nicht und Mark war der letzte, der so etwas getan hätte.
Er hob die Hand und drehte den Zeigefinger wie eine laufende Filmrolle:

"Ok, registriert, sprich einfach weiter!"

Sie hatte nichts von ihrer Familie gehört. Mark wusste nicht, wen es noch gab, außer Adrian und Exodus. Aber dass ihr Zwilling sich nicht bei ihr meldete und sie nicht wusste, warum dem so war, war sicherlich nicht einfach für sie. Zu glauben, er wollte nicht antworten war einfacher, als zu wissen, er konnte sich nicht melden, dessen war er sich jedenfalls sicher. Markus kannte die Problematik. Vielleicht nicht aus ihrer Sicht, aber aus einer anderen Perspektive in einer anderen Angelegenheit.

"Ok. Also erst einmal: DIE hat einen Namen und da sie Mitglied im Rat ist und du wieder Teil des Ordens bist, wirst du dementsprechend Respekt zeigen. Meisterin Syonette! Verstanden?!"

Die Strenge in seiner Stimme war absolut gewollt. Er war Jedi-Wächter. Es war seine Pflicht im Orden und auch außerhalb für Ordnung zu sorgen und auch eine junge Bekannte oder gar Freundin würde dies nicht ändern können. Sie hatte sich zu fügen oder anders gesagt, sie musste sich integrieren, damit die Rückkehr zum Orden funktionierte. Finn legte nach der Zurechtweisung, welche für Alisah vermutlich neu war, von der Elise jedoch ein Liedchen zu singen wusste, eine kurze Pause ein, um sein Ale zu trinken.

"Ich weiß nicht, wo Adrian steckt. Tut mir leid!"

Kopfschüttelnd wandte er sich dann seiner ehemaligen Schülerin zu.

"Aber ich habe auch einen Zwilling. Eine Schwester zwar, also rennt nicht noch einer wie ich herum..."


Markus grinste bei der Vorstellung, ehe er fortfuhr und dabei wieder zu Alisah sah:

"... aber ich kenne das Problem. Alle denken, Zwillinge gehören zusammen. Das ist leider nicht immer so. Mel hat ziemlich jung geheiratet. Ich war nicht einverstanden damit, war völlig aus dem Häuschen, als ich erfuhr, dass der Kerl sie geschwängert hatte. Ich prügelte mich mit ihm und ließ sie dann auf Tatooine zurück. Ich habe den Kontakt komplett abgebrochen, mich der Ausbildung zum Jedi verschrieben. Ich wollte in die Fußstapfen unseres Vaters treten und... irgendwann auf die Suche nach ihm und unserer jüngeren Schwester gehen."

Der Corellianer schwelgte einen Moment in Erinnerungen. Er hatte sich nicht mehr auf die Suche gemacht, weil er gelernt hatte, Dinge anzunehmen, die er nicht ändern konnte.

"Vor einigen Jahren, nach der Schlacht um Corellia, bin ich ins Exil gegangen. Ich musste mich selbst wieder finden und einiges verarbeiten was damals passiert war. Ich ging dafür nach Tatooine und Mel und ihre Familie hießen mich willkommen und nahmen mich auf. Es war eine schöne Zeit!"

Markus lehnte sich in seinem Stuhl zurück und legte den Kopf etwas schief. Seine Mundwinkel regten sich zu einem sanften Lächeln:

"Was ich damit sagen will ist, dass wir manchmal den ersten Schritt tun müssen, aber für den zweiten Schritt sind die anderen zuständig. Auch wenn du das nicht beeinflussen kannst, Alisah, so geht das Leben doch weiter. Und es geht so weiter, wie es die Macht für uns vorbestimmt hat. Alles hat einen Grund und alles wird so kommen, wie es kommen soll. Also nimm dein Leben so an, wie es ist, mit seinen Höhen und Tiefen."

Er hob das Glas und prostete den beiden Mädchen zu:

"Das gilt auch für dich, Elise! Mit seinen Höhen und Tiefen!"




.:: Coruscant | Jedi-Tempel | Kantine | mit Elise und Alisah ::.
 
[Orbit um Coruscant, MC18 'Lucky Charm'] mit Lilith Morris

Es war ziemlich ereignislos, im Orbit zu warten. Und auch grundlegende Machtübungen konnten nicht darüber hinweg täuschen, dass die beiden Frauen schlicht warteten. Die Situation auf dem Planeten war nicht leicht. Der Zugang war beschränkt und eine Landeerlaubnis schwer zu bekommen. Noch schwerer war es anscheinend, von dem Planeten wieder fort zu kommen. Denn endlich als eine Nachricht kam war es mitnichten die Aufforderung zu landen, sondern an einer Orbitalstation anzudocken, wo die weiteren Mitglieder der Gruppe ihre Quarantäne absitzen mussten, ehe ihnen erlaubt wurde, Coruscant wirklich zu verlassen.
Logisch. Das Virus war äußerst gefährlich, vor allem für Menschen und Nahmenschen. Ihn zu verschleppen wäre eine katastrophe gigantischen Ausmaßes. Da würde es kaum einen Unterschied machen, welcherlei Heilmittel da draußen zu finden waren, sollte sich die ganze Galaxis anstecken. Andererseits gab es einen Punkt, den Cethra bedauerte.

"Tja, wir müssen wohl das Virus aus der Welt schaffen, ehe wir mal Coruscant besuchen können." Sagte Cet zu Lilith, während sie sich die Koordinaten der Station ansah und die Lucky Charm ausrichtete.
"Ich hätte sehr gern den Jedi Tempel besucht. Ich war noch nie dort, hab meine Ausbildung auf Lianna angefangen. Aber ich kenne natürlich aufzeichnungen. Der Tempel muss phantastisch sein. Tausende Jahre alt...in den Archiven da unten muss Wissen enthalten sein..."

Cet schüttelte den Kopf. Sie konnte sich kaum ausmahlen, was man dort nicht alles lernen konnte. Allein technische Beschreibungen von Schiffen aus vergangenen Tagen. Oder über die Geschichte des Ordens. Hach ja, das musste wohl warten.

Langsam navigierte Cethra durch den orbitalen Verkehr auf die Raumstation zu. Von hier oben aus wirkte der Planet so...normal. Vom Weltraum aus ließ sich ein Virus nicht erkennen. An der Station allerdings ließ sich erkennen, das etwas nicht stimmte. Es waren viele Schiffe in Warteposition, sogar einige Militäreinheiten. Quarantäne...

Ein kurzer Funkverkehr brachte Cethra eine Landeerlaubnis in einem kleinen Hangar, kaum groß genug für die Lucky Charm und weit ab von den zentralen Stationsbereichen. Aber es waren kaum andere Hangars frei.

Mit einem leichten Ruck setzte der Frachter auf und Cethra fuhr die Triebwerke und Systeme herunter.

"Schätze wir müssen wieder warten. Aber wenigstens können wir uns hier die Beine vertreten. Komm, lass uns mal sehen, was diese Station zu bieten hat." Sagte sie zu Lilith.

Sie ging in den Frachtraum, nahm ihre Sachen, prüfte den festen Sitz ihres Schwertes am Gürtel und warf ihren Mantel über und setzte die Kapuze auf. Dann öffnete sie die Einstiegsluke, damit Lilith und sie die Station betreten konnten.

[Orbitalstation, kleiner Hangar] mit Lilith Morris
 
[Weltraum zwischen Mon Calamari und Coruscant | GR-75 Transporter der Neuen Republik | Agent des NRGD Leland Fontaine, Dienstnummer 01-5589]


Leland schreckte hoch. Desorientiert und angespannt blickte er sich um. Es dauerte einen Moment, bis er realisierte, wo er war. Er war nicht in seinem Appartement, wie er es erwartet hätte, sondern befand sich im Transporter nach Coruscant. Je wacher sein Geist wurde, desto mehr entspannte er sich. Noch ein paar Bilder seines Alptraums flimmerten vor seinem inneren Auge, dann war das Geträumte auch schon wieder aus seinem Geist verschwunden. Er atmete langsam und tief aus.

Bildete er es sich nur ein, oder war es besser geworden? Er fühlte sich nicht ganz so schlimm, wie sonst nach solchen Alpträumen und die Bilder hatten sich auch nicht in seinen Geist eingebrannt.

Halb aus Verwirrung halb aus Reflex rieb er sich mit Daumen und Zeigefinger den Nasenrücken. Wie war diese Besserung zu erklären? Die Versuche in seinem Geist nach Antworten zu suchen klappen eher kläglich. Mit seinem Psychologischen Halbwissen ergab dass alles noch weniger Sinn. Eigentlich sollte die Rückkehr an den Ort einer Tragödie beziehungsweise eines traumatischen Ereignisses, dieses verstärken.

Warum also sollte es ihm besser gehen? Er konnte es nicht nachvollziehen. Stattdessen merkte er, dass er immer noch müde war und dieses Grübeln es noch weiter verstärkte. Und da er scheinbar gerade eine Phase der Besserung durchlief, beschloss er diese zu nutzen um möglichst noch etwas mehr Schlaf nachzuholen. Er schloss also die Augen.

Erstaunlicherweise erwachte er erst wieder, als sie den Hyperraum verließen. Erst ein Blick auf sein Chronometer verriet ihm, dass er mehrere Stunden geschlafen hatte. Und er fühlte sich zum ersten Mal seit langem wieder wie ein halbwegs normal funktionierender Mensch. Ein ungemein gutes Gefühl.

Das mulmige Gefühl, dass er die ganze Zeit wegen seiner Rückkehr nach Coruscant gehabt hatte, war nun wie weggeblasen. Mit frischer Energie streckte er sich in seinem Sitz ausgiebig. Es waren nur noch wenige Minuten bis er wieder dort war. Doch wenn er jetzt über seine Taten nachdachte, schienen sie ihm so viel weiter weg als sonst.

Doch der Frachter ging nicht wie erwartet in den direkten Landeanflug auf Coruscant, sondern steuerte stattdessen eine Militärstation im Orbit an. Das erstaunte Leland doch ein wenig. Sollte er nicht so schnell wie möglich mit seiner Aufgabe auf der Oberfläche beginnen? Wer konnte denn ahnen, wie lange er nun hier festsitzen würde.

Etwas verstimmt wartete er in seinem Sitz darauf, dass er endlich die Erlaubnis bekam, den Transporter zu verlassen. Dann endlich konnte er den immer beengender wirkenden Transporter Verlassen.

Im Hangar der Station erwartete ihn rege Betriebsamkeit und wie es schien, wurden hier Wichtige Güter von den Großen Transportern in kleinere Umgeladen, um mit diesen auf dem Planteten verteilt zu werden.

Obwohl Leland mit seinem schwarzen Anzug unter den einheitlichen Farben des Militärs hervorstach, schien er doch in der Menge unterzugehen und niemand nahm wirklich Notiz von ihm. Er schüttelte ungehalten den Kopf. Manchmal musste man sich wirklich Fragen, wer beim Geheimdienst die Reisen plante.

Bevor er sich noch weiter in seine Wut hinein steigern konnte, tippte ihm jemand auf die Schulter.

Leland fuhr herum. Im ersten Moment war es hinter ihm leer, erst als er etwas nach unten sah, erkannte er einen Bothaner hinter sich stehen, der selbst für seine Rasse ein recht klein geratenes Geschöpf zu sein schien.

Er trug die verschmutzte Kleidung eines Mechanikers.

"Entschuldigung, Sir, Ihnen ist das hier herunter gefallen", räusperte sich der Mann und hielt Leland etwas in seiner Hand hin. Der Agent war bereits dabei, zu einem Widerspruch anzusetzen, da erkannte er, was der Bothaner in der Hand hatte.

Es war ein kleiner Zylinder, wie er zum geheimen Transport von Informationen diente.

Immer noch etwas Perplex nahm Leland den Gegenstand entgegen. Er starrte den kleinen Zylinder in seiner Hand für einen ganzen Augenblick an und als er aufblickte und gerade zu einem "Dankeschön" ansetzen wollte, war der Bothaner schon wieder verschwunden.

Der hochgewachsene Lianner schüttelte verwirrt den Kopf und setzte seinen Weg fort, nicht ohne den Zylinder fest in seiner Hand zu umklammern und diese in die Tasche seines Jacketts zu stecken.

Er kam nur ein paar Schritte weit, da erwartete ihn auch schon ein Soldat. Nervös winkte er ihn zu sich.

"Agent, Sir, hier her bitte", meldete er sich ungeduldig zu Wort, als Leland bereits sichtbar in seine Richtung unterwegs war. "Der NRGD hat hier einige eigene Kabinen, hier entlang bitte."

Er deutete in einen der Gänge und schien sich im selben Moment bereits in Bewegung zu setzen und davon zu hetzen. Leland musste seine Schrittzahl tatsächlich ein wenig steigern, um bei ihm mithalten zu können.

Dann irgendwann, in einem Gewirr von Gängen angekommen, hielt der Soldat an und deutete auf eine Kabinentüre die lediglich mit einer üblichen alphanumerischen Ortsangabe versehen war.

Er versicherte sich nur kurz, dass der Agent die richtige Tür betrat und dann ging er auch schon nach einem kurzen Salut von dannen.

Leland schüttelt halb amüsiert halb beleidigt den Kopf und trat in seine Kabine ein. Sie war für militärische Verhältnisse recht geräumig und womöglich eigentlich für Unteroffiziere entworfen worden. Es befand sich ein Hochbett darin, sowie zwei Spinde und ein Schreibtisch mit einem Stuhl.

Leland seufzte und stellte seinen Koffer auf dem unteren Bett ab. Dann verriegelte er die Tür von innen und setzte sich an den Schreibtisch. Er legte den Zylinder vor sich auf die polierte Eisentischplatte und öffnete mit einer geschickten Handbewegung. In ihm befand sich ein Mikromedium, welches jedes Wiedergabegerät des Geheimdienstes auslesen konnte. Natürlich zählte er ein solches Gerät zu seiner Ausrüstung.

Es war klein genug, um in die Innentasche seines Anzuges zu passen und erfüllte neben der Aufgabe der verschlüsselten Kommunikation über verschiedene Kanäle auch die Aufgabe als Wiedergabegerät. Dabei war es Rechteckig geformt und passte gut in Lelands Hand.

Er verband nun also den Speicher mit diesem handlichen Alleskönner und bekam auf dem Display eine Textnachricht angezeigt. Unvermittelt begann er diesen Auftrag oder was es sein mochte zu lesen. Nach nur wenigen Zeilen entspannte sich seine Miene. Seine Mission hier hatte eine neue Wende genommen und er konnte damit recht zufrieden sein. Coruscant würde fürs erste nur eine Art Zwischenstopp für ihn darstellen.

Seine Neue Mission schien erstaunlich viel Geheimhaltung zu erfordern, schließlich würde sie ihn auf einen imperialen Planeten führen. Und dass zusammen mit Jedi und Abgesandten des Senats. Freudige Erwartung erfüllte ihn und er musste sich zwingen, die Nachricht bis zu ihrem Ende zu lesen. Danach vernichtete er sie Fachgemäß und schaltete den Holoprojektor ein. Er hatte noch viel Vorzubereiten, bevor es los ging.



[Core | Corusca-System | Orbit von Coruscant | Militärstation der Neuen Republik | Agent des NRGD Leland Fontaine, Dienstnummer 01-5589]
 
[Coruscant-System | Coruscant | Obere Ebenen | Verhörzentrum des NRGD | Raum 101 | Lieutenant Commander Arkadi Duval, Nashana Delentes, Wachen (NSC)

Die Unterbrechung des Verhörs hatte Arkadi und Nashana die Gelegenheit gegeben, nachzudenken und ihre Optionen abzuwägen. Nach Ansicht des blonden Agenten war der der Gefangenen gegenüber mehr als großzügig gewesen und hatte ihr mehrmals die Gelegenheit geboten, ihr Leiden mit einem einfachem Geständnis zu beenden, ja, er hatte die Togruta sogar von der Schwelle des Todes gezogen und ihr das Leben gerettet. Das war, wie das Mitgefühl, das er ihr jetzt vorgeblich entgegenbrachte, jedoch bloß Mittel zum Zweck. Arkadi hatte einsehen müssen, dass die ehemalige Ministerin zäher war, als er ursprünglich angenommen hatte, doch zuversichtlich war er weiterhin davon überzeugt, sie schlussendlich doch brechen zu können. Psychologisch geschickt hatte er ihr erst großes Leid zugefügt und sich dann als Befreier aus diesem Leid in Szene gesetzt, begleitet von dem Versuch, das ungewöhnliche Band zwischen Täter und Opfer durch Nähe und Umkehrung der Schuld zu stärken. Wenn Nashana glaubte, dass sie selbst für die Folter verantwortlich war, und Arkadi sie erlösen konnte, würde sie aufgeben und das Geständnis liefern, das er und seine Vorgesetzten wollten. Danach konnte man mit der Politikerin verfahren, wie es ihnen beliebte, vielleicht würde man tatsächlich das Versprechen einhalten und sie nach einigen Jahren und nachdem man ihren Fall gewinnbringend ausgeschlachtet hatte aus dem Gefängnis entlassen, oder aber sie würde für den Rest ihres Leben in einer dunklen Zelle auf einer fernen Welt verschwinden und nie wieder gesehen werden, dem blonden Mann war das im Grunde gleichgültig. Das Schicksal eines einzelnen Lebewesens war irrelevant angesichts der Bedrohung, der die Neue Republik ausgesetzt war, und wenn man die Togruta opfern musste, damit der NRGD endlich die notwendigen Mittel und Befugnisse erhielt, um gegen Korruption, Unfähigkeit und Verrat vorzugehen, dann war dieses Opfer mehr als verschmerzbar. Wenn sie klug war, würde Nashana es ihm leicht machen und jetzt gestehen, beschwörend sah Arkadi ihr in die Augen und hielt ihre Hand, drängte sie stumm dazu zu tun, was er wollte. Doch zum Ärger des Agenten brach die Gefangene nicht, sie hatte sich keinen Zentimeter bewegt und ihre Lippen formten ein höhnisches Lächeln. Ihr Körper mochte am Ende sein, schwach und ausgelaugt, doch in ihren Augen sah Arkadi eine ungeahnte Stärke, die weitaus das übertraf, was er ihr mit seinen irreführenden Worten zugebilligt hatte. Sein Griff um ihre Hand wurde stärker, drohend, doch auch diese Einschüchterung verfehlte ihr Ziel. Mit fester Stimme und einem Ton, der nahelegte, dass sie Arkadi zugleich verachtete und bemitleidete, bekräftigte die ehemalige Ministerin ihr Bekenntnis zur Wahrheit und ihre Ablehnung der Methoden des Agenten, sie gestand ihm zwar zu, dass sie wohl beide aus ihrer jeweiligen Sicht das Wohl der Neuen Republik im Sinn hatte, bezeichnete ihn aber dennoch als „Imperialen im Geiste“, der keinen anderen Weg außer dem seinen sehen konnte. Die kühlen blauen Augen des Menschen wurden schmaler, als Nashana deutlich machte, dass sie nicht lügen würde, auch nicht angesichts der Drohung mit Folter und Tod. Sie beugte sich lediglich dem Recht, und das das, was Arkadi tat, Recht war, bestritt sie energisch. Mehrere Momente herrschte Stille, als Arkadi die Gefangene betrachtete, nach Zeichen von Schwäche oder Zweifeln suchte, doch die Togruta wirkte unerschütterlich und bereit, wenn nötig weiteren Schmerzen und dem Tod ins Auge zu blicken. Der ehemalige Soldat ließ langsam ihre Hand los, stand auf und nickte knapp, seine Stimme war betont ruhig, um nichts von seinen Gedanken zu fühlen. Um Distanz zwischen sich und Nashana zu bringen, drehte sich Arkadi um und verschränkte die Arme hinter dem Rücken.


„Sie sind also bereit, für Ihre Überzeugungen zu sterben. Das respektiere ich. Das Problem ist bloß...“


Der Agent drehte sich langsam um und musterte die Politikerin abschätzig, seine Stimme wurde kälter, das geheuchelte Mitgefühl war gänzlich daraus verschwunden und ersetzt worden von gnadenloser, emotionsloser Entschlossenheit.


„...für etwas zu sterben macht es nicht wahr, lässt es nicht Realität werden. Was glauben Sie, was jetzt passieren wird, Miss Delentes? Ich werde das Verhör fortsetzen und Ihren Kopf wieder und wieder unter Wasser tauchen, bis Sie es sich anders überlegen oder sterben. Und wenn Sie hier unten sterben...Nun, Sie glauben, eine Märtyrin zu werden? Sie irren sich. Wir werden Ihre Leiche verbrennen und die Asche im Wind verstreuen, die Aufzeichnungen löschen und behaupten, nicht zu wissen, was mit Ihnen passiert ist. Niemand wird sich an Sie erinnern. Es wird so sein, als hätte es Sie niemals gegeben. Oh, vielleicht wird jemand Fragen stellen, wird versuchen herauszufinden, was passiert ist, aber sie werden werden scheitern. Ihr Leben endete in dem Moment, in dem Sie diesen Raum betraten. Sie sind bereits tot, Sie wissen es bloß noch nicht.“


Arkadi krempelte seine Ärmel hoch und trat näher, packte die Togruta am Hinterkopf und drückte sie wieder nah an die Wasseroberfläche, nah genug, dass ihre Nasenspitze das kalte Wasser berührte.


„Erlauben Sie mir, mein Argument zu verdeutlichen.“


Meinte der Agent gehässig und presste den Kopf der Politikerin unter Wasser, zählte geduldig auf seinem Chrono mit und riss sie dann wieder hoch, damit sie nach Luft schnappen konnte. Grob zwang der blonde Mann Nashana, ihn anzusehen und kam ihr so nah, dass er ihren hektischen Atem auf der Haut spüren konnte, seine blauen Augen funkelten zornig, als er sich nur wenige Zentimeter von ihrem zerbrechlichen Körper entfernt zu seiner vollen Größe aufrichtete und auf die junge Frau starrte, als wäre sie ein lästiges Insekt. Die Worte der Togruta hatten ihn getroffen und ihr Widerstand machte ihn wütend.


„Glauben Sie, das ist das Schlimmste, das ich Ihnen antun kann? Sie haben ja keine Ahnung, zu was ich fähig bin. Ich würde alles für die Neue Republik tun, verstehen Sie das? Alles. Deshalb bin ich stärker als Sie. Deshalb braucht sie Lebewesen wie mich, wenn sie überleben will. Um das Imperium zu besiegen, müssen wir die Spreu vom Weizen trennen und Sie, Miss Delentes...sind Spreu. Hier unten sind Sie ganz allein und ich kann mit Ihnen tun und lassen, was mir gefällt. Letzte Chance: Gestehen Sie!“


Die Gefangene brach noch immer nicht und nun am Rande der Frustration drückte Arkadi ihren Kopf wieder unter Wasser, hielt ihn länger und länger dort, egal wie sehr Nashana strampelte. Die beiden Wachen am Eingang sahen einander nervös an, je länger die Qualen der Togruta dauerten, und einer der Wächter räusperte sich unsicher und tippte an sein Komlink, er hatte eine wohl eine Nachricht erhalten


„Sir, Sie werden...

Arkadi wirbelte herum und funkelte den Zabrak mit blankem Hass im Gesicht an.


„WAS?“


Brüllte der blonde Mann. Der Wächter wich ein Stück zurück, schluckte und nahm seinen Mut zusammen.


„Sie...Sie werden im Besprechungsraum erwartet. Sofort.“

Einen langen Moment hielt Arkadi inne, dann hob er widerwillig Nashanas Kopf hoch und ließ die Togruta los, angeekelt wischte er sich an einem Handtuch die Hände ab und verließ ohne ein Wort den Raum. Er hatte sich kaum ein wenig beruhigt, als er den Konferenzraum betrat und von einem Holo von Commander Izari begrüßt wurde, der Bothaner sah alles andere als glücklich aus.


„Duval, brechen Sie das Verhör auf der Stelle ab und treffen Sie mich an den Koordinaten, die ich auf Ihr Datapad übermittelt habe. Die Operation ist aufgeflogen und Angehörige des...gemäßigten Flügels des NRGD sind auf dem Weg, um die Gefangene zu übernehmen. Machen Sie sich keine Sorgen, wir kennen uns mit Schadenskontrolle aus, aber Sie sollten nicht mehr dort sein, wenn die Agenten eintreffen. Ich weise unsere Leute an, alle Beweise für eventuelles..Fehlverhalten zu beseitigen. Dann steht nur noch das Wort der Gefangenen gegen unseres. Ich nehme an Sie waren klug genug, keine sichtbaren Spuren zu hinterlassen?“

Die Worte trafen Arkadi wie ein Schlag und er ballte die Hände zu Fäusten, nickte aber gehorsam.


„Ja, Sir.“


Izari nickte zufrieden und sein Holo flackerte und verblasste. Arkadi blieb einen Moment stehen, dann rückte er seine Uniform zurecht und kehrte in den Verhörraum zurück. Der Eimer war bereits verschwunden und einer der Wächter kümmerte sich darum, die Gefangene ein wenig aufzupäppeln und ihr Beruhigungsmittel zu verabreichen. Alle Aufzeichnungen des Verhörs wurden rasch, aber äußerst gründlich gelöscht und demonstrativ wischte Arkadi vor den Augen von Nashana noch einmal seine Hände an dem Handtuch ab, während er sie anstarrte.


„Das ist noch nicht vorbei. Wir sehen uns wieder, Miss Delentes...an einem Ort, an dem es keine Dunkelheit gibt.“


Ein letzter Blick, dann drehte sich der Agent um und ging, er hatte das Gebäude kaum verlassen, als zwei Speeder eintrafen. Zu spät. Die Beweise waren vernichtet, eine Tarngeschichte bereits erdacht und somit stand Aussage gegen Aussage. Kein Sieg, aber auch keine Niederlage.


[Coruscant-System | Coruscant | Obere Ebenen | Speeder des NRGD | Lieutenant Commander Arkadi Duval
 
[Coruscant-System | Coruscant | Obere Ebenen | Speeder | Lieutenant Commander Arkadi Duval

Nachdenklich starrte Arkadi vor sich hin, als ein unmarkierter, unauffälliger Speeder des NRGD mit dunkel getönten Scheiben ihn zu einem Treffen transportierte, das bereits seit geraumer Zeit im Raum gestanden hatte und nun tatsächlich stattfinden würde. Nach den erfolgreichen Operationen der vergangenen Tage hatte Commander Izari, der Leiter der Coruscanter Zelle der Sektion Null, den blonden Mann zu seinem Hauptquartier einbestellt. Es ging um mehr als eine bloße Einsatznachbesprechung, das spürte der Agent, denn so etwas wäre über einen sicheren Kanal via Holo erledigt worden. Nein, etwas größeres stand bevor, ein wichtiges Ereignis, das seine Karriere verändern würde, und vielleicht noch weitaus mehr. Arkadi betrachtete die Einladung von Commander Izari als Respektbekundung, der Bothaner zog es vor, im Schatten zu agieren und zwischen sich und seinen Leuten einen gewissen Abstand zu wahren, wenig überraschend angesichts der heiklen Natur seiner Arbeit und der dafür notwendigen strikten Geheimhaltung. Die Sektion Null arbeitete nach ihre eigenen Regeln und Gesetzen, Außenstehende wurden nicht in ihre Projekte eingeweiht. Doch offenbar zählte Arkadi nicht mehr zu den Außenstehenden und man zählte ihn in der Coruscanter Zelle zu einem der ihren, eine ebenso interessante wie potentiell gefährliche Entwicklung. So hing der ehemalige Soldat, der seine hellbraune Uniform mit dem schwarzen Hemd und den Rangabzeichen eines Lieutenant Commander trug, seinen Gedanken nach. Für die Fahrt zum Treffpunkt hatte man darauf verzichtet, ihm einen Sack über den Kopf zu stülpen, doch die Scheiben waren so stark verdunkelt, dass er nichts erkennen konnte, und die beiden schweigsamen Fahrer vorne im Speeder fuhren ohne Zweifel Umwege und nicht direkt zu ihrem Ziel. Vor dem Einsteigen war Arkadi gründlich auf Waffen, Abhörgeräte oder andere Gefahrenquellen untersucht worden, eine Vorsichtsmaßnahme, die er gut verstehen konnte. Ohne Misstrauen überlebte man in diesem Metier nicht lange und Coruscant war ein Ort, an dem sich Spione und Agenten tummelten und man niemandem wirklich trauen konnte. Der Speeder vollführte eine scharfe Kurve und wechselte die Spur, bevor er in eine Seitengasse einbog, langsamer wurde, in eine Einfahrt fuhr und schließlich zum Stehen kam. Arkadi blieb sitzen, bis die Tür geöffnet wurde und er aussteigen konnte. Der ehemalige Unteroffizier fand sich vor einem schmucklosen, ockerfarbenem Gebäude wieder, dessen massive Wände und der Mangel an Fenstern für den Eindruck einer Festung sorgten. Beiläufig sah sich Arkadi um und entdeckte mehrere Überwachungskameras, er war sich sicher, dass es noch weitaus mehr gab, die selbst seinem geschulten Auge verborgen blieben. Ein massives Tor befand sich hinter ihm und den geparkten Speeder und hohe Mauern umrahmten den Innenhof. Er wurde bereits erwartet, zwei Männer in dunkler, praktischer Kleidung kamen auf ihn zu, sie trugen kompakte Blasterkarabiner. Weitere Wachen in ähnlicher Ausrüstung patrouillierten auf dem Innenhof und an der Mauer und am Eingang des Gebäudes konnte der Agent zwei massive B2-Superkampfdroiden erkennen, die wie Statuen dort Wache hielten. Einer der Sicherheitsleute, ein kräftiger Chagrianer, nickte ihm zur Begrüßung knapp zu, seine tiefe Stimme war leise, aber autoritär, als er näher kam, während sein Kollege, ein Quarren, ihn absicherte. Sicherheit wurde hier großgeschrieben, auch der Speeder war vor der Einfahrt sicher gründlich kontrolliert worden.

„Sie werden erwartet, Lieutenant Commander Duval. Bitte folgen Sie uns, sobald der Scan abgeschlossen ist.“

Arkadi neigte zustimmend den Kopf und der Chagrianer holte einen Scanner hervor, mit dem er den Agenten gründlich überprüfte, anschließend tastete er den Menschen ab und gab seinem Kollegen dann ein kurzes Zeichen, worauf dieser ein paar Worte in sein Komlink murmelte. Die beiden Männer und die anderen Wachen waren Profis, ihre Bewegungen sparsam und effizient und ihre Augen waren die von Lebewesen, die zum Töten ausgebildet worden waren, wachsam und hochkonzentriert. Ehemalige Militärs wie er, wahrscheinlich auch Schwere Infanterie, wie Arkadi anhand von ein paar Angewohnheiten vermutete. Der chagrianische Wachmann bedeutete dem Agenten, ihm zu folgen, der Quarren blieb dabei in Arkadis Rücken. Sie näherten sich dem Eingang und wurden dort erneut gescannt und Codes wurden eingegeben, dann konnten sie passieren. Im Innern des Gebäudes fühlte sich Arkadi wie in einer anderen Welt, im Gegensatz zum schmucklosen Äußeren war hier alles sorgfältig und eindeutig mit viel Geschmack eingerichtet. Elegante Statuen und Büsten säumten den Weg und er erkannte einige Gemälde an den Wänden wieder. Historienmalerie, sie zeigten große Staatsmänner, Generäle und Philosophen aus der Geschichte der Neuen Republik. Neugierig beäugte der Agent, der in damals, vor langer Zeit, Künstler hatte werden wollen, die Gemälde. Früher hätte ihn nichts davon abhalten können, eine Zeichnung dieser Schönheit anzufertigen, heute aber konnte er kaum mehr als einen beinah wehmütigen Blick dafür opfern. Die Wachen und er stiegen eine Doppeltreppe hinauf und gingen einen Gang entlang, bis vor einem Raum mit einer große, starken Holztür ankamen, die mit Durastahl verstärkt worden war. Zwei weitere Kampfdroiden hielten dort stumm Wache, bis der chagrianische Wächter per Komlink meldete, dass Arkadi eingetroffen war.

„Bitte, Sir, treten Sie ein.“

Beschied der Wachmann dem blonden Menschen und die Tür schwang auf und Arkadi straffte seine Haltung und schritt über die Schwelle, er war kaum eingetreten, da schwang die Tür hinter ihm zu. Die Macht der Gewohnheit führte dazu, dass der Agent sich erst einmal gründlich umsah. Es befanden sich mehrere Lebewesen in dem Raum, die durch das leicht gedämpfte Licht nicht gleich gut zu erkennen waren. Leise klassische Musik spielte, von einem Komponisten, der wegen seiner Ansichten im Imperium exekutiert worden war, wie Arkadi auffiel. Am hinteren Ende des Raumes, hinter einem großen hölzernen Schreibtisch, saß Commander Izari, der Bothaner hatte die Hände aneinander gelegt und hob leicht den Kopf, als er Arkadi ansah. Neben dem Schreibtisch stand eine groß gewachsene, schlanke Mirialanerin, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, sie trug eine dunkle, beinah schwarze Uniform, die sie fast mit dem dunklen Raum verschmelzen ließ. Arkadi trat näher und nahm Haltung an, sein Blick glitt unauffällig über die anderen Personen im Raum, die links und rechts auf Sesseln saßen. Zu seiner rechten saß ein Sullustaner in der Uniform der Armee der Neuen Republik, er hatte den Rang eines Colonels inne. Ein Vertreter der Streitkräfte, hier? Neben ihm saß ein schlanker, dünner Mensch Anfang sechzig, sein graues Haar war elegant gekämmt, er trug einen maßgeschneiderten grauen Anzug und zog mit neutraler Miene an einer Zigarette. Ihm gegenüber befand sich eine Pantoranerin mittleren Alters, die eine schlichte orange Robe trug und ebenfalls rauchte, sie lehnte sich entspannt in ihrem Sessel zurück. Eine höchst bemerkenswerte Gruppe, fand Arkadi, behielt aber einen ausdruckslosen Gesichtsausdruck bei, als Commander Izari sich räusperte, er deutete auf einen noch freien Sessel neben der Frau.

„Willkommen, Lieutenant Commander Duval. Setzen Sie sich.“

Arkadi kam der Aufforderung nach, behielt seine wachsame, aufrechte Haltung aber bei. Einen Moment herrschte Schweigen, dann stand der Bothaner auf, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und wandte sich von den anderen ab.


„Lieutenant Commander, haben Sie mich und diese Personen schon einmal zuvor zusammen gesehen?“

Der angesprochene Agent schüttelte mit ausdrucksloser Miene den Kopf.


„Nein, Sir.“


Izari nickte leicht, seine Stimme wurde etwas ruhiger, als er fortfuhr.


„Haben Sie während Ihrer aktiven Militärzeit dem NRGD im Rahmen der Operation „Surgeon“ geholfen, eine Gruppe imperialer Offiziere hinter feindlichen Linien auf Ploo zu eliminieren?“

Arkadi schwieg einen kurzen Moment, als ihm klar wurde, was das hier war, dann schüttelte er den Kopf, er war vollkommen gelassen.


„Bedaure, Sir, eine solche Operation ist mir nicht bekannt.“


Ein leichtes Lächeln blitzte in Commander Izaris Gesicht auf, er machte eine kurze Pause.


„Liefen gegen Sie und Angehörige Ihrer Einheit Ermittlungen des MAD, weil man sie verdächtigte, imperiale Kriegsgefangene exekutiert zu haben?“

Arkadi hob leicht den Kopf, sein Blick war so kalt wie seine Stimme.


„Nein, Sir.“


Einen Moment herrschte Stille, dann nickte der Bothaner und lächelte zufrieden.


„Entspannen Sie sich, Duval. Jeder hier in diesem Raum versteht was es bedeutet, Krieg gegen das Imperium zu führen. Zigarette?“

Izari holte eine Packung hervor und bot sie Arkadi an, der dankend ablehnend den Kopf schüttelte. Der Bothaner wollte die Packung wieder verstauen, da fiel sie ihm aus der Hand. Sie hatte noch nicht einmal die Hälfte des Weges zurückgelegt, da schnellte die Mirialanerin an der Seite des Commanders nach vorne, packte zu und erwischte die Packung, nahezu lautlos und grazil reichte sie sie Izari und kehrte dann in ihre Ausgangsposition zurück, ihr Gesicht völlig ausdruckslos. Beeindruckt wölbte Arkadi eine Augenbraue, diese Agentin war extrem schnell. Izari nickte der Frau knapp zu und räusperte sich dann, während er sich Arkadi zuwandte.


„Sehen Sie, Lieutenant Commander, die meisten Lebewesen versuchen, ihre Leben zu kontrollieren, um eine freiere, glücklichere und produktivere Existenz zu sichern. Oft aber geraten unsere Ziele in Konflikt mit den Zielen anderer.“

Der sullustanische Colonel, der Arkadi gegenübersaß, lächelte sardonisch.


„Es lebe das Imperium!“

Murmelte er spöttisch und in Imitation des Tons der imperialen Propaganda. Commander Izari nickte leicht und fuhr fort.


„Nun, Wesen, die meisten gewöhnlichen Wesen, sind kaum in der Lage ihre eigene selbstbezogenen Leben zu kontrollieren. Sie befehligen Armeen von Anwälten, bewaffnet mit Papier, die mit feigem, rachsüchtigem Eifer attackieren. Andere agieren in den labyrinthischen Wirren der Bürokratie. Und dann, Lieutenant Commander...“

Der Bothaner machte eine Pause, holte eine Zigarette hervor, zündete sie an und nahm einen Zug, bevor er Arkadi fixierte.


„...gibt es außergewöhnliche Lebewesen. Diejenigen, die die Verantwortung erkennen, verstehen und tragen müssen, nicht bloß für ihre eigene Existenz, sondern für die ihrer Nation und letztendlich der ganzen Galaxis. Sie, Duval, glauben wie wir, dass die Neue Republik sich ändern muss, wenn sie den Kampf gegen das Imperium gewinnen will, und wie wir haben Sie die Kontrolle über diese Ansicht übernommen, um sie Realität werden zu lassen. Wir glauben, dass Sie wie wir eines dieser außergewöhnlichen Lebewesen sind.“

Arkadi hatte stumm und beeindruckt zugehört, er ließ sich aber noch keine Reaktion anmerken. Der Commander sprach aus, was er dachte, was er schon lange dachte. Izari nahm einen weiteren Zug und trat dann auf den Menschen zu.


„Sie müssen wissen, Duval, dass das, was ich Ihnen nun sagen werde, der allerstrengsten Geheimhaltung unterliegt. Niemand außerhalb dieses Raumes weiß davon. Nicht der NRGD, nicht der Rest der Sektion Null. Wenn Sie dem zustimmen, was ich Ihnen anbiete, werden Sie ein Leben in den Schatten führen. Es wird keine Akte über Ihre Verdienste geben, keine Anerkennung für das, was Sie getan haben oder tun werden. Sie werden ein Geist sein, ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Sind Sie dafür bereit?“

Es dauerte nur einen Augenblick, bis Arkadi antwortete, er sah dem Bothaner in die Augen, Entschlossenheit in Blick und Stimme. Es war soweit
.

„Ja, Sir.“


Izari nickte zufrieden.


„Gut. Seit dem Friedensvertrag mit dem Imperium und dem Ausbruch des Imperiums befindet sich die Neue Republik am Rande des Abgrunds. Eine Situation, die niemals eingetreten wäre, wenn Kanzler Aeksar Quún in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Streitkräfte und der Senat als Kontrollorgan des Geheimdienstes nicht erbärmlich versagt hätten. Diesen Politikern fehlt die Ausbildung, die Entschlossenheit und der Wille, um die Neue Republik vor der totalen Vernichtung zu bewahren. Ich denke ich muss niemanden in diesem Raum daran erinnern, dass wir mit einer biologischen Massenvernichtungswaffe angegriffen wurde, die täglich neue Opfer fordert. Und wie sieht die Reaktion der Politik aus? Man wird das Imperium verurteilen, sobald das bekannt wird, man wird drohend mit dem Säbel rasseln, ohne die Absicht, wirklich zuzuschlagen und diesen Krieg ein für alle mal zu beenden. Aber wir, meine Damen und Herren...wir werden das. Wir haben uns auf diesen Tag vorbereitet und wir werden nicht versagen. Lieutenant Commander Duval, willkommen bei der Sektion Null. Willkommen bei der Phönix-Zelle.“

Feierlich reichte Izari dem blonden Mann die Hand, Arkadi stand auf und schüttelte sie, dann klopfte der Bothaner ihm anerkennend auf die Schulter.


„Ich möchte Sie mit den Gleichgesinnten bekannt machen, die hier versammelt sind. Da wäre Colonel Timeon Hadrian, unser Mann bei den auf Coruscant stationierten Bodentruppen...“

Der Sullustaner lächelte, eine genuin freundlich wirkende Geste, und nickte Arkadi höflich zu.


„Ist mir eine Ehre. Keine Sorge wegen der Uniform, ich gehöre seit ich denken kann zur Sektion Null. Aber verraten Sie das nicht dem MAD.“

Meinte der Offizier trocken. Die Rivalität zwischen dem NRGD und dem Militärischem Abschirmdienst war legendär und in den Augen nicht weniger Agenten war die bloße Existenz dieser dem Militär zugeordneten Behörde ein Affront gegenüber dem NRGD. Izari deutete auf den eleganten Menschen, der gerade seine Zigarette ausdrückte.


Geran Oric, CEO von Golden Shield Security. Er stellt das Wachpersonal, das Sie draußen begrüßt hat.“

Oric erhob sich und schüttelte Arkadi die Hand, er hatte einen kräftigen, energischen Händedruck.


„Sehr erfreut, Sie unserer Gemeinschaft begrüßen zu dürfen. Für mich gilt das selbe wie für den guten Colonel, nur dass ich den privaten Sektor vorziehe. Weniger Bürokratie, mehr Ergebnisse. Mein Personal hat Sie hoffentlich beeindruckt. Handverlesen, allesamt aus den besten Einheiten der Streitkräfte rekrutiert. Ein paar alte Kameraden von Ihnen sind soweit ich weiß auch darunter.“

Stolz schwang in der Stimme des Unternehmers mit und Arkadi nickte.


„Ihre Leute machen einen guten Eindruck.“


Gab er knapp, aber anerkennend zurück. Izari setzte die Vorstellungsrunde fort und die Pantoranerin meldete sich zu Wort, sie zog an ihrer Zigarette und neigte höflich den Kopf.


„Bürgermeisterin Tiki Loroshan. Erst kürzlich Teil dieser Gruppe, wie ich gestehen muss, aber nicht minder engagiert. Es wird Zeit für Veränderungen.“

Arkadi kannte die Politikerin, sie war für eine der Oberen Ebenen Coruscants zuständig und man munkelte, dass sie Ambitionen in Richtung des Senats hatte. Der Agent nickte knapp und so war die letzte in der Runde dran, die schweigsame Mirialanerin.


„Lieutenant Zira Kirillia, Assistentin des Commanders. Erfreut, Sir.“

Die Stimme der grünhäutigen Frau war glatt und kalt wie Eis und ihr Blick hochkonzentriert, Arkadi war sich sicher, dass sie für den Bothaner nicht nur Papierkram erledigte, sondern wenn nötig Hindernisse leise und diskret aus dem Weg räumte. Das also war die Gruppe, von der Izari gesprochen hatte. Eine Gruppe, die bereit war, die Neue Republik um jeden Preis zu schützen und zu bewahren. Es war...richtig, dazuzugehören. Das hier war seine Bestimmung.


[Coruscant-System | Coruscant | Obere Ebenen | Sicheres Haus | Besprechungsraum | Lieutenant Commander Arkadi Duval, Commander Askar Izari, Lieutenant Zira Kirilia, Colonel Timeon Hadrian, Tiki Loroshan, Geran Oric (NSC)
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, im Ratsturm – Wes' Büro – Wes (allein)

Ians Antwort kam prompt, noch bevor Wes sein Büro erreicht hatte. Positiv war, dass der Taanaber dadurch Weg sparte. Negativ dagegen… auf seinem Schreibtisch fand der Jedirat ein Datapad mit einem als wichtig gekennzeichneten Vermerk von Jediheiler Ji Vewis, also Forschungsabteilung… Also keine Rückkehr in die Cantina heute. Wes tat es leid für Elise und natürlich genauso für Markus und Alisah, mit denen zusammen er gerne noch ein wenig gefeiert hätte. Doch die Pflicht durfte man nicht warten lassen, nicht als Jedi. In diesem Momenten wünschte er sich schon mal eine ganz normale Arbeit, von der er nach Hause gehen konnte und anschließend seine Ruhe hatte. Oder Wochenenden. Derartigen Leerlauf hatte es früher schon mal gegeben, doch seit der C-Virus-Krise gab es für niemanden mehr eine Pause. Nicht für die Heiler, aber auch nicht für jene, die den Laden am Laufen hielten und dafür sorgen, dass diese arbeiten konnten.

Wenig überraschend war freilich, dass das Kommunique sich auch wieder um das Virus drehte:


»Information über den Sachstand bezüglich der Erforschung der erbeuteten Virusproben Aurek bis Esk«

War es umständlich-bürokratisch betitelt. Der Bith holte lang und weit aus und neigte zu Erklärungen, die eh jeder kannte. Wie die Jedi an die Proben gelangt waren, brauchte Wes auch nicht zu lesen, schließlich war er dabei gewesen. Er las also quer bis zu den Abschnitten, wo er wirklich interessant wurde.

»…machen wir Fortschritte auf dem Weg, die vom Imperium verwendeten Methoden zu kopieren, sodass eine Reproduktion dieses speziellen Impfstoffes in Reichweite scheint. Leider sind wir derzeit nicht in der Lage, diesen so anzupassen, dass eine Immunisierung gegen andere Stämme möglich wäre…

…Das C-Virus verhält sich in vielerlei Hinsicht anders als natürliche Erreger, was wir nach unserem momentanen Kenntnisstand auf die zu seiner Erschaffung mutmaßlich verwendete Sith-Alchemie zurückführen. Es zeigt in verschiedener Hinsicht Ähnlichkeit mit dem Rakghoul-Virus auf Taris, bei dem dieser Ursprung belegt ist. Leider ist unser Wissen auf diesem Gebiet zu begrenzt, um einen schnellen Erfolg zu erzielen. Immerhin widersetzt sich dieses nun schon seit Jahrhunderten einer dauerhaft wirksamen Therapie.…

… Unsere Vergleiche zwischen den besagten imperialen Impfstoffproben, aktuellen und historischen Virusstämmen zeigen, dass sich besagter Effekt von Generation zu Generation abschwächt. Wir denken daher, dass der Erreger sich in zehn, möglicherweise zwanzig Jahren von selbst so weit zurückentwickelt haben wird, dass konventionelle Heilmethoden zu seiner Bekämpfung ausreichen werden. Uns ist klar, dass dies keine für Jedi akzeptable Perspektive sein kann. Eine Ausrottung der aus dem Virus der Proben Aurek bis Esk hervorgangenen Stämme halten wir wie gesagt für denkbar. Allerdings steht zu befürchten, dass der freigewordenen Raum durch die verbleibenden Virusfamilien besetzt wird. Dennoch befürworten wir die Produktion des Impfstoffes aus genannten Gründen. Für eine vollständige Ausrottung der Seuche benötigen wir weitere Proben aus den übrigen Seitenlinien, die wie identifizieren konnten. Eine Alternative würde eine Probe des ursprünglichen Genoms des Viruses darstellen, so wie es freigesetzt wurde, doch wir halten es für ausgeschlossen, dass dieses noch auf Coruscant zu finden wird und eine Rekonstruktion aus dem aktuellen Genpools scheidet aufgrund der Art seiner Erschaffung und Mutation aus.

Gez.

Ji Vewis«

Wes hatte gerade zu Ende gelesen, als es draußen klopfte.

»Herein,«

Rief der Jedirat aus und als die Tür sich öffnete, stand dort erwartungsgemäß Ian Dice. Wes stand auf und bot seinem Besucher einen Stuhl an.


»Setzt Euch bitte. Was habt Ihr auf dem Herzen?«


Coruscant – Jedi-Tempel, im Ratsturm – auf dem Gang: Eowyn – in Wes' Büro: Ian und Wes
 
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