Coruscant


Coruscant – Jedi-Tempel, medizinische Abteilung 2 – beim Bacta-Tank B03 mit Alisah


Dass die anderen nicht die Vorzüge eines wundervollen Bacta-Bades hatten genießen müssen, war wieder einmal eines dieser logischen Argumente, die Ian bewiesen, dass er besser nicht mit Frauen argumentieren sollte. Irgendwie schien er, was das betraf, meist unterlegen. So zuckte er bloß mit den Schultern und lächelte schief, was hätte es da auch noch anzumerken gegeben?

Was seine Ablehnung des Angebots, Kyrans Patenonkel zu werden betraf, schien Alisah alles andere als begeistert und obwohl sie ihn darum bat, noch einmal darüber nachzudenken, wusste Ian, dass er das nicht brauchte. Seine Entscheidung stand fest. Er würde nicht der Patenonkel dieses Babys werden und anders als Alisah, wären Ian auf Anhieb Personen eingefallen, die durchaus besser geeignet wären, als er. Ian seufzte leise, denn auf eine neuerliche Diskussion war er eigentlich nicht aus und seine Befürchtung lag nahe, dass Alisah das, was er als Antwort zu sagen hatte, nicht unkommentiert lassen würde. Außerdem war er es langsam Leid, immer wieder daran erinnern zu müssen, dass er furchtbare Dinge getan hatte. Das Geständnis an Eowyn, das Geständnis an Joseline – beide waren ihm alles andere als einfach gefallen. „
Ich bin dafür einfach nicht geeignet, denn ich bin ein …“ Mörder, Monster, mahnendes Beispiel. Ein schlechter Mensch war er gewesen und ein Mörder war und würde er immer bleiben. Spätestens wenn Kyran größer war, würde er Fragen stellen, Fragen, die Ian nicht beantworten wollte. „Ich bin eben niemand, den man auf Kinder loslassen sollte,“ versuchte Ian lächelnd zu beenden, zog aber viel mehr eine Grimasse und ließ auch durch seinen Tonfall sickern, dass er keinen Scherz gemacht hatte. Ihr sagen, dass er darüber nachdenken würde, konnte er nicht, denn es wäre gelogen gewesen und so hoffte Ian schlicht, dass Alisah das Thema auf sich beruhen lassen würde.

Ob er wegen Eowyn bei den Jedi war? Die ehrlichste Antwort, wäre nein gewesen. Zumindest war er nicht allein wegen Eowyn bei den Jedi, sondern allem voran deshalb, weil er Hochverrat begangen und Allegious Machenschaften offenbart hatte. Bloß durfte Ian das niemandem gegenüber erwähnen. Was also sollte er Alisah hierauf antworten? „
Ich bin vor allem hier, um zu helfen,“ war eine Teilwahrheit und das Beste, was ihm dabei einfiel. „Aber ich schätze, dass sie ein guter Grund ist, bei den Jedi zu bleiben, auch wenn ich sicher niemals einer von ihnen werde.“ Völlig ausgeschlossen.
So ausgeschlossen, wie Eowyn im Wege zu stehen, was ihren Weg bei den Jedi betraf. Sicher würde er sie nicht aus ihrem Schoße reißen, denn auch wenn Eowyn behauptet hatte, dass Ian ihre Familie war – und er ihr glaubte - war sich Ian doch sicher, wie viel ihr gleichzeitig an den Jedi lag. Er würde sie nicht vor die Wahl stellen, sich gegen die Jedi entscheiden zu müssen und vielleicht konnten sie sich irgendwann einmal darauf einigen, dass sie nicht direkt in der Basis, sondern auf Lianna lebten. Doch all das war ohnehin Zukunftsmusik und wenn Ian gezwungen war, auf ewig in der Basis zu bleiben, irgendwie würde er sich damit arrangieren. Vielleicht konnte er den Jedi auch weiter helfen, ohne einer von ihnen zu werden.

„Vielleicht sprechen wir heute besser nichts mehr an, was zu unangenehm werden könnte“, schlug Ian dann vor. „Immerhin war dieser Tag anstrengend für dich und ich glaube, auch ich habe für heute genug,“ lächelte er mild. Nein, heute wollte er wahrlich nicht mehr in der Vergangenheit rühren. Vielleicht irgendwann – aber nicht heute und schon gar nicht jetzt.



Coruscant – Jedi-Tempel, medizinische Abteilung 2 – beim Bacta-Tank B03 mit Alisah
 
Orbit von Coruscant - An Bord der Windljammer - Turima und Satrek

Satrek war sich ziemlich sicher, dass die Hapanerin die Situation als genauso surreal empfand wie er. Sicherlich spielten dabei mehrere Faktoren zusammen, und die Tatsache, dass die beiden nach all den Jahren wieder zusammen waren und im weitesten Sinne “gemeinsam Dinge unternahmen” war dabei sicherlich nicht der geringwertigste.
Der Virus wog natürlich noch schwerer, und würde sich in Kürze auch direkt bemerkbar machen, wenn die Reinigung des Schiffes die Messe erreichen würde. Aber am ehesten waren es die Ausmaße von Coruscant, die den Jedi unvorbereitet getroffen hatten.
Dabei war es weniger die Größe der Gebäude - an die hatte er sich gewöhnt, und auch wenn es manchmal schwierig war sich klar zu machen wie der Stadtplanet wirklich aufgebaut war - zu gerne interpretierte man sich festen Boden spätestens ein paar Stockwerke weiter unten hinein - war das etwas, was man nur zu leicht ausblenden konnte.
Was ihn jetzt verunsicherte waren die Ausmaße der Katastrophe, die scheinbar noch niemand wirklich kommen sah. Coruscant galt nicht umsonst als Schmelztiegel, und während die oberen Schichten eine ansehnliche Kruste darstellten “eiterten” (um bei dem Bild zu bleiben) die unteren Ebenen stetig vor sich hin.
Ohne groß darüber nachzudenken schloss sich der dunkelhäutige Mann der Essenswahl der blonden Senatorin an.
Die unteren Schichten züchteten eine Verachtung für die Obrigkeit, für die Polizeigewalt, egal welcher Flagge sie unterstellt war. Gesetzlose Bereiche, auch wenn sie in Holofilmen gerne übertrieben dargestellt wurden, gab es zuhauf in den dafür berüchtigten unteren Ebenen, die nicht umsonst gerne als das “Hinterteil von Coruscant” bezeichnet wurden.
Normalerweise stellten sie kein Problem dar. Normalerweise wollten ihre Bewohner einfach in Ruhe gelassen werden, und vermieden es die Aufmerksamkeit der Polizei durch allzu illegale Geschäfte auf sich zu ziehen.
Normalerweise gingen immer wieder Jedi nach dort unten um zu vermitteln, und sie wurden immer mit Respekt behandelt. Doch jetzt waren die Jedi dafür zu beschäftigt. Aber auch das war nicht das Proble.
Normalerweise hielten sie zusammen und setzten sich gegen Eindringlinge wie fremde Banden zur Wehr. Das endete oft blutig, aber es sorgte für ein gewisses Maß an Ruhe, und verhinderte die Probleme, die in Holofilmen so gerne thematisiert wurden.
Aber gegen einen Virus konnte man sich nicht verbünden. Man konnte sich nicht wehren, und wenn man gnadenlos vorging musste man am Ende Mitglieder der eigenen Bande, Gruppe oder Gesellschaft ins Exil schicken. All die möglichen Folgen wie soziale Spannungen im fragilen Gefüge der unteren Ebenen waren nebensächlich, und würden von jenen gelöst werden, die sich besser dort auskannten als Satrek.
Wovor er Angst hatte war, dass selbst offensichtlich Infizierte nicht abgewiesen werden würden. Es gab keine nennenswerten Krankenhäuser und kaum Ärzte, also würde man sie einfach so aufnehmen und pflegen, sie vielleicht auch für Opfer der Willkür von oben halten.
Und dann würde der Virus tun was er am besten konnte - oder, wenn man die Sache skeptischer anging, was zu tun er geschaffen worden war.
Das erste Löffel des Eintopfes riss Satrek aus seinen Gedanken, doch bevor er zu einem Versuch von Smalltalk ansetzen konnte kam ihm ein neuer.


Weißt du… Als ich jung war habe ich immer davon geträumt wie es wohl wäre “einfacher” zu leben - nicht von Planet zu Planet mit Raumschiffen, sondern einfach mal zum nächsten Ort zu gehen, zu Fuß, ohne Speeder. Und da dann was essen zu gehen, etwas, das jemand gejagt oder gezüchtet hat, eben… natürlich. Ein abwegiger Gedanke, ich weiß. Heutzutage strotzt doch alles so von Technologie… Selbst der Eintopf hat wahrscheinlich mehr Fabrik gesehen als Weide oder Feld…

Satrek sah Turima an, die wahrscheinlich genausowenig Ahnung hatte was er ihr grade sagen wollte wie er selbst. Der Gedanke war ihm nennenswert erschienen, aber jetzt wusste er nicht mehr genau warum.

Und wenn man denkt es geht nicht komplizierter…

Er schüttelte den Kopf. Suppentopfweisheiten, also das Ableiten galakto-politischer-Probleme aus einer unschuldigen Löffelmahlzeit, waren üblicherweise nicht sein Stil. Er schob sich den letzten Löffel Nerf aus Batteriehaltung in den Mund und ließ ihn dann in die Schüssel fallen.

Ein einfaches Leben… Ganz ehrlich, Turima, ich könnte es mir vorstellen, irgendwo im Nirgendwo, wo man sich seinen Lebensunterhalt selbst erwirtschaftet… Aber was sagt es über unser Leben aus, wenn das einfache zum Luxus geworden ist und die Technologie zur Norm?

Er sah die blonde Frau einen Moment nachdenklich an, dann grinste er.

Bist du sicher, das in dem Wasser nicht vielleicht irgendwas drin war? Ich glaube ich brauche… Beschäftigung. Irgendetwas zu tun, einen Weg um zu helfen. Ganz weit weg von den Problemen der Galaxis, oder direkt an die Wurzel und etwas dagegen tun.

Der dunkelhäutige Mann war kurz davor einen Kommentar eher privater Natur zum Thema Ablenkung von der Hoffnungslosigkeit des Seins abzugeben, als die Desinfektionseinheit bei ihnen ankam und die Messe vehement riechend von allen möglichen Erregern befreiten.
Er musste lachen, als seine Frau in der Situation noch einen Witz über das Essen machte, dann ließen sie beide die Prozedur über sich ergehen.
Nachdem sie das Okay erhalten hatten weiterzufliegen sah der Jedi den Desinfekteuren nach.


Warum hat die Republik eigentlich keine Quarantäne verhängt? Man könnte die dringend benötigten Waren an Orbitalstationen umladen und dort desinfizieren, und man minimiert das Risiko, das sich das Virus ausbreitet. Und man spart wahrscheinlich Millionen an Arbeitsstunden und tonnenweise Desinfektionsmittel dabei…

Sinnierte er, und rechnete sich für seinen vorher angedachten Kommentar spätestens bei dem Gestank jetzt keine großen Chancen mehr aus. Stattdessen sagte er,

Immerhin sind wir für eine Gedenkfeier in der richtigen Stimmung, nicht wahr?

Orbit von Coruscant - An Bord der Windljammer - Turima und Satrek
 
[ Coruscant - Jedi-Tempel - Ratssaal] Duska, Sarid, Wes und War

War konnte nur zustimmend nicken, als Sarid die Medien als "mächtiger Faktor" darstellte. Sie konnten vieles tun und mit nur wenigen Schlagzeilen die öffentliche Stimmung stark beeinflussen. Umso besser, dass Rat Janson sich auf diesem Gebiet offenbar gut auskannte und bereits erste Ideen für die Holonet News äußerte. Dem Admiral wurde schnell klar, dass dieses Thema hier in besten Händen war und er sich nicht weiter darum kümmern musste. Das war gut, denn das Rampenlicht war nicht gerade sein bevorzugter Aufenthaltsort.
Bei dem Gedanken an die etwas inszenierten Bilder, die der Rat bereits vor ihnen aufmalte, fragte er sich zwar, ob sie damit nicht zu sehr übertrieben, beschloss jedoch sich hier nicht weiter einzumischen.


"Ich bin mir sicher, dass sie unter meinen Truppen genug Leute finden werden, die ausreichend hologen sind. Ich will mich - wie erwähnt - noch etwas auf Coruscant umschauen und gehe davon aus, dass dies auch eine gewisse Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen wird. Haben Sie vielleicht noch einen oder respektive eine Jedi im Repertoire, die gerade abkömmlich ist und ebenso hologen an meiner Seite durch die Straßen ziehen möchte? Und bevor das jetzt zu romantisch klingt: Ich rechne an der ein oder anderen Stelle durchaus mit Problemen."

Wenn sie der Öffentlichkeit schon die Zusammenarbeit zwischen Jedi und Militär aufzeigen wollten, dann war sein "Spaziergang" die erstbeste Möglichkeit. Nachdem er von der aggressiven Variante des Virus gehört hatte und durchaus auch damit rechnete, dass die Sicherheitskräfte die öffentliche Ordnung nicht mehr überall aufrecht erhalten konnten, sollte seine Jedi-Begleitung schon etwas härter im Nehmen sein. Er wollte schließlich nicht nur Bereiche besuchen, die ohnehin sicher waren, sondern sich ein Bild von der Lage auf Coruscant insgesamt verschaffen. Dazu gehörten nun mal nicht nur die obersten Ebenen.

"Ich werde nochmal unsere geheimdienstlichen Informationen zum Verhalten des Imperiums im Hinblick auf die Virusthematik abfragen, rechne aber nicht mit neuen Ergebnissen. Auch die Flottenbewegungen dürfen wir nicht außer Acht lassen. Wir sind momentan verwundbar. Und außerdem wäre es wichtig zu wissen, was der IGD auf Coruscant so treibt. Es gibt noch viele proimperiale Gruppierungen, sodass der Geheimdienst leichtes Spiel haben dürfte."

Das waren alles eher Aufgaben für ihn und eine Großteil der Informationen würde er nicht an die Jedi weitergeben dürfen. Nichtsdestotrotz wollte er alles wenigstens erwähnt haben.
Bei dem Thema zu den Gewissensentscheidungen enthielt er sich abermals und ließ die beiden Räte das unter sich ausmachen. Beim Militär kam dieses Thema für solche Einsätze nicht auf. Soldaten wurde dafür bezahlt, dass sie eben auch eine Teil ihrer Grundrechte
aufgaben.

Er trank seine Kaf aus und wartete geduldig, bis sie wieder beim nächsten Punkt angelangt waren, zu dem er mehr beitragen konnte.

"Meine Soldaten werden in Kürze hier eintreffen. Wenn ihr ihnen Quartiere zugewiesen habt, reserviert bitte noch einen Raum mehr. Ich gehe davon aus, dass ich in den kommenden Wochen nahezu euer ständiger Gast sein werde. Sofern von eurer Seite nichts dagegen spricht, würde ich den Tempel den nahegelegenen Hotels vorziehen."

Der Comkanal war ebenfalls zügig eingerichtet. War zögerte kurz, als er nach weiteren wichtigen Militärführern gefragt wurde.


"Zumindest hier im Umfeld von Coruscant bin ich meines Wissens neben meiner Stellvertreterin der einzig ranghohe Offizier. Wir werden sehen, was wir noch an Unterstützung bekommen können. Die Nutzer des Kanals werden mit der Zeit auf jeden Fall wachsen.

Das Brummen seines Comgeräts deutete einen eingehenden Anruf an. Ein kurzer Blick auf das Display bestätigte die Vermutung, dass neue Informationen von der Flotte gab. Er stellte seine leere Tasse auf das Tablett und deutete eine Verbeugung an, um sich von den beiden Anführern des Jedi-Ordens zu verabschieden.

"Wenn ihr mich nun entschuldigen würdet. Ich danke für die angenehme Unterredung und freue mich auf die Zusammenarbeit. Wir haben alle eine große Aufgabe vor uns und je besser wir sie erledigen, desto mehr Leben werden wir retten. Falls sich noch ein oder eine Jedi findet, um mich zu begleiten, kann die Person sich gerne über Com bei mit melden."

Mit diesen Worten kehrte er dem Ratssaal den Rücken und ging nach draußen, um den Anruf entgegen zu nehmen.

[ Coruscant - Jedi-Tempel - Vor dem Ratssaal] War
 
Jedi Tempel ~ Hangar ~ mit Levice

Mit einem Lächeln quittierte Anakin das im Vergleich zum Vortag aufgeklarte Wesen seiner neuen Padawan. Er folgte den Lippenbewegungen und dem Funkeln in den Augen von Levice abwechselnd, während sie ihm kurz und bündig von ihrem bisherigen Werdegang berichtete. Sie war bereits lange Mitglied im Orden und schon als Kind den Jedi anvertraut worden - das war schon lange nicht mehr die Regel und dabei ein Umstand den Anakin einerseits bedauerte, andererseits aber auch für gesund hielt. Es zeichnete sich ab, dass die passiven Fertigkeiten von Levice bereits auf einen guten Weg gebracht worden waren und insbesondere auf den Kodex und die Theorie brauchte er als ihr Lehrer nicht mehr viel Wert legen. Praxis war wohl das was ihr am ehesten fehlte, sowohl außerhalb des Tempels als auch in Form des Lichtschwert Trainings und im Umgang mit der Macht. Die neugierige Nachfrage nach dem von ihm favorisierten Lichtschwertstil bestätigte die Annahme von Anakin gewissermaßen.


"Ich persönlich bevorzuge Form V, Shien. Als Jedi solltest du dich in absehbarer Zeit jedoch mit jedem der sieben Stile intensiv beschäftigt haben. Neben Soresu, einer sehr defensiven Form empfiehlt es sich wahrscheinlich, dass wir uns Ataru anschauen. Dann kennst du zwei sehr unterschiedliche Stile und von wir haben eine gute Basis."


Anakin lächelte im Angesicht des bevorstehenden Lichtschwerttrainings, welches immer zu seinen Lieblingsdisziplinen gehört hatte.


"Interessant!"


kommentierte er den Rest ihrer Ausführungen.


"Deine praktische Erfahrung als Navigator werden wir uns bald anschauen. Die Farore..."


er deutete auf das Raumschiff hinter ihm, der Transporter der ihm bereits viele Jahre treue Dienste geleistet hatte.

"...wird wohl für lange Zeit auch für dich so eine Art Zuhause sein. Bevor ich euch zwei bekannt mache, würde ich sagen, schauen wir uns deinen Umgang mit dem Lichtschwert und deine meditativen Fähigkeiten an."


Er musterte sie bevor er lächelnd hinzufügte:

"Ich hoffe du hast gut gefrühstückt. Besitzt du ein Lichtschwert?"


Auf den ersten Blick sah er nicht, ob sie eins bei sich hatte und längst trugen nicht alle Jedi ihr Lichtschwert klassisch am Gürtel befestigt - wie er selbst mit seinem Holster.

"Jetzt wäre auch ein guter Zeitpunkt Fragen zu stellen, falls es welche gibt."


Jedi Tempel ~ Hangar ~ mit Levice
 
Ameda Distrikt ~ Kimble Forschungsinstitut, geheime Forschungsebene ~ Direktor Karu An'Nan (NPC)

So hatte Nei sich ihre Mission nicht vorgestellt. Vor den Türen des Instituts prasselte der Regen auf den länsgt aufgeweichten Boden. Die grauen Regenwolken lichteten sich in der Ferne und morgendliche Sonnenstrahlen suchten sich langsam aber beharrlich ihren Weg. Es dauerte keine Minute bevor ihre schwarze Robe vom Regen durchnässt war. Auf dem linken Bein humpelnd hatte sich Nei ihren Weg in die Freiheit. In Ihrer linken Hand hatte sich Blut gesammelt, welches durch die Nässe in Unruhe erweckende Bahnen bewegte. Doch die Stichwunde unter ihrer Brust war nicht tief genug um bleibenden Schaden zu hinterlassen - eine Narbe mehr, zweifellos, aber nichts was ein wenig Bacta nicht würde beheben können.


Die noch frische Erinnerung an den vermeintlichen Direktor Karu An'Nan spielte sich vor ihrem geistigen Auge erneut ab und würde die Träume der Jedi in den nächsten Nächten dominieren, ebenso wie die Frage, ob es sich bei dem Mann um einen Sith gehandelt hatte und unabhängig davon, was waren seine wahren Motive.

"Eurem Schicksal werdet ihr nicht entkommen... Ihr seid machtlos!"


waren seine letzten Worte gewesen. Chaotisch und unkoordiniert hatte er sich nach Neis Ausbrauch auf sie gestürzt. Ein rotes Lichtschwert führend wie ein wutentbrannter Junge der sein Holzschwert im Spiel geführt hatte, welches ernst geworden war. Genau so unvorhersehbar waren seine Angriffe gewesen, schwer zu parrieren und in einem unaufmerksamen Moment hatte sich eine herumliegende Glasscherbe in ihre Seite gebohrt. An'Nan hatte gelacht, es genossen wie ihr warmes Blut über seine Hand lief. Es sollte seine letzte Freude gewesen sein, denn ab diesem Moment hatte Nei den Gedanken ihn lebend zu fassen aufgeben müssen.

"Keepuna loka!"


fauchte sie auf Huttese, wie sie es immer tat wenn sie fluchte, wodurch sich aber der Schmerz den Nei beschimpfte nur noch verstärkte. Während näherte sie sich ihrem im Garten des Instituts wartenden Schiff in nervösen Zickzacklinien. Nur noch ein paar Schritte.


War es Karu An'Nans Plan gewesen den Virus weiterzuentwickeln? Er hätte jedes andere im Instiut befindliche Wesen fangen können, an ihm experimentieren können, aber aus irgendeinem Grund hatte er sich darauf eingeschossen die Jedi zu bekommen. Doch die Gedanken von Nei waren nicht klar und über diese Feststellung hinaus war sie nicht in der Lage diese in geordnete Bahnen zu lenken.
Mit Mühe erklomm sie das Cockpit der Sekitari und fiel in den Sitz des Piloten. Die Haube schloss sich automatisch, während Nei durchatmete. Noch ein paar Minuten wach bleiben, ermutigte sie sich selbst und begann ein paar Knöpfe auf den Amaturen zu drücken bis schließlich das Signal hörte auf das sie gewartet hatte.


"Nei Sunrider hier. Ich habe mir - wie vom Rat aufgetragen - einen Überblick über die Situation im Kimble Forschungsinstitut verschafft. Das Institut ist gefallen..."


begann Nei ihre Sprachnachricht an den Rat aufzuzeichnen, mit schwacher Stimme ob der Anstrengungen und nervenzehrenden Verletzung. Ihre Beine hatte sie hochgelegt und in ihrer linken Hand balancierte sie eine Speicherdiskette, die ebenfalls die ein oder andere Schramme davon getragen hatte.

"Ich konnte einen Teil der Daten und Erkenntnisse sichern. Ich schicke sie jetzt mit."


Mit einem Klicken verschwand die Diskette in dem dafür vorgesehenen Modul neben ihr und begann hinter dem Plastik zu rattern, während die Sekitari den Inhalt des Speichers entzifferte und verschickte.

"Ich halte die Stellung bis der Aufräumtrupp hier eintrifft. Mein detailierter Bericht folgt in den nächsten Tagen. Sunrider Ende."


Geschafft, atmete die Jedi durch und ließ ihren Kopf auf die Stütze des Sessels zurückfallen. Aus einem Fach, nahe genug dass sie nicht aufstehen musste, hatte sie ein Bactaverband geholt zog das Oberteil ihrer Robe soweit hoch dass die inzwischen schon weniger blutende Stichwunde zu sehen war und klatschte den feuchten Verband auf die blau umlaufende Stelle auf ihrer Haut, ihre Zähne zusammenbeißend und Augen zu kneifend.

Ameda Distrikt ~ Garten des Kimble Forschungsinstituts ~ an Bord der Farore
 
Coruscant – Jedi-Tempel, medizinische Abteilung 2 – beim Bacta-Tank B03 mit Ian

Er war ein... ein was?
Ein ehemaliger Sith?... Ihr Ex?... Jemand den sie noch vor wenigen Stunden angeschrien hatte und ihm alles zutraute...?
Die Fragezeichen standen Alisah in diesem Moment mit Sicherheit mehr als deutlich im Gesicht. Wenn das der Grund war, dass er, so wie er es ausdrückte, niemand war den man auf Kinder loslassen sollte, dann war Alisah auch nicht geeignet.
Sie war ebenfalls eine Sith, sogar die Schülerin des fiesesten, verabscheuungswürdigsten Individuum dieser Zunft und sie hatte bei Leibe genug Dinge getan... Nein, sie wollte nicht daran denken, erst recht nicht jetzt.
Sie hatte einfach keine Kraft. Auch nicht um mit Ian darüber zu diskutieren. Nicht im Moment.
Also verzog sie nur deutlich unwillig den Mund und nuschelte ein


Na ja, da reden wir noch mal drüber. Denk ich.

Während sie ihn leicht schräg anschielte. Na ja, im Moment gab es ja auch noch Anderes zu bereden und anscheinend konzentrierte sich Ian nun auf ihre Fragen Eowyn betreffend.
Alisah hatte die Sache also richtig eingeschätzt. Leicht schmunzelte sie darüber, das Ian meinte diese Frau wäre ein guter Grund bei den Jedi zu bleiben, er würde aber nie einer von ihnen werden.
War es bei Alisah nicht genau so gewesen. Radan und ihr Kind waren ihr Grund bei den Jedi zu bleiben und auch sie hatte gedacht, dass sie nie wieder eine Jedi sein könnte. Und dann... ja, dann war alles so merkwürdig gelaufen. So absolut gar nicht wie sie es erwartet hatte. Letztendlich war sie nun eine Anwärterin. Und auch wenn sie noch immer der Meinung war niemals wieder ein Lichtschwert in die Hand zu nehmen und damit eine Ausbildung auch nicht zu beenden. Hatte sie doch das tiefe Gefühl dazu gehören zu können. Trotz all dem was sie war, alldem was sie mit sich schleppte und nie rückgängig machen könnte, hatte sie das erste Mal seit Langem das Gefühl einen Platz gefunden zu haben.


Ähm, weißt du, das ich das vor Kurzen auch gesagt hab? Nicht das mit Ihr... aber das mit dem "niemals eine von ihnen werden können"

Ein beinahe schüchternes Lächeln huschte über Alisah's Gesicht und sie sah Ian nur kurz in die Augen bevor sie wieder auf ihre Hände sah.

Ich kann dir nich rein reden in das was du machst. Das Recht hab ich schon lange nich mehr!
Aber, gib ihnen und dir ne Chance. Ich war jedenfalls überrascht.


Nichts mehr ansprechen, was unangenehm werden könnte?
Nachdenklich zog Alisah ihre Stirn kraus und einen Mundwinkel nach oben während sie auf der Anderen Seite auf ihrer Unterlippe kaute.
Sie würde, zumindest Heute, also nicht erfahren was geschehen war und als er es ansprach musste Alisah auch zugeben, dass er recht hatte. Sie war kaputt, obwohl der Schwebestuhl dafür sorgte, dass sie nicht stehen oder laufen musste. Aber sowohl die Geburt als auch, vor allem, der Virus forderten deutlichen Tribut. Und den Virus hatte sie noch lange nicht besiegt. Ja es war eine Besserung da, ne Deutliche aber ob die nachhaltig war und ob es ganz gut werden würde... Alisah schob den Gedanken weg, sie musste im Jetzt leben und jetzt ging es einigermaßen auch wenn das einer der Ärzte sicher anders gesehen hätte und wäre einer von denen hier würden er sie sicher wieder postwendend ins Bett stecken. Aber sie waren nicht hier und Alisah wollte nicht einfach rumliegen wenn es sich vermeiden lies.


Ooookay! Also nichts was unangenehm werden könnte!
Vorerst jedenfalls!


Stimmte sie ihm zu und sah ihn dann wieder nachdenklich an.

Aber, ham wir überhaupt etwas worüber wir reden können, das dieses Kriterium erfüllt?

Sie grübelte kurz.

Hm....

Dann fiel ihr etwas ein!

Ähm, du hast Kyran noch gar nicht gesehen. Oder?
Geht's dir schon wieder so, dass du etwas laufen kannst? Und darfst du hier schon raus?
Wenn ja, magst du ihn sehen?


Coruscant – Jedi-Tempel, medizinische Abteilung 2 – beim Bacta-Tank B03 mit Ian
 
[Coruscant | Untere Ebenen | Sektor 652-F | unterwegs nach oben] Wonto Sluuk, Arlen Merillion, Arkadi Duval, Leland Fontaine, Skit Teeb; Ben, Knuckles (NPCs)

Die Trennung der Gruppe wurde noch aufgeschoben, denn auch die anderen hatten nichts dagegen einzuwenden, den Jedi-Tempel zu ihrem Ziel zu machen. Also flog der kleine Konvoi in diese Richtung: Erst durch das Labyrinth der unteren Ebenen, dann durch einen gewaltigen Schacht nach oben, und schließlich unter dem freien, mit weichen Wolken besprenkelten Himmel dahin. Es war das erste Mal, dass Wonto Sluuk die Dächer seiner Heimatwelt mit eigenen Augen sah. Bisher war er nur zweimal hier oben gewesen - an Bord des Frachters, der ihn vor Jahren von Coruscant weggeschmuggelt hatte, und auf dem Truppentransporter, mit dem er als republikanischer Soldat zurückgekehrt war. Beide Male hatte er nicht hinaus sehen können. Er war überwältigt von dem Anblick, der ganz anders war, als er ihn sich vorgestellt hatte. Monumentaler. Die Gebäude standen in puncto Höhe und Pracht in gnadenlosem Wettstreit untereinander; Türme, Plattformen und Dachgärten reihten sich aneinander, so weit das Auge reichte, und noch darüber hinaus. Natürlich wusste der Ortolaner, dass er in einer Stadt aufgewachsen war, die sich über einen ganzen Planeten erstreckte; aber es zu wissen und es zu sehen, waren doch zwei gänzlich unterschiedliche Dinge. Ihm wurde nun bewusst, wie wenig er von dieser Welt bisher gesehen hatte. Und wie dreckig und armselig der Ort seiner Herkunft war im Vergleich zu dem unermesslichen Wohlstand, der hier oben zur Schau gestellt wurde. Bewundern konnte er dieses Gesicht von Coruscant, lieben konnte er es nicht. Zu sehr führte es ihm vor Augen, wie viele Chancen er und Milliarden Andere niemals erhalten hatten oder erhalten würden. Mit dem Coruscant, das er kannte, hatte diese Welt der Reichen nichts zu tun.

Das galt auch für den Jedi-Tempel, dessen monumentale Mauern die umliegenden Gebäude noch einmal deutlich überragten. Auch ihn hatte er sich ganz anders vorgestellt. Ein Teil von ihm fand, dass einer mächtigen, sagenumwobenen Organisation wie dem Jediorden ein solcher Palast zustand, ein anderer fand, dass der Prunk nicht zu der Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft passte, die den Jedi nachgesagt wurde. Das Bauwerk wirkte auf ihn eher wie ein Herrschersitz als wie ein Kloster. Aber was wusste er schon über Klöster... Überhaupt brauchte es ihn eigentlich nicht zu kümmern, in was für einem Haus die Jedi wohnten. Das betraf ihn ebenso wenig wie die Frage, wo ein Minister der Republik seinen Sommerurlaub verbringen würde. Er war nur hier, um seine Kameraden zu treffen - und um zu erfahren, wie es um Dribiteg stand. Als er zuletzt mit Benji Ross und Medhi Varn gesprochen hatte, war noch nicht klar gewesen, ob der Parwan sich wirklich infiziert hatte; vielleicht lagen mittlerweile die Testergebnisse vor. Wonto hoffte sehr, dass es nicht mehr war als ein falscher Alarm und die Sorge bald schon der Erleichterung weichen würde. Im Moment war seine Anspannung aber groß, und sie stieg mit jedem Meter, den die Repulsorfahrzeuge zurücklegten. Schließlich erreichten sie ein Landefeld vor dem Haupteingang des Tempels. Der Corporal sprang aus dem Sattel und stellte fest, dass seine Knie wacklig waren. Er griff nach dem Lenker, um das Gleichgewicht zu halten. Nachdem er durchgeatmet hatte, ging es ihm besser; er sicherte seine Maschine und sah dann nach den anderen. Diese waren auch gelandet und ausgestiegen. Erneut schwebte der kranke Ben in der Luft; Arlen Merillion folgte ihm und dirigierte ihn mit den Händen in Richtung des Eingangs. Wonto war von dem wundersamen Anblick nicht weniger beeindruckt als vorhin. Er bemerkte aber, dass der rothäutige Jedi keinen besonders kräftigen Eindruck mehr machte. Auch die Kraft der Jedi war also nicht unerschöpflich. Eigentlich sah Arlen sogar ziemlich mies aus; ungefähr so, wie Wonto sich fühlte.


»Sind Sie sicher, dass mit Ihnen alles in Ordnung ist?« fragte er. Auch die Frage, ob der Jedi nicht vielleicht krank sein könnte, lag ihm auf der Zunge. Aber er brachte es nicht über sich, sie auszusprechen. Die Coruscant-Seuche war ein Thema, über das man nicht so einfach reden konnte, denn in einer erschreckend überwiegenden Zahl der Fälle war sie ein Todesurteil. Einem Freund oder Bekannten sagte man nicht leichthin ins Gesicht: ›Vielleicht hast du ja C.‹

Vor dem Eingang des Tempels, auf den sie jetzt zugingen, stand eine Menschenmenge. Diese bemerkte die Neuankömmlinge. Dutzende Gesichter von Menschen und Nichtmenschen drehten sich dem Jedi, dem Corporal, dem Piloten, den Geheimdienstagenten und vor allem dem schwebenden Jungen zu. In manchen von ihnen war Erstaunen zu lesen, andere wirkten einfach nur erschöpft, doch in vielen war auch Schrecken zu sehen. Denn dass Ben schwer erkrankt war, konnte selbst ein Blinder erkennen. Sofort wichen die Leute beunruhigt zurück Die Menge teilte sich vor ihnen und gab den Blick auf das Portal frei. Eingelassen wurden sie sofort: Schließlich war für jeden offensichtlich, dass einer von ihnen ein Jedi war. Erst als sie drinnen waren, trat ein Droide auf Wonto zu und sagte mit monotoner Blechstimme:

»WILLKOMMEN IM TEMPEL DER JEDI. ICH MUSS SIE BITTEN, IHRE WAFFEN ABZUGEBEN. DIESE WERDEN BIS ZU IHREM AUFBRUCH VERWAHRT. SIE WERDEN SIE WÄHREND IHRES AUFENTHALTS NICHT BRAUCHEN

Ganz so sicher war der Ortolaner da nicht. Er fühlte sich in dem Tempel nicht wohl. Aus der Nähe betrachtet zeigte das Gemäuer deutliche Spuren der Jahre, in denen es leergestanden hatte. Aber auch die Teile, die intakt geblieben waren, wirkten unendlich alt. Wonto empfand die Last der Jahrhunderte und Ereignisse, die das Gebäude gesehen haben musste, als bedrückend. Die Atmosphäre, die hier herrschte, erinnerte ihn auf unangenehme Weise an die alte Tempelanlage auf Felucia, in der ein widerlicher Kult Gefangene geopfert hatte. Natürlich wusste er, dass ihm von den Jedi keine Gefahr drohte. Bisher waren ihm alle Jedi, denen er begegnet war, sympathisch gewesen. Aber das galt nunmal nicht für das Haus, in dem sie wohnten. Trotzdem gab er bereitwillig Gewehr, Pistole, Munition, Kampfmesser und die letzten beiden Granaten ab. In einem etwas weniger erschöpften Zustand hätte er sich eine Quittung oder so etwas geben lassen, um sicherzustellen, dass er die Sachen später zurück bekam; schließlich war er der Armee Rechenschaft über die Ausrüstung schuldig und konnte in Teufels Küche kommen, wenn etwas fehlte. So aber begnügte er sich damit, dem Droiden seinen Namen zu nennen, und ging einfach davon aus, dass schon alles klappen würde.

Es gab nun keine Notwendigkeit mehr, dass Merillion den Kranken weiter levitierte, denn zwei Sanitäter kamen mit einer Trage. Er sollte sofort in die Krankenabteilung gebracht werden. Dort wollte auch Wonto hin, also sagte er:

»Ich will mitkommen. Meine Kameraden warten da auf mich. Ein Parwan namens Dribiteg ist vorhin für eine Untersuchung eingeliefert worden und die Privates Ross und Varn sind bei ihm. Ich führe ihre Einheit an.«

»Na gut, kommen Sie mit«, sagte einer der Sanitäter nach kurzem Zögern. Der Ortolaner bemerkte seinen merkwürdigen Blick nicht, ebenso wie er auch nicht bemerkt hatte, dass einige aus der Menge vor dem Eingang ihn mit ähnlicher Skepsis gemustert hatten. Aber er konnte ja auch sein eigenes Gesicht nicht sehen und bemerkte nicht die Hämatome, die sich auf seinen blassen Zügen großflächig ausgebreitet hatten, sowie den Blutstropfen, der unter seinem rechten Auge angetrocknet war. Ein Blick in den Spiegel, und er hätte seinen eigenen gesundheitlichen Zustand vielleicht neu bewerten müssen. Doch so schob er seine Mattheit und das fiebrige Gefühl nur auf die Kämpfe und Mühen der letzten Stunden. Eigentlich Grund genug, sich wie gerädert zu fühlen.

[Coruscant | Untere Ebenen | Sektor 652-F | unterwegs nach oben] Wonto Sluuk, Arlen Merillion, Arkadi Duval, Leland Fontaine, Skit Teeb; Ben, Knuckles (NPCs)
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns provisorisches Zimmer, alleine

Als Eowyn nach Stunden wieder die Augen öffnete fühlte sie sich wesentlich besser als vor der Tiefschlaftrance - zumindest körperlich. Es brauchte weniger als eine Sekunde, bis ihr alles, was geschehen war, wieder einfiel, und sie war stark versucht, ihren Geist wieder in die Schwärze der Trance verschwinden zu lassen - doch der Gedanke gerade an diese Schwärze hielt sie davon ab. Ohnehin, verdrängen nutzte nichts. Sie musste sich damit auseinandersetzen, ob sie wollte oder nicht.
Ob Ian mittlerweile wieder aus dem Bacta hinausgekommen war? Vielleicht... aber Ian sollte jetzt nicht in ihrem Kopf stecken. Zu schmerzhaft war der Gedanke daran, dass er sie womöglich verachtete. Sie sollte ihm Zeit geben, alles zu verarbeiten. Irgendwann, wenn sich nichts änderte, dann würde sie überlegen müssen, ob sie zu ihm ging oder einen Rat hier im Tempel aufsuchte, um über eine andere Lösung zu reden, aber noch war es bei weitem nicht so weit. Lange, lange nicht. Alles in ihr schrie danach, Ian nicht einfach aufzugeben und sich ihm zu erklären, irgendwie... aber sie hatte noch zu sehr die Situation auf Lianna im Sinn. Das konnte doch nur schiefgehen, und sie war noch nicht bereit dazu. Und Ian brauchte vermutlich auch noch Zeit.
Aber - Ian war nicht das vorherrschende Problem. Sie musste sich erst einmal mit sich selber beschäftigen.


Und das würde sie - doch nicht jetzt. Ihre Art, Dinge zu verarbeiten war mehr... aktiver Natur. Und Aktivität hatte in den letzten Tagen und Wochen wirklich gefehlt. Va'art zählte zumindest nicht richtig... das war ja im Prinzip nur einfaches Gehen gewesen. Wenn auch viel einfaches Gehen. Auf jeden Fall - wenn sie noch länger hier in diesem Zimmer herumliegen und sich mit ihren Gedanken beschäftigen würde, dann würde sie durchdrehen. Ihr Blick fiel auf den Mundschutz, den Ian ihr gestern noch fürsorglich übergezogen hatte - das Virus da draußen machte es auf jeden Fall unmöglich, den Tempel zu verlassen. Selbst hier drinnen war die Gefahr nicht unwesentlich, aber Training mit Mundschutz? Kaum machbar.
In weiser Voraussicht hatte sie Energieriegel mitgenommen - nach diesem Absturz würde sie garantiert niemals mehr ohne ein Raumschiff betreten. Und auch, wenn sie wirklich genug von diesen Dingern hatte, dieses staubtrockene Ding war immer noch der Begegnung mit anderen Jedi vorzuziehen. Eowyn hatte absolut keine Lust, irgendjemandem von gestern zu begegenen. Die Sache würde wohl kaum schon die Runde gemacht haben, schließlich waren sie hier auf Coruscant und nicht auf Lianna, und Coruscant hatte weitaus größere Probleme. Nein, das war nicht das Problem, aber wenn sie zum Beispiel Ribanna über den Weg liefe, dann würde sie sich verpflichtet fühlen, sich wegen ihrer harten Herangehensweise gestern zu erklären, und dafür hatte sie momentan einfach keinen Kopf. Sie würde sich nicht diplomatisch ausdrücken können. Noch schlimmer allerdings wäre, auf Iv Calad treffen... Der Jedi hatte schließlich seine ganz eigene Meinung über das Geschehene, und sie war noch nicht bereit für eine zweite Runde.
Nein. Keine Kantine für sie, auch wenn Eowyn ein wenig neugierig war, wie die Dinge in diesen Tagen im Tempel so liefen, und ob sie bekannte Gesichter entdecken konnte. Aber das musste warten.
Sie ließ die Unordnung Unordnung sein und griff beim Verlassen nur nach ihrem neuen Lichtschwert. Sie brauchte dringend eine Befestigungsmöglichkeit an ihrem Gürtel... Zwei Lichtschwerter zu besitzen machte nur Sinn, wenn man auch beide bei sich tragen konnte.


Die Trainingsräume waren über den gesamten Tempel verteilt, die Frage war nur, welche schon hergerichtet und welche leer waren, bald aber hatte Eowyn einen Raum gefunden, der ihr passend erschien. Er war leer - eine wunderbare Voraussetzung - und auch schon beinahe fertig. Er ließ leider sehr an Inhalt zu wünschen übrig, abgesehen von einem Schrank stand nichts darin, aber selbstverständlich war die Einrichtung der Trainingsräume auf der Prioritätenliste irgendwo bei... nun, sehr weit unten. Es würde auch so gehen.
Sie hatte durchaus ein schelchtes Gewissen - anstatt hier herumzuspringen sollte sie lieber etwas Nützliches tun. Sich darüber informieren, was es Neues über das Virus gab, herausfinden, ob sie sich einer Gruppe anschließen konnte. Aber sie konnte den Tempel ohnehin nicht verlassen, sie war an Ian gebunden - und sie
wollte auch nicht, selbst, wenn der Zwang nicht dagewesen wäre. Sie würde Ian nicht auf die Nerven gehen und sich ihm aufdrängen, aber wenn er bereit sein würde, darüber zu reden, dann musste sie da sein. Sie durfte einfach nicht daran denken, was sie in dieser Zeit nützliches würde tun können... Noch etwas, an das sie nicht denken sollte.
Am Besten wäre es jetzt wirklich gewesen, zu laufen. Laufen, bis sie nicht mehr konnte, bis die monotonen Schritte alle anderen Dinge aus ihrem Kopf herausgedrängt hatte, aber das ging nun einmal nicht.
Zumindest nicht richtig. Auch wenn sie schlechte Erfahrungen mit den Treppen hier im Gebäude gemacht hatte, Eowyn verließ den Raum noch einmal und begann, die in der Nähe liegenden Stufen hoch und herunter zu laufen. Hoch und herunter, hoch und herunter... bis sie das Gefühl hatte, langsam freier atmen zu können. Im Trainingsraum fuhr sie mit Kraftübungen fort, und langsam, langsam begann sie, sich wohler zu fühlen, nach hinten zu schieben, was sie bedrängte. Nein, auf Dauer war das keine Lösung, dessen war sie sich bewusst. Aber ein kleines bisschen Verschnaufpause, das sollte doch erlaubt sein.
Mittlerweile schwer atmend setzte sie sich an die Wand und nahm einen Schluck Wasser aus ihrer Flasche. So weit, so gut.
Nachdenklich nahm sie ihr neues Lichtschwert in die Hand. Es fühlte sich noch so... anders an als ihr eigentliches. So unbekannt... so... überhaupt nicht zu ihr gehörend. Es war gut gebaut, es würde funktionieren. Sie hatte keinen Fehler gemacht, trotz ihrer Zweifel... Oder? Eowyn seufzte. Natürlich hatte sie nicht. Es war normal, sich diese Frage zu stellen, wenn man so etwas konstruiert hatte, das war gut und richtig so, aber nein, sie hatte keinen Fehler gemacht. Und wenn sie auf den Knopf drücken würde, dann würde sie sehen, wie die Klinge sich bilden würde, und sie würde das ihr so vertraute Summen hören. Irgendwie hatte sie gehofft, sie würde nicht alleine sein in diesem Moment, aber das war lächerlich. Vermutlich war es sogar viel besser so - Ians Abneigung gegen Waffen war dabei nicht hilfreich, und wenn wider allen Erwartungen das Ding explodierte... nun, dann traf es nur sie.


Ihr Atem ging wieder etwas ruhiger, und Eowyn stand auf. Sie würde das Teil sicher nicht im Sitzen zünden. Sicher würde sie auch kein Angstgronda sein und es "ferngesteuert" über die Macht tun, aber im Sitzen? Nein. Nicht klug.
Doch ein kleines bisschen nervös stellte sie sich in die Mitte des Raumes und hielt den Griff locker schräg vor sich, bevor sie ohne allzu langes Zögern einfach den Knopf drückte. Ja, das vertraute Summen klang in ihren Ohren, und die Klinge hatte eine faszinierende Färbung - kein klares blau, kein klares grün, eine Mischung, die aber bei näherer Betrachtung, wenn sie sich entscheiden müsste, eher ins blaue tendierte. Das Wichtigste aber war - der Griff war noch heil, nichts war in die Luft gegangen, und als sie mit der Macht hinausfühlte, da hatte sie auch kein schlechtes Gefühl. Sie begann, das Schwert langsam hin- und herzubewegen, testete das Gewicht, die Balance, die Lage in ihrer Hand. Es war... ungewohnt, der Griff größer, schmaler, aber... Mit der Zeit würde sie sich vermutlich daran gewöhnen, es kennenlernen und vertraut werden; bis es irgendwann ein Teil ihrer selbst sein würde, genau wie ihr erstes Schwert. Je länger sie sich damit bewegte, desto zuversichtlicher wurde sie. Langsam wurde sie schneller, überließ ihre Bewegungen immer mehr einem gewohnten Ablauf, ließ sich fallen in ihre bekannten Strukturen, bis sie alles um sich herum und ihre Sorgen, Zweifel und Gedanken völlig vergaß.


Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, alleine
 
Coruscant – Jedi-Tempel, medizinische Abteilung 2 – beim Bacta-Tank B03 mit Alisah

Noch einmal darüber reden? Ian unterdrückte ein Seufzen. Konnte Alisah die Sache nicht einfach auf sich beruhen lassen und verstehen, dass sein Nein ein endgültiges gewesen war? In dieser Sache würde er nicht mit sich reden lassen und je länger er Zeit dafür haben würde, nachzudenken, desto fester und unnachgiebiger würde diese Entscheidung werden. Ian wollte mit Kindern nichts zu tun haben und er würde mit ihnen nichts zu tun haben. Schon gar nicht mit dem Kind von Alisah. ‚Oh, weißt du, deine Mutter und ich sind auch einmal ein Paar gewesen. Bevor ich nach Telos gereist bin und fünf Morde begangen habe.‘ Natürlich. ‚Aber insgesamt hab ich eigentlich acht Menschen auf dem Gewissen.‘ Selbstverständlich. ‚Ich war ein Executor und damit ziemlich hoch im Rang bei den Sith. Ich hab dafür gesorgt, dass ein Vertrag unterschrieben wurde, ein Friedensvertrag, der eine Finte war, damit der Imperator sein fürchterliches Virus verbreiten konnte. Das Virus, an dem deine Mutter fast gestorben wäre.‘ Oh, er wäre ein so vortrefflicher Patenonkel gewesen, wie aus dem Bilderbuch.

So wenig, wie er Patenonkel werden würde, würde er ein Jedi werden, auch das stand fest. Die Gründe waren ähnliche - außerdem passte er einfach nicht zu den Jedi. Allein das was sie ausstrahlten war etwas, dass er nie ausstrahlen würde. Seine Weste war so beschmutzt, so dunkel, seine Taten so böse gewesen, dass er kein Jedi werden konnte, kein Jedi werden wollte. Außerdem waren die Grundsätze von ihnen, nicht die seinen, der Kodex gefiel Ian nicht. Gefühle als Lüge abzutun war sicher nicht richtig und bedachte er, was sie mit Eowyn gemacht hatten? Nein, sicher würde er kein Jedi werden. Ja, er gab ihnen eine Chance, würde sich eines Besseren belehren lassen und seine Vorurteile, die noch immer nicht zur Gänze verschwunden waren, hoffentlich aufgeben. Doch das würde ihn niemals derart an sie annähern, dass er selbst zu ihnen gehören würde.


„Ich gebe ihnen bereits eine Chance“,
kommentierte Ian daher nur, mit einem halbherzigen Lächeln. Ohnehin musste er ihre eigene Musterung erst einmal überstehen und dann war da noch immer das Urteil der Republik. Besser, er dachte an all diese Dinge nicht. Sich selbst hatte er bereits ebenfalls eine Chance gegeben - eine Chance, die zuließ, dass Eowyn und er sein konnten, was sie waren.

Themen die nicht unangenehm waren, fielen Ian tatsächlich nicht ein. Das einzig für ihn nicht unangenehme ‚Thema‘ wäre wohl Eowyn gewesen, aber mit Alisah würde Ian sicher nicht über sie sprechen. Wo war Eowyn überhaupt? Ian hatte keine Ahnung, denn auch sie hatte er seit seinen Versuchen, Alisah und ihr Kind zu retten, gar nicht mehr wirklich wahrgenommen. Wahrscheinlich steckte sie irgendwo im Tempel und half, bei was auch immer.

Bei der Frage, ob es etwas gab, dass das Kriterium ‚Unangenehm‘ nicht erfüllen würde, hob Ian hilflos die Schultern und ließ sie wieder sinken. Alisah machte schließlich den wohl logischsten Vorschlag – der Ian auch nicht gefiel. Doch früher oder später würde ihm wohl kaum etwas anderes übrig bleiben, als sich Kyran anzusehen. Sagte er nun also nein, würde sich alles nur ein wenig nach hinten verschieben. Erneut unterdrückte Ian ein Seufzen. Der Hauptgrund, Alisahs Kind nicht sehen zu wollen war wohl der, dass er sich vor dem fürchtete, was er dabei empfinden würde. „
Nein, ich habe ihn nicht gesehen.“ Wie auch? Und nein, er wollte ihn nicht sehen. Warum auch? Der Kleine war am Leben und diese Information reichte Ian völlig, auch wenn er wusste, dass er Alisah diese Bitte nicht verwehren konnte, ohne in Erklärungsnot zu geraten. Und warum er das Kind nicht sehen wollte und wie sehr er sich tatsächlich davor fürchtete, ging sie einfach nichts an – und er würde es nicht diskutieren wollen. Nicht mit ihr und auch mit sonst niemandem.

„Da ich nicht auf den Armen laufe, wird das schon in Ordnung sein,“ stimmte Ian also mit schiefem Lächeln zu. Calad hatte ihm lediglich gesagt, dass er sich schonen und nicht überanstrengen sollte, vor allem den Arm nicht. Und alle anderen Standpauken standen hier ohnehin nicht zur Debatte, auch wenn Ian noch immer die warnenden, mahnenden Worte in seinem Kopf hatte. So stand er also auf und gesellte sich neben Alisah, um mit ihr den Raum zu verlassen und das erste Mal seit gefühlten Ewigkeiten, schirmte er sich ab. Sicher war sicher.
"Also gehen wir?" Je schneller er die Sache hinter sich brachte, desto besser.

Coruscant – Jedi-Tempel, medizinische Abteilung 2 – beim Bacta-Tank B03 mit Alisah
 
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[ Coruscant - Verlassenes Bürogebäude in der nähe des Jedi-Tempels ] Rilanja und Zasuna

Zasuna hatte verwirrt und sogar leicht erschrocken ein wenig zusammengezuckt, als sie auf einmal die tastenden Hände ihrer Begleiterin auf ihrem Rücken und ihrer Schulter gespürt hatte. Erst im nächsten Moment wurde ihr klar, dass die Falleen unter diesen Lichtbedingungen vermutlich nichts sehen konnte. Warum nahm sie nicht einfach die Macht zur Hilfe? Warum die Leute es überhaupt vorzogen, ihre lichtsensitiven Augen zu nutzen, war Zasuna ganz und gar nicht klar. Einmal mehr eine Frage für eine ganz andere Situation und einen ganz anderen Zeitpunkt. Definitiv warn das Thema nicht angemessen direkt nach einem Speederabsturz in ein verlassenes Bürogebäude mit einer Leiche auf dem Fahrersitz.

"Natürlich geht es mir gut. Ich meine... du hast uns gerettet. Die Macht ist mit uns und der Tod bei einem Speederabsturz scheint definitiv nicht das für uns auserkorene Schicksal zu sein."

Sie sah wieder zu dem Speeder hin, wendete sich dann aber vom Anblick des toten Fahrers ab, nur um ein

"Jedenfalls noch nicht."

ergänzend hinzuzufügen. Man musste sein Schicksal ja nicht herausfordern. Wenn es nach ihr ging, dann hatte sie für die nächsten Wochen genug von Hyperraumflügen und Speederabstürzen.

Vollkommen überraschend folgte anschließend Rilanjas Umarmung. Wenn Zasuna etwas geahnt hätte, wäre sie im ersten Moment vermutlich verwirrt ausgewichen. So blieb ihr nichts anderes als die Umarmung zu erwidern, wobei ihr die Fragezeichen vermutlich geradezu ins Gesicht geschrieben standen. Derartige körperliche Nähe war sie nicht gewohnt. Natürlich war das bei Trainingskämpfen nie ganz zu vermeiden. Doch sonst achtete sie auf ihre typische zurückhaltende Art und Weise stets darauf einen angemessenen Abstand einzuhalten. Die Umarmung überrückte jede Distanz, die sie zwischen Jedi-Rittern und Padawanen kannte, egal ob nun selbst erlebt oder aus den Filmen. Im ersten Moment mocht es noch unangenehm gewesen sein, doch im zweiten war sie zutiefst beeindruckt von diese warmen, freundschaftlichen Geste.


"Ich... bin auch froh, dass dir nichts passiert ist."

Damit war die Situation auch schon vorbei und Rilanja machte sich am Scheinwerfer des Speeders zu schaffen. Sie waren selbst dabei ein Abendteuer zu erleben. Ganz wie in den Filmen. Erst ahnte niemand etwas schlimmes, dann folgte die spannende Szene eines Speederabsturzes. Die Helden der Geschichte überlebten diesen und mussten sich dann weiter durchkämpfen. Das gab eine gute Story ab. Abgesehen davon, dass sich im Film vermutlich einer von ihnen beiden leicht verletzt hätte. Passend wäre ein angestauchter Knöchel und ein paar Schürfwunden im Gesicht gewesen.
Mit den entsprechenden Handgriffen versicherte sie sich, dass ihre beiden Schwerter noch am Gürtel hingen. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, wenn sie wirklich die Helden in dieser Geschichte waren, dann würde der Aufstieg im und zum Tempel nicht einfach werden. Es gab so ziemlich keinen Film über einen Jedi, in dem diese sein Schwert nicht benutzen musste.

Sie ging zum nächsten Schreibtisch, suchte Blatt und Stift und schrieb in großen Buchstaben darauf, dass niemand das Büro betreten sollte, ohne vorher die lokalen Sicherheitskräfte zu kontaktieren. Sie bewunderte Rilanja aufrichtig für ihr Wissen, das sie über Technik angesammelt hatte.


"Wahnsinn, was du alles über solche Dinge weißt. Warum gibt es diese Richtlinie? Doch nicht etwa für Fälle wie diesen? Findest du es nicht merkwürdig, dass das alles gerade uns passiert? Kennst du einen Holifilm über Jedi, bei dem sie ihr Lichtschwert nicht benutzen? Ach.. egal..."

Das war nun wirklich alles etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Manchmal überkam es sie einfach und dann sprudelte eine Frage nach der anderen aus ihr heraus.

Sie hielt Ausschau nach der von der Jedi-Ritterin erwähnten Fußgängerbrücke. Ja, das sah nach einem passablem Weg aus. Sie mussten nur einen Übergang zum nächsten Bürogebäude finden. Bei all den Brücken die es hier gab konnte man doch davon ausgehen, dass diese Aufgabe machbar war.

Sie folgte Rilanjas Blick auf ihr Kommgerät und zuckte anschließend mit den Schultern.


"Tja, ich hab keines. Hab bisher nie eines gebraucht und du weißt was ich von solchen technischen Dingen halte."

Mit ihrem handgeschriebenen Zettel und einem Stück Klebstreifen suchten sie den Büroausgang. Dort hinterließ Zasuna ihre Nachricht, während Rilanja schon mal mit dem Scheinwerfer in der Hand einige Schritte voraus ging. Es handelte sich um einen unspektakulären Flur, von dem etliche gleichartige aussehende Türen abgingen. Alle waren mit fortlaufenden Nummern beschriftet, ergänzt durch ein Infofeld mit dem Hinweis auf die jeweiligen Kürzel der ansässigen Abteilungen, mit denen Zasuna überhaupt nichts anfangen konnte. Der Gang war dunkel, auch die anderen Büros wirkten - ohne dass sie einen Blick hinein warfen - verlassen. Ganz am Ende des Ganges war ein Hinweisschild zu erkennen, welches offenbar den Notausgang kennzeichnete. Ansonsten blieb zu erwähnen, dass der Flur den unordentlichen Eindruck aus dem Büro weiter bestätigte. Einzelne Stühle lagen mitten im Weg, technische Kleingeräte, sogar Flimsiplastordner und ähnliche Unterlagen konnte sie ausmachen.

Sie erreichten das Hinweisschild und wie bereits befürchtet gaben auch die dort befindlichen Turbolifte keinen Laut mehr von sich. Konnte denn das gesamte Gebäude ohne Stromversorgung sein? Vielleicht waren die Büroarbeiter deswegen alle nach Hause. Ohne Energieversorgung ging im modernen Büro schließlich garnichts.


"Dann also die Treppe. Für den Übergang müssen wir... schätzungsweise vier Stockwerke höher. Was meinst du?"

[ Coruscant - Verlassenes Bürogebäude in der nähe des Jedi-Tempels ] Rilanja und Zasuna
 
Coruscant – Jedi-Tempel, medizinische Abteilung 2 – beim Bacta-Tank B03 mit Ian

Er gab ihnen eine Chance? Kurz zog Alisah ihre Nase kraus und verzog mal wieder ihre Mundwinkel.
"Du gibst ihr ne Chance! Aber ihnen...?" lag ihr eine Antwort auf der Zunge, doch sie lies es diese laut zu äußern. Sie hatten sich gerade geeinigt im Moment nichts an zu sprechen, das unangenehm würde und wenn sie darauf jetzt ein ging, dann würde es das werden, also schnaufte sie nur kurz und unterlies eine Antwort von der sie außerdem nicht wusste ob sie das Ganze wirklich richtig einschätzte. Es war nur das was sie zu fühlen glaubte, und da sie gerade bei Ian, in letzter Zeit, nicht gerade eine große Trefferquote hatte, was das anging was sie zu wissen glaubte, war es zusätzlich wohl auch klüger nicht darüber zu sprechen.
Für einen unangenehmen Moment legte sich Stille über sie und Alisah glaubte schon fast, dass Ian auch ihren Vorschlag Kyran zu besuchen ablehnen würde. Als er dann Nein sagte verzog sie schon enttäuscht ihr Gesicht, merkte aber rechtzeitig genug um nicht Ablehnend reagiert zu haben, dass das Nein sich nur darauf bezog, dass er den Kleinen noch nicht gesehen hatte.
Im Gegenteil, er stimmte zu. Alisah strahlte in diesem Moment auch wenn sie wieder das Gefühl hatte das er nur eine lästige Aufgabe abhaken wollte.

"Also gehen wir?"
Das klang so überhaupt nicht ein zu ordnen. War es eine Frage, eine Feststellung eine Aufforderung?
Alisah entschloss sich es als Aufforderung zu sehen, denn Ian war aufgestanden und neben sie getreten während er sogar so was wie einen Scherz gemacht hatte.


Na, da haben wir ja Glück.

Kommentierte Alisah schmunzelnd und bekräftigte dann.

Ja, gehen wir.

Während sie weiter verschmitzt grinste und anfügte.

Na ja, du gehst jedenfalls. Ich schwebe!

Kurz kicherte sie bei dem Gesagten, denn obwohl oder vielmehr gerade weil ihre Benutzung des Schwebestuhls keinen lustigen Grund hatte, wollte sie die Tatsache sich hier herum schweben zu lassen wie eine verwöhnte Prinzessin, komisch finden.
Sie wollte einfach wieder lachen können, und wenn es auch nur darum war nicht in Dunkelheit und Verzweiflung zu versinken bei dem Gedanken, was alles noch geschehen konnte, und das diese Virus noch immer in ihr war.
Nein, das war kein Gedanke den sie zulassen wollte. Sie brauchte Stärke für ihren kleinen Sohn!


Er ist noch sehr klein...

Begann sie, nachdem sie eine kurze Strecke des Weges zurück gelegt hatten.

... und er braucht noch diesen Brutkasten. Aber auch dank dir ist er stark genug es zu schaffen!

Erklärte sie weiter und hatte es nicht lassen können wieder darauf hin zu weisen, das Ian einen großen Anteil am überleben ihres Kindes hatte. Dann musste sie allerdings an Eowyn denken. Einen kurzen Augenblick kaute sie vorsichtig auf ihrer Unterlippe und grübelte, dann fragte sie Ian einfach.

Meinst du..., also, denkst du..., diese Eowyn, ich würde auch gern mit ihr reden. Ihr Kyran zeigen und danke sagen. Vor allem weil ich am Anfang so... na ja, so... ähm, ich war.
Hm, weißt du wo sie jetzt is?


Sie fragte sich außerdem auch wo die Anderen waren. Siva, Tara, Ribanna... überhaupt alle! Klar konnten sie nicht die ganze Zeit um sie sein und das sollten sie auch nicht. Trotzdem, sie waren doch hoffentlich nicht einfach fort. Rick müsste auch langsam wieder ausgeruht sein. Hm, vielleicht bewachte er ja auch schon wieder den Kleinen.

Coruscant – Jedi-Tempel - Gänge auf dem Weg zurück zur medizinische Abteilung 1 – mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Gänge auf dem Weg zurück zur medizinische Abteilung 1 – mit Alisah

Ian entging Alisahs leises Schnauben nicht, als er erwähnte, den Jedi bereits eine Chance zu geben. Doch er wusste es nicht einzuschätzen, denn er kannte Alisah längst nicht mehr so gut wie früher. So schwiegen beide, was ihnen vielleicht eine neuerliche Auseinandersetzung ersparte.

Dann trat Ian neben Alisah, was sich für ihn sehr seltsam anfühlte und sicher nicht damit zusammenhing, dass sie, im Schwebestuhl sitzend deutlich kleiner war, als er. Nein, es fühlte sich allein deswegen schon seltsam an, weil das letzte Mal, als sie einander körperlich so nahe gewesen waren, mehr einem Desaster, als alles anderem geglichen hatte. Der Gedanke mit ihr, nach ihrem Sohn zu sehen, war neben der ganzen Angst, die Ian empfand, ebenso seltsam. Denn hätte es nicht genauso gut sein können, dass sie, wäre damals alles anders gewesen, nun ihr eigenes Kind betrachten würden? Für ein paar Sekunden spürte Ian sehr widersprüchliche Gefühle in sich aufkommen und als er einen Augenaufschlag später, seinen eigenen Nachnamen hinter den Vornamen des Kindes setzte, erschrak er beinahe vor sich selbst. Und doch konnte Ian nicht verhindern, dass der Name Kyran Dice für Sekunden vor seinem inneren Auge auftauchte. So absurd der Gedanke war, so absurd war auch die Konstellation dieses Namens, die Ian schnell wieder auseinanderdividierte. Kyran war nicht sein Sohn, was schlussendlich sogar Erleichterung in ihm auslöste.

Sie verließen den Raum und Ians Unwohlsein wuchs mit jedem Schritt, dem sie dem anderen Raum näher kamen. Es wurde sogar so groß, dass Ian kurze Zeit überlegte, ob er nicht doch nach einer Ausrede suchen sollte, die ihm den Kontakt mit Kyran ersparen würde. Mangels logischer Ausreden aber, blieb Ian gar nichts anderes übrig, als seinen Weg mit Alisah fortzusetzen.

„Wie alt ist er eigentlich?“, war dennoch eine Frage, die Ian wirklich interessierte, denn er wusste wirklich nicht, in welchem Monat Alisah gewesen war. Dabei ignorierte er ihren kleinen Hinweis bewusst, denn dazu hatte er vorhin schon alles gesagt. Außerdem waren da immer noch Calads Worte in seinem Hinterkopf.

„Nein, ich habe keine Ahnung wo sie ist.“ Schließlich hatte er vor und nach seiner Ohnmacht nichts mehr mitbekommen. Auch nicht, nach seiner Bacta-Behandlung und so streckte Ian kurz seine Machtfühler aus, um nach Eowyn zu tasten, denn ein wenig seltsam war es schon, dass er sie noch nicht wieder gesehen hatte – allerdings war er noch nicht lange aus dem Bad und Eowyn hatte wahrlich besseres zu tun, als jede Sekunde nachzuschauen, ob er wieder auf den Beinen war. Lange dauerte es nicht, bis er ihre Präsenz erspüren konnte. Sie war in jedem Fall irgendwo im Tempel und es fühlte sich nicht so an, als steckte sie in Unannehmlichkeiten. Viel eher glaubte Ian zu spüren, wie sie sich anstrengte, gerade so, als trainiere sie.

Aber ich bin sicher, dass du noch Zeit haben wirst, mit ihr zu sprechen. Und nicht ‚diese‘ Eowyn, sondern einfach Eowyn,“ lächelte er dann, als sie vor der medizinischen Abteilung ankamen, in der sich Kyran befinden musste. Ians Lächeln verschwand und er bemühte sich, einen neutralen, vielleicht halbwegs entspannten Gesichtsausdruck zu machen, der sein Unwohlsein nicht sofort verraten würde.
„Ich werde mich nur kurz versichern, dass es ihm gut geht…“, warf diese Bemühung wohl völlig über den Haufen. Spätestens das nervöse Betätigen des Türöffners tat es. Seit Nar Shaddaa hatte Ian sich und seine Gefühle deutlich nicht mehr richtig im Griff. Davor noch war es ihm ein Leichtes gewesen, eine nichtssagende oder neutrale Mine zu bewahren.

Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Alisah
 
[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Landebucht] Snow, Mas, Faith, Skyan (Salina)

Der schwarzhaarige Mann stellte sich nur kurz als Mas vor und ließ den Padawan weiterhin im Unklaren über dessen Position im Orden, was ihn etwas verstimmte. Skyans Vorschlag schien ihn jedoch nicht zu ärgern, er ging darauf ein und begrüßte Faith in der Runde. Gedanklich ordnete ihn der Prinz als Ritter oder fortgeschrittener Padawan ein, sonderlich viel Autorität strahlte der Mann in seinen Augen nicht aus. Mas war einige Zentimeter größer als er, ein Umstand, der dem braunhaarigem Padawan missfiel. Als Führer der Gruppe erklärte der athletisch wirkende Mann kurz den Zustand des Hangars. Mas umschrieb den Zustand der verfallenen Halle äußerst schmeichelhaft. Schon das Äußere des Tempels hatte keine sonderlich beeindruckende Wirkung auf den serrennoschen Prinzen, der ganz andere Bauten gewohnt war. Freilich, die Ausmaße des Gebäudes waren erstaunlich, aber gegen den Glanz der imposanten Wolkenkratzer war es nicht sonderlich eindrucksvoll. Kein Wunder, dass der Prinz bisher noch keine große Notiz von dem Tempel genommen hatte. Gegen all die gleißende Pracht und den Luxus der oberen Ebenen konnte ein alter Tempel nur untergehen. Zudem hatte das Imperium nicht sonderlich viel dazu beigetragen, dass die Stätte der Jedi erhalten blieb. Innen setzte sich dieser Eindruck fort. Die Ausmaße waren zwar selbst für Coruscant gigantisch, aber das Gebäude war derart heruntergekommen, dass jegliche Pracht verblichen war. Einige Sekunden wanderte sein Blicke über die Decke. Lose Kabelenden hingen wirr herab, Farbe war abgeblättert und die Decke war aufgerissen und durchlöchert.

Nichtsdestotrotz erinnerte die große Hangarhalle in ihrer Betriebsamkeit etwas an eine gigantische Markthalle. Mehrere Lebewesen unterschiedlicher Spezies wuselten durcheinander, einige schleppten klobige Werkzeuge und begleiteten die watschelnden Gonk-Droiden durch die Halle. An einer Wand war ein provisorisches Gestell aufgebaut auf dem sich an Twi'lek an der Wand zu schaffen machte. Einige Jedi mit tiefen Kaputzen eilten an ihnen in Richtung der Raumschiffe vorbei. Der Raum war geräuschvoll und betriebsam. Interessiert begutachtete Skyan die verschiedenen Spezies und Güter, die sie passierten und lauschte Mas' Ausführungen.

Zügig durchquerte die Gruppe den betriebsamen Hangar und begab sich nun auf etwas ruhigeren Gängen in den Tempel hinein. Die ersten paar Abbiegungen versuchte Skyan noch den Weg im Kopf abzuspeichern, aber er gab es bald auf. Ohne Mas hätte er sich schon nach kürzester Zeit in den verschlungenen Gängen des Tempels verirrt.
Da Snow wie gewohnt das Schweigen bevorzugte und Mas mit seinen Ausführungen kurz pausierte, beschloss der Prinz sich zu der etwas jüngeren Faith zu gesellen, die einen sympathischen und aufgeweckten Eindruck machte.


"Verzeih meine Neugier, Faith, aber du erwähntest, dass du gerade erst zum Tempel gerufen wurdest. Hast du bereits Zeit auf Coruscant verbracht oder bist du wenige Momente vor uns auf dem Planeten angekommen?"

Einerseits ließ sich der Padawan nahezu nie die Gelegenheit nehmen etwas Smalltalk zu betreiben und lose soziale Bindungen zu knüpfen, andererseits interessierte es ihn jedoch brennend worauf er sich nun eingelassen hatte. Die neuen Eindrücke und die rege Beschäftigkeit, die um ihn herum herrschte hatten ihn etwas davon abgelenkt, dass er den Planeten betreten hatte um einen Virus zu bekämpfen. Er wähnte sich selbst nicht in Gefahr, aber auf Chalacta hatten die Dinge auch schneller ihren Lauf genommen, als er erwartet hatte.

[Coruscant - Obere Ebenen - Jedi-Tempel - Gänge] Snow, Mas, Faith, Skyan
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Gänge auf dem Weg zurück zur medizinische Abteilung 1 – mit Ian

Wie alt er eigentlich war? Ja, Alisah verstand Ian's Frage durchaus und doch konnte sie sich eine kleine Frechheit nicht verkneifen und erklärte mit überrascht klingenden Stimme.

Na einen Tag. Du warst doch dabei als er zur Welt kam!

Lange hielt sie die Fassade jedoch nicht aufrecht und so kicherte sie wieder kurz in sich hinein bevor sie ernsthaft weiter sprach.

Nein, schon gut, ich hab verstanden was du meinst. Also, ich war im 7. Monat!
Erst hab ich gedacht es wär der Sechste aber dieser komische Droidenarzthelferirgendwas hat mir heute mitgeteilt, dass sie nach abschließenden Untersuchungen meinen, das Kyran doch schon im Siebten war und darum auch bessere Chancen hat weil Vieles doch schon besser ausgebildet is als befürchtet.


Sie blickte jetzt zu Ian hoch und lächelte kurz. Ja, ihr kleiner Sonnenschein brachte immer ein Lächeln auf ihr Gesicht und gute Nachrichten, die ihn betrafen dann noch einmal doppelt schön.
Allerdings konnte man sich auch nicht dauernd nur über Kyran unterhalten und sie hatte ja nach Eowyn gefragt. Eine Frage, die Ian beantwortete. Und auch wenn die Antwort Alisah nicht wesentlich weiter half so beruhigte sie doch etwas, da Ian nicht davon aus zu gehen schien, das diese Eowyn einen Bogen um Alisah machen würde. Das war gut und ja, sie würde sich auch abgewöhnen 'diese' vor Eowyn's Namen zu setzen.


Okay, "nur" Eowyn.

Erklärte Alisah aus diesem Grund und dann standen sie auch schon vor der Tür hinter der Kyran in seinem Brutkasten lag. Alisah konnte ihn deutlich fühlen und sie berührte ihn durch die Macht ganz sachte als würde sie ihm die Wange streicheln.
Erneut blickte Alisah zu Ian hoch, der gerade etwas fahrig den Türöffner bediente und erklärte, er würde nur kurz nach Kyran sehen.


Er beißt nicht! ... Noch nicht!
Und du darfst jeder Zeit nach ihm sehen.
Auch lange!


Erwiderte Alisah daraufhin und lenkte ihren Schwebestuhl durch die nun offene Tür direkt zu ihrem Bett und dem daneben befindlichen Brutkasten.
Friedlich lag Kyran darin. Er war wach, das fühlte sie und etwas bewegte er sich, wandte sein winziges Köpfchen sogar in ihre Richtung und zauberte damit seiner Mutter ein Lächeln auf die Lippen.


Ist er nicht wunderschön?

Sagte sie gedankenverloren und legte eine Hand auf den Brutkasten um ihm noch etwas näher zu sein!
Sie war so glücklich und im selben Moment so traurig, das Radan nicht hier war. Er müsste jetzt mit ihnen hier stehen und seinen Sohn betrachten. Er müsste stolz sein und glücklich und jedem, auch denen die es nicht hören wollten, erzählen dass er einen wunderhübschen kleinen Sohn hatte. Doch er war nicht hier! Er war fort und sie wusste nicht wo. Für eine Sekunde krampften Sorgen ihr Herz zusammen, doch als sie mitbekam, das Kyran unruhiger wurde, riss Alisah sich zusammen und schob diese dunklen Gedanken weit von sich. Nichts sollte Kyran belasten. Auch nicht ihre Sorgen.
Statt dessen blickte sie jetzt zu Ian auf musterte ihn einen Weile bevor sie die Beiden einander vor stellte.


Ian, das ist also mein kleiner Kyran!
Kyran, das ist Onkel Ian! Er ist ein Brumbär! Aber eigentlich ein ganz nett!


Verschmitzt grinste Alisah wieder! Sie hatte Ian nicht Patenonkel genannt, aber das Onkel konnte sie sich nicht verkneifen.
Und wenn Ian protestieren sollte, dann konnte sie immer noch erklären, dass Erwachsen, sofern sie nicht die Eltern waren, für Kinder doch immer Onkel oder Tante hießen. Oder?


Coruscant – Jedi-Tempel - Gänge auf dem Weg zurück zur medizinische Abteilung 1 – mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Gänge auf dem Weg zurück zur medizinische Abteilung 1 – mit Alisah

Einen Tag. Beinahe wäre Ian rot geworden, als er bemerkte, wie falsch er die Frage gestellt hatte. Natürlich war Kyran erst einen Tag alt, doch zum Glück gab Alisah schließlich die Antwort, nach der er eigentlich gefragt hatte. Sie war im siebten Monat gewesen. Ian hatte zwar keine Ahnung von Schwangerschaften, wusste bloß, dass diese bei menschlichen Frauen eigentlich 9 Monate betrugen, aber da die sieben nun einmal näher an der neun war, als die sechs, klang das doch hoffentlich gut.
„Bessere Chancen klingt gut“, sagte er daher hoffnungsvoll. Vielleicht würde das auch die Zeit im Inkubator verkürzen? Ian wusste es nicht, fing Alisahs Lächeln aber auf und gab es zurück.
Und dann kam sein Moment, Alisah einen gespielt tadelnden Blick zuzuwerfen.
„Nicht ‚nur‘. Du bist ja auch nicht ‚nur‘ Alisah.“ Um sicherzustellen, dass Alisah ihn nicht missverstand und ihn zu ernst nahm, zwinkerte er ihr zu, auch wenn ihm durchaus ernst damit war, dass Eowyn sicher nicht ‚nur‘ Eowyn war. Nein, das war sie absolut nicht. Für ein paar Sekunden fragte er sich, warum sie nicht bei ihm war, musste diesen Gedanken aber recht schnell wieder verwerfen, als ihn nur noch eine Türe von Kyran trennte. Alisah schwebte schon an ich vorbei zum Brutkasten und nahm Ian im ersten Moment die Sicht – was Ian ziemlich begrüßte. Jederzeit, auch lange nach ihm sehen? Nein, das war völlig absurd, allein die Tatsache, dass Alisah dieses Angebot überhaupt machte. Nach allem was geschehen war, hätte er sicher nicht damit gerechnet, dass sie ihm überhaupt anbot, Patenonkel zu werden.

Zu gerne wäre Ian einfach in der Türe stehen geblieben um kurz darauf wieder zu verschwinden, doch er zwang sich dazu, seine Beine in Bewegung zu setzen und nicht stehen zu bleiben, den Blick heftete er dabei auf den Boden. Nein, er wollte das Baby nicht sehen und das es im Brutkasten lag, brachte immerhin den einen, riesigen Vorteil, dass er nicht in Verlegenheit geraten würde, das Baby halten zu müssen. Er hörte Alisah fragen, ob das Kind nicht wunderschön aussähe, als er noch immer auf den Boden starrte und sein Herz deutlich klopfen hörte. Irgendeine Antwort musste Ian geben und was blieb ihm anderes übrig, als seinen Blick zu heben? Natürlich, er konnte schlicht eine Bestätigung murmeln und das Weite suchen und dann dafür sorgen, dass er Alisah und ihrem Kind künftig besser aus dem Weg ging. Als Halbgefangener auf Lianna sicher ein großes Problem, immerhin durfte er die Basis eigentlich nicht verlassen. Schwer schluckend, zwang Ian sich also, den Blick zu heben und setzte alles darin, eine Abschirmung so stabil und fest wie möglich zu machen, damit weder seine Angst, noch ein anderes Gefühl von ihm nach außen drang.
Und genau in dem Moment, als Ian seinen Blick hob, drehte Kyran seinen Kopf zu Alisah und ihm und Ian kam es für Sekunden so vor, als starre Kyran ihn an und Ian konnte nicht anders – er starrte zurück. Da war ein kleines Köpfchen, mit zwei strahlend blauen (?) Augen. So klein, so hilflos, so unschuldig. Und dann spürte Ian eine Welle von Glück, die direkt von Alisah zu ihm hinüber schwappte und zeitgleich etwas anderes. Sorge oder Kummer? Ian wusste es nicht genau zu sagen, denn da spürte er etwas anderes, dass nicht von Alisah oder ihrem Kind ausging, sondern von ihm selbst.

Das Virus.


Ein einziges, verschontes Baby. Eines. Nur ein einziges und da krampfte sich Ians Herz zusammen. Wie viele Kinder würden an diesem Virus sterben? Vielleicht hatte Ian ein Leben gerettet, doch wie viele würden sterben? Kleine, unschuldige Seelen… Und warum?

Ian riss seinen Blick los, wandte sich ab.

Ich muss jetzt wirklich gehen“, stotterte er halb, sich schon wieder in Bewegung setzend, halb rennend, um den Raum so schnell wie möglich zu verlassen.

Coruscant – Jedi-Tempel - Gänge auf dem Weg zurück zur medizinische Abteilung 1 – mit Alisah
 
Coruscant - Jeditempel - Ratssaal - Wes, War und Sarid


Nach und nach kamen die Ideen und zusammen entwickelte sich Stück für Stück eine Strategie wie sie besser mit dem was sie zur Verfügung hatten gegen den Virus vorgehen konnten. Ihre Bemühungen zu koordinieren und insbesondere die Medien auf ihre Seite zu ziehen war ein Punkt, den sie im Auge hatten. Nachdenklich ließ Sarid ihren Blick durch das große, noch zerbrochene Sichtfenster schweifen. War merkte währenddessen an, dass in seinen Truppen gewesen hologene Leute dabei waren, was schon einmal hilfreich war. Als Wes andererseits nach hologenen Heilern fragte, kam Sarid sofort mit einem Grinsen ein Name in den Sinn.

"Mir fällt da sogar eine Jediheilerin ein, welche etwas Ärger mit dem Rat bekommen hat, gerade weil sie sich so stark in den Medien präsentiert hat: Brianna Kae, eine junge gutaussehende Echani, welche das Rampenlicht überaus genießt. Sie ließe sich gewiss nicht zu sehr aus der Ruhe bringen, wenn sie verstärkt mit Reportern zu tun hätte und macht dabei gewiss auch noch eine gute Figur. Vielleicht erinnerst du dich ja noch an ihren Einsatz auf Denon, Wes. Ich glaube allerdings nicht, dass sie bereits auf Coruscant ist. Andererseits könnte ich mir natürlich auch Chesara dafür vorstellen, aber ich weiß nicht, ob sie dies übernehmen möchte. Die Erfahrung dafür hätte sie gewiss und sie ist auch schon auf Coruscant wie ich gehört habe, aber vermutlich intensiv mit Heilen beschäftigt."

Das waren jedenfalls die Namen, die der Corellianerin auf die Schnelle einfielen, aber es konnte natürlich sein, dass sich noch andere fanden. Je mehr, desto besser, war hier die Devise. Also War noch ansprach, dass er danach durch die Straßen ziehen wollte, um sich möglicht viel vor Ort anzusehen und präsent zu sein und dafür gerne eine hologene Jedieskorte hätte, nickte Sarid.


"Es gibt immer noch genug Jedi, welche nicht heilen, aber dafür kämpfen können. Ich würde ja mich selbst anbieten, aber ich denke die Sicherung des Tempeluntergrundes ist ebenfalls eine wichtige Aufgabe, die wir nicht vernachlässigen sollten. Wir werden dir jemanden schicken, sobald wir eine oder einen geeigneten Kandidaten gefunden haben, in Ordnung?"


Dabei sah sie nicht nur War, sondern auch Wes an für den Fall, dass der Tanaaber schon jemanden an der Hand hatte. Als der Admiral ihnen anschließend noch mitteilte, dass er vorhatte sämtliche Geheimdienstinformationen zum Ursprung des Viruses abzufragen, nickte sie. Es war gut, dass der dunkelblonde Mitcorellianer im Blick hatte, was dort zu Tage kam. Wenn etwas für die Jedi Wissenswertes oder vielleicht sogar Essentielles zu Tage kam würde er gewiss einen Weg finden ihnen diese Information zukommen zu lassen. Daher bohrte sie nicht weiter nach. Auf War war Verlass.

Als Wes dann weiter auf das Thema Gewissensentscheidung der Jediheiler zu sprechen kam und die Dringlichkeit dafür nochmals klarstellte, kam sie ebenfalls ins Grübeln. Ja, der Bedarf an Heilern war immens, aber gerade vom Virus aufgrund ihrer Spezies gefährdete Jedi zu zwingen herzukommen hatte einen schlechten Beigeschmack für sie. Aber ihr kam ein Kompromisvorschlag.


"Nun, wir könnten es ja so organisieren, dass Jediheiler nicht gefährdeter Spezies verpflichtet werden. Den anderen würde ich die Entscheidung angesichts der schrecklichen Krankheit mit Hinweis auf die Dringlichkeit dennoch selbst überlassen. Immerhin kommen sie direkt und hautnah damit in Kontakt. Diese Fürsorge sind wir ihnen schuldig, Wes. Allerdings können wir diese Leute dann dort einsetzen, wo sowieso Jediheiler im Einsatz sind und die dort frei gewordenen Heiler nach Coruscant schicken. Es ist zwar etwas organisatorischer Aufwand, aber besser als alle freien Heiler pauschal zu verpflichten",


schlug die Corellianerin vor. Das war in ihren Augen ein gangbarer Weg, der dennoch die Anzahl der Heiler auf Coruscant so weit wie möglich erhöhen würde.


"Einige menschliche und nahmenschliche Jediheiler sind ja bereits auf Coruscant. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass die Zahl jener, welche Coruscant lieber fern bleiben möchten eher klein ist."


Zum Thema Soldaten bzw. deren Unterbringen konnte Sarid sogleich Entwarnung geben.


"Selbstverständlich können wir sie hier unterbringen, War. Der Tempel ist zwar baulich noch etwas mitgenommen, aber er ist für über 10.000 Jedi ausgelegt, eine Zahl, die wir mitgliedermäßig noch längst nicht erreicht haben. 501 Quartiere lassen sich mit ziemlicher Sicherheit bereitstellen. Das werde ich danach umgehend in die Wege leiten",


sagte die Jedi-Rätin zu. Außerdem waren so die Wege zu ihrem Einsatzort denkbar gering und die Gefahren so weit wie möglich minimiert. Danach näherte sich die Besprechung ihrem Ende. Der Admiral verabschiedete sich als er einen Kommnachruf erhielt. Sarid nutzte die Gelegenheit, um zum nochmals Terminal zu treten. Es waren nur ein paar Klicks so viele Quartiere bereitzustellen. In Kürze würden dann einige Droiden ausschwärmen und die Räume inspizieren und säubern. Dann kam ihr noch ein anderer Gedanke. Deshalb wandte sie sich vom Terminal ab und sah zu ihrem Ratskollegen.


"Wie sieht es hier eigentlich mit der Verpflegung aus? Unsere alte Kantine hier wird es gewiss noch nicht wieder geben, oder?"


Dabei sah sie Wes fragen an. Die Anzahl der zu versorgenden Wesen im Jeditempel würde damit schon sprunghaft steigen, wenn noch eine solche Anzahl Soldaten hier erschien.



Coruscant - Jeditempel - Ratssaal - Wes, War und Sarid
 
[ Coruscant| Obere Ebenen | Jedi-Tempel | Gänge | Zweibein, Skyan, Snow, Mas & Faith ]
Während die kleine Gruppe der Neuankömmlinge weiter – unter Mas Führung – den altehrwürdigen Jedi-Tempel kennenlernte, versuchte Faith angestrengt sich die Wege einzuprägen. Sie würde später nicht hilflos umherwandeln wollen und sich lieber daran erinnern, wo es zum Haupteingang, zum Quartiertrakt oder zur medizinischen Abteilung ging. Gerade deshalb achtete sie nicht allzu sehr auf ihre Begleiter und war umso verwunderter als Skyan sie plötzlich von der Seite ansprach.

„Oh nein, ich bin nicht gerade erst angekommen. Ich habe schon etwas länger kleinere Aufträge für den Jedi-Orden erledigt und geholfen, wo ich konnte. Dabei ist mir auch dieser Droide über den Weg gelaufen.“ Sie deutete nach hinten, wo ihre unfreiwillige Neuerwerbung in einigem Abstand folgte. „Aber den Tempel habe ich noch nie zuvor gesehen.“

Es war unverkennbar, dass Skyan wusste, wie die Etikette zu wahren war. Seine Worte formulierte er gewählt, zudem versuchte er durch seine vorangegangene Entschuldigung nicht zu aufdringlich zu wirken. Faith betrachtete ihn etwas interessierter und ließ den Blick dabei von Kopf bis Fuß wandern. Auch wenn sie, seinem Beispiel nicht folgend, dabei durchaus indiskret wirken mochte, konnte sie nicht anders.


„Ich bin mit meiner…“, sie stockte kurz. Beinahe hätte sie Meisterin gesagt. „Der Rätin ChesaraSyonette auf Coruscant gelandet, kurz nachdem der Virus ausbrach.“ Zu diesem Zeitpunkt war jedoch bereits klargestellt, dass sie ihre Ausbildung nicht bei der renommierten Jedi-Heilerin fortsetzen würde. Es versetzte ihr immer noch einen Stich in die Seite, genau dorthin, wo das Herz saß. Das Gefühl des Versagens schlich sich wieder in ihren Kopf und breitete sich dort aus - nun da sie an ihre ehemalige Lehrmeisterin und ihren Mitschüler Arlen dachte, der inzwischen zum vollwertigen Jedi-Ritter ernannt wurde. Einen großen Klos herunterwürgend zwang sie sich zu einem mehr oder weniger aufgesetzten Lächeln, das nicht annähernd ehrlich wirken mochte. Zudem verbarg sie ihre Gefühle so gut sie es nur konnte. Niemand hier musste wissen, dass sie eine Versagerin war.


„Ich weiß noch nicht genau, was meine Aufgabe hier sein wird.“

Gerade als sie diese Worte ausgesprochen hatte, erreichte ihre kleine Gruppe das provisorisch eingerichtete Empfangszimmer in der Nähe des Haupteingangs. Hier registrierten sie sich, ihre Ankunft und ihren Aufenthalt im Tempel bei einigen fleißig wuselnden Droiden, die dem Rezeptionsdroiden der Jedi-Basis auf Lianna nicht unähnlich sahen und die Daten schnell in ihre Konsolen eingaben. Sie waren offensichtlich mehr als beschäftigt, denn die Padawane waren längst nicht die einzigen, die sich im Tempel meldeten. Auch Soldaten und Sicherheitskräfte, Ärzte, lokale Regierungsvertreter und natürlich Jedi, nebst allerhand anderer Leute verschiedenster Spezies und Professionen versuchten sich hier zu melden, neue Befehle zu erhalten oder eine Chance zu erhalten mit hochrangingen Ordensvertretern sprechen zu können. Es war ziemlich unordentlich und laute Stimmen schwirrten durch den Raum. Der jungen Padawan wurde gesagt, dass sie ihre Aufgaben noch zugewiesen bekommen würde. Dafür würde sie später den Namen eines Ansprechpartners auf ihr Datenpad gesendet bekommen, bei dem sie sich zu melden hatte.

Faith war heilfroh, als sie es schließlich hinter sich hatten und das behelfsmäßige Büro wieder verlassen konnten. Mit so vielen Coruscanti, die etwas vom Orden wollten, hatte sie nicht gerechnet. Und dabei wurde ein Großteil noch nicht einmal in den Tempel hinein gelassen. Auch Kranke, die sich Heilung durch die Jedi erhofften, wurde ein direkterer Weg zur medizinischen Abteilung gewiesen, sodass auch diese noch nicht einmal mitgerechnet waren. Eins war klar: Coruscant brauchte ihre Hilfe dringend.

Da sie soeben gleichzeitig ihre Quartiere zugewiesen bekommen hatten, führte Mas sie zurück in Richtung des Quartiertrakts. Faith würde sich eines mit Liia teilen. Da sie bereits auf Lianna ein Quartier mit Liza teilte, hatte sie sich inzwischen daran gewöhnt. Die Wege innerhalb des Tempels schienen unendlich lang zu sein. Ein Zeichen dafür, wie riesig dieses Gebäude eigentlich war. Es würde unendlich viel Zeit und Arbeitskraft in Anspruch nehmen, diesen Ort wieder herzurichten. Es war schließlich nicht so, als hätten die Jedi gerade nichts anderes zu tun, als sich um die Einrichtung der Gemütlichkeit innerhalb des Tempels zu kümmern.


„Wie wäre es, wenn wir uns später in einem Trainingsraum treffen und die Zeit ein wenig sinnvoll vertreiben?“, fragte sie alle, die es hören wollten, als sie vor der Tür des ihr zugewiesen Quartiers stand. Mas hatte ihnen während der Führung genügend Räume gezeigt, die genau für diesen Zweck vorgesehen waren. Speziell an Skyan gewandt fuhr sie fort. „Bis sich deine Meisterin wieder bei dir meldet“, ehe sie ohne auf eine Antwort zu warten eintrat und die Tür hinter sich, Zweibein und Liia schloss. Wer kommen wollte, würde später schon erscheinen. Zunächst musste sie sich sich einrichten.


Das Quartier war klein, kahl und spärlich bemöbelt. Neben zwei schlichten Betten mit Metallgestell, einem Tisch und zwei Spinten, gab es nichts. Lediglich die Nasszelle am anderen Ende des Zimmers zeugte davon, dass man hier mehr als ein paar Stunden verbringen sollte. Seltsamerweise erinnerte sie diese provisorische Einrichtung jedoch an ihr Zuhause auf der Navalon. Mehr als diesen einfachen, zusammengewürfelten Kram würde sie nicht brauchen. Sie stellte die Tasche, die sie um die Schulter getragen hatte, auf dem Tisch ab. Danach warf sie sich auf eines der Betten, was sie im nächsten Moment sogleich bereute. Die Matratze war mehr als ungemütlich und gab beim Aufkommen nur wenig nach. „Willkommen bei den Jedi, Droide“, murmelte sie etwas niedergeschlagen. Der schräge Astromech piepte etwas wirres, aus dem sie das Wort ‚Zuversicht‘ heraushörte, während er sich sich mit einer Ladestation an der Wand verband. Immerhin entlockte er ihr ein kleines ehrliches Lächeln. Schon seltsam, dass ausgerechnet dieser R2-Droide versuchte sie aufzumuntern. Es war das erste Mal, dass sie dankbar dafür war, dass er sie nun begleitete. "Bist du schon lange bei den Jedi, Liia?", fragte sie ihre neue Zimmergenossin, legte sich auf die Seite und stützte mit einer Hand ihren Kopf ab, während sie den Blick auf sie richtete.

[ Coruscant| Obere Ebenen | Jedi-Tempel | Quartier| Zweibein & Faith ]
 
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Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Ian

Sie hatte erwarte, dass er sich gegen das Brummbär wehrte, oder zumindest protestierte Onkel genannt zu werden. Doch nichts davon geschah, statt dessen schwieg Ian und blickte Kyran nur an, als dieser sein Köpfchen ihnen zu wandte. Es wirkte beinahe als würden die Beiden sich gegenseitig mustern und Alisah schmunzelte kurz bevor sich die Situation im Raum zu drehen schien.
Alisah's Verbindung zu Ian war nicht mehr die Tiefgehende wie sie vor all den Geschehnissen nach seinem "Tod" war und doch fühlte sie in diesem Moment eine Welle von Verzweiflung von ihm ausgehen und im nächsten Moment wandte er sich ab und erklärte er müsste jetzt wirklich gehen.
Alisah blickte ihn einen Moment lang an und beinahe hätte sie ihm auch einfach nur noch nachsehen können, doch dann handelte sie schnell und lenkte den Schwebestuhl zwischen Ian und den Ausgang.


Nein!
Nein, du gehst jetzt nicht! Nicht so!


Sie schnaufte fest als sie das gesagt hatte und dann blickte sie entschlossen zu Ian auf. Sie würde ihn jetzt nicht einfach so gehen lassen, dafür hatte sein Verhalten viel zu viele Fragezeichen bei ihr hinterlassen.

Du kommst hier her, du sagst du hasst mich nicht, obwohl du jedes Recht dazu hättest.
Dann rettest du mich und vor allem mein Kind.
Aber als ich dann will, dass der Mann, der sein Leben für Kyran geben wollte sein Patenonkel wird, sagst du, dass du niemand wärst den man auf Kinder loslassen sollte.
Und jetzt kannst du ihn nicht einmal ansehen!
Was ist mit dir los?
Wovor rennst du davon?
Vor mir?... Vor Kyran...?
Rede mit mir!
Ich weiß du kannst mir nicht mehr vertrauen und ich bin wahrscheinlich die Allerletzte der du dein Herz ausschütten willst. Aber ich bin hier weit und breit wahrscheinlich auch die Einzige, die weiß aus welcher Dunkelheit du...


Alisah stockte und schnaufte tief durch, nicht nur er kam aus dieser Dunkelheit, nicht nur er hatte Dinge gesehen und getan die Keiner der Jedi je verstehen würde.

... aus welcher Dunkelheit wir kommen.

Sie schluckte hart bei diesen klaren Worten und sie fühlte wie Kyran unruhig wurde, da er wohl ihre Aufregung spürte. Doch sie musste es aussprechen, sie musste Ian sagen was sie dachte und sie wollte ihm deutliche machen, dass sie nicht nachgeben würde bis sie nicht wenigstens Ansatz weise wusste was ihn zu diesem Verhalten trieb.

Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Ian

OP: Jap, blaue Augen. Die entgültige Augenfarbe hat sich noch nicht entwickelt.
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Gänge auf dem Weg zurück zur medizinische Abteilung 1 – mit Ian

Er sollte sich hinlegen, ausruhen. Das war Alisahs Wunsch gewesen. Nur wiederwillig war er dem nachgekommen, aber es hat ihn gut getan. Nun war er wieder auf dem Rückweg zu dem, was er die ganze Zeit bewacht hatte. Alisahs Kind. Er rannte um so schnell wie möglich wieder da zu sein und war auch schnell angekommen. Dort traf er auch auf sie und jemand anderen. Zwar hatte er den Namen aufgeschnappt, aber kennen tat er ihn noch nicht richtig. Im Moment interessierte es ihn auch nicht. Gerade war er an der Tür angekommen, als er Alisah reden hörte, sehr laut und aufgebracht, fast schon schreiend. Sollte er lieber warten? Nein, dafür machte er sich zu große Sorgen. Schnell war er bei ihr und sah sie besorgt an, stellte sich neben sie.

"Alles in Ordnung? Was ist passiert?"

fragte er, hatte er doch nicht ganz mitbekommen worum es ging.

"Hat er dir was getan?"

ernst sah er zu Ian und sah dann zu dem Kleinen, hoffte das es ihn gut ging. Er hatte eine Hand auf Alisahs gelegt und sah immer wieder besorgt zu ihr und ernst zu Ian. Er würde es sich nicht verzeihen wenn Alisah wieder etwas passieren sollte. Nun geht es ihr endlich einigermaßen gut und das Kind ist auf dem Weg der Besserung. Schützend blieb er an Alisahs Seite, dachte nicht daran zu gehen. Nun würde er bei ihr bleiben. Radan war noch immer nicht zurück, somit war es seine Aufgabe für seine neue "Familie" zu sorgen.


Coruscant – Jedi-Tempel - Gänge auf dem Weg zurück zur medizinische Abteilung 1 – mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel - Gänge auf dem Weg zurück zur medizinische Abteilung 1 – mit Alisah

Ian wollte diesen Raum einfach nur verlassen, mehr als den Raum, auch den Tempel, doch Alisah hielt ihn auf, war auf unerklärliche Weise schneller als er und stellte sich ihm in den Weg. Warum konnte sie ihn nicht einfach gehen lassen und warum sperrte man ihn ständig ein und überging dabei geflissentlich, was er wollte? Er wollte alleine sein, sich zurückziehen, aber Alisah verwehrte ihm genau das, versperrte seinen Fluchtweg und trieb ihn damit – ob gewollt oder nicht – in die Enge. Warum tat sie das? Ian spannte automatisch die Muskeln an, starrte auf den Boden um wenigstens Alisahs Blick zu entgehen, doch ihre Sätze und ihre Fragen setzten ihm zu. Was mit ihm los war? Wovor er davon rannte? Sie hatte keine Ahnung und mit ihr reden? Selbst wenn er hätte reden wollen, es war ihm verboten, er musste Stillschweigen über das Virus bewahren – über alles, was er davon wusste. Und Ian wusste eine Menge darüber.

„Nein, das weißt du nicht“,
war das einzige, was Ian in der Lage zu sagen war, ohne Alisah dabei anzusehen, ohne dabei seine Stimme zu erheben und vielleicht, vielleicht hatte er diese Worte nur flüsternd vorgetragen. Sie kannte diese Dunkelheit zum Glück nicht, sie hatte keine Ahnung. Allegious hatte nicht sie zu sich gerufen, hatte nicht ihr das Virus demonstriert. Nicht sie hatte den Vertrag unterschreiben, nicht sie hatte sich schuldig gemacht. Nein, Alisah wusste nichts von der Dunkelheit, aus der Ian gekommen war und für eine Sekunde war Ian sogar dankbar dafür. Was auch immer Alisah getan hatte, würde niemals an das heranreichen, was er sich hatte zu Schulden kommen lassen. Niemals. Wenn sie aus der Dunkelheit kam, war er der absoluten Finsternis entronnen. Und dann, nur einen Augenblick später, öffnete sich die Tür, aus der Ian nur noch fliehen wollte und Rick trat ein, stellte sich schützend neben Alisah. Gerade so, als hätte Ian irgendetwas getan. Gerade so, als könne er Alisah irgendetwas tun. Was passiert war? Was er ihr getan hatte? Und dann dieser Blick, dieser elende, verdammte Blick. Erst diese Ribanna und nun auch noch dieser Padawan. Ian lachte auf, als Wut in seinen Augen aufflammte, oder doch eher Enttäuschung?

„Ob ich ihr etwas getan habe?,
“ starrte Ian den jungen Mann vor sich an, schüttelte dann den Kopf und sah herüber zu Alisah. „Selbst wenn ich für eine einzige Sekunde vergessen könnte, was ich einmal gewesen bin, werde ich für die Jedi nie mehr sein, als der Mörder, der ich einmal war.“ Und daran würde man ihn beständig erinnern. Daran würden ihn das Virus und Coruscant erinnern.
„Ich habe ihr g e h o l f e n , sonst gar nichts, das war mein Verbrechen, habt ihr das endlich begriffen?“, erhob Ian nun das erste Mal seine Stimme. „Und ich wünschte, dass diese Technik von vorhin, einfach die letzte gewesen wäre, die einzusetzen ich in der Lage bin. Dann hätte all das hier endlich ein Ende.“ So schob Ian sich an Rick und Alisah vorbei, diesmal würde ihn niemand dabei aufhalten, denn Ian beschleunigte seinen Schritt, begann zu rennen, mit unaufhaltbarem Fluchtinstinkt. Weg, er wollte, nein, er musste einfach nur weg.
Nahezu wie von selbst fand er die Tür, durch die Eowyn und er sich einst Zugang zum Tempel verschafft hatten und durch jene Tür schritt Ian hinaus ins Freie, beschleunigte noch einmal seinen Schritt, wohlwissend, dass das, wovor er davon rannte, ihn immer wieder einholen würde, was ihn zeitgleich noch schneller werden ließ. Bevor er sich an die mahnenden Worte von Calad erinnerte, spürte er ein intensives Stechen in der Seite, dass immer schlimmer wurde, je schneller er sich fortbewegte. Erst da hielt Ian, die Hand auf die linke Seite gepresst, an. Schwer atmend ließ er sich an einer Häuserwand hinab, auf den Boden sinken, schloss die Augen und versuchte Herr über den Schmerz und Herr über seine Gefühle zu werden.



Coruscant – in der Nähe des Jedi-Tempels (15 Minuten entfernt) - Gasse - Ian
 
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