Coruscant

Coruscant, Jedi-Tempel, Krankenstation, vor Wontos Krankenzimmer: Okin, Ian, Eowyn und Ribanna

Doch auch Ian schaffte es in kürzester Zeit Okin gewaltig auf die Nerven zu gehen. Eowyn durfte ihn vollkommen dumm anzicken, aber er sollte sich mäßigen? Ian erschien ihm auch bei weitem nicht mehr so geduldig wie noch vor ein paar Momenten. Auch mit ihm konnte man sich nicht wirklich rational unterhalten. Auch er konnte nur Anschuldigungen machen und interessierte sich nicht im Geringsten für Okins Auffassung. Er laberte ihn wieder nur damit voll, dass er klein anfangen sollte und dass er zu unerfahren sei, um das Virus besiegen zu können. Das ging beim einen Ohr rein und beim anderen wieder heraus. Man konnte auch als Unerfahrener sich eng umgrenztes Spezialwissen sehr schnell aneignen. Töricht hingegen wäre es gewesen, wenn er geglaubt hätte, dass er alle Unterrichtseinheiten bis hin zu den schwierigen, in denen man das Virus behandeln würde, in so kurzer Zeit bewältigen könnte.

Dass Ian im Moment nichts weiter tat, als auf ihm herumzuhacken, wurde für Okin bestätigt, als Ian kein bisschen auf seine Entschuldigung eingegangen war. Er hatte doch zugegeben, dass es seine Fehleinschätzung war, wenn im Tempel Feinde lauerten. Aber Ian nannte ihm auch jetzt keine konkreten Feinde. Erfand er das im Moment alles nur? Wollte er ihn gerade einfach nur provozieren. Darauf würde Okin jetzt nicht eingehen. Er würde sich das Ganze mit einem mehr oder weniger offenen Ohr anhören und jetzt einfach nichts mehr dazu sagen. Alles was er sagen würde, würde sowieso nur gegen ihn verwendet werden. Vermutlich würde er sein Ziel, Unterricht am Virus, eher erreichen, wenn er jetzt einfach möglichst wenig sprach.

Die Chancen standen dafür im Moment sowieso denkbar schlecht. Ian meinte, dass Einsicht und Bescheidenheit für ihn auch etwas Unmögliches seien. Es fiel Okin denkbar schwer ihm nicht zu antworten. Er warf ihm mangelnde Einsicht vor, konnte sich selbst aber nicht im Geringsten eingestehen, dass seine Anweisung am Tag zuvor eindeutig auch als Unterricht am Virus hätte interpretiert werden können und er sich somit mindestens eine vollkommen unklare Anweisung vorzuwerfen hatte.

Das Schweigen wurde immer schwerer. Wie gerne hätte er ihm gesagt, dass er auch durchaus bereit wäre selbst Versuchskaninchen zu spielen, wenn er es ihm dann nur endlich zeigen würde. Wie gerne hätte er ihm seine schlechte Argumentation aufgezeigt. Einerseits warf er ihm ständig vor, dass er töricht sei, weil er mit viel zu schwerem Stoff beginnen wollte, anderseits verspottete er ihn nun, wenn er das Virus erstmal an Blutproben vernichten wollte bevor er sich an einen lebenden Patienten wagte. Aber er musste einfach weiter schweigen. Nur dann hatte er noch eine Chance auf Erfolg.

Und tatsächlich war Ian nun scheinbar endlich bereit ihm eine Chance zu geben. Dass Ian ihn eigentlich nur Scheitern lassen wollte, spielte für ihn keine Rolle. Er wollte einfach nur eine Chance. Auch Eowyn schien dem Plan nicht zu widersprechen. Okin nahm ihr Nicken in Ians Richtung wahr. Als erste Aufgabe sollte er nachher das infizierte Blut von dem Blut, das sich Ian nun gleich abzapfen würde, unterscheiden. Dafür sollten sie sich in fünf Minuten in einem Trainingsraum treffen. Da gab es nur ein Problem. Er wandte sich damit sogleich an Ian und Eowyn:

„Danke für die Chance. Wo finde ich denn einen Trainingsraum? Ich bin wie gesagt erst seit gestern da und hatte bisher noch nicht groß die Möglichkeit, mich hier umzusehen.

Nachdem die beiden ihm eine Antwort gaben und Eowyn sich zuerst auch noch einmal an Ribanna wandte, verabschiedete sich letztere. Und wie war es anders zu erwarten, beinhaltete sie einen Spott für ihn. Er konterte trocken, mit den Gedanken an den letzten Abend an dem seine Hilfe mit Steinen, die nach ihm geworfen wurden, belohnt wurde:

„ Immer wieder gerne. Ich helfe liebend gern, wenn man mir danach so viel Dankbarkeit entgegen bringt!“

Coruscant, Jedi-Tempel, Krankenstation, vor Wontos Krankenzimmer: Okin, Ian, Eowyn und Ribanna
 
Coruscant, Jedi-Tempel, Krankenstation, vor Wontos Krankenzimmer: Okin, Ian, Eowyn und Ribanna


Ians Interesse, Okin auch nur irgendetwas beizubringen, verschwand. Für ihn war dieser Anwärter – war er das überhaupt – nichts weiter, als ein respektloser Mensch, der offensichtlich seine Grenzen nicht kannte. Und Ian entging nicht, wie Okin sich bemühte, Stillschweigen zu bewahren, was vermutlich besser für ihn war. Bis jetzt hatte Ian sich zurückgehalten, bei einer weiteren, neunmalklugen Antwort hätte er Okin vermutlich auf andere Art zurechtgestutzt. Im Grunde aber hatte er mit Anwärtern nichts zu schaffen. Ian war kein Jedi und Okin nicht sein Schüler. Seine fade Entschulsigung, die allein aus der nächsten Unverschämtheit herrührte, hätte Okin sich sparen können. Wenn es eine Gefahr gab – dann entschuldigte er sich. Welch interessante Aussage, doch ian hatte seinen Teil dazu gesagt und was brachte es, noch mehr zu sagen? Es wären verlorene Worte gewesen, die Okin nicht interessierten.
Ian verbat sich einen weiteren Kommentar, denn dafür dass der junge Mann erst gestern eingetroffen war, hatte er bis jetzt nur zwei Dinge bewiesen: Überheblichkeit und gnadenlose Selbstüberschätzung.


„Wartet einfach hier und ich hole Euch ab.“ Den Weg zu den Proben hatte Okin gefunden – doch auch hierzu sparte Ian sich lieber jeden Kommentar. Am Ende brachte er ihn nur gegen sich auf und wer wusste schon, was das am Ende für Ärger bedeuten konnte. Begab Ian sich nicht ohnehin in eine zweifelhafte Position, einem Anwärter etwas beizubringen? Ribanna bedankte sich schließlich, auch wenn ihre Worte an Okin vor Sarkasmus trieften. Dass der junge man nun mehr drei Personen leicht gegen sich aufgebracht hatte, schien ihn dennoch nicht zum nachdenken anzuregen. Doch vermutlich stand Okin seine Besessenheit, das Virus zu heilen im Weg und für Sekunden fragte Ian sich doch, weshalb Okin so dahinter war. Er hatte von seinem Volk gesprochen und vielleicht war jemand erkrankt, der ihm besonders nahe stand? Begann Ian nun doch Verständnis für Okin zu zeigen? Entschuldigte das sein verhalten? Nein. Auf der anderen Seite fragte Ian sich, ob er nicht genauso handeln würde, wäre Eowyn erkrankt und über diese Antwort musste Ian nicht einmal nachdenken, was ihn, als er sich in den Raum zum Blutabnehmen eingefunden hatte, zu einem mürrischen Brummen brachte. Ein weiteres Brummen folgte, als Eowyn ihn darum bat, mit Bedacht vorzugehen. „Ich werde schon nichts schlimmes tun, auch wenn er bei den Sith vermutlich schon längst das Zeitliche gesegnet hätte.“ Doch Ian selbst hatte seine Schüler nie mit enormer Härte bestraft. Ioua war eine Ausnahme gewesen. Allerdings war es wohl vermutlich besser für beide, nichts davon zu erzählen.

Wenige Minuten später hielt Ian insgesamt 6 Röhrchen in der Hand. Die drei, die er von Okin hatte und die drei, die sein eigenes, halbwegs gesundes Blut enthielten – nun zumindest virusfreies Blut.
Mit jenen Proben kehrte zurück zu Sluuks Zimmer, vor dem Okin wartete und deutete diesem an, ihn zu folgen. Nur wenige Minuten später fand sich das ungleiche Trio so in einem der leeren Trainingsräume ein.

Setzt Euch“, wies Ian Okin an und ging mit gutem Beispiel voran, die Proben vor sich hinstellend.
„Ich warne Euch noch einmal vor: Die Aufgabe, die Ihr Euch gestellt habt, ist keine einfache.“ Und nur, da Ian die wenigen Minuten des Blutabnehmens genutzt und erkannt hatte, dass er ähnlich besessen vorgegangen wäre, wäre Eowyn erkrankt, fügte er hinzu: „Solltet ihr scheitern, ist das kein persönliches Versagen und es gibt genug andere Wege, wie Ihr helfen könnt. Wege die schneller und vielleicht sogar effektiver sein könnten.“ Allerdings hätte Ian erkannt, dass es einen Unterschied machte, ob man des Heilens jahrelang erprobt war, oder ob man es gerade lernte. Er hatte Okin gestern nicht einfach nur ablehnend gegenüber gestanden, sondern andere Lösungen angeboten. Lösungen, die der Mann nicht hatte hören wollen. Demnach spielte bei Okin Überheblichkeit eine große Rolle und diese war fehl am Platz, denn Hochmut kam vor dem Fall. Doch es war nicht Ians Aufgabe, Okins Charakter zu formen. Diese Aufgabe oblag einzig und allein ihm und so uneinsichtig, wie er sich bisher gezeigt hatte… Nun, es war nicht Ians Problem.
„Ihr seht diese drei Proben. Das erste, was ihr versuchen sollt, ist herauszufinden, welche dieser Proben die mit dem Virus sind. Ich möchte, dass Ihr mir beschreibt, ob und was ihr erkennt. Hierfür müsst ihr die Macht nutzen.“ Etwas, was Okin bisher sicher noch nicht getan hatte.
Hierfür ist es nötig, dass Ihr Euch konzentriert. Meist funktioniert es besser, wenn Ihr die Augen schließt. Nehmt die Umgebung um Euch wahr, dann die Proben. Wenn Ihr sie vor Eurem inneren Auge seht, fokussiert Euch darauf. Versucht Sie mit Euren Machtsinnen wahrzunehmen und sagt mir, was Ihr seht oder spürt.“

Coruscant, Jedi-Tempel, Krankenstation, vor Trainingsraum : Okin, Eowyn und Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Krankenstation, vor Wontos Zimmer, mit Ian, Okin und Ribanna

Der Rat oder jemand, der die Sache übernimmt, wird sich bei dir melden und dir sagen, wem du deinen Bericht abgeben kannst, antwortete Eowyn Ribanna. Es machte wenig Sinn, wenn sie diese Aufgabe übernahm, denn ihr würde der Rat die Suche nach Tara sicher nicht übergeben, nicht, so lange Ian hier war. Auch, wenn sie sicher nicht ungeeignet dafür wäre. Als sie sich verabschiedete, nicht ohne Okin noch einen Seitenhieb zu verpassen, schüttelte Eowyn sachte den Kopf über das Verhalten der beiden. Was war da nur vorgefallen? Sie waren sicher beide nicht unschuldig an der Geschichte... Sie hoffte nur, dass es sich irgendwann würde klären können. Oder, dass die beiden sich nicht mehr über den Weg liefen. Aber solche eine vergiftete Stimmung war gerade auf der Krankenstation völlig fehl am Platze, und ohnehin im Tempel auf lange Sicht nicht geduldet. Nur momentan waren weder Ribanna noch Okin in einer Situation, in der eine Klärung unmöglich war. Wenn Ribanna geschlafen und Okin die Grenzen des Möglichen akzeptiert hatte, dann konnten sie weitersehen.
Okin war noch über keinen Trainingsraum gestolpert? Dabei war hier doch alle naselang einer... nun gut, vermutlich hatte er seine Augen auf andere Dinge gerichtet gehabt. Wie die Kantine, sich mit Ribanna zu streiten, Ian zum Unterrichten zu drängen oder sich Blutproben zu erschleichen... Sie sollte nicht in Sarkasmus abschweifen.


Aber Ian zu folgen war eine gute Idee, und während ein Droide ihm Blut abzapfte betonte sie noch einmal vorsichtig ihre Bedenken. Sie war sich nicht sicher, ob seine Antwort sie zufrieden stellte, und sie fragte sich, ob ihre Entscheidung richtig gewesen war. Entscheidungen... schon wieder eine Entscheidung, die sie einfach so hatte treffen müssen. Eine Entscheidung, die nicht sie selbst betraf, sondern jemand völlig Fremden - und nicht gerade so etwas lapidares, was sie zum Mittagessen essen würden. Was, wenn sie falsch lag? Wenn das hier genau der falsche Weg war? Wenn es besser gewesen wäre, Okin noch einmal klar zu machen, dass die Jedi ihn nicht unterrichten würden, so lange er so starrsinnig und blind war? Wenn sie einen Rat hätte dazu holen sollen? Doch die Räte hatten momentan wirklich genug zu tun - und sie war eigentlich in einer Position, in er sie so etwas problemlos entscheiden können sollte. Und mit dieser Entscheidung auch einfach weitermachen sollte.
In Ordnung - sie würde noch immer einen Rat informieren können, wenn etwas schief ging, dann würde sie nun einmal mit den Konsequenzen daraus leben müssen. Irgendwelche Entscheidungen musste sie schließlich treffen. Und dann dazu stehen.
Okin hätte also bei den Sith schon längst das Zeitliche gesegnet? Irgendwie konnte Eowyn sich das gut vorstellen, und war das nicht mit ein Grund dafür, das sie ihm weiter zeigen mussten, was die Macht konnte und was nicht?
Eowyn seufzte resigniert. Nein, sie würde dabei bleiben, und alles mit allen Sinnen absolut beobachten. Nichts würde ihr entgehen, das schwor sie sich.

Wir sehen uns draußen, ich muss da noch was erledigen, murmelte sie und hob dabei das Kom in die Höhe.

Auf dem Flur sandte sie eine Nachricht an den Rat, dass die Ritterin Tara Li offensichtlich letzte Nacht verschwunden war und zuletzt von ihrer zur Zeit recht aufgelösten Padawan Ribanna - ihr Nachname fiel ihr nicht ein - gesehen worden war, die einen Bericht darüber verfassen würde. Außerdem bat sie darum, sich daher mit Ribanna in Verbindung zu setzen.
Gleich darauf kam Ian schon aus dem Raum, und nachdem sie Okin eingesammelt hatten standen sie schon bald in einem Trainingsraum.

Während Ian sich setzte und Okin ebenfalls dazu aufforderte blieb Eowyn abwartend mit verschränkten Armen neben der Tür an die Wand gelehnt stehen. Sicher war sicher - sollte Okin, weshalb auch immer, aus dem Raum stürmen wollen hatte sie so die Möglichkeit, einzuschreiten. Außerdem wollte sie sich erst einmal nicht einmischen. Das war Ians Fachgebiet, und Okin hatte
Ian gebeten, nicht sie selbst. Sie würde sich abseits halten, so lange sie nichts zu sagen hatte. Vielleicht hätte doch lieber sie diese Übung leiten sollen... doch dafür war es zu spät.
Ian startete mit besonnenen Worten. Ob Okin schon jemals Kontakt zur Macht gehabt hatte? Falls nicht war alleine das Erspüren schon eine sehr herausfordernde Aufgabe. Eowyn erinnerte sich noch zu gut an
ihre erste Trainingsstunde - die genau in diesem Tempel stattgefunden hatte. Bei Meister Galad... im Garten. Sie hatten mit der klassischen Übung begonnen, Steine zu heben, und es hatte ihr zuerst gar nicht gelingen wollen. Erst als Galad ihr gezeigt hatte, wie sie die Macht fühlen und den Stein ertasten sollte hatte sie es begriffen gehabt. Sie lächelte leicht bei der Erinnerung daran, wie ungeschickt sie sich angestellt hatte, und fragte sich dann stirnrunzelnd, ob Okin überhaupt in der Lage sein würde, mehr als irgendetwas Undefinierbares zu fühlen.
Noch zumindest gab es nichts, bei dem sie das Gefühl hatte, eingreifen zu müssen, und so wartete sie schlicht einfach ab.


Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian und Okin
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin

Okin war sehr angespannt, als er ein paar Minuten auf Ian und Eowyn wartete. Jetzt war die Stunde der Wahrheit gekommen. Hatte er tatsächlich die Fähigkeiten, die man benötigte, um den Virus zu besiegen? Und vor allem selbst wenn er grundsätzlich die Anlagen dafür hätte, würde er es tatsächlich in so kurzer Zeit zustande bringen oder hatten Ian und Eowyn recht und er war verdammt dazu zu versagen?

Glücklicherweise kamen die beiden recht schnell zurück und führten ihn zu einem Trainingsraum, so dass er keine Zeit hatte, weiter darüber nachzugrübeln. Ian wies ihn an, sich zu setzen, was er auch sogleich tat. Während Eowyn sich an der Tür postierte, breitete der ehemalige Sith sechs Blutproben vor ihm aus. Sehr wahrscheinlich waren es zum einen die drei infizierten Proben, die Okin aus dem Labor geholt hatte, und zum anderen drei mit Ians Blut.

Daraufhin begann Ian den Psychologen zu unterrichten. Zu Beginn warnte er ihn aber auch gleich mal wieder vor, dass er sich eine sehr schwere Aufgabe ausgesucht hatte. Das hatten sie doch schon so oft durch.

„ Ich bin mir dessen bewusst, Herr Dice. Dennoch will ich mein Bestes versuchen.“

Es sei nicht sein persönliches Versagen, wenn es nicht klappte? Wessen Versagen sollte es sonst sein. Ian konnte den Virus bekämpfen. Er hatte selbst auch die Fähigkeit dazu, die Macht zu verwenden. Wenn er es also nicht schaffte, war es natürlich sein Versagen. Aber der junge Mann bewahrte wieder Schweigen. Es wäre kontraproduktiv wieder einen Streit heraufzubeschwören.

Er sollte mit Hilfe der Macht herausfinden, welche die drei infizierten Proben waren. Er hatte aber ja noch nie die Macht ganz bewusst eingesetzt. Okin hatte nicht den blassesten Schimmer, wie er ganz konkret auf die Macht zugreifen sollte. Er schloss wie empfohlen die Augen, aber wie sollte das denn nur hilfreich sein. Wie sollte er mit geschlossenen Augen etwas wahrnehmen. Okin hatte da ein ganz mieses Gefühl, aber er wollte sich jetzt auch nicht die Blöße geben. Was würden seine zwei widerwilligen Lehrmeister nur sagen, wenn er ihnen verkündete, dass er keine Ahnung hatte, wie er die Macht kontrollieren konnte, nachdem er zuvor großspurig behauptet hatte, dass er großartige Kräfte besaß und etwas so schweres meistern könne. Er musste es einfach versuchen.

Er versuchte sich zu fokussieren. Er versuchte zuerst einmal seine negativen Gedanken loszuwerden und sich ganz achtsam nur auf eine Sache zu konzentrieren. Um gut in diesen fokussierten Zustand zu kommen, erschien ihm seine Atmung zuerst ein hilfreiches Mittel. Er hatte Erfahrung darin sich ganz achtsam auf seine Atmung zu konzentrieren. Er achtete ganz bewusst darauf, wann er ein und wann er ausatme und wie sich sein ganzer Körper anfühlte. Als er kurze Zeit später vollkommen ruhig und total fokussiert war, versuchte er nun seine Aufmerksamkeit zu verlagern. Weg von der Atmung, hin zur Außenwelt, hin zu Blutproben. Aber im Gegensatz zu seiner Atmung konnte er diese Blutproben ja gar nicht richtig sehen oder sonst irgendwie wahrnehmen. Und so verstrich Sekunde um Sekunde, Minute um Minute, und nichts passierte. Er merkte rein gar nichts. Er bekam ein flaues Gefühl im Magen. Angst stieg in ihm hoch. Er durfte nicht versagen. Er musste etwas anderes probieren.

Er öffnete nun seine Augen und versuchte das Ganze zu bewerkstelligen, indem er die Proben betrachtete. Er hoffte, dass Ian und Eowyn ihm Zeit geben würden, es zu probieren. Wenn sie ihn korrigierten und eventuell verspotteten, würde er noch mehr aus dem Konzept kommen. Er musste soweit es ging, seine Ruhe behalten. Er starrte eine Probe nach der anderen so intensiv wie nur möglich an, um ihnen ihr Geheimnis zu entlocken. Doch die Proben blieben stumm. Aus der Angst entwickelte sich langsam Panik. Der Schweiß lief ihm von der Stirn und es wurde immer schwerer den Anschein von Ruhe zu bewahren. Er war drauf und dran zu versagen. Und die negativen Gefühle waren kurz davor ihn zu übermannen.

Aber halt. Er hatte etwas gespürt, das nicht zu ihm gehörte. Es war zwar auch eine negative Emotion, aber sie wirkte fremd. Er war gerade nervös, ängstlich und eine Spur verzweifelt, aber nicht wütend und aggressiv. Kam das etwa durch eine Probe. Er hatte gerade die Probe ganz links aus seiner Sicht angestarrt. Aber warum sollte eine Blutprobe aggressiv sein. Das machte doch gar keinen Sinn. Kam das durch die Viren oder war es Ians Blut? Ian war ja Sith gewesen und die nutzen bekanntlich häufig Aggressionen und war mit Sicherheit auch nicht gerade bester Laune gewesen als er sich das Blut abgenommen hatte. Immerhin hatten sie kurz davor gestritten. Er deutete auf die Probe und sagte zu Ian:

„ Ich weiß nicht, wieso und woher das kommt, aber diese Probe erscheint mir komisch. Ich spüre Aggressionen in ihr. Ich weiß allerdings nicht, ob das Ihr Blut oder das infizierte Blut ist. Ich kann nun darauf achten, ob mir noch zwei weitere Proben mit dieser Eigenschaft auffallen.“

Nachdem Ian ihm bestätigte, dass es sich um eine infizierte Probe handelte, wandte sich Okin an die nächste Probe und versuchte festzustellen, ob er auch bei ihr den Zorn, den Hass, die Wut und die Aggression wahrnahm. Er hatte neue Hoffnung gesammelt. Er hatte eine Probe identifizieren können. Jetzt wusste er ja, wie er die Proben unterscheiden konnte. Es sollte nun alles viel leichter fallen, auch wenn er nicht genau wusste, wie er es geschafft hatte. Er musste nur die Ruhe bewahren. Wenn er selbst ruhig und ausgeglichen war, konnte er viel besser erkennen, wenn er ein fremdes Gefühl wahrnahm. Er brachte sich daher zuerst wieder in einen ruhigen und vollkommen fokussierten Zustand und machte erst dann mit seiner Aufgabe weiter. Bei der zweiten Probe hatte er keine aggressiven Empfindungen. Bei der dritten merkte er sogleich, dass diese hier wieder eine infizierte war. Die Emotionen, die von der Probe ausgingen, waren so stark, dass der Hass und der Zorn fast auf Okin übergesprungen wären. War er einfach sensibler geworden oder war der Patient, von dem die Probe stammte, besonders stark betroffen.

„ Diese Probe ist definitiv auch infiziert. Diese Probe wirkt richtig gefährlich. Das Gefühl ist sehr viel intensiver, als die erste infizierte Probe. Wieso nur merke ich diese Aggressionen in den Proben? Ich hätte nicht erwartet, dass die Viren uns Menschen hassen. Ich hatte gedacht, dass sie das einfach machen, damit sie sich vermehren und weiter bestehen.“

Er grübelte weiter über das Thema und konnte sich daher nicht mehr so gut konzentrieren und fand auch nicht mehr so gut in die Ruhe zurück. Die vierte Probe konnte er zwar noch relativ sicher als Ians identifizieren, aber danach machte sich die Unkonzentriertheit und auch die langsam eintretende Müdigkeit bemerkbar. Er arbeitete hieran schon einige Zeit und die mentale Arbeit war überraschend Kraft raubend. Er hatte zwar das Gefühl, dass die fünfte Probe auch von Ian war, aber bei der sechsten konnte er auch kaum etwas spüren. Er meinte zwar einen leichten Anflug von Aggressivität zu spüren, aber vielleicht bildete er ihn sich auch nur ein.

„ Ich bin mir leider nicht sicher. Aber ich glaube die Probe ganz rechts, sollte auch noch eine infizierte sein.“

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin

Ian bezweifelte stark, dass sich Okin tatsächlich darüber bewusst war, wie schwer die selbsterlegte Aufgabe war, doch Ian schweig. Bisher hatte er den Mann ohnehin nicht erreicht und jetzt würde es auch nicht tun. Okin würde scheitern, dessen war Ian sich sicher, auch wenn er zwiegespalten war, was er davon halten sollte. Auf der einen Seite war es gut, wenn okin seine Grenzen erkannte, auf der anderen glaubte Ian, dass es Okin nicht gut tun würde, ausgerechnet hierin Grenzen erfahren zu müssen. Doch der Mann hatte alle Warnungen in den Wind geschlagen und Ian konnte höchstens dafür sorgen, dass er behutsam scheiterte - sofern es so etwas wie behutsames Scheitern überhaupt gab. Okin ließ sich nieder und konzentrierte sich und schnell wurde offensichtlich, dass allein der Gebrauch der Machtsicht eine große Herausforderung für den Anwärter darstellte. Ian hätte, wäre die Person eine andere gewesen, vielleicht Mut zugesprochen oder die Übung kurzfristig abgebrochen, doch bei Okin schien keine dieser Optionen tatsächlich zu bestehen und so tat Ian nichts weiter, als die Position des stillschweigenden Beobachters einzunehmen. Okins Angst - die zu versagen - wurde deutlich spürbar, vor allem für Ian, dem weder die natürliche Gabe von Empathie, noch die Fähigkeit in der Macht dazu, fern war. Trotz Okins Bemühungen, nach Außen hin den Anschein von Gelassenheit zu bewahren, wurde auch körperlichs ichtbar, wie sehr ihn diese Sache anstrengte. Seien Stirn glänzte und schließlich öffnete der Anwärter die Augen. Er gab nicht auf, fokussierte die Proben weiter, doch seine Angst schien in Panik umzuschlagen und Ian beschloss nun doch Einhalt zu gebieten. Da aber begann Okin zu sprechen. Auf eine Probe deutend, vermutete er das Virus und lag richtig und Ian nickte kurz, anerkenned mit dem Kopf, riss den Anwärter damit hoffentlich nicht aus seiner Konzentration. Auch die zweite identifizierte Okin richtig, nur bei der letzten scheiterte er.


"Was Ihr spürt ist die Aggressivität, die vom Virus ausgeht. Diese Viren sind aggressiver als andere, gefährlicher." Was sicher noch andere Gründe hatte, die Ian kaum nennen durfte. "Sie überleben, indem sie sich vermehren, das ist wahrscheinlich das, was Ihr spürt. Vergesst nicht, dass diese Viren nicht nur Menschen befällz, sondern viele weitere Wesen. Ich will ihnen keine Gefühle zuschreiben, aber vielleicht erklärt sich dennoch alles dadurch am besten: Je aggressiver sie sind, umso höher ist ihre Wahrscheinlichkeit, zu überleben. Wie Parasiten. Viren brauchen einen Wirt um sich zu vermehren. Ohne ihre Aggression wären sie tot. Sie vermehren sich aggressiv, um zu überleben." So viel zur Theorie. "Ihr habt Euch gut geschlagen, doch die letzte Probe war keine vom Virus infizierte." Immerhin, Okin hatte zwei der infizierten Proben erkannt, was eine kleine, aber beachtliche Leistung war. Allerdings war das nur der Anfang und alles was folgen würde, war viel schwerer. Okin schien jetzt schon sehr erschöpft, doch Ian bot ihm keine Pause an, sicher darüber, das der Mann sie ohnehin abgelehnt hätte.
"Jede Fähigkeit in der Macht baut darauf auf, dass du die Macht spürst und sie nutzt. Die Machtsicht ist der Anfang. Ohne ein Gespür für die Macht zu bekommen, wird dir keine andere Übung gelingen. Ohne einen Fokus auf eine spezielle Sache ist es genauso. Wenn Ihr erfolgreich sein wollt, geht es also darum, zuerst die Grundfähigkeiten zu behrrschen." Was Okin bisher allerdings nie hatte hören wollen, daher würde Ian auch nicht mehr dazu sagen.
"Als nächstes möchte ich, dass Ihr versuchst zu beschreiben, was genau Ihr seht. Ihr habt beschrieben, dass Ihr Aggressionen wahrgenommen habt. Ist Euch noch etwas anderes aufgefallen? Wie unterscheidet sich das Virus von den anderen Proben, die nicht infiziert sind? Was seht Ihrnoch? Glaubt Ihr, Ihr könntet im Blut etwas ordnen" Ian überlegte kurz, ehe er sich entschied, eine Kleinigkeit zu demonstreiren.
"
Nehmen wir diese Probe", sagte er und deutete auf jene, die Okin falsch gedeutet hatte. Dann konzentrierte Ian sich selbst, sorgte dafür, dass sich verschiedene Komponenten voneinander trennten. Unten im Röhrchen war dunkle Farbe zu erkennen, der Teil, in dem sich die Blutkörperchen angesammelt hatten. An der Oberfläche hingegen war die Flüssigkeit viel klarer, heller, gelblich. "Ich habe die Komponeten getrennt, unten die Blutkörperchen, oben das Blutplasma. Nachdem Ihr mir beschrieben habt, welchen Unterschied Ihr gesehen habt, nehmt Ihr eine der nicht infizierten Proben und trennt, genau wie ich." Und damit Okin den Sinn dieser Übung begriff, fügte Ian eine Erklärung an. "Um das Virus zu vernichten, müsst Ihr es klar erkennen können. Ihr müsst unterscheiden, was krank und was gesund ist. Die Bestandteile voneinander zu trennen ist der Anfang davon, denn später geht es darum, das gesunde vom kranken zu trennen." Diese Aufgabe durfte so gut wie unmöglich sein. Selsbt wenn Okin den Unterschied bennen konnte, was durchaus im bereich des möglichen lag, trennen würde er nichts können und vernichten? Vernichten niemals. Ian erhob sich kurz um die Kugel, die Eowyn in ihrer Übung damals als Verzweiflung erwählt hatte, hervorzuholen. Die Kugel, bei der es darum ging, Farben in bestimmte Kammern zu 'sortieren'.
"
Bei diesem Übungsutensil ist es das gleiche Prinzip. Farben müssen in Kammern geschoben werden. Die Kugel ist einfacher in der Handhabung als die Proben, denn du kannst die Farben deutlicher unterscheiden, die Unterschiede in der Macht viel besser wahrnehmen. Ich überlasse es Euch, ob Ihr nicht zuerst daran übt. Es basiert auf der Machtsicht. Sehen und dann greifen." Ian verdeutlichte, was er meinte, indem er die vier Farben in ihre jeweiligen Kammern sandte. "Bereit oder habt Ihr noch Fragen?"

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian und Okin

Eowyn sah nicht sonderlich viel von Okins Gesicht, da er im halben Profil zu ihr saß, doch sie brauchte keine Augen, um ihn im Blick zu haben. Und wie sie sich selbst geschworen hatte tat sie nun genau das, so gut sie konnte; öffnete sich ganz der Macht und ließ alles, was diese ihr mitteilte, durch sich hindurchfließen. So nahm sie jede von Okins Veränderungen genau wahr - seine ersten Versuche, seine ersten negativen Gedanken, der Versuch, sich zu beruhigen, die Angst, die Panik, die Verwzeiflung. Doch Eowyn griff nicht ein, hatte diese auch absolut nicht vor. Sie würde beobachten - beobachten und erst dann etwas tun, wenn die Situation sich ändern würde.
Immerhin schien er nun irgendeinen Zugang gefunden zu haben, auf welche Art auch immer. Seine Vermutungen waren immerhin in zwei von drei Fällen korrekt, das war eine durchaus ansehliche Quote für seinen allerersten Gehversuch. Zugegeben, es machte die Sache nicht einfacher, dass Ian ausgerechnet sein Blut gewählt hatte - kämpfte sein eigener Körper doch ebenfalls noch mit Entzündungen und Problemen. Eowyns Blut zu nehmen wäre naheliegender gewesen, aber was machte es - Okin hatte es ja dennoch vermutlich begriffen.
Ian fuhr fort, Okin alles zu erläutern, und bislang sah Eowyn keinen Grund, die beiden zu unterbrechen. Alles lief in geordneten Bahnen, wenn man diese Sache überhaupt so bezeichnen konnte, und Ian ging zum zweiten Schritt über. Trennen... Die Trainingskugel... Diese wunderbare, nervenaufreibende Kugel, mit der sie so viele Stunden, Tage, Wochen verbracht hatte. Die sie am liebsten manchmal vor Ungeduld gegen die Wand gepfeffert hätte. Die verschiedenen Farben komplett voneinander in die Kammern zu trennen war ihr als Padawan unmöglich vorgekommen, nicht umsonst hatte sie sie gestern als Symbol für die "Verzweiflung" gewählt. Und genau dieser Schritt würde nun vermutlich eine Bremse für Okins Ambitionen darstellen. Nein, Eowyn wünschte es ihm nicht, doch sie war realistisch - und je eher Okin begriff, dass es sehr wohl Grenzen gab, zumindest für einen Anfänger, desto früher würde er beginnen können, etwas wirklich sinnvolles zu tun - genau wie Ian und sie, denn auch sie beide verbrachten ihre Zeit mit etwas, das sie so eigentlich nicht geplant hatten. Sie wusste, dass es vermutlich notwendig war. Dennoch... sie war nicht sonderlich glücklich darüber.
Jetzt blieb nur die Frage, wie Okin damit umgehen würde.


Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian und Okin
 
Coruscant, Jedi-Tempel, vor ihrem Quartier: Ribanna


Die Padawan machte sich auf den Weg zum Turm des Hohen Rates. Sie wollte nicht darauf warten, dass man die Folie mit den Angaben rund um das Verschwinden von Tara von ihr abholen würde. Sie musste ganz schön lange durch den gewaltigen Jedi-Tempel laufen, `zig lange Flure entlang, in einigen waren Renovierungsarbeiten in Gange, bis sie unten bei einem Pförtner, einem Empfangsdroiden, ankam und ihm die Folie überreichte.

“Das ist für den Hohen Rat! Hohe Dringlichkeitsstufe! Alles zum Vermisstenfall der Jedi Tara Li, meiner Meisterin!”.

Sie musste noch ihre Angaben zum Ablauf und den Daten zu Tara`s Verschwinden unterzeichnen. Das hatte sie vergessen gehabt! Mit gebrochenem Herzen, müde, abgespannt und die Schultern und den Kopf hängen lassend, lief die Padawan, ihrer Mentorin beraubt, die langen Flure zurück zu ihrem Quartier. Unterwegs fiel ihr ein, dass sie den Jedirat Wes, der immerhin Tara`s Meister gewesen war, informieren sollte! Vielleicht sollte er das eher von ihr als erst bei einer Ratsversammlung erfahren. Ribanna nahm ihr Com-Link und schrieb ihm eine Textnachricht:

An Jedirat Wes J.:

Meister Wes, ich muss Ihnen leider die traurige bestürzende Nachricht mitteilen, dass Tara seit gestern Nacht in den unteren Ebenen verschwunden ist! Der Hohe Rat weiß Bescheid und wird eine Suchaktion in die Wege leiten. Ribanna”

Ende der Textnachricht

Vielleicht hatte Tara`s Meister längst eine Erschütterung der Macht verspürt und ahnte, dass ihr etwas Schlimmes passiert war! Ribanna hatte erstmal getan, was sie konnte und begab sich nun in ihr Zimmer. Sie hatte kein gutes Gefühl, was Tara betraf. So sehr sie gewillt war, zu hoffen, machte sich in ihr dumpfe Trostlosigkeit breit, als wüsste sie durch die Macht oder durch Daja längst, dass es nicht gut aussah! Sie legte sich nach einer heißen Dusche, die sie dringend gebraucht hatte, ins Bett und konnte deshalb, trotz der Müdigkeit, nicht gleich einschlafen. Ribanna wälzte sich hin und her. Immer wieder schreckte sie auf. Was war ihr nur passiert? Hatte sie einen Hinweis übersehen? Dann träumte sie schlecht. Träumte wirres Zeug von der Apotheke, Monstern in dunklen Umhängen und der Dunkelheit der Nacht. Nicht gerade frisch und munter stand sie mit dunklen Schatten unter den Augen und etwas blass wieder auf. Sie hatte etwa fünf Stunden im Bett verbracht. Es war jetzt später Nachmittag. Sie schlüpfte in ihre Klamotten: eine weiße Leggings, braunes langes langärmliges Shirt, in ihre hellbraunen kniehohen Stiefel und schnallte den farblich passenden Gürtel mit dem Lichtschwert um und fühlte sich dabei unglaublich einsam und als hätte man einen Teil von ihr geraubt. Dabei waren sie nur so kurz erst in dieser Meister-Schüler-Beziehung gewesen! Doch Ribanna hatte sich daran geklammert, es hatte ihr neuen Halt so fernab ihrer Heimat in dieser neuen Welt gegeben, obwohl sie wenig Zeit miteinander verbracht hatten! Hoffentlich fand man Tara bald!

Ribanna wollte sich lieber in ihre Arbeit stürzen. Beschäftigung würde ihr das Gedankenkarusselll ersparen! Und, ihr Patient brauchte sie! Sie machte sich zuerst nochmal hinunter zur Tiefgarage auf und holte die Schmerzmittel aus dem Gleiter und nahm sie mit zur Krankenstation. Sie sortierte sie dort ein, nachdem sie durch die Personalschleuse und der Sack durch die Materialschleuse gegangen war. Ob Tara`s Patienten sie heute vermissen würden? Würde man Ribanna vermissen? Würde Wonto Sluuk sie vermissen, wenn sie nicht wieder aufkreuzen würde? Was hatte sie nur für Gedanken! Sie lief nun zum Laborterminal:

“Ich wollte die Laborergebnisse vom Patienten Wonto Sluuk erfragen?”

Sie wurden ihr von einem Droiden ausgedruckt. Aufgeregt griff sie zitternd danach. Sie las:

Es ist kein C-Virus mehr nachweisbar! Einige bakterielle Sekundärinfektionen mit geringen Werten (keine Auszählung erfolgt) mit folgenden Bakterienbesiedlungen: Staphylokokken, Streptokokken, ..!

Damit kannte Ribanna sich nicht aus, doch ihr war bekannt, dass dagegen Antibiotika halfen und das es normal war, dass es bei aggressiven Viren bakterielle Zweitinfektionen gab. Aber, das C-Virus war nicht mehr nachweisbar! Es war nicht mehr vorhanden! Besiegt! Ausgemerzt! Ian und Eowyn hatten ausgezeichnete Arbeit geleistet!

“Teilen Sie bitte Ian Dice und Großmeisterin Eowyn die Laborbefunde per Com-Text-Nachricht mit!”

Sie waren sicher sehr interessiert daran! Dann huschte sie, mit einem Breitbandantibiotika und einem neuen Infusionsbeutel bewaffnet, welches sie am Terminal überreicht bekam und entsprechende Anweisungen dazu erhielt, in Wonto Sluuk`s Krankenzimmer.

“Ich habe positive Neuigkeiten! Ihre Laborbefunde sind großartig! Das C-Virus ist nicht mehr nachweisbar!”,

platzte sie regelrecht herein. Zum Glück war er wach. Ihre Augen strahlten. Trotz der tragischen Ereignisse der letzten Nacht konnte sie sich unglaublich mit Wonto freuen! Sie gab ihm eine Kapsel und reichte ihm sein Wasserglas dazu, welches auf dem Nachttisch stand.

“Antibiotika müssen aber noch genommen werden!“

Sie machte sich dann an seinem Tropf zu schaffen und wechselte den fast Leeren gegen einen vollen Infusionsbeutel aus.

“Soll ich Ihnen ihr Kopfkissen aufschütteln?”


Coruscant, Jedi-Tempel, in Wonto`s Krankenzimmer: Ribanna und Patient Wonto
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin

Bei der letzten Probe war Okin gescheitert. Er hatte die falsche als die infizierte bestimmt. Das enttäuschte ihn sehr. Nicht einmal diese einfache Aufgabe konnte er komplett richtig bewältigen. Wie sollte er dann nur sein Ziel erfüllen können und das Virus zu zerstören. Lag es einfach daran, dass er sich hatte ablenken lassen? Das wäre ärgerlich, insbesondere da der Grund ihm dafür so sinnlos erschien. Was Ian ihm erzählte, ergab Sinn. Viren waren von Natur aus eben aggressivere Formen als andere Bestandteile des Blutes. Sie mussten dieses aggressive Verhalten zeigen, um fortzubestehen. Es war so sinnlos deswegen zu grübeln. Er musste dies abstellen und sich auf seine neue Aufgabe konzentrieren.

Das war schon ohne nebensächliche Gedanken aufgrund seiner leichten Erschöpfung schwierig genug. Ian gab ihm auch keinerlei Gelegenheit kurz durchzuschnaufen und hatte ihn gleich weiter befragt, was er außer der den negativen aggressiven Emotionen festgestellt hatte. Da die ehrliche Antwort darauf, „nichts“ gewesen wäre, war der Coruscanti sehr froh, dass Ian sofort mit einer Vorführung weitermachte und nicht auf eine Antwort von ihm gewartet hatte. Er trennte das Blut des falsch bestimmten Fläschchens mit Hilfe der Macht in Blutplasma und –körperchen. Auch die Erklärung dieser Vorführung wirkte auf Okin äußerst stimmig. Wenn er den Virus besiegen wollte und zwar nur den Virus, musste er den Virus vom Rest des Körpers trennen können. Ian, der wohl in einer normalen Situation bestimmt ein guter Lehrmeister gewesen wäre, zeigte ihm auch noch ein Übungsutensil, mit dem er das Ganze besser üben könnte. Es war eine merkwürdige Kugel, die aus vier Kammern bestand und in der sich eine Flüssigkeit befand. Die Farbe der Flüssigkeit war nicht wirklich gut zu bestimmen. Sie schien ein Zusammenspiel aus vier Farben zu sein, wie sich kurz darauf herausstellte, als Ian vormachte, wie er die Farbe trennte und jede Kammer nur mit einer Farbe befüllt war.

Keine leichte Aufgabe. Er stellte Ian und Eowyn, die sich scheinbar ganz zurück hielt, keine weiteren Fragen, war sich aber sehr unsicher, ob er diese Übung nachmachen konnte. Der Psychologe war nicht einmal sicher, ob er bei der vorherigen Übung diese sogenannte Machtsicht verwendet hatte, denn er hatte ja nicht wirklich etwas durch die Macht gesehen, sondern er hatte nur gefühlt. Er hatte einfach nur diese Emotionen wahrgenommen. Es hatte auf ihn mehr so gewirkt als würde er empathisch mit diesen Viren mitfühlen. Aber was wusste er schon. Er hatte keinerlei wirkliche Ahnung von der Macht und ihrem Gebrauch. Er musste es einfach mal wieder probieren und schauen, ob er die richtige Lösung fand.

Er versuchte das nachzuahmen, was ihm bei der ersten Übung als hilfreich erschienen war. Zum einen versuchte er sich wieder vollkommen auf seine Aufgabe zu fokussieren und zum anderen die Kugel so intensiv wie möglich zu beobachten. Nach kurzer Zeit merkte er aber schon, dass dies hier nicht zum Ziel führte. Er bekam keinen Zugriff auf die Macht. Wieso nicht? Warum klappte das denn jetzt schon wieder nicht? Es keimte schon wieder etwas Verzweiflung in ihm hoch. Verzweiflung! Das war es vielleicht. Bei der ersten Übung hatte er auch erst, als er sie gespürt hatte, die Macht verwenden können. Aber war das wirklich des Rätsels Lösung? Er hatte bei der zweiten richtig bestimmten Probe versucht selbst möglich ruhig und emotionslos zu sein. Auch da hatte es gut geklappt. Aber auch da hatte er Gefühle wahrgenommen. Hatte er einfach über Gefühle, ob sie jetzt seine eigenen waren oder fremde einen besseren Zugang zur Macht. Vielleicht. Aber wie konnte er sich das in dieser Situation zu Nutze machen. Hier ging es um keine Lebewesen, sondern einfach um Farben. Die konnten keine Gefühle haben … aber Menschen verbanden damit bestimmte Emotionen. Das sollte sein Ansatzpunkt sein.

Die vier Farben, die er bei Ians Vorführung gesehen hatte, waren rot, blau, gelb und schwarz. Rot war da wohl das einfachste. Er verband die Farbe mit Liebe. Er versuchte sich auf dieses Gefühl zu fokussieren, indem er sich ganz stark auf seine Liebe zu seiner Familie konzentriere. Nur für sie tat er das alles. Und er spürte wie die Macht zu ihm kam und ihm half. Und er sah, welche Teilchen zur roten Farbe gehörten. Er versuchte mit der großen Unterstützung durch die Macht alle diese Teilchen in eine Kammer zu drängen. Es war eine mühsame Arbeit, die ihn viel gedankliche Kraft kostete, aber nach ein paar Minuten war sie erledigt.

Die restliche Farbe wirkte jetzt wie ein sehr dunkles, trübes Grün. Welche Farbe sollte er als nächstes wählen. Er würde es zunächst mit Schwarz versuchen. Schwarz verband er mit Trauer und Tod. Und den Tod fand man in Coruscant gerade zu genüge. Er kämpfte gegen diesen ungerechten, barbarischen Tod. Ihn wollte er bezwingen und seine Familie retten. Es war schrecklich sich vorzustellen, wie es wäre, wenn er versagen würde und seine Familie sterben würde. Welche große Trauer würde ihn befallen. Wie ihm nu füllte er eine zweite Kammer mit der schwarzen Farbe. Er war so in seine Emotionen vertieft gewesen, dass er gar nicht gemerkt hatte, wie sehr ihn die Aufgabe angestrengt hatte.

Er musste jetzt nur noch das klare helle grün in blau und gelb teilen. Und dann hatte er endlich auch diese Übung gemeistert. Doch er war nun schon etwas stärker erschöpft und hatte Probleme damit sich zu konzentrieren. Doch er musste weiter machen. Doch womit? Mit Gelb wurde Neid verbunden, aber den empfand er aktuell nicht. Blau war eigentlich seine Lieblingsfarbe. Aber er symbolisierte damit nicht wirklich eine Emotion. Blau stand für viele für Treue. Aber das war viel schwerer so spontan zu empfinden als Trauer und Liebe. Und so raubte ihm der Versuch die letzten zwei Farben zu trennen nur Kräfte, aber er schaffte es nicht wirklich. Immer wieder flossen blaue Teilchen zu den gelben zurück. Das machte so keinen Sinn. Er musste die Aufgabe beenden, bevor sie ihm seine ganze Kraft raubte.

„ Ich wende mich dem Blut zu. Die Aufgabe kostet zu viel Kraft und ich muss noch viel lernen.“

Er wand sich trotz der Antwort seiner beiden Lehrmeister den Blutproben zu. Er war sehr müde und konnte sich fast gar nicht mehr konzentrieren. Aber er musste mit dem Blut weitermachen. Nur so hatte er eine Chance. Solange die Kräfte noch hielten, insbesondere die mentalen. Es war so schwer, sich solange Zeit auf nur eine Sache zu konzentrieren. Doch wo sollte er nur bei dem Blut anfangen. Wie konnte er einzelne Bestandteile davon mit Emotionen verknüpfen. Er versuchte fieberhaft eine Möglichkeit in seinem Kopf zu finden. Doch der Kopf war leer, war überanstrengt und konnte einfach nicht mehr. Er kam nicht mehr weiter. Er war so fertig. Er hatte versagt. Das Gefühl des Versagens und der Verzweiflung verwandelte sich plötzlich in impulsive Wut. Und um seiner Wut Luft zu machen, wollte er die Blutprobe gegen eine Wand werfen. Er war aber im letzten Moment noch beherrscht genug, um die Probe in der Wurfbewegung nicht loszulassen. Der Impuls war so schnell vorbei, wie er gekommen war. Er scherte sich nicht darum, was Ian und Eowyn darüber dachten, sondern sank enttäuscht und erschöpft auf die Knie.

„ Ich kann es nicht! Ich kann nicht mehr! Ich habe versagt!“

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin

Ein Schatten schien über Okins Gesicht zu huschen, als Ian ihn darauf aufmerksam machte, dass er eine Probe falsch zugeordnet hatte und erneut musste Ian an sich halten, nicht etwas zu sagen. Obwohl Okin vorhin durchaus dafür gesorgt hatte, dass Ian mehr als nur verführt gewesen war, ihn hart scheitern zu lassen, war dieser Wunsch gänzlich verschwunden. Wieder erinnerte Ian sich zurück an seine Zeit als jüngerer Mann, an sein eigenes Gefühl des Scheiterns. Wie gerne hätte Ian Okin alles, was folgen würde erspart, doch Okins Wille selbst war es gewesen, das Unmögliche möglich machen zu wollen. So schwieg Ian, bediente sich keiner aufmunternden Worte, auch wenn ihm das immer schwerer fiel. Das Angebot, Fragen zu beantworten lehnte Okin ab, indem auch er schwieg. Warum nur machte Okin es sich damit nur noch schwerer? Jede Warnung und jedes noch so kleine Hilfsangebot lehnte er ab und Ian würde weder seine Meinung, noch seine Hilfe aufdrängen. So vergingen Minuten in denen offensichtlich nichts geschah. Die Konzentration aber, die der Anwärter aufbrachte war spürbar, so deutlich, als konzentriere Ian sich selbst. Auch wenn zu Beginn nichts geschah - die Kugel ihre Farbmischung beibehält - wusste Ian, dass Okin alles in die ihm auferlegte Aufgabe setzt. Mehr Zeit verging und dann, mit einem Mal, bewegte sich das Innere der Kugel und die erste Farbe wanderte in ihre Kammer. Und nur einen Sekundenbruchteil später, folgte auch die Zweite. Gebannt sah Ian auf das Resultat, hielt sich auch mit lobenden Worten zurück, um die Konzentration des Mannes nicht zu stören. Das er soeben beachtliches geleistet hatte, stand völlig außer Frage und später, später würde Ian genau das erwähnen. Doch entweder würde Okisn Brust vor Stolz anschwellen, oder er würde auch das Kompliment nicht annehmen und Ian vermutete stark, dass letzteres der Fall sein würde.

Die dritte Farbe begann sich langsam auf den Weg zu machen, kaum merklich bewegte sie sich im Inneren der Kugel um schlussendlich mitten in der Bewegung zu verharren und sich dann wieder mit der vierten Farbe zu mischen. Okin brach ab, wollte sich den Blutproben zuwenden und Ian hielt ihn auch hiervon nicht ab, auch wenn eigentlich längst die Zeit gekommen war, die Übung zu beenden. Okins Müdigkeit lag wie ein dichter Nebel im Raum, war so deutlich spürbar, doch der Mann gab nicht auf, drängte sich weiter - übertrieb.
Müdigkeit und Anstrengung wurden verdrängt und erneut schwappte Verzweiflung auf um innerhalb weniger Sekunden von einem anderen Gefühl abgelöst zu werden: Wut. Okin hob die Hand mit einer der Proben, bereit sie voller Zorn gegen die Wand zu schleudern und Ian konzentrierte sich schon darauf, genau das aufzuhalten. Doch ein Eingreifen war unnötig, denn Okin ließ mutlos den Arm sinken und als es zu reden ansetzte, sprach die pure Enttäuschung aus ihm.


"Ihr habt zwei Proben richtig erkannt, dass war sehr gut Okin und die beiden Farben in die Kammern zu senden war mehr, als nur eine beachtliche Leistung. Ihr hättet die anderen beiden Farben auch zuordnen könne, die dritte hattet ihr schon auf den Weg geschickt, was es einfach gemacht hätte, die letzte Farbe ebenfalls in die letzte Kammer zu senden." Ian musste sich nicht einmal bemühen, Anerkennung in seine Stimme zu legen - sie drang authentisch und automatisch durch seine Worte.
"Ihr habt beachtliches geleistet, das einzige, was Euch gefehlt hätte, wäre eine kleine Verschnaufpause. Und eben, eben habt ihr die Probe nicht gegen die Wand geworfen," und da lächelte Ian sogar, "das war sehr gut, denn ihr habt Eurer Wut widerstanden, auch wenn ihr das vielleicht nicht erkennt. Ein wichtiger Schritt." War es sinnvoll, das nächste zu tun? Ian haderte zwei Sekunden mit sich, ehe er sich entschied. Er schob die Farbkugel wieder zu Okin zurück. "Bringt die letzten beiden Farben in ihre Kammern", verlangte Ian, als er selbst in die Macht hinausgriff und Okin eine Woge der Energie sandte, die ihm dabei helfen würde, die Aufgabe zu meistern.

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian und Okin

Es schien zunächst wirklich so, als würde sich Eowyns Vermutung bewahrheiten. Es schien nicht so, als würde Okin einen Zugang zu dieser Aufgabe finden - doch dann tat sich etwas. Was sie selbst, trotz Spezialgebiet der Materiemanipulation, erst nach Tagen geschafft hatte, erreichte Okin in weitaus kürzerer Zeit. Definitiv weitaus kürzerer Zeit... Wie machte er das? Verblüfft blickte sie sein Halbprofil an. Und obwohl seine Kraft zu schwinden schien, auch die zweite Farbe wurde in eine Kammer verbannt.
Nun wollte sie es wissen. Wie weit würde er gehen? Wie viel würde er schaffen? Gebannt beobachtete Eowyn jede seiner Bewegungen, äußerlich wie innerlich, doch blau und gelb stellten den jungen Mann vor eine größere Herausforderung. Sie runzelte leicht die Stirn. Ja, er war erschöpft, doch weshalb konnte er nun, da er den Dreh heraushatte, nicht mehr weitermachen? Normalerweise hätte Eowyn sich diese Frage nicht gestellt - es kostete auch Konzentration, die schon sortierten Moleküle in ihren Kammern zu halten, und das überforderte viele von Beginn an, sie eingeschlossen. Doch Okin schien das keine Probleme zu bereiten, denn die Farben machten nicht den Anschein, zurückfließen zu wollen. Nur blau und gelb trennten sich einfach nicht wirklich voneinander.
Das bemerkte auch Okin, vermutlich, und wandte sich lieber dem Blut zu.
Was Eowyn für eine schlechte Idee hielt. Auch, wenn er die Aufgabe mit der Kugel vergleichsweise mühelos gelöst hatte, Kraft hatte es ihn durchaus gekostet. Das Blut hatte eine andere Zusammensestzung, man musste diese erst einmal erkennen, es war schwieriger, es zu trennen - ob Okin dafür nun noch Geduld und Stärke hatte?


Als er schließlich aufsprang und ausholte hatte Eowyn, die ihn noch immer unter absolut genauer Beobachtung hatte, schon längst in der Macht nach dem Röhrchen gegriffen, um es aufzufangen. Dass Okin sich schlussendlich doch anders entschied ließ sie ein wenig erleichtert aufatmen - ein Fingerzeig in die Richtung, dass sie sich vielleicht nicht geirrt hatte. Seine Enttäuschung warf sie mit ihren sensibilisierten Sinnen beinahe um, und so zog sie sich ein wenig mental zurück, bevor sie reagierte. In der Zwischenzeit war Ian jedoch schneller gewesen und sagte Ian genau das, was auch ihr im Kopf herumirrte. Nein, Okin schien absolut nicht zu wissen, welch Meisterleistsung er da vollbracht hatte. Natürlich reichte das nicht, um ein Virus zu heilen - aber das war schließlich auch absolut unmöglich. Selbst, wenn Gil immer davon gesprochen hatte, dass es nichts Unmögliches gab - aber das stimmte einfach nicht. Nicht in diesem Zusammenhang.
Ian schob Okin die Kugel erneut hin, und Eowyn überlegte einen Moment. Ian hatte genau gesagt, was sie ebenfalls hatte sagen wollen - es war unnötig, sich zu wiederholen. Doch vielleicht, vielleicht schien es nur so. Vielleicht würde Okin es mehr glauben, wenn er es aus zwei Mündern hörte.

Ian hat vollkommen Recht, Okin, sagte sie schließlich leise in seinem Rücken. Diese Leistung war äußerst beeindruckend. Ihr habt nicht versagt, im Gegenteil. Aber manchmal... braucht man eben Hilfe. Jeder. Sie warf Ian einen Blick zu, bevor sie ihn wieder auf Okin richtete und nickte.
Führt es fort.

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian und Okin
 
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Okin war am Boden zerstört. Er hatte versagt, er hatte vollkommen versagt. Viel zu schwach war er gewesen, um sein Ziel zu erfüllen. Der junge Mann hatte seine ganze Kraft schon bei der Bestimmung der infizierten Blutproben und bei der Farbkugel vergeudet und selbst diese Aufgaben hatte er nicht vollkommen richtig gelöst. Beim Trennen des Blutes hatte er dann überhaupt keine Chance mehr. Er war viel zu erschöpft, viel zu müde. Die Enttäuschung über sein Versagen hatte von ihm vollkommen Besitz ergriffen.

Daran änderte es auch nichts, dass Ian ihn sogar für seine Leistung lobte. Die Leistung sei beachtlich gewesen. Selbst wenn dem tatsächlich so wäre, war es zu wenig, viel zu wenig. Er konnte mit dieser Leistung seine Familie nicht retten. Er hatte diese Machtfähigkeiten und hatte sich so an die Hoffnung geklammert, dass er sie dadurch von dem Virus befreien konnte. Doch nun war alles verloren. Ja, Ian hatte recht, dass ihm eine Pause gefehlt hatte. Die Machtfähigkeiten zu nutzen hatte ihn viel Kraft gekostet und seine Konzentration geschwächt. Aber Okin wusste, dass er sich nur etwas vormachen würde, wenn er glaubte, dass dies der einzige Grund war, warum er heute versagt hatte. Eine Pause hätte ihm vielleicht bei der Farbkugel geholfen, aber am Blut wäre er gescheitert. Er hatte keinen Ansatzpunkt gefunden, um das Blut zu trennen. Das mag zwar zum Teil an seiner nicht mehr vorhandenen geistigen Kapazität gelegen haben, aber innerlich wusste Okin, dass er es auch so nicht geschafft hätte. Und selbst wenn er es wie durch ein Wunder geschafft hätte, das Blut zu trennen, dann hätte er immer noch nicht das Virus besiegt. Was hätte diese Aufgabe ihm an Kraft abverlangt, wenn die bisherigen leichteren Aufgaben schon so an seinen Kräften zehrten.

Okin war aber zu erschöpft, um Ian irgendetwas zu entgegnen und es interessiert ihn auch nicht sonderlich, dass er seine Beherrschung gelobt hatte. Er war vollkommen von seiner Trauer und Enttäuschung eingenommen und die Kraftlosigkeit quälte ihn darüber hinaus auch noch. Doch dann schob Ian ihm die Farbkugel erneut zu und sendete ihm von seiner eigenen Energie. Warum hatte er das getan? Warum um alles in der Welt schickte der ehemalige Sith ihm nun von seiner eigenen Energie? Warum wollte er, dass er jetzt die Farbkugel vollständig löste? Bevor er darauf reagieren konnte, stieg auch Eowyn ein. Auch sie versuchte ihn aufzumuntern. Er hatte nicht versagt? Natürlich hatte er das, wie sollte er das sonst bezeichnen. Auch sie forderte ihn auf, die Kugel zu lösen.

Der Coruscanti war gerührt von den Gesten der beiden, insbesondere dass Ian ihm von seiner eigenen Energie gesendet hatte. Hatte er sich vielleicht getäuscht. Waren diese beiden doch nicht nur darauf aus, dass sie ihm hineindrücken konnten, dass er nicht mächtig genug war. Es erschien ihm schäbig und unhöflich, wenn er ihre Forderungen ablehnen würde, nachdem sie versucht hatten, ihn wieder aufzubauen, und noch weitere Zeit und Ians Fall sogar eigene Kraft darauf verwendeten, damit er diese Übung beenden konnte. Aber dies erschien ihm so sinnlos in der jetzigen Situation. Es gab wichtigeres zu tun, als an Farbkugeln zu trainieren. Eowyn hatte recht, dass man manchmal Hilfe brauchte. Und in diesem Fall hatte er auch schon Hilfe von Ian bekommen, aber er würde sie auf eine andere Weise annehmen, als dieser es erhofft hatte. Auch wenn er sich dadurch nun noch zusätzlich schlecht vorkommen würde. Und so sagte er durch die übertragene Energie wieder deutlich kräftiger, aber immer noch vollkommen niedergeschlagen:

„ Ich danke euch beiden, dass ihr mir die Chance gegeben habt, es zu versuchen. Und auch dafür, dass ihr nun versucht mich aufzuheitern und mir sogar Energie übertragen habt. Aber was auch immer ihr sagen werdet, ich habe mein Ziel, den Virus zu besiegen, verfehlt und damit versagt. Vielleicht waren meine Leistungen für meine bisherige Erfahrungen mit der Macht beeindruckend, aber das hilft im Moment niemandem etwas. Was sollte es für einen Sinn erfüllen, wenn ich die Farbkugel nun beende. Diese Farbkugel nützt niemandem. Herr Dice, ich nutze ihre freundliche Gabe lieber für etwas, was anderen hilft. Ich muss zurück in die unteren Ebenen von Coruscant und so kraftlos wie ich eben war, hätte ich das niemals heute noch geschafft. Daher noch einmal: Danke!“

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin

Ian musste sich von Okins Enttäuschung abschirmen, damit sie nicht auch ihn völlig überrumpelte und obwohl der Anwärter ihn mindestens einmal nahe an sein Geduldsende gebracht hatte, empfand Ian nun tiefes Mitgefühl. Wusste er selbst nicht zu gut, wie es war, versagt zu haben? Oder genau das zu glauben? Als er zu spät zu Tahiri gekommen war… Für Sekunden war es nicht mehr Okins Gefühl, dass es zu bekämpfen galt, sondern das Gefühl der eigenen Erinnerung, die jetzt keinen Platz haben durfte. Eowyn lobte Okin auch, doch genau wie Ians Lob, schien es nicht anzukommen, nicht gegen die Enttäuschung, nicht gegen dieses Gefühl des Versagens. Etwas, das Ian ebenfalls kannte – etwas, was ihn vielleicht genau deshalb besonders berührte. Die Niedergeschlagenheit des jungen Mannes wich nicht, wuchs viel eher und Ian suchte nach den richtigen Worten, wohlwissend, dass es sie irgendwo geben musste, sie zu finden aber nahezu unmöglich war. Er kannte diesen Mann kaum, wusste nichts über ihn. So unterdrückte Ian ein hilfloses seufzen, als er Okin eine Hand auf die Schulter legte, hoffend, dass diese Geste nicht zu viel, nicht zu aufdringlich war.
„Das, was Ihr eben getan habt zeigt deutlich, dass Ihr, mit etwas mehr Geduld und etwas mehr Zeit vieles erreichen werdet. Vielleicht sogar das Heilen des Virus.“ Es versetzte Ian, der sich abgeschirmt hatte, einen mächtigen Stich, nicht offen sein zu können. Denn das das Virus so schwer zu heilen war, lag vor allem an seiner Entstehungsgeschichte. Er hasste es, diese Information für sich behalten zu müssen und gerade jetzt, hasste er diese Tatsache noch mehr.

„Der Sinn die Farbkugel zu beenden mag vielleicht lächerlich erscheinen: Aber Ihr könntet Euch überzeugen, dass es Euch gelingt und diese Kugel wäre der Anfang, der Anfang von vielen weiteren, kleinen und größeren Erfolgen – auch wenn sich Misserfolge natürlich nie ausschließen lassen und ebenfalls kommen werden.“ Etwas Anderes zu behaupten, wäre eine Lüge gewesen. Dass Okin vorhatte, in die unteren Ebenen zurückzukehren, ließ für Sekunden ein äußerst schlechtes Gefühl in ihm aufwallen. Ehe er es allerdings richtig zuordnen konnte, war es schon wieder verschwunden. Der ehemalige Sith verstärkte kurz seinen Griff an Okins Schulter, ohne ihn zu fest werden zu lassen. „Bleibt hier“, sagte er dann unvermittelt. „Such Euch einen Meister, werdet von hier aus aktiv gegen das Virus. Es gibt andere Wege die ebenfalls helfen, Herr über das Virus zu werden. Doch die Zeit dazwischen könnt Ihr immer nutzen, um kleinere Einheiten des Heilens zu erlernen. Die Jedi, sie such nach Leuten mit Potenzial und nach Helfern – Ihr wollt helfen. Das ist Eure Chance, Euch nützlich zu machen, für Euer Volk und für Euch selbst.“ Dann hielt Ian inne, überlegte sich seine Worte sehr gut, überlegte, ob er sie sagen durfte, oder nicht. „Vielleicht Erlaubt Euer Meister Euch ein paar Stunden bei mir und ich bringe Euch das Heilen näher, wenn Ihr mir versprecht, nicht aufzugeben und nichts Dummes zu tun.“ Nun warf Ian Eowyn ebenfalls einen Blick zu, genau wie sie zuvor, wusste nicht, ob darin mehr eine Entschuldigung, oder die Bitte um Erlaubnis lag. Letzteres musste er nicht tun, doch er wollte sie nicht völlig übergehen und wusste, dass eine solche Entscheidung vermutlich zu denen gehörte, in die einbezogen werden wollte. Dann ließ Ian seinen Arm sinken, blickte wieder zu Okin und ging dem seltsamen Impuls von eben nach.
Was wollt Ihr heute noch in den unteren Ebenen?“ Denn wenn Okin davon sprach, die Energie noch heute für etwas Hilfreiches zu nutzen und noch heute in die unteren Ebenen zurückkehren zu wollen – was meinte er damit? Seine Frage selbst klang viel eher ehrlich interessiert, als neugierig oder gar wie ein verhör.

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin
 
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[Coruscant | Obere Ebenen | Jeditempel | Krankenflügel | Patientenzimmer] Wonto Sluuk

Nachdem Wonto Sluuk das Gespräch mit seinen Soldaten beendet hatte, legte er das Comlink auf den Betttisch und griff stattdessen endlich nach dem Frühstück, das Okin ihm gebracht hatte. Er war nun wirklich hungrig. Müde und erschöpft auch, denn das Bisschen Aufregung hatte ihn schon mächtig angestrengt, aber der Hunger überwog - typisch für ihn und vielleicht ein Zeichen, dass er tatsächlich auf dem Weg der Besserung war. In Windeseile verschwand alles in seinem Mund. Das Essen kam ihm ein wenig fad vor, doch er kam irgendwann zu dem Schluss, dass daran nicht die Köche schuld waren. Offenbar hatten sein Geschmacks- und Geruchssinn gelitten. Kein Wunder: Bis gestern war Blut aus seinen Schleimhäuten geflossen; da mochte es noch ein Weilchen dauern, bis die Rezeptoren sich regenerierten. So musste er sich damit abfinden, dass sein Frühstück kein Genuss war und das wohl auch für die nächsten Mahlzeiten gelten würde. Aber wenigstens füllte sich sein Magen wieder und er führte sich Nährstoffe zu. An der Auswahl war nichts auszusetzen. Aber Wonto vermutete ohnehin, dass das Frühstück nicht wirklich der Grund für Ribannas Ärger gegenüber Okin gewesen war, sondern höchstens ein Auslöser.

Kurz nachdem er aufgegessen hatte (und als er gerade dabei war, wieder einzudösen), kam seine Krankenschwester zurück in den Raum. Sie trug noch immer das rote Kleid, aber keine Schuhe, und machte einen mitgenommenen Eindruck. Vielleicht noch mehr als zuvor, denn der Teil ihrer menschlichen Augen, der normalerweise weiß war, sah nun gerötet aus und um die Augenhöhlen hatten sich dunkle Ringe gebildet. Aber der Ortolaner war froh, dass es in dem Raum keinen Spiegel gab, denn er konnte sich vorstellen, dass er viel schrecklicher aussah. Dennoch: Der Anblick der jungen Frau weckte sein Mitgefühl und er hätte gerne mehr für sie getan. Schließlich schuldete er ihr und ihren Kollegen mehr, als er je zurückzahlen konnte.

»Schon gut!« antwortete er, als sie sich für die Aufregung vorhin entschuldigte. »Ja, das Frühstück war in Ordnung. Mein Geschmackssinn ist noch ziemlich taub, aber ich fühle mich mit 'was im Magen jetzt wesentlich besser.«

Sie nahm das Tablett weg und bemerkte dabei auch ihr Comlink. Sofort fragte sie, ob er Gelegenheit gehabt hatte, seine Kameraden zu kontaktieren. Wonto war froh, das bejahen zu können.

»Sie halten die Augen und Ohren nach Ihrer Meisterin offen und werden auch ihre Kontakte in der Unterwelt damit beauftragen. Vielleicht spricht sich ja etwas herum - Jedi sind da unten selten und erwecken Aufmerksamkeit. Ich hoffe inständig, dass es was bringt.«

Dass sie nun auch etwas essen und sich ausruhen wollte, schien ihm sinnvoll. Sie sah aus, als hätte sie beides nötig. Sie machte einen abgekämpften Eindruck, und was das Essen anging... Menschen sahen meistens aus, als wären sie kurz vor dem Verhungern, und Ribannas schlanke Figur, die von dem roten Stoff kaum verhüllt wurde, machte da keine Ausnahme.

»Erholen Sie sich gut«, wünschte er ihr, als sie den Raum verließ. »Sie haben es sich wirklich verdient! Ich bin Ihnen wirklich sehr dankbar für alles, was Sie für mich tun!«

Dann wurde ihm von einem Droiden Blut abgenommen, und als er schließlich wieder allein war, fand er bald zurück ins Land der Träume. Er schlief tief und traumlos. Als er erwachte, hatte er erneut keine Ahnung, wie spät es war, doch schien ihm das auch nicht wichtig zu sein. Möglichkeiten zur Beschäftigung hatte er keine, also genoss er einfach noch eine Weile die Ruhe (die in seinem Soldatenalltag eher die Ausnahme war), blickte hinauf zur Decke und hing seinen Gedanken nach, bis Ribanna zurück kam. Sie hatte sich umgezogen, äußerlich wiederhergestellt und wirkte erholt. Sie machte sogar einen fröhlichen Eindruck! Wonto Sluuk vermutete, dass es gute Nachrichten von ihrer Meisterin gab. Doch die Neuigkeiten, die sie stattdessen für ihn hatte, trafen ihn fast ebenso heftig wie die C-Diagnose, wenn auch auf eine gänzlich andere Weise. Nicht mehr nachweisbar? Hieß das etwa, das er tatsächlich geheilt war?

»Also, das... ich kann es kaum glauben!« stammelte er! »Das ist ja... also wirklich...«

Mehr brachte er im ersten Moment nicht heraus. Wie hypnotisiert starrte er die junge Frau an und griff völlig unbewusst nach dem Wasser und dem Antibiotikum, um beides über seine Röhrenfinger aufzunehmen. Nun war er es, der sich ein paar Tränen nicht verkneifen konnte. Aber aus seinen sprach nicht die Verzweiflung, sondern unendliche Erleichterung.

»Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll«, brachte er mühsam hervor. »Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich den Tempel nochmal lebend verlasse! Es ist ein Wunder! Ein absolutes Wunder, das Sie und Ihre Kollegen vollbracht haben! Danke! Vielen Dank!«

[Coruscant | Obere Ebenen | Jeditempel | Krankenflügel | Patientenzimmer] Wonto Sluuk
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian und Okin

Okins Emotionen fuhren wie eine Achterbahn, zumindest schien es Eowyn so. Sein Ärger war völlig in den Hintergrund gerückt, die Enttäuschung und die Verzweiflung überwogen nun bei weitem. Auch wenn das, was er sagte, noch immer nicht richtig war - Eowyn hatte das erste Mal das Gefühl, dass man mit Okin würde reden können. Vielleicht irrte sie auch... doch irgendwie wirkte er nun ein kleines bisschen zugänglicher.
Die unteren Ebenen... was hatte er dort vor? Ribanna hatte vielleicht Recht gehabt. Hatte sie nicht irgendetwas vermutet, dass Okin jemanden kannte, der erkrankt worden war? Es erschien Eowyn immer wahrscheinlicher, auch wenn sie keine Ahnung hatte, ob sie damit richtig lag - und blinde Vermutungen würde sie nicht mehr so leicht treffen.


Ians aufmunternde Worte jedoch überraschten Eowyn ein wenig. Sie wusste, sie dachten in Okins Fall ähnlich - doch dass Ian den jungen Mann sogar explizit dazu aufforderte, sich den Jedi anzuschließen, war etwas anderes. Warb er hier gerade tatsächlich indirekt einen Padawan an - er, der doch ein solch gespaltenes Verhältnis zu den Jedi hatte? Hieß das, dass es ihm leichter fiel, hier zu sein, bei den Jedi zu sein - oder hieß das einfach nur, dass er vermutete, dass es für Okin die beste Lösung wäre?
Vollends überraschte Ian Eowyn allerdings, als er Okin anbot, ihn sogar zu unterrichten. Sie hätte nicht geglaubt, dass Ian in nächster Zeit überhaupt jemanden unterweisen würde, abgesehen von ihr selbst vielleicht. Seine Arbeit, ein Heilmittel für den Virus zu finden, war viel zu wichtig für ihn, um irgendwelche Zeit anders zu verwenden, ganz davon abgesehen, dass die Jedi sicher nicht die Gruppe waren, die er unterrichten wollte. Ihrer Ansicht nach. Und erst Recht nicht Okin, welcher Ian gestern fürchterlich aufgeregt hatte. Er musste ihn wirklich beeindruckt haben... was Eowyn angesichts der Tatsache, was Okin mit der Kugel und auch später mit seiner Zurückhaltung geleistet hatte, aber auch wiederum nicht überraschte.

Sie war einen Moment so überrumpelt, dass ihre Augenbrauen sich verblüfft hoben, noch während Ian ihr einen Blick zuwarf. Sie war sich nicht ganz sicher, was er ihr damit sagen wollte - bat er um Erlaubnis? Das hatte er doch auch gestern nicht getan... andererseits war gestern auch eine andere Situation gewesen. Und es war etwas anderes, Okin zu erklären, was machbar war und was nicht, und andererseits ihn längerfristig ein wenig zu unterrichten. Doch als ob sie jetzt irgendetwas dagegen sagen konnte. Sie konnte natürlich schon... doch ihm in die Parade zu fahren würde erstens seinem Versuch, Okin zum Bleiben zu überzeugen, in die Parade fahren, und außerdem würde es genau das verursachen, was sie immer verhindern wollte - dass jemand von außerhalb sah, dass Ian und sie über irgendetwas diskutierten. Dass jemand sah, was Tatsache war, auch wenn Okin ohnehin davon überzeugt war, dass sie Ians "Aufpasserin" war.
Doch ohnehin ging es Ian vielleicht gar nicht darum - abgesehen davon, dass sie sich überhaupt nicht sicher war, ob sie dagegen etwas hatte. Ians Partnerin in ihr jauchzte sogar darüber - darüber, dass Ian vielleicht begann, seine Abneigung gegen die Jedi schrittweise aufzugeben, dass er auch seine Berührungsängste verlor. Die Verantwortliche in ihr war sich wiederum nicht sicher, ob das alles nicht viel zu schnell ginge oder eine schlechte Idee war. Ob das nicht zu Problemen führen würde - doch ohnehin war alles hypothetisch, und daher sagte Eowyn einfach nichts, zuckte nur leicht mit den Schultern. Man würde sehen, wie man es handhabte, wenn es so weit kommen sollte.


Die Gefahr, dass Okin einfach aus dem Raum stürmen würde, war wohl momentan eher gering, und da die Unterrichtsstunde erst einmal beendet schien, gesellte Eowyn sich nun zu den beiden und ließ sich neben ihnen nieder. Auch wenn es langsam eine Mode zu sein scheint... ich stimme Ian schon wieder zu. Sie verzog ihr Gesicht zu einem schiefen Grinsen. Ihr habt hier so viele Möglichkeiten, etwas gegen das Virus zu tun. Ihr habt eine seltene Gabe, die vielen das Leben retten könnte, wenn ihr lernt, sie richtig zu nutzen - selbst, wenn Ihr dabei nicht direkt sofort heilt. Und dieses Wissen kann am Ende mehr nutzen als es eine vorschnelle Reaktion jetzt tun würde.

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian und Okin
 
// Leandro Cortina //

- Corusant – City – Straßen –

Die Tür schloss sich hinter ihm und Leandro fühlte sich, als beträte er eine andere Welt. Die Straßen Coruscants hatten sich nicht verändert, es war der selbe Asphalt über den er schon als Kind gelaufen war und auch die Häuserblöcke um ihn herum waren noch die gleichen. Er war hunderte, nein tausende Male, aus dieser Haustür hinaus ins Freie getreten, doch nie hatte das Verlassen des Gebäudes eine solche Wirkung auf ihn gehabt wie heute. Er hatte die Wohnung seines Vaters verlassen, den sicheren Hafen seiner Kindheit und Jugend, den Ort, der seit Ausbruchs des Virus Zuflucht für die Hälfte seiner Familie geworden war. Er hätte dort bleiben können, abgeschottet vom Rest Coruscants, eingepfercht zwischen seinem Cloé, Jesper, Pablo und der eisernen Geduld seines Vaters, der selbst dann nicht die Nerven zu verlieren schien, wenn Cloé kurz davor war durchzudrehen. Sie hatte ihn angefleht zu bleiben und selbst Jesper hatte gesagt, es sei das einzig Vernünftige. Draußen könnten sie sowieso nichts bewirken. Doch das war falsch. Sie hatten bereits Großes bewirkt, als sie für die Defender gekämpft hatten. Das Imperium hatte Coruscant als Geisel genommen und Leandro hatte nicht zusehen können. Jetzt, da ein Virus alles zu zerstören drohte wofür sie gearbeitet hatten, konnte er es genauso wenig.

“Hier, zieh die an.“

Ancho hatte ihm eine dieser Masken mitgebracht.

„Jetzt siehst du fast aus wie ich.“

Leandro konnte erahnen, wie der Kel’Dor unter seiner eigenen Atemmaske grinste. Er selbst fühlte sich unwohl mit dem Fremdkörper in seinem Gesicht, der ihm zwar keinen hundertprozentigen Schutz versprechen konnte aber das Risiko einer Infektion zumindest minimieren sollte. Ob er keine Angst hätte sich anzustecken, hatte Cloé von ihm wissen wollen, und ob er nicht glaubte, dass er eine Verantwortung gegenüber seiner Familie hatte. „Welche Familie denn?“, hatte er selbst gereizt zurück gefragt. „Ich bin ledig, keine Kinder. Wer soll denn sonst da draußen helfen, wenn nicht Leute wie ich?“ Sie stapften zu zweit die Straße hinunter. Es war nicht so, dass Coruscant plötzlich ein leerer, verlassener Ort geworden wäre. Die Leute waren noch immer da, auf den Straßen, in den Geschäften. Noch war das öffentliche Leben nicht ganz zusammen gebrochen. Trotzdem sah man deutliche Veränderungen zu „vorher“. Die Leute tragen Atemmasken unterschiedlicher Größe und Qualität. Hier und da sah man vollfunktionsfähige Sauerstoffmasken, überwiegend waren es jedoch billige Papiermasken, die die Passanten sich mit einfachen Gummibändern vor Mund und Nase gespannt hatten. Leandro fragte sich, ob das wirklich etwas nutzte. Ihr Ziel war ein alter Wohnblock in den Vierteln der unteren Mittelschicht. Hunderte, wenn nicht sogar tausende Appartements waren hier auf engstem Raum gebaut. Es war keine Gegend, in der Leandro gerne gelebt hätte, doch die Anwohner hier waren trotz allem noch weit von der Armut entfernt, die einem weiter unten begegnen konnte. Sie waren die solide Basis zwischen den Oberen Zehntausend und denen, die in Coruscants Dunkelheit um ihr tägliches Überleben kämpften.

“Wo geht’s lang?“

Fragte Leandro, als sie zwischen den quadratischen Riesen standen und er zu den endlos erscheinenden Fensterreihen hoch blickte. Ancho war ja schon vor ihm hier gewesen und kannte sich aus. Er war kein Pionier wenn es darum ging, anderen zu helfen, doch einer der wenigen, die Leandro kannte, die überhaupt etwas taten. Nicht mal seine eigene Familie traute sich noch aus ihrer Wohnung hinaus, abgesehen von Rámon. Es war eine Sache, einem Feind gegenüber zu stehen den man sehen konnte, aber etwas ganz anderes, gegen einen Schatten zu kämpfen. Darüber hatte Pablo erst gestern philosophiert. Leandro fragte sich, ob das auf seinem eigenen Mist gewachsen war oder ob er das von Baes Hawot gehört hatte. Es klang nach etwas, dass der Draethos sagen würde.

„Einmal durch den Hof und wir sind fast da.“

Antwortete Ancho. Sie sahen zwei Kinder, die einsam auf einer Wippe saßen, umgeben von Maschendrahtzaun auf einem erbärmlichen asphaltierten Spielplatz. Solche Anblicke waren nicht ungewöhnlich – alles auf Coruscant war asphaltiert – doch die zurückhaltenden, vorsichtigen Blicke der Kinder gingen Leandro bis ins Mark. Sie waren bereit, jederzeit aufzuspringen und weg zu rennen, wenn sie mussten. Entweder jemand hatte ihnen dieses Verhalten eingeschärft oder sie hatten bereits selbst genug Erfahrungen gemacht, die sie nicht hätten machen sollen. Für Leandro und Ancho ging es durch eine nicht verschlossene Hintertür und über eine Metalltreppe hinab in eines der unteren Stockwerke, dort wo die Zimmer keine Fenster mehr hatten. Ancho klopfte an die Tür eines nicht nummerierten Appartements und nach einem kurzen Moment, in dem es schien als würde sich im Inneren der Wohnung nichts regen, öffnete eine hagere Frau die Tür. Sie sprach kein Wort, doch sie ließ sie eintreten, als sie den Kel’Dor erkannte.

„Sie sind seit drei Tagen hier.“

Erzählte Ancho über die sechsköpfige Familie, die still um einen viel zu kleinen Tisch herum hockte – auf dem Boden, mangels Stühlen. Der Begriff „Familie“ war dabei nicht im traditionellen Sinne zu verwenden. Es handelte sich um zwei erwachsene Frauen, einen Mann, der viel zu alt war um der Ehemann von einer von ihnen zu sein, und drei Kinder vom Säugling bis zum Schulkind.

„Sie sind aus den Unteren Ebenen raus bevor der Großteil der Zugänge geschlossen wurden. Den ältesten Sohn haben sie im Chaos verloren.“

Gab Ancho zu Protokoll. Leandro blickte in die erwartungsvollen Gesichter um ihn herum.

„Wir haben sie mit Nahrung und Kleidung versorgt. Die Frauen trauen sich nicht nach draußen, er wurde bei einer Säuberungsaktion durch imperiale Sicherheitskräfte misshandelt und kann seitdem kaum laufen. Keine Ahnung, wie er es überhaupt hierher geschafft hat.“

Ohne Aufforderung hob der Alte, der in dem einzigen vorhandenen Sessel saß, die Decke hob, die er über seinem Schoß ausgebreitet hatte, und hob das Gewand, das er trug, ein Stück an. Zum Vorschein kam ein nahezu vollständig zertrümmertes linkes Bein, was von seiner Kniescheibe noch übrig war, war verdreht und die Wunden waren nie vollständig verheilt. Leandro konnte nicht lange hinsehen.

“Weswegen?“

Fragte er nach den Hintergründen für die Misshandlungen. Die Antwort waren Schweigen und ein Schulterzucken. Natürlich, wann hatte es jemals einen vernünftigen Grund für die Gräueltaten des Imperiums gegeben?

„Bitte, Sir, können Sie meinen Neffen finden?“

Die Frau, die ihnen die Tür geöffnet hatte, sprach zum ersten Mal. Überhaupt hatte niemand von ihnen bisher auch nur ein Wort gesagt. Jetzt hielt sie ihm das Bild eines etwa fünfzehnjährigen Jungen unter die Nase.

„Er heißt Raul.“

Sagte sie und in ihren Augen war zu lesen, was sie befürchtete: dass Raul sich mit dem C-Virus infiziert hatte oder längst tot war. Was war nun schlimmer?

- Corusant – City – Wohnblock – Gebäude – Appartment – Mit Ancho und hilfsbedürftiger Familie –
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin

Auch wenn Okin wieder geringfügig ruhiger wurde, die Enttäuschung stand ihm immer noch ins Gesicht geschrieben. In einer anderen Situation hätte es ihn zweifellos gefreut, wie er von Ian gelobt wurde, aber heute kam es einfach nicht an. Er glaubte, dass er vieles erreichen konnte, aber eben nur mit Geduld. Und die konnte er sich im Moment einfach nicht leisten. Seine Familie war infiziert und jeder Tag zählte für sie. Jeder Tag konnte der letzte sein.

Ians Versuche ihn aufzumuntern konnten einfach nicht zu ihm durchdringen. Der Schock saß einfach noch zu tief. So tief, dass es ihm nicht einmal sonderlich auffiel, dass Ian sogar seine Hand auf die Schulter gelegt hatte. Normalerweise mochte er es nicht, wenn ihm fremde Leute so nah kamen, aber was spielte das einem Tag wie diesem für eine Rolle. Er ließ ihn einfach gewähren. Er meinte es wohl nur gut. So wie er es auch nur gut meinte, als er ihm anbot, die Farbkugel zu beenden. Aber würde er wirklich ein gutes Gefühl erhalten, wenn er die Kugel beendete oder würde das nur seine Trauer verstärken. Würde er dadurch vielleicht erkennen, dass er eigentlich großartiges leisten konnte, aber trotz alle dem zu Untätigkeit verdammt war, wenn es um die Heilung seiner Familie ging.

„ Nein, es ist wirklich besser, wenn ich die Energie nutze, um in die unteren Ebenen zu gelangen. Die Kugel zu beenden, würde an meiner Laune heute nichts ändern.“

Es überraschte den Coruscanti sehr, wie Ian reagierte. Vor ein paar Stunden noch war Ian alles andere als gut auf ihn zu sprechen gewesen und jetzt sorgte dieser sich um ihn und bat ihn zu bleiben. Welch eine unerwartete Wendung? Es hätte ihn unter anderen Umständen vermutlich brennend interessiert, wie es zu diesem Sinneswandel kam. Er hätte dem ehemaligen Sith nicht so viel Mitgefühl zugetraut. Ein klein wenig flackerte auch Stolz auf, als Ian ihm später einmal weitere Unterrichtseinheiten anbot, wenn sein zukünftiger Meister dies erlauben würde. Er musste ihn doch etwas beeindruckt haben mit seiner Leistung. Aber auch dieses positive Gefühl versiegte innerhalb kürzester Zeit. Es konnte einfach nichts gegen das alles überwältigende Gefühl der Angst ankommen. Der Angst, seine Familie an das grausame Virus zu verlieren. Auch Ians Hinweise, dass er im Tempel mehr leisten und lernen könne, wurden vollkommen davon überschattet.

„ Ihr habt doch erst gestern noch selbst gesagt, dass es Monate dauern würde bis ich soweit wäre, dass Virus zu heilen. Solange haben aber die meisten Menschen hier nicht mehr. Ich muss versuchen, gleich etwas zu tun. So gerne ich auch bleiben würde, um mehr zu lernen, aber es passt im Moment einfach nicht.“

Auch Eowyn setzte sich nun zu Ihnen. Auch sie versuchte ihn zu überzeugen, dass er bleiben sollte, weil er dadurch lernen würde, seine Gabe besser zu nutzen. Ja sie hatte recht, dass dieses Wissen vielleicht hilfreich sein konnte, aber es war für ihn nicht von Belang. Er hatte nicht nur eine Verpflichtung gegenüber seinem Volk, sondern v.a. auch gegenüber seiner Familie. Und die brauchte seine Hilfe sofort. Und auch seinem Volk konnte er so schnell nicht helfen, auch wenn er hier blieb. So schnell würde er nicht das nötige Wissen erlangen. Es war keine vorschnelle Entscheidung. Es war für ihn die einzig sinnvolle Entscheidung. Er musste nun seiner Familie beistehen und das antwortete er auch Ian, als dieser fragte. Er hatte das Ganze nicht erwähnen wollen, als er noch gehofft hatte, dass er selbst seine Familie retten konnte, aber das war nun Vergangenheit. Er musste sie so oder so in die Hände von Jedi bringen, wenn er sie retten wollte. Da konnte er auch diesen beiden, die nun versuchten ihn nach seiner Niederlage wieder aufzurichten, erzählen, dass seine Familie infiziert war.

„ Ich muss nun in die unteren Ebenen zu meiner Familie zurück. Sie sind alle infiziert. Ich bin hierher gekommen, um die Heilung für sie und für alle anderen auf Coruscant zu erlernen. Aber das kann ich nun ja wohl vergessen. Sie brauchen mich. Ich muss zurück. Ich werde jedoch wieder in diesen Tempel kommen und dann nehme ich gerne auch ihr Angebot mit dem Unterricht an. Keine Sorge, ich werde nicht aufgeben.“ Ein leichtes Lächeln huschte ihm bei dem letzten Satz über das Gesicht. Er stand von den Knien wieder auf. Es war wieder ein Funke Hoffnung in dem Psychologen entflammt.

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin
 
Coruscant, Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 - Radan, Kyran, Alisah und Wes

"Zumindest Halbwegs wohl auf"

Erwiederte Radan mit einem lächeln. Wes konnte das Blaue Auge nicht sehen da Radan diesen Schutzanzug trug doch viel schlimmer war was das Schlafen dort draußen mit seiner Seele angerichtet hatte. Die infizierten die ihn Angegriffen hatten. Er hatte den ein oder anderen Erschlagen müssen. Mit dem töten hatte Radan kein Problem. Er war als Krieger geboren wurde und wusste zu kämpfen. Doch es war etwas anderes gegen einen anderen Krieger zu kämpfen oder jemand der einfach nur wahnsinnig war.

"Für mich waren die Zeiten nie anders Wes. Ich werde meine Familie beschützen wenn ich es muss. Auch wenn ich mein Schwert lieber ablegen würde."

Er hatte seid seiner rückkehr mehr als einmal davon gesprochen das Schwert niederzulegen. Das er es nie wieder zur Hand nehmen würde doch sowohl Wes als auch Alisah wussten das er es nicht konnte. Der Krieg würde in eine neue Phase gehen früher oder später. Radan hatte auch nicht gelogen als er Rich davor warnte sein Padawan zu werden. Was auch immer die Zukunft brachte Radans Platz war nunmal an der Front. Bei den gefährlicheren Aufträgen. Um andere zu retten und zu verteidigen. Er war kein Diplomat der gewaltlos durchs Leben ging. Damit sah er zu seinen Sohn und lächelte.

"Hoffen wir das ihm nicht meine Erziehung zu teil wird das würde ihm nur schaden"

Radan musste an Lars denken und an das was sein Vater ihn alles angetan hatte. Sicher er war ein Kämpfer gewesen schon mit 14 hatte er auf Schlachtfeldern gestanden eine Kindheit hatte er erst im Orden gehabt. Er schüttelte den Gedanken ab und sah wieder zu Wes.

"Kann ich euch etwas von euer Last abnehmen Meister Wes? Ich bin da und bin bereit zu helfen bei was auch immer. "

fügte er hinzu. Alisah brauchte sicher etwas Schlaf aber er konnte sich vielelicht nützlich machen zumindest für die weile in der Rick schlief.

Coruscant, Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 - Radan, Kyran, Alisah und Wes
 
Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Radan, Wes und Kyran

Während der letzten Handgriffe, mit denen sei Kyran zurücklegte, blickte Alisah zu Wes und lächelte auf seine Erwiderung, dass er sich auch freute sie wieder zu sehen. Und sie trat dann wieder näher zu Radan und Wes während Letzterer sich erklärte. Natürlich hatte er viel um die Ohren gehabt und Alisah hätte es auch absolut verstanden wenn er gar keine Zeit dazu hatte. Das er extra her gekommen war, war schon sehr nett von ihm.
Das Wes sich so für sie beide interessierte, ließ sie kurz noch ein bisschen breiter lächeln bevor es dann von der Sorge getrübt wurde, die sie so beflissentlich zu verdrängen versucht hatte.


Viel zu früh. Ja! Und viel zu klein! Es ist meine Schuld. Ich war nicht stark genug.

Leise seufzte Alisah, riss sich dann aber zusammen und zwang sich erneut zu einem Lächeln.[/B]

Aber wir hatten so viel Hilfe und jetzt geht es ihm immer besser.

Doch dann fragte Wes nach dem Virus und über Alisah's Gesicht huschte ein dunkler Schatten. Zum Glück stand sie halb hinter Radan so das er ihre Reaktion jetzt nicht sehen konnte. Nur Wes hatte wohl diese kurze Reaktion, ihren Blick zu Boden und das angedeutete Kopfschütteln gesehen. Aus dem Grund sah sie ihn jetzt bittend an, er sollte Radan nichts davon sagen was er wohl in ihrer Mine gelesen hatte. Den Zweifel ob die momentane Lage so bleiben oder sich sogar bessern konnte. Fest stand, dass der Virus noch in ihr war. Und weil sie das Gefühl hatte etwas dazu sagen zu müssen erklärte sie nur knapp und mit möglichst neutraler Stimme.

Der Virus ist noch in mir.
Aber es geht mir schon sehr viel besser.


Im Moment jedenfalls. Die ihr geschenkte Kraft, die medizinische Unterstützung und wohl auch das strickte bestehen darauf, dass sie sich nicht ansträngte und damit eigene Kräfte sparte, hielt den Virus wohl noch in Schach. Aber wie lange? Und noch einmal konnte sie nicht verlange, das Ian oder Irgendjemand anderes seine Lebensenergie spendete um sie zu retten. Nein, entweder würde es endlich eine Hoffnung auf Heilung geben oder...! An Letzteres durfte sie nicht denken, auch wenn sie sich sicher war mit Wes unter vier Augen sprechen zu müssen um für den schlimmsten Fall vor zu sorgen. Mit Radan würde sie darüber nicht sprechen können. Er durfte nicht einmal wissen das sie darüber nach dachte.
Zum Glück reagierte Radan auf Wes Fragen und ging dabei nicht so sehr auf ihren Zustand ein!
Und sie musste wieder etwas schmunzeln als er erklärte seine Familie immer zu schützen. Sie hätte sich jetzt einfach so gerne dicht an ihn geschmiegt und ihm leise zugeflüstert, das er sich nicht so viele Sorgen machen sollte. Statt dessen strich sie ihm nur kurz über seinen Arm um ihn kurz darauf leicht in die Seite zu knuffen. Ihr Kyran die gleiche Erziehung, die Radan zu Teil wurde, bekommen?


Aber auf gar keinen Fall!

Platzte es aus ihr heraus!

Kyran wird behütet und friedlich aufwachsen und er wird seinen Vater über alles lieben!

Erklärte sie ihm und es war klar hörbar, dass sie da keinerlei Wiederworte gelten lassen würde.
Dann war ihr klar, dass sie gerade wohl ein bisschen heftig rüber gekommen sein könnte und sie lächelte wieder und strich Radan erneut sanft über den Arm.


Er wird glücklich werden.

Stellte sie noch klar und hörte dann zu wie Radan Wes an bot zu helfen. Wie gerne hätte sie sich dem Angebot angeschlossen. Wie gerne hätte sie sagen wollen, das der Virus fort und sie stark genug war auch etwas zu tun. Doch dem war nicht so und einen kleinen Seufzer konnte sie bei dem Gedanken nicht unterdrücken.
Nun ja, es ging eben nicht. Statt dessen würde sie Radan unterstützen.


Ja, er kann dir helfen Wes.

Vielleicht konnte sie ja auch von hier aus?

Und wenn ich was tun kann...
Ich bin hier!


Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Radan, Wes und Kyran
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin


Eowyns Schulterzucken war undefinierbar. Ian wusste nicht, ob sie damit ihre Zustimmung zum Ausdruck brachte, oder ihm alleinige Handlungsfreiheit einräumte. Auch als sie näher kam und sich ebenfalls zu Okin und ihm setzte, wusste Ian nicht, was Eowyn genau meinte. Allerdings stimmte sie ihm zu, was seine Aussage über die Möglichkeiten betraf, was Ian zumindest die Unsicherheit nahm, etwas Falsches oder gar Dummes gesagt zu haben.
Okin schließlich lehnte ab, sich noch einmal an der Kugel zu Versuchen und Ian gab den Versuch auf, weiter in den Anwärter einzudringen. Es brachte nichts, wenn er ihn zu überreden versuchte. Entweder, Okin kam selbst zu der Überzeugung, dass ihm ein kleines Erfolgserlebnis doch gut tun konnte, oder aber, er kam es nicht. Und letzteres war der Fall.

„Ja, es wird Monate dauern, bis ihr Eure Fähigkeiten in der Macht soweit ausgebaut habt, dass ihr direkt Einfluss auf das Virus nehmen könnt. Aber es gibt mehr Optionen, als die Machtheilung, Okin. Und diese Optionen habt ihr hier alle. Die Suche nach einem Gegenmittel, die Forschung nach dem genauen Ursprung. All das wird wesentlich schneller vorangehen und Euch nicht zur Handlungsunfähigkeit verdammen.“ Es gab so viele Möglichkeiten, die Okin ergreifen konnte, warum nur, schien das einzige Ziel ein direktes Eigreifen zu sein? Eine Frage, die Ian nicht stellen musste, denn mit einer neuen Offenheit begann Okin zu sprechen und was er sagte, machte alles, was vielleicht zu erahnen gewesen war, überaus deutlich, gab ein Bild ab, das Ian nicht gefiel. Okins Familie war infiziert. Ian sog hörbar die Luft ein, versuchte nicht das Gefühl, dass ihn nun überkam, zu verstecken. Seine Abschirmung war noch immer hochgefahren, doch sein Gesichtsausdruck zeigte auch so deutlich, was er spürte. Mitgefühl. Und einen Drang, Okin zu helfen, den Eowyn sicher nicht gut befinden würde. Der Anwärter stand auf und Ian tat es ihm nach. „Okin, Ihr könnt immer noch helfen,“ beharrte Ian auf dem, was er schon einmal gesagt hatte. Doch was brachte es, wenn er nun zurück in die unteren Ebenen ging? Die Gefahr, sich selbst anzustecken war weitaus höher, als nur irgendetwas ausrichten zu können.

„Bringt sie hier her, hier werden sie medizinisch betreut, hier kann ihnen vielleicht am besten geholfen werden.“ Hier… war er und vielleicht konnte er etwas ausrichten, wenn er das gleiche versuchte, was sie es bei Sluuk versucht hatten. Durfte er den Tempel überhaupt verlassen? Ian hatte keine Ahnung. Man hatte ihm mehr Freiheiten eingeräumt, und vielleicht durfte er tatsächlich den Tempel verlassen, vorausgesetzt Eowyn wusste Bescheid, oder ging mit. Doch durfte er jetzt überhaupt gehen? Wo Alisah und ihr Kind noch immer infiziert waren? Aber stabil… Okin nun gehen zu lassen, erschien Ian allerdings als Fehler. Was, wenn er nichts ausrichten konnte? Was, wenn seine Familie schon in Raserei verfallen war? Was, wenn der junge Mann sich anstecken würde? Was, wenn er nicht aushielt zu sehen, wie es seiner Familie ging? Da waren zu viele Fragen und das, was Ian so gut verdrängt hatte, kehrte in jenen Sekunden mit einer Schnelligkeit und Kraft zurück, die es unmöglich machten, sich dagegen zu wehren. Das altbekannte Schuldgefühl. Ian konnte Okin nicht einfach gehen lassen, nicht in die trostlosen, unteren Ebenen Coruscants. Nicht völlig hilf- und machtlos. „Ich kann mit Euch gehen. Wir holen Eure Familie hier her. Und wenn sie zu schwach sind, um zu reisen…“ Dann würde er sein Glück vor Ort versuchen.

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, Eowyn, Ian und Okin
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian und Okin

Nun ja, wenn Okin die Übung nicht weiterführen wollte, dann war es so - er würde schließlich am besten wissen, was seine nächsten Schritte sein sollten. Doch er hatte Schwierigkeiten damit zu akzeptieren, dass er keine Wunder verbringen konnte, weil er es nicht als Wunder sah, und Eowyn tat es beinahe weh, das beobachten zu müssen. Es war unmöglich, ihm begreiflich zu machen, dass gewisse Dinge einfach nicht machbar waren. Glaube allein half einfach nicht immer. Er hatte seine Hoffnung darin gesetzt, dass die Jedi ihm etwas beibringen konnten, wie er besser helfen konnte - offensichtlich hatte das nicht funktioniert. Aber nun? Wie konnte, wollte er nun handeln? Eowyn sah keinen Sinn darin, nun "gleich etwas zu tun", denn was konnte er denn tun außer zuzusehen und den Leuten alles erträglicher zu machen? Die Suche nach einem Heilmittel wäre langfristig sicher sinniger. Viel mehr taten doch selbst die Jedi und andere erfahrene Heiler und Ärzte nicht - schlicht, weil es nichts gab, was man tun konnte. Wenn er nun zurückging würde er kaum mehr tun können als den Leuten beim Sterben zuzusehen, aber noch zögerte Eowyn, ihm das so unverblümt zu sagen. Es würde vermutlich ohnehin nicht viel bringen... und sie wollte ihn nicht sofort wieder vor den Kopf stoßen.
Und ein paar Momente später war sie heilfroh darüber, nichts gesagt zu haben. Okins Familie - seine
ganze Familie? Das war... Das erklärte nun wenigstens sein vehemmentes Beharren darauf, die Heilung zu lernen, egal wie.
Seine ganze Familie... Ians zeigte deutlich, was er davon hielt, und Eowyn fühlte ähnliches, obwohl sie nur kurz die Augen schloss. Okin war nicht der erste, der jemanden durch das Virus verlor... und er würde nicht der letzte sein. Lange nicht. Das wusste Eowyn, und diese Tatsache musste sie rational betrachten, denn sonst würde die Hilflosigkeit und die Verzweiflung darüber, keinen Unterschied zu machen, sie übermannen. Sie konnten nicht allen helfen. Sie konnten ja kaum
einer Person helfen. Es musste ein Heilmittel gefunden werden, und das am besten eher gestern als morgen. Sie mussten... noch stärker daran arbeiten. Damit Dinge wie diese Geschichte sich nicht immer und immer wieder zutrugen...

Sie erhob sich gemeinsam mit Ian und Okin, und suchte nach den richtigen Worten. Aber was war schon richtig? Okin sagen, dass er nicht gehen sollte, weil es sinnlos war, weil er hier anderen helfen konnte? Dass seine Familie ohnehin vermutlich schon verloren war? Natürlich. Wäre sie ein Droide, dann würde sie das tun, aber keiner, der halbwegs über emotionale Regungen verfügte, würde so reagieren. Logik war nicht in allen Fällen die Lösung und die Antwort. Sie suchte nach einer Lösung, nach etwas, das sie tun konnte, um Okin zu helfen, doch sie fand nichts. Mit ihm gehen? Was sollte sie schon ausrichten? Außerdem - gerade noch hatte sie gedacht, dass sie unbedingt ein Heilmittel finden mussten. Wie sollten sie das bewerkstelligen, wenn sie niemals damit begannen? Okin tat ihr Leid, es tat ihr weh, ihn so zu sehen, zu wissen, was auf ihn wartete, und sie gab sich allergrößte Mühe, die Sache nicht zu sehr an sich heranzulassen. Sie musste es lernen... sie musste es akzeptieren. Sie konnte nicht jedem helfen. Es war... unmöglich, sie konnte nicht erwarten, alles in Ordnung bringen zu können. Manchmal... oft... meistens war die Galaxis grausam. Zumindest in diesen Tagen.
Es würde nicht viel übrig bleiben als ihm alles Gute zu wünschen. Und zu hoffen, dass wider Erwarten doch irgendetwas gut ausgehen würde.


Ian war da jedoch kreativer als sie. Seine Familie in den Orden bringen? Die Idee war nicht schlecht - theoretisch zumindest. Praktisch... würde er seine kranke Familie wohl kaum hier herbringen können. Schon eine Person wäre schwer, mehrere, so wie es klang, so gut wie unmöglich, vor allem, da der Weg aus den unteren Ebenen schwer war. Er konnte wohl kaum einen Krankentransport bestellen. So gut die Idee klang... es war nicht praktikabel. Sie sah Ian traurig an, schüttelte minimal den Kopf. Wie sollte das gehen? Vielleicht war sie zu pessimistisch... vielleicht sah sie etwas offensichtliches nicht. Aber sie sah einfach keine Lösung.
Sie war sich jedoch nicht sicher, ob Ian ihre Bewegung überhaupt bemerkte. Er schien fieberhaft nachzudenken, diese Sache ging ihm sichtlich nah, zu nah - und Eowyn meinte zu wissen, weshalb. So schwer war es nicht zu erraten, schließlich war es Dauerthema bei ihnen. Vermutlich fühlte er sich verantwortlich, und das schmerzte noch einmal zusätzlich. Dieser Virus schaffte so viel Leid... tötete, stürzte zusätzlich so viele, die noch lebten, durch Trauer, Angst oder auch Schuldgefühle in ein Elend. Schuldgefühle trafen nicht nur Ian - auch Okin war davon betroffen. Es spielte keine Rolle, ob diese berechtigt waren oder nicht, sie waren vorhanden. Selbst sie... selbst sie konnte kaum akzeptieren, dass sie nicht helfen konnte. Dass sie machtlos war.

Ian!, entfuhr es ihr dann jedoch plötzlich, als Ian seine nächste Lösung offenbarte. Das... das ging zu weit. Das ging nicht. Er konnte nicht... Sie biss sich auf die Zunge, atmete kurz durch. Er alleine konnte nicht gehen, nicht in die unteren Ebenen. Er handelte wieder so impulsiv, dachte nicht nach... doch gleichzeitig verstand sie, weshalb er das tat. Die Partnerin in ihr wollte ihm zögerlich zustimmen, obwohl sie in Sorge um ihn war - doch sie wusste, weshalb er es tun musste. Die Jedi in ihr aber wollte mit ihm darüber reden. Er konnte nicht in den unteren Ebenen mehrere Personen heilen, und darauf würde es hinauslaufen, denn wie sollten sie selbst zu dritt mehrere Infizierte in den Tempel schaffen? Doch unten waren sie nicht geschützt. Würden andere erfahren, dass sie da waren, ob nun Infizierte oder das Imperium... es war äußerst riskant.
Sie hasste es. Sie hasste es wirklich... Sie konnte, wollte sich nicht entscheiden, was nun richtig war. Aber unterstützte sie ihn nicht auch, indem sie Stimme der Vernunft blieb? Wiederum - damit würde sie Okins vielleicht gerade aufkeimende Hoffnung völlig zerstören - und eventuellen Zorn auf sie und die Jedi im Allgemeinen schüren, weil sie damit Schuld am Tod seiner Familie haben würde. Irgendwie auch völlig verständlich.
Ach stang, was hatte Ian sich dabei gedacht, das einfach so herauszuposaunen? Nichts, vermutlich. Fantastisch! Wieder einmal. Und sie musste nun blitzschnell entscheiden - und wusste nicht, wie.

Sie atmete einmal kurz durch.


Instinkt... und Bauchgefühl.
Und was dann, Ian?, fragte sie leise, ließ ihr Gesicht deutlich zeigen, was sie fühlte - Trauer, Schmerz, Bedauern über das, was sie nun sagte. Sagen musste. Was, wenn sie zu schwach sind um zu reisen? Willst du sie alle heilen, an einem Tag, und das in den unteren Ebenen? Alleine? Ich kann dir dabei nicht helfen, nicht, wenn wir außerhalb sind. DAS wäre tatsächlich ausgeschlossen, da viel zu gefährlich. Einer musste aufpassen. Sie beide ohne Schutz, in den unteren Ebenen... unmöglich. Und sie herbringen? Eowyn fuhr fort, legte sachte ihre Hand auf seinen Arm. Wie? Sie werden kaum den Weg laufen können. Willst du mit der Nightmare hinunterfliegen? Unmöglich mit einem großen Raumschiff. Eowyn schüttelte ein wenig verzweifelt den Kopf. Es tut mir Leid. Jetzt warf sie auch Okin einen kurzen, entschuldigenden, ehrlichen, offenen Blick zu, bevor sie den Kopf wieder drehte, ihn dann langsam schüttelte. Ich... vielleicht sehe ich es einfach nicht. Vielleicht bin ich blind. Aber... ich weiß nicht, was wir tun können. Ich weiß es einfach nicht...

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian und Okin
 
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