Denon

Denon - Regierungsbezirk - auswärtiges Amt - kurz vor Towanis Büro- Eowyn, Shen und Aketos

Shen hatte vollstes Verständnis für sie. Würde so schon ich auch nicht glauben wenn jemand erzählen würde, dass er nichts mehr fühlte. Doch leider war es so. Wobei hier musste man wieder einmal differenzieren. Nichts fühlen und nicht fühlen waren zwei ganz verschiedene Sachen. Wenn in jemanden messenden Bauch rammte würde er sehr wohl noch fühlen. Er würde Schmerz fühlen. Doch würde er dann noch gut fühlen? Er hatte gelernt seine Wut und seinen Hass, vor allem auf die zwei Sith, zu unterdrücken, zu vergessen. Doch was hatte er eigentlich noch zu verlieren? Nicht mehr viel. Er hatte doch gar nichts mehr. Das Einzige, wovor er sich fürchtete es zu verlieren, was seine Freiheit. Im Moment fühlte er sich noch frei, doch er wusste dass er nicht wirklich frei war. Trotzdem wollte er ihr eine Antwort geben irgendeine Antwort.

"Wissen sie Aketos, glaube sie haben mich falsch verstanden. Natürlich würde ich es noch spüren wenn mir jemand den Armbericht. Natürlich würde ich dann Schmerzen haben. Doch ich würde keine Wut oder irgendein anderes Gefühl gegenüber dem Angreifer empfinden. Wenn ich jemanden Leidens sehr, fühle ich nicht mit ihm. Wenn irgendetwas tolles passiert, kann ich mich nicht darüber freuen. Doch ich muss ehrlich sagen, dass mir schon lange nichts mehr tolles passiert. Wenn ich irgend jemanden glücklich machen kann, dann kann ich nicht stolz auf mich sein. Das ist das, was ich verloren habe."

Er folgte dem beiden, bis sie auf zwei weitere Personen trafen. Eine davon war auch ein Jedi sie kniete offensichtlich auf dem Boden und schien zu meditieren, sie bewegte sich kaum. Eowyn ging langsam zu ihr und tipte ihr auf die Schulter. Shen hingegen hielt sich im Hintergrund und fühlte sich wieder mal ein wenig fehl am Platz. Wo war da überhaupt hineingeraten? Noch mehr Jedi? Eigentlich wollte er Begegnungen mit ihnen vermeiden und jetzt waren es schon vier. Er hatte wohl im Moment ziemlich großes Pech, doch weglaufen konnte er auch nicht. Es waren jetzt schon so misstraut, da konnte er nicht noch mit einem Fluchtversuch die Situation endgültig vergiften. Deshalb hielten sich einfach im Hintergrund. Er blieb auf Abstand lehnte sich an eine der kalten Wände und sah zu. Wobei zusehen ist das falsche Wort. Er stand da und ließ seinen Kopf hängen. Er wartete. Worauf erwartete wusste er gar nicht. Vielleicht wartete er darauf, dass ihm jemand wieder ansprach oder, dass sie einfach dienen die vergaßen. Aber das würde wohl nicht passieren. Weil er immer noch unerlaubt in das Gebäude eingedrungen. Würde noch in irgendeiner Art und Weise zur Rechenschaft gezogen werden? Und wenn das der Fall war dann hatte er ein Problem. Doch er schob den Gedanken von dem Inhalt seiner Tasche wieder zur Seite mein er durfte nicht daran denken. Musste so handeln wie ihm geraten wurde. Musste sie den inneren Frieden finden er musste sich selbst freimachen. Es hat keinen Sinn, die Angst davor, dass er gefangen genommen werden würde und dass er sein restliches Leben in ein Gefängnis verbringen würde hat keinen Sinn. Sie lähmten nur noch mehr. Er schloss innerlich die Augen um diese einzige Angst die noch als Gefühl geblieben war zu verdrängen machte es, wie es im gelehrt worden war. Er begann langsam zu atmen, seinen Herzschlag zu beruhigen, sich der Macht zu öffnen stellte sich selbst immer wieder die gleichen Fragen. Was wäre wenn er wirklich gefangen genommen werden würde? Was würde er in Wirklichkeit verlieren? Er war doch jetzt schon nicht mehr frei, oder was? Was würde sich in seiner Gefangenschaft ändern? Nicht viel, auch jetzt machte nicht viel außer Essen, Trinken, schlafen, meditierenund ab und zu den Ort zu wechseln. Das einzige was er vermissen würde wären die Gespräche mit Yon Go. Er hatte das sich das schon so oft selbst gesagt und wie sonst auch immer, nicht die Angst von ihm, sie löste sich auf und wurde zu der Lehre die auch sonst fast immer fühlte

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Denon - Regierungsbezirk - Auswärtiges Amt - vor Towanis Büro - Brianna und Talery

Die nach dem Gespräch mit Stadtstaub etwas gedrückte Stimmung bei der Caamasi lichtete sich mehr und mehr, je länger ihre Unterhaltung dauerte. Ihre Meisterin Eisblume bemühte sich sehr und machte ihr Mut, dass Talery wirklich helfen und etwas bewirken konnte. Wenn annähernd das eintraf was Brianna ihr aufzeigte konnte die junge Padawan zufrieden sein.

"Ich werde mich jedenfalls bemühen!"

Damit bekräftigte die überwiegend perlmuttfarben schimmernde Padawan ihre Absichten. Ihr Elan ihre Ausbildung fortzusetzen hatte sich jedenfalls merklich erhöht durch Briannas Bemühungen. Daher lehnte die Caamasi nun wieder um einiges gelassener an der Wand und konnte Eisblume wieder ruhig in die fast farblosen Augen sehen.

Um die Zeit auszunutzen bis Zimtgras und Silikatschwamm wieder zu ihnen stießen wollte die Echanijedi die Heilübung so ausprobieren wie Talery sich das im Büro des Senators von Denon gedacht hatte. Die verwöhnte Händlerstochter war froh, dass Eisblume sie wirklich ernst nahm und es genau so machen wollte. Ihr war natürlich klar, sie selbst Ziel von Eisblumes Heilung sein würde. Aber damit war die Gefiederte natürlich einverstanden. Ihrem empfindlichen Magen würde das bestimmt gut tun. Beiläufig registrierte die Padawan auch, dass sich ihre Meisterin dazu auf den Boden hockte. Das war schon ein seltsamer Anblick in einem Bürogebäude und wirkte etwas fehl am Platz, aber ganz offensichtlich schien es die Echanijedi nicht zu stören. Aber hieß das noch lange nicht, dass ihre Padawan das ebenfalls tun musste, sagte sich Talery. Die Caamasi zog es vor sich neben der bleichen Jedi an die Wand zu lehnen und konzentrierte sich dann wie Eisblume auf die Macht.

Dabei spürte sie ein leichtes Kribbeln in ihrer Magengegend, welches aber nicht unangenehm war. Es war als ob sich jemand mit leichten Fingern von innen an ihrer Bauchdecke entlang tasten würde. Wie zuvor bei dem Senator wollte Talery wieder helfen und dieses Mal durfte sie. Also gab die Caamasipadawan ihrem Drang nach. Schließlich wollte sie auch etwas zum Missionserfolg beitragen. Damit stellte sie - zumindest in ihrer eigenen Vorstellung - Eisblume ihre momentan noch bescheidenen Machtkräfte zur Verfügung. Talery glaubte damit Brianna mehr "Munition" für die beabsichtigte Heilung geben und so deren eigene Kräfte etwas schonen zu können. Allerdings fiel es der filigranen Padawan schwer gleichzeitig noch festzustellen, ob sich das Kribbeln in ihrer Magengegend verstärkt hatte oder nicht. Durch die starke Konzentration, die sie benötigte um ihre Verbindung zur Macht aufrecht zu erhalten trat sogar das Kribbeln in den Hintergrund.

Allerdings reichten schon die ruhigen Worte von Zimtgras, die scheinbar aus dem Nichts kamen um die Caamasi abzulenken.


"Oh, Großmeisterin," brachte sie überrascht heraus. "Gut, das ihr wieder da seid. Wir haben die ganze Zeit über auf euch gewartet."

Dabei lächelte Talery die lange Kamino, die sie als ihre Freundin betrachtete, auch kurz an. Nur irgendwie wirkte Silikatschwamm nicht sonderlich glücklich. Ob das an der bevorstehenden Mission lag? Die Caamasi wusste es nicht, aber ihr blieb wenig Zeit zu spekulieren. Sie mussten wie Zimtgras schon sagte zurück zur Thranta.

Als sich die Gruppe dann in Bewegung setzte fiel der Caamasi erst auf, dass ein weiteren Gesicht dazu gekommen war - ein männliches, menschenähnliches Wesen mit einer eigenartigen Augenbinde. Wer war das denn? Irritiert blieb Talerys Blick eine Weile auf ihm haften. War er vielleicht eine Art Führer oder begleitete er sie einfach nur nach draußen in die stinkende, verseuchte Luft des Stadtplaneten? Da Großmeisterin Eowyn aber keine Anstalten machte ihn vorzustellen blieb ihr nichts anderes übrig, als es darauf beruhen zu lassen. Irgendwann würde sich schon eine Gelegenheit bieten, um ihre Neugierde zu befriedigen. Daher nutzte die Padawan die Zeit während sie auf die Schleuse nach draußen zugingen für eine für sie sehr wichtige Frage an Eisblume.


'Hast du einen Unterschied gespürt bei der Übung gerade eben? Ich habe versucht dir soviel meiner Macht zur Verfügung zu stellen wie ich konnte," erklärte sie etwas hölzern, da sie mit den entsprechenden Ausdrücken noch nicht so vertraut war.

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Denon, Regierungsbezirk - auswärtiges Amt, vor Towanis Büro - Talery und Brianna

Talerys zerbrechlicher, untrainierter Vogelkörper besaß äußerlich nicht viel Ähnlichkeit mit Briannas geschmeidigen, kraftvollen Echani-Muskelpaketen, doch in der Macht waren sie gleich. Hier kam es auf den Fluss der Energie an und auf die möglicherweise bestehenden Ungleichgewichte, Dingen also, die nicht einmal notwendigerweise mit der Anordnung der inneren Organe korrelierten, geschweige denn mit dem ziemlich verschiedenen Äußeren. Es erleichterte die Arbeit als Heilerin, dass unter den Unterscheidungen zwischen Humanoiden und Vogelwesen die lebenswichtigen Organe recht ähnlich waren, und noch eine Schicht tiefer die Meridiane und Chakren völlig identisch waren.

Brianna sah für gewöhnlich diese tiefste Schicht, wenn sie ihre Kräfte einsetzte, und welche Verbindungen „nach oben“ bestanden. Wie immer war ihre Padawan im Magenbereich am wenigsten ausgeglichen, so dass die Silberhaarige sich auf diesen Bereich konzentrierte und ihn näher untersuchte. Sie ließ Energie fließen, um Talerys Magen zu stärken und zur selben Zeit mischte sich ein neues Gefühl unter die Eindrücke, die aus der Umgebung auf die junge Jedi-Ritterin einprasselten. Sie erkannte die Signatur ihrer Padawan und mochte das Gefühl der Freundschaft und Verbundenheit, welches sie damit verband. Dadurch geriet das „Denon-Gefühl“ in den Hintergrund, so dass es der Echani leichter fiel, die Macht zu kanalisieren.

Doch im nächsten Moment schreckte sie hoch, als sie urplötzlich Eowyns leise Stimme vernahm. Sie hatte die Großmeisterin weder kommen hören noch in der Macht gespürt, so dass sie diese einen Moment lang leicht desorientiert ansah. Es dauerte, bis die Silberhaarige sich daran erinnerte, dass es Eowyns Rückkehr war, auf die die Caamasi und sie die ganze Zeit gewartet hatten. Jetzt war die Menschin mit den Ausweisen und dem Wunsch zurück, sie gleich auf der Thranta zu verteilen.

„Sicher…,“

Erwiderte die Echani, als sie sich wieder gefasst hatte, und sprang leichtfüßig auf.

„Es wird höchste Zeit, dass wir aufbrechen und endlich mit dem beginnen, weshalb wir hierher gekommen sind.“

Ihr Augenmerk fiel auf den jungen Mann mit der Augenbinde (Shen) Wer war das denn nun wieder? Der Reporter? Musste wohl sein. Er wirkte zwar etwas jung, aber vielleicht war er Volontär oder etwas ähnliches. Vorsorglich setzte sie ein bezauberndes Lächeln auf, sie wollte ja ein gutes Bild abgeben in diesem Bericht über die Arbeit der Jedi auf Denon. Innerlich wurmte sie dagegen, dass sie die Ankunft der drei überhaupt nicht wahrgenommen hatte. Wenn sie jemand hätte angreifen wollen… zum Glück war das innerhalb des Auswärtigen Amtes eher unwahrscheinlich. Grundsätzlich sah sie allerdings ein großes Problem darin, genau der Nachteil, vor dem Kestrel gewarnt hatte, wenn sie ihre Wahrnehmung in der Macht einschränkte, um all das Negative auszublenden, das sie hier auf Denon empfand. Das bedeutete, sie hatte das Patentrezept noch nicht gefunden, auch wenn sie sich in der Machtbenutzung nicht mehr so leicht irritieren ließ, half das nicht viel, wenn sie dadurch blind und schutzlos wurde. So harmlos war Denon wie sie erfahren hatte nicht, und sie war eine viel zu gute Kämpferin, um von hinten überrumpelt zu enden. Zum Glück riss Talery ihre Meisterin mit ihrer Nachfrage wegen des Effekts der Übung aus ihren Gedanken, bevor sie noch weiter darüber sinnieren konnte.

„Gespürt habe ich deinen Einsatz, ja.“

Erklärte die junge Jedi lächelnd.

„Und ich mochte das Gefühl. Ich weiß zwar nicht, ob ich dadurch Kraft gespart hatte, aber es fiel mir leichter, sie einzusetzen. Ich konnte all das Schlimme, das ich auf dieser Welt spüre, besser ausblenden. Viel mehr kann ich leider noch nicht sagen, dafür hat die Zeit nicht gereicht,“

Bedauerte sie. Anschließend wandte sie sich mit einer Frage an Shen.

„Sie sind also der Reporter, der uns begleiten soll?“

Wie ein Miraluka wohl mit einem Datapad umging? Die Rasse kannte sie inzwischen, weil sich in der Lianna-Basis diverse Exemplare der Spezies aufhielten – nur hatte sie keine Gelegenheit gehabt, sich mit einem von ihnen zu unterhalten.

Tatsächlich ging es nun schnell; draußen wurden sie von Ji Vewis, dem Bith erwartet, der sich wortreich dafür entschuldigte, nicht bei ihrer Ankunft da gewesen zu sein. Wie er berichtete, hatte das Vorauskommando alle Hände voll zu tun gehabt, um bei einer Explosion auf einer der unteren Ebenen mitzuhelfen. Mit dem Entschluss, die Jedi-Heiler möglichst großflächig über Denon zu verstreuen, zeigte er sich einverstanden. Zudem konnte er bereits eine gewisse Ortskenntnis vorweisen, so dass schnell entschieden war, die Thranta und den Großteil der Ärzteschaft im Raumhafenviertel einzusetzen, ein Gebiet, das durch den Absturz des Supersternzerstörers Final Reversal besonders stark in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Während die meisten Jedi-Heiler mit der Idris, dem Schiff des Vorauskommandos zu ihren Einsatzorten geflogen wurden und einige, die ein nahegelegenes Krankenhaus ansteuerten, einen von Senator Towani bereitgestellten Speeder benutzten, konnte Brianna zunächst auf der Thranta bleiben, da das ihr zugeteilte Krankenhaus sich in relativer Nähe zum Einsatzort des Hospitalschiffes befand. Mit von der Partie waren natürlich Talery, aber auch Eowyn mit ihrem inzwischen aus Aketos und Shen bestehenden Anhang sowie, und das freute die Silberhaarige besonders, Brena, die whiphidische Heilerin, die sich zudem um Kastalla kümmerte.

Der Flug dauerte nicht lange, ihr Schiff setzte sie direkt am Landeplatz des Krankenhauses ab, so dass Brianna ein allzu weiter Weg mit dem umfangreichen Gepäck ihrer Padawan erspart blieb. Vorausgesetzt, ihr neues Quartier, um das sich dem Vernehmen nach die Krankenhausleitung kümmern würde, wäre nicht allzu weit von ihrem Einsatzort entfernt. Dort wurden sie erleichtert begrüßt und ohne lange Umschweife auf eine Station gebracht, in der sich besonders viele Patienten befanden, bei denen die hiesigen Ärzte nicht mehr weiter wussten. Die vielen Kranken zu sehen, von denen sicherlich ein Gutteil nur wegen dieser sinnlosen Schlacht hier war. Mit Grauen stellte die Echani-Jedi zudem fest, dass das Gefühl von Schmerz und Leid hier noch ausgeprägter war als anderswo auf Denon. Man konnte es wohl kaum eine sinnvolle Option nennen, Talery dauerhaft als Spenderin positiver Gefühle einzuspannen, und trotzdem…

„Ich bin froh, dich hier an meiner Seite zu haben,“

Bekundete sie ihrer Padawan gegenüber schwermütig ob der vor ihr liegenden Aufgabe.

Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - u. a. Aketos, Shen, Eowyn, Talery und Brianna

 
Denon - Regierungsbezirk - auswärtiges Amt - Gänge, vor Towanis Büroauf dem Weg zur Thranta, mit Shen, Aketos, Brianna und Talery

Erleichtert stellte Eowyn fest, dass Brianna und Talery aufbruchbereit waren. Was sie da gemacht hatten war ihr zwar vorerst nicht klar, später aber wurde ihr aus dem Gespräch klar, dass es sich um irgendeine Übung gehandelt hatte. Ohne große Umschweife ging es gleich weiter zur Thranta. Dass die beiden anderen Jedi noch gar nicht wussten, wer Shen eigentlich war, hatte Eowyn kurzzeitig völlig vergessen. Erst als Brianna ihn ansprach fiel ihr diese Tatsache auf, und beinahe wäre sie rot geworden. Aber nur beinahe. Bevor der Junge antwortete tat Eowyn dies an seiner Stelle.

Oh, nein, entschuldigt. Ich habe vergessen, euch Shen vorzustellen. Er ist kein Reporter, er ist... Ja. Wer oder was war er nun eigentlich? Einbrecher? Flüchtling? Ein vom Schicksal gezeichneter? Ein Hilfesuchender? Kleinganove? Nicht gerade die Antworten, die man zwischen Tür und Angel besprechen konnte. Nun, er wird uns eine Weile begleiten. Nicht sonderlich aussagekräftig. Aber zum Glück waren sie ohnehin an der Thranta angekommen, da gab es andere Dinge zu klären und Eowyn war vollauf damit bechäftigt, die Ausweise und sonstigen Kleinigkeiten an die richtigen Leute zu verteilen. Es ging geordneter ab als sie befürchtet hatte, und auch schneller. Alle wussten - je schneller, desto besser.
Als die meisten das Schiff verlassen hatten und es ruhiger wurde verspürte Eowyn eine große Erleichterung. Sicher, sie hatte noch immer die Leitung der Mission inne, aber die großen organisatorischen Dinge waren erledigt, und wenn nichts Außergewöhnliches passieren würde war die meiste Verantwortung nun von ihren Schultern genommen. Was nun die fachtechnischen Dinge anging würde sie sich auf die Heiler und Heilerinnen der Gruppe verlassen, verlassen müssen. Da hatten sie einfach mehr Erfahrung, und Eowyn wusste, wann der Zeitpunkt kam, an dem sie sich zurückhalten musste. Jetzt würde sie sicher auch bald die Zeit und Ruhe finden, um mit Aketos zu reden. Das Abwürgen vorhin im Gebäude hatte ihr gar nicht gefallen, aber es war ihr nichts anderes übrig geblieben. Seither war die Kamino wieder sehr still gewesen, und Eowyn hoffte, dass sie es ihr nicht übelgenommen hatte.
Die Sache mit Shen war auch nicht geklärt. Aber vielleicht würde ein wenig mehr Ruhe Licht in die Angelegenheit bringen. Irgendwann mussten sie auch einmal eine Pause machen, dann würde es genug Zeit für ein Gespräch geben. Und nun, wo die Dinge für sie etwas ruhiger waren, konnte sie auch Ausschau nach dieser Twi'lek halten, worum die Padawan Nei sie gebeten hatte. Wie war noch gleich ihr Name gewesen... Quinn'an? Nein, das war es nicht gewesen... Aber irgendetwas in diese Richtung... Richtig, Qienn'Aven. Das war es gewesen.

Während das Schiff sie schließlich zu ihrem Bestimmungsort brachte sprach Eowyn noch einmal mit dem Kapitän über die nächste Vorgehensweise, und dann war es auch schon Zeit, das Schiff zu verlassen. Die Krankenschwester, die sie in Empfang nahm und schnell ins Krankenhaus führte sah völlig erschöpft aus. Sie hatte solch dunkle Ringe unter den Augen, dass man schier dachte, diese blickten einem aus Höhlen entgegen, und es schien so, als ob sie sich kaum aufrecht halten konnte. Drinnen im Gebäude sah es kaum anders aus, und außerdem waren hier Schmerz und Leid allgegenwärtig. Sie würden diese Gefühle gut ausschließen müssen, um effektiv arbeiten zu können. Eowyn hoffte, dass Aketos davon nicht überfordert sein würde. Sie hatte keine Ahnung, wie empathisch die Kamino veranlagt war.

Eowyn hielt sich im Hintergrund und ließ Brianna den Vortritt. Dies war ihre Domäne, was sie ihr auch umgehend sagte.
Brianna, ich halte mich nun eher an dich. Du weißt sicher besser als ich, wo genau Hilfe am notwendigsten ist. Zögere also bloß nicht, mir Anweisungen zu geben, wenn es nötig ist.
Sie trat an eines der Betten heran und winkte der Kamino zu, es ihr gleich zu tun. Aketos, auch wenn Brianna dir sicher mehr beibringen kann als ich würde ich sagen, du hältst dich an mich, damit wir in Teams arbeiten können. Shen... Sie blickte den Jungen an. Was hatte sie sich eigentlich dabei gedacht, ihn hier her zubringen? Durch seine Blindheit würde er selbst mit einfacherern Botengängen Schwierigkeiten haben und eher im Weg sein. Auf ihn Acht geben konnte sie auch nicht. Nun, wenn er beschloss, dass dies eine gute Gelegenheit war, um wieder zu verschwinden, dann war es eben so. Sie konnte daran nichts ändern, es gab wichtigere Dinge. Shen, halte dich im Hintergrund. Wenn du das Gefühl hast, irgendwo helfen zu können, dann tu es, jede helfende Hand ist notwendig. Wenn du dich überfordert fühlst, dann halte dich lieber aus allem heraus... ...und beobachte, hätte sie beinahe angefügt, aber das war wohl nicht ganz so einfach wie gedacht. Also beließ sie es dabei und wandte sich der menschlichen Frau zu, die auf dem Bett lag. Ihre Haut war voller Brandwunden, und obwohl die Ärzte ihr Infusionen gegen den Flüßigkeitsverlust gaben und alles gegen das Organversagen getan hatten schien sie den Kampf zu verlieren. Eowyn wollte sich nicht vorstellen, was für Qualen sie leiden musste, sie versuchte, es so gut wie möglich aus ihrem Kopf herauszuhalten. Ob sie ihr würde helfen können war eine Frage, die sie nicht beantworten konnte. Aber sie würde ihr Bestes geben.
Sie ließ sich auf dem Boden nieder und berührte mit einer Hand vorsichtig die linke Hand der Frau, welche von den Verbrennungen verschont worden war. Ob ein Körperkontakt für eine Heilung notwendig war konnte sie nicht sagen, sicher war aber, dass es ihr leichter fiel, und darauf kam es an.
Aketos, ein bisschen was haben wir auf der Thranta ja schon gelernt. Versuche, mir zu folgen und zu helfen. Wenn du merkst, dass es dir zu viel wird, zieh dich sofort zurück, versuche keine falschen Heldentaten. Es hilft uns nichts, wenn auch du zusammenbrichst, verstanden?

Danach schloß sie die Augen und versuchte, in den Körper der Frau einzutauchen und ihre zerstörten Zellen zu erfühlen. Kaputte Zellen konnten nicht wieder repariert werden, aber man konnte den folgenden Zellen helfen, sich schneller zu entwickeln und die alten zu ersetzen. Anfangs war sie jedoch erst einmal geschockt von der Tiefe der Verletzungen. Unfähig, irgendetwas zu tun verharrte sie eine Weile und überlegte verzweifelt, wo sie am Ehesten beginnen sollte. Es war so viel zerstört, dieses Leben hing an einer solch dünnen Schnur, dass es schier unmöglich war, es zu retten. Ein Teil ihrer Gedanken fragte sich, wie es der Kamino ging, wenn schon sie, die doch ein wenig mehr Erfahrung hatte, eine solche Unfähigkeit und Mutlosigkeit verspürte, und bevor sie sich entschloss, einfach irgendwo zu beginnen, öffnete sie noch einmal die Augen. Sie hatte das Gefühl, ihre Ermahnung vorher war zu oberflächlich gewesen.

Aketos... Ich weiß, es ist hart. Glaube nicht, dass es für mich keine harte und schwere Arbeit ist. Sie blickte die Kamino an, unsicher, wie sie sie am ehesten vorbereiten sollte. Wie bereitete man jemanden auf ein solches Chaos, eine solche Zerstörung eines Lebewesens vor, das darum kämpfte, dieses Universum nicht zu verlassen, diesen Kampf aber jede Minute verlieren konnte? Sie beschloss, es mit Ehrlichkeit zu versuchen. Vage nahm sie wahr, dass auch Shen noch immer in ihrer Nähe war. Manchmal wünscht man sich vermutlich nichts sehnlicher, als alles hinter sich zu lassen und aufzugeben. Und manchmal ist das vielleicht auch das Beste - wir müssen darauf achten, dass wir nicht selber an solchen Aufgaben zerbrechen. Das meinte ich vorhin. Aber dennoch, an solchen Aufgaben wachsen wir. Wir müssen unsere Grenzen kennenlernen. Tun wir das nicht verlieren andere ihr Leben. Wir müssen herausfinden, was wir tun können, womit wir helfen können. Du wirst auf dieser Mission sicher viel über das Heilen lernen - aber ich hoffe, dass du auch in dieser Hinsicht viel über dich lernen wirst. Sei wachsam und glaube an dich und deine Fähigkeiten. Dann können selbst Notfälle wie dieser gerettet werden.

Sie wartete noch ein paar Momente, um zu sehen, ob Aketos verstanden hatte, was sie meinte und ob sie dazu etwas sagen wollte, bevor sie wieder die Augen schloss und sich die größte Brandwunde vornahm.

Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - mit Aketos, Shen, Talery und Brianna
 
Denon - Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - Aketos, Shen, Talery, Eowyn und Brianna

Als die andere Jedi,(Briana), fragte ob Shen ein Reporter oder besser gesagt der Reporter sei, schnitt dieser eine erschrockene Grimasse. Ein Reporter hatte ihm jetzt gerade noch gefehlt. Musste er jetzt noch einen Auftritt auf einem Titelblatt machen? "Blinder Junge im Regierungsgebäude erwischt als er gerade dabei war herumzusitzen." Die Schlagzeile klang einfach nur lächerlich aber war sicher etwas reißerischer und spannender, als die ständigen Berichte über Krieg, Frieden, Verhandlungen und Kämpfe. Man hatte das schnell satt und so konnte eine lustige Schlagzeile erstens die Stimmung heben und zweitens einen Clown dem man vielleicht noch einiges in die Schuhe schieben konnte zur Schau stellen. Shen wusste von Erzählungen, dass Rufmord schon mehr als einmal begangen wurde, aber meistens nicht zum Spaß sondern um jemanden zu vernichten. Doch würde das Opfer des Rufes einer Person wertvoller sein als eine kurzzeitig vielleicht fröhlichere und lockere Stimmung? Vielleicht konnte sogar, wenn einer gehängt wurde, der für alles verantwortlich gemacht wurde, die Wut und den ärger und die Rachegelüste so weit befriedigen, dass sich vielleicht auch nur ein kleiner Teil der Welt änderte. Würde es das wert sein. Vielleicht. Wenn man einen toten hängte. Shen fühlte sich eigentlich auch tot. Vielleicht wäre es das Wert, als eine letzte gute Tat...

Die Worte von Eowyn rissen ihn aus seinen Gedanken. Stimmt er war kein Reporter, aber was war er dann? Was war er ihrer Meinung nach? Doch Eowyn hielt sich zurück und sprach es nicht aus. Okay eigentlich hatte sie ihm auch schon einmal gesagt, für was sie ihn hielt. Einen Einbrecher. Doch wenigstens sagte sie es nicht. Es wäre wohl auch sehr komisch gekommen, wenn sie ihnen einfach gesagt hätte. "Oh das ist Shen ein kleiner Einbrecher, den ich vorhin erwischt habe." So musste Shen wohl oder übel noch auf seinen Galgen warten. Außerdem schienen die Jedi im Moment genug in der Krankenstation zu tun zu haben, sodass es ihnen sicherlich als letztes einfiel, sich jetzt im Moment mit ihm zu beschäftigen. Da dachte Shen wieder einen Moment an Flucht. Jetzt dann, wenn niemand mehr auf ihn achtete einfach von hier verschwinden und vergessen. Doch der Gedanke wurde sofort von Eowyn zerschlagen. Sie sagte, dass er sie eine Weile begleiten würde. Na bravo. Wenn er jetzt abhaute würden sie sicher nach im suchen oder was wusste er schon mit ihm machen. Jetzt musste er wohl hierbleiben und das Spiel mitspielen, bis zu Ende. Wie dieses Ende wohl aussehen würde, wusste nur die Macht, aber diese schwieg.

Shen stand immer noch im Hintergrund mit der Frage im Kopf was er jetzt tun sollte, könnte oder dürfte. Es dauerte nicht lange bis er von der Großmeisterin auch Anweisungen diesbezüglich erhielt. Offensichtlich beschäftigten sich die Jedi hier gerade mit einer art Machtheilung. Da konnte er wirklich nicht wirklich helfen. Er konnte nichts sehen. Auch wenn er durch die Macht die Welt in einer eigenen Art und Weise wahrnahm, konnte er Wunden nicht wirklich einschätzen. Er wusste nicht wie sie zu behandeln waren. Das einzige was er tun konnte war die Patienten, denen es nicht ganz schlecht ging zu unterhalten, mit ihnen zu reden. Doch bevor er das tat wollte Shen noch mit jemand anderem Reden. Er brauchte Rat, wie es weitergehen sollte. Er hatte schon immer gewusst, dass er irgendwann in einer solchen Situation sein würde, aber er hatte sich nie darauf vorbereitet. Er nickte mit dem Kopf kurz in Richtung der Herrentoilette, um , falls ihn irgendwer anschaute zu verstehen zu geben, dass er aufs Klo müsse. Eigentlich musste er gar nicht er wollte nur irgendwo hin wo er allein war. Auf der Toilette packte er sofort das Holocron aus und aktivierte es.

Zum Glück konnte man die Stimmen draußen nicht hören.

"Ah der junge Shen welche Freude! begrüßte ihn das Holocron

"Die Freude ist ganz Meinerseits Jedimeister Jon-Go log Shen, dnn er hatte sich schon lange nicht mehr gefreut.

"Was ist los? Wie kann ich dir helfen? fragte Yon-Go der sofort gemerkt hatte, dass mit Shen etwas nicht stimmte."

"Ich habe ein Problem, da draußen sind mindestens zwei Jedi und ich kann hier nicht weg. Die eine Jedi hält mich für einen Einbrecher und wenn sie noch sie finden dann habe ich ein Problem. klärte Shen ihn über die Situation auf."

"Ich verstehe. aber du kommst nicht aus der Situation heraus und möchtest einen Rat was du jetzt tun sollst? Ich kann dir nur wieder sagen, was ich schon oft gesagt habe, hör auf deine innere Stimme." das hatte Yon-Go schon so oft gesagt, wie es Shen nicht verstanden hatte. Und er verstand es immer noch nicht.

"Meister, ich höre diese Stimme nicht, ich fühle mich einfach nur leer und ... tot..."

Diese Aussage von Shen war nicht nur unpassend, sondern auch ein wenig dumm. Hätte Shen sehen können hätte er gesehen, dass Yon-Go gleich losbrüllen würde. Und das so laut, dass es wohl der ganze Krankensaal hören würde.

"WIE OFT HABE ICH DIR SCHON DAS GESAGT? ... WIE LAUTET DIE LETZTE ZEILE?"

Shen zuckte unter der lauten Stimme zusammen. Er glaubte sogar das Echo von der Krankensaalwand zu hören. Insgeheim fragte er sich wie viele wohl jetzt auf die Klotür starren würden. Er war alleine hineingegangen und jetzt brüllte irgendeine andere Stimme etwas. Das nachher zu erklären könnte das nächste Problem sein. Aus diesem Grund gab Shen schnell eine antwort und hoffte, dass Yon-.Go aufhören würde zu schreien.

"Es gibt keinen Tod, sondern nur die Macht."

"GANZ GENAU" sprach dieser noch mit sehr lauter Stimme bevor er sie wieder senkte. Merk dir das endlich es wird dir helfen. Und.. und versuch auch anderen zu vertrauen und nicht nur mir. Das ist der einzige Rat den ich dir im Moment noch geben kann."

Dies war das letzte was er noch sagte und daraufhin desaktivierte sich das Holocron von selbst. Shen wartete noch eine weil und steckte es danach wieder in seine Tasche. Er drückte überflüssigerweise auf den Spülknopf bevor er die Tür entriegelte und wieder ins Krankenzimmer trat. In diesem Moment war es vielleicht ganz gut, dass er nichts sehen konnte, so merkte er nicht wie ihn einige der Patienten durchdringend ansahen. Er spürte die blicke fühlte jedoch nichts. Er hatte das gleiche emotionslose Gesicht wie vorher. Langsam schritt er zu einem Sessel, der neben einem Bett stand. Shen ließ sich auf ihn fallen und ließ den Kopf hängen. Das Gespräch mit Yon-Go hatte nicht die gewünschten Resultate gehabt. Aber er musste sowieso über das nachdenken was dieser gesagt hatte. So versank er wieder in Gedanken

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out: Sorry, kurz, aber es ist gar nicht so leicht viel zu schreiben wenn der Charakter nicht wirklich angesprochen wird.
 
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Aufgeheitert von Eisblumes Kommentar, dass sie Talery als hilfreich empfunden hatte, trottete die junge Padawan hinter ihrer Meisterin zur Thranta. Das einzig sonderbare war, dass Zimtgras den jungen dunkelhaarigen Mann nur als Shen vorstellte und er sie wohl ein Weilchen begleiten würde. Das lud natürlich zu einigen Spekulationen ein, nur ein Reporter wie ihre Meisterin Brianna vermutete war er wohl nicht laut der Großmeisterin. Ein Sicherheitsbeamter? Geheimagent? Eine Kontaktperson für den Senator von Denon? Geistig mehr mit solchen Überlegungen beschäftigt nahm sie den Ausweis von Großmeisterin Eowyn ziemlich automatisch entgegen. Sie machte sich nicht einmal Gedanken darüber, dass dessen schlichte und schmucklose Form eigentlich gar nicht zu ihrer sehr teuren Kleidung passte. So zeigten sich bereits die ersten, wenn auch kleinen Veränderungen an der Caamasi, auch wenn man Talery natürlich sehr gut kennen musste, damit einem das auffallen konnte.

Nach dem ereignislosen Flug an Bord der Idris, bei dem sie hauptsächlich in ihren eigenen Gedanken versunken war folgte die Caamasi mit dem blau lackierten Schnabel ihrer bleichen Meisterin in das Krankenhaus auf Denon, in dem diese Jedigruppe helfen sollte. Einzig hatte sie während des Fluges Gelegenheit gehabt sich trotz des ganzen Sammelsuriums der Gerüche auf den Neuankömmling Shen zu konzentrieren. Er erinnerte sie irgendwie an Zuhause. Dort gab es manchmal zu besonderen Anlässen besondere Getränke. Eines davon war der Blaubaumtee, dessen Geruch dem des jungen Mannes mit der Augenbinde ähnelte. Nur leider versank das angenehme Aroma schnell in der unangenehmen Geruchskakophonie des Krankenhauses. Auf der Station, in der sie schließlich mit ihrem Gepäck landeten, befanden sich anscheinend ausschließlich hoffnungslose Fälle. Daher konnte sie Eisblumes Kommentar voll und ganz zurückgeben.


"Gleichfalls. Ich wüsste nicht, was ich hier allein bewerkstelligen könnte..." gab Talery leise zurück. "Wo soll man hier anfangen?"

Unschlüssig wanderten die orangenen Augen der Caamasi durch den Raum. Ihre empfindliche Nase versuchte sie so weit wie möglich zu verschließen, denn der Gestank von Blut, Medikamenten, Desinfektionsmitteln und anderen Körperflüssigkeiten war ziemlich heftig. Sie hatte sich das Helfen so glorreich, heldenhaft und vor allem einfacher vorgestellt. Aber allein Eisblumes Tonfall sagte ihr mehr als genug. Über die Hälfte der Patienten war nicht bei Bewusstsein, soweit Talery dies beurteilen konnte. Also gab es nicht allzu viele, welchen sie durch bloßes Zureden helfen konnte. Aber sie musste es versuchen sagte sie sich. Dafür war sie doch eine Jedi geworden.

"Ich versuche mich nützlich zu machen, Meisterin!"

Damit trat die mit perlmuttfarben schimmernden Daunen übersähte Caamasi flach atmend an eines der vielen Betten mit Patienten. Darauf lang ein grünliches Wesen, das bei Bewusstsein war und sie trotz der ganzen Verbände vage an einen Duros erinnerte. Von Geruch her konnte Talery dies hier leider nicht feststellen. Mit einem möglichst aufbauenden Lächeln musterte sie stehend das bedauernswerte Wesen und suchte nach passenden, tröstenden Worten. Jedoch kam ihr das grünhäutige Wesen zuvor. Mit kratziger Stimme und schwer atemend verzog es das Gesicht.

"Noch ein Außenweltler, der mich davon überzeugen will wie segensreich eure Anwesenheit hier ist und wie sehr wir von euren mildtätigen Gaben profitieren? Warum konntet ihr uns nicht einfach in Ruhe lassen und eure Schlacht auf euren Heimatwelten austragen? Dann wäre Denon zumindest noch bewohnbar und ich hätte noch ein Zuhause."

Der Sarkasmus und die Unzufriedenheit troff förmlich aus der Stimme des grünen Wesens, von dem Talery langsam der Meinung war, dass es männlich war. Aber angesichts des Frusts, der mehr als deutlich zu hören war schluckte die Caamasi die Worte wieder hinunter, welche sie sich eigentlich überlegt hatte. Schließlich hatte sie genau etwas in der Art sagen wollen. Also versuchte sie eine andere Herangehensweise, indem sie ihm einfach Interesse und ein offenes Ohr zeigen wollte.

"Was ist geschehen?"

"Seit dem Beginn der Kämpfe befand ich mich auf der Flucht. Ich bin nur ein kleiner Mechaniker. Meine Werkstatt wurde wie mir gesagt wurde unter irgendeinem Raumschiff begraben und dort haben sie mich vor ein paar Tagen mehr tot als lebendig heraus gezogen. Denon hätte einfach neutral bleiben sollen in diesem völlig unnützen Krieg. Dann wäre all dies nicht geschehen..." schimpfte er mit rauer Stimme. "Und die Ärzte geben mir noch höchstens ein paar Tage."

Unschlüssig und traurig angesichts des schrecklichen Schicksals des eigentlich am Krieg völlig unbeteiligten Duros ergriff Talery intuitiv vorsichtig seine linke Hand und hielt sie fest.

"Das tut mir leid zu hören. Meine Name ist Talery und ich bin eine Jedi. Wir wissen, dass Denon sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Natürlich können wir nichts von dem, was geschehen ist ungeschehen machen, aber wir helfen so gut wir können. Ich werde in Ihrer Nähe bleiben, falls Sie mit jemandem reden möchten."

Mit einem Kloß im Hals ließ sie die grünhäutige Hand wieder los. Der Duros gab lediglich ein heiseres Schnauben von sich und wandte ihr demonstrativ den Hinterkopf zu. Bedrückt hielt die Caamasipadawan Ausschau noch ihrer Meisterin und schritt leise zu ihr. Shen, den sie nun in Gedanken Blaubaumtee nannte wanderte ebenfalls etwas planlos umher. Ihm ging es anscheinend ähnlich wie ihr, daher suchte sie mit ihm Blickkontakt und lud ihn mit einem Nicken ein sie zu ihrer Meisterin zu begleiten. Dort angekommen schüttelte Talery seufzend ihren gefiederten Kopf.

"Kann ich dir irgendwie helfen? Mein erster Gesprächsversuch war jedenfalls nicht sonderlich erfolgreich..." gab sie bedrückt zu.

Denon - Raumhafenbezirk - Krankenhaus - Eowyn, Aketos, Shen, Brianna und Talery
 
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Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - u. a. Aketos, Shen, Eowyn, Talery und Brianna

Die Zustände in diesem Krankenhaus waren wirklich verheerend. Die zum Teil bloß improvisierten Krankenbetten reichten bis in die Gänge hinaus, das Personal schien physisch und psychisch am Ende zu sein, so dass Brianna sich am liebsten zuerst um die behandelnden Ärztinnen und Schwestern gekümmert hätte, die ihre Hilfe mindestens so nötig hätten wie Towani, und wie die Schwester, die sie empfangen hatte, mangelte es ihnen an allem, Medikamente, Verbandsmaterial. Ihren Worte zufolge konnten sie froh sein, dass ihre Notfallgeneratoren während den immer wieder vorkommenden Ausfällen in der Energieversorgung funktioniert hatten. Andere Krankenhäuser hätten nicht so viel Glück gehabt.

Die Echani fragte sich, was sie allein hier ausrichten sollten. Sie war jung und hoffte eigentlich, ihre Fähigkeiten als Jedi-Heilerin verbessern zu können, indem sie von den Erfahrenen lernte, doch stattdessen fand sie sich mit nur einer weiteren Fachfrau, Brena, in einem riesigen, überfüllten Krankenhaus. Eowyn war eine gute Jedi, das stand außer Frage, doch ihre Heilfähigkeiten waren nach wie vor recht begrenzt. Angesichts der Größe der Aufgabe und des allgegenwärtigen, spürbaren Leids konnte man jede Hoffnung verlieren. Zweifel überkamen sie, ob die Entscheidung, ihre Kräfte dünn. aber großflächig zu verteilen, wirklich richtig gewesen war. Drei Jedi, drei Padawane und eine Person (Shen), die nicht redete und von der sie selbst (oder vielleicht niemand) wusste, warum sie überhaupt dabei war, musste dem überarbeiteten Krankenhauspersonal wie blanker Hohn vorkommen. Talery schien sich obendrein ähnlich zu fühlen.

„Einfach irgendwo, egal wo. Was wir tun mag wie ein Tropfen wie auf einen heißen Stein wirken, und es ist doch unendlich mal mehr als gar nichts. Wir können nur helfen, so gut es geht; jeder hier braucht unsere Hilfe, jeder hat gleich viel Anspruch darauf, von daher kannst du wenig falsch machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Leute hier behalten, die nicht ernsthaft krank oder verletzt sind, schon gar nicht hier, ich fühle es.“

Appellierte Brianna an ihre Padawan, und redete sich dabei auch selbst Mut zu. Schließlich wäre sie als Jedi reichlich fehl am Platz hier auf Denon, wenn sie sich schon aufgrund der offensichtlich Dringlichkeit ihrer Mission entmutigen lassen würde, anstatt beherzt anzupacken. Unmittelbar darauf sprach Eowyn sie an und teilte ihr mit, dass sie ihr den Vortritt überließ und bereit war zu tun, was sie ihr sagte.

„Du weißt, dass ich mich nicht scheue, das zu tun,“

Entgegnete die Silberhaarige augenzwinkernd.

„Solange du nicht damit zögerst, mich um Hilfe zu bitten, wenn du sie brauchst.“

Tatsächlich begab die Großmeisterin sich gleich an eines der Krankenbetten im mit Patienten vollgestopften Großraumzimmer. Es war nicht gerade eine leichte Aufgabe, die die Menschin sich dabei aufbürdete, aber Brianna konnte sich nicht wirklich ob ihrer Auswahl beschweren. In diesem Raum gab es keine leichten Fälle, und vielleicht half ihre im Vergleich zu der frischgebackenen Ritterin größere Fähigkeit, die Macht zu kanalisieren und ihre Erfahrung über die Rückstände in Sachen Heilung hinweg. Aketos behielt sie bei sich, und während Brena und Kastalla sich ebenfalls um einen Patienten kümmerten, würde Talery selbstverständlich bei ihrer Meisterin bleiben würde. Nur Shen, der Neue, von dem auch Eowyn nicht sagen konnte oder wollte, was er nun eigentlich war, stand beschäftigungslos herum, aber für ihn fühlte sie sich nicht zuständig. Sollte die werte Missionsleiterin, die ihn angeschleppt hatte, sich gefälligst auch um ihn kümmern.

Umso mehr freute die Echani daher, dass
ihre Padawan sofort motiviert daran machte, aktiv zu helfen und einen der Patienten ansprach. Dabei war das doch sonst nicht so ihre Art… und sich machte sich dabei gar nicht einmal schlecht, fand zumindest die stolze Meisterin. Brianna tat es ihrer Padawan gleich und setzte sich zu einer Menschin aufs Bett, obwohl es sie Überwindung kostete, denn die Haare waren ihr ausgefallen und ihre Haut war von roten Flecken übersät, die nach Blutungen aussahen. Irgendwie kamen ihr die Symptome bekannt vor, wenngleich diese Frau in einem weitaus schlechteren Zustand war. Sie lächelte die Kranke an und nickte ihr aufmunternd zu, ließ sie ihre Geschichte erzählen.

„Sie sagen, ich wäre von den Trümmern dieses Schiffs verstrahlt worden,“

Erzählte sie matt.

„Am Anfang dachte ich, es wäre alles nicht so schlimm, eine Darminfektion oder so. Dann begannen mir die Haare auszufallen, ging zum Arzt und war schockiert, als er es mir sagte. Sie geben mir Medikamente, sagen aber, dass nicht viel Hoffnung besteht. Aber ich will noch nicht sterben, ich habe zwei kleine Kinder. Sie sollen nicht ohne Mutter aufwachsen müssen.“

Die Frau schien den Tränen nahe zu sein. Brianna musste an die Kinder der Frau denken, wusste sie doch selbst gut genug, wie es war, Waise zu sein. Was sie aber bestürzte war, dass das bedeutete, dass die Kranke wohl noch gar nicht so alt war, wie sie zunächst vermutet hatte. Sie tat ihr so leid.

„Das müssen sie nicht,“

Erklärte die silberhaarige Jedi kämpferisch.

„Sie werden wieder gesund werden.“

Zwischenzeitlich war Talery mit ihrem ersten Versuch fertig, aber nicht sonderlich zufrieden mit dem Verlauf, wie sie ihr vor dem ebenfalls mitgekommenen Shen erzählte. Der hatte noch nichts getan, außer auf die Toilette zu gehen, und sie hatte das unbestimmte Gefühl, dass er sie nicht benutzt hatte. Sie traute ihm nicht und wollte ihn auch nicht unbedingt in ihrer Nähe haben. Sie musterte ihre Patientin auf der Suche nach einem Grund, ihn wieder fortzuschicken.

Shen, würdest du ein neues Kissen für die Frau hier besorgen? Dieses hier ist total durchgelegen, sie liegt sich noch ganz wund hier. Oh, und eine Kanne Tee und zwei Tassen wäre nicht schlecht.“

Brianna wandte sich an die Kranke.

„Sie trinken zuwenig.“

Blieb noch Talery, mit der sie wesentlich mehr anfangen konnte.

„Lass' dich nicht entmutigen. Wenn du möchtest, kannst du mir hier assisitieren, aber du hast deine Sache gut gemacht, und ich denke, dass du es nochmals versuchen solltest. Du wirst bestimmt Patienten hier finden, die froh sind um jemanden, der etwas Zeit für sie aufbringt und ihnen zuhörst,“

Lobte die Ritterin sie und verpasste ihr zugleich einen Arbeitsauftrag.

„Außerdem möchte ich, dass du jeden deiner Gesprächspartner in der Macht erspürst.“

Das erledigt, konnte Brianna sich endlich ihrer eigentlichen Aufgabe widmen. Sie versuchte, nicht zu viel vom Elend um sie herum zu spüren, sondern dachte an Hoffnung, dass diese Frau ihre Kinder wieder sehen würde. Sie spürte die Kraft, die von Eowyn und Brena ausging, und badete ihre Sinne in den erfrischenden Energien, bis sie sich nicht mehr so bedrückt, runtergezogen fühlte und sich ganz auf den Körper der Frau vor ihr konzentrieren konnte, und auf sonst nichts. Hier konnte sie es sich leisten, nicht zu viel von ihrer Umgebung wahrzunehmen. Zu ihrem Erstaunen waren vor allem Haut und Darm geschädigt, obwohl fast jedes Körperteil in Mitleidenschaft gezogen worden war (sie war nicht über die typischen Symptome der Strahlenkrankheit im Bilde, doch das musste sie auch nicht sein). Das Ungleichgewicht war stark ausgeprägt, dieses Mal war es ein zuviel an schädlichen Energien, die weg mussten. Die Echani begann, diese schädlichen Energien abzuleiten und Teil davon in sich aufzunehmen. Anschließend würde sie ihrem Körper neue Kraft geben können, um sich zu regenerieren.

Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - u. a. Aketos, Shen, Eowyn, Talery und Brianna

 
Denon - Raumhafenbezirk - Krankenhaus - auf der Station der Todkranken - Eowyn, Aketos, Shen, Brianna und Talery

Talerys Blick glitt an den vielen Betten mit Todkranken entlang, dem sichtbar überlastetem Pflegepersonal und den gestressten Ärzten, die durch die Gänge hetzten als Eisblume sie ermutigte weiter mit den Patienten zu sprechen, ihnen Trost zu spenden und einfach da zu sein. Dies konnten die Krankenhausangestellten derzeit wirklich nicht leisten. Sie waren bereits durch die gigantische Anzahl an Verletzten am Rande ihrer Möglichkeiten. Sonst wäre bestimmt nicht jedes noch so kleine freie Plätzchen in Patientenzimmern und auf den Gängen mit Betten zugestellt. Die Caamasi fragte sich ohnehin, wo die alle herkamen bzw. ob zumindest diese in ausreichender Anzahl irgendwo gehortet worden waren. Dennoch halfen solche philosophischen Betrachtungen natürlich niemandem. Immer wieder erklang auch irgendwo ein Seufzen, ein Stöhnen oder Schmerzenslaute unterschiedlichster Art. Es war wirklich nicht einfach den Mut nicht zu verlieren und trotz der schier erdrückenden Opferzahlen dieser Absturzkatastrophe zu helfen wie es gerade ging. Allerdings ließ Briannas letzte Zusatzaufgabe für ihre noch ziemlich grüne Padawan Talery aber für einen Moment hellhörig werden. Sie sollte die Macht einsetzen? Traute Eisblume ihr schon so weit, dass sie sich langsam an diese Machtheilung heran tasten sollte? Musste wohl so sein, entschied sie schließlich.

"Mach ich, Meisterin!",

versprach sie ihr ehe sie ihren purpur gemusterten Kopf von der bleichen Jedi wegdrehte und nach einem wachen Patienten Ausschau hielt. Dabei bemerkte sie auch Blaubaumtee bzw. wie fehl am Platz sich dieser hier vorkam. Es war offensichtlich, dass er kein Mediziner oder Seelsorger war. Was machte er also hier? Dennoch hatte ihm Eisblume, wenn auch auf wenig rücksichtsvolle Art wie die Caamasi glaubte eine simple Aufgabe gegeben. Egal, ob ihm das nun gefiel oder nicht, den Kranken hier würde Shen damit helfen. Daher rang sie sich zu einem kurzen Lächeln in seine Richtung durch, auch wenn sie natürlich nicht wusste, ob er dies mit seiner Augenbinde überhaupt wahrnehmen konnte. So gesehen war es allein schon erstaunlich, dass er so sicher durch das Gewusel der Personen und Krankenbetten manövirieren konnte.

Talery selbst entschied sich schließlich am Bett einer wachen Menschen- oder Nahmenschenfrau niederzulassen, welche mit leerem Blick nach oben auf die irgendwann einmal weiße Zimmerdecke starrte. Eine Hälfte ihres Gesichts war bandagiert, die andere zeigte ebenfalls schwere Brandwunden wie die angehende Jedi glaubte. Wie der Rest ihres Körpers aussah, wollte die Caamasi lieber gar nicht erst wissen.


"Wie geht es Ihnen?"

Mühsam drehte die Frau, deren Haare nur noch dunkle kurze Stoppel waren, ihr den Kopf zu und fixierte sie mit dem verbliebenen, blutunterlaufenen Auge.

"Dank der Schmerzmittel ist es zumindest auszuhalten. Wissen Sie, meine Wohnung geriet in Brand während der Kämpfe. Von meiner Familie bin ich die Einzige, die die Rettungskräfte noch lebend irgendwann aus den Überresten meines Zuhauses ziehen konnten, wie mir gesagt wurde und das nur gerade noch."

Dabei lief ihr Träne über die gerötete Wange.

"Wir erst vor ein paar Jahren nach Denon gezogen. Mein Mann und ich glaubten hier bessere Verdienstmöglichkeiten zu finden, was auch tatsächlich der Fall war. Mich interessiert die Politik nicht, ich wollte nur, dass es meiner Familie gut geht und meine beide Söhne hier eine gute Ausbildung erhalten. Wären wir doch auf M'haeli geblieben."

Sie unterdrückte mühsam ein Schluchzen, was ihr erkennbar Schmerzen bereitete. Die Frau tat Talery so leid! Aber wie sollte sie sich da auf die Macht konzentrieren? Wie gerne würde die Caamasi ihr wie ihre Meisterin dies tat versprechen können, dass sie ihr helfen und sie wieder gesund machen konnte. Andererseits kam ihr danach in den Sinn musste die Kranke erst einmal wieder einen Sinn in ihrem Leben finden und dafür brauchte Talery keine Macht.

"Haben Sie sonst noch irgendwo Verwandte oder Bekannte, die sich zumindest über ein Lebenszeichen von Ihnen freuen würden? Ich kann gerne für Sie eine Kommnachricht versenden.", bot ihr die Caamasi schließlich an und hoffte sie so zumindest kurzzeitig auf andere Gedanken zu bringen. Während die Frau kurz in sich ging und überlegte nahm die mit wunderschön schimmernden Daunen bedeckte Padawan den zweiten Teil der ihr gestellten Aufgabe in Angriff. Sie schloss kurz die orangenen Augen und besann sich auf die Macht in ihr. Als sie sich einigermaßen sicher war lenkte sie ihre neu gewonnenen Machtkräfte auf die Kranke. Sogar für eine so ungeübte Jedi wie Talery war mehr als deutlich wie schwer verletzt die Frau vor ihr war. Nahezu alles fühlte sich eigenartig falsch an. Bekümmert wünschte sie sich einmal mehr Briannas Heilfähigkeiten, wobei auch die Versuchung da war es einfach mal zu versuchen. Sie hatte Eisblume ja bereits ein paar Mal "zugesehen". Was konnte schon schief gehen? Immerhin konnte die Macht doch heilen, glaubte sie! So in Gedanken versunken brauchte die Caamasi einen Moment zu begreifen, dass die Frau wieder mit matter Stimme sprach.

"...meine Eltern auf M'haeli. Ihre Namen sind Patra und Melzi Baari. Ich wäre dankbar, wenn sie zumindest erfahren würden was mit mir und meiner Familie geschehen ist.", erklärte die Frau tapfer. "So erhalten sie zumindest Gewissheit."

"Selbstverständlich."

Dann sah sich die Caamasi nach Blaubaumtee um. Ein Komm würde er ja sicher bedienen können, war sie der Meinung. Als sie für einen Moment seinen Blick erhaschte winkte sie ihn sogleich zu ihr zu kommen. Schließlich wollte Talery ihm auch das Gefühl geben, dass er helfen konnte, wenn ihre Meisterin schon so schroff zu Shen gewesen war.

"Shen, könntest du für diese Frau hier einen Kommanruf tätigen? Ihre Familie ist tot, sie ist die letzte Überlebende und es steht nicht gut um sie aufgrund ihrer schweren Brandwunden. Ihre Eltern auf M'haeli, Patra und Melzi Baari sollen zumindest Gewissheit über ihr Schicksal erhalten. Irgendwo auf den Gängen oder der Eingangshalle müsste bestimmt eine öffentliche Kommstation zu finden sein."

Zumindest ging die Caamasi davon aus, denn schließlich war dies in öffentlichen Gebäuden üblich.

"Kannst du das bitte machen?"

Dabei schenkte sie ihm auf aufmunterndes Lächeln und hoffte dabei inständig, dass sie ihm damit auch wirklich einen Gefallen tat, indem sie ihm eine Aufgabe gab.

Denon - Raumhafenbezirk - Krankenhaus - auf der Station der Todkranken - Eowyn, Aketos, Shen, Brianna und Talery
 
Denon - Regierungsbezirk - auswärtiges Amt - Aketos weiß immer noch nicht, wo - mit Eowyn und Shen

Aketos überlegte noch einmal für sich, nachdem der Miraluka ihr geantwortet hatte. Vielleicht hatte sie den Begriff des "Fühlens" doch etwas zu eng gefasst. Aber die junge Kamino war auch noch ein bisschen zu naiv um wirklich die Probleme des kleinen Shen zu verstehen.

Nunja... ich verstehs zwar immer noch nicht, aber ist ja jetzt auch egal

sagte sie auch etwas gleichmütig. Was allerdings dann die Menschin auf ihre Frage nach zwei Minuten ihrer Zeit erwiderte, warf sie aus der Bahn. Zwei Standardminuten. Mehr hätte sie gar nicht verlangt! Aber nein. Nicht einmal dafür hatte sie Zeit. Im Angesicht dessen, was ihr dann einfiel war es aber Verständlich und die innere Empörung ebbte wieder ab. Sie, die Jedi, zu denen Aketos sich ja mittlerweile auch zählte, waren hier um zu helfen und nicht um wütend aufeinander zu sein. Und die Hilfe ging jetzt eben vor.
Nach der nächsten Ecke sah die junge Kamino auch schon Talery und Brianna. Die Silberprinzessin allerdings schien irgendeine Machtübung zu vollziehen und war ziemlich Konzentriert. Die Caamasi lächelte Aketos zur Begrüßung kurz an, jedenfalls empfand es Aketos als solches, denn der Schnabel ließ nicht gerade viel Mundmimik zu. Bria für ihren Teil, wäre beinahe vor Schreck zur Seite gefallen, als Eowyn sie ansprach und war auch ganz begeistert darüber, dass die Mission, nach dem endlich die Formalitäten geklärt waren, beginnen konnte. Der Anblick Shens zauberte der Silberprinzessin allerdings ein ziemlich breites Lächeln auf die Lippen. Skeptisch beobachtete Aketos die Szene. Und schon ging es weiter zur Thranta.
Die Jedigroßmeisterin hatte alle Hände voll zu tun, Ordnung in das Chaos zu bringen. Nunja... was heißt Chaos. Die Helfertruppe war insgesamt ziemlich diszipliniert und man konnte schon sagen, dass alles ziemlich schnell von Statten ging. Die Mission und somit auch die Zeit drängte eben. Jede Minute die verstrich kostete vielleicht irgendjemanden sein Leben. Aketos überlegte noch einmal zurück, vorhin, als sie noch vor Wut geschäumt hatte. Zum Glück war sie nicht geplatzt. Jedenfalls schämte sie sich jetzt trotzdem. Es war nicht richtig und die Kamino musste endlich zusehen, dass sie ihre Gefühle unter Kontrolle bekam.
Surrend starteten die Maschinen und versetzten das ganze Schiff in Vibration. Aketos ging während des Fluges noch einmal in die gemeinsame Kabine von ihr und Eowyn. Dort angekommen verschwand sie gleich in die Nasszelle um sich etwas zu erfrischen, wie es so schön heißt. Nunja. Unter weiblichen Wesen ziemt es sich einfach nicht über Dinge zu reden, die in Nasszellen von statten gehen. Wenige Minuten später bereitete sich die Kamino auch noch einen Planktondrink zu und verstaute ihn in ihrer Schultertasche. Ein Ruck ging durch den Metallvogel und er war gelandet. Hastig eilte sie zum Hangar, wo die anderen auch schon dabei waren auszusteigen. Draußen empfing sie eine Krankenschwester. Aketos fragte sich wirklich ernsthaft, wie diese Frau noch stehen konnte. Übermüdet und abgearbeitet bis zum nahen Exitus. Sie betraten das Krankenhaus.
Aketos blieb mit einem Mal stehen. Gefühle wallten über sie herein. Kälte, Schmerz, Leiden und vor allem Verzweiflung. Bruchteile später war es wieder weg und der jungen angehenden Padawan war schlecht. Einfach nur speiübel. Die Teams waren von vorneherein klar. Aketos und Eo und Talery und [color]Brianna[/color]. Auch die Großmeisterin bestätigte dies noch einmal und bat die Kamino auch an das Bett zu treten, an das sie gegangen war. Shen sollte helfen, wo immer er gebraucht wurde, meinte die Jedi noch.


Es ist mir klar, dass Brianna mir mehr beibringen könnte, aber ich bin ja primär hier um zu helfen, und wenn ich dabei noch etwas lerne, dann ist das ein angenehmer Nebeneffekt. Schlussendlich ist es egal, von wem ich lerne, wie man Wunden versorgt. Die Grundtechniken sind doch immer dieselben. Und bevor man die nicht beherrscht, sollte man auch nicht mit dem Vertiefen der Kunst anfangen.

Aketos erschrak ein bisschen vor sich selbst, als die Worte ihr über die Lippen sprudelten, die sie einst zurück auf Kamino von ihrem Sensai gehört hatte. Der Blick in Richtung des Bettes verhieß jedoch nichts Gutes. Verbrennungen. Und zwar ziemlich viel und ziemlich stark. Aketos fiel der Schulstoff wieder ein, den sie gelernt hatte über Humanoide und die Schicht, die sie von der Umwelt abgrenzte: Die Haut. Barrierefunktion und auch ein bisschen Stützfunktion. Die Barrierefunktion konnte bei dieser vermutlich menschlichen Frau nicht mehr intakt sein. Eowyn ermahnte sie, dass es keine leichte Arbeit sein wird, die sie hier vollbringen werden. Sie solle sich sofort zurücknehmen falls es ihr zu hart werden sollte. Dann spürte die Großmeisterin anscheinend in den Körper hinein und ein paar Sekunden später öffnete sie wieder die Augen. Die Worte, die die hellbraungelockte Frau dann fand berührten Aketos Herz. Es sah also wirklich nicht gut aus für den Fall.

Ich habe verstanden, Frau El'mireth. Ich werde versuchen so gut wie nur irgend möglich zu helfen. Ich möchte nicht, dass diese Frau gehen muss aufgrund ihrer Verletzungen. Aber was ich möchte, das steht hier nicht zur Debatte. Wenn das große Ganze beschlossen hat, sie zu sich zu rufen, dann kann selbst Brianna das nicht mehr ändern und sie ist schließlich die bewandertste Heilerin hier. Aber wenn noch ein Fünkchen Hoffnung besteht, und diese Frau kämpft, dann sollten wir sie unterstützen, oder? Wenn es so sein soll, dann soll sie den Kampf gegen ihre Luftstromräder nicht verlieren.

Dieses Zitat stammte eindeutig auch von einem ihrer Bücherchips. "Ouion Djote" war der Titel, wenn sie sich richtig erinnerte.

Und ja, ich werde vorsichtig sein!

Ergänzte sie noch schnell, während die Jedi schon wieder ihre Augen schloss. Zunächst wandte sie sich der Infusion zu. Sie war fast schon leer und so drehte Aketos an dem kleinen Rädchen die Flüssigkeitszufuhr ab. Eine frische Infusionsflasche war schon bereitgelegt worden. Dann schoss es ihr wie ein Blitz durch den Kopf. Das rettende Wort. Eo hatte doch gesagt, sie kämpft und hat Schmerzen. Und wenn alles aussichtslos erscheint, dann hilft immer nur noch eins: Ouzo... ach quatsch.... verdammte Werbespots, schimpfte sich Aketos selbst. Bacta natürlich! Hatten die Jedi nicht Ampullen dabei?! Sie eilte persönlich zu einer der Kisten und durchwühlte sie. Da waren sie! Die Kamino zog eine Zehnerpackung heraus, dazu Spritzen und Kanülen und stopfte alles in ihre Umhängetasche. Zurück beim Patienten öffnete sie eine Ampulle, zog mit dem Spritzbesteck das Bacta heraus und injizierte es in die noch frische Infusionsflasche, deren Inhalt sich sofort hellblau verfärbte. Dann jetzt aber ab damit in die Vene mit dem Zeug, ermutigte sie sich selbst, stöpselte das Infusionsbesteck um und öffnete das kleine Rädchen wieder.
Aketos kniete sich dann nieder neben die Frau und nahm vorsichtig die andere Hand und schloss ihre Augen um sich vielleicht selbst ein Bild von dem, was da vor sich ging, zu machen. Die Macht brach ziemlich heftig über ihr herein. Gefühle, Bilder, Gedanken, Schmerz. Sie versuchte an der Oberfläche zu bleiben, dann spürte sie eine Präsenz. Eine mächtige Präsenz: die Großmeisterin. Und dann spürte sie ein seeeeehr dünnes Band. Das musste die Patientin sein. Wenn man das Licht dieser Frau mit der einer Kerze vergleichen mochte, dann war die Flamme kurz vor dem erlöschen.
Aketos wusste nicht, was sie tun sollte. Sie löste den Griff der Hand und war wieder in der Wirklichkeit. Eine Träne rann ihr über die Wange, sie zitterte an beiden Händen. Diese Verzweiflung, die sie gespürt hatte. Dieser kleine Hoffnungsschimmer. Sie musste etwas tun! Irgendetwas. Sie zwang sich, wieder die Hand zu nehmen und schon war sie wieder in der Macht vertieft. Ein bisschen verwundert, dass es plötzlich so leicht ging. Was hatte das zu bedeuten? Aketos sah plötzlich vor ihren geistigen Auge eine Welt: Roter Himmel, rote Wolken, brauner, von Blut durchtränkter Boden. Und eine Frau. Sie irrte durch diese Wüste. Aketos fühlte sich absolut unwohl und wusste nicht, wie ihr geschah. Die Kamino wünschte sich nichts sehnlicher, als dass diese Einöde verschwand. Aketos wischte mit der ausgestreckten Hand über den Horizont und stellte sich eine herrliche Auenlandschaft zu sehen. So wie zum Beispiel auf Naboo.
Grün spross aus dem Boden, der Himmel änderte schlagartig die Farbe, die Sonne ging auf, Bäume flimmerten in ihre Existenz, das Grau verschwand in den Hintergrund wie durch einen Schleier erschien die idyllische Landschaft. Aketos dachte sich: Genau so sieht Hoffnung aus. Dann verschwand die Landschaft wieder und wich der roten Wüste wieder. Die Kamino erschrak heftigst, als die fremde Frau plötzlich vor ihr stand und zu ihr hoch blickte. Dann bückte sich die Frau und pflückte eine weiße Blume die auf der blutgetränkten Erde gewachsen war. Und hielt sie ihr hin.
Schwärze. Und nichts mehr floss. Aketos öffnete ihre Augen und ihre Hände waren taub. Die Patientin atmete einmal tief durch und dann ganz normal weiter. Was war das gewesen? Wieso hat Aketos das gesehen und getan, was sie gemacht hatte? Die Kamino hörte auch noch einmal selbst in ihren Körper. Sie hatte Heilung gegeben wusste sie intuitiv. Aber auf andere Weise als sie es gelernt hatte. Sie musste die Hoffnung dieser Frau berührt haben. Konnte man das als Padawan den überhaupt? Fragen über Fragen... Hoffentlich konnte ihr Eowyn weiter helfen.


Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - mit Eo, Shen, Talery und Brianna

[op: soll mal ein kleiner Anfang für Aketos Spezialisierung sein... Wenns nicht glaubwürdig sein sollte, einfach PN an mich ;) Ach.. und sorry fürs so lange nichtposten :/ /op]
 
Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - mit Shen, Talery und Brianna

Am Rand bekam Eowyn mit, wie Shen kurzzeitig verschwand. Wann er wieder auftauchte hätte sie nicht sagen können, aber ein kleiner Teil ihres Gehirns registrierte irgendwann, dass Brianna und Talery ihn einspannten. Umso besser. So hatte er etwas zu tun und stand nicht im Weg herum, und sie brauchte sich um ihn erst einmal keine Sorgen zu machen. Außerdem war es vielleicht nicht schlecht, wenn er noch die anderen kennenlernte und unter Umständen sogar ein wenig Freundschaft schloss.

Was Aketos mit dem "großen Ganzen" meinte wusste sie nicht. Aus dem Zusammenhang aber schloss sie, dass es etwas mit dem Glauben der Kamino zu tun haben musste. Sie hatte keine Ahnung, ob, und wenn ja, welche Religionen es auf Kamino gab. Für Religionen hatte sie sich nie sonderlich interessiert. Bei den tausenden und abertausenden Gottheiten, die überall in der Galaxis angebetet wurden war es auch schwer, den Überblick zu behalten... Sie respektierte es, wirklich verstanden hatte sie es allerdings nie. Natürlich musste Aketos nicht gleich eine Anhängerin einer Religion sein, vielleicht spielte sie auch einfach auf eine Art Weltanschauung ähnlich der Macht an. Viele Personen mochten auch die Macht als Religion ansehen, Eowyn aber unterschied dazwischen deutlich. Sie betete schließlich niemanden an oder suchte ihr Seelenheil bei Priestern und Ähnlichem. Nein, sie folgte nur dem Pfad, den ihr eigener Instinkt ihr wies.
Was auch immer die Kamino nun glaubte, es spielte keine Rolle. Sie hatte scheinbar verstanden, um was es ging, und sie würden nun beide das Beste tun, was sie konnten.

Sie nickte Aketos zu, bevor sie wieder die Augen schloss und in der Macht versank. Sie bekam kaum mit, dass die Padawan verschwand und irgendwann wieder auftauchte. Sie bemerkte aber wohl, als die Präsenz der Kamino langsam, zögernd und suchend neben ihr auftauchte. Sie wackelte und schwankte, aber sie konnte sich langsam halten und festsetzen.

Währenddessen kümmerte sich Eowyn um die schlimmsten Wunden. Besonders das rechte Bein war schwer verwundet worden, hierauf stürzte sie sich zu erst und begann mit der mühevollen Kleinarbeit. Langsam, sehr langsam merkte sie, wie sie Fortschritte machte. Es ging aufwärts... Aketos neben ihr verharrte scheinbar regungslos - bis - ja, bis was? Hinterher war sich Eowyn zugegebenermaßen nicht sicher, was
genau geschehen war. Sie wusste nur, dass es von Aketos ausgegangen war. Am ehesten würde sie es wohl als eine Art Lichtbrücke beschreiben, die vielleicht eine Hundertstel Sekunde existiert hatte - aber sie wusste auch, dass dies nur ihrer Wahrnehmung in der Macht zu verdanken war, und vermutlich jeder solch etwas anders wahrnahm. Und was sie definitiv wusste war, dass die Frau einmal tief atmete und es ihr danach besser ging. Wieso war eine andere Frage, aber es war eine Tatsache. Nicht viel, keine Krankenschwester hätte es auf Grund ihres körperlichen Zustandes feststellen können. Aber sie konnte. Es waren Kleinigkeiten, aber sie spürte, wie das Blut ein wenig schneller floss, wie mehr Sauerstoff darin transportiert wurde, wie die Zellen ein klein wenig schneller arbeiteten, um sich zu regenerieren. Sie merkte auch, wie Aketos' Präsenz sich wieder aprupt zurückzog, aber bevor sie das ebenfalls tat wollte sie den Energieschub und diese Veränderung nutzen und noch ein wenig vorantreiben, um zu verhindern, dass alles umsonst gewesen war. Was auch immer es gewesen war. Sie hoffte nur, dass es Aketos gut ging.

Sie half nach, alles im Körper wieder ein wenig in Gang zu bringen, half hier nach und löste dort eine Enzündung, und merkte, wie, ähnlich wie bei einer Maschine, alles ineinander griff und angekurbelt wurde. Der Heilungsprozess beschleunigte sich langsam, anstatt sich zu verlangsamen und zu stagnieren. Es war immer noch nicht viel - bis sichtbare Verbesserungen zu sehen sein würden würde noch eine Weile vergehen, und auch jetzt würde keine Maschine der Galaxis den Unterschied feststellen. Zumindest den Kenntnissen nach, die Eowyn hatte. Aber dennoch, es ging aufwärts, und wenn nun keine Komplikationen auftauchen würden hatte die Frau eine echte Chance. Und es wurde Zeit herauszufinden, weshalb...

Sie tauchte aus ihrer Trance auf und öffnete vorsichtig die Augen. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie da gesessen war, aber sie wusste aus Erfahrung, dass das Licht einen nach so einer Aktion meistens höllisch in den Augen stach. Sie blinzelte ein wenig, bis sie wieder halbwegs sehen konnte, und blickte zu Aketos. Sie konnte an ihr keine äußerlichen Veränderungen wahrnehmen, doch sie wusste zu wenig über die Physiologie der Kamino um sagen zu können, ob es ihr gutging oder nicht. Also blieb ihr nur zu fragen. Einmal davon abgesehen, dass sie
wahnsinnig neugierig darauf war, was bei der Macht da gerade eben passiert war...

Aketos, bist du in Ordnung, geht es dir gut? Es tut mir Leid, dass ich mich nicht sofort um dich gekümmert habe, aber ich wollte nicht, dass du umsonst gearbeitet hast. Was auch immer du getan hast... was ist passiert? Plötzlich schien alles ein wenig in Gang gebracht zu werden, nur ein klein bisschen, aber es war genug, um damit weiterarbeiten zu können. Was hast du getan? Etwas verwirrt blickte Eowyn die Kamino an, während sie ihre ein wenig eingeschlafenen Beine vorsichtig lockerte und massierte.

Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - mit Shen, Talery und Brianna
 
Denon - Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - Aketos, Shen, Talery, Eowyn und Brianna

Und da saß Shen und dachte nach. Er saß mitten in einem Saal voller Krankenbetten. Er saß da und hoffte niemandem im Weg zu sein. Es war eine seltsame Situation. Er konnte die schmerzen einiger ganz leicht am Rande seiner Wahrnehmung spüren. Und wieder drängte sich eine Frage in seinen Kopf. Was sollte er tun? Was konnte er überhaupt tun? Wenn er sich nicht irrte, hatten die Jedi damit begonnen Verletzte zu heilen, da konnte er nicht helfen. Außerdem war er sich trotz den Worten Yon-Gos nicht sicher, ob er den Jedi wirklich vertrauen konnte. Deshalb wartete er. Auf was er wartete wusste er nicht. Darauf das irgendwas passierte. Darauf dass er von Jack und Max geweckt wurde. Und dann geschah es. Ihm wurde eine Aufgabe gegeben. Es war zwar nichts besonderes aber zum ersten Mal seit einiger Zeit bat ihn jemand etwas zu tun. Shen stand auf und ging in die Richtung, in der er das Lager erhoffte um ein Kissen für die Frau zu holen.

Ohne Antwort entfernte sich von den anderen. Es war fast eine surreale Situation. Sein Blick ausdruckslos wie immer starr nach vorne gerichtet wandelte er zwischen den Betten umher glich dem Verletzten die auf den Betten lagen. Mit seinem verbundenen Augen sah aus wie eingeblendeter auf der Suche nach dem richtigen Weg. Er suchte, in zwei Hinsichten. Er suchte ein Kissen und er suchte einen Weg für sich. Wenigstens beim dieses Mal ein wenig Glück beschieden. Es dauerte nur wenige Minuten, bis er ins Lager eintrat und die dort zuständige Kraft davon überzeugen konnte, immer Kissen auszuhändigen, um es der verletzten Frau zu bringen. Mit der exakt gleichen Miene wieder gegangen war kamen zu Brianna zurück und gab ihr wortlos das Kissen. Doch es blieb nicht lange bei mit dieser Aufgabe.

Schon kurze Zeit später bat ihn das Mädchen, das noch nicht kannte, um einen weiteren Gefallen eine Frau hatte offensichtlich ihre Familie verloren und ist die letzte Überlebende ihre Eltern die einem anderen Planeten leben sollen erfahren was sie passiert war. Ich wusste nicht ob das eine gute Idee war ich fragte mich ob es wird besser ginge wenn ich nicht wüsste, ob meine Eltern damals gestorben sind. Welchen Glauben wäre, dass meine Eltern noch lebten und nur darauf warteten das ich zurückkehrte. Wird es wieder besser gehen? Ich hätte einen Halt eine Hoffnung oder wäre es nicht das Gefühl? Könnte ich mit dieser Unwissenheit wirklich zufrieden sein? Oder würden Sie mich in den Wahnsinn treiben möchte zu treiben es herauszufinden und dann der gleichen Situation zu landen in der ich jetzt bin. Ich weiß nicht ob diese Frage beantwortet werden kann der Verlust eines geliebten Menschen ist das schrecklichste was einem passieren kann. Doch wenn die Frau es so wollte Verbrechen ihren Wunsch nicht zu gewähren und deshalb beschloss Shen die nächste Kommanlage zu suchen und dort die traurige Nachricht zu senden. In dem Moment, als er durch die Gänge ging, bestrebt sein Ziel zu finden, die Nachricht zu senden, fragte er sich wie wohl ihrer Eltern reagieren würden. Älterer Menschen? Oder doch keine Menschen? Was würden Sie tun, wenn sie erfahren, dass ihre Tochter die einzige Überlebende ist, dass sie alles besser lieb und wert war verloren hatte? Würden Sie in Trauer zusammenbrechen, oder würden sie sofort herkommen? Sollte auf eine Nachricht warten oder sofort zurückkehren?

Es war nur soweit er hat eine Kommenslage gefunden und drückte ein spezielles Gerät gegen den digitalen Eingabe Port. Das Gerät ab sofort einige Töne von sich. Es war eine nette Erfindung von seinem Freund, es hatte ihm schon oft geholfen. Das Gerät war nun bereit und begann Anweisungen an Shen weiterzugeben. Zuerst musste dieser Zielperson und planiert sagen und dann die Nachricht diktieren. Das Gerät übernahm den Rest auf dem Gerät war eine der besten Spracherkennungssoftware das, und gebrauchte Shen gar nicht schreiben konnte. Shen musste nie schreiben lernen. Als Mensch ohne Augen könnte er das was er geschrieben hatte gar nicht sehen das hat es überhaupt keinen Sinn das Schreiben zu lernen. Nach dem die Nachricht geschickt hatte entfernte er wieder das Gerät und steckte es ein. Er setzte sich auf einen gemütlichen Stuhl und wartete. Er sagte sich das wenn nicht bald eine Antwort eintreffen würde er wieder zurückgehen würde doch es dauerte nur Minuten ist die Antwort eintraf. War dieser nicht für ihn bestimmt war, hörte sie sich nicht an (lese kommt der CIA nicht) und ließ den Computer sie ausdrucken.

Langsam Schritte wieder zu dürr verletzten Frau zurück, den Zettel einmal gefaltet in seiner rechten Hand bahnte er sich seinen Weg zwischen den Betten. Mit der gleichen Ausdruckslosmiene wie ein Geist fühlte er sich von allen beobachtet. Als er wortlos zur Frau ging, den Zettel übergab, sich umdrehte und auf den nächst besten Stuhl setzte. Und wieder wartete er, das warten auf irgendetwas von dem er nicht wusste wo es war, und muss überhaupt keinen Sinn hat zu warten, war das warten auf das Leben. Jeder hat sein Leben doch wenn er sich fühlte als hätte man seines verloren dann wartete man darauf das es zurückkehrte. Doch es würde nicht zurückkehren, er musste es sich zurückholen. Doch er schaffte das nicht, nicht alleine wir die meiste Zeit war und auch nicht mit diesem einen Meister. Ein Teil seines Kopfes, hoffte darauf, dass sie wieder eine Aufgabe bekommen würde. Ein anderer Teil wollte nur die Weg. Der letzte Teil, der sagte gar nichts, der hatte sich verschlossen durch Shens unendliche Einsamkeit.

OP: So mal wieder nur Gedanken. :)

Denon - Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - Aketos, Shen, Talery, Eowyn und Brianna
 
Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - u. a. Aketos, Shen, Eowyn, Talery und Brianna

Was für die herkömmliche Medizin ein schwieriger Fall war, stellte für Brianna, obwohl vor kurzem noch Padawan, relative Routine dar. Natürlich war sie sich im Klaren darüber, dass es Fälle gab, in denen es sich genau andersrum verhielt, doch ihre Sorte war erheblich seltener als jede konventioneller Ärzte. Abgesehen davon war sie wohl die beste Jedi-Heilerin im Raum, und am nächste kam ihr zweifelsfrei Brena, obwohl die Whiphidin nicht unbedingt danach aussah.

Schwieriger als die eigentliche Prozedur des Heilens war für die Echani, sich zu Beginn erst einmal zu konzentrieren und dann, nachdem sie die Macht spürte, mit ihren Wahrnehmungen klarzukommen. Sie klammerte sich mental an die Präsenzen der anderen Jedi im Raum, besonders Eowyns strahlend helle half ihr sehr, doch obwohl es sich nicht so anfühlte, war Denon zumindest für Brianna eine sehr vorteilhafte Umgebung, ausdauernd und intensiv die Macht zu benutzen.

Dies war der jungen Jedi-Ritterin ganz und gar nicht klar, obwohl sie wusste, dass ihre Wahrnehmung der Macht stark auf
Leben und die Präsenz von Leben ausgerichtet war. Während sie vor allem Schmerz, Leid und Tod in der Macht fühlte, bedeutete dies zugleich, dass es auch viel Leben gab – auf der Stadtwelt Denon wimmelte es davon, und jedes einzelne Wesen auf dem Planeten trug seinen Teil dazu bei, dass das, was Brianna im Allgemeinen als erfrischenden, hier vor Ort im Speziellen allerdings etwas verdorben „riechenden“ blauen Nebel wahrnahm, als irgendwie dicker, geradezu unter Druck stehend empfand. Das machte es ihr leicht, viel davon einzusetzen, da die Macht dies geradezu zu wollen schien. Nicht in dem Sinne, dass das mystische Energiefeld einen eigenen Willen hätte – die 25jährige verwahrte sich gegen diesen Gedanken – sondern eher auf die Weise, wie Pressluft aus der Flasche wollte.

Dementsprechend war es kein Wunder, dass sich der Zustand von Briannas Patientin innerhalb kurzer Zeit drastisch besserte. Die Änderung würde (noch) nicht permanent sein, denn das Wesen der Machtheilung war das von Hingabe und beständiger Zuwendung, nicht von Demonstration gewaltiger Macht. Doch sie erleichterte der Menschin ihre Pein und nach ein paar weiteren Behandlungen würde sie wohl als geheilt entlassen werden können.

Trotzdem war Shen bereits wieder von seinem Auftrag zurück und hatte nach einer kurzen Phase des Nichtstuns bereits einen neuen Auftrag von Talery erhalten, den er genauso wortlos zur Kenntnis nahm wie er den der Echani ausgeführt, und darüber ärgerte sich diese fast so sehr wie darüber, dass der junge Mann mit der Augenbinde sich offenbar keine Arbeit sah, solange man ihm keine gab.

„Wer oder was ist dieser Shen nun eigentlich und warum genau begleitet er uns überhaupt,“

Stellte Brianna Eowyn zu einem passenden Moment während seiner Abwesenheit zur Rede. Sie besaß keine nennenswerte Hemmschwelle davor, eine Großmeisterin verbal herauszufordern, weil sie es mit auch den Räten, die sie kannte, nicht groß anders hielt, und nach der kryptischen Einführung des betreffenden durch sie, schuldete Eowyn ihr gefühlt sehr wohl noch eine Erklärung.

Mit Talery, die ihrer Auffassung nach gut daran tat, sich zu den Kranken zu setzen, ihnen Gesellschaft zu leisten und ihnen zuzuhören, war die silberhaarige Jedi dagegen sehr zufrieden.

„Ich finde, du machst das sehr gut, Talery. Weiter so! Hast du in der Macht etwas spüren können?“

Nachdem das also alles geklärt war, wandte Brianna sich ihrer Patientin zu. Diese sah tatsächlich etwas besser aus als zuvor, besonders an den Augen merkte man es ihr an, aber auch die Hautrötungen schienen heller zu werden.

„Wir werden diese Behandlung noch ein paar Mal wiederholen müssen, doch das war es für heute. Wie fühlen sie sich?“

Fragte sie die Menschin und reichte ihr eine Tasse Tee, bevor sie sich selbst eine einschenkte.

„Ich… ich kann es kaum glauben… ich dachte ich würde sterben, und jetzt… Seit Tagen habe ich mich nicht mehr so gut gefühlt. Wie kann ich ihnen bloß danken?“

„Indem sie nicht nur an jene denken, die den Tod nach Denon gebracht haben, sondern auch an die, die hierher gekommen sind, um die Schäden zu beseitigen, auch wenn das, was wir tun können, im Vergleich klein und unbedeutend erscheinen mag, denn zu zerstören ist leider sehr viel einfacher als zu reparieren und zu heilen. Ich hoffe, dass die Bewohner Denons erfahren, dass sie den Jedi und der Republik nicht egal sind, und dass sie weiterleben können, um davon zu erzählen, das soll mir Dank genug sein. Wir sehen uns morgen – bitte ruhen Sie sich, auch wenn Sie sich jetzt besser fühlen, weiterhin gut aus. Sie brauchen ihre Kraft,“

Verabschiedete sie sich der Frau lächelnd. Ein weiterer Patient, ein Mann, erregte ihre Aufmerksamkeit, hauptsächlich deshalb, weil er jung und äußerlich unversehrt aussah. Man sah keine Verletzungen, keine Brandwunden, er bekam keine Infusionen. Sein Haar war voll, seine Haut glatt – die muskulöse junge Frau fand ihn, so wie er da lag, sogar ausgesprochen attraktiv – und trotzdem lag er hier bei den ganzen Todkranken. Sie setzte sich zu ihm.

„Sie sagen, ich sterbe,“

Erklärte dieser unerwartet matt und kraftlos klingend.

„Sie wissen, nicht, was ich habe. Sie finden nichts organisches, sagen sie – nur dass ich sterbe, das wissen sie.“

Brianna legte ihm die Hand auf die Brust und lächelte ermutigend. Rein körperlich machte er, soweit man das durch die Decke ausmachen konnte, einen ziemlich kräftigen Eindruck. Nicht so kräftig wie sie, natürlich.

„Ich bin eine Jedi. Ich kann Ihnen helfen, wo Ärzte es nicht mehr können und ich habe meine eigenen Wege, die Ursachen für Ihren Zustand zu finden.“

Erklärte die Ritterin selbstbewusst.

„Eine Jedi… ich habe ja nie an euch geglaubt. Genausowenig an die Sith als diese allmächtigen Kämpfer auf Seiten des Imperiums, als die man sie darstellte. Ich habe nichts davon gehört, dass man die einen oder die anderen während der Schlacht hier gesehen hätte. All diese Dinge, wie man sie in den Filmen sieht, nur durch Willenskraft tun zu können, erscheint mir doch sehr unwahrscheinlich. Aber welche Wahl habe ich denn?“

In der Zeit, die er brauchte, diese Sätze auszusprechen, hatte Brianna bereits begonnen, sich erneut auf die Macht zu konzentrieren und sie beschloss, seine Aussage zu ignorieren – sie würde ihn bald genug durch Taten eines Besseren belehren.

Etwas gänzlich anderes kam ihr jedoch dazwischen, bevor sie dazu kam, ihren neuen Patienten zu untersuchen. Es war ein kurzes Aufflackern in der Macht, was soweit nicht ungewöhnlich gewesen wäre, doch es fühlte sich wie Aketos und war Macht-Heilung, in gewisser Weise. Sie sah die Kamino an, hoffend, dass diese nach der beträchtlichen Zeit, die sie bereits mit den Jedi verbrachte, begann, ihr Potential zu entdecken. Zumindest Brianna tat sich bisher, wohl auch aufgrund mangelnder Erfahrung, schwer in der Einschätzung ihrer möglichen Stärken.

Aketos?“

Fragte sie nur, sichtlich erfreut und optimistisch, und verfolgte das beginnende Gespräch zwischen der langen Dürren und ihrer Meisterin.

Ihr eigener nächster Fall war tatsächlich etwas sonderbar, und es überraschte die Heilerin überhaupt nicht, dass die Schulmediziner nichts gefunden hatten. Traditionelle Echani-Heilkunst, hätte wohl selbst ohne die Macht größere Erfolgschancen, so dass es schade war, niemanden auf dem Gebiet dabei zu haben. Brianna selbst verstand die Prinzipien, und wandte diese erfolgreich bei ihrer persönlichen Methode der Machtheilung an, aber mehr auch nicht. Schließlich verstand sie sich vor allem deshalb darauf, weil die Echani dieses Wissen auf der höchsten Stufe ihrer Kampfkunst mehr oder weniger missbrauchten, um dem Gegner Schaden zuzufügen, oder, nach einer etwas freundlicheren Lesart, jemanden nachhaltig außer Gefecht zu setzen ohne ihn zu töten oder schwer zu verletzen. Jedenfalls, das Ki des Mannes war sehr schwach, seine Lebenslicht schien auf kleinster Flamme zu brennen, und es gab tatsächlich keinen offensichtlichen Grund.

Bevor Brianna sich tiefschürfendere Gedanken darüber machen konnte, spürte sie Shen zurückkehren und konnte, da sie ihn sofort misstrauisch beobachtete, ihn ihrer Padawan wortlos wie gehabt einen Zettel in die Hand drücken sehen. Die Silberhaarige hatte ihn noch kein einziges Wort sprechen hören, seit sie ihn kannte, und das Gesamtbild strapazierte allmählich ihre Nerven.

Shen? Kannst du eigentlich sprechen?“

Stellte sie ihn zur Rede und wiederholte die Frage, die sie zuvor bereits an Eowyn gerichtet hatte.

„Wer bist du, und warum bist du hier? Du bist ein Miraluka, ein machtsensitives Wesen, ich spüre genau, wie du die Macht gerade jetzt benutzt. Wenn du ein Jedi werden willst, benimmst du dich völlig anders als alle anderen, die ich kenne – also, worum geht es dir hier?“

Einen Moment lang verfolgte sie die Theorie, er könnte ein Spitzel oder ein Saboteur sein, der sich an die Fersen der Jedi heften wollte, verwarf den Gedanken allerdings schnell wieder. Ein feindlich gesonnener Agent oder ganz allgemein jemand mit solchen Absichten würde sich wohl unauffälliger verhalten. Was war er aber dann?

Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - u. a. Aketos, Shen, Eowyn, Talery und Brianna

 
Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - mit Eo, Shen, Talery und Brianna

Aketos blickte auf, in Richtung von Eowyn. Die Jedi hielt immer noch die Hand der Patientin und die Kamino bewunderte die Menschin dafür, dass sie so eine stabile Verbindung zur Macht hatte. Was diese Frau leistete, war sicherlich nicht einfach und nicht gerade wenig. Aketos Kopf senkte sich wieder und ihr Blick fiel auf ihre eigenen, tauben Hände. Die schöne weiße Haut auf den Handinnenflächen war von kleinen blassen und blauen Pünktchen übersät, die schlagartig verschwanden und das Gefühl kehrte in ihre Finger zurück. Eowyn saß noch eine Weile so dort in ihrer Heilungsmeditation. Aketos stand auf, schüttelte ihre Beine und kontrollierte die Vitaldaten auf den Bildschirmen. Sie veränderten sich nicht, aber sie hatte das Gefühl, dass es der Frau wirklich besser ging. Die Kamino hörte hinter sich einen weiteren tiefen Atemzug und setzte sich wieder neben die Patientin. Dieses Mal kam der Atemzug nicht von der Patientin sondern von Eowyn. Langsam schlug die Menschin die Augen auf. Ihr Blick richtete sich auf Aketos und fixierte sie. Leichte Sorge und auch Neugier zeichnete sich auf den Zügen der Jedi ab.

Ich weiß selber nicht, was passiert ist, Frau El'mireth. Plötzlich fiel es mir echt leicht, mich in die Macht zu versenken. Ganz so, als ob ich hinein gesaugt wurde. Es fühlte sich an, wie ein Fall und dann fester Boden unter den Füßen. Ein Boden, der blutdurchtränkt war. Eine Einöde, eine Wüste.

Aketos schmückte die Ausführung so aus, wie sie konnte. Sie wollte die Erinnerung so realistisch darstellen, wie sie konnte. Nur so konnte ihr Eo eventuell helfen.

Der Himmel war nicht blau oder grau. Er war rot. Rot mit dunkelroten Wolken. Alles fühlte sich so hoffnungslos, trüb und falsch an. Als ich meinen Blick durch diese Landschaft streifen lies, sah ich eine Frau. Ihr Gesicht wandte sich mir zu und der Ausdruck war hoffnungsvernichtend.

Aketos schloss kurz die Augen um sich die Szene noch einmal vors geistige Auge zu rufen. Ja. Es fühlte sich wirklich falsch und scheußlich an! Einige Sekunden später öffnete die Kamino wieder die Augen und berichtete weiter:

Diese Hoffnungslosigkeit bedrückte mich so sehr wie die Landschaft und es passierte einfach. Es schoss mir durch den Kopf, dass man diese Landschaft einfach ändern musste. Diese lebensfeindliche Umwelt musste weg. Ich stellte mir eine Idylle vor. Bäume, Gras, blauer Himmel, keine Wolken, Sonne. Und genau so, wie man Schmutz wegwischte, wischte ich mit meiner geistigen Hand über den Horizont der Wüste. Gras spross aus der Erde, Bäume erschienen aus dem Nichts. Der Himmel wurde Blau, die Sonne flimmerte in die Existenz. Hmm...

Aketos überlegte, wie sie es am besten beschreiben konnte. Ihr fiel wirklich nur etwas echt Hinkendes ein.

Irgendwie war es so, wie wenn jemand Hologramme einblendete. Ich weiß... dieser Vergleich ist echt schlecht, denn Hologramme sind ja nicht unbedingt farbig, aber es ist das Einzige, was vergleichbar ist.
Die Frau blickte sich dann um und mit einem Mal


Aketos schnippte mit den Fingern

war die Landschaft wieder blutig rot, Sonne weg, dunkelrote Wolken. Aber die Frau stand direkt vor mir und sah zu mir auf. Vor ihren Füßen war eine Blume, die sie pflückte und mir hinhielt. Dann war es vorbei. Meine Hände waren taub, aber ich habe Hoffnung im letzten Augenblick gespürt. Ist das denn überhaupt Möglich, Frau El'mireth?

Aketos trat wieder eine Träne ins Auge, als sie die Geschichte noch einmal erzählt hatte. Es war wirklich ein tolles Gefühl gewesen.

Was hat das alles denn zu bedeuten? Warum passiert sowas immer mir?

sagte sie etwas leiser und eher zu sich selbst. Aketos war kein Freund von zu abrupten Veränderungen. Aber es half ja nichts. Wenn diese Macht das mit ihr vorhatte, dann musste es so sein. Aber all diese ganzen Sachen in den letzten Monaten, so viele neue Dinge, so viel Leid, so viel Freude und Freunde auch. Die Kamino war doch ein bisschen überfordert mit der Situation. Aber es war eher ein "positives" Überfordert sein. Gespannt blickte sie jetzt zu Eowyn

Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - mit Eo, Shen, Talery und Brianna
 
Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - mit Aketos, Shen, Talery und Brianna

Eowyn verstand Briannas Ungedulg. Ja, das tat sie wirklich, denn irgendwie versprüte sie sie selber auch. Mit sich selbst. Denn natürlich hatte sie keine Ahnung, wer Shen im Prinzip war, und weshalb sie in aufgegabelt hatte noch viel weniger. Da sie allerdings kurz davor stand, mit der Heilung der vor ihr liegenden Frau zu beginnen war sie versucht, Brianna wieder einfach abzuwimmeln, als diese in Shens Abwesenheit ihre herausfordernde Frage stellte. Überhaupt, sie war niemandem hier Rechenschaft schuldig. Andererseits hatte sie sich in den letzten Tagen ein wenig mit der jungen Ritterin angefreundet, und vor allem, sie drehte sich im Kreis - sie verstand ihre Ungeduld.
Ein wenig hilflos lächelnd blickte sie Brianna an.
Ich will ehrlich sein. Wer er ist? Ich weiß es nicht, abgesehen davon, dass er wohl Waise ist und schon einiges erlebt hat. Warum ich ihn mitgenommen habe? Ich habe keinen Schimmer. Nenn es eine Ahnung, wenn du willst... Ich habe das Gefühl, dass er uns braucht. Ich weiß nicht weshalb, aber ich schätze, das werde ich mit der Zeit noch herausfinden. Ich weiß, dass es gerade kein günstiger Zeitpunkt ist, aber... das Leben hält sich nicht an unsere Planungen. Und nein, das ist eigentlich nicht meine übliche Vorgehensweise, bevor du fragst. Normalerweise lese ich keine Lebensformen auf irgendwelchen Planeten auf... Sie hoffte, dass die Echani diese Erklärung akzeptieren oder Erwiederungen zumindest bis später herunterschlucken würde und wandte sich wieder Aketos und der Frau zu...



[...]​



Fasziniert hörte Eowyn zu, als Aketos von ihrer kürzlichen Erfahrung erzählte. Oder besser gesagt, es versuchte, denn ganz klar und deutlich war es nicht, was die Padawan da vorbrachte. Kein Wunder, das Erlebnis war wohl zu neu und zu surreal gewesen. Oftmals gab es einfach keine Worte für Dinge, die man mit der Macht erlebt hatte. Während die Kamino versuchte, das Erlebte zu beschreiben dachte Eowyn fieberhaft nach. Sie selbst dachte sehr selten in Bildern, eine solche Denkweise war ihr fremd, meist lief alles eher rational und analytisch ab. Daher fiel es ihr schwer, Aketos' Worten zu folgen. Gleichzeitig war sie aber neugierig, mehr von deren Erlebnis zu hören, um es nachvollziehen und der Kamino dabei helfen zu können, das Ganze zu wiederholen. Denn es war klar, dass diese gerade eine Art Schlüsselereignis gehabt hatte. Sie hatte sich geöffnet. Wie und warum es geschehen war wusste Eowyn nicht, aber sie vermutete, dass die Padawan unterbewusst gemerkt hatte, dass ihre Hilfe nun dringend von Nöten war. Unter Druck geschahen oftmals merkwürdige Dinge.

Sie ließ Aketos sprechen, bis diese völlig verwirrt, beinahe verzweifelt klang. Doch dafür gab es Eowyns Ansicht nach keinen Grund - im Gegenteil.


Aketos! Natürlich ist so etwas möglich, oder zweifelst du daran, was du gerade selbst erlebt hast? Traust du deinem eigenen Urteil nicht? Ich weiß, die Wege und Möglichkeiten der Macht können manchmal verwirrend, vielleicht auch beängstigend wirken, aber die Grenzen des Möglichen setzt nur du dir selbst! Alles ist möglich, wenn auch vielleicht manchmal auf eine andere Art, als man es denkt. Sie lächelte der Kamino glücklich zu. Das, was du getan hast, war wundervoll - du hast soeben einer Frau, die beinahe gestorben wäre, neue Hoffnung gegeben. Hoffnung ist eine so zerbrechliche, kostbare und vor allem mächtige Sache. Sie kann über Leben und Tod entscheiden, und das hat sie hier auch getan. Das hast du getan! Du hast bewirkt, dass diese Frau nun eine Chance darauf hat, weiterzuleben, dass ihre Familie sie vielleicht wiedersehen wird.
Während sie sprach hörte sie auf, ihre Beine zu massieren und ergriff vorsichtig Aketos' Hände. Ich kann dir nicht vollkommen sicher sagen, was es zu bedeuten hat, aber ich schätze, du hast gerade eben einen deiner eigenen Wege gefunden, um zu heilen und um die Galaxis ein klein wenig besser zu machen. Und ich würde sagen, das ist keine Sache, über die man verwirrt oder gar verzweifelt sein muss - ich finde, das ist ein Grund zu feiern.

Lächelnd betrachtete Eowyn die junge Kamino. Nein, sie selbst war nicht wirklich das, was andere alt nannten. Aber in Situationen wie dieser (die zugegebenermaßen nicht oft aufkamen) hatte sie doch irgendwie das Gefühl, älter zu sein. Am liebsten hätte sie die Padawan umarmt, ihr gezeigt, dass sie diese und die kommenden Erfahrungen gemeinsam durchgehen würden, doch sie wusste nicht, wie die Kamino dies aufgefasst hätte, und sie wollte ihr nicht zu nahe treten. Einmal davon abgesehen, dass ihre letzte Umarmung schon so lange her war, dass sie sich nicht einmal daran erinnern konnte. Nein, das war sicher nicht der richtige Weg.
Aber moment mal, weshalb wollte sie Aketos ohnehin falsche Hoffnungen machen? Nach Denon würden sie sich vermutlich nur noch zufällig über den Weg laufen. Sicher, sie hatte nichts dagegen, wenn jemand sie ansprach und um Hilfe, ein Gespräch oder einfach nur Zeit bat, aber man musste realistisch sein. Als Großmeisterin stand sie ohnehin schon auf einem höheren Podest als ihr manchmal lieb war, und das Leben als Jedi machte es auch nicht unebdingt einfacher, Bekanntschaften oder gar Freundschaften zu pflegen. Nein, nach Denon würde sie mit Aketos vermutlich kaum neue Erfahrungen sammeln. Wieso aber hatte sie das vor einem Moment noch gedacht? Hatte sie die Kamino schon so sehr ins Herz geschlossen, dass...
Irritiert ließ Eowyn Aketos' Hände los und starrte ins Leere. Verdammt. Sie hatte es sich selbst geschworen. Immer und immer wieder. Dieses Mal hatte sie es durchstehen wollen. Langsam bekam sie das Gefühl, ihrem eigenen Wort kein Vertrauen mehr schenken zu dürfen, wenn sie es doch immer wieder brach. Nur vor sich selbst, aber war das nicht sogar noch schlimmer?
Kein Padawan mehr, bevor sie nicht mit sich selbst hundertprozentig im Reinen war, bevor sie nicht sicher war, dass ihr Versagen in Bezug auf die Ausbildungen nicht von ihr ausging, bevor sie nicht davon ausgehen konnte, dass die nächste Bindung ihr nicht wieder eine solche Enttäuschung einbringen würde, bevor sie nicht mit jemandem über ihre Zweifel hatte reden können, bevor...
Sie schluckte. Wem machte sie etwas vor? Wenn sie an die letzten Tage und Wochen dachte
war Aketos doch schon irgendwie längst ihre Padawan gewesen. Verdammt. Da hatte sie sich wieder einmal selbst hinters Licht geführt. Und saß nun hier da, wie jemand, der auf frischer Tat beim Speederklau erwischt worden war, starr und erschrocken, unfähig zu reagieren. Was Aketos nun von ihr denken musste?!? Sie schüttelte sich minimal, richtete ihren Blick wieder auf die Kamino und lächelte leicht und entschuldigend. Es tut mir Leid. Ich... Ja, was - ich bin die größte Selbstbetrügerin Denons und eine Idiotin dazu, dass ich überhaupt einmal geglaubt habe, damit durchzukommen? Nicht wirklich. Dann eben nicht die ganze Wahrheit, sondern nur das Resultat...

Ich schätze, das kommt nun etwas überraschend, aber wir kennen uns nun schon eine Weile, und ich habe das Gefühl, dass wir gut miteinander harmonieren. Du weißt vielleicht, dass ich momentan keinen Padawan ausbilde. Wenn nicht, weißt du es jetzt... Aber ich habe auch das Gefühl, dass es Zeit ist, diese Tatsache zu ändern. Wenn du möchtest, Aketos, würde ich gerne deine Ausbildung zur Ritterin übernehmen. Hm, ja, so vielleicht. Für jemanden, der nicht ihr komplettes Innenleben kannte, klang das vermutlich sogar völlig normal...

Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - mit Aketos, Shen, Talery und Brianna

 
Denon - Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - Aketos, Shen, Talery, Eowyn und Brianna

Kaum war er zurückgekehrt und hatte dem Jedipadawan den Zettel gegeben wurde er von der Jedi angefahren. Offensichtlich gefiel ihr seine Anwesenheit nicht. Lustigerweise gefiel ihm die Anwesenheit so vieler Jedi auch nicht. Oder besser gesagt es sollte ihm nicht gefallen. Doch Shen konnte nicht einmal über seinen eigenen Gedankenwitz schmunzeln. Er hob seinen Kopf und blickte die Jedi mit leeren Augenhöhlen hinter der Binde an. Sie hatte vollkommen Recht. Er war ein Miraluker und er benutzte die Macht auch in diesem Moment, um seine Umgebung wahrnehmen zu können. Doch was sollte er auf ihre Fragen antworten? Als er mit der Nachricht beschäftigt war hatte sie doch sicher mit der Jedigroßmeisterin gesprochen. Sollte sie jetzt nicht schon alles wissen? Vielleicht war es aber auch nur ein Test. Ein Test, ob er jetzt log oder zu seinem Vergehen stand. Die Frage, ob er ein Jedi werden wollte, konnte er auch nicht beantworten. In letzter Zeit hatte Shen nur drei Sachen gewollt. Schlafen Essen beziehungsweise Trinken und auf die Toilette gehen. Ach ja und ab und zu mit Yon-Go sprechen.

"Es stimmt ich bin ein Miraluker, aber ich benutze die Macht nur weil ich ohne Augen geboren worden bin. Ich kann durch sie sehen und sei leitet mich"

Das war eine einfache Antwort und diente eigentlich nur um Zeit zu schinden damit er sich die Antworten auf die anderen Fragen überlegen konnte. Ihm viel jedoch nichts ein, womit er die Wahrheit ein wenig verdrehen könnte ohne zu lügen. vielleicht war das auch besser so.

Mein Name ist Shen Sanak und wer ich bin weiß ich selbst nicht. Ich war einmal ein Junge der auf einem Planeten ein normales Leben geführt hat. Ich war auch einmal jemand der mit zwei Freunden Imperiale Offiziere bestohlen hat um zu überleben und Armen Menschen beim überleben zu helfen. Doch jetzt bin ich nichts mehr davon ich habe das alles verloren."

Eine schöne Kurzfassung seiner Geschichte. Auch wenn er nicht glaubte, dass ihr das reichen würde, würde sie vorher nachfragen müssen. Vielleicht hatte aber Eowyn ihr das alles schon erzählt. vielleicht kannte sie ja schon seine Geschichte. Jetzt galt es nur mehr ihre letzte Frage noch zu beantworten.

"Worum es mir hier geht? Mir geht es um gar nichts. Jedimeisterin Eowyn geht es um etwas. Ich habe, ich weiß nicht warum, dieses Gebäude betreten. Dann hat mich Jedimeisterin Eowyn aufgegabelt und mir gesagt, dass das betreten es Gebäudes für unbefugte verboten ist. Jetzt bin ich eigentlich nur hier und warte auf die Strafe."

Was immer das für eine Strafe auch sein mochte. Es war eigentlich eh schon egal. Jetzt hatte ich schon zwei fremden von meiner Vergangenheit erzählt. Ich konnte sie in der langen Zeit nicht loswerden. Das Schicksal hat schon so oft zugeschlagen. Eigentlich sollte er jetzt lachen. Lachen darüber wie sehr er veräppelt wurde, doch er konnte es nicht. Wenn er schon in der Sch**** ertrinkt gibt es nur zwei Möglichkeiten Auftauchen oder sterben. Es konnte eigentlich nur mehr besser werden. Und solange man eine solche Chance hat, sollte er weitermachen. Egal was noch käme.

Denon - Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station - Aketos, Shen, Talery, Eowyn und Brianna
 
Denon - Raumhafenbezirk - Krankenhaus - auf der Station der Todkranken - Eowyn, Aketos, Shen, Brianna und Talery

Trotz ihrer freundlichen Worte erhielt die junge, gefiederte Caamasi keine Antwort von dem Nahmenschen mit der Augenbinde. Irritiert blickte sie Shen nach. Sie würde es gar nicht aushalten so lange schweigend auszuharren. Ok, Blaubaumtee beschwerte sich so gesehen auch nicht, aber das war auch das Einzige, was sie der Sache Positives abgewinnen konnte. Aber Talery konnte hartnäckig sein und von der stillen Sorte war sie ja auch nicht. Daher würde sich Shen noch auf einige Versuche ihn zum reden zu bringen von der Caamasi gefasst machen müssen, beschloss sie.

Während Blaubaumtee unterwegs zu einem Komm war sah ihre bleiche Meisterin Eisblume zu ihr herüber und fragte, ob es ihr geglückt war die Macht zu verwenden. Für einen kurzen Moment zögerte die Padawan zu antworten. Sollte sie erwähnen, dass sie mit dem Gedanken gespielt hatte sich selbst einfach so an der Machtheilung zu versuchen? Besser nein. War es klug vor der schwerverletzten Frau so hoffnungslos über deren Zustand zu reden? Diese war ja ohnehin am Boden zerstört und sah keinen Sinn mehr in ihrem Leben ohne ihre Familie. Außerdem war es ja eh fraglich wie lange sie mit ihren Verletzungen überhaupt noch überleben konnte. Also egal wie Talery es drehte und wendete, eine besonders schonungsvolle Methode fand sie nicht und doch wollte die die Frage von Eisblume beantworten.


"Ja, Meisterin, das konnte ich. Aber Frau Baari ist sehr schwer verletzt."

Damit ließ sie das Offensichtliche ungesagt und hoffte dennoch, dass die Echanijedi verstand, was die Caamasi damit andeuten wollte. Das Wort erfolgreich wollte sie außerdem in Bezug auf so schwerverletzte Wesen, denen die Padawan ja noch nicht helfen konnte erst recht nicht verwenden. Traurig wandte sie sich dann zurück an die Frau und bemühte sich sie zu trösten, einfach indem sie teils redete, teils ihr zuhörte wie diese ihr Leid schilderte. Irgendwann kam schließlich auch Blaubaumtee zurück. Wie gehabt drückte er ihr schweigend ein Flimsiplast in die dreifingrige Hand, welches Talery natürlich sofort öffnete. Es war tatsächlich eine Nachricht der Eltern der Frau. Jedoch hatte Shen natürlich wieder die Gelegenheit genutzt und hatte sich in der Zwischenzeit still davon gestohlen. Gelegenheit verpasst, ärgerte sich die Caamasi fast ein bisschen. Jedoch verflog dieser recht schnell, denn sie bekam mit, dass Eisblume ihn direkt darauf ansprach, was ihr auch eine gewisse Genugtuung bereitete. Leider hatte sie aber keine Zeit die Unterhaltung zu verfolgen, denn natürlich hing das verbliebene Auge der Frau mit den schweren Brandwunden an dem Flimsi.

Daher las sie den Text so laut wie nötig und so leise wie möglich vor. Schließlich war dies eine reine Privatsache der Frau Baari. Natürlich war die Reaktion der Eltern sehr erschüttert, aber auch dankbar, dass ihre noch die Gelegenheit gehabt hatte ihnen Gewissheit zu verschaffen, denn mit ihren sämtlichen Anrufe zuvor hatten sie niemanden erreicht, weshalb sie schon vom Schlimmsten ausgegangen waren. Sie baten sie inständig nicht aufzugeben und sagten ihr wiederholt, dass auf M'haeli immer Platz für sie wäre. Das ging Talery auch sehr nahe. Jemanden sterbend einfach liegen zu sehen ohne die Hintergründe zu kennen war bereits schlimm. Dann noch die ganze Geschichte einer Sterbenden zu erfahren machte es noch schwer zu ertragen. Ihr erster Impuls war daher aufzustehen, etwas Abstand zu suchen und sie mit ihrem Kummer allein zu lassen. Das wäre der leichte Weg gewesen. Aber einfach so weggehen, das konnte sie nicht. Ihre Finger verkrampften sich in ihrem edlen Klamotten, die ihr in dem Moment so egal geworden waren. All ihre Caamasiinstinkte schrien danach die Frau zumindest auf ihrem letzten Weg beizustehen. Also blieb Talery sitzen. Es fiel ihr schwer, aber ihre Eltern würden stolz auf sie sein und ihre Meisterin hoffentlich auch, baute sie sich mental auf und das half tatsächlich. Eine Zeit lang hatte die Schwerverletzte dann noch geredet, bis sie schließlich mitten im Satz abbrach. Sie hatte das Bewusstsein verloren und ihr Zustand verschlechterte sich weiter. Ein Medidroide sah kurz nach ihr, gab ihr wie Talery auf Nachfrage erfuhr ein weiteres Schmerzmittel, damit sie zumindest keine Schmerzen mehr ertragen musste in ihrem Todeskampf.

Irgendwann schließlich, als sich die Padawan sicher ziemlich war, dass die Patientin nichts mehr mitbekam, stützte sie ihr Gesicht in ihre Hände. Sie rang um Fassung. Es war schwer zu ertragen jemanden so sterben zu sehen, selbst wenn die Person im Grunde fremd war. Aber es machte deren Schicksal um nichts weniger erschütternd. Wie gut konnte sie jene verstehen, welche den Krieg verteufelten und sich nur noch nach Frieden sehnten. Ohne den Krieg wäre all dies nicht geschehen. Ja, Talery würde sich dafür einsetzen - allerdings natürlich ohne Gewalt - mit all ihren Fähigkeiten, was zugegeben im Moment noch nicht besonders viele waren. Aber sie würde lernen - und sie wollte lernen. Daher stand die Caamasi schließlich auf, um sich einen Schluck zu trinken zu holen. Obwohl sie körperlich nichts getan hatte war sie erschöpft. Die ganze Arbeit hier drückte auf ihr Gemüt. Auf dem Weg zu einem Wasserspender sprach sie ein zweimündiges Wesen an, das die Caamasi mit ihrem momentanen Tunnelblick gar nicht registriert hatte.


"Danke, dass ihr Jedi hier seid. Allein, dass die Republik Hilfe in Form von Medikamenten und sogar Personal geschickt hat hilft uns ein paar mehr Leben zu retten."

Dann drückte ihr der Ithorianer kurz die Hand und war wieder verschwunden. Im ersten Moment war ihr verdutzt der Mund offen stehen geblieben, dann kam ein Lächeln über ihre zuletzt sehr verhaltene Miene. Sie bewegten also trotz allem etwas? Mit einem Wasser in der Hand schlich sie dann schließlich zurück zu ihrer Meisterin und ließ sich in deren Nähe irgendwo nieder. Also diese Zeit für sie hatte warf sie Eisblume einen durchdringenden Blick mit ihren orangenen Augen zu, in dem bestimmt auch ein Teil ihrer Erschütterung zu sehen war.

"Du musst mir unbedingt die Machtheilung lernen."

Denon - Raumhafenbezirk - Krankenhaus - auf der Station der Todkranken - Eowyn, Aketos, Shen, Brianna und Talery
 
Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station der Todkranken - u. a. Brena (NPC), Aketos, Shen, Eowyn, Talery und Brianna

Wenn Brianna von Eowyn eine klipp und klare Antwort erwartet hätte, warum Shen sie begleitete, wäre sie enttäuscht worden, doch da sich die Großmeisterin zuvor im Regierungsgebäude schon eher ausweichend erklärt hatte, rechnete die Silberhaarige gar nicht mit einer logisch begründbaren Antwort. Eowyn hatte den jungen Miraluka mitgenommen, ohne zu wissen warum, und entschuldigte sich förmlich dafür. Brianna hatte schon öfter erlebt, dass Jedi aus einer vagen, flüchtigen Ahnung heraus teilweise sogar folgenschwere Handlungen unternahmen, eine Haltung die sie, obwohl selbst eine von ihnen, nicht wirklich verstehen konnte. Sie wichen – so stellte die Echani es sich jedenfalls vor – einem Blasterschuss nach links aus, weil sie ein Kribbeln im linken Zeh spürten. Brianna wich aus, weil sie sah, worauf der Lauf gerichtet war und las es in den Augen des Schützen. Sie wollte nicht mit ihrem Leben darauf wetten, ob der Zeh nicht nur zufällig kribbelte oder ihr anstatt links auszuweichen sagen wollte, dass der Schuss nach links gehen würde. Natürlich sah die Sportlerin auch, dass diese Jedi-Methode einfacher und somit effizienter war als ihre, doch sie vertraute nicht so sehr auf die Macht, sie konnte es nicht. Sie assoziierte zu viele Misserfolge und schlimme Dinge mit ihr, es war ein Werkzeug, das sie benutzte, um noch besser in den Bereichen zu sein, in denen sie ohnehin gut war, oder um Wesen zu heilen, und um noch besser zu erkennen, was
jetztwar, nicht, was die Zukunft bringen konnte. Darauf basierte sie ihr Handeln, und wusste nicht, ob sie über diese anders denkenden Jedi den Kopf schütteln konnte oder sie bewundern musste für dieses Maß an Vertrauen. Eowyn nahm Shen also mit, einen Unbekannten, der ihr offenbar zufällig über den Weg gelaufen war, obwohl es derzeit wirklich sehr ungünstig war, irgendwelche Leute mit sich herumzuschleppen, wegen wo auch immer es bei der Menschin zwickte, wenn sie eine Ahnung durch die Macht hatte. Auf eine gewisse Weise war es bewundernswert, zumal die Großmeisterin geradezu schwach und hilflos wirkte, als sie sich erklärte. Dennoch, Brianna hatte in den letzten Tagen begonnen, ihrer Missionsleiterin zu vertrauen und schämte sich schon beinahe, sie in eine derartige Situation gebracht zu haben, so dass sie die Sache letztlich dabei beließ.

Die Großmeisterin hatte ohnehin mit Aketos zu tun, und die Ritterin selbst eine Padawan zu betreuen. Auf ihre Fortschritte angesprochen, sprach Talery etwas rätselhaft von den schweren Verletzungen der Frau, die offenbar Baari hieß. Brianna erkannte zunächst nicht, was ihre Schülerin damit meinte, außer dass sie ihre Anspannung fühlte, bis ihr aufging, dass der Zustand ihrer Patientin so schlecht war, dass sie nicht öffentlich darüber sprechen wollte.

„Sehr gut, und leider hast du damit wohl recht,“

Lobte die junge Jedi-Heilerin und legte dabei die gewisse Zurückhaltung an den Tag, die sich mit einer solchen Nachricht verband. Dennoch fühlte sie sich berufen, die Einschätzung der Caamasi nachzuprüfen und konzentrierte sich auf den Körper dieser Frau Baari. Es dauerte nicht allzu lange, festzustellen, dass das, was ihre Padawan ihr vermutlich hatte sagen wollte, tatsächlich zutraf. In der Macht fühlte sie sich mehr tot als lebendig an, so dass Brianna befürchten musste, dass es sehr bald mit ihr zu Ende gehen würde. Der erste Impuls der Weißhaarigen war, quer durch den Saal zu rauschen und mit aller Macht ihren Tod zu verhindern, schaffte es aber, diesen so lange zu unterdrücken, dass das Nachdenken einsetzen konnte. Konnte sie diese Frau retten? Möglicherweise. Eigentlich gehörte es zu Briannas Selbstverständnis, zu denken, dass sie jede sterbende Lebensform am Leben erhalten konnte, wenn sie ihre Kraft dafür einsetzte, aber sicher war sie sich nicht. Sie hatte bereits Kestrel und sich selbst am Leben erhalten, jeweils in Situationen, in denen sie angenommen hatte, dass sie sterben würden. Deshalb vertrat sie diese Ansicht, obwohl sie nicht wusste, ob sie anderenfalls gestorben wären. Der Gedanke, sich jetzt mit wesentlich präziserem Gefühl für die Macht an einer solchen Aufgabe zu versuchen, drängte sich auf – außerdem konnte sie als Heilerin wohl kaum einfach tatenlos zusehen, wie eine Person vor ihren Augen starb? Oder, konnte sie? Die Jedi dachte an ihre Mission, und was sie bedeutete. Offensichtlich konnte sie nicht jede retten, die ihrer Hilfe bedarf, doch ihre Aufgabe bestand darin, so vielen wie möglich zu helfen. So vielen wie möglich. Wenn sie anfing, sich um Frau Baari zu kümmern, würde sie den Rest des Tages damit verbringen, sie am Leben zu erhalten, und lief immer noch Gefahr, dass sie sterben würde, während sie schlief. In derselben Zeit konnte sie aber fünf oder mehr andere Personen behandeln und dabei noch mehr ihrer Kräfte für den nächsten Tag aufsparen, Kräfte, die sie aber dringend benötigen würde. Brianna seufzte. Auf diese spezielle Herausforderung hatte sie niemand vorbereitet, noch hatte sie selbst daran gedacht. Dass sie entscheiden sollte, wer am Leben blieb und wer starb.

„Mach' weiter mit dem was du tust. Sie braucht dich jetzt,“

Meinte sie schließlich bedrückt zu Talery und fragte sich, wie sie zukünftig in der Nacht noch schlafen können sollte. Ihr eigener Patient, dem sie sich anschließend zuwandte, da sie das Schauspiel nicht weiter verfolgen wollte, war dagegen auf ganz eigene Weise hoffnungslos. Er hatte nichts, vor allem keinen Grund zum sterben, und doch tat er es. Er würde wohl deshalb nicht schwer zu behandeln sein, aber sollte sie nicht wissen, was ihm fehlte? Als sie noch nachgrübelte, traf Shen wieder ein und er sprach auf Nachfrage tatsächlich, immerhin. Die Frage nach den Jedi ignorierte der Miraluka dabei geflissentlich, doch zumindest erfuhr sie etwas von seiner Herkunft.

„Ich bin Jedi-Ritterin Brianna Kae und es freut mich, dich kennenzulernen, Shen,“

Stellte sie sich lächelnd vor, obwohl es mehr eine Floskel war als ehrlich gemeint. Des weiteren erzählte der Fremde, wie er vorhin Eowyn getroffen hatte und dass er auf seine „Bestrafung“ wartete. Das sah der Menschin allerdings nicht ähnlich, soweit sie sie kannte, und vermutlich würde auch keine erfolgen. Ihre Gründe hatte sie ihr ja genannt, obwohl die Echani nicht wusste, was sie damit anfangen sollte. Akzeptieren, dass er sie bis auf weiteres begleiten würde, auf jeden Fall.

„Du bist also nicht von Denon, verstehe ich das richtig? Das ist schade, denn wir könnten durchaus einen ortskundigen Begleiter gebrauchen,“

Erkundigte sie sich und sah ihn eindringlich an.

„Aber wenn du ‚alles‘ sagst, meinst du dein normales Leben… und deine Freunde? Kam das Imperium euch auf die Schliche?“

Für eine „Bestrafung“ konnte sie allerdings sorgen, auch wenn sie sich nicht gerade für die Gebäudesicherheit zuständig fühlte. Zum Beispiel bereute sie bereits, den Kranken angenommen zu haben, der nicht an Jedi glaubte und dem nichts zu fehlen schien. Shen konnte bestimmt gut Patienten aussuchen, vielleicht nahm er durch seine Machtsicht dabei sogar mehr wahr als andere Leute. Außerdem war diese Arbeit schön nachprüfbar, wie ehrlich er es meinte und wie gut er infolgedessen arbeitete.

„Es wäre allerdings natürlich nicht allzu nett von uns, dich lange auf deine Bestrafung warten zu lassen, nicht wahr? Solange Großmeisterin Eowyn dir nichts anderes mitteilt, besteht sie darin, dass du für uns und mit uns in diesem Krankenhaus arbeitest. Ich möchte, dass du dich mit den Leuten hier unterhältst und mir mitteilst, woran diese leiden, welchen die Ärzte am wenigsten helfen können und wer die schlimmsten Schmerzen hat. Auf dieser Basis werde ich dann meine nächsten Patienten auswählen. Als Jedi-Heilerin bin ich geneigt, zu denken, dass du durch deine Machtsicht eher mehr wahrnehmen kannst als eine gewöhnliche Person dies könnte,“

Beschied sie dem Miraluka und nachdem dieser verschwunden war, wandte sie sich endgültig wieder ihrem Patienten zu. Das Verrückte war, dass es in seinem Körper nichts gab, das sich „falsch“ anfühlte. Alles war so, wie es sein sollte, nur schien er überhaupt keine Kraft mehr in sich zu haben. Sein Puls war langsam und auch ohne Messung war ihr klar, dass sein Blutdruck im Keller war. Brianna begann zu suchen, und als sie nichts fand, begnügte sie sich damit, ihm eine Auffrischung wie zuvor Senator Towani zukommen zu lassen und bat anschließend Brena um eine zweite Meinung, vermutend, dass es ihr selbst an Erfahrung in derartigen Situationen mangelte.

Während sie noch auf das Ergebnis ihrer Kollegin wartete und, eine weitere Tasse Tee trinkend, Talery beobachtete, passierte es. Baari brach mitten im Satz ab, und die Macht zitterte, als ihre schon sehr schwache Präsenz endgültig erlosch. Ob sonst jemand im Raum es wahrnahm, war unklar, doch Brianna war ergriffen. Zweifellos war sie längst nicht so nahe am Wasser gebaut wie Aketos, doch sie wischte sich ihre feucht werdenden Augen, als ihre Padawan auf sie zu kam. Eine Frau starb, und sie machte Teepause – wie verdammt unpassend und daneben. Nur, wenn sie sich nicht in kürzester Zeit selbst kaputt machen wollte, versuchte sie gar nicht erst, jede zu retten und dachte vor allem nicht darüber nach. Über die Ablenkung Talerys war sie daher froh.

„Definitiv! Nur, obwohl es hier von Kranken nur so wimmelt, ist es ein schlechter Platz um die Heilung zu erlernen. Hier sind alle so schwer verletzt, so dass deine ersten Gehversuche für dich wahrscheinlich sehr frustrierend ausfallen würden, weil du anfangs vielleicht gar keine erkennbare Verbesserung erzielen würdest. Ganz zu schweigen davon, was die Patienten sagen würden, wenn wir sie als Schulungsobjekt benutzten. Ich selbst habe seinerzeit mit einem kleinen Blümchen begonnen, und dann mit Kratzern weitergemacht,“

Erklärte sie der Caamasi leise.

„Allenfalls könnte ich mir vorstellen, dass du versucht, jemandes Schmerzen zu lindern, das ist einfacher, als die Ursachen zu kurieren, Wenn wir der Betreffenden die Situation erklären und sie einverstanden damit ist, dass du versuchst, ihr die Zeit zu erleichtern, bis ich kommen kann. Das wäre vielleicht ein gangbarer Weg.“

Brena war inzwischen fertig mit der Untersuchung und verkündete in derselben Lautstärke, so dass der Patient es nicht hören konnte, zu keinem anderen Schluss zu kommen.

„Ich täusche mich also nicht? Ich wollte schon an meinen Fähigkeiten zweifeln… vielleicht gibt es tatsächlich keine körperliche, sondern eine psychische Ursache. Die Echani glauben, dass das Geistige, der Wille eine große Macht über den Körper ausüben kann, doch ich habe noch nie gehört, dass man davon sterben könnte – obwohl man sagt, den ‚Lebenswillen‘ zu verlieren. Talery, magst du dich mit ihm unterhalten und herausfinden, wie die Krankheit begonnen hat? Was er gemacht und erlebt hat?“


Meinte sie zu ihrer Padawan. Anderenfalls konnte sie zwar versuchen, ihn mit der „Gießkanne“ so lange aufzurichten, bis er wieder ganz fit war, doch bezweifelte sie, dass das Ergebnis dann permanent sein würde und das Leiden sich nicht nur auf höherem Niveau fortsetzte. Nein, hierbei musste es schon genau gehen. Sie würde sich nicht nachsagen lassen, Pfusch abzuliefern, und da Talery die Erkundung genauso gut durchführen konnte, brauchte sie sich nicht einmal vorzuwerfen, jemand anderes dafür zu vernachlässigen.

Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station der Todkranken - u. a. Brena (NPC), Aketos, Shen, Eowyn, Talery und Brianna
 
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Auch wenn es nur eine Floskel war und Shen wusste, dass die Jediritterin es nicht ernst meinte, als sie sagte, dass sie sich freute ihn kennen zu lernen. Es war wenigstens mal ein guter Anfang. sie sagte es um einiges freundlicher als sie ihn vorher angesprochen hatte. Es war auch nicht zu übersehen, dass er in der denkbar schlechtesten Zeit zu ihnen gestoßen war. Die Stimmung war schon im Keller, überall lagen verletzte und die Jedi wollten aber konnten nicht allen helfen. Gleichzeitig merkte er auch, dass die Padawane darunter litten. War das das Leben eines Jedi? Dann war es was ganz besonderes und unheimlich hartes. Shen hatte schon viel gesehen. Er hatte mit angesehen wie Leute, die ihm das meiste auf der Welt bedeuteten getötet wurden. Er war innerlich schon zusammengebrochen. Aber das hier kam der Situation von damals fast schon nahe. Doch hier bestand noch Hoffnung, eine Hoffnung, die nur ein Funke in der Finsternis war. Es war wirklich etwas besonderes, so einen Funken zu sehen. Früher war er auch einmal ein solcher Funke gewesen. Die drei hatten damals fast nichts ausrichten können und haben immer ihr bestes gegeben. Ihr Ziel, den vielen Menschen zu helfen hatten sie jedoch nie erreichen können. Aber sie hatten wenigsten einigen Menschen helfen können. Das war es was zählte, solange es noch Leute gab die anderen einfach so halfen, solange glühten noch die Funken der Hoffnung.

"Es ist mir eine Ehre sie kennen zu lernen Jediritterin. Doch leider muss ich sie enttäuschen. Ich kenne mich auf keinem Planeten aus."

Shen war nie in Verlegenheit geraten sich auf Planeten auszukennen zu müssen. Früher hatte das meistens Jack übernommen und wenn er sich mal nicht auskannte, dann fand Shen immer durch Zufall den richtigen Weg. Jetzt aber irrte er sowieso schon umher, da war er froh überhaupt zu wissen, dass er auf Denon war.

"Nein das Imperium kam uns nicht auf die Schliche, wir haben immer alles anderen Offizieren oder so anhängen können. Wir haben leider nicht vielen helfen können, insgesamt vielleicht 10000, das ist nichts im Vergleich zu den vielen Millionen die auf den Planeten leben. Aber wir waren gründlich. Wir waren eine Zeit lang in dem was wir taten perfekt, doch dann machten wir einen Fehler. Wir hatten neben dem Helfen von anderen noch das Hobby verschiedene Orte zu erkunden. Wir waren in einer Höhle, die eine Sackgasse war. Wir waren die ersten, die sie betreten hatten, aber nicht die einzigen. Während wir noch drinnen waren, hatten zwei Sith die Höhle betreten. Es war ein Wunder, dass ich die Begegnung überlebt habe."

Shen überlegte kurz entschloss sich aber doch weiter zu erzählen.

"Ihr könnt euch das sicher vorstellen. Wir waren in der Höhle und plötzlich habe ich es gespürt, dass um die Ecke zwei Sith waren. Sie haben richtig Impulse des Bösen über die Macht ausgesandt. Ich konnte spüren, dass sie in wenigen Sekunden um die Ecke biegen würden und ich wusste, dass wir alle sterben würden. Meine beiden Freunde hatten Waffen ich nicht. Als die Sith um die Ecke gebogen sind haben meine Freunde alles abgefeuert was sie hatten. Sie kämpften verbittert um jede Sekunde und lenkten die Sith ab. Ich lief. sie hatten mir das Zeichen gegeben zum Laufen und ich bin gelaufen. Noch vor dem Höhlenausgang konnte ich spüren, dass wir alle drei starben.

Shen hörte mit dem Bericht auf, denn er war der Ansicht, dass er all ihre Fragen ausreichend beantwortet hatte. Außerdem hatte er das Gefühl, dass er diese Geschichte wohl bald noch einmal erzählen würde müssen. Oder zumindest Teile davon. In dem Moment musste er wieder an das Holocron denken. Er hatte bis jetzt immer von einer Höhle gesprochen und nicht erwähnt, dass in der Höhle ein Jedigrab war. Was würde wohl passieren, wenn man bei ihm das Holocron fand? Meister Yon-go hatte Shen zweifellos das Leben gerettet, aber Holocrone waren Schätze. Nein diese Gedanken musste er aus seinem Kopf verbannen, er musste sich auf das hier und jetzt konzentrieren. Dabei wurde ihm jetzt schon geholfen, als die Jediritterin ihm seine Strafe verkündete. Eine recht milde Strafe für den Anfang fand Shen aber er fügte sich ohne ein Wort sondern mit einem nicken. Er machte die Andeutung einer Verbeugung und entfernte sich von Brianna. In dem Moment als er die verschiedenen Verletzten genauer "betrachten" wollte spürte er etwas am Rande seiner Wahrnehmung. Er rannte zu einer Frau, die scheinbar Ohnmächtig auf ihrem Bett lag und sich nicht rührte. sie hatte einige Verbände doch ihre Wunden schienen nicht sehr schwer. In dem Moment als Shen sie erreichte, riss die Frau die Augen auf. Shen hatte den Rand ihres Bettes erreicht und drückte ihre Schultern mit einer Hand fest auf das Bett und hielt mit seiner anderen Hand ihre Hand. Die Frau schrie auf und war in Panik verfallen, würde sie Shen nicht auf dem Bett festhalten, würde sie in ihrer Panik aus dem Bett springen und sich, sowie andere verletzten. Shen hatte lustigerweise im erste Hilfe Kurs gelern, wie man mir Leuten in Panik zu verfahren hatte. Er blieb ganz ruhig und hielt die Frau fest und schaute ihr die ganze Zeit in die Augen. Dabei sprach er ihr die ganze Zeit zu:

Alles ist gut, beruhigen sie sich, alles ist gut,....

Die Frau hatte aufgehört zu schreien, doch sie versuchte sich immer noch zu befreien. Doch Shen ließ nicht locker. Er hatte sie in einem Griff, der ihr nicht wehtat, es aber unmöglich machte sich durch wildes herumschlagen zu befreien. Auch wenn Shen mehrmals von ihrer anderen Hand erwischt wurde, hielt er sie mit unendlicher Ruhe fest. Langsam schien auch sie ruhiger zu werden, denn sie hörte mit den zappelnden Bewegungen auf. Doch es dauerte noch mehr als eine Minute, bis sie sich soweit beruhigt hatte, dass sie sprechen konnte.

"Wer bist du, wo bin ich, was ist passiert?"

sprudelte es aus ihr heraus. Langsam hörte sie auf sich zu wehren und Shen ließ ihre Schultern los. Jedoch hielt er weiter ihre Hand. Er sagte kurze Zeit nichts, um etwas von seiner inneren Ruhe auf sie zu übertragen. Als sich Shen sicher, war, dass sie sich genug beruhigt hatte um ihm zuhören zu können begann er leise zu ihr zu reden. Er redete so leise, damit sie nicht das Gefühl bekam dass sie belauscht wurde und merkte, dass er im Moment nur für sie da war.

"Sie sind hier in einem Krankenhaus, ich bin Shen, aber was passiert ist weiß ich nicht. Aber es wird ihnen bald besser gehen. Ich bin für sie da"

Die Frau nickte dankbar und drückte Shens Hand. Shen sah ihr an, dass sie sich endlich richtig entspannte, aber trotzdem versuchte, sich zu erinnern was geschehen war. Er sagte nichts, denn er wollte ihre Ruhe nicht stören. Wenn sie etwas brauchte, würde sie es sagen.

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OP: Zeitlich auch nicht so clever.
Gegen Ende hin offen, brauch noch was für den nächsten Post :P
 
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Talerys innerliche Erschütterung nach dem Tod der Patientin, mit der sie vor kurzem noch gesprochen hatte legte sich ein bisschen, als sie mit ihrer Meisterin Eisblume sprach. Allein der Klang von deren Stimme half ihr ihre Haltung wieder zurück zu gewinnen, um sich emotional von dem Geschehenem distanzieren zu können. Das brauchte sie auch, denn sonst hatte sie Gefühl in all dem Elend, Leid und Schmerzen fast zu ertrinken, von dem Geruch gar nicht zu sprechen. Ihre dreifingrigen Hände verkrampften sich dennoch an dem mitgebrachten Wasserglas. Aber das lag nicht daran, dass Brianna wie sie sagte eine Station voll mit Todkranken als wenig geeignet für das Erlernen der Machtheilung hielt. Die Begründung der Echani konnte die Caamasi nämlich gut nachvollziehen. Was machte es schließlich einen Unterschied für ein sterbendes Wesen, wenn vielleicht eines seiner Organe geringfügig besser funktioniert als vorher, aber der ganze Organismus trotzdem kurz vor dem Kollaps stand?

"Das verstehe ich natürlich...",

gab Talery ihrer Meisterin zur Antwort. Dennoch fühlte sich die junge Händlerstochter so hilflos, so unfähig die Leiden all der Todkranken zu lindern. Sie wollte ja helfen, aber mehr als mit denjenigen reden, die noch bei Bewusstsein waren konnte sie nicht. Dennoch wusste sie das Angebot ihrer Meisterin zu versuchen zumindest die Schmerzen eines Patienten zu mindern bis Eisblume Zeit hatte durchaus zu schätzen. Es war lieb gemeint. Allerdings hatte die gefiederte Padawane keine Ahnung, ob sie dies überhaupt konnte. Daher war sie hin- und hergerissen, ob sie es einfach mal auf gut Glück versuchen sollte. Es gab moralische Argumente dafür und dagegen. Deshalb war Talery fast schon dankbar für die Unterbrechung durch nasser Hund, welche eine Diagnose der Echanijedi bestätigte. Es klang in der Tat sonderbar, was die Whiphidin beschrieb. Warum sollte jemand hier, auf der Station der Todkranken liegen, obwohl keine körperlichen Schäden feststellbar waren? Für andere Patienten musste das schon fast wie blanker Hohn klingen! Andererseits sagte sie sich, dass sie dann nicht enttäuscht sein brauchte, wenn der Mann dennoch starb. Es war schließlich sein Wunsch und vielleicht konnte er so Frieden finden mit dem, was ihn so sehr verstörte bzw. zu schaffen machte. Also würde sie das tun, was sie zumindest sicher konnte - reden.

"In Ordnung. Das kann ich machen."

Dann atmete Talery tief durch und ließ sich von Brena dem Patienten zeigen, um den es ging. Sich selbst darüber wundernd, woher sie diese Kraft nahm setzte Talery sich an das schmale Bett in der Nische, auf dem der junge Mann lag. Ihr mittlerweile leeres Glas stellte sie einfach auf Tischchen neben dem Bett. Die Caamasi hatte schon genug Menschen und Nahmenschen gesehen, so dass sie aufgrund des äußeren Anblicks durchaus bestätigen konnte, dass er von außen gesund zu sein schien. Dennoch sprach sein Blick Bände. Seine Augen wirkten leer und waren auf nichts fokussiert. Er starrte irgendwo zwischen Wand und Zimmerdecke in die Unendlichkeit als ob sich dort die Lösung seiner Probleme befinden würde.

"Hallo, ich bin Talery It'Kles, eine Caamasi",

stellte sie sich vor und hoffte einen Moment naiv darauf, dass ihr allein der Ruf ihrer Spezies die Tür zum Bewusstsein dieses Mannes öffnen und den Grund seines Zustands offenbaren würde, was Brena und Brianna nicht hatten bewerkstelligen können. Aber wie fast zu erwarten war erfolgte keine Reaktion von ihm. Man hätte fast meinen können, er wäre gar nicht bei Bewusstsein, so abwesend wirkte der Mann. Jedoch suchte sein Blick für einen Moment Talerys fremdartiges Gesicht ehe er sich wieder abwandte, um irgendetwas anzustarren, was nur er sehen konnte. Danach redete die Caamasi mit ihrer hellen, unverkennbaren Stimme leise einige Zeit auf den Mann ein, fragte was ihm zugestoßen war, wie er die Schlacht um Denon erlebt hatte, ob er verwundet worden war usw., aber sie erhielt keine Antwort. Talery unterdrückte ein Seufzen. So langsam konnte sie verstehen, warum die anderen beiden Jediheilerinnen sich keinen Reim auf diesen Patienten machen konnten. Aber so leicht wollte sie es sich nicht machen. Die Caamasi hatten einen Ruf zu verteidigen, zumindest in Talerys Gedanken. Sie versuchte sich auf ihre ureigenen Instinkte zu konzentrieren, für die ihre Spezies so berühmt war. Was konnte einem Mann so sehr schmerzen? Ob es eine "sie" gab oder gegeben hatte? Da Talery sonst leider auch keine großartigen Einfälle hatte, versuchte sie es einfach ins Blaue.

"Ist ihr etwas zugestoßen?"

Im Grunde erwartete die Caamasi keine Reaktion, weshalb sie sein plötzliches, heiseres Gemurmel im ersten Moment fast erschreckte.

"Tirena... Tirena...", hauchte er, danach wurde er lauter. "Nein, tut ihr nichts. Sie ist doch noch so jung und sie kann euch nichts tun. Bitte nicht. Nein, nein..."

Es machte fast den Eindruck als ob der Mann das für ihn erschütternde Erlebnis noch einmal vor seinem geistigen Auge miterleben musste. Nach dem letzten Nein durchfuhr ein heftiges Zittern seinen ganzen Körper. Danach war er wieder still und sah aus wie zuvor. Nachdenklich lehnte sich die Caamasi zurück. Tirena klang wie ein Frauen- oder eher Mädchenname, so wie er die Person beschrieben hatte. Auch ließ sein Zucken keinen anderen Schluss zu als das diese Tirena ums Leben gekommen sein musste. Unschlüssig wie sie weiter vorgehen sollte suchte sie Briannas Blick. Schließlich war die Caamasi keine Psychologin und wie Menschen tickten wusste sie auch nicht wirklich - und sie wollte ja auch nichts falsch machen.

"Hast du einen Moment Zeit?"

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Was war es, was war das Besondere, das Eowyn in Shen gespürt hatte, von der Tatsache einmal abgesehen, dass er als Miraluka offensichtlich machtsensitiv war. Wenn das alleine der Grund wäre, hätte der Orden längst seine Zelte auf welchem Planeten auch immer Miraluka normalerweise lebten aufschlagen müssen und Brianna wesentlich mehr Vertreter der Spezies auf Lianna gesehen haben. Womöglich gab das Gespräch Aufschluss darüber; die in Anbetracht ihrer Laune (eine verwüstete Welt wie Denon zu sehen war deprimierend genug, in einem überfüllten Krankenhaus dort auf verlorenem Posten im Kampf gegen den Tod zu stehen, ganz zu schweigen) und ihrer bisherigen Meinung von Shen geradezu exzessive Freundlichkeit schien auch zu helfen, die Schale zu knacken.

„Das heißt, du bist daran gewöhnt, dich in fremden Umgebungen zurecht zu finden – auch dafür haben wir gute Verwendung. Von deiner Machtsensitivität ganz zu schweigen,“

Entgegnete Brianna, wild entschlossen, einen Sinn an Eowyns Wink der Macht zu finden. Wenn man der Selbstdarstellung des Fremden Glauben schenken wollte, mochte es diesen tatsächlich geben. Er schien recht routiniert darin zu sein, Wesen in Not zu helfen, auch wenn seine Geschichte sehr an diesen Crossdresser namens Robin aus dem Sherlock Forest erinnerte. Deswegen musste sie allerdings nicht erfunden sein, sie sie kannte das von sich selbst als Frau, die in ihrer Jugend von den Reichen (genau genommen praktisch jede, der auf den mittleren und oberen Ebenen von Nar Shaddaa den Eindruck auf sie machte) gestohlen hatte, um es den Armen, präziser ausgedrückt notleidenden Waisenkindern, noch präziser sich selbst zukommen zu lassen. Just diese Parallele löste eine gewisse Sympathie für Shen in ihr aus – nur zu dumm, dass die Jedi im Allgemeinen eine recht bornierte Einstellung dem pragmatischen Aneignen suboptimal eingesetzter Güter gegenüber vertraten. Die Echani hatte immer noch die eigentlich für die Instandsetzung der TARDIS requirierten Credits der Alzoc-III-Piraten, die diese inzwischen ohnehin nicht mehr benötigten.

Zu erfahren, dass Shens Freunde bzw. Diebeskumpane von Sith getötet worden waren, tat der Silberhaarigen sehr leid, auch wenn seine Darstellung offen ließ, inwieweit diese einen Angriff der Machtbenutzer provoziert hatten. An dieser Stelle hielt sich der Miraluka recht vage, vor allem spazierten Sith ihrer Erfahrung nach nicht zum Vergnügen durch x-beliebige Höhlen. Von Vorahnungen hielt sie einerseits nicht viel, andererseits wusste sie aus eigener Erfahrung nur zu gut um das Wesen der Sith.

„Das Schicksal deiner Freunde tut mir sehr leid,“

Meinte Brianna mit Anteil nehmend gesenktem Blick. Dass der junge Mann ihren Tod gespürt hatte, wirkte wie eine weitere Parallele, die sie sich ihm verbunden fühlen ließ. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass das normal für Miraluka war. Zudem die Begegnung mit den Sith – ob das der Inhalt von Eowyns Ahnung gewesen war? So langsam erschien die Entscheidung, ihn mit zu nehmen, Sinn zu ergeben.

„Ich weiß genau, wie es sich angefühlt haben muss.“

Dabei beließ sie es, da sie nicht nur keine Lust hatte, selbst einen Schwank aus ihrer Jugend zu erzählen und Shen obendrein erkennbar darauf erpicht war, das Gespräch zu beenden.

Dass Talery verständnisvoll reagierte, als Brianna ihr erklärte, warum sie ihr nicht hier und jetzt die Macht-Heilung lehren konnte, hatte die Echani nicht unbedingt erwartet, doch sie nahm das Geschenk dankbar an, war es doch ein Problem weniger für den Moment. Zwei, nachdem ihre Padawan sich bereit erklärt hatte, sich um den Patienten zu kümmern, bei dem weder sie noch Brena weiter wussten und für den ihr schlicht und ergreifend die Zeit fehlte.

„Danke Talery. Du bist mir ganz ehrlich eine große Hilfe,“

Bedankte sie sich anerkennend. Schneller als befürchtet entwickelte sich ihr Einsatz hier auf Denon auf unangenehme Weise zu Fließbandmedizin, deprimierend weit von ihrem Idealbild als Jedi-Heilerin entfernt. Umso mehr wurde Brianna dies bewusst, als ihre Schülerin sie ebenso wie Shen verlassen hatte und sie plötzlich da stand und sich fragte, wer „der nächste“ war. Einfach der nächste in der Reihe? Das war kein sehr sinnvolles Kriterium. Alle in diesem Saal und auf dieser Station brauchten ihre Hilfe, doch manche dringender als anderer. Nur fiel es ihr schwer, sich ein krankes Wesen anzusehen und anschließend die Entscheidung zu fällen, „nein, du nicht“. Im Endeffekt hatte sie diese unangenehme Aufgabe teilweise auf Shen delegiert, beziehungsweise sie schützte sich zumindest vor dem direkten Kontakt. Vielleicht würde sich die „Bestrafung“ des Miraluka im Laufe der Zeit doch mehr zu einer entwickeln als im ersten Augenblick gedacht. Letztendlich kam die junge Jedi-Ritterin auch gar nicht dazu, sich jemanden auszusuchen.

„Brianna, komm' bitte schnell!“

Ließ sich Brenas Stimme quer über den Saal vernehmen, zu einem, wie Brianna befand, recht günstigen Zeitpunkt.

„Was ist los?“

Fragte die Angesprochene, während sie durch den Raum sauste. Die Frage erübrigte sich allerdings, als sie den Patienten der Whiphidin erreicht hatte. Der Twi'lek zitterte am ganzen Körper und schien an unkontrollierten Zuckungen zu leiden, was die Arbeit der bepelzten Heilerin sehr erschwerte. Falls es sich um eine Reaktion auf die Machtanwendung handelte, dann war es die seltsamste, die Brianna je erlebt hatte. Bei einem Twi'lek, naja, wo auch sonst. Die ganze Spezies schien sie unisono nicht leiden zu können. Dass sie prompt einen Lek ins Gesicht bekam, als sie sich setzte, passte nur zu gut ins Bild.

„Versuch', ihn zu beruhigen, damit ich weiter arbeiten kann. Ich habe Angst, dass er mir weg stirbt.“

Als die athletische Nahmenschin sich (unter erschwerten Bedingungen) auf den Körper des Patienten konzentrierte, merkte sie schnell, dass bei ihm ganz und gar nichts in Ordnung war. An sich litt er „nur“ an großflächigen Verbrennungen, eigentlich gut behandelbar, erforderte es nicht Unmengen an Bacta, welches auf Denon, wie sie wussten, längst Mangelware war, doch der ganze Körper des Twi'lek schien in Aufruhr zu sein. Sein Herz raste. Sein Blutdruck war enorm hoch. Brianna hatte das Gefühl, dass die Energien des Mannes unkontrolliert durch seinen Körper waberten wie eine Plasmawolke, doch sie wusste, wie man mit so etwas umging, auf die gleiche Weise, wie sie einer feindlich gesinnte Person die Kraft entziehen konnte. Sie nahm seine Energie in sich auf, um sie in die Umgebung zu diffundieren. Nutzen konnte sie sie leider nicht. Zumindest verlangsamten sich die Prozesse im Twi'lek-Körper, zunächst hörte das Zappeln und schließlich auch das Zittern auf. Allmählich näherte er sich dem Gleichgewicht.

„Danke!“

Meinte Brena.

„Keine Ursache.“

Die Silberhaarige hätte gerne je ein Auge auf Shen und Talery gehabt, doch das war nur ansatzweise möglich gewesen – zudem hatte sie sich eigentlich einmal vorgenommen, den Neuankömmling Eowyns Problem sein zu lassen, auch wenn von dem Vorsatz nicht mehr viel übrig war. Sie hatte zwangsläufig die Schreie der Kranken mitbekommen, um die der Miraluka sich kümmerte und hörte jetzt ein Gespräch zwischen ihrer Padawan und dem grundlos sterbenden Mann mit, oder zumindest dessen Ende. Anschließend kam die Caamasi nämlich auf sie zu, um mit ihr zu reden.

„Natürlich, Talery,“

Erwiderte Brianna mit einem gütigen Lächeln auf den Lippen, welches zumindest in der Innenansicht so überhaupt nicht zur Situation und wie sie sich in ihr fühlte passen wollte.

„Ich habe das Ende eurer Unterhaltung mitgehört. Er scheint etwas Schlimmes erlebt zu haben, oder täusche ich mich da? In diese Richtung hatte ich ja bereits spekuliert, und auch, dass du etwas aus ihm herausbekommst, vielleicht sogar eher als ich oder sonst jemand.“

Meinte die Echani und ließ ihren Blick von Talerys Gesicht zu dem Mann wandern, der nun wieder so still und teilnahmslos da lag wie zuvor. Eigentlich war es ja die Padawan gewesen, die das Gespräch gesucht hatte, doch jetzt waren es die Gedanken der durchtrainierten Ritterin, die unbedingt ins Freie wollten.

„Ich denke, wenn wir erst einmal wirklich wissen, was ihm widerfuhr, wissen wir auch, was für seine Genesung nötig ist. Ihr Caamasi könnt doch wundersame Dinge mit Erinnerungen anstellen. Möglicherweise bekommst du noch mehr heraus, vielleicht wenn wir zusammen arbeiten. Oder, was wolltest du sagen? Ich bin offen für alles.“

Im Grunde war es ja eher ein Zeichen, dass das, was sie ihrer Schülerin zur Aufgabe gegeben hatte, sie beschäftigte, als dass sie ihr keine Gelegenheit gab, selbst etwas beitragen zu können. Zudem wusste Talery ja, dass sie keine Scheu haben musste, zu sagen, wenn sie anders dachte. Schließlich war sie nicht
die Art von Meisterin…

Denon, Raumhafenbezirk - Krankenhaus, auf der Station der Todkranken - u. a. Brena (NPC), Aketos, Shen, Eowyn, Talery und Brianna
 
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