Mon Calamari (Calamari-System)

Calamari System - Dac - Coral City - Hafen - Yacht "The Promise" - Deck 2 - "Großer Ballsaal" - zahlreiche Gäste, Matthew, Summer, Joseline und Marana


Marana hörte Joseline natürlich aufmerksam zu. Mochte Politik nun einmal nicht zu den Dingen gehören, mit denen sie sich gerne auseinandersetze, so war sie gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen, weil politische Entscheidungen massive Konsequenzen für ihre Geschäfte mit sich brachten.
Alleine diese Unterscheidungen in imperiale und republikanische Welten waren zeitaufwendig und nervenaufreibend. Beim Geld waren alle doch sowieso gleich raffgierig.
Die meisten Geschäfte tätigte sie auf republikanischen oder neutralen Planeten, aber durch die Umwälzungen des Krieges hatte sie auch schlagartig viele Geschäftspartner auf imperialen Planeten gehabt. Republik hin oder her, ihre Geschäfte den politischen Begebenheiten anzupassen, hätten sie nicht ruiniert, aber ihrem Portfolio empfindlichen Schaden zufügen können. Ganz zu schweigen, was der Neuaufbau gekostet hätte.
Zudem wäre es auffällig gewesen, die Geschäfte nach einer imperialen Übernahme einzustellen, so daß sie darauf verzichtet hatte. Aber ein Gutteil der auf Corellia erzielten Erlöse war in den Widerstand geflossen. Marana hatte diese Gelder als langfristige Investition gesehen. Und sie war sich sicher, daß der Zahltag näherrückte.
Wobei sie beim Lesen der Berichte über die Schäden in Coronet alles andere als erfreut gewesen war. Da waren fürs Erste noch weitere Investitionen von Nöten.


"Nun, ich würde mir keine grauen Haare wachsen lassen. Coruscant kann gut verteidigt werden. Das werden die Leute an den entsprechenden Stellen auch wissen. Ich denke nicht, daß die Agenda Coruscant in der nächsten Zeit beginnen wird."

Zumindest hoffte sie es. Machtübernahmen waren für Immobilienpreise alles andere als förderlich.

"Nun, das Wichtigste schien mir zu sein, daß der Kanzler darauf hingewiesen hat, daß die Republik ihre Schwäche durch Spaltung selbst begründet hat."

meinte sie nachdenklich.

"Vielleicht geht das auch in die Matschköpfe einiger Hardliner rein, daß man auch versöhnliche Töne anschlagen muß."

Nun gut, wenn Marana offen und ehrlich war, dann bezweifelte sie diesen Effekt dann doch.

"Aber es wird sich zeigen, wer den Sieg erringt. Die Falken oder die Tauben. Aber wenn ich es richtig verfolgt habe, sind die Befürworter für einen Frieden zahlreicher geworden. Ich bin mir nicht einmal sicher, daß Corellia jetzt schon befreit worden wäre, wenn der Vorstoß nicht direkt von Denon aus erfolgt wäre."

Auf Hapan war dies nämlich diskutiert worden. Wie sinnlos wäre dann die Entsendung der hapanischen Streitkräfte geworden. Die Katastrophe auf Denon hätte den hapanischen Ambitionen einen Strich durch die Rechnung machen können, auch wenn sie zum Zeitpunkt der Verhandlungen bereits bekannt gewesen war.
Ein Stop in der Offensive hätte alles in Frage gestellt und Turima die Verhandlungen im Senat schwerer gemacht. Der flegelhafte Teil der Delegation hatte sie das auch spüren lassen.
Natürlich war eine Beschwerde unterblieben, denn das Ziel war erreicht worden und man hielt sich nicht mit der Berücksichtigung kleiner Unpäßlichkeiten auf.


"Möchten Sie den Beförderungen beiwohnen? Dann sollten wir uns einen Platz in den hinteren Reihen suchen. Oder wir holen uns etwas zu trinken."

schlug Marana vor. Der Platz in den vorderen Reihen hatte seine Schuldigkeit erfüllt und damit sah sie ihre Pflicht erfüllt an.



Calamari System - Dac - Coral City - Hafen - Yacht "The Promise" - Deck 2 - "Großer Ballsaal" - zahlreiche Gäste, Matthew, Summer, Joseline und Marana
 
- Mon Calamari - Coral City - Haven - Yacht "the Promise" - Deck 2 /großer Ballsaal - mit Jibrielle und vielen anderen -​

„Verehrte Gäste. Seit kurzer Zeit kann das corellianische System als vom Imperium befreit gelten."

Den Kanzler von so nahem zu sehen war ein so surreales Gefühl, Miranda hatte ihn tausendmale an der Wand im Präsidium ihrer Mutter gesehen. Die ehemalige Kanzlerin Casia de Lieven hatte sie noch viel öfter gesehen - so als Bild - als sie ihre Mom nach den Vorlesungen bei der Arbeit besucht hatte. Es war so unfair das sie jetzt hier saß, ihre Mom, eine glühende Verehrerin der Republik tat seit Jahrzehnten gewissenhaft ihren Dienst voller Hingabe. Zudem verstand sie viel von Politik und verfolgte das aktuelle Geschehen im Senat stehts aufmerksam. Miranda war durchaus selbst am aktuellen politischen Zeitgeschehen interessiert, aber im Endefekt war das nur eine Randnotiz in ihrem Leben wie so vieles.

Mirandas Blick huschte für eine Nanosekunde auf Jibrielles Gesicht. Sie verfolgte die Rede des Kanzlers aufmerksam. Sie konnte nicht ahnen wie sehr sich das was die beiden da gerade unausgesprochen zelebrierten sich so sehr von ihren normalen Gewohnheiten unterschied. Sie verliebte sich nicht, sie weinte nicht vor anderen Menschen, sie gestand Frauen die sie reizvoll fand keine Hintergrund Geschichte zu. Und doch war sie es jetzt, hatte vor Jibrielle hemmungslos Rotz und Wasser geheult und wollte alles über sie wissen. Die Naboo erinnerte sich an eine Zeile aus dem guten Buch - liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wenn man das wörtlich nahm hatte sie sich bisher - nahm man ihr absolut herzliches Verhältniss zu ihrer Familie - überhaupt nicht geliebt, sich selbst ignoriert. Tja es sah aus als hätte Jibrielle Dari in ein paar Tagen erreicht was niemand bisher geschafft hatte. Und das ganz ohne Jedi Gedankentricks.

„Die Toten von Denon mahnen uns, wie die Toten von Bothawui und Corellia. Einige brachten dieses kostbarste aller Opfer willentlich auf dem Altar der Freiheit. Andere wurden nie gefragt, hatten keine Chance, sich zu entziehen. Unser oberstes Ziel muss es sein, die Zahl dieser Opfer so gering wie möglich zu halten, damit so viele Seelen wie möglich die Freiheit genießen können, die wir für sie erstreiten wollen. Doch wer deswegen die Richtigkeit unseres Kampfes gegen die Unterdrückung in Frage stellt, den erinnere ich an die Tausenden und Abertausenden, die im Namen des Imperators auf Courscant und anderen Welten immer noch niedergemetzelt werden, ohne die Chance auf einen Kampf zu haben.“

Miranda senkte den Blick bei den Worten des Kanzlers, sie schnitten sie wie heiße Messer in die Seele. Man wusste die Freiheit die man genoss überhaupt nicht zu schätzen, sie war verwöhnt und behütet auf Naboo aufgewachsen..Krieg und Unterdrückung waren ihr das ganze Leben lang so fern wie der Imperator selbst gewesen. Und dann traf sie die Erkentniss die sie viel zu lange nicht ereilt hatte, wie Millionen von Bürgern auch. Jeder einzelne hier, und nicht nur die Jedi, bildete diese feste undurchdringliche Grenze zum Imperium die es Leuten wie ihr ermöglichten ihr Lotterleben zu führen. Und sie konnte nichts dafür tun diesen Dienst auch nur im Ansatz wieder gut zu machen.
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„Und dazu möchte ich Sie jetzt alle einladen. Es gibt eine Zeit, zu kämpfen, es gibt eine Zeit der Trauer und es gibt eine Zeit, das Erkämpfte zu genießen. Diese Zeit ist jetzt. Feiern Sie mit uns, dass viele Seelen vor der allgegenwärtigen Angst befreit wurden, dass der Schatten des Imperiums über dieser Galaxis bedeutend kleiner geworden ist. Ich wünsche Ihnen einen wundervollen Abend.“

Miranda stimmte in den aufbrandenden Applaus ein als Kanzler Quùn die Rede beendet hatte. Der gute Mann hatte sie tief in ihrem Herzen berührt, auf eine Art die sie nicht erwartet hatte. Es wurde Zeit das Leben bewusster und dankbarer zu leben, und vielleicht hier und da ein bisschen an Morgen zu denken.
Nachdem der Kanzler die Bühne verlassen hatte, bot sich die Gelegenheit ein bisschen zu schwatzen. Miranda nahm Jibrielles Hand und beugte sich vor um ihr etwas ins Ohr zu flüstern.


"Ich bin so froh das dich an der Bar niemand bedient hat Jib. Ich bin froh das du mich magst".

Sie lies ihre Lippen kurz ihre Wange berühren, so das man von außen meinen konnte das sie sie versehentlich berührt hatte.

"Das du dich hier mit mir zeigst, als das was wir jetzt gerade eben darstellen, bedeutet mir viel. Ich sehne mich nach dir".

Sie kniff ihr ein Auge zu und schaffte wieder platz zwischen sich und ihr. Sie war erwachsen und anständig genug es hier und jetzt und in dieser Gesellschaft nicht zu übertreiben.

"War das nicht eine phantastische Rede?"

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- Mon Calamari - Coral City – Hafen - The Promise - Deck 2 - Großer Ballsaal – Mit Cris und Padme, John, Tomm, etc. –

Noch mehr Jedi und noch mehr Namen, die sie sich merken musste. Tomm Lucas, (den sie natürlich vom Hörensagen kannte)Tzsun Suss oder so ähnlich (verdammte Kamionianer mit ihren komplizierten Namen) und Raiken Irgendwas. Noa lächelte ihnen allen zu, auch wenn sie bezweifelte, dass einer von ihnen sie bemerkte, und hob kurz die Hand. Allmählich begann sie sich unter Jedi wie unter alten Freunden zu fühlen. Verrückt. Sie musste unbedingt die offiziellen Mitgliederzahlen des Ordens heraus finden, damit sie ausrechnen konnte, wie hoch der Prozentsatz jener Jedi war, mit denen sie in den letzten Monaten Bekanntschaft gemacht hatte. Wahrscheinlich kannte sie bereits 50% des Ordens oder mehr! Haha, nein, natürlich nicht. Aber manchmal kam es ihr tatsächlich so vor.

”Ich bin Journalistin.”

Erwiderte Noa, als Padme Masters erklärte, sie wäre nicht davon ausgegangen, dass der Kanzler seine Rede nicht selbst geschrieben hatte.

”Und ich habe vor Jahren mal einen sogenannten Redenschreibern kennen gelernt.”

Sie zuckte mit den Schultern.

”Es ist nichts verwerfliches daran. Wenn jemand wie der Kanzler alle seine Reden selbst schreiben würde, hätte er keine Zeit mehr zum Regieren. Redenschreiber selbst leben quasi im Schatten ihrer Auftraggeber, agieren im Geheimen, ohne jemals öffentlich ihren Namen zu nennen.”

Sie kniff Cris leicht in den Oberarm und grinste.

”Also so wie die du. Mehr oder weniger.”

Sie wandte sich wieder in die Richtung der Jedi-Rätin.

”Ich könnte mir sogar vorstellen, eines Tages selbst mal Ghostwriter für jemanden zu sein. Eine Biographie oder so schreiben… das wäre interessant. Lassen Sie mich wissen, wenn Sie irgendwann mal Ihre Memoiren schreiben wollen.”

Noa lachte. Ihr erstes erklärtes Ziel war, mit ihrem eigenen Namen erfolgreich zu werden, aber es sprach auch nichts dagegen, ab und zu auch etwas anderes auszuprobieren. Nur politisch aktiv zu sein, wie Padme zuerst vermutet hatte, das passte nicht zu ihr – jedenfalls nicht, so lange sie dabei keinen Blaster in der Hand halten durfte. Zur Politikerin eignete sie sich wirklich nicht. Dazu war sie zu, hm... eigensinnig? Cloé hätte an dieser Stelle behauptet, Noa wäre streitsüchtig, doch Noa bevorzugte zu sagen, dass sie nur nicht besonders gut darin war, sich mit anderen zu einigen.

- Mon Calamari - Coral City – Hafen - The Promise - Deck 2 - Großer Ballsaal – Mit Cris und Padme, John, Tomm, etc. –
 
[Dac, Coral City, Hafen, The Promise, Deck 2 Großer Ballsaal]- Kanzler Quún, Atril Ningo, Qwi Lur, Senatswachen, so gut wie alle Gäste

Unter doch zufriedenstellendem Applaus war Quún vom Podium zurückgetreten und hatte sich für den Moment zu seinem versammelten Stab begeben. Die Erste Administratorin war es, die sich aus der Menge an Funktionären und Beratern heraus begab und ihm ein anerkennendes Nicken schenkte.


„Eine inspirierende Rede, Kanzler.“

Die Bartfransen des Mon Calamari zuckten leicht.


„Ich werde es Ackram ausrichten. Einige der Passagen stammen aus seiner Feder.“

„Nun, vielleicht sollten Sie ihm dann auch ausrichten, dass bei aller Inspiration wohl einige trotzdem nicht zufrieden sein werden.“

Der Kanzler schüttelte leicht mit seinem massigen Haupt.

„Das ließ sich wohl kaum vermeiden – es sei denn, Sie können mir das Rezept für eine Rede nennen, das sich bestenfalls lose mit der Republik identifizierende Jedi und militärische Hardliner gleichermaßen zufriedenstellt, und zwar ohne, dass ich meine eigenen Überzeugungen dabei vollkommen über Bord werfen muss.“


Atril Ningo lachte, ein Laut, der von einer Sullustanerin in Quúns Ohren noch seltsamer klang als das eines Menschen.

„Das wird wohl kaum möglich sein, Kanzler. Ich denke, die breite Masse der Zuhörer hat durchaus verstanden, was Sie sagen wollten.“

„Hoffen wir’s.“


Der Applaus zumindest unterstütze die Beobachtung der ersten Administratorin, die sich in diesem Moment auf einen Datenblock in ihren Händen konzentrierte, auf dem augenscheinlich die nächsten Programmpunkte vermerkt waren. Die erste Hürde mochte der Kanzler genommen haben – doch seine Aufgaben am heutigen Abend waren noch lange nicht erschöpft.

„Zunächst stehen die Ehrungen unserer tapferen Soldaten an“, informierte die Sullustanerin nach Beendigung ihrer Lektüre schließlich.

„Ein paar einleitende Worte werden Admiral Altmin und General Maybourne sicher zu schätzen wissen. Außerdem erscheint es mir wichtig, zu signalisieren, dass das Verhältnis zwischen Ihnen und der Militärführung aufgrund der Denon-Frage nicht so zerrüttet ist, wie einige Medien herbeischreiben.“

Quún schnaubte.

„Die Ehrung unserer Soldaten sollte Anlass genug für ein paar Worte sein. Neben dem Orden der Jedi sind sie es, denen wir die letzten Siege zu verdanken haben.“


Da bereits wieder Ruhe in den Saal eingezogen war – relativ gesprochen – und da einige Gäste sich bereits anzuschicken schienen, den großen Ballsaal zu verlassen – wie ihnen natürlich zustand – trat der Kanzler wieder hinter das Rednerpult und ließ seine Stimme einmal mehr von den diversen installierten Lautsprechern durch den großen Raum tragen.


„Verehrte Gäste… wie ich bereits sagte, so ist nun die Zeit gekommen, das Erkämpfte zu genießen, es zu feiern. Dazu gehört auch, all jene zu ehren, die täglich ihr Leben aufs Spiel setzen, um den Traum der Freiheit Wirklichkeit werden zu lassen, um die Schwachen zu schützen, denen wir zu verdanken haben, dass wir heute hier sind. Nicht alle von ihnen tragen dabei die Uniform der Streitkräfte der Republik – doch viele tun es, weswegen es mit eine besondere Ehre ist, dass das Militär beschlossen hat, uns alle an der Ehrung seiner vorbildlichsten Soldaten teilhaben zu lassen. Admiral Altmin, General Maybourne… Sie haben die Bühne.“

[Dac, Coral City, Hafen, The Promise, Deck 2 Großer Ballsaal]- Kanzler Quún, Atril Ningo, Qwi Lur, Senatswachen, so gut wie alle Gäste
 
[Calamari-System || Dac || Gewässer von Coral City || „Promise“ || Deck Eins (Sektion A) || Captain Navara Ven, andere Gäste im Hintergrund]

Frische Luft. Gierig saugten Navaras Nasenlöcher sie ein, während zur gleichen Zeit seine kräftigen Hände eisern das Metall der Reling umklammerten. Besonders das feste Umklammern der Brüstung gab ihm kurzzeitig die Sicherheit, die sein (erkrankter) Körper in diesem Augenblick ganz dringend brauchte. Doch der salzige Geruch sowie der ungehinderte Ausblick auf das scheinbar endlose Blau ließen seinen Magen erneut rebellieren. Dac – in der Galaxie auch als Mon Calamari bekannt – war als gewöhnlicher Wasserplanet klassifiziert und bestand dementsprechend zum Großteil aus großen, sehr großen Ozeanen. Somit warf der Twi'lek, der eigentlich nur Wüsten richtig gewohnt war, einen recht wehleidigen Blick in Richtung der fernen Inselgruppen. Fester Boden – danach sehnte sich der grünhäutige Captain der Neuen Republik.

Selbstverständlich entfernte sich das Vergnügungsschiff „Promise“, das als Veranstaltungsort für die pompöse Siegesfeier der Republik erhielt, nicht sehr weit von ihrem Heimathafen Coral City. Doch diese logische Denkweise hatte für einen seekranken Offizier keine große Bedeutung. Im Moment durchlebte der Kommandant des neurepublikanischen Kriegsschiffs „Prometheus“ sein persönliches Martyrium. Sein strapazierter Körper sehnte sich nach dem Festland und strafte ihn gleichzeitig mit Übelkeit, da er diesen Wunsch nicht erfüllt bekam. Noch einmal stieß Navara Ven auf. Selbst – oder gerade an Deck – konnte er seiner Übelkeit nicht nachgeben. Was würden die anderen Gäste sagen, wenn ein sonst gestandener, und zudem dekorierter Militäroffizier in aller Öffentlichkeit über die Reling spie? Seinen Vorgesetzten, seinen Kameraden und seinen Untergebenen würde er mit dieser schamlosen Geste Schande bereiten. Da war sich der Captain sicher.

Plötzlich sprach ihn eine wohlklingende Frauenstimme behutsam an:
„Alles in Ordnung, Sir?“

Mist! Man hatte seine missliche Lage bemerkt. Obwohl der säuerliche Geschmack in seinem Mund bloß Sekunden fern blieb, schluckte er ihn herunter und richtete sich zu seiner vollen Größe von gut zwei Metern auf. Seine tätowierten Lekku – einer noch immer wie ein modischer Schal um seinen Hals gewickelt – zuckten, signalisierten in der kaum bekannten Sprache der Twi'lek ungeschont sein Unwohlsein, aber die Person, die ihn angesprochen hatte, war ein Mensch. Somit nützten ihr all die Signale seiner Gehirnfortsätze nicht viel. Bevor der nichtmenschliche Captain irgendetwas erwidern konnte, betrachtete er kurz die brünette Dame (Casia de Lieven), die ihn angesprochen hatte. Ungeachtet der gleichen humanoiden Körperform, die sich Menschen und Twi'lek teilten, fiel es Navara meistens schwer die Menschen, die mit ihm zu tun hatten, einzuschätzen. Waren sie hübsch, gebildet und kultiviert? Die fehlenden Lekku machten ihre Sprache – aus seiner Sicht – komplizierter. Schließlich hatten sie nur Mimik und Gestik zur Verfügung.

„Ma'am, Sie müssen sich keine Sorgen machen“, sagte der Offizier in seiner blütenweißen Uniform, aber ein leichtes Aufstoßen strafte seiner Worte Lügen. „Ich musste nur feststellen, dass es zwischen interstellaren Flottenoffizieren und maritimen Flottenoffizieren anscheinend doch einen Unterschied zu geben scheint.“ Irgendwoher kam ihm die Dame bekannt vor. Wo hatte er sie bloß schon einmal gesehen? „Das All kennt keinen Seegang“, beendete Navara seinen „Scherz“ und zwang sich kurz zu einem matten Lächeln.

Die spitzen Zähne, die hellgrüne Haut und die gelben Augen unterschieden den trainierten Twi'lek, neben seinen tätowierten Gehirnfortsätzen und dem fehlenden Haupthaar, von seiner menschlichen Gesprächspartnerin. Nach deren Maßstäben mochte sie eine hübsche Frau in den besten Jahren sein, doch für Navara war sie in erster Linie „nur“ ein Mensch. Er kannte nicht wirklich das momentane Schönheitsideal dieser nahen Spezies. Nach diversen Gerüchten mochten sich zwar manche Männer ihrer Spezies den (weiblichen) Twi'lek hingezogen fühlen. Aber galt das auch umgekehrt? Da seiner Meinung nach solche Gedanken in ihrer Gegenwart unpassend waren, schob er sie vorerst zur Seite und konzentrierte sich darauf ihren Namen herauszufinden. Scheinbar lagen die richtigen Letter auf seiner spitzen Zunge. Doch wie gehörten sie zusammen? War sie die Gattin eines allseits bekannten Militärs, Politikers oder Unternehmers? Trotz der innerlichen Übelkeit, die selbstverständlich nicht nachließ, nahm der Offizier eine gerade, respektvolle Körperhaltung ein.


„Entschuldigen Sie meine Unhöflichkeit...“, fuhr er nach diesem kurzen Augenblick fort. „Ich habe mich Ihnen noch nicht vorgestellt. Captain Ven, Captain der 'Prometheus'.“

[Calamari-System || Dac || Gewässer von Coral City || „Promise“ || Deck Eins (Sektion A) || Captain Navara Ven und eine fremde Frau (Casia de Lieven), andere Gäste im Hintergrund]
 
[Mon Calamari | See vor Coral City | Yacht "The Promise" | Großer Ballsaal] AotF Altmin, GotA George Maybourne, Kanzler Quún, Gäste

Selbstverständlich war es die Aufgabe und das Vorrecht des Kanzlers als Gastgeber dieses Abends, den nächsten Programmpunkt einzuleiten. Dies tat er, ebenso wie bei seiner Eröffnungsansprache kurze Zeit zuvor, in zurückhaltender Weise, die insbesondere im Luxus der Promise angenehm bescheiden wirkte. Dies war wohl einer der Gründe für die hohe Popularität Quúns, die ihm jede Statistik und Befragung aufs Neue bestätigten. Doch die Hauptpersonen dieses Programmpunktes sollte nicht er selbst sein, sondern zwei andere Männer. Beide wirkten recht unscheinbar inmitten der großen, herausgeputzten Personenmänge, doch als sie die Bühne betraten, wirkte ihre Präsenz bis in den letzten Winkel des Ballsaales.

Ihr Auftritt wurde von etwas militärischem Pomp begleitet - nichts Großes, aber auch nicht zu wenig, um zu betonen, dass dies ein feierlicher Moment für die Streitkräfte war. Die beiden Kommandanten wurden von einer kleinen Ehrenwache aus Offizieren begleitet, die zusätzlich zur Uniform Blastergewehre trugen, angeführt von einem Offizier mit einem Säbel an der Seite, und ihnen gingen Bannerträger mit den Standarten von Armee, Flotte und Sternenjägercorps voraus. Sie bezogen an den beiden Bühnenaufgängen Stellung und nahmen Haltung an, so bildeten sie eine Art Spalier für die Kommandanten und all jene, die zu ihnen auf die Bühne gerufen werden sollten. Es war zu erwarten, dass diese Zurschaustellung militärischer Tradition nicht nur positive Reaktionen hervorrufen würde, denn einige Bürger und auch Würdenträger der Republik lehnten jede Form von Militarismus generell ab. Doch wer die Dinge so sah, der war auf der Feier eines militärischen Sieges wahrscheinlich sowieso ein wenig deplaziert.

Admiral of the Fleet Altmin und General of the Starfighters Maybourne waren zwei der drei höchstrangigen Militärangehörigen der Neuen Republik und vertraten an diesem Tag die Streitkräfte in ihrer Gesamtheit. In Vorbereitung des Siegesballes hatten sie sich darauf verständigt, dass in erster Linie Altmin das Wort führen sollte. Der Mon Calamari trat an das Rednerpult und richtete das Wort an die Festgesellschaft, während George Maybourne sich an seine Seite gesellte.


»Verehrter Kanzler, sehr geehrte Senatoren, meine Damen und Herren«, begann der Admiral.

»Vor sechshundert Jahren sagte der dorneanische Feldherr Alvert Oteen: ›Nicht Helden, sondern Armeen gewinnen Schlachten‹. Diese Aussage stützte er auf die Beobachtung, dass statistisch gesehen meist die Seite einen Krieg gewinnt, welche über die höhere Truppenstärke, modernere Ausrüstung und bessere Nachschublage verfügt. Beinahe zeitgleich, jedoch am anderen Ende der Galaxie, widersprach ihm die mustafarianische Poetin Tarn Gliss mit den Worten ›Nicht Armeen, sondern Helden gewinnen Schlachten‹ und führte dazu mehrere Beispiele aus ihren eigenen Kriegserinnerungen an. Die beiden haben sich höchstwahrscheinlich niemals kennengelernt, um darüber zu diskutieren, wie sie zu diesen völlig gegensätzlichen Ansichten gekommen sind und welche davon die richtige ist. Seit Anbeginn der Zivilisation bis zum heutigen Tag gibt es zu dieser Frage unterschiedliche Ansichten. Ich behaupte: Für sich allein genommen sind sie beide falsch; in Zusammenhang miteinander sind beide richtig. Die stärkste Armee ist nichts ohne die Tapferkeit und die Opferbereitschaft einzelner, und Selbst der größte Held ist nichts ohne die Kameraden um ihn herum. Die Schlachten der vergangenen Monate haben uns dies vor Augen geführt. Nur weil die Streitkräfte der Republik beides miteinander vereinbaren konnten - Zahlreiche Freiwillige und moderne Technologie sowie persönlichen Heldenmut - konnten wir es wagen, die militärische Kraft des Imperiums herauszufordern. Mal gab das eine, mal das andere den Ausschlag und führte letztendlich zum Sieg. Nur deshalb konnte es gelingen, eine wichtige Wende in diesem Krieg herbeizuführen.

Deshalb sollen an diesem Tag alle geehrt werden: Die beteiligten Streitkräfte in ihrer Gesamtheit, vom Private bis zum General, vom Frontsoldaten bis zum Schiffsingenieur, vom Kampfpilot bis zum Logistiker. Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass der Sieg von ihnen allen abhing, sollen auch alle ein sichtbares Abzeichen ihres Verdienstes tragen. Daher hat das Oberkommando beschlossen, den Orden ›Corellian Laurel‹ ins Leben zu rufen, der an all diejenigen gehen soll, die ihren Anteil an der Eroberung des Corellian Run von Denon bis Corellia hatten. In Rot an alle Offiziere, in Grün an Mannschaften und Unteroffiziere. Auch diejenigen, die heute nicht persönlich zugegen sein können, werden ihre Auszeichnung zugesandt bekommen.«


An dieser Stelle ließ Altmin Platz für Applaus, der eine ganze Weile anhielt. Unter denen, die diesem Programmpunkt beiwohnten, war ein hoher Anteil an Militärangehörigen, und zwar bei weitem nicht nur hochrangige Offiziere. All diese zollten nun Beifall, viele auch oder insbesondere über die Tatsache, dass mit dem Orden auch diejenigen ausgezeichnet werden sollten, die keine hohen Ränge bekleideten. Nach der Schlacht von Bothawui hatte es eine ähnliche Auszeichnung gegeben, dieses Heart of Bothawui war aber den leitenden Offizieren vorbehalten gewesen. Dass nun auch einfache Soldaten und Matrosen einen Orden erhielten, bedeutete einen nicht zu unterschätzenden Kostenaufwand, wobei sich das Kommando aber ausrechnete, dass der Vorteil für die Moral der Truppen dies leicht wettmachen würde. Es galt, diejenigen, die ihren Teil zu den bisherigen Erfolgen beigetragen hatten, nicht nur zu ehren, sondern auch bei der Stange zu halten. Denn der Krieg war noch lange nicht vorbei.

»Dabei sollen auch unsere Verbündeten nicht vergessen werden«, betonte Altmin weiterhin. »Die Erfolge bei Corellia verdanken wir in nicht zu unterschätzendem Maße auch der Unterstützung der Streitkräfte des hapanischen Konsortiums sowie der Forces of Hope unter Admiral War Blade. Nach dem Beitritt Hapes' zur Neuen Republik wurde der Weg geebnet, ihre Flotte als republikanische Sektorverteidigung in unser Militär einzugliedern. Und wie Kanzler Quún vorhin bereits betonte, werden auch die Forces of Hope auf ihren Wunsch hin wieder in die Streitkräfte der Neuen Republik zurückkehren. Selbstverständlich werden somit auch die Soldaten und Offiziere dieser beiden Parteien, die in der Schlacht noch Verbündete waren und nun mehr geworden sind, mit dem ›Corellian Laurel‹ geehrt werden.«

Abermals Beifall. Viele wandten sich, meist lächelnd, zu den anwesenden Hapanerinnen Marana Che Tah und Turima Belandri um, und auch einige ihrer Offiziere befanden sich im Raum - nicht viele allerdings, da die angespannte militärische Lage in ihrer Heimat leider ihre dortige Anwesenheit erforderte.

Ebenso vieler Blicke und anerkennender Gesten konnte sich auch Admiral Blade sicher sein. Er war wohl eine der umstrittensten Gestalten der neurepublikanischen Geschichte und sicherlich gab es trotz der offiziellen Rehabilitation, der unbestreitbaren Leistungen der FoH und der öffentlichen lobenden Worte noch manche, die ihn für alles andere als einen Helden hielten. Doch zu diesem Anlass wagte es sicherlich niemand, eine Klage gegen ihn zu erheben. Nach und nach würden auch diese letzten Zweifler verstummen, dessen war Altmin sicher.


»In diesem Zusammenhang möchte ich Sie, Admiral War Blade, zu uns nach vorne bitten«, forderte der Mon Calamari den ehemaligen Großadmiral auf. Als der doch ziemlich prominente Mann auf die Bühne kam und damit ins Rampenlicht der gesamten versammelten Gesellschaft trat, fuhr Altmin mit feierlicher Stimme fort:

»Admiral War Blade, von Ihnen ging die Initiative dazu aus, die verbliebenen Einheiten der Forces of Hope wieder in die Streitkräfte zu integrieren. Regierung und Militär sind sich einig, dass dieser Schritt im ureigensten Interesse der Neuen Republik ist. Nicht nur aufgrund der symbolischen und militärischen Stärkung, welche die Flotte dadurch erfährt. Nein, es geht hier vor allem um die Anerkennung der Tatsache, dass Sie trotz des ungewöhnlichen und zeitweilig illegalen Weges, den die Forces of Hope gegangen sind, stets für die Ideale und den Fortbestand der Neuen Republik gestritten haben.

Unsere Streitkräfte entstanden einst aus den paramilitärischen Verbänden von Rebellen, die außerhalb offizieller Hierarchien standen. Nur durch ihren Willen, sich zusammenzuschließen und ihre Kräfte zu bündeln, um fortan als bewaffneter Arm der Regierung und des Senates unserer Republik zu dienen, wurden sie zu dem was sie heute sind. Die Geschichte wiederholt sich nun, denn diesen Schritt gehen auch die Forces of Hope. Wir wollen hoffen und gemeinsam dafür kämpfen, dass es nie wieder notwendig sein wird, einen solchen Weg zu geben und die Einigkeit unseres Militärs und der gesamten Republik künftige Krisen überwinden wird.

Jedes Mitglied der Forces of Hope erhält mit dem heutigen Tage die Möglichkeit und das wohlgemeinte Angebot, in unsere Reihen zurückzukehren. Beförderungen und Auszeichnungen, die unterdessen unter Ihrem Oberbefehl erfolgten, werden ebenfalls anerkannt. Auf diese Weise erhalten Ihre Leute die Möglichkeit, den Kampf unter dem Banner der Neuen Republik fortzusetzen, oder aber rehabilitiert und unter allen Ehren aus dem Militärdienst auszuscheiden und nicht als Fahnenflüchtiger, sondern als ehrbarer Bürger der Republik sein weiteres Leben zu gestalten. Und auch Ihnen, War Blade, wollen wir diesen Weg eröffnen.«


George Maybourne trat nun vor und ergriff das Wort. In den Händen hielt er das Rangabzeichen eines Admirals der republikanischen Flotte.

»Im Namen der Streitkräfte der Neuen Republik und mit dem Einverständnis des KSNR bieten wir Ihnen an, wieder offiziell den Rang eines Admirals der republikanischen Flotte zu bekleiden. Als solcher sollen Sie weiterhin das Kommando Ihrer Schiffe, Ihrer Soldaten und Offiziere innehaben, die Sie stets als Anführer achteten und respektierten. Aus diesen und weiteren Einheiten wird die Sechste Gefechtsflotte gebildet werden, deren Befehl Sie führen. Nehmen Sie diese Aufgabe an, Admiral Blade

Es war kein Befehl, kein Diktat, sondern ein Antrag, den Altmin und Maybourne auf diese Weise an den ehemaligen Fahnenflüchtigen stellten. Ein Angebot, das er nach eigenem Gutdünken annehmen oder, falls er dies vorzog, auch ausschlagen konnte. Tatsächlich waren sich der Admiral of the Fleet und der General of the Starfighters nicht hundertprozentig sicher, ob Blade für sich eine Zukunft in den Streitkräften sah. Sie beide hofften es jedoch. Das Militär brauchte erfahrene Kommandanten wie ihn, von denen es leider viel zu wenige gab.

[Mon Calamari | See vor Coral City | Yacht "The Promise" | Großer Ballsaal] AotF Altmin, GotA George Maybourne, Kanzler Quún, Gäste
 
{Calamari-System/Dac/Hafen/Yacht/Deck 1/Sektion D/Reling in Richtung Ballsaal}mit Padme, Tomm, Raiken, Arlen, John, Jedi, Gästen der Republik, Sicherheitspersonal

Die Gruppe bewegt sich dann in Richtung des Ballsaals, wo bereits sich die erste Reihe komplett gefüllt hatte und noch viele weitere Personen in das Innere strömten. Während seine Meisterin sich scherzhaft über den Abstand zwischen den Sitzreihen beklagte, setzten sich Tzun und Raiken gemeinsam in die letzte Reihe. Zu ihnen setzten sich auch die anderen Mitglieder ihrer Gruppe, darunter seine Meisterin, Raikens Meister, John und das Pärchen (Noa&Chris) welches er bereits auf dem roten Teppich gesehen hatte. Seine Meistern sprach mit den beiden, bis die Rede des Kanzlers begann. Es war eine lange Rede, gefüllt mit äußerst viel Material. Sie beinhaltete eine Ehrung von bekannten und wichtigen Personen wie, was den Kaminoaner stolz machte, seine Meisterin, die Meisterin des Mitpadawans Raiken, eine Hapanische Herzogin, Militärs und eine Botschafterin. Danach lenkte der Kanzler seine Worte auf Corellia, die Beendigung einer Ära des Schreckens und fand lobende Worte für die Hapaner und den Admiral War Blade. Auch rechtfertigte der Kanzler den Krieg damit, das sie kämpften um das Imperium zu vertreiben und die Freiheit in jede Ecke der Galaxis zu bringen. Man konnte fast die Trauer in den Worten des Mannes hören, als er eine Schweigeminute anstimmte für all diejenigen die auf Denon, Bothawui und Corellia gefallen waren. Auch Tzun schwieg beharrlich, Corellia war eine Feuerprobe für den Kaminoaner gewesen. Eine Häutung, weg von seinem alten Leben als Kloner hin zu einem neuen als Jedi und Beschützer der Republik. Er hatte sie bestanden, gelitten und gebrandmarkt aber bestanden. Der Kanzler beendete seine Rede und ein gewaltiger Applaus baute sich auf in den Tzun mit ein stimmte. John verschwand während des Applauses die Sitzreihe in Richtung einer Bar.

"Eine wahrlich ergreifende Rede, und so wahr wie es nur wenige Reden sind. Viele haben gelitten aber dafür ist Corellia nun frei, frei vom Imperium."

sprach er mit einem kurzem lächeln leise, eher an sich selbst gerichtet, bevor er sich etwas zu Raiken hinüber beugte.

"Entschuldige die Frage Raiken, aber was hat euch eigentlich zu den Jedi geführt? Und wie habt ihr euren Meister kennen gelernt?"

fragte er mit hörbarem Interesse, genau einen Moment bevor der Kanzler erneut an das Rednerpult trat und 2 Männern, einen Admiral und einen General, ankündigte.

{Calamari-System/Dac/Hafen/Yacht/Deck 3/Ballsaal}mit Padme, Tomm, Raiken, Arlen, John, Jedi, Gästen der Republik, Sicherheitspersonal
 
- Mon Calamari - „The Promise“ – Oberdeck – Mit Anakin und Celine -

Es war nicht ganz ungewöhnlich, dass ein Jedi an seinen Aufgaben, seinen Fähigkeiten, seiner Bestimmung oder auch ganz an sich selbst zweifelte. Anakin war ganz sicher nicht der Erste und würde auch nicht der Letzte sein. Das Leben eines Jedi stand für große Aufopferung und Hilfsbereitschaft bis zur Selbstaufgabe, schwierige Ziele, die vor Augen zu haben nicht immer einfach war. Viele von ihnen gelangten irgendwann in ihrem Leben an den Punkt, an dem sie das eigene Handeln oder auch den Orden als Gesamtbild zu hinterfragen begangen, sich auf die Suche nach „mehr“ begaben oder sich selbst fragten, ob die Galaxis nicht noch mehr für sie bereit hielt als den ewigen Kampf im Namen ihrer edlen Vorsätze. Nach dem, was Anakin erzählte, hatte er tief in sich gehen müssen, um seine Mitte wieder zu finden, um wieder mit sich zurecht zu kommen und schließlich zu beschließen, dass er nicht nur ein Jedi gewesen war, sondern auch wieder ein Jedi sein würde.

“Du hast den Orden in einer denkbar schlechten Zeit verlassen. Gerade nach dem Fall Corellias hätten wir alle deine Unterstützung gebrauchen können. Es war eine furchtbar schwierige Zeit, vor allem für die jüngeren unter uns. Sich so lange zu verstecken... viele haben das nicht verstanden.“

Merkte Chesara an, als er ihr seine Gründe kurz dargelegt hatte. Sie wollte ihm keine Vorwürfe machen, denn sie konnte sein Handeln nachvollziehen, auch wenn sie persönlich nie diese Phase der Selbstzweifel erreicht hatte. Als sie damals ihren eigenen Weg gegangen war, war dies aus Liebe zu ihrer Tochter geschehen. Nachdem sie Mirja wieder gefunden hatte, hatte Chesara eine Zeit lang versucht, sie im Orden groß zu ziehen, doch sie hatte einsehen müssen, dass dies nicht funktionierte. Der Jedi-Tempel auf Coruscant war zwar ein friedlicher, ruhiger Ort gewesen und Mirja hatte dort theoretisch genug Platz zum Spielen gehabt – alleine oder sogar mit Jünglingen des Ordens - doch sie war ein verschlossenes, ernstes Kind gewesen, das viel Zuwendung gebraucht hatte und es war Chesara gewesen, die den Spagat zwischen Jedi-Rätin und Mutter nicht geschafft hatte. So lange sie dort gewesen war, als Jedi, war sie immer an erster Stelle die Rätin gewesen, die so viele Dinge zu koordinieren hatte, Beförderungen aussprach, Padawane ausbildete, Konferenzen hielt und Probleme besprach. Sie hatte nicht so viel Zeit für Mirja aufbringen können, wie diese es verdient hätte und so hatte sie den schweren Entschluss gefasst, den Orden zu verlassen. Sich für ihre Tochter zu entscheiden, war zwar auf der einen Seite sehr leicht gewesen, doch ihr Leben als Jedi ganz hinter sich zu lassen, war ihr wiederum schwer gefallen und trotz der Tatsache, dass Chesara die folgenden Jahre als ganz normale Frau gelebt hatte, waren die Macht und ihre eigentliche Bestimmung nie ganz aus ihrem Herzen verschwunden, sodass sie zurück gekehrt war, als die Zeit reif gewesen war.

“Aber dass du zurück gekehrt bist, ist das, was zählt.“

Chesara lächelte.

“Und wenn du dir heute sicherer bist als zuvor, dann war es die Reise wert.“

Sie sah hinaus in die Ferne, auf den schier unendlichen Ozean und die sich langsam herabsetzende Sonne, die irgendwann in den dunkler werdenden Wellen verschwinden würde. Für einen Moment in einer Erinnerung versunken, berührte Chesara das schmale bronzefarbene Band um ihren Ringfinger, ein Geschenk von Mirja und Ard. Sie musste an jenen Abend denken, an dem sie entschieden hatte, ihr Leben wieder den Jedi zu widmen und ihre Familie zurück zu lassen. Natürlich hatte sie Angst gehabt, sie nie wieder zu sehen und der Schmerz, von ihnen getrennt zu sein, war für eine Weile so groß gewesen, dass Chesara manchmal am liebsten wieder zu ihnen geflogen wäre, entgegen ihrer Bestimmung. Chesara hatte so viele Jahre im Leben ihrer Tochter verpasst, dass es fast grausam war, sie freiwillig wieder zu verlassen, doch die Erinnerungen an die Zeit, die sie miteinander verbracht hatten, waren so intensiv und so wertvoll, dass sie manchmal lebendig erschienen, wenn Chesara in ihren Meditationen versank und sich von der Macht durch Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und ihre eigenen Träume treiben ließ. Am Ende war es auch ihr Vertrauen in die Macht gewesen und das Wissen, wie viel Gutes sie als Jedi tun konnte, die sie dort gehalten hatte, wohin sie gehörte: in den Orden der Jedi.

“Weißt du... das erinnert mich an etwas.“

Chesara dachte ein paar Sekunden nach.

“Celine, würde es dir etwas ausmachen, wenn ich dir Meister Solo für einen kurzen Moment entwende?“

Entschuldigend blickte Chesara die Padawananwärterin an.

“Ich verspreche auch, dass ich ihn in einem Stück zurück bringe.“

Sie hob, wie bei einem Eid, die Hand und zwinkerte der jungen Frau kurz zu, ehe sie sie sich bei Anakin unterhakte und ihm keine andere Möglichkeit ließ, als ein paar Schritte mit ihr zu gehen und sich ein gutes Stück von Celine und allen anderen Umstehenden zu entfernen.

“Weißt du, woran ich gerade denken musste?“

Fragte sie ihn und ein heiterer Ausdruck erschien auf ihrem Gesicht.

“An Thyferra. Erinnerst du dich?“

Sie war sich ziemlich sicher, dass er es tat. Eine Anspielung auf diese Zeit und auf ein Ereignis, das sich damals zugetragen hatte, hatte er vor wenigen Minuten erst selbst gemacht. Plötzlich musste Chesara lachen.

„Iss nichts, das größer ist als ein Kopf. - Das hast du damals gesagt!“

Es war so lange her, doch sie erinnerte sich genau an diese Worte, auch wenn sie lange nicht daran gedacht hatte.

“Ich glaube, es war ein Sprichwort gewesen, das du zitiert hast.“

Sie dachte nach und erinnerte sich zurück an die Verhandlungen mit der Regierung von Thyferra, die sie hatten führen sollen und die so grandios gescheitert waren.

“Dass der Rat ausgerechnet uns beide dorthin entsandt hatte und wir dann dort auf Aydin trafen... ich glaube fest, dass es der Wille der Macht war. Dass gerade wir drei dort zusammen kamen, kann kein Zufall gewesen sein. Sowieso, ich glaube, als Jedi weiß man, dass es Zufälle zwar durchaus geben kann, doch nicht in dem Ausmaß, wie wir sie manchmal erleben, nicht wahr? Dieses Gefühl, von der Macht geleitet zu werden, ist etwas, das ich sehr, sehr oft habe, eigentlich ständig.“

Chesara blieb stehen und legte eine Hand auf die Reling. Sie sah Anakin an, der in Flammen stehende Himmel hinter ihr.

“Es war die Macht, die dich zurück nach Corellia geführt hat... an jenen Ort, an dem du Jahre zuvor hättest sein sollen. Sie hat dich zurück in ihren Schoß geholt, weil es deine Bestimmung war, Anakin, und ich bin froh, dass du diesen Weg mit ihr gegangen bist. Manchmal braucht es Zeit, bis wir bereit sind zu verstehen, was das Leben für uns bereit hält und bis wir wissen, was wir daraus machen wollen. Und jetzt, da du es weißt...“

Die Jedi-Rätin unterbrach ihre eigenen Worte. Über ihnen kreiste ein Schwarm von Vögeln, die mit lauten, energischen Stimmen miteinander kommunizierten. Es waren schwarze Schatten, die sich abhoben von dem leuchtend roten Himmel und Chesara wandte sich noch einmal für einen Moment um, um noch einen letzten Blick auf die goldene Kugel zu erhaschen, die die Abendsonne war, und die bald untergehen würde.

“Jetzt, da du es weißt, verdienst du die Chance, noch mehr daraus zu machen.“

Er stand vor ihr, nicht mehr ganz der junge, verwegende Jedi, der er einst gewesen war und doch noch immer auf eine gewisse Weise so jugendlich, dass Chesara sich problemlos an die Zeit erinnern konnte, als er noch ein Padawan gewesen war.

“Anakin, der Rat hat kürzlich eine Entscheidung getroffen, die dich betrifft und die mich sehr glücklich macht: von diesem Moment an sollst du den Titel eines Jedi-Rates tragen. Du sollst daran teilhaben, die Geschickte des Ordens als einer der Verantwortlichen zu leiten, die Bindungen zur Republik zu stärken und Entscheiden zu treffen, die viel Gutes in der Galaxis bewirken können, auch wenn sie nicht immer einfach erscheinben. Du sollst den Kodex der Jedi jenen näher bringen, die unserer Anleitung bedürfen und helfen, die Mitglieder unseres Ordens zu führen. Wenn du dich der Herausforderung stellen willst – und ich weiß, dass du bereit bist – und die Beförderung, die ich dir hiermit überbringe, annehmen möchtest, dann bist du ab sofort ein vollwertiges Mitglied im Hohen Rat der Jedi.“

Es waren Momente wie diese, dachte Chesara, die ganz besonders im Gedächtnis blieben. Sie konnte sich an jede einzelne Beförderung erinnern, die sie in den letzten 20 Jahren ausgesprochen hatte. Padawane waren zu Rittern geworden, Ritter zu Meistern und Meister zu Großmeistern, Advisoren und Räten. Heute stand sie Anakin Solo gegenüber, jenem jungen Mann, den einst ihre Schülerin Aydin ausgebildet hatte und der ihr ein Freund geworden war, einer der wenigen, die sie noch hatte. Einst war er ein Schüler gewesen, heute war er ein Jedi-Rat. Ja, Zeit veränderte vieles.

- Mon Calamari - „The Promise“ – Oberdeck – Mit Anakin -
 
Coral City, Hafen, Yacht "The Promise" Deck 2, Großer Ballsaal, Tzun, Padme, Arlen, John, Raiken, Cris, Noa, Tenia und Tomm


Tzun stellte ihm unerwartet mehrere Fragen. Seine Stimme strahlte so viel Ruhe aus. Raiken beugte sich in dessen Richtung und antwortete.

"Freut mich, dass euch dies interessiert. Das ist eine längere Geschichte. Ich versuche diese so kurz wie möglich zu halten. Jemand hat mich gefunden und mir ein Ticket nach Lianna verschafft. Ich war ein Sklave der Hutts. Dann bekam ich die Instruktionen , wo ich meinen Meister finden würde. Getroffen habe ich ihn auf diesem Planeten. Ein Kopfgeldjäger wollte ihn ausliefern und ich bin dazwischen. Zum Glück , löste sich diese angespannte Situation auf. Hätte auch schlimmer enden können. Und dann ging es direkt nach Corellia. "

Als der Kanzler mit seiner Rede fortfuhr, verstummte er um die Feierlichkeiten nicht zu stören. Dies war weit wichtiger als seine eigene Geschichte. Er hatte nur einen kleinen Beitrag geleistet. Für ihn persönlich nichts bedeutsames. Denn die Soldaten hatten weit mehr gelitten als er. Er hatte seinen Meister. Aber wen hatten die tapferen Soldaten? Keinen, der sich so um sie gekümmert hätte. Er sah rüber zu Tomm und war froh , diesen immer an seiner Seite zu wissen.

Coral City, Hafen, Yacht "The Promise" Deck 2, Großer Ballsaal, Tzun, Padme, Arlen, John, Raiken, Cris, Noa, Tenia und Tomm
 
Calamari System - Dac - Gewässer vor Coral City - Yacht "The Promise" Deck 1 - Sektion A - Navara und Casia


Der Twi'lek wandte sich Casia zu und sie konnte aufgrund seiner Uniform und der Abzeichen erkennen, daß sie einen Captain der republikanischen Flotte vor sich hatte. Aufgrund ihres Werdeganges waren ihr die militärischen Abzeichen geläufig und sie zweifelte irgendwie daran, daß es einen Politiker gab, der diese Abzeichen nicht zuordnen konnte.
Aber was noch viel wichtiger war, unter Umständen konnte sie in Erfahrung bringen, ob er ein Vorgesetzter ihres Sohnes war. Allerdings waren Nachfragen hier erst möglich, wenn sich sein Zustand gebessert hatte.
Allerdings konnte er nicht ahnen, daß er ihr aus der Seele sprach, als er sagte, daß das All keinen Seegang kenne.


"Sie sprechen mir aus der Seele. Ich fand die Wahl des Veranstaltungsortes alles andere als gelungen."

gab sie ihm recht.

"Ich werde nie verstehen, was Leute daran finden, sich auf solche schaukelnden Nußschalen zu begeben. Wenn ich nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, dann definiere ich das nicht gerade als Spaß."

fügte sie seufzend hinzu. Trotzdem empfand sie Hochachtung für ihn, daß er so tapfer das Unwohlsein bekämpfte. Sie wollte sich gar nicht ausmalen, wie es ihr ergangen wäre, wenn sie in dieser Hinsicht nicht vorgesorgt hätte.
Allerdings wäre anzunehmen, daß sie mit dem Captain in Bezug auf die Hautfarbe locker hätte konkurrieren können.


"Die maritime Schiffsfahrt ist für manche, mich eingeschlossen, weitaus schöner, wenn man sich auf Festland befindet. Wie sie ziehe ich die interstellare Schiffsfahrt um Längen vor."

Was auch stimmte, lieber in einem Frachter ohne Schilde in einem Gefecht als auf diesem, wenn auch nur leicht, schaukelnden Ungetüm.

"Ich bin sehr erfreut, Sie kennenzulernen, Captain. Mein Name ist Casia de Lieven."

stellte sie sich ihrerseits auch vor.

"Captain Ven, wenn sie für heute alkoholischen Getränken bereit sind abzuschwören, dann gäbe es eine Möglichkeit, diesen Abend nicht in eine komplette Tortur ausarten zu lassen."

schlug behutsam, aber auch sehr direkt vor.

"Ich für meinen Teil habe diese Möglichkeit in Anspruch genommen. Es ist einfacher, wenn man nicht dauernd von Übelkeit gepeinigt wird."

Casia vermutete, daß ihn dieses Symptom peinigte, einfach aus der eignen Erfahrung heraus.


Calamari System - Dac - Gewässer vor Coral City - Yacht "The Promise" Deck 1 - Sektion A - Navara und Casia
 
Calamari System - Dac - Gewässer vor Coral City - Yacht "The Promise" Deck 2 - "Großer Ballsaal - zahlreiche Gäste, Tzun, John, Arlen, Tomm, Raiken, Cris, Noa und Padme


Interessiert nahm Padme zur Kenntnis Journalistin war. Aus diesem Umstand schloß sie, daß Noa privat hier war, denn Journalisten hatten keine Akkreditierung für die eigentliche Siegesfeier erhalten. Die damit betraute Abteilung des Kanzlersamtes hatte hiermit sicherlich für eine gewisse Ungestörtheit sorgen wollen.
Schließlich war hier einiges an Sprengstoff versammelt, denn wenn sich das Verhältnis zwischen Politik, Militär und Senat gebessert hatte, war es dennoch als angespannt zu bezeichnen. Sie wollte sich lieber nicht ausmalen, wie das Verhältnis nach einem unangenehmen Zwischenfall aussehe. Der Status Quo hatte allen eine Menge Arbeit abverlangt und wie die Vergangenheit bewiesen hatte, reichte ein minimaler Anlaß aus, um die Waage unvorteilhaft ausschlagen zu lassen. Es war wenig wahrscheinlich, daß die Worte des Kanzlers hieran etwas ändern konnten. Taten sprachen eine andere Sprache als Worte und so konnte Padme nicht umhin, etwas zu bedauern, daß der Ball unter diesen Vorzeichen stand.

Aber die Erläuterungen zu den Schreibern von Reden fand sie dagegen bemerkenswert.


"Ich frage mich, was die entsprechenden Leute in ihrem eignen Namen wohl bewerkstelligen könnten. Und ob sie nicht auch eine Gefahr für ihre Auftraggeber darstellen. Es ist doch peinlich, wenn jemand damit herausrückt, daß er der Ghostwriter für bewunderte Reden gewesen sei."

Und es gab wenig, was einen Ghostwriter davon abhalten konnte, mit dieser Tatsache an die Öffentlichkeit zu gehen. Es mußte ein besonderes Vertrauensverhältnis existieren, welches für beide einen besonderen aufrecht erhaltbaren Charakter aufweisen mußte.
In Noas Scherz, daß Padme Bescheid geben sollte, wenn sie den Wunsch verspürte, ihre Memoiren zu schreiben, stimmte Padme lachend ein.


"Da haben sie aber Glück, Noa. Das steht auf meiner persönlichen Agenda an zweiter Stelle. Sobald ich kochen gelernt habe, werden wir meine Memoiren in Angriff nehmen. Leider muß ich sie darauf hinweisen, daß die Beseitigung meiner Unzulänglichkeiten im kulinarischen Bereich frühestens mit meinem Ableben erledigt sein wird. Sie müßten sich bei der Gelegenheit nach einem zuverlässigen Medium umsehen."

Eher würde ein Bantha durch ein Nadelöhr passen und dann übers Wasser laufen, als daß Padme kochen lernte.
Aber sie wußte wie alle anderen auch, daß sie schon allein wegen Umstand, daß sie Jedi war, niemals Memoiren schreiben würde. Bei ihr kam noch der Umstand hinzu, daß sie noch nie gerne das Augenmerk anderer auf sich gezogen hatte.
Sie waren noch nicht ganz am Eingang des Ballsaales angekommen, als der Kanzler die Bühne abermals betrat und die Ehrungen der Soldaten ankündigte.
Beinahe in seinem Windschatten kamen dann General of the Starfighters Maybourne und Admiral of the Fleet Altmin auf die Bühne. Den Admiral kannte Padme durch das Gespräch, das War mit ihm geführt hatte und welches die Basis dafür gelegt hatte, daß die FoH bei der Schlacht um und auf Corellia auf der Seite der Republik gekämpft hatte.
Der Admiral begann seine Rede auch umgehend mit zwei sehr interessanten Zitaten, zu denen er sich seine eignen Gedanken gemacht hatte. Padme fand seine Überlegung hierzu mehr als passend, wobei Noa mit ihren Gedanken mehr Erfolg gehabt hatte, als sie ahnen konnte. Ob der Admiral seine Rede wohl selbst geschrieben hatte?
Mühsam unterdrückte sie den Impuls, über sich selbst den Kopf zu schütteln. Es war wirklich nicht wesentlich für den Augenblick, aus wessen Feder die Rede stammte.

Altmin stellte auch die Verbündeten, nämlich die Hapaner und die FoH unter dem Kommando von War heraus. Und kurz darauf wurde War auf die Bühne gebeten, die er auch betrat.


"Noa, Cris…"

wandte sich Padme an die beiden.

"Ich möchte und sollte das auf keinen Fall verpassen. Wenn sie sich anderen Dingen lieber widmen möchten, dann hoffe ich, daß wir uns im weiteren Verlauf des Abends noch einmal treffen werden."

flüsterte sie leise.
Ob Raiken und Tzun hier blieben oder ebenfalls den Saal verließen, war ihnen selbst überlassen. Tomm dagegen würde sich das ebensowenig wie sie entgehen lassen, vermutete Padme.
Altmin bot den FoH- Truppen, aber auch War, die Rückkehr in die republikanischen Streitkräfte an, wobei der Umstand, daß die von War durchgeführten Beförderungen weiterhin Bestand hatten, ein nicht zu unterschätzender Faktor waren. Allein hierdurch bestätigte er im Nachgang, daß War die Befugnis gehabt hatte, diese Beförderungen vorzunehmen. Aber ähnliches hatte er schon vor Schlacht von Corellia angedeutet, wobei Padme auch wußte, daß Aussagen im kleinen Kreis und in der Öffentlichkeit stark differieren konnten. Sie rechnete es der Führung hoch an, daß sie sich an ihre Worte hielt. Aber auch für War hatte dieser Punkt bei den Verhandlungen zum Wiedereintritt immense Wichtigkeit gehabt.

Dann trat George Maybourne, in den Händen ein republikanisches Abzeichen haltend, vor War.
Padme atmete scharf ein und unterdrückte den Impuls, nach Tomms Arm zu greifen, und ballte stattdessen die Hand zusammen. Die Falten ihres Rockes verbargen diesen Umstand aber gut.
Jetzt würde sich zeigen, zu welchem Schritt sich War entschlossen hatte. Sie kannte seine Zweifel, die auch auf dem Verhalten der militärischen Angehörigen der Republik bei Corellia beruhten.
In Padmes Ohren erklang wie aus weiter Ferne das höhnische Gelächter von Nero Witanis. Sein Plan war es damals gewesen, War militärisch außer Gefecht zu setzen. Durch das Todesurteil hatte er verhindern wollen, daß War ihm zukünftig in die Quere kam.
Aber Witanis Pläne waren fehlgeschlagen. Bis auf den letzten. War hatte jetzt die Entscheidung hierüber. Würde Witanis wie aus dem Grab hinaus diese Schlacht gewinnen?



Calamari System - Dac - Gewässer vor Coral City - Yacht "The Promise" Deck 2 - "Großer Ballsaal - zahlreiche Gäste, Tzun, John, Arlen, Tomm, Raiken, Cris, Noa und Padme
 
Calamari System - Dac - Yacht "The Promise" - Deck 2 - auf der Suche in der Menge - andere Gäste, John

Johns Stimmung hatte für heute wohl ihren Tiefpunkt erreicht. Sie war nur mit reichlich gutem Willen noch als neutral zu bezeichnen. Der Fakt das er hier schlecht eine Szene machen und Padme damit in ein schlechtes Licht rücken könnte war alles was ihn noch davon abhielt jemanden anzupöbeln. Noch versuchte er eine gute Miene zu der ganzen Sache zu machen und sich mit der Suche nach Padme so gut es eben ging abzulenken. Dabei hörte er ungewollt die Gespräche der Gäste um ihn herum mit. Die teilweise doch recht dämlichen Unterhaltungen denen jeglicher Gehalt fehlte ließen ihn nur den Kopf schütteln. Da war ungefähr der Moment an dem er das erste Mal an diesem Abend daran dachte über die Reling zu springen und zurück zum Hafen zu schwimmen. Soweit waren sie noch nicht vom Ufer entfernt und schwimmen konnte er eine solche Strecke problemlos. Nicht umsonst hielt er sich so fit wie er war. Zwar hatte er die Flucht von einem Ball auf einem Kreuzfahrschiff noch nie in Erwägung ziehen müssen, aber jetzt schien es ihm eine gute Idee. Was genau hatte er sich eigentlich dabei gedacht zuzusagen und mit Padme zum Ball zu kommen? Sein Gehirn musste einen Aussetzer gehabt haben. Einen größeren wie es schien. Denn nur so konnte er sich das Ganze erklären.
Während er also innerlich fluchend und schimpfend durch die Menge lief hielt er nach Padme oder irgendjemand anderem den er vom sehen kannte Ausschau.


John saß schweigend vor dem steinernen Tor das den Eingang bildete zu was auch immer sich nun dahinter verbarg. Seine Mutter war recht vage gewesen was diese spezielle Grabung anging. John hatte die Beine untergeschlagen und ein Datapad auf dem Schoß. Hinter ihm stand ein Dreibein auf dem ein Sensorenpaket saß. Mit Holokameras, Laser, Röntgenstrahlen, Terahertzstrahlung und allem was John an Messverfahren hatte finden können. In seinem Datapad liefen die Daten zusammen und wurden von einem Programm verarbeitet. Von der Oberfläche des Tores bis hin zu dessen genauen Abmessungen des liefen ständig neue Daten bei John ein. Zeit zum Auswerten hatte er keine. Das würden sie später auf dem Schiff erledigen. Gerade sammelten sie nur Informationen. John auf seine Weise und Sam auf die ihre. Die Sith saß neben John im Lotossitz auf dem glatten Boden des Bohrloches und hatte ihre Augen geschlossen. Die Hände lagen zu Fäusten geballt auf ihren Knien. Sie griff in ihrem Versuch die Tür mit der Macht zu durchdringen und in Erfahrung zu bringen was dahinter lag tief in die dunkle Seite. Währe John das Gefühl nicht gewohnt gewesen wären ihm sicherlich konstant Schauer über den Rücken gelaufen. So fühlte er sich doch zumindest ziemlich unwohl in der Nähe seiner Mutter. Wenn sie sich so tief in der dunkle Seite versenkte dann tat das ihrer Stimmung nie besonders gut. Prüfend tastete John deshalb nach seiner Brusttasche. Alles da wo es sein sollte. Wenn es nötig sein würde könnte er sich gegen seine Mutter wehren können. Das hatte er in den über zwanzig Jahren die er unter ihr groß geworden war schließlich schon mehr als einmal gemusst. Mittlerweile hatte er nur noch emotionale Schwierigkeiten dabei. Wo er früher tatsächlich Angst um sein Leben haben musste war es jetzt die Angst seiner Mutter weh zu tun oder sie zu verletzen. Denn auch wenn sie durch die dunkle Seite geblendet und benebelt war, war sie doch immer noch seine Mutter und die einzige Familie die er hatte. Außerdem wusste er das sie alles was sie unter dem Einfluss der dunklen Seite tat nicht wirklich tun wollte und was sie sagte nicht so meinte. Er würde sich wohl nie daran gewöhnen. Besonders der Gedanke sie zu verletzen machte ihm Angst. Die dunkle Seite erlaubte es seiner Mutter nicht sich selbst zu heilen. Zumindest nicht so wie Jedi das konnten. Viel mehr war sie auf die parasitäre Heilung der Sith angewiesen und normalerweise war er es der als Lebensspender diente. Es war eine äußerst unangenehme Erfahrung die er gerne vermeiden würde.
Ein blick auf sein Chrono überzeugte ihn davon das es Zeit für eine Pause war. Seine Mutter saß schon gefährlich lange in die dunkle Seite versunken vor dem Tor. Aus Erfahrung wusste er, dass das nicht gut enden konnte. Also setzte er sich auf und rutschte auf Knien zu seiner Mutter hinüber. Vorsichtig griff er nach ihrer Hand, löste die Faust zu der sie geformt war, und legte sie in die seine. Sofort nahm das bedrückende Gefühl etwas ab, das ihm die Anwesenheit der dunklen Seite verriet. Nur um kurz darauf wieder aufzuflammen. Ein schmerz durchzuckte seinen Schädel als Sam ihm mit Gewalt eine Telepathische Botschaft in den Kopf schob. Dadurch, dass sie so tief in der dunklen Seite war konnte ihre erste Reaktion gar nicht anders sein als zornig. Sie wollte natürlich wissen warum er es wagte sie zu stören. Ihre Hand die locker in der seinen gelegen hatte übte nun schmerzhaften Druck aus. Doch John ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er strich ihr mit der freien Hand über ihren Kopf und gab ihr etwas Zeit sich zu beruhigen.

„Lass uns eine Pause einlegen. Das war genug für heute.“

Erklärte er. Sein Ton war so bestimmend das man kurz den Eindruck haben musste als sei er derjenige der hier zu bestimmen hatte und nicht sie. Doch Bestimmtheit und Stärke gehörte dazu wenn man bei Sam irgendwas erreichen wollte. Ein tiefer entspannter Atemzug seiner Mutter kündigte ihr erwachen aus der Trance an in der sie sich befunden hatte. Ohne etwas zu sagen schmiegte sie sich an Johns Arm und ließ ihn für einige Lange Augenblicke nicht los. Wie Nebelschwaden die von der aufgehenden Sonne aufgelöst wurden verschwand auch der Schatten der dunklen Seite und kurz darauf war Sam wieder so gut wie sie selbst.

„Wie lange war ich weg?“

Fragte sie neugierig. John sagte ihr die Zeit. Sofort legte sich ein besorgter Ausdruck über Sams Züge. John wusste genau dass er sie nicht so lange in der dunklen Seite lassen durfte. Es war nicht nur für sie gefährlich sondern und vor allem für ihn. Auch wenn er mittlerweile stark und fähig genug war sich gegen sie zur Wehr zu setzen. Doch ein Blick in seine Gefühle klärte seine Entscheidung für sie auf. Er vertraute auf ihre Fähigkeiten sich zu beherrschen und auf seine Fähigkeiten sie zu beruhigen. Dass sie dieses Vertrauen in sich nicht wirklich gerechtfertigt hatte machte es für sie umso wertvoller. Zärtlich strich ihr Daumen über Johns Handrücken und ihre Lippen kräuselten sich zu einem liebevollen Lächeln.

Als er endlich glaubte Padme gefunden zu haben drängte er sich zwischen den Gruppen hindurch die zwischen ihr und ihm standen. Doch als er nahe genug heran war merkte er, dass er einem Irrtum aufgesessen war. Die Frau saß Padme zwar etwas ähnlich, hauptsächlich war es die Tatsache, dass sie ihre Haare so trug wie Padme, doch es war nicht die Rätin. Also müsste er weitersuchen. So langsam verließ ihn die Lust. Er entschloss sich etwas Luft zu schnappen. Vielleicht würde er ja einen abgelegenen Platz finden an dem er etwas Ruhe hatte.
Doch selbst die Suche nach einem ruhigen Ort gestaltete sich nicht so einfach wie gedacht. Zwar fand er einige Bereiche die scheinbar dafür vorgesehen waren das man dort etwas Ruhe finden konnte, doch die waren meistens schon besetzt.


Calamari System - Dac - Yacht "The Promise" - Deck 2 - auf der Suche in der Menge - andere Gäste, John
 
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~~~ Calamari-System ~ Mon Calamari ~ Coral City ~ Yacht "The Promise" ~ Großer Ballsaal ~ auf Stühlen vor der Bühne ~ mit Miranda unter Leuten ~~~

Wie die mächtigen Wellen an der Küste Bandomeers brandete der gewaltige Applaus durch das Publikum auf und schlug gegen die Bühne, von der sich Kanzler Quún nun langsam zurückzog. Neben Jibrielle hatte es Miranda den meisten Zuhörern gleichgetan und war ebenfalls aufgesprungen, um aus vollen Herzem zu klatschen. Die Jedi-Ritterin - noch immer etwas in Gedanken versunken-,die von ihrem Sitzplatz aus applaudierte, blickte überrascht zu Miranda auf, hatte sie doch keine Ahnung, wie sehr sich ihre ... wunderschöne Begleitung heute Abend für Politik interessierte und von dieser begeistern ließ. Als schließlich sich die Menge wieder beruhigte und Miranda sich setzte, fanden ihre beider Hände wieder wie von selbst den Weg zueinander.

"Ich bin so froh das dich an der Bar niemand bedient hat Jib. Ich bin froh das du mich magst."

sagte Miranda, völlig losgelöst von dem, was hier gerade passiert war, als hätte es ihr die ganze Zeit auf der Seele gelegen und fortgewollt.

"Das du dich hier mit mir zeigst, als das was wir jetzt gerade eben darstellen, bedeutet mir viel. Ich sehne mich nach dir."

Jibrielle wich grinsend ihrem Blick aus, suchte sich irgendwas zum Angucken auf der leeren Bühne und fand es regelrecht albern, dass Mirandas Worte schon wieder in ihr die schamhafte Hitze in die Ohren und den Hals trieb. Nun, die flüchtige Berührung ihrer Lippen an Jibrielles Wange taten auch ihren Teil.

"Aber ich bin doch hier."

sagte Jibrielle und lächelte noch breiter, als ob sie hier über Logistik sprachen und nicht irgendwie über das, was sie beide hier waren. Warum fiel es ihr nur so schwer, das richtige Wort dafür in ihrem Kopf zu finden? War es doch eigentlich gar nicht - es war doch kristallklar. Sie waren ...

"War das nicht eine phantastische Rede?"

fragte Miranda, die wieder den vermutlich geziemlicheren Abstand zwischen sie gebracht hatte. Froh über die Ablenkung, ging Jibrielle sofort auf die Frage der DJane ein.

"Oh, unbedingt! So fesselnd wie diese Politiker manchmal reden können, hat man das Gefühl, dass sie ja ganz furchtbare Beamte und Entscheidungsträger sein müssten, so spezialisiert wie sie in Rhetorik sind. Wo soll da noch der Platz für Inhalte sein?"

meinte Jibrielle im Scherz und lehnte sich ein wenig in ihrem Stuhl zurück und drehte ihren Körper halb zu Miranda herum, damit sie sich besser unterhalten konnten. Noch war auf der Bühne nichts weiter los - doch das noch etwas kommen würde, daran schien kein Zweifel zu bestehen.

"Das ist eben ihr Spiel, sie kämpfen nicht mit ihren Händen, alles was sie zur Verfügung haben ist ihre Stimme. Und leider viel zu oft der alles überagende Pathos. Dafür das der Kanzler politisch nichts als Superlativen lebt und verkörpern muss, war die Rede mehr als bescheiden."

entgegnete Miranda und legte sich die Fingersptzen ihrer freien Hand ans Kinn, der Blick grübelnd durch den Raum gleitend. Dann schmunzelte sie ein wenig.

"Ich bin eigentlich nicht so ein Politik-Buff. Und ich wusste nicht, dass dich das so mitreißen würde. Ist Politik auf Naboo ein allgemein gewichtiges Thema für die Leute, also neben der Religion und so weiter? Oder ist deine Familie da irgendwie groß dran interessiert?"

"Oh im Endefekt wusste ich auch nicht das er mich mit seinen Worten so erreichen würde. Ich schäme mich ein wenig dafür hier zu sein. UND NEIN das liegt nicht daran weil ich mir nichts wert bin. Am Ende des Tages sollte hier vielleicht ein Pilot, oder meinetwegen ein Militärschiff Koch sitzen. Denn ich bin einer der Menschen die sich wunderbar in der Freiheit aalen und ihre Vorzüge genießt wärend andere dafür den Kopf hinhalten."

sagte die Naboo lächelnd und schaute Jibrielle forschend, nachdenklich an. Die Jedi nickte zustimmend, auch wenn sich ein komisches, irgendwie schuldbewusstes Gefühl ihren Magen hochkämpfte.

"Aber hey es ist nie zu spät bewusster zu leben nicht wahr? Nun was Naboo angeht, Politik ist eines der wichtigsten gesellschaftlichen Steckenpferde. Ich würde fast sagen das es wichtiger für das Volk ist als die diversen religiösen Konfessionen. Mit mir hast du warscheinlich die einzige Naboo getroffen die Politik mehr am Rande verfolgt. Meine Mom ist eine brennende Verehrerin der Republik. Sie beobachtet seit jeher aufmerksam was im fernen Senat geschieht. Und wenn sie nur einen kleinen Taschendieb einkassiert. Sie tut es stolz mit dem Hintergedanken ihren Beitrag für die Sicherheit der Bürger zu leisten."

Wie es wohl war, eine derartige Verbundenheit zur Republik zu fühlen? Damit aufzuwachsen und sich als Teil eines gewaltigen, großen Ganzen sehen? Zwar fühlte sich Jibrielle schon seit Jahren sehr stark Verbunden mit ihren Mitlebewesen - doch das Band zu ihnen war eigentlich nie ein politisches Gewesen, sondern immer nur eines der Zuneigung. Fehlte ihr dadurch etwas? Oder war diese Zuneigung, die sie fühlte, nur eine andere Variante von dem, was dieses politische Band der Demokratie ausdrückte? Das sanfte Streicheln auf ihrer Hand, ließ Jibrielles Blick wieder zu Mirandas perlschwarzen Augen wandern.

"Sie würde dich sehr mögen Jib, da bin ich mir sicher!"

Wer ihre Familie? Wirklich? Jibrielle grinste sie an und wich für einen Moment Mirandas intensivem Blick aus. Was war sie denn schon ... für Miranda ... für die Republik? Sie war ja noch nichtmal da gewesen ... auf Corellia. Sie verdiente es genau genommen genausowenig oder sogar noch weniger als Miranda, hier zu sein. Sie fühlte sich ja eigentlich nichtmal als wirkliches Mitglied der Republik. Wenn es die Jedi nicht gebe ... sie musste doch mehr sein! Sie musste doch mehr als nur eine Machtnutzerin dieses Ordens sein, der zum Glück der richtigen Seite angehörte. Wenn je jemand stolz auf sie sein können und sie mögen können sollte - wenn Mirandas Familie nicht ein falsches Bild von ihr bekommen sollten - dann musste sie mehr werden, als nur ein Mitglied dieses Ordens. Oder nicht?

Jibrielle lächelte Miranda gerührt an. Eine Wimper hatte sich von Mirandas Augenlid gelöst und lag nun leicht vibrierend auf ihrer Wange. Jibrielle streckte den Zeigefinger ihrer freien Hand danach aus, strich vorsichtig über Mirandas Haut und las das Härchen auf, das nun auf ihrer Fingerkuppe ruhte. Dann pustete Jibrielle sie davon und hoffte, dass auch Miranda irgendein schöner Wunsch eingefallen war.

"Meinst du? Ich glaube nicht, dass ich dem Bild einer Jedi gerecht werden könnte. Bei dir hatte ich doch nur eine Chance, weil du mich für eine einfache Lehrerin gehalten hast."

meinte Jibrielle und lächelte ein wenig traurig.

"Jibrielle, du hattest bei mir eine Chance weil du DU bist. Und das ist jetzt kein Hormonüberladenes Verknalltheits Gesäusel. Wenn mich abgeschreckt hätte wer du wirklich bist wäre ich nicht hier. Ich wäre bei dir wenn du wirklich Lehrerin wärst, und im Grunde bist du das übrigens für deine Schülerin, und ich bin jetzt auch bei dir. Meine Mom würde dich wie gesagt sehr mögen."

sagte Miranda und drückte ihre Skepsis mit einem Schnauben aus.

"Was ist denn überhaupt das Standart Bild einer Jedi? Meisterin Chesara? Was diese Dame an Würde und Weisheit ausstrahlt kann man nur im laufe der Jahre erlernen. DU bist gut so wie du bist Jibrielle".

Mit offen stehendem Mund schaute Jibrielle Miranda an. War das alles hier ein Witz? Eine große absurde Show? Woher hatte sie all diese Zuneigung von Miranda eigentlich verdient? Wo war sie auf einmal hergekommen? Was hatte sie schon getan, um all diese netten Worte zu verdienen ... all dieses Verknalltheits Gesäusel? Wo sie doch noch nichtmal selbst genau wusste ... Wer war diese Miranda überhaupt? Jibrielle fehlten noch immer die Worte, als Miranda sich schließlich zu ihr bäugte und etwas flüsterte:

"Wer hier ist eigentlich alles im Orden? Das zum Thema Standart Jedi. Es steht in diesem Saal keinem ins Gesicht geschrieben!"

Jibrielle gluckste und zuckte leicht mit den Schultern.

"Ähm also bei allen weiß ich das leider auch nicht so genau. Wir kennen uns, nunja, nicht alle beim Namen."

"So groß ist der Orden also?"

"Heutzutage wieder, jupp! Hmmm also vorhin habe ich schon Meister Tomm Lucas gesehen, weiß aber nicht genau wo er gerade-"

wisperte Jibrielle, als plötzlich über die Lautsprecher eine Ansage erschallte: Nun sollte das Militär zu Wort kommen. Und vertreten werden sollten sie von niemand anderem als General Maybourne - deren Namen Jibrielle noch nie gehört hatte - und Admiral der Flotte Altmin - an den sich Jibrielle mit einem Schlag wieder verdammt genau erinnerte! Ihre Augen nahmen die Größe von Mühlenrädern an. Dieses Gesicht - ob Mon Calamari und darum schwerer wiederzuerkennen als humanoidere Gesichter, oder nicht - würde sie überall wiedererkennen. Hektisch aber nicht rabiat ging ein Staccato an Tätschelstupsern auf Mirandas Unterarm nieder.

"Das ... das ist der Admiral, mit dem Chesara damals gesprochen hat ... wo ich dabei gewesen bin ..."

zischte Jibrielle Miranda gedämpft zu, doch für weitere Erklärungen war keine Zeit mehr. Altmin begann die Rede.

"Verehrter Kanzler, sehr geehrte Senatoren, meine Damen und Herren ... Vor sechshundert Jahren sagte der dorneanische Feldherr Alvert Oteen ..."

sprach Altmin mit einem umwerfenden Bariton. Als im Anschluss an seine Worte gewaltiger Applaus aufbrandete, löste sich die perplexe Jibrielle aus ihrer Erstarrung. Sie bäugte sich zu Miranda herüber, um ihr zuflüstern zu können, während ihre Hände mechanisch in das Geklatsche einstimmten.

"Ich erinnere mich wieder genau. Ich glaube, ich hab uns damals ganz schön blamiert ... ich sagte Sachen wie, hey lasst uns doch solidarischer sein, und, lasst uns Verantwortung übernehmen, und so. Wie peinlich ..."

hauchte Jibrielle hervor. Oh ja. Sie hatte ihrerzeit den Mund ganz schön voll genommen. Damals war die Lage zwischen Flotte und dem Jedi-Orden extrem angespannt gewesen und zu allem Überfluss hatte sich Jibrielle auch noch hinreißen lassen, nicht nur ihre ungebildete Meinung zu dem Thema von sich zu geben, sondern hatte die Militärs auch noch belehren wollen. Ihre Worte von einst kamen ihr glasklar wieder ins Gedächtnis ... Solltes es nicht für uns - und ich betrachte mich kurz einmal so, als würde ich für den ganzen Orden sprechen - sollte es nicht für uns als führenden und lenkende Kräfte in unseren jeweiligen Organisationen die Pflicht sein, gerade über solche unvermeidlich ... vereinzelt auftretenden persönlichen Schwächen der Leute insofern hinwegzusehen, als das wir die Schuld dafür nicht auf die dahinterstehende Gesamtheit übertragen? Schließlich geht es doch hier um Verantwortung, Verantwortung im großen Rahmen ... dann ist das keine Sache, vor der ein Vorgesetzter resignierend oder entschuldigend mit den Schultern zucken kann ... dass sie aber nicht nur schlechte Nachrichten, Gerüchte und Lügen hören, ist auch Aufgabe der Führungsriege ... die Aufgabe der Führungsriege sollte es sein ... denn wer sich auseinanderleben kann, kann sich auch wieder zueinanderleben. Admiral Altmin ... wieder frohe Kunde voneinander zu vermitteln und zur Solidarität aufzurufen, sollte das Mindeste sein, was wir zu tun haben. Vielleicht sollte sie sich nicht unbedingt fragen, inwiefern sie zur heutigen Annäherung der Flotte und des Ordens beigetragen haben mochte, sondern lieber froh sein, dass es trotz ihrer Beteiligung dazu kam. Andererseits ... naja ein bisschen Recht gehabt, hatte sie schon, oder? Aber so oder so ... geschwollene Reden gewannen keine Schlachten und befreiten keine Welten ...

"Weißt du, ich bin gar nicht auf Corellia gewesen. Ich hatte mich gegen die Teilnahme an der Schlacht entschieden, um meine frisch gewonnene Schülerin unterrichten zu können. Damals schien es mir die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Und Lia brauchte auf jeden Fall die Zeit und auch die Fürsorge. Aber in Momenten wie diesen denke ich manchmal, dass ich dahin gemusst hätte. Dass ich hätte helfen sollen."

~~~ Calamari-System ~ Mon Calamari ~ Coral City ~ Yacht "The Promise" ~ Großer Ballsaal ~ auf Stühlen vor der Bühne ~ mit Miranda unter Leuten ~~~
 
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Calamari System - Dac - Yacht "The Promise" - Deck 2 - auf der Suche in der Menge - andere Gäste, John

Die Suche nach Padme war inzwischen etwas in den Hintergrund gerückt. Er müsste irgendwo an der frischen Luft tief durchatmen und versuchen sich wieder zu sammeln. Doch vorher bräuchte er noch einen Drink. Auf dem Weg durch die Menge sah er sich nur noch Sporadisch nach seiner Begleiterin um. Es war mehr um ein Alibi zu haben falls ihn jemand ansprach. Doch das Tat glücklicherweise niemand. Er schaffte es unbescholten zu einer Bar. Dort bestellte er sich corellianischen Whisky. Einer Weile nachdem er die Bar mit seinem Drink wieder verlassen hatte, glaubte er doch tatsächlich ein Séparée entdeckt zu haben das nicht besetzt war und es für sich in Beschlag nehmen konnte. Hier war ein Teil der Reling mit Wandschirmen und Vorhängen so abgeschirmt, dass die Geräusche des Balls nur gedämpft hindurch drangen. Es war ein guter Platz um etwas durch zu schnaufen. Die Seeluft tat ihm gut.
John stützte sich mit den Unterarmen auf der Reling ab und sah am Schiffsrumpf entlang aufs Wasser unter ihm. Wellen schwappten harmlos an den Kiel des Schiffes.
Das saubere Wasser glitzerte im Licht der Sonne und für einen Moment verlor John sich in dem Anblick. Es hatte etwas beruhigendes.
Ein Geräusch riss ihn aus seiner Starre und er fühlte sich leicht ertappt. Auf diesem Schiff schien es doch nirgends ein ruhiges Fleckchen zu geben. Nicht gewillt sich umzudrehen blieb er wo und wie er war und blickte weiter aufs Meer hinaus. Das sanfte Rauschen erinnerte ihn an Telerath und das Anwesen von Leto das auf einer Insel mitten im Ozean lag.
Hinter sich hörte er Schritte. Das Klacken von Ansätzen welches er deutlich hören konnte ließ ihn auf eine Frau schließen. Das Rascheln eines Kleides überzeugte ihn schließlich das er in weiblicher Gesellschaft war.


„Hallo.“

Es klang informell doch war von einer Freundlichkeit und Herzlichkeit getragen die John an die Unbekümmertheit von Kindern denken ließ. Er war sich jedoch sicher dass keine Kinder auf dem Ball anwesend waren. Nachdem Hallo trat eine seltsam drückende Stille ein. Sie hing über dem Aussichtsdeck und schien gar greifbar. Nur das Rascheln des Kleides und das Rauschen der Wellen waren zu hören.

„Ich bin Zoe*, und ich nenne sie Mister Brummbär wenn sie mir ihren Namen nicht verraten wollen.“

Die junge Frau war näher gekommen, John glaubte fast ihre Präsenz neben sich spüren zu können. In ihrer Stimme konnte man das Lächeln hören, das auf ihren Lippen lag. Sie war gut gelaunt und scheinbar nicht gewillt sich diese Laune von jemandem wie ihm verderben zu lassen.
John hätte jetzt wohl schmunzeln sollen. Doch nichts dergleichen tat er. Er nippte an seinem Whisky und sah, nachdem er das braune Gold über seine Zunge hatte laufen lassen und in Ruhe geschluckt hatte, skeptisch zu der jungen Frau.


„Also?“

Hakte Zoe mit ernstem Blick nach. Ihre Augen starrten einen langen Moment in die seinen. Wenn man den fragenden Ton in ihrer Stimme vorhin schon gut hatte hören können, ihr Gesicht zeigte das sie nicht lockerlassen würde bis er sich vorstellte. John überlegte kurz ob flüchten eine Option darstellte. Doch irgendetwas sagte ihm das die junge Frau ihn finden würde. Ganz abgesehen davon das ihre Gesellschaft seltsam angenehm war. Er schnaubte und ergab sich seinem Schicksal.

„John. Hi Zoe.“

Das Lächeln der jungen Frau wurde zu einem Strahlen. Es galt jedoch weniger ihm sondern mehr ihrer Freude über den Erfolg ihn sprichwörtlich aufzutauen. Ungezwungen hakte sie sich bei ihm unter und blickte mit ihm auf das Meer hinaus. Erst jetzt bemerkte John dass sie scheinbar ein Glas Champagner zu viel gehabt haben musste. Die Röte ihrer Wangen und das leichte Schwanken verrieten sie.

„Ich wollte dich nicht stören John, aber deine Aura kam mir so bekannt vor und da musste ich gucken ob ich nicht doch jemanden auf diesem langweiligen Ball kenne.“

Gestand Zoe mit alkoholinduzierter Ehrlichkeit.

„Außerdem hatte ich das Gefühl das mir einer der Senatoren an die Wäsche wollte.“

Erklärte sie mit erhobenem Finger. Das Kichern danach konnte sie sich nicht verkneifen. Johns vorher noch so ernstes Gesicht lockerte sich ganz ohne, dass er etwas dagegen hätte tun können. Ein kleines Lächeln legte sich auf seine Lippen. Doch nur kurz. Dann kam der Inhalt dessen was sie gesagt hatte in seinem Hirn an. Seine Aura? Fuuu…! Er hatte eine betrunkene Jedi an seiner Seite. War er ein Jedimagnet oder so etwas? John klang etwas nervös als er nachfragte.

„Meine Aura kennen? Was soll das den heißen?“

Zoe hatte ihren Kopf vorsichtig auf seinen Oberarm gelegt und schien kurz davor zu sein einzuschlafen. Sie atmete tief ein und es dauerte etwas bis sie antwortete. Sie legte ihren Kopf nach hinten und blickte zu ihm empor.

„Naja kennst du das nicht wenn du glaubst jemanden schon mal getroffen zu haben? Oder gar ihn zu kennen.“

John nickte. Er wusste was sie meinte. Dennoch war ihm das ganze etwas unangenehm. Nicht ihre Nähe, ganz und gar nicht, aber der Fakt das jeder Jedi so einfach seine Aura sehen konnte und das gleich zum zweiten Mal an diesem Abend - von denen er wusste. Vielleicht könnte er Padme bitten ihm einen ihrer Tricks zu zeigen.
Während John also überlegte wie er Padme dazu bringen könnte ihm beizubringen wie man seine Aura verbarg löste sich Zoe von ihm und setzte sich auf eine Bank nicht weit entfernt. John ging zu ihr hinüber, setzte sich ebenfalls und kurz darauf hatte sie ihn erneut zum Kissen degradiert. Aus ihm unerfindlichen Gründen störte ihn das gar nicht. Ihr warmer Kopf auf seiner Schulter fühlte sich seltsam gewohnt an. So langsam erschloss sich ihm was sie mit dem vorhin beschriebenen Gefühl meinte.


Calamari System - Dac - Yacht "The Promise" - Deck 2 - Séparée - John, Zoe


[OOC]*siehe Char Bio[/OOC]
 
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Calamari System - Dac - Coral City - Hafen - Yacht "The Promise" - Deck 2 - Sektion A-C- "Großer Ballsaal" – mit Marana, Matthew, Summer und all den anderen Gästen

Ich mache mir auch nicht vorrangig Gedanken über Coruscant.

Erwiderte Jo direkt auf Marana‘s Einwurf und die Feststellung, das Coruscant noch ein weit entferntes Ziel war.
Natürlich war klar, dass die Republik sich nicht unüberlegt eine blutige Nase an solch einem Brocken holte. Der Jeditempel auf Coruscant würde wohl noch lange ein Sehnsuchtsziel jedes Jedi bleiben, der ihn noch in seinem alten Glanz kennen gelernt hatte.
Doch darum ging es nicht.
Bewusst zwang sich Jo zu einem Lächel und nickte zu Marana’s weiteren Worten.


Hm, Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Hat zumindest mein Ziehvater immer gesagt!

Mehr ging sie auf dieses Thema nicht ein, wollte sie ja nicht jenen Hardlinern, die Marana ansprach, zu sehr zu nahe treten. Wusste man doch nie, wer mit hörte in solch öffentlichem Raum!
Jo hatte natürlich ihre feste Meinung, die sie auch ehrlich vertrat wenn man gezielt nach fragte, doch sie bedachte auch, welches Bild sie in der Öffentlichkeit abgab, jetzt wo sie als Rätin den Orden vertrat. Mit der Zeit würde sie vielleicht irgendwann so souverän wie die anderen Räte werden, doch im Moment bemühte sie sich um äußerste Diplomatie in ihren Worten um nichts falsch zu machen. Dieser Ball hier schien ihr wie ein riesiges Mienenfeld auf dem mal locker von einem Fettnapf in den anderen treten konnte und wenn Jo so zurück dachte, hatte sie öfter als es ihr recht gewesen war eine schlafwandlerische Sicherheit beim Fettnapftreten an den Tag gelegt.
Aber jetzt war sie Rätin und da hieß es Worte und Schritte, noch mehr als je zuvor, bedacht zu wählen.


Ich hoffe, dass die Falken lernen die Sichtweise der Tauben an zu nehmen und zu lernen, dass der Frieden unser aller Ziel sein sollte!

Meinte Jo noch etwas in Gedanken und musste dann selbst zugeben.

Okay, das ist wahrscheinlich ein recht blauäugige Wunschvorstellung, doch wo wären wir ohne Wünsche und Träume. Ich glaube ich wäre dann noch immer ein Findelkind auf Toola!

Die letzte Bemerkung entlockte Jo ein Lachen über sich selbst bevor sie, noch immer schmunzelnd, Marana zu nickte.

Gegen einen Drink hätte ich nichts. Allerdings halte ich es für meine Aufgabe hier zu bleiben und dem nächsten Programmpunkt bei zu wohnen. Die Anerkennung, die Jenen die geehrt werden hier gezollt wird, ist in meinen Augen sehr wichtig und ich möchte mit meiner Anwesenheit den Respekt zollen den sie sich verdient haben.

Jedes der Worte war Jo überaus ernst. Sie würde es aber auch verstehen, wenn Marana nicht unbedingt direktes Interesse an den Beförderungen und Belobigungen der Republik hätte.
Allerdings wollte Jo sich ganz sicher nicht weiter an diesem zentralen Standpunkt aufhalten. Eine Rolle Am Rande war ihr wesentlich lieber. Also schlug sie vermittelnd vor .


Allerdings wäre ich sehr dankbar, wenn wir etwas mehr aus dem Rampenlicht gingen. Ich bin nicht so der Mensch der gerne im Mittelpunkt steht.
Wenn ihr nichts dagegen habt könnten wir uns am Rande des Saales aufhalten. Wir könnten so der Beförderung beiwohnen und gleichzeitig doch nicht ganz so involviert sein!


Mit den Worten wies Jo in die Richtung eines kleinen Stehtischchens, der sich an der Seite des Saales befand und von dem aus man sowohl noch das Geschehen am Rednerpult beobachten als auch die Sicht aus den seitlichen Panoramafenstern (Hoffe mal so was hat es im Saal) genießen konnte. Außerdem könnte man, von dort aus, eventuell auch den Saal verlassen ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Kam hatten sie jenen Stehtisch erreicht, ging es am Rednerpult auch schon wieder weiter und Jo teilt ihre Aufmerksamkeit etwas zwischen Marana und den Geschehnissen dort vorne auf.
Das Angebot an Admiral War Blade freute Jo besonders. Sie kannte ihn nicht persönlich doch um so mehr kannte sie die Berichte über all die Dinge die er für die Republik und seine Ideale getan hatte. Wenn auf einen Mann die Bezeichnung Held zutraf, dann auf ihn! Und das hatten die Zuständigen der Republik wohl auch erkannt. Wieder ein weiteres Indiz für den fortschreitenden Zusammenschluss aller.
Aber war es nicht langsam genug über Politik und dergleichen zu sprechen. Dies hier war auch ein Ball und Summer sowie Matthew langweiten sich sicher bei all diesen Diskussionen. Beide schwiegen jedenfalls immer noch, hielte aber an Jo’s Seite aus auch wenn Jo das ganz und gar nicht von ihnen verlangte. Nun ja, vielleicht genossen wie wenigsten den sicher wunderbaren Ausblick von hier.


Calamari System - Dac - Coral City - Hafen - Yacht "The Promise" - Deck 2 - Sektion A-C- "Großer Ballsaal" – etwas am Rande - mit Marana, Matthew, Summer
 
- Mon Calamari - Coral City - Yacht "The Promise" - Großer Ballsaal - mit Jibrielle und vielen anderen -

"Weißt du, ich bin gar nicht auf Corellia gewesen. Ich hatte mich gegen die Teilnahme an der Schlacht entschieden, um meine frisch gewonnene Schülerin unterrichten zu können. Damals schien es mir die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Und Lia brauchte auf jeden Fall die Zeit und auch die Fürsorge. Aber in Momenten wie diesen denke ich manchmal, dass ich dahin gemusst hätte. Dass ich hätte helfen sollen."

Miranda verstand Jibrielles Zweifel ob ihrer damaligen Entscheidungen gut, obwohl sie nichts von der Reichweite einer solchen Entscheidung verstand. Sie beschloss ihr die Antwort zu geben die ihr das eigene Gewissen und ihre Intuition gerade wisperten.

"Corellia ist befreit ob du nun da warst oder nicht, und wenn du deine Schülerin zu einer guten Jedi machst wird sie irgendwann gut in einem anderen Szenario dieser Art bestehen können. Die Schöpfer flüstern uns manche Entscheidung ins Ohr Jibrielle. Wer weis welche Rolle Lia irgendwann spielen wird, vielleicht ist genau sie irgendwann das Zünglein an der Waage in einem Konflikt. Und dann trifft sie vielleicht DIE richtige Entscheidung die sie aufgrund deiner guten Lehre treffen konnte."

Die Jedi runzelte die Stirn, und hätte sich nicht im gleichen Moment ein Lächeln um ihren köstlichen Mund abgezeichnet... Miranda hätte geglaubt sie würde ihr die Worte nicht abkaufen.

"Eure Schöpfer ... ob die Macht oder sonstwer ... diese doofen Entscheidungen können sie einem nicht abnehmen ..."

Miranda tätchelte Jibrielle den Arm und runzelte ihrerseits die Stirn.

"Ich glaube fest daran das sie genau das hier und da tun. Auch wenn wir nichts davon merken".

Sie glaubte fest an die Wege der Schöpfer...vielleicht wäre Jibrielle gestorben und Miranda hätte sie niemals kennen gelernt. Verdammt wer wusste schon was die beiden einander so anziehen lies. Chemie? Und wenn es so war, die Schöpfer brachten niemanden umsonnst zusammen. Egal was die Zukunft brachte, Jibrielle hatte es vollbracht - das erste mal in ihrem Leben schlug ihr Herz aus einem wirklichen Grund. Plötzlich riss Jibrielle mit Ankündigung in eine andere Richtung. Miranda zog in seichter Überraschung die Augenbrauen hoch als sie nach ihrer Lieblingsfarbe gefragt wurde.

"Rot. Meine Lieblingsfarbe ist Rot Jib".

"Komisch ... früher war rot auch mal meine Lieblingsfarbe ..."

"Hey ich hoffe ja nicht das das genau wie in meinem Videogame tatsächlich die Lieblingsfarbe der Sith ist. Ich sehe nämlich in Rot und auch in Schwarz total super aus!"

Scherzte Miranda amüsiert...

Das sie ein solch schnödes Detail ihres Geschmacks interessierte. Eine Jedi interessierte sich für ihre Lieblingsfarbe. NEIN sie war nicht EINE Jedi sie war Jibrielle. Miranda lies diese Gedankengänge einige Momente auf sich wirken...sie war Jibrielle und sie war Jedi, das lies sich nicht trennen. Sie wollte es auch nicht trennen, das war nicht fair und auch wenn sie nicht im Ansatz verstand was das Jedi Dasein bedeutete war ihr klar das dies ein gewaltiger Teil von Jibrielles Persönlichkeit und Leben war. Eine Jedi wollte bei ihr sein......warum ?

"Themawechsel! Jetzt mal im ernst, was genau findest du an mir? Du könntest dir doch jederzeit eine wunderschöne Diplomatentochter oder eine andere Jedi oder wen auch immer angeln. Oder habt ihr sowas wie ein Zölibat?" .

"Ein Zöliwas?"

Jibrielles Gesicht machte einen Sprung von "was?" zu "waaaaaas?". Miranda lief rot an, musste aber innerlich mehr als laut lachen über ihren Gedanken der in ehrlicher Neugierde unschuldig über ihre Lippen gekommen war, aber am Ende doch auch ihr offenbart hatte was da in ihrem Unterbewusstsein so herumspukte.

"Oh, also ... nein natürlich nicht. Aber was hat das auch ...?"

Die beiden wurden durch Altmin der weiter sprach unterbrochen - ein Glück. Denn mehr als ein "Nichts" hätte sie nicht stammeln können. Als sich die Gelegenheit zum Weitersprechen ergab (ohne irgendwen zu stören), wirkte Jibrielle doch leicht säuerlich.

"Woher kommt denn die Frage auf einmal? Was ich an dir finde? Ich weiß gar nicht, was ich darauf antworten soll. Normalerweise bin ich nicht so auf den Mund gefallen ... ich bin zwar nicht sonderlich beredt, aber ... warum fragst du mich sowas?"

Der Eifer in ihrer Stimme irritierte Miranda doch, war sie böse? Dachte sie gar das sie gerade nach Komplimenten fischte?

"Vergebung Jibrielle. Das alles hier hat mich einfach überwältigt. Ich liebe mein Leben und bin stolz auf das was ich erreicht habe. Aber du musst verstehen das ich mich in Gegenwart von Jedi und Senatoren, und Kanzlern und sonnst doch irgendwie leicht eingeknickt fühle."

Sie lächelte entschuldigend.

"Du musst mir gar nichts sagen. Du hast genug Taten sprechen lassen.."

- Mon Calamari - Coral City - Yacht "The Promise" - Großer Ballsaal - mit Jibrielle und vielen anderen -
 
Coral City ~ Promise ~ Oberdeck ~ mit Ches & Celine

Anakins Kehle war kurz davor sich zuzuschnüren, als Chesara noch einmal wiederholte, dass seine Präsenz damals von großem Nutzen für die Jedi und die Republik gewesen wäre. Ihre Worte klangen nicht vorwurfsvoll, wodurch er am Ende doch erleichtert war. Das er zurückgekehrt war, war das was zählte - das sahen beide gleich. Anakin nickte zustimmend und folgte dem Blick von Chesara hinaus auf den Ozean. Er atmete dabei tief durch, für sich beschließend das dieser Teil seiner Vergangenheit am heutigen Tag endlich einen Abschluss gefunden hatte. Es hatte etwas von 'der Zukunft entgegen blicken', als er sich für einen Moment in den Reflektionen der untergehenden Sonne auf den Wellen verlor.

Von Chesaras bitte an Celine, kurz mit ihm unter vier Augen sein zu wollen überrascht, war er gedanklich sofort wieder ins Hier und Jetzt zurückgeholt. Was wollte sie denn mit ihm besprechen, dass die Padawananwärterin es - erstmal? - nicht hören sollte. Fast schon verspielt wirkend rang die Rätin Celine die Erlaubnis jedoch relativ leicht ab, wobei er sich ein Grinsen, im Gegensatz zu einem Kommentar, nicht verkneifen konnte.

Sie entfernten sich ein kleines Stück und Chesara kam auf Thyferra zu sprechen. Er selbst war gedanklich kurz zuvor in jene Zeit damals abgedrfitet und als Chesara nun begann darüber zu reden schlich sich ein breites Lächeln in sein Gesicht.


"Ja, ich erinnere mich sehr gut.",

meinte er auf ihre Frage hin und konnte sich ein Lachen beim besten Willen nicht verkneifen, als sie ihn zitierte. Er konnte sich nicht mehr genau an die Situation erinnern, in der er diesen Spruch auf das Universum losgeslassen hatte, aber es klang eindeutig nach Anakin. Er erinnerte sich mit ihr und die Bilder, seine Erinnerungen an jene Zeit wurden wieder lebendig und spulten sich vor seinem geistigen Auge ab. Es war für sie beide eine Überraschung gewesen, Aydin wiederzufinden, die sie wohl auch beide fast schon die mit dieser Begegnung verknüpfte Mission hatte vergessen lassen. Das dies kein Zufall gewesen sein konnte, stand für Anakin felsenfest, dabei war er nichtmal jemand der der Macht mehr Schicksal zusprach als ihr aus seiner Sicht zustand. Neben Chesara blieb Anakin stehen und lehnte sich mit dem Rücken an die Reling, seitlich zu ihr schauend die mit dem hinter ihr von der untergehenden Sonne in Flammen stehenden Horizont wie eine Heilige anmutete.

Die Redepause von Chesara verwirrte ihn etwas, wie ihn eigentlich ihre ganze Ausführung gerade etwas verwirrt hatte, konnte er noch nicht wirklich absehen worauf sie hinaus wollte, aber schon erkennen, dass es bedeutend war. Sie hatten Celine sicher nicht nur für den Moment zurückgelassen um über die gute alte Zeit einen Plausch zu halten. Anakin spürte wie sein Herz ein, zwei Schläge ausließ nur um dann heftig von innen gegen seinen Brustkorb zu schlagen, als er den folgenden Satz hörte.


"Ich...? Ein Ratsmitglied!?",

wiederholte er ungläubig in einer aufgeregten, defensiv anmutenden Haltung und schnappte dann erstmal nach Luft. Er konnte es kaum glauben und empfand für einen Moment diverse Emotionen, die er achterbahnartig innerhalb von Sekunden durchlebte, bevor er sich wieder fassen konnte. Die Aufregung ließ sich jedoch nicht so schnell abschütteln. Warum sollte er denn ein Ratsmitglied werden, schoss ihm zusammen mit der Frage ob er überhaupt würdig war durch den Sinn.


"Wie...",

begann er einen Fragesatz zu bilden, den er bereits nach dem ersten Wort abbrach. Er war überwältigt, dass der Rat, das Chesara der Meinung war, er wäre würdig dem Rat beizuwohnen. Nein, eigentlich ging es nicht um die Würdigkeit. Es ging um das Vertrauen. Sie vertraute ihm und seinen Fähigkeiten, ebenso wie scheinbar auch der Rest des Rates. Er würde lügen müssen, wenn er behauptete, dass ein Teil sich nicht wünschte Mitglied des Rates zu sein. Das es tatsächlich eines Tages soweit sein würde - darüber hatte er nie ernsthaft nachgedacht. Aus seiner Sicht war er nicht gerade Rats-Material. Einmal tiefdurchatmend fuhr er sich durch die Haare, während sich auch sein Puls langsam wieder normalisierte. Er war natürlich auch nicht jemand, der vor der Verantwortung fliehen würde, zumindest nicht mehr. Er redete sich ein, dass er früher, als er den Orden verlassen hatte, seine Verantwortung der Republik gegenüber vernachlässigt hatte, obgleich er auch wusste, dass er seine Verantwortung dem Friden und der Gerechtigkeit gegenüber nicht vernachlässigt hatte. Immerhin wollte er nach einem anderen Weg suchen und nicht weglaufen, auch wenn es wiederrum teilweise so angefühlt hatte.
Jetzt aber war er zurück und scheinbar hatten seine Taten auch die Ratsmitglieder und Chesara davon überzeugt, dass es für ihn an der Zeit war die Geschicke des Ordens an ihrer Seite mitzugestalten. Das ehrte ihn sehr, obgleich er trotzdem nicht vollends davon überzeugt war, dass er der richtige Mann für den Job war.


"Ich bin überwältigt, muss ich zugeben. Damit habe ich nicht gerechnet... nicht im Entferntesten!",

brachte er dann schließlich mit einem Lächeln, wenn auch immernoch leicht verunsichert, zu Worte.


"Ich bin mir nicht sicher, warum du, warum ihr der Meinung seit, dass ich es verdient habe den höchsten Rang im Orden zu bekleiden.",

er pausierte, während ihm auffiel wie unglaublich selbstherrlich man seinen Satz würde auslegen können, doch das war ihm in diesem Moment eigentlich auch herzlich egal. Seine Gesprächspartnerin kannte ihn und verstand ihn, da konnte er sich das hoffentlich leisten. Strahlend fügte er also hinzu:


"Aber wer würde es wagen die Entscheidung des Rates anzuzweifeln."

Er lachte kurz und deutete schließlich eine Verbeugung an bevor er sich wieder etwas mehr in Richtung Ernsthaftigkeit bewegte.

"Aber ehrlich: Ich freue mich sehr über dein Vertrauen und bin dafür sehr dankbar! Ich nehme die Beförderung an und verspreche dir, dass ich dich nicht enttäuschen werde. Ebenso wenig wie die anderen Ratsmitglieder... oder all die jenigen für die wir kämpfen."

Sein Tonfall war gedämpft und seine Körperhaltung aufrecht, auch wenn man wohl noch erkennen konnte, dass seine Nervosität noch nicht ganz verflogen war. Ein Umstand der selbst ihn erstaunte. Es fühlte sich an, als wäre es gestern gewesen, dass er ihr als Schüler von Aydin das erste Mal begegnet war, sie sich das erste Mal ausgetauscht hatten, doch es waren etliche Jahre seitdem vergangen. Und nun stand er hier, mit Chesara und war Ratsmitglied - vom Rang her auf einer Stufe mit ihr, auch wenn er noch heute wie damals zu ihr aufsah und sie bewunderte für die Jedi, der Mensch der sie war. Jedes Mal wenn er sie sah erkannte er diesen Umstand und es erfüllte ihn mit Mut in die eigenen Fähigkeiten, mit Ehrgeiz und mit Zuversicht.


Coral City ~ Promise ~ Oberdeck ~ mit Ches
 
[ Calamari System - Dac - Coral City - Hafen - „The Promise“] War und zahlreiche Gäste

Ganz wie erwartet hatte sein mitgeführter Blaster bei der Sicherheitskontrolle ein Problem verursacht. Entgegen seiner üblichen Haltung was das Mitführen von Waffen anging, hatte War in diesem Fall aber keinen allzu großen Widerstand geleistet und seine Waffe mehr oder weniger freiwillig dem Sicherheitspersonal zur Verwahrung übergeben.

Er hatte die Yacht als einer der letzten betreten. Und so kam es, dass die Aufforderung zur Versammlung im großen Ballsaal ertönte, noch bevor er sich wirklich umgeschaut hatte. Sicher würden sich auch ein paar seiner alten Freunde hier herumtreiben. Aber in diesem Getümmel aus gut gekleideten Herren und etlichen attraktiven Damen verlor man echt schnell den Überblick. Ein Mon Calamari-Kellner stoppte neben ihm und bot ihm eine Vielzahl an hauptsächlich alkoholischen Getränken an. Allerdings schüttelte der ehemalige Großadmiral nur den Kopf und schob sich im Gedränge am Kellner vorbei. Er wollte einen klaren Kopf bewahren. Er erinnerte sich noch sehr gut daran, wie die letzte Siegesfeier damals geendet hatte. Nicht, dass er irgendetwas bereute. Aber danach war ihm momentan einfach nicht zumute. War Blade ohne Blaster und ohne Alkohol auf einer Feier. Ein durchaus seltener Anblick.

War hatte sich aus dem Menschen- und Nichtmenschengedränge in Richtung Ballsaal heraus gekämpft und einige Minuten an der Reling die Weiten des Ozeans beobachtet, bis er sich dann - abermals als einer der letzten - auch in Bewegung setzte. Die Weiten des Ozeans hatten viel mit den Weiten des Alls gemeinsam. Und dort hatte er schon oft Ruhe und Antworten auf seine ganzen Fragen gesucht. Vielleicht würde er mal wieder hier her zurückkehren um Urlaub zu machen. Die Gesinnung der Mon Calamari und Quarren war jedenfalls um einiges freundlicher als damals auf Manaan.

Der Corellianer erreichte den Ballsaal und hatte dort lediglich die Wahl zwischen einem schlechten und noch schlechteren Stehplatz. Nachdem er sich hinter einer Gruppe an Sullustanern positioniert hatte, ermöglichte ihm dies sogar den Blick zum Rednerpult auf der Bühne. Bisher schien seine Anwesenheit erstaunlich wenig Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das war gut, denn noch immer hielt sich seine Begeisterung für dieses Event in Grenzen. Und schon begann der Kanzler mit seiner Rede. Er hatte bisher denkbar wenig mit Kanzler Quún zu tun gehabt und sah die Angelegenheit daher sehr neutral. Aufgrund seines Exils hatte er mit Wahlen in den letzten Jahren nicht viel zu tun gehabt.

Er hob zunächst die Anwesenheit einiger Jedi-Räte hervor. Da keiner von ihnen die übliche Robe trug, waren sie in der Menge kaum auszumachen. Dennoch hoffe War, mit dem ein oder anderen von ihnen im Laufe des Abends noch ein paar Worte reden zu können. Anschließend wurden auch die militärischen Oberbefehlshaber begrüßt und kurz darauf nannte der Kanzler auch seinen Namen. War quittierte dies mit einem kurzen Nicken, auch wenn er sich sicher war, dass dies niemand um ihn herum bemerken würde. Gegen eine ehrenwerte Erwähnung hatte er nichts einzuwenden, auch wenn er seiner Meinung nach bei der Schlacht keine besonders erwähnenswerte Rolle gespielt hatte, aber er wollte hier auf keinen Fall zu sehr im Rampenlicht stehen.

Die eigentliche Rede des Kanzlers begann spannend. Zumindest war es nicht das langweilige Gefasel, welches er eigentlich von einem Politiker erwartet hatte. Es steckte etwas Ehrliches dahinter, wodurch der Mon Cal War mehr und mehr auf seine Seite zog. Doch dann standen plötzlich die Forces of Hope und seine Person im Vordergrund. War war dankbar dafür, dass im Hinblick auf seine Loyalität gegenüber der Neuen Republik deutliche Worte gesprochen wurden. Jedoch fand er die Sache mit dem Heldenmut etwas zu sehr übertrieben. Immerhin hatte er Recht, wenn er davon sprach, dass ein Großteil der Aufgaben noch vor ihnen lag. Er war selbst auf Corellia gewesen und wusste, wie anstrengend der Wiederaufbau sein würde. Parallel dazu war nicht zu erwarten, dass das Imperium die Füße stillhalten würde. In der Schweigeminute senkte War andächtig den Kopf, schloss kurz die Augen und dachte zurück an die Schlacht. Wie viele Leben waren dieses Mal beim Raum- und Bodenkampf durch sein Kommando zerstört worden? Sowohl auf der Seite der Republik, als auch auf der Seite des Feindes. Listen von toten Soldaten türmten sich auf seinem Schreibtisch. Er hatte den Überblick verloren, doch man durfte nie aufhören zu zählen.

Kurze Zeit nach dem Kanzler wurde die Bühne schließlich der Obhut des Militärs übergeben. Admiral of the Fleet Altmin kannte er bereits persönlich von seinem letzten Besuch hier auf Mon Calamari. Oberkommandant der Flotte. Genau diese Position hatte er als Großadmiral auch schon inne gehabt. Allerdings bereute er diesen Rollentausch nicht. Erst recht nicht, wenn es darum ging da vorne auf der Bühne zu stehen. Seine Rede begann mit einem Zitat. Das zeigte ihm umso mehr, dass Altmin weitaus besser für diesen Rang geeignet war als er. Seit jeher war War niemand gewesen, der sich viele Gedanken um Reden und politisches Bla-Bla gemacht hatte. Aber genau das wurde von einem Oberbefehlshaber verlangt und hatte ihn vielleicht auch zu Witanis Opfer gemacht.

Bevor jedoch republikanische Soldaten für ihre treuen Dienste geehrt wurden, kam der Mon Calamari auf die Forces of Hope zu sprechen. Die Wiedereingliederung seiner Soldaten, genauso wie er das gefordert hatte und darüber hinaus auch noch die Ehrung mit dem „Corellian Laurel“, erfreuten ihn sehr. Dass er persönlich nach vorne auf die Bühne kommen sollte, sorgte für etwas Unmut, den er sich allerdings nicht anmerken ließ. Nachdem sein Name aufgerufen wurde, kämpfte War sich an den Sullustanern vorbei und spürte sofort, dass er auf einem Schlag im Zentrum der Aufmerksamkeit stand. Mit erhobenem Haupt und sicheren Schrittes begab er sich nach vorne auf die Bühne und gesellte sich zu den obersten Befehlshabern der Neuen Republik. Wurde nun alles wieder wie früher? War alles wieder beim Alten? War das ein Schritt, den er wirklich gehen wollte? Auch wenn das sicherlich sehr merkwürdig wirken würde, noch konnte er sich dieser neuen und zugleich alten Aufgabe entziehen. Aber er wäre dann endlich wieder tatsächlich ein Soldat im Dienste der Republik. Und genau das war doch seine Aufgabe.

Der Vergleich mit den paramilitärischen Verbänden von Rebellen hin zur Republik war interessant und verschaffte ihm zumindest etwas Zeit, um noch einmal über alles nachzudenken. Dabei war dem ehemaligen Großadmiral nicht ganz klar, ob ihm auf einmal immer wärmer wurde, weil die Scheinwerfer einfach so verdammt heiß waren, oder aber ob dies an den ganzen auf ihn gerichteten Blicken lag. Eine tonnenschwere Last ruhte auf seinen Schultern und dennoch verriet seine militärisch korrekte Haltung kein einziges Gramm dieser Last. Auf einem Schlachtfeld oder der Brücke eines Kriegsschiffes fühlte er sich wohl, doch dies war nicht seine Spielwiese. Immerhin hatte er das Spiel schon lange genug gespielt, dass ihm diese Tatsache keiner so direkt ansehen würde. Aber diejenigen, die ihn besser kannten, wussten davon.

Admiral der Neuen Republik, und Kommandant einer Flotte, deren Aufgabe er noch nicht kannte. War es das, was er wollte? Konnte War der Republik in dieser Position am besten helfen? Wenn er ganz ehrlich zu sich selbst war, dann bezweifelte er das. Aber er kannte keinen besseren Weg. Nichts war mehr wie früher und mit dem Wiedereintritt würde er ein beträchtliches Maß an Freiheiten abgeben. Er war dann kein Feldherr mehr, dessen Streitkräfte einem übergeordneten Zweck dienten. Er war dann wieder ein Soldat, der Befehle befolgen musste. War er nach so langer Zeit noch dazu in der Lage? Aber die Ära der Forces of Hope war sowieso endgültig vorbei. Er musste diesen Schritt wagen und ein neues Kapitel aufschlagen. Wie bei so vielen Entscheidungen zuvor konnte er nicht wissen, ob dies der richtige Weg war. War öffnete den Mund, zögerte dann einem Moment und legte sich seine Worte ein wenig zurecht.


„Verehrter Kanzler Quún, Admiral of the Fleet Altmin, General of the Starfighters Maybourne , Vertreter und Bürger der Neuen Republik,

ich danke Ihnen für Ihre anerkennenden Worte und dafür, dass Sie meinen Soldaten nach langen Jahren des Krieges die Möglichkeit eröffnen endlich wieder nach Hause zurückzukehren. Als ich vor vielen Jahren einen Eid geschworen habe, habe ich gelobt, mein Leben in den Dienst für den Frieden, die Freiheit und die Gerechtigkeit in der Galaxis zu stellen. In unserem Herzen haben wir stets der Neuen Republik gedient und ich habe meinem Eid nie gebrochen. Ich werde mich jeder Aufgabe annehmen, derer Sie mich betrauen.
Darüber hinaus bin ich dazu bereit, mich jeglichen Vorwürfen im Hinblick auf meine Zeit als Anführer der Forces of Hope vor einem ordentlichen Gericht zu stellen, sofern meinen Soldaten Absolution erteilt wird.“


In den Händen des Generals sah er das Rangabzeichen eines Admirals, welches dafür auserkoren worden war, auch ihn nach so langer Zeit wieder nach Hause zu bringen. Ihm war klar gewesen, dass trotz aller lobender Worte auch noch die ein oder andere gegensätzliche Stimme existieren würde. Vor allem die Sache mit seinem Eid sahen viele anders. Auch wenn die vielleicht etwas weniger feierlichen Sätze nicht hier her gehörte, so war er dennoch bereit, die Konsequenzen für sein Handeln zu tragen und sich auch vor einem Gericht verantworten zu müssen.

[ Calamari System - Dac - Vor Coral City - „The Promise“ - Deck 2 - Großer Ballsaal ] War und zahlreiche Gäste
 
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