Naboo

- Naboo – Theed – Raumhafen – Landebucht – Frachter – Mit Adrian und Chesara -

Die Erklärung, die Adrian Akemi gab, hätte besser sein können, aber wahrscheinlich wusste er es einfach nicht anders zu sagen. Wenn es in der Macht darum ging, Dinge zu fühlen oder wahrzunehmen, wie sollte man so etwas dann auch erklären? Früher hatte Akemi sich oft vorgestellt, selbst eine Jedi zu sein. Wer hatte als Kind nicht solche Fantasien gehabt und in spannenden Spielen ausgelebt? Die Chance, tatsächlich machtsensitiv zu sein war jedoch sehr gering. Adrian war einer dieser Auserwählten, Akemi dagegen nicht. In den Spielen von früher hatte sie nie vor dem Problem gestanden, nicht zu verstehen, wovon jene, die die Macht spürten, sprachen. In der Realität hatte sie das schon einige Male erlebt. Trotzdem fand sie es jedes Mal interessant. Es war einfach nur nicht immer so gut nachvollziehbar.

Sie folgte Adrian in den Aufenthaltsraum, in dem auch Chesara zugegen war. Die Jedi trug noch immer ihre Jedi-Robe und Akemi fand, dass die trationelle Kutte ihr weitaus besser stand als das zivile Kleid, indem sie sie zuletzt gesehen hatte. Chesara war die erfahrenste und dienstälteste Jedi, die Akemi persönlich kannte und die braune Jedi-Robe gehörte einfach zu ihr. Die große Galaxiskarte im Raum war wichtig für die Navigation und ohne dass einer von ihnen etwas gesagt hätte, war Akemi klar, dass jetzt wohl der Moment gekommen war, in dem es langsam galt sichzu entscheiden, wohin ihre Reise gehen sollte. Sie schaute zu Adrian hinüber, der sich der Karte inzwischen genähert hatte und sich die Planeten ansah. Was mochte gerade in ihm vorgehen? Wenn Alisah doch bloß eine normale Nachricht geschickt hätte! Das hätte vieles einfacher gemacht. Was war überhaupt der Grund, dass sie sich bei niemandem aus ihrer Familie meldete? Akemi dachte an das, was Adrian zuvor gesagt hatte. Er wusste nicht, was aus Alisah geworden war, wie sehr die dunkle Seite sie eingenommen und was sie aus ihr gemacht hatte. Er hatte sogar in Frage gestellt, ob sie überhaupt noch menschlich war. Die junge Schauspielerin beobachtete Adrian, der mit seinem Finger Kreise über die Galaxiskarte zog, und zum ersten Mal begann sie sich vor dem, was sie während ihrer Reise erwarten würde, zu fürchten.


- Naboo – Theed – Raumhafen – Landebucht – Frachter – Mit Adrian und Chesara -
 
- Naboo – Theed – Raumhafen – Landebucht – Frachter – Mit Adrian und Akemi -

„Malastare?“

Wiederholte Chesara fragend, als Adrian wie aus dem Nichts den Namen eines Planeten ausgesprochen hatte. Er hatte die Galaxiskarte für einige Zeit angestarrt und sein Blick war zwischen verschiedenen Systemem hin und her geglitten. Schließlich hatte er die Augen geschlossen und sich in die Macht fallen lassen. Chesara hatte eine Vibration um sich herum wahr genommen und schließlich hatte er die Eingebung gehabt, die bis dahin gefehlt hatte.

„Das ist euer Geburtstplanet, nicht wahr?“

Fragte sie nach.

„Das macht Sinn. Wir wissen zwar noch immer nicht, was Alisah dort macht, aber möglicherweise hat sie dich durch die Macht gerufen, weil auf Malastare die Erinnerung an dich so stark ist.“

Überlegte die Jedi laut und ging, um keine weitere Zeit zu verschwenden, ins Cockpit hinüber, um die Triebwerke hoch zu fahren. Chesara flog nicht gerne selbst, aber sie hatten leider keinen Piloten zur Verfügung. Nun musste es auch so gehen. Glücklicherweise würde ihnen die imperiale ID des Frachters eine Hilfe sein, um auf Malastare zu landen. Wie es dann dort weiter ging, würde sich zeigen. Bisher jedenfalls hatte alles gut funktioniert und sobald sie die Starterlaubnis hatten, würde es los gehen.

- Naboo – Theed – Raumhafen – Landebucht – Frachter – Mit Adrian und Akemi -
 
[ Naboo – Orbit – Frachter der Wingston Corp. | Akemi, Chesara und Adrian ]

Der Flug verlief seltsam unspektakulär. Adrian und Akemi saßen mit Chesara im Cockpit und plauderten. Akemi erzählte ausführlich von ihrem ersten Auftritt als Botschafterin der Neuen Republik auf Bothawui. Adrian fand ihre neue Aufgabe sehr spannend, vor allem, weil sie jetzt eine Art Kollegen waren. Sie saßen zwar nicht im selben Büro, gehörten aber doch zum selben Unternehmen – nur in unterschiedlichen Abteilungen. So stellte er es sich zumindest vor. Auch Chesara schien Akemis Erzählungen interessant zu finden und stellte die ein oder andere Rückfrage. Danach projizierte Adrian die Poster von Akemis Kampagne auf einen der Displays im Cockpit und machte sich einen Spaß daraus sie zu bewerten. Ihm persönlich gefiel das Motiv „Zeige der Galaxie dein Lächeln“ am besten. Akemi sah darauf so glücklich aus. Er mochte ihr Lachen, vor allem, weil er sich beim Anblick des Bildes immer ihren Klang dazu vorstellen konnte.

Die Stimmung war locker, fast schon zu locker. Und dann auch wieder nicht. Adrian war angespannt, die ganze Zeit schon und vielleicht war die betonte Lockerheit auch ein Versuch das zu überspielen. Der Flug nach Malastare dauerte nicht lange, zumindest im Vergleich zu ihrer Reise nach Naboo. Es war einfach keine Zeit zum ausruhen – und andererseits gab es auch noch keine Möglichkeit etwas zu unternehmen. Adrian fühlte sich wie vor einer wichtigen Klassenarbeit: Jetzt noch zu lernen, brachte nichts mehr, es blieb nur abzuwarten. Nur war das hier noch eine ganze Ecke wichtiger. Was war schon eine Klassenarbeit im Vergleich zu dem vermeintlichen Wiedersehen mit seiner Schwester?
Oder war das alles gar nicht so schlimm, würden er einfach nur mit ihr plaudern, so wie jetzt mit Akemi und Chesara? Sie war seine Schwester! Was konnte da schon groß passieren. Sie würden sich ja wohl nicht umbringen. Oder?


„Da ist es.“

hörte Adrian jemanden sagen und er war sich nicht sicher, ob es Chesara oder Akemi gewesen war. Sein Blick wurde wieder klar und er sah hoch. Vor ihnen lag Malastare, eine blau-grüne Kugel, die so friedlich wirkte, dass es abwegig schien, hier gefährliche Podrennen abzuhalten.

„Ja. Da wären wir.“

bestätigte Adrian mit kratziger Stimme und griff intuitiv zu seiner Wasserflasche. Sein Mund war trocken. Wohin jetzt? Wohin, wenn sie auf dem Planeten gelandet waren? Alisah würde nicht am Raumhafen stehen, mit einem großen Schild, auf dem „ADRIAN REVEN“ stand und auf sie warten. Sie war irgendwo auf diesem Planeten, diesem riesigen Planeten! Er konnte nur hoffen und vertrauen. Auf die Macht, die ihm schon einmal den Weg zu seiner Schwester gewiesen hatte.

[ Malastare – Orbit – Frachter der Wingston Corp. | Akemi, Chesara und Adrian ]

[op]Weiter geht's auf Malastare.[/op]
 
[ Naboo – Raumhafen – Schiff der Wingston Corp. – Aufenthaltsraum | Adrian und Akemi ]

Mit einem deutlichen Ruck setzte der Frachter auf der Landefläche auf und kündigte damit ihre Ankunft auf Naboo an. Das war es also schon wieder. Es kam ihm vor, als hätten sie Akemi erst gerade von Naboo abgeholt – und tatsächlich war es ja auch fast so. Die Strecke von Malastare nach Naboo war kurz, der Weg zurück nach Lianna machte den größten Teil der Reise aus. Akemi hatte sich schon aus ihrem Sessel erhoben und Adrian tat es ihr jetzt gleich. Es war mit Akemi leider immer dasselbe: Die Zeit mit ihr verging wie im Flug und wenn der Abschied dann kam, war unklar, wann sie sich überhaupt wiedersehen würden. Aber da Akemi beschlossen hatte, ihre Zusammenkunft mit einem fröhlicheren Thema als Alisah und das bevorstehende Gespräch mit seiner Mutter oder seinem Vater zu beenden, ging Adrian dankend darauf ein.

„Du kannst dir gerne einen neuen Jedi-Kumpel anlachen – das macht mir nichts aus.“

Nach einem kurzen Moment, in dem er seinen Kopf spielerisch hochnäsig in den Nacken warf, erklärte Adrian:

„Heiraten wirst du ja sowieso mich. Wir sind einander versprochen – das hast du wohl nicht vergessen?“

Ernst zog er die Augenbrauen hoch und sah Akemi streng an. Das Thema war bei ihrem gemeinsamen Essen im Naburi auf Coruscant aufgekommen und rührte von Adrians kindlichem Versprechen, Akemi eines Tages zu seiner Frau zu machen. Im Naburi war Akemi darauf eingegangen und hatte das Versprechen scherzhaft eingefordert. So gesehen hatten sie sich das Versprechen also jetzt beide gegeben.

„Natürlich wäre es trotzdem schön, wenn du mich auf Lianna besuchst.“

gab er schließlich zwinkernd zu, während Chesara aus dem Cockpit kam und die Laderampe, begleitet von einem monotonen Summen, herunter fuhr. Während er sprach, liefen sie beide langsam zum sich öffnenden Ausgang des Schiffes.

„Ich halte dich auf dem Laufenden, wo ich bin - oder suche dir schon mal einen passenden Kandidaten als Ersatzmann aus. Ich habe gehört, die Jedi-Basis wird wieder von einigen feschen jungen Jedi bevölkert.“

Was war das nur immer mit Abschieden? Man stand blöd herum und wartete nur auf das unvermeidliche. Dabei brachten einem diese paar Minuten auch nichts mehr – aber vielleicht war gerade das die Zeit sich noch einmal zu sagen, was man bisher nicht gesagt hatte. Oder es einfach noch einmal zu wiederholen.

„Akemi, es hört sich vielleicht komisch an angesichts der Umstände, aber … es war schön mit dir.“

Und um den Abschied endgültig einzuleiten nahm Adrian seine Freundin jetzt in den Arm.

„Wir hören ja voneinander.“

Flüsterte er leise in ihr Ohr und löste sich nach einigen Sekunden wieder aus der Umarmung. Wenn Akemi weg war, galt es wieder, sich dem Tagesgeschäft zu widmen. Viel Zeit zum nachdenken würde ihm angesichts der Lage in der Republik nicht bleiben.

[ Naboo – Raumhafen – Schiff der Wingston Corp. – Aufenthaltsraum | Adrian, Chesara und Akemi ]
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
- Naboo – Theed - Raumhafen – Schiff der Wingston Corp. – Aufenthaltsraum – Mit Adrian und Chesara -

Akemi lächelte, als Adrian sie zum Abschied an sich drückte und sie wieder dieses wohlige Gefühl verspürte, das sie auch schon auf Malastare in seiner Gegenwart bemerkt hatte. Es musste etwas mit der lichten Seite der Macht zu tun haben, die so anders war als das Brennen, das von Alisah ausgegangen war. Das Interessante war, dass es Akemi zuvor noch nie aufgefallen war, obwohl sie auch früher schon mit Jedi zusammen gewesen war – nicht nur mit Adrian, sondern auch mit Chesara, oder beispielsweise Joseline.

„Dann hat die Lianna-Basis ja anscheinend doch mehr zu bieten, als du mir zuerst immer weis machen wolltest.“

Erwiderte sie neckend, sich daran erinnernd, was Adrian ihr zuvor bereits über die Basis erzählt hatte. Das momentane Hauptquartier der Jedi befand sich in einem nicht gerade für seine Schönheit bekannten Industrieviertel und das Gebäude glich mehr einem quadratischen Steinwürfel als einem Tempel. Dies zeigte deutlich, dass die Jedi noch weit davon entfernt waren, an vergangene glanzvolle Zeiten anzuknüpfen, aber zur Zeit waren diese optischen Schönheitsfehler wohl das geringste Problem des Ordens. Es kam stetig Neuzuwachs, wie Chesara erfreut berichtet hatte und das war es, was zählte. Wenn die Republik und speziell die Jedi über das Imperium und die Sith triumphieren wollten, mussten ihre Zahlen weiterhin wachsen – vor allem, wenn es immer wieder Rückschläge gab, wie zum Beispiel bei Alisah, die einmal eine vielversprechende Padawan gewesen war und sich dann aber den Sitih zugewandt hatte. Doch über Adrians Schwester wollte Akemi in diesen letzten paar Minuten nicht nachdenken. Es hätte sie bloß wieder traurig gemacht, so wie der Abschied an sich es sowieso schon tat, doch sie wollte, dass Adrian sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht in Erinnerung behielt. Sie war sich schon jetzt sicher, dass sie später zu Hause über Alisah weinen würde, doch das würde sie für sich tun. Adrian hatte es weitaus schwieriger als sie. Für ihn ging es nicht nur um seine Schwester, für ihn ging es um einen Teil seiner selbst und obwohl er Akemi gebeten hatte ihn zu Alisah zu begleiten, war sie ihm keine Hilfe gewesen. Jetzt für ihn stark zu sein, war das Mindeste, das ihr noch blieb.

„Es war auch schön, dich wieder zu sehen.“

Bestätigte sie ihm, lächelte und löste sich von ihm. Es half ja nichts, irgendwann musste sie gehen. Chesara, von der sie sich vor ein paar Minuten schon verabschiedet hatte und die in einigem Abstand wartete, winkte sie noch einmal fröhlich zu.

„Und ich hoffe, bis zum nächsten Mal vergehen nicht wieder ein paar Monate oder ein ganzes Jahr.“

Leider wusste man das im Voraus nie so genau. Akemis Terminplan bot nicht viel Spielraum und Adrian war auch nicht nur zum Spaß ein Jedi. Für ihn gab es immer irgendetwas zu tun, was bei dem ganzen Unheil in der Galaxis auch nicht weiter verwunderlich war. Eigentlich gab es für die Jedi doch nie Zeit zum Luftholen, oder?

„Gut, dann ist es jetzt wohl so weit.“

Ein bisschen verunsichert trat Akemi einen Schritt zurück. Es war eine undankbare Rolle, diejenige zu sein, die gehen musste und dadurch das Treffen entgültig beendete. Aber es war immer noch Adrian, erinnerte sie sich, den sie schon seit Jahren kannte und den sie definitiv wiedersehen würde. Ihr fröhliches Lächeln kehrte zurück, als sie ein letztes Mal winkte, ihre Tasche nahm und die ersten Schritte zum Ausgang der Landebucht machte. Auf halbem Wege drehte sie sich dann doch noch einmal um, um Adrian noch eine letzte Bemerkung zuzurufen.

„Ich melde mich dann wegen der Hochzeitsplanung!“

Ließ sie ihn wissen. Es sah ganz danach aus, als würden sie diesen Scherz noch in hundert Jahren zusammen spielen – oder zumindest so lange bis einer von ihnen tatsächlich heiratete. Akemi hob die Hand, winkte und beschleunigte dann ihre Schritte in Richtung Ausgang und wieder zurück in ihren Alltag auf Naboo.

- Naboo – Theed - Raumhafen –
 
Naboo - Theed - Raumhafen

Odeo kamm geraade mit seinem selbsgebauten X-wing an um ihn verkaufen zu können. Denn er brauchte das Geld sonst kann er nicht sein Haus abbezahlen.
Er putze und kontrollierte es noch zum letzen mal.
Es war schwer seinen X-Wing zu verkaufen doch er muss es.


"Wer möchte einen X-Wing kaufen?! Schrie er doch niemand bemerkte ihn

"Nur 5000 Credits!" Schrie er den Preis.
Er wartete und wartete.

- Naboo - Theed - Raumhafen
 
- Naboo – Theed – Restaurant „La Noiré“ - Pavillon - Mit Gynt Stales -

Sanft legte sich die Abenddämmerung über die Stadt der Träume. Im rotgoldenen Licht der untergehenden Sonne wirkte Theed noch märchenhafter als gewöhnlich. Die blassgrünen Kuppeldächer ragten stolz in den Himmel, während der noch immer warme Wind die Baumwipfel von Zeit zu Zeit behutsam wiegte. Unter einem gläsernen Dach, sodass die letzten schräg einfallenden Sonnenstrahlen noch gerade so ihren Arm streiften, saß Akemi Akanato an einem der leuchtend weißen Tische, die auf der Terasse des Restaurants „La Noiré“ für das richtige Flair sorgten. Die passenden Stühle waren schmal und ein wenig unbequem und Akemi rutschte schon seit einer Stunde immer wieder unruhig darauf herum. Für ein teures Restaurant gehobener Klasse war das nicht unbedingt das beste Mobiliar, doch den Einrichtern war es wohl in erster Linie um die Optik gegangen und die war, das ließ sich nicht bestreiten, vor allem edel und romantisch. Dabei war das Dinner, zu dem Gynt Stales sie eingeladen hatte, alles andere als das. Wann immer Gynt und Akemi sich trafen, ging es um etwas Geschäftliches. Sie kannten sich jetzt schon lange, seit jenem Tag, als Gynt noch regelmäßig für das Promi-Magazin „TOP“ geschrieben und Akemi über eine miese Tour zu einem exklusiven Interview gezwungen hatte. Damals hatte sie ihn nicht sonderlich gemocht, doch über die Jahre hatte sich ihre Beziehung verändert. Zu Anfang hatten sie keinen regelmäßigen Kontakt gehabt und nur hin und wieder miteinander gesprochen oder zusammen gearbeitet, doch mit der Zeit hatte Akemi Gynts Kenntnisse und Erfahrungen in der Branche zu schätzen gelernt und auch Masao, der Gynt zwar für einen schrägen Vogel hielt, aber ebenso für einen intelligenten und weitsichtigen Journalisten hielt, hatte sich öfter einmal Rat bei ihm geholt. So war der Kontakt nicht nur geblieben, sondern auch gewachsen und hatte dazu geführt, dass Akemi, die Gynt längst sein Verhalten von damals verziehen hatte, nun von dem ehemaligen Reporter gemanagt wurde. Seinen Job als Journalisten hatte Gynt dafür nicht vollständig an den Nagel gehängt. Er schrieb weiterhin eine wöchentliche Kolummne, allerdings nicht mehr für „TOP“, sondern für das Boulevardmagazin „InStar“. Den Wechsel hatte er Akemi damit erklärt, dass sich jeder irgendwann einmal verändern müsse und darum hatte er auch ihre beruflichen Neuerungen sehr befürwortet. Zumindest war das einer unter mehreren Gründen.

Akemi Akanato mochte es, auswärts zu Abend zu essen. Sie aß auch gerne zu Hause. Eigentlich mochte sie beides, aber besonders freute sie sich, wenn sie Gesellschaft hatte. In letzter Zeit war es in ihrer Wohnung recht einsam gewesen. Masao kam nicht mehr so oft vorbei, seit er mit Salomé zusammen wohnte. Mit Farlone traf sie sich ab und zu, doch Gaz Courts Tochter war schon immer feierfreudig gewesen und so sehr Akemi ihre Freundin auch mochte, mit Farlones actionreichen Lebensstil konnte sie nicht mithalten, vor allem nicht, wenn sie nebenbei noch arbeitete, drehte, modelte oder für die Republik unterwegs war. An solchen Abenden, wenn sie müde nach Hause kam, vermisste sie jemanden, der mit ihr zusammen in der warmen Wohndiele saß, gemeinsam mit ihr kochte, leise Musik hörte oder ein Glas Wein trank. Richard hatte alle diese Dinge mit ihr getan. Mit ihm war es immer angenehm gewesen, den Abend ausklingen zu lassen. Auf eine ganz besondere Art und Weise hatte er immer genau gewusst, was Akemi brauchte. Ja, seit Richard fort war, war es in Akemis Wohnung sehr einsam geworden. Es war...


“Akemi, Darling, dein Giorlocio wird kalt.“

Überrascht sah Akemi auf und erinnerte sich erst jetzt wieder, dass sie eine Gabel in der Hand hielt. Nervös lächelte sie. Wo war sie in den letzten zwei Minuten gewesen? Jedenfalls nicht hier an diesem Restaurant.

„Entschuldige, ich war in Gedanken.“

Erklärte sie sich und forderte sich selbst stumm auf, weiter zu essen. Es schmeckte fabelhaft, doch irgendwie hatte sie sich selbst ablenken lassen.

„Wie ist deins?“

Fragte sie und deutete mit ihrer Gabel auf Gynts Teller. Ihr Manager kaute genüsslich und nickte anerkennend.

“Sehr gut, auch wenn es etwas mehr sein könnte.“

Akemi grinste. Gynts Portion war wirklich nicht die Größte.

“Also, um noch mal auf deinen Flug zurück zu kommen: machen wir alles so, wie besprochen?“

Fragend sah er sie an und griff damit das Thema auf, das sie zuvor schon besprochen hatten – der Hauptgrund, warum Gynt sie zum Abendessen eingeladen hatte. Akemi steckte sich eine Gabel voll Giorlocio in den Mund und nickte. Seit sie von der Katastrophe auf Bandomeer gehört hatten, war ihr klar gewesen, dass sie irgendetwas tun musste und in ihre Gedanken hinein hatte sich die Republik eingeschaltet und sie über die zuständigen Stellen beauftragt, in den nächsten Tagen nach Bandor und von dort aus weiter in die am meisten von dem Tsunami betroffenen Regionen zu fliegen, um durch ihre Präsenz auf die schwierige Situation aufmerksam zu machen und zu Spenden und Hilfsaktionen anzuregen. Akemi hatte sofort zugesagt und hoffte, durch ihren Einfluss auf die Medien und in den Medien etwas bewirken zu können.

“Gut. Venecia hat bereits begonnen alles in die Wege zu leiten.“

„Ja, sie hat sich schon bei mir gemeldet.“

“Sehr gut. Brauchst du sonst noch irgendetwas?“

Akemi dachte nach. Sie würden morgen Nachmittag in Richtung Bandomeer aufbrechen – eine nicht gerade kurze Reise, da sie fast die ganze Galaxis durchqueren mussten. Während dem Flug würde sie genug Zeit haben, die neuen Drehbücher zu lesen, die sie zugeschickt bekommen hatte. Es gab zwei Rollen, die sie besonders im Auge hatte, doch sie würde sich vermutlich für eine entscheiden müssen, da beide Projekte etwa zur gleichen Zeit realisiert werden sollten.

„Nein, ich denke, ich habe sonst alles.“

Antwortete sie nach kurzer Bedenkzeit und schaute zum Nachbartisch hinüber, von dem gerade ein junges Pärchen aufstand, das schon lange vor Akemi und Gynt dort gesessen hatte. Sie hatten sich nach dem Hauptgang reichlich Zeit für ein gemütliches Beisammensitzen genommen, hatten aber vor ein paar Minuten gezahlt und machten sich jetzt entweder auf den Heimweg, oder zogen los, um den Abend erst richtig zu beginnen. Akemi lächelte und winkte den beiden zu, als sie gingen. Das Mädchen hatte sie bei ihrer Ankunft nach einem Autogramm für ihre Schwester gefragt.

„Ich könnte nicht sagen, dass ich mich auf Bandomeer freue.“

Sprach Akemi laut aus, was sie schon für sich selbst gedacht hatte.

„Dafür ist der Anlass zu schrecklich. Aber ich bin froh, dass ich wenigstens die Möglichkeit habe, etwas zu tun, selbst wenn es nur darum geht, Aufmerksamkeit auf das Geschehen zu lenken. Meinst du, dass mich viele Leute belächeln werden?“

Fragte sie Gynt. Mit Kritik umzugehen war etwas, das Akemi noch immer erst lernen musste. Mit negativer Presse hatte sie nicht viel Erfahrung, doch gerade im Zusammenhang mit ihrem politischen Engagement sah sie sich dann doch hin und wieder damit konfrontiert.

“Natürlich wird es einige Leute geben, die das tun.“

Antwortete Gynt ehrlich.

“Die Leute haben zu alles und jedem eine Meinung und sie lieben es, wenn sie über etwas herziehen können. Für diese Leute machst du diesen Job aber nicht, denk daran.“

Akemis Manager lehnte sich zurück und seine Hand griff nach dem Glas Weißwein, das neben seinem Teller stand.

“Du bist ein Geschöpf der Medien, Darling. Was du tust, wird beobachtet und kommentiert und wenn alle diese Ignoranten da draußen nur wegen dir über Bandomeer sprechen, dann hast du dein Ziel erreicht und deinen Job gut gemacht.“

Gelassen hob Gynt sein Weinglas und prostete Akemi zu. Die junge Schauspielerin streckte ihre Hand nach ihrem eigenen Glas aus und erwiderte. Dies war Naboo, ein Dinner im Sonnernuntergang und so idyllisch wie heute würde es in den nächsten Tagen nicht mehr werden.

- Naboo – Theed – Restaurant „La Noiré“ - Pavillon - Mit Gynt Stales -
 
- Naboo - Theed - Akemis Apartment -

Draußen regnete es in Strömen. Der Himmel war schon den ganzen Vormittag über grau gewesen und die Temperaturen waren merklich gefallen. Akemi hatte in der Nacht mit geöffnetem Fenster geschlafen und war morgens frierend aufgewacht, weil es so kalt geworden war. Schlechtwetterfront nannte man so etwas. Was das betraf, konnte sie fast froh sein, für ein paar Tage von Naboo fort zu kommen, allerdings war Bandomeer im Augenblick nicht das Paradies, das man unter normalen Umständen erwartet hätte und Akemi war nicht im Begriff dort Urlaub zu machen. Das blau eingefärbte Holo-Abbild ihrer Mutter, das etwa einem dritten ihrer wahren Körpergröße entsprach, verwackelte leicht, als die Verbindung ein wenig schlechter wurde. Die Audioübertragung wirkte verzerrt.

"Ja, ich denke dran."

Erwiderte Akemi auf einen der zahlreichen Ratschläge, die Miu Akanato ihrer ältesten Tochter noch mit auf den Weg gab, bevor Akemi zum Raumhafen fuhr um von dort aus mit der Broken Mirror in das von einem starken Tsunami betroffene Katastrophengebiet zu fliegen. Sie würde im Namen der Republik dort unterwegs sein, zu Spenden aufrufen und selbst dort helfen, wo sie konnte. Dies war eine ihrer Aufgaben als Botschafterin der Neuen Republik, auch wenn Miu Akanato nicht ganz wohl war bei dem Gedanken, dass ihre Tochter in ein Gebiet reisen würden, in dem es erst vor wenigen Tagen ein starkes Seebeben gegeben hatte und das noch immer mehrere Nachbeben nach sich zog. Es war nicht ganz ungefährlich, sich in einer solchen Gegend aufzuhalten und aus Sicht einer Mutter waren Mius Sorgen wohl all zu verständlich. Akemi hatte jedoch keine Angst und hatte bereits ihren Koffer fertig gepackt, als sie sich per Holoübertragung von ihrer Mutter verabschiedete. Erst vor vier Tagen war sie in Nejall gewesen und hatte, zusammen mit ihrer Familie, den Geburtstag einer Nachbarin gefeiert. Es war ein ruhiges Fest gewesen, gemütlich und abseits vom bunten Trubel Theeds. Sie hatten einen Baldachin im Garten aufgespannt und den ganzen Nachmittag und Abend draußen im Freien gesessen. Akemi schaute hinüber zum Fenster. Bei dem jetzigen Wetter war das nicht mehr möglich, während ihrem Gartenfest war jedoch noch klarer Himmel und Sonnenschein gewesen. Hana, ihre jüngere Schwester, hatte zwei Milchzähne verloren und mit großen Zahnlücken in jede sich bietende Holokamera gegrinst, mit der sie Bilder für das private Fotoalbum der Familie gemacht hatten. Man brauchte keine Hellseherin zu sein um zu wissen, dass Miu Akanato sich diese Bilder jeden Tag ansehen würde, bis Akemi von Bandomeer zurück war. Sie machte sich Sorgen, und dass obwohl Akemi inzwischen nicht nur alt genug war, sondern auch mit ihrer eigenen Crew flog, die ihr von der Republik zur Seite gestellt worden und bei der sie gut aufgehoben war.

"Sollte die Erden wieder beben, leg dich flach auf den Boden."

Miu Akanato las die Dinge, die sie Akemi noch unbedingt mit auf den Weg geben wollte, wie von einer Liste ab. Die republikanische Botschafterin nickte mit ernster Miene.

"Das mache ich."

Antwortete sie pflichtbewusst.

"Wenn dich jemand anspricht und nach Geld fragt, sag du hast nichts bei dir."

"Verstanden."

"Und nimm die von Dr. Escart verschriebene Medizin."

Miu Akanato seufzte. Das war wohl der letzte Punkt auf ihrer Liste gewesen. An diesem Morgen hatte Akemi auf Gynts Anleitung hin einen Termin mit ihrem Hausarzt, Dr. Escart, gehabt, der ihr als vorbeugende Maßnahme eine Schutzimpfung für diverse Krankheiten, die auf Bandomeer auftreten konnten, gegeben und ihr das Immunsystem verstärkende Tabletten mitgegeben hatte. Dadurch fühlte sie sich gut gerüstet und war bereit, in wenigen Minuten von Venecia abgeholt zu werden. Mit der Theelin verstand Akemi sich sehr gut. Venecia war eine warme, freundliche Person, die sich mit Sorgfalt um Akemis Termine und mit mütterlicher Fürsorge um die Schauspielerin selbst kümmerte. Außerdem waren da noch Bone, der Kel'Dor; Darren, der Mirialan; Kim, die Naboo und nicht zu vergessen der Protokolldroide, der auf Bandomeer zum ersten Mal zum Einsatz kommen würde. Zuvor war Akemi mit ihrem Team nur einmal auf Naboo unterwegs gewesen und dort hatte sie, die bis zu ihrem vierzehnten Lebensjahr unter den Bothanern aufgewachsen war, keinen Übersetzer benötigt. Auf Bandomeer würde das anders werden.

Miu Akanato verabschiedete sich widerwillig von ihrer Tochter und Akemi dachte, dass ihre Mutter sich schnell wieder daran gewohnt hatte, Akemi fast immer in ihrer Nähe zu wissen. An die Zeit, als Akemi ihre Familie im Stich gelassen und für den Geheimdienst gearbeitet hatte, wollte von den Akanatos niemand so richtig denken. Akemi dachte trotzdem häufig an Cris und auch wenn sie von ihrem grundsätzlichen Verhalten her heute einiges anders machen würde, hätte sie die Zeit mit ihm doch nicht missen wollen, trotz allem was daraus geworden war.


- Naboo - Theed - Akemis Apartment -
 
[Hyperraum nach Naboo - FRG "Aurora" - Brücke] Brückencrew

"Rückfall aus dem Hyperraum in drei... zwei.. eins... !" Navigationsoffizier Liam Kaito sah von seinen Konsolen auf und konnte beobachten, wie sich die Streifen am Horizont in Sterne verwandelten und eine gleißende Sonne in der Ferne auftauchte. Sie waren im Naboo System. Die Panoramascheiben der Brücke passten ihre Filter sofort an und das helle Licht wurde erträglicher.
Doch es drang ohnehin nicht das gesamte Sonnenlicht zu ihnen hindurch. Die mächtige schwarze Silhouette von Naboo schnitt einen Teil von ihm ab.


"Richten sie die "Aurora" auf den nächsten Sprung aus. Wir fliegen in einer halben Stunde weiter." Gab Finley seiner Brückencrew zu verstehen. Er nahm eine typische Kapitänspose ein, indem er direkt vor der Panoramascheibe stand. Er hätte sie fast mit seiner Nase berühren können. Die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Von hier aus konnte man den lodernden, orangefarbenen Stern des Systems sehen. Der Standard F-Klasse Stern spendete dem fruchtbaren Planeten gerade soviel Wärme, dass sich dort eine ausgedehnte Flora und Faune entwickeln konnte. Lewis mochte Naboo. Er hatte das Privileg den Planeten schon ein paar Mal besuchen zu dürfen. "Aye, Sir." Meldete Lieutenant Kaito fröhlich

Ihre Ankunft wurde von den Streitkräften über Naboo und der Flugleitkontrolle bereits erwartet, weshalb sich Lewis nicht persönlich bei den Kontaktleuten meldete. Lieutenant Raymond schien schon eifrig dabei zu sein. Die Worte der pragmatischen Offizierin verloren sich in einem Gewirr aus Pilotenalphabet und kurzen Grußformeln. Es schien wohl etwas mehr Formalitäten als sonst zu sein, da sie nun imperiales Gebiet durchqueren würden. Wenn auch nur im weitgehend sicheren Hyperraum. Und die Strecke Naboo - Druckenwell war schon seit Monaten eine sichere Strecke bei alltäglichem Schiffsverkehr. Deshalb beschloss er sich eine Pause zu gönnen und sich einen Happen in der Offizierskantine zu genehmigen.


"Craig? Übernehmen sie das Brückenkommando?" Wandte er sich an seinen XO, der ihm bestätigend zulächelte. Auf seinem Weg nach draußen schnappte er sich noch Lieutenant Cotner und "befahl" der Alderaanerin quasi ihn in die Kantine zu begleiten. Nach Coruscantischer Zeit, die gleichzeitig die Allgemeine galaktische Standardzeit war, war es bereits weit nach Mitternacht. Wahrscheinlich waren deswegen eher wenige Menschen auf den Gängen unterwegs. Lediglich Bereitschaftsdienstleistende, ein Großteil der Brückencrew und Nachtschwärmer waren jetzt noch auf den Beinen. In der Messe angekommen nahmen sich die beiden einen Platz, der relativ in der Mitte des Raumes lag. Außer ihnen befand sich keine ganze Hand voll Offiziere im Raum.

"Eins dieser Hellen von Sluis Van und gefüllte Moss Chips..." Bat er den Bestelldroiden. Sein Gegenüber, Lieutenant Staci Cotner war nun dran. "Oh, ich nehme einen taanabischen Früchtetee und einen süßen Protato Salat bitte..." Die Maschine wandt sich zum Gehen um.
"...Captain. Bier?" Fuhr sein zweiter Offizier scherzend fort. "Das ist immer noch mein Schiff, Lieutenant. Wenn sich das ändert dürfen sie mir gerne Bescheid geben." Lachte Finley. Im Gegensatz zu seinem ersten Offizier schien seine zweite Offizierin Cotner einen Tick jünger zu sein als er. Die Blondine hatte eine lange ausgiebige Ausbildung mit mehreren Studiengängen hinter sich. So kam es, dass dies mit 32 ihr erster echter Schiffseinsatz war. Außerdem konnte die Alderaanerin, ungeachtet von ihrer Herkunft, sehr gut mit anderen Leuten. Nicht umsonst wurde sie von dem Oberkommando bedingungslos als Finleys zweite Offizierin und Crewbeauftragte eingesetzt.

"Der Typ da hinten. Der da so alleine sitzt... wer ist das?" Meinte Finley, mit leicht ironischem Unterton. Johanna bemerkte, dass es ihm mehr um ihr Wissen über die Crewmitglieder als um den dunkelhaarigen Offizier dort ging. Staci hob zwei Finger um Überlegen ans Kinn bevor sie antwortete. "Ehm... das ist Flight Lieutenant Goldman, Highflight Neun. Rottenführer und einer von den ganz schnell Schaltenden. Er ist von Sluis Van... wie ihr Bier. Aber sein Vorname... nein, der fällt mir grad nichtmehr ein." Finley grinste und legte den Kopf schief.

"... Sir. Beeindruckend, ob ich einen finde den sie nichtmehr kennen?" Beendete er ihren Satz und lehnte sich zurück. Der Lieutenant rutschte auf seinem Stuhl zurecht und versuchte eine passende Antwort zu finden.
Obwohl sie sich eigentlich schon seit der Crewauswahl kannten war es immernoch ein gegenseitiges Abtasten, wobei es Lieutenant Staci Cotner wohl ein wenig schwer als Lewis hatte.


"Jonathan... er heißt Jonathan Goldman, Sir." Cotner grinste triumphierend, als der Droide im gleichen Moment ihre Bestellungen herbeitrug.

[Naboo System - FRG "Aurora" - Offiziersmesse] Lieutenant Staci Cotner, wenige Andere
 
Zuletzt bearbeitet:
– Naboo - Moenia – Filmset - Mit Filmcrew -

Um sie herum herrschte Chaos. Aus allen Richtungen wurden Stimmen zu ihr und über sie hinweg getragen. Jemand rief etwas und Musik ertönte vom anderen Ende des Platzes. Es war früher Abend und die Sonne würde bald unter gehen, der richtige Moment also um das magischste Licht des Tages einzufangen. Schaulustige hatten sich am Rande der Absperrungen versammelt um das Spektabel zu beobachten. Einem Filmdreh beizuwohnen war etwas Besonderes, vor allem wenn es sich um eine Produktion mit Holo-TV-Liebling Akemi Akanato handelte. Ihr letzter Film lag schon eine Weile zurück, ein Drama um Drogen, tiefe Abgründe und die Schattenseiten des Lebens. Der Film, dessen Premiere ihr Co-Darsteller Nexus nicht mehr erlebt hatte, war durchaus ein Erfolg gewesen, allerdings sehr eigen in seiner Machart gewesen und an ein völlig neues Publikum gerichtet. Danach war Akemi für eine kurze Zeit zurück ans Theater gegangen – eine Fehlentscheidung, wie sie heute wusste – und hatte sich ihrer Rolle als Sonderbotschafterin der Neuen Republik gewidmet. Jetzt aber drehte sie endlich wieder.

”Szene 42a in 10!”

Die laute Stimme des Produktionsassistentin drang auch zu Akemi durch, die vollkommen vertieft war in den Datenblock, den sie fest in beiden Händen hielt. Augenblicklich rückte Brea mit einem riesigen Puderpinsel an. Für den Bruchteil weniger Sekunden schloss Akemi die Augen und reckte ihr Kinn nach oben. Wie Federn strichen die weichen Haare des Pinsels über ihre Haut. Puder, Rouge, dann Lippenstift. Ein Paar unsichtbarer Hände föhnte ihre Haare über eine große Rundbürste.

”Beißen.”

Brea hielt ihr ein Kosmetiktuch hin und Akemi hinterließ gehorsam einen farbigen Abdruck auf dem weichen Material.

”Szene 42a in 5! Positionen einnehmen!”

Das geschäftige Treiben um sie herum schien noch lauter zu werden, doch noch immer hatte Akemi nur die Hälfte ihrer Aufmerksamkeit darauf gerichtet, was um sie herum vor sie ging. Sobald sie die Augen wieder geöffnet hatte, hatten sie sich erneut auf den Text geheftet, den sie in Händen hielt. Nur reichlich widerwillig rutschte sie schließlich von ihrem Stuhl. Dana, ihre persönliche Assistentin am Set, streckte ihre Hand aus und Akemi übergab ihr den Datenblock, während sie gleichzeitig den warmen Mantel auszog, der sie während der Pause vor dem eisigen Wind geschützt hatte. Es war bitterkalt in Moenia, die Sonne hatte sich nur stellenweise gezeigt. Es war großes Glück, dass sie gerade jetzt aus einem großen Bruch in der Wolkendecke hervor lugte.

”Schuhe stehen unter deinem Stuhl.”

Erklang Breas Stimme informativ und Akemi schlüpfte aus ihren gemütlichen Pantoffeln und hinein in die silber glänzenden Sandaletten; die bereits hämisch auf sie gewartet hatten. In den nächsten Minuten würde es sehr kalt für sie werden. Der Ruf des Produktionsassistentin, der den Countdown zum Drehbeginn ausrief, erklang noch einmal, ehe Akemi sich fertig gestylt auf ihrer Position einfand. Ihr Co-Star Matt Boodana saß bereits hinter dem Steuer des für die Szene abgestellten Gleiters und allmählich wurde es ruhiger auf dem Filmset. So durcheinander das Hin-und-her auch gewirkt hatte, pünktlich auf die Sekunde hatten alle Beteiligten ihre Plätze eingenommen. Bewaffnet mit einem Datapad rief Ressigeur Liegreif Normad einige letzte Anweisungen und zeigte Akemi in welche Richtung sie laufen sollte, ehe er schließlich das Startsignal gab.

Plick. Plick. Plick.
Die silbernen Sandaletten klackerte auf dem glatten Steinboden, als Akemi schnellen Fußes über den Platz rannte. Die Sonne stand tief, ein glutroter Ball, der goldenes Licht auf die breiten Torbögen hinter ihr warf und sich nekisch in Akemis Haaren fing. Der weit ausgestellte, knielange Rock ihres Kleides wippte fröhlich auf und ab, als sie leichtfüßig auf die niedrige Mauer eines Springbrunnenes sprang und auf den Steinen balancierte, wie auf einem Schwebebalken. Das Aufheulen von Motorengeräuschen war zu hören, und der Gleiter erschien im Bild, doch Akemi drehte sich nur flüchtig um. Sanfter Sprühregen, zu ihr getragen von den munteren Wasserfontänen des Springbrunnens, verteilte sich auf ihren Haaren


”Legria, warte!”

Matts Stimme war über den Lärm hinweg kaum zu hören. Er stellte den Gleiter ab und Akemi hielt inne, ihr Gesicht zu einem Lächlen verzogen.

”Was brauchst du auch so lange?”

Fragte sie neckisch. Ungläubig sah Matt sie an. Er war einer der bestaussehendsten Männer, die ihr je begegnet waren, einer von der Sorte, nach dem sich jede Frau umdrehte, wenn sie ihn sah. Selbst wenn er kein Star gewesen wäre, war sich Akemi sicher, hätte er jede Frau haben können. Er war hochgewachsen, dunkelblond und mit intensiven, tiefblauen Augen. Bedingt dadurch, dass Akemi auf einer Mauer stand, waren sie fast gleich groß. Sein Kinn und seine Wangen waren kantig, sein Haar eine Spur zu lang und seine Wimpern und seine Augenbrauen dunkel.

”Du bist… soll das etwa heißen…?”

Fragte er zögerlich. Akemi grinste.

”Ja.”

Sagte sie, nickte und warf die Arme in die Luft.

”Ja! Jaaa! Jaaaaaaaaa!!!”

Lachend warf sie sich ihm entgegen und Matt umschloss sie in einer weiten, festen Umarmung, die sie von den Füßen riss und durch die Luft wirbelte. Es war der perfekte Moment, Magie im Licht der untergehenden Sonne.

”JAAAAAAA!!!”

Rief Matt laut und eine Mischung aus seinem Rufen, dem Rauschen der Wasserfontänen und ihrem eigenen lauten Lachen sang in Akemis Ohren, als er sie durch die Luft schwang, sie herum wirbelte und sie schließlich begannen gemeinsam im knöcheltiefen Wasser des Springbrunnenes herum zu toben. Wasser spritzte Akemi auf Gesicht, Arme und Körper und binnen von Sekunden war sie triefend nass.

”Cut! Danke schön!”

Es war eisig kalt, doch erst als der Ressigeur die finalen Worte rief, stieg Akemi dankbar aus der kalten Dusche. Von den luxuriösen Wellen, die noch vor wenigen Minuten schmeichelnd in ihren Haaren geschaukelt hatten, war längst nichts mehr übrig. Dana kam mit einer Wolldecke, die sie ihr über die Schultern legte. Wie geplant hatten sie die Schlüsselszene des Filmes in einem einzigen Durchgang gefilmt und Akemi war froh, dass dies so reibungslos über die Bühne gegangen war. Insgeheim hatte sie Angst gehabt, auf dem rutschigen Steinboden oder im glitschigen Wasserbecken des Springbrungens auszurutschen und alles zu verderben. Diese Stolpersteine hatte sie jetzt hinter sich gebracht und ihren Tagesplan erfüllt. Es würde erst morgen in aller Frühe weiter gehen.

”Hey, Akemi!”

Matt schloss zu ihr auf.

”Kommst du noch mit zum Hapaner? Abbey und ich wollten noch nen Happen Essen.”

Lud er sie ein. Akemi überlegte. Essen gehen mit Matt und Abbey bedeutete in der Regel, dass man mindestens zwei Stunden zusammen sitzen und quatschen würde und so gerne sie die beiden hatte, an diesem Abend stand ihr nicht der Sinn danach. Sie war müde von dem langen Tag und wollte zeitig ins Bett. Dankend lächelnd sah sie ihn an.

”Ein andermal schrecklich gerne – wie wär’s mit morgen?”

Matt nickte. Er war unkompliziert was solche Dinge anging und hier in Moenia hatten sie beide keine anderweitigen Bekannten, sodass es das einfachste war, Zeit miteinander zu verbringen, wenn ihnen nach Gesellschaft war. In ihrem Trailer half Brea Akemi beim Ausziehen der nassen Kleidung und wickelte ihr ein Handtuch über die nassen Haare. Gemütliche Kleidung lag bereits für sie parat.

”Was hast du heute vor? Gehst du nachher noch mit Matt aus?”

Wollte Dana wissen, als sie Akemi ihren heißen Tee reichte. Brea half ihr bereits beim Abschminken und Reinigen ihrer Haut.

”Nein, heute nicht. Ich bleibe im Hotel und mache es mir ganz gemütlich.”

Antwortete Akemi. Dana grinste wissend.

”Mit deinem gutaussehenden Romanhelden?”

Wollte sie wissen und deutete mit dem Kopf auf den Datenblock, der vor ihnen auf der Anrichte lag.

”Wohl eher mit der Heldin. Der romantische Held spielt nur eine Nebenrolle.”

Erklärte Akemi. Dana lachte.

”Zu schade aber auch. Wie heißt das Buch noch mal? Deidre und die Jedi?”

”Von Coruscant. Deidre und die Jedi-Ritter von Coruscant.”

Korrigierte Akemi ernst. Dana grinste.

”Ach so. Ich wusste, es war etwas in der Richtung. Ich muss mir das Buch auch mal holen. Wie heißt der Autor noch gleich?”

Ihre Stimme war unschuldig, eine einfache Frage, die jeder hätte stellen können und doch traf sie tiefer, als Dana jemals hätte beabsichtigen können. Für den Augenblick eines Herzschlags glaubte Akemi, zurück zu sein auf Coruscant, zurück mit ihm.

”Richard.”

Sagte sie leise.

”Richard Cohn.”

Sein Name hinterließ einen Nachgeschmack auf ihren Lippen.

– Naboo - Moenia – Filmset - Mit Filmcrew -
 
- Naboo – Moenia – Hotel – Akemis Hotelzimmer -

Der schmale Flur zwischen Schlafzimmer und Bad war zugestellt mit zwei großen Koffern. Die Tür zur Nasszelle stand offen und Akemi Akanato war damit beschäftigt, alle ihre Utensilien aus den Schränken zu räumen, die sie innerhalb der letzten Wochen benötigt hatte. Sie hatte das Hotelzimmer mehrere Wochen lang bewohnt, während sie in Moenia ihren neuesten Film gedreht hatte und obwohl sie die angenehmen Seiten des Hotellebens zu schätzen gelernt hatte, freute sie sich wieder auf ihre eigenen vier Wände, in denen sie tun und lassen konnte was sie wollte. „Zuhause“, pflegte ihre Mutter zu sagen, „ist es immer am schönsten.“ und damit hatte sie Recht. Trotzdem würde Akemi einige Dinge vermissen, zum Beispiel den morgendlichen Frühstücks- und den bequemen Roomservice. Es gab nichts praktischeres, als ein Tablett voller Köstlichkeiten direkt ins Schlafzimmer gereicht zu bekommen und dann, mit einem Handtuch über den nassen Haaren und eingehüllt in einen weichen Morgenmantel, auf dem Bett vor dem Holo-TV zu sitzen und zu frühstücken. Auf diese Annehmlichkeiten würde Akemi zu Hause allerdings verzichten müssen – es sei denn, dachte sie im Stillen, sie konnte Venecia davon überzeugen, jeden Morgen in aller Frühe bei ihr vorbei zu schauen und Zimmermädchen für sie zu spielen. Gut gelaunt klemmte sich Akemi ihre große Shampooflasche unter den Arm und trug den Rest ihrer Toilettenartikel zurück in den Schlafraum, wo ihre Tasche weit geöffnet auf dem großen Bett bereit stand. Akemi ließ einfach alles hinein fahren, optimistisch, dass sich die Tasche schon noch schließen lassen würde, wenn sie erst einmal fertig war. Von der Tür her vernahm sie ein Klopfen und einer der hoteleigenen Droiden betrat das Zimmer, um ihre Koffer nach unten zu befördern. Er nahm sich den beiden Koffern an und verschwand mit einem leisen, mechanischen Summen, wieder hinaus in den Gang. Akemi schaute auf das Chrono auf dem Nachttisch, um zu prüfen, wie viel Zeit ihr noch blieb, bis ihr Pilot eintreffen würde um sie nach Theed zurück zu fahren. Dabei fiel ihr Blick auf den Datenblock, der unschuldig neben der schmalen Stehlampe lag. Sie hatte „Deirdre und die Jedi-Ritter von Coruscant“ bereits vor ein paar Tagen zu Ende gelesen und sofort ein weiteres Mal wieder von vorne begonnen. Es war noch immer ein seltsames Gefühl, die Geschichte in Händen zu halten, von der ihr Richard so viel erzählt hatte, als sie noch zusammen gewesen waren und Akemi war noch immer überrascht, dass er sie überhaupt hatte veröffentlichen lassen. Er hatte manchmal Zweifel gehabt, ob er sie überhaupt je zu Ende schreiben würde.

Der Signalton des Kommunikators riss Akemi aus ihren Gedanken und sie verstaute den Datenblock hastig in ihrer Tasche, ehe sie ging um den Ruf der Rezeption zu beantworten.


“Miss Akanato?“

Hörte sie die freundliche Stimme der Rezeptionistin fragen.

“Wir haben ein intergalaktisches Gespräch für Sie, Miss, eine Verbindung von Coruscant. Darf ich den Anrufer zu Ihnen durchstellen? Es handelt sich um Mr. de Cinh.“

“Stellen Sie ihn durch.“

Mit einer flinken Handbewegung aktivierte Akemi den in einer Wandvorrichtung eingelassenen Holoprojektor und einen Moment später flackerte Nathaniels bläulich gefärbtes Abbild vor ihr.

“Nathaniel!“

Akemi winkte in das Aufnahmegerät.

“Wie geht’s dir? Was gibt’s?“

Sie hatten seit fast zwei Wochen nicht miteinander gesprochen und sie war neugierig zu hören, was er trieb und wie die Arbeit lief. Erst vor kurzem hatte Nathaniel beschlossen, sich mit einem Freund zusammen zu tun und einen eigenen Nachtclub zu eröffnen. Akemi schwankte noch immer, ob sie dies für einen genialen Einfall oder lediglich für eine Schnapsidee halten sollte, tendierte aber eher zu letzterem. Clubs gab es auf Coruscant bereits wie Sand am Meer und sie hatte so ihre Zweifel, ob Nathaniel und sein Kumpel genug von dem Geschäft verstanden, um sich von der Konkurrenz abzusetzen und Gewinn zu erwirtschaften. Trotzdem ermutigte sie ihn, damit er überhaupt etwas tat, außer herum zu hängen und die Tage zu vertrödeln, wie er es sonst gerne tat. Als Kinder einer wohl situierten Familie hatte es Nathaniel finanziell nicht nötig, überhaupt arbeiten zu gehen.

“Alles bestens, aber was fragst du mich? Wie geht es DIR? Ich habe mir Sorgen gemacht!“

Erwiderte er und eine Spur von Aufregung war aus seiner Stimme heraus zu hören.

“Ich habe Bilder von dir beim Verlassen eines Krankenhauses gesehen! Es heißt, du hast einen Unfall gehabt?!“

Durch das blaue Licht des Holoprojektors war es unmöglich für Akemi zu erkennen, ob Nathaniel blass geworden war, doch sein Gesicht sah tatsächlich besorgt aus. Die Jungschauspielerin musste sich zusammen nehmen, um nicht zu lachen. Sie hatte keinen Unfall gehabt, aber die Medien bauschten die Story mal wieder zu einer großen Schlagzeile auf.

“Mir geht es gut.“

Versicherte sie ihm, stand einmal auf, drehte sich im Kreis und wackelte mit Armen und Beinen.

“Siehst du? Noch alles dran. Wir haben vorgestern noch einmal einen Stunt neu gedreht, der ein bisschen schief gegangen ist. Ich hing quasi an einem Drahtseil, das nicht richtig gespannt war und bin dann mit dem Kopf vorn über gefallen… mehr oder weniger.“

Akemi hob ihre Hand, schob ihre Haare zur Seite und legte ihre rechte Schläfe frei, auf der ein kleines Bactapflaster klebte.

“Es ist nix passiert, nur eine Schramme. Die haben mich nur zur Kontrolle ins Krankenhaus geschickt, ein Medi-Droide hat mich durch gecheckt und alles für in Ordnung befunden.“

Jetzt grinste sie und Nathaniel atmete erleichtert auf.

“Ich hatte mir wirklich Sorgen gemacht!“

Bekräftigte er.

“Ich weiß und das ist lieb von dir. Danke!“

Das erneute Eintreffen des Droiden lenkte sie ab.

“Die Tasche hier…“

Gab sie ihm zu verstehen und erinnerte sich daran, dass sie bald los musste. Zwar war es nicht schlimm, wenn der für sie her bestellte Pilot auf sie warten musste, doch Akemi mochte es nicht, unpünktlich zu sein. Sie wusste, dass es sich viele Stars als Selbstverständlichkeit heraus nahmen, sich zu verspäten und gerade deswegen versuchte sie, sich von diesem Trend nicht mitreißen zu lassen. Sie wollte keine Diva sein und andere auf sich warten lassen. Außerdem wusste Akemi, dass ihre Mutter ihr die Ohren lang ziehen würde, sollte sie sich so etwas zur Gewohnheit machen.

“Hör zu, Nathaniel, ich hab‘ leider nicht mehr viel Zeit. Ich hab‘ gerade meine Sachen gepackt und mein Chauffeur kommt gleich.“

Sagte sie daher, auch wenn es ihr Leid tat, das Gespräch abzuwürgen.

“Ach so, kein Problem. Ich wusste nicht, dass du heute wieder abreist.“

Nathaniel, pflegeleicht wie immer, zuckte gutmütig mit den Schultern.

“Dann sprechen wir uns die Tage irgendwann noch mal. Ich wollte nur sehen, ob es dir gut geht.“

“Wie gesagt, es ist noch alles dran.“

Flachste Akemi, bevor sie ganz unerwartet ernster wurde. Es gab da noch etwas, das sie Nathaniel fragen wollte und der Moment schien ihr günstig.

“Du, sag mal…“

Sie brauchte einen Augenblick, um sich die Worte zurecht zu legen und befeuchtete ihre Lippen, bevor sie weiter sprach. Mit Nathaniel hatte sie immer über alles sprechen können. Er verstand sie, das hatte er von der Minute an, in der sie sich kennen gelernt hatten. Wann immer sie an diesen Abend damals dachte, musste sie lachen. Das war alles so lange her und Akemi konnte sich kaum vorstellen, wo sie heute wäre, wenn Nathaniel und sie damals ein Paar geworden wären. Heute konnte sie sich nicht einmal mehr vorstellen, einmal verliebt in ihn gewesen zu sein. Seitdem war viel geschehen und ihr Leben hatte sich mehr als einmal verändert. Manchmal glaubte sie, sich auf einer nicht enden wollenden Karussellfahrt zu befinden, zu der immer wieder Freunde und Bekannte aufstiegen, sie eine Weile lang begleiteten und dann wieder abstiegen, um aus ihrem Blickfeld zu verschwinden. Manche von ihnen tauchten irgendwann irgendwo wieder auf, während andere einfach für immer verschwunden blieben.

“Ich wollte dich fragen, ob du weißt, wie es Richard geht.“

Über Akemis Gesicht huschte ein unsicheres Lächeln. Sie wusste, dass diese Frage Nathaniel überraschen würde. Normalerweise sprachen sie nicht über Richard. Für Akemi war es leichter, so wenig wie möglich an ihn zu denken und sich abzulenken und Nathaniel war so rücksichtsvoll, ihn nicht zu erwähnen, wenn Akemi es nicht von sich aus tat.

“Richard?“

Wiederholte Nathaniel fragend und schüttelte dann den Kopf.

“Nein, ich habe nichts von ihm gehört. Er ist ja nicht mehr auf Coruscant.“

Er sagte es, als wäre es offensichtlich und für einen Moment war Akemi verwirrt.

“Nicht? Wieso?“

Fragte sie zurück, alarmiert. Was sollte das heißen, dass er nicht mehr dort war? Er hatte fast sein ganzes Leben dort gelebt! War etwas mit Nella Di, seiner Tochter, passiert, weswegen er möglicherweise nach Alderaan geflogen war? Nathaniel veränderte seine Sitzposition.

“Nun, er konnte schlecht da bleiben… mit dem Buch und so. Er hat sich offiziell zum Imperiums-Gegner gemacht.“

Erklärte er, als hätte Akemi dies schon längst sehen müssen. Und das hätte sie.

“Oh. Ach so.“

Erwiderte sie schwach, nicht sicher, was sie denken sollte. Es stimmte, mit der Veröffentlichung eines Romans, in dem Jedi als Helden stilisiert wurden, hatte sich Richard Cohn offiziell als Sympathisant der Neuen Republik geoutet. Damit war es ihm unmöglich, sich gefahrlos weiterhin auf Coruscant oder innerhalb anderer imperialer Gebiete aufzuhalten. Er musste den Stadtplaneten also bereits vor der Veröffentlichung seines Buches verlassen haben.

“Na ja… ich dachte auch bloß…“

Akemi schüttelte den Kopf. Sie hätte wirklich selbst darauf kommen müssen. Die Schultern straffend sah sie auf und lächelte Nathaniel an.

“Sein Buch verkauft sich gut. Es ist ein voller Erfolg. Jeder spricht davon.“

Sagte sie und freute sich ehrlich. Nathaniel nickte.

“Das stimmt. Ich habe es gelesen. Es ist gut.“

“Sehr gut sogar.“

Akemi lächelte noch immer, doch über ihren Augen lag das Echo eines Schattens

“Ich muss jetzt wirklich los.“

Das Hologramm verschwand, als sie beide zeitgleich die Verbindung trennten, doch es dauerte, bis Akemi schließlich aufstand und das Gespräch hinter sich ließ. Sie hatte nicht daran gedacht, welche Konsequenzen Richards Schritt, seinen Roman zu veröffentlichen, für ihn haben würde. Als er begonnen hatte an Deirdres Geschichte zu arbeiten, hatte er nicht bewusst damit gerechnet, den Roman irgendwann wirklich zu verkaufen. Wann hatte er sich wohl entschieden, es zu tun? Akemi warf einen letzten Blick in das Hotelzimmer und griff nach ihrer Handtasche. Dass sie sich öffentlich zur Neuen Republik bekannt hatte, war der Grund für ihre Trennung gewesen. Richard war nicht bereit gewesen, seine Heimat Coruscant aufzugeben und hatte befürchtet, weder Freunde noch Familie wieder sehen zu können, wenn er sich weiterhin zu Akemi und damit ebenfalls zur Republik bekannte. Und nun war er diesen Schritt doch gegangen. Allein. Sie sollte es nicht hinterfragen, aber es war schwer, es nicht zu tun. Akemi wandte sich um, verließ das Hotelzimmer und schloss die Tür hinter sich.

- Naboo – Moenia – Hotel –
 
- Naboo – Theed – Restaurant „Aluei” – Mit Masao -

Der winzige Diamant funkelte bestechend schön im Licht des Kronleuchters, der direkt über ihrem Tisch hing. Der Ring passte genau an Akemis Zeigefinger. Das matt silberne, schlichte Band, das nach oben breiter wurde und dort eine Blüte formte, die einen einzelnen edlen Stein hielt, verlieh ihrer ansonsten schmucklosen Hand einen eleganten, vornehmen Touch. Entzückt spreizte Akemi ihre Finger.

“Er ist wirklich richtig, richtig schön. Ich könnte ihn ewig anstarren.“

Sagte sie, ihren Augen vor Begeisterung glühend.

“Darf ich ihn behalten?“

Grinsend sah sie auf, doch ihr Bruder hob nur müde lächelnd eine Augenbraue.

“Er passt dir ja noch nicht mal am Ringfinger. Los, gib ihn wieder her.“

Verstohlen wanderten seine Augen in Richtung der Erfrischungsräume und Akemi pellte das Schmuckschmück mit einem letzten tiefen Seufzer wieder von ihrem Finger, um es ihrem Bruder zurück zu geben. Hastig verstaute Masao den Ring wieder in der kleinen schwarzen Schatulle, aus der er ihn eben noch heraus geholt hatte, um seiner Schwester das Schmuckstück zu zeigen, das er an diesem Nachmittag bei einem Juwelier erstanden hatte und mit dem er Salomé um ihre Hand bitten wollte. Er hatte Akemi nicht von selbst verraten, wie teuer der Verlobungsring gewesen war und Akemi hatte abgesehen, ihn danach zu fragen. Solche Dinge gehörten sich nicht. Über Geld zu sprechen war bei den Akanatos tabu, so war es schon gewesen als die Familie noch auf Bothawui gelebt hatte und mehr schlecht als recht über die Runden gekommen war und so war es noch heute. Die Verhältnisse, in denen sie lebten, hatten sich zwar radikal geändert, doch die Prinzipien der Familie waren die gleichen geblieben. Masao schob den Ring samt Verpackung wieder in seine Tasche. Gut versteckt würde er dort auf den richtigen Zeitpunkt warten. Ihren Bruder danach zu befragen, wann dieser sein würde, dazu war Akemi noch nicht gekommen. Sie wusste nur, dass er vor hatte, Salomé einen Antrag zu machen und dass er bereits einen Ring gekauft hatte, mehr nicht. Akemi drehte sich um, da sie mit den Rücken zu den Erfrischungsräumen saß, um sich zu vergewissern, dass die Luft noch rein war.

“Weißt du schon, wann du sie fragen wirst?“

Wollte sie wissen und ihre Stimme barst fast vor Spannung. Ihr älterer Bruder würde heiraten! - Natürlich vorausgesetzt, dass er keinen Korb bekam. Es war ungewohnt, ihn in dieser neuen Rolle zu sehen. Zu heiraten bedeutete, sehr erwachsen zu sein und obwohl Masao einige Jahre älter war als sie und ihr auch bereits in geschäftlichen Dingen als ihr Manager zur Seite gestanden hatte, konnte sie ihn sich noch nicht als Mann mit Frau und Kindern vorstellen. Er zuckte lässig mit den Schultern.

“Weiß noch nicht.“

Antwortete er und Akemis Mund klappte sprachlos auf. Er hatte einen Ring gekauft, sich aber noch keine weiteren Gedanken gemacht? Er wollte doch hoffentlich nicht spontan und unromantisch um Salomés Hand anhalten? Wenn er diesen Moment für seine zukünftige Frau verderben würde…

“Masao!“

Zu spät hatte Akemi den amüsierten Zug um seine Mundwinkel erkannt. Er hatte sie nur auf den Arm genommen. Erleichtert ließ sie sich in ihren Stuhl zurück sinken.

“Du bist unmöglich.“

Warf sie ihm vor und überlegte einen Moment.

“Verrätst du mir, was du geplant hast?“

Masao grinste.

“Auf keinen Fall.“

Weigerte er sich, schielte über den Kopf seiner Schwester hinweg und schob die Gabel, die auf dem Tisch ein wenig verrutscht war, ein Stück zur Seite, damit sie wieder parallel zu dem Messer neben ihr lag.

“Salomé kommt.“

Flüsterte er mit halb gesenktem Kopf und Akemi griff, als Manöver der Ablenkung, nach ihrem Weinglas.

“Jedenfalls hab ich jetzt sogar meine erste Verletzung von einem Stunt davon getragen. Matt meinte, bis man sich nicht wenigstens einmal dabei verletzt hat, kann man nicht behaupten, seine Stunts selbst gemacht zu haben. Alles, wobei man sich nicht verletzt, ist der Rede nicht wert.“

Sie sah zu Salomé, die gerade wieder an ihrem Tisch angekommen war, im Begriff war sich zu setzen und sie fragend ansah.

“Mein gefährlicher Sturz.“

Erklärte Akemi scherzend und deutete auf den gerade noch sichtbaren Punkt auf ihrer Schläfe, der mal eine Verletzung gewesen war. Sie ließ ihren Blick nur kurz zu Masao herüber flackern und sah ihn gerade lange genug an um zu sehen, dass er ihr verschwörerisch zu zwinkerte, ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht. Ihr großer Bruder war im Begriff zu heiraten. Mit dieser Eröffnung hatte er sie wirklich überrascht, allerdings im positiven Sinne. Salomé tat ihm richtig gut, das konnte jeder sehen und obwohl sie vollkommen unterschiedlich waren, schienen sie richtig gut zusammen zu passen. Aus Akemis Familie mochten sie alle, besonders Hana. Es war interessant, die beiden zusammen zu beobachten. Salomé las genauso gerne und viel wie Hana und kannte viele von den Büchern, die auch Akemis kleine Schwester las. Dementsprechend konnten sie viel darüber reden und sich austauschen. Ihre Familie würde sich sehr bald also vergrößern. Masao würde eine Frau haben, ihre Eltern eine Schwiegertochter bekommen und Akemi eine neue Schwester.

“Worüber lächelst du?“

Salomés wachsamen Augen war Akemis verklärt-romantischer Blick nicht entgangen.

“Oh… nichts.”

Erwiderte sie schnell, tupfte sich den Mund mit einer Serviette ab, obwohl es nichts abzutupfen gab, und verbarg ihre gute Laune dahinter.

- Naboo – Theed – Restaurant „Aluei” – Mit Masao und Salomé -
 
- Naboo – Theed – Restaurant Aluei – Mit Masao und Salomé –

Masao half Salomé in ihren leichten Mantel, während Akemi ihr Cape zuknöpfte. Sie standen im Bereich der Garderobe, die Bäuche voll und – in Akemis Fall – die Augen müde. Sie hatte mit köstlichem Fleisch und pikanter Sauce gefüllte Teigrollen gegessen, dazu einen bunt gemischten Salat und als Nachtisch hatte sie nicht nur ihre eigene, sondern auch noch Salomés Portion Früchtemousse verdrückt. Sie war froh, dass sie überhaupt noch gehen konnte und nicht nach Hause gerollt werden musste. Wie immer hatte sich der Koch hier selbst übertroffen.

“Danke für den schönen Abend. Wir sehen uns dann in Toulse?“

Fragte Akemi, während sie erst Salomé und dann Masao zum Abschied auf die Wange küsste.

“Ja, ich melde mich dann vorher noch mal, damit wir zusammen fahren können.“

Bestätigte Masao und winkte zum Abschied. Salomé winkte ebenfalls. Sie hatte keine Ahnung, welche große Frage in den nächsten Tagen auf sie zukommen würde. Oder ob sie vielleicht sogar doch bereits etwas vermutete? Nein, Akemi glaubte nicht, dass sie etwas ahnte. Masao hatte Akemi gestanden, dass sie bisher nie über Hochzeit gesprochen hatten. Er wollte diesen Schritt gehen und er hoffte einfach, dass Salomé es auch wollte. Akemi würde ihm dafür beide Daumen drücken. Sie mochte Salomé wirklich gerne und konnte sich gut vorstellen, dass die beiden für immer zusammen blieben. Ihr großer Bruder als Ehemann… es war süß, welche Mühe sich Masao gab, um Salomé glücklich zu machen und es war süß, dass er sich Akemi anvertraute und ihr von seinen Plänen erzählte. Sie liebte ihn dafür noch mehr. Die beiden Verliebten gingen gen Ausgang und durch die Tür nach draußen und verschwanden aus Akemis Blickfeld. Akemi blieb noch einige Momente bei der Garderobe stehen, um ihnen Zeit zu geben zu verschwinden, dann erst machte sie sich ebenfalls auf den Weg. Der livrierte Angestellte am Eingang öffnete ihr die Tür und wünschte ihr einen schönen Abend.

“Besuchen Sie uns bald wieder, Miss Akanato.“

Bat er, als sie an ihm vorbei nach draußen in den Abend ging. Kaum hatte sie einen Fuß nach draußen gesetzt, schlug ihr grelles Blitzlichtgewitter entgegen. Automatisch schirmte Akemi ihre Augen zum Schutz vor dem hellen Licht ab, während ein Dutzend Reporter sich mit Kameras um sie drängten. Solche Belagerungen waren Routine. Akemi bahnte sich ihren Weg durch die Menge der Fotographen, die sie mit Holokameras umringten, den Kopf überwiegend gesenkt. Gleißende Lichter tanzten um sie herum, während die Papparazzi ihren Namen riefen.

“Akemi, Akemi!“
”Mit wem warst du heute Abend verabredet?”
“Hast du einen neuen Lover? Wie heißt er?“
“Hallo Akemi, schickes Outfit!“
”Komm, ein Lächeln für uns!”

Die Stimmen und die ihr folgende Meute ignorierend lief Akemi die wenigen Meter bis zu ihrem Gleiter, der neben dem Restaurant geparkt war. Bone und ihr Fahrer hatten dort den ganzen Abend auf sie gewartet. Der Kel’Dor sprang aus dem Gleiter, sobald er Akemi sah, eilte auf sie zu und schob sie mit sich in den Gleiter. Die Reporter riefen noch immer Akemis Namen, als sie schon längst hinter den dunklen Fensterscheiben saß, die sie vor den neugierigen Blicken schützten.

“Bitte direkt nach Hause.“

Wandte sich Akemi an ihren Fahrer und ließ die noch immer blitzenden Lichter hinter sich. Während der Fahrt schloss sie die Augen, den Kopf auf die weiche Nackenstütze gelegt. Sie rutschte schnell in einen Halbschlaf hinein, aus dem sie immer wieder kurz aufschreckte und dann die Stadt wie im Nebel an sich vorbei huschen sah. Bone begleitete sie hinauf bis zu ihrer Wohungstür, wie er es immer tat, wenn Akemi noch spät aus gewesen war, um voraus zu gehen und die Lichter für sie einzuschalten. Dann war sie wieder alleine. Sie schaltete leise Musik ein, während sie sich auszog und die Nachrichten überprüfte, die für sie hinterlassen worden war. Gynt hatte gleich mehrmals versucht, sie zu erreichen.

”Schätzchen, bist du da? Meld dich.” – “Akemi? Ich muss drigend mit dir sprechen.” – “Akemi. Es ist wirklich wichtig. Ruf mich an, wenn du Zuhause bist.” -“AKEMI!!”

Stirnrunzelnd hörte Akemi die Nachrichten ab, die er hinterlassen hatte. Es war spät und sie hatte wenig Lust, sich jetzt noch bei ihm zu melden. Andererseits würde er ihr morgen die Hölle heiß machen, wenn sie es nicht tat. Gynt Stales nahm seine Aufgaben als ihr Manager mehr als ernst. Widerstrebend koppelte Akemi ihr Komlink an die Kommunikationsanlage, ging ins Schlafzimmer und zog Nachthemd und Morgenmantel an. Während sie die Verbindung zu Gynt wählte, schlüpfte sie mit ihren nackten Füßen in ihre puscheligen rosafarbenen Pantoffeln.

”Akemi?”

Er meldete sich sofort, ohne dass sie lange hätte warten müssen. Akemi stand im Bad, ihr Komlink lag vor dem Wandspiegel auf einem Handtuch.

”Ja, ich bin da. Du wolltest, dass ich mich melde.”

Begann sie das Gespräch und begann, sich abzuschminken.

”Ja, ich habe mehrmals versucht, dich zu erreichen. Wo warst du? Hattest du dein Komlink nicht dabei?”

Wollte er wissen. Schuldig zog Akemi den Kopf ein. Diese Diskussion hatten sie manchmal. Ab und zu brauchte sie Momente für sich selbst. Privatsphäre. Heute war so ein Abend gewesen. Wenn sie sich mit ihrem Bruder traf, wollte sie nicht gestört werden. Zeit mit der Familie war ohnehin schon knapp genug und seit Masao sich nicht mehr um ihre Karriere kümmerte – und Gynt diesen Job überlassen hatte – sah sie ihn noch seltener.

”Ich war mit Masao unterwegs.”

Antwortete sie daher, eine Spur von Trotz in ihrer Stimme, und konnte Gynt laut ausatmen hören. Normalerweise war jetzt der Punkt erreicht, an dem er sie belehrte, dass sie für ihn immer erreichbar sein musste… doch zu ihrer Überraschung sagte er nichts dergleichen.

”Ich habe heute einen Anruf bekommen.”

Akemi horchte auf. Instinktiv ließ sie das Kosmetiktuch sinken.

”Einen Anruf? Von wem?”

Wollte sie wissen und eine plötzliche Anspannung, von der sie nicht wusste woher sie kam, zog an ihrem Herzen. Es dauerte einen Moment, bis Gynt antwortete.

”Von SanEx Entertainment. Sie wollen mit uns über ein neues Rollenangebot sprechen.”

”Oh. Ach so.”

Akemis Schultern sackten zusammen. Für einen kurzen Augenblick hatte sie geglaubt, Richard hätte sich gemeldet und nach ihr gefragt und erst als Gynt diese Hoffnung durch kreuzte, wurde ihr klar, wie lächerlich sie gewesen war. Richard hätte niemals Grund gehabt, über ihr Management zu gehen, wenn er mit ihr sprechen wollte. Sie rang sich zu einem Lächeln durch.

”Na, das ist doch gut.”

Sagte sie, ihre Hoffnung begrabend. Bis zu diesem Moment war ihr nicht bewusst gewesen, wie sehr sie sich wünschte, Richard wieder zu sehen. Ihre Trennung war freundschaftlich gewesen, sie hatten es beide für das Beste befunden, doch das bedeutete nicht, dass sie ihn nicht sehr vermisste.

”Können wir morgen darüber sprechen? Wenn du das Script hast, kannst du es mir schicken. Dann sehe ich es mir morgen an, versprochen.”

Fügte sie an, erpicht darauf, das Gespräch zu beenden.

”Was?! Willst du denn gar nicht wissen, worum es geht?”

Gynts Stimme klang fast schon verzweifelt. Die Wahrheit war, Akemi wollte es nicht wissen, nicht in diesem Moment. Sie hatte die letzten Tage öfter an Richard gedacht, mehr als sonst. Zweifellos lag es daran, dass sie einige Medienberichte über ihn gehört und sein Buch zu Ende gelesen hatte und obwohl zumindest offiziell niemand zu wissen schien, wo er war, war er praktisch über präsent. Trotzdem genügte ihr dies nicht als Erklärung, warum sie ihn öfter als sonst vor sich zu sehen schien. Eigentlich hätte sie längst los lassen sollen, aber das hatte nicht. Er war ihr noch immer wichtig, und Masao und Salomé so glücklich miteinander zu sehen hatte ihr vor Augen geführt, was sie verpasste und vermisste. Akemi hob den Blick und sah in den Spiegel. Ihr gegenüber stand eine Frau mit zwei Gesichtern, ihr linkes Auge klar und rein, ihr rechtes Auge dunkel umrandet, die Wimpern lang, das Lid glänzend. Sie hatte begonnen sich abzuschminken, war aber nicht weit gekommen.

”Akemi.”

Sprach Ihr Manager eindringlich, doch Akemi schüttelte den Kopf. Sie konnte jetzt nicht über die Arbeit reden. Gleichzeitig schnaubte Gynt laut.

”Schätzchen, sie bieten dir die Hauptrolle in Deirdre und die Jedi-Ritter von Coruscant an!”

Einen Herzschlag lang schien Akemis Herz auszusetzen. Ihre Hände umklammerten die kühle Keramik des Spülbeckens und ihr Blick richtete sich auf die junge Frau mit den zwei Gesichtern. Auf sich selbst. Fieberhaft versuchte sie, Gynts Worte in sich aufzunehmen, sie zu verstehen. Deirdre und die Jedi-Ritter von Coruscant war nicht irgendein Filmprojekt, nicht irgendeine Geschichte. Es war Richards Geschichte.

- Naboo – Theed – Akemis Appartment –
 
- Naboo – Dee’ja Peak – Gleiter –

Bevor sie zum ersten Mal nach Naboo gekommen war, hatte Akemi nicht gewusst, wie schön der Planet war, der eines Tages ihr neues Zuhause werden sollte. Sie war ein Mädchen gewesen, ein Mädchen mit großen Träumen. Schauspielerin hatte sie werden wollen, reich und berühmt, wie viele in ihrem Alter. Anders als die meisten hatte sie es jedoch geschafft. Sie hatte am Theater begonnen, Publikum und Kritiker von sich überzeugt und schon kurz darauf den Sprung zum Holo-Film geschafft. Sie hatte Glück gehabt. Das Leben hatte es, trotz der Dinge, die sie zwischenzeitlich während ihrer Zeit beim Geheimdienst erlebt hatte und die sie bestrebt war zu vergessen, gut mit ihr gemeint. Seitdem hatten sich viele Dinge verändert. Akemi hatte viel dazu gelernt, sie war erwachsener geworden und sie sah die Dinge klarer. Vor allem aber sah sie auch Naboo als das, was es war: ein Planet voller romantischer Orte und märchenhafter Städte. Akemi liebte die magischen Flecken im Seenland mit ihren Blumen geschmückten Brücken, die über das Wasser führten und sie liebte die Berge, die über zierlichen Dörfern thronten, wie hier in Dee’ja Peak, wohin sich jene zurück zogen, die die Einsamkeit suchten. Dies war ihre Wahlheimat - nicht der Ort, an dem sie aufgewachsen war, aber definitiv der Ort, an dem sie alt werden wollte, wenn es sich in ihrem jungen Alter überhaupt lohnte, über solche Sachen bereits nachzudenken. Akemi lächelte zu sich selbst, als sie aus dem Fenster des Gleiters hinaus in die bunte Landschaft blickte. Anstelle leuchtend grüner, saftiger Wiesen und Felder sah sie moosbewachsene Berghänge und steinige Felsen, bespickt mit farbenfrohen Flecken von Wildblumen. Sie sah die Dächer der Häuser auf sich zukommen, als sie sich dem Dorf näherten und den großen Wasserfall, der über Dee’ja Peak wachte und die Luft mit seinem Rauschen erfüllte.

Als sie die Brücke passierten; die den einzigen Zugang zu dem kleinen Dorf bildete, begann die Schauspielerin allmählich nervös zu werden. Sie merkte es daran, wie sie plötzlich ihre Finger ineinander verharkte und mit dem Trotteln ihres Schals spielte, der lose um ihren Hals lag. Das seidene Tuch hatte sie auf einem Markt für ein paar Credits erstanden. Akemi liebte es noch immer, frühmorgens durch die Stadt zu sparzieren, wenn gerade die ersten Geschäfte eröffnet hatten und die Verkäuferinnen am großen Degaro-Platz gerade erst ihre Stände aufgebaut hatten. Für solche ruhigen Momente hatte sie nicht oft Gelegenheit, doch sie nutzte sie, wann immer sie konnte.


”Haben Sie die Adresse parat, Miss Akanato?”

Ihr Fahrer sprach zum ersten Mal, seit sie von Theed los gefahren waren. Er hatte das Tempo des Gleiters gedrosselt.

”Was? Oh, ja, natürlich.”

Akemi fischte ihr Komlink aus ihrer Tasche, rief die abgespeicherte Notiz aus und ließ ihren Fahrer das Display sehen. Er nickte und wandte den Blick wieder nach vorne. Vielleicht war es keine gute Idee, dachte sie sich, doch zum Umkehren war es längst zu spät und wenn sie ehrlich war, wollte sie hier sein. Wenn sie ehrlich war, hatte sie nur darauf gewartet, ihn endlich wieder zu sehen. Es war viel zu lange her.

- Naboo – Dee’ja Peak – Gleiter –
 
- Naboo - Dee’ja Peak – Landgut – Gästewohnung -

Dee'ja Peak war ein Ort, an dem sich jene niederließen, die etwas – oder jemandem – entkommen wollten. Manche waren auf der Flucht, andere suchten lediglich die Einsamkeit. Einige hofften, in der Ruhe sich selbst zu finden, während der Rest von ihnen die Schönheit der Landschaft genoss. Die hohen Berge wachten über die Bewohner des Dorfes wie weise Riesen. Nichts konnte hier die Ruhe der Menschen stören, nichts erinnerte an den Krieg in der Galaxis, oder an die Politik der Königin. Dee'ja Peak lag abseits der Wirklichkeit. Die Zeit schien hier still zu stehen.

Das Dorf lag eingebettet in die grünen Hügel der umliegenden Berge. Draußen vor dem Fenster spielte eine Gruppe von Kindern. Mädchen mit wilden Lockenköpfen tanzten in weißen Kleidern um einen Springbrunnen herum, während ihre Brüder versuchten sie zu fangen. Richard Cohn starrte regungslos aus einem der Fenster. Der Anblick war friedlich und erinnerte ihn an Alderaan. In vielerlei Hinsicht glich der Planet, auf dem seine Tochter und seine Ex-Frau lebten, Naboo. In mancher Hinsicht aber auch nicht. Alderaan lag nach wie vor in imperialem Gebiet und war aus diesem Grund unerreichbar für Richard geworden. Vor einigen Monaten noch war das anders gewesen. Vor einigen Monaten war er ein Unbekannter gewesen, ein einfacher Mann mit einer imperialen ID, der von Coruscant nach Alderaan reisen konnte wann immer er wollte. Dann hatte er einen Beschluss gefasst, den Beschluss mutig zu sein und aus dem einfachen Mann war ein Gejagter geworden, einer der sich zum Feind des Imperiums gemacht und sich offiziell als Freund und Unterstützer der Neuen Republik zu erkennen gegeben hatte. In diesem Moment, während diese Verwandlung statt gefunden hatte, war er nach Naboo geflüchtet. Sein Buch „Deirdre und die Jedi-Ritter von Coruscant“ war veröffentlicht worden und Richard Cohn war auf republikanischen Boden zurück gekehrt, um sich in der Abgeschiedenheit zu verstecken. Naboo war ihr Terrain. Akemi war hier überall. Sie war in den Klatschspalten der Zeitungen und in Werbekampagnen im Holo-TV. Die Naboo hatten sich in sie verliebt, genau so wie Richard sich damals in sie verliebt hatte. Sie war zu einem Teil dieses Planeten geworden. Ob sie ihn allerdings würde sehen wollen, darüber war er sich unklar gewesen und darum hatte er sich nicht bei ihr gemeldet. Er hatte gewartet, bis die Leute von SanEx Entertainment ihr ihr Angebot unterbreitet hatten. Erst, als sie Kontakt zu seinem Agenten aufgenommen hatten, hatte er ihr geschrieben und ihr mitgeteilt, wo er war. Sie war auf dem Weg zu ihm, in diesem Aufenblick. Draußen quietschten die Mädchen mit den lockigen Haaren vor Freude. Kindliches Lachen drang durch die geschlossenen Fenster zu ihm herein und Richard Cohn war zufrieden, weil er wusste, dass er die richtige Entscheidung längst getroffen hatte.


“Mr. Cohn?“

Die ältere Mrs. Barson, eine kleine rundliche Frau mit krausen Haaren und einem einem gütigen Gesicht, stand in der offenen Tür zum Salon. Richard drehte sich zu ihr um.

“Ihr Besuch ist da, Sir.“

Einen Augenblick lang hielt sie inne, ehe sie hinzu fügte, unsicherer diesmal:

“Miss Akanato.“

Der Moment war gekommen und Richard nickte, äußerlich ruhig. Innerlich jedoch war er sich seiner ganz und gar nicht sicher. Sie hatten sich seit Monaten nicht nur nicht gesehen, sondern auch keinen Kontakt gehabt. Er hatte manchmal über Nathaniel erfahren, wie es ihr ging. Den Berichten, die man im Holoweb über sie lesen konnte, traute er nicht.

“Seien Sie so nett und bringen Sie sie herein.“

Seine Stimme klang kontrolliert, leise aber fest. Die ältere Mrs. Barson nickte, verschwand hinaus in die Lobby und Richard blieben ein paar letzte Sekunden, ehe er sie endlich wieder sehen würde. Seine Hände waren plötzlich schwitzig. Er hatte sich lange nicht mehr so gefühlt.

Sie trug ein langes Kleid nach der Art der Naboo. Der schwere Saum glitt mit jedem ihrer Schritte über den Boden. Das war das Erste, das ihm auffiel, als er sie sah. Ihre Haare waren länger, aber das wusste er natürlich bereits. Er hatte Bilder von ihr gewesen, Bilder die die Papparazzi geschossen hatten: Akemi wie sie ihre Wohnung verließ, Akemi bei den Dreharbeiten, Akemi auf dem roten Teppich, Akemi beim Shopping mit einer Freundin. Es war nicht so, dass er jeden ihrer Schritte verfolgt hätte. Gerade während der Fertigstellung seines Buches hatte er wenig Zeit gehabt, sich mit Gedanken an sie ablenken zu lassen, doch ab und an hatte er nach aktuellen Nachrichten über sie gesucht, um sich davon zu überzeugen, dass es ihr gut ging. So weit er wusste arbeitete sie viel, doch man sah ihr den Stress nicht an und als sie ihn sah, wie er vor den Fenstern stand, lächelte sie. Ihr Blick war klar. Er liebte ihre Augen.


“Richard.“

Sie sprach nur seinen Namen.

“Akemi, es ist schön, dich zu sehen.“

Die alte Vertrautheit war verschwunden. Wie hätte sie noch existieren können, nach Monaten der Funkstille zwischen ihnen? Und doch war da noch etwas. Unsicher machte Richard ein paar Schritte auf sie zu.

“Du siehst gut aus.“

Stellte er fest und brachte sie damit zum Lächeln.

“Danke, dass du gekommen bist.“

Er beugte sich zu ihr und küsste sie zur Begrüßung auf die Wange. Für einen kurzen Moment legte sich ihre Hand auf seine Schulter. In dem langen Kleid wirkte Akemi noch zierlicher als sonst. Es machte sie kleiner, aber sie sah wunderschön aus. Ihm gefiel der leicht ausgestellte Kragen, der ihren schlanken Hals umspielte. Er wollte sie dort küssen.

“Ich kann immer noch nicht glauben, dass du hier auf Naboo bist.“

Sagte sie und er wusste, was sie meinte.

“Ich konnte kaum auf Coruscant bleiben. Sie hätten mich sofort nach der Veröffentlichung festgenommen.“

“Ich weiß.“

Akemi nickte.

“Trotzdem... Naboo?“

Fragend sah sie ihn an und wenn ihn nicht alles täuschte, schwang leise Hoffnung in ihren unausgesprochenen Worten mit. Vielleicht war die alte Vertrautheit noch nicht ganz verschwunden und er konnte deshalb erraten, was sie eigentlich von ihm hören wollte. Richard bot ihr einen Sessel, doch Akemi setzte sich nicht sofort.

“Es schien mir die naheliegendste Wahl zu sein.“

Antwortete er schließlich.

"Meinst du nicht auch?"

- Naboo - Dee’ja Peak – Landgut – Gästewohnung – Mit Akemi -
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
- Naboo - Dee’ja Peak – Landgut – Gästewohnung – Mit Richard -

Das Landgut, in dem Richard eine Gästewohnung gemietet hatte, war riesengroß, aber wunderschön. Es musste alt sein, denn Akemi war draußen aufgefallen, dass die Steinmauern überall starke Witterungsspuren aufzeigten und hier und da ließen sich renovierte Ecken erkennen, die vor wenigen Jahren nachgebessert worden waren. Der Stil, in dem das Gebäude gebaut war, war anders als die meisten Gebäude in Theed, doch Akemi verstand nicht genug von der Historie der Naboo um sagen zu können, wie alt das Landgut tatsächlich sein musste. Vielleicht ein paar Jahrhunderte. Masao kannte sich mit diesen Dingen besser aus. Als Architekt konnte er mit seinem Kennerblick die verschiedenen Epochen und Stile problemlos zuordnen. Richard wusste es allerdings mit großer Sicherheit auch. Er interessierte sich für solche Themen und für alles, das auch nur ansatzweise mit Kunst zu tun hatte. Ein altes Landgut wie dieses, mit verschlungenen Torbögen, schweren, aufwendig verzierten Holzfenstern und romantisch angelegten Gärten war Kunst in seinen Augen. Zum wiederholten Male musterte Akemi sein Gesicht. Wenn sie ihn anschaute kam es ihr so vor, als hätten sie sich gerade erst gestern zuletzt gesehen. Einfach alles an ihm war ihr noch immer vertraut.

“Ich weiß nicht, war es das?“

Fragte sie zurück, als er meinte, Naboo sei die naheliegendste Wahl für ihn gewesen, als er eine Zuflucht hatte wählen müssen. Obwohl er ihr einen Platz am Fenster angeboten hatte, setzte sie sich nicht. Es wäre ihr komisch vorgekommen, ihm gegenüber zu sitzen, mit einem Tisch zwischen ihnen. Zu distanziert. Gleichzeitig legte sich ein flaues, willkommenes Gefühl in ihren Bauch, weil er angedeutet hatte, dass sie der Grund für seine Entscheidung gewesen war. Wenn er wegen ihr hierher gekommen war, dann musste das bedeuten, dass es für sie beide noch einmal eine Chance geben konnte. Mit der Veröffentlichung seines pro-republikanischen Romans hatte sich der Grund, der zu ihrer Trennung geführt hatte, in Luft aufgelöst. Richard und Akemi hatten sich getrennt, weil sie sich öffentlich als Anhängerin der Neuen Republik zu erkennen gegeben hatte und Richard nicht bereit gewesen war, diesen Schritt mit ihr zu gehen. Nun war er ihr doch gefolgt.

“Jemand hat mir Naboo mal als den friedlichsten und vollkommensten Ort der gesamten Galaxis beschrieben. Ich musste nicht lange überlegen.“

Erwiderte Richard. Es war nicht schwer für Akemi, ihre eigenen Worte in seiner Antwort wieder zu erkennen und ein Hauch von Farbe überzog ihre Wangen. Sie erinnerte sich genau an jenen Abend, als sie ihm Naboo beschrieben hatte und sie wusste noch, dass das nicht alles gewesen war, das sie damals zu ihm gesagt hatte. Einen Moment lang fühlte sie sich schüchtern. Er musste es ebenfalls noch wissen.

“Akemi.“

Ein Finger schob sich unter ihr Kinn und zwang sie, ihn anzusehen.

“Ich bin wegen dir hier her gekommen.“

Tausend Jahre hätten nicht ausgereicht, um die Erinnerung daran verblassen zu lassen, wie sich auch nur die kleinste seiner Berührungen anfühlte. Akemis Körper reagierte sofort. Ihre Lippen öffneten sich leicht.

“Das hatte ich gehofft...“

Antwortete sie zaghaft, als sich Richards Hand auch bereits um ihre Taille legte, und sie grob in seine Richtung zog. Ihre Hände legten sich auf seine Brust. Das hier, wurde Akemi klar, wollten sie beide.

- Naboo - Dee’ja Peak – Landgut – Gästewohnung – Mit Richard -
 
- Naboo - Dee’ja Peak – Landgut – Gästewohnung – Mit Akemi -

Er hatte manchmal von ihr geträumt, als sie getrennt gewesen waren. Meistens war es nur eine flüchtige Erinnerung gewesen, wenn er morgens erwacht war. Er hatte den Nachhall einer Berührung gespürt, oder das Echo eines weit entfernten Lachens gehört. Ab und zu hatte er sogar ihr Gesicht vor sich gesehen, so klar und deutlich, als stünde sie wirklich vor ihm, doch je mehr er versucht hatte, mehr von ihr zu fassen zu bekommen, umso schneller war das wage Gefühl, das ihm für ein paar kurze Sekunden das Aufwachen versüßt hatte, durch die Finger geglitten. Die Erinnerung an etwas, das nichts gewesen war als seine Einbildung, war zurück in die Schatten gekrochen. Träume waren eben nur genau das. Sie waren bittersüß, wenn sie Wünsche erfüllten und zugleich einen gestandenen Mann zum Narren hielten. Sie waren vergänglich und kurzweilig, doch vor allem konnten sie wegweisend sein, wenn man es zuließ, über ihre Bedeutung nachzudenken. Und doch...

Und doch konnte kein Traum vortäuschen, wie es sich wirklich anfühlte, sie endlich wieder in seinem Arm zu halten. Richard Cohn hatte nicht vergessen, wie ein Kuss von ihr schmeckte. Er hätte ewig in Akemis tiefe, unergründliche Augen blicken können, doch er wollte sie so nah, wie sie ihm in diesem Moment sein konnte. Es war Monate her, dass sie sich so nah gewesen waren. Ihre Trennung war kein Drama gewesen. Sie hatten nicht einmal gestritten. Jeder von ihnen war einen anderen Weg gegangen – nicht mehr und nicht weniger.

Er küsste sie stürmisch, als fürchtete er, die Zeit liefe ihm davon, und Akemi stemmte sich ihm entgegen. Es fühlte sich an, als hätten sie beide nur auf diesen Augenblick gewartet. Vielleicht war es so. Sie roch fruchtig, nach Waschlotion und Shampoo und ihre Haut war weich wie Seide. Zart.


“Richard.“

Sein Name aus ihrem Mund war nicht viel mehr als ein Hauchen. Er konnte ihr Wispern spüren, als sich ihre Lippen gegen seine bewegten. Bei allen Sternen, hatte er das vermisst! In seinem Leben hatte Richard Cohn sich nicht oft zu jemandem hingezogen gefühlt. Er war über die Jahre mit einigen Frauen zusammen gewesen, doch die wenigsten hatten ihm wirklich etwas bedeutet. Nach der Scheidung von Mirande hatte er nicht geglaubt, noch einmal wirklich glücklich zu werden – bis er Akemi getroffen hatte. Sie war jung, viel zu jung für ihm, doch sie machte ihn glücklich. Sie hatte ihn wieder komplett gemacht, nachdem er so lange für sich gewesen war. Sein Griff um sie festigte sich, als Richard Cohn einen entschlossenen Schritt nach vorne machte, mit einer ausholenden Bewegung alles Geschirr von dem runden Glastisch fegte, sich auf die Tischplatte setzte und Akemi auf seinen Schoß zog. Klirrend zerbrachen Teekannen und Tassen auf den polierten Steinfliesen. Akemi schob sich auf ihn, ihre Arme um seinen Hals.

“Du hast mir gefehlt.“

Er wollte alles an ihr küssen. Ihre Lippen, ihre Wangen, ihren Hals... und noch mehr. Wie geblendet sah sie auf.

“Du mir auch.“

Erwiderte sie und ihre Stimme war wie Glas, als sie ihn mit diesem Blick ansah, der ihn schon damals um den Verstand gebracht hatte. Unwillkürlich musste er schmunzeln.

“Was ist so lustig?“

Wollte sie wissen. Richard schüttelte den Kopf.

“Ich musste nur gerade daran denken, wie wir uns kennen gelernt haben – richtig kennen gelernt haben.“

Sagte er, seine Hände in ihrem Rücken. Er hielt sie noch immer auf sich und es fühlte sich gut an. Ein Lächeln legte sich über Akemis Gesicht, als seine Erinnerung sie erreichte.

“Du meinst, als du mich in Nathaniels Wohnung überfallen und mich verführt hast?“

Fragte sie neckisch. Richard schnaubte.

“Ich dich verführt? Ich glaube, es war eher andersherum.“

Stellte er klar.

“Du hast dich damals an mich ran geworfen, als ich gerade so viel Verstand aufbringen wollte, dich in Ruhe zu lassen!“

Inzwischen lachte Akemi.

“Verstand, ja? Das heißt also, es wäre klug gewesen, dich von mir fern zu halten?“

Herausfordernd sah sie ihn an. Himmel, er konnte Ewigkeiten in diese braunen Augen schauen. Wie machte sie das bloß?

“Nein, wäre es nicht.

Sagte er schließlich ernst.

“Ich hätte mich niemals von dir fern halten können. Es wäre äußerst unklug gewesen.“

- Naboo - Dee’ja Peak – Landgut – Gästewohnung – Mit Akemi -
 
- Naboo - Dee’ja Peak – Landgut – Gästewohnung – Mit Richard -

Akemi lächelte Richard an. So nervös sie auf dem Weg hierher noch gewesen war, so froh war sie nun, hier zu sein. Richard verstand es, genau die richtigen Dinge zu sagen. Sie hockte noch immer auf ihm, nachdem er den Tisch zu ihrem Refugium gemacht hatte und wenn es nach ihr ging, würden sie noch Stunden so sitzen bleiben.

“Ich bin mindestens genau so froh, dass ich heute gekommen bin.“

Sagte sie.

“Ich war zuerst nicht sicher, ob es eine gute Idee war. Ich wusste nicht, ob du... noch einmal zurück gehen wollen würdest. Zurück zu uns.“

Zögerlich hob Akemi die Schultern und wandte ihren Blick ab. Als sie sich vor Monaten getrennt hatten, war es Richard gewesen, der gesagt hatte, es sei besser so. Er war derjenige gewesen, der gegangen war, doch für sie hatte es sich immer so angefühlt, als habe sie ihn zuerst verlassen. Sie hatte sich immer schuldig gefühlt. Wenn sie nicht Botschafterin der Neuen Republik geworden wäre, wäre er vermutlich bei ihr geblieben. Das Schlimme war, dass sie es bereits vorher gewusst hatte. Sie hatte gewusst, dass es Richard Probleme bereiten würde, wenn sie sich öffentlich zur Republik bekannte und er nicht mehr nach Coruscant oder Alderaan reisen konnte. Seine Familie und seine Freunde lebten alle auf imperialen Planeten. Sie hatte ihn praktisch gezwungen, sich zwischen ihr und seiner Tochter zu entscheiden und natürlich hatte Richard das einzig Richtige getan. So hatte Akemis Entscheidung, ihre eigene Zukunft zu ändern, ihn mit beeinflusst, doch er war nicht derjenige gewesen, der ihre Beziehung beendet hatte. Sie hatte es getan. Inzwischen aber hatte sich die Situation um sie herum gewandelt. Was vor Monaten noch ein Problem gewesen war, existierte nicht mehr. Inzwischen stand auch Richard im öffentlichen Fokus und erregte durch seinen prorepublikanischen Roman galaxisweite Aufmerksamkeit. Nach außen hin existierten keine Barierren mehr zwischen ihnen, sie standen endlich auf der selben Seite. Und doch war es noch immer möglich, dass er es sich anders überlegte.

“Ich könnte es verstehen.“

Unsicher sah Akemi ihn wieder an, doch anstatt die Gelegenheit zum Rückzug, die sie ihm bot, zu ergreifen, schüttelte Richard nur den Kopf, hob eine Hand und strich sanft über ihre Wange.

“Ich war ein Dummkopf.“

Sagte er.

“Nein... ein Feigling. Ich war ein Feigling.“

Er bewegte sich, streckte ein Bein und Akemi richtete sich auf, um ihr Gewicht von ihm zu nehmen und von seinem Schoß hinunter zu rutschen. Als ihre Schuhe auf zersplittertes Porzellan traten, knirschte es unter ihren Füßen und sie fühlte sich zurück erinnert an den Tag, an dem sie auf einem schneebedeckten Hügel in Alderaans Bergen gestanden und der Schnee unter ihren dicken Fellstiefeln fast genau so geknirscht hatte. Dort oben hatte sie jene folgenschwere Entscheidung getroffen, die sie und Richard auseinander getrieben hatte.

“Ein Feigling? Wieso?“

Fragte sie und ein Lächeln, das von Reue gefüllt war, schlich über Richards Züge.

“Weil ich mich versteckt habe.“

Sagte er.

“All die Jahre, in denen ich auf Coruscant gelebt und mich aus allem heraus gehalten habe, hätte ich nutzen sollen, um die Republik zu unterstützen. Stattdessen habe ich so getan, als sei ich ein ordentlicher imperialer Bürger, weil es das einfachste war. Dann kamst du, bist Botschafterin der Republik geworden und hast mir gezeigt, wie ich es hätte besser machen können.“

Wiederholt schüttelte Richard den Kopf und es war ihm anzusehen, wie unverständlich sein eigenes Handeln rückblickend für ihn war.

“Aber ich war nicht mutig genug.“

“Mutig? Was hat das mit Mut zu tun? Es ging um Nella Di!“

Auf einmal hatte Akemi das Gefühl, sein Handeln verteidigen zu müssen.

“Wenn du bei mir geblieben wärest, hättest du auf der Fahndungsliste des Imperiums gestanden und keinen imperialen Planeten mehr besuchen können!“

Rief sie aus, starrte ihn an und ließ die Schultern sinken.

“So wie jetzt.“

Ihre Blicke trafen sich. Seit ihrem Gespräch mit Nathaniel, als er ihr erzählt hatte, dass Richard nicht mehr auf Coruscant war, hatte sich Akemi gefragt, warum er seinen Roman überhaupt veröffentlicht hatte. Was hatte ihn dazu bewogen, sich zur Republik zu bekennen, wenn er es zuvor für sie nicht hatte tun können?

“Warum?“

Fragte sie.

“Warum hast du es getan?“

Es schien eine einfache Frage zu sein, doch war sie auch einfach zu beantworten? Richards Gesicht war nachdenklich. Er wirkte, als besuchte er in Gedanken einen Ort aus der Vergangenheit.

“Als ich zurück auf Coruscant war, war es nicht mehr wie vorher. Ich fühlte mich leer, allein.“

Sagte er.

“Und ich wollte dich zurück, auf der Stelle. Aber ich wusste nicht wie und fühlte mich dumm, nicht zu dir gestanden zu haben. Ich hätte es tun sollen.“

Offen blickte er sie an.

“Es war immer dein Traum, Akemi, eines Tages eine Jedi im Holo-Film zu spielen.“

Sie nickte. Es stimmte, sie hatte davon geträumt, noch bevor sie überhaupt Schauspielerin geworden war. Sie verstand nur nicht, was das mit Richard zu tun hatte, oder mit ihnen beiden.

“Ich wollte etwas für dich tun.“

Fuhr er unbeirrt fort.

“Und ich wollte dich glücklich machen.“

Langsam stand Richard auf und auch unter seinen Schuhen zerbrachen die Scherben.

“Akemi.“

Er nahm ihre Hände, betrachtete sie lange und führte sie an seine Lippen, um sie zu küssen. Ein Schauer lief ihren Rücken hinunter, genau dort wo es am schönsten war.

“Ich habe die Rolle der Deirdre für dich geschrieben. Ich habe sie geschrieben, damit du dir deinen Traum erfüllen kannst.“

Es fühlte sich richtig an, genau in diesem Augenblick. Akemi schluckte. Das musste die schönste Liebeserklärung sein, die er ihr hätte machen können. Sie war nicht nur froh, wurde ihr bewusst, dass sie hier her gekommen war. Sie war glücklich. Glücklich und dankbar.

- Naboo - Dee’ja Peak – Landgut – Gästewohnung – Mit Richard -
 
- Naboo - Dee’ja Peak – Landgut – Gästewohnung – Mit Richard -

Während draußen die Sonne schien, aber ein starker Wind um die Zinnen und Türme des alten Gästehauses wehte, lag Akemi Akanato eingehüllt in ein weiches, aber dünnes Laken, das sich auf ihrer Haut wie kaum vorhanden anfühlte, verkehrt herum auf einem breiten Bett, ihre Füße auf dem Kopfkissen, den Kopf am Fußende. Neben ihrem Gesicht schauten unter einer weiteren Decke Richards nackte Füße heraus, über deren Fußsohlen sie sorgfältig langsam mit dem Ende einer flauschigen Feder strich. Sie versuchte, ihn zu kitzeln, doch zu ihrer Frustration konnte sie ihm nicht einmal den Hauch einer Reaktion entlocken.

“Kannst du nicht wenigstens so tun, als würde es zumindest ein kleines bisschen kitzeln?“

Bat sie, kurz davor, aufzugeben. Richard Cohn saß auf seiner üblichen Seite des bequemen Doppelbettes, ein Kissen im Rücken, einen Datenblock in der Hand. Seine Stirn hatte sich in tiefer Konzentration in Falten gelegt, während er die aktuellen Holonet-News studierte. Er schien so beschäftigt, dass es schwer zu sagen war, ob er überhaupt etwas von dem Treiben an der Fußseite des Bettes mitbekam.

„Hmmm, vielleicht, wenn ich dafür etwas im Gegenzug erhalte.“

Antwortete er, scheinbar abwesend, doch mit einem kaum wahrnehmbaren Zucken seiner Mundwinkel. Akemi lachte. Es war nicht fair, er hatte sie eben beinahe zu Tode gekitzelt, verzog seinerseits aber nicht einmal ansatzweise die Miene, wenn sie versuchte, sich an ihm zu rächen.

“Ich glaube, du bist in Wahrheit ein Droide.“

Entttarnte sie ihn in gespieltem Ernst.

“Kein Mensch hat so viel Selbstbeherrschung.“

Richard grinste, den Datenblock noch immer in der Hand. Corellia war vor wenigen Tagen von der Republik befreit worden und die Nachrichten überschlugen sich noch immer stündlich mit neuen Meldungen über die Zahlen der Vermissten, der Todesopfer, dem Zustand der Flotten und den politischen Entwicklungen, was die Regierung anging.

„Du hast mich erwischt.“

Sagte er, hob endlich den Blick und streckte ihr die Hand entgegen, um sie zu sich zu ziehen.

„Und was gedenkst du jetzt zu tun?“

“Ganz einfach.“

Erwiderte Akemi, nahm seinen Datenblock und ließ in neben dem Bett auf den Boden fallen.

“Ich schalte dich ab.“

Seit sie wieder mit Richard zusammen war, lief in ihrem Leben wieder alles besser als je zuvor und das bildete sie sich nicht nur ein, es war tatsächlich so. Es mochte daran liegen, dass sie sich insgesamt wieder positiver und schwereloser empfand, vor allem aber lag es daran, dass sie mit Richard eine so gute Balance gefunden hatte. Diese Beständigkeit hatten sie schon vorher miteinander entdeckt, bevor sie sich getrennt hatten. Wann immer sie einen langen Drehtag gehabt hatte oder ein anstrengendes Shooting hinter ihr lag, wenn sie nach abends Zeit mit Richard verbrachte, fühlte sie sich geerdet und genau dort angekommen, wo sie sein sollte. Sie pendelten zwischen Theed und Dee’ja Peak, verbrachten mal hier und mal dort Zeit miteinander, wo immer es gerade am besten passte und manchmal fuhr Richard auch für ein paar Tage alleine in das Gästehaus nach Dee'ja Peak, wo er noch immer eine der Wohnungen gemietet hatte, um dort in der Abgeschiedenheit und in aller Ruhe an dem nächsten Teil seines Romans weiter arbeiten zu können. Diese Tage ohne ihn erschienen Akemi oft sehr lang, doch wann immer sie ihn danach wieder sah, war die Freude umso größer. Farlone sagte immer, Aufgewärmtes schmecke nicht und bezog sich damit auf Beziehungen, die einmal beendet auch in einem zweiten Anlauf nicht funktionieren konnten, doch Akemi hatte da ein ganz anderes Gefühl. Sie hatte gelernt, dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen musste und für sie war es das Beste gewesen, das ihr passieren konnte, wieder mit Richard zusammen zu kommen.

„Das würde ich mir gut überlegen.“

Richard hatte Akemi auf seinen Schoß gezogen.

“Warum?“

Unschuldig und scheinbar gleichgültig zuckte er mit den Schultern.

„Weil ich meinen Koffer nicht packen kann, wenn du mich ausgeschaltet hast, und ich dann, wie ich fürchte, nicht in der Lage sein werde, in einer halben Stunde mit dir nach Theed zu fahren, geschweige denn, unseren Flug zu erwischen.“

“In einer halben Stunde?“

Akemis Blick glitt hinüber auf das Chrono auf dem Nachttisch. Wie konnte es bereits so spät sein? Offenen Mundes starrte Richard an.

„Oh ja, du hast so lange geschlafen!“

Bestätigte er ihre unausgesprochenen Gedanken, warf sie mit Leichtigkeit zur Seite und suchte sich mit seinen Händen einen Weg durch die mit Seidenbettwäsche bezogene Decke, in die Akemi sich gehüllt hatte, um sie erneut durchzukitzeln. Quietschend schrie die Schauspielerin auf, als seine Hände sie unter den Armen und an ihren Seiten erwischten, immer wieder schwankend zwischen Lachen und Weinen, bis sie schileßlich unter Tränen lachend um Gnade winselte.

“Jetzt sind es nur noch zwanzig Minuten!“

Rief sie anklagend, da Ihnen immer mehr Zeit verloren ging. Da sie keinen Linienflug gebucht hatten, um nach Mon Calamari zu gelangen, sondern mit der „Broken Mirror“ fliegen würden, die Akemi von Seiten der Republik aus als offizielles Diplomatenschiff zur Verfügung stand, waren sie nicht ernsthaft der Gefahr ausgesetzt, ihren Flug zu verpassen, doch da weder Darren, ihr Pilot, noch Venecia, Akemis Sekretärin, Verständnis für Unpünktlichkeit hatten, wollte sie deren Geduld nicht unnötig strapazieren. In ihrer Funktion als republikanische Botschafterin war Akemi zu einem Siegsball nach Mon Calamari eingeladen worden, der anlässlich von Corellias Rückeroberung abgehalten wurde. Es war eine große Veranstaltung, zu der eine ganze Reihe von Politikern und Militärs kommen würde – alles, was Rang und Namen hatte. Auch der Kanzler, der den Ball offiziell ausrichtete, würde anwesend sein. Für Akemi persönlich würde dieser Ball ein wichtiges Ereignis markieren. Sie war dort gewesen, als Corellia vor Jahren von den Streitkräften des Imperiums angegriffen und eingenommen worden war und obwohl sie normalerweise nicht an diese Erfahrung dachte, konnte sie sich doch noch immer mehr als deutlich daran erinnern, wenn sie es zuließ. Wäre Cris damals nicht gewesen, wäre sie in den Feuern Corellias gestorben. Die Befreiung dieses Planeten war etwas, das ihr persönlich viel bedeutete. Richard schwang sich aus dem Bett, Akemi einen guten Blick auf all das präsentierend, dem zu widmen sie keine Zeit mehr hatte.

“Wie gut, dass ich meine Koffer schon gepackt habe.“

Sagte sie, während sie sich auf die Seite rollte. Richard schaute zu ihr herüber, bückte sich, hob eines ihrer Hemden auf, das sie – unordentlich wie eh und je – einfach dort hatte fallen lassen, wo sie es ausgezogen hatte und warf es ihr über den Kopf, zielsicher treffend, sodass es im nächsten Moment um sie herum dunkel wurde. Sie hörte ihr eigenes protestierendes Lachen, Richards amüsiertes Schnauben und dann seine Schritte, als er sich in Richtung des Badezimmers entfernte.

- Naboo - Dee’ja Peak – Landgut – Gästewohnung – Mit Richard -
 
Zurück
Oben