Nal Hutta, Nar Shaddaa (Y'Toub-System)

Nar Shaddaa - Untere Ebene - enge Straße - mit Aden Valores

Njina führte den Sith durch dunkle Gassen, an tiefen Abgründen entlang in die verruchte Gegend, in der sie den Dealer vermutete. Es gab nicht viele Möglichkeiten, wo er sich aufhielt, um seine Geschäfte abzuwickeln. Zwar gab es keine Polizei oder Ähnliches, das seinen Handlungsspielraum einengte, doch bestand auf dem Mond eine einigermaßen fixe Hackordnung und die Bezirke waren streng aufgeteilt. In der Regel teilten die Black Sun und die Hutten den Markt unter sich auf, doch vereinzelte Gruppierungen schnitten sich ein mehr oder minder großes Stück des Kuchens ab und versuchten sich daran zu laben. Nicht selten mündete dies in umkämpften Gebieten und einer großen Konkurrenz um Verkaufsplätze. In einem solchen Gebiet befanden sie sich nun. Allmählich näherten sie sich dem Ort, an dem Njina das letzte mal "Geschäfte" mit dem Dealer gemacht hatte. Bevor sie in Hörweite der kümmerlichen Figur eines Menschen kamen, stoppte sie und wandte sich noch einmal an ihren Begleiter:

Also, er wird vermutlich nicht ganz so erfreut sein mich zu sehen, warnte sie Aden vorsichtig vor, ohne genauere Details zu nennen. Njina hoffte, dass sie nicht allzu viel Überzeugungsarbeit leisten mussten. Zwar war sie nun wieder relativ nüchtern, allerdings setzte dafür die Müdigkeit ein. Als sie schließlich den Dealer erreichten und ihm gegenüber standen, rief dieser sofort los:

Du hast ganz schön Mut hier aufzukreuzen, Chissweib! Willst du mich etwa wieder bestehlen?

Wir wollen zu deinem Boss, antwortete sie mit kalter Stimme.

Willst du etwa deine Schulden begleichen? Das kannst du auch bei mir machen. Nur her mit dem Geld! Ich überbringe es dann Mola!

Njina bezweifelte, dass der Mensch das Geld tatsächlich dem Twi'lek übergeben würde. Wie dem auch war, sie war ohnehin nicht im Besitz von ausreichend vielen Credits um ihre Schulden zu begleichen.

Wir haben etwas mit Mola persönlich zu besprechen.

Kein Geld, keine Besprechung! So einfach ist das und nun fort mit dir, ich bin am arbeiten!

Für einen kurzen Augenblick überlegte sie, unter ihre Robe zu greifen und ihre Dolche herauszuholen, um sie dem Dealer an die Kehle zu drücken. Doch vermutlich war das hier in diesem Bezirk auf offener Straße keine gute Idee. Zumal die Bande sicherlich einige Aufpasser postiert haben, nachdem Njina vor einiger Zeit den Dealer um einige Death Sticks erleichtert hatte. Dies war einer der sehr wenigen Augenblicke, in denen sie die Machtnutzer um eine Fähigkeit beneidete. Zu gern hätte sie sich jetzt Zugang zum Geist des Menschen verschafft und ihm ihren Willen aufgezwungen. Stattdessen blickte sie mit ihren glühend roten Augen erwartungsvoll in Adens Richtung.

Nar Shaddaa - Untere Ebene - offener Platz - mit Aden Valores
 
Nar Shaddaa - Spicknae - Sektor-Straßen - Pfandleihe - Koora, Kossekos, David, Shim`rar und Merkuzio

In der Pfandleihe wimmelte es nur so von finsteren Gestalten. Einige bekannte Gesichter , tummelten sich hier herum. Jetzt war es durchaus von Vorteil, dass sich sein Erscheinungsbild verändert hatte. In diesem Zustand würde ihn mit Sicherheit keiner erkennen. Selbst der Inhaber des Taxi - Unternehmens hatte ihn nicht zuordnen können. Dennoch ,musste dessen Personal darunter leiden. Seine Art und Weise zu reagieren , war nicht gerade sehr vorbildlich gwesen. Hatte er den armen Fahrer doch über Bord geworfen , als dieser sich geweigert hatte , diesen Sektor zu bereisen. Doch jetzt musste er sich darauf konzentrieren ihr Ziel zu erreichen. Kossekos war zur Abwechslung etwas unschlüssig. Shim`rar hielt sich bedeckt. Was aber auch nachvollziehbar war. Er war ein ausgebildeter Sith, der mit Sicherheit nicht ganz unbekannt war. Zumal er selbst damals den Auftrag erhalten hatte , eben diesen Sith zur Strecke zu bringen. Das Gesicht dieses Mannes hatte er nie zu Gesicht bekommen.

Shim`rar wies seine Schüler darauf hin, dass sie ihre Tarnung gut bewahrt hatten und sie nun zur eigentlichen Versteigerung gelangen sollten. Es bestand die Möglichkeit, dass auch die Jedi Interesse daran haben würden. Also übernahm er das Ruder. Kossekos hielt sich unerwartet im Hintergrund. Merkuzio ging auf eine Person zu, die er von früher kannte. Eine zwielichtige Gestalt, deren Herkunft er nicht kannte.

Er tippte ihm auf die Schulter und sprach ihn direkt mit seinem Namen an.

"Temari. Du kannst mir sicher weiterhelfen. "

Die Gestalt sah ihn entgeistert an.

"Ja du bist ja nicht so unbekannt, wie du vielleicht denken magst. Jeder Söldner kennt deinen Namen. Wo findet denn die eigentliche Party statt?"

"Ich denke nicht, dass ich dich kenne."

"Das interessiert mich einen feuchten Dreck , ob du mich kennst oder nicht. Ich kenne dich. Und wenn du Anstalten machst hier den großen Macker zu markieren, würde ich dich bitten einen Blick auf meine Hand zu werfen. "

In seiner Hand hielt er den gestohlenen Blaster.

"Also ich bin mir sicher, dass du mir helfen kannst. Wie sieht es aus. Ich bin kein Anfänger und kein Idiot. Wenn du mir nun sagen würdest, wo die Party steigt, wäre ich dir sehr verbunden. Natürlich wirst du auch für deine Dienste entlohnt. Ich weiss ja, dass du auf Credits stehst. "

Er nickte ihm zu und zuckte mit dem versteckten Blaster. Die dunkle Gestalt willigte ein und führte die Gruppe durch die Reihen zu den Toiletten. Dort befand sich eine doppelte Wand, welche sich auf ein bestimmtes Klopfzeichen öffnete. Dadurch gelangten sie in ein abgelegenes Hinterzimmer. Dort befand sich eine Person, die alleine an einem Tisch saß. Als Rückendeckung dienten zwei Schränke von Wesen, die bewaffnet waren. Merkuzio griff in seine Taschen und übergab der Gestalt einen Betrag in Credits.

"Vielen Dank. Und hier die versprochenen Credits. Immer wieder nett mit dir Geschäfte zu machen."

Die Gestalt verließ den Raum und bedankte sich mit einem zufriedenen Grinsen.

Nar Shaddaa - Spicknae - Sektor-Straßen - Pfandleihe - Hinterzimmer- Koora, Kossekos, David, Shim`rar und Merkuzio
 
Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Seitenstraße, in der Nähe von Shen, Aketos und Keebo

Noch während Eowyn sich ein paar Schritte zurückzog blieb eine weitere Person bei ihren Padawanen stehen. Der große Mensch schien sich in ein Gespräch mit dem gleichen Händler zu verwickeln, mit dem sich auch Aketos und Shen unterhalten hatten. Stirnrunzelnd beobachtete Eowyn die Gruppe aufmerksamer, denn der Gran wirkte ein wenig aufgebracht. Ganz sicher war sie sich da allerdings nicht... Vielleicht war er auch einfach extrem glücklich? Die Mimik von anderen Spezies konnte mitunter recht schwer zu lesen sein. Aber nein, seine Körpersprache sprach tatsächlich eher von Ärger.

Kurzentschlossen machte sie wieder ein paar Schritte nach vorne. Bevor diese Situation eskalierte wollte sie lieber in der Nähe sein oder das Ganze noch unterbinden. Vielleicht waren ihre Padawane so geistesgegenwärtig, sich schnell aus der Situation zu ziehen, aber es wirkte eher weniger so. Dann würde sie lieber einschreiten. Gemächlich und gelassen schlenderte sie auf der Straße entlang.

Je näher sie kam, desto mehr konnte sie lauschen. Anfangs waren es nur ein paar wenige Wortfetzen, aber der Tonfall war definitiv aufgebracht. Um was es allerdings ging - das konnte Eowyn nicht wirklich herausfinden. Es fielen ein paar mal die Worte "Credits" und "Schrott", und der Neuankömmling sollte sich definitiv um eigene Angelegenheiten kümmern. Dabei rückte er diesem immer ein wenig näher. Je mehr Eowyn sich dem Stand näherte, desto mehr wurde deutlich, dass der Gran eigentlich nicht wirklich gefährlich war, allerdings wohl ziemlich angetrunken. Das machte ihn einerseits unberechenbar, andererseits würde es bei drei Jedi sicher kein Problem mit einer beschwipsten Person geben. Sorgen machte ihr eher der Mann, der danebenstand. Auf den ersten Blick wirkte er unauffällig, aber dennoch sollte ihre Identität nicht offenbart werden.

Während der Gran in seiner Tirade stockte und kurz überlegte, was er nun eigentlich hatte sagen wollen, trat Eowyn von der Seite an den Stand heran. Im nächsten Moment schien es ihm wieder einzufallen, und mit einer ausladenden Armbewegung stieß er ein antikes Kommunikationsgerät auf den Boden und stieß den Unbekannten vor die Brust. Diesem schien das nicht viel auszumachen... Kein Wunder, bei seiner Statur.
Reflexartig griff Eowyn nach dem Gerät, fing es kurz vor dem Boden auf und stellte es wieder auf den klapprigen Tisch.


Hoppla. Das war knapp...Nun ja, viel wäre wohl nicht kaputt gegangen, wenn es auf dem Boden gelandet wäre...

Verwirrt stockte der Gran in seiner Bewegung und drehte sich zu ihr um.


Ich verstehe ja, dass es Spaß macht, mit Dingen um sich zu werfen... aber vielleicht sollte man dann eher Dinge nutzen, die nicht so schnell... Sie hob eine Augenbraue und betrachtete das Gerät kritisch. Ob es überhaupt noch funktionierte? ...kaputtgehen?

Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Händler, mit Aketos, Shen und Keebo
 
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[:: Nar Shadda :: untere Ebenen :: Bar Blue Sky ::] Ordo Skirata, Bran Hazer (NPC)

Der Junge Mann stellte sich schließlich als ein gewisser Bran vor, und meinte, das sie im Geschäft wären. Informationen über Job, Sold, Schiffe, Teilnehmer und Einsatzgebiet verriet er allerdings nicht.

Ordo nahm leicht grinsend die ausgestreckte Hand des anderen Menschen an, während IG-86 kurz und begrüßend auf die Hand boxte.


"Wir sind uns einig, Bran!"

Ordo lies seine Hand los und widmete sich noch kurz seinem Ale, während sein neuer Auftraggeber fast schon hetzend aufstand. Ordo lies ihn zappeln wie ein Fisch auf dem Trockenen, und trank sein Getränk genüsslich zu ende. Dann nahm er das Glas, und schmetterte es mit großer Wucht hinter den Tresen an die Wand, wo es zerschellte, und in glänzende Kleinstteile gesprengt wurde. Kaum jemand drehte sich nach ihnen um. Die Wand sah auch so aus, als ob jeder zweite Besucher auf Ordos Art Geschirr abräumte. Er setzte seinen Helm auf und zeigte beim aufstehen überdeutlich sein Kad und eine VERP Splitterpistole, was reichte, um den herannahenden Kellner wieder weg zu scheuchen.

Sie traten gemeinsam aus der Bar, und sahen ein Lufttaxi, welches gerade vor jenem Haus hielt.


[:: Nar Shadda :: untere Ebenen :: Bar Blue Sky ::] Ordo Skirata, Bran Hazer (NPC)
 
Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Seitenstraße, in der Nähe von Shen, Aketos und Keebo

Fest stand, dass Keebo den Ran in Aufruhr versetzt hatte. Selbst ohne die Fähigkeiten der Macht und ohne Kenntnis über diese Spezies, hatte die Stimme des anderen einen eindeutig aggressiven Tonfall angenommen. Der Gran kam den Sith näher. Sehr nahe, um mit einem seinem kaputten Geräte, auf dessen Brust herumzustechen und unverständliche Sätze, auf seiner eigenen Sprache von sich zu geben. Diese Situation wäre so einfach zu Händeln gewesen und Keebo wusste, wie wohl jeder andere Sith sie gehandelt hätte. Ein machtstoß oder die Macht fokussiert auf das Herz seines Gegenübers und schon wäre er ihn los gewesen. Eine kleine Demonstration der Macht. Eine kleine Demonstration, seiner Überlegenheit. Ohnehin, dieser Alien war im Vergleich zu Keebo schon allein was die Statur betraf klein. Der Sith überragte den anderen um mehr als drei Köpfe.
„Hör auf damit.“ Drei einfache Worte, die Keebo autoritär, nicht drohend aussprach. Die Aufmerksamkeit des Grans aber verlagerte sich nicht durch diese Worte, sondern durch das Herantreten der Frau. Als eines seiner Geräte auf den Boden zu fallen drohte, fing diese es auf. Wie unnötig, wo es doch ohnehin kaputt war. Keebo, vor langer Zeit selbst einmal Antikhändler gewesen, schüttelte innerlich missbilligend den Kopf. Zeit zu verschwinden, denn ihm war wenig daran gelegen, hier in weitere Diskussionen oder anderweitige … Aufmerksamkeitsfördernde Gespräche zu geraten. Keebo drehte sich herum, stand im Begriff zu gehen, als der Gran sich erneut an ihn wandte.

„Du bleibst hier. Und bezahlst! Weil du mein Geschäft mit diesen Leuten kaputt gemacht hast!“

Um seine Ernsthaftigkeit zu unterstreichen –oder seine Dummheit?- hatte der Gran einen kleinen Blaster gezogen und richtete diesen direkt auf den Sith, der sich wieder zu dem Alien gedreht hatte.

„Du hast mein Geschäft kaputt gemacht! Du bezahlst!“

Langsam, aber sicher schöpfte dieser Narr, die Geduld des Dunkelhaarigen aus. Kurz sah Keebo zu der Frau und ihren beiden Schülern. Sollte er sich nun verraten? Zu einem Konflikt mit ihnen würde es kaum kommen, jetzt, da dieser verräterische, verlogene Frieden herrschte. Zumindest würde es dann nicht zu einem Konflikt kommen, wenn Keebo diese Sache so milde löste, wie es ein Jedi tat.
Keebo überlegte kurz, ob er nicht einfach einen Teil seiner Aura preisgeben sollte. Es wäre so einfach gewesen, den Gran einzuschüchtern. Hätte er noch ein wenig Angst heraufbeschworen, hätte er die Situation sicher innerhalb von Sekunden gemeistert. Oder er riss ihm einfach den Blaster aus der Hand. Aber all das war ihm zuwider und so entschloss der Mensch sich für eine ebenso wirkungsvolle, wie subtilere Methode. Der Gran war betrunken und das war ein Vorteil für Keebo, der diese Technik kaum eingesetzt hatte. Ein kurzes Eindringen in dessen Geist, eine kleine Botschaft und tatsächlich: „Du hast Glück. Ich weiß da drüben bessere Geschäfte. Ich lasse dich gehen.“

Mit diesen Worten klaubte der Gran seinen Schrott zusammen, seinen Blaster hatte er wieder versteckt. Kurz überlegte Keebo, dann wandte er sich doch an die Frau: „Es war nicht klug, hier her zu kommen“, lies er sie wissen. „Selbst wenn es vielleicht nicht in Verbindung miteinander steht: Ihr seid nicht die einzigen, die nach einem Artefakt suchen. Nar Shaddaa ist kein guter Planet für Jedi.Dieser Planet war gut für niemanden, der etwas auf sich hielt und mit dieser Warnung, oder Rat, oder was auch immer, war es Zeit für ihn, endlich seinen eigenen Angelegenheiten nachzugehen.

Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Seitenstraße, in der Nähe von Shen, Aketos und Keebo
 
Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Händler, mit Aketos, Shen und Keebo

Trotz Eowyns kurzer Unterbrechung begann die Situation immer brenzliger zu werden, und plötzlich war tatsächlich ein Blaster im Spiel. Eowyns Wachsamkeit stieg ins Unermessliche. Sie musste die Situation allerdings irgendwie lösen, ohne, dass ihre Identität als Jedi auffallen würde. Noch wollte die diese nicht offenbaren. Unauffällig bewegte sie sich ein wenig in die Richtung des Gran, um schnell handeln zu können, doch da löste sich unerwarteterweise die Spannung als der Gran die Waffe wieder wegpackte.

Der Unbekannte hatte auf die Waffe kaum reagiert, er war weder zusammengezuckt, noch hatte er selber eine Waffe gezogen oder war vor plötzlicher Angst im Boden versunken. Man könnte sogar so weit gehen zu sagen, er schien sich um sich selbst absolut keine Sorgen gemacht zu haben - eher, um die drei Jedi, denen er einen Blick zugeworfen hatte. Bemerkenswert. Nicht jeder konnte im Angesicht einer Waffe so ruhig bleiben.

Der Gran war beinahe verschwunden. Anstatt seiner eigenen Wege zu gehen wandte sich der hochgewachsene Mann allerdings Eowyn zu und ließ mit seiner dunklen Stimme ruhig die Bombe platzen. Sie brauchte eine Mikrosekunde um zu begreifen, was er da gerade gesagt hatte - ihre Tarnung war, kaum auf dem Planeten, schon aufgeflogen. Was war es gewesen - fehlende Abschirmung? Nutzung der Macht? Ihr Verhalten? Eowyn war sich ziemlich sicher, ihr Verhalten auf Grund ihrer Erfahrung recht gut angepasst zu haben, aber man wusste nie, und außerdem waren da noch ihre Padawane.
Das "wieso" war allerdings momentan egal. Es galt die Tatsache an sich und auch, dass er wusste, wonach sie suchten. Und - woher wusste er, dass noch andere nach dem Artfekat wussten? Woher wusste er überhaupt von diesem Artefakt? Wer
war dieser Kerl?
Sollte sie alles zugeben oder den Mann einfach davonziehen lasen?


Halt! Mit schneidender Stimme hinderte sie den Mann am Gehen und trat langsam näher an ihn heran. Diesen Zwei-Meter-Mann würde sie nicht einschüchtern können, aber wer immer er war, sie würde sich keine Blöße geben. Sie scheinen ja einiges über mich zu wissen. Es ist wirklich sehr freundlich von Ihnen, mich vor diesem Planeten zu warnen, aber Nar Shaddaa ist mir entgegen ihrer Annahmen nicht unbekannt, meinte sie leise, aber deutlich und bestimmt und verzichtete bewusst darauf, den Zusammenhang zu ihren Padawanen zuzugeben.

Nehmen wir einmal an, ich würde hier tatsächlich etwas suchen. Weshalb sollte ich das Ihrer Ansicht nach unterlassen? Mit verschränkten Armen erwartete sie seine Antwort.

Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Händler, mit Aketos, Shen und Keebo
 
Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Händler, mit Aketos, Shen und Keebo

Kaum, dass Keebo sich abgewandt hatte, um den Schaulatz zu verlassen, hörte er die Stimme der Frau erneut, die ihn daran hindern wollte, zu schnell zu verschwinden. Ihr „Halt“, war leise, aber schneidend. Kurz schloss der Sith die Augen, atmete einmal tief durch und entschied sich doch, sich zu der deutlich kleineren Frau herum zu drehen. Zwar hätte er sie ebenso gut einfach stehen lassen können, aber irgendetwas hielt ihn davon ab. „Ich weiß nichts über Euch, nur das, was Ihr selbst preisgebt“, erwiderte der Dunkelhaarige seinem gegenüber schließlich. Sie und ihre Schüler liefen auf diesem Planeten herum, ohne sich abzuschirmen. Demnach begab sie sich fahrlässig in Gefahr und wusste sie tatsächlich um die Gefährlichkeit dieses Planeten, war es töricht, so ungeschützt herum zu laufen. Für einen winzigen Moment, runzelte Keebo die Stirn. Glaubte sie etwa, er war eine Bedrohung? Dann hätte er sich kaum abgewandt um zu verschwinden.
„Ich habe nicht behauptet, dass Euch dieser Planet unbekannt sein könnte. Ich sprach von seiner Gefährlichkeit. Nicht mehr und nicht weniger. Klüger wäre es wahrscheinlich gewesen, er hätte einfach geschweigen und wäre seines Weges gezogen. Aden hatte ihn lange genug aufgehalten, so wie es auch Njina vor ihm getan hatte.

Auch mit ihrer zweiten Aussage, legte die Jedi dem Sith Worte in den Mund, die er nicht ausgesprochen hatte.
„Was auch immer Ihr hier tut, ist für mich nicht von Bedeutung. Doch auf einem gesetzlosen Planeten etwas zu suchen, ist töricht. Vor allem, wenn zu deutlich ist, dass weder Ihr, noch,“ und dabei sah er zu ihren beiden Schülern, „Eure Gefährten hier her passen.“ Ihr zu sagen, dass es unklug war, sich nicht abzuschirmen, hätte seinen eigenen Status verraten. „Manche Wesen fallen auf. Ihr fallt auf. Begebt Euch mit weißer Weste unter dunkel gekleidete und Ihr seid so auffällig, wie ein Feuer in der Nacht.“ Nicht, dass ihre Padawane nicht so schon auffällig genug gewesen wären. „Solltet Ihr Nar Shaddaa also wirklich kenne, wart Ihr entweder schon lange nicht mehr hier, oder Ihr seid zu unvorsichtigVermutlich aber auch einfach zu arrogant und überheblich, wie so viele Jedi, auch wenn sie bisher nicht diesen Anschein erweckt hatte. Vielleicht wollte sie auch entdeckt werden oder aber sie glaubte, dass der angekündigte Frieden nicht nur so daher gesagt war. „Weshalb Ihr es unterlassen solltet?“ Keebo musterte die Blonde einen Moment eingehender. „Ich bin nicht Euer Berater. Was Ihr tut, ist Eure Sache. Ich sagte bereits: Ihr seid nicht alleine auf der Suche.“ Wenn Aden auf der Suche war, dann gewiss auch noch mehr Sith, Zufall hin oder her. Noch einmal zu ihren Schülern sehend, ließ Keebo sich zu einem weiteren Satz hinreißen: „Und ich bin weder eine Bedrohung für Euch, noch für Eure Gefährten. Ich suche etwas gänzlich anderes als Ihr.“ Ob sie ihm nun glaubte oder nicht, spielte keine Rolle und wenn sie seinen Rat in den Wind schlug, war es nicht sein Problem. Sie war die Hüterin des Lichtes, die Hüterin des Friedens und er? Lediglich ein Mensch, der nur eines wollte: vergessen.


Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Händler, mit Aketos, Shen und Keebo
 
[Nar Shaddaa – untere Ebene – enge Straßen –mit Njina]


Die Chiss führte Aden durch wirklich verwahrloste Bezirke. Der ganze Abschaum der Galaxis schien sich in diesem Mond festgebissen zu haben. Hier unten herrschten ganz eigene Gesetze und für einen Außenstehenden war es nicht möglich zu erkennen, durch welchen Machtbereich man gerade ging. Für Viele musste dieser Ort die Endstation sein an der auch die letzte Habe und schließlich auch die Freiheit oder das Leben in die Taschen der Verbrecherbanden wanderte.
Njina hielt kurz vor einem der größeren Handelsplätze inne und merkte an, dass der Händler wohl nicht sehr erfreut darüber sein dürfte, sie wieder zu sehen.


„Keine Sorge, es geht hier doch immer nur ums Geschäft, richtig?!“

Antwortete Aden Augenzwinkernd. Auf dem Handelsplatz hatten sie Glück und fanden den Kontakt schnell. Njinas „Handelspartner“ sah bereits auf dem ersten Blick aus wie ein schäbiger Dealer. In dem Sith wuchs die Erkenntnis welche Art von Handel die Chiss hier wohl betrieben hatte. Die Unruhe, der Alkohol… mögliche Anzeichen von Entzugserscheinungen. Glitterstim, Killersticks oder was auch immer, auf Nar gab es ja wohl jede nur erdenkliche Form von verfügbaren Rauschmitteln.

Wie erwartet hielt sich die Wiedersehensfreude des Dealers arg in Grenzen. Stimmte die Aussage des Mannes, hatte die Chiss Schulden bei ihm. Njina ging jedenfalls nicht darauf ein und kam gleich zur Sache.

Geld war hier die einzige Moral und der einzige Weg schnell bis zu diesem Mola vorzudringen. Aden hatte weder Lust noch Zeit für Spielchen. Gewalt und Einschüchterung waren hier alltäglich und würden wohl kaum die erwünschte Wirkung erzielen können. Die Gier auszunutzen, erschien das richtige Mittel der Wahl zu sein und was waren schon einige verlorene Credits im Vergleich zu dem, was der Sith auf der Oberfläche zu finden gedachte.
Aden ließ also einen beträchtlichen Haufen Credits auf den Tresen des Dealers fallen.


„Das sollte doch sicherlich genügen um die Schulden meiner Begleitung hier zu begleichen und uns ohne weiter Umstände zu deinem Boss zu bringen.“

Der Sith konnte nur hoffen, dass der Dealer vernünftig genug war das Angebot anzunehmen. Andernfalls gab es immer einen zweiten Weg. Hässlich, schmutzig und mit mehr ungewollter Aufmerksamkeit verbunden. Der Ball lag nun bei dem Händler.



[Nar Shaddaa – untere Ebene – offener Platz –mit Njina und einem Dealer]
 
Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Händler, mit Aketos, Shen und Keebo

So viel dazu, dass die Zusammengehörigkeit zu ihren Padawanen nur geraten gewesen war. Seine Hinweise waren eindeutig.

Anscheinend gebe ich mehr von mir preis als mir bewusst ist, meinte Eowyn mit hochgezogenen Augenbrauen. Es abzustreiten wäre jetzt wohl sinnlos, und sie wusste, wann man eine Schlacht verloren hatte.
Der Kerl war tatsächlich ein gewandter Redner, und es war recht klar, dass sie ihm in dieser Hinsicht eindeutig unterlegen sein würde. Sie war schon immer eher... praktisch veranlagt gewesen. Dumm war sie allerdings keineswegs, und so gab es nur wenige Möglichkeiten weshalb er sich so sicher war, Jedi vor sich zu haben. Jetzt, wo die erste Überraschung verklungen war, begann Eowyn, darüber logisch nachzudenken.

Entweder war er ein außerordentlich guter Beobachter, dem irgendetwas aufgefallen war, auf das sie nicht geachtet hatte. Das wollte sie definitiv nicht ausschließen, denn entgegen ihrer Aussage war es nun doch schon ein kleines Weilchen her, dass es sie auf Nar Shaddaa und eine andere verdeckte Mission wie diese verschlagen hatte. Irgendwie rostete man immer ein, und ein aufmerksamer Beobachter konnte gut Details entdecken, die vielleicht nicht so gut passten.
Oder aber er hatte seine eigenen Erfahrungen mit der Macht gemacht. Sie hatte nichts gespürt, keinen Einsatz der Macht und auch keine Warnungen. Was wiederum auch kein Beweis war... Erfahrene Nutzer konnten sich schließlich verschleiern, und auch ihre Sinne ließen sie in letzter Zeit hin und wieder im Stich. Sie seufzte innerlich. Was für eine verfahrene Situation, im Prinzip war sie nach ihren rasenden Gedankenanalysen auch nicht schlauer als vorher. Fantastisch.

Spöttisch fuhr sie fort:
Für jemanden, für den mein Hiersein nicht von Bedeutung ist, seid Ihr aber erstaunlich fürsorglich und aufmerksam in Bezug auf mich und meine Gefährten. Eowyn runzelte die Stirn. Was, wenn das nur ein schlauer Trick war, sie einfach einmal auf nette Weise "aus dem Weg zu räumen"? Der Waffenstillstand verbot Imperialen und Sith quasi, sich offen mit ihr anzulegen. So aber würde man nichts zurückverfolgen können. Sehr gerissen... Also doch ein Agent des Imperiums? Jemand, der vielleicht selber nicht über die Macht verfügt, jedoch von Sith geschickt worden war, die sie natürlich wahrgenommen hätten? Er schien ihr nicht falsch zu sein, oder doppeldeutig... aber... verdammt, sie drehte sich im Kreis. Sie sollte sich zusammenreißen.

Eowyn versuchte, keine Miene zu verziehen, als der Mann ihre Auffälligkeit beschrieb, aber innerlich schüttelte sie nur noch den Kopf. Er hatte natürlich Recht, das war ihr klar, doch auf so eine Art und Weise geschildert zu werden klang eigentlich nicht nach einem unkultivierten Schläger, eher... nun ja, nach einem Philosophen oder Gelehrten. Seine Eloquenz setzte sich fort. Sie konnte sich nur wiederholen... Die Identität dieses Kerls war ihr ein großes Rätsel. Was sollte sie nur darauf antworten? Ein Kopfschütteln ließ sich jetzt tatsächlich nicht vermeiden.
Einen Moment starrte sie überlegend auf den Boden, wo ihr Blick angekommen war. Wie kamen sie jetzt weiter?


Nun gut. Wenn Ihr über so viele Informationen verfügt... warum teilt Ihr sie dann nicht mit mir und erleuchtet mich?
Forschend blickte Eowyn ihm in die Augen. Sein letzter Satz - er klang so... ehrlich. Fast schon bedauernd oder bitter... Ihr eigener Tonfall wurde, ohne, dass sie es wollte, kaum merklich sanfter. Ihr versteht vielleicht, dass ich angesichts der Situation nicht einfach hinnehmen kann, was Ihr mir hier auf kryptische Weise erzählt. Wenn wir tatsächlich unterschiedliche Dinge suchen und Ihr keine Bedrohung darstellt sehe ich keinen Grund, der dagegenspricht.

Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Händler, mit Aketos, Shen und Keebo
 
Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Händler, mit Aketos, Shen und Keebo

Keebo atmete hörbar aus. Nicht unbedingt eine Emotion, die er damit sichtbar preisgab, doch eigentlich war ihm dieses Gespräch zu viel. Wie konnte es sein, dass er auf diesen verfluchten Planeten gekommen war um Menschen aus seiner Vergangenheit zu treffen? Des Vergessens wegen war er hier her gekommen und Aden hatte alles aufgewühlt, hatte ihn innerlich aufgewühlt. Sein einstiger Schüler hatte zu viele Gedanken hervorgerufen, die Keebo längst begraben geglaubt hatte. Vergessen war etwas gänzlich anderes. Sith. Und jetzt auch noch Jedi. Als wollte ihn jemand verschmähen. „Ja, das tut ihr“, bestätigte er ihre eigene Aussage in nüchternem Tonfall. Vielleicht war es den Jedi nicht wichtig, sich in Verschleierung zu üben. Der Orden der Sith aber hatte Keebo gelehrt, dass es nahezu nichts Wichtigeres gab. Dort galt es ständig sich oder Gedanken von sich zu verbergen. Tat man dies nicht, führte dies zwangsläufig zu Schwierigkeiten und davon hatte der Mensch wahrlich genug.

Die Jedi schien ihre Schwierigkeiten damit zu haben, dass sie auf ihre Fehler oder ihre Unvorsichtigkeit –die im Endeffekt auch ein Fehler war- angesprochen worden war. Dazu musste er nicht einmal in ihren Geist dringen, nein. Mit ihrem nächsten Satz, den sie mit spöttischer Tonlage sprach, sorgte sie dafür, dass Keebos Gesichtszüge sich unmerklich verdüsterten
. „Für jemanden, der gerade erfahren hat, dass es klüger wäre, eine bessere Tarnung zu wählen, seid Ihr recht undankbar.“ Aber was erwartete er auch anderes von Jedi? Oder von Machtnutzern allgemein. Sie alle waren gleich. Sie alle glaubten, dass sie unfehlbar waren, bis jemand sie auf ihre Makel hinwies. Dabei war es nicht einmal sein Ziel gewesen, sie vor den Kopf zu stoßen. So wneig wie es sein Ziel gewesen war, auf Nar Shaddaa anzukommen und sich ständig in Angelegenheiten anderer zu mischen, die zu unvorsichtig waren. Auch Njina hätte er einfach ignorieren und dabei beobachten können, die die Gauner sie einfach über den Haufen geschossen hätten. Nachdem sie ihr anderweitig Gewalt angetan hätten… Unweigerlich musste Keebo an Tahiri denken und wie sie oft, ging er eine Geste nach, die so wenig brachte: Er schloss die Augen um das aufkommende Bild nicht sehen zu müssen und doch war es so deutlich vor seinen Augen. Stätig quälte ihn die Vergangenheit, er war es leid!

War es Misstrauen, dass diese Frau nährte? Denn anstatt endlich zu schweigen und hinzunehmen, was er ihr gesagt hatte, verlangte sie nach weiteren Informationen. War es Jedi nicht verboten habgierig u sein? und war Beharrlichekit nicht etwas, das nahe in diese Richtugn ging? Zumindest in diesem Fall? Sekunden später aber änderte sich ihr Tonfall und Keebo hörte etwas heraus, was er zu lange nicht gehört hatte: Sanftheit. Nur einen winzigen Hauch und doch… Etwas was es im Orden der Sith nicht gab.

„Wenn Jedi oder Machtbegabte nach alten Sachen suchen –und die Kamino sagte dies- kann es sich nur um etwas handeln, dass ebenfalls mit der Macht in Verbindung steht. Durch Zufall bin ich auf jemanden getroffen, der ebenfalls auf der Suche nach alten Dinge ist. Nach alten Dingen der Sith. Wenn Ihr auf der Suche seid und er, kann das ein unglücklicher Zufall sein. Ebenso aber kann es bedeuten, dass noch weitere Machtbegabte auf der Suche sind.“ Hatte er damit nicht gesagt, was er ohnehin schon gesagt hatte? „Ihr sucht etwas, um Euch zu bereichern. Sei es auch nur, um neues Wissen zu erlangen. Ich hingegen“, und Keebo versuchte nicht einmal die Bitterkeit aus seiner Stimme zu verbergen,suche genau das Gegenteil. Ich will mich nicht bereichern. Ich will mich erleichtern. Warum also haltet Ihr mich davon ab? Euer Misstrauen kommt zu spät und Ihr hättet besser darin getan, Euch zu tarnen, als Eure Zeit damit zu verschwenden etwas in mir zu sehen, das ich nicht bin.“ Eine Bedrohung. Eine Bedrohung war er für sie sicher nicht. Eine Bedrohung für ihn selbst hingegen, war Keebo doch.

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Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - leerer Händlerstand, mit Aketos, Shen und Keebo

Ungläubig musste Eowyn kurz auflachen, als er ihre eigenen Worte gegen sie nutzte. Undankbar? Ihr nennt mich undankbar? Man hatte Eowyn schon einiges genannt, aber an undankbar konnte sie sich nicht erinnern. Es mag von Euch vielleicht freundlich gemeint gewesen sein, als Ihr mich anspracht, aber ist Euch eigentlich nicht bewusst, was dieses Wissen über Euch aussagt? Fassungslos blickte sie dem Mann ins Gesicht. Sie war sich nicht sicher, aber... konnte es tatsächlich sein, dass er es nicht begriffen hatte? Was tatsächlich bedeuten würde, dass er keine Bedrohung war. Woraus folgerte... Halt. Für einen kurzen Moment standen ihm die Qualen geradezu ins Gesicht geschrieben, und Eowyn überrollte beinahe eine Welle der Bitterkeit.

Sie begann, langsam an ihren ersten Befürchtungen zu zweifeln. Sie war weit davon entfernt, diesem Mann Vertrauen zu schenken, aber sie war sich nicht mehr sicher, dass er eine Bedrohung darstellte. Vielleicht natürlich war das Ganze auch wieder nur ein besonders ausgeklügeltes Manöver, aber weshalb? Das machte einfach keinen Sinn! Normalerweise hatte sie sich auf ihre Instinkte immer verlassen können, und sie beschloss, ihnen auch dieses Mal zu vertrauen. Erst einmal. Er schien zu sein, was er zu sein vorgab.

Sie ließ ihre Hülle aus Anspannung und Selbstbewusstsein teilweise fallen. Nein, sie war nicht weniger wachsam, aber erst einmal würde sie ihm zumindest nicht mehr misstrauen.

Ich schließe aus Euren Worten, dass die Sith schon auf diesem Planeten herumlaufen, meinte sie langsam nickend. Damit war zu rechnen...

Seine Bitterkeit erfasste sie jetzt jedoch mit voller Wucht. Er schien seinen Emotionen jetzt freien Lauf zu lassen, es tat ihr beinahe schon weh. So etwas konnte man nicht spielen, allerhöchstens klug nutzen, und daran glaubte sie nicht. Nicht mehr. Sie hatte so etwas schon öfter gespürt, sicher. Jedes Lebewesen trug irgendein Leid mit sich herum, dieser Mann aber schien mit seinem keinen Frieden gemacht zu haben, im Gegenteil. Es beherrschte ihn.

Unwillkürlich wich Eowyn einen kleinen Schritt zurück. "Sich zu bereichern..." So hatte sie die Suche nach Wissen noch nie gesehen. Sie atmete einmal tief durch. Sie hatte beschlossen, ihm nicht zu misstrauen? Nun, dann sollte sie dies fortsetzen.

Ich will Euch nicht aufhalten. Danke für das Gespräch. Aber... wisst Ihr überhaupt, wie Ihr die Erleichterung finden könnt, nach der Ihr sucht? Sie erinnerte sich noch zu gut an die Zeit, in der sie ziellos in der Galaxis umhergezogen war. Gut war es ihr nirgendwo ergangen, aber sie war dankbar, dass sie damals wenige Personen gefunden hatte, die sie so, wie sie war, akzeptiert hatten. Gegen die Aufgabe, mit sich selbst ins Reine zu kommen ist eine Suche auf Nar Shaddaa wohl ein Kinderspiel.

Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - leerer Händlerstand, mit Aketos, Shen und Keebo
 
Nar Shaddaa - Spicknae-Sektor - Händler, mit Aketos, Shen und Keebo

Während sie auflachte, verschränkte Keebo die Arme vor der Brust, gerade so, als wolle er sich vor diesem Lachen schützen. Eschauffierte sie sich nun tatsächlich darüber, dass er ihr eine der heiligen Tugenden der Jedi absprach? Fast hätte Keebo ebenso spöttisch gelächelt, doch seine Mine blieb unverändert.Entweder sagt es aus, dass ich ein guter Beobachter bin, oder dass mir die Macht nicht unbekannt ist. Vielleicht aber auch beides. Macht mich das zu einem Feind? Zu einer Bedrohung? Zu einem Vertrauten? Ich erhebe keinen Anspruch, auf keinen dieser Begriffe.“ Und während die Anspannung von ihr abzfuallen schien, spürte der Dunkelhaarige deutlich, wie seine eigene Anspannung stieg. Weshalb ließ er sich zu diesem sinnlosen Disput hinreißen? Als hätte er mit Aden ncith genug Zeit und Worte verschwendet . „Mindestens ein Sith ist hier“, bestätigte er die Fremde und auch wenn er damit noch immer seien eigene Identität nicht offenbart hatte, sprach er doch die Wahrheit. Njina hatte Machtpotenzial. Und Keebo selbst wusste nicht mehr zu sagen, was er war. Ein Sith? Wie konnte er sich länger als Sith bezeichnen, wo er begonnen hatte, den Orden und nahezu alle seine Mitglieder zu verabscheuen. Er war ein Machtbegabter, nicht mehr und nicht weniger. Was waren schon Bezeichnungen wie Sith und Jedi? Hell und Dunkel? Sie alle schöpften aus der Macht, auch wenn sie sie anders nutzen. Und glichen sich nicht beide Orden in ihrem eigentlichen Gedankengut? Beide erhoben sich über den anderen. Beide hielten sich für besser, stärker oder legitimer, als der andere. Damit waren sie gleich. Obwohl sie glaubten, sich zu unterscheiden, waren die Jedi nicht besser als die Sith. Sie hatten lediglich andere Ziele auf ihre Fahne geschrieben und doch waren sowohl Jedi, als auch Sith dazu bereit, eben jene Fahne zu verstecken oder neu zu hissen. Wie er sie beide verabscheute!

Die Frau trat einen Schritt zurück und Keebo sah keinen Zusammenhang zu der Emotion, die er preisgegeben hatte. Eine Emotion die sie vielleicht deutlicher spürte, als andere Wesen. Ob er wusste, wie er Erleichterung fand? Sicher, wusste er das. Indem er vergaß. Denn der, der nichts wusste, konnte nicht eingeholt werden. Und der, der nicht eingeholt werden konnte, ging nicht unter, unter der Last der Schuld.
Als sie allerdings davon sprach, dass es alles andere als einfach war, mit sich selbst ins Reine zu kommen, lachte Keebo auf. Ein bitteres, freundloses Lachen. Eine Sekunde lang war er verführt dieser Frau für einen winzigen Augenblick Einblick zu gewähren, in das, was ihn dazu gebracht hatte, vergessen zu wollen.
„Darum geht es längst nicht mehr, denn dafür ist es zu spät. Nicht alle Dinge, die einem anhaften, können wieder bereinigt werden. Es sei denn…“ und diese Worte unterstrich er mit seiner Hand, deren Finger er erst so hielt, als verbärge er etwas in ihr, um sie dann zu öffnen:sie verschwinden, als wären sie nie dagewesen.“ Damit meinte er sicher nicht mehr den Versuch Buße zu tun oder etwas derartiges, nein. Es galt all diese Dinge aus dem Gedächtnis verschwinden zu lassen. Loszulösen, wie die Finger vom Handteller. „Doch was verstehen Jedi schon von solchen Dingen? Nichts! Hüter des Lichts müssen nicht mit sich ins Reine kommen, weil sie sich für das erhabene, Reine schlechthin halten. Hüter des Lichts! “ Allein dieser Begriff! Erneut lachte Keebo auf, diesmal nicht ohne Hohn. Denn die Jedi waren so falsch und verlogen wie die Sith, auch wenn sie das nicht wahrhaben wollten. Der einzige Unterschied bestand vielleicht darin, dass Strafen bei ihnen unter mehr Geheimhaltung vollzogen wurden, anders, als bei den Sith.

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Anscheinend begann die Wand um den Fremden nun zu Bröckeln. Er lachte auf eine fast schon unheimliche Art und Weise. Wer immer er war, was immer ihm in seinem Leben begegnet war, es fraß ihn von innen auf und war scheinbar schon beinahe außen angekommen. Es waren die Worte einer völlig verzweifelten Person, jemand, der dringend Hilfe benötigte, egal in welcher Form, aber schnell. Sonst würde er sich selbst zerstören. Er begann, ihr Leid zu tun. In einer anderen Situation hätte sie versucht, ihm zu helfen, aber so...

Eowyn warf einen kurzen Blick zu ihren beiden Padawanen. Die beiden hatten seit ihrer Ankunft am Händlertisch keinen Ton von sich gegeben. Sie hatte keine Ahnung, ob sie das Gleiche spürten wie sie es tat, aber momentan waren sie zweitrangig.
Der Fremde begann nun, sich richtiggehend hineinzusteigern, verhöhnte die Jedi und ihre Ansichten, und ihr Mitleid für ihn schwand so rapide wie es gekommen war. Dieser Abscheu den Jedi gegenüber war nichts Neues für sie, in den letzten Monaten waren schließlich überall in der Galaxis Stimmen gegen die Jedi laut geworden, zuletzt hatte sie dies auf Denon erfahren und hatte gelernt, damit umzuegehen. Aber die Worte, die er nun dabei wählte, trafen sie mitten ins Herz. Dieser Kerl hatte eine Ansicht, von der sie sich sogar sehnlichst wünschte, dass sie wahr wäre, aber sie war schon seit Jahren auf dem Weg dabei, mit sich selbst ins Reine zu kommen, endlich mit sich im Frieden zu sein, zu wissen, dass sie den richtigen Weg gewählt hatte. Paradox, dass ihr dies nun auf diese Weise höhnisch und bitter vorgeworfen wurde.
Es sollte sie nicht so treffen, sie sollte nicht das spüren, was sie spürte, aber sie tat es.
Reinheit.
Licht.
Sie wünschte, es wäre so.

Bei dem Versuch ihre Emotionen zu verbergen wurde Eowyns Gesicht starr, sie versuchte, alles bestmöglichst bei sich zu behalten. Auch wenn sie beschlossen hatte, ihm nicht zu misstrauen, sie würde dem Unbekannten um nichts in der Galaxis zeigen, wie sehr er sie getroffen hatte und in sie vorgestoßen war. Keiner im Orden wusste um ihre innersten Gedanken, sie hatte es bisher nicht über sich gebracht, sie mit jemandem zu teilen, selbst nach ihrer Rückkehr nicht. Es war alles zu chaotisch gewesen mit dem Krieg, so dass auch sie selbst wichtigere Dinge zu tun gehabt hatte, und auch wenn sie vor ihrer Abreise kurz davor gewesen war, sich endlich zu öffnen, es war nicht mehr dazu gekommen.
Nein.
Bis hier her und nicht weiter.
Egal was er durchgemacht hatte, egal, wie verzweifelt er nun war. Er würde sie nicht weiter so aufwühlen. Nicht irgendsoein dahergelaufener Kerl auf offener Straße auf Nar Shaddaa.

Sie überlegte, sich umzudrehen und einfach wegzugehen. Das wäre wohl die klügste Option, sie würde sich beruhigen und voll und ganz auf die Mission konzentrieren. Das hier wäre nur ein kleines Intermezzo gewesen.
Aber Eowyns Emotionen hatten sie selten das tun lassen, was das Klügste war, auch wenn sie sie in letzter Zeit immer besser in den Griff bekam. Immer besser, aber noch lange nicht perfekt.


Sicher. Ihre Stimme war ganz ruhig, doch in ihr brodelte es. Sie würde diesem Kerl nicht gestatten, dass sie ihre Entscheidungen nochmals hinterfragte. Der Weg war richtig. Nur die Abzweigungen manchmal nicht. Jedi sind perfekt.
Ich frage mich, weshalb wir reinen Lichtwesen uns überhaupt mit den Geschehnissen in der Galaxis herumschlagen, wo wir doch davon rein gar nichts verstehen.
Eowyns Blick war starr auf das Gesicht des Mannes gerichtet, dem sie sich wieder einen Schritt näherte. Ich frage mich, wieso ich erhabenes Wesen mich hier auf diesem Planeten überhaupt aufhalte. Ich frage mich, wo ich doch nichts von deren Dingen verstehe, wieso ich mein Leben dafür gebe, dass es anderen Leuten gut geht.

Und ich frage mich, was anderen Leuten das Recht gibt, so über mich zu urteilen, ohne mich zu kennen, ohne meine Lebensweise zu verstehen.
Euch mag Schlimmes wiederfahren sein. Aber glaubt Ihr, das gibt Euch das verdammte Recht, andere zu beurteilen?
Und wie, bei allen explodierenden Sonnen, hatte sie es geschafft, sich hier in so eine Diskussion hineinziehen zu lassen?

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Die Jedi waren es gewesen, die seine Ausbildung einst abgelehnt hatten. Demnach trugen die Jedi keine geringe Schuld an all dem, was Keebo seitdem wiederfahren war. Sie hatten ihn auf Telos zurück gelassen, mit nichts weiter als seiner gewalttätigen Familie. Und warum? Weil sie sich für etwas Besseres hielten! Auch sie selektierten, anders als es die Sith taten, doch auch sie selektierten. Würde der Rat der Jedi jemals verlangen, was Allegious von Keebo verlangt hatte? Sicher nicht. Die Jedi lebten in ihrem eigenen Elfenbeinturm und das einzige, was sie für Sith übrig hatten war Verachtung und das, obwohl sie nicht den Hauch einer Ahnung hatten, was es bedeutete, in diesem Orden zu leben. Sie waren schnell darin zu urteilen und noch schneller darin zu verurteilen und bei alldem vergaßen sie die Wahrheit: Dass die Entscheidungsmöglichkeit eines Sith nahezu bei null lag. Das auch die richtigen Beweggründe zu falschen Handlungen führen konnten. Mit welchen Sorgen oder Nöten hatte sich ein Jedi schon herum zu schlagen? Mit dem schrecklichen Wissen, dass ein Schüler der Dunklen Seite verfallen war? Mit Erlebnissen des Krieges, in dem deutlich geworden war, dass auch Jedi töteten? Anders als Sith, erhoben Jedi tatsächlich den Anspruch auf Perfektion und sie stellten sich stätig in das Licht der Gerechten. Doch wie gerecht waren sie wirklich? Sie spielten sich als Richter über andere auf, kämpften gegen die vermeintliche dunkle Seite und allein durch den Kampf, gegen was auch immer, waren sie kein Stück besser als die Sith. In ihrer Arroganz waren sie den Sith ebenbürtig. Ihr Kodex war, genau wie der der Sith durchzogen von Lügen.

Auch wenn die Frau sich äußerlich keine Blöße gab, hatten die Worte des anderen doch etwas in ihr ausgelöst. Ein kleines Inferno. Allem Anschein nach, fühlte sie sich persönlich angegriffen, dabei hatte Keebo nicht gegen sie, sondern gegen die Jedi gesprochen.
„Jedi wären gerne perfekt, oder wollt Ihr das bestreiten? Jedi strebten nach Perfektion, Sith nach Macht. Strebten sie damit nicht nach dem Gleichen?Die Antwort ist simpel“, setzte Keebo an und nicht der Hohn sprach aus seiner Stimmte, sondern etwas anderes, dass er selbst nicht zuzuordnen wusste. Erneut die Bitterkeit?
„Jedi schlagen sich deshalb mit Geschehnissen in der Galaxis herum, damit sie ihre Erhabenheit beweisen können. Denn wenn sie selbst gut sind und die anderen schlecht, erstrahlen sie noch heller. Würden die Jedi sich tatsächlich so sehr für die Wesen in der Galaxis interessieren, würden sie nicht erst eingreifen, wenn es schon zu spät ist. Doch jemanden in eine Falle laufen zu lassen, diese nicht zu entfernen und ihn erst in oder aus der Falle zu retten? Sagt mir, was ist Eure Bezeichnung dafür? Gerechtigkeit vielleicht?“ Sie gab ihr Leben, damit es anderen gut ging? Sicher. Sie war hier, weil sie ein Artefakt wollte, ein Holocron. Es ging darum, sich zu bereichern und nicht, um zu helfen. Sie nahm ihre Schüler mit auf diesen Planeten ohne ihnen dabei eingebläut zu haben, wie wichtig es war, sich abzuschirmen. Demnach brachte sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Schüler in Gefahr. „Es fühlt sich besser an, einen vermeintlich positiven Grund in den Vordergrund zu rücken, als die vermeintliche Wahrheit auszusprechen. Unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit, lässt sich das Ungerechte gut verbergen.“ Als sie ihm mehr oder weniger vorwarf, geurteilt zu haben, flammte ein klein wenig Wut in dem Mann auf.
„Weder habe ich behauptet, Euch zu kennen, noch habe ich ein Urteil über Euch gesprochen. Ich sprach von den Jedi, nicht von Euch als Person. Das Urteil über Euch habt ihr selbst gefällt. Aber vielleicht ist es die Arroganz der Jedi, die Euch das nicht erkennen lässt. Denn sind es nicht die Jedi, die sich in Urteilen verlieren? Ohne Hintergründe zu berücksichtigen? Sind es nicht die Jedi, die glauben, entscheiden zu können, was gut und was böse ist? Wenn Ihr Euch angegriffen fühlt, dann vielleicht nur, weil ich etwas gesagt habe, dass Ihr selbst schon so empfunden habt.“ Salz, dass in eine Wunde gestreut wurde. Nun war er es, der sie genau fixierte, denn was wollte sie darauf erwidern? Entweder fühlte sie sich erneut angegriffen oder sie verlor sich in Ausreden. Auch er hatte einst Ideale gehabt. Auch er hatte einst daran geglaubt, richtig und gerecht zu handeln. Mit welchem Resultat? „Ich urteile nicht über Euch.“ Nein, das tat er nicht. Er urteilte über den Orden. Oder über die Orden. Und… „Vielmehr urteile ich über mich“, ergänzte er leise, fast flüsternd, mehr für sich, als für sie.
„Wenn ein Orden, oder wer auch immer, entscheidet, wer aufgenommen wird und wer nicht, wie gelingt das, ohne ein Urteil? Wenn zwischen hell und dunkel, zwischen gut und Böse entschieden wird, wie ist das möglich, wenn nicht mit einem Urteil?“ Diese Frage beinhaltete so viel mehr, als Entscheidungen von Jedi und Sith. Im Grunde zog sie sich durchs ganze Leben. Denn wann und wem ging es tatsächlich darum, Lebensweisen zu verstehen? Ständig schwebten Urteile in Entscheidungen und in Begegnungen. „Vielleicht versteht man manche Lebensweisen erst, wenn man sie selbst erlebt hat. Und vielleicht werden Urteile dann verschoben. Aber geurteilt wird immer. Und das zu oft ohne nach dem Warum zu fragen.“ Keebo seufzte schließlich leise, denn was brachte diese Diskussion? So klang er nahezu versöhnlich, als er zugab:
„Ich suche keinen Streit mit Euch.“ Nein, er wollte Frieden, doch dieser war eine Lüge. Jemanden oder etwas zu retten, bedeutete viel zu oft, sich selbst zu verlieren, sich selbst zu verraten.
„Vielleicht wäre auch dieser Planet ein gerechterer Ort, wenn es nicht darum gehen würde, zu retten. Denn auch darin liegt ein Urteil. Und vielleicht wäre jeder Ort gerechter, wenn Republik und Imperium nicht den Anspruch erheben würden, genau zu wissen, was richtig und was falsch ist.“
Damit begann das ganze Übel.

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Perfekt. Wären Jedi gerne perfekt? Wäre sie gerne perfekt? Was war schon perfekt? Erstrebte nicht jedes Wesen irgendwo nach Perfektion? Die Frage war wohl eher, worin jeder nach Perfektion strebte. Waren es Dinge wie Freundlichkeit, Güte und Respekt, dann sah Eowyn nichts Falsches darin. In Gefühlen wie Rachsucht, Neid oder Hinterlist hingegen war Perfektion für Eowyn nicht erstrebenswert. Doch gerade als Eowyn nach einer kurzen Denkpause ansetzte, um dem Unbekannten dies zu erläutern, gab er ihre schon seine eigene Definition von "Perfektion".

Ungläubig schüttelte sie den Kopf. Er meinte das tatsächlich ernst.
Eowyn atmete ein paar mal tief durch, bis sie ihre Emotionen wieder halbwegs unter Kontrolle hatte. Sie durfte sich nicht immer so gehen lassen! Die Jedi hatten nun einmal Kritiker, und das teils zu Recht. Sie würde nicht alle überzeugen können, und ganz bestimmt nicht solche Menschen wie den vor ihr, der anscheinend vom Leben und von allem enttäuscht worden war. Offensichtlich auch von den Jedi, wie sie langsam das Gefühl bekam. Warum dachte er, Jedi würden absichtlich Personen in eine Falle laufen lassen? Was hatten sie ihm angetan?


Ich weiß nicht, was ein Jedi Euch angetan hat. Vielleicht waren es auch mehrere. Aber was sagt Euch das über den Orden der Jedi an sich? Nein, der Orden der Jedi ist nicht perfekt, auch wenn Ihr meint, dass wir es gerne wären. Aber lassen wir das einmal außen vor.
Auch wir Jedi machen Fehler. Fehler können jedem unterlaufen, aber Fehler von Jedi bedeuten meistens, dass jemand dadurch stark leidet, manchmal auch den Tod. Ich weiß von keinem Jedi, der jemanden bewusst in die Falle hat laufen lassen.
Eowyn atmete noch einmal tief durch. Wir sind nicht allmächtig, meinte sie dann leise. Aber manche denken, dass wir es wären und machen uns dann für Dinge verantwortlich, die wir nicht verhindern konnten.

Eowyn schüttelte wieder den Kopf. Ihr versteht da etwas schon wieder nicht, meinte sie dann und versuchte, ihre Geduld zu bewahren. Herrje, dieser Kerl stellte sie aber ganz schön auf die Probe. Wäre das Ganze nicht so ernst gewesen könnte man meinen, der Rat würde sie prüfen. Ihr spracht über die Jedi. Ich bin eine Jedi. Wenn ihr über die Jedi urteilt, dann urteilt ihr auch über mich, denn eine Jedi zu sein ist nichts, mit dem man geboren wird und für das man nichts kann, nein, es ist eine bewusste Entscheidung. Ihr mögt es nicht so gemeint haben, doch ich nehme alles, was über die Jedi gesagt wird, persönlich, Positives wie Negatives. Denn würdet Ihr nicht alle Jedi meinen hättet Ihr andere Worte wählen müssen. Ich sehe darin keine Arroganz, sondern ehrliche Zugehörigkeit. Seinen letzten Satz überging Eowyn bewusst. Es ging ihn einfach nichts an, was sie empfand, egal, wie sehr er sie in dieser Gesprächspause nun anstarrte. Sie stand zu dem, was sie in ihrem Leben nun tat, und es spielte keine Rolle, was dieser Kerl von ihr dachte. Und egal, ob er es nun verstanden hatte, oder nicht - sie würde es dabei bewenden lassen. Diese Diskussion führte einfach zu nichts...

Aber was war das? Seine letzten Worte waren kaum zu verstehen... er urteilte über sich? War er etwa selber ein Jedi gewesen? Hatte er den Orden verlassen, weil ihm der Weg nicht gefiel, den der Orden ging? Aber - dann hätte sie zumindest sein Gesicht doch kennen müssen... Sie war sich nicht sicher, aber er musste in etwa in ihrem Alter sein. Wenn, dann musste er den Orden früh verlassen haben.

Was er jetzt über Urteile sagte klang komplex. Selbstverständlich urteilte jeder im Leben irgendwie, und manche Urteile konnten falsch sein. Schrecklich falsch. Wie zum Beispiel ihr Urteil, als junge Ritterin ihre erste Padawan mit auf eine Mission zu nehmen... sie hatte mit Winter nie über dieses Urteil sprechen können, denn es war ganz einfach zu spät gewesen. Sie glaubte, zumindest im Ansatz zu verstehen, was er sagte.


Im Leben geht es immer um Urteile, meinte sie leise und sanfter, als sie von sich selbst erwartet hätte. Wieso musste sie ausgerechnet jetzt an Winter denken? Diese Sache lag schon so lange zurück... Ohne Urteile könnten wir nicht entscheiden. Und ohne Entscheidungen bräuchten wir uns gar nicht mehr erst bemühen. Wichtig ist nur, dass wir Urteile revidieren können. Dass wir dazu stehen können, auch einmal falsche Urteile getroffen zu haben... und zu den Konsequenzen stehen können.
Ihr habt nicht Unrecht, wenn Ihr sagt, wir dürften nicht urteilen. Doch damit könnte ich nicht leben. Ich könnte nicht damit leben zu sehen, wie Lebewesen leiden und einfach wegzugehen. Und das nur, weil ich mir kein Urteil erlauben möchte?
Nein. Da gehe ich lieber das Risiko ein, mit meinem Urteil falsch zu liegen.


Sie war dem Fremden Schritt für Schritt näher gekommen, vertraute jetzt auf ihren Instinkt und flüsterte beinahe:
Was ist Euch zugestoßen? Was haben die Jedi Euch angetan?

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Dass Problem an Fehlern war, dass ein einziger von ihnen, eine ganze Reihe an weiteren auslösen konnte. So lange, bis ein Fehle dem anderen folgte und da gab es unverzeihliche Fehler. Mindestens einen unverzeihlichen Fehler hatte Keebo selbst begangen, als er die leidige Mission für den Friedenangetreten war. An diesem Tag hatte er sich selbst verraten und alle Prinzipen, die er hatte, brechen müssen. Vielleicht wäre es niemals dazu gekommen, wenn nicht auch die Jedi etwas getan hätten, was seinen Lebenslauf derart beeinflusst hätte. Das, was sie ihm angetan hatten und vor allem das, was sie nicht getan hatten, hätte vielleicht alles verändert. Er sah Iounas Vater, den Jedi, vor sich. Wie er auf ihn herab blickte. Wie er seine Tochter mit sich zog und ihn –Ian das Kind- einfach liegen gelassen hatte. Ohne zu helfen. Und er hatte es gewusst. Er hatte alles gewusst und doch war er nie eingeschritten. Hatte nie geholfen. Hatte ihn zurück gelassen in einer Familie, die keine war. Dieser Hüter der Lichts hatte Ian eist seinem traurigen Schicksal überlassen. Etwas, was sich später zwei Mal wiederholt hatte. Die Ablehnung der Ausbildung. Das Töten seines ersten Mentors. Die Jedi hatten ihn in der Falle gelassen, mehr als das. Vielleicht hatten sie ihn soagr zurück in die Falle gestoßen, als er sich aus eigener Kraft befreit hatte. Wie also konnte er anders, als gegen die Jedi sprechen? Doch Keebo war nicht nur mit den Jedi im Unfrieden, nein, viel mehr war er es mit seinem ganzen Leben. Da gab es eine ganze Liste von Personen, die ihm etwas angetan hatten, doch was war diese Liste im Vergleich zu dem, was er getan hatte? Was auf seiner eigenen Liste stand. Um Schuld der anderen oder um Selbstmitleid ging es längst nicht mehr. Was am schwersten wog, war die eigene Schuld, die eigenen Fehler und alles zusammen war zermürbend.
Die Fremde gab zu, dass Jedi Fehler unterliefen. Ein winziges Zugeständnis, das vielleicht zu spät kam. Wie sehr hatte sich Keebo auf Telos so etwas gewünscht? Ein winziges Zugeständnis. Eine kleine Entschuldigung. Wie sehr hatte er sich das von Alisah gewünscht? Von Iouna. Und doch...


Dann ging es um Urteile und um Konsequenzen. Was aber, wenn man Entscheidungen getroffen hatte, mit deren Konsequenzen man nicht leben konnte? Was, wenn das, was man getan hatte, zu schwer wog? Der Imperator hatte darüber geurteilt, wer leben durfte und wer nicht und was hatte Keebo getan? Hatte er diesem Urteil nicht zugestimmt, indem er getan hatte, was man ihm befohlen hatte? Dieses Urteil, diese Handlung konnte er nicht mehr revidieren. Es war zu spät. Der Friedensvertrag war das letzte, an das er hatte denken wollen. Und es war das erste, was er vergessen wollte.
Sie konnte nicht damit leben, Lebewesen leiden zu sehen und weg zu sehen? Der Satz der Jedi wiederholte sich wie ein Echo in Keebos Kopf. War nicht genau das, was sie sagte das, was geschehen würde? Wenn der Virus erst einmal ausgelöst wurde… Was aber konnte er mehr tun, als zusehen? Keebos innere Unruhe wuchs und je größer sein Unwohlsein wurde, desto schwerer fiel es ihm, alles abzuschirmen. Seine Gedanken, seine Gefühle, seine Aura.
Die blonde Frau kam näher und dieses Schritte, dieses auf ihn zugehen, löste weit mehr in ihm aus, als er wollte. Wie konnte sie auf ihn zugehen, wenn sie eigentlich hätte vor ihm weg rennen sollen? Weg rennen müssen? Er wollte selbst zurückgehen, mindesten einen großen Schritt von ihr weg tun, fliehen, doch seine Beine gehorchten ihm nicht. Dabei wäre es das richtige gewesen. Ihre Frage… Ihre Stimmlage, diese Nähe, diese Art der Zugewandheit und der Versuch, alles zu verbergen, sich weiter abzuschirmen. All das war zu viel. Der Sith schluckte schwer
. „Nicht die Jedi sind das Übel“, brach es schließlich aus ihm hervor und er hasste sich für die Schwäche, die in diesem Moment über ihn herein brach. „Das Übel bin ich.“

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OCC: hätte ich ma besser gestern geantwortet^^
 
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Irgendwo im hintersten Winkel ihres Kopfes registrierte Eowyn ein kleines bisschen erstaunt, dass der Fremde ihr auf ihre ausschweifende Rede nichts antwortete. Hatte sie ihn tatsächlich ein bisschen erreicht und zum Nachdenken gebracht oder hatte er nur einfach aufgegeben?
Er wich nicht zurück, als sie auf ihn zutrat und wehrte sich auch nicht. Eowyn wertete das einfach einmal als gutes Zeichen, allerdings antwortete er ihr auch nicht. Stattdessen spürte sie etwas... etwas, dass sie nicht definieren konnte. Sie runzelte die Stirn. Es war ein kaum wahrnehmbares
Flackern gewesen, sie konnte es nicht einordnen, dabei hatte sie das Gefühl, dass sie es können müsste. Bevor sie aber weiter darüber nachdenken konnte brach der Mann das Schweigen.

Aus Reflex über einen Ausbruch zuckte sie ein wenig zurück. Einen Moment stand sie sprachlos da und wusste nicht, was sie sagen sollte. Wovon redete er? Er sei das Übel? Verwirrt blickte sie ihn an. Wäre er ihr Padawan gewesen hätte sie gewusst, wie sie nun handeln sollte. Dieser Kerl aber hatte nur kurze Zeit vorher gegen sie gewettert, sie hatte keine Ahnung wer er war, er hingegen wusste so einiges von ihr. Und jetzt stand er da vor ihr und sagte
so etwas.

Ihr seid kein Übel, meinte sie schließlich langsam kopfschüttelnd. Zaghaft hob sich ihre Hand um ein paar Zentimeter, nur um sofort wieder zurückzufallen. Wer so etwas über sich sagt kann es nicht sein, denn es ist dann entweder nicht wahr oder es hat sich etwas in Eurem Denken geändert, so dass es nicht mehr zutrifft. Übel und Schlecht ist, wer es nicht sieht, daran nichts ändert und immer weitermacht. Wer sein Handeln reflektiert... Sie überlegte kurz und blickte ihn dann wieder an. Wer sein Handeln reflektiert kann es verbessern und verändern. Was bei allen Sonnen war hier nur geschehen?!? Langsam hatte sie das Gefühl, es steckte mehr dahinter. Sie zögerte einen Moment, dann fragte sie: Ist etwas geschehen, das Ihr nun bereut? Wieso kommt Ihr auf den Gedanken, Ihr wäret ein Übel?

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Keebos Blick veränderte sich und er sah starr auf den Boden. Darth Keebo. Ein Name, der längst nicht mehr zu ihm passte. Einen Namen, den er nicht mehr tragen wollte, so wenig wie den Namen seiner Geburt. Ian Dice. Keebo hatte große Mühe damit, sich wieder zu beruhigen und seine Mauer, die er über Jahre aufgebaut hatte, auch in diesem Moment aufrecht zu erhalten. Das Gespräch mit Aden hatte ihn genug aufgewühlt und eigentlich hatte er nicht damit gerechnet, schon wieder ein Gespräch zu führen, das derart an ihm zehrte. Und doch war dieses Gespräch anders, weitaus anstregender. Die Fremde wusste nichts über ihn, was er ihr kaum zum Vorwurf machen konnte, doch ihre nächsten Worte waren vernichtend. Vernichtend, weil die Jedi nicht wusste, was sie sagte. Weil sie nicht wusste, wem sie gegenüberstand. Vernichtend, weil sie sich irrte. Übel und schlecht war nicht nur der, der weiterhin falsches tat. Was bedeutete schon Reue? Nichts, denn sie machte nicht rückgängig was geschehen war. Wie viele Fehler durfte ein jeder begehen, wie weit durfte ein jeder ins Abseits laufen, ehe er verloren war? Keebo war nicht nur wenige Schritte vom Weg abgekommen. Reue traf nicht im Ansatz das, was er fühlte. Einfache Fehler konnte man bereuen. Aber das, was er getan hatte, das was daraus resultieren würde? Langsam schüttelte Keebo den Kopf, als er den Blick wieder hob.

„Nein“, sagte er und seine Stimme kam ihm dabei eigenartig fremd vor, wie aus weiter Ferne, als gehöre sie gar nicht zu ihm. „Nicht alles, was zerstört ist, lässt sich Reparieren. Nicht alles, was geschehen ist, lässt sich verändern.“ Nicht jeder Fehler ließ sich wieder gut machen. Und Reue konnte zu spät kommen.
Ihr wisst nicht, vor wem Ihr steht“, sagte Keebo dann und was brachte es schon, wenn er noch länger verbarg, wer oder was er war? Wie passend, dass sie noch Sekunden zuvor über Urteile gesprochen hatten… Ihr Urteil, so war er sicher, würde kommen. Kurz suchte er ihren Blick, um in genau dieser Sekunde seine Verschleierung der Macht fallen zu lassen und sich als das erkennen zu geben, was er war: Ein Sith. Sie würde unweigerlich zu spüren bekommen, dass er das genaue Gegenteil von ihr war und Keebo musste nicht einmal wie Ysim damals, irgendeine Veränderung herbeiführen, kein Gefühl der Angst entstehen lassen. Sie würde die Dunkelheit, die ihn umgab, auch so spüren, wie eine Welle, die völlig überraschend kam. Einzig und allein an seiner geistigen Abschirmung hielt er noch fest. Ohnehin war das Gefühl des Ausgeliefertseins übermächtig. Ob sie nun tatsächlich noch wissen wollte, weshalb er glaubte, ein Übel zu sein? Viel eher würde sie erkennen müssen, wie falsch sie gelegen hatte.

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Es musste wirklich etwas Gravierendes geschehen sein. Zum ersten Mal konnte Eowyn auf seinem gesenkten Gesicht wirkliche Emotionen sehen. Der Fremde wich nicht von seiner Haltung ab, dass er etwas irreparabel zerstört hatte... Die Frage war nur, was, wie schlimm war es wirklich, und wer war er nun eigentlich? Er hatte zu viel Wissen über die Jedi um ein normaler Bürger zu sein, aber trotz des "Friedens" ging Eowyn davon aus, dass ein imperialer Agent sie nicht gewarnt hätte, den Planeten zu verlassen.

Nein, sie wusste nicht, wer vor ihr stand, da hatte er völlig Recht. Sie setzte an, um ihm dies zu sagen, eventuell auch, um ihn nach seine Identität zu fragen. Es war nur fair, dass sie wusste, wer er war, wenn er es doch auch von ihr wusste... Doch in diesem Moment, in dem er ihr in die Augen blickte, traf sie die schockierende Erkenntnis, dass dies nicht mehr nötig war. Die Dunkelheit, die ihn plötzlich umgab, traf sie mir einer solchen Wucht, dass sie drei Schritte zurückstolperte. Ihre Augen weiteten sich vor Überraschung, und sie biss die Zähne aufeinander, um nicht aufzuschreien.
Ein Sith.
Warum hatte sie den Gedanken, dass er eventuell ein Machtnutzer sein könnte, zu Beginn des Gesprächs nicht weiterverfolgt? Warum hatten ihre Instinkte nicht aufgeschrien, als er ihr unter die Augen trat? Was war nur los mit ihr?!? Sie hatte sogar Mitleid mit ihm gehabt... Wenigstens erklärte dies nun, warum er sie und ihre Padawane sofort erkannt hatte, alles weitere leugnen wäre zwecklos gewesen. Und es erklärte, weshalb er wusste, dass Sith auf der Suche waren. Ihr Gedanke, dass jemand sie von hier verscheuchen wollte, war also gar nicht so falsch gewesen. Hinterher ergab alles einen Sinn. Hinterher war man allerdings immer schlauer...

Womöglich war die Auktion schon längst im Gange, und er versuchte nur, sie davon abzuhalten. War alles, was er ihr in dem vermutlich längsten Gespräch, das sie je mit einem Sith geführt hatte, erzählt hatte, alles, was sie gemeint hatte in ihm zu sehen, doch nur ein geschicktes Täuschungsmanöver und nicht wahr gewesen?
Mit schmalen Augen starrte sie ihren Gegenüber an. Er mochte ein Sith sein, einer, der von Dunkelheit schier verschluckt wurde... aber sie glaubte nicht, dass er in seinen Worten gelogen hatte.
Doch konnte sie sich da sicher sein? Immerhin hatte sie sich gerade minutenlang mit einem Sith unterhalten und es nicht gemerkt. Sie waren Meister der Täuschung. Sie glaubte es nicht, aber vor wenigen Sekunden hätte sie auch nicht geglaubt, dass dieser zerbrochene Mann ein solch gefährliches Wesen war.

Eowyn war hin und hergerissen. Es war eingetreten, was sie schon längere Zeit befürchtet hatte... sie begann, sich selbst nicht mehr zu vertrauen. Selbsterfüllende Prophezeigungen nannte man das wohl. Dennoch musste sie Entscheidungen treffen, und wenn sie nicht sich selbst vertraute, dann doch wenigstens ihren Schülern.


Aketos. Shen, sagte sie laut um die in ihrem Rücken stehenden Padawane zu erreichen, ohne ihren konzentrierten Blick von der dunklen Gestalt vor sich abzuwenden. Versucht bitte, näheres über den Ort herauszufinden, auf den der Händler euch gewiesen hat. Seid vorsichtig, nur beobachten. Kein Handeln. Sie wusste nicht, was dort vor sich ging, unter Umständen waren dort noch mehr Sith, aber sie vertraute darauf, dass ihre Padawane auf sich acht gaben und der Waffenstillstand das übrige für sich tat. Außerdem war sie sich doch eigentlich sicher, dass er die Wahrheit gesagt hatte, und sie war nicht allzu weit weg.

Und nun zu Euch... meinte sie leise und hart, als ihre Padawane langsam verschwanden. Ihr Gesicht blieb regungslos, während sie ihn anstarrte, ihn, der zu dem Orden gehörte, den sie den größten Teil ihres Lebens bekämpft hatte. Der dem Imperium diente, das Menschen unterdrückte, quälte und tötete. Dessen Mitstreiter ihr geliebte Personen genommen hatten. Sie versuchte, die aufkommenden aufwühlenden Emotionen nun aus dem Spiel zu lassen, bezweifelte aber, dass es ihr gelingen würde. Nicht jetzt, wo sie ohnehin schon schwankte.
Ich schätze, nun weiß ich, wer vor mir steht. Ihr habt das wirklich sehr geschickt angestellt. Ich vermute, ich werde mein Urteil nun ein weiteres Mal in meinem Leben revidieren...
Vielleicht habt Ihr Recht. Vermutlich kann vieles nicht mehr repariert werden, wenn es zerstört wurde.
Zum Beispiel nicht, wenn es um das Leben ihrer Padawan ging, dachte sie schmerzhaft und atmete durch. Aber ich muss dennoch zugeben, solche Worte hätte ich von einem Menschen wie Euch nicht erwartet. Ihr sagt, Ihr seid ein Übel? Darüber zu urteilen überlasse ich nun tatsächlich Euch, aber mich interessiert, wie Ihr zu dieser Erkenntnis gekommen seid? Sie hob fragend ihre Augenbrauen und erwartete gespannt seine Antwort.

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Sie wich augenblicklich zurück, nichts anderes hatte er erwartet. An ihrer Stelle hätte er vermutlich das Gleiche getan. Stimmte es tatsächlich, was Aden gesagt hatte? Dass er feige war und versuchte vor sich selbst davon zu laufen? Nein, nein, es stimmte nicht. Was wusste Aden schon? Er glaubte noch immer, dass er irgendwann die Freiheit erlangen würde, dass es ihm gelingen würde, seine Ketten zu sprängen und doch übersah sein einstiger Schüler dabei, dass er mit jeder Sekunde, die er dem Orden diente nur weitere Ketten an sich legte. War Vergessen das Gleiche wie weg laufen? Spielte das überhaupt noch eine Rolle?

Als die blonde Jedi nach ihren Schülern lief, glaubte Keebo vorerst, dass sie vorhatte, ihn gefangen zu nehmen oder was auch immer. Frieden hin oder her. Vielleicht aber wollte sie mit beiden nur so schnell wie möglich verschwinden. Stattdessen gab sie ihren Schülern die Anweisung mehr über das in Erfahrung zu bringen, was der Händler ihnen verraten hatte. Damit brachte sie ihre Schüler unweigerlich in Sicherheit. Wäre die Situation nicht so verfahren gewesen hätte Keebo vermutlich bitter aufgelacht, denn er keine Gefahr für irgendeinen der Anwesenden.

Innerhalb weniger Sekunden konnte sich so viel verändern. Da wo eben noch etwas wie Sanftheit gewesen war, war nun Härte und jeglicher Ausdruck von Mitgefühl war aus dem Gesicht der Jedi verschwunden. Es ging immer darum, ein Urteil zu treffen, auch jetzt und Keebo brauchte die Gabe der Empathie nicht um zu wissen, wie sein Gegenüber nun denken musste. Sie war eine Jedi und er ein Sith. Sie war das Licht und er die Dunkelheit. Was konnte sie mehr in den Sith sehen, als Mörder? Und was konnte Keebo selbst mehr in sich sehen, als genau das? Dabei waren seine Ziele niemals gewesen, Unschuldige zu töten, so wenig wie sein Ziel gewesen war, Unschuldige zu quälen. Keebo hatte in seinen eigenen Augen versucht, der Gerechtigkeit zu dienen. Die Jedi aber waren für ihn nie gerecht gewesen. Nicht nachdem, was sie getan und was sie nicht getan hatten. Ihr Kodex durchzog sich von Lügen, genau wie es der Kodex der Sith tat. Bis vor kurzem war Keebo tatsächlich dem Irrtum aufgesessen, dass Allegious etwas am Wohl seines eigenen Volkes lag. Aber er hatte ihn auf den Boden der Tatsachen gerissen. Gerechtigkeit gab es weder bei den Jedi, noch bei den Sith. Allegious war bereit jedes Leben zu zerstören, das in seinen Augen keinen Wert besaß. Gedanken, die Keebo nie besessen hatte. Jetzt wurde ihm schmerzlich bewusst, weshalb der Imperator ihn für diese Mission berufen hatte: Wegen seiner Menschlichkeit. Seiner Emotionen. Er hatte sich nie einen Namen, als gefürchteter Sith gemacht und er hatte anders, als so viele im Orden, nicht daran gesetzt, seine Schüler zu peinigen. Ihn für diese Mission zu bestimmen war die Probe aufs Exempel gewesen. Der Heiler unter den Sith, der den Tod bringen sollte.


„Ihr urteilt zu schnell“, gab Keebo leise zurück ohne dabei auch nur im Ansatz belehrend zu klingen. „Von einem Menschen wie mir? Eben hatte sie sich noch darüber geärgert, dass er angeblich ein Urteil gefällt, über sie gerichtet hätte, ohne sie zu kennen. Und kaum wusste sie um seine Zugehörigkeit, tat sie genau das Gleiche.
„Auch ein Mensch wie ich besitzt mehr, als nur den Verstand. Auch ein Mensch wie ich, kann erkennen, dass er an den falschen Prinzipien fest gehalten hat. Auch ein Mensch wie ich kann in einem Dickicht aus Lügen die Wahrheit nicht immer klar erkennen“ Keebos Stimme wurde lauter, ohne das er dabei begann zu schreien. Etwas Verzweifeltes lag in seiner Stimme, denn Empörung über das, was sie gesagt hatte, war zu fehl am Platz. „Und selbst ein Mensch wie ich, besitzt das, was auch Ihr besitzt“, erklärte er leise, konnte es aber nicht über sich bringen, das Wort ‚Herz‘ auszusprechen und doch deutete er auf eben jenes.
Aber was wusste eine Jedi schon über die Zweifel eines Sith? Und was wusste diese Frau über ihn? Er brauchte ihr Urteil nicht, denn er hatte sein eigenes, vernichtendes Urteil schon gefällt.

„Es gibt mehr, als Gut und Böse. Mehr als Hell und Dunkel und mehr, als Schwarz und Weiß, “ schloss er schließlich leise, was längst keine Rechtfertigung war. Vielleicht sah sie immer nur eines der beiden Extreme und nie das, was dazwischen lag. Eines aber musste er noch sagen. „Ihr wisst nicht, wer vor euch steht. Vielleicht was. Aber nicht wer.“
 
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