Drama Napoleon (2023) von Ridley Scott

Die Engländer sollen dabei besonders Positiv dargestellt werden stimmt das? Bildgewaltig soll er ja sein. Bin gespannt.
Speziell würde ich das nicht sagen, aber da Napoleon als ziemlich negativ dargestellt wird könnte man das schon so sehen denke ich. Ich bin ziemlich sicher dass man als Napoleon-Fan nicht auf seine Kosten kommt. Der Film selbst ist kein Fan von dem Mann und macht das in dessen Darstellung sehr sehr deutlich.

Ein Detail wo ich schmunzeln musste: Zum Teil haben viele der französischen Charaktere einen ausgeprägten, britischen Akzent.
 
Ein Detail wo ich schmunzeln musste: Zum Teil haben viele der französischen Charaktere einen ausgeprägten, britischen Akzent.
Komisch haha hast du den Film auf Deutsch oder Englisch gesehen?
Der Film selbst ist kein Fan von dem Mann und macht das in dessen Darstellung sehr sehr deutlich.
Schade, ich meine er war sicher kein Heiliger, aber ein inkompetenter Idiot war er auch nicht. Ich selber bin da eher Neutral kenne mich in dieser Epoche eh nicht so gut aus. Gehe also mal sehr Neutral an die Sache ran.
 
Ich finde dieses Konzept leider extrem fragwürdig. Man sagt ja immer, dass solche bildgewaltigen Epen wie "Dune" oder eben jetzt "Napoleon" die Leinwand retten können und sollen. Aber wenn mir jetzt von allen Seiten signalisiert wird, dass wir hier nur die Light-Version eines (vermutlich) eigentlich guten Films sehen können, dann geht meine Motivation dafür ins Kino zu gehen natürlich gegen Null.
 
Was war denn genau der Grund es so zu trennen? Befürchtete man das es zu lang fürs Kino sei? Könnte man dann nicht auch 2 Kino Versionen rausbringen? So kann der Zuschauer selber entscheiden ob er sich die 4 Stunden antun will.
 
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Was war denn genau der Grund es so zu trennen? Befürchtete man das es zu lang fürs Kino sei? Könnte man dann nicht auch 2 Kindo Versionen rausbringen? So kann der Zuschauer selber entscheiden ob er sich die 4 Stunden antun will.
Was war denn genau der Grund es so zu trennen? Befürchtete man das es zu lang fürs Kino sei? Könnte man dann nicht auch 2 Kindo Versionen rausbringen? So kann der Zuschauer selber entscheiden ob er sich die 4 Stunden antun will.

Der Film ist mit über 200 Millionen Dollar Budget schlicht zu teuer, um ihn nicht auf die grosse Leinwand zu bringen. (Selbst für Apple anscheinend.) Und bei einer Laufzeit von 4 Stunden reicht es nicht, wenn sich nur ein paar Arthouse-Kinos sich dazu bereiterklären den Film zu zeigen.

Daher muss man sich den Vorgaben der Kinos, welche mehr mainstreamige Filme im Programm haben, beugen und die Laufzeit anpassen.

Was ich gewagt finde: Die längere Fassung wird anscheinend noch geschnitten. Im Normalfall werden Filme nach dem Dreh gekürzt bis man die finale Kinofassung vorliegen hat. Also Ridley Scott muss in dem Fall genau gewusst haben, was er im Kino-Cut alles drin haben will und ergänzend für Apple TV + noch dazukommt.

Bin trotzdem gespannt, heute Abend den Kino-Cut zu sehen …
 
Der Film ist mit über 200 Millionen Dollar Budget schlicht zu teuer, um ihn nicht auf die grosse Leinwand zu bringen. (Selbst für Apple anscheinend.)

Und man möchte - genau wie Netflix - halt gerne im besten Fall bei den Oscars abräumen. Eine Oscar-Nomminierung gibt es aber nur, wenn der Film in Kinos aufgeführt worden ist.

Grüße,
Aiden
 
Und man möchte - genau wie Netflix - halt gerne im besten Fall bei den Oscars abräumen. Eine Oscar-Nomminierung gibt es aber nur, wenn der Film in Kinos aufgeführt worden ist.

Auf der anderen Seite schneidet man sich damit natürlich ins eigene Fleisch. Angenommen der 4-Stunden-Cut ist ein Meisterwerk oder zumindest ein herausragender Film, dann haben sie sich mit diesem Cutdown (der ja insgesamt aktuell sehr gemischte Kritiken erhält) keinen Gefallen getan.
 
Wieso ist es denn in Stein gemeisselt das man für Netflix Produktionen keinen Oscar bekommt ? Scheint mir auch wieder eine künstliche Limitierung zu sein. Könnte man auch abschaffen.
 
Auf der anderen Seite schneidet man sich damit natürlich ins eigene Fleisch. Angenommen der 4-Stunden-Cut ist ein Meisterwerk oder zumindest ein herausragender Film, dann haben sie sich mit diesem Cutdown (der ja insgesamt aktuell sehr gemischte Kritiken erhält) keinen Gefallen getan.

Ich bin mir nicht sicher, ob eine lange Fassung zwingend einen Film besser macht. Die Kritik betrifft ja beispielsweise Napoleons Darstellung. Natürlich können mehr Szenen für mehr "Erklärung" sorgen. Wenn aber die grundlegende Darstellung schon falsch/kritikwürdig ist, hilft das dann auch nicht viel. Zumal ich zuletzt hörte, dass das Mehr wohl vor allem Josefine betreffen soll.

Wieso ist es denn in Stein gemeisselt das man für Netflix Produktionen keinen Oscar bekommt ? Scheint mir auch wieder eine künstliche Limitierung zu sein. Könnte man auch abschaffen.

Wo liest du das denn wieder raus? Es gibt keinen Oscar für Filme, die nur als Streaming zur Verfügung stehen/standen. Die Statuten der Academy besagen einfach, dass die Filme im Kino zu laufen haben, um sie von reinen TV-Produktionen abzuheben.

Grüße,
Aiden
 
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Ich bin mir nicht sicher, ob eine lange Fassung zwingend einen Film besser macht.

Natürlich, deshalb habe ich ja "angenommen" geschrieben. Allerdings ist auch ein großer Kritikpunkt, dass der Film sehr durch die Timeline springt und man das Gefühl hat, viele emotionale Stränge sind nicht greifbar (z.B. die Liebensbeziehung Napoleons zu Josephine). Das liest sich schon so, als würden dem Film hier einige Szenen fehlen, die das alles nahbarer machen.

Wenn aber die grundlegende Darstellung schon falsch/kritikwürdig ist, hilft das dann auch nicht viel.

Doch, wie du schon sagst: Auch hier können aber mehr Szenen diese Darstellung nachvollziehbarer einordnen und in einen neuen Kontext stellen. Und somit könnte sie auch davon profitieren.
 
Mini-Blitzeindruck

War drin …

Also man merkt dem Film schon an, dass da noch was fehlt. Aber dennoch ist der Film durch die Bank eigentlich ziemlich gut vom Pacing her und hat eigentlich keine wirklichen Längen. (Ich bin zwar kurz wenige Minuten eingeschlafen, aber das lag an anderen Umständen und nicht am Film selbst. War halt heute deutlich länger wach als sonst. + Ich habe mich im Kino in meine Jacke verkrochen, weil man in der zweiten Hälfte den Temperaturunterfall stark bemerkte.)

Die Geschichte mit Josephine ist klar der Fokus … Und auch dort muss ich sagen: Vieles hätte man hier vertiefen können. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass Napoleon mit seiner Leistung als Liebhaber nicht zufrieden ist und den ausbleibenden Erfolg im Schlafzimmer mit der Eroberungen auf dem Schlachtfeld kompensieren will. Aber Josephines Perspektive bleibt nach den erstem Drittel doch etwas unterrepräsentiert. (Die längere Schnittfassung soll sie ja noch mehr in den Fokus setzen.)

Was mir persönlich doch stark gefehlt hat: Dass Napoleon wirklich so ein mitreissender General war … bleibt bis zum Ende Behauptung. Es liegt nicht an Phoenix … er kriegt schlicht nicht die Gelegenheit dazu.

Es kommt mir so vor, als wenn die Kino-Fassung einfach den Hauptplot plus die wichtigsten Teile rund um Josephine mitreinnimmt. Das sind die beiden wichtigen Säulen … während der politische und militärische Handlungsstrang doch zu kurz kommt.

Wer sich auf den Film wegen der historischen Korrektheit freut: Gerade am Anfang bricht man derart mit der Geschichte … auch wenn es gar nicht nötig wäre. (Dass Ridley Scott zu Gunsten bestimmter Bilder bei den Schlachten darauf verzichtet, verständlich. Aber gerade am Anfang bei Marie-Antoinette und Robespierre sehe ich keinen Grund für die Änderungen.)

Also auf die 4,5 Stunden Fassung bin ich schon gespannt. Ich bin überzeugt, dass der Film die richtigen Komponenten hat. Aber er hat für mich tatsächlich in 160 Minuten nicht ausreichend Zeit alle wichtigen Facetten aus dem Leben Napoleons abzudecken.

Verzichte daher ausnahmsweise auch auf eine Wertung.
 
Was genau wurde geändert?
Dass Napoleon bei der Hinrichtung von Marie-Antoinette dabei war.

Bei Robespierre habe ich noch mal nachgeschaut, weil ich jetzt doch nicht mehr 100% sicher war:

Robespierre schiesst sich im Film in den Kopf … Aber in einem Nebensatz wird kurz darauf gesagt, dass der Suizidversuch fehlgeschlagen ist. Wie ich jetzt bei einer kurzen Recherche nachgelesen habe, ist das sogar ein mögliches Szenario gewesen.

(Generell habe ich die Vermutung, dass bei Robespierre viel aus der längeren Fassung nicht in die Kinoversion geschafft hat. Robespierre Aufstieg und Fall wird im 1. Akt innerhalb von 2-4 Minuten abgehandelt.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Dass Napoleon bei der Hinrichtung von Marie-Antoinette dabei war.

Bei Robespierre habe ich jetzt noch mal nachgeschaut, weil ich jetzt doch nicht mehr 100% sicher war:

Robespierre schiesst sich im Film in den Kopf … Aber in einem Nebensatz wird kurz darauf gesagt, dass der Suizidversuch fehlgeschlagen ist. Wie ich jetzt bei einer kurzen Recherche nachgelesen habe, ist das sogar ein mögliches Szenario gewesen.

(Generell habe ich die Vermutung, dass bei Robespierre viel aus der längeren Fassung nicht in die Kinoversion geschafft hat. Robespierre Aufstieg und Fall wird im 1. Akt innerhalb von 2-4 Minuten abgehandelt.)

Korrekt.

Robespierre hat sich wohl versucht zu töten als man ihn und seine Jakobiner absetzen wollte. Man weiß nicht genau was geschah, Fakt ist allerdings das er eine Wunde im Kiefer hatte da er dort getroffen wurde.
Entweder beim Selbstmordversuch oder von einer anderen Kugel die auf ihn abgefeuert wurde.

Man möchte einem wie Robespierre natürlich die gern die Feigheit unterstellen sich selbst zu erschießen als die Konsequenzen seines Terrors zu tragen die er und die Jakobiner über Frankreich und die Revolution brachten. Obs wirklich so war, werden wir nie wissen.
 
Ich finde die Gesamtdarstellung von der Person Napoleon völlig misslungen im Film. Irgendwie kommt er mir wie ein Tollpatsch vor, der mutwillig in andere Länder einfällt. Laut Filmtext ist sein Erbe quasi das Verschleißen der eigenen Landsleute. Mehr nicht. Völlig triebgesteuert unterliegt er seiner Frau, die gegen diesen Tölpel wie eine Heilige ist.
Ich hab ja nix dagegen, wenn man Herrscher kritisiert. Aber ich weiß noch aus dem Schulunterricht und einer (kleinen) Biographie über ihn, dass er durchaus intelligent war und auch viel Gutes in den eroberten Ländern durchgesetzt hat. Diese unfassbar dämliche filmische Darstellung von Napoleon wird sicher nicht in einer längeren Schnittfassung besser.
 
Hmm okay von dem mal abgesehen, sind sonst noch gravierende Fehler drin?
Bei einzelnen Schlachten ein wenig … Aber ganz ehrlich: Da kennen sich Andere echt besser aus, wenn es um historische Genauigkeiten geht. Es kam bei mir jetzt echt selten vor dass ich dachte: „Das war aber nicht so!“ Und wenn doch … hat es mich zudem unterschiedlich stark gestört.

Vor allem wen man weiss, dass Ridley Scott gerne mal Bildgewalt über Logik stellt, ist klar was in dem Fall eher Priorität hatte. (Und damit meine ich nicht mal historisch akkurat, sondern logisch innerhalb des Films.)

Wenn eine Seite von Napoleon in der Kino-Fassung für mich untergeht: Seine Position als Kriegsherr. Da ist schlicht zu wenig drin, weil die Kino-Fassung alles nicht relevante für den Plot rausnimmt sofern es nicht um Josephine geht. (Zumindest wirkt es so auf mich.)

Bin hin und hergerissen ob ich auf die 4 Std Version warte oder ins Kino gehe.
Was ich dem Film anrechne: Er geht 160 Minuten und man hat trotzdem Lust bei dem Ganzen eigentlich weiter zu schauen.
 
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