Rendili

[Rendili-System :: Rendili :: Rendili City :: Stadtzentrum :: Kulturpalast :: Haupthalle :: Bühne :: Admiral Antur Pell, General Celda, General Vornell, Rear Admiral Thorne und ein Major]

Allmählich näherte sich der umfangreiche Programmpunkt „Ehrungen und Beförderungen“ seinem Ende. Mit jedem Offizier, der für einige Minuten auf der Bühne stand, ein neues Rangabzeichen an die Brust geheftet bekam, feierlich Hände schüttelte und lauten Beifall erntete, verkleinerte sich die Liste der übrigen Kandidaten um genau einen Posten – und genau über diese Tatsache war Rendilis Sektoradmiral insgeheim froh. Zwar war der stämmige Flottenoffizier noch immer ein sehr kräftiger Mann, aber der Zahn der Zeit hatte trotzdem auch an ihm genagt. Denn seine rostbraune Haarpracht beschränkte sich nur noch auf den Backenbart. Um sein fortgeschrittenes Alter etwas zu verbergen, rasierte er sich seit Jahren voller Eitelkeit den Schädel. Dennoch blieb der Flottenoffizier standhaft und behielt seine, dem Anlass angemessene, Miene bei, während neben ihm der populärste Offizier, General Krynn Celda, einen einfachen Major der Armee für dessen Taten bei der Evakuierung der CEC-Werftanlagen ehrte.

Klatschend würdigte das anwesende Publikum dessen öffentliche Beförderung zum „Lieutenant Colonel der Imperialen Armee“, während Cam-Droiden um den muskulösen Menschen schwirrten und jede Sekunde dieses denkwürdigen Moments aufnahmen. Durch die unweigerliche Kooperation mit KOMENOR hatten sich mehrere überregionale HoloNet-Sender angemeldet, um das Gedenken „live“ im gesamten Imperium zu übertragen. Die Bevölkerung sollte sehen, dass ihr Militär trotz der Niederlage bei Corellia nicht den Mut verloren hatte und Helden ehrte. Mit ernster Miene schüttelte Pell dem strahlenden Offizier – genau wie dessen Vorgängern – die Hand. Ein Blitzlichtgewitter der Kameras folgte. Journalisten würden die geehrten Personen und einige andere Gäste nach dem Ende des offiziellen Programms befragen. So war es bisher (medialer) Usus. Noch einmal nickte General Sam Vornell, Kommandeur der Bodentruppen im Rendili-Sektor, dem Lieutenant Colonel zu, bevor dieser die Bühne verließ und sich von seinesgleichen gratulieren ließ.

Erneut erklang die Stimme des Sprechers über die unzähligen Boxen in der riesigen Haupthalle und benannte den letzten Namen auf der Liste:
„Lieutenant Commander Alexa O'Neill, Kommandantin des leichten Kreuzers der Carrack-Klasse 'Achilles'.“

Eine zierliche Offizierin mit schwarzer Lockenpracht kam zwei, drei Minuten später die Treppe zur Bühne empor gestiegen. Pell schätzte ihre Größe auf etwa einen Meter fünfzig, was für militärische Maßstäbe – selbst für Frauen – unterm Durchschnitt war. Dennoch hatte sich diese Frau (irgendwie) bis zum Kommando über einen Carrack-Kreuzer durchschlagen können. Zwar schwang bei Frauen stets der Gedanke mit, dass sie ihre Positionen nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch durch andere Qualitäten errungen hatten, aber nach den vorliegenden Berichten schien Alexa O'Neill nicht zu dieser Sorte „Offizier“ zu gehören. Ein weiteres Mal zwang sich der stämmige Sektoradmiral zu einem ermunternden Lächeln als die kleine Lieutenant Commander vor ihm – und den anderen drei hochrangigen Personen – salutierte.

Celda übernahm, wie schon bei den bisherigen Beförderungen, das Reden. Lächelnd wandte er sich an die Gäste, wobei seine aufmerksamen Augen kurzzeitig funkelten.
„An diesem Abend haben wir schon oft über Helden und deren beispielhafte Taten für uns 'Normalsterbliche' gesprochen. Doch in diesem Fall scheint die Realität tatsächlich das beste Drehbuch zu schreiben.“ Mit einer einladenden Geste wies er auf die sportliche Flottenoffizierin. „Mutig und sich ihrer eigenen Fähigkeit bewusst, befahl Ms O'Neill ein Manöver, das so in keinem Lehrbuch zu finden ist ...“ Sein Blick wanderte zu Pell.

„... aus diesem Grund findet heute – vor den Augen aller Gäste und des Imperiums – eine besondere Ehrung statt“, übernahm der Sektoradmiral, wie auf ein unsichtbares Stichwort, das Reden, während ein schnurrbärtiger Adjutant mit einer silbernen Schatulle die Bühne betrat und sich zu der Geehrten gesellte. „Lieutenant Commander Alexa O'Neill, in der Schlacht um Corellia wiesen Sie Ihre Crew zu folgendem Manöver an: Die 'Achilles' sollte ihre Freund-Feind-Erkennung ausschalten, während sie durch den letzten Abschnitt des Minenfeldes flog. Durch die fehlende Erkennung sollten diverse Sprengkörper aus ihrer ruhenden Position gerissen werden und im Schlepptau hinter Ihrem Schiff her fliegen. Sobald genügend Minen die Verfolgung aufgenommen haben, sollte der Steuermann der 'Achilles' direkten Kurs auf die feindlichen Linie nehmen. Erst beim Durchfliegen der gegnerischen Ordnung sollte die Freund-Feind-Erkennung wieder aktiviert und die Minen so automatisch auf den Feind gelenkt werden. … Habe ich die Grundzüge des gedachten Manövers richtig wiedergegeben, Ms O'Neill?“ Ernst musterte Pell die zierliche Offizierin, die sich letztendlich zu einem sichtbaren, aber knappen Nicken durchrang. „Im Zuge dieser herausragenden Leistung, die über das normale Maß der Pflichterfüllung hinaus geht und besonderen Mut erforderte, hat sich das Oberkommando der Imperialen Streitkräfte dafür entschieden, Ihnen durch meine Wenigkeit den 'Imperialen Stern' in goldener Ausführung verleihen zu lassen.“ Behutsam nahm der Sektoradmiral nun die Schatulle selbst in die Hand, öffnete sie und entnahm den goldenen Orden. Während etliche Cam-Droiden auf die schwarzhaarige Lieutenant Commander gerichtet waren, heftete er ihr die Auszeichnung an die linke Brust – unter das Rangabzeichen. „Zudem darf ich Ihnen noch die sehr erfreuliche Mitteilung überbringen, dass man fortan Ihr Manöver als 'O'Neill-Manöver' an den Akademien für kleine, agile Schiffe lehren wird.“

Tosender Beifall erfüllte die Haupthalle. Nicht nur Flottenangehörige klatschten in diesem Moment, sondern ebenso die Militärs der anderen Gattungen, die zahlreichen Verwalter der niedrigen Ebenen und die zivilen Gäste, die dieser Veranstaltung ebenfalls beiwohnten. Hiermit präsentierte man dem Publikum – sowie all den HoloNet-Zuschauern – eine echte Heldin, die gesundheitlich wohlauf war. Die Botschaft war somit klar: „Nicht nur arme Invalide haben Corellia überlebt und diese stellen für den imperialen Sieg den wahren Garant dar.“ Pell schüttelte der zierlichen Kommandantin während des Applaus die Hand. Medienwirksam wollte und sollte sich die militärische Führung zeigen. Man ließ kurzzeitig die übliche Ideologie über Bord fallen. Natürlich hätte auch der Sektoradmiral lieber einem Mann zu solch einer Tat gratuliert, aber zur Hebung der Moral griff man schon immer nach jedem Strohhalm. Flexibel musste das Militär sein, wollte es die Rebellion am Ende doch schlagen.

Nachdem sich die Gäste in ihrer Begeisterung wieder beruhigt hatten, ergriff erneut Celda das Wort:
„Neben dieser Auszeichnung, die sich jeder Offizier als Beispiel nehmen darf, möchten wir Sie, Ms O'Neill, hiermit auch zum 'Commander der Imperialen Flotte' ernennen. Ihr beispielhaftes Manöver ist ein Beweis dafür, dass Sie einer Beförderung gewachsen sind. Meinen herzlichen Glückwunsch, Commander.“ Zum wiederholten Male lächelte der berühmte General in die Kameras, schüttelte der Offizierin die Hand und weckte damit bei so manchen jungen Mädchen den Traum ebenfalls in den Streitkräften des Imperiums zu dienen.

Der Programmpunkt hatte mit diesem seltenen Doppelereignis, Ehrung und Beförderung, nicht nur seinen medialen Höhepunkt, sondern auch seinen würdigen Abschluss gefunden. Die Führung hatte Leistungen, die unter den Kameraden geachtet waren, offiziell geehrt und in den oberen Reihen die eine oder andere Lücke (notdürftig) geflickt. Junge Offiziere konnten damit nachrücken und hatten schon jetzt lebende Beispiele vor Augen. Insgesamt konnte Pell also froh über den Verlauf sein. Nur der tolpatschige Rebellenangriff bereitete ihm noch immer Sorgen. Könnte etwa schon morgen eine Schlacht im Orbit von Rendili entbrennen? Feierlich winkte Celda dem Publikum – und vor allem den Kameras – zu. Ein paar Minuten feierte er noch seinen eigenen Auftritt. Inszenierte sich für die finstere Zukunft, die dem Imperium bevorstand. Ziemlich sicher war sich der kräftige Sektoradmiral in dieser düsteren Vorstellung. Sollte Fleet Admiral Bennett nicht bald mit der Ersten Gefechtsflotte aufbrechen und den Corellian Run zurückerobern, konnten in einigen Monaten schon Planeten wie Coruscant fallen. Beinahe erschauderte Pell bei diesem schrecklichen Gedanken. Ein letztes Mal für diesen Abend trat er an das Rednerpult.


„Meine Damen und Herren, bevor ich Sie in den inoffiziellen Teil dieser Veranstaltung entlasse, möchte ich noch einmal zwei, drei Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nehmen“, sagte der Admiral und räusperte sich kurz. „Die letzten Tage, Wochen und Monate waren eine Kraftprobe für das imperiale Militär. Wir haben Schlachten geschlagen, Niederlagen erlitten und Planeten verloren. So mancher Bürger hat mit seinem Leben, seiner Gesundheit oder seiner Heimat bezahlt. Trotzdem zeigte allein dieses Heldengedenken, dass wir nicht tatenlos waren. Gegen den Erzfeind haben wir uns gewehrt! Mutig sind wir ins Feld gezogen, um Familie, Eigentum und Vaterland zu schützen.“ Er machte eine Pause, ließ die Worte wirken, holte etwas Luft. „Dieses natürliche Pflichtbewusstsein möchte das Imperiale Oberkommando ebenfalls in der gewohnten Form einer Bandschnalle würdigen. Mit dem heutigen Tage erhalten alle Militärangehörigen, die seit dem Verlust des bothanischen Sektors dem Erzfeind bei seinem illegitimen Eroberungsfeldzug entlang des Corellian Run Widerstand leisten, die Teilnahmeauszeichnung 'In Fidem'.“ Kurzzeitig ließen die aktiven Projektion von der bisherigen Darstellung der Gefallenen ab und zeigten dafür die Bandschnalle. „Sie wird im Laufe des Abends an die Anwesenden ausgegeben... Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen.“

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written by
Aiden Thiuro
 
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Die Ausrede von der Magenverstimmung wurde Carla jetzt nicht wirklich abgekauft, wobei die Ausrede im weitestens Sinne richtig war. Der jungen Offizierin war etwas auf den Magen geschlagen, nur sicherlich kein Fischbrötchen. Aber den säuerlichen Blicken von Mengsk und Aaronson wegen, hatte sie diese Anmerkung gemacht.

Sie stellte sich mit ein paar belegten Brötchen in die Ecke und aß unauffällig davon und hörte sich die Männergespräche an, machte ein interessiertes Gesicht und schwieg.
Es gesellten sich die beiden Piloten noch zu dieser illustren Runde (Sakura und Jeremy) und der TIE-Pilot grüßte die Anwesenden und explizit seinen Onkel.
Ohh...dem tödlichen Blickduell des Commander Mengsk und des Piloten nach, waren es also zwei Mitglieder des Mengsk-Clans die sich hier begegneten und zumindestens der junge Mann (Jeremy) machte den Eindruck, er würde lieber mit einer Kessel-Spinne kuscheln, als hier in der Nähe des Onkels zu stehen. Allein das machte Carla diesen Mann schon mal sympathisch.
Sie nickte freundlich den beiden Neuankömmlingen zur Begrüßung zu und beobachtete die Szene.

Auf der Bühne wurde eine zierliche Frau (Alexa O'Neil) für ihr heldenhaftes Manöver in der Schlacht von Corellia ausgezeichnet und unter frenetischem Beifall ein Orden überreicht sowie in den Rang eines Commanders befördert.
Carla klatschte ebenfalls applaus und grinste innerlich darüber, dass den Herren ein säuerliches Lächeln über die Gesichter huschte, als hätten sie in einen fauligen, sehr sauren Apfel gebissen und dabei noch Lobpreisungen über das köstliche Obst aussprechen müssen.
Sogar die Ehre als Namensgeberin für dieses Manöver wurde der Offizierin zu Teil.
Das Imperium musste schon sehr verzweifelt gewesen sein. Ein Chiss und 2 Frauen wurden am heutigen Abend geehrt. Das konnte durch die Leistung der ausgezeichneten Soldaten erklärt werden, kaum aber mit einem Willen zu Veränderung im Imperium, sondern viel mehr daran, dass es in letzter Zeit Helden wie im Bilderbuch kaum gab, die das Imperium stolz hätte vorzeigen können.
So musste man wohl oder übel auf die echten Leistungen zurückgreifen.
Die junge Chiss machte ein zufriedenes Gesicht und bemühte sich nicht einmal, dieses sonderlich zu verstecken.
Während die Herrenrunde sich noch gegenseitig taxierte, stellte sich die Chiss neben die Flight Officer (Sakura) und raunte ihr unauffällig in Cheun zu: "Leider war es mir nicht möglich Ihre Verwandte - Commander Akaji - zum Bleiben zu bewegen. Sie hat noch einen langen, steinigen Weg vor sich und diesen muß Sie wohl oder übel erstmal allein gehen. Ich hoffe ein paar Vertraute können ihr ab und an beistehen."
Sie lächelte kurz und sagte auf Basic: "Es ist mir eine Ehre auch Mitglieder der Sternenjägerflotte hier zu treffen. In meiner Anfangszeit wurde ich auch auf einen Sternenjäger ausgebildet."
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Scheinbar auswendig rasselte der bärtige Commander (Arcturus Mengsk) die technischen Daten der neuen Schiffsklasse, dem Sternzerstörer der Enforcer-Klasse, herunter, nachdem Toji in einem recht günstigen Moment noch einmal nachgefragt hatte. Mit diesem ausführlichen Wissen über sein neues Kommando zeigte der stämmige Flottenoffizier, der in einem breiten Bastioner-Dialekt sprach, dass er sich äußerst intensiv darauf vorbereitet hatte. Trotzdem konnte er einen „Fachmann“ – aufgrund der gegebenen Informationen über Größe und Grundmodell – nicht darüber hinweg täuschen, dass das Kriegsschiff seiner Klassifikation nach bloß ein „Kreuzer“ war, obwohl in dessen Bezeichnung das gefürchtete Wort „Sternzerstörer“ vorkam. Im Sinne der „psychologischen Kriegsführung“ gab man nicht selten einem Namen, der für Angst und Schrecken, den Vorzug gegenüber einer korrekten Klassifizierung. Toji kannte dieses Vorgehen schon vom Patrouillenkreuzer der Tartan-Klasse.

„Da haben Sie ja richtiges Glück gehabt, Commander“, sagte der imperiale Captain mit einem recht kameradschaftlichen Lächeln, während er das Gesagte nebenbei mit einem Nicken quittierte. „Nicht sehr oft genießt man in unseren Rängen das Privileg ein Schiff frisch aus der Werft zu bekommen.“

In den Augen des Commenorers konnte man dem Bastioner nicht verübeln, dass er seinen Stolz auf das neue Kommando so offen zeigte. Schließlich rückten die Vorgesetzten eher zögerlich mit neuen Modellen an Offiziere heraus, deren letztes Schiff der Verschrottung zum Opfer fiel. Toji fragte sich kurz, ob und welche Beziehungen dieser Commander hatte spielen lassen, um solch einen Enforcer zu erhalten. Oder hatte dieser Offizier schon vorher Leistungen gezeigt, die ihn für diese Klasse am Ende perfekt prädestinierten? Da er diesen kräftigen Mann nach ein paar Minuten noch nicht richtig einschätzen konnte, ließ er die Frage in Gedanken fallen. Sehr viel mehr Zeit hatte er eh nicht, weil sich auf einmal die beiden (nervigen) Piloten Mitsumo und Mengsk zu der Runde Flottenoffiziere gesellten. Insgeheim schluckte der Kommandant der „Pandora“ seinen Unmut herunter. Konnten sie sich nicht mit Ihresgleichen treffen? Und wo hatten sie Celina Kez gelassen?

Plötzlich öffnete der TIE-Pilot den Mund und begrüßte die anwesenden Offiziere mit:
„Ebenso mein Glückwunsch Captain, die Herrschaften, Onkel.“

Onkel? Leicht überrascht musterte der menschliche Captain die männlichen Kameraden. Wer war in dieser Runde der Verwandte? Sharin konnte er aufgrund der Spezies ausschließen, da er nicht daran glaubte, dass es sich in diesem Fall um eine adoptierte Beziehung handelte. Gordon Aaronson besaß zwar das richtige Lebensalter mit seinen geschätzten „fünfzig und mehr“ Standardjahren, hatte aber auf den ersten Blick keinerlei äußerliche Gemeinsamkeiten mit dem Sternjägerpiloten. Somit blieb – nach dem logischen Ausschlussverfahren – nur noch eine Person übrig: der bärtige Commander. Der Name „Mengsk“ war im Galaktischen Imperium nicht unbekannt. Selbst Toji hatte hier und da schon von dieser traditionsreichen Militärfamilie gehört. Dennoch konnte er sich in diesem Fall den TIE-Piloten in Verwandtschaft mit diesem Flottenoffizier kaum vorstellen. Doch bevor sich die sehr bunte Runde nichts mehr zu sagen hatte, ertönte auf einmal die Stimme des Sprechers.

„Lieutenant Commander Alexa O'Neill, Kommandantin des leichten Kreuzers der Carrack-Klasse 'Achilles'“, kündigte die Stimme feierlich an und ließ dann Zeit für Applaus.

Die zweite große Überraschung an diesem Abend. Schmunzelnd stimme er in den lauten Beifall der Gäste an. Seine Vorgesetzten waren anscheinend gnädig ihm gewesen und hatten seine Empfehlung berücksichtigt. In den nächsten Minuten würde man Alexa zu einem vollwertigen „Commander der Imperialen Flotte“ befördern, da war sich Toji sicher. Freudig funkelten seine Augen als der General – genau wie bei Serenety – routiniert zu einer einleitenden Ansprache ansetzte, um kurz die tapferen Taten der „Achilles“-Mannschaft zu nennen. Doch all seine Erwartungen für die zierliche Offizierin wurden mit einem Mal übertroffen als Admiral Pell das Sprechen übernahm. Schlagartig stand nicht nur eine Beförderung im Raum, sondern auch eine Ehrung. Fast pathetisch zelebrierte der stämmige Sektorkommandeur das Anheften des „Imperialen Stern“ in goldener Ausführung. Zudem erwähnte er, dass man ihr tollkühnes Manöver fortan an den renommierten Militärakademie des Imperiums lehren würde. Unwillkürlich musste der Captain nicht nur an die hitzige Diskussion mit ihr denken, sondern ebenso an die Gewissensbisse, die man die ganze Zeit gehabt hatte. Sollte man Offizieren tatsächlich offiziell die Legitimation für solche selbstmörderischen Taktiken geben?

Tosender Beifall erfüllte die Haupthalle. Brüllte seine Bedenken förmlich nieder. Dennoch hielt sich ein zweifelnder Funke in seinem Bewusstsein, appellierte an sein Gewissen. In einer ausdruckslosen Miene beobachtete Toji das feierliche Treiben auf der Bühne. Er freute sich für Alexa, hatte aber im selben Moment Angst um künftige Offiziersgenerationen. Selbstverständlich hing der Captain eher selten irgendwelchen romantisierten Vorstellungen vom Krieg nach, aber gab es nicht irgendwo eine Grenze? Musste man das Leben einer kompletten Mannschaft riskieren, um eventuell einen Sieg zu erringen? Bei Corellia hatte der Einsatz der „Achilles“ nichts am Ergebnis geändert. Um gegenüber seinen Kameraden nicht aufzufallen, stimmte der Commenorer automatisiert in den erneuten Beifall ein. Danach nippte er wieder an seinem Bourbon. Das Dilemma der imperialen Kriegsführung ließ ihn derweil nicht los.

Nachdem General Celda die Beförderung von Alexa O'Neill zum Commander vorgenommen hatte, richtete Sektoramiral Pell noch einmal ein paar Worte an das Publikum, bevor der offizielle Teil des Heldengedenkens beendete. Wie schon nach dem internen Bürgerkrieg hatte man für die Teilnehmer der herausragenden Ereignisse dieser Verteidigungskampagne eine eigene Bandschnalle anfertigen lassen. Sämtliche Holoprojektoren zeigten mit einem Mal eine detailgetreue Darstellung dieses rechteckigen Metallstücks. Interessierte betrachtete der menschliche Captain die Projektion, derweil Pell sagte, dass sie an diesem Abend an die jeweiligen Offiziere verteilt werden würde. Kurz straffte Toji die Galauniform. Bis auf die Bandschnalle „Pax Imperia“ hatte der Flottenoffizier bisher noch keine Auszeichnung für sich gewinnen können. In dieser Sache schien ihm Alexa nun einen kleinen Schritt voraus zu sein. Ein weiteres Mal führte der Kommandant der „Pandora“ das Whiskyglas zu seinem Mund. Im Hintergrund erklang allmählich wieder klassische Musik und das Publikum löste sich von seinem Blick auf die Bühne. Gleichzeitig konnte man bemerken wie sämtliche Personen, die einen höheren Rang als Captain oder Colonel inne hatten oder Gäste mit speziellen Vorzügen waren, zielstrebig in Richtung der vier Turbolifts gingen, um so schnell wie möglich zur Empore zu gelangen und damit das „einfache Volk“ unter sich zu lassen.


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Das Zentrum des Interesses fing mit vor stolz geschwellter Brust über sein neues Kommando zu berichten. Innerlich stöhnte Sharin auf. Wie hatte er nur erwarten können, von dem bärtigen Commander eine vollkommen nüchterne Betrachtungsweise auf den neuen „Enforcer“ zu bekommen? Zwar schaffte es auch Mengsk, einige wissenswerte Fakten herunterzuleiern, die schon recht beeindruckend waren. Doch musste der Chiss auf alle Fälle noch einmal im Flottenregister überprüfen, ob der Kreuzer wirklich so stark war, wie hier vorgegeben wurde. Zutrauen würde er es dem älteren Offizier auf jeden Fall.

Anschließend begrüßte der männliche Neuankömmling die gesamte Gruppe. Der Jungspunt klang nicht so jung wie er aussah, sondern schien über irgendetwas leicht vergrämt zu sein. Ein kurzer Blick auf die beiden Gesichter von Mengsk und dem Neuankömmling sagte schon alles. Der Bärtige blickte missbilligend den jungen Mann an, der seinerseits alles andere als begeistert dreinblickte. Die Ähnlichkeit zwischen beiden war schon wieder sehr stark ausgeprägt. Handelte es sich hier schon wieder um Verwandte? Scheinbar fand heute Abend eine große Familienzusammenführung im Kulturpalast statt. Bei dem Gedanken daran musste der blauhäutige Captain schon leicht schmunzeln.

Plötzlich tippte ihm jemand auf die gut durchtrainierte Schulter. Überrascht zuckte er zusammen. Mit einer solchen Berührung hatte er auf gar keinen Fall gerechnet. Nach dieser unangenehmen Überraschung drehte sich der schwarzhaarige Humanoid um. Seine rot-glühenden Augen trafen auf eine kleine und extrem auffällig geschminkte Frau, die mit einem Lächeln wie ein Breitmaulfrosch aus Felucia zu ihm hoch blickte. Daneben schwebte einer der zahlreichen Cam-Droiden auf und ab, um auch ja keinen Millimeter von Sharins Gesicht zu verpassen. Die Menschen-Frau hielt auch sofort ein kleines Mikrofon unter die Nase des viel größeren Militärs, der daraufhin mit gekräuselter Nase und leicht angewiderter Miene zurückwich. Was sollte das denn jetzt?

„Guten Tag, Avadoch-Avi-Nuaido, ich bin Cheriss Vexo von „Imperial Holo News“ und wir möchten hier noch einmal auf ganz besondere Weise die Gefallenen, aber natürlich auch die aufgrund ihrer besonderen Taten hier geehrten nicht unerwähnt lassen. Sie sind uns eben positiv aufgefallen. Wären Sie so freundlich, uns einige kurze Fragen zu beantworten? Das dauert auch nicht so lange, danach können Sie ruhig wieder zu der kleinen Runde hier zurückkehren.“

Ein kurzes, scheinbar noch breiteres Lächeln warf sie in Richtung der herumstehenden Offiziere. Die feuerrot geschminkten Lippen schienen dabei unaufhörlich in Bewegung zu sein und bildeten einen starken Kontrast zu dem weißen, fast unbeweglichen Gesicht. Das musste sicher mit irgendwas behandelt worden sein. Kein Mensch konnte so lange so ein hässliches, breites Grinsen durchhalten, ohne Krämpfe in den Mundwinkeln zu bekommen!

Kurz überlegte Sharin, ob er das äußerst aufdringliche Angebot ablehnen sollte. Die Reporterin und ihr lebloser Begleiter wären zwar sicher enttäuscht, doch konnte er die Ausrede vorbringen, dass er mit seinen Kollegen noch einen militärischen Sachverhalt erörtern musste, der keinen Aufschub duldete und von äußerster Dringlichkeit war. Dagegen konnte die Frau von diesen merkwürdigen Holonews sicher nichts sagen. Sie warf sich gerade in einer Form ihre blonden Haare zurück, die bei anderen Geschöpfen des weiblichen Geschlechts – Devaronianer eingeschlossen – bestimmt sexuell anziehend gewirkt hätte, bei ihr jedoch vollkommen lächerlich und überzogen herüberkam. Innerlich schüttelte sich der blauhäutige Mann von Csilla, überlegte jedoch weiter, dass etwas Präsenz in den Medien ihm sicher nicht schaden konnte. Wenn man die Karriere von Celda zum Beispiel betrachtete, fiel ja schon auf, dass dieser sicher einige Vorteile daraus gezogen hatte, dass die Medien und dadurch die gesamte Öffentlichkeit vergötterten. Zwar wollte sich Sharin nie dort oben auf der Bühne wie ein Strahlemann lächeln sehen, sodass er vielleicht noch dieser Vexo Konkurrenz machen konnte, doch brauchte er sie jetzt nicht unbedingt gegen sich aufbringen.

„Aber immer gerne doch.“

Ein kurzes und absichtlich nur schwach gehaltenes Lächeln schenkte er der Reporterin. Ein Unglück, dass sie nur von einem Droiden begleitet wurde. Der konnte ihr sicher nicht sagen, welch überzogene Mimik sie aufgesetzt hatte. Allerdings ließ sie sich nicht zweimal sagen, dass er gerne mitkommen würde. Mit ihrer freien Hand packte sie den Offizier an der Hand und zehrte ihn regelrecht von der kleinen Gruppe fort, hin zu einem etwas weniger dicht bevölkerten Bereichs im Hinteren der Halle. Hier war es auch deutlich ruhiger und der Applaus nicht so penetrant. Dieser erfüllte nämlich gerade den gesamten Raum. Ein kurzer Blick auf die Bühne zeigte Sharin, dass gerade wieder der Admiral der hiesigen Verteidigungsflotte das Wort ergriffen hatte und irgendeinen pathetischen Schwachsinn redete. Apropos pathetisch, er selber durfte ja gleich auch vollkommen übertriebene Worte wählen, wenn er irgendwas Verwertbares der kleinen Frau liefern wollte. Worte, die er selber als völligen Schwachsinn verwerfen würde. Da hatte man ja gleich viel mehr Lust auf das Interview.

Schließlich hatte man einen geeigneten Platz gefunden und auch besetzt. Zuerst gab Vexo ihrer Drohne einige Instruktionen, dann war der Chiss an der Reihe.

„Stellen Sie sich bitte so auf, dass man die Bühne und das Publikum im Hintergrund sehen kann. Wir wollen ja, dass die Pracht und die Feierlichkeit dieser Veranstaltung gut zum Tragen kommt.“

Etwas verunsichert schob sich der Angesprochene zwischen Bühne und Cam-Droide. Das konnte ja heiter werden.

„Noch etwas weiter nach links...Stopp!...Sehr gut, fangen wir an.“

Die Journalistin holte wieder das Mikrofon von eben hervor, trat etwas näher heran und hielt es Sharin unter die Nase. Dieser musste erst einmal einen Hustenanfall unterdrücken, zu stark war das aufgelegte Parfüm der Blondine. Der gesamte künstliche Charakter der Frau stieß ihn ab. Neben dem hässlichen Grinsen, dem penetranten Geruch und der Schminke waren wahrscheinlich auch noch ihre Haare in einen Wasserstoffperoxidbottich getaucht worden. Leider war sie nicht gänzlich darin ersoffen, fand der Gepeinigte und wappnete sich für die erste Frage.

„Wie sind Sie eigentlich zu der imperialen Flotte gekommen, Sharin?“

Der Chiss übersah geflissentlich, dass die Reporterin die Kurzform seines Namens als Anrede genommen hatte. So konnten sich die Zuschauer bestimmt besser mit ihm identifizieren. Im Übrigen wäre es um einiges peinlicher gewesen, wenn die Fragestellerin nicht einmal den wirklichen Namen des Interviewten gewusst hätte auszusprechen.

„Nun, ich schrieb mich in die Flotte der vereinigten Flotte des Chiss-Empires ein. Nach dem frevelhaften und verbrecherischen Aufstand einiger Usurpatoren, zu deren Rädelsführern leider auch ein Abkömmling meines Volkes gehörte, erkannte ich, für welch gerechte Sache die Neue Ordnung und als ausführendes Organ derselben die imperiale Flotte kämpft. Diese Sache unterstütze ich nun mit Freude.“

So weit, so gut. Die Frage war noch recht einfach gewesen, bot sie ihm viel Platz dazu, sich als Anhänger der Neuen Ordnung zu präsentieren. Die nächsten würden sicher schwieriger werden. Immer noch das fette Grinsen auf dem Gesicht, stellte Voxa die nächste Frage.

„Wie sehen Sie Ihren ganz persönlichen Fortschritt in der Flotte an? Sie sind schließlich noch sehr jung und kommen... nun ja... nicht aus dem bevorzugten Kreis, aus dem Offiziere der Flotte normalerweise rekrutiert werden.“

Oha, diese Frage hatte es schon eher in sich. Jetzt durfte er sicher nicht ausfällig werden und anklagen, wie schlecht das Oberkommando und das Militär insgesamt Leute wie ihn, die keine Menschen waren, behandelten.

„Nun, heute Abend wurde ich zum Captain der Imperialen Flotte befördert. Das erfüllt mich mit Stolz und Ehre, denn so hoffe ich meinen Dienst für die imperiale Bevölkerung noch besser ausführen zu können. Dabei habe ich immer ein großes Beispiel vor Augen, das mir immer vergegenwärtigt, dass jeder, egal welcher Spezies oder welchem Geschlecht er angehört, in hohe Führungsebenen aufsteigen kann. Seine Majestät ist selber kein Mensch und hat trotzdem die Führung über das Imperium inne, das er wohl und besonnen zu führen vermag. Er ist eigentlich das leuchtende Beispiel dafür, welch große Toleranz sowohl in der imperialen Gesellschaft als auch im hiesigen Militär herrscht.“

Worte, nichts als Worte. Leider waren die ganzen Sätze, Worte, Silben nichts als hohle Phrasen. Silben, Worte, Sätze waren es nämlich, denen sich sowohl Offiziere wie Sharin, als auch die allgemeine nicht humanoide Bevölkerung ausgesetzt sah. Der Chiss hatte sich schon früher gefragt, wie es sein konnte, dass ein Nichtmensch das Imperium führte, welches selber so chauvinistisch und rassistisch war. Eigentlich ein klarer Fehler im System und sicher empfanden viele höhere Militärs oder Verwaltungsstellen Darth Allegious auch als diesen: Einen Fehler des Systems. Die Aufstände hatten so etwas ähnliches ja schon unter Beweis gestellt.

„Aha, okay, die nächste Frage: Wie empfinden Sie diese Trauerfeier?“

„Diese Feier erfüllt mich zum einen mit tiefer Trauer. Ich war mit meinen Kameraden über Corellia, ich habe gesehen, wie sie gefallen sind, wie sie gelitten haben, wie der Rebell sie einfach hingerichtet hat. Sie mussten sterben, damit wir hier alle“ – er deutete auf die gesamte Halle – „leben können. Eine Schande, dass sie von Verrätern und Frevlern ermordet werden mussten. Auf der anderen Seite sind sie jedoch ein großes Beispiel dafür, welchen Mut man gegen das Chaos aufbringen kann. Sie sind tapfer gefallen und lassen uns mit dem Gedanken zurück, dass sie ihr Leben aus Aufopferung gegenüber uns, dem Imperator und der Neuen Ordnung gegeben haben.“

Zum ersten Mal trübte sich das Grinsen der Blondine etwas. Hatte sie gehofft, dass der durchtrainierte Captain irgendeinen Fehler machen würde, der ihn als aufmüpfigen und systemunkonformen Nichtmensch darstellte, der er nach der Propaganda von KOMENOR ja auch war? Da musste sie sich wohl jemanden anderen suchen. Das bemerkte sie scheinbar nun auch.

„Vielen Dank für Ihr kurzes Statement, Sharin. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen weiteren Abend. Die Arbeit ruft.“

Schnell packte sie ihr Mikrofon weg und war danach auch schon wenige Augenblicke später verschwunden, gefolgt von dem wachsamen Cam-Droiden. Etwas überhastet, wie es Sharin schien, doch kam dieser nicht umhin erleichtert aufzuatmen, als er kein helles Blond mehr in der Menge ausmachen konnte. Hatte er also auch diese Tortur ganz gut gelöst. Er drehte sich um und ging wieder in Richtung Buffet, als ihm auffiel, dass ihm irgendwie die Lust an Gesellschaft vergangen war. Diese Journalistin gerade hatte ihm vor Augen geführt, dass jeder doch nur auf einen Fehltritt des anderen wartete. Darauf konnte er ruhig verzichten. Nichtsdestotrotz stieß er zu der großen Gruppe wieder hinzu und bekam gerade noch mit, wie Halijc'arl'ajkartia gerade etwas zu der neben ihr stehenden Flight Officer sagte, die der Chiss eben noch nach ihren verwandschaftlichen Verhältnis zu Commander Akaji gefragt hatte.

„Entschuldigen Sie, wenn die Presse ruft, darf man sie ja nicht warten lassen.“

Mit leicht säuerlichem Gesichtsausdruck bedachte er die große Runde. Bestimmt wussten einige der hier Anwesenden aus eigenen Erfahrungen, wie nervenaufreibend ein vermeintlich harmloses Interview sein konnte.

„Was hat der Admiral eben eigentlich noch zu erzählen gehabt? Ich konnte ja leider nicht seinen Worten zuhören.“

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[Rendili-System | Rendili | Hauptstadt | Kulturpalast | Festsaal | Buffet] Gordon Aaronson, Arcturus Mengsk, Avalosh'ari'nuruodo, Toji Murata, Halijc'arl'ajkaria

Irgend etwas an ihrer Runde schien magnetisch auf die anderen Gäste zu wirken. Vielleicht war es Mengsk und der gute Name seiner Familie. Jedenfalls bildete sich langsam aber sicher eine Art Traube um ihren Standplatz nahe dem Buffet herum, und auch wenn die Meeresfrüchte wirklich ausgezeichnet waren, war das Essen sicherlich nicht der Grund. Nachdem sich bereits eine ganze Gruppe von Flottenoffizieren versammelt hatte, kamen außerdem noch zwei Mitglieder des Sternenjägercorps hinzu, eine Frau und ein Mann. Beide trugen die Abzeichen eines Flight Officers und waren höchstwahrscheinlich Kampfpiloten. Nicht dass dies der einzige Job im Corps gewesen wäre; im Gegenteil, nur ein Bruchteil derer, die diese Uniform trugen, sahen jemals ein Cockpit von innen. Es war aber etwas in ihrem Verhalten - genau genommen im Verhalten es Mannes - das Gordon Aaronson zu diesem Schluss brachte. Ziemlich unverfroren stellte der junge Offizier einen Missmut zur Schau, wie sonst wohl keiner in dieser Festgesellschaft. Sein kantiges Gesicht mit dem finsteren Blick und dem verkniffenen Mund trug einen rebellischen Zug. Nicht im dem Sinne der Rebellion gegen das Imperium, sondern vielmehr eine Widerspenstigkeit. Und das war ein Charakterzug, den man unter all den Mitgliedern der imperialen Streitkräfte vor allem einem Schlag von Menschen nachsagte: Den Piloten. Vielleicht lag es in der Natur der Sache, dass man entweder arrogant wurde oder schon arrogant sein musste, wenn man sich im Raumanzug in eine enge Blechkugel setzte, um mit über 100 MGLT den Zweikampf zu suchen. Ob republikanische Piloten wohl auch so waren?

Auch die beiden Flieger - die Frau ähnelte Akaji, jedoch nicht von den Zügen, sondern eher vom grundlegenden Typus her - gratulierten Captain Sharin zu seiner Beförderung. Dabei sagte der ungezähmt wirkende, mutmaßliche Pilot etwas, das wohl jedem in der Runde und natürlich auch Aaronson auffiel: ›Onkel‹. Dieses Wort war an Arcturus Mengsk gerichtet. Der Lieutenant-Commander hatte also die Gelegenheit, ein weiteres Mitglied dieser namhaften Familie und einen Verwandten seines derzeitigen Vorgesetzten kennenzulernen.


»Dann gehören Sie also der Familie Mengsk an, Flight Officer?« sprach er den jungen Mann mit wohlwollender Miene an. »Der Commander ist also nicht der einzige, der Ihre ehrwürdige militärische Tradition fortsetzt - es freut mich, das zu sehen. Ich bin Lieutenant-Commander Aaronson und diene derzeit unter Ihrem Onkel.

...Ah, die nächste Ehrung beginnt.«


Die Ereignisse auf der Bühne zogen wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Das kurze Gespräch in ihrer ständig wachsenden Runde war, gemäß dem Ablauf des Programmes, immer wieder unterbrochen worden, weil weitere Ehrungen und Beförderungen Aufmerksamkeit und Applaus erforderten - dem Aaronson auch meist gerne nachkam. Nun war wieder die Flotte an der Reihe... und wieder fiel ein Frauenname. Er erinnerte sich an Alexa O'Neill. Auf dem Flaggschiff von Commodore Mard waren sie sich kurz begegnet, ohne aber viel miteinander zu tun zu haben. Auch sie gehörte zu dem Schlag von Offizieren, die Gordon gleich nach potentiell verrätersichen Aliens am wenigsten mochte: Jung, weiblich und erfolgreich. Doch im Gegensatz zu Serenety Akaji und Avalosh'ari'nuruodo wusste er, dass sie eine konkrete Leistung erbracht hatte, um sich ihre Ehrung heute zu verdienen. Er erinnerte sich lebhaft an das gewagte, selbstzerstörerische Manöver der zierlichen Frau. Die Sache mit den Minen war ein brillianter Einfall gewesen, wenngleich das Risiko für Schiff und Crew enorm gewesen war. Sie hatte damit gleich mehrere grundlegende Tugenden der Flotte unter Beweis gestellt: Entschlossenheit, Ideenreichtum und Opferbereitschaft. Eigenschaften, die Gordon Aaronson durchaus respektierte, auch wenn er sich natürlich nicht darüber freute, dass nun auch dieses Mädchen einen höheren Rang bekleidete als er und die Reihen potentieller Vorgesetzter, die seine letzten Dienstjahre zu einem nicht Alptraum machen konnten, weiter anwuchs. Der Flotte tat es bestimmt nicht gut, dass heute kein einziger ihrer Offiziere im Rampenlicht stand, der wirklich vorzeigbar war. Doch wenn schon jemand zur Ikone einer aufsässigen Frauengeneration gemacht werden sollte, dann doch zehnmal lieber Alexa O'Neill als Serenety Akaji. So fiel auch Gordons Applaus weit ehrlicher aus und es kostete ihn keine Mühe, dabei einen einigermaßen wohlwollenden Gesichtsausdruck zur Schau zu stellen. Das neue ›O'Neill-Manöver‹ für künftige Kampfhandlungen in Betracht zu ziehen, konnte er sich dennoch nicht wirklich vorstellen.

Noch während der Programmpunkt lief und die nächste - die wohl interessanteste und erfreulichste - Neuigkeit verkündet wurde, geriet wieder jemand in das Gravitationsfeld der ihrer Gruppe, diesmal jedoch kein Offizier, sondern die Medien. Commander, nein, Captain Sharin wurde für eine kurze Weile entführt, und Gordon war froh, dass nicht er zu diesem Zeitpunkt mit so etwas Profanem wie einem Holointerview gestört wurde. Nicht nur weil er die Feier genießen wollte, sondern auch weil er Kameras scheute. Der Gedanke, sich ins nächste Fettnäpfchen zu setzen und dabei nicht nur aufgezeichnet, sondern gleich auch noch öffentlich ausgestrahlt zu werden, jagte ihm Schauer über den Rücken.

Als die blonde Reporterin Avalosh'ari'nuruodo schließlich vom Haken ließ, hatte der natürlich das Wichtigste verpasst und musste sich erkundigen, was der Admiral der Festgesellschaft noch mitzuteilen gehabt hatte, das einen so frenetischen Applaus nach sich gezogen hatte.


»Eine neue Auszeichnung wurde kreiert«, antwortete Aaronson, der zufällig neben dem Chiss stand und sich von dessen Frage daher angesprochen fühlte. Er deutete dabei auf die Holoabbildung. »Offenbar sollen wir alle für unseren Einsatz bei der Verteidigung des Corellian Run diese Bandschnalle erhalten.«

Seine Augen strahlten dabei in ehrlicher Freude und er sah bestimmt das eine oder andere Jahr jünger aus. Wie lange hatte er sich gewünscht, einen Orden auf der Brust zu tragen. Doch stets war die Brust seiner Uniform leer geblieben. Nun aber würde er endlich eine sichtbare Anerkennung tragen, die über sein Rangabzeichen hinausging. Dass er sie nur aufgrund seiner Beteiligung erhielt, nicht wegen seines persönlichen Verdienstes, störte ihn überhaupt nicht. Es war natürlich nicht der Imperiale Verdienstorden, aber das war kein Grund, sich nicht geehrt zu fühlen.

Der offizielle Teil der Veranstaltung ging nun zuende, nun wurde Platz geschaffen für weitere Gespräche - sowohl untereinander als auch mit den Medien. Lieutenant-Commander Aaronson nutzte die Gelegenheit, um den Faden von vorhin aufzugreifen und erneut den Piloten anzusprechen. Es wunderte ihn beinahe etwas, dass dieser in der Zwischenzeit nicht das Weite gesucht hatte.

»Sagen Sie, Flight Officer Mengsk: Wie ist es für Sie, gleichzeitig im Glanz und im Schatten so vieler großer Männer Ihrer Linie zu stehen, die vor Ihnen dem Imperium als Offiziere dienten?«

[Rendili-System | Rendili | Hauptstadt | Kulturpalast | Festsaal | Buffet] Gordon Aaronson, Arcturus Mengsk, Avalosh'ari'nuruodo, Toji Murata, Halijc'arl'ajkaria
 
[Rendili-System | Rendili | Rendili City | Stadtzentrum | Kulturpalast | Haupthalle (Empore) | Senior Agent Vhiran Konshi]

In der geräumigen Haupthalle des Kulturpalasts ehrte sich das imperiale Militär weiterhin in einer prunkvollen Atmosphäre. Offiziere, die feierlich ihre Beförderung auf der großen Bühne erhielten, genossen ihre fünf, sechs Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit im lautstarken Beifall und kehrten anschließend ins gut gelaunte Publikum zurück. Für einen erfahrenen Mitarbeiter des Imperialen Geheimdienstes war so eine aufgeblasene Zeremonie nicht mehr als eine kuriose Veranstaltung. Ein ordentlicher Agent – vielleicht sogar der beste in seinem Fach – erhielt selbst nach einer mit Erfolg gekrönten Mission höchstens einen feuchten Händedruck vom Vorgesetzten. Manchmal garniert mit diversen Höflichkeitsfloskeln. Mehr hatte man als treuer Imperialer, der ausschließlich im Zwielicht tätig war, bei seiner Berufswahl nicht zu erwarten.

Doch nicht jeder Mitarbeiter der Behörde war über diesen Umstand wirklich erbost. So konnte zum Beispiel der hünenhafte Kiffar Vhiran Konshi mit solchen Zeremonien nicht viel anfangen, weil sie für ihn letzten Endes nicht mehr als plumpe Propaganda waren. Schweigend – und mit der üblichen eiskalten Distanz zu den „Unwissenden“ – stand der muskulöse Senior Agent, getarnt Detective Vos von der RSF, an der goldenen Brüstung der Empore und musterte mit seinen kybernetischen Augen still und heimlich das Treiben der zahlreichen Gäste. Dabei fiel ihm besonders das sehr prahlerhafte Verhalten vieler Uniformierter auf – egal ob Militär oder Verwalter. Stets und ständig versuchten sie den Rest der Gäste von ihrem „heldenhaften“ Tun zu überzeugen. Jedoch amüsierten sie damit am Ende nur eine Person: Konshi.

Plötzlich erklang Hakoos Stimme in seinem Ohr:
Fünf hat das Gebäude verlassen.“

Kenzee hatte ihre Jagd abgebrochen? Ungläubig ließ der Kiffar mit den dunklen Dreadlocks seinen aufmerksamen Blick über die bunten Massen schweifen. Gleichzeitig zoomten er mit seinen beiden Implantaten hier und da gezielt, sobald er irgendwo zwischen den Gästen flüchtig eine uniformierte Blondine entdeckte. Tatsächlich. Die schlanke Operative war nirgends aufzufinden, obwohl sie sich bisher stets sichtbar im Publikum bewegt hatte. Nachdenklich kratzte sich der muskulöse Teamleiter am breiten Kinn. Was war vorgefallen? Hatte sie eine 'heiße Spur' entdeckt? Noch einmal wanderte sein Blick über die Häupter der Unwissenden. Kategorisch schloss er bei Kenzee Verrat aus. Dafür schien seiner Meinung nach der Moment für einen Anschlag noch zu früh, da sie wahrscheinlich das spontane Vorgehen seines Teams im Ernstfall nach den paar Stunden noch nicht richtig einschätzen konnte. Außerdem sprach ihre (geheime) Personalakte von keinen möglichen „Tendenzen“ für eine Doppelagentin. Somit musste ein anderer Grund die Antwort sein.

Eins, lassen Sie Zwei eine verstärkte Aufsicht übernehmen“, entschied der Senior Agent, nachdem er einen Augenblick gegrübelt hatte. „Zusätzlich soll er Unterstützung von Vier erhalten. Lassen wir der Konkurrenz den Servicebereich. Sollen die ruhig wie ausgehungerte Hutten einen Blick aufs Essen werfen.“

Näselnd setzte der gebrechliche Neimoidianer am anderen Ende der Leitung zu einer Reaktion an: Drei, die Umsetzung ist schon im Gange.“

„Sehr gut...“, brummte der Kiffar. „Ich schaue währenddessen nach Fünf.“

Binnen weniger Schritte legte der dunkelhäutige Hüne seine Rolle als autoritärer Teamleiter ab und nahm stattdessen seine Tarnidentität an. Nun war er der wortkarge Detective. Mit einem ganz leisen Zischen öffnete sich die Metalltür zur Turboliftkabine. Konshi betrat sie, drückte schnell den Knopf für die untere Etage und überbrückte die Wartezeit während der kurzen Fahrt damit, dass er sich im Hinterkopf wieder mit Kenzees Verschwinden beschäftigte. Sanft stoppte die Kabine. Automatisch rückte der tätowierte Fastmensch den Kragen seiner dunkelblauen Uniform zu recht. Danach schritt er auf den Gang, wo ihn zwei Wachposten der CompForce musterten. Höflich nickte er den beiden grimmigen Männern zu, fragte sie sogar kurz nach dem Verbleib einer blonden RSF-Lieutenant. Sie gaben ihm – trotz ihrer todernsten Mienen – unverzüglich den richtigen Hinweis. Eine uniformierte Dame hatte den Kulturpalast vor wenigen Minuten durch den Haupteingang verlassen. Weiterhin in einem respektvollen Umgangston bedankte sich der breitschultrige Senior Agent für die Auskunft und folgte anschließend seiner mutmaßlichen Vorgesetzten nach draußen.

„Ma'am, endlich habe ich Sie gefunden“, sprach er die trainierte Blondine demütig an, nachdem ihn kurzzeitig eine Windböe an der frischen Luft empfangen hatte. „Ich wusste gar nicht, dass Sie nach all diesen Beförderungen ebenfalls eine kleine Verschnaufpause nötig haben.“ Kurz glitt sein Blick zu einer Patrouille Sturmtruppen, die über den Vorplatz ging. „Könnte ich ein paar Minuten Ihrer kostbaren Zeit in Anspruch nehmen, Lieutenant Kez?“

Interne Sachen besprach der Kiffar ungern in einer Gegend, die „abhörgefährdet“ war. Denn überall konnte der Feind – oder gar die Konkurrenz – eine Wanze angebracht haben. Sprach man also über Dinge, die nicht zur vorgestellten Rolle passten, enttarnte man sich schneller als gedacht. In all den Dienstjahren hatte sich der erfahrene Geheimdienstagent deshalb den Tick angewöhnt, lieber unter freiem Himmel in einer offenen Landschaft zu sprechen. Schon aus diesem Grund strebte er dieses Mal einen Spaziergang über den Vorplatz an. Glücklicherweise verstand die Operative seinen Wink und folgte ihm ohne Fragen zu stellen. Obwohl die Gegend abgeschirmt war – und so in einem sehr günstigen Moment wie eine einsame Insel vorkam –, drangen die Geräusche der riesigen Metropole immer wieder zu dem stadionartigen Gebäude hervor. Es war kurios an diesem belebenden Ort eine Trauerfeier abzuhalten – eigentlich.

„Ich habe Sie auf der 'Jagd' gesehen...“, setzte Konshi mit ernster, fast väterlicher Stimme an. „... und nun halten Sie sich allein im Freien auf. Gehört das zum Plan … oder was ist vorgefallen?“

[Rendili-System | Rendili | Rendili City | Stadtzentrum | vor dem Kulturpalast | Vorplatz | Senior Agent Vhiran Konshi und Operative Celessa Kenzee]
 
[Rendili-System | Rendili || Rendili City | vor dem Kulturpalast | Treppen | Lieutenant Celina Kez (eigentlich Celessa Kenzee), allein

Ein eisiger Wind wehte über den Vorplatz des hell erleuchteten Kulturpalastes und ließ Celessa schaudern, die zierliche Blondine verschränkte schützend die Arme vor der Brust und öffnete ihre zuvor geschlossenen Augen. Mit ihrem Handrücken wischte sie die letzten Tränen von ihrem blassem Gesicht, ihre kühlen blauen Augen blinzelten und wurden von dem Licht des Kulturpalastes erhellt. Die Distanz zu diesem Trubel tat ihr gut, ganz besonders die Distanz zu einigen bestimmten Personen. Dennoch wusste sie, dass ihre Mission noch nicht vorbei war. Erst wenn die Trauerfeier zu Ende war und alle Gäste in Sicherheit würde dieser Tag für sie enden.

Fast schon müde dachte die junge Agentin daran, was sie wohl noch erwarten würde. Wenn diese Mission vorbei war und ihre Vorgesetzten mit ihrer Arbeit zufrieden waren, dann würde ihre Karriere erfolgreich weitergehen. Sie musste einfach nur durchhalten und sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren. Ja, vielleicht hatte sie sich mit Toji und dieser elenden Mitsumo etwas verrannt. Verärgert schüttelte Celessa den Kopf. Sie hatte sich dumm verhalten und sich zu sehr von dem charmanten Captain einwickeln lassen, hatte es zu sehr genossen mit ihm zu spielen. Und dann hatte sie diese Pilotin vorgeführt wie ein dummes Schulmädchen. Ausgerechnet sie, die so stolz auf ihre Eiseskälte war. Leise seufzte die junge Frau. Soziale Interaktion war für sie wirklich angenehmer, wenn einer der Beteiligten gefesselt war und schrie. Auf jeden Fall war das deutlich einfacher.

Mit einem erneuten Seufzen straffte sich Celessa, band ihr Haar wieder zu dem strengen Pferdeschwanz zusammen und rückte ihre dunkelblaue Uniform zurecht. Sie strich gerade eine besonders hartnäckige Falte glatt als sie Schritte auf dem harten Betonboden hörte. Automatisch erwachte ihr Gefahreninstinkt, auch wenn es natürlich Toji sein konnte. Aufmerksam horchte die Agentin. Nein, die Person schien größer und schwerer zu sein, das war nicht der Captain. Aber wer dann ? War die Bedrohung für die Trauerfeier und für sie doch größer als gedacht ? Vorsichtig riskierte Celessa einen schnellen Blick über die Schulter.

Zu ihrer Erleichterung näherte sich ihr kein bothanischer Attentäter oder Jedi. Die hünenhafte Gestalt mit den auffälligen Augen war ihr wohlbekannt. Ihr Vorgesetzter, Senior Agent Konshi. Offenbar hatte der Kiffar ihr Verschwinden bemerkt. Celessa erinnerte sich, wie er von der Empore aus die Gäste beobachtet hatte. Seit Beginn der Mission hatte die junge Agentin nichts mehr von Konshi gehört, es war ja auch schwierig über ihre Funkgeräte zu kommunizieren, wenn sie mitten in der Menge stand und sich im Gespräch befand. Ihre Tarnung wäre garantiert aufgeflogen. Celessa schluckte und versuchte ihre Nervosität zu unterdrücken, immerhin war der Kiffar der Leiter der Operation. Ihr wurde schlagartig klar, dass man ihren kurzen Weggang von der Menge vieldeutig verstehen konnte, ja sogar glauben könnte, sie würde für die andere Seite arbeiten oder desertieren. Oh.

Der Senior Agent sprach sie respektvoll an, in seiner Tarnung als Detective der RSF war sie ja seine Vorgesetzte. Unter anderen Umständen hätte sich Celessa über die Ironie amüsiert, aber ihr war nicht danach. Konshi fragte sie, ob er einige Minuten mit ihr sprechen könne, wobei sein Blick auf eine Gruppe weißgepanzerter Sturmtruppen glitt, die den Vorplatz bewachten. In ihren glänzenden Rüstungen wirkten sie vor dem dunklen Himmel wie Geister aus einer anderen Welt. Und ein exzellentes Ziel für Scharfschützen, fügte der rationale Teil ihres Verstandes hinzu. Offenbar sorgte sich Konshi wegen Abhörvorrichtungen und wollte auf Nummer sicher gehen. Stumm nickte Celessa ihm zu und folgte dem Agenten bei seinem Spaziergang über den Vorplatz.

Während man im Hintergrund hin und wieder die Geräusche der pulsierenden Hauptstadt Rendilis hören konnte, überlegte Celessa wie sie ihrem Vorgesetzten die Lage erklären sollte. Und tatsächlich kam Konshi gleich darauf zu sprechen und meinte mit ernster Stimme, dass er sie auf der Jagd gesehen hätte und sie sich nun allein im Freien aufhielt, bevor er fragte ob das zu ihrem Plan gehöre oder was vorgefallen sei. Eine berechtigte Frage. Angestrengt rieb sich Celessa die Stirn und schloss einen Moment die Augen, ihre Schritte waren langsam und bedacht. Als sie schließlich antwortete war ihre Stimme leise und kühl, über den eisigen Wind kaum zu hören.


„Ich dachte, ich hätte eine gute Informationsquelle gefunden, Sir. Haben Sie den Flottenoffizier gesehen, mit dem ich die ganzen Zeit gesprochen habe ? Ich wollte seine Meinung und die der anderen Offiziere zu den Beförderungen und der aktuellen Situation herausfinden.“

Verärgert schüttelte Celessa den Kopf, als sie an ihr Gespräch mit Mitsumo und diesem Jeremy dachte, dann fuhr sie fort.

„Dummerweise habe ich wohl das komplexe Beziehungsgeflecht bei diesen Militärs falsch eingeschätzt. Ich…ich musste einfach einen Moment für mich allein sein und die Situation neu einschätzen.“

Celessa straffte sich und nahm Haltung an, bevor sie Konshi in die giftgrünen künstlichen Augen blickte.

„Ich muss mich für meinen Fehler entschuldigen, Sir. Ich…ich hätte mich mehr auf unseren eigentlichen Auftrag konzentrieren sollen. Als Sie kamen wollte ich gerade zurückkehren und weitermachen.“

Celessas kühle Gesichtszügen wurden eine Spur weicher und sie sah zu Boden, ihre Stimme war leise und fast beschämt, aber sie musste es sagen.

„Sagen Sie, Sir, wenn Sie mir die Frage gestatten, aber wie…wie gehen Sie mit Rückschlägen und Niederlagen um ? Wie schaffen Sie es weiterzumachen ?“

Die kühlen blauen Augen der jungen Agentin waren weiter auf den Boden gerichtet. Sie schämte sich, sie hatte ihre eigentliche Mission aus den Augen verloren und einen dummen Privatfeldzug begonnen, bei dem sie auch noch gescheitert war. Sie musste diese Frage einfach stellen. Sie musste.

[Rendili-System | Rendili || Rendili City | vor dem Kulturpalast | Vorplatz | Lieutenant Celina Kez (eigentlich Celessa Kenzee) und Senior Agent Vhiran Konshi
 
[Rendili-System - Rendili - Orbit - Shuttle Normandy - Jake Ferell und Jessh Mowas]

Als der Shuttle den Hyperraum verließ und der Planet Rendili in Jakes Sichtfeld rückte, staunte der ehemalige Flottenoffizier. Der Planet sah, trotz des regen Verkehrs im Orbit, sehr friedlich aus. Hätte er nicht anderslautende Informationen, so wäre er nicht darauf gekommen, dass dieser Planet republikanischen Sympathisanten als Unterschlupf dient.

Nun ja, früher wäre er nicht darauf gekommen. In seiner geheimdienstlichen Ausbildung auf Borosk war ihm eingeschärft worden, dass es nicht auf den Schein ankäme. Die Fakten zählten.



"Unidentifiziertes Shuttle der Lambda Klasse, identifizieren Sie sich.", dröhnte eine Stimme aus den Lautsprechern des Cockpits.

"Hier Shuttle Normandy. Übermittle Identifikationscode."

"Identifikationscode überprüft. Landeerlaubnis für Landeplattform Rendili City A13-15B2. Übermittle Navigationsdateien für Flugkorridor 156N15"

"Bestätigt."

Jessh brachte den Shuttle auf den zugeteilten Flugkorridor.

"Laut Bordcomputer erreichen wir Rendili City in 10 Minuten, wie gehen wir dann vor?", fragte Jessh, während sie den Shuttle in den zugeteilten Flugkorridor steuerte.

"Wir werden uns zuerst mit diesem Agent von dem Lessiter gesprochen hatte treffen und noch mal das Okay für diese Mission einholen. Dann brauchen wir unsere Verstärkung. Die müsste allerdings auch irgendwo in der Stadt sein."


Wenig später setzte seine Kollegin dem Shuttle auf der Landeplattform auf, welche zur Dienststelle des Geheimdienstes gehörte. Jedenfalls hatte er das den Informationen auf seinem Datapad entnommen, welche ihm Lessiter zusammen mit den Einsatzbefehlen ausgehändigt hatte.

"Irgendwo hier müsste ...", begann Jake seinen Satz als Jessh ihn auf eine näherkommende Gruppe von Personen aufmerksam machte, welche keinen allzu freundlichen Eindruck machten.

Der Operative legte seine rechte Hand auf die Dienstwaffe, was einen der ankommenden Menschen sichtlich erheiterte.


"Lassen Sie die Waffe stecken, Commander-"


Diese Stimme kam dem Jake sehr bekannt vor. Er hatte sie vor Jahren öfter gehört.


"Captain Dwight Scorpio, oder?"


Der Angesprochene fing an zu grinsen.


"100 Punkte, Commander. außer der Captain. Ersetzen Sie den durch Master Agent und Sie sind richtig, Frischling."


Jessh sah ihren Kollegen fragend an.


"Das hier ist Dwight Scorpio, ein ehemaliger Ausbilder von der Flottenakademie auf Corellia. Dwight das ist Jessh Mowas, meine Kollegin."

"Sehr erfreut junge Dame". Dwight verneigte sich gekünstelt. "Ach ja bevor ich es vergesse. Meine Begleiter sind Agent Syr Dan, Operative Josh Tryik und Junior Operative Annor Valen. Wir sollen euch empfangen und dann zu Agent Helrot." Als er den Namen Helorots nannte, rümpfte er die Nase. Anscheinend konnte er nicht gut mit dem Koordinator für Analyse.

Während die kleine Gruppe sich auf dem Weg zu Helrots Büro machte informierte Master Agent Scorpio seinen jungen Kollegen über alle Besonderheiten von Rendili die in irgendeiner Weise für die Mission wichtig sein konnten. Als sie schließlich vor einer massiven Holztüre, dessen Türschild es als das Büro von Agent A. Helrot auswies, standen, verabschiedeten sich Dwight und seine beiden Kollegen von Jessh und Jake und machten sich schnell in die andere Richtung des Kordiors davon. Jake schaute seine Kollegin fragend an. Jessh zuckte mit den Schultern und klopfte gegen die massive Türe von Helrots Büro.

"Herein", konnte man eine tiefe Stimme rufen hören.

In dem kleinen Büro, es war kaum genug Platz für das Regal an der einen Seite, saß ein Schrank von Mann hinter einem vollgestopften Schreibtisch.



"Willkommen auf Rendili Operatives Ferell und Mowas. Agent Lessiter hat mich bereits informiert das sie vermutlich heute eintreffen werden. Ich würde Ihnen ja gerne Stühle anbieten, aber wie Sie sehen, leidet mein Büro unter erheblichem Platzmangel." Ohne auf eine eventuelle Frage oder einen Einwurf zu warten fuhr Helrot fort. "Sie haben Ihre Befehle ja bereits erhalten, zu denen ich nichts mehr hinzuzufügen habe. Die Einheit, welche Sie auf Ihrer Mission unterstützen soll erwartet Ihr Kommen in den Rendili City Barracks. Master Agent Scorpio wird Sie dorthin führen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an mich. Viel Glück."


Nach dieser, für Jakes Geschmack, fast zu kurzen "Besprechung" verließen die beiden Operatives das Zimmer.

"Wenigstens müssen wir uns jetzt auf nichts Neues mehr einstellen", meinte Jessh. Jake nickte. Das war das beste was man von diesem Monolog sagen konnte.

Vom anderen Ende des Korridors kam Ihnen schon Dwight entgegen.


"Ich dachte es würde langer dauern"

"Dachte ich auch. Sie sollen uns zu den Rendili City Barracks führen."

Der Master Agent nickte. "Ist mir bekannt. Aber bitte nennt mich Dwight. Ich kann gesieze unter Kollegen, seien sie noch so niedrigen Ranges nicht ausstehen." Er grinste. "Nun denn, hier entlang."


Mit dem Turbolift fuhr die kleine Gruppe in den Keller des Gebäudes, in dem sich eine verborgene Treppe befand, die laut Dwights Erklärung aus der Stadt herausführte. "Für den Fall das das Gebäude eingekesselt werden sollte."

Als sie aus dem Gang herauskletterten, dieser endete in einem senkrechten Gang, in dem es sehr nach Abfällen stank, bemerkte Jake was der Grund für diesen Geruch war. Der Ausstieg befand sich direkt neben einer großen Müllverwertungsanlage. Von dort aus ging es westwärts bis sie auf einen befestigten Weg stießen, dem sie in westlicher Richtung folgten.



"Heißt das nicht City Barracks weil die Kaserne in der Stadt liegt?", fragte Jessh.

"Es wäre am naheliegendsten das zu vermuten. Aber das hier ist nur die Kaserne für Unterstützungseinheiten. Die Kaserne in der Stadt heißt Rendili State Barracks. Keine Ahung wer sich so was einfallen lässt." Er zuckte mit den Schultern. "Aber da wären wir schon."


Kaum hatte er das gesagt, kam auch schond die Einfahrt der Kaserne in Sicht. Sie war, wie auf so vielen imperialen Stützpunkten durch einen Schlagbaum und ein Tor gesperrt. Sie gingen auf das Wachhäuschen in der Mitte der Einfahrt zu, aus dem ihnen sofort vier imperiale Soldaten mit Blastergewehren entgegenkamen.


"Stehen bleiben. Was wollen Sie?", fragte einer der Soldaten.


Scorpio hielt seinen Dienstausweis hoch. "Master Agent Scorpio von der Imperial Intelligence Agency"

Der Soldat bedeutete ihnen näher zu kommen. Nachdem er sich der Echtheit der Dokumente aller drei Geheimdienstler überzeugt hatte, befahl er zweien seiner Kameraden die Ankömmlinge hineinzubegleiten.


"Wohin solls denn gehen?", fragte einer der beiden Soldaten.

"Zu Captain George Winters, 13th Platoon, 101st Infantary Regiment, 1st Divison Galactic Marines."


Nach fünf Minuten standen die beiden Geheimdienstmitarbeiter, Agent Scorpio wartete im Vorraum, im Büro von Captain Winters.


"Willkommen in den Rendili City Baracks, Operatives Mowas und Ferell. Gut das Ihr Hauptqaurtier Sie endlich gehen hat lassen, meine Männer werden langsam unruhig. Sie wollen endlich etwas anderes tun als trainieren, Wache schieben und schlafen. Vor allem unsere Frischlinge wollen auch endlich mal auf die Nase fallen." Der Captain grinste. "Nun das dürften Sie als ehemalige Flottenoffiziere ja kennen."


Jake nickte. Jessh nicht.


"Nun, vermutlich wollen Sie sehen mit wem Sie auf Ihrer Mission auskommen müssen, deshalb habe ich die Jungs schon mal antreten lassen."

"Mich würde nur kurz interessieren wer das militärische Kommando führt. Um es mir nicht gleich mit ihm zu verscherzen." Jake grinste.

Winters fing an zu lachen. "In meinen Befehlen hieß es das Sie das Kommando führen, aber wenn Sie teilen wollen, sage ich auch nicht nein."

"Ich muss gestehen das ich mit Bodeneinsätzen bislang noch wenig Erfahrung habe, deshalb kann ich Unterstützung gut gebrauchen."

"Gut, ich biete meine Hilfe gerne an. Aber nachdem das nun geklärt ist, können Sie sich nun von der Bereitschaft Ihres Einsatztrupps überzeugen."


Sie verließen das Gebäude, in dem sich Winters Büro befand und vor dem die, in den Befehlen Lessiters erwähnten, 35 Mann bereits Aufstellug genommen hatten. Als Winters und die drei Geheimdienstler, mittlerweile hatte sich Scorpio der Gruppe wieder angeschlossen, ins Freie traten, stand die Truppe still.


"Das ist Operative Ferell. Er hat das Kommando über die nächste Mission. Bei Problemen wendet ihr euch an ihn. Verstanden? Gut."


Nach fünf Minuten ließ Winters die Soldaten wieder abtreten und stand nun mit den drei Agenten alleine auf dem Exerzierplatz vor dem Verwaltungsgebäude.


"Wann werden wir loslegen? Lessiter hat sich in seinen Befehlen dazu nicht geäußert."

"Wir werden im morgigen Morgengrauen mit Shuttles der 1st Orbital Transport Section, 12th Wing, 6th Air Support Divison der 6. Flotte zum Sammelpunkt gebracht. Von dort aus wird dann nach Situation vorgegangen. Zudem wird die 6. Flotte auch ein Gruppe Jäger abstellen, die für uns Bombardements fliegen können. Aber das, so wurde ich angewiesen, soll nur die letztmögliche Option sein."


Winters nickte.


Scorpio wandte sich an Jake. "Ich werde jetzt zur Dienststelle zurückkehren und dann euer Shuttle herbringen lassen."

"Danke. Wir sehen uns"

Dwight grinste. "Sicher." Dann wandte er sich um und ging in Richtung Einfahrt.


Mittlerweile stand die Sonne sehr tief und in weniger als zwei Stunden würde die Nacht hereinbrechen. Nachdem sie im Morgengrauen aufbrechen wollten, hatte Jake vor sobald das Shuttle angekommen und alles bereit für den morgigen Einsatz wäre, sich zur Ruhe zu begeben.


"Teilen Sie den Männern mit das wir im Morgengrauen loslegen werden. Sie sollen sich um 0400 auf dem Flugfeld einfinden. Mit allem was nötig ist."

"Verstanden, Operative." Winters salutierte, was Jake erwiderte.

"Weitermachen."


[Rendili-System - Rendili - Außerhalb von Rendili City - Rendili City Baracks - Jake Ferell und Jessh Mowas]
Man verzeihe mir die Farbenpracht, aber so sind die einzelnen WRs einfacher zu unterscheiden ;)
 
[: Rendili-System | Rendili | Rendili City:||: Stadtzentrum | Kulturpalast | Haupthalle :||: Lieutenant Commander Alexa O‘Neill mit etlichen anderen Gästen :]


Immer wieder strich sich die kleine schwarzhaarige Imperial über die Galauniform und richtete ihren Kragen, wenn sie glaubte, unbeobachtet zu sein. Alexa fühlte sich unter diesen ganzen Uniformträgern und hohen Tieren des Oberkommandos und deren Gäste nicht besonders wohl. Die junge Frau würde lieber auf der „Achilles“ sein und sich die Hände schmutzig machen, um den Reparaturteams bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Sie gehörte eindeutig auf die Brücke eines Raumschiffes als hier in eine Galauniform gezwängt zur Schau gestellt zu werden. Auch wenn es sich um ein Heldengedenken und Trauerfeier der gefallenen Männer und Frauen, die tapfer in der Schlacht um Corellia gelassen hatten. Unter diesen „Helden“ befanden sich auch einige aus der Mannschaft von der „Achilles“. Alexas Gedanken und ihr Blick kehrten zurück in die Vergangenheit, als die Familie O’Neill die Nachrichten erhalten hatten, dass einer ihrer Söhne gefallen war und er andere vermisst wurde. Ein leichter trauriger Zug hatte sich um die Mundwinkel der jungen Frau gebildet, als sie eben an jene schwere Zeit dachte. Ihre Eltern hatten immer noch an diesen Verlusten zu knabbern und Alexa hasste solche Trauerfeiern. Auch wen man damit eben den Gefallenen die „Letzte Ehre“ erwies. Sie hasste diese Feierlichkeiten einfach.

Eine sachte, kaum merkliche Berührung an ihre Schulter, holte die schwarzhaarige kleine Imperiale mit den außergewöhnlichen kobaltblauen Augen aus der Vergangenheit in das Hier und Jetzt zurück. Die Lieutenant Commander drehte den Kopf ein wenig, bis sie den Verursacher des Anstupsers erspähte. Es war Leroy Jethro Wilder, der Erste Offizier der „Achilles“ und war so etwas wie ein treuer Freund der jungen Frau im Laufe der gemeinsamen Dienstjahre geworden. Er war derjenige, der ihr helfend zur Seite gestanden hatte, als sie damals als Erster Offizier auf den betagten Carrack-Kreuzer kam. Wilder war zu diesem Zeitpunkt der zweite Offizier und sollte eigentlich befördert werden. Dass man ihm dann quasi eine junge Frau vor die Nase setzte, fand er natürlich am Anfang nicht besonders prickelnd, doch man hatte sich dann arrangiert und er war eben zu diesem guten Freund geworden. Alexa schenkte ihrem XO ein sachtes, dünnes Lächeln als Antwort, auf den fragenden Blick des Ersten Offiziers, dass alles in Ordnung wäre. Er musste nicht wissen, was gerade in ihr vorging und wie nahe ihr eigentlich diese Trauerfeier mit dem Heldengedenken ging. Allerdings dürfte man das an ihrer Nasenspitze ansehen. Mit einem leisen Räuspern strich sie ich einige lose Haarsträhnen aus der Stirn, die sich aus dem strengen Dutt gelöst hatten, straffte sie die Schultern und drückte den Rücken durch um die kommenden Stunden noch durchzustehen.

Es fiel Alexa dennoch schwer, sich auf diese Veranstaltung zu konzentrieren. Ihre Gedanken gingen immer wieder zurück zu ihren Eltern, mit denen sie kurz, nachdem sie aus der Krankenstation entlassen worden war, via Holonetverbindung gesprochen hatte, sondern auch zur „Achilles“ die sich noch im Reparaturdock befand und dank der Hilfe von Captain Murata, der seine Verbindungen hatte spielen lassen, schneller instandtgesetzt wurde, als die anderen ramponierten Schiffe dort. Die junge Imperiale hatte nicht lange nachdenken müsse, als Toji ihr diesen Vorschlag unterbreitet hatte, als er sie auf der Krankenstation besucht hatte. Sie war gerade eine Stunde vorher aus dem Bactatank gekommen, als der charmante Captain an ihre Tür geklopft hatte und eingetreten war. Immer noch konnte man einen Anflug von Überraschtheit in ihren Augen lesen, wenn sie an diese Begebung zurückdachte. Ihr war es auf der einen Seite sehr unangenehm, das der Captain sie so sah, nur in einem Bademantel gehüllt, der ihre Nacktheit verborgen hatte, die andere Seite allerdings hatte sich über diesen Besuch sehr gefreut. Kurz war ein Hauch von einem Schmunzeln über ihre Lippen gehuscht und sie hatte kaum merklich den Kopf über sich selbst geschüttelt. Nahm ein Glas Sherry, das ihr Wilder dargeboten hatte, und nahm einen kleinen Schluck dieses süßlichen Likörs. Sofort spürte sie wie das alkoholische Getränk ihre Speiseröhre herunter lief und sich eine angenehme Wärme von ihrem Magen aus durch ihren ganzen Leib ausbreitete und sie wurde merklich etwas ruhige.

„Danke, Jethro, das hatte ich gebraucht.“

Wilder, der Alexa ja nun schon etwas kannte, hatte ihr den Drink zur Beruhigung besorgt und als sie sich bei ihm bedankte, mit einem kurzen Nicken und einem breiten Lächeln diesen auch quittiert. Was die junge Imperiale wiederum schmunzeln ließ. Alexa nahm einen weitern Schluck dieses herrlichen Getränkes uns ließ ihren Blick aus diesen strahlenden kobaltblauen Augen über die Anwesenden der Veranstaltung gleiten. Die meisten Gesichter waren der jungen Frau allerdings recht unbekannt. Bis auf eines, das ihr sehr vertraut war. Toji Murata. Ihr Blick ruhte nun auf den gutaussehnden und charmanten wie charismatischen jungen Captain und ihr entging so gut wie keine Bewegungen. Auch entging ihr nicht, dass der Captain in einigen Unterhaltungen vertieft zu sein schien.

Wie lange sie den Captain so angeschaut hatte, konnte sie nicht wirklich sagen, denn sie wurde ein wenig aus ihrer kleinen Erstarrung geholt, als einige Gäste auf die kleine Gruppe der „Achilles“ zu kamen. Es waren Männer und Frauen, die man eher als Zivilisten bezeichnete und die zu den oberen Zehntausend der Gesellschaft zählte. Die wenigsten haben auch nur ein Scharmützel mitgemacht. Sie gierten regelrecht nach den Berichten und Schilderungen der Schlacht um Corellia. Alexa lächelte freundlich und beantwortete ihre Fragen so gut sie konnte, mit tatkräftiger Unterstützung ihres Ersten Offiziers und der restlichen Brückenbesatzung. Die junge Imperiale hatte noch nie solch eine Sensationsgier erlebt, wie man hier an den Tag legte. So langsam fing es an sie anzuwidern, doch sie ließ sich nichts anmerken und spielte ihre Rolle weiter perfekt mit einem hinreißenden Lächeln, das ihr fast jeder Mann, sei er verheiratet oder nicht, wenn sie es darauf anlegen würde, zu Füßen liegen würde. Aber sie legte es nun mal nicht darauf an und sie war froh, als man nun bei der Feierlichkeiten zum Verteilen der Orden und Beförderungen kam.

Wenn Alexa nun gedacht hatte, dass sie heute nicht mehr im Rampenlicht stehen würde, da hatte sie sich wohl geirrt. Nachdem zuvor zwei Beförderungen und Ordensverteilungen im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne gegangen waren, wurde Alexas Name über die Lautsprecher aufgerufen. Die junge Frau hatte gerade einen weiteren Schluck des Sherrys genommen und sich an diesem ein wenig verschluckt, so überrascht war sie gewesen. Alle Augen, menschliche und die Augen der Medien schienen wohl nun auf der kleinen Imperialen zu ruhen, die sich nun recht nervös auf dem Weg zur Bühne machte, nachdem sie sich kurz zu ihrer Mannschaft umgesehen hatte, die in den Applaus mit einfielen. Toji hatte zwar erwähnt, dass er sie für einen Orden wegen ihrem Manöver bei der Schlacht um Corellia vorgeschlagen hatte, doch niemals im Leben hatte sie daran gedacht, dass man seinen Vorschlag berücksichtigte und ihm folge leisten würde.

Während sie sich der Bühne mit sicherem Schritt näherte, lächelte die junge Frau offen und freundlich in die Kameras, auch wenn sie eigentlich am liebsten nicht dort hinaufgehen wollte. Leider wäre so ein Verhalten sehr sträflich und würde ihrer Karriere sehr sehr schaden und sie wollte auch Captain Murata nicht vor den Kopf stoßen, da er die junge zierliche Imperiale seinen Vorgesetzten vorgeschlagen hatte. Immer wieder ließ sie ihren Blick über die Anwesenden gleiten, in der Hoffnung, dass sie einen weiteren Blick auf den Captain werfen konnte, um ihn dankend zuzunicken und anzulächeln. Allerdings war das bei ihrer geringen Körpergröße so gut wie unmöglich über die Köpfe der anderen hinweg zu sehen. Sie musste wohl warten, bis sie auf der Bühne stand, deren Stufen sie nun erreicht hatte und unter weiter anhaltendem Beifall diese hinaufgestiegen. Alexa salutierte vor Admiral Antur Pell, General Celda, General Vornell und Rear Admiral Thorne, ehe sie den Worten der dort Anwesenden lauschte und hin und wieder recht verlegen wirkte, was die Kameras sehr gut einfangen konnten. Kurz gingen ihre Gedanken zu ihren Eltern, die sicherlich diese Liveübertragung via Holonet mitverfolgten. Automatisch strafften sich ihre Schultern und sie drückte den Rücken durch. Sie wollte gerade, das ihr Vater Stolz auf sie und ihre Leistungen war, die nun in groben Zügen von Pell wiedergegeben wurden.

Kurz aber deutlich nickte Alexa auf die Frage der Richtigkeit des kleinen Abrisses und stand weiterhin still wie eine Statue, den Blick starr gerade aus, als man ihr den Orden „Imperialer Stern“ in Gold unterhalb des Rangabzeichens an ihre Brust befestigte. Die junge Frau wollte schon entsprechend salutieren, als die Generäle und Admirale auf der Bühne eine weitere Ehrung der jungen Frau vornahmen: Sie wurde aufgrund ihrer Leistung bei der Schlacht zum Commander der imperialen Flotte befördert. Sie Überraschung stand ihr buchstäblich auf dem Gesicht geschrieben, aber die Anwesenden waren noch nicht fertig mit ihrem „Ritterschlag“. Denn das Manöver, das sie bei der Schlacht um Corellia ausgeführt hatte, sollte ihren Namen tragen und ab sofort in der Militärakademie unterrichtet werden. Alexa war sprachlos und sehr überrumpelt, dass man ihr auch sehr deutlich ansah. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte ... Irgendwie stand sie ein wenig neben sich. Automatisch nahm sie das neue Abzeichen entgegen und verstaute es in die Hosentasche der Galauniform. Sie würde später die Abzeichen an ihrer Uniform austauchen.

„Vielen Dank, Sirs.“

Sagte sie, als sie ihre Sprache wieder gefunden hatte. Alexa war überrascht, wie sicher ihre Stimme klang. Unter tosendem Beifall salutierte sie zackig und machte sich auf den Weg, die Bühne zu verlassen, nur im sich der Meute von Presseleuten zu stellen, die wie ein Rudel Wölfe am unteren Ende der Stufen auf die junge schwarzhaarige Imperiale lauerten. Kurz schweifte ihr Blick über die Anwesenden vor der Bühne und als sie Toji erblickte, stahl sich ein kleines Lächeln auf ihre Lippen. Sie hatte ihm einiges zu verdanken und sie überlegte schon, wie sie ihm das vergolden konnte. Würde er nochmals hinsehen und ein Blickkontakt zustande kommen, würde sie ihm kurz zu nicken, als Zeichen des Dankes mit einem weiteren Lächeln auf den Lippen.

Kaum hatte sie einen Fuß auf die unterste Stufe gestellt, da wurde die junge Frau schon von den Presseleuten und Beschlag genommen und die zierliche Gestalt der Commander wurde regelrecht von dieser Meute verschluckt. Alexa versuchte alle Fragen so gut sie konnte und freundlich zu beantworten. Zeitgleich versuchte sie sich einen Weg zurück zu ihrer Mannschaft zu bahnen. Da sie allerdings nicht viel sah, in welche Richtung sie sich mit der Meute bewegte, befand sie sich auf einmal in der Nähe des Buffets, wo sich eine Gruppe Militärs aufhielten (Gordon Aaronson,Arcturus Mengsk, Avalosh'ari'nuruodo, Halijc'arl'ajkaria, Toji Murata ) und rücklings gegen einen breiten Rücken prallte (Toji) als sich die junge Frau aus der Pressemeute befreien konnte. Erschrocken wirbelte sie herum und war ein wenig erstarrt, als sie erkannte, gegen wen sie da gestoßen war.

„Oh ... Captain Murata Sir. Bitte verzeihen Sie. Das war .. nicht meine Absicht, Sir.“

Na ganz toll. Die Peinlichkeit war ihr in das Gesicht geschrieben, dennoch gelang es ihr ein leichtes etwas schiefes Lächeln und sie begrüßte mit einem kurzen Nicken und einem Salut an die höheren Ränge die Anwesenden.

„Guten Abend. Ich bitte vielmals um Verzeihung, dass ich so in Ihre Unterhaltung hineingestolpert bin. Aber wie Sie sehen, kann man der Presse nicht wirklich entkommen.“

Fügte sie noch mit einem weiteren schiefen Lächeln hinzu und wünschte sich gerade in das nächste Erdloch zu verschwinden. Alexa hoffte, dass der Abend nicht noch peinlicher werden würde. Dass sie diese Ehrungen mit ihre Mannschaft später noch feiern würde, stand außer Frage.



[: Rendili-System | Rendili | Rendili City:||: Stadtzentrum | Kulturpalast | Haupthalle – Festsaal - Buffet :||: Commander Alexa O‘Neill mit Gordon Aaronson, Arcturus Mengsk, Avalosh'ari'nuruodo, Toji Murata, Halijc'arl'ajkaria:]
 
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Relativ unvermittelt, wie aus dem Nichts tauchte eine wasserstoffblonde Reporterin mit Cam-Droiden auf und nötigte Captain Sharin zu einem Interview.
Innerlich bemittleidete die Chiss ihren männlichen Artgenossen und hörte auf halbem Ohr mit, wie der Captain die spitzen Klippen des Interviews umschiffte und mit blumigen Worten versuchte sich keine Blöse zu geben.
Leicht entnervt kehrte er nach dem kurzen Interview zurück und erkundigte sich, was er während der Ansprache des Admirals verpasst hatte.

Aaronson fühlte sich angesprochen und tauchte wieder aus der Versenkung auf und erklärte das man eine neue Medallie kreiert hatte, die allen Beteiligten bei der Verteidigung von Corellia überreicht werden sollte.
In diesem Moment wirkte er recht stolz, immerhin hatte er in seiner Dienstzeit keine Medallien und Orden einheimsen können und taute regelrecht auf. Vorher bei der Anwesenheit der Medien tat er dass, was die meisten Soldaten in so einer Situation taten: sich verhalten wie bei einem Vorbeifliegen eines überlegenen Konvois - abtauchen, unauffällig verhalten und hoffen dass es einen nicht erwischt.
Im Prinzip konnte sie den Lt. Commander sogar verstehen.
Halijc'arl'ajkartia verschwendete sogar einen Sekundenbruchteil mit dem Gedanken, ob sie eigentlich diese Medallie ebenfalls verliehen bekommen würde, denn Sie sorgte mit dem Kommando über einen Versorgungsfrachter für Nachschub wärend des Kampfes zum Corellia, war aber an der Verteidigung nicht direkt beteiligt gewesen. Wahrscheinlich aber nicht und so verrauchte dieser Gedankenfetzten sofort wieder.
Dann wendete sich Aaronson wieder dem jüngeren Mengsk zu und fragte diesen aus.
Carla hingegen wartete noch auf eine Reaktion des weiblichen Flight Officers (Sakura).
Kurz darauf flüchtete eine kleine Frau zum Buffett und stieß mit Captain Murata an und entschuldigte sich. Es handelte sich Commander Alexa O'Neil, die ebenfalls zu dem Schlag Menschen gehörte, die sich bei solchen Veranstaltungen lieber auf der Brücke ihres Schiffes gesehen hätten, notfalls auch im Gefecht, als hier im Raubfischbecken der Diplomatie und Medien zu schwimmen.
Etwas peinlich berührt richtete sich die zierliche Frau auf, konnte noch ein leicht schiefes Lächeln installieren und begrüßte die anderen.
"Glückwunsch für die Beförderung und Ehrung Commander und dass sie dem Minenfeld der Medien erfolgreich entkommen konnten." beglückwünschte die junge Chiss die frisch beförderte Offizierin.

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[Rendili Systems -Rendili - Kulturpalast – Haupthalle-Buffettafel] mit Gordon, Sharin, Toji, Sakura, Jeremy und u.a Kevora, Aiden usw.

Kurz nach den Worten des Commanders wurde die nächste Beförderung bereits durchgeführt. Eine Frau namens Alexa O'Neill wurde einerseits zum Commander befördert, anderseits erhielt sie eine der höchsten Auszeichnungen innerhalb der Imperialen Flotte, einen Imperialen Stern in Gold. Der Hals von Arcturus bekam einen dicken Knoten, als dieser von seinem Sektglas nippte. Eine FRAU bekam eine der höchsten Auszeichnungen für überragende Pflichterfüllung? Ihr Manöver hörte sich zwar überaus mutig an, aber auch verdammt töricht. Die Chance das ihr Schiff hätte zerstört werden können war sehr hoch gewesen. DIREKT auf die Feindliche Linie zuzufliegen, das FFS auszuschalten und einen dicken Haufen Minen im Schlepptau zu haben war ein Manöver was man nur als Selbstmord bezeichnen konnte. Also war hier Übermut mehr im Spiel gewesen als es sich anhörte. Mit einem Seuftzer wand sich dann der Commander wieder den Anwesenden zu.

Der Captain Murata beglückwünschte ihn ein komplett neues Schiff erhalten zu haben, eine Ehre die in ihren "niedrigen" Kreisen selten war. Währenddessen hatte die Person von der Arcturus gedacht hatte das sie die ganze Feier einen weiten Bogen um ihn machen würde seine Stimme gefunden. Jeremy begrüßte etwas Tonlos die Anwesenden, darunter ihn als "Onkel". Dies schien die Anwesenden sofort zu verwirren, Murata schätzte erstmal mit seinem Blick alle männlichen Anwesenden ab bevor er zu Arcturus blickte, der Chiss wurde von einer Reporterin abgelenkt und Gordon trat erneut in das größte Fettnäpfchen das sich ihm auftat, er befragte Jeremy über seine Meinung darüber zur Familie Mengsk zu gehören. Langsam dämmerte Arcturus warum dieser Mann trotz seines Alters noch ein Lieutnant Commander war, wenn er so bereitwillig von einem Fettnäpfchen zur nächsten Peinlichkeit überging war es sogar überraschend das er über den Rang eines Putzmädchens weiter befördert worden war. Auch Jeremy schien an der geistigen Gesundheit von Aaronson zu zweifeln, zumindest hatte er einen Gesichtsausdruck aufgelegt als hätte sein Gegenüber ihm angeboten mit ihm das Bett zu teilen.


"Ich denke das mein werter Neffe eine positive Meinung dazu hat, aber mehr sollten wir das nicht vertiefen."

meinte er mit unüberhörbarem Zaunpfahl-Wink zu seinem Nebenmann und kam so der Erwiderung zuvor, welche sich sichtlich schon auf der Zunge des jungen Mannes gebildet hatte. Dieser schloss dann einfach nur den Mund und nickte knapp.

"Mein Onkel hat da Recht Sir, ich denke sie können sich meine Antwort bei einer solchen Familie denken."

sprach er zu Gordon, bevor die frisch beförderte Commander zu der Gruppe stieß. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn erst knallte sie gegen den Rücken von Captain Murata und entschuldigte sich dann vor den Anwesenden. Arcturus nahm ihre Entschuldigung ohne Nicken oder ähnliches zur Kenntnis, stattdessen nippte er knapp von seinem Sektglas.

[Rendili Systems -Rendili - Kulturpalast – Haupthalle-Buffettafel] mit Gordon, Sharin, Toji, Sakura, Jeremy, Alexa und u.a Kevora, Aiden usw.

 
[: Rendili-System | Rendili | Rendili City :||: Stadtzentrum | Kulturpalast | Haupthalle :||: Flight Captain Aiden Thiuro mit etlichen anderen Gästen :]

Mit dem Ende des offiziellen Programms der propagandistischen Veranstaltung begann plötzlich der gnadenlose Ansturm der anwesenden Boulevardreporter. Während im Hintergrund ein weiteres Mal die melancholische Streichmusik eines Sextetts einsetzte, sprachen sie – bewaffnet mit einem guten Mikrophon und einem Cam-Droiden im Rücken – einige der Geehrten oder hochrangigen Personen an. Außerordentlich frisch und somit authentisch sollten die Eindrücke sein, die sie ihren unzähligen Zuschauern im restlichen imperialen Sendegebiet präsentieren wollten. Selbstverständlich versuchte man dabei die Chancen auf eine mögliche Flucht der „Opfer“ im langsam aufkommenden Gedränge der Gäste zu minimieren, indem man sich ihnen lächelnd in den Weg stellte, sie begrüßte und sofort die erste Frage hinterher schob. So erwischte man auf Anhieb Personen wie Rendilis Governor oder Wing Commander Foster.

Da der stellvertretende Staffelführer, Flight Captain Aiden Thiuro, noch immer keine große Lust auf die mediale Präsenz hatte, die einem Mitglied des „Wolve Squads“ unweigerlich zu teil wurde, griff er auf einmal sanft nach der rechten Hand seiner corellianischen Begleitung. Gemeinsam tauchte sie anschließend zwischen zwei Menschentrauben unter, bevor sie ein schlanker Reporter mit blondem Dreitagebart erwischen konnte. Glücklicherweise sah der Mann letzten Endes von einer Verfolgung ab, weil sich dafür die beiden Grav-Ball-Spieler der lokalen „Red Giants“ in seiner Nähe aufhielten, mit denen sich der Bastioner Pilot kurz zuvor noch unterhalten hatte. Während er sich mit Liz einen „sicheren“ Weg durch die Menge bahnte, legte der bekannte „Wolve“ beiläufig seine eine Hand auf den goldenen Knauf des prachtvollen Paradesäbels. Durch seinen „Imperialen Verdienstorden“, die höchste Auszeichnung im Militär, hatte er das Recht eine Zierwaffe zu solchen speziellen Anlässen – im Gegensatz zu allen anderen Gästen – zu tragen.

Etwas später als sonst für einen erfahrenen Piloten von seinem Schlag üblich, bemerkte er nicht auf Anhieb, dass sich ihnen Sergeant Kevora schweigend angeschlossen hatte. Anscheinend hatte er – genau wie der Flight Captain – kein Interesse daran im Mittelpunkt irgendwelcher Interviews zu stehen. Flüchtig schenkte er dem trainierten Unteroffizier ein anerkennendes Lächeln. Sie mochten zwar aus verschiedenen Welten kommen, doch ihr Wesen schien sich dennoch zu ähneln. Irgendwo zwischen den vielen Gästen erblickte der Pilot ein Minute später die hochgewachsene Verwalterin (Adariel Firanlie), die Grand Moff Farlander ihnen stolz vorgestellt hatte. Kurz fragte sich der Pilot, ob Personen in ihrem Rang solche Veranstaltungen – samt der Gäste – gewohnt waren. Hatte man in der Regionalen Verwaltung stets mit der imperialen High Society zu tun? Geschickt wich Aiden im nächsten Moment einem weiteren Reporter-Cam-Droiden-Gespann aus. In seinen Augen musste es den anwesenden Medienvertretern ausreichen wenn sie Foster für ein Gespräch gewinnen konnten.

Im Gehen fielen ihm unwillkürlich ein paar einfache Soldaten auf, die immer wieder verstohlen zu dem Sergeant mit dem vernarbten Gesicht herüber spähten. Aiden, der sich in diesem Moment nicht so distanziert wie sonst fühlte, sprach aus diesem Grund Kevora an:
„Sergeant, sind das dort drüben Ihre Männer?“ Beiläufig reckte er das Kinn in deren Richtung. „Ich möchte Ihre kostbare Zeit nur sehr ungern für mich allein in Beschlag nehmen.“ Kurz löste er seine rechte Hand vom Knauf des Säbels und klopfte erneut dem Armeeangehörigen kameradschaftlich auf die muskulöse Schulter. „Nach all den Gesprächen werde ich wohl erst einmal einen Drink für meinen trockenen Mund benötigen. … Sie finden mich also jederzeit an der Bar.“

Damit trennten sich ihre Wege. Während sich der Sergeant zu seinem Trupp gesellte, suchten Aiden und Liz derweil die (mittlerweile gut besuchte) Bar auf. Etliche Militärs und rangniedrige Verwalter bestellten in geselliger Runde ihre Getränke, sprachen Toasts auf Imperator, Imperium und sonstige Gründe aus und tuschelten ansonsten über irgendwelche irrelevanten Themen. Seufzend lehnte sich der uniformierte Flight Captain gegen den Tresen, nachdem er seiner brünetten Begleitungen einen Platz angeboten hatte. Irgendwie sprang der glühende Funke dieses propagandistischen Gedenkens nur bedingt auf ihn über. Sowohl der Rahmen als auch die Aufmachung sprachen sein Bewusstsein schon an. Trotzdem fehlte ihm irgendetwas. Vielleicht war aber auch nur sein Ego angekratzt, da die Staffel trotz solider Leistungen keine Ehrung erhalten hatte. Hier hatte das Sektorkommando lieber irgendwelche Flugleitoffiziere geehrt, anstatt die Taten der „Wolves“ herauszuheben. In einem recht kurzen Wortwechsel bestellte sich der schwarzhaarige Bastioner ein Wasser. Die Lust auf belebende Drinks mit ordentlich Alkohol waren ihm mit einem Mal vergangen.

Plötzlich gesellte sich die hochgewachsene Verwalterin zu ihnen. Respektvoll sprach Aiden die Frau an:
„Ms Firanlie, ich hoffe, Sie haben – genauso wie ich – das bisherige Programm genossen.“ Matt lächelte er. „Haben Sie solchen militärischen Ehrungen schon einmal beigewohnt?“

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[Rendili-System | Rendili | Rendili City | Stadtzentrum | vor dem Kulturpalast | Vorplatz | Senior Agent Vhiran Konshi und Operative Celessa Kenzee]​

Selbstzweifel. Unter etlichen Absolventen der geheimdienstlichen Grundausbildung waren solche Gefühlsregungen bei den ersten Missionen keine Seltenheit – insbesondere wenn Scheitern bisher nicht zu den gesammelten Lebenserfahrungen gehört hatten. Mit ernster Miene lauschte Konshi den gewisperten Ausführungen der blonden Operative. Im Bruchteil einer Sekunde hatte seine Rolle als Kenzees Vorgesetzter unwillkürlich eine weitere, durchaus wichtige Komponente hinzu gewonnen: Er war nun ebenso ihr „Mentor“. Während die beiden Geheimdienstmitarbeiter – weiterhin getarnt als Personen der örtlichen Sicherheitskräfte – unbehelligt über den leeren Vorplatz spazierten, ging die junge Frau kurzzeitig hart mit sich selbst ins Gericht. Beeindruckt musterte der Senior Agent die eifrige Untergebene. Selbstkritik zählte er unter anderem zu den Charaktereigenschaften, die einen bei der zwielichtigen Behörde hilfreich sein konnte.

Fahl strahlte Rendilis grau-weißer Trabant vom dunklen Nachthimmel herab. Durch den vorherigen Nieselregen war inzwischen kaum eine störende Wolke mehr zu sehen. Hinzu schimmerten hier und da bunte Lichter der lebendigen Metropole zum Kulturpalast herüber. Trotzdem genoss Konshi den Eindruck der scheinbaren Einsamkeit. Wo sonst konnte sich ein Untergebener „öffnen“ und ihm ganz allmählich recht wertvolle, da persönliche Informationen preiszugeben. Ihm stand zwar nicht der Sinn danach Celessa Kenzee irgendwie zu kompromittieren oder zu erpressen, aber die Chance auf einen völlig authentischen Eindruck wollte er sich nicht entgehen lassen. Zudem konnte er eventuell durch diese Unterhaltung die Integration ins restliche Team fördern. Die kluge Blondine stand noch am Anfang ihrer Karriere, das war dem Kiffar bewusst. Dennoch glaubte er, dass sie – aufgrund ihrer optimalen Eigenschaften – schnell in seinen Rang aufschließen konnte.


„Sie dürfen Rückschläge nicht sofort als Mangel Ihrer Persönlichkeit interpretieren“, riet der Hüne bedächtig als sie am Ende um seine Meinung bat. „Sie haben das Beziehungsgeflecht beim Militär falsch beurteilt und so einen Fehler provoziert. Gut. Indem Sie einen Rückzug erwogen haben, um sich einer Analyse zu unterziehen, haben Sie meiner Ansicht nach richtig gehandelt.“ Beiläufig ließ er seinen Blick über den Platz schweifen. „Selbst in unserer Zunft kann man nicht alles wissen. Aus diesem Grund kann man sein Wissen im Einsatz nur über 'Try and Error' erweitern. Die Kunst, nicht aufzufliegen, ist dabei, dass man schnellstmöglich auf veränderte Bedingungen reagiert, um auf gar keinen Fall seine wahre Identität preiszugeben.“

Seine kybernetischen Augen richteten sich auf die trainierte Bastionerin. Er musterte sie genau. Die moderne Technik ermöglichte ihm mit diesen Implantaten einen tieferen Einblick als vielen anderen Lebewesen. Um seine Ergebnisse für die Observation zu verbessern, hatte er sie freiwillig einsetzen lassen. Nun profitierte er erneut davon. Denn unscheinbare Dinge wie die Körpertemperatur konnte er beim Wechsel der „Perspektive“ problemlos erkennen, während sein Umfeld nicht mehr als ein flüchtiges Aufleuchten der giftgrünen Augen sah. Nachdem man für einen Augenblick zwischen den milchigen Obelisken verharrte hatte, setzte der breitschultrige Kiffar den Spaziergang fort. Etwa zur gleichen Zeit kam der Trupp Sturmtruppen von ihrer Patrouille zurück. Beim unscheinbaren Gehen setzte der dunkelhäutige Hüne ganz unbedacht den linken Fuß in eine Pfütze. Leise machte sich das spritzende Regenwasser bemerkbar. Doch die schwarzen Stiefel störten sich nicht daran.

„Ein Punkt finde ich trotzdem interessant...“, brach Konshi sein Schweigen. „Sie meinten, dass Sie bei Ihrer Suche nach Informationen den eigentlichen Auftrag aus den Augen verloren hätten.“ Noch einmal sah er Celessa direkt ins Gesicht. „Eigentlich hatte ich nicht den Eindruck... doch natürlich habe ich nicht die ganze Zeit nach Ihnen geschaut. Sie sollten diesen Punkt also später bei Ihrem Bericht analysieren ...“ Er ließ den Satz unvollendet, da er im gleichen Moment dachte: '… oder lieber ganz vergessen, sollte sie einen unprofessionellen Makel behalten wollen...'

[Rendili-System | Rendili | Rendili City | Stadtzentrum | vor dem Kulturpalast | Vorplatz | Senior Agent Vhiran Konshi und Operative Celessa Kenzee]
 
[: Rendili-System | Rendili | Rendili City:||: Stadtzentrum | Kulturpalast | Haupthalle :||: Captain Toji Murata mit etlichen anderen Gästen :]

Eine Meute eifriger Journalisten, die bisher allein mit dem Kommentieren der Geschehnisse auf der Bühne beschäftigt waren, stürzte sich auf die ahnungslosen Gäste, nachdem Admiral Antur Pell das letzte Mal feierlich ein paar Worte an das anwesende Publikum gerichtet und dabei zum Schluss das offizielle Abendprogramm für beendet erklärt hatte. Selbstverständlich standen vor allem die kurz zuvor geehrten Offiziere im Fokus der Medien. Daneben hatten auch die wenigen Persönlichkeiten, die zu dieser Veranstaltung erschienen waren und zum Beispiel einen hohen Rang beim Militär oder der Regionalen Verwaltung bekleideten, gute Chancen auf ein Interview. Gegenüber ihren Kollegen zeigten sich manche Reporter sogar als ein bisschen schlauer, indem sie schon kurz bevor der recht kräftige Sektoradmiral das letzte Mal hinter das Rednerpult trat ihre Opfer ansteuerten. So erging es beispielsweise dem Chiss Sharin – soweit Toji das beiläufig mitbekam.

Dem Anschein nach gewohnt im Umgang mit der neugierigen Presse stand der gerade erst ernannte Captain einer wasserstoffblonden Dame professionell Rede und Antwort. In Gedanken zog Toji die Schirmmütze vor so einem (medialen) Talent. Da der Kommandant der „Pandora“ bisher noch nicht aus der uniformierten Masse der imperialen Offiziere hervor gestochen war, hatte er im Gegensatz zu Personen wie Sharin, seinem Cousin Aiden oder General Celda keinerlei Erfahrungen mit all den Medienvertretern, die hier einem unbedachten Imperialen auflauern konnten. Unwillkürlich lockerte der schwarzhaarige Commenorer seinen Kragen. Es war kurios. Unbeschwerte Unterhaltungen mit Frauen waren für ihn kein Problem, aber bei Interviews bestand die Wahrscheinlichkeit, dass er auf einmal ins Stottern geriet. Jedenfalls glaubte er das.


„Entschuldigen Sie, wenn die Presse ruft, darf man sie ja nicht warten lassen“, richtete Sharin leicht entschuldigend das Wort an die anderen Offiziere, nachdem er das Frage-Antwort-Spiel gemeistert hatte. Noch immer ärgerte sich Toji insgeheim darüber, dass die Mimik der Chiss – im Gegensatz zu der der Menschen – so verschlossen war. „Was hat der Admiral eben eigentlich noch zu erzählen gehabt? Ich konnte ja leider nicht seinen Worten zuhören.“

Mit dem nötigen Respekt, der einem ranghöherer Offizier zustand, antwortete ihm fast unverzüglich Lieutenant Commander Aaronson, der in unmittelbarer Nähe in der Nähe des blauhäutigen Captains stand. „Eine neue Auszeichnung wurde kreiert.“ Er deutete auf die Holoabbildung. „Offenbar sollen wir alle für unseren Einsatz bei der Verteidigung des Corellian Run diese Bandschnalle erhalten.“

„Das soll wohl der Trost für unsere vergebene Müh' sein“, schaltete sich Toji auf einmal ein, wobei in seiner Stimme keinerlei Spur für Sarkasmus oder Ironie steckte. „Hoffentlich erhalten wir früher oder später noch einmal die Chance diesen Barbaren das Handwerk zu legen.“ Kurz glitt sein Blick zu den Projektionen. „Insbesondere mit den hapanischen Verrätern hat meine Mannschaft noch eine Rechnung offen.“

Selten äußerte sich der menschliche Captain mit so vergeltungssüchtigen Worten im Bezug auf den Krieg. Niemand hätte vor Corellia vermutet, dass der Hapan Cluster zu einem Bündnisbruch fähig gewesen wäre. Dementsprechend hatte man eine Kontrolle anscheinend vernachlässigt und folglich zahlten unzählige Imperiale – darunter Mannschaftsmitglieder der „Pandora“ – für diese fehlerhafte Einschätzung mit ihrem Leben. So überrascht war der Commenorer über das plötzliche Auftauchen der hapanischen Verräterflotte gewesen, dass Gegenwehr kaum möglich gewesen war. Noch immer ärgerte er sich über diesen Makel in seinem Bericht. Denn durch das Duell mit den Kampfgruppen der Rebellen hatte er dem unerwarteten Feind ein fast schutzloses Heck präsentiert und so schwere Schäden einstecken müssen als eine Raketensalve sein Schiff traf. Doch bevor Toji seine schlechte Laune durch das Knirschen seiner Zähne ausdrückte, nippte er lieber an seinem Glas.

„Eine andere Sache noch, Captain“, griff er den losen Faden wieder auf. „Ziemlich souverän haben Sie sich gerade in diesem Interview geschlagen. Darf man erfahren woher sie so gut den Umgang mit den Medien gelernt haben?“ Er schmunzelte versöhnlich als er ein bisschen albern riet: „Etwa auf Csillas Militärakademie?“

Kurz bevor er eine Antwort von Sharin erhielt, rempelte ihn plötzlich irgendjemand an. Dabei hätte er fast den guten Bourbon verschüttet – wäre das runde Glas nicht schon bis auf ein rötliches Drittel geleert gewesen. Etwas ungehalten über die nächste (unfreiwillige) Störung drehte sich Toji um und blickte kurzerhand in Alexa O'Neills kobaltblaue Augen. Seit seinem äußerst spontanen Besuch im Militärkrankenhaus des gigantischen Stützpunktes hatte er die kleine Offizierin nicht mehr gesehen – ließ man ihren Auftritt auf der Bühne beiseite. Dementsprechend war der Captain doch ein wenig überrascht. Blitzschnell verflüchtigte sich der aufkeimende Zorn und dafür kehrte sein freundliches Schmunzeln, das er schon den ganzen Abend gelegentlich zeigte, zurück. Zu seinem Glück schien in diesem Fall die frischgebackene Commander genauso verblüfft zu sein wie er. Somit hatte er ein paar Millisekunden um sich zu fangen.

Leicht erschrocken stammelte sie als Entschuldigung:
„Oh ... Captain Murata Sir. Bitte verzeihen Sie. Das war .. nicht meine Absicht, Sir.“ Danach fing sie sich sofort wieder, nickte den Offizieren, die ihrem Rang oder darunter entsprachen zu, und schob kurzerhand einen Salut für die ranghöheren Personen nach. „Guten Abend. Ich bitte vielmals um Verzeihung, dass ich so in Ihre Unterhaltung hineingestolpert bin. Aber wie Sie sehen, kann man der Presse nicht wirklich entkommen.“

„Meinen Glückwunsch zum verliehenen Orden und zur Beförderung, Commander“, sagte Toji und schloss sich damit der höflichen Chiss-Offizierin (Carla) an.

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Wer sagte es denn, so schnell schien die RSF Lt. oder was auch immer diese Frau war nicht zurück zu kommen. Schach und Matt jedenfalls vorerst. Natürlich wäre es interessant gewesen ihr zu folgen um heraus zu finden was los war. Etwas tat Sakura die Frau schon leid und dennoch, die junge Pilotin wusste nicht so ganz warum, aber ihr Vorgehen, ihr Verhalten war richtig gewesen. Celina war ein Raubtier mit scharfen Krallen und bei einer solchen Person musste man dementsprechend kontern. Wenigstens hatte sie ein Stück weit dafür gesorgt, dass ihre Cousine aus den Gedanken der Uniformtragenden Blondine verschwunden war. Wie auch immer. Die weibliche Chiss wandte sich an Sakura und sprach jene kurz auf Cheun an. Ähm ja, Ok jetzt musste sie aber wirklich über die Worte dieser Frau nachdenken. Scheinbar schien sie zu glauben, dass Sakura ebenfalls fließend Cheun sprach. Ein Irrtum. Sicherlich sie konnte ein wenig und es reichte gerade so für eine Konversation die einfach war und nicht lang dauerte. Alles andere überstieg dann jedoch ihre Fähigkeiten. Serenety schien wohl mit der Dame auf deren Muttersprache gesprochen zu haben. Toll! Tja was sollte es da musste sie nun durch und zur Not würde sie erklären müssen, dass sie die Sprache der Chiss nur bedingt beherrschte. Die Lt. Commander hatte irgendetwas von Serenety gesagt. Verflixt, der genaue Wortlaut war nicht wirklich einfach. Auch für Sakura selbst war es eher ein Kauderwelsch als eine Sprache, wobei sie Hochachtung davor hatte. Die Chiss benutzen eine Sprache, die für Humanoide wie sie viel einfach war zu verstehen. Allerdings bestand wohl Gefahr, dass andere sie hier verstehen könnten und die Lt. Commander schien dies nicht riskieren zu wollen. Jedenfalls war es bei den Worten der weiblichen Chiss unter anderem um Verwandte gegangen. Sicherlich, sie und Serenety waren verwandte aber dies war nicht unbedingt offensichtlich. Eine gute Nase also! Dann hatte die Chiss was von einem langen steinigen Weg gesagt und das Serenety jenen erst einmal allein gehen musste. Dies klang interessant. Schade, eigentlich wollte Sakura etwas sagen, da Sharin wissen wollte ob sie und Commander Akaji verwandt seien. Dazu kam sie nur nicht, da eine weitere Beförderung im Raum stand.

Eine junge Frau namens Alexa O’Neill wurde auf die Bühne gerufen. Zum einen wurde sie geehrt wegen eines Manövers, welche ab nun auch an der Akademie gelehrt werden würde und zum anderen wurde sie ebenfalls in den Rang eines Commanders erhoben. Noch eine Frau an diesem Abend also! Sakura freute dies sehr und so klatschte sie ebenfalls Beifall. Erst als es ruhiger wurde und man ihnen noch einen schönen Abend gewünscht hatte, was die offizielle Feier beendete wandte sie sich ihren Gesprächspartnern wieder zu.


„Ja Captain Avalosh’ari’nuruodo, sie gehen Recht in ihrer Annahme bezüglich des Verwandschaftsverhältnisses.“

Sie lächelte den männlichen Chiss an und blickte dann kurz zu Carla und kurz auf Cheun etwas zu antworten.

„Danke.“

Mehr würde sie in diesem Rahmen dazu nicht sagen.

„Ich bin ebenfalls geehrte Persönlichkeiten des Militärs kennen zu lernen, die ihren Dienst auf Kriegsschiffen tätigen und dabei noch die Aufgabe haben ihre Mannschaft zu delegieren. Keine einfache Sache und ich finde sie verdient Anerkennung.“

Diesmal waren ihre Worte auf Basic und wieder lächelte sie. Jeremy war noch in seiner Unterhaltung mit seinem Onkel beschäftigt. Ein wenig tat er ihr Leid, da er sich nicht wirklich wohl fühlte. Wurde also Zeit ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Zuvor jedoch stieß die neu beförderte Commander in Toji, entschuldigte sich und Sakura musste erneut lächeln. Natürlich reagierte der Captain auf liebenswürdige Weiße. Wenigstens zeigte er Alexa gegenüber Anstand. Da blieb wirklich die Frage ob der überaus attraktive Captain auf sie vorhin so unhöflich reagiert hatte weil sie einfach nur einen Fehler gemacht oder sie ihn gestört hatte. Einen Freund hatte sie sich jedenfalls nicht gemacht und genau genommen machte es ihr nicht viel aus. Dies war zwar das erste Mal das sie sich womöglich einen Feind gemacht hatte doch damit konnte sie leben. Ihm sein Spiel oder viel eher Celina ihr Spiel vermasselt zu haben war mehr wert.

„Meinen Glückwunsch Commander O’Neill.

Sie lächelte der kleinen Frau zu und ließ einen zackigen Salut erfolgen. In diesem Fall als doppelte Ehrung. Dann wandte sie sich dem älteren Mengsk zu.

„Sagen sie Commander Mengsk, wenn ich mich nicht irre sind sie Kommandant der ESD Azmodan. Stimmt es, was am Rande erzählt wird? Ich meine in Bezug auf die Neue Schiffsklasse?“

Etwas neugierig sah sie ihn an. Sie hatte irgend so etwas gehört. In ihrer Familie war kurz darüber gesprochen worden. Andeutungen zumal einer ihrer Onkel wohl als Soldat auf einem solchen Schiff diente. Zum anderen war dies für Jeremy einen Chance aus seiner misslichen Lage zu kommen und die Aufmerksamkeit des Commanders auf sich zu lenken.

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Das war jetzt etwas schief gelaufen. Sakura sprach im Gegensatz zu ihrer Verwandten kein Cheun, jedenfalls verstand sie es nicht ausreichend um mit Carla zu kommunizieren. Dem leichten Anflug von Irritation im Blick entnahm Carla, das die Flight Officer sich den Inhalt zusammenreihmen konnte, aber den genauen Wortlaut nicht verstand.
Sie bedankte sich zwar auch Cheun, aber mehr brachte sie nicht herraus.
Halijc'arl'ajkartia deutete ein entschuldigendes Lächeln an und sagte zu ihr auf Basic:
"Vielleicht bietet sich später im Laufe des Abends die Gelegenheit das Thema noch mal aufzugreifen."
Captain Murata und Captain Sharin waren in ein Gespräch über die Medienkompetenz des Chiss verwickelt und auf die leicht scherzhafte Frage ob so was auf der Csilla-Militärakademie gelehrt wurde, dachte sich Carla, dass ein Aristocratia wie Sharin es war, so was von klein auf gelehrt bekommen hatte, somit die Militärakademie dafür nicht mehr benötigte.
Sie hielt sich aber zurück und lauschte den Fachsimpeleien der Militärs.
Sakura bot Commander Mengsk eine Steilvorlage noch einmal sein Fachwissen über sein Schiff preiszugeben und so stellte sie sich zum Buffett und aß in der Zwischenzeit lieber etwas.
So wie es aussah, nahm auch Lt.Commander Gordon Aaronson diese Gelegenheit war und so mussten sie wenigstens nichts mit einander besprechen.
Genüsslich kauend, als gäbe es nichts natürlicheres, stand sie am Buffett und vertilgte das eine oder andere Schnittchen.
Die Idylle wurde durch das plötzliche Auftauchen von einem Reporter nebst emsigen Cam-Droiden gestört, der scheinbar zielsicher auf das Buffett zusteuerte.
"Achtung, feindliche Subjekte auf 11 Uhr." raunte Carla dem neben ihr stehenden Aaronson zu, der sich beinahe erneut verschluckt hätte.
Der stylisch gegelte Reporter wollte schon eine Wortschwallsalve abfeuern und die beiden Lt.Commander mit Fragen eindecken wie mit Torpedofeuer, doch Carla legte den Blick schief und sprach leise auf Cheun:
"Dies sind nicht die Leute, die wir suchen."
Der Reporter hielt im Schritt inne, starrte einen Moment mit glasigen Augen durch die beiden Offiziere hindurch und murmelte leicht abwesend zu seinem Cam-Droiden:"Das sind nicht die Leute, die wir suchen." er schaute sich irritiert um und suchte in entgegengesetzter Richtung ein neues Opfer und drehte ab.
Die Chiss hob kurz die Augenbraue und schmunzelte leicht ironisch.
Sie nickte Aaronson kurz zu und schlenderte zur Bar um sich dort einen Caj mit Milch zu bestellen.
Ein warmes, würziges Teegetränk, was aber nicht mit Wasser, sondern mit Milch aufgekocht und aufgeschäumt wurde.
Sie lehnte sich mit dem Rücken zum Tresen und schaute in die Halle.
Neben ihr saß ein etwas deplaziert wirkender Soldat im Rang eines Majors (Muldoon) an der Bar und fand Trost und Zuspruch in einem Glas Whiskys. Dem Geruch nach corellianischer Herkunft.
Der Mann fühlte sich in Galauniform sichtlich nicht wohl, und gehörte eher zu der Sorte Soldaten, die an der Front lieber eigenhändig den Garaus machten. Dem noch ramponierten Aussehen nach, war er auch aktiv in den Schlachten dabei gewesen.
Die überall verteilten Anstecknadeln hatte er sich jedenfalls nicht an die Brust geheftet oder noch nicht erhalten. Sie hatte es auf dem Weg zur Bar nebenbei entgegengenommen, schaute es sich eine Sekunde lang an, wie eine zufällig aufgehobene Münze, hob die Augenbraue und steckte es in die Brusttasche ihrer Uniform.
"Wir stehen hier und lauschen glorifizierenden Reden und da draußen tobt dieser Krieg immer noch weiter." sie blickte auf die noch aufblitzenden Hologramme und hob ihnen zur Ehre das Glas:
"Mögen es nicht mehr so viele von uns werden, die für diesen Krieg den Heldentod sterben müssen."

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[Rendili-System | Rendili | Hauptstadt | Kulturpalast | Festsaal | Buffet] Gordon Aaronson, Arcturus Mengsk, Avalosh'ari'nuruodo, Toji Murata, Halijc'arl'ajkaria, Jeremy Mengsk, Sakura Mitsumo, Alexa O'Neill

Gordon Aaronson hatte sich natürlich nichts Böses dabei gedacht, den Flight Officer danach zu fragen, wie es für ihn war, einer Familie mit bedeutender militärischer Tradition anzugehören. Selbstverständlich war dies ein persönliches Thema, dabei jedoch so naheliegend und unverfänglich, dass es sich durchaus für Smalltalk unter Fremden eignen konnte. Er merkte jedoch schnell, dass er damit unwissentlich einen wunden Punkt berührt haben musste. Nicht nur der Pilot, sondern auch sein Onkel schienen nicht erbaut darüber zu sein. Arcturus Mengsk wirkte etwas ungeduldig, als er seinem Neffen das Wort abschnitt und selbst die Antwort vorgab, dabei betonend, dass man die Angelegenheit damit auf sich beruhen lassen sollte. Die Aussage des Piloten (seinen Namen kannte er noch immer nicht, da weder dieser selbst noch sein älterer Verwandter ihn vorgestellt hatte) war ebenfalls ziemlich nichtssagend und schien vor allem darauf abzuzielen, weiteren Fragen auszuweichen.

Hatte Gordon etwas falsch gemacht? Nein, eigentlich nicht. Er hatte ja nicht ahnen können, dass dies ein Thema war, über das die beiden Mengsks nicht gerne sprachen. Das Gegenteil wäre zu erwarten gewesen. Nunja, wenn sie nicht wollten, dann eben nicht. Letztlich hatte der Lieutenant-Commander auch kein persönliches Interesse an dem Sternenjägeroffizier, sondern hatte sich mit diesem vor allem um seines Onkels willen austauschen wollen. Der junge Mengsk schien kein Interesse an einer Unterhaltung zu haben, während der alte abermals in ein Gespräch über sein Schiff verwickelt wurde. So war es ein Leichtes, sich kurz aus der wachsenden Gruppe herauszulösen. Diese wurde ihm ohnehin langsam zu groß und zu unübersichtlich.

Der grauhaarige Mann trat einen Schritt zurück, griff sich ein neues Glas vom Tablett eines Kellners und wandte sich wieder dem Buffet zu. Er entdeckte etwas, das wie gefüllte Minibrötchen aussah, und nahm davon. Nicht weil er Hunger gehabt hätte, sondern aus zwei anderen Gründen: Erstens um eine Beschäftigung zu haben und nicht wie ein gelangweilter Außenseiter zu wirken, zweitens um die Wirkung des Alkohols abzudämpfen. Viel hatte er noch nicht getrunken und noch spürte er keine negativen Auswirkungen, doch konnte er diese auch nicht gebrauchen. Schließlich hatte er sich schon so genug Pannen geleistet an diesem Abend. Die Befürchtung, auch in Mengsks Ansehen gesunken zu sein, belastete ihn. Womöglich bereute der Bastioner bereits, ihm für die bevorstehende Mission Verantwortung übertragen zu haben. Doch spätestens wenn er wieder auf der Brücke seines Kriegsschiffes stand und gesellschaftliches Geschick keine Rolle mehr spielte, bekam er hoffentlich die Gelegenheit, sich zu rehabilitieren.


»Achtung, feindliche Subjekte auf 11 Uhr«, raunte ihm plötzlich Halijc'arl'ajkaria von der Seite zu.

Dieser Satz war natürlich Unsinn; wo sollten hier denn Feinde herkommen. Dennoch wandte er instinktiv den Blick in die entsprechende Richtung und sah eine Person auf sich zusteuern, die offensichtlich zu den Medienvertretern gehörte. ›Oh nein!‹ dachte er sich, denn nun noch vor der Kamera zu stehen, wünschte er sich wirklich nicht. Doch dann geschah etwas sehr seltsames.

Die Chiss murmelte ein paar Worte in ihrer Muttersprache vor sich hin. Ein Selbstgespräch offensichtlich, denn es war ja klar, dass Gordon sie nicht verstehen konnte. Da plötzlich verlor der Reporter seine Zielstrebigkeit, schaute etwas stupide drein und suchte dann das Weite. Carla aber warf dem Offizier einen merkwürdig wissenden Blick zu und lächelte dabei - ein Gesichtsausdruck, den Aaronson bei ihr noch überhaupt nicht beobachtet hatte. Als sie sich abwandte und davon schlenderte, blickte er ihr nach, und ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Irgendwie befiel ihn eine Art abergläubisches Misstrauen. Er hatte die Chiss schon vorher für nicht vertrauenswürdig gehalten, nun aber schlich sich der Eindruck ein, dass sie möglicherweise sogar gefährlich war. Dass auf jeden Fall etwas mit ihr nicht stimmte, dessen war er nun ziemlich sicher, auch wenn er beim besten Willen nicht sagen konnte warum.

Er verspürte nun doch den Drang, sich wieder in die Gruppe einzureihen.


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[: Rendili-System | Rendili | Rendili City :||: Stadtzentrum | Kulturpalast | Haupthalle :||: Sergeant Jorax Kevora, Flight Captain Aiden Thiuro und etliche andere Gäste :]

Zwar war der offizielle Teil der Veranstaltung nun vorüber, doch der Medientrubel erst jetzt richtig los: Zahlreiche Cam-Droiden umschwirrten bekannte und prominente Gesichter, hunderte Journalisten baten Kriegshelden und Politiker um Interviews.
Aiden Thiuro schien diesem Ganzen jedoch aus dem Weg gehen zu wollen, wich gemeinsam mit seiner Begleiterin geschickt den Cam-Droiden aus und versteckte sich in einer kleinen Menschenmasse.
Die Gäste um ihn herum schienen ihn jedoch sofort zu erkennen und warfen ihm teils neugierige, teils willkommenheißende Blicke zu.
Kevora, der einen solchen Ansturm erst garnicht befürchten musste, warf dem jungen Captain einen amüsierten Blick hinterher.
Als einige Gäste den Captain jedoch zu einem Getränk einladen und Kriegsgeschichten hören wollten, gesellte Kevora sich dazu:"Flight Captain Aiden Thiuro? Sergeant Jorax Kevora, beauftragt mit der Sicherheit der Haupthalle. Würden Sie mir bitte folgen, ich habe eine Nachricht für Sie erhalten.".
Kevora war selbst nicht begeistert von seinem doch recht mangelhaften "Schauspieltalent", doch es schien seinem Zweck zu dienen.
An einer eher ruhigeren Ecke der Halle angekommen, machte Thiuro den Sergeant auf seine Männer aufmerksam, die in einigen Metern Entfernung an einem Stehtisch versammelt waren und zu ihnen hinüber blickten: „Sergeant, sind das dort drüben Ihre Männer? Ich möchte Ihre kostbare Zeit nur sehr ungern für mich allein in Beschlag nehmen.".
Mit einer Geste in Form eines flüchtigen Winkens, stritt Kevora verlegen die Behauptung, dass die Beanspruchung seiner Zeit eine Belastung sei, ab.
Zwar überrascht, doch zugleich sichtlich dankbar für seine Hilfe soeben, klopfte Thiuro Kevora kameradschaftlich auf die Schulter.
Noch bevor der Sergeant etwas dazu sagen konnte, fuhr Thiuro fort: „Nach all den Gesprächen werde ich wohl erst einmal einen Drink für meinen trockenen Mund benötigen. … Sie finden mich also jederzeit an der Bar.“.
Nach einem bestätigenden Nicken Kevoras verschwanden der Mann und seine Begleitung in einer weiteren Menschenmenge.

Sie mochten von zwei vollkommen unterschiedlichen Welten stammen und aus ebenso unterschiedlichen Gründen dem Imperium dienen, doch sie hatten Einiges gemeinsam und Thiuro schien den Sergeant sehr gut zu verstehen.
Mit einem kräftigen Schluck leerte er sein Glas Jurisaft und machte sich auf den Weg zu seinem Squad.
"Ich wusste garnicht, dass Sie prominente Freunde haben, Sarge!", begrüßte Corporal Sledge seinen Vorgesetzten mit einem breiten Grinsen.
Der Rest des Sharpshooter Squads tat es ihm gleich - die Wolves schienen auch ihnen nicht fremd zu sein.
Kevora erwiderte das Grinsen: "Nun, jetzt habe ich wohl einen.".
Eine Kellnerin sammelte leergetrunkene Gläser vom Tisch und fragte die Männer, ob sie denn noch etwas wollten.
Kevora blickte flüchtig in die Runde: "Keine Befehle von Grand Moff Farlander oder Major Strickland und die letzte Schicht schiebt der Squad von Sergeant Ares Nyax-" er blickte jedem seiner Männer der Reihe nach in die Augen, welche mit einem begeisterten Funkeln reagierten, "Wir hätten gerne sechs Menkooro Whisky!".
Die Männer jubelten und kurze Zeit später stießen sie kameradschaftlich an.
Was immer noch kommen mochte, dieser Abend war ein guter, den der Squad so schnell nicht vergessen würde.



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Der Major kippte den Inhalt seines Glases hinter und warf ihr einen verächtlichen Blick zu.
Den etwas trüben, glasigen Blick nach, war es nicht der erste Drink des Abends und den gefurchten Gräben im Gesicht nach, war der Whiskey ein vertrauter und häufiger Begleiter im Leben dieses Mannes.
"Ihr Flottenfuzzis habt doch keine Ahnung. In Eurer synthetischen, vollklimatisierten Luft kriegt ihr vom Blut und Dreck des Schlachtfelds doch gar nichts mit. Ich hab schon gekämpft, da wurdest du noch gar nicht geboren. Den eigentlichen Blutzoll hatten WIR zu tragen, und warum? Weil Ihr mit eurer Flotte uns keine Unterstützung gegeben habt!" spie der Major die Worte aus, schaute an der Chiss vorbei und drehte sich zurück zum Tresen und winkte militärisch knapp den Barkeeper heran, indem er das taktische Zeichen für "Sammeln" und einem Wink mit dem Zeigefinger auf sein Glas deutete: "Voll machen!"
Damit hatte es sich auch schon mit dem kommunikativen Teil und Carla ging an der Bar ein paar Schritte weiter. Die Schlachten waren für die Flotte wie für die Bodentruppen ungünstig verlaufen und die Bodensoldaten wurden nach zähem Kampf niedergerungen und hätten sich sicher mehr Luftunterstützung gewünscht. Insofern konnte Carla den Frust des Majors verstehen, ebenso wie es eine deutliche Rivalität der Truppengattungen gab und die regulären Bodentruppen die Flotte für versnobte Schnösel hielt, die Flotte das "Fußvolk" für plumpe Schläger hielt und die Sturmtruppen sowieso eine Elite für sich darstellte, die man entweder bewunderte oder tunlichst mied. Die Geheimdienste der jeweiligen Truppen konkurrierten mit anderen imperialen Organisationen und diese Eifersüchteleien zeichneten ein deutlich abweichendes Bild vom homogenen, geschlossenen Imperium. Wahrscheinlich würden selbst hier und gerade hier, die Geheimdienste nicht nur für die Sicherheit der Gäste sorgen sondern auch ein scharfes Auge auf die imperialen Bediensteten haben um sich einen Informationsvorsprung zu versorgen.
Die junge Chiss würde es nicht mal wundern, wenn diese mysteriöse Blonde (Celessa) sogar eine Agentin gewesen wäre.
Im Gegenteil, es wäre ein Wunder gewesen, wenn sie tatsächlich das gewesen wäre, was sie vorgab zu sein. Die subtilen Ränkespiele und Spionage und Konterspionage waren ja ein Teil ihrer eigenen Kultur und selbst Carla's eigene Anwesenheit hier an diesem Ort war Teil solcher Machtspielchen, denn die Politik von Csilla war den eigenen Interessen geschuldet.
Einerseits war die Kooperation mit dem Imperium unumgänglich, das sich das Imperium als der stärkere und gefährlichere Part in diesem Spiel entpuppte und eine Weigerung eine Annektion oder die nahezu vollständige Vernichtung ihrer Heimatwelt zur Folge hätte. Andereseits bedeutete die gesicherte Position des Imperiums auch eine Stabilität und gewisse Sicherheit für das Csilla-System. Eine Kooperation sorgte also dafür, dass das Imperium Carla's Heimatwelt nicht ausradierte, aber andererseits die Führung auf Csilla einen guten Einblick in die Zirkel des Imperiums bekam. Denn man sollte von seinen "Partner" genügend wissen, sollten aus "Partnern" plötzlich Gegner werden.
Die Militärische Führung auf Csilla hatte auch irgendwann von einer gewissen Begabung der jungen Chiss Kenntnis erlangt, die ihr selbst ab und an unheimlich war. Manchmal sah und spürte sie mehr als ihre Umgebung und konnte sogar bei genügend Konzentration Einfluß auf die Umgebung ausüben. So kam es ihr auch vor, als könnte Sie das Schiff manchmal so spüren wie den eigenen Körper und damit präzise steuern.
Als sie als Kind feststellte, das sie so etwas konnte, die anderen in ihrer Umgebung aber nicht, behielt sie nach ein paar peinlichen Begebenheiten, diese Eigenschaften streng für sich und erst in der späten Pupertät lies es sich nicht mehr verheimlichen. Da war sie bereits Soldatin und ein Vertreter der hochrangigen Aristokratia persönlich verordnete ihr absolute Geheimhaltung und sie bekam schließlich die Sondermission, die sie nun in die Reihen des Imperiums geführt hatte.
Das war auch ein Grund, warum Halijc'arl'ajkartia nie mehr als ein Glas Alkohol trank, allein der Kontrolle wegen.
Sie stellte das Glas auf den Tresen ab und hielt ihre Handinnenflächen noch in der Nähe der Glaswand, so dass sie die Wärmestrahlung spüren konnte. Sie konzentrierte sich auf das Glas und langsam rutschte es ohne Körperkontakt in ihre geöffnete Hand, wo sie sofort das Glas fest umgriff und einen Schluck daraus nahm.
Sie mochte dieses kleine Kunststück und übte es ab und an.
Keinem der hier Anwesenden war etwas aufgefallen und sie drehte sich wieder um und schaute in die Runde.
Aaronson suchte am Buffet wieder Gruppenanschluß und wirkte noch leicht irritiert. Scheinbar hatte Carla ihm vorhin wohl Angst gemacht.
Der Rest lauschte noch der Fachsimpelei von Commander Mengsk.

Der Bar näherte sich ein durchaus attraktiver Mann, der den Abzeichen nach ein Flight Captain war und dem berühmten "Wolves Squad" angehörte (Aiden Thiuro). Carla hatte ihn schon in zahlreichen Berichten und Holos gesehen. Er war dass, was man in imperialen Kreisen gern als Held feierte. Entgegen des öffentlichen Bildes schien er den Medienrummel um seine Person nicht zu genießen und er wirkte auf den ersten Blick alles andere als aufgeblasen.
Eine weitere Eigenschaft, die man intern so manchem Flieger-Ass nachsagte.
Dem Blick nach suchte er an dieser Bar zwei Dinge: Einen Drink und Ruhe.
Im Hintergrund irrlichterte der Reporter von vorhin umher und nahm plötzlich sehr zielsicher Witterung auf. Mit langen Schritten steuerte er die Bar an und kommentierte mit der Geschwindigkeit eines Schnellfeuer-E-Webs die Ereignisse in sein Mikrophon und näherte sich, im Schlepptau mit dem Kameradroiden, mit den Worten:"...und der Fliegerheld Aiden Thiuro an der Seite einer mysteriösen Alienfrau, die scheinbar dem Charme des Piloten verfallen ist. Bahnt sich hier etwas an?..."
Carla legte den Kopf leicht schief und fixierte den Kameradroiden, dieser blieb wie vom Blitz gerührt stehen und spulte den aufgenommenen Text mit 5facher Geschwindigkeit ab, so dass die Stimme des Reporters zu einem lächerlichen quitschenden Ton verzerrt wurde, und weißer Rauch stieg aus dem Gerät auf.
Der Reporter hielt sofort inne und betastete den Kameradroiden der nur noch den Kommentar von sich gab: "Datensätze löschen. Zum Fortfahren eine beliebige Taste drücken."
"Nein! Nicht löschen du Blechbüchse!" schrie der Reporter den Droiden an.
"Datensätze erfolgreich gelöscht." bestätigte die Maschine nur noch und schaltete sich selbsttätig ab und sank in sich etwas zusammen und stand etwas schief.
Der Reporter tanzte wild gestikulierend um den Kameradroiden und versuchte mit den Tasten noch etwas zu bewegen, doch aus den Lautsprechern des Droiden drang nur ein leises kratziges Rauschen, ab und an unterbrochen von einem gequälten Piepen.
Carla deutete mit dem Finger auf den defekten Droiden wie mit einer Blasterpistole und "drückte" imaginär ab.
Der Droide verlor das schon labile Gleichgewicht und kippte schäppernd auf den Boden.
"Feindlicher Jäger terminiert." sagte die Chiss trocken mit leiser Stimme und tat so, als würde sie den imaginären "Fingerblaster" in den Holster zurückstecken und griff gelassen ihr Glas und schaute dem Schauspiel eine Sekunde noch zu, wie der Reporter, mit reichlich zerzauster Gel-Frisur den Droiden wegschleifte und dabei eine Zahl von Flüchen ablies, die selbst einen Hutten rot werden lassen könnten.
Dann drehte sie sich zurück zur Bar zurück und lächtelte kurz den Flight Captain an.

Rendili-System :: Rendili :: Rendili-City :: Kulturpalast/Haupthalle :: Am Buffet: , Sakura, Commander Alexa O‘Neill mit Gordon Aaronson, Arcturus & Jeremy Mengsk, Avalosh'ari'nuruodo, Toji Murata uvm, u.a. an der Bar: Halijc'arl'ajkaria, Aiden Thiuro uvm.
 
[ Rendili – Oberfläche – Rendili City – Kulturpalast – Haupthalle ] Sharin, Halijc'arl'ajkartia, Arcturus Mengsk, Gordon Aaronson, Toji Murata, Sakura, Jestmo Mengsk, etliche andere Gäste

Die Flight Officer, die sich eben gemeinsam mit dem jungen Mann der Gruppe angeschlossen hatte, bejahte seine Frage, nach deren Familienzugehörigkeit. Also waren die beiden Frauen wirklich miteinander verwandt. Sharin lobte sich innerlich dafür, nun schon Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Menschen entschlüsseln zu können. Seine Integration in die Flotte machte immer größere Fortschritte.

Überraschender Weise antwortete dann Aaronson auf die Frage des frisch ernannten Captains. Offenbar wurde ein neuer Orden kreiert, der nur für Militärs ausgegeben wurde, die der Offensive der Rebellen entgegengestanden hatten. Der blauhäutige Chiss schaute auf die Abbildung der Bandschnalle, die immer noch dort abgebildet war, wo vor kurzem noch die Gesichter der Gefallenen projiziert worden waren. Die Abzeichnung sah ganz ansprechend aus, er konnte sie also auch tragen ohne sich vor seinen Kollegen und Kampfgefährten in Zukunft lächerlich zu machen. Normalerweise schätzte er Orden nicht so sehr, schließlich klimperten sie bei falscher Befestigung ständig und einen Offizier, der unzählige Orden an seinem Revers trug, schätzte der Chiss höchstens als geltungssüchtig ein. Doch da er selber keine wirkliche Auszeichnung erhalten hatte, freute er sich über die Bandschnalle. Ja, Freude. Innerlich wunderte sich Sharin etwas; er empfand jetzt nicht bei jeder Kleinigkeit Freude, sondern blieb meistens genauso wie seine Mimik: Eiskalt. Aber zwei Ehrungen an einen Abend boten schon Anlass, ein angenehmes Gefühl in seinem Körper zu verbreiten. Vor allem, wenn die eine Ehrung vorsah, dass er in Zukunft deutlich mehr Befehlsgewalt innehatte, als vorher und zudem noch eine Task Force befehligen konnte. Schon allein die Genugtuung, in der Hierarchie über den größten Teil der hier anwesenden Offiziere zu stehen, versetzte ihm einen weiteren Euphoriestoß. Allerdings war dieser klein, wirklich klein. Man musste ja nicht gleich übertreiben.

Murata schaltete sich ein und bemerkte trocken, dass der verliehene Orden wohl als Trostpflaster für all die Mühen herhalten musste. Wie wahr das wohl war. Einigen einfältigen Offizieren konnte man mit dem Orden bestimmt die Laune sicher verbessern. Schlagartig schollt sich der rotäugige Humanoid. Wie dumm er war. Wie konnte er aufgrund eines so billigen Ordens freudig erregt sein und nicht mehr an die Pflicht denken, die er wie auch die anderen Flottenmitglieder hier noch zu erledigen hatten. Sehr richtig bemerkte nämlich der Mann mit den exotischen Gesichtszügen, dass sie alle hier hoffentlich eines Tages Rache für all die Toten und all die Träume nehmen konnten, die über Corellia getötet worden waren. Sharins Miene wurde daraufhin noch etwas härter. Unehrenhaftes Verhalten wie das der Hapaner oder der gesamten Rebellen musste unbedingt bestraft werden. Unbedingt.

Dann richtete Murata seinen Blick auf den Chiss und fragte ihm nach dessen guten Umgang mit den Medien. Insbesondere fragte er nach dem Ursprung dieser medialen Kompetenz und vermutete, dass dieser wohl auf der Militärakademie von Csilla liegen müsse. Eine etwas freche Antwort, doch zeigte sein Lächeln, dass er seine Äußerung nicht ernst meinte. Irgendwie mochte der Csillianer den anderen Captain. Dessen Kommentare waren treffend, er verhielt sich höflich und sicher war er auch im Feld ein fähiger Mann. Trotz dieses kleinen Ausrutschers bei seiner Frage beschloss Sharin, weiterhin ebenso nett zu bleiben. Er lockerte seine Mimik etwas und deutete ein kleines Lächeln an. Doch er kam nicht dazu, seine Frage zu beantworten.

Während nämlich der ältere Lieutenant-Commander, der eben so freundlich seine Frage beantwortet hatte, sich dem schweigsamen Angehörigen des Sternenjägercorps zuwandte, prallte plötzlich eine Person gegen den anderen anwesenden Captain. Eine Frau jüngeren Alters mit rabenschwarzen Haaren und strahlend glänzenden Rangabzeichen entschuldigte sich und äußerte sich leicht abschätzig gegenüber der anwesenden Presse ohne sich allerdings wirklich vorzustellen. Das schien ja immer schlimmer zu werden. Scheinbar stellte sich niemand mehr vor, wenn er in eine ihm größtenteils unbekannte Gruppe Gleichrangiger kam. Wobei der blauhäutige Mann der Neuankömmling zustimmen musste, die Presse war wirklich schamlos. Das hatte die hässliche Journalistin von eben wieder lebhaft unter Beweis gestellt. Ihr Grinsen hatte sich wirklich in seinem Kopf festgefressen und lächelte immerzu auf ihn herab. Eine wirklich gespenstische Erfahrung.

Die andere hier anwesende Chiss ergriff dann allerdings das Wort und beglückwünschte die Commander zu deren Beförderung. War diese also auch gerade im Rangsystem aufgestiegen? Als auch der Captain ihm gegenüber der Neuankömmling gratulierte, musterte Sharin sie sofort etwas genauer. Gesehen hatte er sie auf jeden Fall nicht, doch schien sie gerade wirklich befördert worden zu sein. Die nervige Reporterin hatte ihm dieses Privileg genommen. Doch augenscheinlich wurde sie... Dann erst erkannte er den Orden, der auf ihrer hervorgehobenen Brust prangte. Der goldene Stern. Das musste von großer Pflichterfüllung sprechen. Eine Erfüllung über alle Maßen hinaus. Sofort empfand er Respekt für die kleinere Frau.

„Auch ich beglückwünsche Sie. Eine wirklich große Ehre, Sie kennen zu lernen. Ich bin Avalosh`ari`nuruodo, Captain der ‚Valkyrie‘. Auch Sie wurden gerade befördert? Durch die von Ihnen so treffend beschriebenen Presse konnte ich Ihre Beförderung leider nicht miterleben.“

An Murata gerichtet entschloss er sich, die vorangegangene Frage endlich zu beantworten.

„Mitnichten lernt man so etwas auf der Akademie, Captain, jedoch liegen Sie keineswegs so falsch. Als Angehöriger der aristokratischen Gesellschaft im Chiss-Empire wächst man mit dem Umgang mit den Medien auf. Das scheint wohl eine angeborene Fähigkeit der Aristocra zu sein. Aber vielen Dank, dass Ihnen das so erfreulich auffällt.“

Oh ja, eine angenehme Abwechslung war es, heute Abend hier zu sein, dachte sich der Captain, während seine Artgenossin von der Gruppe entfernte. Trotz der etwas beklemmenden Stimmung, die von den herabstarrenden Toten nur verstärkt wurde, schaffte es der Alkohol wieder einmal, die Atmosphäre zu lösen und halbwegs gelöste Gespräche auszulösen. Der Chiss beschloss jedoch, nun erst einmal keine Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Er war zwar trinkfest, was der gestrige Abend auf den Werften gezeigt hatte, doch brauchte er es nicht darauf anzulegen, hier einen kleinen Rausch zu erleben. Das wäre einfach deutlich zu peinlich gewesen, besonders bei all den Cam-Droiden, die hier herumflogen und jede Kleinigkeit aufzeichneten. Einer flog geradewegs schon auf das Buffet zu und verfolgte im Kielwasser eines Reporters ein weiteres bedauernswertes Mitglied des Militärs. Plötzlich schien es jedoch irgendein Problem mit der Elektronik zu geben, jedenfalls schaltete der Flugkörper sich aus und landete scheppernd auf dem Boden, während der Paparazzi begann sich aufzuregen. Sharin zog daraufhin nur die Augenbrauen hoch. Das geschah diesen aufgeblasenen Medienfuzzis recht, wenn sie die ganze Zeit Jagd auf jedes Objekt machten, was sich bewegte. Stümper. Wer brauchte sie überhaupt, wenn die gesamte mediale Öffentlichkeit einer strengen Zensur unterlag, die sowieso dafür sorgte, dass nur systemkonformes Programm gesendet wurde?

Der blauhäutige Humanoid wandte sich wieder zu seinen Gesprächspartnern um. Irgendein Gesprächsthema musste er jetzt finden, über das sich wieder reden ließ. Und so wählte er ein simples, jedoch recht interessantes.

„Wissen Sie zufällig, welche Order nach dieser Trauerfeier an uns ausgegeben wird? Plant das Oberkommando einen Gegenschlag, um Corellia wieder in unsere Hände zu bekommen? So kann der Grenzverlauf auf jeden Fall nicht mehr verlaufen. Ich denke, man sollte dem Rebell schnell einen entschiedenen Schlag versetzen, bevor er sich erholt und die umliegenden Gebiete versklavt.“

Ob das jetzt das passende Gesprächsthema war, wusste er nicht, doch ließ er es darauf ankommen und erwartete die Reaktionen der anderen Offiziere.


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