Rendili

[: Rendili-System | Rendili :||: Militärstützpunkt | Armeedistrikt | Straße :||: Captain Toji Murata und Celina Kez (eigentlich Celessa Kenzee) :]

Im Gegensatz zu Rendili City, das auch bei Nacht lebhaft pulsierte, wirkte der Militärstützpunkt um diese Uhrzeit wie eine verschlafene Kleinstadt. Bis auf die obligatorischen Wachposten am Eingang und einzelnen Patrouillen auf den schmalen Straßen zwischen den Gebäuden schliefen die meisten Soldaten seelenruhig auf ihren Stuben. Bloß das eine oder andere Shuttle startete routiniert gen All, da so mancher Offiziere in der Zwischenzeit das zelebrierte Heldengedenken im Kulturpalast der nahen Hauptstadt verlassen hatte. Schnell, ziemlich schnell ließ sich das imperiale Militär wieder in den gewohnten Alltag, der von Pflicht geprägt war, zwängen. Mit pompösen Prunk hatte man nicht nur den vielen Gefallenen gedacht, sondern ebenso ein starkes Signal in die Galaxie geschickt. Aber noch hatte der Krieg kein Ende gefunden. Noch waren etliche Systeme – rein aus imperialer Sicht – durch die Rebellen bedroht. Somit musste man weiterhin auf der Hut vor feindlichen Angriffen sein.

Da der Wachposten den gerufenen Gleiter nicht auf das Militärgelände gelassen hatte – und Toji die „Magie“ des Stützpunktes der für das Militär schwärmenden Celina viel lieber zu Fuß näher bringen wollte –, glaubte der Captain, dass alles planmäßig verlief. Arm in Arm, fast wie ein Liebespärchen, spazierten sie durch die leeren Straßen. Lichter brannten nur vereinzelt und erinnerten ihn daran wie spät es eigentlich schon war, denn nach der lokalen Uhrzeit hatten sie Mitternacht längst hinter sich gelassen. Insgeheim unterdrückte er ein Gähnen. Zwar hatte die viele frische Luft bei ihm kurzzeitig für eine gewisse Belebung gesorgt, aber nun kehrte allmählich die Müdigkeit zurück. Jedoch durfte seine blonde Begleitung davon nichts merken.

Gerade als sie an einer Werkstatt vorbei kamen, in der mehrere Mechaniker eifrig am Antrieb eines Panzers herumschraubten, unterbrach Celina auf einmal die friedliche Stille, die bis dahin zwischen ihnen geherrscht hatte, und sagte leicht begeistert:
„Da siehst du mal, wie gut du es hast, Toji. Faszinierend, wie aufwendig solche Reparaturen sein können.“

„Nun ja, jeder dient dem Imperium mit seinen Talenten...“, entgegnete Toji mit einem Schmunzeln, drückte die attraktive Blodine an seiner Seite herzlich und bemerkte bei einem Blick in ihr schönes Gesicht das Funkeln ihrer Augen. „In den Werften werden zwar mehr Droiden eingesetzt, aber trotz solcher technischer Hilfsmittel braucht es auch lebendige Arbeitskraft.“ Flüchtig erinnerte er sich an seinen Einsatz bei Belkadan, wo er nach der „Feuertaufe“ seines Kommandos selbst mit angepackt hatte. „Und du solltest nicht glauben, dass sich alle Offiziere zu fein für Reparaturen sind...“

Sie gingen weiter. Mit jedem Schritt kamen sie dem Flottendistrikt ein Stückchen näher. Verglichen mit dem großen Bereich, den die hier stationierten Bodenstreitkräfte mit ihren unzähligen Gebäuden einnahmen, wirkte dieser Teil fast schon etwas kümmerlich. Durch Raumstationen, orbitale Werften und die Raumschiffe selbst, benötigte die Imperiale Flotte auf Rendilis Militärstützpunkt nicht sehr viel Platz. Mit einem Verwaltungsgebäude und einzelnen Häusern, die als temporäre Unterkunft für die hier verweilenden Flottenoffiziere dienten, war die Sektoradmiralität recht genügsam. Dennoch hatte Toji für einen kurzen Moment die Befürchtung, dass sich Celina durch den mickrigen Anblick am Ende doch kurzfristig umentscheiden könnte. Vielleicht platzte mit einem Mal die romantisch-erotische Seifenblase und er würde die Nacht schlussendlich doch allein verbringen.

Glücklicherweise war seine aufkeimende Sorge unbegründet. Denn gerade als er die Tür zu seinem provisorischen Quartier per Zugangskarte öffnete, drückte ihm die Blondine auf einmal ihre Lippen auf die seinen – voller Begehren. So stolperte man küssend in die winzige Zweiraumwohnung, die ziemlich spartanisch eingerichtet war. Blind führte Toji sie in Richtung Schlafzimmer – samt Bett –, während er beiläufig ihre Hüfte sanft streichelte. Sie wollte ihn, er wollte sie. Es gab keine bessere Kombination für diesen Moment. Obwohl sie kein Licht eingeschaltet hatten und der Flottenoffizier mit dem Grundriss der Wohnung nicht wirklich vertraut war, erreichten sie am Ende ohne größeres Anecken das Bett. Wenngleich es manchmal schon für eine Person zu schmal war, konnte sich Toji der Erfahrung rühmen, dass er solche (verbotenen) Liebschaften auch schon auf Prefsbelt IV – also auf der Militärakademie – zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht hatte.

Er küsste zärtlich ihren Hals als sich Celina und er auf die Matratze legten. Dabei machten sich die Metallfedern quietschend bemerkbar. Offenbar hatte die Sektoradmiralität ordentlich gespart, wenn es um die Qualität der temporären Unterbringung für Offiziere bis zum Rang Captain ging. Jedoch störten sich die Beiden nicht daran. Gezielt öffnete der Imperiale die dunkelblaue RSF-Uniform der Blondine, ließ zärtliche Küsse ihre samtweiche Haut bedecken und spürte auf einmal wie sich seine Augen vor lauter Müdigkeit immer wieder schlossen. Langsam, aber sicher machte sich bei ihm der „Raubbau“ der letzten Tage bemerkbar. Da er mit der Bürokratie aufgrund der Reparaturen solchen Stress hatte, war er kaum zum Schlafen gekommen. Etliche Stunden hatte er im anderen Zimmer an dem kümmerlichen Schreibtisch verbracht. Hatte dort Berichte und Briefe geschrieben oder Credits per unscheinbarer Überweisungen auf andere (dubiose) Konten transferiert. Außerdem kam bei ihm noch der Genuss von Alkoholika hinzu, die ihn um diese Uhrzeit ebenfalls schläfrig machten. Nein, sein Körper war nicht in der besten Verfassung für ein Liebesspiel. Und so schlief er urplötzlich ein.


[: Rendili-System | Rendili :||: Militärstützpunkt | Flottendistrikt | Unterkunft | Schlafzimmer :||: Captain Toji Murata und Celina Kez (eigentlich Celessa Kenzee) :]
 


[Rendili System -Orbit von Rendili - ESD Azmodan – Hangar] mit Besatzung der Azmodan

Mit einem metallischem Glonk landete die Lambda-Fähre auf dem Boden des Hangars, öffnete ihre Vordere Luke und ließ Arcturus aus ihrem Inneren heraus. Es hatte seinen Grund wieso der Commander eine solche Eile hatte das Transportmittel zu verlassen, während des Flugs von Rendili zu seinem Schiff hatte er mehrfach versucht Kontakt zu Krakov aufzunehmen, bislang ohne Erfolg. Wenn der Lieutenant Commander irgendwie geschlafen hatte während Arcturus auf der Trauerfeier, Stellvertretend für die Crew der Azmodan, war dann konnte er ordentlich etwas erleben.

"Commander!"

ertönte es von einer kleinen Gruppe an Arbeitern, bevor sich da die Gestalt von Major Benson Reu Lai aus dieser löste und zu seinem Vorgesetztem kam. In der einen Hand trug er ein Datapad welches er gleich zu seinem Vorgesetztem hinüber hob. Dieser blickte verwirrt zwischen dem Flugleitoffizier und dem Gerät hin und her, bevor er es zögerlich entgegen nahm.

"Die Werften wurden angegriffen, aus dem Nichts erschien ein feindliches Schiff welches sofort das Feuer eröffnete. Durch den Überraschungseffekt konnte es problemlos fliehen, der Lieutenant Commander wollte die Verfolgung aufnehmen aber da war das Schiff schon wieder im Hyperraum."

Wie bitte?!? Während der Trauerfeier hatte es einen Angriff gegeben? Die Geschichte wirkte viel zu verwirrend, zu abstrus als das man sie glauben könnte. Als Arcturus aber auf dem Datapad herumtippte bestätigten sich die Worte des Offiziers. Es war ein Vorläufiger Bericht von Krakov, der ungefähre Ablauf war am Anfang mit dem genauen Zeitpunkt aufgelistet bevor es zu einem längeren Fließtext kam. Wie es schien hatte der Feind mit einer CC-9600 Fregatte angegriffen und Protonentorpedos, etwas was nicht zur Standardbewaffnung dieses Schiffstyps gehörte, abgefeuert. Danach hatte die Azmodan zusammen mit weiteren Schiffen die Verfolgung aufgenommen, etwas was das feindliche Schiff dazu brachte abzudrehen und ihr Feuer auf das Schiff zu konzentrieren. Der beiliegende Schadensbericht stellte fest das die Schilde stark belasten worden waren und der Antrieb etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde durch die starke Beschleunigung doch keinerlei gravierende Schäden existieren. Dafür war die Kampfdauer zu kurz gewesen. Skeptisch hob er den Bericht wieder zu dem Major.

"Ungeheuerlich! Wieso wurde ich nicht informiert? Und was machen sie hier um mir das zu übergeben?"

"Es wurde eine Nachrichtensperre verhängt und bisher noch nicht aufgehoben, ich habe mir gedacht das ich den Bericht ihnen gleich übergebe, wenn ich schon im Hangar bin wenn sie hier antreffen Sir."

"Na Imperator steh uns bei, weitermachen Major. Wenn sie mich entschuldigen ich bin auf der Brücke."

Er musste ein Wörtchen mit Krakov reden und dessen Sicht auf die Geschehnisse anhören, danach würden sie erneut das Schiff komplett checken müssen. Für ihre Eskortmission durfte es keinerlei Schäden an dem Funkelnagelneuem Schiff geben.

[Rendili System -Orbit von Rendili - ESD Azmodan – Gang] mit Besatzung der Azmodan
 
[ Rendili – Hoher Orbit – Werftanlagen „Orenth“ - militärischer Sicherheitsbereich – Reparaturdock „Orenth 5“ – Gang ] Sharin, einige Droiden und Reparaturmannschaften

Den Sternen war der Chiss nun zumindest wieder näher gekommen. Hoch oben über dem Kulturpalast, auf dem gerade die letzten Gäste den Toten von Corellia auf ihre ganz eigene Weise mit Alkohol und teuren Speisen gedachten, umkreisten die riesigen, beeindruckenden Werften Rendili. Auf einer dieser kolossalen Baufabriken war Sharin nun und schaute durch ein Panoramafenster auf das Schiff, das seinem Kommando unterstand und bisher so gute Dienste geleistet hatte. Wirklich, die „Valkyrie“ hatte über Corellia seine Besatzung noch nicht im Stich gelassen. Hoffentlich würde das auch in Zukunft so sein. Wenigstens diese hunderte von Meter Durastahl würden ihn nicht alleine lassen, würden ihm immer offenstehen und ihm einen Lebenssinn geben. Wenn es schon die Imperiale Flotte als Institution nicht mehr war, so war doch der Vindicator-Kreuzer ein sichtbares Zeichen, dass das Imperium doch noch Stärke und Macht und Ehrgefühl ausstrahlte. Der anthrazitfarbene Koloss war, obwohl er mit vielen Schiffen in der näheren Umgebung nicht mithalten konnte, trotzdem noch immer zutiefst imposant, insbesondere, wenn man nur wenige Meter von ihm entfernt war. Der blauhäutige Captain merkte, wie ein kleiner Teil seiner geschundenen Seele wieder Stolz empfand, Teil der imperialen Flotte zu sein, und die Befehle, mochten sie noch so widersinnig und seinen innersten Gefühlen vollkommen widersprechen, befolgen würde.

Mit diesem deutlich verbesserten Gemütszustand riss er sich von dem beeindruckenden Bild los und strebte schnellen Schrittes das Gangway zu, der ihn auf sein Schiff bringen würde. Ein einzelner Marine stand dort bereit und salutierte, als sein Vorgesetzter sich den Schotttoren näherte. Der rotäugige Humanoid beachtete ihn nicht weiter, sondern durchschritt das Tor. Nun war er wirklich fast von nichts umgeben, über, unter und seitlich war nichts als die grenzenlose Kälte des Alls und auch in dem Gang war es nicht sehr warm. Den Weltraum als Aufenthaltsort hatte er wirklich nicht vermisst, obwohl er an Kälte durchaus gewohnt war. Nicht umsonst kam sein Volk von einem Eisplaneten in den Unbekannten Regionen. Doch die wiederaufbereitete Luft war unangenehm wenn man vor wenigen Stunden noch die frische, durch den Sprühregen gereinigte Luft geatmet hatte. Obwohl seine Verfassung eben noch so miserabel gewesen war und er schon befürchtet hatte, einen weiteren Zusammenbruch zu erleben, ging es dem Chiss nun doch wirklich wieder etwas besser. Über die Jahre war er ein Experte darin geworden, ihm unliebsam gewordene Gedanken einfach aus seinem Kopf zu verbannen und tief in seinem Unterbewusstsein zu verschließen. Das war aus psychologischer Sicht wohl das Dümmste, was man machen konnte – das musste er sich selbst als Laie gestehen – doch bewahrte er die düsteren und ihn peinigenden Gefühle lieber für eine gewisse Zeit hinter verschlossenen Türen, bis sie mit vervielfachter Stärke aus dem Tartaros herausbrachen und ihn überwältigen würden. Und so waren die einstürmenden Schmerzen auf dem Platz vor dem Kulturpalast wieder vergessen und verdrängt.

Mit unvermindert schnellem Gang bewegte sich Sharin zur Brücke. Er kannte den Grundplan des Schiffes sehr genau und bewegte sich zielsicher an sein Ziel. Obgleich er schon seit einer Ewigkeit wieder wach war und auch der Alkohol sich nicht vollständig aus seinem Blut verzogen hatte, war der Captain voller Wissbegierde endlich herauszufinden, wie weit die Reparaturen vorangeschritten waren und natürlich, was dieser merkwürdige Angriff, von dem ihm sein dritter Offizier berichtet hatte, zu bedeuten hatte. Schließlich kam er wirklich auf der Brücke an. Die Schotttore öffneten sich mit einem Zischen und ließen ihn passieren. Wieder einmal fand er sich auf dem Deck, auf dem er einen großen Teil seines Lebens verbracht hatte, auf der Brücke eines Sternenschiffes. Die Mannschaftsgräben, die auf beiden Seiten des langen Ganges in der Mitte lagen, waren spärlich besetzt, schließlich tat gerade die Nachtwache ihren Dienst, obwohl man hier so weit über der Oberfläche nicht mehr zwischen den einzelnen Tageszeiten unterscheiden konnte. Doch direkt vor dem breiten Panoramafenster, das die gesamte Frontseite der Brücke umfasste, stand der dritte Offizier dieses Vindicator-Kreuzers und tippte irgendwelche Daten auf sein Pad. Tarik al-Malik schaute erst auf, als die Tore mit einem erneuten Zischen wieder geschlossen waren und sich sein Vorgesetzter auf wenige Meter an ihn angenähert hatte. Sofort salutierte er.

„Sir, wir hatten nicht mehr mit Ihrer Ankunft gerechnet! Wollten Sie nicht auf dem Flottenstützpunkt nächtigen?“

Wieder einmal bewies der Mensch, dass er eher redete und dann dachte. Etwas frech, Sharin einfach so zu fragen, warum er nicht auf dem Flottenstützpunkt war, sondern hier hoch über den Wolken. Und dass er nun nicht mehr unten schlafen würde, war ja wohl offensichtlich.

„Nein, al-Malik, die Benachrichtigung von Ihnen war ja wirklich zutiefst beunruhigend. Da musste ich mir so schnell wie möglich ein eigenes Bild von der Lage machen. Wie schwer waren die Schäden durch das Rebellenschiff?“

Mit einem recht unsicheren Blick schaute der dritte Offizier auf sein Datapad. Etwas verwundert war der Chiss-Captain über seinen Untergebenen schon. Im Schlachtgetümmel über Corellia hatte er bewiesen, dass er sogar gewisse Aufgaben ohne viel Vorbereitungszeit übernehmen konnte. Die Waffensysteme hatte er ohne Meckern und Mäkeln übernommen und auch zur Zufriedenheit des blauhäutigen Mannes erledigt. Und nun druckste er hier so herum?

„Nun, die Schäden waren recht gravierend, da Teile der angrenzenden Golan-II-Station auf unsere Außenverkleidung gestürzt sind. Dabei kamen auch einige Reparaturteams ums Leben. Insgesamt kein schöner Zwischenfall, der die Dauer der Wiederherstellungsarbeiten etwas verlängert hat. Allerdings sind nun wieder die meisten Dinge in Ordnung gebracht. Nur die Hülle hat noch einige Brüche, die gerade jetzt ausgemerzt werden. Offenbar stehen wir sehr weit oben in der Prioritätenliste, da wir große Kapazitäten zur Verfügung gestellt bekommen haben. Haben Sie in der Werftverwaltung einen Bekannten sitzen?“

Ein spitzbübisches Grinsen stahl sich auf das Gesicht des braungebrannten Mannes. Sofort musste Sharin wieder an den Auftrag denken, der ihm erst vor kurzem mitgeteilt worden war. Schnell verdrängte er die Konsequenzen, die der Befehl für ihn später haben würde, und konzentrierte sich auf nun anstehenden Dinge. Bisher hatte es noch keine Nachricht von diesem ominösen Mittelsmann gegeben, den das Oberkommando erwähnt hatte, doch die würde nicht lange auf sich warten lassen.

Zu der dreisten Bemerkung des dritten Offiziers hatte er nichts zu sagen. Sie war dumm, einfach nur dumm. Er warf dem Menschen einen durchdringenden Blick zu, der vor Kritik nur so tropfte und sofort deutlich machen musste, was er davon hielt.

„Nun, al-Malik, augenscheinlich haben Sie nicht genug geschlafen. Gehen Sie zu Bett, ich übernehme das Kommando.“

Dass er nun auch noch eine Art Belohnung aussprach, war nicht unbedingt eine richtige erzieherische Maßnahme, doch er hatte einfach keine Lust mehr, sich mit dem Menschen aus Lannik abzugeben, der ihn im Moment nur anstrengte. Da hatte er lieber seine Ruhe, sodass er alles Erlebte überdenken konnte und die nächsten Schritte überdenken konnte.

„Jawohl, Sir!“

Dieses Mal wurde nicht deutlich, ob sich al-Malik freute oder schämte, sein Gesicht blieb verschlossen. Er salutierte wieder und verließ die Brücke recht überhastet. Nun konnte der Chiss sein eigenes Datapad herausholen und mit den Schiffdaten synchronisieren. Er kontrollierte kurz alle wichtigen Daten und fand keine besonderen Vorkommnisse. Alles war so, wie der dritte Offizier es gesagt hatte. Allerdings schien er eine Nachricht erhalten zu haben, die er vorher noch nicht bemerkt hatte. Vielleicht vor dem Kulturpalast oder während der Shuttlefahrt hatte er diese bekommen und nicht wahrgenommen. So musste er sie jetzt lesen.

*** Verschlüsselte Nachricht an den Mile Toral und Sharin ***

Für die Vorverhandlungen der Friedensgespräche haben sich folgende Koordinaten ergeben: [OP]Leerer Raum irgendwo zwischen Corellia und Rendili[/OP]
Ich schlage vor, dass wir uns zuvor auf Rendili im Raumhafen treffen um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Die Republik verlangt das Abziehen der Posten an der rep. Grenze. Explizit benannt wurde die Blockade des Hapan-Sternenhaufens. Dies habe ich bereits zugestanden. Um die Mission keinesfalls zu gefährden und den Imperator nicht zu verärgern, sollte dies umgehend geschehen.

Darth Keebo
*** Ende der Nachricht ***


Toll, auch noch ein Sith. Sharin mochte keine Machtbegabten und schon gar keine Sith, sie waren ihm überlegen. Und das konnte er gar nicht leiden. Nun sollten sie sich also erst mal im Raumhafen treffen? Ungünstig, war er doch gerade erst wieder von diesem in den Orbit gereist. Doch einem Sith schlug man keinen Wunsch, der eher ein Befehl war, aus. So musste er sich wohl oder übel diesem Darth Keebo beugen. Schnell schrieb er eine ähnliche Nachricht.

***
Von: Captain Avalosh`ari`nuruodo
An: Darth Keebo

Eure Lordschaft,
Ich danke Euch und Seine allerhöchste Majestät für das Vertrauen, dass Ihr mir entgegenbringt. Ich werde es nicht enttäuschen. Sehr gerne können wir uns im Raumhafen treffen, um die Einzelheiten abzuklären. Benachrichtigt mich am besten, wenn Ihr im Rendili-System angekommen seid.

Lang lebe der Imperator,
Captain Avalosh`ari`nuruodo
***

Der schleimige Ton, in dem die Nachricht verfasst war, störte Sharin, doch wollte er den Machbegabten nicht sofort brüskieren. Wenn dieser vom Imperator höchstpersönlich beauftragt worden war, musste er sehr mächtig und furchteinflößend sein. Eine ruhige restliche Nacht war im somit also auch nicht vergönnt. Nach der Ankunft seines neuen Vorgesetzten würde er wohl sofort aufbrechen müssen. Mit einem Seufzer der Ermattung fuhr er sich fahrig über die Augen. Das konnte ein wirklich interessanter Auftrag werden.

[ Rendili – Hoher Orbit – Werftanlagen „Orenth“ - militärischer Sicherheitsbereich – Reparaturdock „Orenth 5“ – an Bord der „Valkyrie“ – Kommandobrücke ] Sharin, Brückenbesatzung der Nachtwache
 
Hyperraum nach Rendili – Keebos Schiff

Seine Meditation verhalf ihm nicht, seine Gedanken zu kontrollieren und so geschah es, dass seine Gedanken, seine Meditation kontrollierten. Bilder entstanden vor seinem inneren Auge. Schreckliche Bilder. War das, was er sah eine Vision, oder waren es einfache Horrorszenarien? Keebo löste seine entspannte Sitzhaltung, stand auf, beugte sich über das Cockpit und legte beide Arme darauf um einen Moment seinen Kopf darin zu begraben. Tief versuchte er durchzuatmen und doch war es so, als wären unsichtbare Hände um seinen Hals gelegt, die ihm die Luft abschnürten. Je tiefer er ein- und auszuatmen versuchte, desto stärker wurde das Gefühl zu ersticken und so richtete der Sith sich wieder auf. Starrte in die Ferne. Bilder. So viele Bilder. Ein Virus. Eine Seuche. Dahinraffende Wesen. Männer. Frauen. Kinder. Frieden? Keebo schloss die Augen erneut. Diesmal, um die Bilder zu verdrängen, die sich aufzudrängen versuchten. Doch weder geschlossene, noch geöffnete Lider sorgten dafür, dass die Bilder verschwanden und es gelang ihm nicht, ihnen Einhalt zu gebieten. Sie vermischten sich mit bereits gesehenem und wurden zu einer surrealen Wirklichkeit.

Frieden. Lächelnde Wesen, die sich in Sicherheit wiegten. Lachen, Unbeschwertheit und Freude. Glück. Und dann ein Virus. Eine weinende Mutter mit ihrem Kind im Arm. Ein letzter Blick in dessen Augen, die jeglichen Glanz verloren. Der letzte Atemzug. Ein unkontrolliertes Zucken und dann nichts mehr. Nichts mehr, als Schmerz. Ein sich immer wiederholendes Szenario. Auf einem Planeten nach dem anderen. Tod. Eine Dutzend weinender Wesen. Tod. Die Sonne, die voller Hohn auf dieses Szenario hinab schien. Die so friedvoll schien und sich das Grauen des Todes mit ansah und doch dämmte sie ihr Licht nicht. Spendete genauso viel wohlige Wärme, als sei das, was unter ihr geschah der schönste Anblick, den sie je gehabt hätte. Als sei das, was sich unter ihr zutrug auch nur im Geringsten Anlass zur Freude. Nicht einmal die Dunkelheit würde verbergen können, was geschah. Egal wie friedvoll auch sie sich über das Massaker legen würde. Nichts würde verdeckt werden. Nichts verdeckt bleiben.

Genug! Er musste damit aufhören. Wenn es ihm nicht gelang seinen Gedanken und Bildern endlich Einhalt zu gebieten, würden sie ihm den Verstand rauben. Nicht er war der, den Virus in sich trug und auslöste. Nicht er war der, der den Tod über sie brachte. Seine verfluchte Aufgabe bestand lediglich darin, Verhandlungen über den Frieden zu führen. Aber machte ihn das nicht mindestens so schuldig, wie den Virus direkt zu überbringen? Brachte er nicht den Deckmantel? War er nicht der, der eine Warnung geben konnte, auch wenn es ihm nicht gelingen würde, die Republik vor dem Virus zu retten?

Genug!

„Hör auf damit!“, rief er, als seine eigenen Worte durch sein sonst menschenleeres Schiff hallten und einen anklagenden Nachhall hatten, den er sich entweder einbildete, oder der tatsächlich zu hören war. Nur noch diese verfluchte Aufgabe und dann würde er dem Imperium den Rücken kehren. Nur noch diese Mission und danach würde er vergessen. Er würde alles vergessen. Die Bürden, die man ihm auferlegt hatte. Die Menschen und Wesen, die in sein Leben geraten waren. Nur noch diese Aufgabe und er würde vergessen. Auch wenn er unlängst wusste, dass es keinen Frieden mehr für ihn geben würde, so konnte er doch den Rest seines Lebens damit verbringen, zu fliehen. Ohnehin war er ein gehetzter. Ein geächteter. Welche Rolle spielte es da noch, vor wem oder vor was er floh? Wann immer die Bedrückung zu groß, wann immer das Atmen zu schwer werden würde, würde er weiter ziehen. So lange, bis ihn der Tod endlich erlöste. Wie war der Mensch es leid von einem Alptraum in den nächsten zu geraten. Niemals zu erwachen. Genug!

Sein Com meldete sich und ohne, dass er die Nachricht gesehen hatte, wusste er längst, dass diese Nachricht mit der Mission zu tun haben würde. Ein gewisser Captain Avalosh`ari`nuruodo hatte sich gemeldet. Ein Chiss, so viel stand fest.
Keebo las die Nachricht mit einem Seufzen.


„Lang lebe der Imperator“, wiederholte er die Worte, die vor Sarkasmus trieften. „Lang lebe das Imperium. Lang lebe diese verfluchte Brut!“
Als er die Nachricht beantwortete und einen genaueren Treffpunkt ausmachte, hatte sein Schiff den Raumhafen schon erreicht.

Bevor Keebo sein Schiff verließ, wusch er sich noch einmal das Gesicht, bemühte sich um Haltung, straffte die Schultern. Nur noch diese eine Mission.

Sich abschirmend und verließ er das Schiff um den Raumhafen Rendilis zu betreten und Captain Avalosh`ari`nuruodo zu treffen.


Rendili - Raumhafen - Keebo und in inmittelbarer Nähe Sharin
 
[: Rendili-System | Rendili :||: Militärstützpunkt | Armeedistrikt | Straße :||: Captain Toji Murata und Celina Kez (eigentlich Celessa Kenzee) :]

Die ruhige Atmosphäre des nur noch spärlich beleuchteten Militärstützpunkts erlaubte es Celessa in Ruhe über die Ereignisse der vergangenen Stunden nachzudenken. Sie spürte, wie der Alltag um sie herum einkehrte und die festliche Stimmung des Heldengedenkens langsam schwand. Aber was hatte diese Trauerfeier genützt ? Celessa jedenfalls war von den pathetischen Reden kaum berührt wurden. Für die kühle Analystin waren all diese Gefallenen bloß Namen und Ziffern, so unpersönlich wie Regentropfen. Natürlich verstand sie die Bedeutung der Verluste an Personal und Material, aber das meiste was sie dazu empfand war gedämpfter Ärger über die nun verringerten Möglichkeiten des Imperiums, der Republik zu schaden. Wie hatte einst ein weiser Philosoph gesagt: Der Tod eines Lebewesens ist eine Tragödie, der Tod von Millionen bloß Statistik. Und für die junge Blondine traf nicht einmal der erste Teil dieses Satzes zu.

Für einen Moment fragte sich die Agentin, was wohl Toji von dieser Aussage halten würde. Sah er in seiner Besatzung und seinem Schiff mehr als nur Ressourcen ? Aber das spielte keine Rolle. Was Celessa mehr interessierte, worauf sie sich freute, war die Tatsache, dass der Geheimdienst wohl schon bald mehr Schläge gegen die Neue Republik ausführen würde. Es war nur logisch das angesichts des offenkundigen Versagens des Militärs nun Leute wie sie ihre Chance erhalten würden. Ein Glitzern erhellte Celessas eisige blaue Augen und ein winziges, hungriges Lächeln huschte für Sekundenbruchteile über ihr Gesicht, als sie in die Dunkelheit am Himmel blickte. Der Geheimdienst und damit sie würden die endlich zeigen können, wozu sie in der Lage waren. Sie waren ein Dolch, den man der Republik in den Rücken rammen konnte, ein Gift, überall und nirgendwo. Celessa liebte es, der Angreifer zu sein, zuzuschlagen und zu verschwinden. Wo der grobe Vorschlaghammer des Militärs versagt hatte würden Wesen wie erfolgreich sein. Auf Celessa wartete eine interessante Zukunft, da war sie sicher.

Es war gut, dass der charmante Captain Murata an ihrer Seite nichts von diesen Gedanken mitbekam. Sie allerdings hatte deutlich bemerkt, wie er ein Gähnen unterdrückt hatte. Er wurde wohl langsam müde, das war gut. Müde Menschen waren weniger aufmerksam, in anderen Worten: Leichte Beute. So spazierten Celessa und Toji Arm in Arm durch den nächtlichen Stützpunkt.

Interessiert beobachtete Celessa die Reparaturarbeiten in einer der Werkstätte, sie war gespannt auf Tojis Reaktion. Offenbar hatte ihre „begeisterte“ Reaktion ihn nicht aus der Reserve gelockt, der attraktive Offizier lächelte und drückte sie, während er ihr erklärte, wie Reparaturarbeiten in den Werften abliefen und das auch Offiziere manchmal dabei anpacken würden. Amüsiert schüttelte die junge Agentin den Kopf und schenkte ihrem Begleiter ein dünnes Lächeln. Ein jeder mit seinen Talenten, in der Tat.



„Irgendwie fällt es mir schwer, dich mit Schweißgerät und Schraubschlüssel zu sehen, Toji. Aber ein engagierter Offizier wie du legt bestimmt das ein oder andere Mal…Hand an.“


Celessa zwinkerte und schaffte es nicht, ihr Lachen zurückzuhalten, als sie Toji in die Seite stupste. Nun gut, der Captain war nicht in ihre Falle getappt. Noch nicht. Nach dieser kurzen Pause erreichten sie bald das recht bescheidene Quartier der Flottenangehörigen und nachdem sie Toji mit einem leidenschaftlichen Kuss klar gemacht hatte, was wie wollte, stolperten die beiden in sein Quartier. Celessa fiel augenblicklich auf, dass a) dass Licht ausgeschaltet war und b) die Flotte offenbar aus Zwergen bestand. Die Wohnung war wirklich erstaunlich klein und in der Dunkelheit konnte die Agentin nur die Umrisse einiger weniger Möbel erkennen. Vielleicht war diese magere Einrichtung in diesem Augenblick auch von Vorteil, denn irgendwie schaffte es Toji trotz der Dunkelheit und seiner Beschäftigung mit Küssen sie in das Schlafzimmer zu dirigieren. Celessa musste zugeben, dass sie davon beeindruckt war. Und seine Lippen auf ihren, seine Hand an ihrer Hüfte fühlten sich sehr, sehr gut an. Diese Nacht wurde wohl doch ein voller Erfolg.

Angesichts dieser Umstände war Celessa bereit, das Quietschen der Matratze zu tolerieren, die wohl nicht für zwei Personen konstruiert worden war. Zufrieden genoss sie Tojis Küsse auf ihren Hals und schloss die Augen, als er geschickt (offenbar besaß er genügend Übung) ihre Uniform aufknöpfte und die entblößte Haut mit Küssen bedeckte. Celessa tastete nach seiner Uniform, um diese ebenfalls zu öffnen als…das Küssen ein sehr plötzliches Ende fand. Überrascht öffnete Celessa die Augen und hob den Kopf. Was sah sie da ? Das konnte doch wohl nicht wahr…Tatsächlich, sie hatte nicht plötzlich angefangen zu träumen. Da lag wirklich ein offenbar übermüdeter und leicht angetrunkener Captain Toji Murata neben ihr und schlummerte selig vor sich hin. Die junge Agentin wollte den Schläfer schon anstupsen, besann sich dann aber eines besseren. Das war zwar ein etwas…enttäuschender Abschluss für ihren kleinen Flirt, aber andererseits die perfekte Gelegenheit, Tojis Quartier zu durchsuchen.

Langsam und vorsichtig nahm Celessa Tojis Arm und schob ihn von ihrem Bauch, rutschte ein Stück zur Seite und erhob sich dann leise von der Matratze, die diesmal glücklicherweise nicht ganz so laut quietschte. Auf Zehenspitzen schlich sich Celessa vom Bett davon und knöpfte ihre Uniform wieder zu, bevor sie sich umsah. Inzwischen hatten sich ihre Augen etwas an die Dunkelheit gewöhnt und sie wollte es nicht riskieren, das Licht anzuschalten. Vorsichtig und sich an den Wänden und Umrissen orientierend schlich die Agentin aus dem Schlafzimmer. Als sie sicher war, dass sie genügend Abstand zu Toji hatte holte sie ihr Datenpad aus ihrer Brusttasche und schaltete es ein. Das Display erzeugte gerade genügend Licht, um als improvisierte Taschenlampe zu dienen. Langsam betrat Celessa das Wohnzimmer und näherte sich dem Schreibtisch, als sie mit dem Fuß gegen die Beine eines Stuhls stieß. Fast hätte sie geflucht und sie blieb augenblicklich stehen und warf einen Blick über die Schulter. Erleichtert stellte sie fest, dass Toji noch immer friedlich schlief.

Behutsam trat die junge Blondine an den Schreibtisch und öffnete eine der Schubladen, diese war allerdings leer. Celessa beugte sich nach vorne und öffnete vorsichtig die zweite Schublade. Ein zufriedenes Grinsen huschte über ihr Gesicht, als sie dessen Inhalt bemerkte. Ein Datenpad. Ruhig und mit professionellem Geschick verband die Agentin ihr Gerät mit dem anderen und startete ein Überbrückungsprogramm, um das Passwort zu knacken. Nach einer knappen Minute hatte sie vollen Zugriff auf Tojis Datenpad. Es wäre verlockend gewesen, alles jetzt schon zu durchsuchen, aber das Risiko war ihr zu groß. Falls Toji jetzt aufwachte würde es unangenehm werden. Er würde Fragen stellen, und sie musste ihn dann wohl zum Schweigen bringen. Nicht, dass ihr das persönlich etwas ausgemacht hätte. Aber es würde eine Menge Ärger für sie bedeuten und ihrer Karriere schaden. Also entschied sich Celessa, den Inhalt von Tojis Datenpad auf ihres zu übertragen. Sie konnte das immer noch morgen in Ruhe ansehen. Unruhig verfolgte sie, wie sich der Ladebalken füllte. Als die Übertragung abgeschlossen war verstaute sie das Datenpad wieder in seiner ursprünglichen Position, schloss langsam die Schublade, steckte ihres ein und schlich lautlos zur Tür. Zum Glück brauchte man keine Zugangskarte, um sie von innen zu öffnen. Auf der Türschwelle drehte sie sich noch einmal um und schenkte dem schlafenden (und jetzt auch noch schnarchenden) Captain ein kühles Lächeln. Die Mission war vorbei.


„Sie sollten in Zukunft vorsichtiger sein, Captain. Und auf den Abschluss achten.“

Flüsterte Celessa mehr für sich als für Toji, dann schloss sie vorsichtig die Tür und verließ schnell und zielgerichtet das Flottengebäude. Mit einem zufriedenen Grinsen auf dem Gesicht erreichte Celessa rasch das Haupttor, ließ stoisch eine kurze Kontrolle über sich ergehen und verließ dann den Stützpunkt. Kurz dachte sie daran, den Fahrer ihres Geheimdienstteams zu kontaktieren, entschied sich aber dagegen. Sie mussten ihn um diese Zeit nicht belästigen. Stattdessen bestellte sie ein gewöhnliches Speedertaxi und stieg etwa zweihundert Meter vor dem Geheimdienstunterschlupf aus und ging den Rest zu Fuß.

Die Tarnung der Geheimdienstbasis auf Rendilis bestand aus einer kleinen In- und Exportfirma in einem eher abgelegenen Bezirk von Rendili City. Innerhalb des unscheinbaren grauen Gebäudes gab es neben Büros auch Schlafräume und Verhörzellen und soweit Celessa wusste auch eine Kommunikationsstation. Nachdem Celessa die durch einen Zahlencode und eine Zugangskarte gesicherte Eingangstür geöffnet hatte wurde sie von dem „Nachtportier“ begrüßt und kontrolliert, einem grauhaarigen menschlichen Agenten, dessen schläfrige Aura gewaltig täusche. Nach einer kurzen Kontrolle wünschte Celessa eine gute Nacht, was mit einem humorlosen Nicken quittiert wurde und machte sich auf den Weg zu ihrem Quartier. Dort angekommen entledigte sich die junge Blondine endlich der dunkelblauen Uniform der RSF, gönnte sich eine kurze Dusche, zog ihre Nachtkleidung an und verharrte für einen Moment vor dem Spiegel des Badezimmers. Seltsam, wie fremd sie sich selbst manchmal erschien. Aber vielleicht war sie heute einfach nur müde. Erschöpft, aber zufrieden legte sich Celessa ins Bett und fiel rasch in einen tiefen, traumfreien Schlaf.

Am nächsten Morgen wachte Celessa noch vor dem Wecker auf, absolvierte die übliche Morgenroutine und frühstückte in ihrem Zimmer, bevor sie sich auf die Besprechung der gestrigen Mission vorbereitete. Aus ihrem Kleiderschrank wählte sie einen dezenten grauen Hosenanzug, entschied sich ihr blondes Haar heute offen zu tragen und verließ dann ihr Zimmer. Erstaunlich, wie ein Geheimdienstunterschlupf dem anderen doch glich. Sie hatte erwartet, dass sie sich rasch daran gewöhnen würde, als sie vor ihrer Ankunft auf Rendili ihr neues Zuhause mitgeteilt bekommen hatte, und so war es gekommen. Entschlossen machte sich Celessa auf den Weg zum Konferenzraum. Ihre Hand strich dabei über das in ihrer Tasche verstaute Datenpad. Sie würde es nach der Besprechung ansehen. Ein Blick auf ihr Chrono verriet ihr, dass sie genau im Zeitplan war. Zufrieden öffnete Celessa die Tür des Konferenzraums und setzte sich an den großen runden Tisch, in dessen Mitte ein Holoprojektor befestigt war. Wieder einmal war sie die Erste. Konshi und der Rest des Teams sollten gleich eintreffen. Es würde…interessant werden.

[: Rendili-System | Rendili :||: Geheimdienstunterschlupf| Konferenzraum:||: Celessa Kenzee (allein)
 
Rendili-System :: Rendili :: Rendili-City :: Kulturpalast/Haupthalle :: In Aufbrauchsstimmung vor der Kulturhalle auf dem Weg in den Luftbus: , Sakura, Jeremy Mengsk, Commander Jacen Foster, Aiden Thiuro, Halijc'arl'ajkaria

"Wenn sie wollen können sie sich zu uns setzen, ich denke nicht das Sakura etwas dagegen hat wenn sie uns Gesellschaft leisten." bot der junge Mengsk an und Carla nickte zustimmend: "Das wird mir eine Ehre sein. Immerhin bietet sich ja noch einmal die Gelegenheit eines Gespräches."

Sie stieg mit den anderen in den Luftbus und wartete auf die Abfahrt.
Die einstige Anspannung und Aufregung des Abends fiel nun von allen ab und wich einer latenten Müdigkeit. Es ging scheinbar fast allen so, die Kommunikation war etwas ins Stocken geraten.
Erst jetzt merkte Carla, dass sie einen anstrengenden Tag hinter sich hatte und spätestens Übermorgen in dem Geleitzug den Konvoi mit beschützen musste. Und wenn das passierte, was die beiden Hirne von den Taktikern Mengsk und Aaronson ersonnen hatten, dann auch noch eine Piratenjagd gewinnen. Es lag also noch so einiges vor ihr. Ein Blick auf den Chronometer an ihrem Handgelenk...aha, noch nicht sooo spät, der Tag hatte noch knapp 2 Standardstunden.
Sie griff in der Redepause die eben entstanden war, zu ihrem Datapad und funkte ihren Ersten Offizier an.
Dieser meldete sich promt:"Thung hier." Die Stimme klang weder müde, noch mürrisch.
"Lt.Commander Halijc'arl'ajkaria hier, ich sitze bereits im Luftbus und werde in ca. 10 Minuten im Stützpunkt sein." antwortete die Chiss.
"Ah...ja...ok. Wie war der Abend? Auch so aufregend wie meiner?"
"Naja, es ging. Nicht ganz wie erwartet, aber mit dem nötigen "Glanz des Imperiums"." erwiderte sie mit einem leicht ironischen Unterton.
"Jaa...ich hab die Live-Übertragungen gesehen...und nach der Eröffnungsrede ausgeschaltet, seit dem hält mich abwechselnd meine Familie und der aktuelle Stellvertreter auf Trab. Ok...ich würde vorschlagen, sie übernachten im Gästezimmer und wir fliegen dann erst morgen früh mit dem Linienshuttle hoch in die Orbitalwerft, ich habe ihr Daypack auch noch sicher in Verwahrung, den Sie für den Fall der Fälle mir mitgegeben hatten." beschloss der Duro und Carla nickte und erwiderte knapp: "Bestätigt! Bis später."
Sie packte den Datapad wieder weg und wartete weiter.
Normalerweise war eine Besprechung angesagt und Carla wäre mit dem Nachtshuttle zur Aurora geflogen um dort zu Übernachten. Zeit wäre genug gewesen, und nur für den Fall, dass es länger dauert, war eine Übernachtung am Boden geplant...aber so war es auch Recht.

Rendili-System :: Rendili :: Rendili-City :: Kulturpalast/Haupthalle :: In Aufbrauchsstimmung vor der Kulturhalle auf dem Weg in den Luftbus: , Sakura, Jeremy Mengsk, Commander Jacen Foster, Aiden Thiuro, Halijc'arl'ajkaria
 
[: Rendili-System | Rendili :||: imperialer Militärstützpunkt | Baracke „Krill Sieben“ | provisorisches Büro :||: Captain Aiden Thiuro allein :]

Kurz, sehr kurz war die Nacht für Aiden gewesen. Zwar hatten die „Wolves“ zusammen gegen Null Uhr (Ortszeit) die Rückfahrt zum nah gelegenen Militärstützpunkt angetreten, aber im Gegensatz zu seinen Kameraden, die durch ihre Unwissenheit erholsamen Schlaf gefunden hatten, hatte er sich in seinem Bett bloß unruhig hin und her gewälzt. Weil seine Gedanken kreisten ausschließlich um die sich abzeichnende Entwicklung der Staffel kreisten, verwehrte ihm sein Bewusstsein so automatisch unschuldige Träume. Offenbar war es ihm in dieser Nacht nicht vergönnt auf „normalen“ Weg Ruhe zu finden. Deshalb entschied er sich dafür, sich anders abzulenken. Entschlossen sprang er aus dem knarrenden Bett, zog sich fix seinen Trainingsanzug an und brach – gegen vier Uhr morgens – allein zum Frühsport auf.

Der Sport tat ihm – genauso wie die anschließende Dusche – gut. Etwas klarer beim Verstand betrat er sein provisorisches Büro, musterte den Stapel Dokumente auf seinem Tisch und ließ sich danach in den Bürostuhl hinter dem Schreibtisch fallen. Seit das restliche Imperium erfahren hatte, dass sie zwei Piloten über Corellia verloren hatten, landeten erste Bewerbungen und Versetzungsgesuche auf seinem Tisch. Jeder wollte zum berühmten „Wolve Squad“. Wollte sich einen unsterblichen Namen machen. Wollte sich im Kampf mit der Rebellion auf höchstem Niveau messen.
'Und dabei will uns die neue Führungsriege so langsam absägen', dachte Aiden bitter, seufzte und griff nach dem ersten Dokument, das vor ihm lag.

Urplötzlich kam ihm das Gespräch mit Raeth in den Sinn. Verpackt in achtungsvolle Worte hatte er ihm und dem ehemaligen Staffelführer, Jacen Foster, mitgeteilt, dass die Elitestaffel des Imperiums in naher Zukunft gravierende Änderungen erwarten würden. So unterrichtete sie der Chief Marshal, der anscheinend sehr gute Beziehungen zu Nerethins Nachfolger pflegte, eiskalt darüber, dass man beabsichtige Foster aus der aktuellen Staffelbesetzung zu nehmen, um stattdessen einen neuen Wing aufzubauen. Das Kommando sollte dafür er, Aiden Thiuro, übernehmen. In jeder anderen Situation hätte sich der Bastioner über diese Nachricht gefreut, aber in diesem Fall hatte sein Karriereaufstieg einen faden Beigeschmack. Denn Raeth und sein mächtiger Vertrauter, Chief Marshal Feskin, hatten nicht das Beste für die „Wolves“ im Sinn, sondern wollten bloß das Werk ihrer Vorgänger zerstören.

Kaum wollte sein Bewusstsein sich auf andere Gedanken ausrichten, da öffnete sich auf einmal die Tür und Foster, mit sichtlicher Zornesröte im Gesicht, trat ein. Bevor Aiden überhaupt irgendetwas sagen konnte, platzte es aus dem ehemaligen Vorgesetzten heraus:
„Dieser Mistkerl hatte tatsächlich recht! Ich glaub es einfach nicht...“ Wutentbrannt knallte er ein Datapad auf den Schreibtisch. „Man schickt uns nach Bastion! Weg von der Front! Was soll das bloß unseren Leuten und erst recht den Rebellen signalisieren?“

Der Bastioner erwiderte nichts. Stattdessen griff er nach dem Datapad und las schnell das geöffnete Dokument. Ein Bündel an Befehlen hatte man dem Yaga Minoer gesandt. Nicht nur der allgemeine Marschbefehl für die „Wolves“ war enthalten, sondern ebenso mehrere Einzelbefehle, adressiert an Foster, Tey, Relis, Draike und ihn, Thiuro. Während der Wing Commander wütend schnaubte, glitt der Cursor beinah automatisch zu seinen eigenen Anweisungen. Formell beglückwünschte ihn das Flottenoberkommando, Ressort „Sternjäger“, zu seinem erstklassigen Jedi-Abschuss und übertrug ihm dafür die Staffelführung – ab sofort. Ungläubig las er die wenigen Zeilen ein zweites Mal. Bei Raeth hatte die Möglichkeit bestanden, dass sich der Chief Marshal geirrt hatte. Jedoch stand es mit diesem Schreiben quasi Schwarz auf Weiß fest, war also unumstößlich. Ein Führungswechsel stand beim „Wolves Squad“ an. Im Begriff in dieser Sekunde keinen klaren Gedanken fassen zu können, lehnte sich der menschliche TIE-Pilot zurück.

Erst Fosters Stimme holte ihn ins Hier und Jetzt zurück.
„Kommen Sie, Aiden. Die anderen warten auf uns.“

***​

Rasch füllte sich der Besprechungsraum. Der schäbige Zustand der Baracke sowie die „Spontanität“ hatten die Wahl der Örtlichkeit deutlich eingeschränkt. Dennoch schien sich keiner der „Wolves“ an dieser Kleinigkeit zu stören. Nach Aidens intuitiver Vermutung kämpfte die Hälfte der Staffel noch mit den Nachwirkungen des letzten Abends. So schien im Gespräch zwischen Tey, Fox, Draike und Relis die einzige Konstante das Gähnen zu sein. Murmelnd unterhielten sie sich, klagten kurz über ihren Kater und den wenigen Schlaf und lachten anschließend doch gemeinsam. Im Gegensatz zu der Truppe, die sich allmählich um Kyra gebildet hatte, wirkte die andere Hälfte der Staffel – Drask, Mitsumo, Shaw und Tanaka – zwar fitter, schwieg aber umso mehr. Seiner neuen Position bewusst, unterdrückte der Bastioner ein Seufzen als er sie betrachtete. Hatte er sich eine ordentliche Staffel nicht schon immer so gewünscht?

Gerade als er seiner irrenden Annahme auf den Grund gehen wollte, wandte sich Foster mit ernster Stimme an die Staffel.
„Leute, schön, dass ihr trotz der letzten Nacht pünktlich erschienen seid. Das zeigt, dass ihr zu den Besten gehört.“ Er schmunzelte matt. „Doch der Anlass für diese Besprechung ist leider nicht so feierlich...“ Eine zweite Pause folgte, da der Wing Commander schlucken musste.Das Flottenoberkommando sieht eine Reorganisation der Staffel vor … jedoch werden daran nicht alle Mitglieder teilnehmen.“

Das Geheimnis war gelüftet. Fassungslose Gesichter starrten in Richtung der Staffelführung. Genau wie Foster und Aiden am Abend zuvor diese Nachricht nicht glauben konnten, konnten nun auch ein paar ihrer Untergebenen nicht glauben was sie gerade gehört hatten. Kyra schnaubte abschätzig. Ihr momentaner Gesichtsausdruck zeigte deutlich als welche große Beleidigung sie diese Ankündigung empfand. Etwa zum selben Zeitpunkt murmelte jemand aus Relis' Richtung einen lästerlichen Fluch – so glaubte der schwarzhaarige Captain jedenfalls im aufkommenden Unmut gehört zu haben. Der Bastioner versuchte – genau wie Foster – die Fassung zu wahren. Schließlich hatten sie noch immer eine Art Vorbildfunktion innerhalb der Staffel. Glücklicherweise flaute die (berechtigte) Wut für den Moment ab. So hatte der Wing Commander die Möglichkeit fortzusetzen.

Sein Blick glitt noch einmal in die Runde. Danach räusperte er sich und sagte recht förmlich:
„Der wohl wichtigste Punkt ist, dass man mir die Staffelführung abgenommen und an Aiden übertragen hat. Nach dem Willen der Militärführung soll ich in den nächsten Wochen und Monaten auf Bastion einen Wing aufbauen, der neben dem 'Wolve Squad' noch zwei weitere Elitestaffeln enthalten soll.“ Draike pfiff erstaunt. „Im Zusammenhang mit diesem Auftrag werden gemäß zugestellten Befehle Kyra und Stella einer Staffel TIE/ad Avenger zugeteilt, die sich noch nicht im Aufbau befindet. Sie, Kyra, sollen in dieser Einheit künftig als stellvertretende Staffelführerin tätig sein.“ Fox, Draike und Relis klopften ihr kurz anerkennend auf die Schulter. „Herzlichen Glückwunsch auch von meiner Seite, Kyra. Sie haben sich das verdient. … Daneben möchte ich auch Ihnen gratulieren, Jake Relis. Hiermit befördere ich Sie zum 'Lieutenant'. Das Oberkommando sieht Sie als Stellvertreter in einer respektablen TIE/In-Staffel bei der Ersten Flotte. Sie werden also voraussichtlich weiterhin an der Front bleiben.“ Noch einmal beglückwünschten sich die Piloten herzlich untereinander. „Die zweite Beförderung geht an Sie, Drask. Sie werden künftig ebenfalls den Rang 'Lieutenant' tragen und bei den 'Wolves' bleiben.“

Per Nicken signalisierte der Wing Commander dem Bastioner, dass dieser nun die beiden schmalen Schatullen zum Vorschein brachte. Darin lagen in pechschwarzen Samt gebettet die neuen, polierten Rangabzeichen, die man den beförderten Piloten kaum zwei, drei Sekunden später stolz an die Brust heften würde. Beide verließen unaufgefordert ihre Plätze. Relis stellte dabei ein breites Grinsen zur Schau, Drask hingegen blieb kühl wie immer. Dem gegebenen Rahmen vollkommen angemessen schüttelten Foster und Aiden ihnen die Hände, während ihre Kameraden applaudierten. Später sollte sich der Captain fragen, ob solche (intimen) Momente nicht weitaus mehr wert waren als die großen Zeremonien. Doch in diesem Augenblick lastete die Bürde, die er mit einem Mal tragen sollte, noch zu schwer auf seinem Gemüt. Schließlich entfernte man gerade die letzten Reste der ursprünglichen Besetzung. Zurück blieben nur „unerfahrene“ Piloten – sowie er und Drask. Eindringlich sah Aiden dem blauhäutigen Chiss in die roten Augen. Danach kehrte der fastmenschliche TIE-Pilot wieder zu seinem Stuhl zurück. Sein (ehemaliger) Kamerad, Jake Relis, tat es ihm gleich.

Nachdem sich die beiden wieder gesetzt hatten, setzte Foster noch einmal an.
„Die letzte Änderung betrifft Sie, Draike.“ Sowohl der Wing Commander als auch der Captain blickten zu dem ziemlich exzentrischen Adligen. „Offenbar hat Ihr guter Ruf KDY auf Sie aufmerksam gemacht, obwohl Ihre Heimatwelt, Vandelhelm, im Moment in einem schlechten Licht dasteht (und die neue Führung das geplante Akademieprojekt aufgrund Nerethins aktiver Beteiligung im Sande verlaufen lassen wird). Man möchte Sie als Testpilot gewinnen.“ Draike grinste. Mehr Credits und zudem gehörte damit für ihn der ständige Kampf um Leben und Tod der Vergangenheit an. „Ihr Shuttle geht in vier Stunden. Sie fliegen nach Kuat, während der Rest in zwei Stunden nach Bastion aufbrechen wird. Packen Sie Ihre Sachen zusammen... Die Defender sehen wir mit etwas Glück in einem Hangar wieder...“

[: Rendili-System | Rendili :||: imperialer Militärstützpunkt | Baracke „Krill Sieben“ | Besprechungsraum :||: Captain Aiden Thiuro und die restlichen „Wolves“ :]​
 
[Rendili-System | Rendili | imperialer Militärstützpunkt | Baracke "Krill Elf" | provisorisches Pilotenquartier] Moses]

Moses streckte sich und lies den Kopf kreisen bis es ein "kleines" Knackgeräusch gab. Danach stand er von seinem Bett auf und nahm sich eine neue Uniform aus dem Schrank der in die Wand eingelassen war. Ein kleines bisschen merkte er noch das es in der letzten Nacht etwas später geworden war als gewöhnlich. Während er noch etwas verschlafen in die Nasszelle ging und den Hahn aufdrehte ließ er die vergangene Trauerveranstaltung Revue passieren.

Er war mit gemischten Gefühlen zu dieser Veranstaltung gegangen. Ihm war nicht unbedingt zum Feiern zu Mute, auch wenn es sich in erster Linie um eine Trauerfeier gehandelt hatte. Die Rede oder Reden die gehalten wurden, waren alle darauf ausgerichtet gewesen die Moral hoch zu halten und den Tod der unzähligen Männer und Frauen nicht vergebens erscheinen zulassen. Wenn man es aber auf das einfachste runter brach war es so, dass der die Piloten, Soldaten und Offiziere nur gestorben waren um den Anwesenden das weiter Leben zu ermöglichen. Nichts war gewonnen und der Corellian-Run verloren. Wie eine Lanze die auf das Herz des Gegners gerichtet, wies der Run auf das Herz des Imperiums.

Es bildete sich eine Gänsehaut auf Jarvis Unterarmen wenn er daran dachte das die Neue Republik eine ausgezeichnete Basis besaß um Angriffe in den Kern auszuführen.

Neben dem ganzen propagandistischem Getöse waren tatsächlich einige Taten dabei gewesen die ihn mehr als beindruckt hatten. Zum Beispiel das Manöver dieser recht kleinen und zierlichen Flottenoffizierin (Alexa O'Neil), Moses konnte sich nicht an ihren Namen erinnern. Es hatte etwas Todes verachtendes an sich mit offenem Auge in ein Minenfeld zu fliegen. Später an dem Abend hatte er, nach dem hastigen Genuss von einigen Bier und mehreren Trinksprüchen, wo auf die Gefallen mit jeweils einen klaren Schnaps angestoßen wurde, sich mit mehreren Piloten unterhalten die ebenfalls geladen waren. Es war eine entspannte Atmosphäre auch wenn man den ständigen Schleier des Anlasses bemerkte. Irgendwann bemerkte Moses das er selbst ein wenig zu viel hatte und stieg um auf Wasser und Weißbrot vom Büffet.

Dabei erinnerte sich Moses an den riesigen Flottenoffizier (Jarvis Steiner) der sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls etwas zu essen gönnte. Der Mann wirkte ziemlich ernst und verspannt, naja, wer wusste schon wenn dieser Mann alles verloren hatte.

Im Nachhinein musste er sagen hatte er mehr mit anderen Leuten, als welchen aus dem "Wolve"-Squad, verkehrt. Nur recht kurz stand er zusammen mit Kyra am Büffet und unterhielt sich mit ihr über belanglose Themen. Erst als er vom Staffel eigenen Chiss, Drask, eingesammelt wurde um zum Stützpunkt zurück zu kehren sah er die anderen Staffelmitglieder. Dabei erinnerte er sich das Commander Foster ein ziemlich geknickten Eindruck machte und Aiden wirkte noch frostiger. Was Moses auch auffiel waren zwei Mitfahrer die nicht zu den "Wolves" gehörten. Der eine war ein Mensch (Jestmo), den Moses vorsichtig als Rowdy einstufte aber kein Wort mit ihm wechselte. Der andere war eine Chiss (Carla Halij), und wie für diese Spezies üblich, schlecht einzuschätzen.

Vielleicht lag es an dem Restalkohol in seinem Blut aber an die Rückfahrt erinnerte er sich fast nicht außer einiger kurzer Augenblick wenn sie an einer besonders hellen Reklametafel vorbei gekommen waren.

Fertig mit der Morgendusche und sich mit einem Handtuch abtrocknend sah Moses auf das Chrono was über der Tür zum Quartier hing. Es war noch Zeit für ein Frühstück und vielleicht. einen kleinen Spaziergang um sich die Beine zu vertreten. Mit der Gewissheit das er keinerlei Zeitdruck hat machte er sich, nach dem er die vorgeschriebene Uniform samt Schirmmütze angelegt hatte, auf den Weg zu Messe. Es war nicht zu voll was den eher verschlossenen Piloten freute, mit einem Tablett das mit einem Kaffe und einer ordentlichen Portion Rührei mit Speck beladen war setzte er sich an einen der Tische. Er war wohl gerade fertig geworden als ein Piepen ihn daran erinnerte das er eine persönliche Nachricht erhalten hatte, ein Treffen war eingeplant und zwar jetzt. Moses brachte das Tablett wieder zurück zur Ausgabe und machte sich mit weitausholenden Schritten auf zu dem genannten Besprechungsraum.

Dieser "Besprechungsraum" stellte sich eher als Baracke heraus, aber Moses ignorierte es einfach es war ihm sogar irgendwie lieber als dieser übertriebene Prunk auf der Trauerfeier. Der Raum füllte sich zusehends bis alle "Wolves" bis auf Aiden und Foster anwesend waren. Mit einem leicht vergnügten Schmunzeln musste er feststellen das die "alten" Wölfe wesentlich stärker an der vergangenen Nacht zu knappsen hatten als die "Welpen". Kaum das er das zu Ende gedacht hatte betraten Foster und Thiuro den Raum. Sofort spannte sich Moses an als er Foster sah irgendetwas ging vor sich und das ärgerte ihren Staffelführer gewaltig. Bei Aiden meinte er auch eine gewisse Spannung zu bemerken, war sich bei dem gemütskalten Mann aber nicht sicher.

Nach einem kurzen Schwank um das Eis zu brechen kam auch gleich der Hammer: Sie wurden versetzt, auseinandergerissen oder kurz neu aufgestellt. Bei einigen gab es durch aus Anlass zur Freude. So wurde Kyra zum Beispiel stellvertretende Staffelführerin in einer neuen "Avenger" Staffel. Was allerdings ärgerlich war, zumindest glaubte Moses zu wissen das es für Foster ärgerlich war, das eben jener einen neuen Wing aufbauen sollte wo die "Wolves" nur eine von vier Elite-Staffeln war. Das wiederum ärgerte Moses, er wusste natürlich das es noch mehr Elitestaffeln gab aber die "Wolves" waren schon irgendwie einzigartig gewesen und jetzt wurde diese Einzigartigkeit abgeschwächt. Was allerdings noch schwerer wog war die Tatsache das sie nach Bastion versetzt wurden, den am weitesten entfernten Punkt zur Front. Denn das schwerste war die Zeit zwischen den Einsätzen wenn man nicht wusste wann es wieder losging und auf Bastion würde es gewiss ewig dauern bis er wieder in das Cockpit eines TIEs steigen konnte um den Rebellen zu zeigen wie der Nerf läuft.

Die Beförderungen die Foster erwähnt hatten wurden im Anschluss vorgenommen. Ein Vorgang der Moses deutlich besser fand als diese Propagandaschlacht am Vortag. Danach gab Foster noch eine kleinere Änderung bekannt, Draike war quasi von KDY gekauft worden als Testpilot. Eine Aufgabe die der Mann sicherlich zufriedenstellen würde. Zumal die Front auch für ihn in einige Ferne rückte. Am Ende der gesamten Veranstaltung zerstreuten sich die "Wolves" um ihre Habseligkeiten einzupacken. In Moses Fall war das nicht viel, im Zweifelsfall hätte er nur seinen TIE gebraucht.


[Rendili-System | Rendili | imperialer Militärstützpunkt | Baracke "Krill Elf" | provisorisches Pilotenquartier] Moses]


 
[Rendili-System | Rendili | Rendili City | Stadtzentrum | Kulturpalast | Seitenbereich | Senior Agent Vhiran Konshi, Agent Kaarz und ein Verdächtiger]

Mochte der Abend für die meisten Gäste – abseits vom Heldengedenken – eher ereignislos gewesen sein, so traf diese Beurteilung auf Vhiran Konshis Erlebnisse nicht zu. Zum einen hatte er ziemlich spontan in die „Mentorenrolle“ springen müssen als der Neuling in seinem Team, Operative Celessa Kenzee, kurzzeitig kleinere Selbstzweifel zu bekämpfen hatte. Zum anderen schien diese Nacht für ihn kein Ende zu haben als Yra Kaarz, ein weitere Untergebene, auf einmal einen vermeintlichen Rebellenagenten in der bunten Masse an Zivilisten entdeckt hatte. Koordiniert griffen die sportliche Mirilanerin und der breitschultrige Kiffar in einem günstigen Moment, als sich der Verdächtige auf die Toilette zurückgezogen hatte, zu. So verursachten sie glücklicherweise kein größeres Aufsehen und konnten die Person unentdeckt in ein nahes „Safehouse“ bringen, wo Mar Haako schon äußerst geduldig auf sie wartete.

Derweil der scharfsinnige Neimoidianer mit seinem mehrstündigen Verhör begann, wollte sich der riesige Senior Agent eigentlich auf die Suche nach Kenzee machen, die scheinbar spurlos mit einem Flottenoffizier verschwunden war. Bron'kos umgebaute Cam-Droiden hatten sie beim gemeinsamen Verlassen des Kulturpalast noch flüchtig gefilmt. Doch just in dieser Sekunde meldete sich plötzlich Konshis Vorgesetzter. Die Rebellen hatten einen Angriff auf Rendili gewagt – erfolglos. Außerdem hatte der militärische Nachrichtendienst Informationen über eine Revolte auf Rendili V. Schlagartig schien der Imperiale Geheimdienst mit neuen Einsätzen überschüttet zu werden. Zähneknirschend musste der dunkelhäutige Kiffar die Suche nach seiner blonden Untergebenen abbrechen und dafür in Master Agent Doiaes Büro aufschlagen. Trösten konnte er sich mit dem Gedanken, dass Kenzee nicht auf den Kopf gefallen war. Sie würden schon allein zum Unterschlupf finden.

Ein unscheinbares Im- und Exportunternehmen am Rande der planetaren Hauptstadt diente Konshis Team und einer zweiten Gruppe Geheimdienstler als Unterschlupf. Quartiere, Verhörräume, Zellen, Besprechungsräume, eine Kammer zum Ausrüsten sowie eine Kommunikationsstation – insgesamt fand ein tüchtiger Agent in den Gebäuden alles vor, was er zum Erfüllen seiner jeweiligen Einsätze brauchte. Mit einer dampfenden Tasse Caf in der Hand (und einem recht müden Gesichtsausdruck), schlürfte der Kiffar auf den Besprechungsraum seines Teams zu. Zwar kannte er schlaflose Nächte, aber langsam spielte auch ihm das Alter einen Streich. Kurz fragte sich der Senior Agent, ob er bald eine Versetzung in Erwägung ziehen sollte. Kaarz, die nicht nur jünger war, sondern auch ausgeruht wirkte, gesellte sich grußlos zu ihrem Vorgesetzten. Im Gegensatz zum Militär mit dessen zackigen Salutieren und dem angedeuteten Verbeugen der Verwaltung hatte sich der Imperiale Geheimdienst solcher sinnlosen Dinge längst entledigt.

Zischend öffnete sich die Tür zum (abhörsicheren) Besprechungsraum. Dort saß, zu Konshis echter Überraschung, schon Celessa Kenzee. Kurz nickte der Senior Agent der Blondine zu, während sich zur selben Zeit die Mirilanerin – mit einer gewissen Eleganz – auf einen Stuhl fallen ließ. Um seiner Müdigkeit entgegen zu wirken, genehmigte er sich einen Schluck Caf. Genau in diesem Augenblick betrat der mürrische Gotal, gekleidet in einen dreckigen Overall, den Raum. Zur Begrüßung grunzte er in die Richtung des Vorgesetzten und setzte sich dann ebenfalls auf einen freien Stuhl.
'Die Nacht hat also nicht nur mich erwischt', dachte er sich als er Bron'kos Gähnen sah. Neben Haako, der noch gut zehn Standardjahre älter war, zählten Konshi und der nichtmenschliche Operative eindeutig zum alten Eisen. Bloß Knaarz und Kenzee drückten den Altersdurchschnitt. Doch daran störte sich der erfahrene Agent schon längst nicht mehr. Noch wurden seine Fähigkeiten aktiv gebraucht.

„Gut, wir sind vollzählig...“, brach Vhiran Konshi sein Schweigen und fügte dann flüchtig erklärend für die blonde Operative an: „Agent Haako entschuldigt sich, da der Rebellenagent, den wir gestern geschnappt haben, doch etwas zäh ist.“ Schmunzeln zeigte sich in seinem Gesicht. „Nun. Insgesamt sind die Führung – und natürlich auch ich – zufrieden mit dem Abend. Es gab keinerlei Störung des Heldengedenkens … und das soll bei dieser Nacht schon etwas heißen.“ Er seufzte kurz. „Operative Kenzee, ich hoffe, Sie haben eine Erklärung für Ihre gestrige Abwesenheit. Immerhin hätten wir Sie beim Zugriff (und dem anschließenden Verhör) gebrauchen können.“

[Rendili-System | Rendili | Rendili City | Stadtrand | Geheimdienstunterschlupf | Besprechungsraum | Senior Agent Vhiran Konshi, Agent Yar Kaarz, Senior Operative Bron'ko und Operative Celessa Kenzee]
 
[Rendili-System :: Rendili :: auf dem Weg zum Stützpunkt :: Gleiter :: Passagierbereich :: Admiral Antur Pell und Ensign Triblen]

Für Unwissende war das Heldengedenken makellos gewesen. Im prunkvollen Rahmen des riesigen Kulturpalasts hatte man die Gefallenen geehrt, einige Beförderungen ausgesprochen und sogar live einen Orden verliehen. Wo die Medien bloß wenige Tage davon zehren konnten, blieb dieser Abend so manchem Gast ein Leben lang in Erinnerung. Leider gehörte Antur Pell nicht zu dieser Kategorie „Gast“. Als Befehlshaber der Flottenstreitkräfte in diesem Sektor war er natürlich im Bilde über den erfolglosen Rebellenangriff auf das Hauptsystem. Unverzüglich hatte ihn die anwesende Ordonnanz über den Vorfall in kryptischen Worten informiert, in einen Nebenraum geführt und kurz darauf den Kontakt zur Kommandostelle hergestellt – selbstverständlich über gesicherte Leitungen. So hatte er mehr oder weniger zeitgleich die Abwehrmaßnahmen der hiesigen System- und Sektorflotte sowie einiger Schiffe, die nicht direkt seinem Kommando unterstanden, verfolgen können.

Nun saß der beleibte Admiral gemeinsam mit seinem Adjutanten, der frisch von der Akademie auf Prefsbelt IV kam, in einem gepanzerten Gleiter. Begleitet wurde das schwebende Vehikel seit seiner Abfahrt vom Vorplatz des riesigen Kulturpalasts von einer vierköpfigen Lanze 74-Z Speederbikes des Imperial Fleet Regiment. Mit grübelnder Miene las Pell das Datapad, das man ihm einfach wortlos in die Hand gedrückt hatte. Neue Informationen über den Rebellenüberfall seitens des militärischen Nachrichtendiensts der Flotte konnte er daran nicht lesen – und genau dieser Umstand missfiel ihm sichtlich.
'Bei solchen Dilettanten muss man doch etwas finden!', dachte der Admiral voller Grimm, legte das surrende Gerät zur Seite und ließ den Blick durch die dunkle Landschaft gleiten. In einem rasenden Tempo näherten sie sich dem Stützpunkt.

„Die beteiligten Schiffe sollen der Kommandostelle neben den obligatorischen Berichten sämtliche Sensor- und Navigationsdaten zur Verfügung stellen, falls man das noch nicht getan hat“, brummte der untersetzte Mensch in Richtung des Jungspundes. „Die befohlene Nachrichtensperre bleibt bis zu einer Stellungnahme der Sektoradmiralität bestehen.“

Zögerlich reagierte der unerfahrene Adjutant. „Ich... ich werde Commodore Calfan sofort darüber in Kenntnis setzten, Sir.“ Eifrig machte sich der Ensign ein paar Notizen. „Einige Informationen haben Sie aber schon durch den aktuellen Bericht erhalten.“

„Ja, das weiß ich“, entgegnete der Admiral ungehalten, zupfte an seinem Backenbart und ließ dann seinen Blick zum Fahrer gleiten.

Irgendwie musste er wieder Herr der Lage werden. Hatte seine defensive Strategie, den Großteil der Streitkräfte im Hauptsystem zu sammeln, den Feind zu dieser unbedachten Aktion provoziert? Hätte man diese Störenfriede durch Patrouillen schon eher abfangen können? Mehrere Minuten sinnierte Pell über diese Problematik. Im Gegensatz zu vielen ehemaligen Kameraden, die mittlerweile in der gleichen Rangstufe angekommen waren, galt er als äußerst bedachter Flottenoffizier, der sich vor allem auf die Verteidigung verstand. Der Befehl über eine Gefechts- oder Supersektorflotte hatte ihn deshalb nie interessiert. Er war mit seinem Posten rundum zufrieden. Jedoch bedrohte die Rebellion nun diese Stelle. Immerhin grenzte der Rendili-Sektor an den corellianischen Raum. Musste er also umdenken? Musste er aggressivere Taktiker und Strategen in seinen Stab holen? Knirschend fasste er eine Entscheidung.


„Lassen Sie zudem den Marschbefehl an die Sektorflotte ausgeben, Triblen, wies Pell bedächtig an und sah dieses Mal seinen Adjutanten direkt an. „Man soll die Patrouillen im Sektor verstärken und an 'löchrigen Stellen' die jeweiligen Systemflotten aufstocken.“

Etwas verlegen hüstelte der Ensign als er erwiderte: „Aber Sir, vor ein paar Stunden erreichten eine Reihe beunruhigende Berichte das Sektorkommando. Offenbar findet in den Minenkolonien auf Rendili V eine Art Revolte mit Söldnerbeteiligung statt. Sollten wir nicht da Präsenz zeigen, Sir?“

„Was interessieren mich irgendwelche Söldner?“, blaffte der kräftige Kommandeur der Sektorflotte ungehalten. In seinem Schaffensbereich zu viele Probleme mit einem Mal aufzutauchen. „Von mir aus soll sich Elgrin (Rendilis Systemflotte) mit einem Bombardement darum kümmern...“

Triblen japste erschrocken. „In … in dem Bericht, der Ihnen vorliegt, hat sich die Sektorgeneralität anscheinend dieser Problematik schon angenommen, Sir. Wahrscheinlich liegen deren militärischem Nachrichtendienst schon erste Informationen vor. … Eventuell wäre dann ein Angr...“

„Dann müssen wir uns darum nicht kümmern, Triblen, warf Pell ungerührt ein. „Sehr gut. So kann die Sektorflotte auch meinem Befehl nachgehen. … Und mögliche personelle Schwierigkeiten lösen wir einfach, indem wir die (einsatzbereiten) Reste der Dritten dafür einsetzen. Informieren Sie bitte umgehend Calfan über diese Schritte.“

In der Ferne zeichnete sich allmählich der Militärstützpunkt ab. Über die Jahre hatte sich das Militär nach und nach eine eigene Kleinstadt vor den Toren Rendilis planetaren Hauptstadt geschaffen. Nur an diesem Ort – sowie ausgewählten Camps auf dem Planeten – konnte man heutzutage Soldaten, Kasernen und all die anderen militärischen Dinge entdecken. Sie lebten scheinbar in einer eigenen Welt. Müde von den (zum Teil ungeplanten) Anstrengungen der letzten Stunden – sowie einem ausreichenden Genuss an Alkoholika – schloss der dicke Admiral kurzzeitig seine Augen. Döste für ein paar Sekunden friedlich vor sich hin. Insbesondere der derzeitige Verlauf der Front hatte ihn die letzten Tage kaum Schlafen lassen. Zwar gingen Gerüchte über Angriffe auf New Plympto, Goorla, Rhydonni Prime, Sedratis und Rehemsa um, aber stimmten diese tatsächlich? Konnte sich die Flotte der Rebellen nicht auch gegen Rendili oder Chasin wenden?

[Rendili-System :: Rendili :: auf dem Weg zum Stützpunkt :: Gleiter :: Passagierbereich :: Admiral Antur Pell und Ensign Triblen]

written by
Aiden Thiuro
 
[: Rendili-System | Orbit von Rendili | Werftanlage „Orenth“ | Dock „Orenth Eins“ | Gang :||: Captain Toji Murata und sein Steward :]

Entschlossen ging der commenorische Imperiale den schmalen Korridor entlang. Nach zwei langen Standardwochen sehnte er sich förmlich nach seiner Rückkehr auf sein Schiff, der „Pandora“. Doch in diesem Augenblick kreisten seine Gedanken nicht um den momentanen Werftaufenthalt und die damit verbundenen Probleme, sondern sein Bewusstsein beschäftigte sich einzig und allein mit den dubiosen Geschehnisse der letzten Nacht. Wie eine flüchtige Illusion kam ihm seine Begegnung mit Celina Kez, einer attraktiven Lieutenant der „Rendili Security Force“ vor. Hatte er sie nicht mit auf den Stützpunkt genommen? Hatten sie nicht die Nacht miteinander verbringen wollen? Irgendetwas in seinen lückenhaften Erinnerungen ließ ihn immer wieder auf diese Frage stoßen.

Da Celina aber am nächsten Morgen spurlos verschwunden war, war die Wahrscheinlichkeit, dass er allein eine Antwort fand, äußerst gering. Beschäftigt mit dem naheliegenden Gedanken, einfach ihre Kontaktdaten ausfindig zu machen und sie anzurufen, hatte er so sein üppiges Frühstück verbracht, derweil sein Steward in der Zwischenzeit seinen Seesack gepackt hatte. Jedoch hatte er am Ende der Mahlzeit diese Idee wieder verworfen, weil er ungern in eine beschämende Situation geraten wollte, sollten ihn seine Erinnerungsfetzen letztendlich doch betrogen haben. So hatte der Kommandant der „Pandora“ diese Idee wieder verworfen und war stattdessen gemeinsam mit seinem Untergebenen zu den Landeplattformen aufgebrochen, um ein Shuttle zur orbitalen Werft „Orenth“ zu erwischen.

Gerade als Tojis Gedanken einen neuen Lösungsansatz probieren wollten, verdrängte plötzlich eine Fassade aus Transparistahl das sonst eintönige Grau der Metallwände dieser Werftanlage. Auf diese Weise erhaschte der imperiale Captain ganz unvermittelt einen ausgezeichneten Blick auf seine alte Dame. Erhaben, trotz der schweren Schäden am Bug, lag der rauchgraue Sternzerstörer der Victory-II-Klasse im riesigen Trockendock. Etliche mechanische Drohnen umschwirrten das angeschlagene Kriegsschiff. Grelle Punkte, die vom Schweißen der Metallplatten herrührte, waren hier und da mit bloßem Auge zu erkennen. Unumwunden blieb Toji stehen, beobachtete die Arbeiten und ließ seine Gedanken endlich zu den laufenden Reparaturen wandern. Offenbar kam man mit den zusätzlichen Kräften, die er „aufgetrieben“ hatte, gut voran. Denn inzwischen hatte man die zerstörte Heckpartie – vor allem der Brückenturm – komplett ausbessern können. Flüchtig fragte sich der Kommandant:
'Wie lange man insgesamt noch brauchen wird?'

Danach setzte er, mit einem Seufzer auf den Lippen, seinen Weg zum Gangway fort. Bedingt durch ihren Aufenthalt im Trockendock konnte man das alte Kriegsschiff nicht – wie sonst gebräuchlich – über den Hangar per Fährenflug erreichen, sondern musste über spezielle Korridore gehen. Toji, der nicht zum ersten Mal in einem Dock war, hatte mit der Orientierung keinerlei Probleme. Zielsicher folgte er dem Korridor, passierte ein, zwei Zwischenstationen und betrat anschließend den richtigen Zugang. Da die Gangway eine zum Teil gläserne Röhre war, konnte der Commenorer weiterhin die zahlreichen Droiden und Werftarbeiter sehen, die sich um seine „Pandora“ kümmerten. Voller Eifer schweißten einige Männer in ihren bulligen Raumanzügen hier und da die Rumpfplatten zusammen oder begutachteten das Anbringen der neuen Turbolasertürme. 'Mindestens eine Woche werden wir wohl noch hier verbringen müssen.' Sich mit diesem Gedanken abfindend, ging der Captain auf die Luftschleuse zu.

Hinter der Luftschleuse begrüßte ihn sofort mit einem zackigen Salut der Chiss Thrass, einer seiner Sicherheitsoffiziere, sowie zwei weitere Navy Trooper. Mit ernster Stimme sagte er:
„Captain, unter normalen Umständen würde ich selbstverständlich die Befehlskette respektieren, da ich aber derzeit der ranghöchste Offizier der Schiffssicherheit bin (Captain Browl und Captain de Vries halten sich gegenwärtig auf Rendili auf), muss ich Sie so in Kenntnis darüber setzen, dass wir vor einer Stunde zwei Werftarbeiter beim versuchten Eindringen in die Waffenkammer erwischt haben.“

„Sehr löblich, Lieutenant“, entgegnete Toji sachlich, der sich nun mit einem Mal gänzlich im Alltag angekommen fühlte. „Wie sind Sie mit diesen Leuten verfahren?“

Das rubinrote Augenpaar funkelte kurz. „Ich habe sie in Haft nehmen lassen, Sir.“ Thrass wich nicht einen Zentimeter von der Seite des Kommandanten als dieser in Richtung Turbolift ging. „Natürlich ist ein Bericht schon geschrieben. Genauso habe ich schon die Überstellungspapiere ausgefüllt und für die Unterzeichnung vorbereitet.“

„Eine Kontaktierung der hiesigen Strafverfolgungsbehörden liegt aber noch nicht vor, oder?“, hakte Toji nach und erhielt bloß ein Kopfschütteln als Antwort. „Gut. Dann behalten wir die Inhaftierung für den Moment bei. Schließlich dürfte eine störungsfreie Reparatur der 'Pandora' derzeit eher von Interesse sein. … Dennoch gute Arbeit, Lieutenant.“

Innerlich atmete Toji auf als der junge Offizier der Schiffssicherheit nicht nachhakte. 'Diese Klippe', so dachte er erleichtert, 'dürfte ich schadenfrei umschifft haben.' Trotzdem ließ sich das unangenehme Gefühl, das er verspürte, nicht ganz abschütteln. Schon frühzeitig hatte man ihm beigebracht, dass Vertrauen für einen Kommandanten eine äußerst wichtige Sache war. In einer Schlacht konnte man sich nicht auf die Angst der Untergebenen gegenüber dem Vorgesetzten verlassen. Respekt war ab einem ganz bestimmten Punkt ebenso nutzlos. Nur Vertrauen war belastbar. Just in diesem Augenblick kam ihm das Manöver der „Achilles“ in den Sinn. Bei ihrer Mannschaft musste Alexa eine gehörige Portion davon besitzen, damit diese sich freiwillig einer solchen Waghalsigkeit aussetzten. 'Ansonsten hätte es wohl eine Meuterei gegeben', resümierte der Commenorer, fühlte sich flüchtig an die Exekution erinnert, die er bei Delastine hatte erleben musste, und ließ währenddessen die enge Turboliftkabine zu dem Deck fahren, das seine Kajüte beherbergte.

Obzwar der Captain die letzten beiden Standardwochen – sprich zehn Tage – auf Rendili verbracht hatte, war die Zeit auf der „Pandora“ nicht stehen geblieben. Natürlich hatte Serenety Akaji, in ihrer Funktion als Erster Offizier, einen Großteil der aufgekommenen Papierflut übernommen. Trotzdem ließ ihre Berechtigung auf Dauer nicht einen kompletten Ersatz zu. Manche Schriftstücke hatte der Kommandant schlicht und ergreifend zu unterzeichnen. Und so wurde Toji, als er endlich sein Büro betrat, von einem Schwall geduldiger Dokumente erwartet. Zwischenberichte zu den Reparaturen oder der Vorratslage, Gesuche zur Erweiterung des Landgangs, persönliche Nachrichten – ein Berg an Flimsiplastseiten und Datadiscs hatte sich im Laufe der Tage angesammelt. Seufzend ließ er sich in seinen Sessel fallen, bestellte ein Sandwich sowie eine Tasse Caf bei seinem Steward und ging im Anschluss die private Post durch. Neben seinem Onkel, Henzo, hatte ihm auch sein anderer Cousin, Daichi, geschrieben. Achtlos legte er beide zur Seite als er einen Brief von Harvoc, dem Dockleiter, entdeckte. Offenbar wollte der Senior Chief Petty Officer dreitausend Credits mehr sehen, weil der Zustand der „Achilles“ seinen Worten nach „desaströs“ sei. Erneut glitt ihm ein leiser Seufzer über die Lippen. Ja, der militärische Alltag hatte ihn wieder.


[: Rendili-System | Orbit von Rendili | Werftanlage „Orenth“ | Dock „Orenth Eins“ :||: VSD II „Pandora“ | Deck Drei | Kajüte des Kommandanten : ||:Captain Toji Murata allein :]
 
[ Rendili – Oberfläche – Rendili-City – Raumhafen - Landeplattform – in der Nähe Darth Keebos Schiff ] Sharin, zwei weitere imperiale Offiziere

Vollkommen ruhig stand der rotäugige Chiss da, als um ihn herum die Elemente anfingen, verrückt zu spielen. Mit unnatürlicher Stärke geriet die sonst so ruhige Luft in Bewegung und zerrte mit großer Härte an seiner eben noch perfekt sitzenden Uniform. Seine rabenschwarzen Haare wirbelten in sein Gesicht und versperrten ihm teilweise die Sicht. Dazu kam noch, dass die beiden Begleiter hinter ihm etwas unruhig wurden. Offenbar hatten sie noch nicht so oft neben einem Raumschiff gestanden, das gerade zum Landen ansetzte.

Schließlich setzte das beachtliche Stück aus Durastahl auf dem Boden auf und schlagartig wurde es wieder ruhig, ganz so, als wäre nie etwas passiert. Eine vollkommene Ruhe trat ein, sodass der frisch ernannte Captain sogar das nervöse Herumhampeln eines seiner beiden Begleiter wahrnehmen konnte. Während er seine Frisur und seine Kleidung wieder richtete, wunderte er sich noch einmal, warum ihn unbedingt zwei Offiziere der hiesigen imperialen Flottenabteilung begleiten mussten. Sie waren ungefähr in seinem Alter, also noch sehr jung, wahrscheinlich gerade erst von der Akademie. Keinerlei Erfahrung, keinerlei Kenntnis, keinerlei Ehre. Schon ein kurzer Anblick hatte genügt, um sie nicht zu mögen. Ein kurzer Salut, ein kurzes, einsilbiges Gespräch hatten ausgereicht. Nun beachtete Sharin sie einfach nicht mehr. Sie waren nur aus Repräsentationsgründen hier, also sollten sie nur repräsentieren und keinen Mund aufmachen. Obwohl er eigentlich recht freundlich zu ihnen gewesen war, hatte er sie dies schon merken lassen. Er stand über ihnen, sowohl in der Flottenhierarchie als auch in der Evolutionshierarchie.

Nun fuhr ein Gangway aus dem Schiff und ließ einen kleinen Einblick in das Innere des Schiffes zu. Es war nicht besonders groß, selbst eine Lambda-Fähre hätte es einfach mit seiner Größe aufnehmen können. Doch strahlte es eine düstere Macht aus, die schwer zu fassen war. Die beiden Flügel waren vorne zu Sicheln verengt und wirkten fast so, als würden sie die Feinde des Mannes, der nun aus dem Inneren stieg, fassen und zerquetschen. Eben dieser Mann strahlte eine vergleichbare Aura aus. Er war groß, größer, als die ihn erwartenden Flottenoffiziere und breit gebaut, sodass er schon so eine beachtliche körperliche Präsenz hatte. Daneben schien er jedoch auch eine geistige Düsternis aus, die ihn sofort als Sith kenntlich machte. Es war nicht die rohe Gewalt, die ihn auszumachen schien, da war etwas anderes. Etwas, das auch der Chiss nicht fassen konnte, dem nun ebenfalls etwas unwohl wurde.

Darth Keebo verließ das Raumschiff und notgedrungen musste der blauhäutige Humanoid als Anführer des Empfangskomitee einige Worte an ihn richten. Still räusperte er sich und hob seine Stimme. Sollte da noch so eine ungewisse Kraft zu spüren sein, er würde nicht vor einem Sith zurückweichen.

„Seid gegrüßt, Darth Keebo. Im Namen des Flottenkommandos dieses Sektors soll ich Euch hier auf Rendili willkommen heißen. Zudem ist es mir eine Ehre, Eure Bekanntschaft zu machen. Wie es der Zufall oder das Flottenoberkommando will, wurde ich dazu berufen, mit Euch die nötigen Vorkehrungen zu treffen, die von Seiner allerhöchsten Majestät befohlen wurden.“

Er wollte angesichts der zwei Frischlinge hinter ihm, die eigentlich auch nicht viel weniger Erfahrung als er selber hatten, nicht alle Details auspacken. Dazu würde später noch Zeit sein, wenn die beiden verschwunden waren.

„Ich denke, es ist bald höchste Zeit, sich zu meinem Schiff zu bewegen. Es wird derzeit noch von Reparaturarbeiten behindert, die jedoch im Laufe des Tages abgeschlossen sein werden.“

Hoffentlich waren diese einleitenden Worte eindrucksvoll genug gewesen, sodass der Sith ihn nicht als irgendeinen Schwächling wahrnahm. Eine Katastrophe, wenn der Mensch schon zu Beginn der Zusammenarbeit feststellte, dass der andere, jüngere Mann ihm nicht gewachsen war. Sharin wandte sich um und verließ die Landeplattform, hoffend, dass sein ungleicher Partner ihm folgen würde.

„Ich denke, je länger wir warten, desto mehr wird der Aufbruch verzögert.“ Seine Worte hörten sich plump an und das wurde dem Chiss schmerzhaft bewusst. Er sollte sich nun wirklich zusammenreißen. „Ist es genehm, wenn wir trotz Eures langen Fluges sofort zu meinem Schiff aufbrechen?“

Die beiden Feiglinge, die wohl schon im Angesichts einer kleinen feindlichen Übermacht den Rückzieher machen würden, anstatt ehrenvoll zu sterben, salutierten und verdrückten sich ohne wirklich ein Wort gesprochen zu haben. Unnötig, alle beide. So machte sich Sharin auf dem Weg zu einer Landebucht, von dem er wusste, dass dort kleine Shuttles für wichtige Dienste bereit standen. Schließlich erreichten beide wortlos ein solches Shuttle und bestiegen es. Außer ihnen würde niemand in dem Passagierraum sein, sodass sie nun ungestörter reden konnten. Allerdings würde der Captain nun alleine mit der mysteriösen Gestalt sein, über die kaum etwas wusste. Sicher, einige Dossiers hatte er zugeschickt bekommen, die er auf dem Flug zum Raumhafen kurz überflogen hatte. Doch viel Inhalt zu ihrer Mission war dort kaum vorhanden gewesen. Und noch weniger zu dem Sith, der persönlich vom Imperator geschickt worden war. Nun, die Einzelheiten hätte der Flottenoffizier auch nicht über solch ein Dossier geschickt, welches trotz aller Sicherheitsvorkehrungen immer noch entschlüsselt und vom Feind gelesen werden konnte. Da konnte der Sith ihm alle Einzelheiten auch persönlich übermitteln. Allerdings würde er sich nicht dazu hinreißen lassen, diesen danach zu fragen. Eine solche Blöße zu geben, wäre ebenso gewesen, als wenn er stammelnd und zitternd die große Stärke des Machtbegabten bewundert hätte.

„Nun, Darth Keebo. Wir brechen also zu Friedensverhandlungen mit der Neuen Republik auf. Gehe ich recht in der Annahme, dass es sich dabei nur um eine Finte handelt und einen großen, vernichtenden Schlag des imperialen Militärs verdecken soll?“

Trotz allem musste er diese Frage stellen. Vielleicht konnte der Mensch ihm endlich die Gewissheit geben, dass es sich bei der ganzen Angelegenheit nur um einen Alptraum handelte, der sich in eine paradiesische Vision verwandeln würde, wenn das Imperium die Rebellen endgültig zerschlagen würde. Tief in sich hatte er jedoch auch schon erkannt, dass dem nicht so war. Eine kleine Hoffnung, ein kleiner Strohhalm, nichts weiter. Während das Raumschiff abhob, versuchte er weiterhin, ein Gespräch aufzubauen.

„Ist eigentlich schon bekannt, wer von der Gegenseite als Verhandlungspartner bekannt ist? Irgendein hoher Regierungsvertreter wird sich doch sicher finden, nicht wahr? Der Verteidigungsminister oder der Außenminister? Im Übrigen, ich werde dafür Sorge tragen, dass Euer Schiff in den Hangar meines Schiffes überführt wird.“

[ Rendili – Stratosphäre – Shuttle 438-GY der Lambda-Klasse – Passagierraum ] Sharin, Darth Keebo

OP: Ich hoffe, das ist genehm so. :)
 
[Rendili-System | Rendili | Rendili City | Stadtrand | Geheimdienstunterschlupf | Besprechungsraum | Senior Agent Vhiran Konshi, Agent Yar Kaarz, Senior Operative Bron'ko und Operative Celessa Kenzee]

Angesichts ihres erholsamen Schlafes fiel es Celessa nicht schwer, auf die anderen Mitglieder des Teams zu warten. Gedankenverloren strich sie über das in ihrer Tasche verstaute Datenpad. Sollte sie Captain Murata und die Reparaturarbeiten an seinem Schiff vielleicht jetzt schon unter die Lupe nehmen ? Mit einem innerlichen Kopfschütteln verdrängte die junge Agentin den Gedanken. Dafür war später noch Zeit, eine Untersuchung musste gründlich und in Ruhe erfolgen. Gründlich, ruhig, sachlich, das waren ihre Grundkonzepte für alles, was sie tat.

Ihr Instinkt hatte sich auch diesmal wieder als richtig erwiesen, denn kaum hatte sie sich in ihrem Stuhl etwas zurückgelehnt, da öffnete sich zischend die Tür zu dem Besprechungsraum. Die eindrucksvolle und ihr mittlerweile vertraute Gestalt von Senior Agent Konshi wurde zwar durch einen müden Gesichtsausdruck etwas verringert, mit seiner dampfenden Caf-Tasse hätte er fast in einer Komödie über die Härten der Büroarbeit mitspielen können. Aber nur fast. Flankiert wurde ihr Vorgesetzter von der sportlichen Mirilanerin Kaarz, die deutlich wacher wirkte. Celessa erhob sich und nickte beiden zur Begrüßung zu, bevor sie es den beiden gleich tat und sich wieder setzte. Eine Spur von Neid kam in ihr auf, als sie bemerkte wie elegant Kaarz sich bewegte. Ob Celessa auch so auf andere wirkte ?

Schweigend und ohne großes Zeremoniell warteten die Agenten auf die übrigen Mitglieder des Team. Nach einer Weile gesellte sich auch der Gotal-Fahrer, Bron'ko, zu ihnen, sichtlich müde und in einen von Gebrauchsspuren übersäten Overall gekleidet. Nur Haako, der dürre Neimodianer, fehlte noch. Celessa konnte sich kaum vorstellen, dass Haako wgen Übermüdung nicht auftauchen würde. Wo mochte er sein wohl sein ?

Wie als hätte er ihre Frage gespürt begann Konshi zu sprechen. Sie waren vollzählig ? Interessiert betrachtete Celessa den großgewachsenen Kiffar und hörte aufmerksam zu. Was hatte er da gerade gesagt ? Das Team hatte gestern einen Rebellenagenten gefasst und Haako verhörte ihn gerade ? Überrascht und fasziniert beugte sich die junge Agentin nach vorne, ein kühles Glitzern in ihren blauen Augen. Das dünne Lächeln auf Konshis Lippen ließ Celessa vermuten, dass er wegen ihrer Abwesenheit gestern nicht wütend war, aber sie ärgerte sich in diesem Moment, nicht dabei gewesen zu sein. Es gab für sie kaum etwas schöneres als ein Verhör. Es war für sie wie das Meisterwerk eines Malers, das Lied eines Komponisten, die Poesie eines Dichters. Aufregend und beruhigend zugleich. Aber sie hatte diese Chance verpasst, und nun gehörte dieser Gefangene und als seine Geheimnisse Haako. Sicher, der Neimodianer würde sicher erfolgreich sein, aber Celessa wäre jetzt zu gerne an seiner Stelle.

Die junge Agentin musste sich konzentrieren, um angesichts dieser Gedanken weiter aufmerksam zuzuhören. Konshi verlieh seiner Zufriedenheit - und der der Führung - Ausdruck. Ja, es war wirklich beeindruckend, dass es bis auf einige triviale zwischenmenschliche Konflikte keine Störungen gegeben hatte. Die junge Agentin lächelte dünn und stolz in sich hinein, wurde aber schlagartig wachsam, als Konshi nach einer Erklärung für ihre Abwesenheit verlangte. Natürlich, es war sein gutes Recht zu wissen wohin seine Verhörspezialistin verschwunden war. Sorgfältig legte sich Celessa ihre Argumente zurecht und blieb betont gelassen. Sie musste es nur richtig erklären, dann würde es alles Sinn ergeben.


„Zunächst einmal Glückwunsch zu Ihrem Fang, Sir. Ich bin mir sicher, dass dieser Spion bei Agent Haako in…guten Händen ist.“

Meinte Celessa und präsentierte ein wölfisches Lächeln angesichts der Tatsache, dass der Rebellenagent dies wohl nicht so sehen würde.

„Ich habe tatsächlich eine gute Erklärung dafür, Sir. Sie erinnern sich bestimmt noch an die Gruppe von Flottenoffizieren beim Büffet. Einer dieser Offiziere, ein gewisser Captain Toji Murata, machte unbewusste Andeutungen über Korruption und Betrug bei der Reparatur seines Schiffes. Ich entschied mich, mich für den Rest des Abends an ihn zu hängen und mehr herauszufinden.“

Das entsprach in diesem Sinne durchaus der Wahrheit, auch wenn ihr Verdacht erst deutlich später aufgekommen war. Nach einer kurzen Pause fuhr Celessa fort.

„Nach dem Ende der Trauerfeier verschaffte ich mir über Captain Murata Zugang zum Stützpunkt hier auf Rendili und zu seinem Quartier. Auf seinem Datenpad fand ich Material, das meiner Ansicht nach eine genauere Untersuchung verdient.“

Ruhig und selbstsicher, aber mit dem nötigen Respekt sah die Agentin ihren Vorgesetzten an.

„Angesichts der Tatsache, dass die Mission auf der Trauerfeier beendet war, hielt ich es für legitim, mich um diese Angelegenheit zu kümmern. Ich hoffe, dass Sie meine…Initiative für angemessen halten. Sie erhalten selbstverständlich einen vollständigen Bericht über die Ergebnisse meiner Untersuchung. Wenn es auf den Werften Missstände gibt, dann sind diese von großer Bedeutung für unsere Bemühungen in diesem Sektor.“

Schloss Celessa ihre Erklärung ab und wartete gespannt auf Konshis Reaktion und wohin es sie wohl noch verschlagen würde. Die Holonachrichten hatten von einem Aufstand auf Rendili V berichtet. Die junge Agentin hegte den Verdacht, dass sie den Rendili-Sektor so schnell nicht verlassen würde.

[Rendili-System | Rendili | Rendili City | Stadtrand | Geheimdienstunterschlupf | Besprechungsraum | Senior Agent Vhiran Konshi, Agent Yar Kaarz, Senior Operative Bron'ko und Operative Celessa Kenzee]
 
[: Rendili-System | Orbit von Rendili | Werftanlage „Orenth“ | Dock „Orenth Eins“ :||: VSD II „Pandora“ | Serenety's Quartier :||: allein

Jäh für sie aus dem Schlaf hoch und saß kerzengerade auf der Couch, auf welcher sie die Nacht verbracht hatte. Sie brauchte eine ganze Weile um sich zu Orientieren, zu begreifen, dass sie sich in ihrem Quartier aufhielt. Ihre Augen blickten sich suchend um, so als ob sie einen Anhaltspunkt dafür bräuchte, wie sie hier hergekommen war. Serenety atmete tief durch. Sie konnte sich erinnern, dass sie auf Rendili der Trauerfeier beigewohnt hatte. Was war noch geschehen? Ihr Gehirn schien noch im Tiefschlaf versunken zu sein oder gab es sonst einen anderen Grund warum sie solche Probleme damit hatte, sich an etwas zu erinnern? Ihr Kopf schmerzte, so als ob man ihn gegen die Wand geschlagen hätte. Kein sehr angenehmes Gefühl und ihre Kehle fühlte sich trocken an. Serenety hob ihre Hand, strich sich über das Gesicht und als ihr Blick auf die Glasscherben viel, welche am Boden lagen kehrte die Erinnerung mit einem Mal zurück. Sie hatte die Feierlichkeit verlassen nachdem ihr das Geturtel ihres Vorgesetzten und einer Blondine zu viel geworden war. Sie erinnerte sich, dass sie wütend gewesen war und das Carla ihr gefolgt war, nachdem sie eine kurze Unterredung mit ihrer Cousine gehabt hatte. Die Chiss hatte versucht sie davon abzuhalten die Feierlichkeit zu verlassen und der RSF Lt. keinen Sieg zu lassen. Die junge Exotin jedoch hatte auf diese Art Rat nicht gehört. Das Gespräch der beiden hatte irgendwann geendet nachdem Seren klar gemacht hatte, dass sie hoffte, dass Toji mehr oder weniger aus seinem Verhalten lernen musste. Sie erinnerte sich an einzelnen Gesprächsfetzen mit Carla. Nicht an alles, wie es normaler weiße der Fall gewesen wäre. Sonst konnte sie sich stets an alles, an jede Kleinigkeit erinnern. Diesmal jedoch war es anders. Wie war es dazu gekommen? Der Sekt! Sie erinnerte sich, dass sie an dem Abend einige Gläser Sekt getrunken und später, als sie zurück auf die Pandora gekehrt war, eine ganze Flasche getrunken hatte. Daher rührten ihre Kopfschmerzen demnach. Die Scherben am Boden rührten von der Sektflasche, welche sich wütend an die Wand geworfen hatte. Es war ein Versuch gewesen ihre Wut, den Ärger und alle anderen Gefühle hinunter zu spülen. Allerdings hatte dies nicht wirklich funktioniert. Dabei war sie so viel Alkohol gar nicht gewohnt und genau dies hatte sich gerecht, indem sie sich die Nacht über mehrfach übergeben hatte. Außer Alkohol und Magensäure hatte jedoch nichts aus ihr heraus kommen können. Eine peinliche Aktion bei der sie froh sein konnte, dass sie niemand mitbekommen hatte. Sich derart gehen zu lassen war eigentlich nicht ihr Stil, passte so gar nicht zu ihrem Wesen. Dennoch, dennoch war der Zenit erreicht gewesen. Das Fass war übergelaufen. Fast schon ein Wunder, dass sie nicht viel früher explodiert war.

Alles hatte irgendwann ein Ende und bei ihr war dies in der letzten Nacht gewesen. Alles was sie bisher in sich hineingefressen hatte, was sie hinter eine dicke Mauer gepackt, sorgfältig eingeschlossen hatte war an die Oberfläche gekommen. Ihr innerstes hatte sich nach außen gestülpt. Sie war niemand der Gefühle offen zeigte, mit ihnen hausierte, sondern sie für sich behielt. Doch irgendwann konnte nicht einmal sie dies mehr. Sie konnte froh sein, dass sie nicht auf ihren Vorgesetzten gestoßen war, dem sie so einiges zu sagen gehabt hätte. Jenes Gespräch hätte in einem Streit geendet. Womöglich sogar in noch etwas schlimmerem. Wäre sie nicht so angegriffen gewesen, wär sie geblieben und hätte sich dieser Frau gestellt. Sie hätte durchaus ihren Spaß daran gehabt selbst psychologisch vorgehen zu können. In diesem Punkt hatte sie am letzten Abend gänzlich versagt. Fast schon feige war sie gegangen, hatte den Schwanz eingezogen und sich aus dem Staub gemacht anstatt…, anstatt was? Sich hinzustellen und ebenfalls mit Toji zu flirten? Wäre dies überhaupt gegangen? Es hätte vielleicht funktioniert wenn sie nicht so feige gewesen, ihre Gefühle für sich behalten hätte, anstatt sie ihm zu offenbaren. Sie besaß nicht das Talent wie jene RSF Lt., welche fast schon schamlos einen Flirt beginnen konnte. Genau genommen hatte sie keine Ahnung wie dies ging. Flirten und alles was dazu gehörte war für sie ein Buch mit sieben Siegeln und dabei spielte es keine Rolle die Materie theoretisch zu kennen. Sie war keine Frau, jedenfalls von ihrer Erziehung her nicht. Ihr Vater hatte großen Wert darauf gelegt sie als einen Mann zu erziehen und er hatte ganze Arbeit geleistet. Oft hatte sie ihre Mutter davon sprechen hören, dass Han nicht vergessen sollte, dass er eine Tochter hatte. Aus irgendeinem Grund jedoch hatte Han Akaji nicht auf diese Worte gehört. Natürlich war es sein großer Wunsch gewesen einen Sohn zu erhalten, immerhin ging es um die Familie, darum den Clan weiter zu führen und dies stand nun einmal einem männlichen Erben zu. Die Freude darüber, dass Sayaka noch einmal ein Kind erwartete hatte war riesig gewesen – besonders da sie eine Fehlgeburt bei ihrer ersten Schwangerschaft gehabt hatte.

Ihr Vater war so glücklich darüber gewesen, dass er alles vergessen hatte und es nur noch zählte, dass er ein Kind besaß. Serenety hatte nie ein Problem damit gehabt nicht als Mädchen erzogen worden zu sein. Wahrscheinlich lag dies daran, dass sie ihrem Vater Charakterlich sehr ähnlich war. Sie hatte sich niemals Gedanken darüber gemacht wie anders sie im Vergleich zu einem Mädchen erzogen worden war. Wie hätte sie dies auch gekonnt, wo sie nicht hätte einordnen können wie es sonst hätte anders sein sollen. Ihre Beziehung zu ihrem Vater war von Anfang an stärker gewesen wie die zu ihrer Mutter und dies obwohl es ihre Mutter gewesen war, die sie neun Monate ausgetragen hatte. Die Bindung zwischen Mutter und Kind war normalerweise immer stark. Vielleicht war dies so gewesen als sie noch ein Baby gewesen war, daran konnte sie sich schlichtweg nicht erinnern. Aber als sie in das Alter eines Kleinkindes kam wusste sie, dass die Hauptfigur in ihrem Leben ihr Dad war. Das große Vorbild, der Anker, jener mit dem sie über alles reden konnte. Han hatte jeden freien Moment mit seiner Tochter verbracht, hatte alles daran gesetzt sich um sie zu kümmern. Vater und Tochter waren eine Einheit geworden. Ihre Mutter hatte lang versucht ihr zu zeigen was es bedeutete ein Mädchen zu sein, welche Pflichten damit verbunden waren und welche Aufgaben. Serenety hatte sich dies zwar angehört, doch ihr Interesse war niemals groß geweckt worden. Ihre Cousinen hatten mit ihrem Puppen gespielt, sich mit ihren Kleidchen beschäftigt, den Haaren und was sonst noch Mädchen taten. Sie hingegen hatte sich der Mythologie, der Kampfkunst gewidmet. Sobald sie hatte laufen können hatte ihr Großvater und ihr Vater ihr beigebracht was sie heute konnte. Das Training war hart und intensiv gewesen. Sie hatte sich niemals über Schmuck, Kleidung, Make-up oder sonstigen Kram gekümmert. Natürlich hatte Han sie gefördert, in ihrem Wissensdurst in ihrem Wunsch die Kampfkunst bis zur Perfektion zu erlernen. Für sie waren Waffen wie das Katana weitaus interessanter gewesen. Sie war fasziniert von der Herstellung, der Handhabung gewesen. Hatte dies gelernt. Sie konnte jede Frage darüber beantworten gleich welche. Würde sie jedoch jemand fragen was gerade modisch in war, was für ein Schwarm gerade angesagt war, sie hätte passen müssen.

Sayaka hatte zwar versucht sie dafür zu begeistern, doch war ihr dies nicht gelungen. Bestätigung fand sie bei ihrem Vater, bei ihrem Großvater und so war es gekommen wie es hatte kommen müssen. Sie war heute nicht traurig darüber aber sie wusste nicht wie es wäre, wenn es anders gekommen wäre. Es war stetes schwierig sich auszumalen was alles heute sein könnte, wenn sie damals anders erzogen worden wäre. Zudem hatte sie es nie als „Unnormal“ angesehen, dass Puppen und jeglicher Mädchenkram nicht ihre Welt waren. Natürlich hatte ihre Mutter einige Dinge dennoch durchgesetzt die für eine Frau ihres Volkes wichtig waren. Darunter zählte jedenfalls das Tanzen, die Teezeremonie oder das Kochen. Mit dem Tanzen war es einfach gewesen, da jene Bewegungen ähnlich auch im Kampfsport vorgekommen waren. Die Teezeremonie war bedeutsam und das Kochen, in diesem Punkt hatte sie mehr gekämpft. Sie hatte sich unter ihren Cousinen niemals so wohl gefühlt wie unter ihren Cousins. Ihr Leben hatte einen strafen Plan gehabt auch dann noch, als sie auf die Akademie gegangen war. Hinzu war ihr Studium zur Counselor gekommen. Da sie hochintelligent war, mühelos lernen konnte und sich alles merkte war ihr die doppelte Schiene niemals schwer gefallen. In all der Zeit hatte es niemals ein junger Mann geschafft ihr Interesse zu wecken. Sie hatte sich nicht verliebt oder war in schwärmen gekommen so wie einige andere Absolventinnen auf der Akademie. Serenety war viel zu beschäftigt gewesen um sich auch nur ansatzweiße mit dem männlichen Geschlecht zu befassen. Sie waren für sie nie mehr als Gesprächspartner gewesen, Kumpels. Alles war seinen geordneten Bahnen gefolgt bis vor kurzem!

Und dann, dann war alles ins Wanken geraten, hatte sich alles verändert. Zum aller ersten Mal hatte war ihr Leben erschüttert worden, erschüttert in der Hinsicht das sie jemanden kennen gelernt hatte dem sie näher stand als ihr lieb gewesen war. Eine Person die es geschafft hatte, dass ihre Gefühlswelt ins Chaos versunken war. Zum ersten Mal hatte sie so etwas wie Eifersucht empfunden. Die ansonsten kühle Frau, welche oft wie ein Eisberg rüberkam hatte erkennen müssen, dass sie tiefgehende Gefühle besaß. Jene Gefühle hatten ihr Angst gemacht, hatten sie verwirrt. Die Wahrheit konnte erschreckend sein und Serenety hatte die volle Wahrheit erkennen müssen nachdem eine Feierlichkeit auf Rendili ihr die Augen geöffnet hatte. Die junge Offizieren seufzte leise. Sie war eine Närrin. Es gab kaum einen anderen Ausdruck dafür.

Erneut atmete sie durch, schob dann die Decke von sich und erhob sich. Die Bewegung genügt um ihr eine neue Welle von Schmerzen durch den Kopf jagen zu lassen. Sie würde niemals mehr so hemmungslos mit Alkohol umgehen! Da sie Scherben am Boden beseitigt werden mussten, sie in die Knie musste, was ihr Kopf mit neuerlichen Schmerzen quittierte fluchte sie leise. Im nächsten Augenblick fragte sie sich wie spät es eigentlich war und als sie einen Blick auf ihr Chrono warf erschrak sie fast. Sie Schritt in die Nasszelle um sich das Gesicht zu waschen. Der Spiegel schien sie verhöhnen zu wollen. Dunkle Augenringe lagen um ihre sonst so wachen Augen. Sie schienen sich noch tiefer ins Gesicht gegraben zu haben. Sie sah erschreckend aus. Völlig blas, ihr Haar zerzaust und dünn geworden blickte sie in ein Gesicht, welches nicht das ihre sein konnte. Wie weit er mit ihr gekommen? Die Frage erreichte ihren Sinn und wurde im nächsten Moment zur Seite gedrängt. Spielte es denn überhaupt noch eine Rolle? Ihrem inneren Zustand nach nicht. Seren ließ das kühle Nass in ihre Hände laufen und wusch sich das Gesicht. Ein wenig mehr Leben erwachte in ihr. Sie öffnete den Haarknoten, kämmte ihr langes seidiges Haar und band es zu einem Zopf. Ohne auch nur einen weiteren Blick in den Spiegel zu werfen verließ sie die Nasszelle. Es wurde Zeit an die Arbeit zu gehen und davon gab es genug.


[: Rendili-System | Orbit von Rendili | Werftanlage „Orenth“ | Dock „Orenth Eins“ :||: VSD II „Pandora“ | Serenety's Quartier :||: allein
 
[ Rendili – Stratosphäre – Shuttle 438-GY der Lambda-Klasse – Passagierraum ] Sharin, Darth Keebo

Keebo war in Zivil gekleidet und trug sein Lichtschwert verdeckt. Noch hatte er sich nicht in der Macht verborgen, wohl aber abgeschirmt. Wie er es hasste. Ein Machtbegabter war wie ein Leuchtfeuer in der Finsternis. Keebo war dieses ständige Auffallen zuwider, schlimmer als das aber war dieses ständige Versteckspiel. Sich vor allem und jedem abzuschirmen. Hinter jedem, der ihm begegnete einen Feind wittern zu müssen. Das waren die Sith! Ein Haufen Verblendeter, die nur darauf warteten, sich gegenseitig abzuschlachten um mächtiger zu werden. Eine Brut aus irrsinnigen Mördern, die nichts weiter kannten, als die Befriedigung ihrer niederen Bedürfnisse. Sie alle waren wie Tiere. Allegious schien der schlimmste von allen zu sein. Statt sich selbst seine Finger schmutzig zu machen, statt seine Hände selbst in Blut zu baden schickte er einfach seine Gefolgsleute hinaus. Und sie alle waren verängstigt oder machthungrig genug seinen Befehlen Folge zu leisten. War es das, was sie das Streben nach Macht nannten? Der Imperator legte Ketten um sie, und sie rannten dem lächerlichen Kodex der Sith hinterher, glaubten daran, durch Sieg die Ketten zu sprengen und das, obwohl jeder Sieg sie nur weiter in den Sog der Niederlage zog. Denn sie alle verloren früher oder später das, was sie ausmachte. Sie alle verlernten ihren Verstand zu nutzen, weil die Macht sie beherrschte. Ihre Sinne vernebelte. Die Sith waren nichts mehr als Sklaven der Macht. Sklaven des Imperators und Sklaven der eigenen unbefriedigten Sehnsüchte. Er selbst war einer von ihnen. Nicht besser als der Schlimmste und genau das nagte in dem Moment an dem Mensch. Jede Hoffnung, jeden Wunsch und jede Sehnsucht hatte er eingetauscht für Schmerzen und Alpträume. Er war ein Gefangener. Gefangen in Systemen die er verabscheute und gefangen in sich selbst. Wie beneidete er in dem Moment den Chiss, den er sah, als die Rampe seines Schiffes nach unten fuhr. Wie sehr beneidete er jeden, der wenigstens nicht die Bürde trug machtempfänglich zu sein!

Begleitet wurde der Chiss von zwei weiteren Offizieren und Keebo hoffte, dass sie nicht vor im katzbuckeln würden. Dieses ganze Gehabe verachtete er zutiefst. Dieses ständige zur Schau stellen der Macht, so wie die Sith es tagtäglich an den Tag legten. Captain Avalosh`ari`nuruodo sah jung aus, genau wie die anderen beiden Männer, die ihn begleiteten. Als er das Wort erhob klang seine Stimme gefestigt. Kein angsterfüllter Unterton. Kein zittern in der Stimme und keine überflüssige Verbeugung die niemals Zeichen von Respekt war. Sondern ein Zeichen von Angst oder ihrem Drang, anderen zu schmeicheln. Oh, wie er es hasste, auf devote Wesen zu treffen. Wie er sie verachtete!
Der Chiss begrüßte ihn und hieß ihn auf Rendili willkommen. Ihm war es also eine Ehre mit ihm zusammen zu arbeiten? Nur einen Moment hob Keebo beide Brauen und war versucht den Chiss zu fragen, ob er überhaupt je von ihm gehört habe oder wie er sonst von Ehre sprechen konnte. Doch der Mensch beherrschte sich, ließ sich nicht von dieser Frage hinreißen.

„Ich grüße Euch und Eure Gefolgsleute ebenfalls.“ Entweder war Captain Avalosh demnach ein Genie, oder ein Wahnsinniger, den man alsbald los werden wollte.
„Je schneller wir aufbrechen, desto schneller gelangen wir ans Ziel.“ Die Zeit auf dem Schiff zu verbringen war da wesentlich besser, als sie sich sinnlos im Raumhafen tot zu schlagen.
Als der Chiss fragte, ob es genehm war, schon an Bord zu gehen lächelte Keebo unmerklich. Die beiden anderen Offiziere waren in der Zwischenzeit verschwunden.

„Ich lege keinen Wert auf diese elendigen Spielchen zwischen denen, die die Macht nutzen können und zwischen denen, die es nicht können. Wir beide haben einen Auftrag, dem wir nachkommen müssen und keiner von uns beiden befindet sich in einem Urlaub, indem Wünsche erfüllt werden müssen.“ Demnach musste Avalosh nicht fragen, was genehm war oder nicht. Denn wenn Keebo darauf hätte ehrlich antworten sollen, wäre das verheerend gewesen.

So folgte er dem Blauhäutigen auf sein Schiff.

„Ihr täuscht Euch nicht. Dem Imperator liegt nichts daran Frieden mit den Rebellen einzugehen.“ Dass ihm genauso wenig an den Imperialen lag verschweig Keebo stattdessen. Diese Tatsache aber bewies, dass Allegious kein guter Herrscher war. Bereitwillig würde er Imperiale dahinraffen lassen nur um seine eigene Macht aufzubauen. Lang lebe das Imperium? Lang lebe der Imperator!

„Noch kenne ich keinen Verhandlungspartner. Ich kenne lediglich den Ort, an dem die Verhandlungen stattfinden sollen. Auf wen wir treffen, wird sich zeigen. Fest steht, dass ich mich während dieser Zeit nicht als Sith zu erkennen gebe. Mein Name wird in dieser Zeit Acini Ed sein. Alles andere könnte die Mission gefährden.“ Keebo pausierte, als er das Gesicht seines Gegenübers studierte. Ob der Chiss ebenfalls ein machthungriger war? Ob ihn falsche Illusionen trieben, oder Rache? Er wusste es nicht.
Die Niederlage für die Republik wird verheerend sein“, merkte er schließlich an. Ihm war verboten worden über die Mission zu sprechen, aber Allegious konnte kaum von ihm verlangen, dass er nicht einmal die einweihte, die beteiligt waren. Auf der anderen Seite war es besser, wenn der Blauhäutige so wenig wie nötig wusste. Zu viel Wissen konnte dazu führen, dass sie die Mission gefährdeten.
„Unsere Aufgabe wird sein, die Republik davon zu überzeugen, dass der Imperator Frieden will. Wir dürfen keinen noch so kleinen Fehler begehen, der unsere Integrität in dieser Sache in Zweifel ziehen könnte.“ Gleichzeitig hatten sie darauf zu achten, nicht die eigene Glaubhaftigkeit zu verlieren. Würden sie beginnen den Speichel der Republik zu lecken, war das ebenfalls verdächtig.
„Wenn ihr etwas wissen wollt, fragt. Genaue Details aber, über Allegious Vorhaben kann ich Euch nicht geben.“

[ Rendili – Stratosphäre – Shuttle 438-GY der Lambda-Klasse – Passagierraum ] Sharin, Darth Keebo
 
[Rendili-System | Rendili | Rendili City | Stadtrand | Geheimdienstunterschlupf | Besprechungsraum | Senior Agent Vhiran Konshi, Agent Yar Kaarz, Senior Operative Bron'ko und Operative Celessa Kenzee]​

Korruption im Militär? Im ersten Moment mochte diese Anschuldigung für einen treuen Imperialen schockierend klingen, ja, fast einem Sakrileg gleichkommen. Doch insbesondere der Dienst für die zwielichtige Institution, die man gemeinhin bloß Geheimdienst nannte, desillusionierte schnell, sehr schnell. So fand der muskulöse Kiffar Vhiran Konshis nichts in Celessa Kenzees Aussage, was sein graues Weltbild hätte zerstören können. Er – und genauso der Großteil seiner erfahrenen Kollegen – saßen der allgegenwärtigen Propaganda nicht mehr auf. Zu viel hatte man im Laufe der vielen Jahre gesehen und erlebt, was einen letztendlich von der unschuldigen Zivilbevölkerung des Imperiums, aber auch der Mehrheit der frischgebackenen Operatives trennte. Schon aus diesem Grund nickte er der Blondine anerkennend zu.

„Sie haben wohl einen sechsten Sinn für solche Dinge“, bemerkte Konshi beiläufig und lächelte ein bisschen, um die Stimmung aufzulockern. Danach kehrte wieder schlagartig etwas Seriosität ein. „Haben Sie sich mit den gefundenen Daten schon vertraut gemacht?“

Für den Senior Agent lag der Gedanke nahe. Immerhin zeigte sich die menschliche Bastionerin zum einen äußerst eifrig, zum anderen hatte sie – im Gegensatz zu Konshi – mehrere Stunden gesunden Schlaf gefunden. Korruption gehörte zwar nicht zu den Dingen, die der Geheimdienst hauptsächlich verfolgte – dafür gab es offizielle Strafverfolgungsbehörden –, aber hin und wieder konnte man so Informanten und „willige“ Helfer rekrutieren. Sollte Captain Murata also kooperativ sein, bräuchte er keinen Arrest zu befürchten. Doch solche Einschätzungen standen ihm nicht zu. Höhere Ebenen hatten in letzter Instanz darüber zu entscheiden. Schließlich konnte hier auf Rendili auch irgendein zwielichtiger „Kuhhandel“ zwischen Imperialen Geheimdienst, militärischen Nachrichtendienst und Imperialen Sicherheitsbüro vorliegen. Konshi traute der „Chefetage“ in solche Fällen alles zu.

„Nun...“, brummte der dunkelhäutige Kiffar und wollte damit zum nächsten Thema überleiten. „Die Kriminalität scheint in diesem Sektor nicht nur das Militär zu betreffen.“ Flüchtig räusperte er sich, griff dann nach seiner Tasse Caf und nahm einen weiteren Schluck. „Der Militärnachrichtendienst der Armee hat aufgrund diverser Entwicklungen auf Rendili V um Unterstützung gebeten. Offenbar hat sich dort eine kriminelle Vereinigung etablieren und stabilisieren können...“

Beiläufig stöpselte der breitschultrige Fastmensch sein Datapad an den Holoprojektor, der auf dem Tisch festgemacht war, an. Surrend erwachte das Gerät zum Leben, ließ mehrere Lichter kurzzeitig aufleuchten und projizierte anschließend eine Sammlung der spärlichen Informationen, die man ihm für das Pre-Briefing zur Verfügung gestellt hatte. Hauptsächlich handelte es sich dabei um drei recht kurze Einträge aus dem Holonet (Eins, Zwei, Drei) sowie einem möglichen Missionsprofil. Da man bei der Sektoradmiralität auf ein eigenes Briefing bestanden hatte (und ein anderes Team Hals über Kopf schon aufgebrochen war), konnte Konshi seinen Untergebenen in diesem Fall nur den groben Rahmen nennen. Erneut räusperte sich der Kiffar. Ihm gefiel die kaum vorhandene Informationslage nicht.

„Laut unseren eigenen Informationen ist man bei Bohrungen überraschend auf eine Cortosis-Ader getroffen“, fuhr der Senior Agent fort. „Die dortige Verwaltung hat, wohl in Übereinstimmung mit der Sektoradmiralität, diese Entdeckung unter Verschluss halten wollen, aber anscheinend ist durch ein Informationsleck dennoch etwas nach außen gedrungen – und in die Hände einer Piratenbande gefallen. Medienberichten – und einem Bekennervideo – zufolge führt ein Weequay namens Jaleen Al-Rezaani diese Kriminellen an. Wir vermuten, dass man unsere Unterstützung beim Fassen dieser … Kreatur benötigt.“

Die Sache klang gefährlich und war kein Vergleich mit dem absolvierten Heldengedenken. Agenten konnten sich bei solchen Missionen beweisen. Dementsprechend war der Ehrgeiz groß. Kurz fragte sich der Vorgesetzte, ob er nicht Yra Kaarz schicken sollte. Immerhin hatte die drahtige Agentin im Liquidieren von Personen nicht nur das nötige Wissen, sondern auch einiges an Erfahrungen. Doch sprach das Missionsprofil überhaupt für den Einsatz einer solchen Mitarbeiterin? Wollte die Armee diese Sache dem Geheimdienst überlassen? Nicht nur Vhiran Konshi war sich in dieser Sache nicht sicher, sondern – bloß durch die Blume mitgeteilt – seine Vorgesetzten genauso. Offenbar schämte sich die hiesige Militärführung für diesen Vorfall auf Rendili V so sehr, dass sie weitere Details nur äußerst ungern nach außen dringen lassen wollte. Somit musste nun der breitschultrige Kiffar die richtige Entscheidung treffen.

„Ms Kenzee, ich glaube, Sie sollten etwas mehr vom Rendili-System sehen“, beschloss er am Ende seiner Überlegungen. „Machen Sie sich zügig mit dem hiesigen Datenmaterial vertraut und nehmen anschließend am bevorstehenden Briefing auf dem Militärstützpunkt teil.“ Er stöpselte das Datapad ab und überreichte es der Blondine. „Sie werden einen Feldanzug erhalten. Operative Bron'ko steht Ihnen zudem für das Bereitstellen aller technischer Spielerein, die für diesen Einsatz sinnvoll sind, zur Verfügung.“ Kurz bevor er die Besprechung beenden wollte, fiel ihm noch etwas ein: „Ach, und halten Sie sich mit Ihrer Tätigkeit für unsere Behörde bedeckt. Nur äußerst ungern möchte ich Ihr hübsches Gesicht in den Nachrichten sehen wollen... Entscheiden Sie also weise, wem Sie über Ihre Tätigkeit informieren.“ Noch einmal bedachtet er die schlanke Operative mit seinen kybernetischen Implantaten. „Viel Erfolg, Operative.“

[Rendili-System | Rendili | Rendili City | Stadtrand | Geheimdienstunterschlupf | Besprechungsraum | Senior Agent Vhiran Konshi, Agent Yar Kaarz, Senior Operative Bron'ko und Operative Celessa Kenzee]
 
[: Rendili-System | Rendili | Militärbasis :||: Oberkommando :||: Sector General Sam Vornell, Colonel Jon Sanders, Major Han Strickland, weitere Offiziere :]


Sobald der offizielle Teil der Trauerfeier auf Rendili vorüber war, hatte General Sam Vornell sich aus dem Staub gemacht.
Er mochte sich in seiner langen Karriere einen Namen gemacht und einen Posten erreicht haben, von dem die meisten Imperialen lediglich träumten, doch er verzichtete auf das wohlverdiente Rampenlicht.
Er war nunmal kein Mann der Öffentlichkeit - seine Leidenschaft galt dem imperialen Militär.
Es waren sein strategisches Können und seine Entschlossenheit, die ihm einen Fortbestand in seinem aktuellen Rang in diesem hohen Alter ermöglichten.
Und abgesehen von seiner Abneigung gegenüber Veranstaltungen wie der Trauerfeier, hatte er ganz andere Sorgen: Eine Söldnergruppe hatte den taktisch wichtigen Minenmond Rendili V unter ihre Kontrolle gebracht und nutzte zehntausende imperialer Bürger als lebendigen Schild, während sie ihre Frachter mit dem dort entdeckten Kortosis beluden.
Meldungen der Holonet-News hatten die ganze Lage nur noch mehr angespannt.
So exekutierte Söldneranführer Jaleen Al-Rezaani den imperialen Gouverneur des Monds in einer Liveschaltung zum Holonet.
Militärische Intervention wurde mittlerweile verlangt - an dieser Stelle käme Vornell ins Spiel.

Er hatte nach der Trauerfeier kein Auge zugemacht, sondern stand auf dem Balkon seines Offiziersapartments, trank einen kräftigen Schluck Caf und blickte der allmählich aufgehenden Sonne entgegen.
"General Vornell, Sir?", riss ihn Colonel Jon Sanders aus seinen Gedanken, "Major Strickland und Stellvertreter des Geheimdienstes sind eingetroffen.".
"Sagen Sie ihnen, dass ich gleich bei ihnen sein werde.", befahl der General, ohne seinen Blick von der aufgehenden Sonne abzuwenden.
Mit einem knappen Nicken verschwand der Colonel vom Balkon.
Dies könnte Vornells letzte große Mission werden und er wollte seine Karriere unbedingt mit einem außerordentlichen Sieg abschließen - nicht etwa, weil ihm sein Ruf am Herzen lag, sondern weil er sonst den Eindruck hätte, seiner Pflicht dem Imperium gegenüber nicht wie erwartet nachgekommen zu sein.
Kurz schloss er die Augen, ließ den frischen Morgenwind durch sein Haar zischen und atmete tief durch.
Daraufhin wusch er sich Überreste seines Cafs aus dem grauen Schnurrbart, setzte seine Offizierskappe auf und machte sich auf den Weg zum Planungszentrum der großen Basis.
Dabei handelte es sich um eine kleine Halle, bestückt mit zahlreichen Terminals, welche rund um die Uhr von Offizieren mit verschiedensten Aufgaben besetzt wurden.
In der Mitte der Halle befand sich ein großer Tisch, welcher Landkarten und Pläne holografisch darstellte und zur Missionsplanung verwendet wurde.

Im Planungszentrum warteten bereits einige andere Offiziere an dem großen Tisch auf Vornell.
"Gentlemen!", begrüßte der General die anderen Anwesenden, "Wie Sie wissen, lequidierte Söldneranführer Jaleen Al-Rezaani vor einigen Stunden Gouverneur Harkin auf Rendili V - diese Nachricht kursiert aufgrund der Liveübertragung nun durch das gesamte Holonet.", er runzelte kurz die Stirn und fuhr nach einigen Sekunden fort, "Diese Bastarde lassen unser Militär wie ein Haufen von Witzfiguren aussehen und gerade nach dem Tief unserer Moral wegen Corellia können wir das nicht auf uns sitzen lassen! Wir werden der Galaxis zeigen, dass das Imperium noch immer am längeren Hebel sitzt und werden diese Barbaren gnadenlos auslöschen!".
Die meisten anderen Anwesenden applaudierten der entschlossenen Stellungnahme des Generals - lediglich Major Stricklands Begeisterung hielt sich in Grenzen.
Vornell und Strickland hatten nicht viel für einander übrig.
Und trotz des kaum vorhandenen Altersunterschieds zum General, war Strickland noch immer ein Major.
Vornell belächelte ihn stets dafür, doch tatsächlich bevorzugte der Major die Nähe zu seinen Männern - er hingegen hielt die Heeresleitung des imperialen Militärs für einen Haufen korrupter Heuchler und stellte seine Prinzipien über seine Karriere.

"Das imperiale Oberkommando hat mich mit den Plänen einer Invasion von Rendili V betraut.", erklärte der General, "Ziel der Operation sind sicherlich die Sicherstellung von sowohl den Geiseln, als auch dem Kortosisvorkommen der Mine neben der Hauptstadt Daanon, doch Priorität hat vorerst die Festnahme des Söldneranführers Jaleen Al-Rezaani. Um also eine schnelle Operation mit möglichst geringen Verlusten zu gewährleisten, werden Elemente des Geheimdienstes nach Rendili V geschickt, um verdeckt die Position des Ziels zu ermitteln. Zwei Agenten befinden sich bereits auf dem Mond und ein zweites Team befindet sich momentan für ein entsprechendes Briefing auf dem Weg hierher; sie sollten jeden Moment eintreffen. Sobald wir einen bestätigten Aufenthaltsort Al-Rezaanis haben, werden Stricklands Männer des 134. Infanterieregiments von LAAT-Kanonenbooten im Ashara-Markt Daanons abgesetzt, wo sie die Hauptstraße für einen Konvoi sichern werden, welcher die Stadt aus dem Süden erreichen wird. Strickland, Ihre Männer werden den Konvoi auf dem Weg zum Ziel schützen.".
Strickland schüttelte verärgert den Kopf: "Wenn meine Männer am Boden sind, werden sie nicht wissen, wer Zivilist ist und wer Söldner. Und mit dem Befehl, Feuer lediglich zu erwidern, machen sie sich zur Zielscheibe - mein ohnehin unterbesetztes Regiment wird hohe Verluste machen!".
Vornell blickte dem hitzköpfigen Major amüsiert und zugleich einschüchternd in die Augen: "Aber dafür haben sich die jungen Männer doch verpflichtet. Nun sind sie meine Bauern - und Bauern werden oftmals schon im ersten Zug geopfert."...


[: Rendili-System | Rendili | Militärbasis :||: Oberkommando :||: Sector General Sam Vornell, Colonel Jon Sanders, Major Han Strickland, weitere Offiziere :]
 
Zuletzt bearbeitet:
Rendili-System :: Rendili :: Rendili-City :: Luftbus zum Stützpunkt :: Halijc'arl'ajkartia u.a.

Die Fahrt lief wenig spektakulär ab, Carla wechselte noch ein paar Worte mit Sakura, konnte aber wegen den anwesenden Personen nicht so offen über das Thema sprechen, wie geplant. Nur knapp konnte sie ihr ihre persönliche Meinung und Beobachtungen mitteilen und deutete an, dass, sofern die Zeit es zulässt, mit Serenety noch einmal intensiv gesprochen werden müsste.
Nach einigem allgemeinen, aber amüsanten Small Talk, erreichte der Luftbus den Stützpunkt und die Anwesenden gingen ihrer Wege.
Carla stellte fest, dass dummerweise der Luftbus am genau anderen Ende des Stützpunktes hiel, als gedacht und so musste sie einmal quer durch die Anlage laufen um zu den Flottenquartieren zu gelangen. Dort hatte Lt. Thung eine geräumige Wohnung, die er mit seiner Familie teilte.
Dort angekommen, wurde Carla von einem relativ lockeren Ezanti Thung in Empfang genommen. In zivil wirkte der XO nicht ganz so formel und reichte Carla die Hand. Dienst ist Dienst und Dienstschluß ist Dienstschluß. Die Chiss erwiderte ohne zu zögern den Handschlag.
"Willkommen an Bord." grüßte der Duro leicht scherzhaft.
Alsbald wurde sie der Familie vorgestellt, die beiden Kinder schauten erstmal etwas kritisch, die Eherfrau wirkte aber erstaunlich fröhlich. Sie erklärte der Chiss, dass ihr Mann öfters seine "Arbeit" mit nach Hause brachte.
In dem Wohnzimmer saß ein lässiger Brian DeClay und nippte an einem Glas mit wahrscheinlich alkoholischem Inhaltes.
"Ich habe den Sub-Leutnant eingeladen, um die Angelegenheit in den Docks zu klären." erklärte der XO ernst.
"Und E.T. hat den besten Weinkeller im ganzen Stützpunkt." fügte DeClay nicht ganz so ernsthaft hinzu.
"Das ist leicht übertrieben, aber prinzipiell nicht falsch." nickte Thung.
"Soso...wenn es genehm ist, werde ich mich davon persönlich überzeugen." antwortete Carla und legte ihre Uniformjacke ab, "Und dann bringen Sie mich doch auf den aktuellen Stand der Dinge."
"Ich habe mir vom Wachhabenden Offizier einen vorläufigen, aber sehr detailierten Bericht schicken lassen. Das mussten wir als Materialanforderungsliste tarnen, denn offiziell herrscht noch eine absolute Nachrichtensperre, was den Angriff angeht. Unsere Schäden sind vorläufig behoben, das Schiff wird morgen wieder startklar sein. Es gab ein paar Leichtverletzte, aber keine Ausfälle." berichtete DeClay.
"Wie ist das ganze denn nun abgelaufen?" wollte die Chiss wissen.
"Eine CC-900 ist allein und völlig unerwartet vor der Werft aufgetaucht und hat mit allem geschossen, was die zu bieten hatten. Davon auch einige Torpedos. Das ist für diese Klasse ungewöhnlich, manche halten es für ausgeschlossen, aber solche Modifikationen sind nun auch nicht so selten, wie gern angenommen wird. Jedenfalls hat ein Torpedo einen Golan-Geschützturm erwischt, das muß wohl auch Tote gegeben haben. Unsere Jungs haben dann ein weiteres Torpedo abschießen können und dann wurde auch das Gegenfeuer eröffnet. Bevor so richtig allen klar gewesen sein dürfte, was da passiert war, hat sich der Feind auch schon zurückgezogen." erklärte der Duro.
"Wirft kein gutes Licht auf die örtliche Verteidigung, wenn das raus kommt, dann nimmt uns irgendwann keiner mehr ernst. Naja, wenn ich daran denke, was ich so auf der Trauerfeier gesehen habe, nunja..." räusperte sich die Chiss.
"Was denn?" bohrte der Waffenleitoffizier nach.
"Ein Abend gefüllt von Pathos, Prunk und unter der lackierten Oberfläche liegen Eifersüchteleien und menschliche Triebe. Wenn das mit dem Angriff auf der Trauerfeier herrausgekommen wäre, dann hätte es da eine riesige Welle gegeben." antwortete Carla und nahm einen Schluß aus dem Weinglas, welches Thung's Frau vor ihr auf den Tisch gestellt hatte. DeClay hatte nicht übertrieben, der Wein war in der Tat sehr ausgewogen und schmackhaft.
"Ich hatte schon den abwegigen Gedanken, dass die Jungs von der Gegenseite sich einfach verflogen haben und aus Schiss einfach ein paar "Eier" gelegt haben, damit es nicht ganz so dumm aussieht." meinte DeClay schmunzelnd.
"Wie du schon sagtest, Brian, eine abwegige Idee." schüttelte der Duro den Kopf.
"Ich halte unsere Gegner auch nicht für so beschränkt und dumm, wie man das offiziell immer so kund tut. Eine Invasion sollte das auf keinen Fall sein, das war vielmehr eine Guerillia-Aktion, aber warum die nur mit einem Schiff gesprungen sind, dass ist mir auch ein Rätsel, vielleicht ist bei deren Aktion tatsächlich was schief gelaufen. Jedenfalls ist dabei genug Schaden entstanden. Wie hat die "Aurora" darauf reagiert?" fragte die Chiss.
"Sub-Lt. Dendri hat mir den minutiösen Ablauf geschickt und ich muß sagen, dass die Crew in Bestzeit reagiert hat. Uns ist wohl auch gelungen den zweiten Torpedo abzuschießen. Die Kommunikation mit der Silver Bullit hat auch gut funktioniert. Die Grünschnäbel machen sich." entgegnete der Duro mit einem gewissen Stolz.
"Sehr schön. Das muß auch weiterhin zu klappen, denn ich hatte ein paar sehr aufschlußreiche Gespräche mit den Kommandanten unserer Kampfgruppe. Das wird kein gemütlicher Ausflug, man gab mir sehr unmißverständlich zu verstehen, dass beide Herren von Chiss nicht viel halten." erzählte Carla.
"Das ist auch nicht gerade verwunderlich, wenn man sich die jüngere Vergangenheit des Imperiums ansieht. Das Verhältnis zu den Chiss hat da ein paar Dellen bekommen." meinte DeClay.
"Wenn Sie den Sith-Bürgerkrieg meinen und die Affäre um Janem Menari, da gebe ich Ihnen Recht, inzwischen sind aber schon einige Jahre vergangen." nickte die junge Chiss.
"Ich möchte Ihnen auch nicht verheimlichen, dass es durchaus einige Vorbehalte gab, als bekannt wurde, wer unser neuer Kommandant wird." fügte Ezanti Thung hinzu.
Carla fixierte den Duro mit ihren roten Augen. Die Sache war ihr sehr unangenehm. Dass Mengsk und Aaronson sie nicht akzeptierten war ärgerlich, weitgehend in der Persönlichkeit der beiden Offiziere gegründet und kaum zu reparieren. Wenn ihre Mannschaft Sie hingegen nicht akzeptierte, dann war dies sehr gefährlich.
"Ich hoffe, dass die Mannschaft mich mehr akzeptiert als die Kampfgruppenoffiziere." stellte die Chiss mit einem leichten Stirnrunzeln fest.
"Ich habe mich mal umhören lassen. Der Drill soll zwar schlimmer gewesen sein, als auf der Akademie, aber seit dem Einparkmanöver und dem erfolgreichen Abschluß des Trainings, hat sich die Stimmung deutlich verbessert. Die Feuertaufe heute abend dürfte wohl nur wegen dem intensiven Training so gut abgelaufen sein. Ich vermute mal vorsichtig, dass die Mannschaft hinter ihnen steht. Es wurden aber Befürchtungen laut, dass diese unorthodoxen Flugmanöver zum Alltag gehören könnten. Wir haben ein Beschwerdeschreiben vom Hafenkommandanten bekommen und die haarkleine Auflistung der Beinahezusammenstöße, so ein Eintrag kann die Karriere ziemlich ausbremsen." erklärte der Duro.
"Was aber nichts heißen muß E.T., denn unsere Karriere ist sowieso im Blecheimer, allein weil wir auf einer Lancer gelandet sind, seit dem ich auf dem Schiff bin, kann ich mich an keinen Tag erinnern, an dem wir mal von der Kommandantur ernst genommen wurden. Ich hab auch bei den Dates weniger Erfolg, wenn ich durchblicken lasse, dass ich nur auf einer Lancer diene." entgegnete der Waffenleitoffizier.
"Das liegt wohl eher daran, dass sich dein Haupthaar schon ausdünnt, Brian." bemerkte der Duro trocken.
"Das mußt DU gerade sagen." erwiderte DeClay und deutete auf das nicht vorhandene Haar auf dem Duro-Kopf.
Der Duro lachte und schaute durch das Weinglas wie durch eine Lupe, trank einen Schluck und sagte: "Ich konnte mich zwar anfänglich mit den Flugmanövern auch nicht so anfreunden, aber ich habe den Eindruck gewonnen, Sie wissen was Sie tun und es war mir ehrlich gesagt eine gewisse Genugtuung, miterleben zu können, wie wir dem Hafenkommandanten eins ausgewischt haben. Ich bin froh Sie an Bord zu haben Lt.Commander."
"Ganz meinerseits." erwiderte die Chiss mit einer gewissen Erleichterung.
"Ich bin beim umschalten in der Werbepause auf eine Holo-Nachricht gestoßen, die mich aufhorchen lies." sagte der Duro noch einer Weile der Entspannung und lies eine aufgenommene Holo-Meldung wieder abspielen, in der über die Geiselnahme auf Rendili V berichtet wurde. Inzwischen wurde in der Life-Übertragung, zur besten Zeit die Erschießung des Gouvaneurs Harkin gezeigt und selbst die etwas unscharfe Darstellung hatte etwas brutales und grausames.
Halijc'arl'ajkartia rieb sich nachdenklich das Kinn und selbst der grinsende DeClay schaute recht angewidert.
Die Chiss starte funkelnd auf das Holo und fühlte sich unangenehm an die Konvoiflüge erinnert, wo sie selbst einmal in die Fänge von Piraten geriet und so eine Geiselsituation durchlebt hatte.
"Schrecklich, in der Tat, aber in wie fern hat das mit unserem Auftrag zu tun?" fragte die Chiss.
"Brian und ich haben mal in der Raumkarte nachgeschaut wo dieser komische Mond Rendili V eigentlich ist. Der Felsklumpen ist nämlich ziemlich abgelegen und relativ unbedeutend, da gibt es kaum erschöpfende Informationen zu. Wenn man sich aber mal die Mühe macht und den Mond und seine Lage näher betrachtet, dann stellt man fest..." erklärte der Duro und tippte auf sein Datapad und übertrug eine Karte auf den Holoprojektor, ...das der Mond eine strategisch gute Enfernung zu den Handelsrouten im Rendili-System hat. Kein Knotenpunkt und es führt auch nur eine Hyperraumlinie dort hin, aber mit ein paar Mikrosprüngen kann man bequem alle die Punkte ansteuern, die hier rot markiert sind. Und diese Stellen sind jene, die als Warneinträge für die Konvoirouten eingetragen sind, mit dem Vermerk, besondere Vorsicht walten zu lassen. Sprich, dort häuften sich die Piratenüberfälle. Kann ein Zufall sein, aber ich würde mal tollkühn behaupten, dieser unscheinbare Felsbrocken im All, eignet sich wunderbar als Schlupfwinkel für Piratengesindel."
"Nette Bastelarbeit E.T. aber es gibt auch noch potentiell andere Schlupfwinkel. Rendili V ist doch schon seit Ewigkeiten imperial gewesen, die hätten doch solche Flugbewegungen gemeldet." gab DeClay zu bedenken.
"Nein, gar nicht mal so abwegig. Die Lage ist für solche Operationen ausgezeichnet und der Mond ist sicherlich nicht großartig bewohnt. Wer weiß, wie die Piraten die Kontrollen umgangen haben, aber denen ist ja viel zuzutrauen. Es kann auch Propaganda sein, aber dieser Terrorist sprach ja selbst von einer langjährigen Unterwanderung auf dem Mond. Was, wenn da tatsächlich was dran ist? Kann ein Zufall sein..." bemerkte Carla.
"Jaa...kann auch ein Zufall sein..." brummte der Duro.
"Jep...siehste E.T." nickte DeClay und trank sein Glas leer.
"...genauso wie der Überfall im Orbit ein Zufall war. Wir sollten uns nicht immer von einer angeblichen Unmöglichkeit ablenken lassen, nur weil die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch ist. Gute Arbeit." lobte die Chiss.

Rendili-System :: Rendili :: Rendili-City :: Militärstützpunkt / Wohnblocks am Rande des Stützpunktes / Ezanti Thung's Wohnung :: Halijc'arl'ajkartia, Ezanti Thung und Familie( irgendwo anders im Wohntrakt), Brian DeClay
 
[Rendili-System | Orbit um Rendili | Reparaturdock Jenth 0323 | 418er 'Rampart' | Gänge Richtung Brücke] Jarvis Steiner und Lieutnant Mithel (NPC)


Es waren Arbeitsreiche Tage nach ihrer Ankunft im Rendilli-System gewesen, es galt die Schäden aufzunehmen, Reparaturlösungen zu finden, die Crew aufzustocken und derlei mehr. Insgeheim bedankt sich Jarvis dafür das er einen stramm durchgeplanten Tagesablauf hatte, auch wenn der Grund deutlich weniger angenehm war.
Während er zusammen mit Lieutnant Mithel einen Rundgang durch das Schiff machte, um die verschiedenen Baustellen und deren Fortschritte zu begutachten, lies er die Trauerfeier nochmals Revue passieren. Insgesamt eine gute Veranstaltung, auch wenn ihm der Anteil des überzeichneten Heroismus nicht gefallen hat. Zugegeben, es war wichtig das die Moral hochgehalten und die Zivilbevölkerung nicht alle Einzelheiten erfahren durfte, aber in einer nicht definierbaren Weise kam es dem Mann von Anaxes falsch vor. Deshalb hatte sich Jarvis auch nicht länger als nötig dort aufgehalten, Pflichtbewusst und -schuldig hatte er eine Kleinigkeit am Ende zu sich genommen und das ein oder andere Gespräch mit anderen Gästen gewechselt, war dann aber doch recht früh wieder gegangen. Vielleicht lag es auch nur daran das er sich etwas alleine fühlte auf der 'Rampart'. Vor der Trauerfeier hatte ihn Ti'Rana verlassen, zwar nicht für immer aber doch schon für eine etwas längere Zeit. Sie hatte sich um eine Fortbildung an der Akademie verdient gemacht und wurde für die nächste Zeit wieder an der Akademie auf Anaxes sein. Kurz lächelte er, beim nächsten Fronturlaub würde er sie Besuchen und seine Eltern, jetzt aber musste er sich um die Instandsetzung der 'Rampart' kümmern.

Es gab ja durch aus Kommandanten die selbst Hand anlegten und eine Schweißnaht setzten oder beim Zusammenbau von Aggregaten dabei waren. Jarvis selbst hielt nichts davon, die Männer und Frauen die die Reparaturen ausführten waren ausgebildete Profis und wussten was sie machten, da brauchte er mit seinem Halbwissen nicht dazwischen funken und im schlimmsten Fall hielt er die Mechaniker nur auf. Er beschränkte sich darauf die Prioritäten der Reparaturen zu bestimmen und selbst da ließ er sich vom Technischen Offizier der Reparaturtrupps Hinweise geben.

"Die Crewquartiere auf Ebene sechs und sieben sollten demnächst fertig sein, der Hyperraumantrieb wie auch der Sublichtantrieb benötigen allerdings eine intensivere "Behandlung" als ursprünglich gedacht." Lieutnant Mithel las aus einer Liste der Beschädigungen der 'Rampart' vor die ständig erneuert wurde.

"Dann geh ich davon aus das die Turbolaser und Schildsysteme wieder voll funktionsfähig sind?" Jarvis sah den jüngeren Mann direkt an.

"Äh...einen Moment, Sir..." Hektisch blätterte er durch die Verzeichnisse bis er zu der Bewaffnung kam. "Alle Geschütze bis auf vier und sieben sind soweit wieder betriebsbereit. Die beiden übrigen müssen komplett ersetzt werden da sie nicht zu reparieren sind. Glücklicherweise sollte das nicht allzu lange dauern, da Taim &Bak ihr Hauptsitz hier auf Rendili haben."

Mit einem zufriedenen Lächeln und Nicken nahm Jarvis den Bericht zu Kenntnis. Es ging deutlich voran, dazu musste sich nicht mal Lieutnant Mithel neben ihm bemühen ihm alles vorzulesen, er brauchte nur aus den Brückenfenstern zu sehen um die neuen Hüllenteile zu begutachten wo der Rumpf fachmännisch instandgesetzt wurde. Am härtesten hatte es Steuerbord erwischt wo sie den MC 40 passiert hatten. Auch die beiden neuen Kuppeln über den Schwerkraftgeneratoren legten Zeugnis harter Kampfhandlungen ab. Eigentlich reichte sogar ein wesentlich kürzerer Blick, auf der Brücke selbst gingen die Arbeiten gut voran, es waren fast keine Spuren der Schlacht zu sehen.

Am Ende des Rundganges, der da aufhörte wo er anfing und zwar auf der Brücke, konnte man zusammenfassend sagen das die 'Rampart' in guten drei vielleicht sogar schon zwei Standardwochen wieder einsatzbereit war. Nachdem Jarvis den Lieutnant entlassen hatte, und sich eigentlich einen Moment lang dem Ausblick hingeben wollte, erhielt er eine persönliche Mitteilung des Flottenoberkommandos, genauer von Admiral Jarvis Ravine dem Ressortleiter für Rüstung in der Flotte.


..:: verschlüsselte Nachricht – über militärische Kommunikationswege ::..
- Sicherheitsstufe Beta (hoch) -​

An: Commander Jarvis Steiner – 418 „Rampart“
Von: Admiral Jarvis Ravine, Ressortleiter für Rüstung der Flotte

Betreff: Neue Befehle
Commander Steiner, ich möchte ihnen im Namen des IX. Erprobungskommandos zur Auswahl in das Venator-Projekt gratulieren. Sie und einige andere Probanden werden eine Reihe von Tests und Simulationen durchlaufen an dessen Ende sich herausstellen wird wer der geeignetste Kandidat für unsere Zwecke ist.
Zu diesem Zweck haben sie sich auf Kuat einzufinden wo sie weitere Befehle erhalten werden. Wir erwarten das sie sich unverzüglich auf den Weg machen.

Lang lebe der Imperator,

Jarvis Ravine
- Admiral

Ende der Nachricht -
..:: verschlüsselte Nachricht – über militärische Kommunikationswege ::..

Jarvis lass die erhaltene Nachricht ein weiteres Mal bevor er begreifen konnte das er gerade nach Kuat zitiert wurde um an einem Auswahlverfahren Teilzunehmen. Scheinbar ist irgendjemand im OKW seine Person aufgefallen. Mit der Entschlossenheit die seiner Familie seit jeher zu eigen war, und der Tatsache das Ti'Rana nicht mehr da war die ihn hätte zögern lassen den Befehl Folge zu leisten, packte er einige Sachen, darunter ein Holo von Ti'Rana, und lies eine Lambda-Fähre Startklar machen. Dazu nahm er noch zwei Männer der Marinesoldaten mit, damit er ein paar Vertraute um sich hatte und damit jemanden während des Fluges dabei war mit dem er sich unterhalten konnte.
Nicht mal zwei Stunden nach Eingang der Marschbefehle saß er zusammen mit den beiden Soldaten im Passagier Abteil der Fähre und verließ das Rendili-System Richtung Kuat.


[Rendili-System | Sprungkoordinaten 58-7B zu 357 Richtung Kuat | Lambda-Shuttle S-54/T3 | Passagierabteil] Jarvis Steiner und zwei Marinesoldaten (NPC)

Weiter im Weltraum (Imperium) Thread
 
Zuletzt bearbeitet:
[: Rendili-System | Orbit von Rendili | Werftanlage „Orenth“ | Dock „Orenth Eins“ :||: VSD II „Pandora“ | Deck Drei | Kajüte des Kommandanten : ||:Captain Toji Murata allein :]

Dreitausend Credits mehr. Damit summierte sich der Gesamtbetrag auf inzwischen zwanzigtausend – und ein Ende schien noch nicht in Sicht zu sein. So mancher gerissene Schmuggler brachte einen für diese stolze Summe mit seiner umgebauten Schrottmühle von einer entlegenen Outer-Rim-Welt à la Tatooine bis ins Alderaan-System. Jedenfalls nahm Toji das einen Moment lang an. Leider war sein Gemüt zu diesem Zeitpunkt nicht zum unverfänglichen Scherzen aufgelegt, weshalb der Witz ohne jegliche Wirkung verpuffte. Seine Gedanken waren einfach zu sehr mit Harvocs aufkeimender Gier beschäftigt. War er tatsächlich einem nimmersatten, korrupten Uniformierten aufgesessen? Der Kommandant der „Pandora“ rieb sich die Schläfen. Ohne es richtig gespürt zu haben waren mit dem gewohnten Alltagsgefühl auch die alltäglichen Probleme in sein Leben zurückgekehrt.

Begleitet von einem Seufzer las der Captain noch einmal die äußerst knappe Begründung des Senior Chief Petty Officers durch. Natürlich waren die Schäden an der „Achilles“ schwer, aber hatte Varoc Harvoc nicht genau für solche Schwierigkeiten tüchtige Männer angeworben? Unwillkürlich schob sich Thrass' Schilderung in sein Gedächtnis. Hatte er tatsächlich Kleinkriminellen die Tür zu seinem Schiff geöffnet? Bediente man sich längst an seinen Vorräten oder sogar dem Privateigentum seiner unwissenden Untergebenen? Durch Zweifel genährte Ängste eroberten sein Bewusstsein. Konnte er noch rechtzeitig die Reißleine ziehen? War es noch nicht zu spät? Zufälligerweise fiel sein Blick auf das ungeöffnete Schreiben des hiesigen Sektoradmiralität. Hatte Antur Pell die Geduld verloren und die sofortige Versetzung zu den lokalen Verteidigungsstreitkräften angeordnet? Oder stand gar die befürchtete Ausmusterung der „Pandora“ bevor?

Nicht unbedingt selbstsicher in seinem Handeln, legte Toji Harvos Brief einfach zur Seite und griff stattdessen zögerlich nach dem Schreiben der Admiralität. Da für die Zeit der Reparaturen bloß die Lebenserhaltungssysteme der „Pandora“ betrieben wurden, hatte sich Pells Sekretariat kurzerhand für den altmodischen Postweg zur Zustellung dieses Dokuments entschieden. Behutsam öffnete der commenorische Imperiale das Kuvert, holte den Brief hervor und las Zeile für Zeile. Schon ein paar Sekunden später machte sich Erleichterung bei ihm breit als er erfuhr, dass man nur einen präzisen Zwischenbericht sowie knappe Bedarfsprognosen für vereinzelte Materialien in den nächsten Tagen zugeschickt bekommen wollte. Seine Befürchtungen waren somit unbegründet gewesen. Niemand hatte die Ausmusterung seiner alten Dame im Sinn.

Eine Dreiviertelstunde benötigte der Captain, um die notwendigen Informationen – zum Teil etwas „korrigiert“ – für den Zwischenbericht zusammenzutragen und die Schätzungen seiner zuständigen Unter- und Offiziere zu einer Bedarfsprognose zusammenzufassen. Einige Berichte der letzten Tage hatte Toji dafür durchforsten müssen, wobei ihm hin und wieder Schriftstücke in die Hände gefallen waren, die Serenety während seiner Abwesenheit unterzeichnet hatte. Ganz unwillkürlich kam ihm auf einmal die Frage in den Sinn, ob sie über sein (illegales) Tun Bescheid wusste. Er erinnerte sich unscharf an den Wortwechsel, den sie am Abend zuvor kurz geführt hatten als sie in aller Ruhe das Spalier zum Kulturpalast entlang gegangen waren. Unwissend hatte sie dort geklungen. Doch hatte sie ihm damit die Wahrheit gezeigt? Toji spürte wie sich allmählich die hauchdünnen Schnüre seiner Lügen um seinen Körper wickelten, ihn bewegungsunfähig machten. Schnell, sehr schnell mussten die Reparaturen ein Ende finden, wollte er am Ende nicht unglücklich stürzen...

***​

Ein greller Lichtschein erfüllte flackernd den lädierten Korridorabschnitt und lenkte so für ein, zwei Sekunden gekonnt von der sporadisch flimmernden Deckenbeleuchtung ab. Toji musste sich mit der linken Hand das Gesicht beschatten, um in diesem Augenblick nicht zu erblinden. Sein Blick wich sogar instinktiv in die Richtung aus, wo das grelle Licht am schwächsten war. Gleichzeitig bereute der Imperiale ein bisschen, dass er seine Kajüte verlassen und sich zu einem Rundgang entschlossen hatte. Nachdem er den (frisierten) Zwischenbericht für die Sektoradmiralität beendet hatte, hatte er sich noch um die beiden Erweiterungsgesuche gekümmert. Beide Besatzungsmitglieder wollten ihre auf Rendili lebenden Familien besuchen. Da Landgang für die meisten Mannschaften, deren Schiff an der Front eingesetzt wurde, eine echte Seltenheit war, hatte Toji sie unter recht strengen Auflagen bewilligt. So würden Navy Trooper sie zum Wohnort ihrer jeweiligen Familie bringen und abends genauso abholen. Außerdem ging zum Erschweren eines möglichen Desertionsversuchs zur selben Zeit eine gesonderte Mitteilung an die zivilen Raumhäfen heraus, dass für diese Personen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Militär ein Ausreiseverbot bestand. Danach hatte ihn der Berg an weiteren Papieren zur „Flucht“ bewogen.

Lieutenant Perry Griffin, derzeitiger Chefmechaniker der „Pandora“, stand mit einem prahlerischen Grinsen neben dem Schiffskommandanten. Als der Lärm der Reparaturarbeiten etwas leiser wurde, erklärte er kurz Toji:
„Die Entladungen der feindlichen Ionenkanonen haben sich ziemlich tief in die alten Schaltkreise unserer Kleinen gefressen, Sir. Meine Leute müssen hier mindestens jede zweite Relaisstation auswechseln.“

„Mhm. War die 'Pandora' nicht für eine ordentliche Überholung in den Werften von Yaga Minor?“, hakte der Captain skeptisch nach. „Da hätte man das doch machen müssen!“

Seufzend schüttelte der rangniedrigere Imperiale verneinend den Kopf. „Captain, die Victory-Serie zählt nicht gerade zu den neusten technischen Errungenschaften unseres Militärs. Ich habe eher das Gefühl, dass man sich inzwischen ganz von diesen Modellen verabschiedet hat.“ Ein Arbeiter setzte das Schweißen fort und drängte Toji und Perry Griffin somit zum Weitergehen. „Schon seit etlichen Jahren produzieren die kapitalen Werften wie Bilbringi, Fondor und Kuat lieber das in der gesamten Galaxie berüchtigte Symbol unserer geliebten Flotte – die schlagkräftige Imperial-Serie.“

Der Chefmechaniker sprach die Wahrheit. Daran zweifelte der Schiffskommandant nicht, war seine eigene Vermutung doch in eine ähnliche Richtung gegangen. Natürlich verschrottete man die Schiffe der Victory-Serie nicht, obwohl man ihren Gebrauch an der Front mehr und mehr in Frage stellten, sondern versetzte sie einfach bis zur Ausmusterung in den Dienst der Sektorverteidigung. Denn im Gegensatz zu den Gefechtsflotten überließ das Imperium – insbesondere unbedeutenden Gegenden – gern den System- und Sektorflotten die veralteten Gerätschaften. Offenbar erwartete das höchste Militärgremium, das Imperiale Oberkommando, bloß bei der territorialen Erweiterung ein effektives Vorgehen. Lag darin die Ursache der derzeitigen Niederlagenserie am Corellian Run? Der Gedanke hinterließ eine Gänsehaut. Starb das Galaktische Imperium an seiner eigenen Hybris? Weiter wollte er in diese Richtung nicht denken.

Glücklicherweise ergriff genau in diesem Moment Griffin erneut das Wort:
„Captain, in den letzten Tagen konnte ich einen genaueren Blick auf die Werftarbeiter werfen. Meiner Meinung nach könnte der eine oder andere einen tüchtigen Mechaniker auf einem imperialen Kriegsschiff abgeben...“

„Laut Musterrolle sind ein paar Plätze bei Ihnen offen, nicht?“, fragte der Kommandant nach, wobei er beiläufig die Arme auf den Rücken verschränkte.

Selbstsicher erwiderte der Lieutenant Tojis prüfenden Blick.
„Aye. Mit ihrem feigen Angriff haben die Hapaner ein paar meiner Leute rücksichtslos in den Tod gerissen.“ Griffin hielt inne als er über herrenlosen Stahlträger stieg. Zwei Reparaturdroiden waren in dieser Sektion tätig. „Darunter waren gute Männer, Sir.“

„Probieren Sie das Abwerben, Mr Griffin, entschied der Captain und folgte dem Chefmechaniker. „Jedoch soll das Ganze nicht wie bei einer Pressgang anmuten.“

Erneut zeigte der Bastioner sein breites Grinsen. Die Niederlagen mochten ein schlechtes Licht auf das imperiale Militär – und die Überlebenschancen in dessen Diensten – werfen, aber trotzdem war die niedrige Vergütung höher als bei einem einfachen Werftarbeiter. Dementsprechend standen die Chancen der „Pandora“ momentan nicht schlecht. Gleichzeitig erinnerte sich Toji daran, dass er die Mannschaft auch an anderer Stelle wieder auffüllen musste, bevor der rauchgraue Sternzerstörer der altgedienten Victory-II-Klasse in altem Glanz das Reparaturdock verließ. Kanoniere, Crewmen für Sensorik, Crewmen für Kommunikationstechnik, Sanitäter, Unteroffiziere und Offiziere – an allen Ecken und Enden hatte die Besatzung Verluste erlitten. Während sich die Musterrolle langsam vor seinem geistigen Auge ausbreitete, prüfte er mit ernster Miene ein störrisches Schott. Griffin ächzte leise als er seinen Hydroschlüssel ansetzte, um eine ramponierte Konsole zu öffnen.

[: Rendili-System | Orbit von Rendili | Werftanlage „Orenth“ | Dock „Orenth Eins“ :||: VSD II „Pandora“ | Deck Neun | in Mitleidenschaft geratener Korridor : ||:Captain Toji Murata und Lieutenant Perry Griffin :]
 
Zurück
Oben