Todesstrafe

Smith hatte im Dezember in einem Radio-Interview gesagt, er habe unglaubliche Angst vor der Hinrichtung.

Das ist natürlich nur menschlich. Aber: Ist es jetzt unangebracht zu sagen, dass sein Opfer vermutlich auch Angst (und Schmerzen) hatte?

Erstaunlich, dass die USA, die einerseits so hochmodern ist, es nicht hinbekommt, verlässliche Mittel zur Injektion für Hinrichtungen herzustellen. Es gab ja Berichte, wo sie sonst Substanzen aus Deutschland bezogen hatten. Was scheinbar nicht mehr der Fall ist.
 
Ich denke rein aus medizinischen Aspekt gäbe es mit Sicherheit „humane“ Methoden. Vollnarkose mit Propofol, danach erst die tödliche Injektion. Aber soweit ich weiß weigern sich auch teilweise Pharmafirmen, ihr Produkte dafür zur Verfügung zu stellen.

Ist halt eine ethisch moralische Frage wodurch mehr Schanden angerichtet wird hinsichtlich Schmerzen bei der Urteilsvollstreckung.

Ich will hier auch ausschließlich über technisch-medizinische Aspekte sprechen und keinesfalls über die Todesstrafe an sich.
 
Alabama has carried out the first execution of a death row inmate in the US using nitrogen gas, an untested procedure which the prisoner’s lawyers had argued amounted to a form of cruel and unusual punishment banned under the US constitution.

Kenneth Smith, 58, was pronounced dead at 8.25pm on Thursday evening at an Alabama prison after breathing pure nitrogen gas through a face mask to cause oxygen deprivation. The execution took about 22 minutes.

Alabama claimed that the new nitrogen gas method was “perhaps the most humane method of execution ever devised”. But eyewitness statements from reporters present in the death chamber suggested that Smith’s death was anything but humane.

Quelle: https://www.theguardian.com/us-news/2024/jan/25/alabama-executes-kenneth-smith-nitrogen-gas

Für menschenverachtende und widerwärtige Barbareien ist es völlig unerheblich, welche Methode angewandt wird. Es bleibt im Kern ein Verbrechen des Staates.
 
Ersticken ist auch so ein Asitod. Da ist Erschießen ja humaner .
Kann man die Leute nicht einfach einschläfern so wie man es bei Tieren macht ?
Oder unter Narkose legen und dann töten ?

Fragen über Fragen.
 
Man merkt das Ersticken ja nicht, das ist nicht wie keine Luft mehr bekommen. Gerade das ist ja die Gefahr an Stickstoff, man erstickt, ohne es zu bemerken.
Laut Zeugen war der Bestrafte bei Bewustsein und hat sich rund 2 Minuten gekrümmt und geschüttelt.
Klingt nicht so prickelnd .

 
Zuletzt bearbeitet:
Laut Zeugen war der Bestrafte bei Bewustsein und hat sich rund 2 Minuten gekrümmt und geschüttelt.
Klingt nicht so prickelnd .
Das spricht eher dafür, dass er die Luft angehalten hat. Wenn man die Luft anhält, steigt der CO2-Gehalt des Bluts und man bekommt das Erstickungsgefühl, mit dem der Körper dich dazu zwingen will zu atmen. Der Atemreflex wird durch den CO2-Gehalt reguliert und nicht vom O2-Gehalt. Stickstoff, in hohen Konzentrationen, senkt den Sauerstoffgehalt so schnell, dass man das Bewusstsein verliert, bevor man das Erstickungsgefühl bekommt, weil der CO2-Gehalt nicht so schnell steigt. Man muss natürlich auch den Stickstoff einatmen, ansonsten unterscheidet sich das nicht mehr vom Ersticken durch Strangulation. Unwillkürliche Reflexe kommen noch dazu, lange nachdem der Körper schon tot ist, kann aber bei so ziemlich jeder Todesart vorkommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
In Japan wird noch gehängt wenn die Todesstrafe verhängt wird.

Rein theoretisch kann man auf unzählige Arten "Human" Hinrichtungen vollziehen. Aber natürlich kann es bei jeder Hinrichtung zu situationen kommen die "unnötiges leid verursachen".
 
Hat man nicht gesagt das die Guillotine vermutlich ziemlich schmerzfrei ist sofern richtig ausgeführt? Nicht das ich mir das zurückwünsche aber ich dachte mal gelesen zu haben das man da vermutlich nicht viel spürt (sofern die Klinge etc gut geschliffen ist) Hängen hört sich für mich ziemlich brutal an. Das muss schrecklich sein...
 
Hängen hört sich für mich ziemlich brutal an. Das muss schrecklich sein...

Kommt drauf an, wie man gehängt wird. Beim sogenannten "Englischen Fall", bei dem der Delinquent durch eine Falltür nach unten fällt, tritt der Tod idR nicht durch Strangulation und Ersticken ein, sondern dadurch, dass durch den massiven Henkerskonten das Genick bricht. Die "altmodische" Art, bei der der Delinquent langsam erstickt, ist in der Tat sehr grausam, und kann sich hinziehen, bis der Tod eintritt.
Im Fall der Hinrichtung der NS-Hauprkriegsverbrecher in Nürnberg kam es zu mehreren Pannen. So waren die Galgen in einer Turnhalle eilig zusammengezimmert worden. So war die Falltür zu klein, so dass sich einige der Hingerichteten an deren Kante die Köpfe blutig schlugen, und auch die Fallhöhe war nicht immer korrekt berechnet, was dazu führte, das zB der Todeskampf von Joachim von Ribbentrop 15 Minuten dauerte, da er nicht durch Genickbruch starb, sondern langsam erstickte. Der Scharfrichter John C. Woods henkte in der Zwischenzeit Wilhelm Keitel am zweiten Galgen.

C.
 
Das nennt man dann wohl Ironie des Schicksals. Bei anderen Verbrechern ist es das auch.

Mein Beitrag war jetzt völlig wertfrei. Die Hinrichtungen der NS-Kriegsverbrecher sind sehr gut dokumentiert, und somit als Beispiele, was beim Erhängen schief gehen kann recht gut geeignet.
Persönlich ist es mir - auch als jemand der die Todesstrafe eigentlich ablehnt - natürlich relativ egal, ob sich Figuren wie Hans Frank oder Ernst Kaltenbrunner auf dem Weg nach unten noch die Rübe angeschlagen haben.

C.
 
Die Gerüchte über die Hinrichtungen in Nürnberg haben ja nie aufgehört. Nämlich das der Henker James Woods mit Absicht dei Falltür sowie die Fallhöhe falsch berechnet hat um den Deliquenten Leid zu zu fügen. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.
Was das Erhengen als solches betrifft, so möchte ich erwähnen dass britische Henker das weitaus besser beherrschten.
Allen voran Albert Pierrepont , dem Grandmaster der Henkerszunft im 20.Jahrhundert. Dieser Mann beherrschte den von @Crimson erwähnten "englischen Fall" , auch bekannt als den "langen Fall" so perfekt, dass es bei seinen Hinrichtungtungen nie Probleme gab.
Die endeten immer " sauber " mit einem sofortigen Genickbruch.
Dagegen stehen die von @Ashaar Khorda erwerwähnten Hinrichtungen in Japan. Dort wird mit dem sogenannten "kurzen Fall" hingerichtet. Da erfolgt der Tod durch langsame Strangulation.
 
Zurück
Oben