Yavin IV (Yavin-System)

Yavin 4 - mitten im Dschungel | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus

Die Dschungel des Mondes waren für den reinblütigen Sith vertrautes Gelände, selbst wenn er selbst noch nie hier gewesen war. Sein Heimatplanet war von ähnlicher Vegetation überwuchert, nur gab es dort zusätzlich noch quasi ständige Gewitterstürme und allerlei äußerst aggressive Bestien, da der Planet noch heute von der dunklen Seite der Macht vereinnahmt war und vermutlich bis ans Ende aller Tage einen Nexus der Macht darstellen würde. In diesem Sinne war ihr kleiner Ausflug kaum mehr als ein entspannter Spaziergang für Sedros. Für Daemon hingegen war dies unbekanntes Terrain und entsprechend bewegte sich der Halb-Echani auch etwas...nervös.

„Wir suchen Piranhakäfer. Fleischfressende kleine Bestien. Sie treten im Schwarm auf und haben Nester, in denen eine Königin die Eier des jeweiligen Volkes legt. Die Nester sind meist an den Baumwipfeln zu finden. Jedoch müssen wir so ein Volk erst einmal finden, denn wahllos hier die Bäume zu erklimmen, würde viel zu lange dauern in diesem Wald. Sofern wir in der nächsten Stunde nicht von einem Schwarm angegriffen werden, sollten wir ein größeres Tier erlegen und zerlegen. Der Blutgeruch sollte die Käfer anlocken.“

Doch dann sollte es anders kommen. Daemons Interesse wurde von etwas für Sedros unbekanntem gepackt. Zielsicher bog der Halb-Echani von ihrem bisherigen Weg ab als hätte er ein Ziel und so ließ der reinblütige Sith erst einmal widerstandslos geschehen. Er war selbst neugierig, wohin Daemon sie beide führen würde. Es war schließlich eine Lichtung, auf die sie stießen. In dessen Zentrum war ein uraltes Schiffswrack zu finden. Als sie auf die Lichtung traten, nahmen die Geräusche des Dschungels merklich ab und das Wrack schien über all' die Jahre, wenn nicht Jahrhunderte nicht vom Dschungel vereinnahmt worden zu sein. Dieser Umstand ließ einige Alarmglocken in dem reinblütigen Sith klingeln, denn es war ganz gewiss kein gutes Zeichen.

„Sei vorsichtig, mein Freund. Vegetation und Tierwelt meiden diesen Ort und das kann nur wenige Ursachen haben. Eine wäre ein leckender Schiffsreaktor, der alles um sich herum mit radioaktiver Strahlung überflutet. Oder aber dort befindet sich ein Nexus der dunklen Seite der Macht. Vielleicht ein uralter, beim Absturz verstorbener dunkler Lord der Sith. Sein Echo könnte noch so etwas ähnliches, wie die Reste eines Bewusstseins besitzen und das könnte ziemlich unschön für uns werden. In jedem Fall sollten wir sehr vorsichtig agieren und uns hier nicht allzu lange aufhalten.“

Für den Moment blieb Sedros am Rand der Lichtung stehen und streckte seine Machtfühler aus, um mehr über diesen geheimnisvollen Ort zu erfahren.

Yavin 4 - Dschungel, am Rande der Lichtung mit dem Schiffswrack | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
Yavin 4 - Dschungel Schiffswrack | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus

Daemon spürte, wie seine Entschlossenheit wuchs, als er auf die Lichtung und das uralte Schiffswrack zutrat. Die Worte von Sedros, die warnend in der Luft hingen, durchdrangen seine Gedanken. Doch die Faszination für das Unbekannte überwog die Warnungen. Die Macht, die von diesem Ort auszugehen schien, war greifbar, ein Echo aus längst vergangenen Zeiten.
Sedros Vermutungen über radioaktive Strahlung oder einem dunklen Sith-Lord machten Daemon nervös, aber gleichzeitig spürte er eine seltsame Verbindung zu diesem Ort. Es war, als würde ihn etwas hierher ziehen, eine unsichtbare Hand, die ihn leitete. Eine innere Stimme flüsterte, dass dies mehr war als nur ein zufälliger Fund.
Die Lichtung strahlte eine seltsame Stille aus, als ob die Natur selbst vor diesem Ort zurückschreckte. Daemon sah sich um, versuchte, die Zeichen zu lesen, die der Dschungel ihnen gab. Er spürte keine offensichtliche Gefahr, aber eine unbestimmte Bedrohung lag in der Luft.


"Sedros, ich kann diese Macht fühlen"

Sagte Daemon leise, als er auf das Schiffswrack zeigte.

"Es ist, als ob es lebt, als ob es eine Geschichte erzählt. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich spüre, dass es uns etwas mitteilen will. Es ruft nach mir."

Sein Blick durchdrang die Vegetation, als ob er versuchte, einen Blick auf das Unsichtbare zu erhaschen. Die Dunkelheit in ihm schien sich mit der Dunkelheit dieses Ortes zu verbinden und es erfüllte ihn mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Unsicherheit.

"Vielleicht... vielleicht gibt es hier Antworten. Antworten auf Fragen, die ich mir noch nicht einmal gestellt habe. Aber wir sollten vorsichtig sein. Diese Macht ist uralt und ich bezweifle, dass sie unsere besten Absichten teilt."

Daemon spürte eine Mischung aus Aufregung und Respekt vor dem, was vor ihnen lag. Die Unbekannte, die Geheimnisse der Sith-Vergangenheit, schienen zum Greifen nah zu sein. Und während er voranschritt, fühlte er, dass dies nicht nur eine physische Reise war, sondern auch eine Reise in die Tiefen seiner eigenen dunklen Seite.

“Die Frage ist nur…warum hat es vor uns noch nie jemand gefunden?”

Sein Entschluss gefasst, betrat Daemon vorsichtig die Lichtung, auf der das uralte Schiff thronte. Das Knirschen von Blättern unter seinen Stiefeln mischte sich mit dem Flüstern des Windes. Das Wrack, von Moos und Zeit gezeichnet, erhob sich wie ein Mahnmal für vergangene Größe.
Daemon betrat das Innere des Schiffes, eine finstere Höhle von Rost und Dunkelheit. Die Wände schienen Geschichten zu erzählen und die Macht pulsierte stärker, je tiefer er eindrang.
Fremde Symbole, halb verblasst, zeugten von einem vergangenen Zeitalter. Daemon spürte die Gegenwart von etwas Älterem, Mächtigerem, das sich in den Wänden manifestiert hatte. Seine Hand strich über das verwitterte Metall und eine Welle dunkler Erkenntnis durchströmte ihn.
Tiefer in das Innere des Schiffes eindringend, stieß er auf einen Raum, der von einem sanften Glimmen erfüllt war. Seltsame Artefakte, von der Zeit gezeichnet, lagen hier verstreut. Eines davon zog seine Aufmerksamkeit besonders auf sich.
Daemon griff nach einem schwarzen, glatten, polierten Stein. Er war kalt in seiner Hand und dennoch pulsierte er mit einer eigenartigen Energie. Eine Flut von Visionen durchströmte sein Bewusstsein, Bilder von Kämpfen, dunklen Ritualen und dem Sturz einer Zivilisation.
Daemon stürzte augenblicklich zu Boden und begann heftig zu krampfen und Schaum zu spucken.


Yavin 4 - Dschungel, Schiffswrack | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
Yavin 4 - Dschungel, am Rande der Lichtung mit dem Schiffswrack | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus

Sedros ließ Daemon in seinem Drang gewähren. Die Warnung war ausgesprochen worden und der reinblütige Sith war keine Glucke. Also ließ er seinen Begleiter in das selbst ausgesuchte Verderben rennen und folgte mit etwas Abstand in Hörweite.

„Warum vor uns noch niemand hier war? Nun, erst einmal wissen wir das nicht. Davon ab ist die offensichtliche Antwort: Wir sind nur hier, weil wir im lebensfeindlichen Dschungel selbst etwas suchen. Niemand sonst läuft hier herum und selbst wir sind über diesen Ort erst gestolpert als wir sehr nahe waren. Aus der Luft war nichts zu bemerken.“

Ein unheimlicher Schauder lief dem reinblütigen Sith über den Rücken als sie das Schiff betraten. Die dunkle Seite der Macht war wahrlich stark hier, das würde selbst ein Kind erkennen können. Dieser Besuch galt nicht ihm, also ließ Sedros den Dingen ihren Lauf. Daemon hingegen schien fast fremd gesteuert zu sein und alle Warnungen in den Wind zu werfen. Unerschrocken kletterte er die zusammengefallene Rampe am Heck des Schiffes hoch und erkundete das Innere. Die Symbole an den Wänden und auf den Geräten im Inneren waren dem reinblütigen Sith vertraut, er hatte sie schon unzählige Male gesehen. Es war ein uralter Dialekt der Sithsprache, gesprochen in der Hochzeit eines längst vergangenen Sith Imperiums. Aus einer Zeit in der es viele Sith mehr gegeben hatte als heute.

Schiffe wie dieses waren als persönliche Fähren selbst einfacher Sithkrieger ausgegeben worden. In den großen Schlachten gegen die Republik flogen ganze Schwadronen dieser Raumschiffe gegen die Republikanischen Streitkäfte in die Schlacht. Es war eine glorreiche Zeit für die Sith gewesen. Eine Zeit, die schon lange vorbei war. Jahrtausende genau genommen. Das heutige Imperium war nur ein billiger Abklatsch der Vergangenheit, der dem Vorbild nicht einmal ansatzweise nachkam. Natürlich interessierte das heute niemanden mehr. Das alte Sith Imperium war untergegangen und hatte damit seine Fehlbarkeit bewiesen. Und doch weigerten sich die heutigen Sith aus der Vergangenheit zu lernen und wiederholten alte Fehler.
Sedros seufzte. Auch das bedeutete es Sith zu sein. Die Schwachen würden in ihrem Wahn vergehen und die Starken würden bestehen. Er hoffte nur, dass am Ende noch genug vom Imperium übrig war, dass die Republik sie nicht überwältigte. Es lag an den jungen Leuten wie ihm selbst und Daemon dafür zu sorgen, dass das Imperium weiter bestand. Und wehe jenen, die ihrem Ziel im Weg standen...

Doch dann wurde
Sedros aus seinen Gedanken gerissen und zurück in die Gegenwart geholt. Der Halb-Echani hatte unbedarft ein unscheinbares Etwas aufgehoben und lag nun krampfend und Schaum spuckend am Boden. Der reinblütige Sith seufzte erneut. Er hatte ihn doch gewarnt, warum hatte er einfach unbedarft hier irgend etwas angefasst? Wie auch immer, Sedros schloss zu seinem Begleiter auf und sah sich in dem Raum um. Hier gab es einige Artefakte, die sofort sein Interesse weckten und einer näheren Untersuchung bedurften. Doch dafür war jetzt keine Zeit. Eilig schnitt er eine lange Stoffbahn aus seiner Robe, faltete, verdrehte und verknotete sie und trat dann auf Daemon zu. Einer so unkontrolliert krampfenden Person zu helfen, ohne sie oder sich selbst zu verletzen war gar nicht so einfach. Man konnte sie nicht festhalten, da dabei recht wahrscheinlich ein Knochen brach oder ein Muskel riss. Sei es nun beim unkontrolliert Krampfenden oder beim Helfer. Und doch war es wichtig, etwas zwischen die Zähne des Krampfenden zu schieben, damit er sich im Anfall nicht die Zunge aus Versehen abbiss und am eigenen Blut erstickte. Es dauerte einen Moment, doch dann gelang es Sedros, den Knebel zwischen Daemons Zähne zu bekommen. Anschließend zog Sedros ihn in die Mitte des Raumes, damit er nicht gegen eine Wand oder spitze Kante stoßen konnte, die akute Gefahr war also gebannt.

Als nächstes ging es um das Seelenheil des Halb-Echanis.
Sedros hob den Stein des Anstoßes dieser Misere auf und begutachtete ihn auf allen Seiten, konnte jedoch nichts auffälliges daran feststellen. Was auch immer sich darin versteckt hatte, schien jetzt von Daemon Besitz ergriffen zu haben. Der reinblütige Sith schnalzte genervt mit der Zunge. Das war alles andere als ein gutes Zeichen. Also hob er sein Haupt und rief in den Raum hinein.

„Gut, wir haben alle über deinen kleinen Streich gelacht. Jetzt ist aber auch gut. Lass ab von dem Welpen, dann können wir uns wie Erwachsene unterhalten! Was willst du von ihm?!“

Natürlich gab es keine Antwort, das wäre auch zu einfach gewesen. Der reinblütige Sith fluchte.

Yavin 4 - Dschungel, im Schiffswrack | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus, unbekanntes Machtecho
 
Yavin 4 - Dschungel, am Rande der Lichtung mit dem Schiffswrack | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus

Daemon kämpfte gegen die letzten Nachbeben des Krampfanfalls an. Die Welt kam ihm unwirklich vor, als ob er zwischen den Schatten und Lichtern der Macht wandelte. Sedros Worte drangen wie dumpfe Schläge zu ihm durch. Der Knebel zwischen seinen Zähnen war unangenehm, aber notwendig. Er spürte, wie sich die Macht um ihn herum zu kräuseln schien, als ob sie auf seine Unruhe reagieren würde.
Die Stimme, die in den Raum hineingerufen hatte, blieb unbeantwortet. Daemon zwang sich, aufzustehen, nachdem seine unkontrollierten Bewegungen endlich aufgehört hatten und spuckte den Knebel aus. Völlig durchgeschwitzt fiel sein Blick auf den schwarzen Stein.


“Das war unschön….das ist mehr als beunruhigend. Das hatte ich noch nie. Was war das?!”

Die Visionen, die es ihm gewährt hatte, hatten sein Innerstes berührt und doch war da eine Zögerlichkeit, sich vollständig darauf einzulassen.

"Verdammt noch mal, was war das?"

Murmelte Daemon, der immer noch von einem Gefühl der Unruhe ergriffen war und taumelte zu einer der verzierten Wände.

"Ich will hier raus… ."

Seine Hand deutete in Richtung des Ausgangs des Schiffes.

"Ich... ich glaube, ich weiß, wo wir vielleicht finden, wonach du suchst oder zumindest etwas finden, was vielleicht auch von Wert ist."

Meinte der Weißblonde, während er schwankend auf den Ausgang zulief. Seine Worte waren vorsichtig, als ob er die Macht nicht unnötig herausfordern wollte.

"Ich hatte eine Eingebung, als ich diesen Stein berührt habe. Eine Vision von einem Ort hier auf Yavin 4. Es könnte ein Sith-Artefakt geben, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich danach suchen will. Diese Macht... sie fühlt sich gefährlich an."

Meinte der Halbechani als sie draußen waren und wischte sich mit seinem Ärmel den Schweiß von der Stirn. Es war so schon verdammt heiß hier im Dschungel.

“Aber im Moment müssen wir die Piranhakäfer finden. Wegen ihnen sind wir hier. Ich glaube, die Macht hat mir einen Weg gezeigt. Wie eine Karte von diesem Planeten…. . Unheimlich. Lass uns das erledigen, dann können wir entscheiden, wie es weitergeht. Lass uns aber erstmal weg von diesem Schiff… ."

Daemon fühlte sich sichtlich unwohl und wirkte nervöser, als er es sonst von sich Preis gab.

Yavin 4 - Dschungel, am Rande der Lichtung mit dem Schiffswrack | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
Yavin 4 - Dschungel, im Schiffswrack | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus, unbekanntes Machtecho

Der Spuk war schneller vorbei als erwartet. Zum Glück. Sedros war zwar willens, aber nicht sonderlich erpicht darauf gewesen, im Verstand seines Begleiters herumzupfuschen, um zu vertreiben, was auch immer von ihm Besitz ergriffen hatte. Er steckte den kleinen schwarzen Stein, der Daemon Leid zugefügt hatte, erst einmal ein.

„Achte auf deine Schritte. Sobald das Adrenalin nachlässt, wirst du den Schmerz in deinen Muskeln und Knochen wahrnehmen. Die Krämpfe, die du hattest, haben förmlich versucht, deine Muskeln von den Knochen zu reißen. Wir haben keine Aufputschmittel dabei, um dich wieder auf Vordermann zu bringen. - Du hast recht, lass uns diesen Ort erst einmal verlassen und später, besser vorbereitet, zurückkehren.“

Als sie das Schiff verließen markierte er ihre Position auf seinem Datapad. Das Wrack barg noch einige interessante Geheimnisse, die er ergründen wollte, sollte er einmal mehr Zeit haben. Ihr kleiner Ausflug hatte sich schon jetzt als furchtbar erwiesen und sie hatten kaum angefangen, die Umgebung auszukundschaften. Daemon sprach von einer Eingebung, einer Vision, die ihm gleich einer Schatzkarte einen Ort gezeigt hatte. Natürlich erwartete der reinblütige Sith eine Falle und blieb argwöhnisch.

„Erzähl, was genau hast du gesehen? Wo soll sich dieses Artefakt befinden, ist es weit von hier entfernt und hast du eine Ahnung, was genau es darstellen könnte?“

Geduldig überließ Sedros dem Halb-Echani die Führung, war er doch nur ein passiver, fast zufälliger Zuschauer bisher. Doch das war ihm nur recht, wenigstens einer von ihnen sollte einen kühlen Kopf bewahren und vollständig kampfbereit sein. Sonderlich eilig, die Tiere zu fangen, hatte er es nicht. Der Mond war voll davon und sie würden auch morgen noch da sein. Dennoch widersprach er nicht. Das Sammeln der Völker war tatsächlich der Hauptgrund ihres Hierseins und es schadete auch nicht, erst einmal ihrem ursprünglichen Plan zu folgen. Ganz im Gegenteil, es war sicher besser, dass Daemon erst einmal nur leichten Tätigkeiten nachging und sich von dem Schock erholte, den ihn das Adrenalin in seinen Adern noch verwehrte, wahrzunehmen.

„Erinnere dich an dein Kampftraining, konzentriere dich auf dein Zentrum und atme 10 mal tief durch. Du hast vor mir nichts zu befürchten, mein Freund. Dennoch sollte ein Sith niemals seine Verunsicherung so offensichtlich zeigen. Wir sind einander viel zu häufig mehr Feind als die Jedi und das Zeigen von Schwäche könnte einen Möchtegernrivalen dazu verlocken, deine momentane Verunsicherung irgendwie auszunutzen. Vergiss das nie, es könnte dir irgendwann das Leben retten.“

Es sollte tatsächlich den Rest des Tages dauern, bis sie die drei Piranhakäfervölker ausfindig gemacht, eingefangen und sicher in den Transportbehältern in ihrem Basislager verstaut hatten. Jede der Jagden war ein wundersames Schauspiel, das man wohl nur glauben konnte, wenn man es mit eigenen Augen sah. Der reinblütige Sith bewies einmal mehr, dass er eine unheimliche Kontrolle über Bestien aller Art ausüben konnte. Hatten sie einen kleinen Jagdtrupp der Tiere erst einmal ausgemacht, zwang er sie unter seine Kontrolle und befahl ihnen, die beiden Sithjünger zu ihrem Nest zu führen. Unerschrocken kletterte der reinblütige Sith jedes Mal den Nestbaum hoch, seine scharfen Krallen erwiesen sich dabei als äußerst nützliche Kletterwerkzeuge und bewiesen ihre Schärfe, wenn man bedachte, wie einfach Sedros sie in die Baumrinde stoßen konnte. Schnell verschwand er zwischen den Blättern, nur um dann wie eine dämonische Gestalt aus einem Schauermärchen wieder hinabzusteigen.

Hunderte, wenn nicht tausende der Tiere krochen überall über seinen Körper und unter seine Kleidung. Sie wirkten merkwürdig friedlich, wenn man einmal bedachte, wie die beiden die halb aufgefressene Jagdbeute der Tiere vorgefunden hatten.
Sedros schien ganz im Einklang mit den Tieren zu sein und der Gedanke, dass so viele Piranhakäfer ihn in Sekunden komplett alles Fleisch von den Knochen fressen könnte...schien ihm gar nicht zu kommen. Ihr Führer und Pilot wurde kreidebleich, als sie so zum ersten Mal zum Lager zurückkehrten. Beim dritten Mal dann, hielt er lediglich sehr offensichtlich erheblichen Abstand, bis sie das Volk in dem Transportbehälter verstaut hatten. Einmal versiegelt, gab es kein Entkommen mehr für die kleinen Raubtiere. Er war hermetisch versiegelt und kühlte direkt die Tiere auf eine Temperatur ab, die sie automatisch in eine Art Winterstarre fallen ließ, wie sie für Insekten üblich war.

Allein schon nach jeder der drei erfolgreichen Jagden zum Lager zurückkehren zu müssen, kostete eine Menge Zeit, doch die Transportbehälter waren bei Weitem zu unhandlich und schwer, um sie mitzuführen. Doch kurz bevor die Sonne unterging, waren sie endlich fertig mit ihrer Arbeit. Über so lange Zeit so viele Wesen zu kontrollieren, hatte den reinblütigen Sith erschöpft. Es waren zwar nur primitive Insekten gewesen, doch sie waren so unglaublich zahlreich und ihm außerdem noch sehr fremd gewesen. Sein Blick ging prüfend zu
Daemon herüber. Trotz allem dürfte der Halb-Echani eine Rast viel nötiger haben als er selbst.

„Ich weiß nicht, wie es dir geht...aber was mich betrifft, sollten wir es für heute erst einmal gut sein lassen. Es wird bald dunkel sein und wir kennen das Gelände nicht gut. Die...Jagd können wir auch morgen fortsetzen, was meinst du?“

Vor ihrem Führer sprach er Daemons kleine Traumreise nicht direkt an. Dass jener seine Kumpanen beim Tempel anfunkte und einen kleinen Artefakterausch wegen der vermutlich unbekannten Ruine auszulösen, deren Position sich in den Geist des Halb-Echani eingenistet hatte, war wirklich das letzte, was er wollte.

Yavin 4 - Dschungel, Basislager | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus, Führer
 
Yavin 4 - Dschungel, Basislager | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus, Führer

Daemon fühlte die Erschöpfung bis in die Tiefe seiner Knochen. Die Krämpfe hatten ihre Spuren hinterlassen und die Vorstellung, dass die Piranhakäfer jeden Moment außer Kontrolle geraten könnten, wenn Sedros die Macht über sie verlor, war beunruhigend. In seinem jetzten Zustand, könnte er dem reinblütigen Sith nicht so einfach helfen. Dennoch konnte er nicht leugnen, dass er beeindruckt war von der Kontrolle, die Sedros über die Kreaturen ausübte. Es war eine Macht, die er zwar in der Theorie verstand, aber nie in dieser Intensität erlebt hatte.
Sedros Fragen über die Vision verunsicherten Daemon. Er hatte die Details noch nicht ganz sortiert und die Unsicherheit nagte an ihm. Er winkte zunächst immer wieder ab, denn er sah es für wichtiger, erstmal Sedros Wunsch zu berücksichtigen, ehe sie sich an ein Artefakt wagten, was vielleicht nicht einmal existierte.
Den Tadel über seine Verunsicherung, die er offen zur Schau gestellte hatte, hatte er nur mit einem Nicken und einem nachdenklichen Gesicht kommentiert.

Schließlich hatten sie endlich den 3. Bestand ordentlich eingesperrt und Sedros schlug vor, die Jagd auf morgen zu verschieben, dem Daemon erleichtert zustimmte. Sein Körper schrie förmlich nach Ruhe. Die Dunkelheit legte sich bereits über den Dschungel und die Geräusche der Nacht begannen zu erwachen.

“Ja, machen wir so und du meinst, die Transportkisten sind sicher genug, ohne, dass die Viecher ausbüchsen und uns im Schlaf auffressen?!”

Ein Hauch von Zweifel zog über Daemons Gesicht.

"Ich glaube, es könnte etwas Bedeutsames sein. Etwas, das weit über ein gewöhnliches Sith-Artefakt hinausgeht. Ich weiß nicht, ob ich es wirklich finden will, aber ich kann das Gefühl nicht abschütteln, dass es uns wichtig sein könnte. Selbst wenn ich nicht weiß, warum."

Sprach er schließlich aus dem Nichts, als sie wieder alleine waren. Daemon sah zu den Sternen auf, die am Himmel von Yavin 4 funkelten. Die Dunkelheit schien die Geheimnisse des Dschungels zu verschlucken und die Macht lag schwer in der Luft. Er konnte nicht leugnen, dass die Faszination für das Unbekannte und die Macht der Vision ihn gleichzeitig anzog und abstieß.

“Es war wie... eine Landkarte in meinem Kopf. Ein Ort hier auf Yavin 4, nicht allzu weit entfernt. Ich konnte nicht viel erkennen, aber es fühlte sich machtvoll an. Als ob dort etwas Wichtiges ist.”


Meinte Daemon und legte seine Beine hoch auf einer der Transportkisten und verschränkte seine Arme vor der Brust.
Der Halbechani zögerte einen Moment, bevor er Sedros von seiner seltsamen Vision erzählte. Die Bilder hatten sich in seinem Kopf festgebrannt, als ob sie schon immer da gewesen wären. Er sprach von einem Artefakt, einem Schattenkristall von Xylok Prime, von dem er wusste, dass er existierte, aber nicht warum oder wie.


"Es ist merkwürdig, Sedros. Der Kristall... er existiert, das spüre ich. Ich kann ihn sehen, aber ich verstehe nicht, warum er mich zu diesem uralten Schiffswrack geführt hat. Es war, als ob er mir einen Weg zeigen wollte, aber wohin, das weiß ich nicht."

Daemon beschrieb den Kristall als einen schimmernden schwarzen Edelstein, der im Dunkel des Dschungels glühte. Er konnte nicht genau sagen, wie groß er war, nur dass er eine düstere Aura ausstrahlte.

"Vielleicht ist es der Kristall selbst, der mich zu sich ruft. Vielleicht steckt mehr hinter seiner Existenz, als wir wissen. Ich habe das Gefühl, dass er uns zu etwas Großem führen könnte, aber wir müssen vorsichtig sein. Die Dunkle Seite ist unberechenbar."

Auf die Frage, wo sich der Schattenkristall befinden könnte, hatte Daemon nur vage Vorstellungen. Er sprach von alten Sith-Legenden, die von einem "Herz der Finsternis" auf Yavin 4 sprachen, einem Ort, an dem die Dunkle Seite besonders stark war. Das Wrack könnte ein Anhaltspunkt sein, aber es war nur der erste Hinweis auf einem möglichen Pfad.

“Der Schattenkristall von Xylok Prime- schonmal davon gehört? Herz der Finsternis? Ob es sich hierbei um einen alten Sith Lord handelt?”

Fragte Daemon nachdenklich nach und strich sich nervös mit seinen Fingern durch das weißblonde Haar.

“Ich sah eine Quelle im Dschungel. Das Wasser war beinahe schwarz wie Pech. Dazu eine zugewucherte Höhle…einen Schrein… . Versteinerte Statuen und merkwürdige, brutale Reliefs an den Höhlenwänden, die die Geschichte der alten Sith und ihre Verbindung zur Dunklen Seite der Macht erzählen… . Sehr verwirrend… .”

Meinte Daemon und kramte einen Energieriegel aus seiner Hosentasche, der schon ziemlich matschig wirkte, doch er steckte ihn sich dennoch genussvoll, jedoch nachdenklich in den Mund.

Yavin 4 - Dschungel, Basislager | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus, Führer
 
Yavin 4 - Dschungel, Basislager | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus, Führer

Sedros streckte und dehnte sich erst und setzte sich dann im Schneidersitz auf seine Schlafmatte. Der Tag war wahrlich anstrengend gewesen und sein Körper sehnte sich erheblich mehr nach Ruhe und Erholung als der reinblütige Sith es jemals offen zugeben würde. Die Sorgen seines Begleiters waren irgendwie niedlich. Doch er achtete ganz bewusst darauf, nicht zu lächeln oder zumindest zu schmunzeln, da er nicht das Risiko eingehen wollte, dass Daemon auf den Gedanken kam, er würde ihn verhöhnen.

„Mache dir keine Sorgen, mein Freund. Die Tiere verfügen über keine Säuredrüsen und ihre Beißwerkzeuge können weder Durastahl noch Plasteel durchbeißen. Auch die Lüftungsgitter sind dicht genug, dass keines der Tiere entkommen kann. Die Energiezellen der Kühlung reichen für eine Woche und selbst wenn sie beschädigt werden sollten, werden die Tiere darin schlimmstenfalls verhungern oder ersticken.“

Der Halb-Echani war immer noch spürbar aufgewühlt, doch das war auch keineswegs verwunderlich. Eine derart...eindrückliche Vision zu erfahren, war alles andere als einfach. Ganz besonders, wenn man nicht auf etwas derartiges vorbereitet war. Und darüber hinaus war es auch ein überaus seltenes Erlebnis und das nicht ohne Grund. Es brauchte schon einen außerordentlich mächtigen Machtnutzer, um so etwas zu bewerkstelligen. Insbesondere, wenn man bedachte, dass die Vision vermutlich tausende Jahre in dem Wrack überdauert hatte.

„Eines ist sicher. Wer oder was auch immer dir diese Karte geschickt hat, will gefunden werden. Erforsche deine Gefühle. Du darfst nicht den Willen anderer mit deinem eigenen verwechseln. Die dunkle Seite der Macht kann sehr verführerisch sein. Sie trägt viele Gesichter und nicht alle tragen eine Zornesmaske.“

Still hörte der reinblütige Sith den Beschreibungen des Halb-Echani zu. Manches war nur vage, anderes hingegen erstaunlich detailliert. Ohne Zugriff auf die Bibliothek der Universität auf Dromund Kaas oder den Archiven des Sith-Ordens, konnten sie natürlich nichts genauer ergründen und würden sich vor Ort ein näheres Bild machen müssen.

„Xylok Prime sagst du? Schattenkristall und Herz der Finsternis? Hmn. Hast du den Stein selbst gesehen? Welche Form hatte er? Vielleicht ein Marquiseschliff oder eher ein Trillantschliff? Du musst wissen, dass die physische Form so einem Kristall bestimmte Kräfte verleihen kann oder zumindest auf seine ursprüngliche Funktion hinweist. Welche Farbe hatte er und wohnte ihm ein pulsierendes Licht inne? Hatte das Licht dieselbe Farbe wie der Kristall oder eine andere? Hm. Hm. Hm. Was du beschreibst, klingt definitiv nach einem Nexus der dunklen Seite der Macht.“

Sedros rieb sich begeistert die Hände und sprang auf, um Inventur ihrer Ausrüstung zu machen. Sie waren nicht wirklich mit archäologischen Ausgrabungen im Sinn aufgebrochen und entsprechend würden sie einiges improvisieren müssen. Neue Energie durchflutete den reinblütigen Sith und er erwischte sich tatsächlich dabei, eine kindische Vorfreude auf die kommenden Ereignisse zu verspüren. Sie hatten ein paar Vibroklingen dabei, die sich dabei nützlich erweisen würden, das Gestrüpp vom Zugang des Schreines zu entfernen. Dazu ein paar Glühstäbe, jedoch weder Aufzeichnungsgeräte noch Atemmasken oder ein paar Sklaven, die sie vorschicken konnten, um etwaige Fallen auszulösen. Sollten sie also vielleicht erst einmal zurück zum großen Tempel fliegen und mehr Ausrüstung besorgen? Nein, Sedros verwarf den Gedanken direkt wieder. Das würde nur Aufmerksamkeit erregen und sie konnten ganz sicher keine Konkurrenz gebrauchen.

„Nach allem was du beschrieben hast, könnte es sich um eine bisher unentdeckt gebliebene Ruine haben und sie wurde unterirdisch angelegt? Das spricht dagegen, dass diese Anlage zu dem Gebäudekomplex gehört, an dem wir gelandet sind. Interessant, wirklich interessant! Ob es sich um etwas handelt, das ein Schüler Naga Sadows erbaut hat? Aber warum es unterirdisch verstecken? Hmn. Hmn. Hmn. Fragen über Fragen!“

Der reinblütige Sith begann in ihrem kleinen Lager auf- und abzutigern.

„Wir dürften die ersten sein, die diesen Ort seit Jahrtausenden betreten. Und das bedeutet, dass wir äußerste Vorsicht walten lassen müssen. Da drinnen dürften sich allerlei tödliche Fallen befinden. Selbst uralte, abgerichtete Machtbestien stehen nicht außer Frage. Ich nehme an, du hast an so einer Ausgrabung noch nie teilgenommen, hm? Oh, das macht gar nichts. Man lernt ohnehin besser im Feld als in einem verstaubten Hörsaal!“

Abrupt blieb Sedros stehen und legte seine Robe ab, die daraufhin sorgfältig zusammen gefaltet auf seinem Nachtlager abgelegt wurde. Er entblößte so ein ärmelloses kragenloses Hemd mit einem engen Rundhalsausschnitt. Er rollte mehrmals mit den Schultern und dehnte noch einmal seine sehnigen Arme, wodurch die bedrohlich wirkenden Knochensporne an seinen Ellenbogen jedem Beobachter gewahr wurden. Sein Blick viel kurz auf den Piloten, den sie angeheuert hatten, bevor er Daemon zulächelte.

„Wir können gar nicht vorsichtig genug sein. Lass mich dir zeigen, was das bedeutet.“

Sedros ging kurz in die Hocke und sprang ohne jede weitere Vorwarnung ihren völlig überraschten Piloten an und rang ihn mit diesem Überraschungsangriff praktisch sofort nieder. Gegenwehr gab er praktisch keine und beim Aufprall auf dem Boden, gab es ein widerlich lautes schmatzendes Geräusch. Der reinblütige Sith hatte mit dem Sporn an seinem linken Arm nach der Kehle seines Opfers geschlagen und war nachdem Fall mit der vollen Wucht seines Körpers auf dem Hals des Piloten gelandet. Als sich Sedros wieder aufrichtete, rang sein Opfer verzweifelt am Boden nach Luft. Doch da wo bis eben noch sein Adamsapfel gewesen war, sah man jetzt nur einen Kraterabdruck, der grob zum Sporn an Sedros' Unterarm passte. Blut war keines zu sehen, doch war offensichtlich, dass Sedros dem Mann sowohl die Luft- als auch die Speiseröhre komplett zertrümmert hatte. Das Armrudern bewies zwar, dass die Halswirbelsäule noch intakt war, doch ebenso klar war, dass er schon tot war, es nur noch nicht wusste. Der reinblütige Sith strich seine Kleidung fast indigniert wirkend wieder glatt und schaute wieder zu Daemon, dem er ein Raubtierlächeln zeigte.

„Schau nicht so überrascht, mein Freund. Was glaubst du, warum Abschaum wie dieser hier sich auf dem Mond befindet? Er ist ein Grabräuber, genau so wie seine Kumpanen am Tempel. Und hätten wir ihn am Leben gelassen, hätte er nur seine Leute angefunkt, damit sie uns umbringen und ausrauben, nachdem wir aus dem Schrein zurück gekehrt sind. Du hast doch nicht wirklich erwartet, dass er uns einfach mit den Schätzen, die wir dort vielleicht finden werden, einfach gehen lassen würde oder doch?“

Der reinblütige Sith entrollte einen der Schlafsäcke. Diese waren zum Glück klimatisiert und verfügten über eine chemische Isolierung, damit sie auch auf den lebensfeindlichsten Planeten verwendet werden konnten.

„Komm, wir sollten ihn verpacken, sobald er aufgehört hat, zu zucken. Er blutet zwar nicht allzu sehr, aber bei den Temperaturen hier wird er schnell anfangen, zu verwesen. Und von einer Horde Aasfresser heute Nacht überrascht zu werden, wäre doch nun wirklich ziemlich unschön.“

Er atmete tief durch und lächelte Daemon wieder an, achtete jedoch jetzt wieder darauf, seine Fangzähne dabei nicht allzu sehr zu zeigen, um freundlicher zu wirken.

„Es ist mir tatsächlich etwas eingefallen zu Xylok Prime. Es war dereinst eine Schmiedewelt gewesen. Dort wurden allerlei Rüstungsgüter für einen längst vergangenen Krieg der Sith gegen die Jedi hergestellt. Alles von Großkampfschiffen, über Raumjäger und Kampfläufer bis hin zu persönlicher Ausrüstung wurde dort gefertigt. Zumindest bis der dort herrschende Sithlord eigene Ambitionen entwickelt hatte und eine kleine Rebellion startete, indem er seine Unabhängigkeit erklärte. Du kannst dir vorstellen, dass das alte Sith-Imperium Rebellion nicht geduldet hat. Nach allem was ich weiß, wurde der Planet nach wochenenlangen heftigen Kämpfen aus dem Orbit heraus in eine Schlackewüste verwandelt und anschließend das Sternensystem aus allen Sternenkarten getilgt, um die ganze Angelegenheit zu vertuschen.“

Für einen Atemzug lang ließ Sedros diese Worte erst einmal wirken. Ein diebisches Funkeln war in seinen Augen zu sehen.

„Diese Schattenkristalle? Mythen zufolge wurden sie genutzt, um die Waffensysteme von Xylok Prime mit Energie zu versorgen. Kannst du dir das vorstellen? Kriegsmaschinen, die direkt von der dunklen Seite der Macht gespeist werden? Nichts von dem, was wir heute haben, kommt dem noch gleich! Ich bin wirklich mehr als gespannt, was wir finden werden. Hege nur bitte keine falschen Hoffnungen. Vieles aus den alten Tagen wurde von Generation zu Generation mehr und mehr ausgeschmückt, sodass es nur schwer möglich ist, heute noch zu sagen, was tatsächlich damals tatsächlich passiert ist und was nicht. - Dieses Herz der Finsternis aber? Irgendein unbedeutendes Stück Tand würde man so ja wohl kaum bezeichnen. Ich denke, das Herz ist der wirkliche Schatz. Es könnte zum Beispiel ein altes Holochron sein, das allerlei Bauanleitungen enthält und auch sonst unschätzbares Wissen enthält. Wenn wir so etwas zurück nach Bastion bringen, dürfte uns das einiges an Aufmerksamkeit bescheren. Und zwar von der nützlichen Art. “

Noch einmal rieb sich Sedros diebisch die Hände. Ihr Besuch des alten Mondes würde sich vermutlich noch als überaus fruchtbar erweisen. Wenn sie einen Hort alten Wissens und vielleicht vergessen geglaubter Sithwaffen und- Geschichte mit nach Bastion bringen würden...die Meister des Ordens würden sich sicher darum reißen, ein Stück vom Kuchen abzubekommen und das bedeutete für Daemon und Sedros vor allem eines: Einige Meisterkandidaten würden bald um ihre Aufmerksamkeit kämpfen. Und dafür war der reinblütige Sith tatsächlich gewillt, über Leichen zu gehen. Etwas ironisch mutete es da schon an, dass er den Piloten, der zu seinen Füßen gerade seinen letzten Lebenshauch aushauchte, schon praktisch vollkommen vergessen hatte.

Yavin 4 - Dschungel, Basislager | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
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Daemon lauschte den Worten von Sedros und versuchte, die Informationen zu verarbeiten. Die Vision, die er gehabt hatte, schien tatsächlich von enormer Bedeutung zu sein und die Tatsache, dass sie möglicherweise die ersten waren, die diesen vergessenen Ort seit Jahrtausenden betraten, verstärkte nur das Gefühl der Einzigartigkeit dieses Moments.
Die Brutalität, mit der Sedros mit dem Piloten umging, ließ Daemon kurz zusammenzucken. Er hatte die raue Art des Jüngers schon erlebt, aber die direkte Konfrontation damit war immer wieder schockierend, auch wenn er wusste, dass er selbst nicht viel besser war. Doch ein anderer, düsterer Teil, den er während seiner Anwesenheit auf Bastion angenommen hatte, konnte die pragmatische Notwendigkeit dieser Handlung erkennen.

Als Sedros seine Gedanken zu Xylok Prime und dem Schattenkristall teilte, spiegelte sich in Daemons Augen eine Mischung aus Faszination und Unsicherheit. Das Wissen um eine vergangene Welt, die mächtige Sith-Waffen schmiedete, weckte seine Neugier. Doch die Warnungen von Sedros über die Dunkle Seite und die Gefahren, die in der Ruine lauern könnten, erinnerten ihn daran, dass sie sich inmitten gefährlicher Geheimnisse bewegten. Noch dazu….Sedros wirkte so fasziniert, dass Daemon langsam die Befürchtung hatte, dass der Mann ihm seinen Preis am Ende stehlen könnte oder ihn genauso am Ende ausknockte wie den Piloten. Er musste vorsichtig sein. Irgendetwas gefiel ihm an Sedros nicht. Vielleicht war es etwas an seinem Blick oder etwas in seiner Aura. Ich würde ihn genau beobachten und im Auge behalten müssen.


„Ich habe den Stein selbst nicht gesehen. Die Vision war... verwirrend. Aber ich spürte die Dunkle Seite deutlich. Der Kristall scheint von großer Bedeutung zu sein und ich kann nicht anders, als zu glauben, dass er uns zu ihm führen wird.“

Sagte Daemon, während er die Gedanken sortierte.
Die eindringliche Warnung von Sedros über die Verführungskraft der Dunklen Seite hallte in Daemons Verstand wider. Er wusste, dass er vorsichtig sein musste, nicht nur vor den physischen Gefahren, sondern auch vor den Versuchungen der Macht. Die Linie zwischen Wissen und Versuchung war dünn und er spürte, dass er sich auf einem schmalen Grat bewegte.


„Ich verstehe, dass wir Vorsicht walten lassen müssen. Die Macht kann trügerisch sein und ich werde wachsam sein“

Versprach Daemon. Seine Augen fixierten den mittlerweile toten Piloten und dann die angeblich sicheren Kisten der merkwürdigen Käfer.

„Wir müssen uns darauf vorbereiten, ins Unbekannte zu treten. Diese Ruine birgt vielleicht mehr, als wir uns vorstellen können. Und wenn es das Herz der Finsternis ist, das uns ruft, müssen wir darauf vorbereitet sein. Ich weiß nicht, ob das, was du da zusammen kramst da wirklich reicht.“

Sedros Enthusiasmus war dennoch ansteckend und er begann auch Ausrüstung zu sortieren und zu packen.

„Lass uns für heute nun meditieren oder schlafen, Kraft sammeln und morgen bereit sein. Wir werden sie vermutlich brauchen.“

Schlug Daemon vor, während er seine Gedanken ordnete und sich auf die bevorstehende Expedition vorbereitete. Aufgewühlt legte er sich auf das Feldbett des Piloten, der nun ohnehin tot war und malte sich in Gedanken bereits den Ruhm aus, den sie ernten würden, wenn sie auf Bastion zurückkehrten. Wenn dann kein Sith auf sie aufmerksam wurde, um sie auszubilden, dann wusste er langsam auch nicht mehr weiter… .

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Ihre Inventur brachte einiges zu Tage. Natürlich die generelle Campingausrüstung, wozu auch ein paar Vibroklingen gehörten. Die Messer waren zwar hauptsächlich dafür konzipiert, einen Lagerplatz von Pflanzenbewuchs zu befreien oder Feuerholz für ein Lagerfeuer vorzubereiten, aber sie würden genauso gut durch Fleisch schneiden können. Dazu ein paar Glühstäbe, Rationen, die sie etwa eine Woche ernähren würden, Flüssigkabelwerfer, Datapads, eine Kamera und ein Paar Waffen. Neben einer DL-18 Blasterpistole fanden sie auch noch eine alte, zerkratzte, übergroße Scattergun. Die kurzläufige Projektilwaffe würde auf lange, selbst mittlere Distanzen kaum etwas treffen, aber in der Abwehr von agressiver Fauna war sie quasi unübertroffen. Sedros sicherte sich die klobige Waffe und den dazugehörigen Munitionsgurt. Viel Munition hatten sie nicht für die Waffe, aber mit etwas Glück würde sie auch gar nicht erst zum Einsatz kommen.

„Du hast recht, wir könnten besser vorbereitet sein. Doch das könnten wir immer. Und bedenke bitte, dass es an der Landeplattform auffallen wird, wenn wir dort zusätzliche Ausrüstung besorgen. Willst du etwa, um das zu umgehen, die Ausrüstung von einem nahe gelegenen Sternensystem holen? Das würde uns Tage kosten, wenn nicht eine Woche. Nein, ich sage, wir nutzen die Gelegenheit, die sich uns jetzt bietet. Wenn wir umsichtig vorgehen, werden wir die meisten Fallen einfach umgehen oder ausschalten können, ich habe da etwas Erfahrung drin. Und sollten wir letzten Endes nicht weiterkommen, machen wir einfach so viele Aufzeichnungen wie möglich, kehren nach Bastion zurück und stellen in der Bibliothek dort Nachforschungen an.“

Die Nacht verlief dann zum Glück ereignislos, sodass sie ausgeruht in den Tag starten konnten. Es sollte dann ein paar Stunden dauern, bis Daemon den Weg zu ihrem Zielort gefunden hatte. Machtvisionen wie die seine waren keine genaue Wissenschaft. Doch noch vor der Mittagszeit hatten sie ihr ziel erreicht. Der reinblütige Sith nickte dem Halb-Echani zu.

„Hier sind wir. Normalerweise würde ich vorschlagen, selbst vorzugehen, da du so etwas noch nie gemacht hast, mein Freund. Doch die Vision hat dich erreicht und nicht mich. Das bedeutet vielleicht, das was auch immer dort unten nach dir ruft, auf mich einigermaßen allergisch reagieren könnte, wenn ich zuerst gehe. Daher solltest du vielleicht vorgehen, was meinst du?“

Sedros wartete geduldig die Entscheidung seines Begleiters ab. Daemon war vollkommen unvorbereitet für das, was nun folgen würde. Aber genau genommen macht das doch den Reiz ihres kleinen Abenteuers aus oder nicht?

Yavin 4 - Dschungel, vor der unbekannten Ruine | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
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Daemon stand vor der Herausforderung, die vor ihm lag. Die Ausrüstung, die sie hatten, war trotz allem begrenzt und die Unsicherheit der kommenden Ereignisse hing wie ein Schatten über ihnen. Sedros pragmatischer Ansatz ließ wenig Raum für umfassende Vorbereitung und so blieb Daemon nichts anderes übrig, als sich zu fügen und zu hoffen, dass wirklich für sie beide etwas dabei heraussprang.
Die Morgensonne fiel durch das dichte Blätterdach des Dschungels, als Daemon den Weg vor ihnen einschlug. Der Pfad schien von der Natur überwuchert, als ob er seit Jahrhunderten nicht mehr begangen worden wäre. Die Geräusche des Dschungels umgaben sie, das Summen von Insekten, das Rascheln von Blättern, und das Zwitschern exotischer Vögel.
Die Umgebung schien zunehmend unheimlich zu werden, als sie tiefer in den Dschungel vordrangen. Daemon spürte, wie die Dunkle Seite stärker wurde und eine unterschwellige Spannung lag in der Luft. Jeder Schritt war von einem Gefühl der Erwartung begleitet.
Schließlich erreichten sie einen versteckten Eingang, von üppiger Vegetation verdeckt. Daemon hielt inne und spürte die Macht pulsieren, als ob sie durch die uralten Steine der Ruine hindurch atmete.


„Ja, ich werde vorgehen. Aber sei wachsam. Ich habe kein gutes Gefühl dabei.“

Sagte Daemon und spürte die Erwartung, die auf seinen Schultern lastete.
Daemon und Sedros schritten durch den überwucherten Eingang und traten in eine Welt, die von der Dunkelheit umschlungen schien. Die Ruinen erstreckten sich tief unter der Erde, in einem verzweigten Netzwerk aus Gängen und Kammern, das von der Zeit und der Macht gezeichnet war.
Der Boden war von einem feinen, leuchtenden Staub bedeckt, der ihre Schritte verschluckte und das Licht, das von den Wänden tropfte, reflektierte. Die Luft war stickig und schwer, ein Gemisch aus Moder und etwas anderem, Undefinierbarem.
Als ihre Augen sich an die Dunkelheit anpassten, offenbarte sich vor ihnen eine majestätische Halle. Die Wände waren mit antiken Inschriften verziert, die Geschichten von uralten Sith-Lords und längst vergessenen Kämpfen zu erzählen schienen. Das Licht, das von den Wänden kam, war unnatürlich und verlieh den Inschriften einen gespenstischen Glanz.
Doch die Idylle täuschte. Die Macht pulsierte in der Luft und Daemon spürte, dass dies kein verlassener Ort war. Illusionen tanzten am Rande ihrer Wahrnehmung, Schatten von längst vergangenen Ereignissen. Eine unsichtbare Anwesenheit schien ihre Bewegungen zu verfolgen.
Plötzlich zuckte Daemon zusammen. Insektenartige Kreaturen, von der Dunklen Seite beeinflusst, huschten durch den Raum. Ihre Augen glühten bedrohlich und ein leises, surrendes Geräusch erfüllte die Luft, als sie sich näherten. Doch als die beiden Sith genauer hinsahen, schienen die Kreaturen nicht real zu sein. Sie waren Manifestationen der Dunklen Seite, die in den Tiefen der Ruinen lauerte.


„Vorsicht“

Flüsterte Daemon, während er eine Hand an den Griff seiner Blasterpistole legte. Doch als er versuchte, auf eine der Kreaturen zu zielen, löste sie sich auf wie Rauch und hinterließ nur das Echo ihres drohenden Surrens.

"Die Dunkle Seite spielt gerne mit den Geistern derer, die sie herausfordern"

Murmelte er, seine Aufmerksamkeit auf die schimmernden Inschriften gerichtet.
Die beiden setzten ihren Weg durch die Ruinen fort, durch gewundene Gänge und unter schwebenden Brücken, die in einem geisterhaften Licht erstrahlten. Die Dunkelheit schien ihre eigenen Geräusche zu formen, flüsternde Stimmen, die in den Mauern eingefangen waren und das Wispern von längst verstorbenen Sith, die ihre Macht durch die Jahrhunderte hindurch flüsterten.


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So ging es in die Tiefe. Während sie am Anfang nur von rau behauenem Stein umgeben waren , waren sie recht schnell von gemauerten Wänden umgeben, nachdem sie 10, vielleicht 20 Höhenmeter hinabgestiegen waren. Inschriften und Reliefs auf den Wänden erzählten in einem sehr kruden Sithdialekt von einem uralten Krieg und die meisten Kammern, die sie vorfanden, waren einzelnen Ereignissen wie einer Schlacht gewidmet. Sie alle hatten jedoch etwas gemeinsam, das Daemon zu entgehen schien, da er die Sprache scheinbar nicht verstand.

„Wir sehen hier eine Chronik der Geschichte, mein Freund. Nach allem was ich ohne nähere Untersuchung erkennen kann, erlebten die Erbauer dieser Anlage einen generationenübergreifenden Krieg. Aber siehst du die Schäden, hier und da? Ich glaube nicht, dass das einfach nur Verwitterung ist. Dafür sind diese Zerstörungen zu gezielt. Überall scheinen die Informationen über die genaue Identität des Feindes vernichtet worden zu sein. Die Frage ist nur, wer hat das getan? Die Erbauer werden es kaum gewesen sein. Und wer auch immer das war, warum haben sie sich die Mühe gemacht?“

Die Frage lies sich hier so nicht beantworten. Also blieb ihnen nur, weiter hinabzusteigen. Die dunkle Seite der Macht war wirklich stark an diesem Ort und irgendwann konnte man ein von der Macht getränktes Miasma förmlich auf der Zunge schmecken. Damit wurde dem reinblütigen Sith auch klar, warum sich die Erbauer so viel Mühe gemacht hatten, so sehr in die Tiefe des Mondes zu bauen. Was auch immer hier versteckt lag, sollte von der Oberfläche verborgen bleiben. Doch Sedros viel noch etwas anderes auf. Sie begegneten diesen insektenartigen Schemen immer wieder und je tiefer sie gelangten, umso deutlicher wurden die Bilder, die sich ihren boten.

„Diese Schemen...ich glaube nicht, dass sie uns gelten. Schau dir mal die Reliefs hier an. Diese Wesen scheinen Bestandteil einer der Streitmachten gewesen zu sein und sie beachten uns auch gar nicht so wirklich. Sie scheinen stattdessen eine längst vergessene Schlacht nachzuspielen. Irgendetwas hat diesen Ort dereinst angegriffen und diese unbekannten Wesen scheinen Teil einer Angriffsmacht gewesen zu sein. Und dennoch sind wir bisher keinem einzigen Leichnam begegnet und wir sehen auch keinerlei Kampfschäden. Diese Wesen scheinen also letzten Endes zurückgeschlagen worden zu sein.“

Die Antworten, die er fand, warfen dem reinblütigen Sith jedoch nur noch mehr Fragen auf. Die Archtitektur, die sie hier vorfanden, ähnelte in keinster Weise der des großen Tempels hier auf dem Mond oder allem, was er je auf Dromund Kaas oder zumindest in Büchern gesehen hatte. Das sprach nur für das Alter der Anlage, die förmlich aus einer vorzeitlichen Ära zu stammen schien. Die gemauerten Wände bestanden auch aus erstaunlich rau behauenen Steinplatten. Sie waren offenbar mit manuellen Werkzeugen geschaffen worden. Welche Zivilisation verfügte über die Fähigkeit, die Sterne zu bereisen, hatte aber keinen Zugriff auf so einfache Technologien wie Laserschneidmaschinen? Fragen über Fragen und es frustrierte den reinblütigen Sith ein wenig, dass er so schnell keine Antwort auf sie erhalten würde. Gleichzeitig erfasste ihn aber auch eine freudige Wissensgier. Sie waren eindeutig die ersten in ungezählten Äonen, die diese Hallen beschritten und alles Wissen, dass sie hier finden würden, gehörte ganz ihnen.

Sie stiegen eine weitere Ebene hinab. Wie tief waren sie mittlerweile unter der Erde? 200 Meter? 400? Es war unmöglich genau zu sagen, sie waren jedenfalls schon weit über 2 Stunden hier in der Anlage und sie schien einfach kein Ende zu finden. Schließlich aber stießen sie auf einen Fremdkörper. Der Gang, den sie hinabliefen mündete in einem hohen, weitem Raum und an dessen anderen Kopfende fanden sie ein verschlossenes Portal vor, das so gar nicht an diesen Ort zu passen schien. Gleichzeitig war es ihnen wohl vertraut. Es bestand aus einem glatten, kühlen Metall und war links und rechts mit altertümlichen, aber noch funktionierenden Computerkonsolen ausgestattet, deren Kontrollleuchten ihre Bereitschaft zur Funktion verkündeten.


„Wir sind offenbar nicht die ersten Besucher hier, mein Freund. Sieh nur, die Schriftzeichen auf dem Portal sind in einem ganz anderen Dialekt verfasst als die Inschriften auf den Wänden. Lass mich mal sehen, was ich entziffern kann, bevor wir hier irgend etwas anfassen.“

Und so machte Sedros sich an die Arbeit. Die dunkle Seite der Macht strahlte so stark vom Portal aus, das Sedros auf den Gedanken kam, dass alles, was sie bisher spürten nur ein Schatten dessen war, was hinter dem Portal lag und nur durch winzige Ritzen im Gestein zu ihnen durchsickerte. Er schüttelte den Kopf. Das war natürlich nur Aberglaube. Die Macht ließ sich nicht von physischen Gegenständen blockieren...was aber wenn doch? Einige der Runen sahen verräterisch nach Schutzzeichen aus, doch war das vielleicht nur ein weitere Aberglaube oder Teil eines alten Sithrituals, das tatsächlich einen Effekt hatte?

Der hier verwendete Dialekt war ihm weitaus vertrauter, er stammte aus dem alten Sith-Imperium. Von Xylok Prime war hier die Rede und auch das Herz der Finsternis wurde hier erwähnt. Vor allem aber gab es allerlei Warnungen, auf keinen Fall das Portal zu öffnen. Dies brachte den reinblütigen Sith zum Schmunzeln. Was auch immer hier verborgen lag, sollte wohl nie mehr ans Tageslicht kommen. Dennoch hatten die Erbauer des Portals Zugriffskonsolen angebracht und hätten die Anlage mit wohl platzierten Sprengsätzen oder auch einem Orbitalbombardement für immer verschütten können. Warum nur? Eine weitere Frage, auf die sie keine Antwort fanden bisher.


„Nach allem was ich hier sehe, sind wir am rechten Fleck. Es gibt aber auch viele Warnungen auf dem Portal, die mich auf den Gedanken bringen, dass dies weniger eine Schatzkammer ist als ein Gefängnis. Nichts was wir bisher vorgefunden haben, hat uns daran gehindert hinabzusteigen, während dieses Portal eindeutig dafür da ist, etwas drinnen zu halten. Das Herz der Finsternis...vielleicht ist es gar kein Gegenstand sondern eher eine Person? Nach all' der Zeit wird sie ja kaum noch am Leben sein...doch was wenn doch? Was meinst du Daemon, wollen wir es wagen? Hinter dem Portal dürften die echten Gefahren dieser Anlage lauern. Aber auch die Schätze, die dieser Ort vor uns verborgen hält.“

Sedros deutete auf die Konsolen. Eine so altertümliche Anlage würden sie mit etwas Arbeit sicher überlisten oder zumindest kurzschließen können. Es würde sie vielleicht einige Stunden oder ein oder zwei Tage kosten, die Sicherheitsmaßnahmen zu überwinden. Der reinblütige Sith war zuversichtlich, dass sie es schaffen konnten, dennoch überließ er dem Halb-Echani die Wahl.

Yavin 4 - Dschungel, vor dem geheimnissvollen Portal in der unbekannten Ruine | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
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Daemon betrachtete die Inschriften auf dem Portal, seine Augen nachdenklich auf die fremden Schriftzeichen gerichtet. Die Warnungen auf dem Portal ließen seine innere Unruhe wachsen. Nicht alles konnt er lesen, doch was
Sedros ihm übersetzte, reichte ihm schon. Er spürte die Macht, die von dem verschlossenen Raum ausging und es war, als ob er das Pulsieren des Herzens der Finsternis selbst fühlen konnte.
Ein leichtes Frösteln durchzog seinen Körper, als
Sedros die Möglichkeit in Erwägung zog, das Portal zu öffnen. Die Warnungen auf dem Portal schienen wie ein lautes Drängen, sich nicht in die unbekannten Tiefen zu wagen. Doch die Neugier und das Verlangen nach Wissen kitzelten an seinem Stolz. Ein Teil von ihm sehnte sich danach, die Geheimnisse zu lüften, die hinter den verschlossenen Toren lauerten und Bastion etwas zu präsentieren, damit sie nicht länger zu den Unscheinbaren gehörten.

Sedros, ich vertraue deinem Urteil. Wenn wir wirklich am rechten Fleck sind, wie du sagst, dann sollten wir uns darauf vorbereiten, was uns erwartet. Die Dunkle Seite scheint hier wirklich besonders mächtig zu sein, aber ich denke, wir können herausfinden, was die Erbauer dieser Anlage vor uns verbergen wollten. Wir sind bis hier her gekommen. Es jetzt zu irgnorieren…die ganzen Hinweise und Visionen, wäre falsch. Vielleicht wollten sie das Wissen auch nur vor den Jedi verbergen. Wenn ich das richtig lese, so ist das Tor nur mit Dunkelheit zu öffnen. Wir sind zwar nur Jünger, doch wenn wir gemeinsam unser inneres Tier herauslassen, dann könnte es uns vielleicht gelingen.“

Daemon spürte den Drang, weiter zu gehen, das Mysterium zu enthüllen, das vor ihnen lag. Die Dunkelheit schien lebendig zu sein und er konnte den Sog der Macht förmlich fühlen, der von dem verschlossenen Raum ausging. Die Warnungen wurden zu einem leisen Flüstern in seinem Kopf, aber seine Entschlossenheit war ungebrochen.

Sedros wandte sich den Kontrollkonsolen zu, begann, die Inschriften zu entziffern. Daemon beobachtete ihn, sein Vertrauen auf den reinblütigen und muttersprachlichen Sith setzend. Er spürte eine Mischung aus Aufregung und Furcht. Die Macht war hier so dicht, dass es fast greifbar war und das stachelte sein Verlangen nach Wissen und Macht an.
Gemeinsam machten sie sich daran, die Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen.
Sedros nutzte sein Wissen in der Technik und über die Macht, um die Mechanismen zu beeinflussen, während Daemon wachsam blieb, seine Waffe bereit, falls etwas Unvorhergesehenes geschah. Es dauerte eine Ewigkeit, bis Daemon ungeduldig und wütend das steinerne Tor schließlich mit bloßen Händen berührte und es anfing zu glühen.

Mit einem dumpfen Grollen und Beben öffneten sich die gewaltigen Tore langsam, enthüllten das, was seit Äonen im Dunkeln ruhte.
Die steinernen Wände bebten, als die gewaltigen Tore mit einem donnernden Grollen auseinanderrückten. Staub und Gestein rieselten von der Decke und Daemon spürte einen dumpfen Druck in der Luft. Instinktiv hob er den Arm, um sich vor herabfallenden Brocken zu schützen. Daemon stolperte einen Schritt zurück, während die Eingangskammer, die sie betreten hatten, von einem rasselnden Donner erschüttert wurde und beide Jünger Mühe hatten nicht erschlagen zu werden von herabfallenden Gesteinen.

Als sich der Staub legte, offenbarte sich ein düsteres Podest in der Mitte der Kammer. Es war von einer schwachen, grünlichen Aura umgeben, die das Innere der Ruine spärlich beleuchtete. Auf dem Podest lag ein scheinbar uraltes Sith-Artefakt, von uralten Glyphen und Mustern verziert. Daemon spürte die dunkle Energie, die von ihm ausströmte und ein Hauch von Furcht strich über seinen Rücken. Das Herz der Finsternis!
Doch das war nicht alles. Ein leises, drohendes Grollen ertönte, gefolgt von einem dumpfen Stampfen. Risse bildeten sich in den Wänden der Kammer, und plötzlich gingen diese sogar quer über den Boden und ließen ihn einstürzen, samt der beiden Forschenden.

Hart schlug Daemon mehrere Meter weiter unten auf und es grenzte an ein Wunder, dass er beinahe unverletzt war. Doch er konnte nicht länger nach seinen Blessuren oder nach
Sedros sehen, der ebenso in die Tiefe gefallen war, denn vor ihm erhob sich eine monströse Kreatur aus dem bröckelnden Gestein. Es war ein gigantisches Wesen, von dem sich Schuppen in düsterem Schwarz abhoben. Seine Augen glühten intensiv, als es sich auf die Eindringlinge zubewegte.

Daemon stieß einen Fluch aus.


"Ein Terentatek!! Scheint echt zu sein…Oder? Oder? Siehst du ihn auch oder ist das eine Illusion?!"

Das Terentatek, ein uraltes Monster der Dunklen Seite, wesentlich größer als üblich, stürzte sich mit einer furchterregenden Geschwindigkeit auf sie. Seine klaffenden Kiefer waren gefüllt mit messerscharfen Zähnen und ein widerlicher Gestank von Verderben begleitete seine Anwesenheit. Gleichzeitig erhob sich aus der Erde noch schreiend ein riesiger Wurm und zeigte deutlich seinen tiefen Schlund.

“Das wird ja immer besser! Das wird unser Grab!”

Die Jünger kämpften nicht nur gegen die Dunkle Seite, sondern auch gegen lebendige Ungetüme, die aus uralten Albträumen entsprungen schienen. Daemon zog seine Waffe und stand Schulter an Schulter mit
Sedros. Der Terentatek spie einen Strahl aus korrosiver Energie, der knapp an ihnen vorbeischoss, als sie geschickt auswichen.
Mit einem ohrenbetäubenden Brüllen stürzte das Terentatek vorwärts, seine Masse drohte, sie zu überrennen. Plötzlich verschwand es. Als der Staub sich legte, war die Kreatur verschwunden, als wäre sie nie dagewesen. Der Raum wirkte wieder still, nur das leise Summen des Artefakts weiter oben, durchschnitt die Stille.


“Wo sind sie hin?”

Fragte Daemon mit zitternder Stimme und wie zur Antwort hob sich der Boden unter ihnen durch den riesigen Wurm.

Yavin 4 - Dschungel, Kammes des Artefaktes- in der unbekannten Ruine | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
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Der reinblütige Sith war ganz auf seine Arbeit an der Konsole konzentriert und konnte den Halb-Echani daher auch nicht davon abhalten, eine weitere Dummheit zu begehen. Entsprechend war er vollkommen unvorbereitet als um sie herum die Hölle losbrach und der Boden unter ihnen nachgab. Sedros sah noch aus einem Augenwinkel, wie Daemon fast schon wie hypnotisiert auf das Portal zuging und seine Hand auf eine der Schutzrunen legte. Doch da war es schon zu spät, um noch irgendwie einzuschreiten. Beinahe wurde er von einem herunterfallenden Felsen erschlagen. Doch zum Glück viel er vergleichsweise sanft auf den Sandboden in der Kammer unter dem Portal. Er spie etwas Sand aus, dass er beim Aufprall, der ihm die Luft aus den Lungen gepresst hatte, gefressen hatte und spie erbost in Richtung seines Begleiters aus.

„Was in Dreiteufelsnamen hast du dir dabei gedacht, Daemon?!“

Doch diesem blieb keine Zeit zur Antwort, denn ein riesiger Terentatek schien sich auf sie stürzen zu wollen. Der Halb-Echani suchte den Schulterschluss mit dem reinblütigen Sith angesichts des riesigen Monsters. Verständliche Reaktion, gleichzeitig aber ein aus Angst getriebener schwerer Fehler, der für sie beide tödlich enden könnte. Das Monster bäumte sich auf und Sedros wusste was jetzt kam. Er stob zur Seite weg und schrie seinen Begleiter an, es ihm gleichzutun.

„Zur Seite!“

Der Strahl korrosiver Energie zischte da vorbei, wo bis eben ihre Köpfe und Oberkörper gewesen waren und traf auf den herabgestürzten Stein hinter ihnen. Oder auch nicht. Ein Blick zeigte Sedros, dass der Stein vollkommen unbeeinflusst war und das Wesen selbst verschwand auch spurlos vor ihren Augen. Der Wurm hingegen…der schien viel realer zu sein, wie die Vibrationen im Sand zeigten, die selbst die heruntergefallenen Steine beeinflussten. Daemon schien mehr und mehr in Panik zu verfallen, legte sich eine unheimliche Ruhe über den reinblütigen Sith.

„Beruhige dich, Daemon! Wenn du die Nerven verlierst, stirbst du und ziehst mich vielleicht noch mit!“

Jetzt war keine Zeit, das näher zu diskutieren. Wie ein Tier in der Falle zuckten die Augen des reinblütigen Sith hin und her, um die Umgebung zu erfassen und einen Fluchtweg zu finden. Da war nichts offensichtliches, um dieser tödlichen Falle zu entkommen. Natürlich, ihr Entkommen war nicht vorgesehen. So blieb ihnen nur, die Wände zu erklimmen, doch das würden sie natürlich nicht schneller bewerkstelligen können als der Wurm ihnen nachhetzen konnte. Eine grimmige Entschlossenheit keimte in Sedros hoch. Er trat vor und nahm den Slugthrower vom Rücken. Ein Blick auf die Munitionsanzeige zeigte ein volles Magazin von 6 Schuss. Die Waffe war klobig und schwer. Präzises Feuer würde dem hageren reinblütigen Sith schier unmöglich sein, doch das war auch gar nicht sein Ziel.

„Na los, komm schon her! Friss mich!“

Einem Wahnsinnigen gleich trat er die Flucht nach vorn an und stampfte übertrieben auf, um auch ja die Aufmerksamkeit des Wurms auf sich zu ziehen. Der Plan funktionierte. Der Wurm bewegte sich auf ihn zu. Jetzt hieß es nur noch, die Aktion zu überleben. Sedros blieb kein stationäres Ziel, sondern begann in einem Halbkreis die Säule im Zentrum der Kammer zu umrunden, auf der das Podest mit ihrem augenscheinlichen Objekt der Begierde ruhte. Der Wurm näherte sich dem reinblütigen Sith unaufhörlich, es war offensichtlich, dass er sich schneller als die beiden Humanoiden in diesem Raum bewegen konnte.

Der entscheidende Moment war gekommen. Der Wurm war jetzt keine zehn Meter mehr vom reinblütigen Sith entfernt und durchstieß die Sandoberfläche, um sich zum Angriff bereit zu machen. Es war offensichtlich, dass das Monster riesig genug war, um
Sedros mit einem Happs zu verschlingen. Dieser änderte nun seine Laufrichtung, um seinen Gegner aus dem Konzept zu bringen. Er begann mit einem Hammelsprung, um die Laufrichtung zu ändern und stieß sich dann von einem der heruntergefallenen Steinen ab, um etwas Höhe zu gewinnen und so halbwegs auf „Augenhöhe“ mit dem Wurm zu kommen, auch wenn dieser keinerlei offensichtlichen Sehorgane hatte. Dafür hatte er ein riesiges Maul mit unzähligen Zähnen darin, das sich öffnete, um den reinblütigen Sith zu verschlingen. In der Luft hatte dieser keine Möglichkeit mehr, dem Biss auszuweichen, doch das hatte Sedros auch gar nicht vor.

Ein ohrenbetäubender Knall erschütterte den ganzen Raum und ließ die Trommelfelle aller klingeln als Sedros den Slugthrower abfeuerte. Der Rückstoß der Waffe war so heftig, dass sich tatsächlich die Flugbahn des reinblütigen Sith komplett änderte und er heftig zurückgerissen wurde. Aus dem Lauf der Waffe drangen zwanzig Projektile, die sich allesamt in das offene Maul des Monsters entluden, dort Zähne zertrümmerten und sich scheinbar ungehindert in die Innereien des Wurms vorarbeiteten, um dort Organe und Blutgefäße zerfetzten. Das Ungetüm schien keine Knochen zu haben. Kurz bevor es leblos auf dem Boden aufprallte traten die Projektile aus seinem hinteren Teil wieder aus und hinterließen einen Krater in der Breite und Höhe eines menschlichen Brustkorbes.


Sedros fiel sehr ungelenk mehr schlecht als recht auf den Sandboden zurück. Als er sich aufrappelte, war der Wurm bereits tot und eine gespenstische Stille legte sich über die Kammer. Der reinblütige Sith atmete tief durch und sah sich um und an sich herab. Er selbst war abgesehen von einigen Kratzern zum Glück unverletzt gewesen. Die Schulter, die die Waffe gestützt hatte, schmerzte zwar enorm, doch von Schmerz ließ er sich wie üblich nicht aufhalten, sondern nur anheizen. Der Halb-Echani schien auch größtenteils unverletzt sein. Auf den ersten Blick zeigte sich keine weitere Gefahr. Dennoch zog er den Ladehebel des Slugthrowers zurück und wieder in die Vorderposition, um die genutzte Patrone auszuwerfen und eine frische Patrone in Schussposition zu hebeln. Die Munitionsanzeige der Waffe sprang von 6 auf 5. Der Vorgang verlangte einiges an Kraft vom reinblütigen Sith ab und war auch alles andere als leise. Ein metallischer Klang schallte durch den Raum vom Anfang bis zum Ende des Vorgangs zu sein. Wirklich alles an der Waffe schien grobschlächtig zu sein.

„Ich hoffe der Einsturz hat uns nicht den Rückweg versperrt. Unter der Erde begraben zu werden, ist nun wirklich nicht die Art, wie ich enden möchte. Was hat dich geritten, das Portal einfach anzufassen? Bitte, fass nichts mehr einfach so an. Beim dritten Mal bringst du uns vielleicht noch wirklich um.“

Sedros schüttelte missbilligend den Kopf, sein Begleiter war definitiv zu leichtsinnig. Erst im Schiffswrack und jetzt hier. Wenn das so weiterging, würde das noch in einer Katastrophe enden, wenn es das denn nicht schon getan hatte. Der reinblütige Sith schulterte seine Waffe wieder und holte seinen Flüssigkabelwerfer aus einer Tasche. Ein prüfender Blick offenbarte, dass er vom Sturz nicht in Mitleidenschaft gezogen worden war. Ein Glück. Sedros zielte damit auf einen intakt aussehenden Teil der Decke und schoss das Seil ab. Es dauerte nur Sekunden, bis das Seil getrocknet und gehärtet war und der reinblütige Sith aktivierte die kleine Winde am Gerät, um ihn nach oben, hoch zur Plattform im Zentrum der Kammer zu ziehen.

Dass der scheinbar getötete Wurm sich in Wohlgefallen auflöste wie der Terentatek zuvor, bekam er so nicht mehr mit.


Yavin 4 - Dschungel, Falle und Schatzkammer hinter dem geheimnissvollen Portal in der unbekannten Ruine | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
Yavin 4 - Dschungel, Kammes des Artefaktes- in der unbekannten Ruine | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus

Daemon duckte sich hinter einen großen Felsbrocken, als das Chaos in der Kammer ausbrach. Sein Herz pochte wild in seiner Brust und sein Atem kam schnell und flach, während er die Geschehnisse mit weit aufgerissenen Augen verfolgte.

“Verdammt nochmal! Ich habe die Tür doch nur angefasst!”

Fluchte Daemon gereizt, während beide fast von Felsbrocken erschlagen wurden.
Er fühlte sich wie gelähmt, während die Ereignisse sich in rasender Geschwindigkeit vor seinen Augen abspielten.
Der Terentatek tauchte aus dem Nichts auf und Daemon spürte einen kalten Schauer über seinen Rücken laufen. Doch so schnell wie er kam, so schnell war diese Kreatur auch wieder verschwunden, als sie ihm ausweichen konnten.
Als Sedros in den Kampf stürzte, um die Aufmerksamkeit des nun auftauchenden Wurms auf sich zu ziehen, blieb Daemon hinter dem Felsen versteckt, unfähig zu handeln. Sedros war ein geschickter Kämpfer, während er sich gerade feige verdrückte, weil er Angst um sein Leben hatte. Es war gut, dass sich Sedros für die Sache opferte. Selbst wenn er nicht überlebte, wäre dieser Wurm immerhin geschwächt und Daemon hätte gute Chancen dieser Kreatur den Rest zu geben. Doch dies brauchte er gar nicht.
Als der Kampf seinen Höhepunkt erreichte und Sedros den Wurm mit einem einzigen Schuss tötete, hielt Daemon den Atem an. Das war spektakulär gewesen und er bereute im Nachhinein fast, nicht Teil des Kampfes gewesen zu sein, doch dies war nun nicht mehr zu ändern und vielleicht wäre der Kampf dann auch anders ausgefallen. So oder so, die Kreatur war tot. Doch die Gefahr war noch nicht vorüber. Kaum beförderte sich Sedros nach oben, fiel dem Halbechani durchaus auf, dass der Kadaver der Kreatur verschwunden war, genau wie der Terentatek.


Sedros? Sei vorsichtig! Hier stimmt etwas nicht. Der Kadaver ist verschwunden.”

Daemon atmete schwer, als er sich umsah und nach einer Möglichkeit suchte, das Podest zu erreichen. Sein Blick fiel auf eine schmale, aber steile Felswand, die sich neben dem Podest erstreckte. Es war der einzige Weg nach oben, den er sehen konnte.
Entschlossen packte Daemon die raue Oberfläche des Felsens und begann langsam, sich nach oben zu ziehen. Seine Finger krallten sich in die kleinen Vorsprünge, während seine Füße nach Halt suchten. Jeder Muskel in seinem Körper schien zu brennen, aber er zwang sich, weiterzumachen.
Der Aufstieg war mühsam und anstrengend. Immer wieder rutschten seine Hände oder seine Füße ab und er musste sich mit aller Kraft festhalten, um nicht abzustürzen. Er war zwar nicht so schnell wie Sedros gewesen, doch er hatte schlussendlich zügig die Plattform erreicht.


“Ja, hoffen wir das der Rückweg nicht ganz so beschwerlich wird wie befürchtet.

Daemon starrte wie gebannt auf das Sith-Artefakt, das dort lag, von einer grünlichen Aura umgeben. Er konnte spüren, wie die Macht darin pulsierte und ein Hauch von Furcht legte sich um sein Herz. Es war ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit, ein Zeugnis der Dunklen Seite, das jetzt vor ihnen lag, wartend darauf, entdeckt zu werden. Es war ein schwarzer, länglicher Kasten.

“Oh…dies könnte eine besondere Art von Waffe sein… .”

Murmelte Daemon und starrte bewundernd auf den Kasten, der durch einen grünlichen Schimmer umgeben war.
Doch trotz seiner Faszination wusste Daemon, dass sie vorsichtig sein mussten. Die Dunkle Seite war unberechenbar und die Macht dieses Artefakts konnte sie leicht verschlingen, wenn sie nicht aufpassten und eine Falle auslösen.
Daemon zögerte einen Moment, bevor er seinen Blick senkte und sich von dem Artefakt abwandte. Er konnte spüren, wie die Dunkle Seite an ihm zerrte und ihn zwang den Kasten zu berühren, aber er würde sich nicht von ihr beherrschen lassen. Nicht diesmal.


“Sei vorsichtig…das ist eine Falle.”

Meinte Daemon und ballte die Fäuste, um gegen den Drang weiter anzukämpfen, das Relikt zu berühren.

Yavin 4 - Dschungel, Kammes des Artefaktes- in der unbekannten Ruine | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
Yavin 4 - Dschungel, Falle und Schatzkammer hinter dem geheimnissvollen Portal in der unbekannten Ruine | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus

Sedros schaute sich auf der Plattform genau um, während Daemon die Felswand erklomm. Der Steinschlag hatte auch hier oben einige Schäden angerichtet, doch das Podest in der Mitte auf dem ein schwarzer, länglicher Kasten lag, war zum Glück unangetastet. Ein Blick zurück zeigte, dass auch das Eingangsportal mehr oder weniger intakt war. Sie würden es zwar nicht mehr versiegeln können, ohne hier mit schwerem Gerät Reparaturarbeiten durchzuführen, doch sie würden den Rückweg antreten können. Nun, so machte es jedenfalls den Anschein. Doch irgend etwas stimmte hier ganz und gar nicht. Kein Jedi oder Sith würde sich die Mühen machen, so sehr abgelegen und so gut gesichert, etwas einfach gut sichtbar in der Mitte eines Raumes abzustellen, ohne es irgendwie zu sichern. Damit war dieses Podest ganz sicher nur eine weitere Falle. Der reinblütige Sith konnte nur noch nicht so recht erkennen, was hier genau vorbereitet wurde und wo sie ansetzen konnten. In diesem Moment kam Daemon endlich auch auf der Plattform an.

„Du hast recht, hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Wir sollten keine weiteren Fallen blindlings auslösen. Also bitte, ich bitte dich, fass erst einmal nichts weiter an.“

Bisher hatten sie Glück im Unglück gehabt und kein Stein hatte sie erschlagen. Auch die vielen Monster, denen sie bisher begegnet waren, schienen nur Nachwehen in der Macht oder Illusionen zu sein. Doch das machte insbesondere die letzteren nicht weniger gefährlich. Jede ausreichend realistische Täuschung konnte genauso wie eine echte Gefahr zu ihrem Tod führen. Der reinblütige Sith lächelte verschlagen. Die Sicherheitsvorkehrungen hier waren wirklich gut gestaltet, doch sie hatten offensichtlich eine Schwachstelle, die die Erbauer nicht bedacht hatten. Dass Sedros hier vollkommen unbehelligt vor dem Podest stehen konnte, bestätigte nur seinen Verdacht. Bestimmte Dinge wurden von Eindringlingen erwartet, ja geradezu von ihnen verlangt und andere wiederum nicht.

Dieses Podest hier zum Beispiel. Der ganze Raum war darauf ausgelegt, die Aufmerksamkeit genau hier hinzuleiten. Offenbar wollten die Erbbauer also, dass sich Eindringlinge auf den angeblichen Schatz hier stürzten.
Sedros schaute sich einmal mehr genau um im Raum. Dieser Verdacht allein war genug, dass er alles tun wollte, nur nicht den Kasten auf dem Podest zu öffnen oder sogar mitzunehmen. Der reinblütige Sith atmete tief durch, schloss die Augen und öffnete sich der Macht, um mehr über das Gefüge um sie herum zu erfahren. Was nun auf Sedros einprasselte, ließ ihm den Atem stocken. Sie befanden sich in unmittelbarer Nähe eines Nexus der dunklen Seite der Macht und eben diese Nähe allein war fast schon überwältigend. Es schien beinahe, als würden alle, die beim Bau und der Verteidigung dieses Komplexes gestorben waren, auf ewig an diesen Ort gebunden worden waren und auf ihn einschrien. Das Erlebnis war geradezu berauschend und ebenso furchteinflößend. Auch wenn es hier alles andere als kühl war, fröstelte der Körper des reinblütigen Sith.

Er brauchte einen Moment, um einen Sinn aus den vielen Sinneseindrücken zu machen, aber schließlich gelang es ihm, einen Ansatz zu finden.
Sedros öffnete die Augen wieder und ja, tatsächlich, da öffnete sich ihm ein Weg, tiefer in die Anlage. Dort, an einer der Felsspalten gegenüber dem Eingangsportal war ein weiterer Weg versteckt, der aufgrund der hellen Beleuchtung des Podestes nicht gut zu erkennen war. Doch von dort heulten die Stimmen in seinem Kopf am lautesten und als vom Podest und auf den Spalt zutrat, begannen unzählige, schattenartige, insektoide Wesen aus der Wand zu bluten und sich ihnen in den Weg zu stellen. Der reinblütige Sith lächelte und nahm den Slugthrower wieder von der Schulter. Offensichtlich sollten sie dort nicht weitergehen und allein schon deswegen würden sie genau das tun.

„Komm Daemon, verlassen wir diesen Ort und schauen uns die wirklich wichtigen Dinge an. Wir sollten uns eilen, die Illusionen lassen sich zwar offensichtlich durch unsere Waffen ausschalten, doch wir haben nur begrenzte Munition und keinesfalls sollten wir uns von diesen Schatten berühren lassen.“

Sedros hob die Waffe an seine Schulter und gab zwei Schüsse ab, die ihn spürbar zurückrucken ließen. Für den Moment stand ihnen so der Weg frei und der reinblütige Sith ließ diese Gelegenheit nicht ungenutzt, um mit einem beherzten Sprung von der Plattform in den versteckten Gang in der Felsspalte überzuwechseln. Gemeinsam kämpften sich die beiden Sithjünger so in die eigentliche Anlage vor. Überall stießen sie auf vehementen Widerstand durch die Schattenwächter dieses dunklen Ortes und dennoch konnten Sie sich weiter vorkämpfen, bis sie schließlich in einer großen Kaverne auf einem Balkon endeten. Kaum hatten sie die Doppeltür zu diesem neuen Raum betreten, verschwanden ihre Widersacher als wäre nichts gewesen. Als die zischenden Laute der Schattenwächter mit ihnen verschwanden, wurden die beiden Sithjünger in eine unheimliche Stille getaucht.

„Wo auch immer wir hier angekommen sind, ich schätze, wir sind am richtigen Ort.“

Der reinblütige Sith trat an das Geländer des Balkons und betätigte eine kleine Konsole, um die Lichter in der Kaverne zu aktivieren. In fünf Wellen wurde die Kaverne unter ihnen in mehr und mehr Licht getaucht. Reihen über Reihen an uralten Kampfdroiden offenbarten sich ihnen, insgesamt vielleicht an die Tausend Einheiten. Sie alle hatten ihre Waffenarme auf einen Stasiskäfig im Zentrum der Kaverne gerichtet. Zumindest jene Einheiten, die nicht schon vollkommen verrostet und zu jämmerlichen Schrotthaufen zusammen gefallen waren. Keine der Einheiten zeigte auch nur irgendein Lebenszeichen und auch der Stasiskäfig im Zentrum schien irgendwann in den letzten Tausend Jahren außer Funktion gefallen zu sein.

Die beiden Sithjünger stiegen eine Treppe hinab auf den Boden der Kaverne und arbeiteten sich vorsichtig durch die Reihen über Reihen an verfallenen Kampfdroiden vor, bis sie den Stasiskäfig erreichten. Wer oder was auch immer dort drinnen eingesperrt gewesen war, konnten sie nicht sagen. Nirgendwo gab es Inschriften oder einen Datenkern, den sie hätten auswerten können. Im Käfig selbst gab es nicht einmal mehr einen Leichnam. Selbst die Knochen und die Kleidung des Gefangenen waren schon längst zu Staub verfallen. Alles was sie in dem Käfig vorfanden, waren zwei uralte, gekreuzte Schwerter, deren Spitzen im steinernen Boden steckten. Sie wirkten makellos als wären sie gerade erst von einem Schmied angefertigt worden. Nicht einmal die Lederriemen, die für den Griff verwendet worden waren, wirkten auch nur ansatzweise verwittert.


„Ich schätze, wir haben unseren Schatz gefunden. Nach allem was wir hier sehen, haben diese Waffen ihren Zweck erfüllt und den Gefangenen hier bis zu seinem wirklich allerletzten Ende hier fest gehalten. Damit müssen sie hier nicht länger verweilen oder was denkst du, mein Freund?“

Sedros sah sich einen Moment um, doch von den Lampen einmal abgesehen schien alles hier jenseits jeglicher Reparatur verwittert zu sein. Also schulterte er seinen Slugthrower wieder und griff in den Käfig, um eines der Schwerter aus dem Boden zu ziehen. Es ließ sich ganz leicht lösen und lag so perfekt in seiner Hand als wäre die Waffe nur für ihn angefertigt worden. Die Schwertgriff war lang genug, um die Waffe beidhändig zu führen, gleichzeitig schien die Waffe aber auch leicht genug, um einhändig genutzt zu werden. Zwischen Griff und Klinge befand sich ein kleines, rundes Stichblatt. Die Klinge selbst war leicht gebogen und an der äußeren Krümmung rasiermesserscharf geschnitten. Der reinblütige Sith bewies dies, indem er mit einem Testschnitt eine der Käfigstangen durchschnitt als wäre diese aus Butter. Die Klinge begann dabei in einem unheimlichen rot zu leuchten als würde ihr Metall geschmolzen sein, sie pulsierte dabei vor Machtenergie. Sedros lächelte äußerst zufrieden und raubtierhaft.

„Ein wirklich guter Fund, er war die Mühen wert, würde ich meinen. Diese mit der Macht geschmiedeten Klingen sind wahrlich ein passender Tribut für unsere zukünftigen Meister. Zu schade, dass wir nicht mehr Zeit und Möglichkeiten haben, mehr über diese Anlage herauszufinden. Vielleicht ein anderes Mal, wenn wir besser vorbereitet sind.“

Sedros schaute zu seinem Begleiter rüber, er war wirklich gespannt, welchen Effekt seine Klinge entfalten würde, wenn der Halb-Echani sie zur Hand nahm.

Doch so langsam sollten sie sich auf den Rückweg machen, sie waren nun schon tagelang von Bastion abkömmlich und früher oder später würde irgend jemandem auffallen, dass sie vom Unterricht ferngeblieben waren.


Yavin 4 - Dschungel, geheimnisvolle Kaverne in den Tiefen der unbekannten Ruine | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
Yavin 4 - Dschungel, geheimnisvolle Kaverne in den Tiefen der unbekannten Ruine | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus

Während Sedros den Raum erkundete und sich der Macht öffnete, um mehr über ihre Umgebung zu erfahren, blieb Daemon auf dem Podest stehen und betrachtete die Kiste. Sein Herzschlag beschleunigte sich, als er die Anwesenheit des dunklen Artefakts spürte. Es war, als würde es ihn anziehen und gleichzeitig abstoßen und er fühlte sich hin- und hergerissen zwischen Neugierde und Angst. Dennoch konnte er dem Drang wiederstehen, jenen Kasten zu berühren. Gerade rechtzeitig, als Sedros schließlich den Weg in den versteckten Gang fand, der mehr versprach als das Podest. Schattenwächter griffen nach ihnen. Insektoide Gestalten schienen direkt aus seinen tiefsten Ängsten zu entspringen und er kämpfte darum, nicht den Verstand zu verlieren und folgte seinem Kumpanen.
Doch als sie den Raum erreichten, in dem die alten Kampfdroiden standen, spürte Daemon eine unerwartete Ehrfurcht. Diese uralten Maschinen waren Relikte einer längst vergangenen Zeit, und er konnte die Macht spüren, die in ihnen schlummerte.


“Wenn die sich aktivieren, dann sind wir mit Sicherheit tot.”

Daemon betrachtete die Szenerie um sich herum mit einem Gemisch aus Ehrfurcht und Faszination. Seine Augen wanderten über die verwitterten Kampfdroiden, die sich in endlosen Reihen vor ihnen auftürmten. Es war, als ob er in die Vergangenheit dieser längst vergessenen Anlage eintauchte, als ob er die Schatten der Vergangenheit selbst spüren konnte, die in den verrosteten Überresten der einst mächtigen blechernden Krieger gefangen waren. Doch die Angst blieb, dass sie sich wieder aktivieren würden, um sie zu töten. Gegen solch eine Armee, hätten sie niemals eine Chance. Der weißblonde betrachtete die Szene um sich herum mit einem Gefühl der Ehrfurcht und des Unbehagens. Die Kaverne war erfüllt von einer unheimlichen Stille, die nur durch das leise Summen der Lichter gebrochen wurde. Überall um sie herum standen die verfallenen Kampfdroiden, stumm und regungslos wie die Toten. Das Gefühl der Einsamkeit und Verlassenheit drängte sich in Daemons Bewusstsein und ließ eine unangenehme Kälte in seinem Inneren aufsteigen.

“Lass uns schnell machen. Das ist mir hier ungeheuerlich.”

Als er das Schwert in Sedros Hand sah, spürte Daemon ein Kribbeln der Erregung. Die Waffe strahlte eine Aura der Macht aus, die ihn gleichzeitig faszinierte und einschüchterte. Er konnte spüren, wie die Dunkelheit darin pulsierte, wie sie nach ihm griff und ihn zu umschlingen schien. Doch gleichzeitig war da auch eine unbestreitbare Anziehungskraft, ein Verlangen, das ihm sagte, dass dieses Schwert etwas Besonderes war, dass es ihm Kraft verleihen könnte, die er nie zuvor gekannt hatte.
Als Sedros ihm das zweite Schwert reichte, zögerte Daemon einen Moment, bevor er es ergriff. Die Kälte des Metalls durchdrang seine Handflächen und ein Schauer lief ihm über den Rücken. Doch als er das Gewicht der Waffe spürte, als er die glatte Oberfläche des Griffs umklammerte, fühlte er eine Welle der Erleichterung. Es war, als ob das Schwert ein Teil von ihm war, als ob es schon immer da gewesen war, nur darauf gewartet hatte, von ihm berührt zu werden. Es war eigenartig wie leicht sie doch war.
Als er die Klinge schwang, fühlte er die Macht durch seinen Körper fließen, fühlte er die Energie, die in ihm aufstieg und sich in der Klinge manifestierte. Es war ein berauschendes Gefühl, ein Gefühl der Allmacht, das ihn überwältigte und ihn gleichzeitig beflügelte. Es war wie sein verlängerter Arm. Er konnte sich vorstellen, wie er mit diesem Schwert in der Hand durch die Galaxie zog, wie er seine Feinde niederstreckte und sein Schicksal selbst bestimmte.


“Was für ein Fundstück. Hast du je von solch einem Artefakt gehört? Wie alt schätzt du diese Waffe, Sedros?”

Doch dann erinnerte ihn Sedros daran, dass sie zurückkehren mussten, dass sie nicht ewig in dieser Ruine verweilen konnten und ihre Abwesenheit auf Bastion bald bemerkt werden würde. Und so machten sie sich auf den Weg zurück, durch die dunklen Gänge und die schattenhaften Hallen, bis sie endlich das Eingangsportal erreichten. Die Luft war schwer und drückend, als ob die Ruine selbst sie zurückhalten wollte, als ob sie nicht wollte, dass sie gingen. Die Schatten versuchten nach ihnen zu greifen, doch mittlerweile wussten die beiden Jünger sich durch die Ruine zu bewegen. Sie ließen sich nicht aufhalten. Von keinen weiteren Illusionen beeindrucken oder ablenken. Der Boden unter ihren Füßen war uneben und glitschig. Überall um sie herum lauerten Gefahren – herabstürzende Felsen, giftige Dämpfe und unheimliche Kreaturen, die in den Schatten lauerten. Aber Daemon und Sedros ließen sich nicht davon einschüchtern und gewannen jeden Kampf.
Und so erreichten sie den Ausgang und kehrten zurück in die Welt jenseits der Ruine, bereit für die Herausforderungen, die vor ihnen lagen, bereit für ihr Schicksal, das sie selbst bestimmen würden. Sie hatten nun endlich etwas in der Hand, um auf Bastion auf sich aufmerksam zu machen und hoffentlich ihr Dasein als Jünger endlich zu beenden, um zu viel Größerem aufzusteigen.
Als sie sich auf den Weg zurück nach Bastion machten, spürte Daemon eine Mischung aus Vorfreude und Nervosität. Ihr Fund würde nun alles verändern…
Er sicherte ihre Zukunft ab.. .


"Niemand wird uns mehr übersehen. Wir sind nicht das gleiche Ungeziefer, was sich auf Bastion Jünger nennt. Wir sind lebendige Waffen. Unsere Zeit als niedere Maden ist nun bald vorbei. Ich fühle es... ."

Sagte Daemon, während er das Schiff mit seinem Begleiter betrat und den Boardcomputer, die Route nach Bastion errechnen ließ.

Yavin 4 - Dschungel, Raumschiff-auf dem Weg nach Bastion| Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus
 
Yavin 4 - an Bord der "Obsidian Gauntlet" | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus

Während Daemon sich um die Startvorbereitungen kümmerte, sorgte Sedros dafür, dass ihre nunmehr gefüllten Transportcontainer und auch der nunmehr gestohlenen Airspeeder im Frachtraum ordentlich verstaut wurden. Es dauerte ein wenig, doch schließlich schaffte es der reinblütige Sith die Kühlsysteme der Container mit der Energieversorgung des Schiffes zu verbinden. Damit hatten sie erst einmal nicht länger zu befürchten, dass den Containern früher oder spätere die Energie ausging. Anschließend machte er es sich im Aufenthaltsbereich des Schiffes gemütlich, wo er seine erbeutete Klinge behutsam auf den Esstisch legte, um es genauer zu untersuchen. Sedros hatte seine Umgebung komplett vergessen bis der Halb-Echani im Cockpit das Schiff vom Boden abheben und zügig hochsteigen ließ, um die Rückreise nach Bastion anzutreten.

Sedros machte sich allerlei Notizen zu den Runen auf der Waffe und begann mit einer Übersetzung nachdem er ausgiebig Bilder von allen Seiten der Waffe gemacht hatte. Dass die Obsidian Gauntlet in den Hyperraum eintrat, bemerkte er nicht einmal. Genauso wenig, dass Daemon zu ihm in den Aufenthaltsbereich kam. Als dieser aufsprach, schnalzte der reinblütige Sith genervt mit der Zunge, da seine Konzentration unterbrochen worden war. Dennoch…oder vielmehr gerade deswegen lächelte er dem Halb-Echani freundlich zu.

„Jemand hat sich hier sehr fühl Mühe gegeben, ein herkömmliches Schwert mit der Macht zu verbinden und auf ewig zu einem winzigen Machtnexus zu machen. Kannst du dir vorstellen, wieviel Arbeit dafür nötig war? Im Moment weiß ich nicht einmal ansatzweise, wie der Schmied das damals angestellt hat. Ich kann dir nur sagen, dass die komplette Waffe vor Machtenergie geradezu erfüllt zu sein scheint. Es gibt keinen Fokuskristall oder ähnliches, das Metall selbst scheint geradezu machtsensitiv zu sein. Nur wozu das Ganze, wenn man auch einfach ein Lichtschwert bauen kann, das genauso quasi alles durchschneiden kann, wie die diese Klinge hier es offenbar tut?“

Sedros‘ bewusst aufgesetztes diplomatisches Lächeln wandelte sich in ein breites Grinsen, das eine geradezu kindliche Freude verriet. Es ließ die ohnehin schon glühenden Augen des reinblütigen Sith geradezu strahlen.

„Die Antwort ist so offensichtlich wie kaum greifbar. Diese Klingen wurden vor der Erfindung des Lichtschwertes geschmiedet. Kannst du dir das vorstellen? Damit stammen sie aus vorgeschichtlichen Zeiten. Sie sind älter als das erste Sith-Imperium oder selbst die alte galaktische Republik! Das macht diese Waffen zehntausende Jahre alt und sie wirken noch so neu wie am ersten Tag. Das ist wirklich unglaublich!“

Es glich einem Wunder, dass Sedros nicht begann, wie ein kleines Kind zu kichern, das das Süßigkeitenversteck seiner Eltern gefunden hatte. So begeistert war er von ihrem Fund.

„Stell dir nur vor, was man mit der Technologie alles erschaffen könnte, die in diesen Schwertern steckt. Wie wäre es mit Sturmtruppenrüstungen, die so widerstandsfähig sind, wie diese Klingen? Ach was sage ich, warum nicht gleich die Obsidian Gauntlet so verstärken oder direkt einen Supersternenzerstörer? Dagegen könnte die Republik nichts ausrichten, die Galaxie läge uns zu Füßen! Die Möglichkeiten sind schier unendlich, wir müssen nur ergründen, wie diese Waffe geschaffen wurde.“

Doch das würde warten müssen. Hier an Bord hatte Sedros nicht die nötigen Informationen zur Hand, um mit der Forschung ernsthaft zu beginnen und darüber hinaus war der reinblütige Sith auch alles andere als ein Experte für diese Epoche der galaktischen Geschichte. Er bezweifelte, dass es derzeit überhaupt jemanden gab, der sich als Experte dieser Zeitperiode bezeichnen konnte. Sie bewegten sich hier auf wirklich obskurem Territorium. Nicht einmal die Archive des großen Tempels auf Bastion dürften viel über diese Klingen wissen, immerhin hatten schon die Gründerväter und Mütter des Sithordens Lichtschwerter genutzt. Das ließ nur die große Bibliothek der Jedi-Archive. Sie würden also wahrscheinlich Coruscant oder Ossus angreifen und gewisse Zeit halten müssen, um mehr zu erfahren.

Aber nicht heute, nicht heute. Und auch nicht morgen. Zunächst hieß es erst einmal, zurück nach Bastion zu kehren und Mentoren und Meister zu finden, die sie fördern und weiter ausbilden würden. Der Bordcomputer gab eine restliche Reisezeit von 19 Flugstunden im Hyperraum bis zu ihrer Ankunft an. Zeit genug, sich ordentlich zu waschen, die Kleidung zu reinigen und zu schlafen.
Sedros nahm sich auch vor, anzufangen, seine neuen Haustiere abzurichten.

Beide Sithjünger fanden sich im Cockpit ein, um den Anblick Bastions und die den Planeten umgebenden Raumstationen und Schlachtschiffe zu bewundern als sie den Hyperraum verließen. Dies war die Hauptwelt des Imperiums und nirgendwo sonst konnte man seine Macht so sehr spüren wie hier. Der Anblick war jedes Mal genauso beeindruckend, fast berauschend. Als Mitgliedern des Sith Ordens bekamen sie auch eine Vorzugsbehandlung bei der Vergabe der Landevektoren, selbst wenn sie nur Jünger waren. Das erlaubte ihnen zügig zu landen. Die Bodencrew staunte jedoch nicht schlecht, als der für sie ungewohnte Schrotthaufen in der Landebucht aufsetzte.
Sedros befahl ihnen direkt, die nötigen Reparaturen und Upgrades am Schiff durchzuführen, um es auf die Standards des Sith Ordens zu bringen. Das nötige Geld dafür hatte er dank der Wettspiele nun zum Glück.

Und so ging es für die beiden Sithjünger zurück zum Tempel, wo ihre Zukunft auf sie wartete.


Bastion - Raumhafen | Daemon Galdore Midracha, Sedros Xyrtademus, Bodencrew des Raumhafens

-> weiter auf Bastion
 
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