Serie A Knight of the Seven Kingdoms

Wow, Folge vier fängt wirklich stark an. Das Gespräch zwischen Dunk und Aegon ist deutlich härter als im Roman. Da hat mir Aegon richtig leidgetan. Dafür ist die Szene bei Baelor unglaublich gut gelungen – intensiv, emotional und sehr romangetreu. Ein wirklich großartiger Moment.

Die Verhandlung hingegen war schwächer als im Buch. Schade, dass Daeron nicht anwesend war – im Roman gibt es dort einen großartigen Dialog zwischen Daeron und Aerion, der hier leider fehlt. Dass Maekar in der Serie das Urteil der Sieben ebenfalls nicht kannte, halte ich für eine schlechte Entscheidung der Serienmacher. Meiner Meinung nach schwächt das seinen Charakter und hat die Verhandlung stellenweise fast ins Lächerliche gezogen.

Daerons Traum … :‘(
Mehr kann man dazu kaum sagen. Alle Targaryens, die mit der Gabe – oder dem Fluch – der Voraussicht geboren wurden, haben meist ein schweres Schicksal.

Den Schmied mag ich sehr. Die Szene mit dem Schild war richtig stark.
„Eich und Eisen schützt mich gut, sonst sterbe ich in der Höllenglut.“ – das hatte Kraft und wurde wir im Roman, sehr gut eingesetzt.

Steffon Fossowey ist einfach ein Unsympath. Genau wie im Buch. Ich wusste, was kommt, und trotzdem hat es mich wieder aufgeregt. Der Ritterschlag hingegen war hervorragend inszeniert.

Dunks Ansprache war ebenfalls sehr gelungen – richtig stark. Und dann :( dieser kleine Situationskiller … vielleicht einmal lustig, aber für mich nicht nötig. Ich hätte mir gewünscht, dass Dunk – wie im Buch – ein paar Ritter direkt anspricht. Zum Glück ist Baelor noch immer ein wahrer Ritter. Und dann setzt die Musik ein – absoluter Gänsehautmoment.

Freue mich auf Folge 5.

Edit: Baelors Enthüllung ging mir ebenfalls etwas zu schnell. Im Roman denken zunächst alle, es sei sein Sohn Valarr, da Baelor dessen Rüstung trägt – weil er seine eigene nicht dabeihatte. Schließlich wollte er ursprünglich nur als Zuschauer am Turnier teilnehmen.
 
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Die fünfte Folge von A Knight of the Seven Kingdoms ist eine dieser Episoden, nach denen man nicht sofort weiterklickt. Man sitzt kurz da. Lässt es sacken. Was als großes Versprechen beginnt, als lange angekündigtes Urteil der Sieben, endet in etwas, das deutlich schwerer wiegt als ein gewonnener Kampf. Es erwartet einen ein Schlag in die Magengrube.

Schon die ersten Minuten im Turnierfeld sind unangenehm intensiv. Man steckt mit Dunk im Helm. Man hört ihn atmen. Sieht kaum etwas. Alles ist eng, laut, unübersichtlich. Das hat nichts von Ritterromantik. Der Soldat James Ryan lässt grüßen. Es fühlt sich an wie Überforderung.Dunk zögert, während die anderen schon losreiten. Er ist kein geborener Held. Er ist nervös, unsicher, sichtbar angespannt. Genau deshalb funktioniert es.

Die Treffer kommen schnell. Die Lanze erwischt ihn. Später holt ihn der Morgenstern vom Pferd. Es ist kein eleganter Schlagabtausch, sondern ein schmutziger Nahkampf. Schlamm spritzt, Metall kracht, Körper gehen zu Boden. Trotzdem drängt sich irgendwann ein Gedanke auf. Wie viel kann ein Mensch eigentlich aushalten? Dunk kassiert eine Menge. Stiche, Hiebe, Schläge. Das ist packend inszeniert, aber es ist hart an der Grenze dessen, was noch glaubwürdig wirkt.

Aerion ist dabei das perfekte Gegenbild. Arrogant, kalt, überzeugt von seiner eigenen Unantastbarkeit.

Mitten in dieser Wucht bricht die Folge plötzlich ab. Dunk liegt am Boden. Schwarz. Und dann Flohloch.

Der Wechsel ist abrupt. Das Tempo fällt schlagartig. Statt Turnierlärm bekommt man Enge, Armut, Krankheit. Kinder, die stehlen, um zu überleben. Man kann verstehen, wenn man in diesem Moment ungeduldig wird. Gerade war noch alles in Bewegung. Jetzt steht die Zeit still.

Aber die Rückblende erfüllt ihren Zweck. Man versteht Dunk anders. Seine Sturheit. Seine Vorstellung von Ehre. Raff ist hier der stärkere Charakter. Sie denkt voraus, plant die Flucht, treibt an. Er klammert sich an Erinnerungen. An die Hoffnung, dass seine Mutter vielleicht doch zurückkommt. Das ist kindlich und traurig zugleich.

Als Raff in der Gasse getötet wird, bleibt die Serie unangenehm nüchtern. Kein Pathos, keine große Musik. Nur ein Messer, Blut und das Geräusch von jemandem, der um Luft ringt. Es ist schnell vorbei, aber es brennt sich ein. Dunk verliert in diesem Moment seine Freundin. Dass ausgerechnet ein betrunkener Ritter eingreift und so sein Leben in eine neue Richtung lenkt, wirkt fast zynisch. Rettung und Neubeginn entstehen hier aus Zufall und Gewalt.

Zurück im Turnierfeld schließt sich der Kreis. Wieder liegt Dunk im Dreck. Wieder scheint alles entschieden. Und wieder rappelt er sich auf. Nicht mit Glanz, sondern mit Trotz. Er wirkt erschöpft, taumelnd, aber er geht weiter. Als er Aerion schließlich zwingt, seine Worte zurückzunehmen, ist das kein Jubelmoment. Es ist eher ein letzter Kraftakt.

Dann kommt Baelor.

Er ist die Figur, die für Ordnung steht. Für Vernunft. Für etwas, das man in dieser Welt fast schon Hoffnung nennen könnte. Als er Dunk seine Anerkennung ausspricht, entsteht kurz der Eindruck, dass sich etwas zum Guten wenden könnte. Dass aus diesem Chaos vielleicht doch ein Weg entsteht.

Und dann wird der Helm abgenommen.

Man sieht sofort, dass etwas nicht stimmt. Ein Schlag von hinten, der im Getümmel kaum auffiel, erweist sich als tödlich. Baelor bricht zusammen. Keine langen Abschiedsworte. Kein dramatisches Innehalten.

Das sitzt tiefer als jede Kampfszene. Mit ihm verschwindet mehr als ein Mensch. Es verschwindet eine Möglichkeit. Eine andere Richtung für die Zukunft.

Für Dunk bleibt ein bitterer Beigeschmack. Erst Raff. Jetzt Baelor. Zwei Verluste, die direkt mit ihm verbunden sind. Er hat das Urteil gewonnen, aber es fühlt sich nicht wie ein Sieg an. Eher wie eine Rechnung, die höher ausfällt als gedacht.

Am Ende steht keine Heldengeschichte. Sondern die Geschichte eines Mannes, der aus dem Elend kommt und trotzdem versucht, an etwas Anständiges zu glauben. Und einer Welt, die ihm immer wieder klarmacht, wie teuer dieser Glaube sein kann.
 
Tolle Folge! Die Rückblende finde ich großartig. Man erfährt mehr über Dunk, was die Bindung zu ihm als Zuschauer noch einmal vertieft. Ich fand es klug, diese Rückblende in die Szenerie des Urteils der Sieben einzubauen. Die Folge macht vieles richtig. Aber als jemand, der das Buch sehr gut kennt und ein großer Fan davon ist,
finde ich es schade, dass man Baelors Strategie im Wesentlichen auf die Königsgarde reduziert hat. Vor allem, weil sein Lanzenplan später noch an Bedeutung gewinnt.

Dunk hat von Baelor etwas gelernt, das später mit dazu beiträgt, das Reich zu retten beziehungsweise einen Krieg abzuwenden – oder, wenn man es hart herunterbrechen möchte, eine Schlacht bzw. Rebellion im Keim zu ersticken. Für mich fühlte es sich im Buch so an, als würde Baelor selbst aus dem Tod heraus noch das Schicksal des Reiches beeinflussen. Und genau das zeigt, welch gewaltiger Verlust er für das Reich war.

Beim Kampf Dunk gegen Aerion bin ich ganz bei @Sam Rockwell – irgendwann war es mir zu viel. In GoT oder HotD sind Figuren schon an deutlich weniger gestorben, und auf Dunk prasseln Lanzen, Schwerter, Morgensterne, Schilde und Dolche ein. Gefühlt hätte er in diesem Kampf fünfmal sterben müssen. Auch die Passage, in der er für tot gehalten am Boden liegt, hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht.

Ansonsten war das Urteil der Sieben aber sehr gut umgesetzt: schmutzig und brutal. Daran ist nichts Ehrenhaftes oder Schönes – und genau so sollte es wirken.

Um noch einmal auf die Rückblende zurückzukommen: Die war wirklich stark. Wir sehen Westeros meist aus einer privilegierten Perspektive. Selten wird es so voll, schmutzig, brutal, eklig und ungerecht gezeigt. Es war eindrucksvoll zu sehen, wie hart diese Welt für die normalen Bürger sein kann. Flohloch ist ein Sumpf voller Abschaum. Aber selbst in einer solchen Welt kann jemand wie Dunk entstehen.

Baelors Tod: Mir war klar, was uns am Ende erwartet, und es war wirklich toll inszeniert. Man spürt, wie nahe es Dunk geht, und auch als Zuschauer nimmt es einen mit. Dank der Serie kann ich mir das Geschehen im Roman nun viel bildlicher vor Augen führen. Das Reich hat hier einen schweren Verlust erlitten, aber … (hier kann ich hoffentlich in der nächsten Folge anknüpfen.)


Ich freue mich schon sehr auf die kommende Folge und hoffe auf ein paar starke Dialoge, die direkt aus dem Roman übernommen werden.
 
Letzte Woche fragte ich mich, womit man beim verbleibenden Buch-Stoff noch 2 Folgen füllen will. Diese Woche kam die Antwort: Mit einer halben Folge Rückblende zu Dunks Kindheit. Auch wenn diese eine Erfindung der Serie war, hat sie mir sehr gut gefallen. Noch nie sah man Westeros so dreckig und trostlos wie bei den Szenen von Flohloch. War sehr intensiv, ebenso Raffs völlig unspektakulärer Tod, der zum ersten Treffen zwischen Dunk und Ser Arlan führt.

Das Urteil der Sieben war die möglicherweise heftigste Kampf-Szene in GoT bisher. Keine epische Musik, keine Heldenmomente, sondern einfach nur Dreck und Gewalt. Fühlte sich ähnlich der Flohloch-Szenen ungemein realstisch und intensiv an. Einzig, dass Dunk so viel aushält, war vielleicht etwas übertrieben.

Als Buchkenner wusste ich natürlich schon vom Ende Baelors. Ohne das Wissen wäre es wohl ein GRRM-Todestwist wie aus dem Bilderbuch geworden. Hatte als Buchleser eigentlich damals geglaubt, dass Baelor zum König wird und die Septe baut
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