Bastion

Bastion | Imperium | Sithtempel, Domäne der Lernenden - kleine Bibliothek| Sedros und Darth Lisak (NSC)

Während Darth Lisak in Erinnerungen schwelgte, blieb Sedros still. Doch er lauschte ganz genau den Worten seines Gegenüber. Eine alte Bekanntschaft also aus den Tagen als Kira Guldur noch eine junge Sith-Kriegerin gewesen war? Dann musste der Sith vor ihm einige interessante Geschichten zu seiner Meisterin kennen. Natürlich würde der reinblütige Sith nicht nach ihnen Fragen können. Das war äußerst bedauerlich...würden diese Geschichten doch einiges über die Vergangenheit und Schwächen seiner Meisterin verraten, die er irgendwann würde ausnutzen können. Sedros war aber niemand, der sich nicht auftuenden Gelegenheiten nachtrauerte. Er beschäftigte sich lieber mit der Realität, die sich ihm offenbarte.

Darth Lisak sprach davon, dass er mit Kira über Sedros korrespondiert hatte. Das konnte eine schiere Unzahl von Dingen bedeuten und bot daher erhebliche Gefahr und alarmierte den reinblütigen Sith. Gut, nachlässig in seiner Aufmerksamkeit war er nie, ganz besonders nicht hier im Tempel. Dieses Gespräch hier aber war eine ganz große Unbekannte und barg entsprechend unüberschaubare Risiken. Eine überaus unangenehme Situation. Sedros befand sich hier eindeutig im Nachteil gegenüber seinem Gesprächspartner und das war eine Situation, der der reinblütige Sith viel zu oft ausgesetzt war und sie mit Inbrunst verachtete.

Wegen zwei Angelegenheiten war er also hierher gebeten worden. Gerade als
Sedros ansetzte, Darth Lisak seine Zusammenarbeit zu versichern, wandte er ein, selbst etwas für Sedros tun zu wollen. Das kam gelinde gesagt unerwartet und es machte den reinblütigen Sith sofort misstrauisch. Was wollte sein Gesprächspartner hier bezwecken? Ein selbstloser Dienst würde das kaum sein und naturgemäß argwöhnte Sedros sofort, dass ihm ganz und gar nicht gefallen würde, welchen Preis er für diese ihm unbekannte und unerbetene Gefälligkeiten würde bezahlen müssen.

Als
Darth Lisak dann erwähnte, Sedros in den Zirkel der Alchemisten einführen zu wollen, horchte der reinblütige Sith auf. Natürlich wollte er diesen Weg einschlagen und hatte entsprechendes auch mit Kira hier und da einmal besprochen. Aber gerade deswegen durfte er sich jetzt als nicht zu begierig zeigen, selbst wenn er ganz anders empfand. Es war nie gut, eine Schwäche einem anderen Sith gegenüber zu offenbaren, ganz besonders nicht als Schüler.

„Ich werde mich der Prüfung stellen, Darth Lisak.“

Die Stimme des reinblütigen Sith war ruhig, kontrolliert, entschieden. Sedros schaffte es, seine Aufregung unter Kontrolle zu halten und zumindest so zu tun, als wäre er sich absolut sicher, die vor ihm liegende Aufgabe nicht nur zu überleben sondern auch zu meistern und den Anforderungen des Zirkels der Alchemisten zu genügen.

Doch natürlich sollte es nicht so einfach sein. Irgend etwas fehlte ihm also. Natürlich, nichts war einfach so zu haben im Sith-Orden.
Darth Lisak wollte eine Pflicht von Kira Guldur übernehmen, die in dieser Situation äußerst pässlich war? Was sollte das bedeuten? Noch während der reinblütige Sith darüber sinnierte, was sein Gegenüber andeuten wollte, forderte dieser, dass Sedros sich hinknien sollte. Das ließ sofort alle Alarmglocken bei ihm klingeln.

Er sollte sich also in eine äußert verwundbare Position vor einem ihm unbekannten Sith begeben? Alle Instinkte schrien
Sedros an, genau das eben nicht zu tun. Entsprechend zögerte er einen langen Moment lang. Sollte er stattdessen versuchen, zu fliehen? Alles war besser als sich selbst auf die Schlachtbank zu begeben. Doch dann kam eine Eingebung. Man hätte ihn nicht hier in diesen Bibliotheksraum gerufen, nur um ihn hinzurichten. Die Gefahr war viel zu groß, dass dabei etwas wertvolles zu schaden kam. Nein, für derlei Rituale gab es ganz andere Räume hier im Tempel.

"Wie Ihr wünscht."

Und so raffte Sedros seine Robe und sank auf ein Knie nieder. Dabei waren seine Nerven und Muskeln bis zum Zerreißen gespannt. Nur für den Fall, dass doch etwas zu seinem Nachteil als nächstes passierte, wollte er vorbereitet sein. Nein, der reinblütige Sith konnte nicht anders, als in voller Alarmbereitschaft zu verharren. Es lag ihm buchstäblich im Blut.

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Bastion | Tempel der Sith | Dömäne der Lernenden- Das Mal | Cerus Vhal’Kor, Seris Veynar, [NPC Varyn & Darth Judica,]

Die Stille nach Judicars Worten zog sich hin. Cerus konnte nicht sagen, wie lange sie anhielt, ob es nur Sekunden waren oder deutlich mehr, doch der Eindruck blieb derselbe. Niemand rührte sich, niemand sprach, und es gab keinen Hinweis darauf, was als Nächstes passieren würde. Er blieb stehen, so wie er es für richtig hielt, und wartete, weil alles andere hier fehl am Platz gewesen wäre.

Er achtete darauf, ruhig zu atmen, gleichmäßig, kontrolliert, weil er wusste, dass jede Form von Unruhe auffallen würde. Er wollte nicht zeigen, wie angespannt er war, auch wenn er es deutlich spürte, genau so wie diese unnormale drückende Kälte die diese Gestalt vor ihm ausstrahlte.

Seris hatte ebenfalls geantwortet, und Cerus hatte ihre Stimme gehört, rau und angeschlagen. Er warf ihr einen kurzen Blick zu, nicht aus Mitgefühl oder Verbundenheit, sondern um einzuschätzen, wie sie dastand. Sie war noch auf den Beinen. Mehr zählte hier nicht.

Judicar stand weiterhin vor ihnen. Auch nachdem er gesprochen hatte, ließ seine Präsenz nicht nach, und Cerus hatte das Gefühl, dass jede Regung genau beobachtet wurde. Er hielt sich bewusst zurück, blieb ruhig und ließ sich nichts anmerken, weder Erleichterung noch Zweifel.

Zuerst wurde das Schicksal von Seris kund getan auch wenn er nicht wusste auf was das hinauslief.

Darth Judicar ihn anblickte lief ein Schauer über seinen Rücken von Cerus und die kurze pause machte es nicht besser. Als das Wort Bibliothek gefallen war, hatte er es sofort eingeordnet. Es bedeutete keinen schnellen Aufstieg, sondern Arbeit, Zeit und Beobachtung. Ein Ort, an dem man nicht auffiel, sondern funktionierte und lernte. Für Cerus war das kein Rückschlag. Geduld war ihm vertraut, vielleicht sogar näher als alles andere und am Ende war es ihm nur wichtig das er sein Ziel erreichte der Rest war ihm Egal.

Die Spannung im Raum hielt weiter an, und niemand sagte etwas. Cerus spürte das getrocknete Blut auf seinen Händen und in seinem Mund und merkte, wie sich seine Finger unbewusst anspannten. Er zwang sich, sie wieder zu lockern. Der Kampf war fürs erste vorbei. Jetzt ging es darum, Haltung zu bewahren.

Dann öffnete sich seitlich eine Tür, ohne Geräusch, ohne Ankündigung. Kaltes Licht fiel in den Raum und machte klar, dass dies der Moment war. Cerus wartete einen kurzen Augenblick, dann verneigte er sich in die Richtung von Darth Judicar und bewegte sich in Richtung der Tür ohne zurückzublicken, immerhin war er aufgefordert worden zu gehen.

Als er durch die Tür trat die sich sofort hinter ihm schloss, war der Wechsel sofort spürbar. Der Druck ließ nach, nicht vollständig, aber deutlich genug, als er die Korridore der Domäne der Lernenden betrat.

Cerus blieb kurz stehen, ohne zurückzusehen, sammelte sich, atmete einmal Tief durch und massierte sich seinen Schläfe.
"Was war dass den soeben gewesen? ", dachte er bei sich. Er hoffte nur das dieser unheimliche Ort es wert war und er hier wirklich stärken werden würde wie ihm gesagt wurde. Dann zuckte er leicht mit den Schultann und setzte dann seinen Weg fort, den Blick nach vorn gerichtet um die Bibliothek zu suchen.


Bastion | Tempel der Sith |

Cerus Vhal’Kor,
 
Bastion | Tempel der Sith | Dömäne der Lernenden- Das Mal | Cerus Vhal’Kor, Seris Veynar, [NPC Varyn & Darth Judica,]
Seris brauchte einen Moment, bis die Worte wirklich bei ihr ankamen.


Zirkel der Extinktoren.

Der Name sagte ihr nichts. Aber der Ton, in dem er gesprochen worden war, reichte. Sie senkte den Blick einen Herzschlag lang, nicht aus Ehrfurcht, sondern um Luft zu holen. Dann drehte sie sich wortlos um und setzte sich in Bewegung.


Ihre Füße trugen sie schnell, weg vom Mal, weg von der Stille, die sich dort festgefressen hatte. Ihre Schritte hallten dumpf auf dem Steinboden, begleitet vom leisen Ziehen in ihrer Flanke. Das Blut war längst getrocknet, aber der Schmerz erinnerte sie bei jedem Schritt daran, dass sie noch da war.


An einer Kreuzung blieb sie stehen. Zwei Gänge. Seris schnaubte leise.


„Natürlich“, murmelte sie und wählte den linken Gang. Einfach, weil er näher lag.


Der Weg zog sich. Der Gang wurde schmaler, dann wieder breiter, führte an verschlossenen Türen vorbei, an Nischen mit flackernden Leuchten und an stillen Statuen, deren Gesichter im Halbdunkel kaum zu erkennen waren. Seris’ Schritte wurden langsamer.


Sie bog erneut ab. Dann noch einmal. Irgendwann wusste sie nicht mehr, ob sie im Kreis lief oder tiefer in den Tempel hinein. Der Schmerz in ihrer Seite pochte im gleichen Rhythmus wie ihr Herz, und sie zwang sich, nicht zu humpeln.


Extinktoren, dachte sie erneut.

Nach einer weiteren Biegung hörte sie schließlich Stimmen. Leise. Gedämpft. Nicht viele. Seris blieb stehen, lauschte einen Moment, dann ging sie langsamer weiter, dem Geräusch nach.


Egal, wo sie hier gelandet war – es musste irgendwo anfangen. Und stehenbleiben war noch nie ihre Stärke gewesen.

Die Stimmen wurden deutlicher, je weiter Seris ging. Einer von ihnen hatte ein Datapad in der Hand, der andere lehnte mit verschränkten Armen an der Wand. Der mit dem Datapad musterte sie kurz.

"Verzeihung, ich weiß nicht ganz wo ich hin muss."


„Name.“


„Seris“, antwortete sie knapp. Einen Moment später fügte sie hinzu: „Veynar.“


„Extinktoren?Komm mit.“


Seris zögerte keinen Herzschlag. Sie trat hinter ihn, warf dem anderen noch einen kurzen, Blick zu und folgte dann dem Mann mit dem Datapad in einen schmaleren Gang.

Nach ein paar weiteren Biegungen blieb der Mann stehen und deutete auf eine schwere Tür aus dunklem Metall.


„Melde dich dort“, sagte er. „Sag, dass du geschickt wurdest.“


Seris sah die Tür an, dann wieder zu ihm.
"Danke."
 
[ :: Bastion :: Sith-Tempel :: Pyramide der Extinktoren :: Kammer des Großzirkelmeisters :: ]
/Sera | Agatosh | Darth Zion ::


Er sah seine beiden Schüler an und beobachtete sie genau, mit seinen orangenen Augen, aber ebenso mit der Macht. Beide fokussierten sich, fanden die Stille, die er verlangte, und sammelten sich so, wie er es sehen wollte. Nun ging es nicht mehr um Ruhe, sondern darum, diese Ruhe zu lenken. Sera und Agatosh waren grundverschieden; ihre Stärken und Schwächen lagen nicht auf derselben Linie, und deshalb führte er sie auch nicht mit demselben Schlüssel.
Zuerst war Sera an der Reihe. Zion wusste, dass sie länger brauchte, um sich auf das einzustimmen, was er von ihr verlangte. Ohne sich zu bewegen, sprach er ruhig, aber deutlich.


„Ruf dir in Erinnerung, was du am meisten verabscheust. Was du hasst. Was du am weitesten von dir stoßen würdest.“

Seine Stimme wurde leiser, fast flüsterhaft, und in Verbindung mit der mechanischen Verzerrung wirkte sie beinahe bizarr.

„Sieh die Personen, die dich verlassen haben. Die dich betrogen haben. Die dich klein gehalten haben oder dir sonst etwas angetan haben. Vielleicht sind es deine Eltern. Vielleicht ist es Agatosh. Vielleicht siehst du auch mich.“

Er hielt den Blick auf ihr Gesicht gerichtet, als würde er ihr Inneres lesen.

„Ich bin mir jedenfalls sicher, dass dein eigenes Gesicht eines davon ist.“
Zion spürte, wie seine Worte fruchteten, wie es in ihr zu kochen begann. Genau das brauchte er, nicht als Ausbruch, sondern als Druck.

„Sammle diese Gefühle. Stau sie auf. Lass sie nicht heraus, gib ihnen kein Ventil.“

Seine Stimme blieb ruhig, beinahe sachlich, und gerade dadurch bohrte sie sich tiefer.

„Denk an jedes Unrecht, das dir zugefügt wurde, an jeden Moment, in dem du dich selbst enttäuscht hast, an jeden Augenblick, in dem du verletzt wurdest – physisch wie psychisch.“

Er nickte kaum merklich, als hätte er das Aufflammen in ihr bestätigt.

„Lass nichts raus.“

Dann wandte er sich Agatosh zu. Der Chiss war ein Kämpfer und Krieger, vielleicht schon mehr, als Zion es in diesem Stadium seiner eigenen Ausbildung gewesen war. Bei Agatosh musste er nicht erst das Feuer entfachen, er musste es präzisieren, schärfen, in Wahrnehmung verwandeln.
Zion ließ seinen Blick auf ihm ruhen und sprach in einem Ton, der weder laut noch weich war, sondern unmissverständlich.


„Agatosh. Halte die Augen geschlossen.“

Das Zischen seiner Maske füllte einen Atemzug lang den Raum.

„Spüre den Raum. Nicht mit deinen Ohren, nicht mit deiner Haut … mit der Macht. Spüre jede Kante, jede Narbe im Stein, die Hitze in der Luft, die kleinsten Strömungen. Spüre mich. Spüre Sera. Spüre, was sich zwischen uns bewegt, auch wenn es keine Form hat.“

Er trat nicht näher, doch seine Präsenz schob sich wie ein Gewicht zwischen die Wände.

„Ich will, dass du mir sagst, wann du es hast. Wann du den Raum nicht mehr hörst, sondern bist.“

Zion wartete, während Agatosh sich tiefer in diesen Zustand sinken ließ. Die Sekunden dehnten sich, und in der Stille lag nur das gleichmäßige, mechanische Atmen des Meisters und das leise Knistern der Macht, die sich in den Körpern seiner Schüler sammelte.

Als Zion spürte, dass Agatoshs Fokus stand, griff er nach einem der Trainingsgegenstände, der am Rand des Raumes lag, klein genug, um harmlos zu sein, schwer genug, um Bedeutung zu haben. Ohne Vorwarnung ließ er ihn mit einer kurzen, präzisen Bewegung losschnellen.
Der Gegenstand schoss auf Agatosh zu, schnell, geradlinig, lautlos. Es war ein Test, der keine Worte brauchte.



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/Sera | Agatosh | Darth Zion ::
 
Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- kleine Bibliothek :: Seldros :: Darth Lisak [NPC]


Darth Lisak ließ den Blick auf dem knienden Sith-Schüler ruhen, als hätte sich in dieser Geste etwas Endgültiges erfüllt. Ein Triumph lag darin, nicht laut oder prahlerisch, sondern kühl und klar, wie das Wissen um einen Schritt, der genau so hätte geschehen müssen. Der Schatten seiner Kapuze zeichnete harte Linien über sein Gesicht, doch seine Haltung blieb gelassen, beinahe feierlich, als nehme die Bibliothek selbst diese Szene in ihr Schweigen auf.

Mit einer geschmeidigen Bewegung glitt seine Hand unter die Robe. Ein Moment, in dem nur das gedämpfte Summen der Anlage zu hören war, dann zückte er sein Sith-Schwert. Das Heft saß sicher in seiner Hand, und er positionierte sich exakt vor Sedros, so präzise, als hätte er die Entfernung abgemessen. Die Waffe war weniger Drohung als Symbol - ein Instrument, das nicht für Hast geschaffen war, sondern für bedeutende Momente.

Langsam senkte er die Klinge, bis sie den Scheitel des Reinbluts berührte. Die Spitze folgte, kontrolliert, unerbittlich sanft und sie piekste leicht in die Stirn. Ein winziger Schmerz, kaum mehr als ein Zeichen und doch tropfte Blut hervor, ein dunkler, lebendiger Punkt, der sich seinen Weg bahnte. Lisak hielt die Klinge ruhig, als wolle er dem Moment Raum geben, damit er sich einprägte.


„Im Namen Eurer Meisterin, Kira Guldur, ernenne ich Euch zum Sith-Krieger.“

Sprach er, ruhig und getragen, die Worte wie eine Klinge selbst, klar geführt und ohne Umwege. Einen Herzschlag später legte er eine erhabene Note in die Stimme, ohne lauter zu werden.

„Tragt diesen Rang mit Würde. Fühlt Euch geehrt – nicht durch mich allein, sondern durch den Weg, den Ihr damit betretet. Von diesem Augenblick an steht Ihr an einer neuen Schwelle. Und was vor Euch liegt, wird Euch formen.“

Er zog die Klinge zurück und ließ sie mit derselben kontrollierten Ruhe wieder verschwinden, als habe sie nie die Luft berührt. Dann streckte er die Hand aus. Nicht herablassend, nicht mitleidig – eher wie ein stilles Anerkennen dessen, was gerade geschehen war. Seine Finger schlossen sich fest um Sedros’ Unterarm, ein sicherer Griff, der gleichzeitig Halt und Anspruch vermittelte, und er zog ihn unterstützend hoch, bis der andere wieder auf beiden Füßen stand.

Als Lisak losließ, blieb sein Blick auf Sedros liegen, weder fragend noch überheblich, einfach zufrieden, als betrachte er das Ergebnis einer gelungenen Transmutation.


„So, Bruder.“

Das Wort betonte er warm und positiv, als würde er ihm damit einen Platz zuweisen, der nicht verhandelt wurde.

„Hast du noch Fragen zu deinem neuen Rang? Danach kümmern wir uns um deinen Auftrag.“


Bastion- Atherious Boulevard- Sith Tempel- Dömäne der Lernenden- kleine Bibliothek :: Seldros :: Darth Lisak [NPC]
 
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Als Darth Lisak die Klinge zog, musste Sedros jedes bisschen an Selbstkontrolle aufwenden, um dem Drang zu widerstehen, seinem Gegenüber an die Kehle zu springen. Der Kopf des reinblütigen Sith war zwar gesenkt, sodass er nichts sehen konnte, doch sein Gehör war dadurch nur geschärft und ließ einmal mehr sämtliche Alarmglocken in seinen Ohren Klingeln. Doch nein, er nahm keinerlei gesteigerte Feindseeligkeit von Darth Lisak wahr und seine Bewegungen waren viel zu ruhig und bedacht für einen Meuchelmord.

Die Klinge berührte
Sedros' Scheitel und ritzte seine Kopfhaut. Der reinblütige Sith scheute den Schmerz nicht. Ganz im Gegenteil, er begrüßte ihn und zog Stärke daraus. Er nährte das endlose Loch, das in seiner Brust lauerte, wo sein Herz sein sollte und nicht zuletzt bewies der Schmerz Sedros auch, dass er noch am Leben war. Er war ein alter, wohl vertrauter Begleiter und tatsächlich lehnte sich der reinblütige Sith instinktiv in einem Moment der Schwäche in die Klinge, um den Schnitt ein klein wenig zu vertiefen.

Darth Lisaks Worte rissen Sedros aus seiner Trance wie ein Eimer eiskalten Wassers. Was hatte er gerade gesagt? Im Namen Kira Guldurs zum Sithkrieger ernannt? War dies ein Traum? Nein, der Schmerz, den der reinblütige Sith spürte, bezeugte, dass dies nicht möglich wahr. Blutrinnsale rannen Sedros über Gesicht, Ohren und Nacken als Darth Lisak ihm aufhielt und als Bruder und damit vollwertiges Mitglied des Ordens der Sith Willkommen hieß.

„Ich danke dir, Bruder.“

Der Moment war absolut glorreich. Über 20 Jahre hatte der reinblütige Sith hierauf zugearbeitet und nun endlich bewies sich, dass all' die Entbehrungen und Erniedrigungen die unermüdliche Mühen auch wert gewesen war. Sedros konnte gar nicht anders, als sowohl stolz als auch ein wenig selbstgefällig zu lächeln. Es war eine der wenigen Gelegenheiten, in denen das Lächeln auch ehrlich empfunden war und seine spitzen Raubtierzähne zeigte.

„Fragen habe ich tatsächlich eine ganze Reihe, vieles wird aber der Quartiermeister beantworten können.“

Sedros standen neue Privilegien zu. Einige waren klar definiert, andere wiederum vermutlich bewusst schwammig formuliert. Endlich war er ein freier Mann und gehörte zur erlesenen Elite des Imperiums. Der reinblütige Sith war sich aber sehr bewusst, dass dies auch mit einer Reihe von Verpflichtungen und Beschränkungen verbunden war.

„In jedem Fall werde ich fortan viel beschäftigt sein und neue Pflichten übernehmen. Um meine Arbeit effizienter zu gestalten und meine Zeit best möglich zu nutzen, werde ich Assistenten und Diener benötigen. Meine Frage ist also, welcher Rahmen gilt als akzeptabel und was wäre für meine neue Stellung...vermessen?“

Es gab so viel zu tun und nur so wenig Zeit. Natürlich würde das meiste erst einmal warten müssen. Darth Lisaks Auftrag und die Intiationsprüfung für den Zirkel der Alchemisten würde erst einmal Sedros' höchste Priorität darstellen, sobald er die nötigen Formalitäten erledigt hatte, die ihn offiziell zum Sithkrieger machten.

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Darth Lisak hörte Sedros’ Ausführungen an, ohne ihn zu unterbrechen. Seine Miene blieb ruhig, und doch lag in der Art, wie er den Kopf minimal schräg stellte, ein stilles Abwägen. Überraschung zeigte sich nicht in seinem Gesicht, eher die nüchterne Bestätigung einer Erwartung. Die neue Generation von Sith strebte nach Einfluss, nach Bediensteten, nach Luxus, den man greifen konnte, als ließe sich Macht in Besitzlisten fassen.

„Angemessen wäre es, sich zu Beginn erst einmal seinen Platz im Orden zu erarbeiten.“

Gab er zurück, die Stimme mild, aber unmissverständlich.

„Sich vielleicht einen Schüler zu nehmen. Sich einen Namen zu machen.“

Sein Blick glitt über den frisch ernannten Sith-Krieger, belustigt und zugleich von einer Geringschätzung begleitet, die nicht verletzen wollte, sondern prüfen. Als hätte er es schon unzählige Male gesehen. Ehrgeiz, der schneller rannte als Erfahrung.

„Ein guter Rat von mir.“

Fuhr Lisak fort, und das freundliche Timbre wich einem schärferen Unterton.

„Nehmt Euch nicht das Recht eines gestandenen Sith, bevor Ihr nicht einmal den ersten Tag als Vollmitglied unseres Ordens überlebt habt.“

Damit setzte er sich in Bewegung, langsam zwischen den Regalen der kleinen Bibliothek entlang. Seine Schritte waren so gemessen, dass er sicher sein konnte, dass Sedros ihm folgte, ohne dass er sich umdrehen musste. Der Umhang strich leise über den Boden, und die Staubpartikel tanzten träge im Licht der Paneele, als würde selbst die Luft hier nicht gern gestört werden.

„Kommen wir zu Eurer Bewährungsprobe für den Zirkel der Alchemisten.“

Als er diese Worte sprach, erschien wieder dieses freundliche Lächeln, das bei ihm nie ganz harmlos wirkte – eher wie die angenehme Oberfläche einer Klinge, die man zu spät als scharf erkannte.

„Ich möchte, dass Ihr eine Essenz beschafft. Eine Zutat, die wir Alchemisten für bestimmte Tränke und auch Rituale benötigen.“

Er ließ eine kurze Pause, als würde er den Gedanken kosten.

„Doch es wäre unerquicklich simpel, wenn sie im Naschgarten des Tempels wachsen würde.“

Dann drehte er sich zu Sedros um, genau in dem Moment, in dem der Auftrag seinen wahren Rahmen bekam.

„Reist zum Mond Dxun.“

Sagte Lisak ruhig, fast beiläufig.

„Und sammelt für den Zirkel die Dunkelwurz-Essenz.“

Seine Augen blieben fest.

„Allerdings klingt das leichter, als es ist. Dunkelwurz wächst nur an besonderen Orten – und sie kann nur auf eine besondere Art geerntet werden.“

Er wandte sich halb ab, griff nahezu willkürlich in ein Regal zu seiner Rechten und zog eine Schriftrolle hervor, als hätte sie dort schon auf diesen Augenblick gewartet. Das Material wirkte alt, die Verschnürung sorgsam, die Kanten hart vom trockenen Klima. Lisak hielt sie kurz in der Hand, wog sie, als läge darin mehr als nur Tinte und Text.

„Diese Schriftrolle wird Euch helfen.“

Erklärte er und hob den Blick wieder an.

„Doch Ihr werdet Euren Kopf und Eure Fähigkeiten einsetzen müssen, um ans Ziel zu kommen.“

Fast schon ehrfürchtig streckte er Sedros das
Fragment der Sith-Schriftrolle „Codex Xal'tharon“

Auszug über die Ernte der Dunkelwurz

Übersetzung aus der alten Sith-Sprache:
(nur Abschnitte 3 und 7 sind erhalten geblieben – der Rest ist beschädigt oder gelöscht.)

Abschnitt III – Die Schatten erkennen
„…wo das Blut das Land tränkt, da kriecht die Dunkelwurz wie ein Gedanke durch gebrochene Knochen.
Suche dort, wo der Schrei der Toten im Wind liegt.
Berühre die Erde nicht mit ungeschützter Haut, sonst wird der Zorn der Wurzel dich verzehren.“

Abschnitt VII – Das Ritual der Entbindung
„Bevor du sie schneiden kannst, musst du sprechen mit der Wurzel.
Nicht in Worten, sondern in Wille.
Denke: Schmerz.
Denke: Macht.
Denke: Opfer.“

„Dann sprich laut:
'Gurath talkorai, zinthor Vahk!'
– und sie wird sich öffnen.“

„Doch sprich es falsch – und sie wird dich öffnen.“
entgegen. Nicht wie ein großzügiges Geschenk, sondern wie eine Last, die bewusst übertragen wurde. Als hätte Lisak damit einen Teil der Prüfung bereits begonnen, das Gewicht dessen zu akzeptieren, was man in Empfang nahm.

„Seid wachsam.“

Fügte er hinzu, und sein Ton wurde leiser, gefährlich ruhig.

„Der Mond ist gefährlich. Und gefährliche Orte ziehen gefährliche Wesen an.“

Sein Blick ruhte auf das Reinblut.

„Hast du noch Fragen dazu? Wenn nicht liegt es dir frei, dich auf deine Bewährungsprobe vorzubereiten.“


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Darth Lisaks...Antwort auf die Frage des reinblütigen Sith war unbefriedigend. Er hatte sich seinen Platz im Orden also nicht erarbeitet? Warum dann die Beförderung? War er dadurch nicht zum vollwertigen Mitglied des Ordens geworden? Dabei hatte sein gegenüber genau das doch gerade eben gesagt und ihn sogar als Bruder bezeichnet. Die Zurechtweisung war unsäglich frustrierend, doch Sedros schluckte den aufsteigenden Groll hinunter und ging nicht näher darauf ein. Einige waren hier offensichtlich gleicher als andere, doch das war der Weg der Sith. Sei es drum, dann würde er sich eben mit Gewalt nehmen, was sein Geburtsrecht war. Er würde dafür sorgen, dass man seine Macht, seine Größe anerkannte und jeden Widerstand nötigenfalls mit eiserner Faust brechen. Auch das war der Weg der Sith.

Darth Lisak gegenüber aber verbeugte sich Sedros lediglich, um Fügsamkeit vorzuheucheln. Aufmerksam lauschte der reinblütige Sith den Anweisungen für seinen Auftrag. Er sollte also eine Zutat besorgen und das ausgerechnet Dxun. Der Mond war Sedros vom Namen her bekannt, es gab allerlei unschöne Geschichten über jenen Ort. Geschichten, die Sedros direkt davon überzeugten, dass eine empfindliche Pflanze, die nur in einem ganz besonderen Ökosystem gedeihen konnte oder garstige Flora und Fauna keineswegs die einzige Herausforderung darstellen würde.

Ehrfürchtig nahm
Sedros die Schriftrolle mit beiden Händen entgegen und verbeugte sich erneut vor Darth Lisak. Die Aufgabe war so klar, wie sie sein konnte. Genauso war ihm klar, dass Teil der Aufgabe war, sich den Rest der benötigten Informationen selbst zu erarbeiten. Lediglich ein Detail musste der reinblütige Sith noch abklären, bevor er sich zurückzog.

„Nur eine Sache. Wieviel dieser...Essenz soll ich besorgen?“

Eine Mengenangabe war unerlässlich. Dxun war viel zu weit von Bastion entfernt und lag viel zu nahe am Kriegsgeschehen mit der Republik als dass Sedros den Weg aktuell mehrmals machen wollte. Nachdem das geklärt war, verabschiedete sich der reinblütige Sith mit einer Verbeugung von Darth Lisak und verließ den kleinen Bibliotheksraum. Die ersten Schritte führten ihn zu den Bibliothekaren. Um die Schriftrolle sicher zu verwahren, benötigte er einen verschließbaren Schriftrollenbehälter, der ein internes Klima aufrechterhalten konnte, das den weiteren Verfall der Schriftrolle verhindern würde. Zum Glück hatten sie derlei vorrätig, immerhin gab es hier eine Unzahl alter Schriften, die besondere Vorsicht voraussetzten.

Anschließend machte sich der reinblütige Sith an die Recherchen für seinen Auftrag. Er war sich ziemlich sicher, dass es noch eine Weile dauern würde, bis sein neuer Rang als Sithkrieger in den Datenbanken des Ordens registriert und verarbeitet war. Statt also wie ein ungeduldiges Kind im Verwaltungsbüro zu warten, nutzte
Sedros seine Zeit lieber produktiv und widmete sich seiner liebsten Beschäftigung, dem Studium alten Wissens. Wie sich herausstellte, gab es über Dxun einiges zu erfahren. Es war ein alter und geschichtsträchtiger Ort, der bereits mehr als einmal eine interessante Rolle für den Sithorden gespielt zu haben schien. Das momentan Uninteressante vom Nützlichen zu trennen würde wahrscheinlich so seine Zeit dauern, aber das hatte den reinblütigen Sith noch nie davon abgehalten, weiter zu machen.

Bastion | Imperium | Sithtempel, Domäne der Lernenden - Hauptbibliothek| Sedros und diverse andere Sith (NSCs)
 
Bastion | Imperium | Sithtempel, Domäne der Lernenden - Hauptbibliothek| Sedros und diverse andere Sith (NSCs)

Nach einigen Stunden und viel zu früh für den Geschmack des reinblütigen Sith wurden seine Recherchearbeiten unterbrochen. Sein Kommunikator machte auf sich aufmerksam. Der DRK-1 Aufklärungsdroide, den er ausgesandt hatte, schien etwas gefunden zu haben, das er für berichtenswert hielt. Sedros hatte den kleinen Droiden tatsächlich komplett vergessen. Zu viel war seither passiert. Einen langen Moment wägte er ab, ob er sich weiter dem Studium widmen oder lieber zuerst dem ihm unbekannten Fund draußen in der Stadt nachgehen sollte. Schließlich beschloss Sedros, dass das in der Bibliothek versammelte Wissen auch noch in ein paar Stunden oder morgen hier auf ihn warten würde, während die Stadt außerhalb der Sithtempelmauern weitaus schnelllebiger war.

Also packte
Sedros kurz entschlossen alles zusammen, speicherte seine Zwischenergebnisse auf seinem Datapad und legte die gesammelten Datenträger aus der Bibliothek in eine für die Rücksortierung vorgesehenen Ablagen ein. Einer der Bibliotheksjünger würde sie schon wieder zurücksortieren, während der reinblütige Sith dies als frisch gebackener Krieger als unter seiner Würde ansah. So machte er sich auf den Weg aus dem Tempel, um sich näher anzusehen, was der Droide denn gefunden hatte.

Kaum eine Stunde später war
Sedros wieder im Industriebezirk und betrachtete, was der Droide da gefunden hatte. Es war eine Lagerhalle, die vor kurzem einiges an Gewalt erfahren hatte. Was zuvor das Haupttor gewesen war, war nun von einem Frachtcontainer versperrt, der scheinbar wie von Zauberhand sich im Tor verkeilt hatte. Zunächst versuchte der reinblütige Sith, den Container mit telekinetischem Druck aus der Toröffnung zu entfernen, doch es wollte ihm einfach nicht zu gelingen. Entweder überstieg das Gewicht des verdammten Dings einfach seine Fähigkeiten, was nicht unwahrscheinlich war oder der Container war so in dem Gebäude verkeilt, dass er sich eher verbiegen als schieben lassen würde.

Zum Glück hatte
Sedros auch dafür eine Lösung. Mit seinem Lichtschwert hatte der reinblütige Sith schnell ein Loch in die Wand neben dem Container geschnitten und konnte so endlich das Lagerhaus betreten. Der sich ihm hier bietende Anblick war gelinde gesagt atemberaubend. Eine wahre Schlacht schien hier getobt zu haben und die Schäden im Lagerhaus ließen schnell darauf schließen, dass hier wahrscheinlich Machtnutzer miteinander gekämpft hatten. Und es war auch klar, wer verloren hatte. Ein toter Abyssin in einer Sithrobe lag im Zentrum der Lagerhalle.

Sedros kniete sich neben ihm hin und untersuchte ihn. Er war ziemlich eindeutig durch einen Lichtschwertstoß getötet worden und wies auch einige andere einschlägige Verletzungen auf, die kurz vor seinem Tod erfolgt sein mussten. Ein Lichtschwert lag unweit der rechten Hand des Abyssin auf dem Lagerhallenboden. Das musste die Waffe des frisch verstorbenen sein, wenn der reinblütige Sith die Form des Griffs und die Pranken des Abyssin betrachtete...doch der Sith würde sich kaum selbst umgebracht haben. Sedros stand auf und sah sich um. Abgesehen von dem wahrscheinlichen Fluchtweg durch eine Seitentür fand er keine Spuren der Widersacher des toten Abyssin.

Wie auch immer, es war jetzt erst einmal das beste, den Orden zu informieren. Also steckte
Sedros das Lichtschwert des Abyssin ein, nahm der Leiche auch ihren Kommunikator ab und befahl dem Droiden, die ganze Lagerhalle abzuscannen. Unterdessen trat Sedros aus der Lagerhalle heraus und sprang unterstützt von der Macht auf dessen Dach. Hier hatte er den besten Empfang, um den Orden zu erreichen. Auf Anfrage übertrug er dann noch den Identifikationscode des Abyssin und dann dauerte es nicht lange, bis Schweber auftauchten, die ein Untersuchungsteam des Sithordens an den Ort des Geschehens brachte.

Bastion | Imperium | Bastion Center | Lagerhalle in der Lord Kirain von den Jedi getötet worden war | Sedros und das Sithuntersuchungsteam
 
Bastion | Imperium | Bastion Center | Lagerhalle in der Lord Kirain von den Jedi getötet worden war | Sedros und das Sithuntersuchungsteam

Die folgenden zwei Stunden erwiesen sich als überaus...interessant. Sedros wurde praktisch augenblicklich aus der Lagerhalle verbannt und durfte gleichzeitig doch den Tatort nicht verlassen. Der reinblütige Sith verstand durchaus, dass jede Tötung eines Ordensmitglieds schwer von Bedeutung für das Imperium war. Es gab gemessen an der Gesamtbevölkerung nur verschwindend wenige Sith und nicht zuletzt darum war es den Ordensmitgliedern verboten, einander umzubringen. Man würde also versuchen, den Täter zu finden und seiner gerechten Strafe zuzuführen, aber das allein erklärte nicht, das Ausmaß der Untersuchung, die Sedros nicht sehen, ihr aber gleichzeitig auch nicht fernbleiben durfte.

Als
Sedros endlich von einem der ranghöheren Sith befragt wurde, stellte sich die finstere Gestalt nicht einmal vor. Viel wusste der reinblütige Sith zu den Vorgängen hier nicht zu sagen und dennoch wurden ihm immer wieder dieselben Fragen gestellt. Es war gelinde gesagt nervenzerreibend. Zwar hatte er in früheren Begegnungen mit dem Gesetz gelernt, was das sollte...der Ermittler wollte herausfinden, ob Sedros seine Antworten variierte, zum Beispiel weil er rundheraus log oder anderweitig etwas zu verbergen hatte. Dieser Sith brachte durch seine erdrückende Präsenz in der dunklen Seite der Macht aber eine ganz andere Dimension für diese Befragungstechnik.

Letztlich hatte
Sedros aber nichts...oder zumindest nicht viel zu verbergen. Er wusste tatsächlich nichts davon, was hier vorgefallen war und hatte den toten Sith nicht gekannt. Außerdem war sein Alibi mehr als wasserdicht. Er war zur Tatzeit in der Bibliothek des Sithtempels gewesen, was Überwachungskameras und unzählige Augen bezeugen konnten. Gleichzeitig bestätigten die Daten des beschlagnahmten DRK-1 Aufklärungsdroiden, dass jener nicht gezielt zu dieser Lagerhalle ausgesendet worden war. Warum hatte Sedros ihn aber ausgesandt? Er war einer Eingebung der Macht gefolgt, die ihm nichts spezifisches verraten hatte, mehr nicht. Und da man dem reinblütigen Sith nichts anderes nachweisen konnte oder er sich in der Vergangenheit diesem toten Sith gegenüber irgendwie verdächtig gezeigt hatte, ließ man ihn letztendlich gehen.

Das geschah natürlich nicht ohne die üblichen Drohungen, die
Sedros in seiner Jugend unzählige Male gehört hatte. Man würde ihn im Auge behalten, er solle sich verfügbar für spätere Befragungen halten...der reinblütige Sith hatte das alles schon einmal gehört und nickte die Worte also einfach nur ab, bevor er sich entfernte und in den Sithtempel zurückkehrte. Auf dem Rückweg hatte ihn eine Kommnachricht der Quartiermeisterei erreicht. Ihm war ein Quartier in der Domäne der Wissenden zugewiesen worden, damit war die Beförderung nun wohl auch endlich durch die Bürokratie gelaufen und bestätigt. Ein Gefühl ausgiebiger Zufriedenheit breitete sich in der Brust des reinblütigen Sith aus. Natürlich hatte er Darth Lisaks Worte nicht angezweifelt, seinen neuen Rang von dritter Stelle aber noch einmal bestätigt zu bekommen, machte es noch einmal viel begreiflicher.

Der alte Schlafplatz in der Domäne der Lernenden war schnell geräumt.
Sedros hatte hier nie viel Zeit verbracht und nur wenig persönlichen Besitz. Es gab also nicht viel zu packen. Der Eintritt in die Domäne der Wissenden erwies sich dann als enttäuschend unspektakulär. Die Wachen überprüften die ID des reinblütigen Sith und ließen ihn dann ohne große Worte einfach passieren. Sein Weg führte Sedros direkt zu seinem neuen Quartier. Er wollte nicht mit seinem Raumsack über der Schulter hier auf Erkundungstour gehen und außerdem gab es auch viel zu viel zu tun, um sich dem Müßiggang hinzugeben.

Das Quartier befand sich in der untersten Ebene des Wohnbereiches und war ausgesprochen schlicht eingerichtet. Aber das war dem reinblütigen Sith nur recht. In der Gosse Huroms auf Thule aufgewachsen, hatte
Sedros keinen wirklichen Sinn für Luxus. Der Gedanke, das Quartier irgendwie persönlich einzurichten, kam ihm gar nicht erst. Das würde etwaigen Rivalen, die sich sicher sehr bald auftun würden, nur Anhaltspunkte auf seine Schwächen und Vorlieben geben. Ein einzelner Haushaltsdroide erwartete ihn hier. Ein älteres Modell scheinbar, aber es würde genügen, um das Quartier in Ordnung zu halten. Sedros hatte ohnehin nicht vor, hier viel Zeit zu verbringen und schon bald würde er ohnehin nach Dxun aufbrechen.

Nachdem er sein Gepäck dem Droiden zum Verstauen gegeben hatte, setzte sich Sedros an das Computerterminal auf dem kleinen Schreibtisch des Wohnbereiches und erkundete, welche neuen Funktionen mit seinem neuen Rang freigeschaltet worden waren. Da war einiges interessantes, das meiste aber würde er später genauer erkunden müssen. Ein Punkt erregte aber die Aufmerksamkeit des reinblütigen Sith. Der neue Rang als Sithkrieger gab ihm die Befugnis, einen eigenen Schüler anzunehmen und
Sedros zögerte nicht lange, zu entscheiden, nach einem geeigneten Kandidaten zu suchen. Viel Zeit hatte er zwar nicht...oder wollte sie sich zumindest nicht nehmen, aber vielleicht hatte er ja Glück.

Also buchte er für die kommenden Tage einen Trainingsraum und forderte eine Reihe von Kandidaten für einen Test an. Dabei überließ der reinblütige Sith dem Lehrpersonal der Jünger die Auswahl. So auf die Schnelle hätte
Sedros ohnehin nur anhand der Datenblätter im Computersystem eine Auswahl anhand oberflächlicher Kriterien wie Spezies, Alter, Geschlecht oder sozialer Herkunft auswählen können. Nichts davon sagte etwas über die Ausmaße der Machtsensivität der Jünger aus und ihren Charakter testete er doch lieber persönlich, statt auf die im Zweifel durch Bestechung frisierten Informationen in den Datenblättern zu vertrauen.

Als
Sedros das Terminal deaktivierte, war es schon spät am Abend. Also beschloss er sich den Dreck des Tages unter der Dusche wegzuschrubben und sich nach einer Meditationsübung zu Bett zu begeben. Das verdammte Ding war viel zu weich für den Geschmack des reinblütigen Sith. Er würde es austauschen lassen müssen. Andererseits, würde er überhaupt lange genug hier im Tempel verweilen, dass sich das auch lohnte? Wahrscheinlich nicht.

Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Sedros Quartier | Sedros und der Haushaltsdroide des Quartiers (NSC)
 
[Bastion | Tempel der Sith] Saphenus

Saphenus`Humpeln wurde stärker. Im paradoxen Widersatz zu dem erfolgreichen Gespräch mit Darth Zion, war seine Stimmung getrübt, seine Stirn von nachdenklichen Falten durchzogen, seine Mundwinkel hingen grimmig nach unten. Er hatte ein ungutes Gefühl, eine düstere Vorahnung ritt auf den Wellen der Macht und ließen ihn erschauern. Rational war es nicht zu erlären, wägte er die Vor- und Nachteile auf einem imaginären Papier gegeneinander ab, hätte er eigentlich optimistisch sein müssen. Stattdessen fühlte er sich dem Abgrund nah und nur einen humpelnden Schritt davon entfernt, in sein Verderben zu stürzen. Sobald er an Korriban dachte, hüllte sich die Wüste in untypische, schwarze Wolken, die mit Blitzen und Feuer auf den Sand spuckten. Horusets Licht verbarg sich und mit ihm die Sicht auf die altehrwürdige Vergangenheit der Sith.

Unstet und rastlos wanderte Saphenus durch den Tempel. Es wunderte und irritierte ihn, dass ihn sein Gefühl nicht sofort zu seinem Schiff trieb, um die unmittelbare Heimreise nach Korriban anzutreten. Stattdessen hüllte er sich in die dunkle Seite der Macht, humpelte durch die kalten Gänge des Sith-Tempels, während sein Gehstock mit einem regelmäßigen Klicken auf den Steinboden traf. Die Jünger, die ihm entgegenkamen und ihm angsterfüllt auswichen, bemerkte er nicht. Lediglich den Sith, den vollwertigen Mitgliedern des Ordens, nickte er ab und an zu. Mit keinem von ihnen wechselte er ein Wort.

Er ließ sich durch den Tempel treiben bis er schließlich vor einer Bibliothek stand. Sofort erkannte er sie wieder: hier hatte Edgar Tlalloy gewirkt, hier war er Talitha begegnet. Saphenus horchte in sich hinein, warum seine Schritte ihn zu einer Vergangenheit geführt hatten, mit der er abgeschlossen hatte, doch er hörte nur das leere Echo seiner Frage. Als er diesmal die Bibliothek betrat, war da keine Angst. Es war der emotionslose Blick auf das, was ihn zu dem Sith geformt hatte, der er nun war. Er spürte, dass es mit Talitha zu tun hatte. Ihm war bewusst, dass sie seine Schwäche war, sein wunder Punkt ebenso wie er wusste, dass das jeder merken musste, der einen genaueren Blick auf ihn warf. Doch welche Konsequenz das hatte, war ihm nicht klar.

Er nickte dem hiesigen Bibliothekar aufrichtig grüßend zu. Er wusste, dass die Bücher hier in der Ebene der Lernenden keinen Mehrgewinn für ihn bieten würden. Die Geheimnisse waren in den oberen Ebenen versteckt. Hier fütterte man nur die wissbegierigen Mäuler derer, die sich eine große Zukunft im Orden erhofften, aber noch nicht ihren Wert bewiesen hatten.

[Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Biblitohek] Saphenus; andere Sith
 
Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Cerus Vhal´Kor


Cerus setzte sich in Bewegung, nachdem sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, und ließ das Mal endgültig hinter sich. Mit jedem Schritt durch die Korridore der Domäne der Lernenden wich der unmittelbare Druck, doch ganz verschwand er nicht. Es fühlte sich eher so an, als hätte man ihn gegen etwas Konstanteres eingetauscht.

Die Gänge wechselten immer wieder ihr Erscheinungsbild. Manche waren eng, niedrig, fast klaustrophobisch und nur von Fackeln erleuchtete, andere öffneten sich plötzlich zu breiteren Passagen mit hohen Decken, in denen kaltes Licht von eingelassenen Leuchten fiel und lange Schatten an die Wände warf. Der Tempel wirkte hier weniger roh als im Mal, dafür kontrollierter, geordnet und zweckmäßig. Aber Cerus war sich sicher, dass man sich hier schnell verlaufen konnte und kam zu dem Entschluss, sich so schnell wie möglich eine Karte des Tempels zu besorgen, das letzte, was er brauchte, war unnötig herumzuirren.

Cerus ging ruhig, ohne Hast, den Blick nach vorn gerichtet. Er ließ sich fürs erste Zeit, merkte sich Abzweigungen, Laufwege, markante Stellen. Er hatte früh gelernt, dass Orientierung Überlebens wichtig war. Gerade an Orten, an denen man nicht wirklich willkommen war.

Er begegnete anderen Jüngern. Einige gingen allein, andere in kleinen Gruppen. Gespräche waren selten, meist nur gedämpfte Wortfetzen, die schnell verstummten, sobald jemand näherkam. Die Blicke, die ihn trafen, waren unterschiedlich, aber selten freundlich. Neugierig, abschätzend, teils offen herablassend. Manche musterten ihn wegen des Blutes an seiner Kleidung, andere wegen seiner Haltung. Für sie war Cerus wahrscheinlich irgendjemand, von dem sie dachte, dass man ihn nach kurzer Zeit nicht mehr hier antreffen würde. Aber er war überzeugt, sie alle schnell eines besseren zu belehren.

Je weiter er ging, desto deutlicher wurde, dass hier klare Regeln galten, auch wenn sie niemand aussprach. Man hielt Abstand, blieb aufmerksam und zeigte keine Schwäche.

Nach einigen Minuten änderte sich die Atmosphäre erneut. Der Gang wurde breiter, die Wände glatter, das Licht gedämpfter. Vor ihm öffnete sich ein Bereich, der bewacht war. Zwei Jünger standen vor einem massiven Durchgang, ihre Haltung angespannt, aber routiniert. Schlagstöcke waren offensichtlich griffbereit, die Augen wach.

Cerus verlangsamte seinen Schritt, blieb schließlich stehen, noch bevor ihn jemand ansprach.

Einer der Wächter trat einen halben Schritt vor und musterte ihn abschätzig von oben bis unten. Der Blick blieb einen Moment zu lange an seinem Gesicht hängen, dann an den Händen.


„Neu“, sagte der Wächter, mehr als Feststellung denn als Frage.

Cerus nickte knapp.

„Mir wurde aufgetragen, mich hier melden.“

Der Wächter hob langsam den Schlagstock und setzte ihn ihm ohne Hast, aber bestimmt gegen die Brust. Kein Schlag, nur Druck. Eine Erinnerung daran, wer hier die Kontrolle hatte.
„Hier melden sich viele“, sagte er ruhig aber mit Nachdruck. „Aber die wenigsten bleiben lange.“

Der Stock verharrte noch einen Augenblick auf Cerus Brust, dann senkte er ihn wieder.
„Ich rate dir keine schwerwiegenden Fehler zu machen. Hier gibt es selten zweite Chancen.“

Cerus hielt dem Blick stand, ohne herauszufordern. Dachte der Wächter wirklich nach dieser “liebevollen” Begrüßung, von vorhin wüsste er das nicht? Sah er für den Wächter so Dumm aus? Für einen kurzen Augenblick stieg in Ihm wieder Wut auf, doch schnell besänftigte er sich wieder. Gleich am ersten Tag schlecht aufzufallen, würde ihm sicher nicht helfen, sondern eher schaden und wäre äußerst dumm und auch wenn Cerus ein heißsporn war und vieles anderes auch dumm war nicht. So nickte er dem Wächter einfach zu antwortete mit „Verstanden.“ und hoffte, dass er ihn passieren lassen würde.

Der Wächter beäugte ihn noch ein paar Sekunden, dann trat zur Seite nickte in Richtung des Durchgangs und gab den Weg frei.
Cerus trat durch den Durchgang und staunte nicht schlecht.

Die Bibliothek traf ihn anders, als er erwartet hatte. Nicht mit Größe allein, sondern mit Atmosphäre. Der Raum war weit, fast hallenartig, mit hohen Regalen, die sich in Reihen verloren, durchzogen von Arbeitsstationen, Terminals und holographischen Leselampen. Ein fahles Licht lag über allem und ließ die Schatten zwischen den Regalen tief und schwer wirken.

Erst auf den zweiten Blick erkannte er die Gestalten dort. Jünger, verteilt an Tischen, in Nischen, an Terminals. Still. Konzentriert. Kaum jemand hob den Kopf. Die wenigen, die es taten, warfen ihm kurze, prüfende Blicke zu und widmeten sich dann wieder ihren Studien.
Der Geruch war trocken, abgestanden, durchzogen von dem modrigen Aroma alter Datenträger und Pergamente. Wissen, konserviert, geordnet und bereit, benutzt zu werden.

Cerus blieb einen Moment stehen, ließ den Raum auf sich wirken. Ein Ort, an dem man nicht nur lernte, sondern auch vermutlich verschwand, wenn man nicht aufpasste. Aber ein ganz kleines Grinsen konnte er sich nicht verkneifen, immerhin las und bildete er sich gerne, auch wenn er vielleicht nicht den Anschein machte.

Also setzte er sich wieder in Bewegung, langsam, bedacht, den Blick wachsam, während er die Reihen entlang ging und nach jemandem suchte, der hier das Sagen hatte. Ein Aufseher, ein Verwalter, Jemand, bei dem er sich melden konnte, um seine Aufgabe hier zu beginnen.


Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Bibliothek | Cerus Vhal´Kor und NPC´s
 
Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Darel Cor

Darel war an diesem Tag bereits vor dem ersten Signalton erwacht. Er erhob sich von der schmalen Liege, ohne zu zögern, suchte er die Nasszelle auf und wusch sich. Kurz darauf war er bereit und hatte auch schon das schlichte Gewand angelegt. Nachdem er einen kleinen Happen gegessen und sich zurechtgemacht hatte, verließ er sein Quartier.

Die Bibliothek war um diese Stunde noch beinahe leer gewesen. Deswegen kam Darel meistens um diese Zeit, um in Ruhe zu lesen und sich zu bilden, bevor die ganzen anderen Gestalten hier aufkreuzen und ihn störten. Kühle Lichtstreifen fielen durch die hohen, schmalen Öffnungen der Wände und legten sich wie blasse Schnitte über Datenarchive und Steinregale. Darel setzte sich an einen Schreibtisch, aktivierte ein Terminal und begann zu lesen. Heute widmete er sich wieder seinem Lieblingsthema und zwar Kampftaktiken und Techniken aller Art, sei es mit oder ohne Waffe.

Etwas später folgte körperliche Ertüchtigung – präzise, kontrollierte Bewegungsabläufe, Sprints, Körpergewichtsübungen, Atemrhythmus, Belastung bis kurz vor dem Muskelversagen. Als er schließlich auf dem Weg zu seiner nächsten Tätigkeit war und nur kurz einen Zwischenhalt in seinem Quartier machen wollte, sah er, dass er eine Nachricht auf seinem Terminal erhalten hatte.

Er aktivierte die Anzeige.
Darel Cor wurde darüber informiert, dass für die kommenden Tage Trainingsräume in der Domäne der Wissenden reserviert worden seien. Ein reinblütiger Sith hatte eine Reihe von Kandidaten für eine Prüfung angefordert. Die Auswahl sei durch das Lehrpersonal der Domäne der Lernenden erfolgt und sein Name befand sich unter den benannten Akolythen.
Er war erst seit wenigen Wochen auf Bastion. Er kannte die Hierarchien, in groben Umrissen. Er wusste, dass Aufmerksamkeit hier selten zufällig geschah und dass er nach so einer kurzen Zeit auf irgendeiner Liste stand, damit hatte er nicht gerechnet – schon gar nicht in Verbindung mit einem reinblütigen Sith.

Der Test begann in etwa zwei Stunden.
Verspätungen würden nicht toleriert.
Weitere Anweisungen erfolgten vor Ort.
Die Nachricht war sachlich gehalten. Kein erklärender Zusatz, kein Hinweis auf Leistung oder Empfehlung. Keine persönliche Ansprache seines Namens.

Eine Prüfung in der Domäne der Wissenden.
Er wusste, was die höheren Ebenen bedeuten. Strengere Kontrolle, Sith, die nicht unterrichteten, sondern auswählten oder aussortierten, wenn man zu schwach war. Aber war man ausgewählt, so hatte man die Möglichkeit schneller aufzusteigen und diese Gelegenheit würde er mit allen Mitteln ergreifen.
Darel begann sofort damit sich vorzubereiten und wiederholte einfache Aufwärmsequenzen – Gelenke, Atem, Fokus. Er erlaubte sich keine Spekulationen darüber, warum gerade er ausgewählt worden war, das war im Moment irrelevant. Wichtig war nur, dass er ausgewählt worden war.

Eine Stunde später verließ er die Domäne der Lernenden und begab sich in Richtung der höheren Ebenen.
Der Übergang zur Domäne der Wissenden war streng gesichert. Mehrere Wachen kontrollierten seine Identität, prüften seine Kennung, verifizierten die Autorisierung mehrfach und ließen ihn dann weiter.

Kurz darauf betrat er die Domäne der Wissenden. Dunkler Stein, gedämpftes Licht, kein Ornament. Die Luft war schwerer als unten, als trüge sie etwas Unsichtbares. Als er schließlich den vorgegebenen, schlecht beleuchteten Bereich erreichte, öffnete sich ein paar Meter vor ihm eine Seitentür und Darel blieb kurz stehen.

Ein anderer Jünger taumelte heraus. Er war Kreidebleich und wirkte mehr, als hätte er ein Gespenst gesehen. Die Augen weit aufgerissen humpelte er Darel entgegen, erst kurz bevor er ihn erreichte, bemerkte Darel, dass der andere Jünger sich offensichtlich eingenässt hatte und der Geruch von Erbrochenem haftete an ihm.
Der Schüler starrte Darel einen Herzschlag lang an, als sähe er etwas, das nicht existieren durfte, seine Augen hatten einen fast leblosen Ausdruck, dann stolperte er fluchtartig davon, ohne ein Wort.

Darel blickte dem anderen Jünger kurz irritiert hinterher und sagte dann ganz leise zu sich selbst.
“Was zur verdammten scheiße war das denn?”

Dann blickte er sich hastig um, ob Ihn jemand gehört hatte, sein Herz begann schneller zu schlagen und seine Finger wurden schwitzig. Er trat auf die Tür zu, aus der eben noch der andere jünger gekommen war, Darel machte ein paar tiefe Atemzüge, um sich zu beruhigen und seine Sinne zu schärfen. Dann betätigte er den Summer an der Tür des Trainingsraumes und sofort öffnete sich die Tür. Der Trainingsraum war besser ausgestattet als alles, was Darel in der Domäne der Lernenden oder auch auf seinen damaligen Studiengängen gesehen hatte. Vor allem waren die hier ausgestellten Waffen alle mit Klingen versehen und keine Übungsattrappen, wie sie auf den Unteren eben verwendet wurden.

Dann sah er Ihn.
Mitten im Raum stand ein Sith, der Schädel war kahl rasiert. Gelb glühende Augen stechen unter pechschwarzen Augenbrauen aus dem Gesicht hervor. Wenn Darel den Sith so ansah in seiner drahtigen, ja schon unterernährten Erscheinung betrachtete, könnte man fast denken, er könnte keiner Fliege was zuleide tun und die voluminöse Robe verstärkte diesen Effekt auch noch. Aber Darel wusste genau, dass wer hier jemand anderes unterschätzte und nur nach dem Aussehen beurteilte, hatte bereits verloren und allein beim Anblick seines Gegenüber überkam ihn ein drückendes Gefühl und ein Schauer nach dem nächsten jagte über seinen Rücken.

Er positionierte sich gegenüber dem Sith, deutete ein kleine Verbeugung als Gäste des Respekts an und wartete auf Anweisungen.
Nach ein paar Sekunden des Schweigens, befahl ihm der Sith sich eine Waffe auszusuchen.

Nach kurzem Überlegen griff Darel zu der Waffe, mit der er am ehesten vertraut war, und auch schon in seiner Vergangenheit etwas Erfahrung hatte einem Einhandschwert. Er wog die Waffe kurz abwechselnd in seinen Händen, immer wieder den Blick auf den Sith gerichtete, während er all dies tat, da er jederzeit einen Angriff befürchtete, da ja schon die Prüfungen beim Eintreten in den Raum begonnen haben könnten.

Danach stellte er sich in Position und versuchte, sich trotz seiner Angst und der Nervosität die bereits von Ihm besitzergriffen hatte, so gut wie möglich auf das vorzubereiten, was gleich passieren könnte.


Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Wissenden | Darel Cor & Sedros Xyrtademus
 
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Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Trainingsraum | Sedros

Die vergangenen Stunden waren eine einzige Enttäuschung gewesen. Sedros hatte schon erwartet, als frisch beförderter Sith-Krieger ohne großartigen Leumund nicht die besten Schülerkandidaten zugewiesen zu bekommen. Doch die fünf Kandidaten, die er bisher zu Gesicht bekommen hatte, waren eine einzige Enttäuschung gewesen. Der reinblütige Sith hatte schon begonnen, ernsthaft an den Ausbildungsmethoden der Domäne der Lernenden zu zweifeln und geargwöhnt, ob sich irgend jemand einen üblen Scherz mit ihm erlaubte. Vielleicht hatte auch der Name Kira Guldur, seine Meisterin, keinen großen Stellenwert mehr im Orden. Sie hatte sich immerhin rar gemacht seit ihrer Aufnahme in den Orden imperialer Ritter und beschäftigte sich nicht mehr mit den üblichen Ordensangelegenheiten. Dieser Tage antwortete sie nicht einmal mehr auf Nachrichten, die er ihr schickte.

Wie dem auch sei,
Sedros war äußerst missmutig nachdem er gefühlt den ganzen Tag damit verschwendet hatte, vollkommen ungeeignete Kandidaten zu prüfen und hatte überlegt, dem letzten Kandidaten abzusagen und die Suche nach einem Schüler auf einen späteren Zeitpunkt, vielleicht die Rückkehr von Dxun, zu verschieben. Doch bevor er den Gedanken in die Tat umsetzen konnte, machte der Türsummer des kleinen Trainingsraums auf sich aufmerksam. Nun gut, wenn der Kandidat schon hier war, konnte der reinblütige Sith ihn auch testen. Sofern er vom gleichen Schlag war, wie der Rest, dann würde es ohnehin nicht lange dauern. Mit einem Gedanken, öffnete Sedros telekinetisch die Tür, um den letzten Kandidaten hereinzulassen.

Auf den ersten Blick war es ein Mensch, ziemlich jung und von ansehnlicher Statur. Er würde sich nicht schlecht auf einem Rekrutierungsposter des Militärs oder auch auf einem Laufsteg machen, schoss
Sedros durch den Kopf. Das war ein gutes Zeichen, die Macht bot große Macht, doch forderte sie auch viel vom Körper des Machtnutzers. Ganz besonders wenn er von einer Spezies stammte, die nicht wie ein reinblütiger Sith für die Nutzung der Dunklen Seite und den Krieg gezüchtet worden war. Nach dem Namen des Jüngers fragte er nicht. Es war ihm die Mühe nicht wert, den Namen eines Nichtsnutzes zu lernen, den er sehr wahrscheinlich nie wieder zu Gesicht bekommen würde.

Aller Vorbehalte zum Trotz zeigte der Jünger Respekt gegenüber dem Sith-Krieger, wie es für die Stellung des Rangniederen angemessen war. Nun, auch wenn er wahrscheinlich sonst nichts konnte, dann beherrschte er immerhin grundlegende Umgangsformen. Das war immerhin etwas.


„Nimm dir eine Waffe deiner Wahl.“

Der Ton war ruhig. Sedros hielt jeglichen Vorbehalt, jegliche Geringschätzung aus seiner Stimme heraus. Der reinblütige Sith glaubte zwar nicht so wirklich an zweite Chancen, das bedeutete aber auch nicht, dass er diesem Jünger hier nicht seine erste Chance erlauben würde. Zufrieden beobachtete er, wie der Jünger ruhig und mit Bedacht die zur Verfügung stehenden Waffen betrachtete. Keine übermäßige Hast oder Nervosität lag in seinen Bewegungen und schließlich wählte er eine Waffe, ein Einhandschwert, mit dessen Führung er zumindest grundlegend vertraut zu sein schien. Das war ein gutes Zeichen. Genauso wie der Umstand, dass der Jünger seine Gefühle unter Kontrolle zu haben schien. Sedros blieben natürlich weder die Angst noch die Nervosität verborgen, die sein Gegenüber ausstrahlte, umso anerkennender stellte er fest, dass der Jünger praktisch nichts davon nach außen trug.

„Sehr gut. Greife mich an, wann immer du bereit bist.“

Noch während Sedros diese Worte sprach, streckte er seine telepathischen Fühler aus, um den Test zu beginnen. Der reinblütige Sith stand weiter ganz ruhig mit vor dem Körper in den jeweils gegenüber liegenden Ärmel geschobenen Armen da und machte keine Anstalten in eine Verteidigungshaltung einzunehmen. Innerlich waren Sedros' Nerven natürlich trotzdem zum Reißen gespannt. Die Raubtierinstinkte des reinblütigen Sith erlaubten es ihm gar nicht erst, in so einer Situation entspannt zu sein. Er würde sehr wahrscheinlich nicht einmal die Macht einsetzen müssen, um einen Angriff des Jüngers zu bändigen. Andererseits würde es sicher mehr Eindruck bei seinem Gegenüber machen, wenn er sich zur Verteidigung nicht einmal bewegen musste. Doch würde der Jünger überhaupt zum Angriff übergehen? Alle anderen waren an diesem kleinen Test gescheitert.

Als der Jünger seinen ersten Angriffsversuch starten wollte, ließ der reinblütige Sith unvermittelt telepathische Welle um Welle von brutalsten Gewaltphantasien auf ihn einprasseln. Wie bei den Prüflingen zuvor sah der Jünger Szenarien, wie entwaffnet und mit dem eigenen Schwert aufgespießt zu werden oder mit einem plötzlich in der Hand des reinblütigen Sith auftauchenden Messer ausgeweidet zu werden. Ebenso bildhaft erlebte der Jünger, wie
Sedros ihn überwältigte und mit Reißzähnen den Hals aufriss, bevor er bei lebendigem Leibe mit krallenbewehrten Händen aufgeschlitzt wurde und sich Sedros an den Innereien des Jüngers lustvoll und überaus blutig einem Tuk'ata gleich gütlich tat. Und dann ging es immer weiter.

Die schiere Anzahl an erschreckend detaillierten und immer brutaleren Mordphantasien würde es dem Jünger schwer machen, die Realität von der Illusion zu unterscheiden. Würde jener dem Widerstehen können? Gemessen an den Leistungen der anderen Prüflinge war
Sedros nicht wirklich zuversichtlich.

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Darel hatte das Schwert einige Male in seiner Hand gewogen, das Gleichgewicht geprüft, den Schwerpunkt erspürt und die Klinge minimal gedreht, bis sie sich wie eine natürliche Verlängerung seines Arms anfühlte.

Langsam glitt er in eine Kampfhaltung, wie er sie aus den Fechtstunden seiner Studienzeit,oder aus den kontrollierten Übungseinheiten mit seinem Vater kannte, der ihm einst mit nüchterner Strenge beigebracht hatte, dass ein sauberer Stand über Sieg oder Niederlage entscheiden konnte. Die Schultern senkten sich minimal, die Muskulatur spannte sich, nicht übermäßig, sondern vorbereitet, konzentriert, ruhig.

Gerade als er den ersten Schritt kontrolliert nach vorn setzen wollte, brach es über ihn herein.

Keine sichtbare Bewegung des Sith, auch kein Laut, nichts dergleichen. Und doch brannte eine Welle über ihn hinweg – Bilder, Empfindungen, grausame Visionen, die sich nicht ankündigten, sondern ihn mit brutaler Plötzlichkeit trafen. Für einen Herzschlag erstarrte er. Sein Körper blieb in der beginnenden Bewegung stehen, als hätte jemand ihm die Gelenke blockiert oder ihn zu Eis erstarren lassen.
Er sah sich entwaffnet, aufgespießt von seiner eigenen Klinge. Weitere Bilder folgten – schneller, brutaler, detailreicher. Krallen, Zähne, Innereien, das Gefühl von Ohnmacht wollte nach Ihm greifen.
Sein Magen krampfte sich zusammen. Schweiß trat ihm schlagartig auf die Stirn. Ein kurzer, scharfer Schmerz zog durch seinen Unterleib, als würde sein Körper versuchen, sich gegen etwas Unsichtbares zu wehren und eine Gänsehaut legte sich über ihn.

Was war das für eine unbekannte Kraft? Er hatte in den vergangenen Wochen schon einiges erlebt.
Erniedrigung, Druck, Körperliche Züchtigung, Kälte und Geistige Misshandlung. Die ständige Präsenz von Macht, die schwer in den Gängen lag wie ein unsichtbarer Nebel. Doch das hier war anders. Tiefer, grausamer, intimer und viel direkter.
Für einen Moment flackerte ein Gedanke auf, ungewollt, aber unausweichlich. Sein Elternhaus. Wie würde sein Vater, der immer einen Ausweg gefunden hatte, darauf reagieren oder seine Mutter, die immer jedes Unheil abwenden konnte.

Was würden……tja es war egal was sie wollten, scheiß egal was sie wollten.

Sie hatten ihn einfach verraten und verkauft.
Das Gefühl, nicht gewollt, sondern verwendet worden zu sein, mischte sich zu den Bildern und der Angst. Die kühle Berechnung in den Stimmen seiner Eltern, als man ihm mitteilte, dass es eine Ehre sei, dass er nun dem Orden dienen dürfe. Dass er damit der Familie Wert bringe. Dass sein Weg nicht sein eigener war.

Etwas begann in ihm zu kochen.
Sie hatten ihn fortgeschickt, nicht aus Überzeugung, nicht aus Fürsorge, sondern aus Nutzen. Er war keine Entscheidung gewesen – er war eine Investition gewesen, nicht mehr.
Die Bilder vor seinen Augen flackerten weiter, doch sie verloren langsam an Schärfe, je stärker sich dieses Gefühl in ihm ausbreitete. Nicht panische Angst. Sondern Ärger. Schmerz. Verachtung. Hass.

In diesem Augenblick sah er den Sith ihm gegenüber an. Er war es.
Er war es, der ihn zwang, diese Schwäche zu fühlen.
Er war es, der ihn an all das erinnerte.
Es war seine Schuld.

Immer mehr verloren die furchtbaren Bilder und Gefühle an Druck, um so mehr Hass er für den Sith empfand und plötzlich wurde es Darel klar.


“Fokussieren…Darel du musst dich fokussieren, fasse dein Ziel vor Augen und gieb niemals auf, du bist ein Cor, verhalte dich wie einer verdammt nochmal” hörte er die Stimme seines Vaters in seinem Gedächtnis und erneut brach eine Welle über Ihn herein aber dieses mal war es die Welle seines eigenen Hasses.

Die Bilder wurden nicht schwächer, weil sie aufhörten – sie wurden schwächer, weil er begann, etwas anderes stärker werden zu lassen. Er griff nach dem Ärger wie nach einem Werkzeug, ließ ihn wachsen, ließ ihn heiß werden, ließ ihn sich in seinem Brustkorb ausbreiten. Nicht unkontrolliert. Nicht blind. Fokussiert.

Darel presste die Zähne zusammen, hob die freie Hand und schlug sich mit einer kurzen, kraftvollen Bewegung gegen den eigenen Kiefer. Der Schmerz war real. Direkt. Greifbar und er konnte sich wieder bewegen.

Und mit einem Mal zerfiel ein Großteil der Visionen wie Rauch. Ein Anflug eines Grinsens legte sich auf seine Lippen. Am liebsten hätte er vor Freude aufgeschrien, aber er wusste, dass es im Fokus bleiben musste oder er war verloren. Darel atmete ein, langsam und kontrolliert.

Der Sith stand noch immer da, unbewegt, die Arme in den Ärmeln verborgen, die Haltung ruhig, beinahe desinteressiert.

Aber Darel würde sich nicht einfach anlocken lassen wir ein Tier. Er spannte seinen Körper erneut an, diesmal bewusster. Die Muskeln arbeiteten, doch sein Geist war klarer als zuvor. Langsam setzte er sich in Bewegung, auf jede Bewegung seines Gegners achtend.
Er analysierte den Stand seines Gegenübers, die Gewichtsverteilung, die minimale Neigung des Oberkörpers, die Distanz zwischen ihnen.
Darel wusste, das er war seinem gegenüber weit unterlegen, aber er war dennoch nicht gewillt, sich kampflos erlegen zu lassen.
Kurz bevor er die Angriffsreichweite erreichte, beschleunigte er.

Das Grinsen blieb auf seinem Gesicht, doch es war kein Ausdruck von Freude, sondern von Entschlossenheit von Hass. All die aufgestaute Spannung der letzten Wochen – die stummen Demütigungen, die unterdrückten Gedanken, die brennende Erinnerung an das Elternhaus – bündelten sich in diesem Moment.

Er würde nicht zurückweichen.
Und auf den letzten Metern stieß er vor, die Klinge fest in der Hand, bereit, alles, was in ihm brannte, gegen den Sith zu werfen.



Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Trainingsraum | Sedros und Darel
 
Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Trainingsraum | Sedros und Darel

Was folgte, war gelinde gesagt überraschend. Der Jünger brach nicht wie seine fünf Vorgänger zusammen. Stattdessen kämpfte er, widerstand, sammelte sich und fand nach ausgesprochen kurzem Straucheln einen festen Stand. Und dabei blieb es nicht einmal, obwohl das schon genug gewesen wäre, um den ersten Test zu bestehen. Nicht nur ging der Jünger in den Angriff über, er grinste auch noch, schien in seiner prekären Situation voll aufzugehen und den Moment zu genießen. Kurz bevor der Jünger zum ersten Schlag gegen den reinblütigen Sith ausholen konnte, hob Sedros eine Hand und schickte eine telekinetische Welle aus, die den Jünger nicht weniger als sieben Meter zurückwarf. Gleichzeitig endete das telepathische Bombardement auf dessen Psyche.

„Das hast du gut gemacht. Jetzt sammle dich und dann greife mich erneut an.“

Der Jünger hatte Biss, doch das war bei weitem nicht genug für den reinblütigen Sith. Er hatte weder die Zeit noch die Muße, ein Kind aufzupeppeln, dass bei erst bester Gelegenheit von irgend einem hungrigen Biest auf Dxun aufgefressen werden würde. Also musste Sedros auch sicher gehen, dass sein neuer Schüler auch die nötigen physischen Grundlagen mitbrachte, um an seiner Seite zu überleben. So schob er wieder die Ärmel vor seinem Körper ineinander und wartete ab, bis der Jünger sich für eine Strategie entschieden hatte und erneut zum Angriff überging.

Die Angriffe des Jüngers erfolgten schmerzhaft langsam für die von der Macht verstärkten und geschulten Sinne des reinblütigen Sith. Er hatte aber auch nichts anderes erwartet. Der Zweck dieses Tests war auch gar nicht, seine eigenen Kampfkünste zu testen. Stattdessen wollte er wissen, ob dieser Jünger den Willen und die Fähigkeit mitbrachte, sich einem überlegenen Gegner zu stellen und dabei nicht über seine eigenen Füße zu stolpern. Und auch hier enttäuschte der Jünger nicht.
Sedros begann langsam die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, hier tatsächlich seinen ersten Schüler gefunden zu haben.

Hieb um Hieb ging daneben. Der reinblütige Sith achtete darauf, immer nur knapp, aber jedesmal mit übermenschlicher Geschwindigkeit auszuweichen, um dem Jünger die Illusion zu geben, eine Chance zu haben, wenn er sich nur ein wenig mehr anstrengte. Und tatsächlich steigerte er seine Leistungen, während er sich immer mehr verausgabte und
Sedros erwischte sich dabei, Gefallen an diesem Spiel der beiden zu haben. Zu seinem Leidwesen aber neigte sich der gemeinsame Tanz viel zu schnell seinem unvermeidbaren Ende entgegen. Schweiß floss dem Jünger mittlerweile in Strömen das Gesicht herunter, dass ein wahrer Regenschauer von diesem ausging, wann immer er ruckartig den Kopf bewegte. Seine Bewegungen wurden fahrig und der Griff des Schwertes unsicher. Doch er gab einfach nicht auf und so beendete Sedros den Kampf schließlich, indem er ruckartig stehen blieb, dem Schlag nicht auswich sondern mit einer ausgestreckten Hand telekinetisch mitten in der Bewegung aufhielt und Waffe einen Moment lang zur Bewegungslosigkeit verdammte.

„Das genügt. Stell die Waffe zurück.“

Sedros ließ telekinetisch ab vom Jünger und nahm seine ursprüngliche Haltung wieder an, indem er einmal mehr die Ärmel vor dem Körper ineinander schob. Interessiert musterte der reinblütige Sith seinen Gegenüber nun und schaute ihn sich das erste mal so wirklich richtig an. Jetzt erst hatte sich der Jünger erarbeitet, als Individuum anerkannt zu werden. Als der Jünger seine Waffe zurück in den Waffenständer gestellt hatte, erhob Sedros wieder das Wort.

„Jetzt sage mir, wie du heisst. Sage mir, warum du hier bist. Was versprichst du dir davon, ein Sith zu werden? Und was bist du bereit, dafür zu tun, hm? Aber wähle deine Worte mit Bedacht.“

Sedros war wirklich gespannt darauf, was der Jünger zu sagen hatte. Es war jetzt nicht unbedingt so, dass er die Prüfung auf den letzten Meter verfehlen konnte, indem er nur die üblichen Phrasen von Macht, Ruhm und Reichtum von sich gab. Doch es wäre definitiv enttäuschend und der reinblütige Sith würde seinen Schüler lehren, alles dafür zu tun, seinen Meister lieber nicht noch einmal zu enttäuschen.

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