Bastion

[ Bastion – Center – Sith-Tempel – Pyramide der Extinktoren – Kammer des Großzirkelmeisters ]
Agatosh, Sera, Darth Zion



Agatosh saß reglos, die roten Augen leblos ins Leere blickend, der Atem unter der Maske gleichmäßig. Er folgte dem Befehl - und doch arbeitete sein Geist weiter, als ließe er sich nicht zum schweigen zwingen. Zions Worte hatten sich in ihn gebohrt. Ebenso Seras Psychospielchen.

Er zwang sich, den Raum zu spüren, wie sein
Herr es verlangte. Ein Teil von ihm wollte ihn ordnen, wie er alles ordnete. Doch die Macht ließ sich nicht katalogisieren. Nicht in diesem Moment. Seras wilde Präsenz, die ruhige und omnipräsente Wut ihres Meisters, die stetig schlummerte wie ein Vulkan - ähnlich wie bei dem Chiss selbst. Der blaue Berg konnte die Macht nicht von seinem rastlosen Geist trennen - das konnte er noch nie und würde es auch nie können. Und doch begannen die unterschiedlichen Stränge langsam zusammenzufahren und ein Gesamtbild zu erzeugen, das von Sekunde zu Sekunde klarer wurde.

Doch dann - ein plötzlicher Schnitt durch die Stille. Agatoshs Körper spannte sich an, bevor sein Verstand vollständig zu begreifen vermochte, was geschah. Der Blick seiner roten Augen blieb ruhig, wenn auch diese sich für einen Moment minimal weiteten. Er griff nicht mit der Hand – er griff mit der Macht. Ein ruckartiger Stoß, mehr Reflex als Technik, ein Abwehrhieb ins Leere.

Der Gegenstand prallte im letzten Augenblick ab, als hätte er eine Wand aus Druck getroffen. Er schlug hart auf den Stein, rollte ein Stück, kam zum Liegen. Für einen Atemzug blieb der Raum still.

Agatosh hielt die Haltung, als wäre nichts geschehen. Doch unter der Maske war seine Kiefermuskulatur angespannt, und sein Herz hatte einige Male schneller geschlagen, bevor es sich wieder in den üblichen Takt zwang.

Er hatte zu viel Zeit benötigt und wäre dadurch beinahe an der Lektion gescheitert...

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Agatosh, Sera, Darth Zion

 
[Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Biblitohek] Saphenus; andere Sith

Wie ein Stück Falschgeld stand Saphenus inmitten der Bibliothek, den hageren Körper unter dem abgewetzten Umhang versteckt, und schaute in die Leere. Die Ereignisse, die sich hier abgespielt hatten, liefen wie in einem Zeitraffer an seinem inneren Auge vorbei. Der Film endete mit einer Einstellung auf ihm selbst, wie er eben hier stand. Es wirkte unwirklich, sich selbst so zu sehen.

"Kann man dir helfen? Lern oder verpiss dich.", knurrte jemand von der Seite. Die Stimme war menschlich. Langsam drehte Saphenus seinen Kopf und erblickte das grimmig verzerrte Gesicht einer Wache, die ihre Hand um einen Elektrostab klammerte. "Bist du schwerhörig?", knurrte die Wache erneut. Saphenus' Gesicht blieb ausdruckslos. "Nein.", hauchte er und verstärkte seine sonst so tonlos klingende Stimme mit Hilfe der Macht. "Aber du möglicherweise des Lebens müde?" In der Frage lag keine Emotion und doch wirkte sie bedrohlich. Mit einer Geste, die unbedeutender nicht sein könnte, strich Saphenus den Umhang zur Seite und offenbarte sein Lichtschwert. "Wenn du mich ansprichst, heißt das Mylord. Wenn ich es dir überhaupt gestatte, denn ich stehe weit über dir." Grimmigkeit wich Angst und Unterwürfigkeit. "Verzeihung, Mylord. Die wie Ihr verirrt Euch nicht hierhin. Ich dachte...Verzeihung...Mylord." Saphenus starrte die Wache an, ohne etwas zu erwidern und genoss die Angst, die von ihr ausging. Wortlos drehte er sich um. Er ließ seinen Blick über die anwesenden Gestalten wandern. Wenige, die nahe bei ihm standen, hatten die Szenerie mitbekommen und sahen ihn mit den vielfältigsten Emotionen an. Insbesondere ihren Neid spürte er, den Neid auf seine Macht und seine Stellung.

Einer spontane Eingebung folgend, ohne zu wissen, woher sie kam oder wohin sie ihn führen könnte, erhob Saphenus seine Stimme über das Gesindel, das sich hier tummelte: "Ich suche einen Schüler." Er lächelte ein boshaftes Lächeln. "Wer hat Lust?"


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Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Trainingsraum | Sedros und Darel

Darel hatte während der Worte des reinblütigen Sith keine Bewegung gezeigt, doch innerlich arbeitete es in ihm, nicht hektisch oder aufgebracht, sondern mit jener konzentrierten Wachsamkeit und Argwohn die er sich in den vergangenen Wochen angewöhnt hatte.

Die Fragen folgten ruhig und sachlich. Der Sith sprach von Opferbereitschaft, Dienen und ob er dessen würdig wäre.

Er wusste, dass rohe Trotzreaktionen hier fehl am Platz waren. Gegen einen Gegner, der ihn eben noch mühelos durch den Raum geschleudert hatte, war Aufbegehren kein Zeichen von Stärke, sondern von Dummheit. Stärke lag in diesem Moment in Kontrolle. In Maß. In der richtigen Wortwahl.

Darel atmete er einmal ruhig ein und überlegte kurz, spürte noch das Brennen in seinen Muskeln, die Müdigkeit in seinen Armen, und ordnete seine Gedanken, bevor er sprach.


„Ihr habt recht“, begann er, die Stimme fest, aber nicht laut. „Der Sith-Orden ist keine Wohltätigkeitsorganisation.“
„Ich erwarte nichts geschenkt zu bekommen. Wenn ich hier bleibe, dann werde ich dem Orden und dem Imperium alles opfern, was ich habe – Zeit, Kraft, Blut –, und jede Leistung bringen, die von mir verlangt wird.“


Er ließ die Worte bewusst schlicht stehen.
Für einen kurzen Moment schwieg er, nicht aus Unsicherheit, sondern weil er wusste, dass der nächste Satz sorgfältig gesetzt werden musste. Am Ende entschied er sich ehrlich und sachlich die Fakten zu bennen wie sie waren. Der Sith wusste es ohnehin und würde wahrscheinlich sowieso jede Lüge erkennen.


„Ich bin nicht würdig“, sagte er dann ruhig. „Noch nicht.“
Keine falsche Bescheidenheit lag in diesen Worten, sondern nüchterne Einschätzung.
„Aber ich werde es sein.“
Er senkte respektvoll das Haupt, nicht tief, nicht unterwürfig, sondern in Anerkennung der Hierarchie, die in diesem Raum unbestreitbar war.
Darel fügte nichts weiter hinzu, keine großen Schwüre oder überzogenen Bekenntnisse, der Sith würde darauf so dachte er sowieso nichts geben.

"Wenn ihr es zulässt werde ich euch meinem Lehrmeister dienen und meinen Wert beweisen."

In seinem Inneren wusste er, dass Diplomatie in diesem Moment die stärkere Waffe war als Stolz und dass Gehorsam gegenüber einem weit Überlegenen kein Zeichen von Schwäche war, solange er aus eigener Entscheidung und mit Bedacht erfolgte.

So stand er vor dem reinblütigen Sith, erschöpft, verschwitzt, aber gefasst, und wartete und hoffe darauf, ob diese Entscheidung – zu dienen, um stärker zu werden – ausreichen würde. Um zumindest nicht erneut durch den Raumgeworfen zu werden oder schlimmeres.

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[ Bastion - Center - Sith-Tempel - Pyramide der Extinktoren - Kammer des Großzirkelmeisters - Sera, Agatosh & Zion ]

Sera hielt die Augen geschlossen, während Zions Worte ihren Weg in den Verstand der Schülerin fanden. Weniger wie Befehle, sondern wie spitze Fingernägel, die an den Narben ihrer Vergangenheit kratzen, als würden sie genau wissen, wo die empfindlichen Stellen waren. Was sie verabscheute, was sie hasste - danach musste sie nicht lange suchen. Die Bilder waren immer da. Gesichter traten hervor. Stimmen, hallten in ihrem Kopf wider. Da war das Gefühl, kleingehalten zu werden, nicht akzeptiert, nicht geliebt. Verstoßen! Die Gesichter ihrer Eltern schoben sich in den Vordergrund - dieser verachtenswerten, lächerlichen Spice-Junkies. Das Bild von Hower, ihrem ehemaligen Verlobten, der die geplante Hochzeit abgeblasen hatte, nachdem er herausfand, aus welchen Lebensverhältnissen sie wirklich kam. Doch gleichzeitig drängte sich ihr eigenes Spiegelbild dazwischen, dieses halb menschliche, halb kybernetische Gesicht, das gelernt hatte, als Reaktion auf den Schmerz zu lächeln. Es vermischte sich mit den Gesichtern unzähliger Erfahrungen, die sie über die Jahre gemacht hatte.

Ein kaum sichtbares Zucken lief durch ihre organische Wange. Die Implantate auf der anderen Seite reagierten schneller als ihr Wille. Da war ein feines, unangenehmes Flimmern in den Rändern ihrer wahrnehmbaren Sinne, als würden sich Erinnerung und Gegenwart für einen Moment vermischen. Ihre Atmung blieb ruhig, dafür sorgte der mechanische Lungenflügel. Doch in ihrem Inneren zog sich etwas zusammen.

Nichts rauszulassen, war ein Kampf.

Unter normalen Umständen hätte sie die aufsteigende Hitzewelle in ihrem Inneren genutzt, und hätte es genossen, wie der Druck entwich. Die Wut war leichter zu ertragen, wenn man die Hemmungen verlor. Jetzt jedoch zwang Sera sie dazu, im Inneren zu bleiben. Sie staute sich dort an, ohne Ausweg, während jede Erinnerung, jede Erfahrung eine weitere Schicht obenauf legte. Es fühlte sich so an, als würde ihr zierlicher Körper eine Spannung halten, die dafür nicht gemacht war. Der Mensch in ihr verlangte nach einer Entladung. Es war das kybernetische Implantat, was dagegen hielt. Das war eine neue Erkenntnis, doch sie war nicht in der Verfassung, zu realisieren, was da geschah. Sie spürte nur die Belastung in sich – ein lautes, kraftvolles Pochen, das sie nicht ignorieren konnte.

Neben ihr durchschnitt ein plötzlicher Impuls die Stille. Ein abwehrender Stoß und der Aufprall von etwas auf Stein. Irgendwas war mit Agatosh passiert. Sera registrierte es nur am Rande, ohne die Augen zu öffnen. Sie war mit sich selbst beschäftigt.

Die Macht in ihr sammelte sich, angezogen von der wilden Präsenz ihrer gefesselten Gefühle. Sie hielt dicht, doch sie fühlte sich wie ein überladener Reaktor, jederzeit davor zu zerplatzen und den Raum um sich herum in Staub zu verwandeln. Sie hielt alles zurück, zwang die aufgewühlten Ströme, in ihr zu bleiben, auch wenn es gegen jeden ihrer Instinkte sprach. Ein falscher Atemzug, eine Unachtsamkeit würde genügen - und alles würde entweichen.

Doch sie riss nicht. Noch nicht.

Ihre Atmung blieb erstaunlich gleichmäßig. Ihre Haltung war unverändert. In der Macht war sie ein Sturm, eingekesselt in einem schweren verdichteten Punkt. Wie eine Supernova, die gleichzeitig von einem schwarzen Loch verschluckt wurde. Es war anstrengender als jeder Ausbruch ihres Wahnsinns, jedes Spiel ihres Verstandes, das sie zuvor je erlebt hatte.

Und gerade deshalb hielt sie daran fest. Es war nicht leicht. Und Zion sollte sehen, dass sie Meisterin des Schwierigen war.


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[Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Biblitohek] Saphenus; Cerus Vhal´Kor Und NPCs

Cerus befand sich gerade zwischen zwei Regalreihen, als sich die Stimmung im Raum merklich veränderte. Gespräche, die ohnehin leise gewesen waren, verstummten vollständig. Einige Köpfe hoben sich neugierig, andere vergruben sich mehr als zuvor in ihre Studien.

Die Stimme, die ganz in der Nähe durch die Bibliothek hallte, war nicht laut im klassischen Sinn, doch hatte die etwas ehrfurchtgebietendes.


Cerus blickte ums Eck und erblickte einen Zabrak

Hager und in einen dunklen Umhang gehüllt. Die Szene mit der Wache hatte er nur teilweise mitbekommen, doch das Ergebnis war eindeutig gewesen. Der Wächter hatte Angst gezeigt. Echte Angst. Und Cerus hatte gelernt, Angst bei anderen ernst zu nehmen. Also musste dieser Zabrak etwas zu sagen haben,sonst hätte die Wache sich dann nicht auch noch so unterwürfig entschuldigt.

Cerus spürte die Präsenz dieses Wesens. Er konnte es nicht beschreiben aber einerseits fühlte er sich von dessen Präsenz einerseits abgestoßen auf Grund der Angst und des unangenehmen Gefühls, was der Zabrak in Ihm hervorrief. Aber gleichzeitig fand er eben jene Präsenz genau deshalb faszinierend und anziehend.

Dann sprach der Mann plötzlich davon, dass er einen Schüler suche und wer denn Interesse hätte.

Die Worte klangen fast beiläufig. Doch nichts daran war beiläufig da war sich Cerus sicher.

Einige Jünger sahen sich um. Andere taten so, als hätten sie nichts gehört und vertieften sich in ihr Datapads oder Studien. Niemand trat vor.


Cerus sah den Zabrak an und überlegte.

Er war neu. Er wusste nichts. Er kannte weder Rang noch Bedeutung dieses Mannes. Aber er wusste eines: Er war hergeschickt worden, um zu dienen. Und dieser Ort war kein Ort, an dem man abwartete, bis jemand einen an die Hand nahm.

Wenn jemand offen nach einem Schüler fragte – dann war das eine Gelegenheit. Kurz überlegte ob er nicht vorher recherchieren sollte oder sich einen Plan machen sollte, denn grundsätzlich machte Cerus nie etwas ohne Plan oder Information aber er hatte das Gefühl hier und jetzt keinen zu brauchen und sein Bauchgefühl meldete sich selten doch wenn, so hatte es ihn bis jetzt nicht enttäuscht.


Er atmete also einmal ruhig durch und trat aus der Reihe der Regale hervor und ging los.

Mit jedem Schritt spürte er die Präsenz des Mannes stärker. Es war kein Druck wie im Mal, aber ein klares Bewusstsein, dass er hier bei weitem nicht auf Augenhöhe stand. Er blieb in angemessenem Abstand stehen und verneigte sich
.

„Verzeiht…“, begann er ruhig, seine Stimme kontrolliert, auch wenn er merkte, wie sich eine feine Anspannung durch seine Schultern

„Ich bin erst seit wenigen Stunden hier. Ich wurde heute hergebracht, nach meiner Prüfung von Darth Judicar in die Bibliothek befohlen und bin vor wenigen Minuten hier angekommen.“

Er hob den Blick kurz genug, um nicht schwach zu wirken, aber nicht lange genug, um es als Respektlosigkeit erscheinen zu lassen.

„Dieser Ort ist mir noch fremd. Ich kenne weder seine Regeln noch seine Hierarchien. Man hat mir nur gesagt, ich solle hier dienen.“

Eine kurze Pause folgte, indem er seine Faust kurz auf die Brust auf Herzhöhe legte. So wie er es damals unter anderen Zabrak gesehen hatte, wenn sie mit einer respektierten Person oder stärkerem Individuum zu tun hatten.

„Wenn Ihr einen Schüler sucht… dann würde ich mich dafür melden.“

Keine Arroganz. Kein Drängen. Nur eine sachliche Feststellung.

„Ich weiß wenig. Aber ich lerne schnell. Und ich bin bereit, den Weg zu gehen, der mir hier vorgegeben wird, um das zu erreichen, was ich suche.“ auch wenn Cerus selbst noch nicht genau wusste was das war ausser nie wieder so leiden zu müssen oder so schwach zu sein wie bei dem Tod seiner Mutter.

Danach schwieg Cerus und wartete.
Nicht, weil ihm nichts mehr einfiel, sondern weil er instinktiv wusste, dass jedes zusätzliche Wort jetzt unnötig wäre.

Sein Herz schlug schneller, als er es wollte. Nicht aus Angst vor einem Schlag oder einer Demütigung – sondern aus Unsicherheit darüber, ob er gerade eine Chance ergriff oder sich selbst ins Verderben gestürzt hatte.


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Bastion - Center - Safehouse - Marrev (NPC) mit Kestrel und Q'Tahem

Marrev nickte.

"Ich denke schon, dass ich weiß, was du meinst. Ich selbst hatte das Gefühl so in der Art selten, ich bin da... pragmatischer veranlagt. Aber das ist eher die Ausnahme. Die meisten Jedi, ach was, die meisten Leute bedauern es zutiefst, wenn sie quasi töten müssen, und das ist ja auch irgendwie richtig so. Ich meine... Selbst, wenn man keine andere Wahl hatte, es war immer noch eine lebende, atmende Person, und etwas so tiefgreifendes zu zerstören ist... schwierig. Und sollte die Ausnahme bleiben.
Ich sehe es aber eher so... er hat uns angegriffen, es war seine Entscheidung."


Marrev zuckte mit den Achseln.

"Hätte er uns ziehen lassen, wäre er noch am Leben. Und ich werde nicht zulassen, dass so ein Arschloch mir mein Gewissen versaut."

So weit käme es noch. Neinnein, der Typ konnte bleiben, wo er war, nämlich irgendwo im Nirgendwo, hoffentlich. Er würde sich nicht mit so einem Mist belasten.
Genauso wichtig aber war, dass Q'Tahem herausfand, was wirklich hinter seinen ganzen Gefühlen steckte. Er befand sich in einer wirklich beschissenen Situation, seine Gefühlswelt musste völlig Kopf stehen. Das wollte erst einmal sortiert werden und konnte auch eine Weile dauern, aber der Nautolaner war wohl einer von der schnelleren Sorte, denn schon nach einigen Momenten kam er zu einem Schluss, und Marrev nickte bedächtig. Das hatte er sich schon fast gedacht... ein Kerl wie Q'Tahem, der solche Gewissensbisse hatte, hatte eher selten üble Gedanken. Es kam vor, ja, besonders nach derart traumatischen Ereignissen, aber wahrscheinlicher... war anderes.


"Kein Ding", brummte er als Antwort auf Q'Tahems Danke und spürte dann, wie eine Welle voller Emotionen über ihn hinwegschwappte. Er konnte und vor allem wollte sie gar nicht analysieren, das war nicht sein Ale und ging ihn gar nichts an, er klebte nur das letzte Wundpflaster auf und wollte sich eben aufrichten, als der Ritter ihn ansprach. Natürlich. Er war aber auch ein Trottel. Vielleicht hätte er sich das Teil viel früher ansehen sollen, Idiot.
Er grinste Q'Tahem schief an.


"Mit dem allergrößten Vergnügen. Das kriege ich vermutlich wesentlich besser hin, als dich wieder zusammenzuflicken."

Er schnappte sich sein Werkzeug und machte sich an die Arbeit...

***

Ein paar Stunden später, nach ein paar Besorgungen und einer kurzen Trance zur Erfrischung, waren sie wieder draußen. Es war ein Abwägen gewesen... lieber zur Ruhe kommen und Kräfte sammeln, oder Kestrel und Q'Tahem so schnell wie möglich in vollständige Sicherheit bringen. Und angesichts der Tatsache, dass da draußen gerade verflucht viel abging mit Vendar und ihrer ach so salbungsvollen Ansprache war es Marrev lieber, so schnell wie möglich von dieser Felskugel herunterzukommen. Er hatte wirklich keine Lust, hier noch draufzugehen, dafür hatte er zu viel anderen Scheiß überlebt. Zum Beispiel die Explosion eines Thronsaals, weil ein irrer Sith nicht auf sich sitzen lassen konnte, dass eine Jedi ihn besiegt hatte.
Zum Glück war das
rauskommen von Bastion wesentlich leichter als das reinkommen, zumindest, was die Theorie anging. Ahna hatte bei ihrer letzten Mission wie immer nichts dem Zufall überlassen, und so hatten sie sich natürlich nicht nur die Giftpfeil und die andere Klapperkiste besorgt, sondern auch noch zwei weitere Schiffe. Eines davon würde garantiert noch im Raumhafen stehen, schließlich war das ganze erst kurze Zeit her. Auch wenn's Marrev manchmal vorkam wie Monate...

Für Kestrel hatte Marrev einen Schwebestuhl besorgt. Es würde unauffälliger sein sie zu schieben als sie die ganze Zeit zu tragen, und es würde auch nicht auffallen, dass sie nicht bei Bewusstsein war. Die meisten ignoranten Imperialen würden sie wohl für eine behinderte Person halten oder dergleichen, das würde gut funktionieren. Verstecken ohne zu verstecken, das war die Devise. Deshalb war es auch leider wesentlich schlüssiger, wenn Q'Tahem den Stuhl schob und steuerte. Er selbst sah zu sehr nach dem Krieger aus, der er war, und es entsprach absolut nicht dem Klischee, wenn er das übernahm. Außerdem war es vielleicht nicht so falsch, wenn er die Hände frei hatte und beweglicher war.
Zusätzlich hatte er für Kestrel auch noch modische Kleidung besorgt, und so stand ihre Tarnung. Die wohlhalbende Kestrel wünschte, den Planeten zu verlassen, und ihr Pfleger und ihre Leibwache begleiteten sie dabei. Natürlich waren ihre Wunden im Gesicht dabei leicht hinterlich, aber sollte jemand diese unter der weiten Kapuze ihres exklusiv wirkenden Oberteils bemerken, dann würde Marrev sich schon zu helfen wissen. Wofür gab es schließlich Gedankentricks.

Und so trabten sie nun ganz offenkundig durch die Stadt. Marrev wagte es nicht, ein Taxi zu nehmen, und ein öffentliches Transportmittel hätte nicht zum Aussehen Kestrels gepasst, also liefen sie die Strecke. Es wusste ja niemand, wie
weit sie schon liefen. Sicher würde es für den Nautolaner weit werden, aber er hatte ihn mit ein paar Spritzen aufgeputscht, er würde das schon schaffen. Beziehungsweise war er schon gut dabei, denn der Raumhafen lag quasi bereits direkt vor ihnen. Marrev steuerte mit allen Sinnen auf Alarmbereitschaft die korrekte Landebucht an. Bisher war alles gutgegangen. Die Präsenz der Sturmtruppen war heute zwar höher als noch beim letzten Mal, aber bisher hatte niemand sie aufgehalten. Vielleicht half auch, dass der Rattataki versuchte, ihnen eine Aura des Uninteressanten zu verpassen, aber zugegeben, vielleicht war es auch einfach nur Glück, denn sonderlich gut war er nie in solchen Dingen gewesen.

So betraten sie schließlich die "Star Chaser", ein ziemlich hochtrabender Name für dieses kleine Schiffchen, und Marrev war beinahe so weit, aufzuatmen, als er ein Kribbeln spürte. Er blieb stehen, tat so, als ob er etwas an der Rampe einstellte, und erforschte das Gefühl. Was bei allen Nexus... Das Gefühl wurde stärker. Noch war es keine Bedrohung, er hatte nicht das drängende Gefühl, nach seinem Lichtschwert zu greifen, aber... etwas
stimmte nicht. Und als Marrev seinen Wahrnehmungskreis erweiterte, da bemerkte er das... "Problem". Jemand schlich sich heran. Nur eine Person, und noch immer spürte Marrev keine direkte Gefahr, aber er würde das alles jetzt sicher nicht scheitern lassen, oh nein. Dafür waren sie viel zu weit gekommen.

Die Person war nun auf der anderen Seite des Schiffes angekommen und verharrte. Falls er oder sie vorhatte, dort einen Peilsender anzubringen oder ähnliches... oh nein, nicht mit ihm.
Noch immer alle Sinne auf Hochspannung, verließ Marrev mit blitzschnellen Schritten wieder die noch immer offene Rampe und kam hinter dem halben Eindringling (Essam) schließlich zum stehen, sein Vibromesser unter der Armbeuge des...
wasauchimmer.

"Eine falsche Bewegung und Euer Arm ist die längste Zeit der Eure gewesen",

informierte er die äußerst interessant gekleidete Person gelassen, aber mit genug Schärfe, um ihn ernstzunehmen.


"Was habt Ihr hier bei meinem Schiff zu suchen?"

Bastion - Center - Raumhafen - Marrev (NPC) mit Essam, Kestrel und Q'Tahem auf dem Schiff?
 
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