Borosk

[Borosk-System | Borosk | Borosk-City | Haus des Imperiums | Büro des Gouverneurs] Michael von Berchem

Während Michael wartet das ihm die junge Frau antwortete wurde die Stellvertreterin von Michael von ihrer Sekretärin angemeldet, er ließ sie hereinschicken.

„Was gibt es?“

„Sir, die Hinrichtung der Terroristen wurde auf den morgigen Tag gelegt.“

„Vielen Dank für die Information, ich werde mich darauf vorbereiten.“

Miriam Tekka ging wieder aus dem Raum und damit war Michael wieder alleine, mit der unbeantworteten bitte mit Mister McCray zu sprechen. Während er wartete hatte er Zeit sich ein Angebot auszudenken welches man nicht ausschlagen konnte, zudem hatte er die zeit sich mit der Akte des jungen Verwalters vertraut zu machen, zudem suchte er nach Geheimdienstlichen Einträgen, was ihm nicht wirklich schwär viel, da er auf einem der wichtigsten Planeten des Geheimdienstes seinen Dienst tat. Michael konnte allerdings nur die Standartmäßigen Einträge, welche jeder hatte. Michael bereitete sich mit den Details die er zu dem Mann finden konnte auf ein Gespräch vor um ihm das Best mögliche Angebot zu machen. Michael wird wahrscheinlich mehr ein Angebot während des Gespräches machen, damit er den Verwalter besser einschätzen kann und dann auch sein Angebot an die Bedürfnisse des Mannes anzupassen.

„Entschuldigen sie bitte die Lange warte Zeit, Gouverneur McCray lässt sich entschuldigen, er wird bei gegebener Zeit sie kontaktieren.“

„Verstehe, trotzdem danke für ihre mühe.“

Michael beendete die Verbindung und ließ seinen Kopf in den Nacken fallen, für ihn war es nichts neues, das ein anderer Verwalter keine Zeit hat, und bei gegebener Zeit den Kontakt sucht. Allerdings konnte man es auch Positiv sehen das der Mann ihn versetzt hatte, da Michael dadurch eine gewisse macht Stellung bekommen hatte. Allerdings musste er sich nun auf andere Themen vorbereiten, wie die Morgige Hinrichtung der Terroristen, bei welcher noch nicht einmal der Mann anwesend war, welcher diese veranlasst hatte, was Michael fast schon Rasend machte. Michael stand auf, um sich erneut ein Glas seines teuren Whiskeys einzuschenken, als er gerade dabei war das Glas zu füllen wurde er durch ein Piepsen hinter ihm aufmerksam gemacht, dass er eine Nachricht erhalten hatte. Er trat nachdem er das Glas gefüllt hatte an seinen Schreibtisch, und rief die Nachricht ab. Die Nachricht kam nicht von seinem alten Freund, sondern von dessen Tochter Sahra. Als er die Nachricht gelesen hatte verlor er die Fassung, und ließ das Glas fallen, Für eine Sekunde schien die Zeit wie in Zeitlupe zu vergehen, bevor das Glas auf dem Boden aufprallte und es zersprang. Michael tummelte leicht zurück und suchte hinter sich halt, als zwei Imperiale Soldaten reingestürmt kamen und sich hektisch umsahen.

„Sir! Sir, sind sie okay!?“

„Ja… Ja. Mir geht’s gut.“

Michael stand immer noch fassungslos an welchem er halt gefunden hatte, die beiden Soldaten vergewisserten sich das sonst niemand im raum war und verschwanden wieder. Michael blieb noch einige Zeit an dem Regal stehen, bevor er wieder zu sich kam und halbwegs einen klaren Kopf hatte. Michael ging wieder an seinen Schreibtisch, und las die Nachricht erneut. Das sein alter Kamerad und Freund verstorben war, hat er nicht gewusst, allerdings machte er Sahra oder ihre Schwester keinen Vorwurf das sie ihm nicht Bescheid gegeben haben.

[Borosk-System | Borosk | Borosk-City | Haus des Imperiums | Büro des Gouverneurs] Michael von Berchem alleine mit einer schockierenden Nachricht
 
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Michael saß an seinem Schreibtisch, und überlegte was sie an die Tochter von Garth schreiben sollte, es war angenehm wieder was von der Familie Kenobi zu hören, allerdings hätte er sich erfreulichere umstände gewünscht. Nachdem er gefühlt eine halbe stunde an seinem Schreibtisch saß viel ihm ein was er denn schreiben könnte. Das Angebot von Sahra das sie in den alten unterlagen ihres Vaters nachscheuen könnte wer denn noch in frage kommen könnte war sehr nett von ihr, allerdings hatte er diese daten schon überprüft. Die verschiedenen Kameraden mit denen Garth gearbeitet hatte waren entweder noch im aktiven dienst oder sie waren nicht Vertrauens würdig genug um eine solche Mission, welche Michael unter dem Radar, durch zu führen. Michael verfasste schnell eine Nachricht, und ließ sie wieder verschlüsseln, um sie anschließend an die StarExplorer zu schicken, wo man die Nachricht problemlos entschlüsseln konnte. Michael stand nachdem er die Nachricht verschickt hatte auf, und machte sich daran sich auf die Morgige Hinrichtung vorzubereiten.


[Zeitsprung: 1 Tag]



Nachdem Michael aufgestanden ist zog er sich direkt seine Uniform an, und ging in das Esszimmer, wo er sich einen Caf nahm, um sich anschließend an den Tisch zu setzen und die aktuellen Imperialen Nachrichten zu lesen. Nachdem er diese fertig gelesen hatte und seinen Caf ausgetrunken hatte hörte er auch schon das Geplärr seiner beiden Söhne welche wie jeden Morgen keine Lust hatten in die Schule zu gehen, aber sich dann doch immer fügten.

„Guten Morgen Vater.“

Ertönte es hinter ihm, beide begrüßten Michael immer mit Vater, warum auch immer, vielleicht haben sie sich das angewöhnt nachdem sie gehört hatten das Michael seinen Vater immer mit Vater anredete.

„Guten Morgen ihr beiden.“

Michael stand auf, und gab beiden einen Kuss auf die Stirn, um anschließend in die Küche zu gehen und das Frühstück der beiden zu holen. Da er schon sehr früh anfangen musste um seine Arbeit zu erledigen gab es nur wenige Tage wo sie gemeinsam frühstückten.

„Seid Brav, Rianmar und ihr Trupp werden euch nachher zur Schule bringen.“

„Okay.“

Nachdem Michael sich bei seinen beiden Kindern verabschiedet hatte nahm er seine Dienstjacke, legte sie über seinen rechten Arm und ging aus dem Haus, um gleich in den Gepanzerten Gleiter der Gouverneursgarde einzusteigen und Richtung Hinrichtungsplatz zu fahren. Nachdem sie dort angekommen waren stiegen erst die Soldaten aus, und als sie sich etwas umgesehen hatten ließen sie auch Michael raus. Es war schon einiges los allerdings war dies auch kein Wunder, da diese Terroristen sehr unbeliebt waren.

[Zeitsprung: ½ Stunde]

Nachdem die Hinrichtung vollzogen wurde musste sich Michael noch mit der Presse rumschlagen, sie hatten wahrscheinlich schon viele fragen, welche Michael beantworten musste.

„Herr Gouverneur, wieso haben sie diese Hinrichtung autorisiert, wenn sie sich doch schon gegen die Hinrichtung ausgesprochen haben.“

„Ich habe diese ausschließlich auf Grund des Befehls meines vorgesetzten diese Autorisiert.“

„Wie wollen sie nun weiter mit der Todesstrafe verfahren?“

„Da die Todesstrafe eine schon festverankerte strafe ist, werde ich diese nicht abschaffen, sondern umgestalten.“

„Wie fühlen sie sich nach der Hinrichtung?“

„Diese Gefühle bleiben bei mir, genauso wie meine Gedanken.“

„Wie denken sie nun über ihren Vorgesetzten?“

„Mein Bild gegenüber Sector Adjutant Vayliuar hat sich nicht geändert. Ich halte ihn immer noch für einen äußerst fähigen Mann, der eine gute und vertretbare Politik verfolgt.“

Kurz darauf griff seine Pressesprecherin ein und beendete die fragerunde. Michael drehte sich Richtung Ausgang und ging zielstrebig zu dem gepanzerten Gleiter, den ihn zu seinem Büro bringen sollte.

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Michael schaute aus dem getönten Fenster, des Gepanzerten Gleiters und dachte über die Hinrichtung nach, ob diese Tatsächlich nötig war? Man hätte doch mehr erfahren können, wenn man sie länger befragt hätte. Michael war zwar nicht wirklich über die Endscheidung von Aren Vayliuar erbost, aber er fand sie unnötig, besonders das er nicht anwesend war um der Hinrichtung beizuwohnen, dennoch waren die Worte von Michael, das Vayliuar ein fähiger Mann sei, waren nicht gelogen. Michael schloss kurz die Augen, um die Geschehnisse aus seinen Gedanken zu vertreiben, um seine eigenen Ziele weiter verfolgen zu können und um gegebenenfalls sich mit dem Sector Adjutanten an einen Tisch zu setzen damit sie dies besprechen konnten und das Vayliuar weiß das Michael es nicht für gut heißt das er diese Arbeit übernehmen muss ohne der Anwesenheit von der Person die die Hinrichtung angeordnet hat. Zudem wollte er auch dass sie sich gemeinsam mal an einen Tisch setzen um ihre Ziele abzustecken und vielleicht noch zu verfeinern. Es ist schließlich das Ziel von beiden so viel Einfluss und Macht zu haben wie irgendwie möglich, was ihnen in gewisser Weise eine Gemeinsamkeit gibt, worauf sie aufbauen können und zusammen arbeiten können um ihren Einfluss zu erweitern. Allerdings wollte Michael, wie er es Aren schon gesagt hatte, sehen das dieser der Loyalität von ihm würdig war. Michael musste jetzt allerdings erst mal seinen Planeten Regieren und die Schäden, welche die Terroristen verursacht haben, wieder in Ordnung bringen, damit er Borosk ausbauen kann umso wieder mehr Einfluss zu bekommen.

[Zeitsprung: ½ Stunde]

Mittlerweile waren sie wieder in dem Haus des Imperiums angekommen, als Michael in sein Büro ging fand er wie gewohnt noch mehr Papier kram auf seinem Schreibtisch, die Akten und andere Papiere stapelten sich immer weiter, und er kam kaum hinterher die ganzen Dinge weg zu arbeiten, so schnell kamen sie wieder nach. Michael setzte sich also an den Schreibtisch, und nahm sich die erste Akte. Es ging wieder um einmal um Geld, Borosk hat zwar einiges an Geld, auch wenn die Wirtschaft nicht mehr so läuft wie sie es früher tat, aber sie hatten Geld, allerdings griffen sie auf den Notgroschen zurück, was Michael etwas bedenken bereitete. Wenn sie weiter so machten dann wären sie Bald auf Kredite angewiesen die sie nicht so schnell zurückzahlen können, und damit stiegen auch die Schulden die sie machten, was sie sich unter keinen umständen leisten können. Auch wenn Michael bedenken hatte setzte er seine Unterschrift unter das Dokument, und überprüfte und korrelierte gleich den Notgroschen. Die Summe klang zwar für eine Einzel Person sehr hoch, allerdings für einen Planeten recht gering, zumal das Geld das man sich zurück gehalten hatte immer weniger wurde.

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Michael war gerade fertig mit den letzten arbeiten, um Borosk wieder auf zu bauen, als er bemerkte das Sahra Kenobi ihm geantwortet hatte. Sie hatte anscheinend die Ausrüstung ihrer Eltern verkauft, und ausschließlich einige Fundstücke behalten die ihm auch nicht weiterhelfen konnten. Die Einladung ihn und seine Familie auf Borosk zu besuchen nahm Sahra an, auch wenn sie die Ferien ihres Sohns abwarten musste und auch sie ihren Urlaub schon aufgebraucht hatte und Urlaub beantragen musste. Auch ihre Schwester war anscheinend etwas angespannt da sie im privaten Personenschutz arbeitete. Michael hätte zwar seinen Einfluss spielen lassen können um den beiden den Urlaub zu besorgen und auch den Sohn von Sahra von der Schule befreien lassen, was er allerdings für unnötig hielt, da Sahra das schon irgendwie hinbekommen wird, zudem sie schon zugesagt das sie sich bei ihm melden würde wenn sie die zeit gefunden hatte und auch Ferien von ihrem Sohn sind. Michael Verfasste eine Nachricht an Sahra und widmete sich dann wieder dem Restlichem Papierkram, den er für heute noch geplant hatte bevor er nachhause fuhr und sich schlafen legte.

[Zeitsprung: 1 Tag]

Michael war wie immer recht früh aufgestanden und auch früh in das Büro von ihm gefahren, für ihn und seine Kinder war es nichts neues mehr das sie sich kaum sahen und nur am Abend gemeinsam etwas Zeit miteinander hatten und sich in der Früh nur kurz sahen. Michael versuchte zwar immer so früh wie möglich nachhause zu kommen, allerdings war dies fast unmöglich, da immer wieder etwas dazwischen kam was Michael machen musste. Für Michael gab es zwar nichts Wichtigeres als seine Familie, allerdings war seine Arbeit in der Imperialen Verwaltung, als Gouverneur, auch sehr wichtig und kam dem gesamten Imperium zum gute. Wärend Michael durch die Gänge zu dem Büro seiner Stellvertreterin war viel ihm auf das diese anscheinend ein Gespräch mit jemanden von der Presse hatte.

„Miss Tekka, guten Morgen“

Michael drehte sich leicht zu der anderen Person, und reichte dieser die Hand.

„Dürfte ich fragen wer sie sind? Und was sie hier tun?“

Die Person Ignorierte die Hand die Michael dieser hingestreckt hatte und lief in Richtung Ausgang. Michael öffnete direkt einen Kanal zu den Imperialen Wachen vor dem Ausgang.

„Achtung, eine Männliche Person kommt gleich raus, diese gehört nicht hier her, haltet sie auf, und bereitet sie für das Verhör vor.“

„Verstanden Herr Gouverneur.“

Michael drehte sich wieder zu Miss Tekka um, und gab dieser die Hand und Begrüßte sie erneut, bevor er sie bat ihm zu folgen. Sie wollte eine Unterredung mit ihm was Michael zwar nicht für unnormal allerdings für etwas interessant fand, da seine Stellvertreterin besorgt klang, als sie ihn um die Unterredung gebeten hatte.

[Borosk-System | Borosk | Borosk-City | Haus des Imperiums | Gänge] Michael von Berchem, Miriam Tekka (NSC)
 
[Borosk-System | Borosk | Borosk-City | Haus des Imperiums | Büro des Vizegouverneurs] Michael von Berchem, Miriam Tekka

Nachdem sie in das Büro von Miss Tekka betreten haben bot sie Michael umgehend einen Stuhl an, und setzte sich auf die andere Seite des Schreibtisches.

„Was kann ich für sie tun Miss Tekka?“

„Nun, ich weiß zwar nicht ob sie es schon wissen, allerdings vermute ich einen Maulwurf innerhalb der Regierung.“

„Einen Maulwurf? Innerhalb dieser Regierung? Okay, danke ich lasse sofort Untersuchungen anstellen. Kein Wort hiervon verlässt diesen Raum haben sie Verstanden? Ansonsten würden sie es schwer Bereuen.“

Michael wusste zwar das er der Regierung nicht unbedingt trauen konnte, da sie immer noch Aren Vayliuar treu ergeben waren, allerdings hätte Michael niemals einen Verrat in Erwägung gezogen. Er würde umgehend seine Leibgarde darauf ansetzen, um das so unauffällig wie möglich zu halten.

„Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag.“

„Ihnen auch Sir.“

Nachdem Michael sich von seiner Stellvertreterin verabschiedet hatte verließ er das Büro und ging in Richtung der wachen die den Mann festnehmen sollten, als sich sein Com meldete.

„Gouverneur von Berchem, wir haben auf den Mann gewartet, allerdings hat keine Person versucht aus dem Gebäude zu kommen.“

„Vielen Dank. Riegeln sie das Gebäude am.“

„Jawohl Sir.“

Michael wollte diesen Mann in einer der Zellen sehen, allerdings konnte sich dies als schwerer erweisen als man denken konnte, da wenn die Wachen den Mann nicht sehen konnten musste dieser ziemlich gut sein um den Wachen aus dem Weg zu gehen. Dies war allerdings ein Problem, welchem sich Michael später widmete, da er immer hin einen Planeten Regieren musste und sich keine Ablenkung leisten konnte. Einzig und allein der besuch von Sahra ihrer Schwester und dem Sohn von Sahra ist eine Ausnahme, da diese die Familie von seinem alten Freund sind und er sie seit langer zeit nicht mehr gesehen hatte. Er hatte dafür schon seit einiger zeit die Uniform beantragt, so wie sämtlichen Orden, welche nicht überreicht wurden. Als Michael wieder in seinem Büro war fand er wie jeden Tag einen Stapel an Akten vor, die er bearbeiten musste und die seine Aufmerksamkeit erforderten. Die erste Akte die er nahm war ein Bericht von der Geheimen Einrichtung auf dem Dritten Mond von Borosk, sie beinhaltete die aktuellen daten wie weit der Bau bereits ist und was in den kommenden tagen gemacht wird, so wie eine Auflistung der dort arbeiten Personen. Die Akte legte er in eine Schublade von seinem Schreibtisch, umgegeben falls immer wieder darauf zurück zu greifen. Die nächste Akte die er nahm war die Personal Akte von seiner neuen Presse Sprecherin, und die dazu angeforderten daten. Auch diese legte er in eine Schublade, welche für das Stabspersonal vorbehalten wurde.

„Lina, könnten sie mir bitte alle Daten zur Familie Kenobi besorgen, insbesondere die von Sahra, Firedevs und Tyrion Kenobi. Vielen Dank schon mal im Voraus. “

„Natürlich Herr von Berchem.“

Michael wollte diese Akten haben, um wieder auf den neusten stand zu kommen, da er seit langer zeit nicht mehr auf dem neusten stand war, besonders seit dem der Kontakt abgebrochen ist. Den einzigen Termin den er heute hatte ist eine Sitzung mit dem Kabinett, um den Aktuellen Status von Borosk zu klären und wie sie weiter vor gehen sollten um Borosk weiter auszubauen und wieder auf alten stand zu bringen und anschließend auszubauen.

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Nachdem Michael alle nötigen Dokumente bearbeitet hatte und verstaut hatte schaltete er die HoloNews ein. Es ging wie so oft um Politik und um das geschehen in der Galaxis. Eines war allerdings tatsächlich interessant, anscheinend wurde ein neuer Gouverneur von Truuine ernannt. Da er weder den Planeten noch den Verwalter kannte beschloss er sich die Akte über diesen Mann zu holen, um mehr über ihn heraus zu finden und gegebenen falls einen neuen Verbündeten zu gewinnen. Sobald er die Akte von dem Mann hatte wurde er nach einer Autorisierung gefragt, um Zugriff auf die Akte zu bekommen. Michael autorisierte sich durch einen Codezylinder und öffnete die Akte. Wärend er die Akte lass zündete er sich eine Zigarette an, der Mann war ein Interessanter zeit Genosse, ziemlich gute Abschluss Zeugnisse, und auch sprachlich war der Mann sehr begabt, im großen ganzen also ein fähiger Mann, auch wenn ihm die Erfahrung fehlte als Gouverneur. Dies würde er aber noch lernen, auch kontakte würde er noch knüpfen müssen, dies sollte aber einfach sein für einen Mann mit einem solchen Format. Nachdem er sich die Akte gründlich durchgelesen hatte warf er einen blick auf seinen Termin Kalender, er hatte heute noch eine Sitzung mit dem Kabinett, welches sich langsam im Sitzungssaal einfand, auch Michael machte sich auf den weg dort hin, um Pünktlich zu sein und sich auf die Bevorstehenden Diskussionen vor zubereiten.

Nachdem Michael in dem Sitzungssaal war und sich an den langen Tisch gesetzt hatte nahm er Schreibzeug heraus, um wenn nötig wichtige Sachen zu notieren. Nach und nach kamen alle Angehörigen des Kabinetts herein und setzten sich an ihre Plätze.

„Meine Damen und Herren, da Borosk immer noch von den Terroristen gezeichnet ist, sich aber schnell erholt sprechen wir nun darüber wie es weiter gehen soll. Ob wir Borosk wirtschaftlich oder Militärisch ausbauen sollten. Dafür bitte ich sie kreativ zu denken und auch mal außerhalb der Vorschriften zu denken.“

Nachdem Michael fertig gesprochen hatte konnte man sehen wie sich die Mitglieder der Regierung Gedanken machten und miteinander redeten und nachdachten.

„Sir, wenn ich dürfte? Wir sollten beides ausbauen, allerdings zuerst unsere Wirtschaft, da wir mit dem Aktuellen Militär gut zurechtkommen.“

„Mit allem gebührendem Respekt, wir haben doch gesehen wie das Militär und die anderen Behörden versagt haben, wir sollten erst das Militär ausbauen.“

Einige der Männer und Frauen nickten zustimmend, allerdings gab es bei beidem Bedenken, immerhin haben beide Partien recht, sie mussten beides ausbauen um einen solchen Vorfall zu verhindern.

„Es wäre klüger beides gleichzeitig auszubauen, immerhin wäre dies dann ein Ausgleich, bei ausgaben und einnahmen.“

„Wir haben doch eh schon höhere Ausgaben durch die System Flotte, schon mal an diese Kosten gedacht?“

„Ja, dennoch wir müssen beides ausbauen.“

„Sie haben alle recht, wir müssen sowohl das eine als auch das andere ausbauen, allerdings sind die Ausgaben für das Militär schon sehr hoch und wir haben schon Probleme das wir in einem plus bleiben, wir schreiben gerade eine schwarze null.“

Michael lehnte sich zurück, es war als würde ein krieg in seiner eigenen Regierung ausbrechen, und er kann dagegen nichts machen, immerhin hat er selbst dieses Gespräch gewollte.

„Meine Damen und Herren ich bitte sie, sie können versichert sein das wir beides ausbauen werden, allerdings benötigen wir für beides wieder mehr einnahmen, ich will nicht nur eine schwarze null schreibe, ich will eine schöne grüne zahl sehen.“

„Herr Gouverneur, wir sollten erst unsere Wirtschaft ausbauen und im Anschluss das Militär ausbauen, davor sollten wir allerdings wieder mehr Geld in die Staats Kasse bekommen, zudem würde das Volk es wahrscheinlich nicht gut heißen wenn wir nur die beiden ausbauen, und alles andere auf dem Aktuellen Stand bleibt.“

„Miss Tekka hat recht. Wir sollten nicht nur die beiden Ressorts ausbauen, sondern auch alle anderen. Weshalb ich vorschlage das wir erst die Wirtschaft ausbauen und im Anschluss, wenn wir wieder gut da stehen die anderen Ressorts nachziehen.“

Das gesamte Regierungskabinett nickte zustimmend, anscheinend hatte man sie alle überzeugt, was Michael glücklich machte.

„Gut, also sind wir uns alle einig das wir erst die Wirtschaft ausbauen und alles andere Ressort nachziehen. Ich bitte dafür um Handzeichen.“

Es wurden alle Hände gehoben, bis auf die Legatin für Handel und Tourismus. Michael schaute sie verdattert an, da besonders sie für ein solche Entscheidung stimmen sollte.

„Miss Costera?“

„Ich enthalte mich der Entscheidung.“

„Meinet wegen, damit ist bestimmt das wir zuerst die Wirtschaft ausbauen werden und erst dann alle anderen Ressorts. Vielen Dank für ihre Zeit, ich wünsche ihnen noch einen guten Rest tag.“

Nachdem Michael alle verabschiedet hatte gingen die Mitglieder der Regierung raus, miss Costera blieb offen sichtlich etwas betölpelt sitzen bis jeder aus dem Raum raus war. Michael stand auf, und füllte zwei Gläser mit Whiskey, und ging zu der Legatin, um ein Glas vor ihr abzustellen und sich neben sie zu setzen. Nachdem Michael saß nahm er ein schluck des Whiskeys und nahm eine Zigarette heraus und zündete sich diese an.

„Was ist mein Kind?“

„Verzeigung Herr Gouverneur, ich bin derzeit nicht wirklich bei der Sache.“

„Das wird schon, nehmen sie sich ein paar Tage frei und entspannen sie mal.“

„Vielen Dank Herr von Berchem.“

„Keine Ursache. Ich bin für meine Mitarbeiter da.“

Die junge Frau leerte das Glas und auch Michael leerte es um anschließend aufzustehen und aus dem raum zu gehen und miss Costera in diesem zurück zu lassen. Michael ging zu einem seiner Gardisten welcher vor der Türe wartete, und deutete ihm an ein Auge auf die junge Frau zu haben.

Nachdem Michael wieder in seinem Büro war verfasste er eine kurze Nachricht mit seinen Glückwünschen an den neuen Gouverneur von Truuine.

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//Nachricht an Michael von Berchem\\
Absender: Ridley Solaris, Gouverneur von Truuine

Ein androgynes Gesicht erscheint, ein freundliches Lächeln auf den Lippen.


Guten Tag, Gouverneur von Berchem!

Ich habe mich außerordentlich über Ihre Nachricht, Ihre Glückwünsche, und Ihre Einladung gefreut. Auch Ihnen möchte ich zur Übernahme der Verantwortung über Borosk und dem Ihnen verliehenen Ehrenkreuz zu Borosk in Gold beglückwünschen. Gerne nehme ich Ihre Einladung an, kann Ihnen zu diesem Zeitpunkt jedoch keinen festen Termin nennen, wann ich ihr nachkommen kann, da mich aktuell dringende Geschäfte an Truuine binden. Mein persönlicher Assistent wird so bald wie möglich Kontakt mit Ihrer Verwaltung aufnehmen, um einen Termin abzusprechen, der für uns beide gelegen kommt.

Ich bin sicher, dass wir uns in nicht allzu ferner Zukunft persönlich gegenüberstehen werden und verbleibe mit herzlichen Grüßen.

Ridley Solaris

Gouverneur von Truuine

\\Ende der Nachricht//
 
Zuletzt bearbeitet:
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Eine Antwort des Kollegen von Truuine ließ auch nicht lange auf sich warten, Michael öffnete die Nachricht und ein Hologramm baute sich vor ihm auf. Die lächelnde Person hatte ein Markantes Gesicht, und begrüßte ihn. Er wurde ebenfalls zu seiner Beförderung und zu der Verleihung des Ehrenkreutz zu Borosk beglückwünscht, seine zuvor ausgesprochene Einladung nach Borosk nahm Solaris gerne an, meinte allerdings das er zu diesem Zeitpunkt noch keinen festen Termin nennen konnte, da er selbst viel auf Truuine zu tun hatte allerdings würde sich der Persönliche Assistent sich mit Michaels Büro in Verbindung setzen um einen Termin zu vereinbaren. Da Michael keinerlei Termine hatte, zumindest für den Heutigen Tag, machte er sich daran die nächsten Dokumente für den Kommenden tag vorzubereiten, damit er diese nicht noch raus suchen musste.

[Zeitsprung: nächste Morgen]

Nachdem Michael in dem Vorzimmer seines Büros noch mit seiner Assistentin gesprochen hatte und einen Kaffee zu sich genommen hatte ging er auch in sein Büro. Er schaute sich seinen Termin Kalender an, es gab die üblichen Termine wie Pressekonferenzen, Interwies und auch ein Gespräch bei einem Frühstück. Michael hatte die Pressekonferenz am Vortag auf seine Stellvertreterin abwälzen können, um bei dem Interview zu sein und das Gespräch bei einem Frühstück zu haben. Da er das Gespräch, samt Frühstück, in einem Restaurant hatte machte er sich direkt daran seine nötigen Unterlagen mit zu nehmen. Michael machte sich direkt daran, nachdem er alles in seiner Tasche verstaut hatte, zu seinem Gepanzertem Gleiter zu gehen, wo bereits die Gouverneurs Garde wartete um ihn zu begleiten. Als er das Gebäude verlassen hate kam auch sofort der zuständige Soldat auf ihn zu und salutierte kurz, dieser öffnete die Türe zu dem Gleiter und schloss diese auch gleich. Sobald Michael in dem Gleiter saß öffnete er direkt einen Kanal zu dem Kommandanten seiner Privaten Garde.

„Guten Morgen Adams, könnten sie bitte eine Reise nach Mrlsst vorbereiten.“

„Natürlich, bleiben sie dort über einen langen Zeitraum?“

„Wahrscheinlich. Vielen Dank.“

Nachdem Michael verabschiedet hatte schaute er aus dem Fenster um sich die Gegend an zu schauen, er wusste zwar ungefähr wo es hin ging, allerdings hat er von dem Restaurant noch nie was gehört, was daran liegen könnte da er kein großer Restaurant Gänger war. Sobald Michael und die Soldaten angekommen waren überprüften die Soldaten die Gegend und ließen Michael erst einige Zeit nach ihnen aussteigen.

„Folgen sie mir bitte zu dem Restaurant Sir.“

Meinte einer der Soldaten und ging vor, darauf folgte Michael und die Vier weiteren Soldaten die mitgekommen sind. Sobald sie an dem vereinbarten Treffpunkt waren Positionierten sie die Soldaten an Strategischen Punkten, um effektiv zu reagieren falls etwas Vorfallen sollte. Die Frau, mit der sich Michael traf war eine Lokale Politikerin, dass es sowas überhaupt gab erstaunte ihn, da er von solchen Politikern nicht sonderlich viel hörte.

„Schönen guten Morgen Miss…?“

„Miss Kersey, Judith Kersey mein Name.“

„Guten Tag Miss Kersey. Sie haben über mein Büro einen Termin vereinbaren lassen, aber nicht gesagt um was es geht.“

„Genau Herr Gouverneur von Berchem. Ich wollte mit ihnen über die Aktuelle Lage von Borosk und seinen Bürgern sprechen.“

„Okay? Ich kann ihnen sagen das sich meine Regierung bereits darum Kümmert. Wir werden uns um die Wirtschaft und das Militär, so wie die anderen Ressorts, da Borosk sich erst mal Finanziell und Wirtschaftlich erholen muss wird die Wirtschaft unsere Priorität darstellen. Im Anschluss werden wir die Wirtschaft weiter ausbauen und gleichzeitig auch die anderen Ressorts mitziehen.“

„Danke, wie sieht es mit den Arbeitslosen aus? Diese wollen natürlich auch wieder eine Arbeit bekommen und wieder Geld verdienen wollen.“

„Natürlich werden wir uns diesbezüglich auch noch mal beraten und ich werde mich selbst daran machen um weitere Unternehmen nach Borosk zu holen um mehr Arbeitsplätze zu schaffen. War das alles?“

„Ja, ich werde mich mit meinen Kameraden dies bezüglich noch mal zusammensetzen.“

„Gut, ich wünsche ihnen viel Erfolg und noch einen guten Tag.“

„Ihnen auch Herr Gouverneur.“

Michael nickte nur dankbar, und machte sich daran wieder zu gehen, wie konnte jemand nur so dreist sein seine Wertvolle zeit so zu verschwenden? Wie auch immer, er hatte jetzt noch ein Interview für einen Lokalen Sender, welchen ihn ausquetschen wollte.

[Zeitsprung: nach dem Interview]

Nachdem das Interview vorbei war, welches eine knappe drei viertel Stunde gedauert hatte fuhr er samt den Soldaten zu dem Hangar, in welchem seine Private Yacht für Geschäftsreisen stand. Da die Crew hauptsächlich aus der Garde von Michael bestand wusste jeder wohin es ging, und hatte schon alles vorbereitet. Sobald die letzten Vorbereitungen getätigt wurde und Michael seiner Stellvertreterin bescheid gegeben hatte das sie vorerst die Kontrolle über Borosk hatte begannen die Männer und Frauen mit dem Start des Schiffes. Man spürte das leichte ruckeln sobald das Schiff die Atmosphäre verließ und danach kam die bekannte stille des Weltraums, sobald die Berechnungen für den Hyperraum Sprung abgeschlossen waren wurde dieser durchgeführt und die Besatzung konnte sich nun etwas entspannen und sich in dem Gemeinschaftsraum einfinden.

[Weltraum Imperium | Hyperraum | auf dem Weg nach Mrlsst | Yacht | Gemeinschaftsraum] Michael von Berchem, Gardisten (NSCs)

Das Interview folgt hier so schnell als möglich
 
/// Borosk /// Horas-Resort /// Julius Zimmer /// Julius Fourb

Mit jedem weiteren verstrichenen Tag merkte Julius, wie sehr er innerhalb seiner Genesung Fortschritte machte. Und die Art und Weise, wie sich diese Fortschritte zeigten, demonstrierten ihm was für ein verdammtes Glück er hatte, ein Fourb zu sein oder besser gesagt, Aren Vayliuar als Cousin zu haben. Normalerweise wurden für imperiale Soldaten und Offiziere, bei denen es sich nicht gerade um das Oberkommando handelte, Methoden angewandt, die auf eine möglichst schnelle Heilung abzielten, also größtenteils Behandlungen mit Bacta. Das war auch durchaus sinnvoll, weil es sich dabei um das wohl schnellste und sicherste Mittel zur Wundbehandlung handelte, doch bei Inneren Verletzungen, die das zentrale Nervensystem bedrohten, so wie Julius sie beim Angriff der Terroristen erlitten hatte, gingen die Meinungen der Mediziner auseinander. Nicht wenige waren der Meinung, dass es in diesen dramatischen Fällen einen längeren und vorsichtigen Heilungsprozess benötigte und genau das war es, was dem jungen Captain in dieser Zeit zugute kam. Das Personal des Resorts scheute keine Mühen und ließ sich jede erdenkliche Zeit, um jedwedes Risiko auszuschließen und nichts zu überstürzen. Und da er mittlerweile einen Punkt erreicht hatte, an dem er sich selbstständig bewegen konnte, ohne dass es ihm nach wenigen Minuten schwummrig wurde, ließ sich der Aufenthalt für den geborenen Militär auch erstaunlich gut aushalten.
Er arbeitete größtenteils an Berichten und hielt den Kontakt zur Kompanie, um sich von der Richtigkeit aller Abläufe zu vergewissern. Es war schließlich eine Schande, wie kurz seine anfängliche Zeit als befehlshabender Offizier ausgefallen ist, auch wenn das Opfer letztlich absolut notwendig war. Doch ebenso sehr gab er sich Mühe, sich mit der eigenen Familie auseinanderzusetzen und gefühlt mehr Eindrücke zu erhalten und ein größeres Verständnis zu entwickeln, als in all seinen Lebensjahren zuvor. Das Gespräch mit Aren hatte maßgebliche Spuren bei ihm hinterlassen und Julius zu einem gewaltigen Umdenken bewegt. Die beiden Männer hatten einen Plan gefasst und an diesem Plan würde der Fourb festhalten, denn der Zustand innerhalb der Familie war keineswegs mehr tragbar. Aren Vayliuar hingegen war die Zukunft und gewillt, das Ruder zu übernehmen - gemeinsam mit Julius, der ihm geschworen hatte, ihn bei seinem Unterfangen zu unterstützen.

Während er sich also jeden Tag darauf vorbereitete, wieder dienstbereit zu werden, bereitete er sich ebenfalls darauf vor, für seinen Cousin gewissermaßen in den Krieg zu ziehen. Das bedeutete in erster Linie, fit genug zu werden, um einem in wenigen Wochen anstehenden Familientreffen beiwohnen zu können. Aber auch sicherzustellen, dort als der "Vorzeige-Fourb" aufzutreten, zu dem Aren ihn letztendlich gemacht haben soll. Seine Familie würde den Helden von Borosk zu Gesicht bekommen, einen Ordenträger, der sich selbstlos geopfert hat, um Aren und seine Verwaltung zu beschützen. Und Aren, einen ebenso selbstlosen und kompromisslosen Kämpfer, der seinem Cousin im Gegenzug das Leben gerettet hat. Eine heldenhafte Geschichte, die von einem imperialen Patriotismus und Heldenmut zeugte, die keiner von ihnen wirklich begreifen konnte. Schließlich waren ihre Verwandten nach wie vor zu ignorant und schwach, sich nach Julius Wohl zu erkundigen, mit Ausnahme seines Vaters und seiner Mutter, die sich in der Zwischenzeit bei ihm gemeldet und ein paar Früchte und Wein von der Heimat haben zukommen lassen. Was auch nur ein weiteres Zeichen ihrer Ignoranz war, denn offenbar hatten sie in ihrer grenzenlose Sorge übersehen, dass das Horas-Resort über einem der hochklassigsten Weingüter des Supersektors thronte.

Seufzend erhob sich Julius also schließlich von seinem vertäfelten Schreibtisch, um an diesem sonnigen Nachmittag einen Spaziergang durch einen Abschnitt von jenem Weingut zu unternehmen. Er war voller Ausdauer und Motivation; lange würde es nicht mehr dauern.

/// Borosk /// Horas-Resort /// Weingut /// Julius Fourb
 
[Imperiale Kronsektoren/ Borosk-System / Borosk / Operator-Trainingseinrichtung des Imperialen Geheimdienstes "ZENTRUM"] Agent Raye Ellis und diverse Fortbildungsteilnehmer

Der Wind hatte im Verlauf der letzten Stunden noch einmal merklich aufgefrischt und trieb den feinen Schnee inzwischen beinahe waagerecht über die offenen Flächen zwischen den niedrigen Felsrücken hinweg, setzte sich an den Rändern von Rayes Schutzbrille fest und kroch trotz der mehrfach geschichteten Winterkleidung irgendwann selbst dort hindurch, wo die Ausrüstung eigentlich dicht hätte abschließen sollen, während die Kälte längst aufgehört hatte lediglich unangenehm zu sein und sich stattdessen mit jedem Atemzug, jedem Schritt durch den teilweise knietief verwehten Schnee und jeder Minute ohne Bewegung deutlicher in Händen und Beinen bemerkbar machte. Genau darauf war die Übung ausgelegt, weniger darauf sie mit besonders komplizierten Aufgaben zu überfordern, als ihr jene Bedingungen zu nehmen unter denen sie sich bislang gewöhnlich auf ihre eigentliche Stärke hatte verlassen können; einen ruhigen Arbeitsplatz, Kartendaten, intellektuellen Ansprüchen und vor allem genügend Zeit, aus einzelnen kleinen Teilen ein Bild entstehen zu lassen, bevor daraus vielleicht Konsequenzen entstehen konnten die sie oder ihr Wohlbefinden beeinflussen könnten

Jede Faser ihres Wesens und ihres Körpers schrie in dieser mittlerweile vierten Trainingswoche. Seit dem Tode des Imperators und der Thronbesteigung seiner Nachfolgerin hatten sich mehr und mehr Umwälzungen ergeben. Alte Strukturen wurden aufgebrochen, das Versagen der Internen Sicherheit wurde anscheinend auch in der Geheimdienstlichen Führungsetage ernst genommen und ganze Einheitenbereiche und Standorte waren dicht gemacht, potenziell illoyale Agenten und Operatives aussortiert und viele weitere in neue Bereiche eingeteilt worden. Wer Talente zeigte die Rollen ausfüllten die nun fehlten wurde vor die Wahl gestellt: Frühruhestand oder sich der brutalen Restrukturierung der Aufgabenbereiche anpassen. So war sie dann schließlich hier gelandet, beim neu etablierten ersten Ausbildungsprogramm für Jagdkommando-Einheiten. Eine Reaktion auf das ungehinderte Eindringen diverser Kommando- und später Attentatseinheiten der Neuen Republik auf Imperialem Hoheitsgebiet. Das Sturmtruppenkorps, speziell die Sturmkommandos und sogar einige Mitglieder der Imperialen Gardisten waren herangezogen worden um diese Spezialbefähigungsschulung für den zukünftigen taktischen Einsatzbereich aus dem Boden zu stampfen. Die Teilnehmer an ihre psychischen und körperlichen Leistungsgrenzen zu führen, ihren Durchhaltewillen, Belastbarkeit, Entscheidungsfähigkeit unter schwierigen Situationen und nach körperlicher Belastung sowie Führungswille wurden als geforderte psychische Leistungselemente genannt. Im Prinzip ging es um folgendes:
sich als Führer einer auf sich gestellten Gruppe in feindlichem Gebiet zur wesentlichen Informationssicherung und dem darauf aufbauenden führen eines Jagdkommandos, einer Einheit die auf den Verdacht eines feindlichen Kommandoeinsatzes hin ins Feld geschickt wurde um die Kommandokriegsführung des Feindes zu unterbinden oder seine Ziele zu identifizieren und anderweitige Schritte einleiten zu können, hervorzutun und für die schlussendliche finale Ausbildungsphase ausgewählt zu werden.

Genau deswegen hatte man sie hier ausgesetzt, im nirgendwo der weißen Wüste von Borosk mit nichts weiter als der Kennung eines vermeintlichen republikanischen Verbindungsmannes, dem ungefähren Abriss eines mehrere Kilometer breiten Operationsgebietes und keinerlei weiteren Sicherheitsnetzen um die Simulation so real wie möglich zu gestalten. Auf dem Papier wirkte die eigentliche Aufgabe zunächst beinahe banal: Verbindungsmann finden, aus der Gefahrenzone herausführen, Informationen zu einer Kommandozelle identifizieren und für weitere Schritte zur EZ zurückkehren. Dass sich innerhalb des Übungssektors zugleich mehrere Gruppen bewegten, deren Aufgabe ausdrücklich darin bestand sie aufzuspüren, zwang sie jedoch dazu, jede Beobachtung gleichzeitig danach zu bewerten, was sie ihr vielleicht über die ihr unbekannten Bewegungsmuster ihrer Verfolger verriet und welchem Risiko sie zu jedem Zeitpunkt ausgesetzt war, während die Kälte ihre Bewegungen zunehmend langsamer werden ließ und selbst einfache Tätigkeiten mit steifer werdenden Fingern mehr Aufmerksamkeit verlangten als der Agentin lieb war.

Die erste verwertbare Spur fand sich nicht bei einem der vorbereiteten Treffpunkte, sondern an einem Versorgungsposten, dessen Personal sich äußerlich kaum von den übrigen Statisten unterschied und dessen Bedeutung daraus entstand, dass zwei der dort eingesetzten Männer ihre Umgebung mit jener beiläufigen Regelmäßigkeit beobachteten, die sich nur schwer mit der Rolle gewöhnlicher Techniker vereinbaren ließ, während gleichzeitig einer der abgestellten Lastgleiter trotz des Wetters kaum Schnee angesetzt hatte und dessen Energiesystem noch genügend Restwärme abstrahlte, um eine kürzliche Ankunft wahrscheinlich zu machen. Raye verzichtete darauf, den Posten unmittelbar näher zu untersuchen, hielt sich stattdessen lange genug in dessen Peripherie auf, um Bewegungsrichtungen und Wachwechsel zu erfassen, folgte später einem der Fahrzeugspuren, mehr Verwirbelungen der Repulsoren ím Schnee über mehrere Kilometer und erhielt erst dort, an einer scheinbar bedeutungslosen Relaisstation, jene zweite Beobachtung, die aus einer Möglichkeit eine belastbare Verbindung machte. Innerhalb der Station konnte sie ihr Ziel ausmachen. Das Gesicht eines Mannes welches ihr für diese Übung im Einstiegsbriefing als einzigen Anhaltspunkt gegeben wurde. Manchmal gehörte doch auch simples Glück dazu... jetzt musste sie sich nur überlegen wie sie ihn hier am besten ohne aufsehen rausbekam und Informationen darüber zu sammeln ob die anderen die mit ihm in der Station gemütlich einen Caf tranken eventuell die vermeintlichen Kommandosaldaten waren deren Identifizierung ihr unabhängig von der Exfiltration des Ziels weitere Punkte bescheren würde.


[Imperiale Kronsektoren/ Borosk-System / Borosk / Operator-Trainingseinrichtung des Imperialen Geheimdienstes "ZENTRUM"] Agent Raye Ellis und diverse Fortbildungsteilnehmer
 
[Imperiale Kronsektoren / Borosk-System / Borosk / Operator-Trainingseinrichtung des Imperialen Geheimdienstes „ZENTRUM“] Agent Raye Ellis und diverse Fortbildungsteilnehmer

Die Möglichkeiten die ihr blieben wurden nicht dadurch besser, dass Raye sie ein zweites und schließlich ein drittes Mal gegeneinander abwog, während sie halb hinter einem niedrigen Ausläufer des Felsens lag und durch die bereits wieder dünner werdende Schneeschicht auf ihrer Schutzbrille zur Relaisstation hinübersah, deren wenige erleuchtete Fenster sich als beinahe unnatürlich warme Rechtecke aus dem ansonsten von Grau, Weiß und dem stumpfen Schwarz freiliegenden Gesteins bestimmten Gelände abhoben. Die Männer im Inneren hatten ihren Caf mittlerweile beinahe geleert, ohne dabei irgendeinen Anlass erkennen zu lassen sich in absehbarer Zeit voneinander zu trennen, und gerade derjenige, den Raye hier eigentlich finden und anschließend möglichst unbehelligt mehrere Kilometer durch ein Gelände schaffen sollte, zeigte bislang wenig Neigung dazu ihr die Arbeit durch einen Spaziergang vor die Tür wesentlich angenehmer zu gestalten.

Ein direkter Zugriff war dabei nicht einmal völlig ausgeschlossen, nur lag darin ungefähr alles vereint, was man ihnen in den vergangenen Wochen mit zunehmender Beharrlichkeit hatte abgewöhnen wollen. Vier Personen waren von ihrer Position aus sicher zu erkennen, wenigstens zwei trugen Waffen offen genug um deren Vorhandensein nicht verbergen zu wollen und selbst wenn es ihr gelingen sollte die Entfernung bis zur Station unbemerkt zu überwinden, durch einen der beiden Zugänge zu kommen und ihr Ziel unter Kontrolle zu bringen bevor irgendjemand auf die Idee kam zurück zu schießen, hätte sie anschließend einen möglicherweise verletzten Verbindungsmann, eine alarmierte Übungszelle und jeden anderen Teilnehmer innerhalb einiger Kilometer mit einer ziemlich brauchbaren Vorstellung davon versorgt wo sich die Agentin mit ihrem Ziel gerade befand. Das Ergebnis konnte damit im engsten Sinne des Auftrags noch immer erfolgreich sein und wäre trotzdem ziemlich genau jene Art von Erfolg gewesen, für die man im ZENTRUM während der Nachbesprechung wenig Begeisterung aufzubringen schien, weil Informationsbeschaffung und Kommandokriegsführung hier eben nicht bedeuteten sich bis zu einem Ziel durchzuschießen, sondern möglichst lange zu verhindern, dass der Gegner überhaupt verstand welches Ziel man verfolgte.

Eine allgemeine Störung versprach kaum mehr Finesse. Feueralarm, Ausfall der Energieversorgung, irgendeine vermeintliche äußere Bedrohung oder auch nur ein ausreichend überzeugender Hinweis auf die Annäherung einer der anderen Gruppen konnten die Männer aus dem Gebäude treiben, würden dabei aber ebenso gut dafür sorgen, dass sie gemeinsam, bewaffnet und mit erheblich gesteigerter Aufmerksamkeit nach draußen kamen, womit Raye das Problem der Isolation gegen das einer plötzlich alarmbereiten Gruppe eingetauscht hätte und zusätzlich nicht wusste, welche Reaktion die Ausbilder für die dort eingesetzten Darsteller überhaupt vorgesehen hatten. Wesentlich reizvoller erschien auf den ersten Blick die Möglichkeit, den Verbindungsmann mit einer eigens für ihn bestimmten Nachricht aus der Station zu bekommen, einem fingierten Ruf über das lokale Kommunikationsnetz, einer Meldung über einen wartenden Kontakt oder selbst einem simplen technischen Auftrag, doch ohne Kenntnis der verwendeten Kennungen, Kommunikationsroutinen und internen Rollen bedeutete jeder gesendete Impuls zugleich eine weitere Spur die nicht nur von der Station, sondern möglicherweise auch von den anderen im Gelände eingesetzten Teilnehmern aufgefangen werden konnte. Sie hatte in den vergangenen Wochen ausreichend häufig erfahren dürfen, wie schnell aus einer vermeintlich kleinen elektronischen Abkürzung eine ziemlich präzise Einladung an jemanden mit den richtigen Sensoren wurde.

Blieb die einfachste Variante, deren einziger wirklicher Nachteil darin bestand, dass Raye hierfür weiter in einem Schnee liegen musste der mittlerweile auch durch die isolierte Außenschicht ihrer Hose genügend Kälte leitete um Oberschenkel und Hüfte unangenehm taub werden zu lassen: warten, beobachten und darauf vertrauen, dass selbst eine sorgfältig vorbereitete Übungsstation sich irgendwann den gleichen kleinen Notwendigkeiten unterwerfen musste wie jede andere Einrichtung. Menschen verließen Räume, Fahrzeuge mussten überprüft, Antennen nachjustiert, Energiezellen gewechselt und Versorgungsgüter aus irgendeinem Grund immer genau dann bewegt werden wenn es draußen am wenigsten angenehm war, wobei für sie weniger interessant war was konkret erledigt wurde als vielmehr welcher der vier Männer sich bei den bislang sichtbaren Kleinigkeiten zuständig fühlte. Ihr Verbindungsmann hatte sich innerhalb der letzten zwanzig Minuten zweimal von seinem Platz erhoben, einmal um einen Blick auf eine seitlich angebrachte Diagnoseanzeige zu werfen und später erneut, als einer der anderen Männer etwas in seine Richtung gesagt und dabei auf denselben Bereich der Station gedeutet hatte; nicht genug um daraus eine Funktion mit Sicherheit abzuleiten, aber ausreichend um zumindest die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass technische Angelegenheiten innerhalb dieser kleinen Gruppe häufiger bei ihm landeten als bei den übrigen drei.

Raye ließ den Blick vom Fenster zu den Außenanlagen wandern, deren Aufbau sie bereits beim ersten Herankommen nur flüchtig erfasst hatte und die nun, nachdem sie wusste wonach sie eigentlich suchte, erheblich interessanter wurden. Ein schmaler Versorgungsschacht führte von der Rückseite des Gebäudes zu mehreren teilweise eingeschneiten Aggregaten, daneben ragte die niedrige Verkleidung einer äußeren Sensoreinheit kaum einen halben Meter über die Verwehungen hinaus und weiter rechts stand jener Lastgleiter, dessen beinahe schneefreie Oberseite sie überhaupt erst hierher geführt hatte. Unter anderen Bedingungen wäre irgendeine Störung an einer solchen Anlage vermutlich zu auffällig gewesen, in diesem Klima dagegen gehörten vereiste Sensoren, schwankende Leitungen und durch den Wind zugesetzte Außenkomponenten zu den Dingen, die bereits optisch so überzeugend zum Gelände passten, dass sie nicht einmal etwas Besonderes erfinden musste; entscheidend war lediglich eine Unregelmäßigkeit zu schaffen die klein genug blieb um keinen allgemeinen Alarm auszulösen und gleichzeitig lästig genug war, dass jemand sie vor Ort überprüfen musste.

Damit blieb allerdings noch immer die Frage ob ihr Mann tatsächlich derjenige sein würde, der hinausging, und genau deshalb unterdrückte Raye den ersten Impuls sich bereits in Bewegung zu setzen, zwang die inzwischen steif werdenden Finger noch einmal um das kleine Monokular und beobachtete weiter. Zwei weitere Male wechselten kurze Bemerkungen zwischen den Männern, einmal erhob sich einer der Bewaffneten und trat zum Fenster, wobei seine Aufmerksamkeit weniger dem Wetter als dem Gelände galt und er für mehrere Sekunden einen Sektor absuchte, den Raye aus ihrer derzeitigen Stellung nur seitlich einsehen konnte; ein anderes Mal stellte ihr Verbindungsmann seinen Becher fort, beugte sich über die seitliche Konsole und schien eine Eingabe vorzunehmen, bevor er nach einem kurzen Blick auf irgendeine Anzeige wieder an seinen Platz zurückkehrte. Wenn die anderen tatsächlich jene gesuchten Kommandosoldaten darstellten, dann verhielten sie sich zumindest nicht völlig ungeschickt, denn keiner von ihnen saß so, dass nicht wenigstens ein Teil des Außenbereichs eingesehen werden konnte, ihre Waffen befanden sich trotz der vermeintlichen Ruhe in Reichweite und der Mann am Fenster hatte seinen Blick nicht ziellos durch die Landschaft schweifen lassen, sondern die besonders brauchbaren Annäherungswege deutlich länger geprüft als jene offenen Flächen, auf denen sich ohnehin niemand freiwillig bewegen würde. Das waren für sich genommen noch keine Beweise und konnten ebenso gut Teil der Inszenierung sein, doch Raye begann zumindest zu verstehen, weshalb ihnen für die Zusatzaufgabe keine Namensliste gegeben worden war.

Der Weg zur Rückseite der Station verlangte einen weiten Bogen durch eine flache Senke, die ihr vom Gebäude aus ausreichend Deckung bot und gleichzeitig verhinderte, dass sie im direkten Umfeld jener Spuren auftauchte denen sie selbst bis hierher gefolgt war, wobei die zusätzliche Entfernung unter normalen Umständen kaum der Rede wert gewesen wäre und sich nach mehreren Stunden in der Kälte trotzdem mit jedem Schritt bemerkbar machte. Der Schnee reichte ihr an manchen Stellen bis knapp unter das Knie, rutschte unter dem Gewicht nach oder verbarg Gestein das erst dann auffiel wenn der Fuß bereits darauf stand, sodass Raye erheblich langsamer vorankam als es ihr gefiel und sich mehrfach daran erinnern musste, dass Geschwindigkeit nur dann von Vorteil war wenn niemand sie bemerkte. Zwei längere Unterbrechungen verbrachte sie regungslos zwischen den Felsen, einmal weil sich am Horizont eine dunkle Gestalt bewegte die ebenso gut einer anderen Trainingsgruppe wie irgendeinem der zahlreichen Beobachter des ZENTRUMs gehören konnte und ein weiteres Mal, weil einer der Männer in der Station erneut ans Fenster getreten war, bevor sie schließlich den toten Winkel an der Rückseite erreichte und dort zum ersten Mal seit beinahe einer Stunde das Gebäude selbst nicht mehr sehen konnte.

An der äußeren Sensoreinheit musste sie nicht viel tun und gerade darin lag der Reiz des Ganzen, denn jeder auffällige Eingriff hätte bei einer späteren Untersuchung ebenso eindeutig auf Fremdeinwirkung hingewiesen wie ein Blasterschuss durch die Eingangstür. Die Kälte hatte an den Verkleidungen ohnehin bereits eine dünne Schicht aus Eis und festgefrorenem Schnee aufgebaut, der Wind drückte weiteres Material dagegen und Raye beschränkte sich darauf eine jener bereits vorhandenen Unregelmäßigkeiten so weit zu verstärken, dass die zugehörige Anzeige innerhalb der Station früher oder später einen Fehler melden sollte, dessen Ursache von außen betrachtet ebenso glaubwürdig natürlichen Ursprungs sein konnte wie alles andere an diesem verdammten Planeten. Anschließend blieb sie nicht in unmittelbarer Nähe, sondern zog sich auf demselben Weg ein Stück zurück, wechselte hinter einem Felsgrat die Richtung und suchte sich erst dort eine neue Position, von der aus sowohl die hintere Schleuse als auch ein Teil der seitlichen Außenanlagen sichtbar blieb, ohne dass ein herauskommender Techniker zwangsläufig direkt über die Spuren stolpern musste die sie beim Annähern hinterlassen hatte.

Die ersten Minuten geschah nichts, was angesichts des zunehmend deutlicher werdenden Zitterns in ihren Händen und der Erkenntnis, dass sie mit jeder weiteren Minute nicht nur gegen ihre vermeintlichen Gegner sondern zunehmend auch gegen den eigenen Wärmeverlust arbeitete, wesentlich länger wirkte als es tatsächlich gewesen sein konnte. Dann bewegte sich hinter einem der Fenster jemand, ein zweiter trat hinzu und für kurze Zeit verschwanden beide außerhalb ihres Sichtfeldes, bevor die rückwärtige Schleuse schließlich aufglitt und zunächst nur ein Schwall wärmerer Luft sichtbar wurde, der im Wind augenblicklich zu feinem Nebel zerfiel. Der Mann, der wenige Augenblicke später mit hochgezogener Kapuze, einem kleinen Werkzeugbehälter in der linken Hand und sichtbar wenig Begeisterung über seine neue Aufgabe in den Schnee hinaustrat, war genau das Gesicht, das Raye seit Beginn dieses Einsatzes gesucht hatte.

Sie wartete trotzdem bis sich die Tür hinter ihm wieder geschlossen hatte und beobachtete noch einige Sekunden länger die Fenster, denn Isolation bedeutete wenig wenn einer der drei übrigen Männer ihm bereits nachsah oder unmittelbar hinterherkommen sollte. Erst als sich dort keine erkennbare Veränderung zeigte und ihr Verbindungsmann, mehr mit dem Widerstand des Schnees als mit seiner Umgebung beschäftigt, den schmalen Weg in Richtung der äußeren Anlage einschlug, löste Raye sich langsam aus ihrer Deckung und begann sich parallel zu seiner Bewegung durch die Senke zu verlagern, wobei ihr bereits die nächste wesentlich unangenehmere Rechnung durch den Kopf ging: selbst wenn der Kontakt jetzt gelang, blieben von hier bis zur Extraktionszone mehrere Kilometer offenes, verschneites Gelände, mindestens eine unbekannte Zahl gegnerischer Trainingsgruppen und drei Männer in einer Relaisstation zurück, denen irgendwann auffallen würde, dass ihr Techniker für eine vereiste Sensoreinheit erstaunlich lange benötigte.

[Imperiale Kronsektoren / Borosk-System / Borosk / Operator-Trainingseinrichtung des Imperialen Geheimdienstes „ZENTRUM“] Agent Raye Ellis und diverse Fortbildungsteilnehmer
 
[Imperiale Kronsektoren / Borosk-System / Borosk / Operator-Trainingseinrichtung des Imperialen Geheimdienstes „ZENTRUM“] Agent Raye Ellis und diverse Fortbildungsteilnehmer

Die letzten Meter musste Raye nicht mehr besonders vorsichtig überbrücken, nachdem der Verlauf der Senke sie weit genug von den Fenstern der Relaisstation weggeführt hatte und der Wind jedes Geräusch ihrer Schritte unter dem beständigen Rauschen des Schnees begrub, weshalb sie sich erst wieder aufrichtete als der Verbindungsmann die äußere Sensoreinheit beinahe erreicht hatte und ihm aus wenigen Metern Entfernung die im Briefing festgelegte Kennung nannte. Der Mann hielt inne, ließ den Werkzeugbehälter sinken und antwortete mit dem zugehörigen Erkennungssatz, ohne sich anschließend noch um eine besonders überzeugende Fortsetzung seiner technischen Tätigkeit zu bemühen; er wusste ebenso gut wie sie weshalb er hier draußen stand und was von diesem Moment an von ihm erwartet wurde, sodass Raye lediglich mit einer knappen Bewegung in Richtung der Senke bedeutete ihr zu folgen und sich bereits wieder in Bewegung setzte, während sie ihn nach den drei Männern in der Station, deren Aufgabe und möglichen weiteren Kräften fragte. Viel Zeit blieb ihnen dafür nicht, und die Antworten mussten vorerst während des Gehens genügen, wobei sich zumindest ihr Verdacht hinsichtlich der drei anderen Personen bestätigte, die tatsächlich zum angenommenen republikanischen Kommando gehörten und die Relaisstation als vorgeschobenen Kommunikationspunkt nutzten, von dem aus weitere Teile der Zelle mit Informationen über die Bewegungen imperialer Kräfte versorgt werden sollten; wie groß der darüber hinausgehende Verband war konnte ihr Verbindungsmann nicht sagen, wohl aber, dass in regelmäßigen Abständen Meldungen ausgetauscht wurden und sein längeres Ausbleiben spätestens beim nächsten Wechsel auffallen musste, womit die Manipulation der Sensoreinheit zwar ihren Zweck erfüllt hatte, ihnen aber keineswegs die Zeit verschaffte in aller Ruhe mehrere Kilometer zum Ausgangspunkt zurückzulaufen.

Raye führte ihn zunächst weiter durch jene flache Senke, die sie bereits für ihre Annäherung genutzt hatte, bog jedoch nicht auf die Spur zurück die sie selbst hinterlassen hatte, sondern hielt sich entlang der vom Wind freigefegten Seite eines Felsrückens nach Nordwesten, obwohl die Extraktionszone von dort aus deutlich weiter südlich lag und jeder zusätzliche Meter inzwischen unangenehm in den Beinen zu spüren war. Die kürzere Verbindung hätte sie über mehrere offene Flächen geführt, auf denen zwei sich bewegende Personen selbst bei der mittlerweile schlechten Sicht kaum zu übersehen gewesen wären und ihre Spuren bis zum nächsten stärkeren Schneefall zuverlässig erhalten geblieben wären, während der längere Weg ihnen wenigstens die Möglichkeit gab zunächst hinter dem Rücken der Station aus deren unmittelbarer Umgebung zu verschwinden und einen Teil der Strecke über Stellen zurückzulegen, an denen der Wind das Gestein nahezu freigelegt hatte. Dass ihr Begleiter ohne weitere Aufforderung Abstand hielt, bei jedem kurzen Halt einen anderen Bereich des Geländes beobachtete und ihre Bewegungen nicht dadurch erschwerte, dass sie ihm jede Kleinigkeit erklären musste, half dabei mehr als Raye erwartet hatte. Er war innerhalb dieser Übung zwar ihr zu exfiltrierendes Ziel und damit ihre Verantwortung, deswegen aber noch lange kein Gepäckstück, sondern augenscheinlich selbst ausreichend ausgebildet um zu verstehen, dass der schnellste Weg zwischen zwei Punkten nicht zwangsläufig derjenige war, auf dem man sein Ziel auch tatsächlich lebend erreichte. Nach mehreren Stunden allein im Schnee empfand sie die Anwesenheit einer zweiten Person fast als zusätzliche nutzbare Augen, zwei Blickrichtungen gleichzeitig kontrollieren, ohne dass sie dafür das eigene Tempo weiter reduzieren musste und sie nutzte die Gelegenheit um sich von ihm noch die wenigen Details geben zu lassen, die während der ersten Minuten offengeblieben waren: Namen oder belastbare Identitäten konnte er ihr zwar ebenso wenig liefern wie eine vollständige Stärke der angenommenen Kommandozelle, dafür beschrieb er zwei Kommunikationszeiten, ein von den Männern verwendetes Fahrzeug und eine Stelle weiter südlich, an der er während der letzten beiden Tage mehrfach wechselnde Personen gesehen hatte. Für den Auftrag reichte das längst aus. Anders als noch zu Beginn der Ausbildung musste Raye sich nicht mehr selbst davon überzeugen alle Informationen doppelt um dreifach zu prüfen. Dafür war im Feld zu wenig Zeit, die Nacharbeit konnten auch andere übernehmen. Das widerstrebte ihr noch etwas aber dieses unbewusste Muster ewige Kontrolle über einen Informationsfluss zu behalten, hatte sie mittlerweile zum Glück hinter sich gelassen.

Zwei Kilometer verliefen entsprechend ereignislos, soweit sich ein Marsch durch teilweise knietiefen Schnee bei stetig sinkendem Gefühl in den Fingern überhaupt als ereignislos und nicht eher als unangenehme Nahtoderfahrung bezeichnen ließ. Gut, vielleicht neigte sie bei diesem inneren Vergleich auch zu unnützer Übertreibung, aber sie war sich sicher sich selten in ihrem Leben so beschissen gefühlt zu haben wie jetzt. Die Relaisstation war längst hinter mehreren Felszügen verschwunden, von ihren ehemaligen Insassen war nichts zu sehen und auch das Gelände vor ihnen bot außer dem monotonen Wechsel aus weiß überzogenen Senken und dunklerem Gestein nur wenige Anhaltspunkte, während die Richtung zur EZ über den einfachen Navigationsgeber ihrer Ausrüstung zuverlässig genug feststand und sie damit zunehmend weniger Grund hatte sich mit Orientierung als vielmehr mit den Bereichen zu beschäftigen, aus denen ihnen jemand den Weg abschneiden konnte. Wer ihr Ausbleiben inzwischen bemerkt hatte, musste dabei keineswegs ihren Spuren folgen und konnte sich genauso gut überlegen wohin eine Teilnehmerin mit dem erfolgreichen Kontakt zwangsläufig wollte, weshalb Raye die Extraktionszone selbst mittlerweile für einen weit unangenehmeren Punkt hielt als die Strecke dorthin. Sie war Teil des Übungsauftrages, ihre ungefähre Lage damit nichts was ausschließlich sie kannte. Wenn die auf der Gegenseite eingesetzten Kräfte einigermaßen sinnvoll arbeiteten, würden wenigstens einige von ihnen früher oder später damit beginnen die möglichen Annäherungsrichtungen zu kontrollieren anstatt sich kilometerweit durch den Schnee hinter zwei Personen herzuschleppen, deren Vorsprung sie nicht kannten.

Eine erste Bestätigung dafür kam von hinten, zunächst lediglich als Bewegung oberhalb eines langgezogenen Rückens, die Raye mehr zufällig aus den Augenwinkeln wahrnahm und die verschwunden war bevor sie ihr Monokular vollständig angehoben hatte, einige Minuten später dann durch zwei weitere Silhouetten, die deutlich tiefer und näher an der Stelle auftauchten an der sie selbst mit ihrem Begleiter den letzten offenen Abschnitt überquert hatte. Mehr brauchte sie nicht um die bisherige Richtung aufzugeben, wobei sie den Verbindungsmann nicht anhielt sondern lediglich näher zu sich heranwinkte, um mit ihm auf einen schmaleren Geländeeinschnitt wechselte, der die beiden zunächst fast quer zur Extraktionszone führen würde. Ob die fraglichen Verfolger tatsächlich ihre Spur aufgenommen hatten oder lediglich rein aus taktischer Sicht den Raum absuchten ließ sich aus der Entfernung nicht erkennen und war, wenn sie ehrlich war, für die Entscheidung unerheblich. Priorität hatte jetzt und hier schlicht nach den Gesichtspunkten zu handeln die man ihnen in den geführten Übungen eingebläut hatte: davon ausgehen das eine Entdeckung immer schneller in greifbare Nähe rückte, je länger sie sich mit ihrem Exfill-Ziel in der Gefahrenzone aufhielt. Damit stellte sich nun die unausgesprochene Frage viel Zeit sie sich leisten konnte um Distanz zu gewinnen, bevor der Umweg selbst Sie in eine zeitliche und vor allem physische Bedrängnis bringen würde. Der bereits mehrere Stunden dauernde Aufenthalt im Schnee hatte längst begonnen seine Forderungen einzutreiben. Auch wenn Raye das Zittern ihrer Hände während der Bewegung noch einigermaßen unter Kontrolle bekam, spürte sie die Kälte mittlerweile nicht mehr als gleichmäßiges Unbehagen sondern in wechselnden Bereichen des Körpers, in steifen Fingern, brennenden Oberschenkeln, einer unangenehmen Trägheit, die sich bei jedem erneuten Anstieg bemerkbar machte. Ihr Begleiter hielt sich besser als sie nach seinem wenig feldmäßigen Auftreten in der Station erwartet hatte, verlor aber ebenfalls zunehmend Geschwindigkeit, mehr gespielt als aufgrund von realer Ermüdung, so viel konnte sie seinem Gesicht ablesen, sodass die Möglichkeit den Abstand zu ihren potentiellen Verfolgern allein durch höheres Tempo zu vergrößern ohnehin wenig bis keine Aussicht auf Erfolg besaß.

Die beiden Flüchtigen nutzten den Einschnitt so lange wie möglich, wechselten anschließend auf eine breite Fläche aus beinahe freigewehtem Gestein, blieben dort nicht auf direktem Kurs, sondern folgten dem Verlauf des Untergrundes weiter nach Westen, bis Raye nach mehreren hundert Metern eine Stelle fand an der der Schnee wieder tiefer wurde und ihre weitere Spur zwischen zahlreichen Verwehungen verschwand. Erst von dort aus korrigierte sie nach Süden, wobei der dadurch entstandene Bogen zwar ein wenig kostbarer Zeit kostete, gleichzeitig aber jeden der lediglich der ursprünglichen Laufrichtung folgte vor die Wahl stellte entweder denselben Umweg nachzuvollziehen oder ohne sichere Spur in das offene Gelände vorzustoßen. Es war keine besonders ausgefeilte Täuschung und unter anderen Bedingungen hätte sie sich darauf kaum verlassen, doch sie brauchte auch niemanden vollständig abzuschütteln, sondern lediglich genügend Unsicherheit zwischen sich und die anderen Teilnehmer zu bringen, um die letzten Kilometer nicht mit jemandem unmittelbar im Rücken zurücklegen zu müssen, weshalb sie nach dem nächsten Höhenwechsel mehrere Minuten investierte das Gelände hinter ihnen zu beobachten , bis sie keine erneute Bewegung ausmachen konnte. Der Wind hatte inzwischen wieder zugenommen, verschlechterte die Sicht weiter und begann ihre älteren Spuren wenigstens an den Rändern aufzulösen, was den Marsch noch unangenehmer gestaltete, ihnen aber für die verbleibende Strecke mehr half als jede zusätzliche Deckung.


[Imperiale Kronsektoren / Borosk-System / Borosk / Operator-Trainingseinrichtung des Imperialen Geheimdienstes „ZENTRUM“] Agent Raye Ellis und diverse Fortbildungsteilnehmer
 
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Die zunehmende Stärke des Windes nahm ihnen wenigstens einen Teil der Arbeit ab, während Raye ihren Kurs wieder Stück für Stück nach Süden korrigierte und dabei darauf achtete die freieren Flächen zwischen den Felszügen nicht geradlinig zu durchqueren, sondern so lange wie möglich dort zu bleiben, wo dunkleres Gestein, kleinere Erhebungen und die inzwischen wieder dichter über den Boden treibenden Schneefahnen ihre Bewegung wenigstens teilweise auflösten. Von den beiden Gestalten hinter ihnen war seit dem letzten Halt nichts mehr zu sehen gewesen und auch ihr Verbindungsmann hatte auf seiner Seite keine Bewegung ausmachen können, was nicht unbedingt bedeutete, dass sie ihre Verfolger tatsächlich abgeschüttelt hatten, dafür aber ausreichte um nicht weiter Zeit und Kraft darauf zu verwenden einem Gegner auszuweichen, dessen Position sie ohnehin nicht mehr kannte. Die LZ lag inzwischen weniger als zwei Kilometer entfernt, und mit jedem weiteren Schritt verlagerte sich Rayes Aufmerksamkeit damit zwangsläufig von dem Gelände hinter ihnen auf das vor ihnen, weil die Wahrscheinlichkeit dort auf jemanden zu treffen eher zu- als abnahm und sie nach den vergangenen Stunden kaum davon ausgehen konnte, dass ausgerechnet jene Teilnehmer, die im angenommenen Szenario verhindern sollten, dass eine wichtige Quelle aus ihrem Operationsgebiet verschwand, den offensichtlichsten Punkt dieser ganzen Unternehmung ignorieren würden.

Die genaue Lage der vorgesehenen Aufnahmefläche war ihnen bekannt, ein längliches Stück offenen Geländes zwischen zwei niedrigen Höhenzügen, groß genug für einen Transporter und weit genug von den größeren Felsformationen entfernt, damit ein Pilot selbst bei den derzeitigen Sichtbedingungen noch einen brauchbaren Anflug durchführen konnte. Genau diese Eigenschaften machten den Ort aus Rayes Sicht inzwischen gleichermaßen brauchbar wie unangenehm, denn die freie Fläche bot dem Transporter Sicherheit und jedem der sie erreichen wollte kaum etwas, hinter dem man sich für die letzten paar hundert Meter verstecken konnte, während die umliegenden Höhenlinien genügend Möglichkeiten boten den Anflug zu beobachten ohne sich selbst unmittelbar auf die LZ setzen zu müssen. Der Gedanke deshalb noch einmal einen größeren Bogen zu schlagen und erst unmittelbar vor dem vorgesehenen Aufnahmezeitpunkt aus einer anderen Richtung einzuschwenken lag nahe, scheiterte jedoch an der ebenso einfachen Erkenntnis, dass ihr weder ihre Beine noch der Verbindungsmann noch besonders viel damit halfen, wenn sie am Ende zwar niemanden zu Gesicht bekam, dafür aber den Transport verpasste und weitere Zeit in einem Gebiet verbringen musste, in dem inzwischen vermutlich mehr als eine Gruppe zumindest ungefähr wusste wohin sich das gesuchte Ziel bewegte.

Etwa achthundert Meter nordwestlich der LZ bot sich dafür ein letzter brauchbarer Höhenzug an, dessen dem Wind zugewandte Seite fast vollständig freigefegt war und dessen südlicher Abhang in eine flache Mulde überging, die bis knapp an die offene Aufnahmefläche heranreichte. Raye ließ den Verbindungsmann unterhalb warten und arbeitete sich die letzten Meter allein nach oben, nicht schnell genug um das stetig brennende Ziehen in den Oberschenkeln völlig zu ignorieren und mit jeder Handbewegung unangenehm daran erinnert, wie wenig Gefühl noch in den Fingern steckte, bis sie sich wenige Zentimeter unterhalb der Kante flach in den Schnee legen und das Monokular wieder vor die Schutzbrille bringen konnte. Der Wind erschwerte selbst das, schüttelte in unregelmäßigen Abständen an ihrem Körper und trieb lose Kristalle über die Optik, sodass die erste Kontrolle kaum mehr als ein grober Überblick wurde, bevor Raye den Bereich noch einmal systematisch von Westen nach Osten absuchte und dabei zunächst genau das fand, was sie eigentlich erwartet hatte: nichts.

Die LZ selbst war leer, die Markierungen kaum mehr als dunklere Punkte zwischen den Verwehungen und auch an den angrenzenden Hängen ließ sich auf den ersten Blick nichts erkennen, das nicht ebenso gut Fels oder eine Ansammlung aus gefrorenem Gestrüpp sein konnte. Um nicht in die Fehler abzugleiten die übereiltes handeln oftmals produzierte wartete sie und schwenkte den Blick noch mehrfach über die Fläche. Ein schmaler Einschnitt östlich des Platzes bot Sicht auf beinahe die gesamte offene Fläche und ließ sich gleichzeitig von hinten verlassen, weiter südlich zog sich eine dunklere Gesteinslinie schräg über den Hang und auf der gegenüberliegenden Seite befand sich eine einzelne Felsformation, deren unregelmäßige Konturen genügend Raum boten, um wenigstens zwei Personen aufzunehmen, ohne dass sich deren Silhouetten gegen den Schnee abzeichnen mussten. Erst bei der dritten langsamen Bewegung über diesen Bereich glaubte Raye für einen Augenblick eine Veränderung an der östlichen Gesteinslinie zu erkennen, so klein, dass sie ebenso gut durch den Wind verursacht worden sein konnte, wenige Sekunden später jedoch erneut an beinahe derselben Stelle und diesmal verbunden mit etwas, das verdächtig nach dem kurzen Aufblitzen einer Optik aussah. Mehr ließ sich daraus nicht machen und mehr brauchte sie vorerst auch nicht, denn ob dort eine Person lag oder zwei, ob sie tatsächlich auf die LZ angesetzt waren oder lediglich selbst auf irgendeinen Teil ihrer Übung warteten, änderte wenig daran, dass Raye den östlichen Zugang von diesem Moment an nicht mehr als unbeobachtet behandeln konnte.

Sie zog sich von der Kante zurück, holte ihren Verbindungsmann zu sich und zeigte ihm die vermutete Position, bevor die beiden die westliche Seite des Höhenzuges nutzten und sich tiefer in die Mulde hinunterarbeiteten, deren Verlauf sie zwar nicht direkt zur Aufnahmefläche brachte, dafür aber knapp dreihundert Meter weit unterhalb der Sichtlinie jener östlichen Position hielt. Der Mann fragte nicht weshalb sie sich erneut von der kürzeren Strecke entfernten und Raye erklärte es nicht, sondern verteilte lediglich die Beobachtung zwischen ihnen, während sie weitergingen und die verbleibende Zeit auf ihrem Handgerät regelmäßig mit der Entfernung verglich. Das Zeitfenster war inzwischen eng genug geworden, dass eine weitere größere Umgehung kaum noch sinnvoll gewesen wäre, gleichzeitig weit genug, um nicht bereits jetzt in die offene Fläche hinaus zu müssen, weshalb sie die letzten Minuten in einer Vertiefung verbrachten, von der aus Raye wenigstens einen Teil des nördlichen Himmels und die westliche Seite der LZ einsehen konnte. Die körperliche Belastung wurde im Stillstand beinahe unangenehmer als während des Marsches, weil die Wärme der Bewegung binnen weniger Augenblicke verschwand und sich das Zittern, das sie unterwegs noch hatte übergehen können, wieder deutlicher in Händen und Schultern bemerkbar machte, sodass sie ihren Rücken gegen den Fels presste, die Beine in Bewegung hielt und sich gleichzeitig zwang nicht alle paar Sekunden auf den Navigationsgeber zu sehen, als könnte dessen Anzeige den Transporter dadurch irgendwie schneller herbeizaubern.

Die Maschine kündigte sich schließlich nicht durch Sichtkontakt an, sondern durch ein tiefes, noch entferntes Dröhnen, das zunächst beinahe im Wind unterging und wenige Augenblicke später deutlich genug wurde, dass auch der Verbindungsmann den Kopf hob. Raye blieb noch in Deckung und suchte stattdessen erneut die östliche Gesteinslinie ab, wo sich jetzt tatsächlich Bewegung zeigte, zunächst eine einzelne dunkle Form und kurz darauf eine zweite einige Meter weiter südlich, beide niedrig genug gehalten um aus größerer Entfernung kaum aufzufallen und gleichzeitig eindeutig auf die LZ ausgerichtet. Damit war zumindest dieser Teil geklärt. Ob die beiden ihre genaue Position kannten ließ sich nicht erkennen, wahrscheinlich nicht, sonst hätten sie kaum auf den Transport gewartet, nur würden sie von diesem Moment an nicht mehr viele Möglichkeiten haben etwas anderes zu tun als jeden Zugang zur Fläche zu beobachten, womit Raye selbst ebenfalls keine große Auswahl blieb. Sie konnte versuchen sie von hier aus zu binden und damit gleichzeitig ihre eigene Stellung verraten, einen weiteren Bogen um die LZ laufen und darauf hoffen, dass der Transport lange genug wartete oder genau das ausnutzen, was innerhalb der nächsten Sekunden ohnehin passieren würde, sobald mehrere Tonnen Repulsorlifttechnik dicht über einer verschneiten Fläche zu schweben begannen.

Der Transporter kam tief aus Norden herein, kaum mehr als eine dunkle Form hinter dem Schneetreiben, die schnell größer wurde und kurz vor der LZ Geschwindigkeit herausnahm, während das Geräusch seiner Triebwerke jedes andere Geräusch im Tal verschluckte. Bereits bevor das Fahrwerk vollständig ausgefahren war, begannen die Repulsoren den losen Schnee unter der Maschine nach außen zu drücken und verwandelten den bislang halbwegs offenen Bereich innerhalb weniger Sekunden in ein unruhiges Gemisch aus Weiß, Schatten und den immer wieder nur für Augenblicke sichtbaren Positionslichtern des Transporters. Raye wartete bis die Maschine beinahe vollständig hinter dieser eigenen Schneewolke verschwunden war, berührte den Verbindungsmann kurz an der Schulter und setzte sich mit ihm in Bewegung, zunächst geduckt entlang der Mulde und erst dort schneller, wo die letzten Meter aus der Deckung hinausführten.

Die Sicht verschlechterte sich beinahe augenblicklich auf wenige Dutzend Meter, der aufgewirbelte Schnee schlug gegen Schutzbrille und Kleidung und machte die Orientierung schwieriger als Raye erwartet hatte, wobei ihr Navigationsgeber und das dumpfe Geräusch der Maschine ausreichten um die Richtung zu halten. Sie ließ den Verbindungsmann leicht vor sich laufen, nicht weil sie ihn aus der Verantwortung geben wollte, sondern weil dessen Aufgabe von diesem Moment an ausschließlich darin bestand die geöffnete Rampe zu erreichen, während sie selbst wenigstens noch die Möglichkeit behalten musste hinter ihnen zu reagieren. Die ersten hundert Meter geschah nichts und für einen kurzen Moment bestand die gesamte Welt nur aus dem dunklen Rücken ihres Begleiters, dem Schnee und dem pulsierenden Dröhnen des Transporters, bevor rechts von ihnen ein roter Trainingsbolzen durch das Weiß schnitt und so weit vor ihnen im Boden verschwand, dass Raye nicht einmal sicher sagen konnte ob er auf sie gezielt gewesen war oder lediglich den Zugang sperren sollte.

Der zweite kam näher und genügte, um sie beide auseinanderzuziehen. Der Verbindungsmann hielt weiter auf die Maschine zu, während Raye mehrere Meter nach links auswich und sich hinter eine flache Erhebung fallen ließ, deren Nutzen als Deckung kaum über die Tatsache hinausging, dass sie ihren Körper wenigstens teilweise unter die direkte Sichtlinie brachte. Durch den Schnee war die vermutete östliche Position nicht mehr auszumachen, dafür verriet der dritte Schuss ungefähr den Winkel und Raye setzte zwei eigene Bolzen in diesen Bereich, ohne ernsthaft darauf zu hoffen unter den Bedingungen jemanden sauber zu treffen; es reichte, wenn die Gegenseite für einige Sekunden nicht ungestört arbeiten konnte. Ihr Verbindungsmann war inzwischen fast im Weiß verschwunden, tauchte kurz darauf wieder einige Meter weiter vorn auf und erreichte den Rand des heruntergelassenen Rampenbereichs, wo zwei dunkel gepanzerte Gestalten des Sturmtruppenkorps hinter der seitlichen Abdeckung des Transporters Position bezogen hatten und ihn die letzten Schritte einwiesen.

Raye blieb noch einige Sekunden länger wo sie war, weniger aus irgendeinem Bedürfnis den Rückzug besonders heldenhaft abzusichern als weil sie kaum sinnvoll gleichzeitig über die freie Fläche laufen und beobachten konnte ob sich einer ihrer Verfolger weit genug aus der Deckung wagte um den letzten Weg zum Transport unter Feuer zu nehmen. Tatsächlich erschien für einen Augenblick eine dunkle Silhouette innerhalb der Schneewolke, deutlich näher als die ursprüngliche Position am östlichen Hang und wahrscheinlich einer der beiden Teilnehmer, der die Landung genutzt hatte um ebenfalls Boden gutzumachen, wobei Raye fast gleichzeitig den Blaster anhob und mehrere Trainingsbolzen in dessen Richtung schickte. Die Gestalt verschwand wieder, ohne dass sich erkennen ließ ob sie getroffen worden war oder lediglich Deckung genommen hatte und Raye nutzte die entstandenen Sekunden, drückte sich aus dem Schnee hoch und setzte die letzten Meter zum Transporter fort, während irgendwo hinter ihr erneut Feuer durch die Verwirbelungen schnitt und wenigstens ein Bolzen nah genug am Boden einschlug, dass sie das aufspritzende Material seitlich an ihrer Hose spürte.

An der Rampe war der Verbindungsmann bereits im Inneren verschwunden und einer der beiden Sturmkommandosoldaten griff nach Rayes Unterarm, sobald sie in Reichweite kam, zog sie die letzte Stufe gegen ihren eigenen Schwung nach oben und ließ erst wieder los, als sie hinter der seitlichen Panzerung stand. Raye drehte sich trotzdem noch einmal zur offenen Rampe, den Blaster weiter in der Hand und den Blick auf das kaum mehr erkennbare Gelände gerichtet, während die beiden Sicherungskräfte draußen ihre Stellungen hielten und der Transporter bereits wieder Leistung auf die Repulsoren gab. Eine weitere Bewegung blieb aus, oder ging schlicht in dem vollständig aufgewühlten Schnee unter, bis einer der Soldaten rückwärts die Rampe hinaufkam, der zweite unmittelbar folgte und sich die schwere Luke hinter ihnen schloss.

Das Geräusch des Windes verschwand damit beinahe vollständig und wurde durch das dumpfe Dröhnen der Maschine ersetzt, während Raye erst jetzt bemerkte wie laut ihr eigener Atem innerhalb der Schutzkleidung geworden war. Einer der Soldaten überprüfte die Kennung des Verbindungsmannes, der andere Rayes, verglich beides mit den Angaben auf seinem Unterarmdisplay und bestätigte den erfolgreichen Eingang in den Extraktionsbereich, ohne dass sich an seinem Verhalten irgendetwas änderte nur weil außerhalb dieser Panzerung niemand mehr mit Übungsmunition auf sie schießen würde. Wenige Sekunden später hob der Transporter ab und die Anzeige auf Rayes eigenem Gerät wechselte von der laufenden Missionszeit auf den Abschlussstatus, womit ein Vorgang endete, der irgendwann am frühen Morgen mit einem Bild, einer Kennung und einem groben Operationsgebiet begonnen hatte und sie über Stunden durch einen beträchtlichen Teil der verschneiten Übungsflächen Borosks geführt hatte.

Sie setzte sich auf die freie Bank gegenüber ihrem Verbindungsmann, legte den Trainingsblaster neben das Bein und zog zunächst nur die Schutzbrille vom Gesicht, weil die Finger für die Verschlüsse der restlichen Ausrüstung noch nicht wieder zuverlässig genug funktionierten. Das Innere des Transporters war keineswegs besonders warm, fühlte sich nach den vergangenen Stunden jedoch fast unangenehm beheizt an und ließ die Haut an Wangen und Händen langsam wieder zu brennen beginnen, während die Anspannung in ihren Beinen der schlichten Erschöpfung Platz machte und sie zum ersten Mal bemerkte wie viele kleinere Stellen an Knien, Unterarmen und Hüfte von Fels, Eis und wiederholtem Fallen in Deckung schmerzten. Ihr Verbindungsmann saß ihr gegenüber, ebenfalls noch vollständig in seiner Rolle, auch wenn es mittlerweile keinen besonderen Grund mehr gab die gespielte Erschöpfung aufrechtzuerhalten und Raye erwischte sich dabei wie sie trotzdem noch einmal überlegte ob die beiden Männer an der LZ dieselben gewesen waren die sie zuvor hinter sich gesehen hatte, wie schnell die Relaisstation ihr Verschwinden bemerkt hatte und welcher der Umwege ihnen am Ende tatsächlich die entscheidende Zeit verschafft hatte, bevor sie den Gedanken mit einiger Mühe wieder fallen ließ. Die Aufzeichnungen des ZENTRUMs würden dafür vermutlich mehr als genügend Antworten liefern und wenn die vergangenen vier Wochen ihr irgendetwas eingebläut hatten, dann wenigstens, dass nicht jede offene Frage von ihr persönlich beantwortet werden musste.

Der Transporter gewann weiter Höhe und nahm Kurs zurück auf die eigentliche Anlage des ZENTRUMs, während draußen hinter den kleinen Sichtfenstern die Felszüge und weißen Ebenen ineinander übergingen und irgendwo unter ihnen die anderen Fortbildungsteilnehmer ihren jeweiligen Übungsabschnitt beendeten. Raye lehnte den Hinterkopf gegen die kalte Innenverkleidung, schloss für einige Augenblicke die Augen und ließ die Hände zwischen den Knien hängen, bis das Zittern langsam nachließ und wieder genügend Gefühl in die Finger zurückkehrte, um wenigstens die Verschlüsse ihrer Handschuhe zu öffnen. Die eigentliche Auswertung, die Aufnahmen der Beobachter und wahrscheinlich eine ausgesprochen genaue Aufstellung jeder Stelle an der ihre Entscheidungen besser oder schlechter hätten ausfallen können warteten im ZENTRUM bereits auf sie; für die wenigen Minuten bis zur Landung bestand ihre einzige Aufgabe jedoch tatsächlich nur noch darin sitzen zu bleiben, wieder warm zu werden und sich damit abzufinden, dass sie diesen verdammten Schnee spätestens bei der nächsten Ausbildungsphase vermutlich erneut zu Gesicht bekommen würde.


[Imperiale Kronsektoren / Borosk-System / Borosk / Operator-Trainingseinrichtung des Imperialen Geheimdienstes „ZENTRUM“ / Rücktransport] Agent Raye Ellis, Verbindungsmann und Ausbildungspersonal
 
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