Coruscant

[Coruscant, Raumhafen] - mit Tari Haako und NSCs

Der junge Tari konnte seinen Mund kaum schließen und seine Augen nicht abwenden von dem Anblick, der sich ihm gerade bot. Coruscant. Die Giga-City der Galaxis. Er wusste aus den Nachrichten und intergalaktischem Allgemeinwissen, dass dieses Zentrum der Galaxis ein Stadtplanet war.
Ein Zeichen für technologische Meisterhaftigkeit. Es war beeindruckend und auch ehrfurchtsgebietend.
Aber der Neimoidianer konnte nicht anders als eine tiefe innere Abscheu gegenüber diesem Planeten zu empfinden. In späteren Jahren, in denen er weiser und gelehrter werden würde, könnte er auch exakt benennen, was ihn so verstörte - nämlich dass alles an diesem Planeten künstlich war. Das Wetter. Die Tageszeiten. Die Stadtplanung. Der Flugverkehr. Nichts konnte mehr natürlich sein, da der Planet eigentlich hyper-überbevölkert war. Einzig durch Technologien wie Wetterkontrolle, synthetische Essensherstellung sowie Import konnte der Planet seine Einwohner versorgen.
Und des Weiteren kam hinzu, dass hier auch so viel Armut und Elend auf einem Haufen war, wie sonst nirgends in der Galaxis. Klar, waren die oberen Ebenen von den Superreichen bis hin zu den Wohlverdienenden sicher und wunderschön gestaltet. Aber die unteren und untersten Stadtlevel Coruscants - das Äquivalent zur Suburbia in Tarko-se - waren von einer Anzahl an Wesen bevölkert, die die Einwohnerzahl mancher Monde und Planeten übertraf. Und dort gedieh das Leid, der Neid und die organisierte Kriminalität wunderbar. Was zu zahlreichen gesellschaftlichen Spannungen, aber eben auch zu einem Ringen in der Macht führte.

All das war
Tari unterbewusst klar und spürbar, nur konnte er es zu diesem Zeitpunkt weder einordnen noch reflektieren. Und so hatte er Unbehagen und Abscheu in sich, während er dennoch voller Staunen die Kilometer hohen Wolkenkratzer und den bis ins kleinste Detail gesteuerten Luftverkehr betrachtete. Was eine Ingenieurs- und Rechenleistung!
In seinem Staunen und seinen widerstreitenden Gefühlen ging an dem Neimoidianer die Sicherheitsprüfung wie in Trance vorbei. Er war einer von Hunderten Neuankömmlingen. Er wurde nach Waffen und Spionagegeräten abgesucht; aber seine einzige Waffe, die er dabei hatte, war sein Geschick im Kampfsport. Dann wurde seine ID überprüft und er musste noch kurz einen Fragebogen ausfüllen.
Alles verlief reibungslos und der togrutanische Sicherheitsbeamte wünschte ihm einen angenehmen Aufenthalt auf Coruscant.

Danach suchte sich der Wunsch-Jedi den Weg zur Touristen-Information. Und musste sich mehrmals entschuldigen, da er - immer wieder abgelenkt von den Massen an Personen und den Ausmaßen der Stadt - in Personengruppen reinrannte. Sein Glück war, dass er ob seiner Statur und Höflichkeit wegen deswegen nicht in Bedrängnis kam.
Bei der Information angekommen fragte er den dortigen Protokolldroiden - eine golden und rot gefärbte Einheit mit weiblich modularisierter Stimme - wie er denn zum Jedi-Tempel kommen könnte.

"Der Jedi-Tempel ist der Sitz des Jedi-Ordens und damit Zentrum von Weisheit, Gelehrsamkeit und den Werten der Jedi", begann der Droide fröhlich, "Jede der offiziellen Bürgerlinien, die auf 01 enden, hat dort im zivilen und Touristen-Bereich Halt. Zu jeder geraden Stunde eines Coruscants-Tags werden Führungen in den öffentlich zugänglichen Bereichen des Tempels angeboten. Manchmal sogar unter Beteiligung und Führung durch echte Jedi."

Tari hörte sich die weiteren Ausführungen über die genauen Preise sowie weitere "absolute Empfehlungen" des Droidens an. Danach nickte er und warf einen seiner letzten Credits in die Spendenbox des Droidens, da der öffentliche Verkehr in Coruscant über die Einreisegebühr und Steuern finanziert wurde und er sich kein Ticket für die Haupt-Touriroute besorgen musste.
"Danke, C23. Einen schönen Tag noch", verabschiedete sich der Neimoidianer und musste schmunzeln, da er noch im Weggehen die überschwängliche Dankbarkeit des Droidens hörte.

Zwei Standard-Stunden später kam
Tari bei dem Jedi-Tempel an. Und staunte wieder einmal. Wo ihn schon der Rest Coruscants beeindruckt hatte, wurde dies durch den Jedi-Tempel noch einmal gesteigert. Zwar wurde er hier und dort noch restauriert - aber er stach aus der Funktionalität und dem klassischen Stil der meisten Wolkenkratzer heraus. Ehrfurcht ergriff Tari durch die sakralen Formen, Statuen und Türmen des Tempels. Und anders als bei dem Rest von dem Stadtplaneten wurde sein Inneres von einem warmen Gefühl der Vorfreude und des Friedens erfasst. Etwas Gutes lockte ihn.
Er schloss sich zunächst einige Zeit einer Touristengruppe an, die wild Holoaufnahmen schießend so viel von der äußeren Struktur des Tempels wie möglich sehen wollte. Er bewunderte den Bau und erfreute sich immer, wenn er Wesen in den schlichten und dafür umso bekannteren braunen Roben des Jedi-Ordens sah.


Tari war noch nie einem Jedi persönlich begegnet. Aber das, was er über sie - auch durch seinen Vater - gehört hatte, ließ sie ihm direkt sympathisch sein. Da sind sie also. Die bescheidenen Wächter von Weisheit und Gerechtigkeit, dachte er bei sich jedes Mal, wenn er einen von ihnen sah. Und sie waren so unterschiedlich in Alter und Spezies.
"Hoffentlich werde ich bald Teil von ihnen sein", dachte er.

Und schließlich konnte er seinen Tatendrang nicht mehr unterdrücken und er reihte sich in eine Reihe ein, die ein Schild in den meisten gängigen Hauptsprachen der Galaxis als Ort auszeichnete, wo Anliegen an den Orden herangetragen werden konnten. Nach einer Weile, die
Tari wie eine Ewigkeit vorkam, war er schließlich an der Reihe.
Er wurde von einem Bith in Jedi-Roben angesprochen:
"Hallo, neimoidianischer Freund. Ich bin Jedi-Ritter Omar Ztin. Was kann ich für Sie tun?"

Tari musste schlucken. So nervös wie gerade war er schon lange nicht mehr gewesen. Und er konnte nicht einmal sicher sagen, warum.
Er verbeugte sich ehrfürchtig und sprach dann zu
Ztin, ohne ihm in die Augen zu schauen:
"Meister Jedi, ich fühle mich geehrt. Ich bin hier, weil... Ja, ich denke, äh... ich möchte ein Jedi werden."
Der Jedi-Ritter schenkte ihm ein warmes Lächeln. "Hmm. Ja, das wollen einige. Aber nur wenigen ist dieses Geschenk der Macht vergönnt - und es zieht Verantwortung mit sich. Wurdest du denn schon auf deine Machtsensitivität getestet?"
"Ja... also nein. Was ist denn diese Machtsensititiät?"
"Machtsensitivität, mein Freund. Die Fähigkeit, die Macht zu nutzen, hängt an verschiedenen Faktoren, die man überprüfen und messen kann. Hattest du schon eine solche Untersuchung?"
"Achso. Nein so etwas hatte ich noch nicht... aber ich habe die Macht schon einmal eingesetzt!"
"Na, wenn das so ist, dann sollte die Untersuchung ja kein Problem für dich sein", sagte der Jedi freundlich und griff ihm an den Arm, um ihn ins Innere des Tempels zu führen. "Dann bringe ich dich mal in eines unserer Gästezimmer. Von dort wirst du dann abgeholt und die entsprechenden Tests ablegen", erklärte Ztin ihm weiter.

Das Innere des Tempels war auch schlicht gehalten, wenn man von den Statuen und hin und wieder Wandbildern absah. Schlicht, aber ehrwürdig. Während die beiden nebeneinander hergingen, fiel
Taris Blick auf das Laserschwert seines Gastgebers.
"Entschuldigung. Haben Sie das Laserschwert schon einmal eingesetzt?", fragte er neugierig.
Der Bith stieß einen Laut aus, den der Neimoidianer als Lachen interpretierte.

"Ja. Schon etliche Male. Viele anstrengende Trainingseinheiten, bei ein Paar wenigen Zeremonien... und leider auch schon ein Paar Mal, um Gewalt Einhalt zu gebieten."

Taris Augen wurden groß. "Wow. Dann sind Sie sicher ein Held. Ich freue mich schon auf mein erstes Laserschwert."
Wieder dieses Geräusch eines Lachens, aber etwas abrupter. "Immer langsam, mein Freund. Es ist noch kein Jedi-Meister vom Himmel gefallen. Wir gehen einen Schritt nach dem anderen. Und Ihr nächster ist... nun erstmal in dieses Gästezimmer."
Lautlos öffnete sich die Tür und Tari trat in ein kleines schmales Zimmer, ausgestattet mit einem Standardbett und einem höhenverstellbaren Schreibtisch, sowie einem Teppich.
Der Neimoidianer bedankte sich aufrichtig und aufgeregt. Er war in dem Jedi-Tempel und die Jedis würden schauen, ob er einer von ihnen werden könnte! Doch was ist nur diese Überprüfung, die nun auf ihn wartete?


[Coruscant, Jedi-Tempel, eines der Gästezimmer] - mit Tari Haako und NSCs
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Flure, mit Ian und Brianna

Armer Alexander. Er würde gleich nichtsahnend einer furiosen Brianna gegenüberstehen. Sicher kannte er sie; ein so gewissenhafter Assistent wie er konnte vermutlich besser als sie selbst alle möglichen bekannten Fakten zur Echani aufzählen. Aber jemanden kennen und jemanden überleben war etwas völlig anderes. Und wenn Brianna in dieser Stimmung war, dann konnte sie kaum etwas aufhalten. Ahna hatte es gekonnt... Aber Alexander war definitiv keine Ahna.
Eowyn seufzte leicht.
Armer Alexander, murmelte sie und zuckte dann hilflos mit den Schultern, da Brianna schon längst weg war, ohne die Chance, ihr mehr zu erklären oder auf ihre Bitte einzugehen. Sie hatte sie 'oberste Schatten' genannt und schien davon auszugehen, dass Eowyn sich diesen Titel erkämpfen würde. Aber nur, weil Ahna das gewollt hatte, lief es am Ende nicht darauf hinaus. Natürlich, Alexander war keine gute Wahl, aber das wusste sicher auch der Rat. Man musste ihm aber zugute halten, dass er den Laden wohl am Laufen gehalten hatte, während Ahna weggewesen war. Lange aber sollte dieser Schwebezustand lieber nicht mehr anhalten. Brianna hatte nicht Unrecht... wer wusste schon, was für Fehler passieren würden, wenn es weiter so lief? Bestimmt arbeitete Alexander aktuell viel mit den Ermittlern und Wächtern zusammen, aber die Abteilungen sollten sich auf Dauer nicht vermischen. Das würde nicht funktionieren.
Ob sie die Bitte der Echani weiterleiten sollte, oder konnte? Eowyn wusste es nicht. Wenn sie das tat, würde automatisch wieder auf den Tisch kommen,
wer die Leitung der Schatten zukünftig übernehmen sollte. Und wie sie dazu stand... das wusste Eowyn aktuell nicht. Ohne Ahnas Auftrag, oder besser, Befehl, hätte sie es niemals in Betracht gezogen. So aber... Ein weiteres Seufzen, dann schwebte sie neben Ian weiter.

Vor dem Ratssaal brauchte Eowyn einen Moment, um sich zu sammeln, sich wohl dessen bewusst, dass jede Person
im Saal schon längst wusste, dass sie vor der Tür war. Als sie schließlich den Saal in Augenschein nehmen konnte, war das erste, was sie sah, der fantastische Ausblick. Sie hatte ganz vergessen, wie außergewöhnlich der Blick von hier oben war, durch die Rundumsicht und die größere Höhe noch viel extremer als in ihrem Lieblings-Meditationsraum. Die Sonne schien (wie seltsam, an einem Tag der Trauer) und tauchte den Raum in ein angenehmes Licht. Für einen Moment blieb Eowyn stehen und saugte die Atmosphäre mit einem tiefen Atemzug in sich auf. Das hier... das war... beinahe Frieden. Für einen Moment konnte sie vergessen, was sie belastete; all die furchtbaren Dinge, all die Gedanken, all die Sorgen und Probleme. Zumindest rückte alles weit in den Hintergrund, wenn man hier oben stand und sah, wie die Galaxis sich weiterdrehte...
Dann aber riss sie sich zusammen und der Moment war verschwunden. Wes bat sie in den Raum, und Eowyn bemerkte, dass dieser nicht leer war. Außer Wes sah sie Murrrar, Eleonore und Rornan sowie Joseline und Satrek – das waren eine Menge Leute, eigentlich fast alle, die sich aktuell noch im Orden befanden, überschlug Eowyn kurz. Also wohl keine Kleinigkeit, die Wes mit ihr besprechen wollte und damit irgendwie ihre erste richtige Ratssitzung. Das war... überraschend. Und der Rat, jetzt wo sie darüber nachdachte, leider ziemlich dezimiert. Wo jetzt auch noch Ahna fehlte... Anstatt sich auf einen der Plätze im Kreis zu begeben, um den Halbkreis der Räte zu komplettieren, bewegte sich ihr Stuhl ohne, dass sie es plante, in die Mitte des Kreises. Sie drehte sich nach Ian um, der wohl dafür verantwortlich war, und runzelte die Stirn. Was war
das jetzt? Aber bevor sie ihn fragen konnte, begann Wes schon, mit ihr zu reden. Mit ihr. Explizit mit ihr. Nicht mit allen. Was... war hier los? Sie sah sich kurz um und in die Gesichter der anderen, um die Stimmung abzuschätzen. Hatte sie einen Fehler gemacht? Gab es Probleme mit dem Senat? Mit dem Kanzler? Brodelte es in der Bevölkerung mehr, als sie wusste? Nervös begann ihr Herz heftig zu klopfen, ohne, dass sie es in den Griff bekam. Wes dankte ihr für ihr Gespräch kürzlich, das klang erst mal neutral, und dann sprach er - hoffentlich! - das Thema an. Ihr Status. Ihr Rang. Erleichtert atmete sie auf. Was für Probleme es auch immer gab, sie konnten so gelöst werden. Vielleicht nahm er ihr Angebot an und degradier... – oder auch nicht? Ja, sie hatte sich bereit erklärt, es zu versuchen...

Jetzt verstand Eowyn überhaupt nichts mehr und beschloss, einfach
zuzuhören und abzuwarten, was Wes zu sagen hatte, was auch dazu führte, dass ihr verrücktgewordenes Herz sich beruhigte. Er holte aus. Eine Beförderung, die sich nicht echt anfühlte. Eowyn musste schlucken. Das alles mit Wes zu besprechen war das eine, es vor all den anderen offenzulegen fühlte sich seltsam an. Obwohl Eowyn wusste, dass sie ohnehin alle Bescheid wussten... Und dann entschuldigte er sich bei ihr. Bei ihr. Im Namen des Rates. Das war... Tief in sich drin, das merkte Eowyn jetzt urplötzlich, hatte sie sich so etwas gewünscht. Sie hatte sich gewünscht, dass man einsehen würde, dass alles seltsam verlaufen war, besonders die Besprechung nach Bastion, auch, wenn sie begriffen hatte, dass einiges auf Missverständnissen beruhte sowie auf ihrer angespannten Lage im Vorfeld der Mission. Dass Wes nun diese Entschuldigung aussprach, nahm eine Last von ihr, von der Eowyn nicht geahnt hatte, dass sie überhaupt existierte, und sie atmete tief durch.
Wes fuhr nun fort, indem er ihre Fähigkeiten betonte und auch diese unselige Ratsbeförderung vor laufenden Kameras ansprach. Er redete über Dinge, die sie sich damals gewünscht hätte, vor Bastion, anstatt ihr einfach vor die Nase zu stellen, dass sie nun befördert werden würde, weil es so gut passte. Jetzt fielen all diese Worte. Die Wertschätzung, die Begründungen, und Eowyn wusste genau – in einer anderen Lage, in einem anderen Gemütszustand, würde sie nun gegen die Tränen kämpfen. Aber diese Frau war sie nicht mehr, Bastion hatte sie ausgelöscht. Also saß sie hier, in diesem Stuhl, und hörte sich an, worauf alles hinauslief: ihre richtige Beförderung nachzuholen.

Ihr Herz begann, wieder ein wenig schneller zu klopfen. Damit hatte sie nicht gerechnet, als sie mit Ian hierhergekommen war. Mit irgendeiner Besprechung, mit irgendwelchen Einzelheiten, die sie noch klären mussten, vielleicht Dinge wegen der Trauerfeier oder der Ordensverleihung. Aber damit? Nein, in keiner ihrer Überlegungen war eine solche Sache aufgetaucht. Und das seltsame, das völlig verrückte, das absolut außergewöhnliche war... das es sich eigenartig
richtig anfühlte.
Da war keine Sperre, keine Blockade, nichts in ihr, das schrie, dass sie verschwinden sollte, dass sie diesen Job nicht wollte und Wes sich diese Sache an den nicht vorhandenen Hut stecken konnte. Ja, sie war nervös, und ja, sie war unsicher, und noch einmal ja, sie konnte sich nicht vorstellen, diese Aufgabe irgendwann
gerne auszuüben, aber dennoch war da gleichzeitig eine gewisse Ruhe und eine ungewöhnliche Sicherheit. Ob es an Wes' Ansprache lag? An dem, wie sie selbst sich verändert hatte? Der Atmosphäre des Ratssaals - oder an dem Gefühl, dass sie sich Ahna durch die Anwesenheit ihrer ehemaligen Kolleginnen und Kollegen näher fühlte als jemals seit ihrem Tod und ihr das diese Gelassenheit vermittelte? Eowyn wusste es nicht, und vielleicht war es auch alles zusammen. Am Ende war es auch egal. Klar war... dass es ab heute keinen Weg zurück mehr gab. Sie würde nun zu diesem Gremium gehören, mit allem, was dazu gehörte, und sie würde lernen müssen, das alles anzunehmen.

Ich danke dir, Wes, sagte sie schließlich nach einer kleinen Pause und blickte dann zu allen anderen. Ich danke euch allen. Dass ihr hier seid. Ich weiß, ihr habt alle genug zu tun. Das bedeutet mir viel. Vor allem angesichts des Krieges und der angespannten Lage zum Kanzleramt.
War es das schon gewesen? Wes hatte davon geredet, die Beförderung nachzuholen. War diese Ansprache die Beförderung gewesen? Oder... kam da noch etwas... offizielleres? Eowyn hatte keinen blassen Schimmer, wie eine solche Ratsbeförderung ablief. Bei anderen Rängen fielen irgendwann die magischen Worte, aber hier, und vor allem in dieser seltsamen Situation, in der sie doch eigentlich schon Rätin
war und eine erneute Beförderung eigentlich ohnehin unnötig sein sollte? Hatte es so etwas schon einmal gegeben? Sie wünschte sich kurz, sie könnte jetzt stehen. Zwar saßen alle anderen, aber Eowyn hatte das dringende Gefühl, dass sie selbst eigentlich in eine aufrechte Position gehörte. Das aber konnte sie nicht ändern.

Ich weiß, dass ich nicht perfekt bin, und ich denke, das wisst ihr alle auch, fuhr sie fort, mit einem winzigen, entschuldigenden Lächeln. Aber ich werde alles geben, was ich kann, und mich anstrengen, besser zu werden. Ihre Stimme war ruhig und fest, aber ihr gingen die Worte aus. Was sagte man in einer solchen Situation? Worte, ein größerer Feind für sie als die Sith.
Und Ian... sie warf ihm einen kurzen Blick zu. Hatte er das alles hier gewusst? Immerhin hatte er sie in die Mitte des Saales bugsiert...


Coruscant - Jedi-Tempel - Ratssaal, mit Ian und Wes sowie Murrrar, Eleonore und Rornan; Satrek und Joseline per Holo (NPCs)
 
[Coruscant / Jedi Tempel / Krankenstation / Krankenzimmer] mit Elise und Riuen

In Q’Tahems Hinterkopf geisterten noch immer die Worte von Brianna nach, ob Elise irgendwelche Symptome zeigte, die auf eine Formwandlung deuten würde.
Während er so an der Tür stand und auf Einlass wartete, überlegte er, wie er Elise helfen konnte.
Sein Blick fiel kurzzeitig an ihm hinab: Abgemagert und schwach. Das würde ihn wohl am besten beschreiben. Seine Tentakelprothese war zwar das Merkmal an ihm, was ihn wohl noch Jahre an Bastion und die Sith erinnern würde, aber momentan war seine Statur das auffälligste.
Ein sanftes Herein ließ ihn aufhorchen und brachte ihn zurück aus seiner Gedankenwelt.

Im Krankenzimmer starrten sich für einige Momente zwei Geschwächte an. Beide brauchten etwas, um die Person vor sich mental mit jener zu vergleichen, die man von Thearterra noch kannte. Als sie seinen Namen sagte, erschien ein schwaches Lächeln auf seinem Gesicht und er nickte. Ihm entging nicht, wie sie Riuen einen kurzen Blick schenkte: „Der sieht ja nicht besser aus, als ich!”. Oder etwas Ähnliches musste sie gedacht haben.
Seine Frage, wie schlimm es war tat sie halb ab und winkte mit ihrer Hand. Es wäre nicht ihre beste Idee gewesen, mal ein Ghoul gewesen zu sein.


Du hast also Anzeichen von Formwandeln gehabt…?

, brach es dann aus ihm heraus.
Sie kämpfte ständig damit, die Kontrolle über diesen Ghoul in ihr zu behalten.


Das klingt schrecklich… Vor allem schrecklich anstrengend.

, meinte er und wollte ihr kurz eine Hand auf ihre legen. Er zögerte für einen Moment, hatte er sie ja schon lange nicht mehr gesehen, doch dann legte er seine Hand doch auf ihre. Etwas Wärme und Kraft schickte er damit über die Macht an sie. Er war vielleicht körperlich nicht mehr komplett fit, aber seine Machtkapazitäten hatten sich mittlerweile wieder ganz gut gefüllt.

Sie erzählte ihm, dass es ihr Plan war, nach Thearterra zurückzukehren, um herauszufinden, was sie erwischt hatte und ob es dort eine Möglichkeit für ein Gegenmittel gab.

Q’Tahem runzelte die Stirn.


Ich weiß ich hab gut Reden und sollte lieber die Klappe halten, aber…, das ist nicht nur ein Egotrip, … das ist ein Selbstmordkommando.

Ihrem Angebot folgte er gerne und nahm auf dem Stuhl in der Nähe von Elises Bett Platz. Als er näher trat, winkte Elise ihn kurz zu sich und schenkte ihm eine feste Umarmung. So fest, wie es in ihren Zuständen eben so ging.

Ebenso… Es ist viel zu lange her… Und wie ich sehe sind wir beide durch die Hölle gegangen…

Das waren Sith, oder?


Die Worte waren ganz neutral gesprochen und doch trafen sie ihn wie Faustschläge. Es war der erste Satz, die erste Frage, die der blauhäutige Mann, der besorgt neben dem Bett seiner Meisterin oder einfach nur Freundin stand. Er richtete seinen Blick hin zu dem Chiss. Seine Haltung hatte sich etwas geändert, im Vergleich zu dem Moment als der Nautolaner in das Zimmer eingetreten war.

Was hat mich verraten?

, meinte er und hätte gerne so unbeschwert geklungen, wie Elise es bei ihrer Erzählung getan hatte. Doch das tat er nicht. Er klang erschöpft. Und er klang als würde er die Wut auf die Sith und die Verwirrung, die er gerade gegenüber des Ordens spürte, herunter schlucken.
Er richtete seinen Blick wieder zu Elise und wechselte während seiner Erzählung immer zwischen den beiden.


Kestrel, Sane und ich wurden auf Ziost von Graf Sturn und Kira durch Zoey in eine Falle gelockt. Wir sind gewissermaßen… wissentlich hineingetappt. Die Zeichen, dass Zoey uns verraten hatte, wären da gewesen.

, er pausierte kurz und atmete einige Male tief durch.

Und ab da…

Ihm brach die Stimme weg und er schluckte einige Male.

Aber genug von mir…

Er fasste sich beiläufig an die Tentakelprothese und schüttelte unbewusst den Kopf.

Brianna meinte, dass es schwer werden würde, ein Gegenmittel für einen Virus herzustellen… Wisst ihr denn, woher es kam? Was genau auf Thearterra passiert ist? Wir wurden damals getrennt…

Q’Tahem runzelte nachdenklich die Stirn. Die Verbindung zwischen dem Virus und der Macht ließ ihn nicht los.

Spürst du das Virus, den Ghoul, das… Wasauchinmer in der Macht? Spürst du, wann es die Kontrolle übernehmen möchte?

Er zögerte kurz, bevor er die nächste Frage stellte.

Haben die Heilerinnen und Heiler hier überhaupt eine Möglichkeit gefunden, die Symptome zurückzudrängen?

Fragend sah er von Elise und Riuen hin und her

[Coruscant / Jedi Tempel / Krankenstation / Krankenzimmer] mit Elise und Riuen
 
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