Coruscant

[Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum] Anakin Solo

Weniger intensive und langsamer werdende Bewegungsabläufe kündigten das Ende der Übung an, sodass Levice sich nicht aus der begleitenden Meditation gerissen fühlte. Nun, da sie die Augen wieder geöffnet hatte und stehen blieb, bemerkte sie die durch die eingeflochtenen Variationen hervorgerufene Anstrengung in ihren Beinen. Kurz in sich hineinspürend stellte sie fest, dass sie sich gut fühlte. Enthusiastisch. Zu viel Zeit war vergangen, seit sie ihren Gliedern zuletzt Übungen wie diese abverlangt hatte. Beide Hände am Griff des Trainingsschwertes streckte sie ihren ganzen Körper kurz mit nach oben gerichteten Armen.

»Gut.«, erwiderte sie automatisch auf seine Frage und stellte dann fest, dass die Antwort wenn nicht falsch, dann zumindest unvollständig war.
»Aufschlussreich. Das letzte Mal konnte ich mich so von der Macht leiten lassen, als ich nach meinem Lichtschwertkristall gesucht habe..« Es war nicht abzustreiten, dass sie sich nicht verlor, wenn sie sich auf etwas - oder jemand - anderes außer sich selbst konzentrieren konnte. »Und es macht Spaß.«, fügte sie mit einem vorsichtigen Schulterzucken hinzu, immerhin stand die Freude an dem, was ein Jedi tat, selten im Vordergrund und Spaß befand sich am Ende ihrer kurzen Aufzählung im Zweifel an der richtigen Position.

Anakins Gedanke an einen Trainingskampf gewann sie ohne weiteres für sich und seine eigene Begeisterung tat ihr übriges.
Auf seinen Hinweis hin nickte sie jedoch ernst.
»Danke, Meister. Ich bin mir wirklich auch nicht ganz sicher, ob diese neue Konstruktion tatsächlich halten wird..« Ein zweifelnder Blick in Richtung des modifizierten Schwertgriffs unterstrich ihre Worte, während in ihrer Machtsignatur das gesamte Ausmaß ihres inneren Vergnügens deutlich zu erkennen war.

Einem Gegner ihres Lernstandes hätte sie in scherzhafter Drohung geraten, stattdessen besser darauf achtzugeben, dass er nicht selbst verletzt wurde. In diesem Fall musste sie allerdings fraglos passen.
Ihr Meister stand ihr unverändert frontal gegenüber, das deaktivierte Lichtschwert locker in einer der bequem neben dem Körper gehaltenen Hände, weit offen für jeden Angriff. Vor jedem Schlag, den sie erdenken konnte, wurde sie jedoch unverzüglich von ihrer aus der vorherigen Übung verbliebenen Machtverbindung latent gewarnt.
'Oh Macht..', daran würde sie sich gewöhnen müssen.

»Das -« sie deutete mit dem Griff des Trainingslichtschwertes in seine Richtung, »ist nicht fair.« Ein schiefes Grinsen begleitete die Anmerkung. Aber das Leben, häufig das eines Padawan, war nur selten fair und dass ihr Meister schließlich noch gar nichts getan hatte, waren Antworten, die Levice sich lieber direkt selbst gab. Da ihre Mitteilung nun gemacht war, gab es nichts weiter, was sie mit Worten hätte festhalten können, sodass sie auf eine kurze Verbeugung hin erneut das Trainingslichtschwert aktivierte.
Sie war hin und hergerissen zwischen ihrer Begeisterung für den Lichtschwertkampf und dem Dämpfer, den es ihr versetzte, von vorneherein zu wissen, dass für sie keine Chance bestand - dass es sich um einen Trainingskampf handelte, spielte für ihr verqueres persönliches Ehrgefühl keine Rolle. Warum sollte sie sich also die Mühe machen, flüsterte ein Gedanke, den sie so gut sie konnte zu ignorieren versuchte, bevor sie den kurzen Abstand zwischen sich und ihrem Meister überwand. Ein schräg von oben geführter Schlag eröffnete den Trainingskampf. Die rote Klinge des Lichtschwertes ihre Meisters schien bereits auf die ihre zu warten und der nächster Schlag traf nicht einmal auf Abwehr, sondern ins Leere, als ihr Ziel auswich. Falten der Konzentration erschienen auf ihrer Stirn, als Levice sich an einer neuerlichen Kombination versuchte.


[Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum] Anakin Solo
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Krankenstation, mit Ian

Durch die Tränen hindurch konnte Eowyn Ian erkennen, der sie ansah - sie konnte allerdings nicht erkennen, wie. Spielte das auch eine Rolle? Nein, definitiv nicht. Es war ohnehin geschehen, sie konnte nichts mehr ändern an diesem... diesem Zustand. Zumindest nicht daran, dass es so weit gekommen war. Sie wollte nur noch, dass es aufhörte, der einzige Wunsch den sie hatte war, dass es aufhörte... dass dieses Heulen verging, dass ihre Ängste vergingen. Dass es vorbei war.
Sie hörte, wie Ian zu ihr sprach - ernst, intensiv, überzeugt. Er war bei ihr. Er war bei ihr... er ließ sie nicht alleine. So oft hatte sie schon darum gebeten, so oft, dass sie es heute nicht mehr hatte tun wollen. Viel zu oft. Einfach viel zu oft... Und er tat es trotzdem. Sie wusste nicht, weshalb er überhaupt noch bei ihr war doch - auch das spielte keine Rolle. Er war es... sie musste doch nicht mehr wissen? Sie liebte ihn. Er liebte sie. Er war hier... Er hielt sie fest. Er ließ sie nicht gehen, und er ging auch nicht fort.
Er ging nicht fort... Aber wie sollte er ihr helfen, gegen die Ängste? Sie konnte ihm auch nicht gegen seine Träume helfen, sie konnte nicht, egal was sie tat, es wurde einfach...
Da fühlte sie, wie er sie an sich zog, sie einhüllte in seine Arme und gleichzeitig in seinen Geist, und da ließ sie los. Gab es auf, gegen die Ängste anzukämpfen, ließ zu, dass alles aus ihr herausbrach, gestattete es ihrem Geist, einfach loszulassen, ließ sich fallen ins Unendliche im Vertrauen darauf, dass Ian hier war. Er war da. Er fing sie auf.
Sie musste einfach nur loslassen.
Sie musste akzeptierten, dass sie diesen Weg jetzt gehen musste. Hinterher würde es besser werden - sie durfte nicht gegen all diese Gefühle ankämpfen. Frieden... Frieden fand man nur, wenn man die Gefühle zuließ, die in einem waren. Und dazu gehörte auch, zu akzeptieren, dass sie jetzt herausbrachen...
Sie ließ ebenso körperlich los, sackte frontal gegen Ians Brust, klammerte sich mit ihren Händen an ihn, während ihr Körper von den Weinkrämpfen durchgeschüttelt wurde. Aber dieses Mal... dieses Mal kämpfte sie absolut nicht dagegen an, und sie fühlte, wie mit den Tränen auch die Angst nach und nach ihrenKörper verließ. Nicht komplett - nein, bei weitem nicht. Aber so, wie Ian sie einhüllte in einen wahren Kokon von Sicherheit, da hatten diese Ängste einfach keine Chance.
Sie verlor ihn? Vielleicht. Aber... nicht jetzt. Definitiv nicht jetzt...


Es dauerte ein paar Minuten, bis ihr Atem wieder ruhiger ging, keine neuen Tränen mehr ihre Augen verließen und ihre Hände sich nicht mehr so an Ian verkrampften wie zuvor. Sie lehnte noch immer an ihm, in der Geborgenheit, in der sie hatte loslassen können, und war müde, so müde... Erneut waren ihre Augen geschlossen, dieses Mal jedoch nicht aus Furcht, sondern aus Kraftlosigkeit. Sie fror... und war für einen Moment erinnert an eine ähnliche Situation auf Va'art - der Baum, diese unsägliche Nacht - dieser kurze Moment, in der sie gedacht hatte, dass alles irgendwie gut werden würde, bis Ian... Eowyn zuckte zusammen, als sie sich an den zweiten, noch fürchterlicheren Alptraum erinnerte, der auf diesen ersten Alptraum gefolgt war, und schüttelte heftig den Kopf. Nicht Va'art. Bloß nicht Va'art jetzt. Das hier war nicht Va'art, und keiner von ihnen beiden würde jetzt mit einem Geständnis...
Ihre Hände verkrampften erneut. Ihr Vergehen war nicht zu vergleichen mit dem, was Ian ihr erzählt hatte, aber... Sie war viel zu müde, zu erschöpft, als dass sie sich nun Gedanken darüber machen konnte, wie sie Ian alles am Besten schonend beibringen konnte. Sie wollte es ihm nicht erzählen, nicht jetzt, er durfte sie jetzt nicht loslassen, das würde sie nicht ertragen, aber vielleicht würde er... Doch genausowenig konnte sie es nun, da sie wieder daran gedacht hatte, verschweigen. Wie unendlich viel schwerer musste es
Ian gefallen sein, auf Va'art zu reden?
Alisah, murmelte sie, drehte zumindest leicht den Kopf, damit Ian sie irgendwie verstehen konnte, hielt sich aber weiter an ihm fest. Habe mir ihr geredet... wollte nicht... tut mir Leid. Hat mir erzählt, was gewesen ist... Alles. Tut mir so Leid... Will dir nicht wehtun. Nur helfen... Geh nicht. Bitte! Geh nicht... Sie hatte Ian losgelassen, auf Va'art. Sie war gegangen. Sie wusste nicht im geringsten, wie er das hatte ertragen können. Würde er sie jetzt loslassen, ihr die Geborgenheit entziehen, die Sicherheit, die Stärke, die Hoffnung... Sie hatte keine Kraft mehr, erneut dagegen anzugehen. Sie würde daran zerbrechen. Das wusste sie so sicher, wie sie ihren Namen kannte.

Coruscant – Jedi-Tempel, Krankenstation, mit Ian
 
Jedi Tempel ~ Trainingsraum ~ mit Levice

"Wäre es dir lieber, dein Trainingspartner wäre schlechter als du?"


fragte Anakin auf den Kommentar der vermeintlichen Unfairness hin. Levice' Antwort kannte er bereits und sie unterschied sich nicht im Geringsten von der Antwort, die er selbst gegeben hätte. Fairness war beim Training und meist auch in der Realität da draußen, kein verlässliches Kriterium. Im Training ging es ja nicht darum zu gewinnen, sondern darum zu lernen. Ein Trainingskampf sollte also dazu dienen sich Tricks und Techniken anzueignen, die einem in einem realen Gefecht halfen zu überleben... und im besten Fall zu gewinnen. Ein Sith würde niemals vorschlagen den Boden vor einem Duell zu Fegen, damit sich auch ja kein Stolperstein mehr finden ließe. Stattdessen würde dieser sich wohl den Stein krallen und versuchen, einem Jedi damit den Kopf einzuschlagen. Von Fairness konnte also nicht die Rede sein. Anakin musste unweigerlich an Arica denken, die er als Kämpferin bewunderte, von der er viel gelernt hatte, die aber auch keinen Augenblick zögern würde seine Lichter auszuknipsen, sobald sich ihr die Gelegenheit bot. Dabei war sie noch eine der wenigen Sith, denen man so etwas ähnliches wie Fairness unterstellen konnte, wenn man denn unbedingt wollte. Die Zeiten in denen sich ein Sith noch höflich vorgestellt hatte und dabei keine hinterhältigen Pläne schmiedete, waren in den Augen des Jedi Rates aber eindeutig ein Relikt vergangener Zeiten.

Er musste nicht lange warten und Levice eröffnete den Trainingskampf mit einem leicht vorhersehbaren Hieb. Rechtzeitig in seiner Abwehrhaltung, führte Anakin das grüne Lichtschwert der Padawan zur Seite und wich dem Versuch eines zweiten Angriffs mit einem weiten Seitwärtsschritt aus. Trotzdem Levice nun ins leere gelaufen war, ließ sie sich nicht verunsichern und war bereit die ihr gefolgte Klinge von Anakin zu parieren, seinen Hinweis von vorhin intuitiv umsetzend. Anakin quittierte die Abwehr seiner Schülerin mit einem anerkennenden Nicken und bemerkte dabei ihren tief konzentrierten Gesichtsausdruck.

Anakin hatte die Eleganz der Makashi-Form immer bewundert, sich selbst jedoch schnell von ihr weg bewegt. Jetzt gerade stellete sie sich jedoch als genau das richtige Rezept heraus, um sich der wie zu erwarten defensiven Haltung von Levice gegenüber zu stellen.

Sein Lichtschwert führte Anakin die meiste Zeit einhändig. Erst links und rechts im Wechsel, dann immer wieder einen Hieb von oben oder unten einfließen lassend, forderte er die Verteidigung der Padawan. Das Tempo war die meiste Zeit noch relativ zurückhaltend, vor allem um Levice die Gelegenheit zu geben, ihre neusten Lektionen einflechten zu können ohne sie dabei nur unnötig unter Druck zu setzen.

"Sehr gut!"


kommentierte er zwischendurch.

"Versuch etwas mehr in die Offensive zu gehen"


Einen folgenden Angriff parierte Anakin so, dass Levice erneut unweigerlich ins leere gelenkt wurde. Dann ließ er einen schwungvollen Schlag in die Richtung ihrer Beine folgen und wäre dabei selbst fast in einen Gegenangriff gelaufen. Er lächelte, sich nun langsam mehr auf seine ihm eigene Lichtschwertform zurückfallen lassend. Seine Schwünge wurden weiter und er wechselte häufiger zwischen einhändig und zweihändig geführten Angriffen, das Tempo jedoch nicht weiter anziehend.

Zwischenzeitlich vergrößerte Anakin den Raumen zwischen sich und seiner Trainingspartnerin. Dabei versuchte er sie zu flankieren und einen Angriff in Richtung ihres Kopfes anzutäuschen, ihn in letzter Sekunde zurückzuziehend um stattdessen einen Stich auf ihre Brust zielend auszuführen.

Jedi Tempel ~ Trainingsraum ~ mit Levice
 
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Coruscant, Jedi-Tempel, Krankenstation: Gang D Zi. 3.1B: Ribanna und Wonto Sluuk


Patient Wonto wusste nicht, wo und wie er sich angesteckt haben könnte! Ribanna wusste nichts darauf zu sagen und hörte weiter zu. Doch als er den Sektor 652 erwähnte, wurde Ribanna hellhörig und als er fortfuhr, dass er mit Blut vollgespritzt worden war, wurde Ribanna heiß vor Aufregung und sie musste sich am Bettende kurz festhalten, weil ihr bewusst wurde, welches Glück sie gehabt hatte, denn auch sie war mit Blut besudelt worden, als ein Soldat ihr zu Hilfe gekommen war und einem Raser, der ihr viel zu nahe gekommen war und sie beißen wollte, in den Kopf geschossen hatte und sie von der Sauerei dadurch nicht verschont geblieben war. Er fragte, ob es überhaupt davon sein könnte, da es doch erst kürzlich gewesen wäre und Ribanna zuckte mit den Schultern, denn sie wollte ihm nicht sagen, dass sie es nicht genau wusste und es aber durchaus möglich sein könnte. Die Inkubationszeit war auch bei Alisah enorm kurz gewesen! Er hatte aber auch davor mit Kranken Kontakt gehabt und sprach davon, dass er keinen Schutzanzug gehabt hatte, sondern nur Mundschutz und Handschuhe. Ihm war es wie ihr gegangen. Doch ihn hatte es erwischt. Ihr wurde unwohl. Mitleid regte sich in ihr. Sie hatte auch bemerkt, dass ihm das Thema nicht behagte und es ihm schwer fiel, darüber zu reden. Sie bereute es, ihn gefragt zu haben.

Sie konnte nicht anders und schob einen Stuhl heran und setzte sich kurz ans Bett. Sie legte ihre behandschuhte Hand auf Seine und sagte zu ihm:


“Ich werde für Sie zu meiner Göttin Daja beten. Sie ist eine starke Göttin und mein Gebet half auch vorhin einer infizierten Freundin und ihrem Baby, was sie zu früh gebar. Es geht beiden deutlich besser und sie scheinen über den Berg zu sein. Das heißt, sie werden es schaffen.”

Ribanna musste kein Psychologe sein, um zu wissen, dass dies meist Hoffnung weckte und Hoffnung ließ einen stark sein. Er musste selber Lebensmut haben und kämpfen! Die Psyche war entscheidend bei den Selbstheilungskräften! Und ihre Göttin würde ihren Beitrag ebenso dazu beitragen, wie die Medizin und die Jedi-Heiler auch.

“Ich bin erst kürzlich zu den Jedi gekommen. Vorher war ich Tempeldienerin der Göttin Daja. Ich kann ganz gut mit dem Feuer. Sie ist die Feuergöttin. Dadurch kam ich zu den Jedi. Ich konnte das, weil ich machtsensitiv bin. Ich kann es entzünden, einfach so, wissen Sie. Das letzte Mal passierte es vor Panik in Ebene 652, wo ich im überrannten Krankenhaus war, als eine Horde Rasender auf uns los stürmte. Ja, ich war nämlich auch in dieser verfluchten Ebene, um ein Medikament zu besorgen, denn wir hatten hier anfangs nichts. Auch ich musste schießen. Ich bin dann zum Glück noch durch das Schott gekommen, ehe es sich schloss. Andere hatten es nicht mehr geschafft. Sie waren nicht zufällig auch genau dort?”

Betreten sah sie nach unten, als sie vor Augen hatte, wie Arlen sich von ihr verabschiedet hatte und ihr zurief, was sie seiner Meisterin für eine Nachricht überbringen sollte. Das hatte sie noch immer vor sich.

“Ich nahm zwei Kinder mit und brachte sie hier her in Sicherheit. Sie wurden vom Planeten weg geschafft.“

Sie seufzte. Sie wusste auch nicht, warum sie das alles erzählte. Er hatte gesagt, dass er hungrig war! Sie sollte ihm etwas zu Essen beschaffen! Solange er Appetit hatte und das Essen drin behielt, würde es ihn bei Kräften halten, um die Krankheit zu besiegen! Schmerzen hatte er zum Glück nicht. Schwindelig war ihm. Darum war es gut gewesen, dass er in dem Schwebestuhl gesessen hatte, als sie ihn ins Zimmer gebracht hatte, denn sie hätte den kräftigen Mann niemals halten können, wenn er ins Schwanken und völlig aus dem Gleichgewicht geraten wäre. Nun lag er sicher im Bett. Er würde vielleicht von Medikamenten gegen leichten Schwindel profitieren, nicht dass ihm vom Schwindel übel werden würde? Auch klagte er über Fieber. Sie wollte ihm etwas dagegen besorgen.

Doch plötzlich fragte er sie, ob sie etwas im Jedi-Tempel gegen C ausrichten könnten? Er wollte, dass sie ihm versichern würde, dass er wieder gesund werden würde. Das konnte sie nicht! Aber sie konnte ihm nicht so direkt die pure Wahrheit ins Gesicht schleudern! Doch durfte sie ihn belügen? Sie wollte ihm Hoffnung geben! Oder hatte er gerade auf die Heiler angespielt? Ihr wurde unbehaglich. Ihr Patient war ernsthaft erkrankt! Er könnte dem Tode nahe sein?! Sie räusperte sich. Sie musste diplomatisch antworten.


“Sie sind hier im Jedi-Tempel an der besten Adresse! Es wird alles Erdenkliche getan, um Ihnen zu helfen, dessen können Sie sich bewusst sein!”

Das war doch auch so!? Er wurde sogar dekontaminiert! Das war ihnen bei Alisah nicht eingefallen! Vielleicht war aber die Anlage auch noch nicht betriebsbereit?! Nun gut, wahrscheinlich profitierte davon Ribanna mehr als er, da es seinen Ansteckungsgrad vielleicht verminderte. Sie beschloss seine Körpertemperatur zu kontrollieren. Sie schaltete das Gerät zur Überwachung über ihrem Patienten ein. Er wurde dabei regelmäßig gescannt. Der Monitor gab Aufschluss über seine Vitalwerte und auch über seine Temperatur. Seine Körpertemperatur wurde rot angezeigt und war deutlich erhöht.

“Ich hole Ihnen jetzt etwas Kräftiges zu essen! Ich bin gleich wieder da!”

Ribanna eilte los, zog diesen Anzug in der Schleuse aus, die jetzt in Betrieb war und huschte in die Kantine. Sie ergriff sich ein großes Servier-Tablett. Er war ein großer ausgewachsener Mann und hatte ordentlich Hunger und Appetit. Was könnte er mögen? Sie ergriff erstmal ein Glas Wasser und einen heißen Kräutertee mit Honig und stellte diese auf ihr Tablett. Das konnte nicht verkehrt sein! Es gab zwei Hauptgerichte und beide Speisen sahen lecker aus und rochen appetitlich und da sie seinen Geschmack und seine Vorlieben nicht kannte, stellte sie einen Teller Roa-Reisbrei mit Shaak-Steak und Gemüse und auch einen Teller Bantharollbraten auf Barq, einem Luxusgetreide, dass wie Perlen aussah und nach Pilzen roch, auf das Tablett. Sie ergriff einen Wagen, stellte das Tablett darauf und nahm ein neues Tablett und griff noch zur Vorsuppe, zum Salat und zur Nachspeise, welche heute Jumasfrüchtepudding war. Sie brauchte noch Besteck. Dann begab sie sich zurück zur Krankenstation. Rasch zog sie wieder den Anzug über. Dort ging sie dann zum Medizinschrank und besorgte etwas gegen Fieber und gegen Schwindel. Dann eilte sie zurück zu ihrem Patienten.

“Ich habe etwas Leckeres mitgebracht und von allem etwas genommen!”

Sie stellte das Medikamentenschälchen auf den Tisch, den sie herum zog und der nun vor Wonto war. Dann stellte sie die Rückenlehne des Bettes hoch.

“Erst werden die Tabletten geschluckt!”,

gab sie ihm streng die Anweisung, was mit ihrer lieblichen Stimme etwas komisch und nicht sehr ernst klang.

“Gegen Schwindel und Fieber!”,

klärte sie ihn auf. Sie hoffte, dass die Dosierung stimmte. Dann schob sie den Wagen seitlich an sein Bett und stellte die Getränke dazu und auch die Vorspeisen oben auf seinem Betttisch ab.

“Guten Appetit!”,

wünschte sie ihm und reichte ihm das Besteck. Die anderen Speisen standen noch neben ihm abgedeckt auf dem Wagen. Sie setzte sich solange auf den Stuhl auf der anderen Seite des Bettes.

“Ich werde versuchen einen Jedi-Heiler zu besorgen und nach dem Essen zu Ihnen zu schicken!”,

versprach sie ihm dann.


Coruscant, Jedi-Tempel, Krankenstation: Gang D Zi. 3.1B: Ribanna und Wonto Sluuk
 
[ Coruscant| Obere Ebenen | Jedi-Tempel | Ein Trainingsraum | Liia, Skyan, Sarid, Wes & Faith ]

Zwar hatte Faith ihrem Übungspartner ein Unentschieden abgerungen, doch ihr war klar, dass es sich dabei um eine große Portion Glück gehandelt hatte. Auch wenn er ihr bescheinigte gut gekämpft zu haben, Skyan war im Grunde weit überlegen gewesen. Hätte es sich dabei um einen echten Kampf gehandelt, hätte sie ihn mit großer Wahrscheinlichkeit verloren. Das Nutzen der Macht geschah in diesem Moment intuitiv, wie ein Reflex. Es war nichts, was sie geplant hatte, und das wusste sie. Und dieses Wissen wurmte sie. Während sie immer noch mit hinter den Rücken verschränkten Armen dastand, heftig atmend, wurde ihr immer klarer, dass sie einen Kampf wie diesen nicht gewinnen konnte. Auf Felucia hatte sie gelernt mit einem Blaster umzugehen. Schießen konnte sie inzwischen. Aber das Schwert? Das war noch lange nicht ihre Welt. Sie wusste ja nicht einmal, wovon die Räte Janson und Horn da gesprochen hatten. Soresu? Makashi? Davon hatte sie noch nie gehört! Die beiden älteren, erfahreneren und vor allem viel mächtigeren Jedi warfen mit diesen Begriffen um sich, als setzten sie voraus, dass Faith wusste, wovon sie redeten. Hatte sie deshalb in Ihrer Lehre bei Chesara versagt? Vielleicht hatte die mächtige Jedi-Heilerin auch Dinge vorausgesetzt, von denen Faith nicht einmal wusste, dass es sie gab. Dabei hatte sie sich so viel vorgenommen, als sie zum Orden kam. Sicher, sie hatte in dieser Zeit auch viel gelernt. Doch sie stagnierte, trat auf der Stelle und kam einfach nicht weiter. Arlen war inzwischen schon längst ein Jedi-Ritter. Wenn er wollte, könnte er sogar selbst schon einen Padawan wählen und ausbilden. Wieso hatte er sich eigentlich nicht dazu entschlossen Faith fertig auszubilden? Faith dachte immer, sie und der liebenswürdige, rothäutige junge Mann wären Freunde… Aber vermutlich konnte nicht einmal er noch an sie glauben!

Sie spürte ein tiefes Stechen in der Magengrube. Es schmerzte, eine Versagerin zu sein. Ab und zu zuckte einer ihrer Augenwinkel, während sie die Worte, die gesprochen wurden, nur noch am Rande wahrnahm. Auch, dass jemand weiteres den Raum betrat, registrierte sie nicht im ersten Moment. Denn sie rang mit sich. Ihr würfelte die Frage durch den Kopf, mit der sie sich beschäftigte, seit sie von Felucia zurückgekehrt war. War sie wirklich schon bereit für den langen, beschwerlichen Weg ein Jedi-Ritter zu werden? Doch noch viel schlimmer, als die Stimme, die diese Frage vorsichtig in den Raum warf, war die Stimme, die antwortete. Ein leises Flüstern, das sie bis jetzt vollkommen ignoriert hatte. Irgendwo in ihrer Brust, nahe ihres Herzens saß etwas tief in ihr, das ein ruhiges, sanftes, aber bestimmtes ‚nein‘ flüsterte.

Es war als hätte ihr Innerstes in Zusammenarbeit mit der Macht einen Entschluss gefasst. Sie zwinkerte ein paar Mal, und war sich dann erst wieder bewusst, dass sie sich in diesem Trainingsraum befand, umringt von Anderen. Hastig wischte sie mit dem Handrücken über ihr Augenlied, so als hätte sich nur eine Wimper in ihm verfangen, die sie entfernen wollte. Rätin Sarid hatte irgendetwas gesagt, oder eine Frage gestellt.


"Ich...Ich glaube ich kann nicht", antwortete sie der blonden Jedi. Skyan schaute auf. War er enttäuscht? Er klang beinahe so. Naja, er wäre auch schließlich nicht der erste, der mehr von ihr erwartet hatte.

"Ich danke dir. Auf Wiedersehen, Skyan."

Die erste Person verließ den Raum, kurz darauf die zweite. Sie musste es jetzt tun.

„Meister Janson!“, stieß Faith hervor, bevor es zu spät sein würde und auch er den Raum verließ. „Könnte ich Euch… Unter vier Augen sprechen?“


Zusammen traten sie hinaus in den Flur. Faith fuhr sich mehrmals mit der Hand durchs Haar und starrte regelrecht auf den Fußboden, in Überlegung darüber, wie sie ihr Anliegen beginnen sollte.

„Ich weiß, Ihr kennt mich nicht. Dennoch muss ich Euch um einen Gefallen bitten.“

Die Padawan atmete tief durch. War sie sich wirklich sicher? Was wenn das hier lediglich eine Laune war, die morgen schon wieder umgeschlagen hatte? Sie dachte einige wenige, peinlich stille Sekunden darüber nach, ehe sie ihren Blick hob und dem Jedi-Rat in die Augen sah.

„Ich möchte Euch darum bitten, den Jedi-Tempel für eine gewisse Zeit verlassen zu dürfen.“

Die Stimme in ihrer Brust war nun ganz laut. Sie wusste, dass es einfach das richtige war. Sie war kein Feigling.

„Ich brauche eine neue Aufgabe, zumindest für eine gewisse Zeit. Etwas, was mich darauf vorbereitet, irgendwann ein Jedi sein zu können. Ich meine eine echte Jedi, jemand der Verantwortung tragen kann.“

Sie versuchte ihre Gefühle und Gedanken in Worte auszudrücken, wusste jedoch nicht wie sie das bewerkstelligen sollte.
„Ich kann es nicht erklären. Ich weiß einfach, dass es das Richtige sein wird. Könnt ihr mir dabei helfen?“

[ Coruscant| Obere Ebenen | Jedi-Tempel | Flur vor dem Trainingsraum | Wes & Faith ]
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Krankenstation, mit Eowyn

Während Ian Eowyn fest hielt und dabei versuchte ihr so viel Halt wie möglich zu geben, spürte er deutlich, wie ihre Dämme brachen und wie sie zuließ, dass mehr und mehr von diesem ganzen Elend, zusammen mit ihren Tränen aus ihr hinaus geschwemmt wurden.
„Ich bin bei dir“, sprach Ian hier und da erneut beruhigend auf sie ein, seinen Arm um sie nicht lockernd. Dann sackte sie weiter in sich zusammen, doch durch seinen Griff konnte Ian aufhalten, dass sie ihm irgendwie entglitt. Er würde sie halten und da sein, so lange bis ihr Tränenstrom endete – auch wenn das noch ewig dauern würde. Ian wusste nicht einzuschätzen, wie lange Eowyn so ungehemmt weinte, doch er ließ ihr diese Zeit, die so wichtig war, hüllte sie ein, hielt sie fest. Es war gut, dass sie endlich los ließ und vielleicht, hoffentlich half ihr das weiter. Bestimmt half es ihr weiter. Endlich all die ungeweinten Tränen zu weinen, endlich ihren Ängsten einen Raum zu geben. Einen Raum, der sicher war. Loslassen. Schon auf Va’art hatte Ian versucht ihr verständlich zu machen, dass sie loslassen sollte. Das Loslassen enorm wichtig war und zum Loslassen gehörte nun einmal auch, seine Gefühle ziehen zu lassen. Gefühle, die ihre Berechtigung und ihre Wichtigkeit hatten. Die leise Sorge verdrängend, dass Eowyn all das morgen bitter bereuen konnte, verlor Ian ein wenig sein Zeitgefühl.

Als er schon glaubte, dass Eowyns Flut von Gefühlen am Abebben war, spürte er erneut, wie sie sich verkrampfte. Dann spürte er ihr Zittern und ein Zusammenzucken, was ihn dazu brachte, die Decke zu sich zu levitieren. Noch immer, ohne seinen Griff zu lösen, legte er die Decke mit der Macht über sie und dann fand Eowyn ihre Stimme wieder. Alisah war ihr erstes Wort und dann, abgehackt zwischen Schluchzern, stammelte Eowyn eine halbe Entschuldigung und Ian hatte Mühe ihren Worten zu folgen. Sie hatte mit Alisah geredet? Und sie hatte von Alisah alles erfahren? Er seufzte leise, denn es war in Ordnung. Was Ian vermutlich in einer anderen Situation wütend gemacht hätte – tat es nun nicht. Wie hätte er auch angesichts des jetzigen Zustandes von Eowyn so etwas wie Wut empfinden können? Vermutlich hätte er längst mit ihr über Alisah reden sollen. Und auch wenn Ian gar nicht wissen wollte, wie Alisahs Version sich angehört hatte – zumindest nicht heute – vielleicht war es gut, wenn Eowyn mehr wusste. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen war, konnte er schließlich noch immer seine Version der Dinge darlegen.

„Eowyn, schon in Ordnung“, war demnach die ausgesprochene Wahrheit. „Schon in Ordnung. Ich bin hier und ich gehe nicht weg.“ Stattdessen ließ Ian seinen Kopf sinken, bis sein Kinn Eowyns Kopf berührte.
„Ich bin hier Eowyn und ich lasse dich nicht alleine.“ Ob sie es spürte oder nicht, es hielt Ian nicht davon ab, ihr einen Kuss auf den Oberkopf zu drücken. „Ich gehe bestimmt nicht weg.“

Coruscant – Jedi-Tempel, Krankenstation, mit Eowyn
 
Coruscant- Jedi-Tempel, Kantine, Okin Ail, Siva Arkuun, Arlen, Akadi usw.

Okin schien mit einem Mal ein wenig enttäuscht und Siva ging das Gesagte noch einmal im Geiste durch. Lag es daran, dass sie gesagt hatte, keine Heilerin zu sein? Sie nahm etwas wahr, was vorher definitiv nicht da gewesen war. Eine kurz aufflackernde Aura der Verzweiflung? Doch so schnell wie der Eindruck gekommen war, war er auch schon wieder verschwunden und dennoch, oder vielleicht deswegen, beschloss Siva später vielleicht noch einmal auf das Thema zurück zu kommen. Auch wenn das wahrgenommene verschwunden war, ein Eindruck war geblieben. Und wenn Okin aus den unteren Ebenen kam, direkt aus den Ebenen, in denen das Virus am schlimmsten Grassierte… Vielleicht hatte er hier im Tempel auf Hilfe gehofft. Auf heilende Hilfe. Aber Mutmaßungen brachten nichts und da Okin nichts weiter sagte, speicherte die Zabrak diese Information ab um sie später wieder abrufen zu können.

Okin stand schließlich auf, was Siva ihm gleichtat und ging sodann auf ihren Vorschlag ein, die Krankenstation zu besuchen. Ihr Tablett in den dafür vorhergesehenen Behälter stellend, begann Siva also zu erzählen.

„Leider wissen wir weniger über dieses Virus, als uns eigentlich lieb ist. Bis jetzt haben wir noch kein richtiges Heilmittel gefunden.“ Was ihr ein kleines Seufzen entlockte.
„Wir haben bisher mir verschiedenen Medikamenten und Breitbandantibiotika gearbeitet. Letzteres scheint zumindest ein wenig anzuschlagen.“ Bei Alisah hatte es gewirkt, aber da war auch noch die Hilfe dieses ehemaligen Sith gewesen. „Die Heiler kümmern sich ebenfalls und gestern, gestern hat jemand Einfluss auf eine infizierte Person genommen, was immerhin auch ein bisschen geholfen haben schien. Was er da am Anfang gemacht hat, weiß ich nicht.“ Was er stattdessen hinterher getan hatte… na ja, dass erwähnte Siva besser nicht. Denn diese Lebensenergiespende war sehr, sehr gefährlich gewesen und hatte den ehemaligen Sith beinahe umgebracht. Das zu erwähnen schien Siva einfach nicht klug.

„Ich weiß nicht, was man sich in den unteren Ebenen erzählt und vor Ort habe ich mir auch noch kein Bild machen können, aber leider haben wir bis jetzt wirklich noch kein Heilmittel gefunden und es scheint, als sei das Virus viel eher zu einer Pandemie geworden. Es kommen immer mehr Heiler hier an um ihr Bestes zu geben.“

Ihren Weg zur Krankenstation setzend, überlegte Siva kurz, ob es vielleicht sinnvoll war, wenn sie Okin mit Alisah bekannt machen würde. Von ihr konnte er aus erster Hand ein paar Informationen bekommen. Und vor allem konnte Siva sich dann nach ihrem Wohlbefinden erkundigen. Hm, ja, ja vielleicht war das keine schlechte Idee und wenn Alisah dieser Besuch zu viel war, konnten sie ja wieder gehen!
„Ich hab dir vorhin kurz von einer Geburt erzählt. Vielleicht fangen wir am besten da an. Also ich meine, ich führe dich am besten zu Alisah, die hier ein Kind zur Welt gebracht hat, obwohl sie infiziert ist. Wenn sie sich fit genug fühlt.“
So hielt Siva schließlich vor der Krankenstation 1 an, in der Alisah sich befand und klopfte leise gegen die Tür.


Coruscant- Jedi-Tempel, Krankenstation 1, vor der Tür: Okin Ail, Siva Arkuun
 
[Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum] Anakin Solo

Die Finte durchschaute Levice zu spät. Ihr Lichtschwert schnellte hoch, um einen Schlag zu kontern, der nicht existierte. Den gegen ihre Brust geführten Angriff antizipierte sie nicht, sodass sie nur noch reflexartig zurückzucken konnte, um einem Treffer zu entgehen. Überrascht riss sie die Augen auf und sah aus den Augenwinkeln, wie die unterste Spitze ihres Padawanzopfes gefährlich nahe an die rote Klinge geriet. Ihr hastiges Ausweichmanöver kostete sie den festen Stand und zwang die Levice zu einem Ausfallschritt, um das Gleichgewicht nicht vollends zu verlieren. Für ihren Fehler zahlte sie sofort. Im letzten Moment konnte sie das modifizierte Lichtschwert hochreißen, um einen augenblicklich nachgesetzten Schlag beidhändig zu blocken. In der Anstrengung hielt sie unwillkürlich die Luft an. Der Aufprall in einem unvorteilhaften Winkel fuhr ihr durch Arme und Rücken und ein trotz der nachteiligen Position entschlossenes Lächeln zeigte zusammengebissene Zähne. Die Schwerter, grün an rot, zischten ihr Missfallen über das Aufeinandertreffen.

Was war diese Offensive, von der ihr Mentor gesprochen hatte? Auf diese Weise würde daraus nichts werden. Sie würde sich etwas einfallen lassen müssen. Die Klingen glitten voneinander ab, als Levice nachgab, sich neu positionierte und den Schwung ihres nach unten gedrückten Schwertes nutze, um in einem Bogen aus grünem Licht einen eigenen Angriff zu beginnen.
Sie ließ
Soresu, womit sie offenkundig nicht weiterwusste, hinter sich und wandte sich dem ihr geläufigeren Shii-Cho zu. Dessen Angriffe und Verteidigungen waren tief im Gedächtnis ihrer Muskeln verwurzelt. Drei aufeinanderfolgende Schläge parierte sie und hatte bald ihren Rhythmus wiedergefunden. Auch ihre Atmung war wieder unter Kontrolle. In einem Versuch, Anakins Deckung zu umgehen, erweiterte sie einen ihr bekannten Angriff um eine Technik, die ihr Meister ihr in der vorherigen Übung in aller Langsamkeit vermittelt hatte. Jetzt erforderte diese mehr Tempo und Geschicklichkeit. Levice hatte nicht erwartet, damit Erfolg zu haben, als sie auf ein aus roter Energie gewobenes Schild traf. Immerhin, so stellte sie fest, gelang ihr die Ausführung. Auf den Konter ihres Meisters legte sie besonderes Augenmerk und prägte sich die Bewegung ein.

Sich langsam ausschließlich auf ihren Instinkt verlassend, fand sie schließlich auch eine fragile Machtverbindung.
Ein plötzlicher, hoch geführter Schlag änderte zu schnell für ihr Auge die Richtung und ging stattdessen in Richtung ihrer Hüfte und Beine nieder. Eine weitere Finte, die sie dieses Mal jedoch durch reine Machtintuition abzufangen vermochte. Die nach unten gerichtete Parade verlor jedoch an Ansehnlichkeit, als die Klinge den Boden streifte und dem Veteran von einem Trainingssaal eine weitere Narbe zufügte. Unbewusst lockerte sie ihren Griff.
Die Ablenkung reichte, um ihre Konzentration zu stören, für einen Gegenangriff blieb ihr keine Zeit. Sie fand sich wieder zur Verteidigung gezwungen und ein Schlenker im nächsten Hieb des anderen Jedi entwaffnete sie beinahe. Verärgert über sich selbst und ihren Meister, der die fatale Sekunde unnachgiebig ausgenutzt hatte, verlagerte Levice zu ihrem besonderen Verdruss das Gewicht auf den falschen Fuß, was die komplexe Schrittabfolge, in der sie sich befand, nicht verzieh. Ihr Lichtschwert erhob sich in einer schiefen Kurve, wodurch ihr nahezu jede Deckung genommen wurde.

Ihr blieb nur, ihren Körper so gut wie möglich außer Gefahr zu bringen. Sie tief fallen lassend, stützte sie sich mit der freien Hand ab und platzierte einen geschwungenen Tritt in Richtung ihres Gegners. Das Lichtschwert, das als zusätzliches Verteidigungsmittel hätte dienen können, hielt sie weit von ihrem Körper entfernt, um sich in dem für gewöhnlich waffenlosen Angriff nicht selbst in die Quere zu kommen. Zudem war sie sich im Umgang mit der nun scharfen Waffe noch immer nicht ganz sicher. Die Dynamik der Bewegung erlaubte es ihr, sich abzustoßen und mit einer Drehung wieder aufzurichten, wodurch sie zugleich Abstand gewann.


[Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum] Anakin Solo
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Krankenstation, mit Ian

Schon in Ordnung. Schon in Ordnung... Erleichterung durchströmte Eowyn, als sie Ians Worte hörte. Ob er das nur... nein! Nein, tat er nicht. Er hielt sie geborgen, er sorgte dafür, dass sie nicht zusammenbrach. Nein, er sagte es nicht nur einfach so, einmal davon abgesehen, dass sie ihm glaubte und vertraute. Wenn Ian sagte, dass es in Ordnung war... dann war es das. Dann war es das einfach... Außerdem war sie zu müde, viel zu müde für solche Gedankenspielchen. Sie brauchte sich keine Sorgen zu machen. Das hier würde nicht werden wie Va'art. Das hier war anders... sie waren anders, der Planet war anders. Keine Sorgen. Keine Ängste. Danke... flüsterte sie, während sie ihren Griff lockerte, und legte alles, wozu sie noch fähig war, in dieses eine Wort.
Sie fühlte sich leer... so leer. Da war nichts mehr in ihr drin, als ob mit den Tränen alles hinausgespült worden wäre. Es war seltsam, und sie wusste nicht wirklich etwas mit sich anzufangen. Sollte sie nicht... irgendetwas etwas fühlen? Aber da war nichts - und wenn sie kurz darüber nachdachte, dann war das vermutlich eine große Verbesserung zu vor einer halben Stunde. Zumindest für den Moment. Hatte sie vorher kaum etwas wargenommen, so war es jetzt umgekehrt. Ians kleiner Kuss auf ihrem Kopf ließ sie beinahe lächeln, und jetzt spürte sie auch deutlich das Gewicht der Decke um sich herum. Seit wann lag sie auf ihr? Hatte sie es sich vorhin eingebildet, dass Ian sie mit der Macht umhüllte, und es war nur die Decke gewesen? Unwichtig. Völlig unwichtig. Und außerdem war sie zu müde, um darüber nachzudenken. Und viel zu beschäftigt damit, die Leere zu fühlen. Sie war so müde...
Wenn sie nicht etwas dagegen unternahm, dann würde sie auf der Stelle einschlafen. Ihre Augen konnte sie schon kaum öffnen - und sie wollte hier nicht einschlafen. Nicht hier, nicht so, und außerdem... sie war nicht krank. Die Zimmer hier wurden benötigt.
Doch zum Sprechen war ebenfalls nichts mehr in ihr. Sie hatte alles gesagt, was sie als notwendig erachtet hatte. Vermutlich sogar zu viel - sie wollte nichts mehr sagen. Sie konnte auch nicht. Es blieb also nicht viel anderes übrig, als aufzustehen und in ihr ursprüngliches, chaotisches Zimmer ohne Nasszelle zurückzukehren - um dann dort wenigstens die Möglichkeit zu haben, zu schlafen. Und diese Leere nicht mehr fühlen zu müssen.
Aufstehen. Aufstehen würde heißen, dass sie Ian loslassen musste. Und vor allem würde das heißen, dass er
sie loslassen musste. Das wollte sie nicht. So weit war sie noch nicht... Sie war erwachsen. Ian würde nicht gehen, er würde nicht verschwinden, sie musste aufhören, sich so kindisch zu verhalten.
Aber das war anstrengend. So anstrengend.
Und mit jeder Sekunde, die verging, würde es anstrengender werden.

Wir... sollten gehen, brachte sie heraus, ohne die Augen zu öffnen. Das konnte sie auch tun, sobald sie aufstanden. Oder auch nicht. Zimmer... wird gebraucht... Müssen gehen. Jetzt. Bevor sie nicht mehr konnte. Wobei sie nicht einmal sicher war, ob sie es jetzt überhaupt schaffen würde. Aber... zur Not wäre Ian da. Ian wäre da...

Coruscant – Jedi-Tempel, Krankenstation, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Krankenstation, mit Eowyn

War es Erleichterung, die Ian wahrnahm? Eowyns Gefühle waren schwer einzuschätzen, denn da war so viel, was sie ausströme, dass es nahezu unmöglich für ihn war, Ordnung in dieses Chaos zu bringen. Doch ihr Danke und ihr locker werdender Griff verrieten Ian alles, was er wissen musste. Auch wenn es ihr wohl längst nicht gut ging, zumindest eine kleine Besserung hatte stattgefunden. Ihre Aura der Verzweiflung und Angst milderte sich langsam ab, wurde schwächer. Ob und wie viel ihrer Gefühle nach außen gedrungen war? Zumindest hatten sie bis jetzt keinen Besuch bekommen, was gut so war. Ihre Müdigkeit schien langsam zu obsiegen, denn sie war nun, nach gewisser Zeit, am deutlichsten zu spüren. Allerdings war diese Krankenstation sicher nicht der beste Ort zu Schlafen. Hier war die Wahrscheinlichkeit Besuch zu bekommen, recht hoch und damit war sicher niemand gemeint, der nach dem Wohlbefinden von Eowyn sah. Sie waren auf der Krankenstation, was früher oder später zwangsläufig bedeuten würde, dass sich mehr Kranke hierher verirrten. Ob früher oder später, wirklich zum anfreunden war dieser Gedanke nicht und Eowyn schien ähnlich zu denken. Ihr für ihn sehr eindringliches ‚Jetzt‘, war Indiz genug, sich wirklich zu beeilen und so stand Ian vorsichtig auf, ohne Eowyn dabei loszulassen. Den einen Arm noch immer um ihren Oberkörper geschlungen, legte er den anderen, der bisher an ihrem Kopf geruht hatte stattdessen unter ihre Kniebeugen und hob sie so in die Höhe.

„Kannst du mir noch verraten, wo dein Zimmer ist?“, fragte er sie leise und wartete ihre kaum hörbare Antwort ab, ehe er mit ihr die Krankenstation verließ und nicht einen Gedanken daran verschwendete, wie er und sie nach außen wirken mussten.
Sie begegneten nur wenigen und wurden nicht einmal wirklich schief dabei angesehen. Bloß eine Person erklärte, wo sich die Krankenstation befand und Ian dankte mit einem Nicken und führte seinen Weg fort.

Zwei Stockwerke unter der Krankenstation, erreichten sie schließlich das Zimmer, das Eowyn gerade so noch hatte benennen können. Sonderlich einladend sah es nicht aus, viel eher etwas chaotisch, doch sicher war es besser geeignet, als eine weitere Übernachtung in der Krankenstation zu führen.
Die Türe nach dem Öffnen wieder schließend, legte Ian Eowyn vorsichtig auf dem Bett ab, zog ihr behutsam die Schuhe aus und deckte sie mit der mitgenommenen Decke richtig zu. Danach ging Ian vor Eowyn auf dem Boden in die Hocke, ihre Hand noch immer in der seinen, um sich zu vergewissern, dass sie auch wirklich schlief und nicht sofort wieder aufwachte. Das Zimmer würde er heute sicher nicht verlassen, so viel stand fest, schließlich konnte und durfte Ian sie nicht erwachen lassen, nur damit sie feststellte, dass er sein Versprechen gebrochen hatte und nicht mehr im Zimmer war.


Coruscant – Jedi-Tempel, chaotisches Zimmer, irgendwo in irgendeinem unteren Stockwerk – mit Eowyn
 
Coruscant- Jedi-Tempel, Kantine, Okin Ail, Siva Arkuun, Arlen, Akadi usw.

Okin suchte mit seinen Augen den Raum nach einem Behälter ab, in den er sein Tablett abstellen konnte. Doch Siva fand es schneller und so folgte er ihr und schob sein Tablett unterhalb des ihren in eine Halterung. Der junge Mann war gespannt, was die Zabrak ihm erzählen konnte. Er hatte eine Wahl getroffen, wie er weiter vorgehen wollte und er hoffte inständig, dass es die richtige Wahl war.

Doch die Informationen, die sie ihm zuerst preisgab, waren ernüchternd. Äußerst ernüchternd. Auch die Jedi wussten nur wenig über das Virus. Wenn weder die Jedi noch der Geheimdienst mehr über das Virus wussten, wer konnte dann darüber etwas wissen und vor allem wie sollte man gegen das Virus etwas ausrichten können? Dazu müsste man vermutlich sich genauestens mit dem Virus auskennen, um die richtigen Medikamente geben zu können. Oder vielleicht auch nicht? Vielleicht hatte man schon an Patienten experimentiert und durch puren Zufall das passende Medikament gefunden. An diese Hoffnung musste er sich einfach klammern.

Doch diese Hoffnung wurde sogleich durch Sivas nächste Sätze im Keim erstickt. Sie hatten kein richtiges Heilmittel. Selbst Breitbandantibiotika schienen nicht sonderlich effektiv zu sein. Das konnte nicht sein. Das durfte nicht sein. Er hatte seine Familie verlassen und sich auf diese lange beschwerliche Reise eingelassen, um hier eine Heilung zu finden. Doch jetzt schien dies eine vollkommen nutzlose Unternehmung ohne irgendeine Aussicht auf Erfolg gewesen zu sein. Okin war so erschüttert von Sivas Worten, dass er kein einziges Wort sprach und vermutlich auch kein Wort herausgebracht hätte, selbst wenn er es gewollt hätte.

Gerade als der letzte Funken Hoffnung Okins am Erlöschen war, erwähnte Siva, dass jemand Einfluss genommen hatte auf einen Infizierten und dass dies etwas geholfen hatte. Was hieß Einfluss genommen? Auch Siva schien es nicht so genau zu wissen? Hatte es etwas mit der Macht zu tun? War es eine Art magische Heilung? Wer war wohl dieser jemand? Konnten die Jedi so etwas bewerkstelligen? Okin nahm sich fest vor herauszufinden, wer es war, der dieses Kunstwerk vollbracht hatte. Auch Okin konnte manchmal die Macht nutzen. Vielleicht konnte dieser jemand ihm erklären, wie er die Macht, die er eigentlich verabscheute, nutzen konnte, um seine Familie zu retten.

Doch zuerst musste er weiterhin Siva zuhören, vielleicht hatte sie ja noch mehr nützliche Informationen. Jede Information konnte über Leben und Tod seiner Familie entscheiden. Er war jetzt schon lange genug seinen Gedanken nachgegangen und hatte nur noch mit halbem Ohr zugehört. Siva führte ihn scheinbar zu einer Frau namens Alisah, die selbst infiziert war. Das klang in der Tat interessant. Diese Frau hatte das Virus nicht nur überlebt, sondern sogar dazu noch ein Kind zur Welt gebracht, was den Körper sicherlich noch viel mehr beansprucht hatte. Außerdem hatte dieser jemand ihr scheinbar geholfen. Wenn er durch diese Frau nicht seinem Ziel, der Heilung seiner Familie, einen Schritt näher kam, dann würde er es vermutlich nie.

„Ja, das klingt nach einem guten Plan. Dies ist bestimmt ein außergewöhnlicher Fall, insbesondere der Teil mit der hilfreichen Einflussnahme klang sehr interessant. Die Frau musste vermutlich gerade sehr viel durchmachen. Falls Sie therapeutische Unterstützung brauchen sollte, könnte ich Ihr diese auch anbieten.“

Gerade als der Coruscanti zu Ende gesprochen hatte, kamen sie in der Krankenstation 1 an, in der Alisah scheinbar ihr Krankenzimmer hatte, denn Siva klopfte leise an die Tür des Zimmers. Okin war nicht mehr ganz so hoffnungslos wie noch vor wenigen Minuten und wünschte sich, dass das Gespräch mit der Frau endlich ein Durchbruch werden würde.

Coruscant- Jedi-Tempel, Krankenstation 1, vor der Tür: Okin Ail, Siva Arkuun
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Krankenstation, mit Ian

Ian bewegte sich, und Eowyn bemühte sich, ihre Augen zu öffnen. Blind würde es schließlich schwer werden, ihr Zimmer zu finden. Das Licht der Nachmittagssonne war noch immer hell genug, dass es in ihren Augen wehtat, doch da half nichts. Noch ein paar Minuten... Da bewegte sich die Welt um sie plötzlich, und sie brauchte ein paar Sekunden um zu verstehen, weshalb. Ian hatte sie tatsächlich einfach so hochgehoben, ohne sie vorzuwarnen. Dabei war das nicht nötig, und sie würde sich sicher nicht von ihm durch den Tempel tragen lassen... Eine halbe Sekunde später schloss sie erleichtert ihre Augen und ließ den Kopf, den sie kurz angehoben hatte, wieder an Ians Brust sinken. Er hatte völlig Recht... Hatte sie nicht außerdem gerade eben noch daran gedacht, dass sie auf keinen Fall losgelassen werden wollte? Und es interessierte sie nicht, wie sie in ihr Zimmer kam. Sie wusste nicht einmal mehr genau, wo es war...
Immerhin, die Nummer hatte sie sich gemerkt, und sie schaffte es offensichtlich, sie ihm mitzuteilen, denn Ian bewegte sich jetzt. Bewegte sich und hielt sie dabei sanft, aber sicher im Arm... So sicher, so ruhig, sanft schaukelnd... Sie hörte Stimmengemurmel, konnte aber kein Wort verstehen, sie bemühte sich auch nicht, da sie langsam in den ersehnten Schlaf glitt...




Die Erinnerungen an das, was einige Stunden zuvor geschehen war, schlichen sich nur langsam in Eowyns Gedanken, da sie nicht schlagartig, sondern allmählich erwachte. Dennoch war ihre erste, instinktive Handlung, mit Hilfe der Macht nach Ian zu tasten, um erleichtert festzustellen, dass er hier war.
Es dauerte nicht allzu lange, bis sie sich an alles erinnerte, und ein mulmiges Gefühl beschlich sie. Die Ängste, die sie gehabt hatte, die Gedanken um ihre Person... sie waren nicht fort. Sie waren noch immer da, aber... was hatte sie dazu bewogen, so durchzudrehen? Sie fühlte sich jetzt ausgeruht, doch sie erinnerte sich nur noch allzu gut daran, wie sie sich vor einigen Stunden gefühlt hatte. Gut genug, um sich zu sorgen, dass es irgendwann wieder geschehen konnte... Trotzdem... warum? Instinktiv zog sie ihre Beine an, machte sich klein. War es so klug, daran zu denken? Immerhin hatte sie gestern... war es gestern gewesen? - völlig die Kontrolle verloren. Das war nicht gut... Und sie sollte sich darüber dringend Gedanken machen. Es ging so nicht weiter. Es war ja nicht so, dass ihre Identitätsprobleme plötzlich aufgetreten waren. Vielleicht... nein, vielleicht aber war gestern nur alles zu viel gewesen und alles war nur halb so schlimm...
Nein, das war nicht wahr. Sie musste wenigstens ehrlich zu sich selbst sein. Vermutlich hatte dies irgendwann einmal passieren müssen, zwangsweise. Wenigstens seit Nar Shaddaa hatte sie es vor sich hergeschoben, sich um ihre Probleme zu kümmern, und das war dabei herausgekommen. Das hatte sie wirklich fantastisch hinbekommen. Anstatt zu helfen hatte sie Ian nur noch mehr Probleme bereitet. Vermutlich machte er sich jetzt fürchterliche Sorgen um sie... Als hätte er nicht schon genug.
Blinzelnd öffnete sie ihre Augen, die sich sehr seltsam anfühlten, um nicht erneut in ihrem Gedankenkarussell gefangen zu werden. Es war dämmrig im Zimmer... die Sonne ging wohl gerade entweder unter oder auf, und sie lag mit dem Gesicht zur Wand. Etwas lag auf ihrem Arm - Ians Hand, wie sie feststellte. Eowyn lächelte unsicher. Er war hier... er hatte auf sie Acht gegeben. Er hatte sie herausgeholt aus all dem... Niemals hätte sie es ohne ihn geschafft. Niemals. Sie konnte sich nicht mehr an alles erinnern, was er ihr gestern gesagt hatte, manches war... dunkel und neblig. Doch sie erinnerte sich noch allzu gut an den sicheren Tonfall und die Geborgenheit, in die er sie gehüllt hatte. Wie hatte sie jemals zweifeln können, dass er sie liebte? Er hatte sie ertragen... hatte sie herausgeholt, war für sie dagewesen. Ohne Wenn und Aber. Hatte sie schließlich sogar in ihr Zimmer getragen. Die fehlende Verbindung... sie hatte sich geirrt?
Vorsichtig griff sie nach seiner Hand, hob sie an und drehte sich so behutsam, wie sie konnte, um, um ihn bloß nicht zu wecken, doch sie wollte sein Gesicht sehen. Das würde dabei helfen, nicht allzu sehr an diese Sache zu denken.


Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Eowyn

Ian verließ seine hockende Position erst, als er sicher war, dass Eowyn fest genug schlief und nicht sofort wieder aufwachte. Erst da löste er sich vorsichtig von ihr, schob ihre Hand unter die Decke und hauchte Eowyn einen Kuss auf die Stirn. „Schlaf gut“, formte er tonlos mit den Lippen und hoffte inständig, dass ihre Ängste in der Nacht nicht erneut zu ihr kommen und sie quälen würden. Für diesen Tag hatte sie genug gemacht. Er würde sie im Auge behalten. Sobald sie begann, sich unruhig zu bewegen, würde er sich wieder zu ihr begeben und dafür sorgen, dass ihr kein Alptraum etwas anhaben konnte, selbst wenn das bedeuten würde, sie in eine Tiefschlaftrance zu versetzen. Doch widererwartend war ihr Schlaf ruhig oder aber, sie hatte schlechte Träume so gut unter Kontrolle, dass sie sich nicht bewegte, nicht schrie, nicht um sich schlug.

Und jetzt, da Eowyn schlief, hatte Ian endlich Zeit sich über all das, was da eben vorgefallen war, Gedanken zu machen. Auf Va’art hatte der Dunkelhaarige Eowyn ähnlich verzweifelt erlebt, doch das, was eben geschehen war, schien schlimmer gewesen zu sein. Auf Va’art hatte Eowyn sich schneller beruhigt, ihm war es zeitnäher gelungen, sie zu beruhigen und das, obwohl er dort viel länger gewartet hatte. Weshalb hatte Eowyn so reagiert? Wie gelang es ihm, mit ihr gemeinsam einen Weg aus diesem Elend zu finden? Zum einen war da ihre … Rastlosigkeit, was ihre Suche nach sich selbst betrag – ihr Wissen um das, wer sie war. Natürlich, er konnte ihr eine Reihe Worte aufzählen, die sie seiner Meinung nach verkörperte, doch würde das etwas an ihrer Sinnsuche ändern? Vermutlich nicht. Sie musste selbst herausfinden, wer sie war, Ian konnte nicht als Souffleuse dienen und ihr zuflüstern, wer sie war. Unterstützen – ja, er konnte sie maximal darin unterstützen, doch herausfinden musste Eowyn diese Sache selbst.

Was ihre anderen Ängste betraf, war es ähnlich geartet und Ian fragte sich, in wie weit es ihm gelingen konnte, Einfluss auf Eowyn zu nehmen. Zeit war das Stichwort und je länger Ian darüber nachdachte, umso sicher war er sich, dass neben Zeit auch Ruhe eine Rolle spielte. Eowyn brauchte Zeit sich für. Sie beide brauchten Zeit füreinander und sie beide brauchten Ruhe. Erholung. Um zu sich selbst zu finden – oder um sich selbst ein wenig näher zu kommen, war Zeit unabdingbar, so wie Ruhe es ebenfalls war. Ian seufzte leise, denn hier auf Coruscant würde all das eine große Herausforderung werden. Doch sollte er zulassen, dass sich Eowyn nur am andere kümmerte und sich selbst dabei immer wieder vergaß, so lange, bis sie dabei völlig auf der Strecke blieb? Nein, das konnte er nicht zulassen, was zwangsläufig bedeutete, dass er seinen Anspruch ans ich selbst ebenfalls herunterschrauben musste. Erholung. Auch ihm hatte man geraten, dass es wichtig war, sich zu erholen. Ja, er war hier, um zu helfen, er wollte und musste helfen doch Ian durfte dabei weder sich, noch Eowyn aus den Augen verlieren. Verbrachte er Zeit mit ihr und endlich mehr unbeschwerte Momente, erkannte sie vielleicht endlich, wie sehr sie irrte, wenn sie glaubte, ihn nicht zu erreichen, wie falsch sie lag, wenn sie sich davor fürchtete, ihn zu verlieren.
Und er würde ihr mehr erklären müssen. Wenn er logischere Argumente fand, vielleicht würde sie verstehen. Verstehen und erkennen. Erkenne, dass nicht sie diejenige war, die ihm seine Alpträume nehmen musste. Er zweifelte, dachte, träumte und wehrte ab. Nun, zweifeln, denken und Träumen würde er immer, unabhängig ihrer Worte. Abwehren… Wieder seufzte er. Ja, er wehrte ab, doch er bemühte sich und Eowyn musste Geduld mit sich haben. Ian selbst musste Geduld mit sich haben. Geduld, Zeit, Ruhe. Und dann noch die anderen beiden Dinge, über die er zuvor so intensiv nachgedacht hatte. Vergebung und Akzeptanz. Jeder Lichtschwertkampf war einfacher zu führen, als auch nur in Erwägung zu ziehen, eines dieser Worte in die Tat umzusetzen. Aber – und dem war Ian sich sicher, wollte er etwas ändern, musste er all diese Dinge anstreben. Nein, wollten sie etwas ändern, mussten sie all diese Dinge anstreben. Mit Geduld würden sie langsam ans Ziel kommen und wenn sie beide zu akzeptieren lernten, das sich Dinge nicht verändern ließen, war es vielleicht auch möglich, zu vergeben. Sich selbst, den eigenen Unzulänglichkeiten. Vermutlich würde diese Reise alles andere als einfach werden, doch sie war es wert. Denn würde es ihnen so nicht gelingen, an Zufriedenheit zu gewinnen? Sie hatten Arbeit vor sich – so viel stand fest. Aber weder Eowyn noch Ian mussten alleine an alldem arbeiten. Sie hatten sich, ja sie hatten sich und diese Tatsache würde helfen.

Irgendwann, als Ians Gedanken immer schwerer zu fokussieren waren, legte er sich vorsichtig zu Eowyn ins Bett und fiel innerhalb von Sekunden in einen traumlosen, tiefen Schlaf.
Erst, als es langsam heller zu werden schien, wachte Ian auf und nahm blinzelnd wahr, dass er beobachtet wurde. Eowyn. Der Anflug eines Lächelns huschte über sein Gesicht, als die Sorge sich meldete. Ging es ihr besser? Ian bemühte sich, Herr über die Müdigkeit zu werden, die ihn halb zurück in den Schlaf zu befördern drohte. Doch der Dunkelhaarige kämpfte dagegen an, richtete sich ein wenig auf und spürte dann, dass Eowyn seine Hand gegriffen hatte.

„Guten Morgen“, kam es schließlich mit halb schlaftrunkener Stimme. „Hast du gut geschlafen? Geht…“ ‚Es dir besser?‘ ‚Geht es dir gut‘? „Wie geht es dir?“ Ian wusste nicht, wie lange Eowyn wach war und ob sie überhaupt schon irgendetwas verspürte, was nicht mit Müdigkeit zu tun hatte.

Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Eowyn
 
[Coruscant | Obere Ebenen | Jedi-Tempel | Krankenstation | Gang D | Zimmer 3.1B] Wonto Sluuk, Ribanna Noida

Auf seine Frage, ob die Jedi ihn von der C-Seuche befreien könnten, erhielt der Corporal keine klare Antwort. Aber er war willens, nach jedem Strohhalm zu greifen. Deshalb glaubte er bereitwillig, dass man ihn hier im Tempel gut behandeln würde. Dass eine Freundin seiner Krankenschwester dabei war, ihre Erkrankung zu überwinden, half ihm sehr dabei, ein wenig Hoffnung zu fassen. Es ließ die Diagnose weniger nach einem Todesurteil aussehen. Weniger unausweichlich. Vielleicht würde er ja doch zu denen gehören, die es irgendwie schafften, über den Berg zu kommen. Dabei würde er jedenfalls die Unterstützung jeder Macht in der Galaxis bereitwillig annehmen, seien es die mystischen Kräfte der Jedi oder auch die Fürsprache Ribannas bei einer seltsamen Feuergöttin, von der er noch nie etwas gehört hatte. Dajas Hilfe war willkommen, ebenso wie jede andere.

Es überraschte Wonto Sluuk zu hören, dass Ribanna ebenfalls in dem Lazarett gewesen war, in dem es zu der verhängnisvollen Massenpanik und dem kollektiven Tobsuchtsanfall der Infizierten gekommen war. Auch sie war gezwungen, ihr Leben mit der Waffe zu verteidigen. Das war bestimmt nicht leicht für jemanden wie sie, die freiwillig dabei half, sich um die Kranken zu kümmern und ihr Leben zu retten. Er hatte bei der Armee eine Reihe von Sanitätern kennengelernt, die sowohl mit ihrer Waffe als auch der Sanitätsausrüstung in die Schlacht zogen; keiner von ihnen kämpfte gern, egal gegen welchen Feind. Der jungen Jedi-Schülerin ging es bestimmt ähnlich. Aber noch war die schlechte Nachricht zu frisch und seine Betroffenheit über den schweren Schicksalsschlag zu groß, um sich Gedanken über die Befindlichkeiten anderer machen zu können.


»Ja, ich war da«, antwortete er, als Ribanna fragte, ob er ebenfalls am Tor gewesen war. Ein paar hässliche, noch nicht aufgearbeitete Erinnerungen wurden wach - unter anderem an die Splittergranate, die er versehentlich anstelle einer Blendgranate in die Menge geworfen hatte. Er wollte gar nicht wissen, wie viele Personen dabei ums Leben gekommen waren. »Mein Team und ich hatten in der Nähe patrouilliert und sind hinbefohlen worden, als die Lage eskaliert ist. Wir haben uns bemüht, Überlebende aus dem dichtesten Getümmel vor dem großen Schott herauszuholen. Da war auch ein Mitglied Ihres Ordens, Arlen Merillion. Ich kenne ihn von einer Mission auf Felucia. Wir waren dann noch auf einem Rettungseinsatz ein paar Ebenen tiefer, bevor wir hierher gekommen sind. Eigentlich bin ich nur in den Tempel geflogen, um nach einem meiner Kameraden zu sehen, der bei den Kämpfen von einem Kranken gebissen wurde. Aber er hat sich nicht angesteckt. Tja, dafür hatte ich weniger Glück.«

Als die Jedi-Schülerin ihn verließ, um ihm eine Mahlzeit zu holen, war er für ein paar Minuten wieder allein mit seinen Gedanken. Der Funke Hoffnung, den er geschöpft hatte, kam nur schwer gegen die tiefen Schatten an, die sich auf seine Seele legten. Es kam ihm ironisch vor, dass er an ein paar der verlustreichsten Schlachten der jüngsten Geschichte beteiligt gewesen war und sie überlebt hatte, nur um sich dann kurz nach der Rückkehr auf seine Heimatwelt einen Virus einzufangen. Er hatte Coruscant einst verlassen, um zur Armee der Neuen Republik zu gehen, und hatte auf diese Weise seinen Teil zur Befreiung seiner Heimat beigetragen. Als er die Versetzung zur neu entstandenen Coruscant-Garnison bekommen hatte, war seine Freude groß gewesen, und noch größer bei dem Bescheid, dass man sich seine Ortskenntnis zu Nutze machte und ihn mit seinem Team in seine Heimatregion, die ehemalige ›Nichtmenschen-Schutzzone‹, schickte. Und dort hatte er sich dann irgendwie diese ekelhafte Seuche eingefangen. Er fühlte sich betrogen. So also dankte ihm Coruscant dafür, dass er sein Leben viele Male riskiert und unendliche Mühen auf sich genommen hatte, um gegen das Imperium zu kämpfen. Er fühlte sich um die Früchte seiner Arbeit, die wirklich alles andere als einfach gewesen war, betrogen. Wie so oft kamen ihm die Gesichter vieler Kameraden in den Sinn, die auf Denon, Corellia und New Plympto gestorben waren. Dass es auch ihn einmal erwischen könnte, war ihm spätestens bei seiner Verwundung nahe Coronet bewusst geworden. Aber dass der Tod ihn nun auf diese Weise und an diesem Ort heimsuchen wollte, empfand er als hochgradig unfair.

Seine Stimmung hob sich jedoch beträchtlich, als ihm die Gerüche der Speisen in die Nase stiegen, die Ribanna ihm brachte. Sie hatte einen Servierwagen reichlich beladen und jeder Teller schien eine andere Leckerei zu beinhalten. Durch die Reizung seiner Schleimhäute war sein Geruchssinn stark beeinträchtigt, doch er war noch immer besser als der vieler Menschen; diverse bekannte und fremdartige Aromen ließen Rückschlüsse darauf zu, was ihn erwartete. Am liebsten würde er von allem kosten, allerdings ging er nicht davon aus, dass dieses gesamte Festmahl nur für ihn allein bestimmt war. Als aber ein Teller auf seinem Betttisch landete, griff er augenblicklich zu. Gierig schnappte er sich das Besteck und ließ die ersten großen Bissen unter seinem Rüssel verschwinden. Dass man die Mundöffnung der Ortolaner meistens nicht sehen konnte, täuschte nur allzu leicht darüber hinweg, welche Mengen von Nahrung in diesem bodenlosen Schlund verschwinden konnten. Wonto war durch den Dienst beim Militär ein wenig schlanker und muskulöser als viele seiner Artgenossen (auch wenn er für einen Soldaten noch immer extrem dick aussah); doch sein Appetit entsprach ganz dem seines Volkes, das in einer harten, lebensfeindlichen Umgebung oft lange Zeit von den angefutterten Reserven leben musste. Egal wieviel Ribanna ihm vorsetzen wollte, er würde nichts davon verschmähen. Ein Sättigungsgefühl war ihm fremd, doch mit jedem hastig verschlungenen Bissen stieg seine Zufriedenheit und erschien ihm die Lage weniger aussichtslos. Wenigstens die Verpflegung war gut - das war doch schon einmal etwas, und mehr, als man von anderen schwierigen Situationen seines Lebens hatte behaupten können.

»Danke!« sagte er kauend. »Wirklich gut... Das hab' ich jetzt dringend gebraucht! Es geht doch nichts über eine ordentliche Mahlzeit!«

Seine verbesserte Stimmung sorgte dafür, dass er auch wieder an andere denken konnte, anstatt sich nur ganz auf sich selbst zu fixieren. Er dachte noch einmal über das nach, was seine Krankenschwester vorhin erzählt hatte, und sagte:

»Ich hoffe, Ihre Freundin und das Baby werden bald wieder ganz gesund.« Dieser Wunsch kam etwas spät, aber er meinte es aufrichtig.

Ribanna versprach, dass sie ihm einen Jedi-Heiler schicken wollte. Das war eine weitere gute Nachricht. Der Ortolaner wusste nicht, wieviel die Jedi mit ihren Kräften tatsächlich bewirken konnten, aber was er bisher auf Felucia und hier auf Coruscant gesehen hatte, ließ ihn glauben, dass ihre Möglichkeiten schier unbegrenzt waren. Vielleicht konnten sie ja bewerkstelligen, was der medizinischen Wissenschaft bisher nicht gelang: Der Seuche Einhalt gebieten. Wie viele Jedi es wohl in der Galaxis und hier auf Coruscant gab? Wieder einmal wurde ihm bewusst, wie wenig er über diesen mysteriösen Orden eigentlich wusste.

»Ich freu' mich darauf, mehr Jedi kennenzulernen«, sagte er. »Bisher hab' ich nur gute Erfahrungen mit Ihrem Orden gemacht. Hier auf Coruscant und bei dem Einsatz auf Felucia. Hm, vielleicht sind außer Ritter Arlen noch mehr Leute hier, die ich kenne? Ich glaube, ich erinnere mich nicht an alle Namen. Rätin ChesaraSyonette war dabei, und zwei Jediritter namens Adrian Reven und Crado. Dann waren da noch ein paar Padawane, ich glaube, die eine hieß Zahary oder so... Kenne Sie sie? Wissen Sie wie es ihnen geht?«

Es mochte scheinen, als wäre Wonto in ein Tischgespräch ohne tiefere Bedeutung verfallen. Doch die Frage nach den Leuten, die er auf Felucia kennengelernt hatte, war mehr als nur Smalltalk. Ein paar bekannte Gesichter zu sehen, würde ihm in dieser fremden Umgebung und seiner ziemlich trostlosen Situation sicherlich gut tun.

[Coruscant | Obere Ebenen | Jedi-Tempel | Krankenstation | Gang D | Zimmer 3.1B] Wonto Sluuk, Ribanna Noida
 
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[Coruscant | Obere Ebenen | Hangar | Ihr Schiff D5-Mantis| Zimmer] Larina alleine.


*Nach dem ganzem Chaos in den Unteren Ebenen wusste Larina wieder weshalb sie so ungern ohne ihre Rüstung das Schiff verließ...aber sei es drum, nachdem die Jedi sie gerettet...ja...gerettet hatten...sie konnte es immernoch nicht glauben den ersten kontakt mit Jedi hatte sie sich tatsächlich anders vorgestellt. Bisher waren es ja nur gerüchte die sie aufschnappte oder sie wusste dinge die man ihr erzählte...sie würde sich nun zwei mal überlegen ein Kopfgeld eines Jedi einzustreichen...zumindest bei Ribanna und ihrer Meisterin. Sie hatten ihr angeboten mitzukommen doch dies konnte Larina nicht annehmen, sie musste direkt weiter also verabschiedete sie sich für weitere dankbarkeit war kaum zeit denn Ribanna ging schneller weiter als man Bantha sagen konnte, so machte sich Larina wieder auf den weg zum Hangar und ihrem Schiff, als sie dort ankam war alles erledigt. Getankt, vorräte aufgefüllt. Irgentwie war es anstrengender alles alleine zu kontrollieren...sie vermisste Camille allein schon bei flügen...man konnte sich unterhalten...streiten...vertragen....und nun ist man hier alleine und niemand redet mit einem...da war es kein Wunder das Larina ein klein wenig durchdrehte und anfing mit sich selbst zu sprechen...zumindest im Schlaf den sie nun nachholte*

*Als sie aufwachte torkelte sie verschlafen ins Cockpit und stellte alles ein mit einem langgezogenen gähnen und holte sich auch in der müden stimmlage ihre Start Erlaubnis und auf geht es mit ihrer alten D5-Mantis welche recht neu wirkt von außen doch innen ist sie eher notdürftig zusammengeflickt. Aber auch das wird sich ändern..mit genügend Credits Recht zügig verlässt sie dann Coruscant in den Orbit. Diese komische Stadt und ihren Virus hinter sich lassend kontrolliert sie nun ihre Nachrichten und auch weitere Aufgaben der BS, Ein Schmugglerkonvoi? Hrm...Schmuggeln war zwar nicht Larina´s sache aber begleitschutz war sicherlich nicht falsch.*

Na dann...wollen wir mal.

*Die Koordinaten wurden eingegeben und auf ging es in den Hyperraum das Ziel war der Neutraler Weltraum im Roche-System*


[Neutraler Weltraum - Roche-System] Larina
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Ian

Es verging nicht einmal genug Zeit, dass Eowyn hätte sagen können, ob es heller oder dunkler wurde, bis auch Ian sich bewegte und sie anblinzelte. Für die wenige Zeit, die sie mit sich selbst verbracht hatte, hatte ihr Plan, sich mit Ian abzulenken, glücklicherweise wunderbar funktioniert, und es machte beinahe Spaß, einmal ausnahmsweise Ian beim Aufwachen zuzusehen. Sonst war es in der Regel irgendwie anders gewesen. Er kämpfte offensichtlich mit dem Schlaf, und sie war kurz davor ihm zusagen, dass er weiterschlafen sollte - nur, weil sie selbst wach war, brauchte er sich nicht zu quälen. Außerdem war sie vermutlich um einiges früher eingeschlafen als er.
Er schien jedoch beschlossen zu haben, aufwachen zu wollen, und so unterließ sie jedes Wort und wartete darauf, ob er wirklich wach bleiben würde.


Offensichtlich war es Morgen? Schön. Jetzt noch die ganze Nacht wachzubleiben hätte ihr nicht sonderlich behagt, nicht nach dem, was... gestern geschehen war. Guten Morgen, antwortete sie also mit wesentlich wacherer Stimme als die seine, auch wenn sie noch ein wenig kratzte. Ich denke... ich habe ganz gut geschlafen, ja... danke. Was kein Wunder war. Es hatte eigentlich nur zwei Möglichkeiten gegeben - entweder so gut wie gar nicht zu schlafen, oder völlig fertig in die DUnkelheit hinabzusinken. Ihr Körper hatte sich glücklicherweise für Variante zwei entschieden. Sie hatte es auch bitter nötig gehabt. Und du?
Doch wie es ihr ging? Eine schwierigere Frage hätte er ihr momentan fast nicht stellen können. Die Zeit, in der sie lächeln, nicken und "Gut" hätte sagen können, die war definitiv vorbei. Definitiv zumindest, was Ian anging - er hatte nur die absolute Wahrheit verdient, nicht weniger. Eine Wahrheit, die sie eigentlich selber noch nicht ganz kannte.
Ich weiß es nicht... antwortete sie daher schließlich ehrlich. Genau wie gestern. Nur war sie da noch nicht ganz so ehrlich gewesen. Ich vermute... besser als gestern. Sie schenkte Ian ein schiefes Lächeln und drückte seine Hand. Das ist vermutlich auch nicht so schwer. Ich kann wieder klarer denken, glaube ich. Aber... Sie schüttelte leicht den Kopf und seufzte dann. Es ist einfach immer noch... alles da. Fast alles. Nein, das Gefühl, Ian zu verlieren war definitiv nicht mehr so ausgeprägt, auch wenn sie sich noch immer verzweifelt fragte, wie sie ihm helfen konnte; auch wenn da immer noch die Angst war, ihm eben nicht helfen zu können. Sie rückte ein wenig näher an ihn heran, kuschelte sich an ihn. Sie brauchte seine Nähe nicht mehr so dringend wie gestern, aber... es tat trotzdem gut. Leise fuhr sie fort. Ich bin noch nicht sonderlich lange wach, und... ich verstehe noch lange nicht alles. Ich weiß nur... es geht so nicht weiter. Jetzt... habe ich auch noch Angst, wieder so durchzudrehen. Sie lächelte kläglich. Sie würde noch in diesem Kreislauf zu Grunde gehen, wenn sie nichts dagegen tat. Nur, was genau... das galt es nun herauszufinden.
Es tut mir Leid, dass ich dir das angetan habe, murmelte sie dann und drückte erneut Ians Hand. Es tut mir wirklich Leid, genau wie die Sache mit Alisah... Ich hab das alles nicht gewollt. Sie wollte gar nicht wissen, wie er sich gestern gefühlt haben musste. Sie so durchdrehen zu sehen, ohne die Möglichkeit, etwas tun zu können. Und dafür hatte sie ihn hintergangen. Danke, dass du für mich da warst. Und für mich da bist. Das... ist nicht selbstverständlich, nach all dem gestern. Und vorgestern. Es war wirklich verdammt viel gewesen. Die Ereignisse hatten sich quasi andauernd überschlagen - hoffentlich würde das nicht so weitergehen. Sie schwieg einen Moment, bevor sie fragte: Aber was ist mit dir? Wie geht es dir? Und was macht dein "neuer bester Freund"? Sie waren schon ein tolles Team. Beide eigentlich völlig am Ende... wenigstens war sie selbst körperlich gesund.

Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Ian
 
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Coruscant, Jedi-Tempel, Krankenstation: Gang D Zi. 3.1B: Ribanna Noida und Wonto Sluuk


Der Patient, der vor ihr im Bett lag und dem sie als Krankenschwester zugeteilt worden war, war tatsächlich auch dort am Ort des Grauens gewesen, wo das Lazarett überrannt worden war und sie Albtraumhaftes erleben musste. Als er dann weiter erzählte, wurden ihre Ohren immer größer! Er war bei einer Rettungseinheit aus der Luft! Und, er sprach von dem Jedi Arlen, den er unter anderem gerettet hatte!

“Das ist ja nicht zu fassen! Ich dachte die ganze Zeit, er sei umgekommen! Wie schön zu hören, dass er gerettet worden ist! Ich kämpfte eine Zeit lang an seiner Seite. Wie, und er ist hier? Man gut, dass ich seine Abschiedsworte seiner Meisterin nicht überbracht habe! Ich kam noch nicht dazu! Man gut, Daja sei dank!”

Ribanna strahlte. Und ihr Patient hatte auch noch von anderen Leuten gesprochen, bei denen es sich wohl um die Leute um Arlen handeln musste. Es war gut zu wissen, dass sie alle noch lebend und heil heraus gekommen waren. Diese Sache hatte doch stark an ihrer Seele genagt und sie betroffen gemacht!

“Vielleicht hat es dann auch ein Verwandter der Kinder mit heraus geschafft? Da muss ich direkt Erkundigungen einholen!”

Er hatte einen Gebissenen hier besuchen wollen, der aber doch nicht infiziert war und er hingegen, hatte diese schreckliche Diagnose erhalten. Das Leben war manchmal merkwürdig! Sie nickte nur und sagte betroffen:

“Das tut mir leid!”

Was sollte sie sonst sagen? Verlegen sah sie nach unten.

“Er wurde gebissen und hat sich nicht angesteckt? Ist er noch hier? Wissen ihre Leute, dass Sie hier sind, damit sie jemand Besuchen kommen kann?”

Als Ribanna ihm aber das Essen servierte, hob sich seine Stimmung. Er hatte guten Appetit und Hunger und ihm schien es zu schmecken. Ribanna sah auf den Monitor. Das Fieber sank leicht durch das Medikament. Es hatte angeschlagen. Gut. Dennoch blieb die Temperatur im roten Bereich! Doch etwas Fieber war ja vielleicht nicht schlecht bei der Bekämpfung des Virus`! Solange das Fieber nicht lebensbedrohlich wurde! Auch zeigte ihr Patient bisher keine Symptome des rasenden Verlaufes! Das war beruhigend! Ribanna stellte die leere Vorsuppenschale und den leeren Salatteller zurück auf den Wagen und servierte ihm beide Hauptspeisen. So hungrig wie er war, schien er beide zu schaffen. Es war direkt etwas niedlich, ihm zu zu sehen. Und tatsächlich, so war es auch, er aß alles. Er bedankte sich für das gute Essen. Das Kompott ließ er sich auch noch schmecken. Dann räumte Ribanna alles ab. Sie stellte die Rückenlehne runter und schüttelte nochmal kräftig sein Kissen auf, damit er nach dem Essen ruhen konnte.

Das Fieber stieg schon wieder. Ein Blick auf den Monitor bestätigte das. Er hatte erst gerade etwas gegen das Fieber bekommen. Ribanna beschloss Wadenwickel zu machen. Sie holte eine Schüssel mit kaltem Wasser und Tücher. Dann machte sie sich ans Werk. Beide Waden wurden von ihr in ein kaltes nasses Tuch eingerollt. Seine Stirn tupfte sie auch mit einem feuchten Tuch ab. Es zeigte gute Wirkung. Sofort ging die Temperatur runter. Bisher schlug der Patient gut auf alle Behandlungsmaßnahmen an. Sie war zufrieden. Sie wiederholte den Wickel.

Er fragte dabei nach ihrer Freundin Alisah und dem Baby.


“Ja, es stand erst kritisch um Beide. Das Kind kam zu früh und infiziert zur Welt und sie selbst war schwanger und musste noch eine Frühgeburt durchstehen, was kraftraubend war. Doch, jetzt scheinen sie über den Berg zu sein. Sie müssen nun noch richtig gesund werden und die Organe des Frühgeborenen müssen nachreifen. Er muss noch lernen selbstständig zu atmen. Es ist ein kleiner Junge. Aber, es geht Beiden den Umständen entsprechend gut und hat uns alle froh gestimmt!“

Sie lächelte, als sie an das Mutter-Kind-Glück dachte.

“Er sah süß aus, wie er in ihren Armen lag!”

Sie versicherte ihm, einen Jedi-Heiler besorgen zu wollen. Er wollte ganz viele Jedi kennen lernen und er nannte welche, die er kannte und fragte sie, ob sie diese auch kannte.

“Nein, von Chesara hörte ich nur, weil sie Arlen`s Meisterin war und ich ihr die Botschaft überbringen sollte. Die anderen Namen sind mir fremd! Ich lernte nur Arlen kennen, da ich ihn ansprach, ob er mir helfen könnte und er mich zu seinen Vorgesetzten dort führte. Und dann lief alles aus dem Ruder!”

Sie dachte kurz nach. Dabei räumte sie alles von den Wadenwickeln weg und legte ein trockenes Laken unter seine Beine und deckte ihn zu.

“Sie haben schon oft gekämpft. Wie kommen sie damit klar? Ich habe auch schießen müssen, um mich und die Kinder zu beschützen. Ich weiß, dass ich keine andere Wahl hatte, doch darf ich gar nicht daran denken. Ich habe sie dennoch getötet. Ich weiß nicht einmal, wie viele es gewesen sind?! Ich hätte es vorher nie für möglich gehalten, dass ich dazu überhaupt in der Lage wäre! Ich glaube, sie waren schon innerlich tot! Zumindest waren sie nicht mehr sie selbst! Sie waren doch total wesensverändert! Schon die ihr Blick! Sie waren ihrer Persönlichkeit beraubt!”

Sie schwieg kurz. Vielleicht war das Thema dumm gewählt! Er könnte auch noch zu einem Rasenden mutieren! Sie wechselte rasch das Thema.

“Von Felucia habe ich auch noch nie etwas gehört. Ich bin erst seit vier Tagen Schülerin! Ich komme aus einem Tempel von Chalacta. Da war man abgeschottet und bekam nicht viel mit.”

Sie bemerkte nun, dass sie noch nicht nach der Injektionsstelle gesehen hatte, was sie doch tun wollte! Sie schlug die Bettdecke hoch und kontrollierte sie und war beruhigt. Es sah normal aus. Nichts rot oder angeschwollen. Er hatte auch gesagt gehabt, dass es nicht weh getan hätte. Wenn er wüsste, dass sie ihm ihre erste Spritze ihres Lebens verabreicht hatte!? Doch sein Oberschenkel gefiel ihr nicht! Er zeigte Hautblutungen und einige Stellen waren offen. Rasch ging sie und tupfte sie mit einem sterilen Tupfer und einer Pinzette ab. Sie war sehr vorsichtig. Der Ansteckungsgrad war bei einer offenen Wunde hoch! Auch wollte sie ihm nicht weh tun. Dann machte sie einen sterilen Verband um seinen rechten Oberschenkel. Das war gar nicht so einfach, denn sein Bein war dicker als das eines Menschen und auch schwerer. Außerdem hatte sie noch nicht sehr viele Verbände angelegt!

“So, jetzt ruhen Sie sich etwas aus und ich schaue nach einem Heiler!”

Sie ging hinaus und fragte am Terminal nach. Der Droide sagte ihr, dass nicht sofort einer zur Verfügung stehen würde. Sie seufzte. Ihr Magen knurrte längst. Auch sie sollte mal etwas essen. Ihr Patient schlief sicherlich ein oder zwei Stunden nach dem Essen, zumindest sollte er ruhen! Sie sagte am Terminal Bescheid, dass sie in die Kantine gehen wollte und ihr Patient erstmal versorgt war und Ruhe brauchen würde und ging durch die Schleuse, zog den Overall aus und begab sich in die Kantine. Sie entschied sich dort rasch für eine leichte Nudelsuppe. Mit so vollem Magen konnte man so schwer arbeiten. Das machte nur müde! Sie warf nun ihren Blick durch den vollen Saal, wo noch ein Plätzchen frei war. Und da entdeckte sie Arlen! Und, bei ihm war noch Platz! Sie eilte dorthin.

“Ist hier noch frei?”,

fragte sie dennoch, auch wenn sie dabei schelmisch lächeln musste. Sie stellte ihre Schale ab und musste ihn umarmen. Ja, das sonst so schüchterne Mädchen musste das tun! Sie hatte ihn tot geglaubt! Tot geglaubte lebten länger! Euphorisch sprudelte es aus ihr heraus:

“Du lebst! Du bist am Leben und dort noch raus gekommen! Du wurdest gerettet! Wonto Sluuk erzählte es mir! Er liegt übrigens auf der Medi-Station. Es hat ihn erwischt. Er ist leider infiziert. Ich bin seine Krankenschwester. Er würde sich bestimmt über Besuch freuen! Das würde ihn seelisch aufbauen! Ich könnte dich hinbringen. Du musst aber auch einen Schutzanzug tragen. Jetzt gibt es hier genug davon.”

Sie löffelte schnell ihre Suppe.

“Ich habe die beiden Kinder sicher mit Hilfe meiner Meisterin hier her in den Tempel gebracht. Sie kam uns zu Hilfe, da Meister Radan als vermisst gilt. Ja, er ist nicht mehr aufgetaucht. Dabei ist er sogar Vater geworden! Die Kinder wurden vom Planeten weg geschafft. Jedirat Wes veranlasste es. Schafften es Angehörige ihrer Familie lebend heraus? Weißt du was dazu?”

Sie kratzte ihre Schüssel aus.

“Ich habe in der Zwischenzeit meine erste Lehrstunde in der Ausbildung gehabt! Und bei einer Geburt geholfen!" ,

verriet sie stolz.

“Zum Glück lief ich eurer Meisterin Chesara noch nicht über den Weg! Was habt ihr noch so erlebt?”

Kurz darauf sprang sie auf und meinte:

“Komm mit!”

Sie führte ihn durch die Schleuse und brachte ihn zum Krankenzimmer. Sie lugte um die Tür und sah, dass der Patient wach war. Sie lächelte fröhlich:

“Besuch für Sie! Nicht erschrecken, aber alle müssen sich so verkleiden!”


Coruscant, Jedi-Tempel, Krankenstation: Gang D Zi. 3.1B: Ribanna, Arlen und Wonto
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Eowyn

Da war keine Verzweiflung mehr in ihrer Stimme, nur ein leises Kratzen als kleines Überbleibsels des Schlafes und da musste Ian erneut lächeln, halb erleichtert, halb glücklich. Und sie hatte ganz gut geschlafen? Ians Lächeln wurde breiter. Wenigstens das. Am Abend zuvor noch, hatte er genau darauf geachtet, ob ihr Atem ruhig blieb, ob sie sich zu viel bewegte, ein paar mal war er sogar aufgewacht um sich zu vergewissern, dass noch alles halbwegs in Ordnung war. Umso erleichternder war es jetzt zu hören, dass Eowyn wirklich Schlaf hatte finden können. Natürlich – was da gestern geschehen war, war sicherlich nicht verschwunden, aber Eowyn machte nicht den Eindruck, noch immer völlig am Ende zu sein. Und Ian wusste, wie es war, mit furchtbaren Gefühlen einzuschlafen um am nächsten Morgen oder mitten in der Nacht mit genau den gleichen wieder aufzuwachen. Die Frage nach seinem eigenen Schlaf konnte Ian demnach mit einem ehrlichen, aber gähnenden „Gut“, beantworten. Verhältnismäßig hatte er wirklich gut geschlafen.
Die Zeit, in der sie sorglos mit „
Gut“, auf die Frage nach ihrem Befinden antworten konnte, verstrich, doch Ian hatte ohnehin nicht mit einer solchen Antwort gerechnet. Stattdessen meinte Eowyn, es nicht genau zu wissen, eine Antwort, die sie so schon einmal gegeben hatte. Ihr schiefes Lächeln erwidernd, drückte Ian ebenfalls ihre Hand. „Das ist gut“, murmelte er dann. „Und das es noch da ist… ich glaube, wäre es nicht so, hätte ich mich sehr gewundert. Vielleicht kann ich dir helfen, ein paar Dinge davon zu verstehen.“ Dann hielt Ian kurz inne, überlegte. Dass Eowyn Angst davor hatte, noch einmal ‚durchzudrehen‘, wie sie es nannte, war verständlich. Allerdings hatte sie selbst erkannt, dass es so nicht weiter gehen konnte und Ian teilte diese Meinung, was ihn schlussendlich zu dem Schluss kommen ließ, dass so etwas wie gestern – in dieser Intensität – nicht noch einmal geschehen würde, was er schlussendlich auch formulierte. „Ich glaube nicht, dass das noch einmal geschehen wird und vielleicht habe ich diesbezüglich eine Idee.“ Die entweder absolut lächerlich war oder vielleicht tatsächlich eine Kleinigkeit bewirken würde.
Als Eowyn näher an ihn heranrückte und sich an ihn kuschelte, legte Ian einen Arm um Eowyn und nur ein wenig später, begann sie, sich zu entschuldigen. Völlig unnötiger Weise.

„Es ist in Ordnung, Eowyn“; wiederholte Ian seine gestrigen Worte, rutschte selbst ein wenig näher an Eowyn heran und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Vielleicht war es gut, dass all das gestern geschehen ist. Ich meine… Ich denke, dass es wichtig war, dass all das…“ wie sollte er es nennen? „Einen Weg gefunden hat, raus zu dürfen.“ Ja, es hatte ihm Angst gemacht und Sorgen bereitet, aber es war besser, deutlich besser, wenn Eowyn sich alles vom Leib hatte… weinen können.
„Ach, weißt du,“ lächelte er dann, „ich glaube, gerade wegen dem, was vor gestern und vor vorgestern war, ist es sogar sehr selbstverständlich und wenn ich bedenke, was ich für dich empfinde,“ sein Lächeln wurde wärmer, „wird es sogar noch selbstverständlicher.“
Schließlich liebte er sie nicht allein in den Momenten, in denen alles furchtbar einfach und unkompliziert war, denn mit seiner Entscheidung für sie, hatte er sich für alles entschieden – auch für die weniger unkomplizierten Momente.
„Ich bin müde“, gab er dann zu, denn die Sonne war noch nicht einmal richtig aufgegangen und lange hatte Ian nicht geschlafen. „Und auch wenn es fürchterlich kitschig klingt: wenn es dir etwas besser geht als gestern, macht das ziemlich viel mit meinem eigenen Befinden.“ Ja, es machte sogar eine ganze Menge. „Was diesen besten Freund betrifft…“ Ein verschmitztes Lächeln ließ sich nicht unterdrücken. „Ich weiß nicht. Irgendwie finde ich, dass dieses Teil einfach viel zu sehr an mir klebt.“ Im wahrsten Sinne des Wortes… „Dabei würde ich jemand anderen sehr viel eher bevorzugen.“ Und da kuschelte Ian sich selbst noch einmal an Eowyn und schloss für ein paar Sekunden die Augen, ehe er erneut zu murmeln begann: „Wenn du fit genug bist, musst du mir heute einen Trainingsraum zeigen.“ Damit er seine Idee schnellstmöglich in die Tat umsetzen konnte. Wobei schnellstmöglich zumindest noch von einer kurzen Kuscheleinheit unterbrochen werden durfte. Danach sollten sie vielleicht noch einmal über gestern reden. Über gestern und auch über Alisah…

Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Eowyn
 
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Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Ian

Sie wünschte ebenso, dass Ian ihr irgendwie helfen konnte - alleine fühlte sie sich ziemlich hilflos. Doch sie war sich nicht so sicher, was Ian würde ausrichten können. Alleine wenn sie daran dachte sah sie einen riesigen Berg an Problemen vor sich - nun ja, sie sollte einfach nicht daran denken. Nicht jetzt zumindest.
Begann sie damit nicht schon wieder, alles zu verdrängen? Sie schob immer alles beiseite... Nein, dieses Mal war es anders. Sie würde... sie würde mit Ian noch einmal reden. Ruhiger. Sachlicher. Das wäre vielleicht ein guter Anfang, und dabei konnte er ihr ganz sicher helfen.
Dann jedoch runzelte sie die Stirn. Es klang ja schön, was er da sagte, und es wäre wirklich toll, wenn er Recht behalten würde. Doch irgendwie...
Weshalb denkst du, dass es nicht mehr passiert? Nicht, dass ich mich darüber beschweren würde, bloß nicht... Und was für eine Idee er haben könnte, um das zu verhindern, verwirrte sie nur um so mehr. Was für eine Idee meinst du? Sie war ziemlich verzweifelt - sie würde vermutlich einiges versuchen.

Es fühlte sich verdammt gut an, hier mit Ian zu liegen. Fast... normal. Allerdings wirklich nur fast, denn alle Erinnerungen zerstörten die Illusion perfekt.
Sie schüttelte den Kopf.
Nein, gut... Gut kann ich das nicht nennen. Sie war so... Nein. Ein furchtbares Gefühl. Andererseits... Ian hatte vermutlich auch hier Recht. Ob sie sonst irgendwann beginnen würde, ernsthaft ihre Probleme anzugehen? Sie war selber schuld. Sie hätte früher reagieren müssen. Vielleicht war das die letzte Warnung, die sie bekommen würde - wenn es nicht schon zu spät war. Glücklicherweise waren sie in der Krankenstation gewesen... Gefühlsausbrüche dieser Art waren dort vermutlich nicht ganz so außergewöhnlich. Vielleicht hatte keiner irgendetwas mitbekommen. Und momentan waren ohnehin alle wegen des Virus viel zu beschäftigt. Naja, vielleicht doch. Ich weiß es nicht... ich weiß momentan nicht viel.
Sie drehte ihm den Kopf zu, als sie das Lächeln in seiner Stimme praktisch hören konnte, und erwiderte seinen Blick ernsthaft. Ich liebe dich, Ian. Sie gab ihm einen Kuss. Ich liebe dich wirklich. Und ich bin so, so froh, dass ich tatsächlich ein Mal etwas richtiges getan und dir damals zugehört habe. Was würde ich nur ohne dich machen? Sie ließ ein erneutes schiefes Lächeln folgen, um eine verlegene Stimmung zu vermeiden. Und ich bin froh, dass es dir auch besser geht. Trotz des Kitsches.
Wenn du müde bist... Du kannst ruhig noch etwas schlafen. Ich... ich drehe nicht sofort noch einmal durch, weißt du? Du hast sicher noch ein paar Stunden vor dem nächsten Mal,
meinte sie leicht spöttisch. Vielleicht musste sie versuchen, alles ein wenig leichter zu nehmen. Sich selbst weniger ernst nehmen... vielleicht würde das helfen. Es zu probieren konnte jedenfalls nicht schaden.
Sie hob die Augenbrauen.
Jemand anderen? Du meinst doch nicht etwa... das rosa Bantha? Da muss ich dich enttäuschen, sie legte einen Arm um Ian und zog ihn fest an sich. Das habe ich auf Lianna gelassen. Oder etwa Yaro? Ich bin mir sicher, er würde jetzt auch gerne mit dir kuscheln.
Aber so lange dieses Teil dich sonst nicht stört, und vor allem nicht anfängt zu piepen... bin ich zufrieden.

Sie schloss ebenfalls die Augen. Es tat gut. Er tat gut. So gut... Sie war nicht mehr müde, aber... sie fühlte sich... Das wusste sie nicht einmal. Sie wusste nur, dass es seltsam war, und dass irgendeine Art... Schwere da war. Keine richtiggehende Erschöpfung, aber... nein, Unbeschwertheit war etwas anderes. Doch Ian ging es vermutlich nicht viel anders...
Sein Murmeln riss sie aus ihren Gedanken.
Trainingsraum? Ian! Sie widersprach ihm heftig und riss die Augen auf. Das ist nicht dein ernst! Du sollst dich erholen, auskurieren! Ich glaube nicht, dass du heute einen Trainingsraum von innen sehen solltest. Nicht einmal von außen! Sonst wird dein guter Freund bald ziemlich sicher nicht mehr dein Freund sein! Das meinte er doch nicht ernst. Oder? Er konnte nicht heute schon wieder trainieren wollen, nachdem er vorgestern beinahe... Es war doch viel zu früh!

Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Eowyn

„Ich denke es, weil ich sicher bin, dass wir dagegen angehen und selbst wenn es noch einmal geschieht, vielleicht etwas weniger intensiv?“ Vielleicht sprach auch viel mehr die Hoffnung aus ihm, aber sie stand nicht alleine. Wenn es ihm gelang, Eowyn ein paar Ängste zu nehmen oder sie wenigstens zu mildern, waren sie auf dem richtigen Weg, vor allem dann, wenn sie diese Sache angingen – gemeinsam. „Lass mich die Idee später erklären, damit du nicht jetzt schon ablehnst oder sie als völlig absurd einstufst.“ Es war nur eine Idee, ein Gedanke, der ihm in der Nacht gekommen war. Ob und inwieweit er funktionieren würde? Nun, Ian hatte keine Ahnung. Sinnvoll erschien es ihm jedoch noch nicht, sofort damit herauszurücken, denn sein Gefühl sagte ihm, dass Eowyn dagegen sein würde. Erklärte er ihr erst im Trainigsraum, was genau er vorhatte, würde sie vielleicht anders reagieren, so zumindest malte der Dunkelhaarige sich das Szenario aus.
„ ‚Gut‘ war das falsche Wort, entschuldige. Viel mehr war es vielleicht notwendig und wenn es geholfen hat – was du vielleicht erst später herausfindest - war es vermutlich doch gut. Nur nicht angenehm gut…“ In jedem Fall war es notwendig gewesen. Solche Gefühle ständig zu unterdrücken war nicht gut und ihnen Luft zu machen, konnte nicht falsch sein. Gestern war Besorgniserregend gewesen und dachte Ian darüber nach, war es das noch immer. Dennoch – sie hatten die Situation gemeistert, ohne dass Ian einen Arzt hatte rufen müssen und solange Eowyn erreichbar blieb, war nicht alles verloren. Für einen nicht geringen Anteil ihrer Ängste sah Ian sich ohnehin in der Verantwortung und gerade deshalb war es ihm wichtig, mit Eowyn daran zu arbeiten. Womöglich war auch das der Faktor, der ihn glauben machte, dass ein Ausbruch in der gestrigen Intensität sich nicht wiederholen würde. „Wir bekommen das hin, zumindest was das betrifft, bin ich sicher.“ Und dass er sie nicht alleine lassen würde, hatte er bereits mehrfach versichert.
Ich weiß“, flüsterte er dankbar auf ihr kleines Liebesgeständnis und spürte, wie sein Herz ein wenig schneller schlug, als sie ihn küsste. Er liebte es, wenn sie das tat, wenn sie ihm keinen schnellen, flüchtigen Kuss auf die Wange gab und Ian würde dafür sorgen, oh, er würde sehr dafür sorgen, dass sie diese kleine Gesten er Zuneigung mehr und mehr in den Alltag integrieren würden. Auch nach gestern war ihm klar geworden, wie wichtig es war, solche Momente zu schaffen – Zeiten, in denen es sie beide gab, ohne Ängste, ohne Verpflichtungen, ohne all diese leidigen Aufgaben.

„Das verführt mich fast, wirklich noch eine Runde zu schlafen,“ gab Ian überlegend von sich. „Aber wenn du nicht mehr hier liegst, ist es nicht mehr gemütlich und deswegen verschiebe ich das mit dem Schlafen doch lieber auf heute Abend.“

Das rosa Bantha, oder Yaro? Natürlich. „
Das Filmsi ist mir zu knitterig und Yaro zu haarig.“ Auch so war Yaro sicher kein adäquater Kuschelpartner und schon gar kein Kuschelersatz… Vor allem nicht, wenn Eowyn keine fünf Zentimeter weit von ihm entfernt lag. Und als Ian sich an Eowyn kuschelte, gelang es ihm sogar, für ein paar Sekunden die Sorgen zu vergessen. Bloß machte Eowyn der beinahe entstandenen Gemütlichkeit einen Strich durch die Rechnung.
Sturkopf“, wehrte er sich mit einem Lächeln in der Stimme, ließ das Wort nicht im Geringsten abwertend, sondern viel mehr liebevoll klingen, „ich habe gar nicht vor, mich im Trainingsraum irgendwie anzustrengen. Eigentlich habe ich viel eher daran gedacht, dich dort ein wenig zu quälen, was an meine Idee anknüpft. Aber vielleicht sage ich dir dazu erst mehr, wenn wir im Trainingsraum sind.“

Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Eowyn
 
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