Coruscant

Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Ian

Ich hoffe, du hast Recht, murmelte Eowyn. Er klang so positiv... ganz anders, als sie sich fühlte. Was gestern passiert war bestätigte sie eigentlich nur in ihren Sorgen. Sie war... sie hatte sich verändert. Und sie wünschte sich, sie hätte Ians Zuversicht. Hoffentlich würde diese auch für sie selbst ausreichen. Sie hatte es bitter nötig...
Eine Idee hatte sie ebenso bitter nötig, irgendeinen Ansatz, aber Ians Antwort war sehr kryptisch. Das klang ja nicht gerade so, als ob sie davon begeistert sein würde... ob sie für so etwas schon bereit war?
Okay, antwortete sie unsicher, während sie sich fragte, was er vorhatte, dass er ihr noch nicht einmal davon erzählte. Aber da war sie wohl wieder zurück beim Vertrauen. Er würde schon wissen, was er tat - und er klang so, als ob er davon überzeugt wäre... Sie nahm sich fest vor, seine Idee nicht gleich abzuschmettern und ihm eine Chance zu geben.

Nicht "angenehm gut" ist gut, brummte Eowyn. Das war alles andere als "nicht angenehem gut" gewesen, das war... gruselig, unheimlich, furchtbar, einschüchternd. Aber sie verstand wohl, wie Ian es meinte. Ja, vielleicht war es gut gewesen. Gut auf eine verquere Art und Weise - bevor noch schlimmeres passiert wäre. Wobei Eowyn sich so etwas kaum vorstellen konnte. Und es war ja nicht so, als hätte all das keine Konsequenzen. Es war ja nicht so, als wäre jetzt plötzlich alles wieder gut... Es war... gefährlich.
Ian ließ noch einmal seine Zuversicht durchklingen, und Eowyn seufzte.
Ich wünschte, ich hätte dein Vertrauen in uns. In mich. Aber ich schätze... es ist besser, wenn wenigstens du welches hast, nicht wahr? Schließlich vertraue ich wiederum dir... Und das sollte letzten Endes doch irgendwie dazu führen, dass sich eine Besserung einstellte. Dass sie beide sich irgendwie herauszogen.

Ian schien wirklich noch sehr müde zu sein - was kein Wunder war, sein Schlafrhythmus musste völlig hinüber sein. Er hatte gestern tagsüber geschlafen - wann er gestern Nacht wohl eingeschlafen war? Vermutlich hatte er eine kurze und sorgenvolle Nacht hinter sich, und sie biss sich auf die Lippe. Das hatte sie nicht gewollt... Das alles hatte sie nicht gewollt. Aber... sie konnte es nicht ändern. Sie konnte nur versuchen, es wieder gut zu machen, und das würde sie. Sie würde an sich arbeiten, und sei es nur um Ians Willen. Das konnte sie ihm nicht auch noch zusätzlich aufbürden. Das war nicht seine Baustelle. Wer sagt, dass ich aufstehen würde?, murmelte sie. Schließlich hatte sie momentan alles, was sie brauchte - ihr war warm, und Ian war bei ihr. Was brauchte sie mehr? Wirklich gemütlich allerdings war es dennoch nicht. Sie hatten nicht sonderlich viel Platz, die Betten waren nun einmal grunsätzlich erst mal nicht für zwei ausgelegt. Davon abgesehen trug sie noch ihre komplette Montur von gestern... Zum Schlafen eigentlich nicht gerade ideal und bequem. Dennoch würde sie liegenbleiben, wenn Ian wollte. Als ob so ein paar wenige Unbequemlichkeiten sie davon abhalten würden - Va'art war wesentlich unbequemer gewesen.
Yaro, zu haarig?, spottete sie. Das klang auf Va'art aber noch ganz anders. Vor allem in der Nacht, als Major Muurks sie schließlich gerettet hatte. Aber auch sie - so sehr sie das kleine Pelztier mochte, hier nun nur mit Ian zu liegen war einfach unglaublich wohltuend. So sehr, dass sie wirklich eigentlich nicht aufstehen wollte.
Nur, dass Ian mit seiner Erwähnung gleich in die ruhige, nachdenkliche Stimmung einbrach. Zugegeben... vielleicht eher sie mit ihrer Reaktion, auf die er äußerst gelassen reagierte. Sturkopf. Schon wieder... diesen Spitznamen hatte sie wohl weg. Nicht fair... Aber sie konnte ihm nicht einmal ansatzweise böse sein, so wie er es sagte. Im Gegenteil. Ganz im Gegenteil...
Sie seufzte. Wenn Ian wollte... er konnte sie wirklich um den kleinen Finger wickeln. Selbst Worte wie
dieses brachten ihren Bauch zum Kribbeln... Ob er das wusste? Ob er wusste, wie sehr er sie eigentlich in der Hand hatte?
Das jedenfalls war aber definitiv nicht das Thema.
Sie seufzte wieder und wurde leicht rot. Gut, sie hatte ihn falsch verstanden... Aber wie hätte sie ihn richtig verstehen können? Und - sie quälen? Wunderbar. Sie hoffte wirklich, wirklich, Ian wusste, was er da tat. Sie hoffte, er war sich dessen bewusst, dass sie nicht ganz auf der Höhe war... aber auch wieder. Vertrauen.
Tut mir Leid. Aber du musst zugeben, das offensichtlichste, was jemand in einem Trainingsraum tun möchte, ist nun einmal trainieren und sich anstrengen. Ich weiß nicht, ob mir das alles gefällt, vor allem nicht diese Geheimniskrämerei, aber... in Ordnung. Wenn du meinst...
Sie hatte sich vorgenommen, sich darauf einzulassen. Ihm eine Chance zu geben. Sie musste sich immer wieder daran erinnern.

Bloß... ich denke, ich würde vorher gerne duschen. Und die Kleidung wechseln. Wirklich. Und du... du solltest vielleicht deine Sachen holen? Und dabei vielleicht gleich deine tägliche Kontrolle abhaken... und vorher sollten wir frühstücken. Vor allem er. Und vielleicht das Zimmer wechseln... das hier hat nicht einmal eine funktionierende Nasszelle. Das klang jetzt wirklich, als ob sie alles vor sich herschieben wollte... Was so falsch nicht war, aber ihr war durchaus klar, dass das alles am Ende nichts bringen würde. Dennoch... das Zimmer hier zu behalten machte keinen Sinn. Es würde ja nicht renoviert werden können, wenn sie es belegte... Ich... sie zögerte etwas. Ob es zu sentimental klang?
Ach was. Sie hatte gestern einen Zusammenbruch erster Güte vor Ian durchlebt. Konnte irgendetwas ihn noch schocken?
Ich hatte eigentlich daran gedacht, zu sehen, ob mein altes Zimmer noch frei ist... Ob es das überhaupt noch gibt. Wer wusste schon, ob es nicht in einen Trainingsraum umgewandelt worden war, in eine Putzkammer oder dergleichen? Ich weiß nur nicht... es ist albern. Sie fuhr imaginäre Linien auf der Decke nach, bevor sie schließlich weitersprach. Nach gestern bin ich mir da einfach nicht so sicher. Alleine diesen vermaledeiten Flur zu betreten hatte sie beim letzten Besuch traurig und nachdenklich werden lassen. Ob es so klug war, jetzt ihr altes Zimmer zu suchen? Aber... ich gebe es zu, Eowyn lächelte ertappt, zumindest das hat wirklich Zeit bis später.
Sie zog Ian noch einmal fest an sich heran, als ob sie irgendwie diese Umarmung speichern könnte, bevor sie sich innerlich dazu bereit machte, aufzustehen.

Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Ian
 

Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Eowyn


„Ich werde Recht bekommen, wenn wir gestern nicht einfach vergessen, sondern daran arbeiten.“ Hoffen war sicher keine schlechte Idee, allerdings würde sie Hoffnung alleine nicht weiter bringen. Sie würden an einigen Baustellen arbeiten müssen, wenn sie wollten, dass sich eine Veränderung einstellte.

Auf ihr Brummen hin, stieß er sie sanft in die Seite.
„Es ist unfair, früh am Morgen von mir zu erwarten, mich gut ausdrücken zu können. Mein Sprachzentrum ist noch gar nicht richtig wach…“ Doch Ian glaubte, dass Eowyn ihn auch so verstand, selbst wenn er gerade nicht mit den treffendsten Worten formulierte. Seien Intention durfte klar sein, die Bedeutung hinter seinen Worten auch.
Auch und gerade was Eowyns Selbstvertrauen betraf, sah Ian noch einen großen Berg an Arbeit vor ihnen liegen und trotz alledem war Ian guter Dinge. Wollte guter Dinge sein, denn er war seinen elenden Pessimismus, der ihn so viele Jahre seines Lebens begleitet hatte, mehr, als nur leid.
„Es verkommt zu einer Phrase, wenn ich sage, dass wir auch das irgendwie hinbekommen, hm?“ In jedem Fall würde Ian sich hierzu Gedanken machen und vielleicht halfen hier und da ein paar kleinere Komplimente, um Eowyns Selbstvertrauen ein wenig Aufschwung zu geben? Kleine Komplimente und kleine Erfolge – wie auch immer er für letzteres sorgen konnte. Ihm würde etwas einfallen.

Wer sagte, dass sie aufstehen würde? Wahrscheinlich niemand, aber wenn er jetzt noch einmal einschlief, konnte das ein paar Stunden dauern und weder erwartete, noch verlangte Ian, dass Eowyn so lange bei ihm blieb. Zumal das Bett nicht unbedingt das größte war und sie so oder so schon recht beengt aneinander lagen, was, im Falle seines Schlafes, vermutlich noch ungemütlicher werden konnte, wenn Eowyn nicht auch schlief.


Yaro und Va’art. Ian rollte mit den Augen, ehe er lächelte. „Ich kann mich morgens nicht ausdrücken und du bist begriffsstutzig. Aber vielleicht hilft es dir, wenn ich ein bisschen deutlicher werden?“ Nun war er derjenige, der Eowyn einen längeren Kuss gab. „Glaubst du, Yaro kann da mithalten?“ Das konnte er sicherlich nicht, auch wenn Ian zugeben musste, dass er seinen kleinen pelzigen Freund sogar leicht vermisste. Yaro war dennoch sicher der letzte, mit dem Ian aktuell kuscheln wollte und Ian bedauerte es fast, dass sie bald wieder würden aufstehen müssen und, dass die Schwere von gestern noch nicht verschwunden war.

„Was soll ich in einem Trainingsraum, wenn ich keine Waffe benutzen und mich nicht anstrengen darf? Wirklich viele Optionen habe ich dort nicht.“
Wobei es natürlich die ein oder andere Technik gegeben hätte, die es einmal wieder aufzufrischen galt. Allerdings waren seien Gründe, den Trainingsraum zu besuchen, tatsächlich selbstloserer Natur und Ian war nicht Teil des Trainings - auch wenn er nichts dagegen gehabt hätte, sich körperlich ein wenig anzustrengen. „Vertrau mir einfach. Und wenn es dir gar nicht gefällt, hören wir – oder besser du – einfach auf damit.“
Duschen, Sachen holen, der tägliche Kontrollgang, Frühstücken, Ian seufzte. So viel zu seinem Plan, noch fünf Minuten einfach liegen zu bleiben. Fünf Minuten Nähe. Er seufzte erneut. Wenn sie nicht einmal ein paar Minuten Zeit hatten, um einfach nur aneinander gekuschelt dazuliegen? Dann waren das sehr, sehr rosige Aussichten, für alles andere. „Das, was ich gerade am meisten sollte, ist ganz einfach nur ein paar Minuten hier mit dir zu liegen. Das bringt mir mehr Erholung, als alles andere“, gab er schließlich doch ein klein wenig brummend von sich. Und dann, ein paar Sekunden später, kam Eowyn auf ihr altes Zimmer zu sprechen. „Vielleicht ändert sich das im Laufe des Tages noch, aber vermutlich rennt dieser kleine Besichtigungstermin wirklich nicht davon“, fing Ian Eowyns Lächeln auf und dann war sie diejenige, die ihn endlich – endlich – noch einmal eng an sich heran zog. Solche Dinge brachten ihm allemal mehr, als ein elendes Frühstück, denn das, was Eowyn damit in ihm auslöste, war ein eindeutiger Beweis dafür. Mit einem zufriedenen Geräusch, legte auch Ian seinen Arm ein wenig fester um Eowyn, und genoss die paar Sekunden der Intensität, ehe diesmal er es war, der sich wiederstrebend aufrichtete, damit nicht Eowyn wieder diejenige sein musste, die den Zauber des Moments brach.
„Vorschlag: Du gehst duschen und vielleicht was essen, ich frühstücke ebenfalls und in einer halben Stunde treffen wir uns in einem der Trainingsräume?“
Die andere Idee, gemeinsam zu duschen und gemeinsam zu frühstücken, sprach er heute lieber nicht laut aus – würde sie aber für ein anderes mal im Hinterkopf behalten.


Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Eowyn
 
Coruscant, Jedi-Tempel - Trainingsraum - Skyan, Liia, Faith, Sarid und Wes

Dass Sarid seinen Zeitmangel bedauerte, betrachtete Wes als Zustimmung. Ja, Soresu wäre wohl Faiths Stil, obwohl die rein nach Augenschein nicht gerade den Eindruck machte, viel mit diesem Ratschlag anfangen zu können. Von der Padawan hatte er im Gegenzug auch noch nicht gesehen, aber sie glich ihre körperliche Unterlegenheit im Lichtschwertkampf durch Machteinsatz aus. Sie war also wie er selbst. Wes hatte lange genug begabte Lichtschwertkämpferinnen ausgebildet, dass es eine angenehme Abwechslung wäre, jemand zu überweisen, dessen Stärken und Schwächen ähnlich lagen als die seinen. Faith könnte die richtige sein… irgendein Gefühl sagte es ihm. Aber nicht gerade jetzt. Zur Zeit hatte Wes das Gefühl, dass dieses alte Ungetüm von einem Gebäude auseinanderfiele, wenn er nicht höchstpersönlich mit einem Tacker bewaffnet von einem Ende zum anderen raste, von der Virusepidemie ganz zu schweigen.

Aber Sarid würde ja jetzt dafür sorgen, dass der Tempel wieder in Schuss kam, wie sie ihren Padawanen erklärte. Mit den ganzen Baudroiden und einem Batallion Soldaten erreichte man da einiges. Um die Unterbringung machte er sich freilich keine Sorgen. 576 Mann, in diesem Gebäude? Ha!


»Der Tempel ist nicht nur groß genug, ein Batallion zu beherbergen, sondern auch um eins zu verlieren und nicht mehr wiederzufinden,«


Flakste er mehr zu sich selbst als zu wen sonst. Aber um die Nahrungsversorgung würde er sich kümmern müssen, wenn auf einmal noch 500 Mäuler mehr zu stopfen waren. Ja, die Arbeit würde ihm nicht ausgehen und Sarid so schnell wohl auch nicht. Sie bot Faith an, ebenfalls mitzukommen, aber zu Wes' Überraschung schlug die Menschin aus. Sie wirkte dabei seltsam unsicher… die Frau hatte doch was auf dem Herzen?

Bevor Wes aber fragen können, musste er sich von Sarid verabschieden, die nun aufbrach und ihn mit einem weiteren jungen Mann zurückließ, der gerade den Raum betreten hatte (Cal). Er sah diesen kurz an, als Faith die Stimme erhob und bat, unter vier Augen mit ihm zu sprechen. Ah, sein Gefühl hatte ihn also nicht getäuscht…

»Sicher!«


Bejahte er die Anfrage und sah nochmals kurz Cal an.


»Entschuldige uns für einen Moment.«


Anschließend verließen sie den Trainingsraum und kaum dass die Türe sich mit einem wartungsbedürftig klingendem Zischen (nicht viele erkannten dieses Geräusch), begann Faith und bat Wes um einen Gefallen.


»Du bist eine Jedi, damit hast du automatisch einen Gefallen bei mir gut,«

Entgegnete Wes süffisant und damit die Wartezeit überbrückend. Die blonde Menschin zögerte nämlich eine Weile, bevor sie sprach – und was er anschließend hörte, war nicht unbedingt die beste Nachricht. Den Tempel verlassen… hmm. Aber nur für eine gewisse Zeit? Immerhin…

»Wenn es mit meinem Gesagten in Bezug auf dein Training zusammenhängt, Lichtschwertkampf ist nur ein Aspekt des Jediseins, und ganz sicher nicht der wichtigste.«


Warf Wes schnell ein, doch Faith fuhr fort: sie hatte offenbar nicht vor, die Jedi-Karriere an den Nagel zu hängen, suchte aber eine für den Moment andere Aufgabe. Wie sie sagte, hatte sie das Gefühl, es tun zu müssen. Der Taanaber überlegte kurz, was er sagen sollte. Natürlich würde er sie nicht hier festhalten. Aber er musste sichergehen, dass die Jedi kein Talent verloren, welches sie dringend brauchten, und etwas ganz bestimmtes umgab Faith… eins der Dinge, die
Wes einfach wusste.

»Aus der Perspektive desjenigen gesprochen, der hier gerade versucht, dieses Bauwerk in Zeiten wie diesen am Funktionieren zu halten, müsste ich sagen, dass wir gerade jeden brauchen, der mit anpacken kann. Aber…,«

Betonte der Jedi-Rat.

»Ich werde nicht unseren Nachwuchs, Padawane wie dich, in dieser Krise verheizen. Vor allem nicht, wenn die Macht dir etwas anderes sagt, Faith. Ich nehme an, du hast drüber geschlafen und nachgedacht? Ein Jedi sollte immer seiner Intuition folgen. Wenn du weißt, dass es das richtige ist, dann ist es wohl das, was die Macht für dich vorgesehen hat. Zudem kann eine Auszeit, obwohl wir dich hier auch bräuchten in der Tat wertvoll sein.«

Wes holte weit aus und Faith würde eine kleine Geschichte zu hören bekommen, ob sie wollte oder nicht.

»Es gab einmal eine große Organisation. Sie war sehr alt und sehr mächtig – sie hat sogar eine Weile über Alte Republik regiert, und war nicht ihre schlechteste Zeit, weil diese Organisation im Laufe der Zeit eine Menge Weisheit angehäuft hatte. Doch irgendwann begannen die Angehörigen, ihre Organisation wichtiger zu nehmen als den Rest der Galaxis. Generation um Generation wurde im Kleinkindalter in just dieses Gebäude geholt. Sie lebten in einem Elfenbeinturm, ohne die Galaxis außerhalb der Tempelmauern kennenzulernen und irgendwann wurden sie alle Ritter, um plötzlich hinausgeschickt zu werden in eine Galaxis, die ihnen fremd war. Am Ende war es kein Wunder, dass diese Organisation durch die Machenschaften eines einzelnen Sith, Imperator Arcanious, schließlich fast vollständig ausgelöscht wurde.«

Er wartete einen Moment, bis der Wortschwall komplett angekommen war.


»Was ich damit sagen will: es ist gut, den eigenen Horizont zu erweitern. Wenn du das Bedürfnis dazu hast und überzeugt davon bist, dass es dich persönlich weiterbringt, werden wir dich in deinem Tun unterstützen. Sei einfach vorsichtig, okay? Der Orden braucht Leute wie dich. Solltest du jemals in Schwierigkeiten geraten oder aus anderen Gründen einen Kontakt beim Jedi-Orden brauchen, hier, nimm meine Kommfrequenz.«

Mit diesen Worten reichte Wes Faith einen kleinen Chip.

Coruscant, Jedi-Tempel - Trainingsraum: Cal - Flur vor dem Trainingsgraum: Faith und Wes
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Ian

Nein, kann er nicht... flüsterte sie, als Ian sich nach seinem Kuss von ihr löste. Zumindest für sie konnte Yaro da definitiv nicht mithalten, so süß der kleine Kerl auch war. Und vielleicht sollte ich öfter so begriffsstutzig sein...?, fragte sie mit hochgezogenen Augenbrauen. Wenn Ian ihr jedes Mal so verdeutlichte, was er meinte... vielleicht gab es deshalb Frauen, die seltsam... begriffsstutzig waren.

Dass du keine Waffe verwenden darfst, das stimmt so nicht ganz. Du darfst durchaus eine tragen, wenn ich denke, dass die Situation es erfordert - nur erinnere ich mich nur zu deutlich, dass du auf keinen Fall eine wolltest. Da fällt mir ein, ich wollte dir noch ein Komlink besorgen... Ein Komlink hätte wirklich vieles einfacher gemacht. Sie hätte Ian einfach anfunken können, wo er gerade steckte, anstatt ihn völlig hilflos auf Coruscant suchen zu müssen.
Sie seufzte.
In Ordnung, ich vertraue dir. Es wird schon nicht so schlimm sein - was auch immer du vorhast... Allerdings bewirkte er mit seiner Heimlichtuerei nur eher, dass sie skeptisch wurde. Denn warum konnte er ihr nicht einfach sagen, was er vorhatte? Aber - sie vertraute ihm. Sie ließ sich darauf ein. Er würde schon wissen, was er tat.

Jetzt wurde sie tatsächlich rot. Er hatte ja so Recht... Sie war wieder einmal zu schnell. Und dabei genoss sie es selbst so sehr, hier mit ihm zu liegen und einfach nichts zu tun. Lange hielt so etwas aber nie an - sie war einfach nicht fähig dazu, nichts zu tun. Allerdings würde sie sich zu so etwas mehr zwingen müssen. Calad hatte zumindest in einem Punkt Recht gehabt - sie brauchte mehr Auszeiten. Und wenn sie schon nicht den Planeten verlassen konnte um... "Urlaub" zu machen - was war schon Urlaub, wann hatte sie so etwas jemals gehabt? - dann musste sie zumindest versuchen, hin und wieder ein paar Minuten abzuschalten. Wenigstens fünf Minuten. Oder zehn. Tut mir Leid, murmelte sie und bekam ein schlechtes Gewissen. Ian hatte auch in diesem Punkt Recht - ihm würde es vermutlich noch viel mehr guttun als ihr selbst. Wenn schon nicht für sich, dann sollte sie zumindest für Ian mehr Auszeiten einbauen. Es war ihre Verantwortung, auf ihn aufzupassen, und dazu gehörte nicht nur Acht zu geben, dass er nicht den Planeten verließ, die Republik verriet oder die Jedi hinterging. Denn dafür war sie ohnehin nicht nötig... Nein, sie würde dafür sorgen, dass es Ian gut ging.
Wenigstens ein wenig wollte sie nun noch Nähe teilen, auch wenn ihre unbedachten Äußerungen die Unbedarftheit des Moments sicher zerstört hatten. Wer konnte schon wirklich entspannen, wenn man wusste, was man noch alles zu tun hatte? Genau hier lag aber vermutlich ihr eigenes Problem.
Ian löste sich schließlich wieder, viel zu früh, und Eowyn nickte auf seinen Vorschlag hin. Nicht das, was sie sich gewünscht hätte - ein gemeinsames Frühstück wäre schön gewesen, vor allem nachdem sie eben schon viel zu praktisch gedacht hatte, aber es machte mehr Sinn. Sie hatten beide Dinge zu erledigen, und so sparten sie Zeit...
Allerdings - ich glaube nicht, dass ich das in einer halben Stunde schaffe. Ich komme einfach, wenn ich so weit bin, in Ordnung? Alleine das duschen mit Haarwäsche würde schon fünfzehn bis zwanzig Minuten in Anspruch nehmen. Und waschen würde sie sie - denn sie hatte ganz eindeutig vor, alles von gestern fortzuspülen. Dazu kam noch die Wegzeit, die im Tempel nicht zu unterschätzen war. Lianna hatte doch einfach eine andere Größe. In ihrer Anfangszeit als Padawan bei Tionne war es durchaus vorgekommen, dass jemand zur Trainingsgruppe zu spät kam, weil er den Weg unterschätzt oder sogar gar nicht gefunden hatte.

Sie erhob sich schließlich und betrachtete das Chaos auf ihrem Boden, das sie ausgelöst hatte, als sie gestern die Energieriegel gesucht hatte. Immerhin brauchte sie jetzt nicht mehr nach frischer Kleidung graben... die lag ebenso auf dem Boden wie viele andere Dinge auch. Sie brauchte nur ihre Stiefel anzuziehen, den Gürtel umzulegen und sich die nötigen Dinge zu schnappen, bevor sie sich auf die Zehzenspitzen stellte und Ian noch einmal einen richtigen Kuss gab. Wenn schon keine gemeinsame Ruhe, dann wenigstens das...
Bis später, lächelte sie ihm zu und verließ den Raum.

Sie bemühte sich sehr, während des Duschens ihre Gedanken nicht schweifen zu lassen. An unwichtige Dinge zu denken, wie zum Beispiel die Frage, wo sie am schnellsten ein Kom für Ian herbekam, und außerdem konzentrierte sie sich darauf, wieder alle möglichen Dinge mit der linken Hand zu tun als mit der rechten - das war in den letzten Tagen doch sehr zurückgetreten. So schaffte sie es tatsächlich, nicht an gestern zu denken - nicht an das, was Alisah ihr erzählt hatte, nicht an das, was danach passiert war, nicht an das, was Ian vor ihr verzweifelt ausgebreitet hatte. Das warme Wasser tat außerordentlich gut, mehr sogar, als sie gedacht hatte, und so blieb sie am Ende einfach noch ein paar Minuten stehen, um sich berieseln zu lassen. Weshalb auch nicht... Ian wusste, dass es ziemlich sicher später werden würde.
Als sie ihre Sachen in ihr erstes Zimmer zurückbrachte konnte sie das Chaos nicht mehr sehen und warf alles schnell in ihren Rucksack. Die paar Minuten hatte sie jetzt auch noch... schlimm genug, dass Ian diese Unordnung so hatte sehen müssen.
In der Kantine schließlich hielt sie sich nicht sonderlich lange auf. Ihr heißgeliebter Becher Kaf und die sonstigen üblichen Dinge, die sie sonst zum Frühstück aß landeten auf ihrem Tablett, während sie sich im Raum umsah. Er begann langsam, sich zu füllen - offensichtlich erwachte der Tempel langsam wieder. Die Grundstimmung war keine gute, was kein Wunder war. Der Virus hatte den Tempel und seine Bewohner voll und ganz im Griff.
Ihr Frühstück war schnell verspeist, weshalb auch sollte sie sich Zeit lassen - Ian wartete vermutlich schon auf sie.
Angesichts der gedrückten Stimmung hatte sie ein furchtbar schlechtes Gewissen, als sie sich schließlich wieder zum Trainingsraum aufmachte, dessen Lage sie Ian vorher noch beschrieben hatte. Alle hier bemühten sich, das Virus einzudämmen, ein Heilmittel zu finden, sich um die Infizierten zu kümmern... und sie? Sie traf sich mit Ian im Trainingsraum, um... ja, um was? Nur, weil sie sich nicht im Griff hatte, mussten nun andere auf ihre Hilfe verzichten. Andererseits hielt sie so wenigstens Ian davon ab, sich zu überarbeiten. Sie hatte fürchterliche Sorge, wie lange er sich würde zurückhalten können... Trotzdem. Sie sollte sinnvolleres tun als... das hier! Und wenn es nur gutes Zureden war. Irgendetwas...


Eowyn seufzte, als sie den Trainingsraum betrat, der bis auf Ian leer war, es war wohl wirklich noch zu früh. Es gefiel ihr nicht, sich zurückzuziehen... aber sie würde sich darauf einlassen, bei der Macht noch einmal. Sie war gestern durchgedreht, ein anderes Wort dafür gab es nicht. Nur, weil sie momentan gerade ganz gut in der Lage war, das ganze zu deckeln, hieß es nicht, dass sie nicht aufpassen musste. Sie würde schleunigst daran arbeiten, sich selbst in den Griff zu bekommen. Je schneller sie das schaffte, desto früher konnte sie etwas sinnvolleres tun.
Ihr Blick fiel auf den Boden, und sie runzelte die Stirn.
Was soll das, Ian? Was hast du vor?

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 –

Er hoffte das es Alisah gut ging, sie schien etwas zu beschäftigen. Er sollte und wollte aber bei ihrem Sohn und seinem "kleinen Bruder" bleiben. Das tat er auch. Ab und zu ging er etwas um den Brutkasten rum, musterte das kleine Wesen genau um sicher zu gehen das es ihm auch gut ging. Dann hatte er sich wieder vor dem Kasten gestellt und beobachtete den Jungen.

//Ich hoffe du wirst das durchstehen und groß und stark werden. Falls nicht, keine Sorge, ich passe auf dich auf.//

dachte er und begann ein Lied zu summen, und dann leise zu singen. Er hatte mal gehört das Musik Babys gut tun kann. Er war weder ein guter Sänger, noch konnte er ein Instrument spielen, jedoch liebte er Musik und hoffte das es dem kleinen gefallen würde. Das Alisah wiederkam merkte er so gar nicht.

Das Lied handelte am Anfang von Zweifel, dann aber von Träumen, Hoffnung und Liebe. Als er fertig war sah er lächelnd zu dem Kleinen und legte eine Hand auf die Scheibe, so das sie genau da war so die Hand von Alisahs Sohn lag.

"Dir scheint das Lied gefallen zu haben. Das freut mich. Wenn du möchtest, singe ich öfters für dich. Ich werde auch versuchen ein Instrument zu lernen, so das ich dir was vorspielen kann. Ich hoffe Meister Radan kommt bald wieder. Du wirst ihn sicher lieben so wie ich. Er ist ein guter Meister und ein Vater, wie man ihn sich einem Kind nur wünschen könnte."

sagte er und bemerkte dann Alisah, die wieder zu ihm kam und eine Hand auf seinen Arm legte. Lächelnd sah er zu ihr.

"Ihr seid meine Familie. Das ist selbstverständlich."

sagte er und holte sich nun auch einen Stuhl, stellte ihn neben Alisahs und setzte sich, sah lächelnd zu Kyran.

"Er scheint Musik zu mögen."

sagte er und sah dann zu Alisah

"Wir sollten, wenn wir wieder zu Hause sind, ihm eine Spieluhr oder so etwas besorgen."

er legte eine Hand auf Alisahs und sah sie etwas besorgt an

"Ich hoffe es geht dir gut. Wenn ich helfen kann, sag ruhig. Ich bin auch für dich da."


Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Rick
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns unaufgeräumtes Zimmer, mit Eowyn

Gut“, gab sich Ian letzendlich doch zufrieden, als auch Eowyn erkennen musste, dass Yaro einfach nicht mithalten konnte. Öfter begriffsstutzig sein? Nein – denn das würde bedeuten, dass es noch weniger Küsse gab, oder mehr von den schnellen, auf die Wange gehauchten. „Wie unfair von dir, die Initiative allein von mir ausgehen zu lassen“, kam es demnach mit einem äußerst spitzbübischen Lächeln. „Aber notfalls werde ich darauf zurückkommen.“
Natürlich konnte Eowyn Ians Kommentar bezüglich Waffen nicht unkommentiert lassen und infolgedessen war es Ian auch nicht möglich, kein Geräusch von sich zu geben, das seinen Unmut dazu preisgab. Wenn sie gewusst hätte, was Ian zuletzt mit seinem Lichtschwert getan hatte, wäre sie sicherlich die erste, die ihm verbieten würde, diese Waffe je wieder in die Hand zu nehmen.
„Dafür gibt es auch einen Grund,“ brummte Ian dann und wenn Eowyn klug war, würde sie dieses Thema sauber beenden, ohne einen weiteren Kommentar hinterherzuschieben. „Vermutlich müsstest du dafür in die Stadt.“ Oder gab es im Orden Komlinks? Ob es momentan überhaupt eine gute Idee war, sich in die Stadt zu begeben? Ian wagte es zu bezweifeln. „Vielleicht hat ja auch jemand mehr als eins. Und ohnehin muss es ein Komlink sein, mit dem ich nicht in Kontakt mit anderen außer dir und vielleicht Joseline treten kann.“ Was die Sachlage noch ein wenig verschärfte.

Sein nächster Kommentar sorgte dafür, dass Eowyn rot wurde und da gelang es Ian nicht, ein kleines Lächeln zu unterdrücken. „
Vermutlich ist das die einfachste Sache, an der sich arbeiten lässt.“ Außer… außer man hieß Eowyn. Wie oft war sie es gewesen, die Momente der Zweisamkeit beendet hatte? Eigentlich war es bezeichnend, dass sie die Frau der flüchtigen Küsse war und gleichzeitig auch diejenige, die Umarmungen zuerst löste. Völlig klischeehaft, müsste es doch eigentlich umgekehrt sein? Doch Ian wagte nicht, einen Vergleich zu ziehen. Weder zu Tahiri, noch zu Alisah.

„Lass dir einfach Zeit“, lächelte Ian Eowyn zu, als er sich mit Wiederwillen nicht nur von ihr löste, sondern auch aufstand. Dabei hätte ihn die Müdigkeit beinahe zurück ins Bett gezogen. Also würde auch für ihn ein Gang in die Nasszelle das nächste Ziel sein und als Eowyn ihm einen Abschiedskuss gab, war Ian tatsächlich verführt, seinen kurzen, vorherigen Gedanken wieder aufzufassen, doch er tat es nicht, denn eine Abweisung, nein, eine Abweisung hätte er vermutlich nicht mit einem Lächeln weggesteckt.

Kalt geduscht, rasiert und gefrühstückt, suchte Ian schließlich einen etwas ab gelegeneren Trainingsraum, bei dem die Wahrscheinlichkeit, sofort Besuch zu bekommen, nicht ganz so hoch war. Die Zeit von Eowyns Abwesenheit nutzte er dafür, verschiedenste Gegenstände auf den Boden zu legen, oder zu stellen. Von Trainingsdroiden über größere und kleinere Kugeln, die man für Levitationsübungen nutzte, hatte Ian eine kleine Auswahl geschaffen.
Lange dauerte es nicht, bis Eowyn erschien, ein Runzeln auf der Stirn und ein Blick, der so gar nicht begeistert wirkte. Ian unterdrückte ein Seufzen, denn so wie sie ihre Fragen formulierte, klang es beinahe so, als wolle sie sofort wieder umkehren und ihre Zeit wichtigeren Dingen widmen. Wichtigeren Dingen… Dabei war diese Zeit gerade eine der wichtigeren – denn es ging um sie. Doch Ian verbat sich nicht nur das Seufzen, sondern auch einen scheltenden Blick.

„Am besten wäre es, wenn du dich erst einmal setzt,“ und damit er nicht zu schulmeisterlich klang, ging er selbst in den Schneidersitz. Wie sollte er nun beginnen, ohne dass sie sofort die Flucht ergriff oder verständnislos den Kopf schüttelte? „Ich möchte, dass du erst nur zuhörst. Ich werde dich nicht zwingen, dass zu tun, aber es wäre…“ Schön? Gut? Hilfreich? „Vielleicht gut, wenn du es zumindest ausprobieren würdest. Wenn es dir gar nicht zusagt, können wir immer noch abbrechen.“ Ohnehin hatte Ian keine Ahnung, ob seine Idee überhaupt funktionierte oder ob sie schlicht und einfach aberwitzig war. Sie würden es feststellen.
„Du siehst ein paar Gegenstände hier, ich möchte, dass du sie dir genau ansiehst und dass du an gestern denkst. An dein Gefühl der Angst. Und dann möchte ich, dass du einen Gegenstand wählst, der sich mit dieser Angst verkörpern lässt. Sei es, weil er groß ist, dunkel, oder schwer. Du sollst das entscheiden. Ich möchte, dass du diesen Gegenstand nimmst und ihn vor dich legst. Und für jedes andere negative Gefühl, dass du gestern gespürt hast“, Ian zumindest hatte Verzweiflung gespürt, „sollst du auch einen Gegenstand erwählen. Am besten für die zwei oder drei schlimmsten Gefühle. Willst du erst nur eines, dann nur eines.“ Hoffentlich tat sie das nicht alles sofort ab – es war nur ein Versuch. „Und zu guter Letzt möchte ich, dass du einen Gegenstand oder sonst etwas wählst, das für das steht, was du glaubst, was dir aus dieser Angst helfen kann. Diesen legst du nicht vor, sondern neben dich, oder irgendwo anders hin, wo es dir passend erscheint.“


Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Eowyn
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Eowyns Zimmer, mit Ian

Natürlich gab es einen Grund dafür, dass er keine Waffen mehr besitzen wollte - zumindest vermutete Eowyn stark, dass er niemals wieder jemandem Schmerzen zufügen wollte. Sie wollte nur noch einmal betont haben, dass er die Möglichkeit hatte, wenn er wollte - aber ganz sicher würde sie ihn nicht dazu zwingen. Nicht, so lange es nicht absolut notwendig war, und eine Situation, in der es absolut notwendig war... eine solche konnte Eowyn sich momentan nur schwer vorstellen. Beziehungsweise wollte es nicht.
Früher hatte der Orden Komlinks in Hülle und Fülle vorrätig gehabt. War das noch immer so? Und Ian hatte Recht, es musste ein eingeschränktes Komlink mit kurzer Reichweite sein. Es gab da mehrere Möglichkeiten...



Im Trainingsraum sah es ähnlich aus wie in ihrem Zimmer noch vorhin - alles Mögliche lag auf dem Boden herum, wenn auch etwas ordentlicher. Als hätte Ian Lust gehabt, wie ein kleines Kind die Schränke auszuräumen. Das Stirnrunzeln wurde intensiver, und sie musste sich wirklich dazu zwingen, positiv zu bleiben. Sie wusste doch noch nicht einmal, was Ian wollte! Sie musste sich darauf einlassen. Je schneller, desto früher... Wenn es half, warum sollte sie sich sträuben?
Sie seufzte wieder und ließ sich ein wenig zögerlich inmitten des Chaos gegenüber von Ian auf dem Boden nieder. Entspannen. Offen bleiben.
Sie sah Ian an und nickte. Zuhören, das bekam sie hin.
Doch je mehr Ian sagte, desto weniger konnte sie sich darauf einlassen. Sie sollte... was? Das war absurd. Was sollte das bringen? Einen Gegenstand, der ihre Angst symbolisierte? Das war... Sie war dringend versucht, einfach aufzustehen und zu gehen, stattdessen starrte sie Ian jedoch einfach nur an. Sie hätte ihn wirklich nicht als jemanden eingeschätzt, der auf diese Art und Weise arbeitete - es erinnerte sie ein wenig daran, wie manche Jedi jedes Problem dadurch zu lösen suchten, dass sie meditierten. Die Zukunft war unklar? Meditieren. Kein Lichtschwertkristall passend? Meditieren. Die Auswahl beim Mittagessen ungenügend? Meditieren.
Noch einmal, was sollte das bringen? Ihre Angst war eine Kugel - und dann? Sie in den Müllschacht schmeißen? Das würde nicht funktionieren! Niemals! Es war Zeitverschwendung. Lieber würde sie mit Ian einfach reden. Oder etwas anderes... sinnvolles tun.
Sie blickte noch immer in Ians geduldiges Gesicht. Er hatte vorhergesehen, dass sie es ablehnen würde. Er war dennoch überzeugt, dass es vielleicht helfen würde.
Was hatte sie zu verlieren? Eine Stunde Zeit. Mehr nicht... Wenn es hinterher nichts brachte, dann hätte sie sich wenigstens nichts vorzuwerfen.


Sie seufzte. Okay. Okay... Eowyn löste ihren Blick und ließ ihn schweifen. Da lagen Kugeln, Trainingsdroiden, Stäbe, Kegel, Mosaikwürfel, Kissen... Aber was symbolisierte ihre Angst? Sie hatte keine Angst vor Kugeln oder gar Kissen. Gut, als Padawan vielleicht. Nach was sollte sie denn hier auswählen? Das waren... nun ja, eben Kugeln und Droiden. Nichts Besonderes. Es war eigentlich egal, was sie wählen würde. Hauptsache, es machte Ian glücklich...
Aber sie machte das nicht für Ian. Sie machte das für sich. Sie musste es ernst nehmen, sonst war es wirklich nur eine verschwendete Stunde. Dann konnte sie es gleich lassen.
Erneut starrte sie die Gegenstände an. Kugel... Pyramide. Das Labyrinth... oh, mit so etwas hatte sie mit Tionne geübt, sie erinnerte sich noch genau... Fokus. Stab, Flüssigkeitskugel... Unwillig stand sie auf, ging durch den Raum. Es war sinnlos. Sie konnte sich darauf nicht einlassen. Es war... sie kam sich so albern vor! Das war lächerlich!
Ich kann das nicht, Ian, brachte sie hervor, während sie ihn ansah. Es tut mir Leid, aber ich kann das einfach nicht!
Ians folgende aufmunternde, beruhigende Worte änderten nichts daran. Sie konnte das nicht. Das brachte doch nichts! Aufseufzend warndte sie sich ab und rieb sich die Stirn.
Sie hatte sich vorgenommen, wirklich offen zu sein. Sie hatte dieses Problem angehen wollen. Wenn sie jetzt immer in ihren begrenzten Schranken blieb, wenn sie niemals ausbrach aus ihrem Muster... dann würde sich nichts ändern.
Sie warf Ian einen erneuten Blick zu. Er sah sie so geduldig an, drängte sie kaum. Er meinte das wirklich, wirklich ernst. Er glaubte, dass es etwas ändern konnte.
War sie wirklich so verbohrt, dass sie dem nicht die kleinste Chance gab? Je schneller, desto früher. Sie musste das angehen. Sie würde. Egal, was es bedeutete. Egal, wie bescheuert sie sich vorkam.

Ach, stang, entfuhr es ihr, als sie sich wieder gegenüber Ian auf den Boden setzte. Okay, ich kriege das hin. Das wäre doch gelacht... Erneut betrachtete sie die Gegenstände vor sich, versuchte ruhig und gleichmäßig zu atmen und sich voll und ganz auf die Sache einzulassen. Sie bekam das hin. Ihre Sturheit sollte zumindest ein Mal einen Nutzen haben.
Angst. Angst... die Angst gestern, sie war noch so nah. Sie war
zu nah. Sie durfte gar nicht zulassen, dass sie erneut an die Oberfläche brach, sie musste aufpassen. Zögernd griff sie nach der Kontrolleinheit eines Trainingsdroiden. Sie hatte als Padawan immer größten Respekt vor diesen Dingern gehabt... es erschien ihr irgendwie... passend zu sein. Diese Dinger waren ja auch irgendwie furchteinflößend... Sie legte sie vor sich. Sollte sie dazusagen, für was das Ding stand? Auch, wenn Ian das nicht explizit gesagt hatte... vermutlich. Angst, sagte sie leise und atmete einmal durch, bevor sie sich der nächsten Sache zuwandte.
Was hatte sie noch gefühlt? Selbstzweifel waren da gewesen, Selbstzweifel, die sie fürchterlich panisch gemacht hatten. Sie war keine gute Jedi... wenn sie jemals eine gewesen war, jetzt war sie es nicht mehr. Was sie hierfür wählen musste war deutlich, und so stand Eowyn noch einmal auf, ging zum Schrank hinüber und legte schlussendlich ein Trainingslichtschwert vor sich auf den Boden. Zu sagen, wofür dies stand, war schon wesentlich schwieriger. Es zu fühlen war eine Sache. Zu wissen, dass Ian es wusste eine andere. Und es offen zuzugeben... war verdammt schwer. Sie holte einmal tief Luft. Sie wollte sich darauf einlassen...
Selbstzweifel, flüsterte sie schließlich, auf das Lichtschwert starrend.
War das jetzt alles gewesen?
Kaum. Gegen Ende war da immer mehr Verzweiflung hinzugekommen. Verzweiflung... Auch das war nicht so schwer. Dieses Mal ohne Zögern nahm sie die Kugel, deren Flüssigkeit die Padawane in mehrere Farben trennen mussten. Oh ja. Dieses Ding
hatte sie zur Verzweiflung gebracht, mehr als nur ein Mal. Sie räusperte sich, bevor sie sich zwang, die Kugel auf den Boden zu legen und es auszusprechen. Verzweiflung.

Doch was konnte ihr helfen? Der Aufwind, die vorherigen Aufgaben doch irgendwie gelöst zu haben, machte wieder Ernüchterung Platz. Nichts von den Dingen, die hier lagen, machte Sinn sie dafür zu wählen, dass sie ihr symbolisch halfen. Nicht gegen Angst, nicht gegen Selbstzweifel, nicht gegen Verzweiflung. Suchend sah Eowyn sich um. Was bei der Macht machte hier Sinn? Aber jetzt aufgeben war keine Option. Absolut nicht. Sie musste sich für etwas entscheiden...
Es dauerte noch eine Weile, doch schlussendlich entschied sie sich erneut zögernd dafür, eine Abdunklungsbrille in die Hand zu nehmen. Ian musste ja nicht erfahren, wieso... es war albern, vor seinen Ängsten davonzulaufen, und eigentlich half es auch nicht. Aber momentan... momentan fühlte es sich
verdammt verlockend an.
Sie hatte allerdings nicht den blassesten Schimmer, wo sie sie hinlegen sollte. Was ihr passend erschien? Passend wäre, sie aufzuziehen, aber das war sicher nicht Sinn der Sache. Also zuckte Eowyn mit den Schultern, legte sie neben sich und sah Ian erleichtert zum ersten Mal, seit sie begonnen hatte, zu wählen, an.
Und nun?

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian
 
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Nahe des Raumhafens Radan in einem Unterschlupf allein

Der zweite Tag. War er es den überhaupt? Er wusste es nicht genau. Der erste moment des Verlustes war grauenhaft gewesen. Sein Plan war gut gewesen. Er hätte Rick retten können. Dann kamen die Kopfschmerzen zurück und er war gefallen auf einen Balkon. Noch immer schmerzten die Blesuren und seine Anstrengungen wegen des Kampfes. Vielleicht war es am besten so. Auf seine eigene weise wusste ein teil von ihm das er nicht zum Vater taugte. In der ersten Nacht in der in einer ecke voller Müll geschlafen hatte da sah er das Bild wieder. Er hatte sich das Holobild von Szabo angesehen. Seinen anderen Sohn.

"Den Sohn den ich töten musste es war meine Schuld"

Flüsterte er leise. Er hatte bei Szabo versagt warum sollte es jetzt anders sein. Manchmal fragte er sich was sie alle in ihn sahen. Alisah,Rick und Wes. War er wirklich diese Lichtgestalt die sie in ihm sehen wollten. Am Morgen des zweiten tages griff Radan nach seinem Lichtschwert und erhob sich. Er musste zurück zum Tempel. Er hatte jetzt Verantwortung. Radan hatte in diesen Zwei Tagen zumindest eine Sache erkannt. Er würde dieses Schwert nie ablegen können. Er war jemand der sich verteidigen musste wenn er angegriffen wurde. Dieses schwert war sein Leben. Es hatte eine Zeit gegeben in der er nur Frieden suchte und diese Waffe ablegen würde. Doch das konnte er nicht. Nicht auf diese weise. Er würde seinen Frieden finden doch ebenso würde er weiter kämpfen. Er kämpfte sich auf die Straße und bewegte sich vorsichtig. Er würde zwar kämpfen wenn er es musste doch er konnte diese kämpfe ebenso vermeiden. Radan strich sich kurz über das Kinn. Es war stoppelig und er roch nicht mehr so angenehm. Vielleicht hätte er nicht neben Müll schlafen sollen. Doch er lebte und die Macht zeigte sich an diesen Tag zumindest gütig. Radan ließ sich nicht in der Macht treiben doch er öffnet sich eben genau dieser. Er sendete Lebenszeichen in alle Richtungen die hoffentlich eher wahrgenommen wurden als sein eigengeruch. Er schüttelte diesen Gedanken ab als er sich zur Krankenstation begab. Wenn er jemanden finden wollte dann wohl dort. Sie war ziemlich belebt. Radan schüttelte sich. Er hasste Corusant bereits. Auf dieser Welt war ihm grundlegend zuviel los. Er kam immerhin von einen drittklassigen Planeten auf dem man technologie verabscheute doch hier sah er sie üerall. Er schüttelte den Gedanken ab als er im vorraum der Medizinischen Abteilung eins und wurde gestoppt von einem Droiden. Technologie eben. Er ergab sich zumindest der Tatsache das man ihn duschen durfte und er zog sich Schutzkleidung an. Was den Medizinischen test anging weigerte sich Radan. Er würde sich gewiss nicht von einem Droiden behandeln lassen.

"Sei vernüftig und sag Master Jason das Radan wieder da ist und das mein Spaziergang anstrengend war"

Er betonte diese Worte und hoffte das es Wes gut ging und er machte sich seine eigenen Gedanken bevor er vor jener Tür stand hinter der er Alisah udn Rick spüren konnte. Er seufzte es würde sicher nicht besser werden. Er verschloss den Schutzanzug und kam sich in dieser Kleidung furchtbar lächerlich vor. Er schüttelte den Gedanken ab. Es war lächerlich. Alisah würde ihm sicher nicht den Kopf abreißen wegen eines Blauen Auges oder weil er von einem Dach gestürzt war Er bewegte sich und sorgte dafür das die Tür sich öffnete und holte tief Luft als er eintrat. Was er vorfand hatte er nicht erwartet. Er war zu spät. Das ah er in dem moment als er seinen Sohn sah. Er war bereits auf der Welt. In diesen moment konnte er die Sith vergessen. Den nichts erschlug ihn mehr als die Schönheit seines Kindes. Fast hätte Radan vergessen zu Atmen. Bis er sich wieder daran erinnerte und einen Schritt in den Raum machte. Seine Arme lose am Körper.

Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Rick und Alisah
 
[ Kern / Corusca-Sektor / Coruscant-System / Coruscant / Obere Ebenen / Jeditempel / Kantine ] Arlen, Arkadi, Skit, Siva und Okin

Arkadi war der erste der Antwortete. In seiner typisch ruhigen Art erklärte er, dass er neue Befehle des Geheimdienstes erhalten hatte. Es ging darum in die Unteren Ebenen zurückzukehren und Proben des Virus zu sammeln, um einen möglichen Ursprung zu ermitteln. Interessiert nickte Arlen. Das klang nach einer komplizierten aber ziemlich wichtigen Aufgabe. Vor allem würde es gefährlich werden. Selbst wenn die Infizierten nicht derart massiert und aggressiv auftraten wie im überrannten Lazarett würde es für einen oder mehrere Geheimdienstler alleine sehr gefährlich werden. Kurz entschlossen sagte er:

„Wenn Ihre Vorgesetzten nichts dagegen haben werde ich sie dann begleiten. Ich denke ich bin bei einer solchen Mission besser eingesetzt als als Heiler. Vor allem kann ich mir gut vorstellen, dass es in den Unteren Ebenen viele gibt die Hilfe dringend nötig haben. Es kann nicht sein, dass nur jenen effektiv von den Jedi geholfen wird, die es aus eigener Kraft zum Tempel schaffen.“

Er würde jedoch zumindest Chesara benachrichtigen müssen. Wie es ihr wohl ging? Er hatte sie nicht mehr gesehen, seit er sie am Raumhafen verlassen hatte. So wie er sie kannte war sie voll eingebunden. Vermutlich nutzte sie ihre Machtheilung, um den Kranken zu helfen. Wahrscheinlich mit deutlich mehr Erfolg als er bei der Behandlung des Jungen – er kannte seinen Namen noch immer nicht – gehabt hatte.

Auch Skit antwortete nun. Der Soldat verneinte die Frage ob er sich bereits registriert hatte. Noch einmal wiederholte er das Angebot von gestern Abend, den Geheimdienstler ebenfalls zu unterstützen. Plötzlich kam Arlen eine Idee. War er breit dazu? Er wusste es nicht. Fühlte er sich bereit? Eigentlich nein. Aber es bot sich an. Vor allem würde er irgendwann diese Verantwortung übernehmen müssen. Kurz holte er Luft, dann sagte er:

„Wenn Sie noch immer zu den Jedi wollen wäre ich bereit Sie auszubilden. Sie wären dann mein Padawan und würden von mir was ich weiß über den Machtgebrauch lernen.“

Die nächsten Minuten verbrachte er damit Skit einige technische Dinge über die Jedi zu erläutern und ließ dabei auch nicht unter den Tisch fallen, dass er sich in seiner bisherigen Zeit im Orden beunruhigend oft in tödliche Gefahr gebracht hatte – und dabei hatte er noch eine Schonzeit auf Lianna gehabt. Das Leben eines Jedi war keineswegs leicht. Schließlich wollte er noch einmal zu ihrer Mission überleiten, doch da wurde er von einer weiblichen Stimme unterbrochen und er sah auf.

Augenblicklich breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht auf, das sich sogar noch verbreiterte, als Ribanna in seine Arme fiel. Die Padawan hatte es also rausgeschafft. Das waren großartige Neuigkeiten. Grade wollte er nach ihrem Befinden fragen, da sprudelte auch schon ein schierer Wasserfall an Worten aus ihrem Mund und zwar in einer solchen Menge, dass er sich ernsthaft konzentrieren musste, um alle Informationen mitzubekommen. Corposal Sluuk war infiziert worden? Das war furchtbar! Auf ihren Vorschlag hin, dass sie ihn für seelische Unterstützung zu ihm bringen wollte, konnte Arlen nur nicken. Sie hatten sicherlich ein paar Minuten bevor sie aufbrechen würden.

Auch um Meister Radan, derjenige Jedi mit dem Ribanna zum Lazarett gekommen war, schien es nicht gut zu stehen. Zwar war er Vater geworden, galt jedoch seit dem Geschehnissen auf Ebene 652 als vermisst. Man konnte nur hoffen, dass er bald wieder auftauchen würde. Auch gut war, dass die Padawan es noch nicht geschafft hatte Chesara seine ja nun obsolete Nachricht zukommen zu lassen. Es war nicht gut wenn die Rätin sich unnötig Sorgen um ihn machte. Arlen nahm sich fest vor ihr bei sich bietender Gelegenheit eine eigene Botschaft zu schicken.

Kaum hatte das Mädchen ihre Suppe in Rekordzeit ausgelöffelt, forderte sie ihn auch schon auf ihn zu begleiten.

„Wir sehen uns dann gleich an der Krankenstation“

Sagte er an die anderen beiden gewandt und nickte ihnen zu.

Skit, Sie wollten doch ohnehin noch Ihren Bruder besuchen, das passt also ganz gut. Bis gleich also.“

Der Weg in die Krankenstation verlief schneller als gedacht. In knappen Worten gab Arlen Ribanna einen Abriss über die Ereignisse hinter dem Tor und schloss damit, dass der infizierte Bruder des Soldaten ebenfalls hier auf der Krankenstation lag. Dann waren sie auch schon vorort und der Sith legte einen neuen Schutzanzug an, bevor er durch die Luftschleuse ins Zimmer des Corporals trat.

Augenblicklich hatte er ein starkes Gefühl des Déjà-Vus. Die Situation des Ortolaners in einem Krankenbett erinnerte ihn mit fast schon unangenehmer Intensität an Felucia. Mit einem Seufzen ließ er sich auf einen Stuhl neben dem Bett sinken und gab Wonto die Hand.

„Da sind wir also wieder. Wenn alles so läuft wie letztes Mal bist du in null Komma nichts wieder auf den Beinen.“

Sagte er und lächelte Macht. Hoffentlich. Stürbe der Corporal würde diese Seuche gleich noch ein ganzes Stück persönlicher werden. Nicht das das noch nötig war. Eine Weile unterhielt er sich mit dem Ortolaner, bis sie schließlich von einem Medidroiden unterbrochen wurden, der hereingeschwebt kam und konstatierte, dass der Patient jetzt Ruhe brauchte. Folgsam erhob Arlen sich und verließ den Raum. Ribanna hatte bereits vor einiger Zeit zu ihren Pflichten zurückkehren müssen.

[ Kern / Corusca-Sektor / Coruscant-System / Coruscant / Obere Ebenen / Jeditempel / Medistation ] Arlen, allein
 
- Coruscant – Untere Ebenen – Slums – Lazarett –

Es stank nach Erbrochenem, nach Blut, Schweiß und Urin. Wo viele zusammen auf engstem Raum eingepfercht waren, wurde die Luft schnell schwer. Chesara konnte ihre eigene Unreinheit riechen. Seit Tagen schon hatte sie nicht mehr als zwei Stunden am Stück geschlafen. An eine reinigende Dusche war gar nicht zu denken. Die Umstände, unter denen sie arbeiteten, verschlechterten sich von Tag zu Tag und jetzt waren ihnen auch noch die Betäubungsmittel ausgegangen. Eine der Schwestern schleppte sich von einem Bett zum nächsten, die Müdigkeit unverkennbar Teil ihres Ganges. Jede Bewegung war langsam, als wären ihr Arme und Beine schwer. Und dennoch wagte keiner von ihnen, unnötige Pausen zu machen. Es war zu viel zu tun, selbst nachts, und wenn sie sich nicht kümmerten, wer würde es dann tun? Die Antwort auf diese Frage war erschreckend schnell gefunden. Es gab niemanden, der sich kümmerte. Coruscant war längst zum Katastrophengebiet geworden: zu viele Erkrankte, zu viele Verunsicherte, zu viele Flüchtende und viel zu wenige Helfer. Und doch gab es auch Lichtblicke.

„ Meisterin Chesara?“

Sie drehte sich um. In den meisten Fällen wollte jemand etwas, wenn sie angesprochen wurde, und als Jedi war sie bereit, alles zu geben, das sie hatte. Das Gesicht des Pflegers war halb verborgen hinter der Atemmaske, die er trug. Sie alle trugen sie, außer Chesara. Es war ein Risiko, das wusste sie, doch bis jetzt hatte sie sich nicht mit dem Virus angesteckt und ihr Vertrauen in die Macht war groß.

„Ich habe Anweisungen, Sie zu informieren, sobald Doctor Cortina da ist.“

Also war es so weit. Chesara nickte.

“Danke.“

Sie legte den Rührbesen bei Seite, mit dem sie die Salbe gemischt hatte und schloss das Glas.

“Können Sie das reinigen lassen?“

Bat sie den Pfleger. Sie hätte es selbst getan, doch sie hatte zu viele andere Dinge, um die sie sich kümmern musste. Ihre Kräfte und ihr Wissen waren in der Behandlung der Patienten und in der Herstellung von Heilstoffen gefragt, darum legte sie ihren Fokus auf diese Bereiche. Sie wusch ihre Hände, bevor sie das Krankenzimmer betrat, in dem Baneehz lag. Die Augen des Jungen waren geschlossen. Er sah friedlich aus, ein wenig dünn vielleicht, mit eingefallenen Wangen und knochigen, über der Decke gefalteten Händen, doch sein Brustkorb hob und senkte sich gleichmäßig. Rámon Cortina war gerade dabei, seine Tasche zu öffnen. Ein Blick über seine Schulter, dann wandte er sich zu Chesara herum. Die Anspannung in seinem Blick war groß. Er war einer dieser Ärzte, hatte Chesara schon vorher erkannt, die selbst viel von sich erwarteten. 100% zu geben war ihm nur dann genug, wenn er Erfolg hatte. Hier, in ihrem bescheidenen Lazarett, in dem so gut wie jeder Krankheitsfall aussichtslos war, reichte es nie. Cortina forderte sich selbst, immer weiter, immer härter. Er sprach kaum, während er Baneehz Blut abnahm und die gefüllte Ampulle dem Analysegerät übergab. Es hätte auch nichts gegeben, dass einer von ihnen sagen wollte. Sowohl er, als auch Chesara wussten, wie viel von diesem Test heute abhing. Der Junge hatte Fortschritte gemacht – unerwartet und für sie nicht nachvollziehbar, nachdem es so schlecht für ihn ausgesehen hatte. Tagelang hatte Chesara ihn immer wieder geheilt, seinen Geist in der Macht gereinigt, ihn von innen gewärmt und ihn in eine andauernde Tiefschlaftrance gesetzt. Er hatte besser auf die Medikamente reagiert, die sie ihm verabreicht hatten, wie alle anderen. Warum, wussten sie nicht.

„Noch zwei Minuten.“

Cortina rieb sich die Stirn, den Blick zum Boden gewandt, während der Computer, auf dessen Display die verbleibende Zeit abzulesen war, bis ein Ergebnis fest stehen würde, leise vor sich hin summte. Nachdem sich Baneehz‘ Werte zuletzt stabilisiert hatten, hatten sie begonnen neue Hoffnung zu schöpfen und die hatte sie getragen, jeden Tag ein Stück weiter, bis zu diesem Moment. Als die kleine Leuchte endlich von rot auf grün umschaltete, tat sich ein Abgrund in Chesaras Bauch auf. So nervös wie heute war sie lange nicht mehr gewesen. Rámon Cortina ließ sich den Report anzeigen und die Jedi trat einen Schritt näher an ihn heran. Sie hörte eine imaginäre Uhr ticken, als die Sekunden vergingen, in denen er das Ergebnis auswertete. „Was mache ich,“, fragte wie sich selbst in Gedanken, „wenn alles umsonst war und ich niemandem helfen kann?“ In diesen Tagen blickte die ganze Galaxis auf den Jedi-Tempel. Alle waren gefragt, jede einzelne Institution der Republik und alle Ressourcen, die Coruscant aufbringen konnte, um diese furchtbare Epidemie, die eine Pandemie zu werden drohte, einzudämmen, doch Chesara fühlte sich, als trüge sie, die Jedi-Heilerin, persönlich einen Großteil der Verantwortung. Jedes Gesicht in das sie in diesen Tagen blickte, schien sie anzuflehen. Jede Hand, die sie drückte, klammerte sich ein Stückchen enger an sie. Sie und der Arzt waren sich gar nicht so unähnlich, dachte sie. Sie wollten beide mehr geben und fürchteten, dass sie es nicht konnten.

“Und?“

Fragte sie schließlich, als bereits viel zu viel Zeit vergangen zu sein schien. Geduld, das hatte sie bereits als junge Padawan gelernt, war eine Tugend der Jedi. Doch wie sollte sie geduldig sein, in einem Moment wie diesem? Die Züge des Arztes schwankten zwischen Unglaube und Angst, zwischen Hoffnung und der Gefahr, wieder versagt zu haben… und schließlich schüttelte er den Kopf.

„Nichts.“

Antwortete er leise, starrte noch immer auf das Display und hob erst dann, nach einem weiteren, langen Moment des Schweigens, den Blick an, um die Jedi vor ihm direkt anzusehen.

„Da ist nichts. Nicht mehr. Der Virus… er ist weg.“

Die Worte drangen zu ihr durch wie durch eine Schicht aus Watte, die ihre Bedeutung dämpfte. Ohne es weitere erklären zu können, zeigte Rámon Cortina ihr die gemessenen Blutwerte. Das Ergebnis, erklärte er, war eindeutig, und doch klang seine Stimme dabei noch immer so unsicher, als habe er Angst, seinen eigenen Worten zu vertrauen. Als könnte ihnen die Wahrheit doch noch jemand streitig machen. Neben ihnen in seinem Krankenbett lag Baneehz. Hätte man es nicht besser gewusst, man hätte ihn für tot halten können. In gewisser Weise hatten sie das bereits schon getan, doch er war noch hier, bei ihnen und der Virus war aus seinem Blut verschwunden.

- Coruscant – Untere Ebenen – Slums – Lazarett –
 
Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Rick

Rick hatte sich neben sie gesetzt und jetzt betrachteten sie gemeinsam das kleine Wesen vor ihnen.
Musik? Rick meinte, dass Kyran Musik zu mögen schien. Dann hatte sie sich also nicht getäuscht als sie vorhin, beim hereinkommen, geglaubt hatte Rick leise singen zu hören.


Er mag sie auf jeden Fall, wenn du sie machst!

Erwiderte sie und lächelte dabei bevor sie ergänzte.

Aber die Idee mit der Spieluhr gefällt mir!

Verträumt lag ihr Blick eine Weile auf ihrem kleinen Sohn und sie beschloss, nicht nur Kyran eine Spieluhr zu besorgen. Sie wusste, es gab winzige Spieluhren in Medaillons und sie würde Zwei mit der gleichen Melodie kaufen eine für Kyran und eine für Rick.
Als Rick besorgt eine Hand auf die Ihre legte, schob sie ihre Gedanken jedoch bei Seite, sah wieder zu ihm und in sein besorgt dreinblickendes Gesicht.


Es geht mir gut!

Versuchte sie ihn zu beruhigen, wusste aber auch, dass es nicht ganz so war und auch, dass er das auch wusste, also fügte sie noch ein paar Worte hinzu.

Gesund bin ich ja noch nicht! Aber wir geben nicht auf.
Und..., Rick..., du hilfst schon! Ich bin so froh das du da bist...


Was sie sagte kam aus tiefstem Herzen doch während sie sprach war Alisah mehr und mehr abgelenkt. Etwas zerrte an ihrer Aufmerksamkeit und wenn sie nicht so geschwächt gewesen wäre, wäre ihr mit Sicherheit schon lange bevor sich die Tür öffnete, aufgefallen was bzw. wer es war, der da auf sie zum kam.
Doch so lies erst das Geräusch der sich öffnenden Türe Alisah sich umdrehen.
Trotz Schutzanzug wusste Alisah gleich wer da war und ungläubig flüsterte sie seinen Namen.


Radan!

Ihre Worte waren fast nur ein Hauch und doch lag all ihre Erleichterung darin ihn wieder zu sehen.
Er war stehen geblieben, nur einen Schritt kam er noch näher während er Kyran anstarrte und Alisah erhob sich aus ihrem Stuhl. Ihre Beine zitterten und trugen sie kaum und doch lief sie die drei Schritte bis zu ihm um ihm dann in die Arme zu fallen.


Radan, oh du bist da!

Und obwohl dieser Schutzanzug zwischen ihnen war, schmiegte sie sich an ihn.

Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Rick und Radan
 
Coruscant - Jeditempel - Trainingsraum- Skyan, Faith, Liia, Wes, Cal und Sarid


Zu dem von Sarid Gesagtem hatte offensichtlich keiner der drei Padawane im Trainingsraum Einwände oder Anmerkungen. Lediglich Skyan hatte noch eine kurze Nachfrage zwecks seiner eigenen Bewaffnung, was Sarid sofort mit einem Nicken quittierte, während sie mit hinter ihrem Rücken verschränkten Armen in ihrer Jedirobe im Trainingsraum stand.

"Ja, dein Trainingslichtschwert sollte für alles ausreichend sein, was wir in den unterem Ebenen des Tempels erwarten. Schließlich sind dort unten ja ohnehin ab und an Jedipatrouillen unterwegs. Abgesehen davon wird niemand von uns dort unten allein unterwegs sein, da ich damit rechne, dass sehr bald das uns versprochene Battalion Soldaten eintreffen wird."


Liia würde dann zu gegebener Zeit auch zu ihnen am Treffpunkt auf Ebene 112 stoßen. Faith allerdings hatte wie sie sagte etwas eigenes im Auge, so dass sie nach eigenem Bekunden nicht mitkommen wollte und bat Sarids Ratskollegen Wes um ein Gespräch unter vier Augen. Damit konnte die Corellianerin durchaus leben, auch wenn weitere helfende Hände natürlich jederzeit willkommen waren. Cal Alder überließ Sarid ebenfalls der Taanaber, damit sie sich jetzt um die Organisation der Baumaterialien und Droiden kümmern konnte. Bereits unterwegs kurz nach Verlassen des Trainingsraums holte sie ihr Komm vom Gürtel und fragte bei Salina nach wie weit die Baudroiden von Lianna waren und ob sonst alles in Ordnung war. So erfuhr die dunkelblonde Jedi, dass von den zwölf Baudroiden lediglich einer noch eine kleinere Reparatur brauchte, welche aber schon in die Wege geleitet worden war. Anschließend würde dieser mit fünf anderen die oberen, bewohnten Ebenen des Tempels nach und nach renovieren, damit endlich die häßlichen Kampfspuren dort mit der Zeit beseitigt wurden. Die übrigen sechs würden sie zusammen mit einem Teil der Baumaterialien nach unten auf Ebene 112 geliefert bekommen. Nach Salinas Worten müsste der Transport bereits im Gange sein, womit Sarid überaus zufrieden war. Somit konnten sie bald anfangen.


"Danke, Salina",


verabschiedete sich Sarid und hoffte gleichzeitig, dass die rothaarige Liannerin ebenfalls bald mit den Arbeiten an ihrem Frachter und der Ladung fertig werden und zu ihnen stoßen würde. Ein weiteres Kommgespräch mit dem für die Landeplattformen zuständigen Droiden förderte zutage, dass der erste Zug Soldaten, also 36 Männer und Frauen bereits beim Jeditempel eingetroffen waren. Sie waren als erstes zu den ihnen zugeteilten Quartieren gelotst worden, damit sie alles nicht Benötigte dort ablegen konnten. Danach sollten sie sich bei Sarid melden, war offenbar Stand der Dinge. Damit huschte ein kurzes Lächeln über ihr Gesicht, während sie den Gang vom Trainingsraum weg zu dem Aufzügen entlang schritt. Es war leider nur zu deutlich zu sehen, dass diese altehrwürdigen Hallen, welche früher so schön und demütig gewirkt hatten noch immer so lädiert waren. Andererseits war die Anzahl der Jediroben tragenen Personen mittlerweile ganz ordentlich wie Sarid sehen konnte. Sie würden bald Lianna erreicht haben, wenn man danach ging wie voll die Gänge waren, was durchaus ein positives Zeichen war. Es herrschte wieder Leben hier, es ging etwas vorwärts, auch wenn viele Mitjedi gehetzt und in Eile zu sein schienen. Allerdings hatten sie hier auch noch viel zu tun und eine gewaltige Aufgabe zu meistern, was die Eindämmung des C-Viruses betraf. An den Aufzügen angelangt nahm Sarid daher direkt den Weg nach unten.


Wie zu erwarten war, war es dort unten wesentlich finsterer. Natürliches Licht kam hierhin keines mehr. Als Sarid den Turbolift verließ trat sie in einen längeren, von künstlichem, weißlich gelben Licht mäßig beleuchteten Gang. Erfreulicherweise war die Corellianerin nicht die Erste dort unten. Es stand bereits eine Reihe von Repulsorgleitern, welche mit Kisten und Materialien beladen waren. Außerdem waren die sechs Baudroiden, größere, eckige Kästen, welche an den Baustellen allen Schutt in sich aufnehmen und alles wiederverwenden würden, was ging. Den Rest würden sie von dem Mitgebrachten verwenden. Eine weibliche Zabrak mit leichten Tätowierungen im Gesicht beugte sich gerade über einen, also Sarid auf Ebene 112 ankam. Diese richtete sich sofort auf und grüßte Sarid.

"Jedi-Rätin Sarid Horn, mein Name ist Midina Enzel und bin werde die Baudroiden als Technikerin begleiten, um deren reibungsloses Funktioneren zu überwachen. Schließlich brauchen wir sie äußert dringend und sollten gut auf sie aufpassen."

"In Ordnung, Technikerin Enzel. Ich nehme an sie sind alle einsatzbereit?"

"Ja, das sind sie. Aber es wird auch noch mehr Baumaterial geliefert. So schnell geht und dieses aufgrund der vielen wiederverwendbaren Baustoffe hier so schnell nicht aus. Dennoch kann es trotzdem Wochen dauern bis alles wieder hergerichtet ist. Je nach dem, was uns hier alles erwartet bzw. ob es größere Plünderungen in diesen Ebenen gab oder noch gibt",

informierte sie die Zabrak. Damit war dies schon einmal alles da. Sarids Komm meldete sich dann ebenfalls wieder. Wie erhofft meldete sich ein Major Kenoweth, welcher ihr mitteilte, dass der erste Zug Soldaten einsatzbereit war und fragte, wohin sie kommen sollten. Daraufhin nannte ihnen Sarid Ebene 112. Viel mehr sagte er nicht. Der Mann wirkte recht kurzangebunden und sachlich, aber man konnte von einem Kommgespräch noch nicht darauf schließen wie der werte Major tatsächlich so war. Die Jedi-Rätin hoffte nur, dass er den Jedi halbwegs freundlich gesonnen war. Sonst würde die Zusammenarbeit wohl eher anstrengend werden. Jedenfalls konnten sie dann endlich beginnen, wenn die Soldaten und Skyan angekommen waren.


Coruscant - Jeditempel - Ebene 112 - NPC Midina Enzel, Skyan und Sarid
 
Jedi Tempel ~ Trainingsraum ~ mit Levice

Das unbeholfene Ausweichmanöver von Levice war, ebenso unvorhersehbar wie effektiv, ließ Anakin beinahe über sie hinweg stolpern. Er musste aufpassen weder seine Padawan noch sich selbst zu verletzen. Levice' eigenes Lichtschwert kam ihr so schon gefährlich genug, da wollte er nicht, dass sie versehentlich in seines stürzte. Überrascht stellte Anakin fest, dass Levice sich - für das weitere Gefecht - hinter ihm befand. Anerkennend nickte er ihr zu und deaktivierte sein Lichtschwert.


"Ungeschickt, aber effektiv."


Er lächelte Levice zu und deutete ihr zu ihm zu kommen.

"Manchmal ist das Glück ein genauso mächtiger Verbündeter wie die Macht selbst. Das war sehr gut und wir werden diese Übung wiederholen."


Sein Lichtschwert befestigte Anakin mit einer fast schon beiläufig wirkenden Geste.

"Das Wichtigste ist, dass du dich auf die Macht einlässt, dich von ihr leiten lässt und ihr vertraust. Sie wird dich die richtigen Schritte lehren. Eine innige Beziehung mit ihr wird dich besser auf jede erdenkliche Situation vorbereiten, als es Lichtschwert-Kata, Trainingskämpfe oder kluge Worte jemals könnten."

Anakin fiel auf, dass er lange nicht mehr so über die Macht gesprochen hatte. Fast schon als wäre sie ein Elternteil oder gar eine Geliebte. Er musste bei diesem Gedanken schmunzeln, doch es stimmte: In seinen Augen war die Verbindung zur Macht mit einer solchen, zwischenmenschlichen Beziehung durchaus vergleichbar. Am deutlichsten verbildlichte sich diese Tatsache häufig in einem über lange Zeit aufgebauten Verhältnis zwischen Meister und Padawan. Unweigerlich fragte sich Anakin, ob und wie das Verhältnis zwischen ihm und seiner Gegenüber sich wohl entwickeln würde. Was ihn selbst betraf stand jedoch ohne Zweifel fest, dass seine Beziehung mit der Macht, die wichtigste Konstante in seinem Leben war - seine langjährige Gefährtin.

"Wie sieht's aus? Hast du Hunger?"


Jedi Tempel ~ Trainingsraum ~ mit Levice
 
Coruscant- Jedi-Tempel, Krankenstation 1, vor der Tür: Okin Ail, Siva Arkuun

Noch bevor Alisah ein ‚Herein‘ oder auch etwas anderes hätte sagen können, tauchte ein Mann auf, der das Zimmer betrat. Obwohl Siva ihn nie zuvor gesehen hatte, war sie sich sehr, sehr, sehr sicher, um wen es sich dabei handelte. Radan! Ein breites Lächeln erschien auf dem gesicht der Zabrak. Das war gut! Nein, sogar sehr gut, denn so war die kleine Familie endlich wieder vereint und nach allen Strapazen hatte Alisah es verdient, glücklich zu sein. Auch wenn Siva gerne nach Alisah gesehen hätte, hielt sie es doch für besser, ihr und ihrem Mann die Möglichkeit zu geben, ihr Familenglück zu teilen. Und dabei hätten sie und Okin nur gestört. Daher wandte sie sich entschuldigend an den jungen Mann.

„Ich hab zwar gerade gesagt, wir gehen zu Alisah, aber der Mann da eben, ist ihr Ehemann. Er war lange verschwunden und ich glaube, die beiden haben sich viel zu erzählen. Vielleicht schauen wir einfach später noch mal vorbei?!“
Also mussten sie wohl zu jemand anderem gehen. Bloß zu wem? Zu irgendwelchen Fremden? Viel Auswahl blieb ja nicht. Da war ansonsten nur noch die Möglichkeit, Okin mit Ian bekannt zu machen, der und Eowyn wussten schließlich auch ein paar Dinge, aber auch das schien gerade etwas unpassend. Jedenfalls hatte Siva da so eine leise Vorahnung und auf die hörte sie dann doch besser. Hm, also was tun? Ji! Sie konnten mit dem Arzt sprechen, der für Alisah zuständig gewesen war. Ji oder Iv, sie beide waren in Kontakt mit ihr gewesen.
„Zwei Vorschläge zur Güte: Entweder, wir suchen einen der Ärzte auf, die sich um Alisah gekümmert haben, oder wir gehen auf gut Glück in irgendein Zimmer. Und vielleicht lässt sich irgendwann auch ein Gespräch mit Ian Dice anleiern, der kann dir vielleicht auch etwas über das Virus sagen.“
Was sie zu einer weiteren frage brachte.
„Gibt es eigentlich einen besonderen Grund, warum du so viel darüber wissen möchtest?“ Die Frage war irgendwie dumm. Natürlich wollte jeder darüber etwas wissen. „Also ich meine, mehr, als die offensichtlichen gründe. Gerade, wenn du aus den unteren Ebenen kommst…“ Och weh! Sie verhielt sich ja gerade wie ein Bantha im Porzellanladen!Natürlich musst du nicht auf diese Frage eingehen. Ich meine, ich wollte auf keinen Fall zu persönlich werden.“

Coruscant- Jedi-Tempel, Krankenstation 1, vor der Tür: Okin Ail, Siva Arkuun
 
Coruscant – Jedi-Tempel, abgelegener Trainingsraum, mit Eowyn

Ihre Begeisterung hielt sich noch immer in Grenzen, doch so schnell würde Ian nicht aufgeben und er erkannte, dass Eowyn sich zusammenriss – was Ian als gutes Zeichen wertete. Er selbst an ihre Stelle hätte vermutlich ähnlich reagiert, was nur mehr dafür sorgte, dass Ians Geduld wuchs. Wäre diese Sache einfacher zu lösen, wäre er dennoch mehr als nur dankbar gewesen.
Dann spürte Ian Eowyns Ablehnung und diese dank der Macht, mehr als überdeutlich. Dank der Macht und dank seiner Verbindung zu ihr. Ja, wahrscheinlich musste es seltsam anmuten, wie diese Gegenstände herumlagen und wie sie jene symbolisch für ihre gestrigen Gefühle nutzen sollte. Keines Ians gestrigen Worte war angekommen, weshalb er diesmal etwas anderes versuchen wollte. Sicher, er würde mit Eowyn noch sprechen, denn da gab es einiges, dass er noch loswerden wollte und doch war sein gestriger Versuch der Überzeugung mit Worten gescheitert. Sie war weit davon entfernt gewesen, verständig zu sein und deswegen ein anderer Versuch. Ein Versuch der nicht schon scheitern durfte, bevor er begann.

„Ich bin mir sicher, dass du es schaffst. Ich weiß, dass es seltsam wirken muss. Deshalb will und werde ich dich nicht zwingen, ich möchte, dass wir es versuchen und ich verspreche dir, wir werden abbrechen, wenn es zu viel wird oder wenn es nicht gut tut. Lass es uns versuchen, vielleicht bewirkt es etwas.“ Zwingen würde er sie sicher nicht und Eowyn sollte wissen, dass sie in ihrem Tempo arbeiten würden und dass sie am Ende darüber entschied wie weit sie gingen – oder ob sie überhaupt diese Art nutzen würden. Enttäuschung und alles andere würde Ian genauso zurückhalten, wie Zwang. Was Eowyn nicht freiwillig tat, konnte unmöglich zu so etwas wie einem Erfolg führen. Und Zwang? Zwang würde nur dafür sorgen, dass sie sich verschloss und so unerreichbar blieb, wie eine Knospe, die kein Licht abbekam. So ließ Ian zu, dass Eowyn aufstand, ohne sie zu rügen – weder mit seinem Blick, noch mit seiner Körperhaltung und dann, nach und nach, wurde sie offener.
„Das glaube ich auch“, bekräftigte Ian also mit einem Lächeln, als Eowyn sich durchrang, den Versuch zu wagen. Danach ließ er ihr die Zeit, sich die passenden Gegenstände auszusuchen und kommentierte weder die Dauer der Prozedur, noch die Gegenstände, denen sie die Gefühle zuordnete, auch wagte Ian nicht, gedanklich Kommentare abzugeben- nein, er nahm auf und hin, was Eowyn sagte, ohne eine Bewertung zu treffen.
Der Trainingsdroide stellte die Angst dar, das Trainingslichtschwert den Selbstzweifel, eine seltsame Kugel, die Ian zuerst genauer betrachten musste, stand symbolisch für die Angst und der Helm? Vermutlich für das, was ihr die Angst nahm oder sie leichter zu ertragen machte. Alles ausgewählt, schenkte Ian ihr ein aufmunterndes Lächeln. „Gut.“ Und der nächste Teil, das ‚und‘ was folgen würde, war sicher die nächste Hürde.

„Zuerst das wichtigste: Es gilt das gleiche wie eben. Kein Zwang. Wenn es sich falsch oder zu schlecht anfühlt, wenn du es beenden willst – jederzeit. Du entscheidest. Ein Abbruch ist jederzeit möglich.“ Ian betrachtete sich die Gegenstände noch einmal und versuchte dabei selbst so viel Ruhe wie möglich auszustrahlen, ehe er Eowyn anblickte.
„Das, was ich vorschlage ist nicht einfach, ich weiß es. Die Gegenstände zu wählen war es auch nicht und ich weiß, dass es viel ist und schwer.“ Doch er glaubte an sie – selbst wenn sie letztendlich doch alles für Unsinn abstempeln und zu ihrer Ablehnung zurückkehren würde.
Ich möchte, dass du dich konzentrierst und noch einmal an gestern denkst.“ Sicher, dass war nichts, an was sie denken wollte, doch unabhängig davon, ob sie hier etwas übten, oder sprachen, ein erneutes Auseinandersetzen war unumgänglich. Sicher, sie konnten es auf später vertrösten, auf morgen, auf den Tag darauf – Eowyn würde entscheiden.
„An die Angst, an die Selbstzweifel und an die Verzweiflung. Ich werde die Gegenstände aktivieren und ich möchte, dass du dich auf sie konzentrierst. Auf die Angst“, er deutete auf den Doiden, „auf die Selbstzweifel“, ein Blick zum Trainingslichtschwert, „und auf die Verzweiflung“, ein Fingerzeig auf die Kugel. „Ich bin hier und ich werde hier bleiben und wenn es der Helm ist, der für das steht, was hilfreich ist, darfst du ihn nehmen, wann immer du glaubst, dass es richtig ist. Es gibt kein falsch. Ich werde die Selbstzweifel mit der Macht bewegen. Sie werden dich nicht angreifen, aber hinter dir stehen und im Wege sein. Die Angst werde ich auf die einfachste Stufe stellen und wenn ich spüre, dass sie größer wird, stelle ich sie schwerer. Ich werde mich nur auf dich konzentrieren und dir keine Gefühle und keine Impulse senden.“ Und keine Bilder – dabei hätte Ian beides gut gekonnt. "Ich werde die Verzweiflung erst auf einen Hinweis vor dir schweben lassen. Die Aufgabe ist klar. Auch den Selbstzweifel werde ich erst auf dein Einwirken aktivieren - wenn du ihn spürst, nicht wenn ich es tue. Die Zeichen wählst du. Du musst mir nur erlauben, spüren und beobachten zu dürfen. Ich werde dabei nichts weiter tun, als beobachten und spüren – ohne in deinen Geist zu dringen. Ein ‚Stopp‘ von dir und wir hören sofort auf, dass verspreche ich. Du entscheidest. In Ordnung?“
Ian wusste, dass er hier nichts Einfaches von Eowyn erbat. Doch er bat darum – verlangte nicht. „
Wenn du bereit bist, gib mir ein Zeichen.“ Und wenn es das Signal für das Ende war.
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian

Eowyn befürchtete fast, das hier war der einfache Teil des Ganzen gewesen. Und dabei war schon das nicht leicht... Die Antwort auf ihr "Und nun?" wollte sie beinahe nicht hören, aber sie musste da jetzt durch. Sie würde das durchziehen. Sie würde. Hier war nur Ian... sonst niemand. Und irgendwann musste sie das Problem ohnehin angehen. Es weiter hinauszuzögern führte nur dazu, dass sie sich nicht um anderes kümmern konnte.
Ian begann ruhig, ihr das weitere Vorgehen zu erklären, und Eowyn musste wieder an sich halten, nicht aufschnaubend den Kopf zu schütteln. Das war... das war... was sollte das eigentlich bezwecken? Schön. Der Droide war die Angst, und nun? Ein Schlag mit dem Lichtschwert und das Ding wäre hinüber. Das konnte aber kaum der Sinn der Übung sein...
Stop. Sich darauf einlassen. Sie hatte es sich selbst versprochen! So albern sie es fand, sie musste es versuchen. Gestern... sie musste sich nur gestern vor Augen halten. Das wollte sie nicht noch einmal erleben. Ian würde das nicht mit ihr durchziehen, wenn er es ebenfalls für vollkommen lächerlich hielte. Also. Sie musste. es. versuchen.


Das hießt jetzt aber, dass sie an gestern denken musste. Bewusst. Sich in Erinnerung rufen, was da los gewesen war - war das nicht irgendwie ein bisschen... unvorsichtig? Was, wenn es noch zu früh war? Darüber reden... das war schon schwer genug. Es voll und bewusst noch einmal zuzulassen... War sie dafür bereit? Ja, Ian war hier. Er hatte sie auch gestern zurückgeholt, und es käme heute nicht ganz so... überraschend. Dennoch. Dennoch...
Eowyn presste die Zähne aufeinander und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Sie bekam ja beinahe bei dem Gedanken daran schon Angst, schon jetzt fühlte sie, wie der Druck auf ihrer Brust zunahm. Am liebsten würde sie davonrennen... aber das würde... was genau bringen? Richtig. Nichts. Nichts...
Angst. Selbstzweifel. Verzweiflung. Es war... vielleicht war es zu viel. Doch Ian hatte gesagt, es käme nicht alles auf einmal... trotzdem.
Nein! Eowyn schob alle Bedenken beiseite. Sie musste das jetzt durchziehen. Sie würde das jetzt durchziehen, ganz einfach. Sie hatte keine andere Wahl. Wenn sie auch hier versagen würde, wie konnte sie dann davon ausgehen, noch irgendetwas zu schaffen? Andererseits, was würde es helfen, wenn sie wieder durchdrehte?
Und weshalb, weshalb machte sie schon wieder alles nur mit sich selber aus?


Eowyn nahm die Hände vom Gesicht, sah Ian mutlos und beinahe verzweifelt an. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe, Ian, flüsterte sie. Ich weiß nicht, ob es mich nicht viel zu sehr überwältigt. Ich will es... ich will wirklich, dass es aufhört. Aber ich habe... sie lachte freudlos auf. Ich habe Angst. Angst vor der Angst... es ist... es ist so... bescheuert...

Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Eowyn

Ian sah und spürte deutlich, wie Eowyn sich zusammenriss und er rechnete ihr hoch an, dass sie bis jetzt nicht kopfschüttelnd den Raum verließ. Doch als sie die Hände vors Gesicht schlug, veränderte sich einiges, wenn nicht sogar alles. Natürlich, er hatte sich etwas bei dieser Idee gedacht, hatte überlegt, hatte abgewogen. Ja, er wollte Eowyn helfen, mehr als alles andere wollte er, dass ihre Angst abnahm, am besten verschwand. Doch überforderte er sie zu stark? Er wusste es nicht, konnte nur ihre Reaktion sehen und ein Gespür dafür bekommen, wie es ihr ging. Ob es hilfreich war, diese Übung zu starten, wusste Ian nicht. Auch nicht, ob er sie völlig überforderte. Denn barg seine Idee nicht auch die Gefahr, völlig nach hinten los zu gehen? Sicher, gestern war es ihnen gelungen, aus diesen Ängsten auszubrechen, doch einfach war es nicht gewesen. Und vielleicht, war es einfach noch zu früh, diese Sache so anzugehen? Ian war kein Psychologe, er hatte keine Ahnung und zum ersten Mal, seit Aushecken seiner Gedanken, spürte er einen leisen Zweifel an dieser Idee nagen. Dass es nicht einfach sein würde, hatte er gewusst, aber gerade erweckte es den Anschein, als überfordere er Eowyn mehr, als das er etwas tat, was auch nur im Ansatz hilfreich sein konnte. Ein Seufzen unterdrückend, versuchte der Dunkelhaarige die Ruhe zu bewahren und wartete erst einmal ab und da gab Eowyn ihre Haltung auf und sprach von der Angst über die Angst das hieß, ihre Stimme war viel mehr ein Flüstern.

„Nein, es ist nicht bescheuert“, erklärte Ian gedämpft, aber dennoch überzeugt. Angst vor der Angst war Ian bekannt. „Ich weiß, wie das ist“, schob er also hinterher. Wie oft hatte er sich vor dem Schlaf gefürchtet? Vor den Alpträumen? Auch das war in gewisser Weise Angst vor der Angst, denn nicht die Träume waren das Problem gewesen, sondern das, was sie ausgelöst hatten – und das war nicht selten auch Angst gewesen.

„Würde es dir helfen, wenn wir erst über gestern sprechen?“ Ian lächelte entschuldigend, nahezu ein wenig verlegen. Vielleicht hätte ich das gleich und zuerst vorschlagen sollen.“ Nur hatte Sprechen schon gestern überhaupt nicht funktioniert – allerdings war Eowyn da auch schon mitten in der Angst gewesen. „Es tut mir leid, dass all das so chaotisch ist.“ Dafür, dass er eigentlich helfen wollte, kam Ian sich für Sekunden selbst ein wenig hilflos vor. Doch vermutlich konnte Eowyn besser als er selbst einschätzen, ob sie nun sprechen wollte, oder nicht. Oder, ob sie überhaupt sprechen wollte.


Coruscant – Jedi-Tempel, Trainingsraum, mit Eowyn
 
Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Alisah und Radan

Er nickte verstehend und sah sie aufbauend lächelnd an.

"Es freut mich das ich helfen kann und werde auch weiter an deiner Seite sein. Es wird alles gut werden."

sagte er und drückte kurz sanft ihre Hand um ihr zu zeigen, wie ernst es ihm war.
Dann spürte auch er etwas vertrautes und wandte sich mit Alisah um. Da war er, sein Meister den er so lange vermisst hatte.

"Meister Radan!"

rief er erfreut aber auch voller Sorge um ihn und für einen Moment vergaß er das sie Meister und Padawan waren und reagierte auf Radan mehr wie der verlorene Vater. Er eilte zu dem Jedi Ritter und umarmte ihn weiter.

"Ich habe mir solche Sorgen gemacht. Ich hoffe es geht Euch gut."

sagte er und sah ihn besorgt an. Dann machte er aber Platz für Alisah, welche ihn mit Sicherheit noch mehr vermisst hatte als er. Als er sah wie sie aus dem Rollstuhl stieg wollte er schon zu ihr eilen, doch trug die Kraft der Sehnsucht sie und ließ sie in Radans Arme fallen. Lächelnd betrachtete Rick das Wiedersehen und nahm etwas Abstand um den kleinen Kreis nicht zu stören. Er gab ihnen alle Zeit die sie brauchten, die sie haben sollten. Er nahm den Rollstuhl und wartete, bis sie sich wieder lösen würden, dann schob er ihn näher an Alisah, damit sie sich wieder setzen konnte.

Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Alisah und Radan
 
Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Alisah und Rick

Radans Blick blieb immernoch auf seinen Sohn haften bis Alisah aufstand. Radan lächelte als Rick ihn zuest umarmte. Der Junge war für ihn wie ein Sohn was umso unglaublicher war wenn man betrachtete welche Probleme sie am Anfang hatten.

"Ich dich auch mein Junge"

erklärte er und wartete bis Rick ihn los ließ. Er fing Alisah auf als sie ihm in die Arme fiel und hielt sie einfach vorsichtig fest. Alisah war stürmisch wie ey und je. Radan fiel ein Stein vom Herzen das es ihr offensichtlich s gut ging. Er strich Alisah sanft über den Rücken.

"Tut mir leid das ich so spät bin aber du warst anscheinend gut versorgt. Es gab Komplikationen"

Er wusste nicht was sie Alisah gesagt hatten, aber er würde nicht unbedingt ausführen das er von einem Dach gefallen war oder eine Nacht neben einen Müllcontainer geschlafen. Das ließ seine Ehre nicht zu. Vorsichtig fuhr er Alisah durchs Haar. Er schüttelte alle Negativen Gedanken ab und blickte Alisah an. Er hasste diesen Anzug. Andererseits blieb das blaue Auge so verborgen.

"Wie geht es dir? wie geht es unserem Sohn?"

Er hatte soviele Fragen. Radan schloss einen moment die Augen und war dankbar das es seiner Frau und seinem Sohn den vernehmennach gut ging und das sie ihm verzieh das er weg gewesen war. Sanft half er Alisah wieder in den Rollstuhl und warf einen Blick zurück zu Rick.

"Was hab ich verpasst in den letzten zwei Tagen?"

Erkundigte er sich ruhig und hielt dennoch weiter Alisahs Hand. Er ließ sie nicht los. Einfach weil er froh war das es ihr gut ging. Am liebsten hätte er diesen Anzug ausgezogen doch er verstand das er es nicht durfte. Immerhin gab es seinen Standart die Krankheit noch im vollen Gange war und er durfte nicht zulassen das seine Frau oder sein Kind krank worden. Er nickte ruhig und setzte sich vorsichtig neben Alisahs Rollstuhl und lächelte leicht.



Coruscant – Jedi-Tempel - medizinische Abteilung 1 – mit Alisah und Rick
 
Coruscant - verlassenes und unbeleuchtetes Bürogebäude - Zasuna, toter Fahrer (NPC) und Rilanja

Rilanja war froh, das Zasuna das Thema der Umarmung auf sich beruhen ließ. Immerhin war es nichts neues das solche Gesten tödliche Beleidigungen darstellen konnten, so wie in “Umarmung des Mynoks”, auch wenn dieser Film biologisch nicht ganz korrekt war und vor allem nicht das beste Gedankenfutter wenn man in einem dunklen Bürokomplex unterwegs war.
Um so dankbarer war die Falleen für die Möglichkeit eine ihrer vielen pseudophilosophischen Betrachtungen anbringen zu können, auch wenn der Bezug zu ihrem auserkorenen Schicksal eher dünn war. Wahrscheinlich war es aber auch genau das, was pseudophilosophische Betrachtungen so reizvoll machte.

Nun, ich meine, alles muss ja irgendjemandem passieren, und wahrscheinlich ist es besser wenn uns die schlimmen Dinge widerfahren und nicht irgendwelchen Unschuldigen…

Andererseits hatten jene Ergüsse auch gerne die Angewohnheit ihr thematisch zu entgleiten. Irgendwie war es beruhigend zu wissen, dass sich manche Dinge nie änderten, auch wenn sich das Herumruder nicht grade jedig anfühlte.

Nicht, das wir irgendwie schuldig wären, also, in irgendeiner Form, ich meine immerhin sind wir ausgebildet und können mit solchen Dingen besser umgehen als…

Das einzige was seit ihrer Jedigwerdung anders geworden war, und was zumindest ein kleiner Trost für ihr Ansehen und das was von ihrer Würde noch übrig war gelten konnte, war ihre Fähigkeit sich zu bremsen bevor die sprechbedingte Atemnot einsetzte.
Etwas wohler fühlte sie sich dann mit dem nächsten Punkt, den Zasuna zu Recht vorbrachte. Immerhin hätte Rilanja eigentlich genauso ihr Lichtschwert als Beleuchtung benutzen können, zumindest für den ersten Moment, denn auch wenn die Klinge einen selbst etwas blenden mochte war sie doch für sich genommen eine einfacher zu aktivierende Lichtquelle als das, was die Geschuppte improvisiert hatte.

Allerdings ging sie nicht darauf ein, dass das charakteristische Geräusch der Waffe vielleicht mögliche Unwohlgesonnene in der Nähe auf sie aufmerksam machte, oder darauf, dass ein Lichtschwert immer noch eine ziemlich irreversible Waffe war und sie vermeiden wollte aus Versehn Gliedmaßen abzutrennen die noch gebraucht wurden.
Stattdessen sagte sie,

Doch, solche Filme gibt es sehr wohl. Mindestens sieben fallen mir spontan ein, die meisten allerdings aus der Zeit vor ein paar Jahrhunderten als ein geschäftstüchtiger Rat Gebühren für die Verwendung von eindeutig den Jedi zuzuordnender Technologie einführte. Besonders berühmt ist eine große Kampfszene die ausschließlich aus Nahaufnahmen besteht und trotz einem Dutzend Kämpfer mit Lichtschwertern ohne eine einzige Darstellung einer Klinge auskommt. Und am Ende weiß niemand wer überhaupt noch lebt. Solche Filme machen sie heutzutage gar nicht mehr.

Ihr Gehirn, bereits sicher Fuß fassend auf dem vertrauten wenn auch schlüpfrigen Gebiet, das Holofilme für sie waren, war kurz davor sich in die nächste Diskussion zu stürzen - dieses Mal die Frage welcher Horrorfilm wohl am besten zu dem Gang passte dem sie sich grade näherten. Es gelang ihr diese Gedanken weitgehend für sich zu behalten, aber trotz aller Bemühungen sich auf die Gegenenheiten und ihren Aufstieg zum Tempel zu konzentrieren kam sie nicht umhin sie zu denken.
Rilanja hatte nicht viel übrig für Horrorfilme, aber sie kannte doch mehr als sie zuzugeben bereit war. Und die dunklen Räume hinter den nicht immer ganz geschlossenen Türen sahen wie geschaffen aus für die rasenden Gungans aus “Nacht der verknoteten Zungen”. Als ob Gungans nicht schon fürchterlich genug waren, aber die Masken in diesem Film… Selbst Jahre später kämpfte sie wenn sie einen Gungan sah noch mit dem Drang ihn zu fragen ob es weh tat wenn man seine beiden Augen verknotete.
Auch nicht viel besser war die eigentlich als Komödie geplante Kurzgeschichtenverfilmung “Ewoks sind keine Vegetarier”, in denen wie wildgewordenen kleinen Kreaturen eine Sturmtruppenanhäufing auf grafisch eindeutige Weise niedermachen. Kurzweiliges, solides Kino zum Abgewöhnen, und was wollte aus Rilanjas Mund - oder zumindest ihren Gedanken - schon was heißen.
Am Ende des Ganges fanden sie eine Treppe, und die Jedi-Ritterin musste bei deren Anblick grinsen. Gut, dass beim Bau dieses Gebäudes jemand nostalgische Anwandlungen gehabt hatte. In modernen Behausungen wurde auf Treppen meist verzichtet, weil sie meisten Haushaltshilfe-Droiden sie nicht benutzen konnten und ohnehin einen Lift brauchten.
In der Hoffnung weder real noch literarisch auf Zasunas Füße zu steigen übernahm sie als ranghöhere und vor allem besser belichtete Jedi die Führung und ging voran.

Der Weg war frei, auch wenn sie an weiteren Gängen wie dem vorbei kamen den sie grade hinter sich gelassen hatten zum Glück ohne irgendwelchen blutspritzenden Bestien zu begegnen.

Vier Stockwerke. Schaut gut aus,

kommentierte sie den Ausblick vom Treppenhaus aus zu dem Übergang, der sich in Verlängerung des Ganges zum Jedi-Tempel hin erstreckte. Erst als sie sich der überdachten Brücke näherten war zu erkennen, dass sie nicht mehr ganz fabrikneu war.

Sieht aus als wäre unser Speeder nicht der erste.

Ein kleineres Gefährt, wahrscheinlich nur für eine Person ausgelegt, war abgestürzt und hatte einen Teil der Brcke beschädigt, wenn auch hauptächlich die Überdachung. Immerhin sah sie noch stabil genug aus. Hoffte sie.

Nach dir,

meinte sie grinsend zu ihrer Quasi-Padawan, just in dem Moment da ihr Komm mit einem Piepen eine neue Nachricht anzeigte. Sie laß sie sich durch, tippte eine kurze Bestätigung an Sarid, dass sie sich melden würden sobald sie im Tempel waren und hielt sie dann ihrer Begleiterin hin.


Sieht aus als sollten wir auf jeden Fall diese Brücke nehmen. Andere sehe ich in sinnvoller Nähe nicht. Sarid könnte unsere Hilfe beim Bezwingen der unteren Ebenen des Tempels brauchen. Du weißt doch,


fügte sie grinsend hinzu während sie sich in stilecht von unten selbst das Gesicht beleuchtete und dann einen bekannten Werbeslogan für die Grusel-Reihe “Alchemist” zitierte.

”In den Tiefen des Tempels hört dich keiner schreien.”

Daraufhin nahm sie die Lampe wieder runter und richtete sie auf die strukturell nicht einwandfreie Brücke. Wahrscheinlich würde sie unter ihren Füßen zusammenbrechen und einiges an Akrobatik erfordern sie zu meistern. Vorsichtig machte sie den ersten Schritt aus dem Gebäude hinaus, und hoffte, dass die Padawan ihr dicht auf folgen würde.
Es gab nichts frustrierenderes in Filmen als große Rettungsszenen weil ein Gruppenmitglied es nicht geschafft hatte bei den anderen zu bleiben sondern sich unbedingt eine eigene Lebensgefahr hatte suchen müssen.


Coruscant - beschädigter Übergang zum Jedi-Tempel - Zasuna und Rilanja
 
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