Kashyyyk, Trandosha (Kashyyyk-System)

o Orbit über Kashyyyk o Kommandogruppe »Phalanx« in Angriff auf ISD-I Determinator o MC80a Firaxa o Brücke o
Captain Thalassa und Crew

Die Determinator lag nun voll im Griff der Schlacht und zum ersten Mal seit dem Eintritt der Phalanx in den Raum über Kashyyyk wirkte die gewaltige Keilgestalt eines Imperial-I-Sternzerstörers nicht mehr wie ein unbeweglicher Ausdruck imperialer Gewissheit. Zu viele Fronten brachen simultan. Zum einen war da der Ausfall der Golan-Station, die der Captain der Neuen Republik auf seinem Holotank registrierte. Commodore Bomwell hatte mit seiner Gefechtsformation den durastählernen Giganten bezwungen, was die Eroberung von Kashyyyk nach vorne trieb. Nun galt es noch das Kommandoschiff auszuschalten. Dafür musste aber die Flanke gegen die Determinator gebrochen werden, die Eskorte geordnet, die Jägerströme gelenkt und das eigene Feuer so verteilt werden, dass die imperialen Großkampfschiffe auf Distanz blieben und zugleich keine Lücke fanden, in die sie ihr Gewicht werfen konnten. Auf der Brücke der Firaxa spürte Captain Orso Thalassa diese Überdehnung mit jener eigentümlichen Klarheit, die sich nur unter Dauerbeschuss einstellt, wenn die Welt auf Feuerwinkel, Schildatmung, Trümmerdrift und die Nervenstärke einiger weniger Offiziere zusammenschrumpft.

Der Raum vor dem Transparistahl war ein einziger, vibrierender Organismus aus Licht, Wrackschatten und zuckenden Vektoren. Jedes Mal, wenn die Harbinger of Justice mit ihren schweren Batterien in die Stirn der Determinator hämmerte, zuckte die Schildhaut des Sternzerstörers über die gesamte Bugsektion hinweg in einem tiefblauen Aufflammen, das ganze Frontkuppeln und Panzerlinien für Herzschläge lang geisterhaft sichtbar machte. Im gleichen Takt legte die Firaxa ihre versetzten Salven hinein, tiefer, schräger, suchender, darauf bedacht, die Überlastung von der bloßen Energiefrage in eine Frage der Verteilung zu treiben.
Vakess hatte die Feuerlösungen mittlerweile so fein gestaffelt, dass einzelne Batterien auf Schildknoten, Sensormasten und jene Begleitkreuzer zielten, deren eigene Projektionsleistung in die Front der Determinator eingekoppelt wurde. Jeder Treffer war Teil einer Rechnung, und jede Rechnung sollte das große Schiff zwingen, irgendwo einen Atemzug zu kurz zu nehmen.

„Steuerbord hinten flackert wieder“, meldete Lieutenant Crano von der Sensorikstation, deren smaragdgrüne Tentakel eng an ihrem Hals anlagen, als hielte sie jede unnötige Bewegung zurück, um den Blick auf die Anzeigen schärfer zu machen. „Schildstärke sinkt dort schneller, sobald die Wavebreaker tiefer in die Trümmerfahne zieht.“

Der massige Chagrianer legte erneut die Hand fester auf die Reling, von der er sich zuvor noch abgestoßen hatte.
„Halten Sie mir diese Linie offen.“

Sein erster Offizier, Commander Kanoloa, stand breit an seinem Pult, die schwimmhäutigen Hände flach auf den Anzeigen, die bernsteinfarbenen Augen trocken, still, unbeirrbar. Er sagte wenig. Sein Wert lag ohnehin nie in der Lautstärke. Wenn er sprach, dann mit der Präzision eines Laserskalpells. „Die Coral hält zwei Carracks fest. Ein dritter versucht, über die obere Steuerbordachse auszubrechen. Die Denon fängt ihn ab, verliert dabei aber weiter Schilde.“

Thalassa sah kurz zum Holotank hinab. Die Coral Vengeance stand wie ein Riff in schwerer Dünung, die Kontur ihres MC40-Rumpfes im Holo mit Einschlägen gesprenkelt, doch ihre Linie hielt. Jhar Halabar führte das Schiff mit einer Zähigkeit, die etwas Tiefseehaftes an sich hatte. Jeder imperiale Begleiter, der dort herauswollte, geriet in ihre Feuerzonen und musste zahlen. Die Denon’s Judgement arbeitete daneben unter größerem Druck, die Signatur flackernd, die Schilde dünn, die Haltung jedoch unbeugsam. Glie Amersu zog seine Angriffsfregatte an genau jenen Rand der Belastung, an dem man noch Herr seiner Entscheidung blieb und noch kein Spielball der nächsten gegnerischen Breitseite wurde.

Weit im Jägerchaos darüber glitten die Abyss Fangs durch eine Zone, in die jeder vorsichtige Fluglehrer das Eindringen verboten hätte. Thalassa sah die Staffelmarkierungen im Holo immer wieder aussetzen, verschwinden, wieder auftauchen, verschluckt von der ionisierten Trümmerfahne des sterbenden Victory. Dort draußen rang Lieutenant Calessian Val, Abyss 5, mit einer Wirklichkeit, die auf der Brücke nur als Störrauschen, Strahlungsspitze und Jägersymbol erschien. Kazo sprach angespannt in seine Leitungen hinein, hörte zu, gab kurze Anweisungen, fing neue Vektoren ab. Einmal hob er den Blick, und für den Bruchteil eines Moments lag auf seinem sonst kontrollierten Gesicht eine Schärfe, die Thalassa genügte, um zu wissen, dass im toten Raum etwas aus dem Takt geraten war.


„Bericht.“


Commander Kazo atmete einmal durch, ohne sich von der Anzeige zu lösen. „Abyss 5 führte Rotte Zwei durch die tiefste Ionisationszone. Die Schilde brachen im Durchgang zusammen, die Kondensatoren liefen nahezu leer. Zwei imperiale Abfangjäger kamen auf Abyss 6. Kinn hat sie durch die Wracks gezogen, sehr eng, sehr schmutzig.“ Er verzog den Mund kaum sichtbar. „Lieutenant Val hat dann die statische Ladung ihrer Maschinen gegen sie entladen. Die TIE-Systeme kollabierten. Rotte Zwei ist wieder im Gefecht. Lieutenant Vess hat ihm im Anschluss sehr deutlich ihre Meinung mitgeteilt.“

Ein kurzes, dumpfes Beben lief durch die Brücke, als eine neue Salve der Determinator in die Frontschilde der Harbinger schlug. Irgendwo auf einem unteren Deck heulte eine Sicherung hoch und verstummte wieder.

„Und jetzt?“ fragte der gehörnte Kommandant der Firaxa.

„Jetzt nutzen sie die Trümmer und das Hintergrundrauschen, um die gesamte Staffel in den Sensoren verschwinden zu lassen. Korr aus Rotte Zwei liefert die Analyse. Sie gehen auf Bomber.“

Das ließ Thalassa einen Herzschlag länger auf die Jägeranzeige sehen. Im Krieg zählten Ergebnisse zuerst. Lieutenant Calessian hatte das Leben seiner Leute an den Rand geführt und aus dieser Hölle einen taktischen Vorteil gezogen, den nur jemand nutzen konnte, der den Raum unter sich nicht als Karte, sondern als Wetter, als Strom, als lebendiges Hindernis verstand. Mutig. Grenzwertig. Wertvoll.


„Sobald die Bomber aufgehen, bekommt die Wavebreaker Atem. Halten Sie die Fangs beweglich. Keine langen Kurse. Ich will, dass sie in den Schatten bleiben und zuschlagen, ehe die Imperialen ihre Lage verstehen.“

„Verstanden.“


Vor dem Transparistahl rollte die nächste Phase der Schlacht heran. Die Wavebreaker war nun tief genug in den Trümmerkorridor gezogen, dass ihre Silhouette nur noch in Fragmenten sichtbar wurde. Mal war sie bloß ein heller Reflex an einer glühenden Metallplatte, mal ein knapper Ausschlag im Sensorholo, mal ein kurzer Stich aus Turbolaserlicht, der in einen ohnehin brennenden Hintergrund hineinlief. Commander Ria Teenu nutzte ihre MC30 mit jener Kühnheit, die nur auf wirklicher Kenntnis des eigenen Schiffes beruhte. Sie suchte keine heroische Linie, sie suchte Winkel, aus denen die Determinator ihren Bug nicht sinnvoll dorthin drehen konnte, ohne an anderer Stelle Kontrolle zu verlieren.

„Sie beginnt mit dem Schneiden“, murmelte der Chagrianer, während er die Arme vor der Brust gekreuzt mit seiner rechten Hand berührte er die polierte rote Spitzen aus dunkelglänzendem Tholium seines unteren Horns.

„Torpedoläufe?“ fragte Kanoloa.

„Noch keine vollen Salven. Erst die Eskorte zwingen falsch zu reagieren.“

Wie um seine Worte zu bestätigen, brach eine Arquitens aus dem Schirm der Determinator und versuchte, die Wavebreaker in den Korridor hinein zu verfolgen. Der Fehler war sofort sichtbar. Die Coral Vengeance schob ihre Breitseite in den Schnitt, schwere Salven hämmerten auf die Flanke des Kreuzers, und im selben Moment nahm die Denon’s Judgement ihn mit präzisem Feuer unter Druck. Das imperiale Schiff zuckte, verlor seinen Vektor, wurde nach außen gedrängt und musste den Lauf abbrechen.

„Commander Halabar hält die Tür zu“, kommentierte Crano in einem Ton, der auf anderen Brücken vielleicht flapsig hätte gewertet werden können, doch seine Besatzung hatte gelernt, dass der Kommandant der Firaxa bildliche Sprache gerne benutzte und manchmal auch besser verstand, als das Kauderwelsch optimierter technischer Aussagen.

Thalassa nickte.
„Und Commander Amersu schneidet die Finger ab, die sie öffnen wollen.“

Dann kam die Wirkung der Abyss Fangs. Auf dem Jägerdisplay löste sich eine ganze Kette imperialer Bomber-Signaturen auf, erst eine, dann drei, dann fünf, als hätte jemand sie aus dem Raum gewischt. Über den Staffelkanal ging nur ein kurzes, hartes Aufblitzen an Bestätigungen. Lieutenant Calessian und seine Rotte waren aus dem Sensorrauschen der Trümmerfahne heraus auf die ahnungslosen Bomber gefallen, hatten ihre wieder geladenen Laser in die dichte Formation gejagt und den Angriff zerschlagen, ehe er sauber anlaufen konnte. Was Kazo anschließend aus einem Nebensatz von Lieutenant Vess heraushörte, klang scharf genug, um selbst durch Gefechtsrauschen wie eine Ohrfeige zu wirken. Thalassa registrierte den Tonfall, ließ ihn jedoch unbeachtet. Die Staffel hatte den "Himmel" für Commander Teenu geöffnet. Der Rest war Gesprächsstoff für später.

Jetzt gewann das große Gefecht seine schwerste Form. Der Kommandant der Determinator muss wohl begriffen haben, dass die Wavebreaker an ihrer Flanke keine Ablenkung mehr war. Mehrere sekundäre Geschützlinien rissen herum, Jägerstaffeln wurden umgeordnet, und für Sekunden nahm die enorme Schildfront am Bug jene unruhige Struktur an, die Captain
Thalassa herbeiführen wollte. Die Harbinger of Justice presste weiter mit fast grausamer Konstanz gegen diesen Bug, und die Firaxa stimmte ihren Takt nun enger darauf ab, legte ihre Salven weniger breit, tiefer in die schmerzenden Übergänge, dorthin, wo die Schildenergie schon unter den Anforderungen der Flankenverteidigung arbeitete.

„Vakess“, rief Thalassa den Feuerleitsystemsoffizier, „ich will ihre Steuerbordprojektion in einen Zustand bringen, den ihre Ingenieure hassen.“

Der Quarren hob kaum den Kopf.
„Instabile Erholung statt Kollaps?“

„Genau. Ein Schiff, das einen Bruch sieht, handelt entschlossen. Ein Schiff, das glaubt, seine Wunde noch zu beherrschen, trifft falsche Entscheidungen.“

Vakess’ Finger glitten über seine Steuerfelder. Die Firaxa änderte ihre Feuercharakteristik erneut. Einige Batterien hämmerten weiter gegen die Front, andere suchten den hinteren Steuerbordbogen, immer versetzt, immer in einem Rhythmus, der den Schilden der Determinator keine einfache Erholung gönnte. Aus dem Transparistahl wirkte das wie eine neue Welle von grünem und rotem Feuer, die sich über den gewaltigen Keil ergoß und seine Kanten an zwei Enden zugleich fraß.

Dann meldete sich Haekeen Nasrabi von unten, die Stimme des Chefingenieurs trocken und stabil, trotz allem. „Captain, Belastung auf den eigenen Frontprojektoren im roten Bereich. Wir halten, aber wir opfern Komfort und Reserven. Noch zwei Pakete dieser Art, dann beginne ich mit echten Schmerzen.“

Thalassa nahm die Worte auf wie ein Seemann Windstärke aufnimmt. „Sie bekommen den Raum, Lieutenant Commander. Halten Sie mir noch ein wenig den Rücken gerade.“

„Das tue ich ohnehin.“

Ein kurzes, gequältes Lächeln huschte durch Thalassas Gesicht, so flüchtig, dass niemand auf der Brücke es sicher gesehen hätte. Vor ihnen zog die Wavebreaker dann tiefer. Jetzt kamen die ersten schweren Torpedos. Keine blinde Flut, kein großes Finale in einem einzigen Zug. Commander Teenu ließ zwei Läufe aus versetzten Winkeln setzen, beide auf jene Zonen, die durch die Schildumverteilung der Determinator gerade ihre hässlichen, schwachen Atemzüge zeigten. Einer der Torpedos wurde von Flakfeuer vorzeitig getroffen. Der zweite lief durch, verschwand in einem blauflackernden Schirmbruch und ließ die Steuerbordseite des Sternzerstörers in einem breiten, fahlen Licht aufglühen, das eine ganze Reihe sekundärer Aufbauten für einen Herzschlag schwarz gegen die Helligkeit zeichnete.

„Wirkungstreffer!“ rief Crano. „Hinterer Steuerbordbogen sackt weg. Schildlinie unruhig. Sekundäre Geschütze verlieren Takt.“

Die Brücke der Firaxa antwortete nicht mit Jubel, dafür war es noch zu früh. Sobald die Lichter auf der Brücke der Determinator entweder in Atome zerspringen oder verdunkeln würden, wäre der Moment für Jubel gekommen. Was durch den Raum lief, war das Gefühl, dass sich das Mühen vieler Minuten endlich in eine Richtung bog, die man greifen konnte. Thalassa trat von der Reeling einen halben Schritt näher an das Transparistahl. Dort draußen stand die Determinator noch immer, gewaltig, gefährlich, kampffähig. Doch ihr Bugfeuer war nicht mehr rein. Ihre Eskorte war gebunden. Ihre Jägerzüge litten an Störungen. Ihre Steuerbordseite arbeitete unter Last, und die Wavebreaker saß ihr dort wie ein Dorn im Fleisch.

„Noch hält sie“, sagte Kanoloa.

„Ja.“, antwortete Thalassa, die Augen auf den Sternzerstörer gerichtet. „Sie weiß jetzt, dass wir sie haben können.“

Thalassa hob den Blick zum Holotank, in dem die Signaturen der Wavebreaker, der Harbinger, der Coral Vengeance, der Denon’s Judgement und der Intrepid wie unter dem Zug einer einzigen, unsichtbaren Strömung weiterarbeiteten. Er musste ihnen keine Befehle geben, um zu erkennen, dass jeder Kommandant inzwischen dieselbe Wahrheit vor Augen hatte. Die Determinator war noch immer gefährlich, noch immer schwer bewaffnet, noch immer in der Lage, jedem Schiff im falschen Winkel den Tod zu bringen. Auf der Brücke der Firaxa war das genug. Thalassa brauchte keine große Geste, keinen herrischen Ruf in den Verbandskanal. Er brauchte nur das Wissen, dass der Plan trug, dass Teenu an der Wunde blieb, dass Halabar den Entsatz band, dass Amersu trotz der Schläge standhielt und dass hoch darüber die Abyss Fangs dem Feind den Himmel Stück für Stück aus den Händen rissen. Dann knackte der Flottenkanal, und Commodore Mutazzins Stimme legte sich über das Donnern der Schlacht wie ein eiserner Riegel, der in die richtige Kerbe fiel.

„Phalanx hält den Druck. Keine Neuordnung. Die Determinator bleibt gebunden. Fahren Sie fort.“

Mehr sagte der Commodore nicht. Mehr war auch nicht nötig. Der Chagrianer spürte das Vibrieren der Firaxa bis tief in seine Beine hinein. Vor ihm hing die Determinator im Feuersturm wie ein schwarzer, arbeitender Fels, an dessen Flanken bereits die ersten echten Bruchlinien sichtbar wurden. Die Brücke war erfüllt vom Geruch heißen Metalls, vom Ozondunst überlasteter Systeme und vom kalten Licht der Anzeigen, das über die Gesichter seiner Offiziere glitt. Niemand dort sprach unnötig. Jeder wusste, dass sie an der Schwelle standen, an jener schmalen, gefährlichen Stelle eines Gefechts, an der aus zäher Beharrlichkeit plötzlich Entscheidung werden konnte. Captain Orso Thalassa stand im Herzen dieses bebenden Schiffes und sah das Finale näher rücken wie eine große, dunkle Welle, die lange jenseits des Horizonts gearbeitet hatte und nun endlich Höhe gewann. Sie war noch nicht gebrochen, doch sie trug bereits ihr ganzes Gewicht in sich.

o Orbit über Kashyyyk o Kommandogruppe »Phalanx« in Angriff auf ISD-I Determinator o MC80a Firaxa o Brücke o
Captain Thalassa und Crew
EinheitKommandantRumpfSchilde
MAJ Harbinger of JusticeCommodore Karbo Mutazzin [Befehlshaber]71 %37 %
MC80a FiraxaCaptain Orso Thalassa71 %43 %
AF2 Denon's JudgementCommander Glie Amersu78 %49 %
MC40 Coral VengeanceCommander Jhar Halabar82 %62 %
COR IntrepidCommander Bokanna Haressi72 %61 %
MC30 WavebreakerCommander Ria Teenu84 %60 %
 
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