Ich bin ja normalerweise jemand, bei dem Horrorfilme nicht so recht zünden. Die paar Horrorfilme, die ich mag, mag ich meist eher, weil sie gleichzeitig andere Genres bedienen: Rosemary's Baby lässt sich lange Zeit vor allem als Ehedrama lesen und der erste Saw war für mich einfach ein spannender Krimi. Diese Filme mag ich aber genaugenommen eher obwohl, und nicht so sehr weil es sich um Horrorfilme handelt. Das ist mitunter so, weil ich gemerkt habe, dass ich mich meist einfach langweile, wo ich mich gruseln sollte - so habe ich z. B. bei Halloween einfach irgendwann innerlich abgeschaltet und einfach nichts aus dem Film mitnehmen können - außer das Gefühl, dass ich ihn schlichtweg sehr belanglos fand.
Erst vor zwei Tagen habe ich aber einen Horrorfilm gesehen, bei dem ich so richtig "Schiss" bekommen habe. Zugegeben, Der Exorzist beginnt in der ersten halben Stunde ziemlich unspektakulär (und bei einigen Episoden aus diesem Filmanfang wie z. B. dem Prolog in der Wüste habe ich auch nicht so recht den Zusammenhang zum restlichen Film verstanden), aber sobald das Mädchen mal vom Teufel besessen ist, ging es, wie man so schön sagt, meiner Ansicht nach wirklich richtig "ab". Bei der letzten halben Stunde, wo dann der Exorzismus durchgeführt wird, bin ich wirklich immer mal wieder zusammengezuckt - und das passiert bei mir wirklich selten.
So gesehen wäre der Film, den es aktuell auf HBOmax zu bewundern gibt, auch ein Kandidat für einen Klassiker, den ich empfehlen kann.