Ferak Koltari
Savrak Vyshtal
kommend von Weltraum (Neue Republik)
Tage später fiel die StarExplorer im Adega-System aus dem Hyperraum. Ossus lag vor ihnen. Der Planet füllte langsam die Sichtscheibe des Cockpits, grün und lebendig, kaum noch jenes verheerte Ödland, von dem alte Aufzeichnungen berichteten. Wolken zogen über weite Ebenen und zerklüftete Landstriche. Irgendwo darunter lagen die Überreste eines Ordens, der länger existiert hatte als manches Sternenreich und dessen Wissen noch immer Schicht für Schicht aus der Erde geborgen wurde. Ferak saß schweigend am Steuer. Keine Alarm schrillte, keine Piratenschiffe stürzten sich aus dem Hinterhalt auf sie, keine Blockade riegelte den Planeten ab.
Sein Blick wanderte über die Sensoranzeigen. Einmal. Ein zweites Mal. Die Werte änderten sich nicht. Der Zabrak lehnte sich langsam zurück und atmete tief durch. Vielleicht hatten sie Glück. Vielleicht war es auch nur eine Falle, vielleicht... machte er sich zu viele Gedanken. Die Landefreigabe führte sie zu einem republikanischen Raumhafen, der vor allem Versorgungsflüge, wissenschaftliche Expeditionen und den Verkehr zu den verschiedenen Ausgrabungsstätten abfertigte. Die StarExplorer setzte zwischen Frachtern, Forschungsschiffen und einigen kleineren Kuriermaschinen auf. Ferak fuhr die Systeme herunter und blieb noch einen Moment im Pilotensitz sitzen. Sein Blick ging in Richtung des Schiffes, als könnte er durch Wände und Deckplatten hindurch bis zur Krankenstation sehen. Meisterin Kenobi war noch immer nicht erwacht. Juna würde bei ihr bleiben. Nicht nur, weil die Rattataki inzwischen mehr über Sahras Zustand wusste als er. Ihr eigener Arm brauchte ebenfalls Aufmerksamkeit. Der Zabrak hatte ihr seine Hilfe angeboten, doch sie hatte dankend abgelehnt und auf Suse verwiesen.
Wenig später verließ der Padawan die StarExplorer. Sein Lichtschwert hing an seinem Gürtel, über den Roben und eine kleinen Tasche trug er einen langen Staubmantel. Im Raumhafen ließ er sich den Weg zur Fahrzeugvermietung weisen und mietete eines der robusteren Speederbikes, die für die Wege zu den weiter entfernten Forschungsstationen und Grabungsstätten gedacht waren. Er kontrollierte die Maschine kurz. Energiezelle, Repulsoren, Steuerung. Das Gefährt würde genügen, befand der Padawan von Iridonia. Ein breites Tuch schlang er sich um Mund und Nase. Die Staubbrille folgte. Dann setzte sich der Zabrak auf das Speederbike und ließ den Motor aufheulen.
Wenige Augenblicke später schoss er aus dem Raumhafen. Der Wind riss an seinem Mantel und ließ den schweren Stoff hinter ihm wie eine Sturmwolke herpeitschen. Ferak beugte sich leicht über die Steuerholme und beschleunigte. Die Landschaft von Ossus flog an ihm vorbei. Grüne Flächen wechselten sich mit trockeneren, von Wind und alten Stürmen gezeichneten Gebieten ab. Felsformationen ragten aus der Erde, ausgewaschen und zerklüftet, stille Zeugen einer Welt, die sich mehr als einmal verändert hatte. Ferak ließ die Macht an den Rändern seiner Wahrnehmung fließen. Er suchte nicht gezielt, er nahm nur wahr und Raste mit einer Geschwindigkeit über die Planetenoberfläche und an Hindernissen vorbei, die nur die Macht ermöglichte. Das Dröhnen des Speeders. Das Schlagen des Windes gegen seine Kleidung. Den eigenen Atem hinter dem Tuch. Und darunter den langsamen Rhythmus seines Herzens, die Trommeln. Ruhig, beides im Einklang.
Nach einiger Zeit erschienen die ersten Markierungen der Ausgrabungsstätte am Horizont. Antennen ragten zwischen alten Felsformationen auf. Provisorische Gebäude und wissenschaftliche Module standen dort, wo seit Jahren Schicht für Schicht Vergangenheit freigelegt wurde. Transportgleiter bewegten sich zwischen den einzelnen Bereichen. Arbeiter trugen Geräte und Fundkisten über das Gelände. Und da waren Jedi. Ferak spürte sie, noch bevor er die traditionellen Roben zwischen den Forschern erkannte. Ihre Präsenzen lagen ruhig in der Macht, konzentriert, aufmerksam. Keine Krieger auf einem Schlachtfeld. Gelehrte. Archäologen. Hüter von Dingen, deren Bedeutung sich manchmal erst Jahrhunderte nach ihrer Entdeckung offenbarte. Der Padawan nahm den Schub zurück. Das Speederbike wurde langsamer und glitt schließlich zwischen einigen abgestellten Transportern zum Stillstand. Der Zabrak stellte den Motor ab und schwang sich von der Maschine. Erst jetzt zog er das Tuch von Mund und Nase und schob die Staubbrille auf seine Stirn. Einige Köpfe drehten sich zu ihm. Ferak ignorierte die Blicke zunächst. Seine Augen wanderten über die Grabung. Er registrierte Zugänge, Fahrzeuge, Lagerbereiche, Arbeitsgruppen. Keine Wachtrupps, nur zwei altersschwache Doriden die den Perimeter abschritten.
Dann ging er auf eine Gruppe Archäologen zu, einer der Archäologen, ein Jedi löste sich aus einer kleinen Gruppe und kam ihm entgegen. Ein älterer Mann, dessen Roben bereits deutliche Spuren von Staub und Arbeit trugen. Kein Ratsherr. Kein Tempelgelehrter hinter hohen Mauern. Jemand, der seine Hände offenbar ebenso häufig in Erde und Schutt steckte wie in alte Schriften. Ferak blieb vor ihm stehen und neigte respektvoll den Kopf.
"Padawan Ferak Koltari."
Seine tiefe Stimme trug ruhig über den Platz.
"Wir haben auf Coruscant Euren Bericht und die übersandten Funde erhalten. Ich komme im Namen des Ordens. Wir sind Eurem Hilferuf gefolgt."
Der Archäologe musterte ihn einen Moment, vielleicht auch deshalb, weil der hünenhafte, gehörnte Zabrak mit dem staubbedeckten Mantel nicht unbedingt dem Bild entsprach, das man sich von Unterstützung für eine archäologische Expedition machte. Dann entspannte sich seine Haltung merklich. Er begrüßte Ferak und erklärte ihm, dass man tatsächlich mit jemandem vom Orden gerechnet hatte. Vielleicht nur nicht unbedingt mit ihm allein. Der Zabrak verzog keine Miene.
"Meine Meisterin ist erkrankt."
Eine kurze Pause.
"Ich bin hier."
Mehr Erklärung hielt er nicht für notwendig.
Der Archäologe schien für einen Augenblick etwas sagen zu wollen, entschied sich dann aber dagegen. Stattdessen bedeutete er Ferak, ihm zu folgen. Sie bewegten sich durch die Grabungsstätte. Vorbei an halb freigelegten Mauern, markierten Fundstellen und sorgfältig abgesperrten Bereichen. Während sie gingen, setzte der Jedi-Archäologe ihn ins Bild. Die Piraten waren kein Heer, keine Besatzungsmacht. Sie kamen in kleinen Gruppen. Schnell. Unregelmäßig. Manchmal vergingen Wochen ohne einen Zwischenfall, dann gab es innerhalb weniger Tage mehrere Angriffe. Sie stahlen Werkzeuge, technische Geräte und Fundstücke. Nicht immer die wertvollen. Genau das war das Problem. Ferak hob leicht eine Augenbraue.
Der Archäologe erklärte weiter. Wertvolle Statuetten waren zurückgelassen worden. Seltene Schriftfragmente ebenfalls. Dafür verschwanden beschädigte Datenträger, mechanische Bauteile oder Artefakte, deren Zweck noch gar nicht bestimmt worden war. Plunder. Zumindest auf den ersten Blick. Feraks Gedanken gingen zurück nach Coruscant. Zu der metallenen Kugel. Zu Juna. Zu dem orangefarbenen Kristall. Viele Dinge, die wertvoll erscheinen, sind nur Plunder. Und mancher Plunder ein Schatz. Sein Kiefer spannte sich leicht. Die Piraten wussten vielleicht nicht, wonach sie suchten. Aber jemand wusste es.
Der Archäologe führte ihn weiter zu einem abgesperrten Bereich am Rand der eigentlichen Grabung. Dort war der Fels erst vor kurzer Zeit geöffnet worden. Provisorische Stützen hielten einen schmalen Zugang frei. Eine Kammer, klein, alt. Und offenbar der Grund, warum die Angriffe häufiger geworden waren. Ferak blieb vor dem Eingang stehen. Das Trommeln in seinem Inneren veränderte sich, nur leicht, ein Schlag außerhalb des Rhythmus.
Seine Augen verengten sich hinter den schwarzen und gelb-orangen Tätowierungen. Dann sah er zu dem Archäologen.
"Zeigt mir, was Ihr gefunden habt... bitte."
| Outer Rim Territories | Auril-Sektor | Adega-System | Hyperraum | StarExplorer | Ferak Koltari | Sahra und Juna auf der Krankenstation |
Tage später fiel die StarExplorer im Adega-System aus dem Hyperraum. Ossus lag vor ihnen. Der Planet füllte langsam die Sichtscheibe des Cockpits, grün und lebendig, kaum noch jenes verheerte Ödland, von dem alte Aufzeichnungen berichteten. Wolken zogen über weite Ebenen und zerklüftete Landstriche. Irgendwo darunter lagen die Überreste eines Ordens, der länger existiert hatte als manches Sternenreich und dessen Wissen noch immer Schicht für Schicht aus der Erde geborgen wurde. Ferak saß schweigend am Steuer. Keine Alarm schrillte, keine Piratenschiffe stürzten sich aus dem Hinterhalt auf sie, keine Blockade riegelte den Planeten ab.
Sein Blick wanderte über die Sensoranzeigen. Einmal. Ein zweites Mal. Die Werte änderten sich nicht. Der Zabrak lehnte sich langsam zurück und atmete tief durch. Vielleicht hatten sie Glück. Vielleicht war es auch nur eine Falle, vielleicht... machte er sich zu viele Gedanken. Die Landefreigabe führte sie zu einem republikanischen Raumhafen, der vor allem Versorgungsflüge, wissenschaftliche Expeditionen und den Verkehr zu den verschiedenen Ausgrabungsstätten abfertigte. Die StarExplorer setzte zwischen Frachtern, Forschungsschiffen und einigen kleineren Kuriermaschinen auf. Ferak fuhr die Systeme herunter und blieb noch einen Moment im Pilotensitz sitzen. Sein Blick ging in Richtung des Schiffes, als könnte er durch Wände und Deckplatten hindurch bis zur Krankenstation sehen. Meisterin Kenobi war noch immer nicht erwacht. Juna würde bei ihr bleiben. Nicht nur, weil die Rattataki inzwischen mehr über Sahras Zustand wusste als er. Ihr eigener Arm brauchte ebenfalls Aufmerksamkeit. Der Zabrak hatte ihr seine Hilfe angeboten, doch sie hatte dankend abgelehnt und auf Suse verwiesen.
Wenig später verließ der Padawan die StarExplorer. Sein Lichtschwert hing an seinem Gürtel, über den Roben und eine kleinen Tasche trug er einen langen Staubmantel. Im Raumhafen ließ er sich den Weg zur Fahrzeugvermietung weisen und mietete eines der robusteren Speederbikes, die für die Wege zu den weiter entfernten Forschungsstationen und Grabungsstätten gedacht waren. Er kontrollierte die Maschine kurz. Energiezelle, Repulsoren, Steuerung. Das Gefährt würde genügen, befand der Padawan von Iridonia. Ein breites Tuch schlang er sich um Mund und Nase. Die Staubbrille folgte. Dann setzte sich der Zabrak auf das Speederbike und ließ den Motor aufheulen.
Wenige Augenblicke später schoss er aus dem Raumhafen. Der Wind riss an seinem Mantel und ließ den schweren Stoff hinter ihm wie eine Sturmwolke herpeitschen. Ferak beugte sich leicht über die Steuerholme und beschleunigte. Die Landschaft von Ossus flog an ihm vorbei. Grüne Flächen wechselten sich mit trockeneren, von Wind und alten Stürmen gezeichneten Gebieten ab. Felsformationen ragten aus der Erde, ausgewaschen und zerklüftet, stille Zeugen einer Welt, die sich mehr als einmal verändert hatte. Ferak ließ die Macht an den Rändern seiner Wahrnehmung fließen. Er suchte nicht gezielt, er nahm nur wahr und Raste mit einer Geschwindigkeit über die Planetenoberfläche und an Hindernissen vorbei, die nur die Macht ermöglichte. Das Dröhnen des Speeders. Das Schlagen des Windes gegen seine Kleidung. Den eigenen Atem hinter dem Tuch. Und darunter den langsamen Rhythmus seines Herzens, die Trommeln. Ruhig, beides im Einklang.
Nach einiger Zeit erschienen die ersten Markierungen der Ausgrabungsstätte am Horizont. Antennen ragten zwischen alten Felsformationen auf. Provisorische Gebäude und wissenschaftliche Module standen dort, wo seit Jahren Schicht für Schicht Vergangenheit freigelegt wurde. Transportgleiter bewegten sich zwischen den einzelnen Bereichen. Arbeiter trugen Geräte und Fundkisten über das Gelände. Und da waren Jedi. Ferak spürte sie, noch bevor er die traditionellen Roben zwischen den Forschern erkannte. Ihre Präsenzen lagen ruhig in der Macht, konzentriert, aufmerksam. Keine Krieger auf einem Schlachtfeld. Gelehrte. Archäologen. Hüter von Dingen, deren Bedeutung sich manchmal erst Jahrhunderte nach ihrer Entdeckung offenbarte. Der Padawan nahm den Schub zurück. Das Speederbike wurde langsamer und glitt schließlich zwischen einigen abgestellten Transportern zum Stillstand. Der Zabrak stellte den Motor ab und schwang sich von der Maschine. Erst jetzt zog er das Tuch von Mund und Nase und schob die Staubbrille auf seine Stirn. Einige Köpfe drehten sich zu ihm. Ferak ignorierte die Blicke zunächst. Seine Augen wanderten über die Grabung. Er registrierte Zugänge, Fahrzeuge, Lagerbereiche, Arbeitsgruppen. Keine Wachtrupps, nur zwei altersschwache Doriden die den Perimeter abschritten.
Dann ging er auf eine Gruppe Archäologen zu, einer der Archäologen, ein Jedi löste sich aus einer kleinen Gruppe und kam ihm entgegen. Ein älterer Mann, dessen Roben bereits deutliche Spuren von Staub und Arbeit trugen. Kein Ratsherr. Kein Tempelgelehrter hinter hohen Mauern. Jemand, der seine Hände offenbar ebenso häufig in Erde und Schutt steckte wie in alte Schriften. Ferak blieb vor ihm stehen und neigte respektvoll den Kopf.
"Padawan Ferak Koltari."
Seine tiefe Stimme trug ruhig über den Platz.
"Wir haben auf Coruscant Euren Bericht und die übersandten Funde erhalten. Ich komme im Namen des Ordens. Wir sind Eurem Hilferuf gefolgt."
Der Archäologe musterte ihn einen Moment, vielleicht auch deshalb, weil der hünenhafte, gehörnte Zabrak mit dem staubbedeckten Mantel nicht unbedingt dem Bild entsprach, das man sich von Unterstützung für eine archäologische Expedition machte. Dann entspannte sich seine Haltung merklich. Er begrüßte Ferak und erklärte ihm, dass man tatsächlich mit jemandem vom Orden gerechnet hatte. Vielleicht nur nicht unbedingt mit ihm allein. Der Zabrak verzog keine Miene.
"Meine Meisterin ist erkrankt."
Eine kurze Pause.
"Ich bin hier."
Mehr Erklärung hielt er nicht für notwendig.
Der Archäologe schien für einen Augenblick etwas sagen zu wollen, entschied sich dann aber dagegen. Stattdessen bedeutete er Ferak, ihm zu folgen. Sie bewegten sich durch die Grabungsstätte. Vorbei an halb freigelegten Mauern, markierten Fundstellen und sorgfältig abgesperrten Bereichen. Während sie gingen, setzte der Jedi-Archäologe ihn ins Bild. Die Piraten waren kein Heer, keine Besatzungsmacht. Sie kamen in kleinen Gruppen. Schnell. Unregelmäßig. Manchmal vergingen Wochen ohne einen Zwischenfall, dann gab es innerhalb weniger Tage mehrere Angriffe. Sie stahlen Werkzeuge, technische Geräte und Fundstücke. Nicht immer die wertvollen. Genau das war das Problem. Ferak hob leicht eine Augenbraue.
Der Archäologe erklärte weiter. Wertvolle Statuetten waren zurückgelassen worden. Seltene Schriftfragmente ebenfalls. Dafür verschwanden beschädigte Datenträger, mechanische Bauteile oder Artefakte, deren Zweck noch gar nicht bestimmt worden war. Plunder. Zumindest auf den ersten Blick. Feraks Gedanken gingen zurück nach Coruscant. Zu der metallenen Kugel. Zu Juna. Zu dem orangefarbenen Kristall. Viele Dinge, die wertvoll erscheinen, sind nur Plunder. Und mancher Plunder ein Schatz. Sein Kiefer spannte sich leicht. Die Piraten wussten vielleicht nicht, wonach sie suchten. Aber jemand wusste es.
Der Archäologe führte ihn weiter zu einem abgesperrten Bereich am Rand der eigentlichen Grabung. Dort war der Fels erst vor kurzer Zeit geöffnet worden. Provisorische Stützen hielten einen schmalen Zugang frei. Eine Kammer, klein, alt. Und offenbar der Grund, warum die Angriffe häufiger geworden waren. Ferak blieb vor dem Eingang stehen. Das Trommeln in seinem Inneren veränderte sich, nur leicht, ein Schlag außerhalb des Rhythmus.
Seine Augen verengten sich hinter den schwarzen und gelb-orangen Tätowierungen. Dann sah er zu dem Archäologen.
"Zeigt mir, was Ihr gefunden habt... bitte."
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