Teuerste Ausgabe für Sammlerstück

Egal, ob Briefmarken, Retro-Spielzeug oder Kunst: Grundsätzlich ist Sammeln per se zwangsläufig etwas, das ins Geld geht. Weil aber Bedürfnisse erfahrungsgemäß immer neue Bedürfnisse nach sich ziehen, habe ich irgendwann beschlossen, mich gar nicht mehr darauf einzulassen und nur mehr Einzelstücke zu besorgen/behalten, die mir gefallen (und an denen ich - hoffentlich - nicht so schnell die Freude verlieren werde). Ein gerahmtes Munch-Ausstellungsplakat aus den 1960ern für die eigenen vier Wände, ein kleines Konvolut römischer Münzen, eine Handvoll NBA-Sammelkarten aus den 90ern, ein Trikot des FC Valencia von 1999/2000 -- nichts von irgendeinem Wert, aber nette kleine Stücke, die für mich etwas repräsentieren. Natürlich wäre es ein Traum, einen Van Gogh zuhause hängen zu haben. Ist es machbar? Nein. Ich kann damit leben. Das einzige, was ich "sammle", sind Bücher. Auf meine Bibliothek bin ich sogar durchaus ein wenig stolz, weil sie mich als Menschen in charakterlich-intellektueller Hinsicht wesentlich mitgeformt hat. "Wert" im ökonomischen Sinn hat mein Regal voller Taschenbücher/Comics keinen, Antiquitäten besitze ich nicht. Interessiert mich das? Nein.

Den Vergleich mit anderen Leuten halte ich für wenig zielführend, da man über die jeweiligen Hintergründe gar nicht Bescheid wissen kann. Da sollte man sich nicht unnötig verrückt machen (lassen).

Wie auch immer, weil die Frage nach der Gönnung auch bei mir mitunter eine Rolle spielt (wenngleich in anderer Hinsicht): Ja, man kann, soll, muss sich ab und an etwas gönnen. Aber mit einem gewissen Maß und Ziel, nach eigenen Möglichkeiten, vielleicht sogar lieber in größeren Zeitabständen, damit die Erfahrung oder das Befriedigungsgefühl keinen inflationären Geschmack bekommen. Nicht um jeden Preis, der evtl. qualitative Einbußen in anderen, womöglich wesentlicheren Lebensbereichen zur Folge hat.
 
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