Was bedeutet Euch Star Wars und das Sammeln?

Silversamurai

Dienstbote
Hallo,

ich stelle diese Frage hier bewusst im Sammler-Bereich. Mich würde interessieren, was anderen Star Wars bedeutet, und warum sie sammeln.

Ich hab damals schon in den 80ern die Kenner-Figuren gesammelt, aber sehr spät, da die Figuren ja Mitte der 80er eingestellt wurden. Damals war ich total begeistert von allen Bereichen und hätte am liebsten alle Figuren und Schiffe gehabt. Besonders hat mich die Sache mit der Macht angesprochen, aber auch die Raumschiffe.

Ich muss offen sagen, die Hauptcharaktere waren später weniger in meinem Interesse. Ich hab mir selber Geschichten ausgedacht nur mit den Figuren, die ich für mich wichtig fand. Traditionell bin ich von den Bösen ein Fan. Darth Vader war mein absoluter Favorit.

Als in den 90ern Hasbro die Figuren neu aufgelegt hat, hab ich nur das Imperium gesammelt. Ich hab für mich die Geschichte mit den Sith weitergesponnen, aber anders, als George Lucas es erfunden hat. Hab die Geschichte anders ausgelegt und mit Inhalten aus meinem Studium erweitert.

Z. B. hat mich gestört, dass eine schwarz-weiss-Trennung von Gut und Böse, also helle und dunkle Seite vorgenommen wird. In der Ethik wird ja diskutiert, was gut und was böse ist. Und da gibt es durchaus Fälle, in denen man das nicht genau sagen kann und es individuelle Auslegung ist. Daher ist es viel tiefgreifender, wenn man keine Schwarz-weiss-Malerei betreibt, sondern den Widerspruch mit einbringt.

Ich weiß, viele sagen sich jetzt, warum genieße ich nicht einfach das Bild so, wie es George Lucas es gemalt hat und zerdenke und male es ständig um. Aber ich ändere die Geschichte für mich lieber um, wie sie für mich passender ist. Und dass die Sith absolut böse sind, nahezu unheilbar, sogar körperlich verändert werden (gelbe Augen), das ist mir zu abgehoben.

In anderen Sci-Fi-Serien wie Star Trek wird viel philosophiert über das korrekte Handeln. Ein Motiv ist z. B., wenn jemand mächtiger ist, dann ist die Gefahr groß, dass er für sich einnimmt, über andere zu bestimmen. Demnach gehören die Sith einer Gruppe an, die von der Macht erfüllt sind, aber sich nicht dem Einsatz für andere, sondern der Herrschaft verschrieben haben. Wenn man große Macht hat, dann hat man auch den Anspruch, zu herrschen. So wie die Götter. Und Handlungen, die als böse angesehen werden, werden als gut gerechtfertigt. Z. B. für einen höheren Zweck. Es gibt in der Geschichte genug Beispiele, in der Handlungen zum Wohl anderer und für den höheren Zweck gerechtfertigt werden. Damit reduziere ich die Macht nur auf eine angeborene Kraftquelle, aber keinen unmittelbaren Einfluss auf den Charakter.

Ich hab irgendwann für mich erkannt, dass mir dieser Teil von Star Wars nicht mehr zugesagt hat. Es wurde mir zu viel Schwerpunkt auf die Macht gesetzt. Mir war der Teil mit dem Weltraum zu wenig beleuchtet, weil das Reisen im All genauso leicht ist wie das Fahren auf einer Autobahn. Auch hat mich mehr die Machtstruktur des Imperiums beeindruckt. Ich fand immer die imperialen Offiziere total toll und die Sternzerstörer. Den Teil mit der Macht hab ich dann komplett weggelassen und nur noch Imperiumsfiguren gesammelt, keine Sith-Charaktere mehr. Und auch hab ich bei den Imperiumsfiguren nur die gesammelt, die ich sinnvoll fand. Z. B. stört mich bei dem Gunner oder bei dem Naval Soldier, dass beide unpraktische Helme haben. Ich weiß, es waren die 70er Jahre, und George Lucas hat viel aus dem japanischen Kino übernommen. Weil er Fan der Samuraifilme ist und weil sein Star Wars abgehoben und machtvoll aussehen soll. Aber die Helme finde ich zu groß und damit unpraktisch und auch albern. So hab ich nur noch die Offiziere und Mannschaften gesammelt. Auch die Piloten fand ich albern. Die Piloten tragen einen Helm mit sehr kleinen Sichtöffnungen und sind sehr unbeweglich mit der Ausrüstung. In der Praxis wäre diese Ausrüstung absolut unpraktisch. Ein Pilot muss volle Sicht haben und sich bewegen können. Ein Anzug mit Lebenserhaltung ist sinnvoll, weil bei einem Treffer der Sauerstoff ins All entweicht und mit der Ausrüstung die Chance besteht, gerettet zu werden. Bei Serien wie Babylon 5 oder der Neuauflage von Battlestar Galactica tragen die Piloten Raumanzüge in den Cockpits.

Ich hab mich viel mit Militär, vor allem mit den beiden Weltkriegen, beschäftigt. George Lucas hat auch viele Elemente aus diesen Ereignissen übernommen. Daher fasziniert mich die Struktur des Imperiums. Ich hab ja schon mal geschrieben, dass mich die Bösen ansprechen, auch wenn ich diese in der Praxis nie unterstützen und auch verdammen würde. Aber das System Imperium finde ich absolut interessant. Leider hat sich das Sammeln so erschwert, dass ich es schweren Herzens schon vor längerer Zeit einstellen musste.

Bin gespannt, ob andere für sich auch eine teilweise oder komplette Umdeutung der Geschichte vorgenommen haben oder der Ur-Story weiter angehören.
 
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