Owain Bleddyn
Zweitcharakter von Neelyn Vandrik
[Mittlerer Rand | Hyperraum | irgendwo auf dem südlichen Corellian Run | Hospitalfregatte 'Mild Hope' | Untersuchungsraum Aurek-8] Sergeant Owain Bleddyn & Flottenarzt (NPC)
„Die Brandwunden sehen gut aus.“ Der Flottenarzt warf Owain ein schiefes Grinsen unter seinem ergrauenden Schnäuzer zu. „Zumindest so gut, wie Brandwunden nun mal aussehen. Ich habe eindeutig zu viele davon in meiner Karriere gesehen. Sehr unschöne Verletzung, wenn ich mir die eher unwissenschaftliche Einschätzung erlauben darf. Aber hier sehe ich klare Fortschritte im Heilungsprozess.“ Der Arzt kratzte sich vorsichtig am Kinn und winkte dann dem Medi-Droiden den Scan zu beginnen. „Wollen wir doch einmal schauen, ob ihre Nervenbahnen im beeinträchtigten Bein sich ähnlich gut erholen. Schöner Tag heute für eine Untersuchung, oder?“ Owain gähnte herzhaft und ließ sich langsam auf der nicht allzu unbequemen Liege im Untersuchungsraum nieder. Der ältere Mann vor ihm war nicht unfreundlich, aber unangenehm redselig. Natürlich war Owain dankbar für die gute medizinische Behandlung, die man als Soldat im Dienst der Republik bekam (und auch verdiente, schließlich riskierte man sein Leben für sie). Gleichzeitig wurde ihm der stete, inhaltsleere Wortschwall aus dem Mund des Mediziners etwas zu viel. Der Mann ließ sich eindeutig zu viel Zeit, wie Owain mit einem hektischen Blick auf die digitale Uhr an der Wand des Raums feststellte. Nicht nur, dass die Untersuchung jetzt schon gute zwanzig Minuten ging, nein, sie hatte begonnen jetzt sogar in seine ärztlich zugestandene Zeit abseits der Krankenstation einzuschneiden. Er wollte sich zumindest ein wenig frisch machen, bevor er sich um 11 mit der hübschen Zabrak aus der Messe traf. Mit einem leisen Surren trat der Medi-Droide näher und untersuchte mit einem piependen Handscanner Bleddyns entblößtes Bein. Ein schräges Pfeifen ließ Owains Blick wieder zurück zum Arzt wandern. War er jetzt wirklich auch noch am Pfeifen? „Noch irgendwelche Nachwirkungen, hmm?“ fragte der Flottenarzt, obwohl er die Frage bereits zuvor beantwortet hatte.
Mit leicht gerunzelter Stirn musterte der Marine sein Gegenüber, der begonnen hatte, an seinem Computerpanel seine Untersuchungsergebnisse einzutippen – und dabei wieder verdammt nochmal pfiff. Der Arzt war wohl Anfang 50, hochgewachsen und sein Haupthaar mehrheitlich silbern ergraut. Über den Lippen trug er einen buschigen Schnurrbart. Sein Dienstanzug war zu großen Teilen von einem weißen Kittel bedeckt, indem diverse medizinische Alltagsgegenstände hervorlugten. Dann blieb Owains Auge an den zahlreichen Bandschnallen auf seiner Uniform hängen, als sich der Arzt ein wenig zurücklehnte und der Kittel beiseitefiel. Drei Redbirds für Verwundungen, sowie eine Schnalle in weiß und blau mit einem Stern. Das Medaillon von Mon Calamari? Daneben prankte ein Band in blau mit goldenem Zentrum, einem goldenen Adler auf silbernen Kreuz und roten Rändern: das corellianische Kreuz. „Nicht übel für eine Laborratte, was?“ brummte der Arzt amüsiert, ohne sich auch nur von seinem Bildschirm abzuwenden. „Ich habe meine Karriere nicht nur auf diesem Schiff verbracht. Begonnen hat sie auf Bastion, als Sohn einer imperiumstreuen Unternehmerfamilie und im imperialen Militär.“ Für einen kurzen Moment stockte Owain der Atem. Ein derart hochdekorierter Offizier und Arzt und noch dazu ein Überläufer? „Kaum zu glauben, Sir,“ antwortete der Marine mit echter Hochachtung. Vielleicht steckte hinter dem Arzt doch mehr, als er gedacht hatte. „Vielleicht sollten Sie Ihre Memoiren veröffentlichen, Sir.“ Der Arzt lachte kurz auf, ein Geräusch, das klang wie ein Kath-Hund, der sich verschluckt hatte. „Und was genau würde mir das bringen, Marine?“ fragte er, immer noch amüsiert. „Wenn ich die Geschichte aufschreibe, nehme ich mir ja selbst den Anreiz, Jungspunden wie Ihnen mit ein paar bunten Stoffstreifen an der Brust zu imponieren. Ganz zu schweigen davon, dass ich meine heroische Geschichte dann nicht mehr nach Belieben ausschmücken kann, weil sie dann festgeschrieben ist.“ Mit einem weiteren ebenso kurzen, wie schnaubenden Lachen, drehte er sich kurz zu Owain um und unterbrach ihn, als er gerade eine Frage stellen wollte. „Jetzt bitte Ihre Symptome, junger Mann.“
Mit einem halb belustigten, halb irritierten Stirnrunzeln stellte Owain fest, dass er dem Mann Unrecht getan hatte. Er spürte eine intensive Neugier auf die Details dieser schier unglaublichen Geschichte. Der Flottenarzt war der erste Überläufer im republikanischen Militär, den er getroffen hatte, aber in den Messen der Unteroffizier und Mannschaften zerriss man sich immer wieder einmal die Mäuler über sie. Aus unbestätigen Gerüchten wurden die aufregendsten Märchen zusammengesponnen, aus denen die Erzähler je nach Präferenz die unterschiedlichsten moralischen Leitlinien ableiteten. ‚Vertraue nie einem Imperialen,‘ war wohl die gängigste Variante. Die wenigsten Soldaten trafen je einen echten Überläufer, weshalb die Neugier – wie auch in Owains Fall – groß war. „Gelegentliche, plötzlich auftretende Nervenschmerzen, manchmal gefolgt von kurzen Krämpfen in den Muskeln des Oberschenkels,“ wiederholte Owain, was er zuvor bereits berichtet hatte. Es konnte doch nicht zu schwer sein der Tratschtante mehr Details zu entlocken, dachte er bei sich. „Kann nicht einfach gewesen sein, als imperialer Soldat in den republikanischen Streitkräften zu dienen, Sir.“ Der Medi-Droide hatte seinen Scan abgeschlossen und mischte sich ungeniert und zielorientiert ins Gespräch ein. „Der Femoralnerv im Bein ist immer noch überreizt und geschädigt, aber der Heilungsprozess geht gut voran, Sir. Ich empfehle weitere Bacta-Injektionen.“ Der Mediziner nickte und tippte, jetzt überraschend wortkarg, an seinem medizinischen Bericht weiter. Bleddyn räusperte sich, verwundert wie sich ihre Rollen getauscht hatten. Wie hatte es der alte Mann geschafft, ihn derart einzuwickeln, dass es jetzt er selbst war, der Interesse an dem Gespräch hatte?
„Das Militär hat die Angewohnheit eigenartige Geschichten mit überraschenden Wendungen zu schreiben, Sergeant,“ antwortete der Offizier trocken. „Wie Sie wohl bald selbst herausfinden werden.“ Mit einem leisen Murren setzte sich Owain wieder aufrecht auf. Spielte der Kerl jetzt mit ihm, nachdem er festgestellt hatte, dass er ihn am Haken hatte? Was würde er denn bald herausfinden? „Könnten Sie etwas spezifischer sein, Sir?“ fragte er höflich. Der Arzt stand auf und hatte ein ebenso mysteriöses, wie trauriges Lächeln im Gesicht und gab sich nun wortkarger denn je. „Nein, tatsächlich nicht, Sergeant. Ich habe schon zu viel gesagt.“ Owain wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Der verdammte Quacksalber hatte eindeutig zu viel Spaß daran, jetzt den wissenden, aber wortkargen alten Mann zu spielen. Aber er hatte ein As im Ärmel. Genau genommen nicht er, aber sein Kumpel Sergeant Sokar und er würde verdammt sein, wenn der Arzt der erste Veteran wäre, der diese Sorte von As nicht mochte. „Ich kenne jemanden, der eine schöne Flasche Mon Cala-Korallenbrandy auftreiben konnte, Sir. Eine echte Köstlichkeit!“ Der Arzt legte den Kopf schief und grinste ihn unter dem buschigen Schnurrbart breit an. „Sergeant,“ begann er amüsiert und in einem Ton gespielten Schocks. „Wollen Sie mich etwa bestechen?“ Owain entgegnete das Grinsen und kratzte sich an seinem etwas stoppeligen Kinn. „Das würde mir selbstverständlich nie einfallen, Sir. Bestechung wäre es, wenn Sie die ganze Flasche bekämen, ohne dass ich dafür etwas bekäme, Sir. Ich schlage stattdessen einen Tauschhandel vor.“ Der Marine nickte mit einem verschlagenen Funkeln in den Augen. „Sie könnten es als Verkostung sehen, bei der wir Ihre interessante Dienstgeschichte gegen einen Schluck Brandy tauschen, Sir.“ Der Arzt schwieg für einen Moment, weiter grinsend und brach den in schallendes Gelächter aus. Sein droidischer Assistent starrte ihn mit leerem Blick an, als erwarte er einen Befehl oder vermutete, der Arzt sei nun selber ein Fall fürs Lazarett.
„Nun, Sergeant Bleddyn, die Vorschriften verbieten mir offiziell den Konsum von größeren Mengen Alkohol, solange ich Dienst auf dem Schiff tue,“ begann der alte Mediziner in strengen Ton, auch wenn seine Augenbrauen amüsiert hochgezogen waren. „Aber da Sie lediglich von einer Verkostung sprechen …“ Owain nickte verstehend und setzte sein bestes Unschuldsgesicht auf. „Selbstverständlich, Sir,“ bestätigte er mit der rechten Hand auf dem Herz. „Natürlich erwarten wir, dass Sie den Brandy nach dem Verkosten ausspucken, wie man das bei Verkostungen nun mal macht. Wir würden uns nie verzeihen, wenn Sie betrunken Ihren Dienst tun, Sir.“ Der Mediziner riss die Augen weit auf, schwieg für einen Atemzug, brach dann aber in herzhaftes Gelächter aus, wobei er sich kräftig auf seine Schenkel schlug. „Einverstanden, Sergeant. Wir werden in drei Tagen einen Zwischenstopp machen, bei dem Sie und der Großteil Ihrer Kompanie das Schiff verlassen werden – unter der Voraussetzung, dass Sie dann fähig zu leichtem Dienst sind, wovon ich ausgehe. So viel kann ich Ihnen zumindest schon einmal sagen. Ich werde dann ein paar Tage Freigang haben und wir eine Gelegenheit für eine Verkostung Ihres feinen Brandys.“ Der Arzt wischte sich eine Lachträne aus dem Auge und schlug in die von Owain dargebotene Hand ein. „Wer weiß, vielleicht erinnere ich mich dann tatsächlich auch besser an die Details meiner Heldentaten.“ Owain nickte. „Das wäre von Vorteil, Sir.“ Gleichwohl interessierte ihn fast ebenso sehr, wieso die Kompanie so früh das Schiff verlassen würde. Ursprünglich war ihr Ziel Utapau gewesen. Lag es am Kriegsausbruch, dass es nun für sie andere Pläne gab? Vielleicht würde er seinen Zugführer, Lt. Kohé, oder Staff Sergeant Karan löchern müssen. Immerhin würde er eventuell bei der ‚Verkostung‘ auch etwas mehr Details über ihre zukünftigen Befehle erfahren.
[Mittlerer Rand | Hyperraum | irgendwo auf dem südlichen Corellian Run | Hospitalfregatte 'Mild Hope' | Untersuchungsraum Aurek-8] Sergeant Owain Bleddyn & Flottenarzt (NPC)
„Die Brandwunden sehen gut aus.“ Der Flottenarzt warf Owain ein schiefes Grinsen unter seinem ergrauenden Schnäuzer zu. „Zumindest so gut, wie Brandwunden nun mal aussehen. Ich habe eindeutig zu viele davon in meiner Karriere gesehen. Sehr unschöne Verletzung, wenn ich mir die eher unwissenschaftliche Einschätzung erlauben darf. Aber hier sehe ich klare Fortschritte im Heilungsprozess.“ Der Arzt kratzte sich vorsichtig am Kinn und winkte dann dem Medi-Droiden den Scan zu beginnen. „Wollen wir doch einmal schauen, ob ihre Nervenbahnen im beeinträchtigten Bein sich ähnlich gut erholen. Schöner Tag heute für eine Untersuchung, oder?“ Owain gähnte herzhaft und ließ sich langsam auf der nicht allzu unbequemen Liege im Untersuchungsraum nieder. Der ältere Mann vor ihm war nicht unfreundlich, aber unangenehm redselig. Natürlich war Owain dankbar für die gute medizinische Behandlung, die man als Soldat im Dienst der Republik bekam (und auch verdiente, schließlich riskierte man sein Leben für sie). Gleichzeitig wurde ihm der stete, inhaltsleere Wortschwall aus dem Mund des Mediziners etwas zu viel. Der Mann ließ sich eindeutig zu viel Zeit, wie Owain mit einem hektischen Blick auf die digitale Uhr an der Wand des Raums feststellte. Nicht nur, dass die Untersuchung jetzt schon gute zwanzig Minuten ging, nein, sie hatte begonnen jetzt sogar in seine ärztlich zugestandene Zeit abseits der Krankenstation einzuschneiden. Er wollte sich zumindest ein wenig frisch machen, bevor er sich um 11 mit der hübschen Zabrak aus der Messe traf. Mit einem leisen Surren trat der Medi-Droide näher und untersuchte mit einem piependen Handscanner Bleddyns entblößtes Bein. Ein schräges Pfeifen ließ Owains Blick wieder zurück zum Arzt wandern. War er jetzt wirklich auch noch am Pfeifen? „Noch irgendwelche Nachwirkungen, hmm?“ fragte der Flottenarzt, obwohl er die Frage bereits zuvor beantwortet hatte.
Mit leicht gerunzelter Stirn musterte der Marine sein Gegenüber, der begonnen hatte, an seinem Computerpanel seine Untersuchungsergebnisse einzutippen – und dabei wieder verdammt nochmal pfiff. Der Arzt war wohl Anfang 50, hochgewachsen und sein Haupthaar mehrheitlich silbern ergraut. Über den Lippen trug er einen buschigen Schnurrbart. Sein Dienstanzug war zu großen Teilen von einem weißen Kittel bedeckt, indem diverse medizinische Alltagsgegenstände hervorlugten. Dann blieb Owains Auge an den zahlreichen Bandschnallen auf seiner Uniform hängen, als sich der Arzt ein wenig zurücklehnte und der Kittel beiseitefiel. Drei Redbirds für Verwundungen, sowie eine Schnalle in weiß und blau mit einem Stern. Das Medaillon von Mon Calamari? Daneben prankte ein Band in blau mit goldenem Zentrum, einem goldenen Adler auf silbernen Kreuz und roten Rändern: das corellianische Kreuz. „Nicht übel für eine Laborratte, was?“ brummte der Arzt amüsiert, ohne sich auch nur von seinem Bildschirm abzuwenden. „Ich habe meine Karriere nicht nur auf diesem Schiff verbracht. Begonnen hat sie auf Bastion, als Sohn einer imperiumstreuen Unternehmerfamilie und im imperialen Militär.“ Für einen kurzen Moment stockte Owain der Atem. Ein derart hochdekorierter Offizier und Arzt und noch dazu ein Überläufer? „Kaum zu glauben, Sir,“ antwortete der Marine mit echter Hochachtung. Vielleicht steckte hinter dem Arzt doch mehr, als er gedacht hatte. „Vielleicht sollten Sie Ihre Memoiren veröffentlichen, Sir.“ Der Arzt lachte kurz auf, ein Geräusch, das klang wie ein Kath-Hund, der sich verschluckt hatte. „Und was genau würde mir das bringen, Marine?“ fragte er, immer noch amüsiert. „Wenn ich die Geschichte aufschreibe, nehme ich mir ja selbst den Anreiz, Jungspunden wie Ihnen mit ein paar bunten Stoffstreifen an der Brust zu imponieren. Ganz zu schweigen davon, dass ich meine heroische Geschichte dann nicht mehr nach Belieben ausschmücken kann, weil sie dann festgeschrieben ist.“ Mit einem weiteren ebenso kurzen, wie schnaubenden Lachen, drehte er sich kurz zu Owain um und unterbrach ihn, als er gerade eine Frage stellen wollte. „Jetzt bitte Ihre Symptome, junger Mann.“
Mit einem halb belustigten, halb irritierten Stirnrunzeln stellte Owain fest, dass er dem Mann Unrecht getan hatte. Er spürte eine intensive Neugier auf die Details dieser schier unglaublichen Geschichte. Der Flottenarzt war der erste Überläufer im republikanischen Militär, den er getroffen hatte, aber in den Messen der Unteroffizier und Mannschaften zerriss man sich immer wieder einmal die Mäuler über sie. Aus unbestätigen Gerüchten wurden die aufregendsten Märchen zusammengesponnen, aus denen die Erzähler je nach Präferenz die unterschiedlichsten moralischen Leitlinien ableiteten. ‚Vertraue nie einem Imperialen,‘ war wohl die gängigste Variante. Die wenigsten Soldaten trafen je einen echten Überläufer, weshalb die Neugier – wie auch in Owains Fall – groß war. „Gelegentliche, plötzlich auftretende Nervenschmerzen, manchmal gefolgt von kurzen Krämpfen in den Muskeln des Oberschenkels,“ wiederholte Owain, was er zuvor bereits berichtet hatte. Es konnte doch nicht zu schwer sein der Tratschtante mehr Details zu entlocken, dachte er bei sich. „Kann nicht einfach gewesen sein, als imperialer Soldat in den republikanischen Streitkräften zu dienen, Sir.“ Der Medi-Droide hatte seinen Scan abgeschlossen und mischte sich ungeniert und zielorientiert ins Gespräch ein. „Der Femoralnerv im Bein ist immer noch überreizt und geschädigt, aber der Heilungsprozess geht gut voran, Sir. Ich empfehle weitere Bacta-Injektionen.“ Der Mediziner nickte und tippte, jetzt überraschend wortkarg, an seinem medizinischen Bericht weiter. Bleddyn räusperte sich, verwundert wie sich ihre Rollen getauscht hatten. Wie hatte es der alte Mann geschafft, ihn derart einzuwickeln, dass es jetzt er selbst war, der Interesse an dem Gespräch hatte?
„Das Militär hat die Angewohnheit eigenartige Geschichten mit überraschenden Wendungen zu schreiben, Sergeant,“ antwortete der Offizier trocken. „Wie Sie wohl bald selbst herausfinden werden.“ Mit einem leisen Murren setzte sich Owain wieder aufrecht auf. Spielte der Kerl jetzt mit ihm, nachdem er festgestellt hatte, dass er ihn am Haken hatte? Was würde er denn bald herausfinden? „Könnten Sie etwas spezifischer sein, Sir?“ fragte er höflich. Der Arzt stand auf und hatte ein ebenso mysteriöses, wie trauriges Lächeln im Gesicht und gab sich nun wortkarger denn je. „Nein, tatsächlich nicht, Sergeant. Ich habe schon zu viel gesagt.“ Owain wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Der verdammte Quacksalber hatte eindeutig zu viel Spaß daran, jetzt den wissenden, aber wortkargen alten Mann zu spielen. Aber er hatte ein As im Ärmel. Genau genommen nicht er, aber sein Kumpel Sergeant Sokar und er würde verdammt sein, wenn der Arzt der erste Veteran wäre, der diese Sorte von As nicht mochte. „Ich kenne jemanden, der eine schöne Flasche Mon Cala-Korallenbrandy auftreiben konnte, Sir. Eine echte Köstlichkeit!“ Der Arzt legte den Kopf schief und grinste ihn unter dem buschigen Schnurrbart breit an. „Sergeant,“ begann er amüsiert und in einem Ton gespielten Schocks. „Wollen Sie mich etwa bestechen?“ Owain entgegnete das Grinsen und kratzte sich an seinem etwas stoppeligen Kinn. „Das würde mir selbstverständlich nie einfallen, Sir. Bestechung wäre es, wenn Sie die ganze Flasche bekämen, ohne dass ich dafür etwas bekäme, Sir. Ich schlage stattdessen einen Tauschhandel vor.“ Der Marine nickte mit einem verschlagenen Funkeln in den Augen. „Sie könnten es als Verkostung sehen, bei der wir Ihre interessante Dienstgeschichte gegen einen Schluck Brandy tauschen, Sir.“ Der Arzt schwieg für einen Moment, weiter grinsend und brach den in schallendes Gelächter aus. Sein droidischer Assistent starrte ihn mit leerem Blick an, als erwarte er einen Befehl oder vermutete, der Arzt sei nun selber ein Fall fürs Lazarett.
„Nun, Sergeant Bleddyn, die Vorschriften verbieten mir offiziell den Konsum von größeren Mengen Alkohol, solange ich Dienst auf dem Schiff tue,“ begann der alte Mediziner in strengen Ton, auch wenn seine Augenbrauen amüsiert hochgezogen waren. „Aber da Sie lediglich von einer Verkostung sprechen …“ Owain nickte verstehend und setzte sein bestes Unschuldsgesicht auf. „Selbstverständlich, Sir,“ bestätigte er mit der rechten Hand auf dem Herz. „Natürlich erwarten wir, dass Sie den Brandy nach dem Verkosten ausspucken, wie man das bei Verkostungen nun mal macht. Wir würden uns nie verzeihen, wenn Sie betrunken Ihren Dienst tun, Sir.“ Der Mediziner riss die Augen weit auf, schwieg für einen Atemzug, brach dann aber in herzhaftes Gelächter aus, wobei er sich kräftig auf seine Schenkel schlug. „Einverstanden, Sergeant. Wir werden in drei Tagen einen Zwischenstopp machen, bei dem Sie und der Großteil Ihrer Kompanie das Schiff verlassen werden – unter der Voraussetzung, dass Sie dann fähig zu leichtem Dienst sind, wovon ich ausgehe. So viel kann ich Ihnen zumindest schon einmal sagen. Ich werde dann ein paar Tage Freigang haben und wir eine Gelegenheit für eine Verkostung Ihres feinen Brandys.“ Der Arzt wischte sich eine Lachträne aus dem Auge und schlug in die von Owain dargebotene Hand ein. „Wer weiß, vielleicht erinnere ich mich dann tatsächlich auch besser an die Details meiner Heldentaten.“ Owain nickte. „Das wäre von Vorteil, Sir.“ Gleichwohl interessierte ihn fast ebenso sehr, wieso die Kompanie so früh das Schiff verlassen würde. Ursprünglich war ihr Ziel Utapau gewesen. Lag es am Kriegsausbruch, dass es nun für sie andere Pläne gab? Vielleicht würde er seinen Zugführer, Lt. Kohé, oder Staff Sergeant Karan löchern müssen. Immerhin würde er eventuell bei der ‚Verkostung‘ auch etwas mehr Details über ihre zukünftigen Befehle erfahren.
[Mittlerer Rand | Hyperraum | irgendwo auf dem südlichen Corellian Run | Hospitalfregatte 'Mild Hope' | Untersuchungsraum Aurek-8] Sergeant Owain Bleddyn & Flottenarzt (NPC)



