Fan-Fiction Yara a Star Wars Story „Ein Funke in der Dunkelheit“

benSolo97

Großadmiral
ES WAR EINMAL VOR LANGER ZEIT IN EINER WEIT, WEIT ENTFERNTEN GALAXIS ...


PROLOG & KAPITEL 1: Der Funke im Ascheregen
Zeitpunkt: 18 Jahre vor der Schlacht von Yavin (18 VSY)
Yaras Alter: 8 Jahre

Es gab eine Zeit, in der das Licht der Galaxis nicht von den kalten Turbinen imperialer Sternenzerstörer, sondern von der Hoffnung einer zerbrechlichen Demokratie gespeist wurde. Yara Boysen erinnerte sich in ihren Träumen oft an das Lachen ihrer Mutter in den hängenden Gärten von Coruscant und an die würdevollen Debatten ihres Vaters im Senat. Doch diese Welt war untergegangen, ersetzt durch eine Ordnung, die mit eiserner Faust regierte.

Drei Jahre lang hatte der abgelegene Planet Ruusan der Familie ein karges, aber friedliches Exil geboten. Doch in dieser Nacht zerbrach der Frieden.

„Sie haben uns gefunden“, flüsterte ihr Vater Nils. Er stand am Fenster des Farmhauses, sein Gesicht im bläulichen Schein der fernen Suchdioden tief gefurcht. „Der Imperator vergisst nicht, Yara. Und er vergibt denen nicht, die die Wahrheit über seinen Aufstieg kennen.“

Yara sah zu ihrer Mutter Cami, die vor einer geheimen Bodenplatte kniete. In ihren Händen hielt sie einen unscheinbaren Metallzylinder – ein Relikt, das Yara damals noch nicht verstand, das aber eine Ruhe ausstrahlte, die dem Chaos draußen trotzte. Cami verbarg den Gegenstand in einer alten Truhe und sah ihre Tochter eindringlich an. „Lauf zum Schiff, Yara! Flieh so, wie wir es dir beigebracht haben. Wir werden sie ablenken.“

„Aber was ist mit euch?“, schrie Yara, während das erste Heulen der orbitalen Bombardierung die Luft zerriss.

„Der Funke muss überleben!“, brüllte Nils über den Lärm hinweg. „LAUF!“

Yara rannte. Die kalte Nachtluft brannte in ihrer Lunge, während hinter ihr das Haus in einer gewaltigen Explosion verging – ein letztes Opfer ihrer Eltern, um die herabstürmenden Sturmtruppen mit in den Abgrund zu reißen. Tränenblind riss die Achtjährige die Steuerung ihres kleinen Fluchtschiffs hoch. Als sie die Atmosphäre durchbrach, sah sie zum ersten Mal die grauen Keile der Vernichtung: Fünf Sternenzerstörer blockierten den Horizont wie gigantische Grabsteine aus Stahl. Mit einem verzweifelten Sprung in den Hyperraum entkam sie der Schwärze.

Wochen später: Die Dunkelheit beginnt

Der Treibstoff war längst verbraucht, die Vorräte erschöpft. Yara trieb manövrierunfähig im leeren Raum, ein winziger Punkt in der Unendlichkeit, bis eine Fregatte aus dem Hyperraum sprang. Rettung, so glaubte sie in ihrer kindlichen Naivität. Doch als sich die Schleuse öffnete und sie in die gierigen Augen von Männern blickte, die keine Gnade kannten, begriff sie ihren Irrtum.

Ein Mann namens Tim und sein Partner Baumann – Gestalten, deren Seelen so schmutzig waren wie das Öl in ihren Maschinen – schleppten sie auf einen namenlosen, staubigen Planeten im Outer Rim. Hier, fernab jeder Gerechtigkeit, wurde aus der Senatorentochter eine Sklavin. Yara wurde in eine karge Zelle geworfen, das kalte Metall der Gitter war nun ihre einzige Welt. Während draußen die Sonnen des Outer Rim unerbittlich brannten, starb das Kind in ihr, und eine eiskalte Entschlossenheit legte sich um ihr Herz. Dies war nicht mehr das Ende ihrer Reise, sondern der Beginn eines langen, dunklen Pfades.


KAPITEL 2: Scherben aus Staub und Eisen

Die Hitze auf dem namenlosen Wüstenplaneten war kein bloßer Zustand; sie war ein physischer Feind, der jeden Morgen aufs Neue zuschlug. Die zwei bleichen Sonnen stiegen über den zerfurchten Felsgrat und brannten sich gnadenlos durch die dünnen, staubigen Wände der Sklavenunterkunft. Yara erwachte meist mit dem Geschmack von trockenem Sand auf der Zunge und dem bleiernen Gefühl der Hoffnungslosigkeit im Körper. Ein Jahr war nun vergangen, seit sie im Orbit von Ruusan alles verloren hatte. Aus der Senatorentochter, die einst in Seide geschlafen hatte, war eine wertlose Nummer in den Frachtlisten der Sklavenhändler Tim und Baumann geworden.

Ihre Tage waren eine endlose Abfolge von mechanischer Monotonie und Erschöpfung. Yara musste in den staubigen Werkstätten Schrott sortieren. Ihre kleinen, flinken Hände waren perfekt dafür geeignet, in die engen, scharfkantigen Zwischenräume von ausgebrannten Energiekopplern zu greifen oder feine Plasmaleitungen mit ätzenden Lösungsmitteln zu reinigen. Der Schmerz der aufgesprungenen Haut an ihren Fingern war zu einem ständigen Begleiter geworden, den sie längst zu ignorieren gelernt hatte.

Tim und Baumann waren kleine Lichter im kriminellen Untergrund des Outer Rim, Männer ohne Ambitionen, aber erfüllt von einer grausamen Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben anderer. Yara verabscheute sie zutiefst. Nachts, wenn sie in ihrer kargen, stickigen Zelle auf dem harten Boden lag, wurde sie zur unfreiwilligen Zeugin ihrer moralischen Verkommenheit. Die Wände waren dünn, und sie musste die lautstarken, ekelerregenden sexuellen Ausschweifungen der beiden Männer ertragen. Ihr betrunkenes Gelächter und ihre Lustschreie hallten durch die dunklen Gänge der Baracke und raubten der achtjährigen Yara den Schlaf. In diesen Stunden krallte sie ihre Finger so fest in den Dreck, bis ihre Knöchel weiß wurden, und spürte einen Hass in sich wachsen, der heißer brannte als die Wüstensonne über ihr.

Doch in der tiefsten Dunkelheit fand sie einen Funken Hoffnung. In der Nachbarzelle, nur getrennt durch ein rostiges Gitter, saß eine Mon Calamari namens Franzi. Trotz der Gefangenschaft strahlten ihre großen Augen eine unerschütterliche Ruhe aus.

„Hör auf zu zittern, kleine Yara“, flüsterte Franzi eines Nachts durch das Gitter. „Hass ist ein guter Antrieb, aber ohne einen Plan zerstört er nur dich selbst. Wir müssen ihre Gier gegen sie verwenden.“

Über Wochen hinweg, in den kurzen Momenten, in denen die Wachen unaufmerksam waren, schmiedeten sie ihren Plan. Franzi war eine begnadete Technikerin und hatte aus dem Abfall der Werkstatt einen beschädigten Datenkern gerettet. Darauf befanden sich Fragmente imperialer Militärprotokolle – Baupläne für die neuen AT-ST-Läufer. Mit Yaras Geschick manipulierten sie die Daten so geschickt, dass es aussah, als hätten die Händler hochgradig geheime Militärtechnologie gestohlen.

Der Tag der Abrechnung kam mit dem donnernden Grollen von schweren Landefähren, die den Sand des Lagers in gewaltigen Fontänen aufwirbelten. Das Imperium verhandelte nicht, wenn es um den Diebstahl von Staatsgeheimnissen ging. Drei Fähren der Lambda-Klasse setzten auf, und ein imperialer Offizier mit einer Miene aus gefrorenem Glas trat heraus.

„Eindringlinge! Verrat!“, schrie Tim panisch, als er die weißen Rüstungen der Sturmtruppen sah. Baumann griff fluchend zu seinem Blaster, doch er war bereits tot, bevor er den Abzug berühren konnte. Ein Hagel aus rotem Blasterfeuer zerriss die Luft. Die scharlachroten Strahlen der E-11 Gewehre schnitten durch den aufgewirbelten Staub und trafen Baumann direkt in die Brust. Er sackte leblos zusammen.

Tim starrte entsetzt auf die Leiche seines Partners. Er begriff sofort, dass sein Geschäft und sein altes Leben in diesem Moment endeten. Während die Sturmtruppen begannen, die Baracken systematisch niederzubrennen und alles mit ihrem roten Feuer einzudecken, warf sich Tim in den Schatten eines Frachtcontainers. Er kroch feige und verborgen durch den Qualm in Richtung einer kleinen Rettungskapsel am Rand des Hangars. Er schaffte es gerade noch rechtzeitig, die Triebwerke zu zünden und in den Himmel zu schießen, bevor die gesamte Anlage in einer gewaltigen Explosion verging. Sein Gesicht, verzerrt vor Zorn und Verlust, war im hellen Schein der Flammen das letzte, was Yara von ihm sah. Er würde diesen Tag überleben, getrieben von einem brennenden Schwur nach Rache an dem Mädchen, das ihn verraten hatte.

„Jetzt!“, zischte Franzi im selben Moment auf der anderen Seite des brennenden Lagers.

Während das Imperium hinter ihnen alles in Schutt und Asche legte, krochen Yara und Franzi durch den engen Abflusschacht in die Freiheit. Hinter einer rettenden Sanddüne stand ein kleiner, unbewachter Transporter. Franzi sprang ins Cockpit, ihre Finger tanzten über die Kontrollen. „Komm, Yara! Die Galaxis wartet nicht!“

Als das Schiff die Schwerkraft des Planeten hinter sich ließ und in die kühle Schwärze des Alls eintauchte, sah Yara zum ersten Mal seit dem Untergang von Ruusan wieder die Sterne. Sie war frei. Aber sie wusste auch, dass die Schatten der Vergangenheit sie eines Tages wieder einholen würden.
 
KAPITEL 3: Der Mechaniker aus dem Ödland
Zeitpunkt: 16 Jahre vor der Schlacht von Yavin (16 VSY)
Yaras Alter: 10 Jahre

Zwei Jahre waren vergangen, seit Yara und Franzi aus der Hölle der Sklaverei geflohen waren. Das All war zu ihrer Heimat geworden, und Yara war unter Franzis strenger, aber gerechter Lehre zu einer fähigen jungen Mechanikerin gereift.

Sie befanden sich im Orbit von Tatooine, als ihr Holoprojektor plötzlich zum Leben erwachte. Es war kein Notruf, sondern eine offizielle, verschlüsselte Verbindung aus dem Palast von Jabba dem Hutten. Ein fettleibiger, schmieriger Twi'lek – Jabbas Majordomus Bib Fortuna – erschien im bläulichen Licht.

„Grüße von dem mächtigen Jabba“, zischte die Stimme. „Ein kleiner Frachter wird im Sektor 4 von unabhängigen Piraten angegriffen. An Bord befindet sich ein... wertvoller Angestellter mit Informationen, die Jabba gehören. Schützen Sie den Frachter! Vernichten Sie die Piraten und bringen Sie den Passagier unversehrt zu uns. Jabba wird Sie reich belohnen.“

Yara zog die Augenbrauen hoch. „Jabba bittet uns um Hilfe? Die Piraten müssen verdammt hartnäckig sein.“
Franzi nickte ernst. „Oder Jabba hat gerade keine eigenen Schiffe in der Nähe. Wie auch immer – wenn wir ablehnen, sind wir auf diesem Planeten erledigt. Yara, Kurs setzen!“

Kaum hatten sie das Asteroidenfeld erreicht, sahen sie das Chaos. Ein kleiner, zerbeulter Frachter wurde von drei wendigen Piraten-Abfangjägern in die Zange genommen. Die Piraten feuerten unaufhörlich, in der Hoffnung, die Schilde des Kleinen zu durchbrechen, bevor Jabbas Verstärkung eintraf.

„Feuerleitung übernehmen!“, befahl Franzi.

Yara rutschte in den Schützensitz. Es war ein seltsames Gefühl, für einen Hutten zu kämpfen, aber der Anblick der räuberischen Piraten weckte ihren Beschützerinstinkt. Mit einer gekonnten Rollbewegung brachte Franzi sie in Schussposition. Yara wartete, bis das Zielkreuz rot aufleuchtete. Ein Hagel aus rotem Blasterfeuer aus ihren Kanonen zerfetzte den ersten Piratenjäger. Die anderen beiden versuchten zu fliehen, doch Yara schaltete ihre Triebwerke mit präzisen Schüssen aus.

Als die Gefahr gebannt war, näherten sie sich dem Frachter. Die Andockschleuse rastete

ein, und Yara trat mit gezücktem Blaster vor. Die Luke glitt auf, und eine kleine Gestalt in einer braunen Kutte watschelte heraus.
„Ein Jawa?“, entfuhr es Yara.
Zwei leuchtend gelbe Augen starrten sie an. Der kleine Kerl schnatterte aufgeregt: „Utinni! Utinni!“

Nick, wie sich der Jawa später nannte, begann sofort, an ihren Konsolen herumzuschrauben und den Energiefluss des Schiffes zu verbessern. Er erklärte ihnen in seiner schnellen Sprache, dass er für Jabba imperiale Verschlüsselungen knacken sollte, aber die Piraten ihn wegen der Daten auf seinem Kopf entführen wollten.

Yara sah zu Franzi. „Jabba will ihn zurück. Aber sieh ihn dir an – er ist ein Genie. Wenn wir ihn abliefern, wird er im Palast versklavt.“
Franzi lächelte listig. „Vielleicht sagen wir Jabba, dass der Jawa beim Angriff ‚leider‘ ums Leben gekommen ist, wir aber die Daten retten konnten?“

Sie manipulierten einen alten Datenkern mit wertlosen Informationen für Jabba und schickten Nick stattdessen tief in den Frachtraum ihres eigenen Schiffes. Jabba erhielt seine „Informationen“ und war zufrieden, während Nick – offiziell für tot erklärt – nun ein freies Mitglied ihrer Crew war.

„Willkommen an Bord, Nick“, sagte Yara leise, als der kleine Jawa zufrieden an einer neuen Leitung lötete. Zum ersten Mal seit Ruusan fühlte es sich an, als hätten sie nicht nur überlebt, sondern dem Schicksal ein Schnippchen geschlagen.

Um Jabbas Jägern und den überlebenden Piraten endgültig zu entkommen, steuerte Franzi den Frachter zu einem abgelegenen, namenlosen Asteroiden am Rande des Sektors. Im Inneren eines tiefen, erloschenen Vulkancanyons auf dem Brocken brachten sie das Schiff zum Stehen. Es war stockdunkel draußen, aber hier drinnen waren sie sicher vor den Scannern der großen Syndikate.

In der Hauptküche des Schiffes saßen sie kurz darauf zusammen. Nick hatte sich auf einen großen Frachtcontainer gehockt, seine leuchtend gelben Augen wanderten ununterbrochen von einer Konsole zur nächsten.

„Wir müssen einen Plan haben“, sagte Franzi und legte ihre großen, feuchten Hände auf den Tisch. „Jabba glaubt, Nick sei tot. Das ist gut. Aber wir haben kaum noch Credits, und unsere Vorräte an Treibstoff halten nicht ewig. Wir brauchen Arbeit. Aber Arbeit, die uns nicht direkt in die Arme des Imperiums treibt.“

Yara strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Im Outer Rim gibt es keine saubere Arbeit, Franzi. Entweder wir arbeiten für Jabba, oder wir stehlen von denen, die noch schlimmer sind.“

Plötzlich sprang Nick auf dem Container auf und ab. Er fuchtelte wild mit seinen kleinen, behaarten Händen in der Luft und stieß ein schnelles, aufgeregtes Schnattern aus. „Utinni! Nyeta, nyeta! Tatooine tinka!“

Yara und Franzi sahen sich überrascht an. Mit der Zeit begannen sie, das schnelle Jawa-Handels-Kauderwelsch immer besser zu verstehen. Nick deutete auf den Datenkern, den er aus Jabbas Frachter mitgehen lassen hatte. Er tippte auf einen kleinen Bildschirm, und eine blau leuchtende Holografie eines imperialen Logistik-Außenpostens auf dem Planeten Regenstaufen erschien.

„Was zeigt er uns da?“, fragte Yara und beugte sich vor.

Nick tippte begeistert auf die Anzeige. Er erklärte mit leuchtenden Augen, dass dieser Außenposten vollgestopft war mit ausgemusterten, aber hochmodernen imperialen Technikteilen – Navigations-Computer, Hyperraum-Konverter und imperiale Signal-Verschlüsseler. Das Beste daran: Weil der Posten so abgelegen war, wurde er nur von einer Handvoll schläfriger Grenztruppen bewacht. Nick liebte Technik über alles. Für ihn war dieser Ort kein Militärstützpunkt, sondern das größte Paradies der Galaxis. Seine Idee war einfach: Sie sollten dort einbrechen, die wertvollsten Gerätschaften stehlen und sie auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Damit wären sie auf Monate hinaus alle finanziellen Sorgen los und hätten die beste Ausrüstung für ihr eigenes Schiff.

Franzi sah den Jawa lange an, dann fing ihr breites Gesicht an zu grinsen. „Der kleine Kerl hat nicht nur flinke Finger, er hat auch Mut. Wenn wir diese imperialen Verschlüsselungs-Geräte in die Finger bekommen, kann uns so schnell kein Sternenzerstörer mehr tracken.“

Yara spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Das Imperium zu bestehlen war gefährlich – aber der Gedanke, den imperialen Truppen genau das wegzunehmen, womit sie die Galaxis unterdrückten, gab ihr ein verdammt gutes Gefühl.

Sie streckte ihre Hand in die Mitte des Tisches. „Ein Team?“, fragte sie.

Franzi legte ihre große Hand darauf. Nick zögerte kurz, sprang dann vom Container und klatschte seine winzige, mechaniker-erprobte Hand obendrauf. „Utinni!“, piepste er entschlossen.

In dieser Nacht, versteckt im Schatten des Asteroiden, war aus den drei Ausgestoßenen eine echte Crew geworden. Sie hatten ein Ziel, sie hatten einen Plan – und sie hatten einen genialen kleinen Jawa, der das Imperium um seine wertvollste Technik erleichtern wollte. Doch während sie noch voller Hoffnung ihren Coup planten, zog sich im Palast von Tatooine bereits eine tödliche Schlinge um ihren Hals zu.

Der Palast von Jabba dem Hutten auf Tatooine war ein Ort, an dem Rauch, der Geruch von verrottendem Fleisch und die Angst der Untergebenen in der Luft hingen. Auf seinem massiven Podest saß der mächtige Verbrecherlord und starrte mit seinen großen, reptilienartigen Augen auf den kleinen Holotisch vor sich. Daneben stand sein Majordomus Bib Fortuna und zitterte am ganzen Leib.

„Boska! Ee chuta! Chuba no fuba bo moka!“, brüllte Jabba auf Huttesisch durch den Saal, was übersetzt so viel bedeutete wie: „Niemals! Das ist Verrat! Niemand macht mich zum Narren!“ Seine tiefe, grollende Stimme ließ die Wände vibrieren, während sein gewaltiger Schwanz wütend auf den Boden schlug.

Vor dem Hutten kniete Salacious Crumb, die kleine, affenartige Echse, und kicherte nervös. Direkt daneben auf dem gläsernen Holotisch hüpfte Jabbas Chef-Techniker ungeduldig von einem Bein auf das andere. Es war ein winziger, gerade einmal 30 Zentimeter großer Anzellaner namens Shiri. Er trug eine winzige Mechaniker-Lupe über dem Auge, hatte einen struppigen grauen Schnurrbart und fuchtelte aufgebracht mit einem mikroskopisch kleinen Schraubenzieher in der Luft herum.

„Mächtiger Jabba!“, quietschte der winzige Anzellaner mit seiner extrem hohen, lustigen Stimme und tippte wütend gegen den Datenkern, der fast so groß war wie er selbst. „Diese Daten... das ist eine ganz, ganz miese Nummer! Eine riesige Fälschung! Schrott! Absoluter Schrott!“

Shiri schlug mit seinem winzigen Werkzeug auf das Metall. „Die imperialen Codes auf der Außenseite sind echt, ja, ja. Aber drinnen? Nur alte Suppen-Rezepte und Protokolle über kaputte Feuchtigkeitskondensatoren! Der Jawa hat dich reingelegt, Jabba! Der kleine Kerl lebt bestimmt und lacht sich ins Fäustchen! Das ist eine totale Blamage für dich! Schreckliche Schmuggler, ja, ja!“

Jabba schnaubte so wütend, dass grüner Schleim aus seinem riesigen Maul tropfte. Seine Augen quollen fast heraus vor Zorn. Gedemütigt zu werden – und das auch noch von einer unbedeutenden Schmugglertruppe –, brachte sein Blut zum Kochen. Shiri der Anzellaner sprang erschrocken vom Tisch, um nicht von Jabbas wuchtigem Schwanz erschlagen zu werden, der wütend auf den Boden knallte.

„Bring mir den besten Kopfgeldjäger der Galaxis!“, dröhnte Jabbas Stimme durch den Thronsaal. „Ich will keine Amateure. Ich will jemanden, der diese Verräter findet, egal in welchem Loch sie sich verstecken!“

Bib Fortuna verbeugte sich hastig. „Er ist bereits auf dem Planeten, mein mächtiger Herr. Ich werde ihn sofort rufen.“

Einige Tage später öffneten sich die schweren, rostigen Stahltore von Jabbas Palast. Das dumpfe Klacken von metallischen Stiefeln hallte von den sandsteinartigen Wänden wider. Durch den Dunst des Raumes trat eine Gestalt, die in der gesamten Unterwelt der Galaxis Furcht und Ehrfurcht auslöste.

Er trug eine kampferprobte, smaragdgrüne mandalorianische Rüstung, die mit tiefen Kratzern und Brandspuren übersät war. Sein Helm, mit dem markanten, T-förmigen Visier, verbarg jedes Anzeichen von Menschlichkeit. An seiner Schulter hing ein geflochtener Skalp eines Wookiees – eine Trophäe aus vergangenen Jagden. Es war Boba Fett.

Der Kopfgeldjäger blieb exakt drei Schritte vor Jabbas Podest stehen. Er verbeugte sich nicht. Er wartete einfach, die Hände lässig in der Nähe seines EE-3 Karabiner-Blasters.

„Boba Fett“, zischte Jabba, und seine Stimme wurde fast leise, was ihn nur noch gefährlicher wirken ließ. „Dein Vater Jango war ein Mann von Präzision, bevor er vor Jahren auf Geonosis fiel. Du fliegst sein Schiff, du trägst seine Rüstung. Nun musst du mir beweisen, dass du auch sein Talent geerbt hast.“
Boba Fett bewegte den Kopf keinen Zentimeter. Seine Stimme drang kühl und mechanisch durch den Helm-Verstärker: „Ich brauche keine Vergleiche, Jabba. Ich brauche nur einen Namen. Und einen Preis.“
Bib Fortuna trat vor und drückte auf eine Konsole. Ein flackerndes, blau leuchtendes Holo-Foto erschien über dem Tisch. Es zeigte die Gesichter der gesuchten Crew: Die große, weise Mon Calamari Franzi, der kleine Jawa Nick mit seinen leuchtend gelben Augen und die junge Yara.
„Das ist die Crew der Sternenläufer“, erklärte Bib Fortuna und deutete auf das Bild. „Sie haben den mächtigen Jabba betrogen. Sie haben uns gefälschte imperiale Daten verkauft und den Jawa versteckt. Jabba setzt ein Kopfgeld von insgesamt 20.000 Credits auf sie aus. Tot oder lebendig. Aber lebendig wäre Jabba lieber, damit er sie an seine Haustiere verfüttern kann.“
Boba Fett betrachtete das Hologramm.
Das Mädchen war jung. Zu jung für diesen Blick. Zu jung für eine Kopfgeldliste.
Das kalte blaue Licht des Holos glitt über seinen Helm. Für einen Herzschlag wurde es heller. Weißer. Dann rot.
Roter Staub.
Geonosis.
Sechs Jahre zuvor.
Jango hatte ihm befohlen, in der Slave I zu bleiben.
„Keine Heldentaten, Boba“, hatte er gesagt, während er sich den silbern-blauen Helm aufsetzte. Seine Stimme war ruhig gewesen, als wäre der Planet unter ihnen nur ein weiterer Auftrag. „Ich komme gleich zurück.“
Boba hatte genickt. Natürlich hatte er genickt. Jango Fett kam immer zurück.
Durch die Sichtscheibe hatte er die Arena gesehen: roten Fels, staubige Ränge, Kreaturen, die größer waren als jedes Tier, das er bisher gekannt hatte. Dann Blasterfeuer. Jedi mit leuchtenden Klingen. Soldaten in weißen Rüstungen.
Sein Vater bewegte sich durch das Chaos wie ein Schatten aus Stahl. Jeder Schuss saß. Jeder Gegner fiel.
Boba hatte die Hände gegen die Scheibe gedrückt und geglaubt, dass niemand seinen Vater besiegen konnte. Niemand.
Dann erschien der Jedi mit dem violetten Lichtschwert.
Alles geschah zu schnell. Ein Schritt. Eine Bewegung. Ein einziger greller Lichtblitz.
Jangos Körper fiel in den roten Sand.
Sein Helm rollte weiter. Silbern und blau, halb von Staub bedeckt.
Boba wusste nicht mehr, wie er aus dem Schiff gekommen war. Er wusste nur noch, dass seine kleinen Hände den Helm aufgehoben hatten. Er hatte ihn an sich gedrückt, als könnte er seinen Vater dadurch zurückholen.
Aber der Helm war kalt.
Das Hologramm erlosch.
Im Thronsaal war es still. Vielleicht waren nur zwei Sekunden vergangen. Bib Fortuna wartete auf eine Antwort. Jabba starrte ihn an.
Hinter Bobas Visier war von der Erinnerung nichts zu sehen.
„20.000 Credits“, sagte er schließlich. „Ein hoher Preis für drei kleine Fische.“
„Sie haben Technologie, die dem Imperium gehört“, sagte Jabba. „Und sie wissen, wie man sich versteckt. Bring sie mir.“
„Ich nehme den Auftrag an“, sagte Fett. Er drehte sich auf dem Absatz um, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, und sein Umhang wehte hinter ihm her, als er den Thronsaal verließ.

wenn hier noch mehr wollt sarg bescheit das kapitel ist noch lang
 
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