Fan-Fiction Yara a Star Wars Story „Ein Funke in der Dunkelheit“

benSolo97

Großadmiral
ES WAR EINMAL VOR LANGER ZEIT IN EINER WEIT, WEIT ENTFERNTEN GALAXIS ...


PROLOG & KAPITEL 1: Der Funke im Ascheregen
Zeitpunkt: 18 Jahre vor der Schlacht von Yavin (18 VSY)
Yaras Alter: 8 Jahre

Es gab eine Zeit, in der das Licht der Galaxis nicht von den kalten Turbinen imperialer Sternenzerstörer, sondern von der Hoffnung einer zerbrechlichen Demokratie gespeist wurde. Yara Boysen erinnerte sich in ihren Träumen oft an das Lachen ihrer Mutter in den hängenden Gärten von Coruscant und an die würdevollen Debatten ihres Vaters im Senat. Doch diese Welt war untergegangen, ersetzt durch eine Ordnung, die mit eiserner Faust regierte.

Drei Jahre lang hatte der abgelegene Planet Ruusan der Familie ein karges, aber friedliches Exil geboten. Doch in dieser Nacht zerbrach der Frieden.

„Sie haben uns gefunden“, flüsterte ihr Vater Nils. Er stand am Fenster des Farmhauses, sein Gesicht im bläulichen Schein der fernen Suchdioden tief gefurcht. „Der Imperator vergisst nicht, Yara. Und er vergibt denen nicht, die die Wahrheit über seinen Aufstieg kennen.“

Yara sah zu ihrer Mutter Cami, die vor einer geheimen Bodenplatte kniete. In ihren Händen hielt sie einen unscheinbaren Metallzylinder – ein Relikt, das Yara damals noch nicht verstand, das aber eine Ruhe ausstrahlte, die dem Chaos draußen trotzte. Cami verbarg den Gegenstand in einer alten Truhe und sah ihre Tochter eindringlich an. „Lauf zum Schiff, Yara! Flieh so, wie wir es dir beigebracht haben. Wir werden sie ablenken.“

„Aber was ist mit euch?“, schrie Yara, während das erste Heulen der orbitalen Bombardierung die Luft zerriss.

„Der Funke muss überleben!“, brüllte Nils über den Lärm hinweg. „LAUF!“

Yara rannte. Die kalte Nachtluft brannte in ihrer Lunge, während hinter ihr das Haus in einer gewaltigen Explosion verging – ein letztes Opfer ihrer Eltern, um die herabstürmenden Sturmtruppen mit in den Abgrund zu reißen. Tränenblind riss die Achtjährige die Steuerung ihres kleinen Fluchtschiffs hoch. Als sie die Atmosphäre durchbrach, sah sie zum ersten Mal die grauen Keile der Vernichtung: Fünf Sternenzerstörer blockierten den Horizont wie gigantische Grabsteine aus Stahl. Mit einem verzweifelten Sprung in den Hyperraum entkam sie der Schwärze.

Wochen später: Die Dunkelheit beginnt

Der Treibstoff war längst verbraucht, die Vorräte erschöpft. Yara trieb manövrierunfähig im leeren Raum, ein winziger Punkt in der Unendlichkeit, bis eine Fregatte aus dem Hyperraum sprang. Rettung, so glaubte sie in ihrer kindlichen Naivität. Doch als sich die Schleuse öffnete und sie in die gierigen Augen von Männern blickte, die keine Gnade kannten, begriff sie ihren Irrtum.

Ein Mann namens Tim und sein Partner Baumann – Gestalten, deren Seelen so schmutzig waren wie das Öl in ihren Maschinen – schleppten sie auf einen namenlosen, staubigen Planeten im Outer Rim. Hier, fernab jeder Gerechtigkeit, wurde aus der Senatorentochter eine Sklavin. Yara wurde in eine karge Zelle geworfen, das kalte Metall der Gitter war nun ihre einzige Welt. Während draußen die Sonnen des Outer Rim unerbittlich brannten, starb das Kind in ihr, und eine eiskalte Entschlossenheit legte sich um ihr Herz. Dies war nicht mehr das Ende ihrer Reise, sondern der Beginn eines langen, dunklen Pfades.


KAPITEL 2: Scherben aus Staub und Eisen

Die Hitze auf dem namenlosen Wüstenplaneten war kein bloßer Zustand; sie war ein physischer Feind, der jeden Morgen aufs Neue zuschlug. Die zwei bleichen Sonnen stiegen über den zerfurchten Felsgrat und brannten sich gnadenlos durch die dünnen, staubigen Wände der Sklavenunterkunft. Yara erwachte meist mit dem Geschmack von trockenem Sand auf der Zunge und dem bleiernen Gefühl der Hoffnungslosigkeit im Körper. Ein Jahr war nun vergangen, seit sie im Orbit von Ruusan alles verloren hatte. Aus der Senatorentochter, die einst in Seide geschlafen hatte, war eine wertlose Nummer in den Frachtlisten der Sklavenhändler Tim und Baumann geworden.

Ihre Tage waren eine endlose Abfolge von mechanischer Monotonie und Erschöpfung. Yara musste in den staubigen Werkstätten Schrott sortieren. Ihre kleinen, flinken Hände waren perfekt dafür geeignet, in die engen, scharfkantigen Zwischenräume von ausgebrannten Energiekopplern zu greifen oder feine Plasmaleitungen mit ätzenden Lösungsmitteln zu reinigen. Der Schmerz der aufgesprungenen Haut an ihren Fingern war zu einem ständigen Begleiter geworden, den sie längst zu ignorieren gelernt hatte.

Tim und Baumann waren kleine Lichter im kriminellen Untergrund des Outer Rim, Männer ohne Ambitionen, aber erfüllt von einer grausamen Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben anderer. Yara verabscheute sie zutiefst. Nachts, wenn sie in ihrer kargen, stickigen Zelle auf dem harten Boden lag, wurde sie zur unfreiwilligen Zeugin ihrer moralischen Verkommenheit. Die Wände waren dünn, und sie musste die lautstarken, ekelerregenden sexuellen Ausschweifungen der beiden Männer ertragen. Ihr betrunkenes Gelächter und ihre Lustschreie hallten durch die dunklen Gänge der Baracke und raubten der achtjährigen Yara den Schlaf. In diesen Stunden krallte sie ihre Finger so fest in den Dreck, bis ihre Knöchel weiß wurden, und spürte einen Hass in sich wachsen, der heißer brannte als die Wüstensonne über ihr.

Doch in der tiefsten Dunkelheit fand sie einen Funken Hoffnung. In der Nachbarzelle, nur getrennt durch ein rostiges Gitter, saß eine Mon Calamari namens Franzi. Trotz der Gefangenschaft strahlten ihre großen Augen eine unerschütterliche Ruhe aus.

„Hör auf zu zittern, kleine Yara“, flüsterte Franzi eines Nachts durch das Gitter. „Hass ist ein guter Antrieb, aber ohne einen Plan zerstört er nur dich selbst. Wir müssen ihre Gier gegen sie verwenden.“

Über Wochen hinweg, in den kurzen Momenten, in denen die Wachen unaufmerksam waren, schmiedeten sie ihren Plan. Franzi war eine begnadete Technikerin und hatte aus dem Abfall der Werkstatt einen beschädigten Datenkern gerettet. Darauf befanden sich Fragmente imperialer Militärprotokolle – Baupläne für die neuen AT-ST-Läufer. Mit Yaras Geschick manipulierten sie die Daten so geschickt, dass es aussah, als hätten die Händler hochgradig geheime Militärtechnologie gestohlen.

Der Tag der Abrechnung kam mit dem donnernden Grollen von schweren Landefähren, die den Sand des Lagers in gewaltigen Fontänen aufwirbelten. Das Imperium verhandelte nicht, wenn es um den Diebstahl von Staatsgeheimnissen ging. Drei Fähren der Lambda-Klasse setzten auf, und ein imperialer Offizier mit einer Miene aus gefrorenem Glas trat heraus.

„Eindringlinge! Verrat!“, schrie Tim panisch, als er die weißen Rüstungen der Sturmtruppen sah. Baumann griff fluchend zu seinem Blaster, doch er war bereits tot, bevor er den Abzug berühren konnte. Ein Hagel aus rotem Blasterfeuer zerriss die Luft. Die scharlachroten Strahlen der E-11 Gewehre schnitten durch den aufgewirbelten Staub und trafen Baumann direkt in die Brust. Er sackte leblos zusammen.

Tim starrte entsetzt auf die Leiche seines Partners. Er begriff sofort, dass sein Geschäft und sein altes Leben in diesem Moment endeten. Während die Sturmtruppen begannen, die Baracken systematisch niederzubrennen und alles mit ihrem roten Feuer einzudecken, warf sich Tim in den Schatten eines Frachtcontainers. Er kroch feige und verborgen durch den Qualm in Richtung einer kleinen Rettungskapsel am Rand des Hangars. Er schaffte es gerade noch rechtzeitig, die Triebwerke zu zünden und in den Himmel zu schießen, bevor die gesamte Anlage in einer gewaltigen Explosion verging. Sein Gesicht, verzerrt vor Zorn und Verlust, war im hellen Schein der Flammen das letzte, was Yara von ihm sah. Er würde diesen Tag überleben, getrieben von einem brennenden Schwur nach Rache an dem Mädchen, das ihn verraten hatte.

„Jetzt!“, zischte Franzi im selben Moment auf der anderen Seite des brennenden Lagers.

Während das Imperium hinter ihnen alles in Schutt und Asche legte, krochen Yara und Franzi durch den engen Abflusschacht in die Freiheit. Hinter einer rettenden Sanddüne stand ein kleiner, unbewachter Transporter. Franzi sprang ins Cockpit, ihre Finger tanzten über die Kontrollen. „Komm, Yara! Die Galaxis wartet nicht!“

Als das Schiff die Schwerkraft des Planeten hinter sich ließ und in die kühle Schwärze des Alls eintauchte, sah Yara zum ersten Mal seit dem Untergang von Ruusan wieder die Sterne. Sie war frei. Aber sie wusste auch, dass die Schatten der Vergangenheit sie eines Tages wieder einholen würden.
 
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