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[Archiv | Storythread] Die Maske der Medina

Dieses Thema im Forum "Projekt Star Wars Rollenspiel" wurde erstellt von Casta, 13. Juni 2003.

Status des Themas:
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  1. Casta

    Casta junger Botschafter

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    [- Die Maske der Medina -]

    Als Ami nach langer Zeit zurück nach Delastine kehrt, merkt sie, wie wenig sich verändert hat. Sie nutzt die Ruhe, die um die AoBS entstanden ist, um lange mit Rem zu sprechen. Er hat es geschafft, sich und die AoBS zu einer angesehenen Organisation zu machen, auch über die Grenzen des Outer Rim hinaus. Aber Ami merkt schnell, daß die Machtgier in Rem noch bei weitem nicht gestillt ist.
    Er erzählt ihr von einem Mythos, der durch die Münder der Menschen getragen wird. In diesem Mythos handelt es von einem jahrtausende alten Artefakt, das auf dem Planeten Alzoc lll einst von einem Götter verehrendem Volk als Heiligtum angesehen wurde.
    Das Artefakt soll zu übermächtigem Reichtum und unbändiger Macht verhelfen. Es handelt sich um eine Maske, und der Träger der Maske wird Dinge sehen, die sonst nie jemand sehen könnte. Mit Hilfe der Maske fände man ein heiliges Mineral, das, werden daraus Waffen gefertigt, unzerstörbar wird, und den Besitzer der Waffe unverwundbar machte.
    Rem schickt Ami auf die Suche nach dieser Maske...

    Den Jedi wird eine geheime Nachricht zugespielt, dass auf einem Transporter, der zum Planeten Sluis Van unterwegs war, eine Entfürhung stattgefunden hat. Das Schiff wurde von den unbekannten Besatzern zum Planeten Alzoc lll gebracht, wo laut den geheimen Informationen ein Metall abgebaut werden sollte, dass in alten Legenden beschrieben wird. Das Schiff wurde jedoch im Orbit zerstört, niemand weiß, wodurch dies geschah. Da der Planet Alzoc lll seit Jahren unbewohnt ist, muss davon ausgegangen werden, dass der Planet sich durch Selbstschutzmaßnahmen gesichert hat, oder eine andere Macht den Planeten nun kontrolliert. Die Jedi werden vom Orden entsandt, um dieser Sache auf den Grund zu gehen. Eine kleine Gruppe wird entsendet.

    In den Archiven der AoBS findet Ami etwas über die Kultur, die vor drei Jahrtausenden auf dem Planeten Alzoc lll gelebt hat. Sie veehrten ihre Götter, die ihnen in Form der Elemente Luft, Wasser, Erde und Feuer erschienen. Ihre Götter hatten die absolute Macht über die Menschen. Sie richteten ihr Leben, Denken und Handeln nach den Bedürfnissen der Götter aus. Große Opfer gehörten zu den feierlichen Zeremonien. Wegen ihrer Hingabe und ihren Opfern, die meist menschlicher Natur waren, schenkten die Götter ihnen für jedes Element eine Gabe, die ihnen zum Schutz ihres Volkes dienen sollte.
    Die Göttin des Feuers, Medina, schenkte ihnen die Maske, mit der sie das unzerstörbare Metal Asurum finden konnten, und so unbesiegbar gegen ihre Feinde würden.
    Die alten Mythen berichten, daß das Volk der Alzocerianer in einem hundert Jahre währenden Krieg an der Seite ihrer Götter gegen ihre Feinde gestanden haben. Bis sie durch einen arglistigen Hinterhalt in den Tod geführt wurden.

    Als die AoBSler auf dem Planeten eintreffen, erwarten sie einige gefährliche Situationen...zu denen auch eine Begegnung mit den Jedi gehört. Persönliche Beziehung müssen gebrochen werden, da sich einige von ihnen diesmal als Kontrahenten gegenüberstehen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. August 2003
  2. T'Ra Saa

    T'Ra Saa Dienstbote

    Planet Ruul, Keron-City, Leo'Rons Bar

    Ein würziger Geschmack, vermischt mit einem bitteren Ton, suchte sich langsam den Weg in einem dickflüssigen Saft ihre Kehle hinunter. Das Glas stellte sie mit einem leisen Klirren zurück auf den Holztisch und blickte sich um. Ein übler Geruch zog sich durch die Bar, die Luft war schwül und stickig, Rauch durchzog den Raum und dunkle Gestalten gingen an anderen Tischen ihren Geschäften nach. Sie blickte kurz unter ihrer dunklen Robe hervor und strich sich mit der flachen Hand über die Stirn. Sie hätte ein schönes, angenehmes Leben im Tempel führen können, doch hatten sie die Gefahren des Outer Rims mehr gelockt. Leise ließ sie ihre Fingernägel auf dem dunklen, schweren Holz trommenln und suchte die kleine Bar nach ihrem Kontaktmann ab. Seit ihrem Gedächtnisverlust hatte sie sich geändert. Sie war nicht mehr schwach, nicht mehr verängstigt, aber dennoch vorsichtiger und besonnerer geworden. Es hatte zwei Monate gebraucht, bis einige fähige Köpfe ihr hatten helfen können, ihr Gedächtnis wieder herzustellen. Des öfteren hatte sie sich die Frage gestellt, ob sie die Jedi hassen sollte. Keldor hatte kein Interesse mehr an ihr gezeigt, er schien sie vergessen zu haben. Die Ereignisse von Kiffex lagen weit zurück, sie konnte es ihm nicht verübeln. Ein anderer Weg war ihm vorherbestimmt gewesen...und er hatte ihn genutzt. Nein, hassen konnte sie die Jedi nicht. Sie hätten sie damals sterben lassen können, oder sie ohne Gedächtnis in den Wäldern von Kiffex zurücklassen können. Sie hatten ihr die Hand gereicht, T'Ra Saa hatte sie angenommen. Nun war es an der Zeit, sich dafür zu revangieren. Ihre dunklen Augen reflektierten den Feuerschein eines Streichholzes, dass laut angerissen wurde. Qualm stieg in ihre Richtung. Eine kleine Staubwolke wurde aufgewirbelt, als eine Schachtel direkt auf den schmutzigen Boden fiel. T'Ras Blick suchte sich einen Weg durch den Qualm. Sie erkannte eine Silhouette, eine kleine Gestalt, dessen glühende Augen sie direkt ansahen. Die Frau erhob sich, deutete mit einer Handbewegung auf einen Stuhl an ihrem Tisch und nahm daraufhin wieder Platz. Eine Bedienung reichte den Beiden zwei weitere Gläser des dickflüssigen Getränks. Die Zigarre verursachte knirschende Geräusche, als das untersetzte Alien seine Zähne am Zigarrenschaft rieb.

    Deine Informationen sind meistens ihren Preis wert, Qecon, ich wünsche Dir dennoch, dass es diesmal wieder so sein wird.

    ...sprach T'Ra und schob ihm ein Datenpad hinüber, auf dem eine beachtliche Summe an Credits verzeichnet war.

    "Du weißt doch, Süße, mich zu engagieren ist immer lohnend. Habe ich Dich jemals enttäuscht? Zu alten Zeiten warst Du nicht so misstrauisch, dass Du jetzt für die Republik arbeitest ist für einen Gauner der alten Schule, wie ich es einer bin, eh nicht zu verstehen."

    Qecon bliess den qualmigen Rauch direkt in ihre Richtung und griff mit den kurzen Fingern nach dem Datenpad. Er nickte zufrieden, nachdem er die Summe kontrolliert hatte. Die Frau erwidertete ihm...


    Das brauchst Du auch nicht, hauptsache ich bekomme das, was ich will.

    Die Bar kontrollierend blickte sie sich um und spielte am Griff ihres Blasters in ihrer Robentasche.

    Du weißt, ich würde Dich niemals linken. Die Creditsumme ist in Ordnung. Nun sprich endlich.

    Planet Ruul, Keron-City, Leo'Rons Bar, mit Qecon
     
  3. Murdock Dodger

    Murdock Dodger Dienstbote

    - Ruul - Keron City -

    Murdock stieg aus seinem Schiff und umkreiste es mit langsamen Schritten. Es war schrottreif, soviel stand fest. Er hatte es für einen Hungerlohn auf Corellia ersteigert, und es notdürftig in Flugtauglichkeit gehalten. Jetzt war wohl jede Arbeit daran sinnlos geworden. Er schnaufte etwas entnervt und schlich über den Hangar.
    Er hasste diesen Planeten und er hasste diese Stadt. Die Hitze und Feuchtigkeit hing über ihr, wie ein drückender Teppich. Der Smog der übervölkerten Stadt raubte ihr den letzten Atem. Der Schweiß rann ihm über das Gesicht, und er wischte ihn mit der Hand von der Stirn und aus den brennenden Augen.
    Grau und ohne Schattierungen baute sich die riesige Stadt vor ihm auf. Grelle Holoreklamen zeichneten die Vergnügungsviertel von den Wohnblocks ab. Aliens aller Rassen tümmelten sich in den Straßen. Diese Starßen waren bekannt für ihre Kriminalität.

    'Widerwertiges Pack', raunzte Murdock vor sich hin, als er sich grob und forsch einen Weg durch die Massen bahnte. Aber er war hier genau richtig. Hier war er unter seines gleichen. Sein ganzes Leben hatte er sich mit Schmuggeleien, Botengängen und Leibwächterjobs über Wasser gehalten. Sogar Schaukämpfe hatte er bestritten. Er hasste sich heute noch dafür, jemals so tief gesunken zu sein.
    Einmal, den grossen Coup, für immer ausgesorgt haben, sich nie wieder über Geld Gedanken machen müssen. Er war für grösseres geboren, da war er sich sicher. Und nur das verdammte Pech hatte verhindert, daß er sein Schicksal nicht ausleben konnte.
    Selbstkritik schien ihm völlig fremd. Und diesmal hatte er das Glück auf seiner Seite. Diesmal war er der erste, der an der Quelle stand. Diesmal war er nicht derjenige, der Informationen, die das große Geld versprachen, Dritten erzählen musste. Diesmal war er es, der es als erster wusste. Da war er sich sicher. Und nur noch wenige Momente, wenige Schritte trennten ihn davon...

    Er bog in eine enge kleine Gasse ein. Hier war nichts, als riesige Müllcontainer und Feuerleitern, die in die endlosen Etagen der Häuser führten. Das heisse Wasser, das sich an den Wänden der Stadt absetzte, der Atem von tausenden von Menschen, der Schweiss der Tiere, deren Kadaver in den Ecken der Gassen lagen, der Dampf aus den miefigen Küchen der dunklen Bars, alles legte sich wie Nebel über die Stadt und an die Mauern, fiel in dicken Tropfen in die Pfützen der Sackgasse. Die langsamen Schritte seiner Stiefel hallten an den Mauern wider. Eine knisternde reklame spiegelte sich in einer der Pfützen. Aus den geöffneten Fenstern der Wohnungen drangen dumpfe Schreie, Lärm, Musik. Bis hinunter in die enge Gasse jedoch drangen kaum Geräusche. Nur das monotone Tropfen des Wassers war laut zu hören.
    Murdock liess die Sicherungen seiner Blaster knacken. Er hatte das Ende des gasse erreicht. An eine Wand gelehnt, zog er die Blaster aus ihrem Gürtel und hielt sie lose an seinen Hüften.
    Es war dunkel. Sein Gesicht wurde nur leicht von dem grauen Licht der Strassen angeleuchtet. Konzentriert schloss er die Augen und lauschte den Schritten....


    - Ruul - Keron City -
     
  4. T'Ra Saa

    T'Ra Saa Dienstbote

    Planet Ruul, Keron-City, Leo'Rons Bar, mit Qecon

    Ein leises Schnorcheln war zu hören, seine Augen traten aus seinen Augenhöhlen und ein hektisches Atmen bliess sich über das Gesicht der Söldnerin. Sie hielt Qecon mit der einen Hand am Hals, mit der anderen Hand hielt sie ihm den langen Lauf ihres Blasters direkt unter die Nase. Sie blickte ihm bös in die grellen Augen und spuckte demonstrativ angewidert zu Seite, während das von Warzen übersähte Alien am ganzen Leib zitterte. Seine Zigarre war im Aschenbecher fast heruntergebrannt, der Qualm war bis hoch unter die Decke gestiegen und erzeugte noch mehr Gestank, als er eh schon in diesem Lokal herrschte. Die anderen Gäste hatten sich zurückgezogen, als T'Ra brutal über den Tisch gegriffen hatte um sich Qecon herzureißen und ihm dadurch deutlich zu machen, dass sie sich nicht übers Ohr hauen lassen würde...

    Ich habe Dich bezahlt, viele Credits aufgebracht, damit Du hier überhaupt erscheinst. Ich lasse mich nicht mit einigen Informationen abspeisen, die eh jeder über die Maske weiß. Spuck es aus, oder spucke Blut.

    T'Ra ließ ihn in seinen Stuhl zurücksinken und blickte ihn weiterhin streng an. Ihre Worte waren kühl und eindringlich gewesen, machte sie ihm so deutlich, dass er sie nicht zu unterschätzen hatte.

    Ich könnte Dich ohne Gewissensbisse umbringen, Qecon, aber wir haben einen Deal. Und diesen wirst Du wahrnehmen, oder ich werde die letzte Frau sein, die Du in Deinem Leben sehen wirst. Der Gedanke daran, mir an Dir die Hände schmutzig zu machem, eckelt mich an, aber Du kennst mich gut genug, dass ich meinen Eckel überwinden würde, oder?

    Die Söldnerin nahm frech die Zigarre auf, beäugte sie und steckte ihren Blaster zurück in die Robentasche. Als Qecon die Chance nutzen wollte und seine lange, schleimige Zunge in Richtung der Frau ausschnellen ließ, griff die machtbegabte Frau zu, hielt sie stramm und drückte die Zigarre langsam, ganz genüsslich auf seinem langen Sinnesorgan aus. Tränen stiegen ins Gesicht des Aliens, Qecon griff sogleich in seine Tasche und zog hektisch einen kleinen Datenchip hervor, warf ihn ihr zu, woraufin T'Ra ihn zufrieden lächelnd auffing.

    Na siehst Du? Wir verstehen uns...wie eh und jeh.

    Sie ließ die Zunge los, wischte sich mit einer Serviette den Speichel von der Hand und zog sich die Roben kapuze wieder tief ins Gesicht. Das Alien rieb sich raunzend die Zunge, während die Frau wieder auf der anderen Seite des Tisches an ihrem Stuhl platz nahm. Mit kaltem Unterton sprach sie...

    Nun geh. Ich habe genug von Dir.

    Qecon ließ sich dies nicht zweimal sagen, stand schnell auf und verließ auf seinen kurzen, dicken Beinen die Bar. T'Ra trank in Ruhe ihr Getränk aus, legte einige Credits auf den Tisch und verließ sodann die Bar durch einen Hinterausgang. Vor ihr lag eine dunkle Gasse...sie blickte sich um, Rauch stieg in der feuchten Luft vom Boden auf und eine seichte Beleuchtung deutete einen schmalen Weg durch die Dunkelheit.

    Planet Ruul, Keron-City, Bar
     
  5. Murdock Dodger

    Murdock Dodger Dienstbote

    - Ruul - Keron City -

    Mit geschlossenen Augen stand er an der Wand gelehnt, als er ein schlurfendes Geräusch in den Pfützen wahrnahm. Ruhig öffnete er die Augen, und ohne den Kopf zu drehen beobachteten seine Augen die kleine gedrungene Gestalt, die ein Bein hinter sich her zog und sich gegen das gräuliche Licht zwischen den engen Wänden dunkel abzeichnete. Murdock hatte seine Zeigefinger an den Abzügen seiner Blaster. Er atmete flach, denn er wusste, daß sein Atmen Nebelwolken verursachte.

    Die Gestalt hob die Hand zum Kopf und stiess kurz darauf dicken Qualm von sich, der sich in Schwaden in der dicken Luft verteilte. Kurz verharrte die Gestalt, dann hallte eine penetrante und laute Stimme durch die Gasse, und ihr Echo grollte von den Wänden wider

    "Murdock", brüllte der kleine Dicke "Wo steckst du. Ich weiss, daß du hier bist, also komm aus deinem Drecksloch"

    Murdock überlegte für einen Moment, ob er Qecon sofort dafür erschiessen sollte. Sein Finger zuckte nervös an dem Lauf seiner Waffe.

    In den oberen Etagen wurde ein Fenster geöffnet und eine schrille Stimme rief

    "Haut ab ihr Arschlöcher, oder ich hetze meine Köter auf euch"

    Murdock schloss die Augen, und um seine Mundwinkel spielte die Anspannung. Er hörte, wie die Fenster geschlossen wurden, öffnete die Augen nur zu kleinen Schlitzen, und beobachtete den Schatten.

    Qecon grunzte vor Vergnügen. Dies hier war genau nach seinem Geschmack. Der ganze Abend lief genau nach seinem Geschmack. Er schmiss die Zigarre weg, die zischend in einer der Pfützen erlosch, und stampfte weiter in die Gasse hinein.

    Direkt vor Murdock blieb er stehen. Seine grünen Augen leuchteten hell auf und suchten die Ecken ab. Als er den Kopf auf seinem dicken Hals drehte, blieb er an der Stelle haften, an der Murdock stand. Das Leuchten verschwand aus seinen Augen und ein breites Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.

    "Verdammte Nachtseher", zischte Murdock zwischen den Zähnen hervor, und trat einen Schritt aus dem Schatten auf Qecon zu.

    "Ich wusste, daß du dich versteckst. Aber nicht vor mir. Ich sehe alles, und weiss alles..."

    Murdock entging nicht der lispelnde Unterton in Qecons Stimme, aber er liess ihm keine weitere Aufmerksamkeit zu kommen.

    "Das wird sich noch herausstellen" Murdocks tiefe, vom Ale rauhe Stimme, klang ruhig und reserviert. Wer ihn kannte wusste, daß dies sehr schnell anders werden konnte. "Also was hast du für mich?"

    Verächtlich schnalzte Qecon mit der Zunge, und liess sie nass und grünlich aus seinem Rachen schlängeln, zuckte sie aber dann mit schmerzverzerrtem Gesicht zurück in seinen Mund.

    "Erst will ich sehen, was du mir schönes von zu Hause mitgebracht hast" Ohne Scham und gespielte Bescheidenheit hielt er seine Hand mit geöffneter Handfläche vor Murdock.

    Ohne eine Regung seiner Gesichtszüge blickte Murdock das abartige Alien lange an. Er wartete, bis Qecon die Fassung verlor, und nervös auf seinen stummeligen Beinen hin und her wippte.

    "Gib den Chip her, oder ich verpiss mich von hier. Ohne mich keine Infos, und du kannst die ganze Galaxis nach der Maske absuchen..."

    Wieder spielte Murdock mit dem Gedanken, Qecon seinen Blaster an die grüne, mit Warzen übersähte Kehle zu halten und das dicke Blut an der Wand hinter ihm zu verteilen. Dann zog er den Chip aus der Tasche und legte ihn ruhig in die wulstige Hand, die sofort zuschnellte. Über das Gesicht von Qecon legte sich wieder das zufriedene Grinsen, dann zog er ebenfalls ein Datenpad aus der Tasche und gab es Murdock. Er nahm das Pad an sich, und als sich der Dealer schon von ihm weg drehen wollte, packte er ihn hart am Arm und zog ihn zu sich.

    "Ich habe viel Geld dafür bezahlt, daß diese Informationen unter uns bleiben. Sollte jemand ausser mir davon erfahren, werde ich dich finden und ich werde dich töten."

    Seine Augen hafteten stur an ihm, und er spürte, wie Qecon zu zittern began, und die Angst in seiner Stimme zu unterdrücken versuchte "Murdock, du bist ein Mensch, also immer misstrauisch. Aber mir solltest du vertrauen"
    Mit diesen Worten löste er sich aus dem Griff des Mannes und humpelte durch Pfützen ins Licht der Strasse.


    - Ruul - Keron City -
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2003
  6. T'Ra Saa

    T'Ra Saa Dienstbote

    Planet Ruul, Keron-City, Gasse

    Schnellen Schrittes ging die Frau durch die Gasse, war ihr bewusst, welch wichtige Informationen sie soeben in der Bar von dem schleimigen Alien erhalten hatte. Sie spielte mit dem Chip in ihrer Tasche und schritt durch den Rauch hindurch, der sich an den hohen Häuserwänden entlangzog. Ihre lange, dunkle Robe strich durch einige Pfützen und das auf der Straße stehende Wasser spritzte zur Seite, als ihre hohen Stiefelabsätze in die Pfützen stachen. T'Ra Saa war nicht entgangen, dass sie allein war...eine unheimliche Stimmung überkam sie und die unangenehme Atmosphäre wurde durch einige leise Geräusche intensiviert. Sie blieb stehen, blickte sich um und zog ihren Blaster. Sie hatte sich nicht getäuscht, hinter ihr waren zwei hoch gewachsene Männer aus dem Schutz der Dunkelheit getreten und gingen langsam, mit Vibor-Äxten bewaffnet, auf sie zu.

    T'Ra drehte sich um, ihre Augen weiteten sich, als sie sah, dass von der anderen Seite der Gasse aus sich ebenfalls so eine nette Überraschung auf sie zubewegte. Sie blieb ruhig stehen, hielt die Hand mit dem Blaster gelassen nach unten und stämmte die andere Hand in die Hüfte. Sie grinste kurz, hatte sie damit rechnen müssen, dass Qecon ihr diese Informationen über die Maske niemals einfach gegen eine Creditsumme überlassen würde. T'Ra drehte sich einmal um die eigene Achse, sah, wie die Männer stehen blieben und blickte nach unten. Als einer der Verfolger mit seiner Axt ausholte, vollführte sie einen Salto rückwärst über zwei der Männer hinüber und schoss ihnen von hinten direkt mit dem Blaster in den Rücken. Sie pustete lasziv den Rauch vom Blasterlauf und sah, wie die Beiden getroffen und stöhnend zu Boden sanken. T'Ra lächelte kurz und ging gelassen auf die anderen beiden zu, die hektisch ihre Blaster gezogen hatten und nun einige Schüsse auf sie abgaben, die sich vor ihr in den Boden brannten. T'Ra Saa sprang zur Seite, schoss dem anderen den Blaster aus der Hand und lehnte an einer Häuserwand. Sie war nicht schnell genug auszuweichen, als der letzte noch bewaffnete Angreifer anlegte und ihr ein Messer direkt in die Schulter warf. Schmerz zog sich durch ihren ganzen Oberkörper. Ihr wurde kurz schwarz vor Augen, taumelte auf ihn zu und stöhnte leise dabei.

    "Nun gib mir schon das, was ich von Dir haben will. Oder willst Du noch mehr leiden?" sprach der Mann, der seine Arme demonstrativ öffnete.

    T'Ra fehlte in diesem Moment die Kraft zu antworten. Sie biss sich auf die Unterlippe, zog sich das Messer aus der Schulter und sah das dunkle Blut, welches die scharfe Klinge verschmierte. Sie hielt die Klinge ins matte Licht, was vom anderen Ende der Gasse auf sie schien und drehte es zwischen ihren Fingern. Langsam schritt sie weiter auf ihn zu, hielt sich mit der anderen Hand die Wunde und spürte, wie das Blut durch ihre Finger trat. Sie lächelte...


    Ich soll Dir das geben, wofür ich so leiden muss. Ich bin...gern bereit Dir etwas anderes zu geben.

    T'Ras Augen schimmerten kurz auf, sie konzentrierte sich auf die Macht und warf dem Mann mit voller Wucht das spitze Messer direkt in die Kehle. Er taumelte zurück, keuchte und gurgelte Blut. T'Ra hockte am Boden, legte strich sich erneut mit der Hand über die Wunde und grinste kurz, als sie spürte, wie sich die Haut regenrierte, während der Angreifer tödlich getroffen mit dem Kopf in eine der Pfützen fiel. Ein leises...

    Perfekt

    ...kam über ihre Lippen, als sie sich erhob und die vier reglosen Körper um sie herum am Boden sah. "So einfach machst Du es mir, Qecon? Du lässt nach. Naja, wirst auch nicht jünger"...dachte sie sich, als sie langsam weiterschritt und die ersten grellen Neoleuchten einen grellen Schatten auf ihr Gesicht warfen.

    Die erste Hürde hatte sie geschafft, nur kannte sie diesen Planeten zu gut...und auch die Organisationen, die auf ihm ansässig waren. Sie wusst, dass oberste Vorsichtig geboten war. T'Ra strich sich die Kapuze zurück und schritt in eine weitere Gasse hinein. Sie war nicht mehr weit entfernt von ihrem Schiff und konnte es kaum erwarten, den Datenchip einzusehen.


    Planet Ruul, Keron-City, Gasse
     
  7. Murdock Dodger

    Murdock Dodger Dienstbote

    - Ruul - Keron City -

    Murdock stand ruhig da und wartete bis Qecon um die Ecke gebogen war. Dann lief er los. Er musste sich beeilen, und so schnell wie möglich zu seinem Schiff kommen. Wenn Qecon sehen würde, daß der Chip keinen einzigen Credit enthielt, würde es nicht lange dauern, und er würde ihm seine Schläger auf den Hals hetzen. Das war aber nicht der einzige Grund, warum Murdock mit schnellen Schritten durch die Gassen der Stadt lief. Er war sich einer Sache sehr sicher: Qecon hatte ihm nicht alleine diese Informationen verkauft, dafür war er viel zu gierig, und selbst wenn er es getan hatte, so würde er ihn verfolgen lassen, und die Informationen über die Maske an den nächsten Kopfgeldjäger in der nächsten schäbigen Bar verhökern.

    Die Leute, die ihm entgegen kamen, oder seines Erachtens viel zu langsam über den grauen Asphalt schlichen, schubste er grob weg. Auch als er den freien Hangar vor sich liegen sah und sein Schiff schon in Sichtweite war, verlangsamte er seine Schritte nicht.
    Das Schiff war ungesichert, wer sollte diesen Schrotthaufen auch mitnehmen wollen, also sprang er schnell durch die Luke ins Innere des Schiffes, setzte sich, leicht schnaubend, an seine Kontrollen und schob das Datapad in den Bordcomputer.

    Eine rötliche Holoanzeige erschien vor ihm, und zeigte ihm die Daten, die der Computer vom Pad las.

    Die Maske der Medina verleiht seinem Besitzer unendliche Stärke und Unbesiegbarkeit. Sie wird dem Besitzer das Licht des Feuers bringen und ihm zu dem Mineral Asurum leiten. Der einzige Planet, der dieses Mineral beherbergt befindet sich weit versteckt im Outer Rim. Niemand hat es bisher geschafft, dieses Mineral zu finden. Denn ist ist nur an einer einzigen Stelle auf dem Planeten...

    - Continue Disc Two -


    Murdock hatte sich auf seine Hand gestützt und die Aufzeichnungen studiert. Als er den letzten Satz lass, weiteten sich seine Augen. Etwas hektisch tippten seine Finger über die Tastatur des Terminals, dann begriff er endlich.

    "Verdammt", rief er aus "Verdammter Halsabschneider. Wenn ich ihn zwischen die Finger bekomme"

    Seine Hand ballte sich zu einer Faust, und schlug dann hasserfüllt auf die Amaturen vor ihm herunter. Er konnte diesen schäbigen Planeten nicht verlassen. Ihm fehlten wichtige Informationen - ihm fehlte das zweite Datenpad.

    Seine Augen formten sich zu Schlitzen als er aufstand und das Schiff verlies. Mit schnellen Schritten überquerte er den Hangar und lief wieder auf die ihm so verhasste Stadt Keron zu...


    - Ruul - Keron City -
     
  8. T'Ra Saa

    T'Ra Saa Dienstbote

    Planet Ruul, Keron-City, Nordhangar

    Es begann sanft zu regnen, dass tropisch heiße Klima zog sich über das ganze nördliche Viertel der Stadt, als T'Ra Saa langsam auf den Hangar zuschritt. In der Kontrollbasis war nur ein mattes Licht zu erkennen, dass durch die dreckigen Scheiben schien. Die Söldnerin glitt an den meterhohen Fenstern vorbei, ihr Schatten fiel weit voraus, als sie in Richtung ihres Schiffes schritt. Die "Desert Night" stand auf einem Podest, T'Ra schritt schnell einige Treppen hinauf, um an Bord gehen zu können. Bevor sie eintrat, blickte sie sich kurz um, entsicherte das Türschloss und setzte stieg direkt ins Cockpit des kleinen, schnellen Speeder-Schiffes. Sie schmiss ihre Robe in den hinteren Teil der geräumigen Kabine und zog den Datenchip aus ihrer Tasche. Sie schob ihn vorsichtig in den Bordmoputer, woraufhin ein Headset ausgefahren wurde, sich um ihren Kopf legte und direkt vor ihr Auge die Daten projehzierte, die auf dem Chip enthalten waren...T'Ra begann gespannt zu lesen...


    ... Alzoc lll zu finden. Wer dieses Mineral zu nutzen weiß, wird erfahren, welche Macht es mit sich bringt, wird die Macht und die Unüberwindbarkeit des Feuers erfahren. Die Maske der Medina wird das Haupt desjenigen schmücken, der es wert ist, mit einer Gottheit gleichgesetzt zu werden. Wer sich der Macht der Medina anvertraut, wird unsterblich sein, wird die Grenze zwischen Leben und Tot, Gut und Böse erfahren und das Element Feuer durch seine Adern fließen spüren. In einem Tempel liegt sie bewacht, deutet sie den Weg zum Asurum. Gefahren sind zu überwinden, Wächter der Maske zu töten, Mut und Treue der Maske zu beweisen...

    - End of this Part -


    T'Ra blickte wie gebannt auf den Monitor. Nach der eigentlichen Nachricht wurde eine Sternenkarte aufgezeigt, die die genaue Lage des Planeten aufzeigte und kurze Landschaftsbilder darstellte. Die Söldnerin strich sich langsam über die Stirn und lehnte sich in ihrem Sitz zurück, nachdem sie eine Sicherheitskopie der Daten im Computer gespeichert hatte. Qecon hatte es doch geschafft, sie übers Ohr zu hauen. Das war nur die Hälfte an Informationen, die es über die Maske gab...auch wenn es durch die Sternenkarte gute Informationen waren. Doch sie war sich bewusst, dass sie den zweiten Teil des Chips zu besorgen hatte. Sie hatte sich das Ziel gesetzt, die Maske der Medina zu finden. Seufzend erhob sie sich, kontrollierte ihre Waffen und legte ihre leicht getrocknete Robe wieder an. Nachdem sie das Schiff wieder gesichert hatte, schritt sie langsam zurück in die Stadt...


    Planet Ruul, Keron-City, Nordhangar
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juni 2003
  9. Murdock Dodger

    Murdock Dodger Dienstbote

    - Ruul - Keron City -

    Dünne Wasserfäden zogen sich durch die Luft der Stadt. Aber selbst der Regen brachte keine Abkühlung. Das Wasser schlug in den großen Pfützen in den Gassen nieder und heisser Nebel stieg von ihnen auf. Das warme Wasser lief über Murdocks Gesicht, und seinen Nacken entlang, vermischte sich mit dem Schweiß und Dreck der letzten Tage. Seine Laune wurde dadurch auch nicht besser. Ständig wischte er sich den regen aus der Stirn und aus den Augen.

    Wo sollte er anfangen. Er strich durch die Gassen, mit gesenktem Kopf. Wenn er Qecon nicht finden würde, er würde ihn finden. Es war nur eine Frage der Zeit.

    Plötzlich blieb er stehen, erhob den Kopf und schloss die Augen. Er hörte ganz deutlich ein Klicken und leises Surren hinter sich, durch das Gemurmel und Geschlurfe der Passanten hindurch, durch den triefenden regen, der auf den Boden prallte hindurch.
    Er legte den Kopf in den Nacken, stellte das Atmen ein und konzentrierte sich mit geschlossenen Augen nur auf die Geräusche in seinem Rücken.
    Ruckartig zog er seine Blaster, drehte sich um und liess sich zur Seite fallen. Dabei feuerte er und traf zwei dunkel gekleidete Gestalten, die leblos, mit tropfenden Kopfwunden zu Boden sanken. Murdock prallte auf dem nassen Boden auf, rollte sich schnell zur Seite und sprang auf die Füße, die Blaster von sich gestreckt.

    Der Vorteil an dieser Stadt war, daß niemand sich um Leichen auf den Wegen scherrte. Alle machten einen großen Bogen um die toten Körper und ihn, aber niemand maß ihnen großer Interesse zu.

    Murdocks Atem setzte wieder ein, und dichte Wolken aus winzigen Wassertröpfchen schwebten vor seinem Mund. Er dauerte eine Weile bis aus der Dunkelheit einer Häuserecke eine kleine gedrungene Gestlt trat, die Qualmschwaden abstiess und langsam auf ihn zu humpelte.

    "Du wirst mich nicht bescheissen mein Freund. Nicht ungestraft..."

    Murdock hielt die Blaster auf Qecons Stirn gerichtet

    "Deine Informationen sind einen Dreck wert. Du hast zwei Pads im Unlauf. Bevor ich nicht das zweite habe, siehst du von mir keinen Credit. Dich nicht im voraus zu bezahlen war die beste Entscheidung seit langem."

    Qecon zog überheblich an seiner Zigarre und versuchte sich vor dem großgewachsenen Mann aufzubauen, was aber eher lächerlich wirkte, da er einige Köpfe kleiner war, so groß er sich auch fühlte.

    "Du wirst für das Pad bezahlen und damit dann schön nach Hause gehen. Was du damit machst, interessiert mich nicht, aber wenn dir dein Leben etwas wert ist, tust du es."

    Für einen kurzen Moment huschte ein Lächeln über Murdocks Gesicht. Es schien daran zu liegen, daß die Vorstellungen, die er so oft hatte, wahr wurden.

    Mit einer Hand packte er Qecon schnell an der Kehle und drückte sie fest zusammen, bis das verwarzte Alien keuchend in die Knie ging. Er trat ihm fest mit dem knie in die Magengegend, und der dicke kleine Körper sackte stöhnend zusammen. Er lag auf dem Rücken unter ihm. Murdock stellte sein Knie auf seinen Bauch, oder was auch immer dort war, presste die Kehle zusammen und hielt ihm mit der anderen Hand den Lauf seines Blasters in den Rachen.
    Qecon würgte verzweifelt und stammelte etwas unverständliches, was Murdock aber nicht dazu veranlasste, seinen Griff zu lockern.

    "Du sagst mir auf der Stelle, wem du das andere Pad verkauft hast und wo ich ihn finde. Mit viel Glück, lasse ich dich dann vielleicht am Leben."

    Qecon röchelte nur vor sich hin, und Murdock nahm den Blasterlauf aus seinem Mund und presste ihn fest an die hornige Stirn des Aliens. Qecon schnappte nach Luft.

    "Es ist eine sie. Ihr Name ist T'Ra Saa. Aber du wirst sie nicht einfach so überrumpeln können wie mich, sie ist eine Jedi oder sowas. Ich habe sie in Leo'Rons Bar getroffen...bitte lass mich am leben Murdock"

    Murdock biss sich auf die Zähne und seine Nasenflügel blähten sich auf, als er hörte was Qecon vor sich hin röchelte. Sein Griff presste die Kehle des Dealers weiter zusammen, daß seine Augen aus seinem dicken Gesicht quollen und kurz grün aufleuchteten. Dann drückte er ab.

    Er liess den blutenden Körper auf dem Weg liegen, steckte seine Blaster zurück in den Gürtel und setzte seinen Weg durch die Strassen der Stadt fort.
    Leise fluchte er vor sich hin, als er den Leuchtreklamen zu den Bars folgte.


    - Ruul - Keron City -
     
  10. T'Ra Saa

    T'Ra Saa Dienstbote

    Planet Ruul, Keron-City, Straßen

    Verärgert zog sich die Frau ihre Kapuze tiefer ins Gesicht und versuchte sich vor dem Platzregen zu schützen, während sie in eine belebte Straße von Keron-City einbog. Exotische Musik drang an ihr Ohr, als sie vor einem Geschäft stehen blieb. T'Ra sah ihr Spiegelbild in der nassen Scheibe und verlor sich darin, als sie ein Wesen hinter sich entlanggehen sah, welches sie zuvor in der Leo'Rons Bar gesehen hatte, als er mit Qecon das Lokal betreten hatte. Sie war sich sicher, dass er sie wieder direkt zu dem kleinen Alien führen würde, dass sie zuvor betrogen hatte. T'Ra folgte ihm unauffällig durch die dichten Menschenmassen. Das Wesen blickte sich oft um, doch fiel es ihm nicht auf, dass die Söldnerin ihn verfolgte. T'Ra folgte ihm in eine einsam gelegene Gasse, wo der große Mann, dessen breite Schultern darauf schließen ließen, dass es sich um kein menschliches Wesen handelte, direkt auf einen reglosen Körper zuging, der in einer Pfütze, dessen gelbliches Wasser sich mit dickflüssigem Blut vermischt hatte, lag. Das große Wesen kniete sich zu dem toten Körper, stiess kurz einige weinende Laute aus und erhob sich sodann wieder taumelnd. Es ging heulend zum anderen Ende der Gasse und verschwand in den Bevölkerungsmassen, die sich ihren Weg durch die engen Straßen dieser Stadt bahnten.

    Die Söldnerin sah sich um und schritt langsam auf den reglosen Körper zu, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass sie allein war. Da lag er, die Augen weit aufgerissen, die lange, noch frisch verbrannte Zunge aus dem Mundwinkel liegend, auf dem nasskalten Boden. Qecon war tot. T'Ra kniete sich zu ihm und schloss ihm mit ihrem Zeigefinger die toten Augen. Leise sprach sie mit zorniger Stimme...


    So wie es ausschaut, ist mir jemand zuvorgekommen. Du hast Glück gehabt.

    Sie blickte sich erschrocken um, als sie leise Fußschritte hörte. T'Ra biss sich auf die Unterlippe und schüttelte den Kopf. Sie war defintiv allein, doch diese tödliche Atmosphäre beunruhigte sie. So unangenehm wie es sich auch anfühlte, durchsuchte sie die Kleidung des toten Aliens nach dem anderen Teil des Datenchips. Nichts. Der Gestank seines toten Körpers stieg in ihre Nase und brannte sich ein. Wütend durchsuchte sie seine Taschen und Schuhe. Alles Geld war ihm bereits abgenommen worden und an seinem Fuß begann ein rattenähnliches Wesen zu fressen. T'Ra schüttelte sich kurz und erhob sich. Ihre Robe glitt wieder zu Boden und leise fluchend nahm sie den gleichen Weg, den das große Wesen zuvor eingeschlagen hatte. Kurz bevor sie die offene Straße erreicht hatte, hörte sie erneut die Geräusche, die sie bereits beim toten Qecon vernommen hatte. Ihr Blick fiel in Richtung einer Gasse, die sich vom Seitenweg ableitete und auf eine andere Straßengabelung zu führen schien. T'Ra trat vorsichtig ein und schritt einige Meter ins Dunkele hinein. Ihre Hand spielte am Griff ihres Blasters, als sie sah, wie ein großer Schatten ihren förmlich verschluckte, der von einem schwachen Licht auf ihrem Weg vorausschien. Sie senkte den Kopf, als sie einen kalten Blasterlauf an ihrem Nacken spürte. T'Ra hielt die Arme seitlich erhoben vom Körper ab und drehte sich langsam um. Sie konnte das Gesicht des Mannes nicht erkennen, blinzelte kurz mit den Augen und holte tief Luft.

    Ich rieche alte Bekannte von Qecon überall. Zudem sind wir in der Nähe seiner Lieblingsbars. Wer seid Ihr?

    Sie sprach kalt und mit ruhigem Unterton, gab sie ihre Angst in diesem Moment nicht preis.

    Planet Ruul, Keron-City, Seitenstraße, bei Murdock Dodger
     
  11. Murdock Dodger

    Murdock Dodger Dienstbote

    - Ruul - Keron City -

    Murdock Dodger lief durch die immer dunkler werdenden Gassen, die nur durch die brummenden Leuchtreklamen erhellt wurden. Auch der Regen liess nicht nach, und lief in warmen Fäden durch sein Gesicht.
    Er stockte und sah nach oben. Über ihm flackerte der Name der Bar, den Qecon ihm gesagt hatte, kurz bevor er den Gnadenschuß in die Hölle bekam. Das Jenseits wird schöner sein, als dieser Ort, soviel stand fest. Und Murdock konnte ihn nicht verlassen, er war hier gefesselt, bis er die Informationen des zweiten Datapads hatte.
    Er schloß wieder die Augen, die Hand an seinem Blaster, und dachte nach. Selbst wenn Qecon in seinen letzten Sekunden nicht gelogen hatte, so fragte er sich, was diese Jedi, oder was auch immer sie war, wieder an diesen Ort verschlagen sollte. Sie würde ebenfalls nur einen Teil der Informationen auf dem zweiten Pad erhalten haben, und würde das erste suchen, und wo sie es finden würde....Qecon.

    Er öffnete weit die Augen, und ohne weiteres Zögern lief er die Gassen wieder zurück, entegen dem Strom, der sich in das Barviertel der Stadt hinein drängte. Er lief schnell, aber leise, hielt sich immer mehr im Schatten, je näher er der Stelle kam, an der vor wenigen Minuten noch die Leiche des Dealers gelegen hatte.

    Wenige Meter davor hielt er inne, und stellte sich mit dem Rücken flach an die Wand. Er wusste, wie er nahezu unsichtbar wurde. Er sah den großen toten Klumpen immernoch inmitten der Pfützen liegen. Niemand schien sich um ihn zu kümmern, und wahrscheinlich würde er hier verwesen, wie die dreckigen Kadaver der Straßenköter. Solange, bis jemandem der Gestank zu unerträglich würde, und er ihn beiseite schaffen lässt.

    Plötzlich tauchte aus einer der Gassen eine dunkle Gestalt auf. Murdock hielt den Atmen an, der ihn in diesem feuchten Loch verraten würde und beobachtete, wie die Gestalt sich über die Leiche beugte. Sie war in einen dunklen Umhang gekleidet und ihre recht zierliche Statur liess darauf deuten, daß es eine Frau war, menschlich.

    'Sie durchsucht ihn', dachte Murdock. 'Und du begehst damit den tödlichsten Fehler deines Lebens' setzte er seine Gedanken fort.

    Die Frau erhob sich und lief die Gassen herunter. Sie war nicht fündig geworden, was Murdock nicht im geringsten überraschte. Dieser Dreckskerl wäre niemals mit der zweiten Disc bei mir aufgetaucht, fluchte Murdock vor sich hin.

    Er hielt sich sehr dicht im Schatten der Frau auf. Seine Schritte waren nicht zu hören, und sein Atem ging flach. Langsam zog er im Laufen die schwarze Maske über sein Gesicht. Sie versteckte seinen Atem, und sie versteckte sein Gesicht.
    Aber die Frau spürte ihn, und die Bedrohung, die von ihm ausging, es war nicht die erste schlechte Erfahrung, die er mit Jedi machte, und so bog sie in eine dunkle Seitengasse ab. Mit einem leisen Surren entsicherte er seine Blaster, und einer der silberleuchtenden Läufe drückte sich leicht in ihren Nacken. Sie erhob die Arme und drehte sich um, sah in das maskierte Gesicht

    "Ich rieche alte Bekannte von Qecon überall. Zudem sind wir in der Nähe seiner Lieblingsbars. Wer seid Ihr?"

    Murdock musterte die Frau. Sie wirkte sehr gelassen, angesichts ihres bevorstehenden Todes. Er hielt beide Blaster auf sie gerichtet, und seine Stimme drang dumpf unter der Maske hervor.

    "Ich bin dein größtes Pech für heute" Er machte eine winkende Bewegung mit seinem Blaster in Richtung ihres Umhanges

    "Die Disc. Und zwar zügig. ich habe keine Zeit für Spielchen"

    Abwartend, die Blaster auf die Frau gerichtet, sah er ihr in die Augen, die das einzige waren, was unter seiner Maske zu erkennen war.


    - Ruul - Keron City - T'Ra Saa
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Juni 2003
  12. T'Ra Saa

    T'Ra Saa Dienstbote

    Planet Ruul, Keron-City, Seitenstraße, bei Murdock Dodger

    Die Söldnerin versuchte unter dem Helm die Augen zuerkennen oder zumindest den Rest vom Gesicht dieses Mannes. Er wirkte unheimlich, seine Ausstrahlung war tödlich und seine Stimme ließ ihr einen Schrecken tief in die Glieder fahren. T'Ra ging langsam einen Schritt zurück und erhob die Arme...sie legte den kopf schräg und grinste kurz, ließ sie sich ihre Unsicherheit nicht anmerken. Er wusste von der Disc, die sie von Qecon erhalten hatte. Vielleicht würde sie bei ihm das Fragment finden, welches ihr noch fehlte. T'Ra blickte zur Seite und sah eine kleine Eisenstange, die auf einem Container lag. Sie schloss die Augen und und verband sich mit der Macht, ließ das Rohr gegen das Handgelenk des Mannes schießen, in dem er den Blaster auf sie gerichtet hielt. T'Ra nutzt diese Chance, schlug ein Rad zur Seite, erhob den Arm und ließ blitzschnell ein glühendes Energieseil um den Körper des großen Mannes schnellen. Sie wickelte ihn buchstäblich ein. Sie erhob sich aus der gebückten Haltung, zog am Seil und riss ihn von den Füßen. Als sie langsam zu ihm hinüberschritt, trat sie seine Waffe mit einem kurzen Tritt beseite, beugte sich zu ihm runter und leckte sich kurz über die Lippen. Er wand sich in den Seil und versuchte sich loszureißen, doch die Energie, die durch die Seilfasern floss, war zu stark. T'Ra tippte mit dem Zeigefinger auf seinen Helm und sprach leise, während sie kurz die Augen verdrehte...

    Du bist also mein größtes Pech am heutigen Tag? Ich habe heute schon Pech gehabt, dass mich dieser kleine Mistkerl Qecon übers Ohr gehauen hat. Mit scheint, Euch erging es nicht anders, trägt seine Leiche Eure grobe Handschrift. Nun gut, sagen wirs so...

    Wie eine Katze lehnte sie sich liegend an seine Seite und sprach weiter, während sich Murdock im Seil hin und herdrehte...

    ...Ihr habt etwas, was ich will...und ich habe etwas, was Ihr wollt. Welch Wink des Schicksals, nicht wahr? Entweder verbleiben wir in dieser Lage, oder wir werden uns in Ruhe über die Datenchips unterhalten. Es wäre doch Schade, wenn einer von uns verletzt würde, oder?

    T'Ra streckte ihren Arm aus und aktivierte an ihrer Armschelle einige Knöpfe, woraufhin eine kurze, gelbliche Lichtschwertklinge aus dem Armschoner ausgefahren wurde. Sie hielt es dem Mann dicht an eine seiner Augenöffnungen des Helmes und grinste.

    Da ihr so freundlich wart, Euch mit dem Namen "Dein größtes Pech" vorzustellen, darf ich den Anfang machen und mich vorstellen? Mein Name ist T'Ra Saa...ich bin eine Söldnerin.

    Mit dem Lichtschwert durchschnitt sie das Energieseil und sprang mit einem Salto zurück auf den nassen Straßenboden und verharrte dort in gebückter Haltung. Sie hielt die Klinge dicht vor ihr Gesicht und spielte dabei mit ihren Fingern, während an ihrem Arm die grelle Waffe schimmerte. Der Mann erhob sich, stellte sich ihr mit geballten Fäusten gegenüber. T'Ra kniff die Augen zusammen und holte den Datenchip hervor, den sie in einem Geheimfach an ihrem Gürtel getragen hatte...

    Dies ist mein Teil...interessant, oder?

    Planet Ruul, Keron-City, Seitenstraße, bei Murdock Dodger
     
  13. Rude

    Rude ice cold killah

    [Color=0088AA]Planet Ruul - Seitenstraße[/Color]

    Ein Klicken war zu hören und [Color=0088AA]T'Ra Saa[/Color] spürte den kalten Lauf einer Handfeuerwaffe in ihrem Nacken.

    "[Color=0088AA]T'Ra Saa[/Color]?", erklang eine fast flüsternde Stimme hinter der exotischen Frau. "Es freut mich euch kennen zu lernen, aber ich fürchte dies wird keine entspannte Unterhaltung."

    Die dunkle Gestalt hinter [Color=0088AA]T'Ra[/Color] machte einen kalten Eindruck, und die Stimme schmerzte nahezu in den Ohren. Gerade so konnte man im Schatten das Gesicht erkennen. In ihm war ein ironisches Lächeln zu erkennen, welches nur noch vom Ausdruck der Augen übertroffen wurde, die einen selbstsicheren Eindruck machten, doch das merkwürdige war, dass eines blau, und das andere weiß war.

    Lange Zeit hatte Rude dem Spektakel schon zugesehen, und das Grinsen in seinem Gesicht galt [Color=0088AA]Murdock[/Color], und mit einer nun etwas neutraler klingenden Stimme sagte Rude, die dunkle Gestalt
    :

    "Welch großer Zufall das wir uns in dieser Situation wiedersehen... sei froh das ich zufällig in der Nähe war..."

    Obwohl auch dies nicht ganz stimmte, denn bereits vor einiger Zeit hatte Rude diesen Typen gesehen und war ihm hierher gefolgt...

    Ein merkwürdiges Strahlen trat in die Augen von Rude als er [Color=0088AA]Murdock[/Color] so ansah...


    [Color=0088AA]Panet Ruul - Seitenstraße [bei T'Ra & Murdock][/Color]
     
  14. Murdock Dodger

    Murdock Dodger Dienstbote

    - Ruul - Keron City - Gasse -

    Murdock lag auf dem nassen und warmen Boden. Er hatte sich von der Jedi überrumpeln lassen, aber er behielt die Ruhe. Sie schien nicht zum Orden zu gehören, denn sie stellte sich ihm als Söldnerin vor. Und so wie es aussah, hatte sie das gleiche Ziel: Die Maske der Medina zu finden.

    Er hatte die Augen geschlossen, um sich zu konzentrieren, als er Schritte wahrnahm und eine vertraute Stimme hörte. Als er die Augen öffnete, lief es ihm kurz kalt den Rücken herunter, aber er konnte ein leichtes Lächeln in Richtung des Mannes hinter der Jedi nicht verdrängen.

    Rude...solch Abschaum wie er, konnte sich nur in dreckigen Städten auf schöbigen Planeten wie diesem herumtreiben. Sein Grinsen wurde breiter.

    Er sah dem Mann in die Augen, und die kurzen Erinnerungen, die er an ihn hatte, spielten in seinen Gedanken.

    Vor vielen Jahren war er auf Da Soocha gewesen, auf dem zu dieser Zeit ein unerbittlicher Bürgerkrieg herrschte, an dem die Hutts maßgeblich beteiligt waren. Er wusste bis heute nicht, warum er den damals so jungen Burschen aus dem Schussfeuer gezerrt hatte, und ihm damit das Leben gerettet hatte. Aber vielleicht hatte so alles seinen Grund gefunden.

    Sein Blick traf T'Ra Saa, und das leichte Lächeln verschwand aus seinem Gesicht. Er erhob sich und ging auf sie zu.

    Sie hatte etwas, das er wollte, und er hatte ihren fehlenden Part. Das würde nicht einfach werden, denn sie wollten beide lebend diese Gasse verlassen, aber beide diesen kleinen Gegenstand des anderen haben.

    Er zog die Disc aus seinem Anzug und drehte sie zwischen seinen Fingern, dicht vor dem Gesicht der Frau

    "Du willst mir also ein Geschäft vorschlagen?" Er zog dabei etwas verächtlich eine Augenbraue hoch "Ich bin zwar kein guter Geschäftsmann, aber ich bin auf dein Angebot gespannt"

    Sein Blick schweifte hoch zu Rude, der seine Waffe weiterhin auf die Frau gerichtet hatte. Er lächelte den Mann zynisch an

    "Ich hätte mir nie träumen lassen, daß ich mich freue dich zu sehen"

    Dann blickte er der Frau wieder fest in die Augen, abwartend, was sie ihm zu sagen hatte.


    - Ruul - Keron City - Gasse -
     
  15. T'Ra Saa

    T'Ra Saa Dienstbote

    Planet Ruul, Keron-City, Seitenstraße, bei Murdock Dodger und Rude

    T'Ra runzelte kurz die Stirn und seufte leise, als sie erneut einen kalten Lauf eines Blasters in ihrem Nacken spürte.

    Ihr Kerle habt eine Vorliebe dafür, einer jungen Frau lange Dinger in den Nacken zu drücken, oder? Langsam fühle ich mich dann schon ein bisschen belästigt.

    Die Frau grinste kurz, drehte sich langsam zu dem Mann um, den Murdock Dodger als Rude vorgestellt hatte. T'Ra musterte ihn und blickte direkt in den Lauf seines Blasters. Langsam drückte sie mit dem Zeigefinger die Waffe nach unten und strich einmal seine ganze Länge mit dem Finger nach unten ab. Rude's Augen verfolgten den Weg ihres Fingers. Sie drehte sich um, schritt in die Mitte zwischen die beiden Männer und blickte sich kurz zu beiden um. Sie wusste, in was für einer Situation sie sich befand. Sie hatte nur eine Chance...ihren Teil der Disc behalten und möglichst geschickt den anderen ihren Teil abnehmen. T'Ra runzelte die Stirn. Beide Männer hatten ihre Waffen auf sie gerichtet, sie senkte den Kopf. Sie hielt die Disc zwischen ihren Fingern und drehte sie ins Licht. Konzentriert wand sie sich an die beiden Männer...

    Es ist eigentlich nicht meine Art und Weise, zu verhandeln, wenn ich eine Sache haben will. Aber in anbetracht dieser Situation wird mir scheinbar nichts anderes übrig bleiben. Daher schlage ich Euch folgenden Deal vor...

    Sie schwieg kurz.

    Wir setzten die Disc zusammen und jeder zieht sich eine Kopie. Wir gehen danach getrennte Wege und werden unseren Auftraggebern die Chance lassen, selbst zu suchen. Ich suche Informationen von der Maske der Medina, ihr genauso. An ihr selbst bin ich nicht interessiert. Wenn wir es schon so weit geschafft haben, sollten wir dann nicht vernünftig sein?

    T'Ra schritt langsam auf Murdock zu und hielt ihm ihren Teil des Datenchips entgegen. Er blickte sie unglaubwürdig an. Rude trat zu ihnen und T'Ra lächelte ihm kurz zu.

    Solltet Ihr jedoch eine andere Möglichkeit vorziehen, dann können wir auch gern weiterkämpfen um die Disc. Ich spüre jedoch einen leichten Durst, wie wäre es, wenn wir uns einen ruhigeren Platz suchen, die Daten zusammenfügen und einen Drink zu uns nehmen? Man trifft nicht oft zwei so nette Kerle hier draußen auf Ruul.

    Während sie sprach, klebte ihr Blick förmlich an dem Teil des Chips in Dodgers Hand. Sie brach in diesem Moment ihre eigenen Spielregeln, nur musste sie sich mit dem Gedanken abfinden, dass sie gegen zwei Bounty Hunter dieser Stärke keine Chance haben würde. T'Ra kniff die Augen zusammen. Sie drehte sich einmal kurz im Kreis und sprach mit kaltem Unterton...

    Habe ich erwähnt, dass mein Chip hier leer ist? Ich würde es mir an Eurer Stelle also überlegen, auf meinen Vorschlag einzugehen. Ich muss einen Code eingeben, um die Daten von meinem Schiffscomputer wieder auf die Disc übertragen zu lassen. Ihr seht, auch mich zu Töten und mit der Disc zu fliehen, würde nichts bringen. Also Jungs, wer bezahlt den Drink?

    Planet Ruul, Keron-City, Seitenstraße, bei Murdock Dodger und Rude
     
  16. Murdock Dodger

    Murdock Dodger Dienstbote

    - Ruul - Keron City - Gasse -

    Murdocks Augen verfinsterten sich, und wurden zu kleinen Schlitzen. Er hasste Kompromisse, er hasste Verhandlungen, und er hasste es, den demokratischen Weg zu gehen. Langsam zog er seine Maske über seinen Kopf und gab sein Gesicht der Jedi preis. Für ihn war es ein Zeichen der Kapitulation. Er war hier in eine Situation, mit einem Gegner geraten, aus der er nicht erfolgreich heraus kommen konnte. Sein Puls stieg an, und er versuchte seine Atmung flach zu halten, um sich zu beruhigen.

    Sie war hart, und unbeugsam, und würde er es auf eine Konfrontation hinaus laufen lassen, würden sie beide auf Granit beissen.

    "Nun gut", begann er, nachdem sein Puls sich gesenkt hatte "Du führst uns zu deinem Schiff, und Rude wird uns begleiten. So geht niemand von uns das Risiko einer Falle ein"

    Er sah ein leichtes Nicken in dem Gesicht der Söldnerin, und dann trafen seine Blicke die von Rude. Auch ihm traute er nicht. Er traute so gut wie niemandem, aber er wusste, daß Rude ihm sein Leben verdankte, und das hiess für ihn mehr, als alles Geld der Galaxis.

    T'Ra Saa ging in langsamen Schritten voraus, die Gasse entlang, und die beiden Männer folgten ihr. Murdocks Augen hafteten auf dem Rücken der Frau, seine Sinne waren geschärft, was immer sie auch machen würde.

    Er hatte die innere Ruhe und Konzentration wiedergefunden, die er für einen kurzen Moment verloren hatte, als er sich in die Enge getrieben fühlte.

    Die Frau schritt in Richtung des Hangars und steuerte auf ein Schiff zu, das fast erhaben dort ruhte. Murdock biss sich auf die Zähne, als er bemerkte, wie nahe er der Frau hier schon gewesen war.

    Als sie die Luke zum Inneren ihres Schiffes entsichert hatte, drehte sie sich noch einmal, mit einem forschen Blick zu den beiden Männern um.

    Als wäre es ein Befehl, der niemals ausgesprochen wurde, doch zu befolgen war, steckten die Männer zeitgleich ihre Blaster in ihre Gürtel. Dann betraten sie das Schiff.

    T'Ra setzte sich an den Boardcomputer und tippte etwas ein, dann erleuchtete es hell und rötlich den Raum, und der Inhalt der zweiten Disc erschien. Murdocks Augen wanderten gebannt über die Anzeige, die aber dann plötzlich erlosch, und T'Raa ihm ihre ausgestreckte Hand entgegenhielt

    "Gib mir die erste Disc, damit ich sie zusammenfügen kann"

    Murdock zögerte etwas, zog dann aber die Disc aus seinem Auszug und reichte sie, immernoch zögerlich, T'Ra.

    Die Disc verschwand mit einem leisen Surren im Computer des Schiffes. Die wenigen Sekunden, die folgten kamen Murdock wie eine Ewigkeit vor. Jetzt kam es darauf an, was sie vorhatte, und ob ihr Vorschlag, den sie ihm in der Gasse unterbreitet hatte, der Wahrheit entsprach.

    Dann erschien wieder die rötliche Schrift auf dem Terminal


    Fusion Part One and Two complete...

    Die Maske der Medina verleiht seinem Besitzer unendliche Stärke und Unbesiegbarkeit. Sie wird dem Besitzer das Licht des Feuers bringen und ihm zu dem Mineral Asurum leiten. Der einzige Planet, der dieses Mineral beherbergt befindet sich weit versteckt im Outer Rim. Niemand hat es bisher geschafft, dieses Mineral zu finden. Denn ist ist nur an einer einzigen Stelle auf dem Planeten Alzoc lll zu finden. Wer dieses Mineral zu nutzen weiß, wird erfahren, welche Macht es mit sich bringt, wird die Macht und die Unüberwindbarkeit des Feuers erfahren. Die Maske der Medina wird das Haupt desjenigen schmücken, der es wert ist, mit einer Gottheit gleichgesetzt zu werden. Wer sich der Macht der Medina anvertraut, wird unsterblich sein, wird die Grenze zwischen Leben und Tot, Gut und Böse erfahren und das Element Feuer durch seine Adern fließen spüren. In einem Tempel liegt sie bewacht, deutet sie den Weg zum Asurum. Gefahren sind zu überwinden, Wächter der Maske zu töten, Mut und Treue der Maske zu beweisen.
    Doch wer nicht willensstark genug ist, unwürdig ist, wird durch die Maske Schmerzen erfahren, die so schmerzhaft sein werden, dass man bei lebendigem Leibe im Feuer der Medina leiden und verbrennen wird.


    - End of Transmission -


    Immer wieder huschten Murdocks Augen über den Text, immer wieder verschlungen seine Blicke die zeilen, und seine Lippen bewegten sich langsam, als wolle er alle Informationen in sich aufsaugen.

    Dann löste er sich von dem Terminal und sah zu T'Ra

    "Händige mir nun bitte die Kopie der beiden Teile aus, ab dann werden wir getrennte Wege gehen"

    Für einen kurzen, winzigen Moment, gegen den sich Murdock nicht erwehren konnte, spielten seine Gedanken damit, eine Symbiose mit dieser Frau einzugehen, mit ihr gemeinsam diese Maske zu finden. Sie besaß Stärken, die ihnen ohne Fragen zum Erfolg verhelfen würden, und so wie es schien, wären sie zusammen, eine perfekte Lösung.

    Schnell schüttelte Murdock die Gedanken wieder ab, und verwarf sie so schnell, wie sie gekommen waren.


    - Ruul - Keron City - Haupthangar - T'Ra Saas Schiff -
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juni 2003
  17. T'Ra Saa

    T'Ra Saa Dienstbote

    Planet Ruul, Keron-City, Crying Eagle, mit Murdock Dodger und Rude

    Ihre Augen hatten fasziniert die letzten Zeilen des Textes gelessen, den die zusammengefügten Datenchips über die Maske der Medina ergeben hatten. T'Ra kopierte unbemerkt den Text in die Datenbank der Crying Eagle und drehte sich sodann mit einem kalten Blick zu den beiden Männern um. T'Ra verschrenkte die Arme und sprach...

    Das war doch ein lohnender Augenblick einer ungezwungenen Zusammenarbeit. Wir können Stolz auf uns sein. Um bei den Abmachungen zu bleiben, würde ich vorschlagen, dass wir uns nun auf die Daten der Medina einen Drink gönnen. Ich habe eine Flasche Ruul-Brandy dabei, ein guter Jahrgang.

    Die schlanke Frau drehte sich zu einem Schott um, ging an den beiden Männern vorbei und gab einen Code ein, woraufhin das große Schott lautstark zur Seite glitt und eine edel geformte Flasche mit einigen Gläsern zum Vorschein kam. Unbemerkt nahm T'Ra einen Blaster von der Innenwand des Schotts, legte ihn auf den Platz, wo zuvor die Flasche gestanden hatte. Der Blaster war durch die Spiegel an der Rückwand des Schotts für die Männer nicht ersichtlich gewesen. Sie drehte sich langsam um, füllte für die Beiden gut sichtbar die kleinen Gläser voll und reichte Murdock und danach Rude eines. Sie trank ihren Brandy auf Ex, atmete tief durch und begab sich langsam wieder zum Schott zurück, griff erneut ins Barfach und nahm langsam den Blaster in ihre Hand. Es kam ihr wie eine kleine Ewigkeit vor, als ihre Finger um den Griff der Waffe griffen und sie ihn langsam hervor zog. Sie richtete ihn auf die zwei, zwinckerte Murdock zu und sprach mit kaltem Unterton...

    An Eurer Stelle würde ich mich jetzt ganz ruhig verhalten. Dieser Blaster ist auf eine sehr hohe Streuungsstufe eingestellt, er würde Euch zwei einäschern, bevor ihr überhaupt wüsstet, was mit Euch geschieht. Leg das Datenpad dort vorn auf die Konsole, dann geschieht Euch nichts. Und jetzt nichts wie runter von der Cyring Eagle...bevor ich es mir anders überlege. Mit einer T'Ra Saa sollte man lieber keine Geschäfte machen. Also los...

    ...sie deutete mit dem Blaster auf den Ausgang...

    Raus, meine Herren.

    T'Ras Blick verfinsterte sich, als sie, um ihren Worten nachdruck zu verleihen, einen kurzen Schuss direkt vor die Füße Rudes abgab, die sich in den Boden des Schiffes brannten. T'Ra ging langsam, die Waffe immer auf die beiden Söldner gerichtet, zu den Schiffskontrollen hinüber und aktivierte den Öffnungsmechanismus für das Türschott. Außerhalb regnete es, der Boden des Hangars war aufgeweicht und eine schwüle, warme Atmosphäre legte sich über die Landeplattform. Sie atmete leise, strich sich eine dunkle Haarsträhne weg, die sich in ihren Mundwinkel gespielt hatte und scharrte kurz mit ihrem hohen Stiefelabsatz am Boden. Es dauerte ihr zu lang. Rude hatte sich nur äußerst langsam aus dem Sessel erhoben, der Schuss hatte ihn sichtlich kaum beeindruckt und die Miene des anderen Söldners blieb ihr durch seinen Helm, wie auch schon zuvor, verborgen. Sie griff nach hinten, aktivierte die Plattformskontrolle und ließ diese sich einmal drehen, während die Männer nun nahe des Ausganges standen und in den dunklen, regnerischen Himmel von Ruul hinausschauten. T'Ra hustete kurz, lehte sich mit der anderen Hand an die Kontrollen und bemerkte nicht, dass sie alle Daten über die Maske der Medina unbewusst an ihren Jedi-Kontaktmann abschickte. Das seichte grüne Licht, dass die positive Übertragung anzeigte, viel ihr nicht auf, hatte sie ihren Blick konzentriert auf die beiden Männer gerichtet. Sie ging einige Schritte auf sie zu und stand nun dicht hinter ihnen...

    Worauf wartet Ihr noch? Ein Schritt hinaus in den Regen und dieses Szenario ist beendet. Es war mir ein Vergnügen.

    Die ersten Regentropfen fielen in das offene Schiff und Blitze zogen sich durch den dunklen Himmel. T'Ra überkam ein merkwürdiges Gefühl...die Söldner wirkten anders als zuvor. Murdocks Datenchip war noch immer an Bord, die Söldnerin hatte eindeutig ihren Pakt gebrochen und war sich bewusst, dass dies sicher nicht ohne Folgen bleiben würde. Aber noch hielt sie den Blaster in der Hand...ein Schuss und sie würde beide Gegner erledigt haben...

    Planet Ruul, Keron-City, Crying Eagle, mit Murdock Dodger und Rude
     
  18. Murdock Dodger

    Murdock Dodger Dienstbote

    - Ruul - Keron City - Haupthangar -

    Murdock atmete flach und seine Blicke ruhten starr auf der Frau, die ihre Waffe gegen ihn gerichtet hielt. Sie war nicht dumm, aber wahrscheinlich unterschätzte sie die Waffen, die ihr leibhaftig gegenüber standen. Die beiden Männer hatten anderen Dingen in die bösen Augen schauen müssen, als einer kaltblütigen Söldnerin. Trotzdem versuchte Murdock die Ruhe zu bewahren, seinen Körper so still wie möglich zu halten, seinen Atem zu sparen, und seine Sinne scharf auf die Frau auszurichten.

    Für viele Momente, in denen beängstigende Ruhe herrschte, standen sie sich gegenüber. Die Blitze, die den Himmel des Planetens durchzogen, ließen die Silouetten der Männer dunkel im silbernen Schein erleuchten. Ihre Hände hingen an ihren Hüften hinab, dicht an ihren Waffen, die in ihren Gürteln steckten.
    Rude liess die Gelenke seiner Finger knacken, und das Geräusch durchschnitt gespenstisch laut die feuchte Luft, die ins Schiff zog.

    Es gab keine Möglichkeit der Ablenkung, und T'Ras Blicke hafteten stur auf seinem Gesicht.

    Die Bewegung seiner Hand war kaum zu sehen, und ehe das leise Klicken seines Blasters an ihr Ohr drang, sah sie in den Lauf der Waffe, er trat einen schnellen Schritt auf die Frau zu, drehte sich schnell um die eigene Achse, und mit gebeugtem Unterarm traf er den Blaster, den sie in der Hand hielt. Er fiel scheppernd auf den Boden, Rude reagierte und nahm ihn in einer schnellen Bewegung auf.

    Murdock presste seine Waffe an die schlanke Brust der Frau. Mit der anderen Hand nahm er ihr Gesicht zwischen die Finger, presste die weiche Haut der Backen zusammen und zog sie nah an seinen Mund. Er atmete heftiger, und sein warmer Atem vermischte sich mit dem nassen Nebel im Cockpit und legte sich auf ihre Lippen

    "Du hast dumm gehandelt, Weib. Es war töricht von dir, mich reinlegen zu wollen. Du hattest die Chance, mit mir zusammen die Maske zu finden. Aber du hast dich für den einsamen Weg entschieden...und einsam wirst du nun sterben" hauchte seine tiefe Stimme leise in ihr Gesicht...dann drückte er ab.

    Sie hatte ihn abwertend angeschaut, und als der Schuß ihre Brust durchstach weiteten sich ihre Augen und ihre Pupillen zogen sich zu winzigen Punkten zusammen. Langsam und schlaff sank der Körper in seiner Hand zu Boden, seicht legte er die Frau auf dem Boden des Schiffes ab.
    Als er über ihr stand und sie für einen Moment beobachtete, sah man, wie sich seine Kieferknochen bewegten. Dann drehte er sich weg, nahm die Disc und verliess zusammen mit Rude das Schiff....

    Die beiden Männer traten auf den Hangar und die heisse, nasse Luft umfing sie, der Nebel legte sich über die Stadt und schien bis in den Himmel zu reichen.
    Sie standen nebeneinander, liessen das Schiff in ihrem Rücken, sahen zu dem dunklen Horizont, der sich am Hangarrand abzeichnete. Murdock zog die Maske aus seinem Gesicht, und zündete sich eine Zigarette an.

    Nach einer langen Pause sprach er, ohne den Mann neben sich dabei anzusehen

    "Eines steht fest. Ich schaffe diesen Auftrag nicht alleine...Aber ich habe da schon eine Idee, wen es ausserordentlich interessieren wird, von der Maske zu erfahren..."

    Dann schritt er los, über den weichen Boden des Hangars...


    - Ruul - Keron City - Haupthangar -
     
  19. Ami

    Ami Eloise Ambria de Lieven

    ...kleine bunte Vögel spielten über dem hohen Gras. Die glänzenden Federn spiegelten sich in der Sonne, die hoch und warm am Himmel stand. Seichter Wind huschte durch die Wiesen und zauberte ein Lächeln auf ihre Lippen. Sie schritt langsam durch das Gras, ihre Fingerspitzen glitten über die Blumen und Gräser und eine alte bekannte Melodie drang leise aus ihrem Mund. Nur das Zwitschern der Vögel durchdrang die friedliche Stille.
    Von weit entfernt hörte sie ihren Namen rufen. Sie drehte sich um und lachte, riß einen Arm hoch und winkte aufgeregt. Ganz deutlich hörte sie die Stimme

    'Komm zurück. Es wird bald dunkel werden'

    Aber sie ging nicht zurück. Sie lachte, streckte die Arme aus und drehte sich im Kreis. Kichernd lief sie los, rannte durch das hohe Gras, kleine Vögel wurden aufgescheucht und flatterten aufgeregt vor ihr her, begleiteten sie. Sie lief so lange, bis sie die Stimme nicht mehr hörte. Lachend, und ausser Puste liess sie sich in das weiche Gras fallen. Ihre Stimme setzte wieder an, und sang die vertraute Melodie. Kleine Schmetterlinge liessen sich neben ihr auf den Blumen nieder. Sie nahm einen Halm und brach ihn ab, hielt die Blüte gegen das Sonnenlicht, das sie warm einhüllte, und bunte Bilder auf die Siloutte der Blume zauberte.
    Sie schloß die Augen und genoss die Stille um sich herum.

    Sie bemerkte die dunklen Wolken nicht, die sich über ihr zusammen zogen, schnell und bedrohlich das Licht verschlangen. Sie trugen den Wind mit sich, der stürmisch über die Wiesen hereinbrach. Mit dem Licht schwand die Wärme, und Sturmböhen rauschten ohrenbetäubend über sie hinweg.
    Erschrocken öffnete sie die Augen. Es war dunkel und kalt, und ihr Körper zitterte. Sie richtete sich auf. Um sie herum spielten keine Schmetterlinge mehr, sondern krochen große braune Käfer auf leblosen und kahlen Ästen, die in modrigem Morast versanken. Keine Blumen leuchteten mehr in der Sonne, sondern Schlamm und Sumpf suhlten sich um öde Felsen und tote Bäume.
    Sie sah sich hektisch um, doch Nebel und Dunkelheit versperrten ihren Blick. Mit ängstlicher Stimme sang sie die Melodie, um die Sonne zurück zu holen, doch die schwarzen Wolken über ihr schienen noch dichter zu werden.
    Sich suchend nach einem schützenden Ort umsehend schritt sie durch den Morast. Ihr Knöchel versanken bei jedem Schritt in dem kalten und weichen Boden. Sie stolperte und fiel. Der erstickende Schlamm spritzte in ihr Gesicht. Sie versuchte ihn wegzuwischen, aber er brannte auf ihrer Haut, als wolle er sie nicht loslassen.

    Es war eine helle Kinderstimme, die der Wind zu ihr trug, und die kläglich um Hilfe rief. Sie sah sich um,versuchte zu erkennen, von wo die Stimme kam. Wieder und wieder erklang der verzweifelte Hilferuf. Sie versuchte zu rennen, zog ihre Beine immer wieder aus dem Moor, in das sie versanken, griff nach Wurzeln, zog sich so schnell sie konnte vorwärts. Die Rufe wurden lauter, aber der Nebel um sie herum dichter. Die Dunkelheit schien sie zu verschlucken. Tastend versuchte sie weiter zu kommen. Flehendes Wimmern drang zu ihr, immer näher, immer dichter. Ihre Hände griffen blind in den grauen Nebel, suchten Halt. Sie ergriffen etwas festes, kaltes und feuchtes. Sie zog sich hoch, suchte Halt mit ihren Füßen, bis sie sich aufrichten konnte. Fast blind griffen ihre Hände um sich. Um sie herum war nasser Felsen, auf dem Moss wucherte. Mit kleinen Schritten tastete sie sich vorwärts, der kläglichen Stimme folgend, die nach ihr rief.
    Schemenhaft tauchte etwas helles vor ihr auf. Ein Licht, aber es war grau, drang nur schwer durch den Nebel.
    Ihr Atem ging schwer, und die Luft um sie herum wurde heiß und stickig, durchdrang ihre Kleidung, biß sich heiß in ihre Haut. Sie schluckte. Langsam ging sie auf das Licht zu. Als sie näher kam, erkannte sie eine Höhle im Felsen. Ein kleiner Vorsprung, durch den das schwache Licht drang. Und deutlich hörte sie die Kinderstimme durch den Spalt dringen. Sie griff mit einem Arm durch den Spalt, hielt sich fest und zwang ihren Körper hindurch. Spitze Kanten bohrten sich in ihre Haut und zerissen ihre Kleidung. Sie biß sich auf die Lippe und schob sich schnell durch den Spalt.

    Vor ihr tat sich ein flacher und enger Höhlengang auf. Vereinzelte Fackeln warfen nur schwaches Licht. Am Ende des Ganges war eine Höhle, aus der das Licht eines Feuers schien. Sie lief den Gang entang, auf die Höhle zu.
    Hoch wölbten sich die steinernden Decken, und das Licht des kleinen Feuers warf lange, bedrohliche Schatten in die Höhle.

    Vor dem Feuer saß eine kleine, gedrungene Gestalt, in Decken gehüllt. Das Kind rief immernoch, flehend und weinend, aber regungslos.
    Sie lief auf das Feuer und das Kind zu, das schulchzend weinte.

    Sie hielt hinter dem Kind inne 'Ich bin hier...ich helfe dir' Doch das Kind rührte sich nicht. Das Klagen verstummte. Sie ging um das Feuer herum, sah auf die gebeugte Gestalt. Doch als sie den Kopf hob, sah sie in das Gesicht, einer alten, faltigen Frau. Tiefe Furchen zogen sich hindurch. Die Haut war glasig und man konnte die blauen Adern erkennen, die sich durch das Gesicht zogen. Bläuliche, zusammengezogene Lippen verdeckten den zahnlosen Mund. Die Augen waren mit einem dichten gräulichen Schleiher überzogen und wirkten Blind. Unter der Decke, die sie weit über den Kopf gezogen hatte, kamen Strähnen, schneeweißem störrischem Haar hervor.

    Sie wich erschrocken einen Schritt zurück. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie die alte Frau an, die vor dem Feuer hockte, dessen Schein die Furchen in ihrem Gesicht noch tiefer erschienen lies.

    Schallend, heiser und böse erklang das grollende Lachen der Frau. Ein Schauder lief über ihre Haut, der Schock liess ihre Pupillen weiten.

    'Wieso...wieso hast du mich hier her geholt?'

    Wieder erschallte kurz das Lachen der alten Frau

    'Nein. Wieso bist du hier her gekommen?' Die weisse knochige Hand der Frau deutete auf den Boden vor dem Feuer 'Setz dich hin'

    Sie zögerte, starrte immernoch in die leblosen Augen der Frau, die sie nicht zu sehen schienen, aber trotzdem alles wahrnahmen, was geschah, und setzte sich.

    'Wieso bin ich hier? Wieso hat das Kind nach mir gerufen?'

    Der Kopf der alten Frau erhob sich ruckartig und die weißen Augen starrten sie blind an

    'Dein Leben wird sich teilen. So wirst du tun müssen, was du gelernt hast. Nicht alles ist so wie es scheint'

    Ihr Blick haftete fragend auf der alten Frau 'Ich verstehe nicht...'

    'Du wirst verstehen. Das Band der Freundschaft wird reißen, und es liegt an dir, es wiederzufinden. Höre auf dein Herz, wenn es zu dir spricht, und du wirst das richtige tun'

    'Ich verstehe dich nicht. Was wird passieren? Was soll ich tun?'

    Der Kopf der alten Frau senkte sich wieder.

    'Du wirst es wissen, wenn es soweit ist. Nun gehe...'

    Die knochige Hand deutete in Richtung des Ganges, der aus der Höhle herausführte. Die alte Frau zog die Decke weit in ihr Gesicht hinein, der kleine Körper sackte völlig in sich zusammen, und der Atem ging laut und ruhig.
    Sie blieb noch einen Moment vor dem Feuer sitzen, blickte fragend zu der Frau, aber es geschah nichts.
    Die Fragen über die Worte der Frau hallten in ihren Gedanken noch wider, als sie durch den Gang schritt und auf den Spalt zulief.

    Er war breiter als zuvor und als sie hindurchschritt, kniff sie die Augen zusammen, denn das grelle Licht blendete sie. Als sie die Augen langsam wieder öffnete und sie sich an das Licht gewöhnten, sah sie, wie sich eine grüne Wiese vor ihr erstreckte....
     
  20. Casta

    Casta junger Botschafter

    Visionen können die Wahrheit aufzeigen. Die Zukunft. Sie können beängstigend sein, aufschlussreich, oder Mut spendend. Doch wenn sie tief gehen, so tief, dass die Wirklichtkeit surreal wirkt, schmerzen und verunsichern sie mehr als jede körperliche Wunde.

    "Pflicht steht über Freundschaft"...

    Ein Raum...ein dunkler Raum...sie fühlte sich eingeengt von der Dunkelheit, der warmen Luft, die die Steine des Gemäuers schwitzen ließen. Ein Insekt lief über ihre Wange, angewidert blickte sie zur Seite und strich das Tier mit dem Fingernagel fort. Ihre Haare hingen wild in ihr Gesicht, ihre Arme und Beine schmerzten, in der rechten Hand lag ihr Lichtschwert, doch es fehlte ihr die Kraft, den zylinderförmigen Griff zu umfassen. Stöhnend lehnte sie den Kopf gegen die Wand, kniff die Augen zusammen und versuchte mit der Macht die Schmerzen zu unterdrücken. Vor ihr wurde ein grelles Licht sichtbar...ein Stein in der Wand schob sich zur Seite und eine exotisch wirkende Schlange begann sich ihren Weg über das Steinwerk zum Boden zu bahnen. Im Licht schimmerte ihre Haut in wunderschönen Farben, sie ließen die Gefahr, die von diesem Tier ausging, zu vergessen. Casta Billaba streckte die Hand nach der Schlange aus, die sich bedrohlich vor ihr aufbaute. Ihre Zunge zischte schnell vor und zurück, ihre Augen wirkten wie Feuer, als würden sie mit den Augen der Jedi direkt verschmelzen. Die Jedi erhob mit letzter Kraft das Lichtschwert, aktivierte die Klinge und richtete sie in kreisenden Bewegungen auf das gefährliche Tier, dessen Anspannung an ihren Kopfbewegungen zu erkennen waren.

    Schweigend schloss Casta die Augen, zog die Lichtschwertklinge zur Seite und trennte den Kopf der Schlange vom Rest des langen Körpers. Das abgetrennte Haupt fiel mit einem dumpfen Geräusch zu Boden und die Jedi schloss die Augen. Kopfschmerz schien ihre Stirn zu sprengen, das rote Licht, dass von ihrem Lichtschwert ausging, wurde auf ihrem Gesicht reflektiert. Sie sah in die toten Augen der Schlange. Dunkelheit...pures Schwarz...tote Dunkelheit. Erneut kniff sie die Augen zusammen. Langsam...schleichend, erkannte sie ein Gesicht in der schwarzen Pupille des toten Auges des Schlange. Ami. Blut rann aus ihrem Mundwinkel. Ganz langsam suchte sich der dünne Faden den Weg über ihr Kinn, aus ihren Augen rannen Tränen.

    Eine Hand griff nach dem Kinn ihrer Freundin und drehte ihr Gesicht leicht hoch. Casta erkannte sich selbst. Sie sah ihrer Freundin direkt ins Anlitz und schüttelte benommen den Kopf. Ruhig umarmte sie sie, drückte ihren Kopf an ihre Schulter und hielt sie. Amis dunkle Haare fielen über den Arm der Jedi...diese zuckte zusammen, als sie Amis Kopf langsam wieder in ihre Hände nahm und sah, dass sich ihr Gesicht verändert hatte. Das Blut hatte ihre Augen verziert, Schriftzeichen gingen von ihrer Stirn über die Schlefen hinunter zu den Wangen. Die Andeutungen einer Maske. Ihre Augen schimmerten und Ami stiess einen lauten, qualvollen Schrei aus. Casta wich zurück und erkannte die Schlange, die sie zuvor getötet hatte, am Arm ihrer Freundin. Sie winkelte sich darum und züngelte bedrohlich in die Richtung der Jedi.

    "Pflicht steht über Freundschaft"...hallte es durch ihr Gehör, immer wieder wurden diese Worte wiederholt. Furcht und Angst stiegen in der Jedi auf. Sie hörte mystische Musik, die auf einem Instrument gespielt wurde, das sie nicht kannte. Kurze, schmerzhafte Klänge, immer mehr Stimmen wiederholten dazu die Worte, die in ihrem Geist schmerzten. Panisch hielt sich Casta die Stirn, während ihre veränderte Freundin mit erhobener Hand auf sie zuging und die langen Finger bedrohlich zu einer Faus ballte. Casta streckte ihr die Hand entgegen, umfasste die Faust und drückte vorsichtig mit ihren Fingern zu. Die Schlange nutzte diesen neuen Weg und schlängelte sich um den Arm der Jedi.

    Casta wurde schwarz vor Augen, als sie spürte, wie sich die Zähne der Schlange langsam in ihren Arm bohrten. Erschrocken ließ sie los, schleuderte das Tier fort und sah, wie Ami mit einem verzierten Dolch, der die gleichen Symbole trug, die ihr Gesicht verzierten, auf sie zukam. Sie stach zu. Direkt in die Brust der Jedi. Mit starrem Blick spürte die Chalactanerin, wie ihr Arm vom Schlangengift geschwächt wurde. Mit letzter Kraft und einer schwachen Verbindung zur Macht aktivierte sie ihr Lichtschwert und stiess es ihrer Freundin durch die Brust.

    Stille. Die feuchtwarme Luft presste sich auf ihre Lungen. Casta lehnte noch immer mit dem Kopf an der Wand und sah den leblosen Körper der Schlange vor sich am Boden liegen. Vorsichtig stiess sie den abgetrennten Kopf mit der Stiefelspitze an...doch die toten Augen blieben schwarz.

    Die Fackel, die den engen Raum erleuchtet hielt, wurde schwächer. Sie schloss die Augen und verzog kurz, die inneren Verletzungen spürend, dass Gesicht. Sie hatte eine Freundschaft getötet. Beide hatten diese Freundschaft getötet. Stille...die Stille drückte auf ihr Gemüt.

    "Pflicht steht über Freundschaft"...doch stand die Pflicht auch über dem Tod? Sie konnte es sich nicht beantworten. Das, was sie im Auge der Schlange gesehen hatte, hatte ihr bewusst gemacht, dass Freundschaft nicht über den Tod hinausgeht...

    Eine Vision des Kommenden...der unaufhaltsamen Zukunft.
     
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