Der Latein-Thread

Tja, wie mein Chemielehrer so schön sagte, entweder man kann Fächer wie Latein, oder man kann sie nicht. Wenn man sie kann, bleibt die Leistung konsequent gut (vorrausgesetzt, man schaltet nicht vollkonmmen auf Durchzug)- ein Phänomen, welches ich auch an mir selbst bestätigen kann. Von daher ist es kein Wunder, wenn dich die Latinumsprüfung vor keinerlei Probleme mehr stellen konnte.
 
@Remus
Ich habe eine sehr wichtige Frage an Dich.
Ich glaube mal gelesen zu haben,daß es das Heben oder Senken des Daumens,das man fast in jedem Römer-Film sieht und das sich in die Gestik der Welt eingebrannt hat,niemals gegeben hat.
Meine Frage:
Wurde in den Arenen des Römischen Imperiums durch heben oder senken des daumen über das Leben meines Gladiators endschieden,oder ist das eine Mär ??
 
CK-2587 schrieb:
Tja, wie mein Chemielehrer so schön sagte, entweder man kann Fächer wie Latein, oder man kann sie nicht. Wenn man sie kann, bleibt die Leistung konsequent gut (vorrausgesetzt, man schaltet nicht vollkonmmen auf Durchzug)- ein Phänomen, welches ich auch an mir selbst bestätigen kann. Von daher ist es kein Wunder, wenn dich die Latinumsprüfung vor keinerlei Probleme mehr stellen konnte.

Also da kenn ich aber ein Gegenbeispiel: Mich!
Ich war in Latein vor einem Jahr richtig gut.
Doch irgendwann hat das dann einfach nachgelassen.
Das kann zum Teil am jetzigen Themenschwerpunkt liegen. Das ist nämlich Ovid und sonstige Dichter. Das zu übersetzen geht ja inzwischen schon, aber dann der absolute Horror: Metrik.
Was hat das bitte mit Latein zu tun?
Mir ist es egal wie das Wort ausgesprochen wird hauptsache ich kenne die Bedeutung usw.
Metrik hat eine Freundin und mich aus dem Kurs in der Klausur eine Note gekostet.

Aber vielleicht hab ich's doch ein wenig schleifen lassen, als es so gut lief ... :D
 
Jedihammer schrieb:
Wurde in den Arenen des Römischen Imperiums durch heben oder senken des daumen über das Leben meines Gladiators endschieden,oder ist das eine Mär ??

Soweit ich weiß, ist das richtig, das hat es wirklich gegeben.
Aber das Recht über das Leben zu entscheiden hatte immer der Veranstalter des Spektakels.
Aber in den meisten Fällen wurde es der johlenden Menge überlassen, wie es ausging.
 
In hoc argumentum opus non tantum est philologiam vel scientiam historicam tractare, sed linguam latinam uti.
Vel, Reme? Superius vellis scire quid fuisset "Napfkuchen". "Panis aureus" dicitur.

Bene valete, kundûn

Edit: Sorry, ich sah gerade, es geht doch nicht so ums Reden auf latein, sondern über das Lateinische (wie langweilig). Auf latein fänd ich lustiger. :cool:
 
Zuletzt bearbeitet:
Remus schrieb:
Argh, zum letzten Mal: Latein ist nicht tot! :p :D

So sehe ich das auch. Es wird wohl kaum Weltsprache werden ;), noch auf den Fußballpätzen dieser Welt gesprochen werden.

In den Wissenschaften dieser Welt ist die Sprache jedoch definitiv sehr wichtig. Dies hat nichts mit künstlich am Leben zu halten tun, sondern ist ganz einfach praktisch.

Auch wenn man sieht, wie viele Wortbedeutungen sich aus den Lateinischen ableiten lassen, muß man zu der Erkenntnis gelangen, dass Latein mindestens sehr interessant ist.

Aber dem heute gezüchteten Automatenmenschen ist der Blick auf solche interessanten Dinge häufig leider verbaut. Zu häufig wird Wissen/Können in die eine Waagschale gelegt und darauf gekuckt, dass ein Gleichgewicht mit Job und Gewinn erzielt wird. Auf den Gedanken, dass es ein Übergewicht auf Seiten des Wissens auch nicht unbedingt verkehrt ist, kommt man Heute häufig nicht mehr.


Nicht zuletzt hört es sich einfach toll und elegant an lateinische Begrifflichkeiten in seine Aussagen einflechten zu können. Ich jedenfalls mag es sehr, wenn ich in meine Gutachten Begrifflichkeiten wie "vis absoluta" "ex nunc" "ex tunc" "lege artis" und "culpa in contrahendo" einflechten kann, dass sieht doch gleich viel eleganter aus (und hilft oftmals den Text schlanker zu machen) und verschafft dem ganzen gleich eine ganz andere Wertigkeit, als hätte man die deutschen Bedeutungen aufgeschrieben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jedihammer schrieb:
Ich habe eine sehr wichtige Frage an Dich.
Ich glaube mal gelesen zu haben,daß es das Heben oder Senken des Daumens,das man fast in jedem Römer-Film sieht und das sich in die Gestik der Welt eingebrannt hat,niemals gegeben hat.
Meine Frage:
Wurde in den Arenen des Römischen Imperiums durch heben oder senken des daumen über das Leben meines Gladiators endschieden,oder ist das eine Mär ??


Eines vorneweg: Niemand, kein seriöser Historiker unserer Zeit, kann dir diese Geschichte beweisen bzw. deren Wahrheitsgehalt verleugnen.
Es gibt zwar Quellen darüber, dass im Großteil aller Fälle die Entscheidung über Verbleib der Gladiatoren mehr oder minder in den Händen des Publikums lag, doch im Endeffekt bleibt die Sache mit dem Handzeichen reine Spekulation, da schlichtweg stichhaltige Beweise fehlen.

Ich persönlich sehe es allerdings so, dass hinter diese Erzählungen zumindest ein dickes Fragezeichen zu setzen ist, da mir hier ein starker Einfluss der Romantik vorhanden zu sein scheint.



So sehe ich das auch. Es wird wohl kaum Weltsprache werden ;)


Abwarten, Ki Gon, abwarten.... :cool:


noch auf den Fußballpätzen dieser Welt gesprochen werden.


Nein? Wirklich nicht?

flaggebr.gif


Ach, und Französisch ist im Prinzip auch minderwertiges Vulgärlatein. :D

Dem Rest deiner Ausführungen ist übrigens in vollem Umfang beizupflichten.


Ad kundûn: Ceterum multas gratias ago. Verbum "Panis aureus" ignorabam.
 
Also ich finde Latein ist das Allerletzte. Das liegt aber daran, daß ich es an der Uni nachholen muss (für Anglistik und Geschichte). Zum Kotzen. Und nein, ich werde mich mit dieser Sprache nie anfreunden können.
 
Für Englisch ist es blödsinnig. Um Schülern Sprachgenese zu zeigen brauche ich kein Latinum sondern nur ne gute Allgemeinbildung. Zudem ist Englisch keine rein romanische Sprache.

Aber grade bei Geschi kann ich den Sinn noch verstehen. Schließlich sind das Wichtigste für einen Historiker die Quellen. Und wenn Du Dich im Mittelalter tummelst so ist das zu 99% halt auf Latein.

Es ist ne Farce. Als Lehrer halte ich das Latinum für meine Fächer für nicht nötig. Aber es ist halt wie mit so vielem in Deutschland. Es gibt noch zu oft (und grade bei Bildung) alte, verkrustete Strukturen...
 
Arodon schrieb:
Für Englisch ist es blödsinnig. Um Schülern Sprachgenese zu zeigen brauche ich kein Latinum sondern nur ne gute Allgemeinbildung. Zudem ist Englisch keine rein romanische Sprache.

Mir persönlich hat Latein besonders bei den anspruchsvolleren englischen Vokabeln eigentlich sehr geholfen. Aber du hast schon Recht, größtenteils liegen die Wurzeln dieser Sprache wohl woanders... aber Lateinverständnis schärft meiner Meinung nach das generelle Sprachgefühl. Besonders, als ich danach Spanisch angefangen habe zu lernen...

Jedenfalls hasse ich die Hamburger Oberstufe. Kein Latein mehr, aufgrund zu weniger Stunden und Interessenten... :(
 
Nichtsdestotrotz sollte man sich davor hüten Englisch als rein romanische Sprache abzutun.
Englische Linguisten haben schon im 18. Jahrhundert den Einfluss zu hoch bewertet. Und sind damit logisch gesehen auf die Schnauze geflogen. Man kann Latein nicht 1:1 auf Englisch übertragen.
 
Arodon schrieb:
Nichtsdestotrotz sollte man sich davor hüten Englisch als rein romanische Sprache abzutun.
Englische Linguisten haben schon im 18. Jahrhundert den Einfluss zu hoch bewertet. Und sind damit logisch gesehen auf die Schnauze geflogen. Man kann Latein nicht 1:1 auf Englisch übertragen.

Von einer Übertragung im Verhältnis "1:1" kann nicht die Rede sein, da Englisch selbstverständlich keine romanische Sprache ist.

Dennoch halte ich es für ein starkes Stück, wenn jemand, der den Anspruch erhebt, sich genauer mit Sprachen auseinanderzusetzen, Latein als "das Allerletzte" bezeichnet.

Denn die lateinische Sprache lehrt uns, allgemein gültige (grammatikalische) Strukturen zu erfassen und diese praktisch anzuwenden.
Abgesehen von der langen Tradition jener Sprache und ihrer positiven und gleichsam erhebenden Wirkung auf den menschlichen Geist, könnte lediglich Altgriechisch besser dazu dienen, wichtige Grundlangen einer jeden Ausdrucksweise zu vermitteln.

Und doch erkennen viele nicht, dass sie ohne Latein, ohne deren kulturelles Vermächtnis an die Nachwelt nichts wären.
 
IronFist schrieb:
Latein für Geschichte an der UNI? Das hab ich ja noch nie gehört... :eek:

Ein Großteil der Geistes-, Gesellschafts- und Linguistikwissenschaften setzt noch immer darauf. (Soweit ich weiß können sich nur ein paar Biowissenschaften die Herzlungenmaschinerie vom Leib halten.)


Remus schrieb:
Und doch erkennen viele nicht, dass sie ohne Latein, ohne deren kulturelles Vermächtnis an die Nachwelt nichts wären.

Als ob wir uns weniger Weit entwickelt hätten, wenn wir anstelle der Bibel heutzutage immer noch die Edda als heilige Schrift bezeichnen würden. :rolleyes:
 
Zuletzt bearbeitet:
Orakel schrieb:
Ein Großteil der Geistes-, Gesellschafts- und Linguistikwissenschaften setzt noch immer darauf. (Soweit ich weiß können sich nur ein paar Biowissenschaften die Herzlungenmaschinerie vom Leib halten.)

Ich verbitte mir diese respektlose Ausdrucksweise.

Als ob wir uns weniger Weit entwickelt hätten, wenn wir anstelle der Bibel heutzutage immer noch die Edda als heilige Schrift bezeichnen würden.

Wie? Ein Philosoph zweifelt an den Errungenschaften der lateinischen Sprache?
 
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