Der offizielle Thread zur Bundestagswahl 2009

Ferner würde ich noch Hirnfrosts "Erlaubnis zum meckern" sofern hinterfragen, wieso man dies denn nicht darf, wenn die Partei die man gewählt hat, gewonnen hat?
Das diese Partei gewonnen hat, bedeutet schließlich nicht, dass sie alles so durchzieht wie man sich wünscht. Von der Unsitte Wahlversprechen zu brechen mal ganz abgesehen.

Da muss ich was klarstellen. Ich habe mich auf das Wahlergebnis bezogen, nicht auf die Politik nach der Wahl. Ich hätte das natürlich kenntlich machen müssen, aber irgendwie dachte ich, dass es nur um den Ausgang der Wahl geht. :konfus:

Natürlich darf jeder schimpfen, wenn die Parteien nicht das halten, was man sich versprochen hat.
 
Bane schrieb:
Als Nichtwähler hat man sehr wohl etwas unternommen, und zwar seine Meinung ausgedrückt.

Die da wäre? Politik ist mir egal? Man kann als Einzelner eh nix aendern?

Genauso hat man als Nichtwähler das recht zu meckern, denn man ist einfach so unzufrieden mit allen Parteien, das man keiner davon seine Stimme geben will.

Es geht ja nicht nur darum, seine liebgewonnene Partei hochzutreiben, sondern ebenso darum nicht gemochte/"gefaehrliche" Parteien am Aufstieg zu hindern (siehe NPD,etc.).

Wenn man politikverdrossen ist, waehlt man also quasi das kleinere Uebel. Das ist nicht viel, aber immerhin etwas.

Talon Karrde schrieb:
Eine Demokratie verliert ihren Sinn, wenn die zur Wahl stehenden Parteien alle nur ein Übel darstellen. Eine Demokratie hat nämlich nicht den Sinn, das geringere Übel wählen zu dürfen

Nunja, das kommt ja dann immer auf den Standpunkt des Einzelnen an.

Es gibt viele Deutsche die sich fuer Politik interessieren und die Politik nicht als Uebel empfinden.

Und dann gibt es eben andere Menschen die keinerlei Interesse an Politik haben bzw. keine Partei finden, die zu Ihnen passt. Und für diese letzteren Leute bleiben dann imo 4 sinnvolle Alternativen. 1. Auswandern, 2. Eigene Partei gründen, 3. Revolution ausrufen oder 4. das Kleinere Uebel waehlen (im Sinne von "Ich kann ja eh nur aus verschiedenen Uebeln auswaehlen").

Einfach ueberhaupt nichts tun und weitermaulen kann man zwar auch, nur irgendwie finde ich das relativ sinnfrei, da man so auch nichts an seinen Lebensumstaenden verändert und bis zum Lebensende maulen wird.

Ich weiss, dass meine einzelne Stimme nicht viel wert ist.
Ich weiss, dass sich am Politikgeschehen nicht viel aendern wird, egal ob Rot oder Schwarz an der Spitze steht.

Ich weiss aber auch, das durch Politikverdrossenheit extreme Parteien mehr Macht bekommen.
Und das finde ich wie gesagt in den meisten Faellen nicht gut und halte es sogar fuer gefaehrlich. Deswegen sollte man wie auch immer waehlen gehen.

Alles nur meine Meinung. Und ich halte mich nicht mal fuer besonders politisch interessiert.
Hab da aber immer den Spruch "Wehret den Anfängen!" im Hinterkopf... ;)
 
Die da wäre? Politik ist mir egal? Man kann als Einzelner eh nix aendern?

:nope: Politik ist den meisten Nichtwählern überhaupt nicht egal.
Die Meinung die wir damit ausdrücken ist die: Wir sind mit der Gesamtsituation unzufrieden, und sehn keinen der was dran bessern könnte, daher überdenkt bitte euer gesamtes konzept und stellt was vernünftiges auf die Beine.
Was sie nie machen werden, wenn ich ihnen meine Zustimmung zu dem Murks gebe, denn sie betreiben :rolleyes:



Es geht ja nicht nur darum, seine liebgewonnene Partei hochzutreiben, sondern ebenso darum nicht gemochte/"gefaehrliche" Parteien am Aufstieg zu hindern (siehe NPD,etc.).

Wenn man politikverdrossen ist, waehlt man also quasi das kleinere Uebel. Das ist nicht viel, aber immerhin etwas.

Genau das ist, was ich nie machen werde, mich für ein geringeres Übel entscheiden.
Denn damit hab ich wiederum nichts bewirkt, sondern das genaue gegenteil.
Ich hab ihnen nicht klar gemacht, das ich mit dem was sie tun nicht einverstanden bin.


Und dann gibt es eben andere Menschen die keinerlei Interesse an Politik haben bzw. keine Partei finden, die zu Ihnen passt. Und für diese letzteren Leute bleiben dann imo 4 sinnvolle Alternativen. 1. Auswandern, 2. Eigene Partei gründen, 3. Revolution ausrufen oder 4. das Kleinere Uebel waehlen (im Sinne von "Ich kann ja eh nur aus verschiedenen Uebeln auswaehlen").

Oh auch als Nichtwähler, bin ich doch sehr an Politik interessiert, ich kann ja keine so schwerwiegende Entscheidung wie Nichtwählen treffen, wenn mich das ganze nicht interessiert (wobei es solche leute natürlich auch gibt). Ich gebe ein Statment ab, wenn ich nichtwähle ( siehe oben)

Alternative 1 find ich super, und ist auch schwer in Überlegung bei mir.

2 Ist grundsätzlich gesehn Quark, da kann ich auch auf ein 6er im Lotto hoffen. Die wahrscheinlichkeit mit einer kleinen neu gegündeten partei, wirklich mal was bewegen zu können ist imho so gut wie nicht vorhanden.

3. Revolutionen enden im Blutbad, davon halt ich leider nur sehr wenig, wobei ich der Meinung bin, das es in Deutschland in absehbarer Zeit, mal zu einer kommen wird.

4. Absolut untragbar.

Man kann auch noch anders dinge bewegen, als bei einer Wahl ein kreuzchen zu machen.
Und das ist dann mein gewählter weg.:kaw:
 
3. Revolutionen enden im Blutbad, davon halt ich leider nur sehr wenig, wobei ich der Meinung bin, das es in Deutschland in absehbarer Zeit, mal zu einer kommen wird.
Die Sache ist nur die: Es gibt nur eine Alternative zur Revolution. Die Reform. Und eine Reform bedient sich des vorhanden Systems.

Natürlich kann man das Nichtwählen als Werkzeug innerhalb das Systems betrachten, um jene Reform wohlmöglich indirekt auf lange Sicht vorran zu treiben.
Da wir in Deutschland allerdings trotz all diesem Gequassel im Fernsehen immer noch durch hohe Teilnahme an Bundeswahlen glänzen - sprich andere Demokratie bedeutent mehr Nichtwähler haben und dennoch in ihrer Form stabil bleiben - scheinen mir dir Erfolgsaussichten des Werkzeuges "Nichtwählen" schwinden gering zu sein.

Desweitern ist das Werkezug Nichtwählen aus vielen Gründen nicht aussagekräftig. Manche Nichtwähler mangelt es nähmlich in der Tat an Interesse, und welche es als Portest verstehen, variieren in ihrem konkreten Ansichten immer noch in hohem Maße. D.h. hinter diesem Werkzeug steht keine wirkliche Meinung oder Aussage, mit der man arbeiten kann, sondern nur eine graue Maße mit unterschiedlichsten Gründen. Wie soll aus so einer Masse etwas produktives erwachsen? Wie sollen sich die Politker auf so etwas Substanzloses einlassen können?

Die Idee, die du und deine Gleichgesinnten präsentieren, kann man ja nachvollziehen. Aber diese Idee mit der ernsthaften Hoffnung zu verknüpfen, Reformen im eigenen Sinne Auftrieb verschaffen zu können, erscheint mir äußerst abenteuerlich.
Denn wie gesagt: für Reformen muss man sich des bestehenden Systems bedienen.
 
Alo das würde ich fast in den Bereich der Unmöglichkeit rücken.Das hat man den Deutschen abgezüchtet.

Naja, die Menschen in der DDR haben es vor 20 Jahren auch zu einer geschafft, die sogar weitestgehend unblutig abgelaufen ist.
Die Deutschen waren was Revolutionen angeht ohnehin schon immer etwas lethargischer, als einige ihrer europäischen Nachbarn, und sind erst wirklich dann auf die Barrikaden gegangen, als die Zustände tatsächlich untragbar wurden. Ich würde sogar sagen, daß die Deutschen in frühren Zeiten noch obrigkeitsgläubiger und noch unterwürfiger waren, als sie das heute sind.
Heute ist es halt die Bequemlichkeit, und solange es noch genügend zu fressen und zu saufen sowie einmal im Jahr 'nen Trip nach Malle gibt, werden die wenigsten Deutschen bereit sein, zu revoltieren.

C.
 
Alo das würde ich fast in den Bereich der Unmöglichkeit rücken.Das hat man den Deutschen abgezüchtet.

der Knackpunkt liegt meiner Ansicht nach in der gescheiterten revolution von 1848. Während die englischen Kolonisten in Nordamerika und das französische Bürgertum ihre Revolution erfolgreich bestritten scheiterten die nationalen Kräfte in Deutschland. das hat sich meiner Meinung nach tief im deutschen Bewusstsein verankert. die "Revolution" von oben 1871 tat ihr übriges dazu. selbst 1918 würde ich nicht als Revolution im eigentlichen Sinne bewerten wollen. auch dort kamen die großen Veränderungen von oben und am Ende schoss die neue Regierung auf diejenigen, die eine wirkliche Revolution wollten.

1989 wäre auch gescheitert wenn die DDR Regierung Waffengewalt angwendet hätte wage ich zu behaupten. dass sie es nicht tat war ja kein Verdienst der Bürger in der DDR.
 
Das einzigste, das die Politker aus einer hohen Nichtwählerquote schließen werden ist:
- Wir haben zu wenig Werbung gemacht, nächstes mal buchen wir doppelt so viele Prominente, die im Fernsehen fürs Wählen werben.
- Es gibt zu wenig Wahlinteresse, hauptsächlich bei jungen leuten, denen müssen wir die Politik näher bringen.

Nichtwählen ist meiner Meinung nach die schlechteste Art zu zeigen, dass einem bestimmte Parteien (oder von mir aus auch alle :rolleyes:) nicht zusagen. Was sollen die Politiker denn aus der Nichtwählerquote herauslesen, von den oben genannten Punkten abgesehen? Sie wissen nicht wieviel Prozent der Nichtwähler einfach nur faul waren, sie wissen nicht wieviele sich einfach nicht für die Wahlen interessieren...und sie wissen ebensowenig wieviele damit ihren Protest gegen die Bundesregierung kunttuen wollen geschweigedenn gegen was genau diese gewissen Nichtwähler mit der Verschwendung ihrer Stimme überhaupt Protestieren.

Wenn ich etwas gegen gewisse Maßnahme der Republik unternehmen will, muss ich eben eine Partei wählen die selbigen Punkten ebenfalls abgeneigt gegenübersteht. Als Nichtwähler werde ich ignoriert und was ich damit zustande bekomme sind doppelt so viele Werbeplakate bei der nächsten Wahl...mehr nicht. Finde ich persönlich schade, dass immernoch so viele denken, Nichtwählen währe eine von den Parteien angesehene Protestmaßnahme gegen die gesammte Bundesrepublik obwohl mit einem simplem Kreuzchen so viel mehr erreicht werden kann.
 
Die Sache ist nur die: Es gibt nur eine Alternative zur Revolution. Die Reform. Und eine Reform bedient sich des vorhanden Systems.

Dir hab ich meine Meinung zu den Reformen viele viele Seiten vorher schon mal aufgezeigt, weswegen ich das nun nicht mehr mache.
Was die Revolution angeht, so muss ja ich keine anzetteln, das werden andere machen.

Natürlich kann man das Nichtwählen als Werkzeug innerhalb das Systems betrachten, um jene Reform wohlmöglich indirekt auf lange Sicht vorran zu treiben.
Da wir in Deutschland allerdings trotz all diesem Gequassel im Fernsehen immer noch durch hohe Teilnahme an Bundeswahlen glänzen - sprich andere Demokratie bedeutent mehr Nichtwähler haben und dennoch in ihrer Form stabil bleiben - scheinen mir dir Erfolgsaussichten des Werkzeuges "Nichtwählen" schwinden gering zu sein.

Naja da erinnere ich mich doch an die Wahl in Thüringen, wo es nur eine Wahlbeteiligung von 56% gab.
Wenn die Wahlbeteiligung so rosig wären, wie du das gerne ausschmückst, könnte man sich die Millionen die in Werbekampagnen zu Wahlaufforderung gesteckt werden, doch schenken, aber warten wir einfach ab, nächste Woche weiß man ja genaueres zur Wahlbeteiligung.

Desweitern ist das Werkezug Nichtwählen aus vielen Gründen nicht aussagekräftig. Manche Nichtwähler mangelt es nähmlich in der Tat an Interesse, und welche es als Portest verstehen, variieren in ihrem konkreten Ansichten immer noch in hohem Maße. D.h. hinter diesem Werkzeug steht keine wirkliche Meinung oder Aussage, mit der man arbeiten kann, sondern nur eine graue Maße mit unterschiedlichsten Gründen. Wie soll aus so einer Masse etwas produktives erwachsen? Wie sollen sich die Politker auf so etwas Substanzloses einlassen können?

:verwirrt: Da frag ich mich doch, wieviel Nichtwähler kennst du denn? Mit denen du dich da so genau ausseinander gesetzt hast, das du weißt, das ihre Meinung dauernd varriert?
Bisher hat sich noch keiner die Mühe gemacht, mal im großen Stil rauszufinden wieso leute Nichtwählen gehn.

Abstreiten das es einigen Nichtwählern an interesse oder auch der nötigen Intelligenz mangelt, werde ich sicher nicht. Aber ich geh davon aus, das es sich da einfach nicht um die Mehrheit handelt. ( Wie gesagt auch von meiner seite aus ist das reine spekulation)

Die Idee, die du und deine Gleichgesinnten präsentieren, kann man ja nachvollziehen. Aber diese Idee mit der ernsthaften Hoffnung zu verknüpfen, Reformen im eigenen Sinne Auftrieb verschaffen zu können, erscheint mir äußerst abenteuerlich.
Denn wie gesagt: für Reformen muss man sich des bestehenden Systems bedienen.

Ich hab schon mal erwähnt, das ich nicht auf Reformen baue, da fehlt dem Bundestag das nötige Einigungsvermögen die auch wirklich durchzusetzen ( es sei mal dahingestellt ob die Reformen dann auch noch was taugen)
In erster Linie, will ich unzufriedenheit am System ausdrücken, und dazu gibt es imho keinen besseren Weg.


@Jedihammer

Da kann ich mich großteils deiner Meinung anschließen, das wurde uns "weggezüchtet" aber auch die Deutschen lassen sich nur noch bis zu einem bestimmten punkt unter druck setzen, und dann kracht es doch irgendwan mal gewaltig.
Aber solange sie genung "Ablenkung" haben wie Crimson erwähnt hat, dauert das ganze eben noch etwas.
 
Wieso wird hier eigentlich von einer Revolution mal so locker flockig gesprochen? Ich fände das absolut schrecklich.

Welches furchtbare System müssten denn "die Deutschen" (wie ich den Ausdruck hasse) denn mittels Revolution hinwegfegen? Welche unglaublichen Misstände solle es denn in Deutschland geben die eine Revolition rechtfertigen würden? :verwirrt:

Und das hat ja jetzt nicht damit zu tun das "alle nur genug zu Saufen und zu Fressen haben". oder es uns "weggezüchtet" wurde. Unser System funktioniert eben ganz gut und entsprechend gut geht es den Menschen. Sicher ist nicht alles Gold was glänzt aber deswegen jetzt gleich die Revolution ausrufen zu wollen halte ich doch für sehr übertrieben.

Wir alle Leben in einer sicheren, freien Demokratie an der manch andere Demokratien sich ein Beispiel nehmen sollten. Darüber kann man froh sein. Zu reformieren gibt es bestimmt viel aber das System grundsätzlich abschaffen wäre eine Katastrophe.

Und ganz entscheidend: Welches System soll denn dann kommen wenn das ach so schlimme Obrigkeitssystem hinweggefegt wurde?
 
Wieso wird hier eigentlich von einer Revolution mal so locker flockig gesprochen? Ich fände das absolut schrecklich.

Eine Revolution muß nicht unbedingt blutig ablaufen, und nicht nur Nachteile bringen.
Wie Crimson bereits erwähnte(die Revolution habe ich "übersehen"), hat die friedliche Revolution z.B. in der DDR für die Menschen eher Positives gebracht, wenn man den demokratischen Maßstab anlegt.

Welches furchtbare System müssten denn "die Deutschen" (wie ich den Ausdruck hasse) denn mittels Revolution hinwegfegen? Welche unglaublichen Misstände solle es denn in Deutschland geben die eine Revolition rechtfertigen würden? :verwirrt:

Es hat ja niemand hier eine Revolution gefordert.
Bane hat in seinem Post ja ganz klar zu Ausdruck gebracht, daß er eine Revolution ablehnt.


Und das hat ja jetzt nicht damit zu tun das "alle nur genug zu Saufen und zu Fressen haben". oder es uns "weggezüchtet" wurde. Unser System funktioniert eben ganz gut und entsprechend gut geht es den Menschen. Sicher ist nicht alles Gold was glänzt aber deswegen jetzt gleich die Revolution ausrufen zu wollen halte ich doch für sehr übertrieben.

Ob es den Menschen in der BRD gut geht und ob unser System gut kunktioniert sind Fragen der persönlichen Ansicht.
Gewiße Dinge an der Demokratie sind zweifelsfrei sehr gut, das gebe ja sogar ich zu, aber es bleibt die Tatsache, daß man den Deutschen gewiße Dinge abgezüchtet hat.
Und solange der Magen satt ist und man sich noch den DVD-Player, den PC und das abendliche Bier leisten kann wird das Volk ruhig sein. Brot und Spiele eben.
Ich weiß natürlich, daß es auch heute in der BRD gibt, die sich o.g. nicht leisten können, aber dies ist trotz steigender Armut noch eine Minderheit, deren Kontenzial zu gering ist.
Auch federt unser soziales Netz noch vieles ab, was auch zur Ruhe unter den Armen führtr.
Und nochmals, keiner hat hier eine Revolution verlangt.

Wir alle Leben in einer sicheren, freien Demokratie an der manch andere Demokratien sich ein Beispiel nehmen sollten.

Nunja, es gibt gerade auch in der BRD Dinge, welche in anderen Demokratien zu den Grundrechten gehören, welche hier strengstens verboten sind.
Wie Du selber oben sagst, es ist nicht alles Gold was glänzt.
In weiten Gebieten ist die sogenannte Meinungsfreiheit doch äusserst eingeschränkt.
Ich könnte da einige Dinge erwähnen(und nein, sie hängen nicht mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust zusammen)

Darüber kann man froh sein. Zu reformieren gibt es bestimmt viel aber das System grundsätzlich abschaffen wäre eine Katastrophe.

Das ist auch eine Ansichstsache.
Sicher, auch ich, oder gerade ich profitiere von einem Kernrecht der Demokratie, nähmlich dem Recht auf fast freie Meinungsäusserung(wegen dem "fast" siehe oben).
Das ist eines der Grundrechte auf das zu verzichten mir sehr schwer fallen würde.
Auf andere Grundrechte könnte ich mit Freuden verzichten.
Aber in einer Änderung gewißer Prinzipien würde ich jetzt keine Katastrophe sehen.

Und ganz entscheidend: Welches System soll denn dann kommen wenn das ach so schlimme Obrigkeitssystem hinweggefegt wurde?

Also ich persönlich wüßte da ein System, welches mir persönlich sehr zusagen würde., aber ich weiß daß dies Träumereien ohne reale Möglichkeit auf Verwirklichung sind.
Mir persönlich würde ein System zusagen, in dem zu 95% Zustände wie im preussischen Königreich und 5% wie in unsererm derzeitigen System herrschen würden.
Aber wie gesagt, ich weiß daß dies Träumereien sind, die niemals Realtität werden würden.

@Roter
Was wäre dabei, wenn der Verfassungsschutz Polizeigewalt bekäme ?
Fürchtest Du hier wird eine neue Stasi oder eine neue GESTAPO geschaffen ?
 
Ich bin mal ehrlich. Momentan kann man eigentlich alle Parteien in die Tonne kloppen. Die vernünftigsten Parteien sind nach wie vor die CDU und die SPD. Die Piraten haben bezüglich Internet-Privatsphäre und Studiengebühren gute Argumente, mehr aber auch nicht...

Deshalb bin ich auch für die Fortführung einer Großen Koalition, so wird das Wahlergebnis aller Wahrscheinlichkeit nach auch aussehen. ;)
 
@Roter
Was wäre dabei, wenn der Verfassungsschutz Polizeigewalt bekäme ?
Fürchtest Du hier wird eine neue Stasi oder eine neue GESTAPO geschaffen ?

Die Vergleiche finde ich (noch) ein wenig zu stark, aber gerade wir in Deutschland sollten nicht vergessen, welche Regimes im vergangenen Jahrhundert Polizei und Geheimdienst de facto zusammengelegt haben, und zu welchem Zweck.
Ob wir mit solchen Maßnahmen zu mehr Sicherheit gelangen könnte sein, ist aber fraglich, daß wir damit zu weniger individueller Freiheit kommen, ist hingegen so gut wie sicher.

C.
 
Wenn die Wahlbeteiligung so rosig wären, wie du das gerne ausschmückst, könnte man sich die Millionen die in Werbekampagnen zu Wahlaufforderung gesteckt werden, doch schenken, aber warten wir einfach ab, nächste Woche weiß man ja genaueres zur Wahlbeteiligung.
Auf regionale Ebener ist sie mitunter keines Wegs rosig, das stimmt. Aber auf Bundesebene ist sie das bis jetzt in der Tat. 70% ist eine sehr ordentliche Beteiligung. Klar gab es schon mehr (über 90%) und mehr wäre auch wünschenswert. Aber das ist alles andere als eine Katastrophe. Woran man sich so aufhängt ist, dass sie nach der Wiedervereinigung einen relativ starken Einbruch erlebt hat (mehr als 10%). Der Grund dafür ist jawohl offensichtlich.

Im übrigen mangelt es in Ostdeutschland auch schlicht an parteilichen Strukturen. In den Gemeinderäten sitzen oft Parteienlose, effektive Wahlkampagnen können im Vergleich zum Westen kaum auf die Beine gestellt werden. Brandenburg ist hier das Paradebeispiel. Wenn die Parteinen es schaffen würden, ihre Präsenz im ländlichen Ostdeutschland auf Westniveau zu heben, würde das die Wahlbeteiligung kräftig nach oben schrauben.

Diese Werbekampagnen die du erwähnst sollen allem vorran vorbeugen und zudem vorallem Ostdeutschland mobilisieren, ein guter Zweck. Aber eben keine Reaktion auf eine wie aus dem nichts entstanden Politikverdrossenheit, die man herbeireden will.
:verwirrt: Da frag ich mich doch, wieviel Nichtwähler kennst du denn? Mit denen du dich da so genau ausseinander gesetzt hast, das du weißt, das ihre Meinung dauernd varriert?
Bisher hat sich noch keiner die Mühe gemacht, mal im großen Stil rauszufinden wieso leute Nichtwählen gehn.

Abstreiten das es einigen Nichtwählern an interesse oder auch der nötigen Intelligenz mangelt, werde ich sicher nicht. Aber ich geh davon aus, das es sich da einfach nicht um die Mehrheit handelt. ( Wie gesagt auch von meiner seite aus ist das reine spekulation)
Du hast mich falsch verstanden. Es ging mir nicht darum zu sagen, dass die Mehrheit der Nichtwähler einfach hohl wären, es ging mir auch nicht um deine persönlichen Gründe. Sondern darum, dass die Nichtwähler keine politische Front darstellen können, da sie keine gemeinsame auch nur halbwegs konkrete Agenda haben. Alles was sie gemeinsam vermitteln können ist Unzufriedenheit. Aber was bitte soll pure Unzufriedenheit verbessern? Aus Unzufriedenheit entstehen nicht automatisch die passenden Lösungen. Die werden nur von den jenigen mitgestaltet, die sich auf das System einlassen.
Ich hab schon mal erwähnt, das ich nicht auf Reformen baue, da fehlt dem Bundestag das nötige Einigungsvermögen die auch wirklich durchzusetzen ( es sei mal dahingestellt ob die Reformen dann auch noch was taugen)
Du bist also gegen Revolution, aber auch gegen Reform.
Um es auf den Punkt zu bringen: Du bist gegen alles. Denn wie ich schon im ersten Beitrag schrieb: Es gibt nur zwei Gestaltungsmöglichkeiten - Revolution oder Reform. Innerhalb des Systems arbeiten oder es umstürzen.
 
Mal eine kleine Randbemerkung:
Überrascht stellte ich gestern fest, dass unsere Bundestagswahlen ein heißes Thema in einem anderem, internationalen Forum darstellen, indem ich aktiv bin.

Dinge wie
I admire the relative civility of German politics.
bekommt man dort von Kanadiern wie Tschechen zu hören. Da ich dieses Forum wegen seiner hohen Aktivität und gut informierten wie intelligenten Mitglieder schätze, war ich doch überrascht, wie positiv man dort deutsche Politik zu betrachten schien, und hier zu Lande verbreitete Mäkelei nicht nachvollziehen konnte.

Hat natürlich insgesamt nur wenig Aussagekraft, aber war dennoch interessant. :)
 
Ich habe in den letzten Tagen verstärkt über meinen Willen die Wahl zu boykotieren nachgedacht und mich dann doch dazu durchgerungen wählen zu gehen.
Ich bin zu der Überzeugung gekommen daß ich durch das Abgeben meiner Stimme meinen Teil dazu beitragen konnte daß ein rot-rot-grünes Regime verhindert werden kann.
Wennn es doch dazu kommt, so muß ich mir zumindest nicht vorwerfen, meine einzige Möglichkeit dies zu verhindern nicht wahrgenommen habe.
Auch wenn ich gegen meine innere Überzeugung handeln mußte habe ich das kleinere Übel gewählt.
 
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