Galantos (Utos-System)

[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Gal’fian’deprisi | Imperiale Garnison,| Corporal Sorel Zakev, Sergeant Kyle Vanutur, weitere Soldaten, weiter weg: Private 1st Class Sam Cochran

Die Ausschaltung der feindlichen Mörserteams hatten den imperialen Verteidigern ein wenig Luft verschafft, doch die fanatischen Yevethaner ließen nicht nach, wie ein riesige Welle stürmte ihre Infanterie weiter gegen die Garnison an und scherte sich nicht um die Verluste, die durch die Soldaten auf den Mauern verursacht worden, der Widerstand schien die grausamen Nichtmenschen sogar noch mehr anzuspornen. Ihr Hass auf alle, die keine Yevethaner waren, trat in kaum einem Moment so deutlich zu Tage, das ganze Streben der Wesen auf dem Vorplatz war es, jeden einzelnen der Verteidiger so töten, gleichgültig zu welchem Preis.

Für jeden Feind, den Sorel Seite an Seite mit Sergeant Vanutur niederstreckte, schienen zwei Neue aufzutauchen, der feindliche Kommandant musste fest entschlossen sein, die Garnison zu nehmen und warf ihnen alles entgegen, was er an Infanterie aufbieten konnte. Wie Hagel prasselte der Beschuss der Nichtmenschen, von denen viele mit erbeuteten imperialen Rüstungen und Waffen ausgerüstet waren, auf die Mauer ein, in der bereits einige von den Mörsern gerissene Lücken klafften. Die Angreifer konzentrierten sich auf diese Abschnitte, doch noch gelang ihnen kein Durchbruch und so stapelten sich in diesen Bereichen die Leichen der Yevethaner, in grotesken Verrenkungen, so als wollten sie noch im Tod nicht von ihrem Hass lassen.

Schuss um Schuss gab der Scharfschütze ab und ihm war schmerzlich bewusst, dass er auf seinen Munitionsvorrat achten musste, mochte auch jedes Mal ein Feind fallen, wenn er den Abzug betätigte. Der Sergeant neben ihm schoss ebenfalls in die Menge und erzielte einige Abschüsse, Vanutur war ein guter Kämpfer, der Respekt verdient hatte. Einer der Soldaten, die sich auf ihrem Abschnitt der Mauer befanden, wurde getroffen und ging zu Boden, Sorel stellte das Feuer ein und schleifte den schwer verletzten Mann in Deckung, doch es kam jede Hilfe zu spät. Eine Gruppe Yevethaner gab sich gegenseitig Feuerschutz und rückte näher. Mit seinem Gewehr würde er nicht alle bekämpfen können.

Rasch sah sich der kräftige Mensch um, da entdeckte er am Gürtel des toten Soldaten eine Granate. Vorsichtig griff er danach und riskierte einen Blick über die Mauer, die Gruppe rückte immer näher. Entschlossen zog er den Sicherungsstift und warf, im Lärm des Gefechts ging das Geräusch der auf den Boden fallenden Granate unter. Einer der Yevethaner bemerkte sie trotzdem und setzte zu einer Warnung an, da explodierte sie bereits und die verschlang die Gruppe in einem Feuerball und einem Regen aus Splittern.

Vanutur brüllte wütend, dass endlich die E-Web-Geschütze besetzt werden sollten, doch als man diesem Befehl nachkam, raste ein Schuss über das Schlachtfeld und traf den Schützen, der sich gerade an die schwere Waffe gestellt hatte. Instinktiv ging Sorel in Deckung. Er kannte das Geräusch, es war das selbe wie bei seinem E-11s, der unverwechselbare Klang eines Präzisionsgewehrs. Der Sergeant neben ihm hatte offenbar einen kurzen Blick auf den Schützen erhascht und meldete, dass er sich ca. 400m entfernt in Richtung 1 Uhr befand.


„Verstanden! Wagen Sie sich nicht zu weit aus der Deckung!“


Antwortete er über den Lärm und und klopfte dem Unteroffizier bestätigend auf die Schulter. Vorsichtig lugte der Scharfschütze über die Mauer und sah durch das Visier seines Gewehrs in die ungefähre Richtung, die sein Kamerad angegeben hatte. In den zu Ruinen geschossenen Häusern gab es jede Menge Verstecke und zäher Rauch und Staub verschlechterten die Sicht zusätzlich. Der Yevethaner war ein guter Schütze, er hatte sein Ziel sauber erwischt und verstand es, sich zu tarnen, Sorel konnte ihn nicht erkennen.

Mit dem erbeuteten E-11s verfügte der Nichtmensch über eine hervorragende Waffe und er wusste offensichtlich damit umzugehen. Ein gefährlicher Feind, eine würdige Beute. Geduldig wie ein erfahrener Jäger suchte der imperiale Corporal die Ruinen ab, der Yevethaner hatte nach dem Schuss die Position gewechselt, und seine Stellung gut gewählt. Die Markenzeichen eines Profis. Wie viele Stunden er wohl geübt haben musste, wieder und wieder, bis es in Fleisch und Blut übergangen war?

Die Suche nach dem feindlichen Scharfschützen gestaltete sich schwierig, doch dann hallte wieder ein Schuss und bohrte sich in die Mauer, nur knapp neben ihm und so nah, dass er die Hitze auf seiner Haut spüren konnte. Er war entdeckt worden, doch ebenso hatte der Yevethaner nun auch sich selbst verraten, eilig peilte Sorel die Position an, aus der der Schuss gekommen war. In Tarnkleidung und auf den ersten Blick nicht von seiner Umgebung zu unterscheiden lag dort der Feind, verborgen hinter den Resten einer Wand und eines Fensters, und als Sorel ihn ins Visier nahm und umgekehrt der Yevethaner den Imperialen anvisierte, konnte jeder von ihnen die Bewegungen und den Gesichtsausdruck des anderen erkennen, vollführten sie die selben Prozeduren mit der selben Absicht.

Es war knapp, doch schlussendlich war der Imperiale die entscheidende Sekunde schneller, sein Finger krümmte sich um den Abzug und der Schuss traf den Yevethaner und beendete dessen Jagd. Mit einem innerlichen Nicken zollte Sorel ihm Respekt, dann wandte er sich wieder ganz der Situation zu.


„Feindlicher Scharfschütze eliminiert.“


Das E-Web konnte nun besetzt werden, doch ob es ausreichen würde, um die angreifende Masse aufzuhalten? Die Imperialen brauchten dringend mehr schwere Waffen mit Flächenwirkung, um den Vorplatz in eine Todesfalle zu verwandeln, bevor sie überrannt wurden.


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Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Imperiale Garnison/ Vorhof/ Sam, Kirk, Lil, weiter weg: Sorel, Kyle

"Was für ein Schlamassel.", meinte Kirk trocken, während sie zu dritt in der Türe standen und sich für einen Moment nicht von der Stelle rühren konnten. Ein Teil der Garnison war wohl eingestürzt. Was genau, konnte man wegen der schlechten Sicht kaum sagen. Außerdem glaubte Sam, dass mehrere Körper leblos am Boden lagen. Vermutlich lagen noch ein paar mehr unter dem Schutt. Denen konnte wohl keiner mehr helfen. Ob Zakev da dabei war?

"Wir bleiben besser in Bewegung.", sagte Lil und stürmte in die Staubwolke. Sam schnaubte. Viel zu ambitioniert. Wer diesen Scheiß hier überleben will, sollte sich wohl eher in Zurückhaltung üben und andere hinhalten lassen. Auf Wiedersehen, Corporal Lil, hallo Sam Cochran. Doch trotz allem wollte sie endlich den Z50 ausprobieren. Sie war heiß drauf, das Ding in Action zu erleben und ein paar Sachen in die Luft zu jagen. Vermutlich war der Platz auf der Mauer, von wo aus sie auch schon vorher gekämpft hatte, wie gemacht für eine solche Waffe. Von da hatte sie die nötige Übersicht und konnte munter in die Menge ballern. Das klang nach Spaß.

"Man sieht sich.", sagte sie zu Kirk, der wohl immer noch nicht genau wusste, ob er der Corporal folgen sollte, oder sich verstecken sollte. Sam war es egal, wie der Mann sich entscheiden würde. Sie hatte sich ein neues Ziel gesetzt, auf das sie jetzt hinarbeitete.

Die Überquerung des Vorplatzes war nicht weiter schwierig. Trotz Kratern, welche von leichter Artillerie stammen mussten, gab es momentan keinen derartigen Beschuss, weshalb sie mit ein wenig Kletterei schnell zur Mauer gelangen konnte. Doch je näher sie ihr kam, desto lauter wurde auch der Kampflärm. Die Angreifer meinten es also diesmal ernst. Keine versprengten Angriffsteams mehr. Was da vor der Türe stand, war die Hauptstreitmacht. Die Armee, die fast schon mühelos ihre erste Linie durchbrochen hat und nach heftigen Kämpfen auch die zweite zum Rückzug gezwungen hat. Und die war eigentlich nicht ohne. Sturmtruppen und schweres Gerät sowie Kampfläufer und Panzer hatten diese Linie verteidigt. Davon gab es jetzt wohl nichts mehr hier auf Galantos. Ein paar Sturmtruppen hatten sich unter die Hinterbliebenen gemischt, aber auf Kampfläufer und Panzer konnten sie nicht mehr zählen. Sie hatten ihre Gewehre und notfalls würden sie sich noch mit den Fäusten wehren. Oder mit einem Granatwerfer.

Sam hastete die Stufen zur Mauer hoch, als sie eine vertraute Stimme hörte. Zakev. Der Bastard war also tatsächlich noch am Leben. Zu allem Überfluss konnte man das von Vanutur auch behaupten. Um den musste sie sich allerdings später kümmern, denn ein Blick über die Brüstung der Mauer war wenig erfreulich. Dutzende Yevethaner rückten in Gruppen schießend gegen die Garnison vor. Auf der Mauer selbst hatten sich zwar auch einige Verteidiger verschanzt, aber ob das reichen würde?

"Hey Mädels, auch noch hier?"

Fragte sie und ging neben Zakev in Deckung, während sie den umgeschnallten Z50 von ihrem Rücken holte und aktivierte. Die Waffe erwachte mit einem leichten vibrieren zum Leben.

"Ich hoffe, ihr freut euch auf das hier genauso sehr wie ich."

, sagte sie mit einem Lächeln, entsicherte die Waffe und ging in Schussposition. Mit einem charakteristischen "Flump" löste sich eine Granate und flog im Bogen auf einen Trupp der Yevethaner zu. Mit einem lauten Krachen wurde Dreck und Asphalt aufgewirbelt, gepaart mit tödlichen Splittern.

"Wuuuh, das ist besser als Sex."

Dann feuerte sie zwei weitere Granaten ab, worauf zwei weitere Explosionen folgten. Die Angreifer, die nicht von den Splittern getroffen oder von der Wucht der Explosion von den Beinen gerissen wurden, stoben auseinander, um kein attraktives Ziel für die Schützin abzugeben. Die getroffenen Kameraden hingegen wälzten sich vor Schmerzen in ihrem eigenen Blut. Verdammt, warum hatte man sie nicht den Grenadieren zugeteilt?

Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Imperiale Garnison/ Vorhof/ auf der Mauer/ Sam, Sorel, Kyle
 
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Die Yevethaner mochten grausam und barbarisch sein, doch der Jäger ihn Sorel kam nicht umhin, ihre absolute, unbedingte Entschlossenheit zu bewundern. Welle um Welle ihrer Infanterie brandete gegen die Mauern der imperialen Garnison und unbeeindruckt vom Tod so vieler ihrer Kameraden griffen die Nichtmenschen wieder und wieder an und zwangen die Verteidiger zum zähen Kampf um jeden Meter Boden, jede Lücke oder Schwäche wurde ohne Zögern ausgenutzt und versucht, ins Innere vorzudringen, und mit jeder Attacke rückte der Feind weiter vor. Rasch lud der Scharfschütze sein Gewehr nach und feuerte erneut in die Menge, doch das heftige Gegenfeuer verhinderte, dass er mehr als vier Abschüsse erzielen konnte, bevor er hinter der Brüstung wieder in Deckung gehen musste. Zischend bohrten sich Blasterschüsse in die Mauer oder rasten durch die Luft, die Umgebung war erfüllt vom schrillen Wummern der E-Web-Geschütze und gebrüllten Kommandos auf Basic und der gutturalen, zornigen Sprache der Yevethaner. Sorel wusste nicht, was sie ihnen entgegen schrien, doch konnte er es sich gut vorstellen. Es waren Versprechen von Tod und Schmerz, beseelt von dem Willen, alle Imperialen und wohl auch die Fia auf dieser Welt zu vernichten.

Noch nie zuvor war der Corporal einem solchen Feind gegenübergestanden. Er hatte gegen Aufständische und Rebellen gekämpft, eifrig, doch zumeist nur mittelmäßig ausgebildet waren diese Feinde oft nach einigen Verlusten in Panik geraten und hatten den Rückzug angetreten. Einige waren cleverer gewesen und hatten die Imperialen mit Fallen und Hinterhalten auf Trab gehalten, und die Soldaten der Neuen Republik waren professionell und motiviert, doch der Fanatismus und die Geringschätzung nicht nur für das Leben des Feindes, sondern auch das eigene, das war etwas, das die Yevethaner besonders machte. In einer Situation, der wohl jeder republikanische und auch die meisten imperialen Kommandeure angesichts der hohen Verluste den Abbruch des Angriffs angeordnet hätte, griffen die Nichtmenschen weiter an. Der Blutzoll unter ihnen war hoch, die Imperialen wehrten sich erbittert, denn sie wussten, dass sie von diesem Feind weder Gnade noch Schonung erwarten konnten. War dies ihr letztes Gefecht?

Falls dem so war, würde Sorel sein Leben so beenden, wie er es geführt hatte, ohne Angst und als würdiger Jäger. Manche Kulturen glaubten an ein Leben nach dem Tod, die Trandoshaner waren sogar davon überzeugt, dass eine „Zählerin“ ihre Jagd nach dem Tod bewertete und ihnen einen entsprechenden Platz zuwies. Daran glaubte der kräftige Mensch zwar nicht, doch so oder so, er würde der Tradition seiner Familie keine Schande bereiten. Entschlossen legte er an und schoss, ein weiterer Yevethaner fiel. Rasch lud der Imperiale nach, seine kühlen blauen Augen blickten auf nur noch sechs Magazine, das aktuelle nicht mit eingerechnet.


„Ein Schuss, ein Treffer. Ein Schuss, ein Treffer...“


Wiederholte er leise das Mantra, das sein Vater ihm gelehrt hatte. Kurz sah er zu Vanutur, der Sergeant kämpfte mutig an seiner Seite. Heftiger Beschuss zwang sie in Deckung, und Sorel nickte ihm knapp zu.


„Sobald Sie die nächste Granate werfen, kümmere ich mich um den Feind mit dem Repetierblaster. Bereit? Und los!“


Der Sprengkörper flog durch die Luft, landete auf dem Boden, unmittelbar nach der Explosion erhob sich Sorel, zielte auf einen Yevethaner, der die Mauer mit einem erbeuteten Repetierblaster beschossen hatte, und drückte ab. Der Nichtmensch fiel zu Boden und als ein anderer die schwere Waffe aufheben wollte, schoss Sorel erneut. Er musste wieder in Deckung gehen, das Gegenfeuer fiel erneut heftig aus.


„Der Feind rückt auf die Lücken in der Mauer vor!“


Rief der braunhaarige Soldat über den Lärm des Gefechts hinweg, da hörte er das Geräusch von Stiefeln, die die Treppe zur Mauer hoch eilten, und eine vertraute Silhouette tauchte auf. Sam! Für einen Moment schien es, als wollte der Scharfschütze lächeln, doch seine Miene blieb kühl und undeutbar, als die Beobachterin neben ihm in Deckung ging. Auf ihrem Rücken trug die blonde Frau einen Z50 Granatwerfer und so nickte Sorel ihr zur Begrüßung zu.


„Wir müssen die Lücken in der Mauer frei von Feinden halten. Wenn sie es in den Nahkampf schaffen, sind wir im Nachteil. Starke Feindkonzentration vor der Mauer, sie rücken in Gruppen vor. Gute Ziele für Sie.“


Und da, bei diesen beiden Worten am Schluss, blitzte tatsächlich so etwas wie ein Lächeln kurz auf seinem Gesicht auf. Sam machte aus ihrer Vorfreude keinen Hehl, sie grinste breit, riss einen flotten Spruch und erhob sich dann. Der Granatwerfer zitterte ein wenig, als er aktiviert wurde, und einen Augenblick später wurde eine Granate mit dem unverwechselbaren Geräusch aus dem Lauf gejagt, flog im Bogen über den Vorplatz und landete mitten in einer Gruppe Yevethaner, denen nicht einmal mehr Zeit zum Schreien blieb, bevor sie von der Explosion förmlich verschlungen wurden. Die Private jubelte, dass das sogar besser als Sex sei, und trotz der ernsten Situation legte Sorel kurz die Stirn in Falten und ein kleiner Teil seines Verstandes grübelte kurz über diese Aussage nach. Seine Beobachterin feuerte noch zweimal, mit ähnlich spektakulärer Wirkung, saubere Volltreffer. Die Explosionen und die scharfkantigen, rasend schnellen Splitter sorgten für hohe Verluste bei den Yevethanern, selbst die, die überlebten, wurden verwundet und zum erstem Mal seit Beginn der Attacke wichen sie sogar etwas zurück, verteilten sich, um weniger attraktive Ziele zu bieten, und gingen in Deckung.


„Saubere Schüsse. Sie hätten es auch bei den Grenadieren weit gebracht.“


Lobte Sorel seine Kameradin und aus seinem Mund war dieses Lob umso bedeutender, da er sehr sparsam damit umging, und er ihr warf ihr einen kurzen Seitenblick zu. Sorgfältig stützte er sein Gewehr auf der Brüstung ab und feuerte auf die Yevethaner, die versuchten die wenige Deckung auf dem Vorplatz zu nutzen. Der Einsatz des Granatwerfers hob die Moral der imperialen Verteidiger und kurz brandete Jubel auf, ihr Feuer wurde stärker und zahlreiche Yevethaner fielen, als sie versuchten dem Beschuss zu entgehen. Ohne ihr Gegenfeuer war es für den Corporal bedeutend leichter, sie einen nach dem anderen auszuschalten. Es sah fast so aus, als hätten die Imperialen sich eine kurze Ruhepause erkämpft, als das Geräusch von mechanischen Füßen erklang, die über Schutt stampften. Ein AT-PT, an dessen Hülle bereits schwarze Stellen von Beschuss kündeten, tauchte hinter einer Hausruine auf, schwenkte seine Waffen und schoss in Richtung der Garnison. Die Yevethaner schienen mit dem Modell etwas Schwierigkeiten zu haben oder die Zielerfassung war beschädigt, jedenfalls gingen die Schüsse knapp fehl, doch das würde sich ändern, sobald der Kampfläufer näher kam.


Cochran, ich glaube, Sie haben ein neues Primärziel.“


Meinte Sorel im ruhigen Tonfall, fast so, als würden sie sich über das Mittagessen unterhalten, und er nickte ihr zu, eine Geste, die signalisierte, dass er auf ihre Fähigkeiten mit der Waffe vertraute.


[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Gal’fian’deprisi | Imperiale Garnison,| Corporal Sorel Zakev, Sergeant Kyle Vanutur, Private 1st Class Sam Cochran, weitere Soldaten
 
[Galantos – Gal`fian`deprisi – Imperiale Basis - Haupttor] Sergeant Kyle Vanutur, Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran, Charly Squad(NSCs), andere Soldaten(NSCs)

Die Schlacht ging weiter. Zakev hatte in ihrem kleinen Trupp die Führung übernommen. Kyle fand das sehr angenehm mal nicht nachdenken zu müssen, sondern sich nur aufs kämpfen konzentrieren zu können.
Er war nach seiner Grundausbildung gleich in eine Führungsrolle gekommen und hatte kaum „Mannschaftererfahrung.“ Daher war es eine Wohltat mal nur zu Handeln. Er war so in die Ausführung der Befehle vertieft das er nicht einmal mitbekam das Cochran zur Gruppe stieß. Sie hatte einen Mörser dabei und zersprengte den yevethanischen Wiederstand. Vanutur kam wieder zu Bewusstsein und besann sich seiner Führerrolle.

Die blonde Private wurde von Zakev gelobt und Kyle war davor es ihm gleich zu tun, doch entschied sich dagegen.
„Corporal gute Arbeit bis jetzt. Sie haben nun Feuerschutz ich begebe mich zum Tor zurück.“ Der Yevethanische Angriff war mittlerweile etwas abgeflacht so das Kyle schnell zum Tor kam. Es gab wenige Verluste. 4 Mann lagen regungslos an der Mauer. Einen davon erkannte Vanutur. Es war einer aus seinem Trupp! Ein junger Mann Mitte 20. War zwar schon länger dabei, aber nur im Garnisonsdienst. Nicht der hellste, geschweige denn beste, Soldat. Aber immerhin ein Teil des Charly-Squads!
Er verdrängte den Hauch von Trauer als jemand schrie, dass sich ein Kampfläufer nährte. Kyle sprinte auf die Mauer und beurteilte die Lage.
Sollte er die Raketenwerfer schon einsetzten? Nein! Die Yevethaner lernten schnell und wegen einem Kampfläufer seine letzte Waffe offenbaren war zu riskant.
Er schaltete sein Kommlink an und sprach zu Zakev

„Zakev, wir ziehen das Feuer des Kampfläufers auf uns. Cochran soll dieses Ding erledigen!“ er wandte sich an seine Soldaten „Männer, feuert auf das Cockpit des Kampfläufers. Zieht seine Aufmerksamkeit hier her.“
Gesagt getan. Dutzende Schüsse flogen Richtung Kampfläufer. Der Pilot versuchte sofort das Gerät in Richtung Haupttor zu drehen. Doch er war nicht geübt darin und es dauerte Zeit. Wertvolle Zeit die Zakev und Cochran nutzen konnten.

[Galantos – Gal`fian`deprisi – Imperiale Basis - Haupttor] Sergeant Kyle Vanutur, Corporal Sorel Zakev und Private 1st Class Sam Cochran(etwas abseits), Charly Squad(NSCs), andere Soldaten(NSCs)

Status Charly Squad
Auftrag: Verteidigung Haupttor
Team 1 (4/5)
Team 2 (3/4)
 
Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Imperiale Garnison/ Vorhof/ auf der Mauer/ Sam, Sorel, Kyle

Die Wirkung der explosiven Geschosse brachte die Moral der Yevethaner zum Wanken. Sie waren gezwungen, sich aufzuteilen, damit nicht jede Granate gleich ein Dutzend ihrer Kämpfer ausschaltete. Also mussten sie in Deckung gehen und sich auf einen Stellungskampf einlassen, den sie verlieren würden. Die imperialen Verteidiger hatten eine erhöhte Position, Scharfschützen und E-Web Geschütze. Die Angreifer konnten nun fachgerecht ins Jenseits geschossen werden, ohne eine wirkliche Gefahr darzustellen. Hier oben hatten sie Deckung und ein ideales Schussfeld.

"'Auch weit gebracht'? Ich sitze hier mit Leuten wie euch in der Falle. Wirklich weit ist das nun wirklich nicht."

, meinte sie halb im Scherz. Dass Vanutur sie geflissentlich ignorierte und lediglich den Scharfschützen lobte, hatte sie zur Kenntnis genommen. Der Typ legte es also wirklich drauf an. Doch ihr hämisches Grinsen gefror im Angesicht der nächsten Bedrohung: Bisher hatten sie es nur mit Infanterie zu tun gehabt. Die Fußsoldaten der Yevethaner konnten sich ohne Probleme durch die Straßen bewegen und auch enge Gassen nutzen, um voran zu kommen. Panzer und Kampfläufer mussten breitere Straßen nutzen, welche vermutlich von den Kämpfen beschädigt oder absichtlich von den Verteidigern beim Rückzug zerstört oder blockiert wurden. Standardvorgehen eben. Man jagt einen Wohnblock in die Luft um mit den Trümmern die Straße unbrauchbar zu machen. Doch dass die Nichtmenschen kreativ mit Problemen umgehen können, haben sie schon längst bewiesen. Immerhin haben sie eine imperiale Welt innerhalb von Stunden quasi erobert. Selbst die koordinierten Angriffe imperialer Invasionsmächte waren bei größeren Zielen auf mehrere Tage ausgelegt. Die letzte Schlacht von Corellia zog sich über Tage.

Doch irgendwie hatten die Bastarde es geschafft, einen Kampfläufer bis zur Garnison zu bringen. AT-PT, ein leichter Kampfläufer. Bewaffnet mit einem Zwillingsblaster und einem Granatwerfer war dieser Läufer sicher nicht das Gefährlichste, was der imperiale Fuhrpark zu bieten hatte. Jedes andere Fahrzeug könnte es problemlos mit ihm aufnehmen. Ein wenig kannte sich Sam ja mit den Maschinen der imperialen Streitkräfte aus, doch eine davon bekämpfen musste sie bisher noch nicht. Vermutlich war seine geringe Größe für den Kampfläufer von Vorteil, weshalb er verhältnismäßig früh sich dem Angriff auf die Garnison anschließen konnte.

Die Verteidiger waren für einen kurzen Moment wie erstarrt, weshalb der Kampfläufer die ersten Schüsse abfeuern konnte, noch bevor Befehle erteilt wurden, um das Ding aufzuhalten. Zakev wollte, dass Sam sich um die Kriegsmaschine kümmert.

"Mit dem Ding soll ich auf einen Kampfläufer ballern? Ich bin mir nicht sicher, ob das ..."

Ihre Bedenken blieben ungehört und Vanutur gab über ComLink bescheid, dass man das Feuer auf sich lenken solle, während Sam den AT-PT angriff. Irgendwie traute sie dieser Strategie nicht. Immerhin war sie von ausgerechnet DIESEM Sergeant. Doch der Selbsterhaltungstrieb nötigte sie dazu, zu handeln, denn die nächsten Schüsse des Zwillingsblasters trafen die Mauer, welche bei den Treffern erzitterte. Durastahlbeton prasselte auf die Helme der Verteidiger nieder. Also gut, sie musste handeln. Vorsichtig spähte sie über die Zinnen der Mauer, während um sie herum jeder Soldat aus allen Rohren feuerte. Der Kampfläufer näherte sich langsam, hatte sich aber nun auf die Verteidiger eingeschossen. Sam schätzte, dass er für den Z50 nahe genug war. Sie atmete tief durch, erhob sich aus der Deckung und legte auf den AT-PT an. Flump ... Flump ... Zwei Granaten zischten durch die Luft. Eine von ihnen flog knapp an dem Läufer vorbei und traf eine Gruppe Yevethaner, die hinter einem Speederwrack kauerten, die andere traf das Cockpit des Kampfläufers. Doch dieser ließ sich davon nicht beirren.

"Die Frontpanzerung ist zu stark!"

Splittergranaten waren nicht zwingend Panzerbrechend. Zwei hatte sie noch in der Trommel, sieben weitere in der Umhängetasche. Ob sie genügend Zeit hätte, um nachzuladen? Würde es überhaupt etwas bringen, weiter Munition an dem AT-PT zu verschwenden?

"Geben Sie mir das Ding.", sagte plötzlich jemand neben ihr und schon spürte sie, wie jemand ihr entschlossen den Granatwerfer entwendete. Sam hatte schon ihre rechte Hand zur Faust geballt und wollte gerade mit einer Schimpftirade beginnen, dann erkannte sie, wer da neben ihr saß: Lieutnant Salisi. Wo kam die rothaarige Offizierin so plötzlich her? Was machte sie bei der vordersten Verteidigungslinie? Verblüfft überließ Sam ihr den Granatwerfer. Salisi stellte sich breitbeinig hin, legte an, zielte kurz, dann flogen die letzten beiden Granaten durch die Luft und trafen genau das Gelenk des rechten Beines. Der AT-PT knickte augenblicklich zur Seite weg und ging zu Boden. Die Offizierin gab kommentarlos Sam die Waffe zurück.

"An alle Verbliebenen. Wir haben hier genug Zeit investiert. Augenblicklicher Rückzug durch das Westtor. Keine Heldentaten, verstanden? Salisi Ende."


Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Imperiale Garnison/ Vorhof/ auf der Mauer/ Sam, Sorel, Kyle, Lieutnant Salisi
 
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Das Blatt hatte sich gewendet, zumindest im Augenblick hatten die Imperialen die Oberhand und konnten ihre bessere Position nun auch wirklich nutzen, um die Angreifer zurückzudrängen, nicht zuletzt war dieser Erfolg auch wichtig für die Moral der Soldaten, die bis dahin ein geradezu verzweifeltes Gefecht gegen einen Gegner geführt hatten, der das Wort Aufgeben nicht zu kennen schien. Doch hier und jetzt hatten sie Schwäche gezeigt und der Mythos, der die Yevethaner umgab, war zwar nicht gebrochen, doch zumindest angekratzt. Man konnten sie töten, man konnte sie abschrecken, und man konnte sie besiegen. Sorel hoffte, dass besonders die unerfahrenen Verteidiger daraus Stärke beziehen würden, der Scharfschütze wirkte jedoch so ruhig und unbewegt wie immer, so hätte es nie einen Grund zur Sorge gegeben. Sergeant Vanutur lobte ihn für seinen Anteil an diesem Erfolg und schien auch kurz Sam etwas sagen zu wollen, schwieg dann aber und begab sich zum Tor, um den Rest der Einheit zu überprüfen.

Einen Augenblick schwieg Sorel, seine Beobachterin wirkte angesichts der fehlenden Wertschätzung des Unteroffiziers verstimmt, ihr Verhältnis zu Vanutur war dadurch bestimmt nicht besser geworden. Die blonde Soldatin meinte halb ernst, halb scherzend, dass sie hier mit Leuten wie Sorel und dem Sergeant festsaß und es damit entgegen der Aussage des Scharfschützen wohl doch nicht so weit gebracht hatte.


„Weit genug, um vielleicht dieses Gefecht zu gewinnen. Das ist mehr, als die meisten anderen je von sich sagen werden können.“


Meinte der kräftige braunhaarige Mensch und sah seine Beobachterin aus seinen kühlen blauen Augen an, sein Gesichtsausdruck verriet, dass er es damit ernst meinte und darin lag eine stille Anerkennung für ihre Leistung und eine größere Akzeptanz für ihr eigenwilliges Verhalten. Vielleicht hatte er sie vorhin zu hart angegriffen, Sam Cochran war niemand, den man disziplinieren und zur braven, beflissenen Zusammenarbeit mit Leuten bringen konnte, die sich nicht mochte. Sie funktionierte als Chaos, als unberechenbares Element. Das war zwar eine gänzlich andere Vorgehensweise als seine, doch musste er wohl lernen, dies zu akzeptieren. Einige der imperialen Verteidiger mochten auf eine kurze Ruhepause gehofft haben, nachdem der Einsatz des Granatwerfers die Reihen der Yevethaner stark ausgedünnt und den Rest in Deckung gezwungen hatte, doch wurde diese Hoffnung rasch enttäuscht, als der gekaperte AT-PT auftauchte und sich auf die Garnison einschoss.

Der Kampfläufer war veraltet und keineswegs der Stolz der Armee, doch fand man ihn in abgelegenen und eher unwichtigen Basen noch recht häufig und das Modell war nicht zu unterschätzen, für die allgemein nur leicht bewaffneten Infanteristen der Garnison war er eine tödliche Bedrohung, die ausgeschaltet werden musste, und zwar schnell. Ein cleverer Schachzug der Yevethaner, die zahlreichen Trümmer blockierten zwar die Straßen für größere Fahrzeuge, doch der vergleichsweise schmale und kleine AT-PT passte und war für die Aufgabe geeignet, die ihm zugedacht war, ein Musterbeispiel an militärischer Effizienz. Rasch gingen Sorel und die anderen Verteidiger in Deckung und er wies Sam an, ihren Granatwerfer gegen den Kampfläufer einzusetzen.

Seine Kameradin äußerte Bedenken, sie war sich wohl unsicher, ob die Granaten ausreichen würden, die Panzerung zu durchbrechen. Splittergranaten waren hauptsächlich für den Einsatz gegen ungeschützte Infanterie gedacht, doch in Ermangelung anderer schwerer Waffen wie Raketenwerfern oder einem verbündeten Kampfläufer hatten sie kaum eine andere Wahl.


„Mit etwas Glück hält der Beschuss ihn zumindest etwas auf und beschädigt seine Waffen!“


Rief Sorel über den Lärm des Ablenkungsfeuers, das Sergeant Vanutur befohlen hatte. Irgendetwas mussten sie tun, denn mittlerweile hatte sich der AT-PT auf sie eingeschossen und sein Beschuss brachte die Mauer zum Zittern. Der Scharfschütze verfolgte, wie Sam den Kampfläufer in Reichweite kommen ließ und dann schoss, zwei Granaten flogen auf das Ziel zu. Eine ging knapp fehl, erwischte aber immerhin ein paar in Deckung kauernde Yevethaner, die andere war ein sauberer Volltreffer. Krachend explodierte die Granate und färbte die Panzerung schwarz, doch sie hielt und nach einer kurzen Verzögerung stampfte der AT-PT weiter vorwärts. Die Frontpanzerung war zu stark, wie seine Beobachterin nun schrie.


„Sergeant, wir brauchen einen Raketenwerfer, um den Läufer zu knacken! Wir können nicht raus und versuchen, ihn an Seiten oder Rücken zu treffen, zu viel feindliche Infanterie in seiner Nähe!“


Gab Sorel über Comlink durch und sah zu Sam.


„Sparen Sie sich die Munition auf, vielleicht können wir die Infanterie soweit zurückdrängen, dass...“


Setzte der Corporal an, da kletterte plötzlich jemand auf die Mauer, stellte sich neben Sam und nahm ihr entschlossen den Granatwerfer ab. Es war niemand anderes als Lieutenant Salisi, die Rothaarige prüfte kurz die Lage und beäugte den Kampfläufer mit einem Blick, der sich durch Durastahl hätte fressen können, dann legte sie an, zielte sorgfältig und schoss. Erneut rasten zwei Granaten durch die Luft, doch diesmal tiefer, und Sorel befürchtete bereits, sie würden nur den Boden vor dem Läufer treffen, da trafen die Granaten das rechte Bein des AT-PT genau an dessen Gelenk. Die Wirkung war spektakulär, wie ein getroffener Riese kippte der Kampfläufer zur Seite und schlug donnernd auf dem Boden auf, Rauch und Staub stiegen in die Luft.

Ohne viel Federlesen reichte Salisi der Beobachterin wieder den Granatwerfer, warf einen Blick auf die Lage vor dem Mauer und nickte dann leicht, mehr zu sich selbst. Draußen formierten sich die Yevethaner bereits wieder neu, das zornige Gebrüll ihrer Krieger wurde lauter und dumpf war in der Ferne das Geräusch von mechanischen Füßen zu hören, die über Schutt stiegen. Mehr Fahrzeuge, mehr Infanterie, und das schon bald. Also traf Salisi eine Entscheidung, öffnete eine Funkverbindung und erteilte den Befehl zum Rückzug durch das Westtor. Sergeant Vanutur bestätige die Anweisung und erklärte sich bereit, den Rückzug zu decken, dann sah die Offizierin zu Sorel und Sam.


„Ich will sie beide beim ersten Trupp haben, der zum Westtor geht. Folgen sie dem Straßenverlauf etwa 700m und betreten sie dann ein ockerfarbenes Gebäude der Fia. Es ist mit einem weißen X an der Hauswand markiert. Darin befindet sich der Zugang zu einem Tunnelnetzwerk, das wie wir glauben vor vielen Jahrzehnten oder sogar schon früher von den Fia angelegt wurde und das wir erst vor kurzem entdeckt haben. Die sind offenbar cleverer, als wir dachten, keine großen Kämpfer, aber gut darin, sich zu verstecken. Und genau das werden wir jetzt auch tun. Sobald der letzte Trupp drin ist, versiegeln wir den Einstieg. Abrücken, los!“

Sorel nickte, die rothaarige Frau hatte großen Respekt verdient. Ein kurzer Blick zu Sam, dann setzten sie sich in Bewegung, trafen sich mit einem Trupp von acht Soldaten und verließen die Garnison eilig und so unauffällig wie möglich durch das Westtor. Die Schäden in diesem Bereich der Stadt hielten sich in Grenzen und sie hatten guten Sichtschutz durch viele intakte Gebäude, bis sie schließlich am Ziel eintrafen. Das Haus war im Stil der Fia erbaut und war sehr unauffällig, von dem kleinen, auf den ersten Blick gar nicht zu erkennendem X einmal abgesehen.


„Hier sind wir richtig.“


Rasch betraten die imperialen Soldaten das Haus. Halb von Planen verdeckt befand sich in einem der hinteren Räume ein tiefes Loch in der Erde, gerade breit genug für drei Personen, und man konnte den Anfang eines Tunnels erkennen. Sorel betrachtete die Öffnung neugierig, dann nickte er den anderen zu.


„Ich gehe vor und prüfte die Stabilität.“


Vorsichtig setzte sich Sorel an den Rand des Abgrunds und ließ sich nach unten gleiten. Es war dunkel, aber trocken und die Luft war atembar. Stabil aussehende Stützstreben hielten den Tunnel intakt und als der Scharfschütze eine Taschenlampe aktivierte, stellte er anerkennend fest, dass die Fia offenbar gute Arbeit geleistet hatten. Er ging noch ein paar Schritte vor, dann kehrte er zum Einstieg zurück, sah nach oben und hob den Daumen.


„Ist stabil. Kommen sie runter.“


Sorel sah hoch zu Sam und glaube kurz Skepsis auf ihrem Gesicht erkennen zu können, also nickte er ihr bestätigend zu und brachte ein schmales Lächeln zustande.


„Wir werden leben wie Wompratten, aber wir werden leben.“


Erklärte er knapp und wartete dann ab. In der Ferne war der Gefechtslärm lauter geworden, es blieb nicht mehr viel Zeit.


[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Gal’fian’deprisi | Gebäude mit Einstieg in Tunnelnetzwerk | Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran, weitere Soldaten
 
[Galantos – Gal`fian`deprisi – Imperiale Basis - Haupttor] Sergeant Kyle Vanutur, Corporal Sorel Zakev und Private 1st Class Sam Cochran(etwas abseits), Charly Squad(NSCs), andere Soldaten(NSCs)

Die Mauer erzitterte! Der Pilot des AT-PT schoss sich immer mehr ein. Es würde nicht mehr lange dauern bis es Tote gab. Endlich flogen zwei Granaten auf den Läufer zu. Eine ging daneben, erwischte aber einen Trupp Yevethaner, die hinter einem Wrack Deckung suchten. Der Andere war ein sauberer Volltreffer auf die Frontpanzerung. Doch sie hielt und nach einer kurzen Verzögerung nahm der AT-PT das Feuer wieder auf.
Sorel verlangte per Funk den Einsatz der Raketenwerfer. Kyle war nun auch der Meinung das man diesen Trumpf jetzt ziehen musste! Doch dann flogen weitere Granaten durch die Luft. Diesmal trafen sie das Gelenk des rechten Beines. Erst wankte der Läufer und dann fiel er!


Kurze Jubelschreie der Verteidiger änderten sich schnell wieder in Abwehrfeuer gegen die immer noch angreifenden Aliens! Sie hatten sich in mehrere Gruppen aufgeteilt und streuten so das Feuer der Verteidiger. Doch am Ende des Tages würde man Stand halten können.

„Sehr gut Zakev und Cochran. Warum nicht gleich so?“ fragte er ins Commlink. Doch statt einer Antwort des Scharfschützen ertönte die Stimme der Frau Lieutenant Salisi. Sie befahl den Rückzug und forderte keine Heldentaten. Momentan lief es gut, warum sollte man jetzt fliehen? Hatte sie Angst bekommen? Egal! Kyle war klar das man sich nicht von jetzt auf gleich umdrehen und rennen konnte.

„Lieutenant? Hier Vanutur. Ich verbleibe mit meinem Squad in derzeitiger und schiesse ihnen etwas Vorsprung heraus. Zudem schicke ich alles an schweren Gerät ihnen hinterher.“
„Verstanden, Sergeant. In 7 Minuten weichen auch sie aus.“
„Jawohl. Vanutur Ende!“


Kyle hatte noch gut 15 Mann am Tor. Er und sein Squad waren 7 Mann. Die anderen 8 waren normale Garnisionssoldaten. Er schaute kurz und fand einen anderen Sergeanten. Er winkte ihn ran.
„Sergeant! Schanppen sie sich alle Männer die nicht zu meinem Squad gehören. Ein E-Web abmontieren und die Raketenwerfer mitführen. Sie gehen zum Westtor und stoßen dort zu Lieutenant Salisi! Fragen? Nein? Gut, Ausführung!“
Der Sergeant trommelte die Männer zusammen und 3 Minuten später waren sie auf dem Weg zum Westtor.


„Charly-Squad? In 4 Minuten weichen wir überschlagend Richtung Westtor aus. Vorher geben wir denen saures!“
Ein Lautes Jawohl kam zurück und die Männer eröffneten das Feuer! Die Yevethaner, durch das weniger werdende Feuer motiviert stürmten voran! Mehrere Minuten lang erfüllten nur Schüsse und bestialische Schreie die Luft!
Dann war es soweit! Man musste weg, der Druck wurde zu groß.
„Royce? Ausweichen! Trupp 1? Granaten werfen!“ und schon flogen mehrere Granaten auf die Yevethaner die sich bis auf wenige Meter an die Mauer herangekämpft hatten. Die Explosionen warfen sie zurück.

Jetzt waren sie nur noch zu viert auf der Mauer. Wenn die Yevethaner jetzt vor stürmen wären sie geliefert. Doch Royce rief ihm zu das sein Trupp in Stellung ist.
„Granaten vor! Jetzt!“ rief Vanutur. Ein letztes Mal flogen Granaten. 3 auf die Aliens, 1 blieb beim E-Web Geschütz liegen um es unbrauchbar zu machen. Dann rannten sie. Als sie mehrere Meter hinter Royce Trupp waren gingen sie in Sicherungsposition. Nun rannte Royce Trupp! Dieses Spiel ging weiter bis man am Westtor angelangt war.

Kyle sondierte die Lage! Etwa 700 Meter entfernt sah er ein Trupp Imperialer die ein Haus sicherten. Das musste das Ziel sein! Doch in jenem Moment ertönte ein lauter Knall! Das Haupttor war aufgesprengt wurden.
„Royce? 700 Meter die Straße runter! Los!“ Sein Trupp rannte! Kyle jedoch nicht. Er ging ins Torhaus und schloss das Tor. Danach machte er seine Granate scharf und lies sie fallen. Er sprang aus dem Haus und schaffte es gerade noch so durch das Tor bevor es schloss. Dann rannte auch er los! 700 Meter! Er erreichte das Haus zeitgleich mit seinem Squad und sie verschwanden darin. Dann ging es in einen Tunnel.

An diese hatte er gar nicht gedacht! Die Fia hatten sie angelegt und nun retten sie den Imperialen das Leben. Ironische Geschichte.
Kyle suchte Lieutenant Salisi auf und meldete sich zurück.
„Sehr gut Sergeant. Sie haben uns gute Zeit verschafft.“
„Danke, Frau Lieutenant!“ Er sah sich um und fand Cochran und Zakev die beide an einer Wand lehnten und verschnauften. „Aber ohne die Hilfe von Corporal Zakev und Private 1st Class Cochran, hätten wir das Tor nicht so lange halten können!“

[Galantos – Gal`fian`deprisi – Unterirdisches Tunnelsystem] Sergeant Kyle Vanutur, Corporal Sorel Zakev und Private 1st Class Sam Cochran(etwas abseits), Lieutenant Salisi(NSC) Charly Squad(NSCs), andere Soldaten(NSCs)

Status Charly Squad
Auftrag: Keinen
Team 1 (4/5)
Team 2 (3/4)
 
Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Imperiale Garnison/ Vorhof/ auf der Mauer/ Sam, Sorel, Kyle, Lieutnant Salisi

Immer noch verblüfft über die Situation, lauschte Sam den Worten der rothaarigen Offizierin, die dieses Intermezzo beenden will. Sie hatten lange genug ausgeharrt. Die Reaktionen über den ComLink-Verkehr kamen prompt, aber militärisch geordnet: Vanutur, der alberne Sergeant vom Tor, meldete sich freiwillig, um den Rückzug zu decken. Hatte Sam kein Problem damit. Um den wäre es nicht schade. Dann wandte Salisi sich an Sam und Zakev: Sie sollten zu den ersten gehören, die den Rückzugsunkt erreichen. Auch damit konnte Sam leben. Auf der anderen Seite der Garnison tummelten sich wahrscheinlich noch nicht mal halb so viele Yevethaner. Gute Chancen also, eine Weile ohne Feindbeschuss durch die Straßen zu spazieren. Der Schütze und die Beobachterin nickten, dann warfen sie sich einen Blick zu und ohne ein weiteres Wort zu verlieren, verließen sie die Plattform auf der Mauer. Sam schnallte sich den Granatwerfer wieder auf den Rücken und zog ihr E-11 aus dem Holster. Der Blaster würde ihr auf dem Weg zum Rückzugspunkt mehr helfen.

An besagtem Westtor formierten sie sich mit acht weiteren Soldaten zu einem schlagkräftigen Squad, mit welchem sie die Garnison unbehelligt verließen. Sam war froh, dass sie das Donnern der Artillerie und das peitschen der Blasterschüsse hinter sich lassen konnte. Sie hatte es während dem Gefecht nicht wahrgenommen, aber es hatte sie doch ein wenig mehr belastet, als sie sich eingestehen würde.

Das Safehouse war schnell erreicht. Es war ein typisches Gebäude für diese Stadt und hob sich wirklich nur durch ein kleines, weißes X hervor, dass man auch leicht hätte übersehen können. Zum Glück hatte die Offizierin ihnen recht präzise Instruktionen gegeben. Sam schaute sich mit dem Blaster im Anschlag ein letztes Mal um, warf noch einen Blick auf die entfernte Garnison, dann folgte sie den anderen Soldaten in das Haus und schloss die Tür hinter sich.

Innen hatte Zakev bereits Planen von einer Öffnung im Boden gezogen. Das Loch, dass sich im Boden auftat war breit. Egal wie fett man war, man konnte zumindest den Eingang des unterirdischen Tunnels erreichen. Bei dem Gedanken, dort unten mehrere Wochen auszuharren, schüttelte es Sam. Ein Leben unter der Erde hatte sie sich nicht gewünscht.

Natürlich musste der Scharfschütze der Erste sein, der sich nach unten wagte, um die Lage zu überprüfen. Sam trat an das Rand des Loches und schaute ihm misstrauisch hinterher. Es gab nicht viel zu sehen, außer ein kleiner Lichtkegel, der aufgeregt hin und her hüpfte. Dann konnte man Zakev erkennen, der mit einer Geste andeutete, dass alles in Ordnung war. Wirklich Lust hatte Sam auf den Trip trotzdem nicht.

"Jetzt fängst du an Witze zu machen? Du musst echt nicht mehr alle Latten am Zaun haben."

, meinte sie und kletterte zu ihm hinunter ins Dunkle, gefolgt von den restlichen Soldaten. Wahrscheinlich würden jetzt nach und nach die Trupps eintreffen, darunter auch Salisi und Vanutur. Falls sie noch lebten. Eigentlich der ideale Zeitpunkt für eine Pause, doch Sam packte die Neugierde.

"Diese verdammten Fia sind wohl doch cleverer als sie aussehen. Wie lang dieser Tunnel wohl ist? Womöglich haben sie sogar Räume angelegt?"

Sam zog eine eigene Taschenlampe aus ihrem Mehrzweckgürtel und machte ein paar Schritte in den Tunnel hinein, doch da hörten sie, wie sich die Türe oben im Haus öffnete. Die gesamte Truppe schnellte herum mit Blastern im Anschlag.

"Nicht schießen!", rief eine vertraute Stimme. Einen Augenblick später stand Salisi bei ihnen unten im Loch, gefolgt von mehreren Soldaten aus den verschiedensten Einheiten: Infanterie, Mechaniker, Piloten, sogar Sturmtruppler waren darunter. Wo sie die nur aufgetrieben hatte?

"Wir warten auf den Rest, dann schauen wir uns das hier näher an. Nutzen Sie den Augenblick für eine Pause."

Sam knipste ihre Taschenlampe wieder aus und folgte dem ersten Impuls, sich hinzusetzen. Sie war seit mehreren Stunden auf den Beinen. Die Übungen am Morgen kamen ihr so vor, als wären sie bereits eine Ewigkeit her. Seitdem hatte sie kaum eine ruhige Minute gehabt. Erst jetzt merkte sie, dass ihre Beine und Hände zitterten. Ihr Körper war überstrapaziert, völlig erschöpft. Eine kurze Pause hatte sie bitter nötig.

Nach Minuten des Anschweigens tauchten dann die letzten Soldaten auf. Vanutur lebte noch und lobte den Einsatz von Sam und Zakev. Die erschöpfte Frau streckte lediglich ihre Faust in die Luft und sagte leise
"Hip hip, hurra!".

Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Imperiale Garnison/ Vorhof/ auf der Mauer/ Sam, Sorel, Kyle, Lieutnant Salisi


 
[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Gal’fian’deprisi | Gebäude mit Einstieg in Tunnelnetzwerk | Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran, weitere Soldaten

Der Kontrast zwischen dem ohrenbetäubendem Gefechtslärm bei der Garnison und der Stille im dunklen Tunnel hätte nicht größere sein können, nur dumpf war in weiter Ferne das Donnern der Geschütze zu hören und bei besonders schweren Einschlägen bebte der Tunnel ein wenig, zeigte aber keine Anzeichen von Instabilität. Die Fia hatten gründlich und intelligent gearbeitet und die unterirdischen Gänge sorgfältig abgestützt und tief genug angelegt, dass sie vermutlich sogar einen Volltreffern überstehen konnten. Sorel war beeindruckt von der Sorgfalt und Präzision, mit der die harmlos und passiv wirkenden Nichtmenschen dieses Netzwerk erbaut hatten. Es stimmte, die Bewohner von Galantos waren keine Krieger, aber offenbar hatte man ihre Intelligenz erheblich unterschätzt. Der Scharfschütze zollte den Fia innerlich Respekt, in seinen Augen waren diese Tunnel ein Beweis für den Wert ihrer Spezies. Selbst die fähigen Pioniere der imperialen Armee hätten kaum bessere Arbeit leisten können, eine Meinung, die der Corporal allerdings trotz der Abwesenheit von ISB-Loyalitätsoffizieren lieber für sich behielt. Das hier war kaum der richtige Zeitpunkt für eine solche Aussage.

Sam schien dennoch nicht begeistert von der Aussicht zu sein, hinabzuklettern, was ihr Vorgesetzter der blonden Soldatin nicht verübelte. Die Tunnel waren dunkel und eher kühl und die Aussicht, bei einem Einsturz lebendig begraben zu werden, weckte Urängste, die viele intelligente Spezies in sich trugen. Trocken meinte die Beobachterin, dass er wohl nicht mehr alle Latten am Zaun hatte, worauf der kräftige Mensch lediglich mit einem angedeuteten Nicken reagierte, dann kletterte sie doch hinab und auch der Rest des Trupps folgte teilweise eher zögerlich. Nun doch neugierig geworden sah sich Sam um, gestand den Fia ebenfalls eine gewisse Cleverness zu und mutmaßte, dass sie vielleicht sogar Räume angelegt hatten.


„Möglich. Das Netzwerk macht einen sehr verzweigten Eindruck und an manchen Stellen könnte es breit genug sein, um Lager oder ähnliches zu beherbergen. Wenn es als Zufluchtsort gedacht war, ist das sogar sehr wahrscheinlich.“


Nachdenklich strich sich Sorel über sein Kinn. Salisi hatte erwähnt, dass die Tunnel älter waren, schon lange vor der Ankunft des Imperiums erbaut. Hatten die Fia sie einst zum Schutz vor Invasoren angelegt? Vielleicht sogar als Basis für einen Guerillakampf? Es klang angesichts der Harmlosigkeit und Unterwürfigkeit dieser Spezies absurd, doch vielleicht war all das bloß Täuschung gewesen, immerhin hatten sie es auch geschafft, dieses Tunnelnetzwerk lange vor dem Imperium geheim zu halten. Seine Beobachterin hatte derweil ihre Taschenlampe eingeschaltet und sich etwas tiefer vorgewagt, da war plötzlich ein Geräusch zu hören. Die angespannten imperialen Soldaten wirbelten augenblicklich herum, die Waffen im Anschlag, doch zur allgemeinen Erleichterung handelte es sich um Salisi und ihre bunt zusammengewürfelte Truppe, bestehend aus allen, die sie wohl in der Garnison noch hatte zusammentreiben können.

Der Scharfschütze ließ seine Blasterpistole sinken und nickte der rothaarigen Offizierin knapp zu, als sie Anweisungen gab, für den Moment bot sich eine Gelegenheit zur Rast. Diese Gelegenheit nutze Sam zugleich, die Beobachterin schaltete ihre Taschenlampe aus und setzte sich an einer der Tunnelwände. Sorel warf ihr einen kurzen Blick, ihr war die Erschöpfung deutlich anzusehen. Auch er spürte die Belastung des erbitterten Gefechts und so setzte er sich ihr gegenüber, schloss für eine Weile die Augen und beruhigte seinen Atem. Einatmen, auf vier zählen, ausatmen. Auch die übrigen Soldaten gönnten sich etwas Ruhe und einige Minuten herrschte Ruhe, dann trafen der letzte Trupp ein, geführt von Vanutur. Der Unteroffizier wurde von Lieutenant Salisi mit einem Dank für die Zeit begrüßt, die er ihnen verschafft hatte, und er lobte die Bemühungen von Sorel und Sam. Der Corporal nickte leicht, seine kühlen blauen Augen auf die beiden gerichtet, und signalisierte damit der Rothaarigen, dass Vanutur seiner Ansicht ebenfalls gute Arbeit geleistet hatte. Seine erschöpfte Beobachterin beließ es dabei, kurz die Faust hoch zu strecken und etwas zu murmeln.


Salisi und vier Pioniere kehrten dann zum Einstiegspunkt zurück und machten sich daran, diesen zu versiegeln, damit die Yevethaner ihnen nicht folgen konnten. Mittlerweile hatten sich die übrigen Soldaten etwas verteilt, viele saßen auf dem Boden oder lehnten an den Wänden und hatten ihre Helme abgenommen und die Waffen abgelegt, Rucksäcke wurden geöffnet und Wasserflaschen und Feldrationen kamen zum Vorschein. Sorel widmete sich zunächst seinem E-11s, legte es vorsichtig auf den Boden und überprüfte es gründlich, dann zählte er die verbliebenen Magazine, als sich eine vertraute Gestalt näherte. Es war Corporal Horl, den er beim Manöver wiedergesehen hatten, der Soldat lächelte erschöpft und schüttelte Sorel die Hand.

„Tut verdammt gut zu sehen, dass Sie und ihre Beobachterin es geschafft haben, Zakev.“

Meinte er und nickte Sam freundlich zu. Sorel lächelte ebenfalls dünn.


„Ebenso.“

Erwiderte er knapp, aber mit ehrlicher Zufriedenheit in der Stimme. Einer seiner Männer rief nach Horl und er kramte kurz in seinem Rucksack und brachte zwei Feldrationen und eine Wasserflasche zum Vorschein, die er dem Scharfschützen in die Hand drückte, dann kehrte er zu seinem Trupp zurück. Sorel hielt die Verpflegung in den Händen, überlegte nicht lange und reichte Sam beide Energieriegel und die Wasserflasche.


„Ich habe keinen Hunger, aber wenn noch ein Schluck übrig bleibt, fände ich das gut. Mehr brauche ich nicht.“


Erklärte er und meinte es auch so. Sein Vater hatte ihm schon früh beigebracht, wie man in der Wildnis überlebte und selbst mit minimalen Vorräten zurecht kam, und somit war Sorel äußerst genügsam und Entbehrungen gewohnt. Solange genügend Wasser übrig blieb, würde er zurechtkommen.


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Zakev nickte kurz und Cochran streckte, vermutlich mit einem sarkastischen Kommentar, nur die Faust hoch. Doch das interessierte ihn wenig und er wandte sich wieder der Frau Lieutenant zu. Sie wirkte etwas ratlos und erschöpft. Auch wenn sie es nicht zugeben würde war sie leicht überfordert. Solche Situationen wie hier lernt man nicht an den Akademien. Weder an der für Offiziere, noch an der für Unteroffiziere. Doch nun kam es darauf an das umzusetzen was man als Offizier lernte. Souveränität ausstrahlen, bei absoluter Ahnungslosigkeit.

„Lieutenant Salisi. Ich weiß das die Männer Ruhe brauchen, doch wir sollten schnellstmöglich unser weiteres Vorgehen besprechen. Ich schlage vor wir schicken einen Erkundungstrupp los. Zudem sollten wir Munitionsstand und Lebensmittel überprüfen.“
Seine Worte holten Salisi aus ihrer Lethargie.
„Sie haben Recht, Sergeant.“ Sie winkte Zakev, Corporal Royce und den Sergeanten, den Kyle selbst vorhin losgeschickt hatte, zu sich.

„Meine Herren.“ Sie ging in die typische Offiziers Haltung. „Die Situation ist schwer und anders als wir sie vielleicht gewohnt sind. Dennoch müssen wir jetzt zusammenhalten. Sie sind zusammen mit mir die ranghöchsten Soldaten in diesem“ sie schaute sich um „Loch. Sergeant Vanutur ist mein Stellvertreter. Wir müssen jetzt erstmal Ruhe und Ordnung hier hereinbekommen.“ Sie wandte sich an dem anderen Sergeanten zu.
„Sergeant Tudus? Sie sind einer der hiesigen Truppen. Stellen sie eine Liste auf wie viele Männer wir haben und wer in welcher Truppengattung tätig ist.
Corporal Zakev und Royce? Sie finden heraus was wir an Ausrüstung haben und lassen alles sortieren. Munition, Waffen, Nahrungsmittel und Medikamente.
Vanutur? Sie geben ihrem Trupp eine kurze Verschnaufpause und kümmern sich dann mit um die Verwundeten.“
Jetzt meldete sich Kyle zu Wort “Frau Lieutenant? Wir sollten einen Erkundungstrupp nicht vergessen. Ich schlage Private 1st Class Cochran vor diesen zu leiten. Sie ist kampferfahren und ich denke sie ist der Aufgabe gewachsen.“
„Eine gute Idee. Corporal Zakev? Sie ist ihre Spotterin, halten sie das für eine gute Idee? Darüber hinaus. Haben sie sonst noch Fragen, meine Herren? Wenn nicht dann werden wir eine weitere Besprechung abhalten, wenn der Erkundungstrupp wieder da ist.“

Kyle hoffte das diese Geste als Friedensangebot rüber kam. Auch wenn sie sich menschlich nicht verstehen und vermutlich nie verstehen würden hatte sie bis jetzt sehr gute Arbeit geleistet. Und dieses Angebot sollte ihr das zeigen. Dass sie es vermutlich als Beleidigung wahrnehmen würde war ihm egal.

[Galantos – Gal`fian`deprisi – Unterirdisches Tunnelsystem] Sergeant Kyle Vanutur, Corporal Sorel Zakev und Private 1st Class Sam Cochran(etwas abseits), Lieutenant Salisi(NSC) Charly Squad(NSCs), andere Soldaten(NSCs)

Status Charly Squad
Auftrag: Keinen
Team 1 (4/5)
Team 2 (3/4)
 
Zuletzt bearbeitet:
Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Unterirdisches Tunnelsystem/ großer Raum/ Sam, Sorel, Kyle, Lieutnant Salisi, andere Soldaten

Sams Augen waren so erschöpft, dass die Lider einfach nach unten klappten. Sich dagegen zu wehren war im Moment unmöglich. Die Ruhe um sie herum, das gedämpfte Licht, das langsam verschwindende Adrenalin und die Erschöpfung machten sich in diesem Augenblick bemerkbar. Einschlafen erlaubte sie sich jedoch noch nicht. Nur die Augen ein wenig ausruhen. Sie hörte Zakevs Stimme, wie er sich mit jemandem unterhielt, konnte das Gemurmel der anderen Überlebenden wahrnehmen und ihrem eigenen Atem lauschen. Wann war sie das letzte Mal so am Ende ihrer Kräfte gewesen? Ihr viel kein Vergleich an. Etwas derartiges hatte sie noch nie erlebt, obwohl sie schon in andere Abgründe geschaut hatte. Aus den vergangenen Erfahrungen wusste sie jedoch, dass diese sie stärker und härter gemacht haben. Ohne diese Erfahrungen wäre sie nicht die Sam, die sie heute war. Und Sam war im großen und ganzen mit sich zufrieden. Immerhin war sie noch am Leben, gesund und fast schon munter. Nur auf die Gesellschaft und auf die Situation, in die sie da hineingeschlittert ist, hätte sie verzichten können. Und eine Dusche wäre schön. Sie war nach wie vor verdreckt. Nur der Brustpanzer war sauber.

Dann spürte sie, wie jemand sich ihr näherte. Unter größter Anstrengung öffnete sie ihr rechtes Auge. Da die Lichtverhältnisse in dem unterirdischen Gang nicht optimal waren, brauchte sie eine Weile, um zu registrieren, dass der Scharfschütze vor ihr stand. In den Händen hatte er eine Feldflasche und zwei Energieriegel.

"Ich bin auf keine Almosen angewiesen."

, meinte sie nur knapp. Sie schnappte sich einen der Riegel und die Wasserflasche, nahm einen kräftigen Zug daraus und gab sie Zakev zurück. Die angenehm kühle Flüssigkeit weckte ihre Lebensgeister wieder zum Leben. Sie öffnete das andere Auge und packte den Energieriegel aus. Mit zwei bissen war er kaum zerkaut heruntergeschlungen. Genau das hatte sie jetzt gebraucht.

Währenddessen hatte Salissi die höherrangigen Soldaten um sich geschart und verteilte Aufgaben. Viel war von denen nicht mehr übrig. Ob die Befehlskette überhaupt in ihrer aktuellen Konstellation funktionieren konnte? Die rothaarige Offizierin würde sich etwas einfallen lassen müssen, um den Laden hier unten am Laufen zu halten.

Dann hörte sie, wie ihr Name fiel. Ausgerechnet Vanutur hatte ihn in die Runde geworfen und zu allem Überfluss fand er noch Befürworter. Sam musste dringend an ihrem Ruf arbeiten. Der Kerl hatte Arbeit auf sie abgeladen. Die Beobachterin warf ihm einen bösen Blick zu und schaute sich um. Sie sollte die Gänge erforschen. Dafür hätte sie am liebsten jemanden an ihrer Seite, den sie bereits kannte. Tatsächlich stachen zwei bekannte Gesichter aus der Reihe der an der Wand sitzenden Soldaten hervor: Corporal Lil und Private Kirk. Die beiden, die mit ihr die Waffenkammer mit Sprengstoff vollgestopft hatten. Dass Lil im Hof der Garnison die Chefin raushängen lassen hat, konnte Sam ihr nun heimzahlen.

"He, ihr zwei da. Mitkommen."

Sam erhob sich und genoss den Moment, als kurz Verärgerung über das Gesicht der Frau huschte. Leider kamen keine Widerworte von ihr.

Die Erkundung nahm Zeit in Anspruch. Das Höhlennetzwerk der Fia war groß und gut ausgebaut. Tatsächlich hatten die Nichtmenschen sogar Räume angelegt, deren Verwendungszweck jedoch nicht ganz klar war. Viele waren leer, in manchen lagerten vereinzelte Kisten mit Vorräten. Auch andere Aufgänge, zurück zur Oberfläche fanden sie. Was es hier unten nicht gab waren Waffen. Diese Fia waren wirklich Feiglinge. Diese Gänge und Räume dienten tatsächlich nur als Versteck und nicht dazu, einen Guerilliakrieg zu führen. Gebracht hatte es ihnen letzten Endes wohl nichts. Kein einziger Fia hatte es hier runter geschafft. Vermutlich wurden die meisten vom Imperium in Schutzzonen gebracht oder später von den Yevethanern eingefangen. Besser für die Hinterbliebenen Soldaten.

Nachdem sie Bericht erstattet haben, erkundigte sich Salisi nach dem größten Raum. Dort versammelten sich schließlich alle. Es war zwar etwas eng, aber sie passten alle rein und konnten einen stehenden Kreis um die Offizierin bilden.

"Bestandsaufnahme, meine Damen und Herren: Wir sind 36 Leute. 22 davon gehören zur Infanterie, neun zum Sturmtruppenkorps und fünf zum Ingenieurkorps. Wir haben ein paar Vorräte und Waffen aus der Garnison vor der Evakuierung hier her bringen können. Plus das, was die Fia für uns dagelassen haben, reicht das, wenn man es richtig rationiert, für zehn Tage. Bevor ich jetzt irgendwelche neuen Anweisungen erteile, möchte ich etwas klarstellen: Wir sind jetzt auf uns allein gestellt. Schauen Sie sich den Mann oder die Frau rechts von sich genau an. Sie werden sich in nächster Zeit voll und ganz auf ihn oder sie verlassen müssen. Das gilt selbstverständlich auch für mich. Wenn Sie mir misstrauen oder mich als nicht kompetent einstufen, macht es keinen Sinn, dass ich die Befehlsgewalt habe. Machen wir es kurz: Wer ist dafür, dass ich diese ... Aktion leite?"

Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Unterirdisches Tunnelsystem/ großer Raum/ Sam, Sorel, Kyle, Lieutnant Salisi, andere Soldaten
 
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Noch immer hatte sich Sorel nicht ganz an die Stille in dem Tunnelnetzwerk gewöhnt, die ihm beinah so ohrenbetäubend vorkam wie der Gefechtslärm zuvor. Der Gedanke, dass sie trotz aller Bemühungen die Garnison nicht hatten halten können, schmeckte bitter, doch angesichts der überwältigenden Macht und Angriffswut der Yevethaner hatten sie keine andere Wahl gehabt. Tot konnten die Imperialen den Invasoren nicht mehr schaden, doch solange sie lebten, konnten sie weiterkämpfen und des dem Feind so schwer wie möglich machen, bis Verstärkung eintraft oder sie alle bei dem Versuch umgekommen waren. Vor letzterem fürchtete sich der Scharfschütze nicht, schon früh hatte er verinnerlicht, dass alles einmal enden musste und es nur darauf ankam, wie man zuvor gehandelt hatte und wie man seine Jagd schließlich beendete. Also würde der kräftige Corporal alles daran setzen, um die Yevethaner zu bekämpfen und seine Pflicht zu tun. Galantos war sein Schicksalsort, egal wie es schlussendlich ausging, hier würde er sich beweisen.

Er wusste nicht, wie die anderen Soldaten dachten, viele von ihnen waren erschöpft und am Ende ihrer Kräfte, und die gelungene Flucht konnte nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass sie nun auf dieser Welt festsaßen, umgeben von einem gnadenlosen Feind, der nicht eher ruhen würde, bis nicht ganz Galantos von dem „Makel“ getilgt worden war, den anderes Leben in den Augen der Yevethaner darstellte. Sorel fragte sich, woher diese Einstellung der Nichtmenschen kam, laut dem, was er über sie wusste, waren sie schon vor der imperialen Herrschaft so blutrünstig und xenophobisch gewesen, es handelte sich also mitnichten um eine Reaktion auf ihre Unterwerfung. Vielleicht hatte die relative Abgeschiedenheit ihres Sektors dazu geführt, dass sie Fremde als Bedrohung und minderwertige Kreaturen ansahen.

Was auch immer die Yevethaner antrieb, es hatte ihnen erlaubt, sich mit dem mächtigsten Reich der Galaxis anzulegen und ihm schmerzhafte Niederlagen beizubringen. Dafür zollte Sorel ihnen Respekt, auch wenn er ihre Methoden nicht mit seinem persönlichen Ehrgefühl in Einklang bringen konnte musste er ihre kalte Skrupellosigkeit und Härte doch anerkennen.Unterschätze niemals deinen Feind, egal wie fremdartig oder seltsam er sein mag und wie sehr du ihn hasst, diese Maxime zeichnete einen guten Soldaten aus. Es war wichtig, dass die Imperialen sich daran hielten und bei Kräften blieben, deshalb war Sorel auch aufgestanden und hatte Sam Nahrung und Wasser angeboten.

Seine Beobachterin reagierte erwartungsgemäß eher unwirsch, sah ihn aus einem mühsam geöffneten Auge an und meinte kühl, dass sie keine Almosen benötigte, dann nahm sie die Wasserflasche und einen der Energieriegel, trank einen großen Schluck und gab die Flasche dann dem braunhaarigen Mann zurück. Er trank ebenfalls und verzehrte den Energieriegel, der nun übrig war.


„Ich weiß.“


Erwiderte er schließlich ebenso knapp, er verspürte keine Lust, sich mit ihr zu streiten. Sam mochte es nicht, wenn man sie bemutterte oder sie glauben ließ, dass sie nicht auf sich selbst achten konnte, also würde Sorel sie einfach etwas laufen lassen. Es war sinnlos, ihr die Zügel militärischer Disziplin anlegen zu wollen, und führte nur zu Ärger. Und den konnten sie nicht gebrauchen, seine Beobachterin war eine gute Soldatin und sehr nützlich. Prompt fiel ihr Name in der Runde der Führungsoffiziere, die Lieutenant Salisi um sich versammelt hatte, Sergeant Vanutur hatte die blonde Frau für einen Aufklärungstrupp vorgeschlagen und nun wünschte die Offizierin zu hören, ob Sorel das für eine gute Idee hielt. Der Scharfschütze, kein Freund großer Worte, nickte lediglich und nur kurze Zeit später brach seine Kameradin mit zwei anderen Soldaten auf.

Nach einer Weile kehrte sie zurück und berichtete, dass die Fia tatsächlich Räume und Vorratslager errichtet hatten, doch weder die Nichtmenschen noch Waffen waren zu finden. Die Fia waren vor dem Angriff in Schutzzonen gebracht worden, ironischerweise war ihnen dies wohl zum Verhängnis geworden. Also hatten sie auch keinen Guerillakrieg geplant, sondern sich bloß verstecken wollen. Sorel empfand eine Spur Mitgefühl mit ihnen, sie waren nun den Yevethanern ausgeliefert und konnten kaum auf Gnade hoffen. Der Scharfschützte schüttelte den Gedanken ab, er musste dazu beitragen, dass den Imperialen nicht das selbe Schicksal widerfuhr. Salisi bat alle in einen der größeren Räume, um eine Besprechung abzuhalten.

Dort versammelten sich die Reste der Garnison und die Lieutenant fasste die Lage zusammen, sie hatten gerade einmal die Stärke eines Zuges und nur die Waffen, die sie aus der Garnison hatten retten können. Zumindest die Nahrungsversorgung war für die nächsten zehn Tage gesichert. Die rothaarige Frau beschönigte die Lage nicht und redete nicht lange um den heißen Brei herum, sie machte klar, dass sich jeder auf seine Kameraden verlassen können musste, und das galt auch umgekehrt und nicht zuletzt auch für sie, sie wünschte eine klare Mitteilung, ob man sie als Anführerin haben wollte oder nicht. Einem Loyalitätsoffizier des ISB, wäre er denn bei dieser demokratischen Handlungen anwesend gewesen, wären wohl die Augen übergequollen, doch es sprach für die Offizierin, dass sie alle hinter sich wissen wollte und nicht an ihrem Posten hing, also hob Sorel seine rechte Hand, um zu zeigen, dass er mit ihrer Führung einverstanden war.


[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Gal’fian’deprisi | Gebäude mit Einstieg in Tunnelnetzwerk | Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran, Sergeant Kyle Vanutur, Lieutenant Salisi (NSC), weitere Soldaten
 
[Galantos – Gal`fian`deprisi – Unterirdisches Tunnelsystem] Sergeant Kyle Vanutur, Corporal Sorel Zakev und Private 1st Class Sam Cochran(etwas abseits), Lieutenant Salisi(NSC) Charly Squad(NSCs), andere Soldaten(NSCs)

Die Verschnaufpause tat gut. Sein Squad saß beisammen und schwieg. Sie hatten zwei Männer verloren und es würden bis zum Ende vermutlich noch welche folgen. Aber nicht nur ihre Stimmung war bedrückt. Die gesamte Truppe war niedergeschlagen. Klar hatten sie überlebt, aber weder waren sie gerettet, noch bestand Aussicht auf diese. Dies wurde allen langsam bewusst.
Kyle ließ sich von der Stimmung aber nicht anstecken. Ihm war klar, dass es soweit kommen würde als er sich freiwillig gemeldet hatte. Nun mussten sie aus dem Verborgenen agieren und hoffen das das Imperium irgendwann zurückschlägt.
Er hatte sein Ritual entwickelt in solchen Situationen. Zerlegen seiner Waffe und reinigen der Bestandteile. Es lenkt ab, beruhigt und auch noch sinnvoll.

Danach kümmerte er sich wie befohlen um die Verwundeten. Natürlich war fast jeder irgendwo verwundet, doch es gab 3 Schwerverletzte.
2 hatten Schusswunden und einer hatte die Splitter einer Granate im Gesicht abbekommen. Versorgt wurden sie von älteren Privat 1st Class. Ihm stand die Anspannung im Gesicht.
„Wie geht es den Dreien?“ fragte Kyle
„Die beiden mit den Schusswunden könnten durchkommen, Sir.“ Er sah zum letzten „Bei ihm sieht es schlecht aus. Ich habe ihn ruhiggestellt, aber er hat noch zu viele Splitter im Gesicht. Ohne einen richtigen Arzt und eine OP stirbt er.“
Kyle sah sich den Mann an. Momentan schlief er noch ruhig, doch, wenn er aufwachen würde hätte er unerträgliche Schmerzen. Sein Gesicht war komplett blutig und selbst wenn er es doch irgendwie schaffen würde, wäre er entstellt und blind.
„Ich schlage vor sie geben ihm noch mehr Beruhigungsmittel, damit er länger schläft. Wenn er aufwacht könnte er unsere Position verraten.“ Ohne eine Miene zu verziehen sprach Kyle diese Worte aus. Ihm war klar was das bedeutete und auch sein Gegenüber verstand was er meinte. Es war die richtige Entscheidung.
Der ältere Privat setzte dem Verwundeten die Spritze und er stöhnte kurz und schlief nun länger.


Cochran kam von ihrer Erkundungstour wieder. Es war wie vermutet ein weitreichendes System mit mehreren Räumen. In einen von diesen drängelten sich nun die Leute. Lieutenant Salisi erörterte ungeschönt die Lage und stellte die Vertrauensfrage. Ein mutiger Schritt, aber sie wollte alle Männer hinter ihr Wissen. Nachvollziehbar. Sie eine Offizieren und eine Frau. Letzteres störte ihn nicht, aber es gab sehr konservative Kräfte, besonders in der Armee.
Kyle war nicht der einzige die Offizieren skeptisch gegenüberstand, dennoch hob er seine Hand! Salisi hatte sich bewiesen das sie genug Eier hatte um diese Truppe zu führen. Auch Zakev zögerte nicht, ebdnso wie sein Squad.

[Galantos – Gal`fian`deprisi – Unterirdisches Tunnelsystem] Sergeant Kyle Vanutur, Corporal Sorel Zakev und Private 1st Class Sam Cochran, Lieutenant Salisi(NSC) Charly Squad(NSCs), andere Soldaten(NSCs)

Status Charly Squad
Auftrag: Keinen
Team 1 (4/5)
Team 2 (3/4)
 
Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Unterirdisches Tunnelsystem/ großer Raum/ Sam, Sorel, Kyle, Lieutnant Salisi, andere Soldaten

Es ging kein Raunen durch die Menge. Noch nie hatte Sam es erlebt, dass ein Raum so vollgestopft mit Leuten so ruhig sein konnte. Als würde jeder für einen Augenblick den Atem anhalten, um in einem Bruchteil einer Sekunde die wichtigste Entscheidung seines Lebens fällen: Würde diese rothaarige Frau dafür sorgen, dass sie überlebten, oder würden sie mit ihr in den Tod gehen? Für Sam war die Entscheidung klar. Salisi hatte sich auf der Mauer der Garnison beeindruckend bewiesen. Sie war nicht nur selbstbewusst und mutig, sondern konnte auch kämpfen. Wenn sie die Hinterbliebenen nicht in einem Stück von Galantos führen könnte, wer der Anwesenden sollte es dann tun?

Alle anderen im Raum dachten wohl ähnlich wie Sam. Nach einer gefühlten Ewigkeit gingen alle Hände nach oben. Die rothaarige Offizierin drehte sich ein Mal im Kreis um sich einen Überblick über die Handzeichen zu verschaffen. Dann nickte sie nur knapp. Kein gewinnendes Lächeln oder ein erleichtertes Aufatmen.

"Gut. Dann lasst uns keine Zeit verlieren. Laut Private Cochrans Angaben gibt es drei weitere Zugänge zu diesem Höhlensystem. Sie zu verschließen halte ich für Unklug, wir sollten uns Fluchtwege offen lassen, weswegen ich vorschlage, diese Tag und Nacht zu bewachen. Jemand muss einen Wachplan aufstellen.", jemand meldete sich per Handzeichen. "Ja Sie, erledigen Sie das sofort, danke. Diesen Raum hier basteln wir zur Kommandozentrale um. Da die Vorräte für zehn Tage reichen, sollten wir mindestens eine Woche warten, bis wir uns nach Nachschub umschauen. Die yevethanische Invasionsarmee wird hier nicht ewig bleiben sondern weiterziehen, um den nächsten Planeten anzugreifen. Wenn sie nur eine Besatzungsmacht zurücklassen, haben wir draußen bessere Chancen, müssen aber trotzdem vorsichtig sein. Ohne Erlaubnis verlässt hier keiner die Tunnel, ist das klar?"

Salisi schaute ernst in die Runde und wartete, bis das zustimmende Gemurmel abebbte.

"Eine Waffenkammer und ein Vorratsraum müssen eingerichtet werden. Um etwas Bürokratie werden wir an dieser Stelle nicht drum herum kommen. Jeder sollte registriert werden, bevor er sich an unseren Waffen und Vorräten bedient. Auch Löcher für sanitäre Anlagen müssen gegraben werden, am besten in einem abgelegeneren Teil des Höhlensystems. Wenn es keine weiteren Fragen gibt ... ? Sergeant Vanutur, teilen sie den Leuten ihre Aufgaben zu."

Wieder Gemurmel. Die blonde Frau wusste nicht, was es da noch großartig zu bequatschen gab. Salisi hatte doch alles wichtige gesagt. Sam hatte zumindest keine Fragen mehr. Es schien vorerst alles geklärt zu sein. Waffen- und Nahrungsmittelversorgung war erwähnt worden, Latrinen würden ausgehoben werden und Wachen hielten ihnen die Aliens vom Hals, wenn sie denn die geheimen Tunnel fanden. Nur wie es nach dieser sieben Tage-Frist weitergehen würde, hatte sie nicht gesagt.

Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Unterirdisches Tunnelsystem/ großer Raum/ Sam, Sorel, Kyle, Lieutnant Salisi, andere Soldaten
 
[Kernwelten, Farlax-Sektor, Utos-System, Galantos, Gal’fian’deprisi, Kanalisation] Überreste des 3rd Platoon, B-Company, 222th Army Batallion, Gwenn

Die Dinge hatten sich entwickelt. Der Satz war eine unabstreitbare, wertungsfreie Aussage über den Verlauf der Ereignisse auf Galantos. Ein Satz wie ihn vielleicht ein Politiker verwendete, der eine Krisensituation zu verharmlosen versuchte. Der Zug war auf Galantos abgefahren. Das glorreiche, immer siegreiche Imperium hatte einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten bekommen und auch die gutaussehenden, glattrasierten immer korrekt salutierenden Soldaten und Offiziere der imperialen Armee hatten einen hohen Blutzoll zahlen müssen, beim Versuch den Planeten zu halten. Mental korrigierte sich Gwenn, beim fehlgeschlagenen Versuch.
Nur die 222.te, B-Kompanie hatte nicht versagt. Was daran lag, dass man sich bei dieser Kompanie gar keine große Hoffnungen gemacht hatte. Dementsprechend hatte man nicht versagen können. Die Übermacht war einfach erdrückend gewesen. Irgendwo in Gwenn glimmte die Hoffnung, dass Colonol Hobarth mit anderen Kräften entkommen konnte und eine Streitmacht zusammenstellte, mit der man den Yevs kräftig den Arsch aufreißen konnte.


Die mobile Infanterie, oder auch Luftlandeinfanterie, genauer gesagt das dritte Platoon hatte es nicht einmal zur Front, genauer genommen der Anlandezone der Yevethaner, geschafft. Wie ein Schwarm Heuschrecken waren die Jagdmaschinen der Yevs über die Stadt hergezogen und hatten dabei auch die beiden LAAT/is Veera und Lola zur Landung gezwungen. Eine nette Umschreibung für kontrollierten Absturz. Was auch nur eine nette Formulierung für kaum kontrollierten Sinkflut und dem Beten zu höheren Mächten an die man eigentlich gar nicht glabte, war. Vermutlich würde es in der politisch korrekten Form eines Tages in ihrem Bericht stehen. Immer vorausgesetzt Gwenn würde diesen Bericht noch schreiben.
Nach einigen Kampfhandlungen hatte man sich anhand der vorher beim Bauamt auf ihrem Datapad gesicherten und auf den Servern gelöschten Daten in die Kanalisation zurückgezogen, nachdem die Flotte den Orbit aufgeben musste. Größe Truppenkonzentrationen luden nämlich gerade dazu ein, dass man auf den Schiffen im Orbit auf Knöpfe drückte und mehrere hundert Kilometer unter einem starben Bodentruppen und Zivilisten.
Bisher hatte man sich so durchgeschlagen, die Moral war mies. Bei den Abstürzen hatte man einige Leute verloren, weitere in den Kämpfen. Mittlerweile war das dritte Platoon auf 17 Leute zusammengeschrumpft, davon 3 schwer verletzt, 7 weitere so dass man sie als kampffähig eingestuft hatte. Der Rest trug Schrammen und Kratzer die man unter Wehwehchen abtat. Die letzten Tage hatte Gwenn versucht herauszufinden wie man sich die nächste Zeit beschäftigen würde. Es war ihr nicht gelungen mit anderen Einheiten in Kontakt zu treten und weitere Versuche wären äußerst gefährlich. Stichwort Triangulation.
Schließlich hatte sie in den Daten des Bauamtes was Brauchbares gefunden.


"Lucky, ihr 2nd Squad hat die wenigsten Leute verloren, ihre Leute werden das Zielobjekt sichern, 4th Squad nimmt die Nachhut. Hooch, sie passen mir auf die Verwundeten auf."

2nd Squad hatte wieder einmal das Glück bewiesen für das es so berüchtigt war, beim Absturz und auch in den Kämpfen danach hatte es die wenigsten Leute verloren. Aus dem dritten Squad nur Calla und Daclif, der Rest war durchwachsen.

"John, du hast das Kommando, ich schließe mich dem Trupp an. Wenn ihr bis nullfünfhundert nichts gehört habt..." - "...dann riskieren wir nichts und ziehen uns zurück.", nickte der bullige Staff Sergeant und beendete den Satz für sie.
Die Kanalisation war eng, wenn man nicht direkt in der Kloake laufen wollte, daher waren die Überlebenden auch sehr hellhörig. Das Gespräch war so nicht unbedingt ermutigend und die Moral war vielleicht der wichtigste Faktor für die kommenden Tage... oder Monate.
Gwenn grinste verschmitzt.
"Nein, ich wollte eigentlich sagen, dann gebt ihr uns nochmal ne Stunde und wenn ihr dann nichts von uns hört, kommt ihr und rettet uns."

Es erklang hier und dort ein angespanntes Lachen oder das Grunzen eines unterdrückten Lachens. Ihrem Staff Sergeant gab sie jedoch mit einem knappen Nicken zu verstehen, dass er mit seiner Aussage recht hatte. Es machte keinen Sinn Leben zu vergeuden. Sie glich noch ihr Chrono mit dem des Staff Sergeant ab, bevor Gwenn sich wieder 2nd Squad zuwandte. "Es wird Zeit uns eine automatische Wasseraufbereitungsanlage zu sichern! Wir brechen in zehn Minuten auf. Sergeant, bereiten sie ihre Leute vor."
Sie musste nicht lange auf die Bestätigung warten. "Aye, Ma'am."

Der menschliche oder auch fastmenschliche Körper konnte notfalls zwei bis drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber ohne Frischwasser war man schnell hinüber. Die Yevethaner sollten von der Aufbereitungsanlage nichts wissen und es würde als Unterschlupf gut dienen. Es hatte mehrere unterirdische Zugänge, bedingt durch die automatische Steuerung war es auch an das Datennetz der Hauptstadt angeschlossen. Vom Gestank einmal abgesehen war es wahrscheinlich ein gutes Basislager.
Bedingt durch Captain Ganvans Voraussicht und entsprechend ausgegebener Ausrüstungsanforderung war man mit Material, Verpflegung, Munition und mehr für zwei Wochen in den Konflikt gezogen. Gwenn selbst hätte nur vier Tage veranschlagt, dann wäre heute der Tag an dem die Verpflegung aufgebraucht gewesen wäre. Gut, dass Ganvan mehr Weitsicht besaß.
Während sie ihren Gedanken nachhing, überprüfte sie noch einmal ihre Ausrüstung, insbesondere das DLT-20A. Es war wie ein beruhigendes Mantra. Auch wenn die Waffe hier unten sehr sperrig war. Einen Moment war sie versucht das Vibrobayonet aufzusetzen, verwarf den Gedanken jedoch. Mit aufgesetztem Bayonet marschierte es sich wirklich nicht gut. Und es würde Angst signalisieren. Definitiv ein falsches Signal, hier und jetzt musste sie die furchtlose, aber ums Leben ihrer Untergebenen besorgte Offizierin sein, die den Trupp zusammen hielt.


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Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass in einer streng hierarchisch geordneten Organisation wie den imperialen Streitkräften nun eine Abstimmung erfolgte, um ihre Anführerin zu bestimmen und zu legitimieren. Aber angesichts der besonders Umstände war es enorm wichtig, dass sich Lieutenant Salisi auf den Rückhalt aller verlassen konnte und wusste, dass sie tatsächlich hinter ihr standen. Die Verteidiger hatten es mit Müh und Not und unter schweren Verlusten geschafft, die Garnison lange gegen die überlegenen Yevethaner zu verteidigen, länger als es wohl selbst die Optimisten unter ihnen für möglich gehalten hatten, doch nun war die Lage eine andere. Sie befanden sich unter der Erde, in einem Tunnelnetzwerk, das sie nicht kannten, mit begrenzten Vorräten und gerade einmal einem Zug an Truppen. Jeder ihre Schritte musste wohlüberlegt sein, mit jeder Ressource sparsam umgegangen werden, denn Hoffnung auf Verstärkung oder baldigen Entsatz gab es nicht. Der Feind kontrollierte nun Orbit und Oberfläche von Galantos und bestimmte die Spielregeln. Es war eine drastische Umkehrung dessen, was die meisten imperialen Soldaten gewohnt waren. Nun waren nicht sie die materiell und zahlenmäßig überlegenen Besatzer, sondern die Guerillas, die sich versteckten und aus dem Hinterhalt zuschlugen. Falls ihre Kräfte und Mittel dafür ausreichten.

Zumindest die Frage, wer sie durch diese schwierigen Zeiten führen sollte, konnte schnell geklärt werden, geschlossen hoben die Soldaten die Hände und bestimmten die rothaarige Offizierin damit zu ihrer Anführerin. Es regte sich keinerlei Widerspruch, viele hatten Salisi in Aktion gesehen und manch einer war ingesheim wohl auch froh, nicht selbst diese schwere Last der Verantwortung tragen zu müssen. Sorel war mit der Entscheidung zufrieden, auch wenn er sich äußerlich nichts anmerken ließ, auch die Lieutenant wahrte nach eine stoische Erscheinung. Es gab auch schlicht keinen Anlass für große Emotionen, sie hatten ihre Pflicht zu erfüllen und mussten irgendwie überleben, und das würde am besten gehen, wenn sich alle auf ihre Aufgaben konzentrierten und nicht zurückblickten.

Ihre gewählte Anführerin sah das ähnlich, Salisi nickte knapp und gab Anweisungen. Die übrigen Zugänge zu dem Tunnelnetzwerk, die Sam entdeckt hatte, würden offen bleiben, damit die Truppe notfalls fliehen konnte, entsprechend mussten sie bewacht werden, dafür würde ein Plan erstellt werden. Der große Raum, in dem sie sich momentan befanden, sollte als improvisierte Kommandozentrale dienen. Die Lieutenant gab zudem den Befehl, die nächsten sieben Tage im Tunnel zu bleiben, sie ging davon aus, dass die Hauptmacht der Yevethaner dann weiterziehen würde und eine kleinere und leichter zu attackierende Garnison zurückbleiben würde. Das machte Sinn und ihre Vorräte reichten zumindest für zehn Tage, sie waren bis dahin also nicht gezwungen, neue Vorräte zu erbeuten. Sorel hätte gerne den Versuch unternommen versprengten imperialen Soldaten oder den Fia auf der Oberfläche zu helfen, doch er wusste, dass dieser Gedanke illusorisch war. Sie mussten in erster Linie für sich selbst sorgen und ohnehin war die Wahrscheinlichkeit, dass andere dort draußen noch am Leben waren, sehr gering.

Nachdem diese Befehle allgemeine Zustimmung gefunden hatten, fuhr Salisi fort und und schlug die Errichtung einer Waffen- und Vorratskammer sowie ein Registrierungssystem für beides vor. Zudem mussten für die Notdurft Latrinen ausgehoben werden, Hygiene war unter diesen Bedingungen besonders wichtig. Sergeant Vanutur übernahm die Zuteilung der Aufgaben und nachdem dies erledigt war, machten sich alle an die Arbeit. Sorel war aufgrund seiner Erfahrung als Scharfschütze, die oft mit Waffenwartung beschäftigt waren, der Waffenkammer zugeteilt worden und kümmerte sich darum, dass Waffen und Munition ordnungsgemäß, sicher und griffbereit gelagert wurden. Das überraschend stabile Tunnelnetzwerk der Fia kamen den Imperialen dabei zugute.

Die nächsten Tage verbrachte der kräftige braunhaarige Mensch hauptsächlich in der Waffenkammer, zusammen mit seinen Kameraden erstellte er eine Inventarliste und überprüfte den Zustand von Waffen und Munition. Einige Blaster waren während der Gefechte beschädigt worden oder benötigten aufgrund anderer Faktoren Reinigung und Pflege sowie Ersatzteile, und dank eines findigen Soldaten aus der Verwaltungsabteilung der Garnison gelang es, einen Großteil wieder funktionsfähig zu machen. Sorel widmete sich besonders seinem E-11s und dessen Visier, mit kühlen blauen Augen betrachtete er die Bestandteile seiner Waffe und kümmerte sich um Reinigung und Pflege, bis er zufrieden war. Mit der Zeit gewöhnte er sich an das Leben unter Tage, die bedrückende Stille und Enge machte ihm weniger zu schaffen als einigen anderen Soldaten. Dennoch, ein Teil von ihm wünschte sich, wieder an die Oberfläche zu gehen und die Jagd fortzusetzen, in den dunklen Höhlen kam er sich eher wie Beute vor. Ein Gefühl, das nicht ganz trügte, die Yevethaner waren äußerst gefährliche Gegner. Aber sie bluteten und starben genau wie der Rest. Entschlossen rammte Sorel ein Energiemagazin in sein Scharfschützengewehr, überprüfte das Visier und gestattete sich dann ein schmales, kaltes Lächeln. Dieser Kampf war noch lange nicht vorbei.


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Die Tage vergingen nur zäh. Der Umstand, dass man nicht mal so genau sagen konnte, wann der Tag anfing und wann er wieder aufhörte, war ebenso ätzend. Der Tunnel hatte ja keine Fenster in der Decke, durch die man nach draußen schauen konnte und sehen, ob es hell oder dunkel war. Auch die Arbeit konnte ihr nicht die Zeit vertreiben: Ja, anfangs gab es viel zu tun. Sam hatte dabei geholfen, Kisten zu verstauen, Latrinen auszuheben und stand regelmäßig bei einem der Tunneleingänge wache. Aber diese Arbeit tagelang auszuführen, war irgendwann verdammt langweilig. Außerdem waren die Löcher schnell gebuddelt und die Kisten schnell getragen. Bereits am zweiten Tag hatte Sam gefühlte Ewigkeiten lang nichts zu tun. Anfangs vertrieb sie sich die Zeit mit Kartenspielen, die zum Glück einer der Soldaten dabei hatte. Aber auch das wurde irgendwann langweilig. Oftmals saß sie einfach nur in einem der Tunnel und starrte Löcher in die Dunkelheit. Manchmal fielen ihr dabei die Augen zu, manchmal aber auch nicht. Ihr Körper war durch die immerwährende Dunkelheit offenbar verwirrt, was sich auch auf ihre Laune niederschlug. Mit Zakev hatte sie seit der ersten Versammlung nicht mehr geredet. Sie war ihm aus dem Weg gegangen, was bei diesen Umständen eine wahre Kunst war.

Natürlich verstand Sam, warum sie das machten. Die Yevethaner waren wie ein Heuschreckenschwarm über Galantos hergefallen und haben alles getötet und zerstört, was ihnen vor die Zielvorrichtung kam. Dazu zählten die orbitalen Streitkräfte, die Verteidigungsarmee und vermutlich auch die Zivilbevölkerung. Zwar konnten sie es nicht sehen, aber jeder hatte diese Aliens beobachten können: Sie waren nicht darauf aus, Gefangene zu machen. Gingen gnadenlos vor, ohne Rücksicht auf Verluste, was sowohl bewundernswert als auch dumm war. Schon lustig, wie nah diese Dinge doch beieinander stehen konnten.

Am vierten Tag erwischte sie Kirk, den Private, den sie beim Räumkommando kennengelernt hatte, in einer ruhigen Ecke. Es sah aus, als hätte er ein Stück Flimsiplast auf dem Schoß, auf dem er etwas malte. Als er sie bemerkte, versuchte er es hektisch hinter seinem Rücken zu verstecken, aber Sam war schneller und griff danach.

"Kirky, was machst du denn? Lass es lieber los, sonst zerreist es."

Mit einem grunzen gab Kirk nach. Neugierig warf die blonde Soldatin einen Blick auf den Fetzen Flimsiplast: Ein Vibroschwert, mit dem Griff nach oben, war darauf abgebildet. Das Schwert selbst steckte in einem Totenschädel.

"Was zur Hölle soll das sein, Kirk?"

Der Private warf ihr einen verärgerten Blick zu und nahm ihr das Flimsiplast wieder ab.

"Wir sind jetzt eine Einheit. Da brauchen wir doch eine Art Symbol oder so. Der aufgespießte Schädel eines Yevethaners passt doch da ganz gut."

"Du bist ein gruseliger Spinner, Kirk."

Mit diesen Worten wandte sich Sam in die Richtung der Waffenkammer. In fünf Minuten würde ihre Schicht für die Wache am Einstieg Bravo anfangen und sie war mal wieder spät dran.

Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Unterirdisches Tunnelsystem/ Sam, Sorel, Kyle, Lieutnant Salisi, andere Soldaten
 
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Die Zeit lief in der Dunkelheit des Tunnelnetzwerks anders, so fühlte es sich zumindest an, auch wenn das Chrono an Sorels Handgelenk das Gegenteil behauptete. Der braunhaarige Scharfschütze war ein geduldiger Mann, dem Warten nichts ausmachte. Er wäre ein schlechter Jäger, wenn er nicht warten könnte, es konnten Stunden oder Tage bis zu dem richtigen Moment vergehen, und wenn er aus Ungeduld im falschen Moment abdrückte, war die Chance für immer verloren. Und doch stellte sich langsam ein gewisses Gefühl des Unbehagens bei ihm ein, ein leises, nagendes Drängen, dass er etwas tun musste. Es war der Teil von ihm, der die Aufregung des Kampfes genoss, der mit sich zufrieden war, sobald er einen Gegner hatte erledigen können. Sorel war nicht blutrünstig oder psychotisch, aber er zog eine gewisse Genugtuung aus seiner Hände Arbeit, sie war der Beweis für seine Fähigkeiten und erfüllte ihn mit Stolz. Er hatte dieses Handwerk von seinem Vater gelernt und es bei der Armee verfeinert, für ihn war sein zentraler Lebensinhalt. Der kräftige Mensch war für imperiale Verhältnisse nicht einmal sonderlich patriotisch, er schätzte die Grundwerte des Imperiums durchaus, aber Politik war für ihn eher nebensächlich, auch wenn er sich durchaus gerne bildete und sich informierte. Ihm kam das alles so künstlich und entrückt vor, da fühlte er sich im Graben und mit einem Blaster in der Hand weitaus näher am Leben.

Im Augenblick bestand dieses Leben jedoch aus einem sehr eintönigen Tagesablauf, wobei die Grenzen zwischen Tag und Nacht in der Dunkelheit unter der Erde ohnehin immer mehr verschwammen. Einige der Soldaten hatten mit Konzentrationsstörungen zu kämpfen oder zeigten Anzeichen von großer Nervosität und die Stimmung war angespannt. Nicht feindselig, aber man spürte, dass sie alle gerne aus diesen Tunneln raus und gegen die Yevethaner kämpfen wollten. Viele von ihnen hatte Freunde oder Kameraden bei der Schlacht um die Oberfläche verloren und für die schon länger hier stationierten Soldaten war Galantos eine Art Heimat geworden. Sorel hatte am zweiten Tag ein kurzes Gespräch mit Corporal Horl geführt, der sich große Sorgen um seine Frau und seine beiden Kinder machte. Die lebten zwar in vermeintlich sicherer Entfernung vom Koornacht-Sternhaufen, doch wer konnte schon sagen, wie weit die Yevethaner inzwischen vorgerückt waren? Den brutalen Nichtmenschen waren enorme Mengen an Ausrüstung, Waffen und Schiffen in die Hände gefallen, und kombiniert mit ihren Eigenproduktionen und ihrem gnadenlosen Vernichtungswillen stellte dies eine enorme Bedrohung dar. Inzwischen musste der Rest des Imperiums über den Aufstand im Bilde sein, doch die Mühlen der Bürokratie waren schwer einzuschätzen. Ob man auf Bastion wusste, wie gefährlich die Lage war, und würde man rechtzeitig ausreichende Schritte dagegen einleiten?

Um sich zu beschäftigen widmete sich Sorel wieder mit den Waffen und half einem anderen Soldaten dabei, sein Blastergewehr zu zerlegen und zu reinigen. Imperiale Blaster waren in der Regel zuverlässig und machten keine großen Probleme, aber ganz ohne Wartung kam auch die robusteste Waffe nicht aus und da das Risiko bestand, dass die Yevethaner die Tunnel entdecken konnten, mussten sie sich entsprechend vorbereiten. Angesichts der engen Tunnel waren neben den Blastern auch Kampfmesser und Bajonette aufgereiht. Nahkampf war für viele imperiale Soldaten bis jetzt eher nebensächlich gewesen, die Neue Republik setzte in der Regel nicht auf Klauen und Zähne. Sie würden umdenken müssen, das hier war ein anderer Feind und eine andere Art Krieg. Lieutenant Salisi kam während eines Kontrollgangs auch kurz in der Waffenkammer vorbei und ließ sich Bericht erstatten, der Rothaarigen war es wichtig, Präsenz zu zeigen und die Moral aufrecht zu halten. Was Waffen und Munition anging, konnte Sorel positives berichten, es war gelungen einiges aus der Garnison zu retten und der Großteil war einsatzbereit. Zufrieden nickte die Lieutenant.


„Gut. Corporal Zakev, packen Sie Ihre Ausrüstung zusammen und melden sie sich umgehend bei Einstieg Bravo, ich habe für Sie, Sergeant Vanutur und Private Cochran eine Aufgabe. Weitermachen.“

Sorel, der Haltung angenommen hatte, tat wie geheißen und schnappte sich seine griffbereite Ausrüstung, dann begab er sich zum Einstieg Bravo. Sergeant Vanutur und Sam, die ihm in den letzten Tagen aus dem Weg gegangen war, warteten ebenfalls dort. Sorel nickte ihnen zur Begrüßung knapp zu und sie stellten sich. Lieutenant Salisi stieß kurz darauf zu ihnen, sie wurde von zwei weiteren Soldaten begleitet, die sich zu ihnen gesellten.

„In Ordnung, herhören: Mittlerweile sind vier Tage seit dem Gefecht um die Garnison vergangen. Wir können davon ausgehen, dass die Yevethaner ihre Präsenz zumindest etwas verringert haben. Diese Gelegenheit werden wir ausnutzen. Wie sie wissen, reichen unsere Vorräte noch eine Weile, aber ich möchte Vorkehrungen für eine Beschaffungsmission treffen. Sie fünf werden das Tunnelnetzwerk in östliche Richtung erkunden und nach weiteren Ausstiegen Ausschau halten. Achten sie auf die Umgebung, je weiter sie kommen, desto näher kommen sie wahrscheinlich an die Kanalisation. Passen sie also auf, ob es irgendwo Wassereinbrüche gibt. Das wäre vorerst alles. Viel Glück.“

Ein weiteres Nicken, dann machte Salisi kehrt und marschierte davon. Sorel überprüfte seine Ausrüstung, er trug den standardmäßigen Brustpanzer und Helm, an dem eine Lampe befestigt war. Sein unhandliches E-11s hatte er gegen eine kompakte Blasterpistole eingetauscht, eine Merr-Sonn Modell 44. Für den Fall der Fälle hatte er zudem ein Messer griffbereit. Der Scharfschütze sprach sich mit Sergeant Vanutur ab, der froh wirkte, etwas zu tun zu bekommen, und Sorel setzte sich an die Spitze der Gruppe. Sie begaben sich vorsichtig in einen Tunnel in der Nähe des Einstiegs und marschierten los, Minute um Minute verstrich und es fühlte sich noch weitaus länger an. Dieser Teil des Netzwerks wirkte älter als der Rest, aber vielleicht kam es ihm auch nur so vor. Stiefel hallten auf dem Boden und hier und da konnte man ein leises Tropfen hören, das lauter wurde, je weiter sie vorangingen.


„Die Kanalisation scheint in der Nähe dieses Tunnels zu verlaufen. Wenn ich es richtig einschätze, bewegen wir uns in die Richtung einer Aufbereitungsanlage.“

Meinte Sorel und seine Stimme hörte sich in dem Tunnel lauter an als beabsichtigt. Er hatte die Karten der Hauptstadt und ihrer Umgebung recht gut in Erinnerung, doch nach Tagen in der Dunkelheit vertraute er seinem Orientierungssinn nicht mehr uneingeschränkt. Warum waren die Tunnel der Fia nicht schon bei den imperialen Bauarbeiten entdeckt worden? Hatten die Fia vielleicht heimlich dafür gesorgt, dass sie verborgen blieben? Falls ja, sprach das für den Überlebenssinn dieser Spezies, und den konnte sie in dieser dunklen Stunde gut gebrauchen.


[Kernwelten | Farlax-Sektor | Utos-System | Galantos | Gal’fian’deprisi | Tunnelnetzwerk, in der Nähe der Kanalisation | Corporal Sorel Zakev, Private 1st Class Sam Cochran, Sergeant Kyle Vanutur, zwei weitere Soldaten
 
Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Unterirdisches Tunnelsystem/ Sam, Kyle

Als Wache eingeteilt zu sein, war mitunter das Beste, was man hier unten machen konnte. Es war aufregend. Manchmal meinte sie, dass sie die Yevethaner draußen in ihrer abartigen Sprache reden hören konnte. Und wenn sie Glück hatte, verirrte sich ein frischer Luftstoß zum Eingang, den sie geradezu in sich aufsog. Dann konnte sie kurz vergessen, dass sie seit Tagen nicht geduscht hatte und deswegen bestialisch stank. Oder immer noch die verdreckten Klamotten trug, ausgenommen der neue Brustpanzer. Somit wäre diese Schicht eigentlich gar nicht so übel. Allerdings war da Sergeant Vanutur, der gemeinsam mit ihr zur Wache zugeteilt wurde. Den Soldaten mochte sie nach wie vor nicht, weswegen sie mit verschränkten Armen vor ihm stand und hin und wieder einen gehässigen Blick zu ihm warf. Zum Glück war dieser so schlau und versuchte nicht zwanghaft ein Gespräch anzufangen.

Der einzige erträgliche Job hier unten war also trotzdem Scheiße. Addiert mit den Umständen konnte man sicher sagen, dass Sam schlecht drauf war. Als sie Schritte bemerkte, beschlich sie das Gefühl, dass es nicht besser werden würde.

"Was zur Hölle machst DU denn hier."

Zakev
stand vor ihnen. Hatte der Kerl den Plan für die Wachen nicht richtig gelesen oder war er auf einen Plausch vorbeigekommen? Letzteres konnte sie sich nicht vorstellen und der grimmige Scharfschütze schien auch für ersteres zu sorgfältig zu sein. Mehr als ein Mal hatte er hier unten bereits sein Gewehr zerlegt und gesäubert. Ein aufgeräumter Typ wie er verrutschte nicht in einer Spalte. Ihre Frage klärte sich schließlich von selbst. Salisi tauchte hinter ihm auf. Im Schlepptau hatte sie zwei weitere Soldaten. Da war etwas im Gange.

Die rothaarige Offizierin wiederholte nochmal, was sie bereits am Anfang in dem "Konferenzraum", wenn man es denn so nennen konnte, gesagt hatte. Die Heuschrecken waren vermutlich weitergezogen und wenn sie es sich ganz doll wünschten, waren nur wenige von ihnen hier geblieben. Sie waren nun der Erkundungstrupp, der das Tunnelnetzwerk weiter erforscht, um folgende Missionen vorzubereiten. Das war gut. Kurz dachte Sam, die Frau würde sie nach draußen zu den Aliens schicken.

"Wir stinken ja sowieso schon. Kanalisation klingt großartig, Ma'am."

Die Offizierin ließ sich nicht zu einem Kommentar hinreisen und verschwand so schnell wie sie gekommen war. Ihre beiden Jungs sprachen über irgendetwas und Sam nutzte die Gelegenheit, um eine Lampe an ihrem Helm anzubringen. Dann musterte sie die beiden neuen und strich sich eine fettige, blonde Strähne aus dem Gesicht.

"Und wer seid ihr zwei Vögel? Ach, eigentlich ist es mir scheiß egal."

Der Einstieg in den neuen Teil des unterirdischen Systems war schnell gefunden. Ein wenig unheimlich war es schon. Die Lichtkegel der Helmlampen, die im Takt der schweren Schritte der Soldaten auf und ab wippten, das ferne Tropfen und eine Dunkelheit vor und hinter ihnen, die selbst mit den Lampen kaum zu durchdringen war. Sam öffnete das Holster an ihrer Seite, holte ihren E-11 hervor und klammerte sich an die Waffe. Ein bisschen besser ging es ihr damit. Als Zakev, der natürlich an der Spitze der Truppe sein musste, plötzlich die Stimme erhob, zuckte sie vor Schreck zusammen.

"Woher willst du das wissen?"

, fragte sie wirsch. Immerhin war Zakev doch kein Kanalarbeiter. Diese Tunnel könnten sonstwo hinführen und in welche Himmelsrichtung sie die letzten Minuten gelaufen sind, war unmöglich zu sagen.

"Lasst uns wieder zurückgehen. Hier ist rein gar nichts. Kein neuer Ausstieg, keine Vorräte. Einfach nur dunkle Gänge die mir irgendwie unheimlich sind. Kein Scheiß Leute, mir gefällt es hier nicht."

Es fehlte nur noch, dass jetzt ein Geräusch vor oder hinter ihnen auftauchen würde. Ein Kratzen oder Stöhnen. Wie in den Horrorvids. Verdammt. Was war nur los mit ihr? Vor vier Tagen hatte sie ein ähnliches Tunnelsystem mit weniger Leuten erkundet und sich dabei nicht fast in die Hosen gemacht. War es der Schlafmangel? Die beschissene Ernährung? Oder der Entzug von Zigaretten und Alkohol? Womöglich floss da alles irgendwie mit rein.

Galantos/ Gal'fian'deprisi/ Unterirdisches Tunnelsystem/ Sam, Sorel, Kyle, andere Soldaten
 
[Kernwelten, Farlax-Sektor, Utos-System, Galantos, Gal’fian’deprisi, Kanalisation] Überreste des 3rd Platoon, B-Company, 222th Army Batallion, Gwenn

2nd Squad war gut eingeübt und eingespielt, sie kannten die Bewegungen und Vorgehensweise ihrer Kameraden, sicherten sich bewusst und unbewusst beim Vorrücken gegenseitig ab. Die Art von Rapport die nur durch unzählige Trainingseinheiten und Kameradschaft entstand. Gwenn war hier der Fremdkörper, sie war nicht Teil des Squads und auch wenn sie als Soldatin geübt war, fehlte ihr die selbstverständliche Intuition der langjährigen Kameraden im Umgang miteinander.
Sie musste so wenig wie möglich Angriffsfläche offenbaren und hielt sich zwischen Vor und Nachhut des Trupps an der Wand. Die Vorhut erledigte ihre Aufgabe gewissenhaft, sie rückten lautlos und sich gegenseitig sichernd vor. Die Nachhut und restlichen Soldaten des Trupps hielten es ähnlich, alle behielten sie ihre Umgebung auf der Suche nach einer Gefahr durch Yevethaner oder anderen Bedrohungen offen.
Gwenn selbst hielt ihren Blick auf den stetig breiter werdenden Abwasserfluss. Auf Cyborrea, ihrer Heimatwelt, hatte sie gelernt, dass Angriffe jederzeit aus unerwarteten Richtungen passieren konnten. Und auch wenn Galantos nicht im Huttraum lag, hatten sich einige Schrecken des Huttraums über die gesamte Galaxie ausgebreitet. Gwenn hatte besonders eine Kreatur im Sinn. Dianogen. Man konnte sie auf vielen Welten wiederfinden und Abwasser und Kanalisationen waren ein hervorragender Lebensraum für diese Ungeziefer.
Üblicherweise griffen sie zwar keine Lebewesen an, aber wenn sie ausgehungert waren oder man in ihre Brutbereiche eindrang, sah die Sache anders aus. Mit einer länge von zehn Metern und den sieben kräftigen Greifarmen mit Saugnäpfen konnten sie mehr als ein Opfer unter Wasser ziehen und ertränken, um sich danach daran zu nähern.
Es war unwahrscheinlich, dass es hier Dianogen gab, aber da der Trupp ein Auge auf alles andere hatte, fühlte sich Gwenn selbst wohler dabei ein Auge auf diese - möglicherweise nicht einmal vorhandene - Gefahr zu haben.


Schließlich kam der kleine Trupp an eine T-Kreuzung. Zuläufe aus den beiden Enden des T-Strichs vereinten sich hier zu einer breiten Kanalisation. Das Rauschen was man in einiger Entfernung vernehmen konnte ließ die Vermutung zu, dass das Wasser in ein Auffangbecken floss.

"Lampen aus.", befahl Sergeant Lucky und man verharrte einige Momente in der Dunkelheit, bevor sich die Augen der versammelten Menschen und Fastmenschen an die Schwärze gewöhnten und in einiger Ferne, dort wo auch das Rauschen herkam, ließ sich der Hauch eines Lichtscheins erahnen. Das eigene Umfeld war zu Konturen geworden. Das menschliche Auge reagierte auf Bewegung und auch bei minimalem Lichtschein war dieses Merkmal der Evolution geblieben. Langsamer und bewusster zog der Trupp zur Linken und Rechten des Abwasserflusses weiter.
Man musste fast an der Aufbereitungsanlage sein, das Rauschen wurde lauter und schien von mehreren Quellen zu kommen. Am Rande des 'künstlichen Wasserfalls' angelangt, konnte man im sanften Lichtschein einiger Apparaturen mehrere Auffangbecken erkennen. Darüber künstlich angelegte Laufstege aus Laufgittern, die bestimmt fünfzig oder mehr Meter maßen und zu einem zentralen, Komplex führte. Das musste die Aufbewahrungsanlage sein. Oder vielmehr die Steuerungszentrale der automatischen Anlage. Insgesamt doch ziemlich groß, je nachdem wie viel Gerät und Ausrüstung sich im Inneren befand, passten vielleicht hundert Leute in den Betonkomplex.
An der Decke, insofern sie zu erkennen war, verliefen weitere Rohre von unterschiedlicher Größe.


Neben dem Wassersturz verliefen - durch das Spritzwasser mittlerweile - angerostete und schleimige Sprossen, mit denen man hinunter zu den Laufstegen gelangte. Lucky teilte ihre Leute ein, vier blieben zunächst oben und sicherten, zwei in den Gang hinein von dem man kam, die beiden Anderen überblickten die Auffangbecken, während ihre Kameraden sich fluchend den glitschigen Sprossen widmeten und den Weg in die Tiefe antrat. Gwenn war dankbar für die Handschuhe, vermutlich war der Gestank nur ein Indikator für die Beschaffenheit des Glibbers.
Unten angekommen näherte sich der Trupp mit angelegten und entsicherten Waffen der Steuerungszentrale. Diesmal übernahm Gwenn die Nachhut.


"Sieht alles ruhig aus.", kommentierte Corporal Joker. Wohl mehr um die Anspannung aufzulockern, als dass die Atmosphäre so entspannend war. Gwenn rechnete immer noch irgendwo damit, dass die Sache schief ging. Bisher war die Sache zu einfach und es wirkte zu ruhig. Aber das konnte natürlich auch ihre paranoide Ader sein.

"Habt ihr das auch gesehen?", raunte Private Jeffreys ein klein wenig zu unprofessionell für Gwenn, aber Angesicht der Situation durchaus verständlich.
"Was gesehen?", schnauzte der Corporal.
"Im Wasser, da war irgendwas."
"Schnauze halten und vorrücken, da war nichts."

Gwenn warf einen raschen Blick über die Schulter, konnte aber nichts erkennen. "Soldat, wenn sie meinen da war etwas, behalten sie es im Auge und rücken vor. Leise und zügig. Wenn wir die Zentrale erst gesichert haben, verfügen wir über einen Rückzugsort, hier sitzen wir auf dem Präsentierteller. Also los, weiter."

An dem schweren Eingangsschott eingekommen - typisch imperial, schwer war gut und sollte Abschreckungspotenzial haben - machte sich Joker an dem Öffnungsmechanismus der Tür zu schaffen.
"Was bei allen Sonnen ist ein Blau zwei Sicherheitsschlüssel?"
Nicht gerade die Aussage die man sich vom 'Fachmann' erhoffte.
"Können sie es öffnen Joker?", hakte die Gruppenführerin nach.
"Wahrscheinlich schon." Mit den Worten holte Joker sein Datapad hervor und verband es mit der Türsicherung.
Es dauerte eine ganze Weile, bis er soweit war.

"Ich denke ich...", weiter kam er nicht, das schwere Sicherheitsschott begann sich langsam zu heben. Und ein ohrenbetäubender Alarm ging los.

Gwenn hielt den Blick weiterhin auf dem Wasser, was nun anfing zu sprudeln und einige Stielaugen schossen hervor und es würde nicht lange dauern, bis Tentakel folgen würden.


"Frak.", entglitt es ihr. Das hier war ein verdammtes Nest.

'Die Dianoge ist in ihrem natürlichen Habtitat ein Aasfresser. Angriffe auf Menschen kommen nur vor wenn die Kreatur in Panik verfällt, die Kolonie bedroht ist, oder sie ausgehungert ist.' Sir Jonathan Daniels Stimme bohrte sich unwillentlich in Gwenns Erinnerung. Tierdokumentationen. Ihr Vater hatte sie geliebt.
'Extreme Schallwellen, insbesondere wenn sie Wasser in Schwingung versetzen verleitet die Dianoge zu Panikattacken. Ihre Reaktion lässt sich dann kaum vorhersagen. Das kann von der Panikstarre bis hin zum wüsten Angriff auf alle wahrgenommenen Kreaturen reichen.'

Die ersten Tentakel peitschten bereits aus dem Wasser, genauso wie die erste Schüsse der Lieutenant.
"Rein da!", brüllte sie vergeblich gegen die Lautstärke an, während sie sich - feuernd - ebenfalls in Richtung Sicherheitsschott zurückzog.
Das Tor öffnete sich gefühlt quälend langsam, und das Sperrfeuer wurde mehr. Aber es hatte insgesamt wenig Effekt, es schien die Kreaturen nur noch mehr in Panik zu versetzen und aggressiver zu machen. Ihre Körper und Augen - also die wirklich wichtigen Sachen befanden sich unter Wasser.
Die ersten Soldaten rollten sich unter dem Schott durch, als es hoch genug war. Gwenn war schließlich die Letzte die folgte.


"Machen sie das verfrakte Schott wieder dicht!"
, orderte sie zornig. Und blickte in das innere der Kontrollzentrale, während sich der Corporal der Aufgabe annahm.

"Frak.", erklang es wieder. Sie blickte in die Gesichter von etwa einem Dutzend verängstigter Fia. Anscheinend war man nicht die Einzigen, die das hier für einen guten Rückzugsort hielt. Wenigstens war nur einer davon bewaffnet und hielt die Waffe mit zittriger Hand in ihre Richtung. Und der kam ihr seltsam vertraut vor. Die Dienstkleidung hatte sie schon mal gesehen.
"Sie sind doch der Pförtner von Bauamt...", murmelte sie schließlich und bedeutete ihren Leuten die Waffen zu senken.

[Kernwelten, Farlax-Sektor, Utos-System, Galantos, Gal’fian’deprisi, Kanalisation, automatische Wasseraufbereitungsanlage] Überreste des 3rd Platoon, B-Company, 222th Army Batallion, 2nd Squad, Fia-Flüchtlinge, Gwenn
 
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