Gründe Anakin zu hassen

@DM99
Ein Sklavenjunge, der ein ziemlich gutes Leben als Sklave hatte, dem seine Mutter so naheliegt, dass er sich nicht um sie kümmert und das eben obwohl er als Charakter doch als Hitzkopf gezeigt wird, weshalb die Regeln ihn eigentlich nicht interessieren sollten. Klar kenn ich die PT, deswegen verstehe ich auch das Verhalten nicht, denn seine Taten haben ja nie Konsequenzen, abgesehen davon dass er nicht Jedimeister wird.

Und ich frag mich ganz ehrlich, wie du auf "eindeutig" kommst, wo sich Vaders Screentime im Vergleich zu den anderen Figuren wie Han und Leia nicht sonderlich unterscheidet und der Vater-Sohn Konflikt erst in V überhaupt seinen Anfang nimmt und dieser auch nur einen Teil des Plots einnimmt.

Für Watto zu schuften kann man schon als angenehmes Leben bezeichnen. Wenn man masochismus gut findet. :D

Vader und Luke sind die beiden handelnden Hauptfiguren in Episode IV. Luke bequatscht ständig seinen Onkel und seine Tante, ihn endlich in die freie Welt ziehen zu lassen. Vader schwirt ständig um Tarkin rum und flüstert dem was ins Ohr.
 
@count flo: Mir ist schon klar, dass auch ziemlich schlimme Dinge in Anakins Leben vorgefallen sind, was ich aber problematisch finde, ist es, diese als Rechtfertigung für seine Entwicklung heranzuziehen - im Vergleich zu dem, was Kindern in der Realität teilweise angetan wird (v.a. im frühkindlichen Stadium, wo die Auswirkung auf die Charakterbildung viel drastischer sind), fährt Anakin noch ganz gut. Anakin kann als Charakter imho nur funktionieren, wenn man ihm eine massive Persönlichkeitsstörung unterstellt.

Die Jedi haben ihm Bindungen zu seiner Mutter untersagt.
Daran kann ich mich nicht erinnern? Wo wird das angesprochen? Qui Gon hat doch zumindest einen Versuch unternommen, sie auch aus der Sklaverei rauszuholen
Aber zum Thema Shmi noch etwas anderes: Yoda erkennt ja, dass Anakins Angst um seine Mutter zum Problem werden könnte. Warum holt man sie dann nicht da raus? Sie muss ja nicht unbedingt mit Anakin in Kontakt stehen.

Vader und Luke spielen ganz klar die Hauptrollen in A New Hope. Ich weiß leider nicht welches ANH du wohl meinst?
Vader ist in ANH etwa so eine Hauptrolle, wie der Beißer in "Der Spion der mich liebte" - der kommt am Ende auch mit dem Leben davon. :D
Einen Anhaltspunkt, wo Vader in ANH anzusiedeln ist, stellen die Credits dar: Er kommt da direkt nach Chewbacca. Cushing dagegen direkt nach Hamill, Ford und Fisher und noch vor Alec Guiness - damit sollte klar sein, dass der eigentliche Antagonist von ANH Tarkin ist, und nicht Vader.
Vader schwirt ständig um Tarkin rum und flüstert dem was ins Ohr.
Hä? Welche Szene? Vader kann flüstern? ;)
 
Persönliche Bindungen sind bei den Jedi untersagt,ich denke mal das war gemeint.

Und ich "rechtfertige" Anakins Taten bestimmt nicht,ich fühle halt mit dem Charakter mit.Sofern man das bei einer fiktiven Figur kann.
 
@DM99
Ich glaube da haben wir zwei völlig unterschiedliche Filme gesehen, siehe Grandy

Watto ist wirklich nicht gerade ein schlimmer Besitzer. Anakins Skalvendasein ist als solches jedenfalls kaum zu erkennen, dafür geht es ihm einfach viel zu gut in seiner Gefangenschaft. Watto hat mehr was von einem etwas launischen Stiefvater.

Das untersagen persönlicher Bindungen und das Meister-Padawan Prinzip ist nebenbei bemerkt ein gehöriger Widerspruch. Das ganze Verbot macht nicht wirklich Sinn, wird innerhalb der Jedi schon im Grundsatz untergraben und scheint auch sonst irgendwie keinen richtig zu beeindrucken.
 
@count flo: Ich möchte das Thema nicht weiter zerreden, weil ich sehe, dass jeder seine eigene Interpretation der Filme hat, und das soll auch gestattet werden. Mein Problem mit Anakin ist, dass ich bei TPM durchaus noch Mitgefühl hatte, weil ja klar war, wo die Reise hingeht. Und auch wenn er teilweise etwas nervig war - er war halt ein kleiner Junge, der niemandem etwas getan hat.
Nach 10 Minuten von Episode II war's dann aber vorbei: Ich konnte den Kerl nicht ausstehen, und ich kann nicht nachvollziehen, was in den paar Jahren alles passiert sein soll, um ihn zu so einem hochnäsigen Wichtigtuer zu machen. Dazu kommt noch (aber das ist mein persönliches Problem), das die Fäden, die das Drehbuch gesponnen hat, um seine Entwicklung plausibel zu machen, so offensichtlich waren, dass es mich beim ersten Anschauen von Episode II & III dauernd aus dem Film gerissen hat. Daher habe ich Anakin nie als Charakter wahrgenommen, sondern als konstruierte Figur.
Aber, wie gesagt, das ist mein persönliches Problem und auch der Hauptgrund dafür, dass ich die Prequels nicht besonders mag.
Wer mit Anakin mitfühlen kann, soll es bitte weiter tun - dann haben die Filme auch mehr Wert.
 
@count flo: Ich möchte das Thema nicht weiter zerreden, weil ich sehe, dass jeder seine eigene Interpretation der Filme hat, und das soll auch gestattet werden. Mein Problem mit Anakin ist, dass ich bei TPM durchaus noch Mitgefühl hatte, weil ja klar war, wo die Reise hingeht. Und auch wenn er teilweise etwas nervig war - er war halt ein kleiner Junge, der niemandem etwas getan hat.
Nach 10 Minuten von Episode II war's dann aber vorbei: Ich konnte den Kerl nicht ausstehen, und ich kann nicht nachvollziehen, was in den paar Jahren alles passiert sein soll, um ihn zu so einem hochnäsigen Wichtigtuer zu machen. Dazu kommt noch (aber das ist mein persönliches Problem), das die Fäden, die das Drehbuch gesponnen hat, um seine Entwicklung plausibel zu machen, so offensichtlich waren, dass es mich beim ersten Anschauen von Episode II & III dauernd aus dem Film gerissen hat. Daher habe ich Anakin nie als Charakter wahrgenommen, sondern als konstruierte Figur.
Aber, wie gesagt, das ist mein persönliches Problem und auch der Hauptgrund dafür, dass ich die Prequels nicht besonders mag.
Wer mit Anakin mitfühlen kann, soll es bitte weiter tun - dann haben die Filme auch mehr Wert.

Ich kann absolut mitfühlen, dann nachwievor ist es eine emotionale Tragödie, die sich in RotS zwischen ihm und Padmé abspielt.
Was seine Arroganz betrifft, muss ich dir absolut Recht geben - genauso stört mich sein romantisches Gesülze, das Ganze klingt einfach viel zu künstlich.
Da gebe ich aber weniger Haden oder dem Charakter selbst die Schuld, sondern vielmehr dem Drehbuch; die Dialoge waren einfach stellenweise viel zu kitschig.

Insgesamt kann ich mit dem Charakter und der PT selbst aber trotzdem wesentlich mehr anfangen als so manch anderer hier..
 
Ob man einen Charakter mag oder nicht mag, vielleicht auch hasst, bleibt meiner Meinung nach einem selbst überlassen.
Ich bin zwar auch kein Bewunderer Anakins, zumal er ein eingebildeter und von sich selbst eingenommener Mensch ist (vgl. "Hochmut kommt vor dem Fall." - Dooku), außerdem wird er von George Lucas viel zu sehr als Meister-Kämpfer inszeniert, z.B. besiegt er ganz alleine Count Dooku, obwohl er nur Ritter ist, aber natürlich ist seine Person eine sehr tragische, weshalb man ihm einiges verzeihen kann :-)
Schlussendlich schafft er es auch nicht gegen Obi-wan Kenobi o_O?
Aber seine Auftritte in Ep I waren schon ganz beeindruckend, was auch mit seiner hohen Machtintensität zusammenhängt.
 
Watto ist wirklich nicht gerade ein schlimmer Besitzer. Anakins Skalvendasein ist als solches jedenfalls kaum zu erkennen, dafür geht es ihm einfach viel zu gut in seiner Gefangenschaft. Watto hat mehr was von einem etwas launischen Stiefvater.

Das untersagen persönlicher Bindungen und das Meister-Padawan Prinzip ist nebenbei bemerkt ein gehöriger Widerspruch. Das ganze Verbot macht nicht wirklich Sinn, wird innerhalb der Jedi schon im Grundsatz untergraben und scheint auch sonst irgendwie keinen richtig zu beeindrucken.


Ich möchte da mal ein sinngemäßes Zitat von Shmi einstreuen: "Ich will nicht, dass du diese Rennen mitfährst, ich sterbe jedes Mal vor Sorge wenn Watto dich dazu zwingt."

Watto zwingt ein Kleinkind also an Hochgeschwindigkeitsrennen teilzunehmen, die gefährlich genug sind, dass die Teilnehmer dabei zu Tode kommen können. Ja doch, er ist schon ein guter Herr, dieser Watto :verwirrt:


Und zum Anderen, du kannst die Bindung zwischen Meister und Padawan meiner Meinung nach aber nicht mit der Bindung zu einer Ehefrau oder den leiblichen Eltern gleichsetzen. Ich denke diese Bindungen sind doch noch einmal stärker, wenngleich sich natürlich durchaus zwischen Padawan und Meister eine sehr freundschaftliches, fast schon geschwisterhaftes Verhältnis entwickeln kann.


außerdem wird er von George Lucas viel zu sehr als Meister-Kämpfer inszeniert, z.B. besiegt er ganz alleine Count Dooku, obwohl er nur Ritter ist

Count Dooku setzte bei ihrem letzten Kampf aber auch nicht sein volles Potenzial ein, da er von Sidious den Auftrag hatte, Anakin nicht zu töten. Hätte Dooku selbst tödlich gekämpft, hätte Anakin wohl keine Chance gegen ihn gehabt, aber Darth Sidious plante, dass Dooku von Anakin getötet werde ("Sein Tod war ein notwendiger Verlust"), um Anakin mehr noch auf die dunkle Seite vorzubereiten. Dass er dabei sterben würde, wusste Dooku sicher nicht, was sich an seinem Blick in seinen letzten Momenten erkennen lässt, aber er hätte auch Anakin nicht getötet.
 
@Admiral X
Ja, er ist ein ziemlich guter Herr, daran ändert Shmis Aussage nichts. Anakin baut seinen eigenen Pod-Racer und fand die ganze Pod-Geschichte total Klasse. Von Zwang ist nichts zusehen also muss man annehmen das Shmi übertreibt.

Und die Bindung zwischen Meister und Padawan kann ich denke ich schon der zu anderen Personen wie Eltern oder Liebhabern gleichsetzen. Wenn man jeden Tag miteinander verbringt und miteinander kämpft, ist es ganz normal, dass die Beziehung sehr eng wird.
 
"Von Zwang ist nichts zu sehen"... da sind wir wieder beim Thema, man sieht auch nicht, wie die Charaktere sich die Nase putzen oder eine Toilette besuchen, was aber nicht heißt, dass sie es nicht tun :) Es stimmt zwar, dass Anakin von sich aus auf Podrennen fixiert ist, weil er sie tatsächlich gerne fährt, aber ich denke nicht, dass Shmi behauptet Watto würde ihn zwingen, wenn dem nicht so wäre.

Sehr eng ja, aber so eng denke ich auch wieder nicht. Aber gut, so kommen wir auf keinen grünen Zweig, weil jeder es anders sieht. Wie auch immer sind die aus Meister - Padawan - Beziehungen so oder so resultierenden, wie auch immer gearteten Gefühle aber ein notwendiges Übel. Die Jedi brauchen als Padawane nun mal erfahrene Personen, von denen sie lernen können. Du sagtest, dass dieses Prinzip ein Widerspruch zu dem sei, dass Jedi keine persönlichen Bindungen aufbauen dürfen und damit hast du vielleicht nicht einmal unrecht, möchte ich einräumen. Doch, wie sollte es dann deiner Meinung nach funktionieren bei den Jedis? Wie sollten die Padawane besser lernen als durch praktische Erfahrungen an der Seite eines Meisters?

Überhaupt sollte man sich fragen, inwieweit es den Jedi wirklich verboten ist, persönliche Bindungen einzugehen. Wenn der Verzicht auf persönliche Bindungen bedeutet, keine Zuneigung zu anderen Personen zu empfinden denke ich nicht, dass das damit gemeint ist. Dann wären die Jedi im Grunde nichts anderes als emotionslose Maschinen. Ich denke es ist ihnen eben "nur" verboten, persönliche Bindungen einzugehen, die für ihr Dasein als Jedi und das Einhalten ihres Kodexes eine Gefahr darstellen. Und das ist eben der Punkt, in dem ich einen Unterschied zwischen der Beziehung zwischen Padawan und Meister und der Beziehung zweier Liebenden sehe. In einer von Liebe geprägten Beziehung wird man den Partner immer geborgen wissen wollen und immer den Wunsch haben, ihn zu beschützen, so wie man es ja bei Anakin und Padmé sieht. In einer Meister - Padawan - Beziehung sind die vorherrschenden Gefühle einfach anders denke ich. Aber durch diesen Drang, einen Partner in Sicherheit wissen zu wollen und sich um ihn oder sie zu sorgen ist es, was die Jedi - Pflichten vernachlässigen lässt. Um es mit einem Zitat aus Game of Thrones zu sagen: "Die Liebe ist der Tod der Pflicht". Ich denke nicht, dass man das verallgemeinern kann und doch trifft es sicher oft zu und genau das ist der Grund, warum Jedi insbesondere Liebesbeziehungen gemäß dem Kodex nicht eingehen dürfen.

So, damit wünsche ich euch allen eine gute Nacht.
 
Zwischen dem Toilettengang und der grundsätzlichen Darstellung eines Charakters und seiner Beziehung zu anderen Charakteren besteht aber noch mal ein sehr großer Unterschied. Watto soll ein böser Sklaventreiber sein, dann muss man das auch sehen. Wenn er Anakin wirklich zwingt, muss man das sehen, dann darf Anakin nicht freudig jauchzend in den Pod-Racer springen, sondern genötigt werden. Charakterisierung funktioniert einfach nicht dadurch, dass ich nur eine Erzählung habe. Selbst in einem nicht-visuellen Medium wie den Buch, muss sie auch durch Handlung erfolgen.

Was die Ausbildung der Jedis angeht:
Wie eine Universität. Wenn ich mir mein Studium anschaue, ist das weitestgehend ziemlich anonym, wenn man das richtig organisiert entstehen kaum Bindungen, es geht dann nur noch ums Lernen. Macht sich natürlich für eine Geschichte schlecht, das Fehlen von Beziehungen untereinander aber es würde keinen Widerspruch in der Lehre darstellen. Die Alternative wäre gewesen, diesen Teil der Geschichte über Bord zu werfen und einfach keine solche Regelung im Bezug auf enge Bindungen einzuführen. "Die Liebe ist der Tod der Pflicht" klingt total cool und deep aber ist eigentlich ziemlich doof, denn gerade die Kameradschaft auf der Mauer führt selbst wieder zur Opferbereitschaft oder Raserei, wenn der Kamerad gefährdet ist. Die Beziehung zu einem engen Freund ist doch nicht so, dass man bei ihm kein Schutzbedürfniss hat, ein Freund oder gar ein Kamerad ist einem doch nicht egal, sondern ebenso wie die eigene Frau oder Mutter oder Mann oder Vater besonders wichtig. Natürlich ergibt sich keine Pflichtvernachlässigung unter Kameraden in Form von "Weglaufen um den Geliebten zusehen" aber auf anderer Ebene. Ich denke Luke Skywalker ist hier der beste Beweis, dem es ja auch um seine Freunde ging, nicht um seine Frau/Geliebte.
Das Problem ist aber die, dass die Jedi ja eigentlich weder ständig auf einer Mauer stehen und Wache halten, noch Krieger sind. Eine solche Regelung hätte ja eigentlich nur einen Sinn, wenn man befürchten müsste, dass es ohne sie zur Flucht käme (und selbst das Militär unserer Welt hat eher selten solche Regeln). Das ist aber nichts worüber sich Jedi eigentlich Sorgen machen müssten, es geht nicht direkt um Ehe oder Elternschaft, sondern um Beziehungen allgemein und da untergräbt das Padawan-Meister Prinzip die eigenen Prinzipien.
 
@Seth Caomhin

Für mich funktioniert sie so, wie sie dargestellt wurde. Es ist doch in Ordnung, wenn wir unterschiedliche Sichtweisen auf Watto haben, aber mir erscheint er eben sehr zwielichtig, alleine schon aufgrund der Tatsache, dass er überhaupt Sklaverei betreibt. Dass er Anakin und Shmi lange nicht so schlimm behandelt, wie andere Sklavenhalter es tun würden stimmt allerdings. Dennoch glaube ich, auch ohne es selbst nicht zu sehen, dass er Anakin dazu zwingt und daran ändert auch nichts, dass Anakin freudig jauchzend in den Racer springt, das liegt wie schon erwähnt daran, dass er von sich aus Spaß an der Sache hat. Was aber nicht heißt, dass man ihn nicht trotzdem dazu zwingt. Ich esse auch gerne Spaghetti Bolognese, aber ist es deshalb kein Zwang wenn mir jemand eine Pistole an den Kopf hält und sagt "Iss!"? Und damit keine Missverständnisse aufkommen, ich weiß, oder gehe wenigstens davon aus, dass Watto Anakin keinen Blaster an den Kopf hält und ihn damit zwingt, Rennen zu fahren, ich habe mich dieser zugegebenermaßen durchaus übertriebenen, aber aus Mangel an einem besseren Beispiel dennoch verwendeten Metaphorik nur bedient um zu verdeutlichen, dass etwas gerne tun ja nicht ausschließt, dazu gezwungen zu werden. Ich finde zudem, dass es Dinge gibt, die man im Film nicht unbedingt explizit zeigen muss, um sie zu wissen. Im Gegenteil bin ich kein Freund davon, alles vorgekaut zu kommen sondern ziehe eben gerne selbst meine eigenen Schlüsse aus dem, was tatsächlich zu sehen ist. Übrigens wird auch nie explizit gezeigt, dass Qui - Gon Jinn Padawan Count Dookus war und dennoch zweifelt irgendwie niemand daran. Aber letzten Endes ist es ohnehin Haarspalterei was wir betreiben, ich wollte meinen Standpunkt noch einmal festigen, aber letztlich bleibt es doch dabei, du hast dein Bild von Watto und ich meines und das ist aus meiner Sicht auch völlig in Ordnung, ist ein Diskussionsforum doch genau dafür da, um sich über unterschiedliche Sichtweisen auszutauschen :) Insofern hoffe ich auch, du nimmst es mir nicht krumm, sollte ich mal etwas energischer klingen, das ist nicht böse gemeint.

Und zum anderen Punkt, Uni - und Studiensystem ist schön und gut, aber ich bezweifle, dass du in deinem Studium dich auf Schlachtfeldern behaupten musst ;) Solche Erfahrungen macht man wohl nicht durch das Lesen von Büchern sondern durch die Praxis und hierfür ist es meiner Ansicht nach eben notwendig, dass ein Meister einen noch nicht so erfahrenen Jedi begleitet. Hätte man in Star Wars die Regelung über Bindungen generell außen vor gelassen, würde aber ein sehr zentraler Aspekt der PT fehlen. Anhand dieser Regelung wird doch deutlich, warum die Beziehung zwischen Anakin und Padmé überhaupt problematisch ist. Ich habe "Die Liebe ist der Tod der Pflicht" auch nicht zitiert, weil es "cool und deep" wirken soll, sondern weil ich denke, dass in diesem Kontext in der Tat etwas dran ist. Damit ist auch nicht das Verhältnis zwischen den Wächtern auf der Mauer gemeint, sondern eben die Liebe zu einem Partner. Das geht auch aus dem Gespräch hervor, in dem das Zitat fällt, ich glaube es wird sogar so ziemlich in einem Satz genannt, der etwa so lautet: "Hast du dich jemals gefragt, warum die Männer der Nachtwache keine Frauen haben dürfen? Damit sie nicht lieben... denn die Liebe ist der Tod der Pflicht". Angesprochen wird also ganz eindeutig die Liebe zum anderen Geschlecht und nicht die zu seinen Kameraden und Brüdern, was man vielleicht als Liebe bezeichnen könnte, aber in einer ganz anderen Form. Der Begriff Liebe ist meines Erachtens nach sehr, sehr vielschichtig. Und ich habe auch nie sagen wollen, dass einem Freunde oder Kameraden egal sind und natürlich würde man sie auch beschützen wenn es darauf ankommt. Aber eben, so sehe ich es zumindest, doch nicht in dem gleichen Maße wie einen Beziehungspartner, da hier meiner Meinung nach das Verhältnis eben doch inniger ist, jedenfalls dann, wenn man lange genug eine Beziehung führt. Und wenn wir wieder auf die Nachtwache aus Game of Thrones zurückkommen spielt sicher auch der Gedanke eine Rolle, dass die Kameraden und geschworenen Brüder mehr Chancen haben, sich auch selbst zu verteidigen und so ist es letzten Endes bei den Jedi auch. Ich denke, dass Anakin um Obi - Wans Sicherheit längst nicht so besorgt wäre wie um Padmés, welche einem Angriff gegenüber deutlich schutzloser wäre.
 
Wenn man von Charakterisierung absieht, seine Engelsgleichsetzung als Kind, und verliebter Narr in Episode II, ist doch einer der größten Gründe Anakin zu hassen, dass er für Padmé zum Mörder wird. Dabei meine ich nicht mal das Mace Windu aufhält um Palpatine zu retten. Sondern etwas später als er den Jedi-Tempel überfällt und Kinder abschlachtet. Nicht nur die etwas älteren Padawane und Ritter die sich ihm in den Weg stellen, nein sondern einen ganzen Raum voller Kinder. Das ist doch wirklich einer der Gründe jemanden zu hassen und eventuell ist George Lucas hier mehr als nur etwas zu weit gegangen.
Aber dieser Fall wurde ja schon in Episode II eingeleitet, als er die Sandleute im Blutrausch tötet. Hier ist die Situation auch ein wenig anders dargestellt. Aber das Gespräch mit Padmé auf der Feuchtfarm dazu ist ziemlich unerträglich.
Anakin: Ich... ich habe Sie umgebracht.
Alle umgebracht.
Sie sind tot.
Ich habe jeden einzelnen umgebracht. Und nicht nur die Männer, die Frauen ebenfalls und die Kinder auch. Sie sind wie Tiere, und wie Tiere hab ich sie auch abgeschlachtet! Ich hasse sie!
[dramaturgische pause]
Padmé: Zornig zu sein ist menschlich.
Anakin: Ich bin ein Jedi. Ich weiß, dass ich darüber erhaben bin.
[Padmé streichelt Anakins Kopf]
Padmé scheint hier diesen Genozid an mehreren Familien entweder zu ignorieren oder einfach darüber hinwegzusehen, da sie ja nur wie Tiere seien.
Ich wüsste jetzt ehrlich gesagt auch nicht was ich darauf antworten sollten, aber das Padmé da so ruhig bleiben kann. Jemand der Pazifist ist und sogar dafür sorgen will, dass die Republik keine Armee aufstellt um einen Krieg zu verhindern, ist das doch etwas gegen ihre friedliebende Art und macht deren Liebesbeziehung auch nicht gerade glaubwürdiger. Aber schon hier wird doch klar das etwas mit Anakin nicht stimmt. Auch wenn er sich über die Klonkriegen erstaunlicherweise zum Großteil unter Kontrolle hat, was aber an seinem Padawan Ahsoka liegen dürfte. Dies fällt vorallem dann auf wenn Ahsoka nicht bei ihm oder in Gefahr ist. Wie als er Poggel den Geringeren in seiner Zelle attackiert, oder als er auf einer Anderen Mission jemanden von hinter erdolcht. Oder als Ahsoka den Ordern verlässtfällt auf das sich Anakin nicht mehr kontrollieren kann und mit Verlusten einfach nicht klar kommt. Wer die Utapau Storyboards gesehen hat wird bemerken das Anakin darin schon viel aggressiver und hinterhältiger ist. So aktiviert er etwas Macht aus der Entfernung einfach Lichtschwerter um seine Gegner zu töten. Oderauch nicht davor zurückschreckt Informationen mit Gewalt zu erpressen und sogar Geiseln zu nehmen.
Dieser Bogen wird als in Episode II, The Clone Wars und Episode III ziemlich gut erzählt. Allerdings bedeutet dies ja nicht, dass man es gutheißen muss. Dies jedenfalls sind meiner Meinung nach die wirklich richtigen Gründe Anakin zu hassen. Palpatine mag ihn manipuliert haben um zu den Sith über zu wechseln. Aber letztlich war dieser Böse Kern doch schon ein lange Zeit in ihm und er reifte in den Klonkriegen stetig an.
 
@AdmiralX
Ich finde Wattos Darstellung auch in Ordnung. Er ist schmierig, er ist unsympathisch, kein besonders liebenswerter Charakter. Ich finde das total in Ordnung aber ich finde als Sklavenhalter, den ich verabscheuen soll, ist er eben ungenügend dargestellt. Mir hätte es da mehr gefallen, wenn er manipulativer gewesen wäre oder wenn er wirklich mal den Rohrstock rausgeholt hätte. Unter der Voraussetzung, man wollte eben wirklich eine schlimme Situation für Anakin darstellen, hätte es meines Erachtens mehr gebraucht. Für mich persönlich aber ist das was ich im Film sehe völlig in Ordnung, empfinde dabei aber wohl nur nicht das, was man beabsichtigt hat. Einfach nur Worte wie "Das sind jetzt Sklaven" oder "Watto zwingt Anakin" reicht für mich nicht zur Charakterisierung aus, bei einem visuellen Medium im Besonderen. Qui-Gon Jinns Padawandasein von Count Dooku ist da was anderes, denn dieser Umstand dient ja nicht dazu jemandes Situation oder Persönlichkeit darzustellen, wobei ich glaube dass es Count Dooku selbst vielleicht schon geholfen hätte, hätte man ihn in Episode I gesehen und vielleicht sogar mit Qui-Gon interagieren lassen. Einfach weil der Charakter dann eben viel näher am Zuschauer dran gewesen wäre und eine persönliche Beziehung zu den Hauptcharakteren etabliert worden wäre. Und nein, warum soll ich es dir Krumm nehmen, wenn du energischer klingen solltest? Ich empfinde es auch nicht als böse gemeint, keine Sorge.

Noch mal zurück zum Lied von Eis und Feuer Zitat. Natürlich denke ich nicht, dass du es reingenommen hast, weil es cool und deep klingen soll, das sagte ich nur weil das Zitat als solches diesen Klang hat. Es wirkt auf dem ersten Blick richtig, man kann es abnicken, stempeln, abheften aber ich denk dass es zu oberflächlich ist und die Tiefe menschlicher Beziehungen untereinander ignoriert bzw. sie nur Liebenden unterstellt. Ich hätte es auch ungern gesehen, wenn man nun so einen total anonymen Jeditempel geschaffen hätte, wo nur gelernt wird aber keine Beziehungen gepflegt werden. Das wäre wohl innovativ aber wie gesagt nicht hilfreich und eher kontraproduktiv gewesen. Aber man muss auch sehen, Jedi müssen sich auf Schlachtfeldern gar nicht behaupten. Die Sache mit den Seperatisten bis zum Krieg war ja alles von langer Hand durch Palpatine geplant, der normale Alltag für Jedi schien ja nie der Kampf auf Schlachtfeldern zusein, sie keine Soldaten aber die Betonung liegt auf "schien". So klar hat man sich meines Erachtens einfach nicht abgegrenzt, was ziemlich schade ist, weil es gerade diese Regel eigentlich besser unterstützt. Wenn ich mir das Jedidasein nämlich eher als Hüter des Friedens vorstelle, die herumreisen und den Streitschlichter spielen, gibt es ja keinen Grund befürchten zu müssen, jemand könnte dieses Dasein aufgeben um bei der Familie zusein.

So hingegen ist die Liebe zum eigenen/anderen Geschlecht samt Beziehung, die Verbindung zu den Eltern untersagt aber innige Freundschaften, die letztendlich zwangsläufig entstehen, völlig okay. Und da sehe ich einen Widerspruch, der unter anderer Voraussetzung weniger stark gegeben wäre. Ich gebe dir auch in jedem Fall Recht was das Vertrauen in die Verteidigungsfähigkeiten angeht. Ganz klar, Padme ist keine Kriegerin, die möchte man eher beschützen als Obi-Wan der gut klar kommt und das ist dann auch im Gefecht so aber wenn was schief läuft, kann es dann eben auch ganz leicht passieren, dass man den Kopf verliert. Aus dem Krieg ist es ja nicht so unbekannt, dass jemand verwundet wird und Retter selbst Opfer werden.
 
Anakin ist eine fiktive Figur. Wie kann man eine fiktive Figur hassen ?

Man kann diese Figur natürlich nicht real hassen, da es sie einfach nicht gibt. Ganz Star Wars ist ja eine Fiktion und man sollte generell immer wissen was Realität ist und was nicht.
Allerdings sind Filme - Figuren eine Spiegelreflexion der Realität. Wenn man Anakin also hasst dann verbindet man die realen Erfahrungen also mit dem was man in der Fiktion sieht.
Wäre diese Figur also real würde man Sie hassen. (Hoffe ich liege mit meiner leihenhaften Analyse richtig)^^

Zum Thema:
Ich mag Anakin nicht weil er mir von Episode 1 an schwer auf die nerven geht. Erst das Klugscheisserkind, dann der selbstsüchtige Heranwachsende. Es gibt kaum eine Szene wo er mir mal sympathisch ist. Das dieser dann auch noch der berüchtigte Darth Vader wird bringt das Fass zum überlaufen.
Das man dies nicht ordentlich umgesetzt hat wurde ja schon zur Genüge diskutiert.
 
Anakin Skywalker hat bei mir in CW viel Sympathie zurück gewonnen, weil der Charakter hier endlich mal ordentlich gestaltet ist und man sich in seine Rolle hinein versetzen kann. Das hat mir in den Prequel's an Anakin irgendwie gefehlt. Aber einen Hass würde ich auf ihn nicht entwickeln, es ist nur eine erfundene Figur. Eigentlich sollte die Figur dem Zuschauer eher leid tun statt einen Hass zu erzeugen, dass teilweise das Gegenteil der Fall ist, zeigt eindeutig, dass bei den Prequel's was schief gelaufen ist.
 
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