Korriban (Horuset-System)

Korriban, in Zoeys Zimmer auf der Beeska: Zoey und Saphenus (und ihr weit gereistes Haustier)


Zoey hielt den Atem an und glaubte ihren Augen nicht zu trauen. Jetzt strich Saphenus über ihr Abendkleid. Was zum Henker sollte das? Schlimm genug, dass er sich darauf gesetzt hatte und es unter seinem Gewicht knitterte. Doch wie sollte sie diese Geste deuten? Lord Saphenus war ihr ein Rätsel! Ein Rätsel mit sieben Siegeln! Erinnerte das Kleid ihn vielleicht an Jemanden? An seine Frau? Was war mit ihr? Wartete sie irgendwo gut versteckt auf ihn, während er sich mit Talitha vergnügte und eine Sithkarriere machte? Immerhin trug er einen Ring, einen Ehering, am Finger! Am liebsten hätte Zoey, neugierig, wie sie war, nachgefragt, vermied es aber lieber und verbat sich das. Vielleicht war er auch Witwer? Sie wollte in keine weiteren Fettnäpfchen treten. Oder war er doch eifersüchtig auf Janus und wäre lieber an seiner Stelle gewesen? Zoey wurde Angst und Bange bei dem Gedanken. Er würde doch wohl hoffentlich nichts von ihr demnächst verlangen, was sie nicht jedem bereit war, zu geben? Er hatte Talitha, beruhigte sie sich! Ein ungutes Gefühl ließ sich aber nur schwer zerstreuen.

Das Haustier in ihrer Hand beruhigte sie zumindest teilweise. Plötzlich deutete Saphenus darauf und sprach seinen unguten Geruch an?! Sie durchfuhr ein Schreck. Wenn er es nicht mochte, ihr nicht gönnte oder es ihn wegen seines Geruches anekelte, würde er es ihr vielleicht womöglich nehmen?! Verunsichert sah sie kurz zu ihm. Ihr war gar nicht aufgefallen, dass es stank? Sie versuchte zu lächeln, als er witzelte und sich über Fey lustig machte, doch so richtig witzig fand sie es nicht. Man wusste schließlich nie bei ihm, woran man war?! Und es ging um ihr Haustier, ihre letzte Erinnerung an Yui! Vielleicht sollte sie ihm davon berichten? Etwas an Vertraulichkeiten schaffen? Yui war eh tot!


"Es gehörte meinem vorübergehendem Pflegekind. Es war ein Geburtstagsgeschenk zu ihrem elften Geburtstag. Sie wurde nicht älter! Sie ist vermutlich tot!",

sagte sie leise.

Sie kamen zum Handschuh. Es war immer schwierig, wenn man für etwas beschuldigt wurde, woran gar nichts Wahres war und man sich dafür zu rechtfertigen hatte. Als er dann den Handschuh anzog, stockte ihr der Atem. Doch er meinte nur, es wäre ein hässliches Ding und streifte ihn wieder ab und ließ ihn achtlos zu Boden fallen. Natürlich war sie froh, als er ihn wieder abgelegt hatte. Sie erhielt den Befehl, dass sie ihn Fey aushändigen sollte, damit er ihn sicher verwahren konnte. Es stimmte, dass ihre Kabine kein sicherer Verwahrungsort wäre. Ein Safe vielleicht? Das weder er, noch Talitha das Teil länger zu Gesicht bekommen wollten, konnte sie durchaus verstehen!

“Ja, wird erledigt, Meister!”,

sagte sie gehorsam wie beim Militär, obwohl sie dort immer: “jawohl” sagen sollte. Saphenus ging an ihr vorbei und streifte sie dabei fast! Was sollte das schon wieder? Wurde er anzüglich? Er verließ den Raum und sie atmete auf!

Sie setzte das kleine knuddelige, plüschig anmutende Haustier ins Terrarium zurück und besah sich erstmal ihr Abendkleid, als ihr Meister hinaus war. Sie schüttelte es erstmal kräftig! Es rieselte Sand und ja, es war zerknittert! Sie roch daran und hatte das Gefühl, dass es nach ihm roch! Ok, die Falten würden sich bei dem edlen Stoff früher oder später aushängen! Hoffentlich würde sich sein Geruch verflüchtigen! Er war ihr zuwider! Ihr Meister war ihr schlimmster Feind im Augenblick! Sie hängte es auf den Bügel an ihren Schrank vorne dran. Dann wischte sie auf ihrem Bett herum und zog alles wieder glatt. Das er sich hier ausgerechnet hinsetzen musste?! Warum nicht auf einem der zwei Stühle im Raum? Es ekelte sie an!

Sie ergriff den Handschuh und lief los. Sie fand Fey im Flur.


Mister Fey, einen schönen Gruß von Meister Saphenus! Ich soll Ihnen den hier aushändigen, damit sie das gefährliche und zugleich wertvolle Artefakt sicher für ihn aufbewahren!”

Sie übergab das geheimnisvolle Utensil mit der großen Macht, einem das Gehirn schmelzen zu lassen. Er nahm es und nickte.

“Gewiss, Lady Liviana!”


“Ach, und wäre es möglich mein Bett mal frisch zu beziehen und mein Abendkleid, welches an der Schranktür hängt, mal frisch zu reinigen?!”

Er nickte und verbeugte sich kurz und erwiderte ein korrektes kurzes:

“Natürlich!”,


und doch hatte Zoey seinen Widerwillen spüren können! Sie hätte wetten können, Fey hatte innerlich die Augen verdreht. Sie musste schmunzeln und begab sich zu ihrem Meister in den Trainingsraum, wo er sie hinbestellt hatte.

Sie hörte ihn sehr leise, sehr tief und düster sprechen. Er saß auf dem Boden. Er ließ seine Augen noch kurz geschlossen und deutete mit der Hand an, dass sie sich vor ihm auf den Boden zu setzen hatte. Sie kam dem folgsam sofort nach.

Dann geschah etwas Unerwartetes! Saphenus begann darüber milde zu reden, wie sie besser zurecht kommen würden. Sie wären beide mit dem falschen Fuß heute aufgestanden. Er wollte diese Atmosphäre selber nicht länger und nicht täglich! Zoey war zugegebenermaßen positiv überrascht! Sie empfand seine Worte schon fast als Zuwendung! In einer Atmosphäre der Schikane, der Bestrafung, der Gewalt und des Terrors war das etwas Besonderes, etwas Angenehmes, etwas, worauf sie nur zu gerne einging. Sie lächelte offensichtlich erleichtert und nickte rasch. Seine Worte waren wie ein Rettungsanker für sie. Sie hätte sonst auch nicht gewusst, wie lange sie so eine unerträgliche Situation aushalten würde. Zum Lernen war ein entspannteres Verhältnis natürlich besser. Sie sollte ihn als Mächtigeren akzeptieren und ihm gehorchen. Sie sollte aufmerksam von ihm lernen, alles, auch das Nebenher, seine Einstellungen usw.. Keine Spielchen! Er meinte scheinbar die Sache mit Janus! Sie begriff, zumindest in der Theorie und war gewillt, an sich zu arbeiten. Sie nickte nochmal und sagte ein leises :

“Ja, Meister, ich will es tun und Euren Rat beherzigen! Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass ihr mit mir zufrieden seid.”

In den nächsten Tagen entspannte sich tatsächlich ihr Verhältnis und Zoey übte mit ihm und dadurch kamen sie gut voran. Zoey entdeckte in ihm wieder einen guten Lehrer, der gut erklären konnte und ihr Verhältnis zueinander verbesserte sich rasch und sie konnte ihn anders wahr nehmen. Er bekam eher Vorbildwirkung für sie und er strahlte nicht mehr hauptsächlich und dominant den Choleriker aus. Auch fragte sie beherzt mal dies und das und sie war wissbegierig und auch, wenn die Macht nicht besonders stark in ihr war, machte ihr Eifer sehr viel wett. Sie war wie eine Tochter der Finsternis, geschaffen von einem Artefakt und von einem Sithgeist eines einstigen mächtigen Sith`s, doch brauchte sie Führung und Hilfe bei der Orientierung in der Dunkelheit, um ihr Potential entfalten zu können und die mächtige Kraft, die ihr gegeben worden war, zu nutzen. Sie war klug genug, um das zu erkennen und war von Tag zu Tag ihrem Meister dankbarer und mehr zugetan, um so mehr Fortschritte sie machte und je mehr Zeit verging, wobei sie mal nicht aneinander gerieten und sie ihn und um ihr Leben fürchten musste. Sie war ein Mensch, die rasch vergeben konnte und die Zeit heilte die Wunden. Zoey konzentrierte sich ganz und gar auf ihre Ausbildung und verschwendete keine Gedanken an etwas Anderes. Außer an Sane. Sie träumte nachts von ihm. Sie hatte hier Netz! Und, die Zeit. Sie schrieb ihm endlich eine Text-Nachricht. Er sollte sich nicht für etwas schuldig fühlen, für etwas, was nicht war: Sie war nicht tot!

Textnachricht an Sane:

"Es geht mir gut. Bin gut auf Korriban angekommen. Mach dir keine Sorgen. LG Zoey"
Ende der Nachricht

Den Grafen sah sie die ganzen Tage nicht mehr. Dann kam der Tag, an dem sie an der Seite ihres Meisters sein Raumschiff ansteuerten. Sie wusste, dass es um einen ersten wichtigen Geschäftstermin gehen würde.


Korriban, Raumhafen, auf dem Weg zu Janus`Schiff: Saphenus und Zoey
 
[Horuset-System | Korriban | Raumhafen | Yacht "Birthright"] - Saphenus; Zoey Liviana

Die Laderampe mit schmerzendem Bein erklommen blieb er stehen. Ein Diener des Grafen bedeutete ihm zu Warten, höflich entfernte er sich um seinen Meister zu informieren. Saphenus‘ Finger glitten ungeduldig über seinen Oberschenkel während er sich lässig an eine der glänzenden Wände lehnte. Unstet glitt sein Blick durch den Raum, er biss sich auf die Lippe. Es passte ihm nicht, dass man sie warten ließ. Er winkte Zoey neben sich und lehnte sich leicht zu ihr herüber. „Hmm…ich frage mich wieso uns dein Liebhaber warten lässt. Man hätte doch gedacht, dass er sich freuen würde dich wiederzusehen.“, flüsterte er und grinste. Ein kleines Kind in seinem Inneren freute sich über die anzüglichen Witze, die er wegen ihrer kleinen Affäre machen konnte und genoss es diese Situationen auszunutzen. Es war ein kleiner Spaß, der ihn aufheiterte. Der Diener kehrte zurück, vertröstete den Gouverneur jedoch noch einige Minuten. Offensichtlich war Janus noch beschäftigt. Saphenus biss die Zähne aufeinander und nickte gequält auch wenn er den Diener am liebsten gegen die Wand geschleudert hätte. „Wir warten.“, sagte er knapp und versuchte seine Ungehaltenheit zum Ausdruck zu bringen. Nun musste er also selbst als Gouverneur Korribans auf eine Audienz beim Hochwohlgeborenen warten, dachte er während sich ein Grummeln in ihm regte.

„Schließ deine Augen.“, befahl er Zoey. „Konzentrier dich. Der Graf und seine Schüler sind an Bord. Nutze die Macht, spüre ihre Anwesenheit. Versuch herauszufinden wo sie sind.“ In den letzten Tagen war auf Korriban eine Jüngerin angekommen, die wohl Janus‘ verlorenen Schüler ersetzen sollte. Es handelte sich um eine Rattataki wie ihm Lieutenant Elliot berichtet hatte. Sie war kurz nach ihrer Ankunft in Janus‘ Schiff verschwunden. Letztlich sind alle ersetzbar, kam es Saphenus in den Sinn und wusste, dass der Graf ihn ebenso ersetzen würde wenn er keinen Sinn mehr in ihrer Zusammenarbeit sah. Der natürliche Weg der Sith. Der Zabrak scherte sich nicht darum, er würde an seiner Stelle genau so handeln. Jeder Verbündete musste ein Werkzeug sein und war nur so lange von Bedeutung wie er auch nützlich war. Er warf Zoey einen Seitenblick zu, ihre Miene zeugte von Konzentration. „Es wird leichter sein sich auf Janus‘ Schüler zu konzentrieren.“, merkte er an. „Der Graf selbst versteht sich bestimmt darauf sich in der Macht zu verbergen. Wenn er es nicht wünscht wirst du ihn nicht spüren können. Schließlich ist er weitaus mächtiger als du.Er stieß sich von der Wand ab und ging langsam von einer Ecke in die andere. Die Minuten verstrichen während man sie warten ließ.


Dann jedoch ertönten Schritte, allerdings kamen sie nicht aus dem Inneren des Schiffes. Stattdessen kam Thomas Elliot die Laderampe herauf, blieb stehen und salutierte zackig. „Gouverneur? Da ist jemand, der sie sprechen will. Hält sich für wichtig und macht einen ziemlichen Aufstand. Arrogant würde ich sagen. Der verlangt ziemlich lautstark nach ihnen, Sir.“ Man sah dem Lieutenant an, dass er sich der Situation unschlüssig war. „Wer will mich sprechen?“, fragte Saphenus und konnte einen Hauch Irritation in seiner Stimme nicht unterdrücken. „Er behauptet er wäre ihr Stellvertreter, Sir.“ Nachdenklich legte er die Stirn in Falten, nickte aber. „Zoey, du begleitest mich.“, sagte er während er Janus‘ Schiff verließ und in das grelle Sonnenlicht trat. Sofort hüllten ihn die warmen Winde des Wüstenplaneten ein und beförderten Sand auf seine schwarze Robe. Mittlerweile gewöhnte er sich an diesen Umstand. Schon jetzt konnte er einen hochgewachsenen Mann sehen, der in Begleitung von Flottensoldaten vor seinem Schiff stand. Selbst auf diese Entfernung strahlte er Arroganz und Überheblichkeit aus, die kaum zu übersehen waren. Saphenus straffte die Schultern und drückte den Rücken durch. „Benimm dich angemessen. Du bist eine Sith!“, zischte er Zoey zu und blieb stehen in der Nähe des Unbekannten stehen. Der drehte sich um und warf dem Zabrak gleich einen abschätzigen Bick zu.


„Aaaah, Herr Gouverneur.“, sagte er herablassend als würde dieser Titel nichts zählen. „Ich habe schon darauf gewartet Sie zu treffen.“ Der Mann machte keine Anstalten ihm die Hand zu reichen. Musternd glitt Saphenus Blick an ihm herunter. Es handelte sich um einen Menschen in fortgeschrittenem Alter. Die grauen Haare waren ungefähr schulterlang und zu einem betont lässigen Zopf zusammengebunden. Ein fein rasierter Vollbart zierte sein Gesicht, wohl um die Falten zu kaschieren. Gekleidet war er in einen verzierten, schmuckhaften Anzug, der nun ebenso Staub ansetzte. Die Lederstiefel in Anlehnung an die eines Offiziers waren fein poliert. An seiner rechten Hand prangte ein unübersehbarer Siegelring mit einem Wappen. „Sie hätten sich ankündigen können. Vielleicht wäre Ihnen das Warten dann erspart worden.“, entgegnete Saphenus kühl. „Aber jetzt wo Sie schon hier sind: wie wäre es wenn Sie sich vorstellen?“ Der Unbekannte lächelte gekünstelt. „Wie ich sehe seid Ihr direkt und kommt schnell zur Sache. Etwas proletarisch für meinen Geschmack, aber ich denke ich kann von einem Planeten wie diesem nichts anderes erwarten.“ Mit jedem seiner Worte schien er pure Arroganz auszuspucken. Der abschätzige Blick, den er dem Raumhafen zuwarf, tat sein Übriges. „Mein Name ist Antrafflan aus dem Hause Kontraien, Fürst von Eiattu.“ Er sagte diesen Titel als wäre er von Bedeutung. „Ich komme auf Geheiß von Großmoff Grant. Er sieht die politische Entwicklung Korribans sehr kritisch. Darth Ignavius‘ Regentschaft, die Zerstörung antiker Tempel durch die imperiale Armee, Sithzauber…das alles ist Anlass zur Sorge. Ich bin hier um die hiesige Situation zu analysieren. Seine Exzellenz, der Großmoff persönlich im Namen seiner Majestät Darth Allegious bestimmt, dass ich in der Zwischenzeit als Euer Stellvertreter fungiere. Angesichts der jüngsten Ereignisse könnt Ihr ein gewisses Misstrauen Eurem Orden gegenüber sicherlich verstehen.“ Saphenus spürte wie sich ein roter Schleier über sein Auge zu legen drohte. Seine Hand krallte sich so fest um seinen Gehstock, dass dieser zu zittern begann. Der Neuling stand vor ihm, ein gewinnendes Lächeln im Gesicht, das es galt auszulöschen. Er spürte das unbändige Verlangen die Macht zu sammeln, die Innereien des Fürsten herauszureißen, im Raumhafen zu verteilen und dem Großmoff nichts weiter als den abgetrennten Kopf mit einer in die Stirn geschnittenen Nachricht zu schicken. Korriban ging sie nichts an, dieser Planet war Eigentum der Sith. Der Zabrak dehnte sich in der Macht aus und ließ all die Perversion seines Seins darin einfließen. Mit vor Wut verzogenem Gesicht trat er einen Schritt nach vorne. Man konnte sehen, dass die Mundwinkel des Fürsten zuckten, für einen Moment bröckelte seine überhebliche Fassade.


„Korriban gehört uns.“, sprach Saphenus seine Gedanken laut aus und machte keinen Hehl aus seiner Verärgerung. „Wagt es nicht euch in die Angelegenheiten des Ordens einzumischen. Das kann nur euer Ende bedeuten.“ Nervös nestelten die Flottensoldaten an ihren Waffen, die Leibgarde des Gouverneurs tat es ihr nach. Die Spannung schien fast greifbar zu sein während sich Saphenus und Antrafflan gegenseitig in die Augen starrten. „Ich komme auf Wunsch des Großmoff persönlich.“, zischte der Fürst, seine Stimme zitterte leicht. „Wenn Ihr mir auch nur ein Haar krümmt, werdet Ihr wegen Hochverrats hingerichtet. Euer Orden wird Euch nicht retten, dieses überflüssige Überbleibsel längst vergangener Zeit.“ Saphenus formte ein abartiges Lächeln. „Seid sich da nicht so sicher. Dieser Ort kann sehr gefährlich werden, Menschen verschwinden und niemand weiß, was mit ihnen geschehen ist. Fühlen Sie sich nicht zu sicher.“ Stille legte sich über den Landeplatz, dann lachte Saphenus. „Verschwinden Sie in einer Ecke und wagen Sie es nicht herauszukommen bis ich Sie rufe.“ Er deutete auf den Raumhafen. „Sicherlich wird Ihnen Captain Carr einen kleinen Stall zuweisen. Machen Sie es nur nicht allzu bequem.“ Antrafflan schien noch etwas erwidern zu wollen, wandte sich dann aber ab und machte sich mit großen, energischen Schritten auf den Weg in den Raumhafen. Seine Wut war deutlich zu spüren und jedem war klar, dass beide jeweils einen neuen Feind gewonnen hatten. Doch noch war Saphenus nicht klar wie viel Einfluss sein Stellvertreter tatsächlich haben konnte.


„Unsympathischer Kerl, ich mag diese adligen Futzis nicht. Entschuldigt die Wortwahl, Gouverneur.“, bemerkte Elliot launisch als er sich neben ihn stellte. „Was bildet der sich ein so über den Orden zu sprechen? Die Sith sind das Rückgrat des Imperiums, ohne sie wären wir den Jedi schutzlos ausgeliefert.“ Der Lieutenant schüttelte den Kopf als könne er nicht glauben was er eben gehört hatte. „Soll ich ein Auge auf ihn werfen lassen? Er hat zwar seine eigene Leibwache dabei, aber wir können ihn sicherlich überwachen.“ Saphenus nickte. „Ich werde es sofort erledigen. Ist das zu glauben? Wie unverschämt kann man sein. Kommt hierher und behandelt uns wie Dreck. Das ist doch wirklich.“, sagte Elliot diesmal an Zoey gewandt als müsste er ihr auch deutlich machen was er von dem Neuankömmling hielt. „Also wirklich!“, wurde er noch los, dann entfernte er sich. Saphenus rührte sich nicht.


„Er wird uns unser Vorhaben nicht leichter machen.“, flüsterte er als träfe ihn eine bittere Erkenntnis. „Wir müssen mit Lom Fey reden. Ich dulde diesen Mann nicht auf meinem Planeten. Ansonsten wirst du dir etwas überlegen müssen um ihn loszuwerden!“, sagte er zu Zoey.


[Horuset-System | Korriban | Raumhafen | Landebereich] - Saphenus; Zoey Liviana; Leibwache
 
Korriban, Raumhafen, auf dem Weg zu Janus`Schiff: Saphenus und Zoey


Die Sonne schien wieder erbarmungslos auf sie herab. Zoey hatte etwas von einem geschäftlichen Gespräch gehört und ihre Trainingskluft gegen ein schickes Businesskostüm eingetauscht. Sie war froh, sich mal anders kleiden zu können, denn sie hatte das letzte Mal auf Lianna eingekauft und hatte dort noch nicht einmal den Hauch einer Ahnung gehabt, dass sie bald Sithklamotten gebrauchen könnte. Ihr Kleiderschrank wies eigentlich kaum schwarze Klamotten auf! Sie trug ein enges azurblaues Kostüm mit kurzer Jacke und kurzem Rock mit Schlitz hinten. An der Seite hatte sie ihr Lichtschwert. Darunter trug sie eine weiße ärmellose Bluse aus leichtem Stoff. Diese Farben standen ihr einfach gut. So fühlte sie sich gut. Natürlich hatte sie es auch wegen Janus getan. Sie würde es nicht zugeben, nicht einmal sich selbst eingestehen wollen, doch ihr Unterbewusstsein wusste es. Angemessenerweise hatte sie die schwarze Sithrobe als Sitherkennungszeichen drüber geworfen. Mit Schuhen war es kompliziert! Zum Einen, weil die Wege auf Korriban keine echten Gehwege wie in einer Großstadt waren, wenn es überhaupt welche gab und überall dann noch dieser lästige rötliche Sand, zum Anderen störten außerdem Highheels, von denen sie haufenweise besaß, die auch besser zum Kostüm gepasst hätten, aber die beim Rennen und Kämpfen, was hier jederzeit möglich war und war es nur zu Trainingszwecken, unpassend waren. So hatte Zoey ihre schwarzen kniehohen Stiefel angezogen, die nur einen kleinen breiteren Absatz hatten. Allerdings wurde es unter der schwarzen Sithrobe mächtig heiß. Doch das Schiff von Janus wusste sie optimal klimatisiert und war nur noch wenige Schritte entfernt.

Sie liefen die Rampe hinauf, was ihrem Meister mit seinem Bein nicht leicht fiel und betraten das Schiff und schon war es wohl temperiert. Ein Diener empfing sie und wies sie an zu warten. Zoey sah ihrem Meister sofort an, dass es ihm nicht recht war. Sie spürte, wie es in ihm grollte und wie sich in ihm Wut anstaute. Er war geladen! Zoey fragte sich, ob man in der Tat so einen Gouverneur empfing? In der Sithhierarchie stand Janus aber über ihrem Meister! Schwierig! Welche Rolle spielt Janus Sturn eigentlich im Sithorden? Er schien ein hohes Amt zu bekleiden, doch welches genau, wollte sie endlich mal nachfragen!? Ihr Meister müsste es wissen! Er fasste sich wieder an sein Bein, welches ihm wieder zu schaffen machte und konnte vermutlich kaum noch stehen! Er lehnte sich an der glatten kühlen Wand des Raumschiffes an. Er winkte sie zu sich heran. Dann zischte er ihr Worte zu, die sie die Augen verdrehen ließen. Wieder ein blöder Kommentar wegen ihr und Janus! Es schien ihm deutlich Spaß zu machen. Sie biss sich auf die Unterlippe und vermied einen Kommentar. Ihr Verhältnis hatte sich gerade verbessert. Sie wollte es nicht durch unbedachte Worte, die eh nichts brachten, wieder aufs Spiel setzen. Offensichtlich musste sie mit seinen Kommentaren leben oder besser gesagt, zu leben lernen! Auch die Frage zu stellen, die sie bewegte, verschob sie auf ein anderes Mal. Sie sah sich stattdessen um, ob es hier eine Sitzmöglichkeit für ihren Meister gab, doch dem war nicht so.


Endlich kam der Diener zurück, der den Grafen über ihr Kommen unterrichten wollte und vertröstete sie. Das fand jetzt Zoey auch nicht besonders feierlich! Sie hielt es aber für angebracht, weiter beharrlich dazu zu schweigen, auch wenn sie etwas genervt daher schaute. Ihre Worte reizten meist ihren Meister nur! Schließlich war er wieder übel gelaunt! Ihr Meister antwortete dem Diener knapp mit leicht gereiztem Unterton.

Er befahl ihr, die Augen zu schließen. Sie würden sich also die Zeit mit Übungen vertreiben! Eine gute Idee, so war das Warten keine Zeitverschwendung! Sie schloss die Augen. Sie sollte die Präsenzen von Janus und seinen Schülern wahr nehmen. Zoey tat wie geheißen, konzentrierte sich und weitete sich in der Macht aus und begab sich mit ihrem Machtsinn auf die Suche. Er hatte viele Bedienstete an Bord. Das machte es nicht leichter! Klein war das Schiff auch nicht! Da sie das Schiff kannte, suchte sie im Esszimmer. Dort waren sie nicht. Sie tastete sich weiter vorwärts. Ihr Meister riet ihr, sich auf Janus seine Schüler zu konzentrieren, denn er selber könnte sich verbergen. Sie suchte nach Präsenzen, die in der Macht dunkel leuchteten. Plötzlich war da was im Konferenzraum. Es war ein gewaltiges Auflodern von Janus seiner Präsenz in all seiner dunklen mysteriösen Kraft und Herrlichkeit.. Dann war es wieder völlig verschwunden.


“Ich habe Janus entdeckt. Er ist im Konferenzraum! Ja, er scheint sich zu verschleiern!”

Sie tastete und suchte weiter. Da war ein Schüler, der ihr nicht unbekannt war, auch wenn sie seinen Namen nicht kannte. Seine, im Gegensatz zum Grafen, schwache Präsenz der Macht war mal da, mal nicht!

“Sein Schüler( Matt) ist auch da! Sie scheinen das Verbergen gerade zu üben!”,

schlussfolgerte sie laut und scharfsinnig, wie sie nun mal war. Daneben war noch jemand! Zoey tastete die Person ab. Sie war ihr fremd, hatte aber die Machtbegabung und die Machtaura flackerte mal auf, mal war sie leicht weg, mal völlig. Es war eine ihr unbekannte Person! Es war eine Frau (Selura)!

“Komisch, Janus hatte doch eigentlich zwei Schüler!? Jetzt scheint es so, als wären es ein Schüler und eine Schülerin!?“

Sie öffnete die Augen und sah ihn irritiert an. Saphenus tigerte bereits hin und her und konnte einen nervös machen!

“Vielleicht sollte ich das auch lernen? Es erscheint mir nützlich zu sein!”

Sie standen immer noch wartend hier und noch immer ließ man sie nicht holen. Sie standen da wie bestellt und nicht abgeholt! Dafür kreuzte jemand anderes auf! Es war der Kommandant der Leibgarde! Mittlerweile kannte Zoey einige der Leute. Da wäre jemand, der Saphenus sofort sprechen wollte!? Zoey`s erster panischer Gedanke war Hybris. Aber als Elliot weiter sprach und von Arroganz redete und das Wort Stellvertreter benutzte, verwarf Zoey den Gedanken schnell und beruhigte sich wieder. Was war das für ein Besucher? Obwohl sich gleich ein Haufen Fragen auftürmten. Stellvertreter?

Saphenus beschloss zu der Person hinzugehen und nachzuschauen, was das für einer war und was er wollte. Sie sollte ihn begleiten. Das tat sie gerne, neugierig wie sie war! Also ging es die Laderampe hinunter. Von weitem konnte sie den Mann sehen. Er stand vor der Beeska. Er war von ziemlich großer Statur! Auf dem Weg dorthin zischte ihr Meister ihr zu, dass sie sich ja wie eine Sith angemessen zu benehmen hätte!


“Ja, Meister!”,

sagte sie rasch. Gut, dass er darauf hingewiesen hatte! Allerdings hatte sie sich noch nie so klein wie bei den Sith gefühlt! Also dachte sie an die Zeit davor! An ihre Lesereise, an ihre Interviews, an die Gala, an ihre Zeit als Lehrerin an der Uni. Sofort ging sie erhobenen Hauptes mit leichtem beschwingten Schritten, durchgestrecktem Rücken und zurückgezogenen Schultern und mit zurückgeworfenem Haar neben Lord Saphenus her. Sie bekam das hin!

Sie blieben stehen. Der Unbekannte drehte sich zu ihnen um. Man sah ihm seine Hochnäsigkeit sofort an! Und was er anhatte?! Er protzte mit seinem Wohlstand! Mit Eleganz hatte das nichts zu tun! Wie Ignavius! Auf Anhieb war er Zoey unsympathisch!

Der Typ war sehr von sich eingenommen und strotzte nur so vor Überselbstbewusstsein! Dies offenbarten seine ersten Worte! Sie waren irgendwie herablassend. Es war eher die Betonung, die er anschlug! Saphenus erwiderte kühl, er möge sich vorstellen. Die unverschämte Person griff den Gouverneur sofort an und bezeichnete ihn als Prolet! Auch machte er sich über Korriban lustig! Zoey fand das unerhört! Sie wussten selber, dass es hier mehr Sand als etwas Anderes gab! Sie dachte, ihr fallen die Ohren ab! So eine Unverschämtheit! Unverfroren fuhr er fort. Was war das denn für ein aufgeblasener Alter!? Jung war der nicht mehr! Der hatte seine besten Tage schon gehabt! Sein Name war Antrafflan. Irgendein ein Fürst.


“Noch nie was von gehört!”,

rutschte es Zoey postwendend heraus, egal, ob er es gehört hatte oder nicht und taxierte ihn offensichtlich!

Er sprach weiter und es gipfelte darin, dass der Typ Saphenus`Stellvertreter sein wollte. Also, eigentlich hatte Zoey angenommen, dass sie Saphenus`Stellvertreter als seine Schülerin sein würde, nicht dass sie sich darum reißen würde! Ihr klappte echt der Mund auf!

“Erstaunlich, Stellvertreter? Tatsächlich? Wobei Korriban doch nur ein einziger schmutziger staubiger wertloser Sandhaufen ist, den sie missbilligend zur Kenntnis genommen haben!?”,

flutschte es ihr aus ihrem Mund, obwohl sie sich nicht sicher war, ob sie das durfte! Seine Worte klangen in ihr nach! Man wollte ihren Meister kontrollieren, vielleicht sogar nötigen, Entscheidungen zu treffen, die sie fällen würden! Irgendwelche Adligen! Sie fühlte sich ihrem Meister noch nie so eng verbunden wie in dieser Situation! Er war der Herr über Korriban! Er hatte Ignavius vom Thron gestoßen! Sein Start hier war schon schwer genug! Nun kreuzte auch noch dieser reiche Typ hier auf, um die Interessen der Adligen hier durchzusetzen! Jetzt kam hier so ein reicher Schnösel daher und wollte mitregieren? Das konnte doch alles nicht wahr sein?! Ignavius wurde doch scheinbar auch von niemandem genervt und kontrolliert?! Warum jetzt? Warum bei Saphenus?!

Zoey merkte, dass der Gehstock neben ihr, auf den sich Saphenus stützte, anfing zu zittern. Sie spürte, wie seine Aura in der Finsternis anschwoll und er vor Wut und Zorn einen großen schnellen bedrohlichen Schritt auf ihn zu machte. Dies zeigte auch kurz Wirkung. Dessen überhebliche Visage wich, wenn auch nur kurz. Der Gouverneur machte ihm nun seinen Standpunkt mit Nachdruck klar. Richtig so! Innerlich feuerte sie ihren Meister an! Zoey merkte, dass auch die Soldaten sichtlich angespannt waren und ihre Finger nervös am Abzug hatten. Sie ließ ihre Hand demonstrativ zu ihrem Lichtschwert gleiten. Nicht, dass sie es in Erwägung zog, nein, sie wollte ihm nur drohen. Doch noch sahen sich beide Kontrahenten gegenseitig fest in die Augen! Der Fürst konterte mit leicht zitternder Stimme und drohte nun Saphenus, ihm ja nicht auch nur ein Haar zu krümmen. War das so? Wäre es Hochverrat und könnte Saphenus dafür hingerichtet werden? Auch verwies der Typ auf den Imperator?! Saphenus aber ließ sich nicht verunsichern, was Zoey für gut empfand! Er erzählte dem Adligen, was einem auf Korriban alles so zustoßen konnte! Dann erschallte nach einer bedrückenden kurzen Stille ein eiskaltes schallendes gefährliches Lachen ohne jede Spur von Humor aus Saphenus` Mund und er wies den Adligen an, sich zu verkrümeln und nicht eher wieder hervor zu kriechen und aufzutauchen, bis er ihn rufen ließe! Er solle sich ein Quartier geben lassen! Einen Stall, so bezeichnete es Saphenus. Erst schien es, wollte der Adlige noch etwas entgegnen, doch er ließ es lieber. Saphenus konnte sehr überzeugend auftreten! Zoey musste leicht schmunzeln. Der grauhaarige Typ zog rasch von dannen. Zoey warf kurz Saphenus einen Blick zu, nahm ihre Hand vom Lichtschwert und sah dem Typen nach.

“Was erlaubt der sich?”

Elliot machte sich Luft, was neu für ihn war, und wagte seine Kommentare dazu Preis zu geben. Zoey nickte ihm laufend zustimmend zu. Er schlug vor ihn beschatten zu lassen, dem ihr Meister sofort zu stimmte. Das war wohl in der Tat angebracht! Dann wandte sich Elliot Zoey direkt zu.

“Ja, als wenn wir Dreck wären!”,

stimmte Zoey ihm zu. Seit dem sie hier war, fühlte sie sich tatsächlich oft schäbig! Dann wandte er sich ab und ging. Er war genauso fassungslos wie sie beide.

Saphenus stand nur da. Dann begann er zu flüstern. Er würde alles erschweren und er würde ihn nicht auf seinem Planeten dulden! Zoey nickte zustimmend. Man konnte ihn doch sicherlich des Planeten verweisen, oder? Er wollte bzw. müsste mit Fey reden. Fey schien in allen Belangen Bescheid und Rat zu wissen!?


“....Ansonsten wirst du dir etwas überlegen müssen, um ihn loszuwerden!“,

hatte er das gerade wirklich gesagt? Sie traute ihren Ohren nicht! Sie sah ihn irritiert und ungläubig an.

“Ich?”,

fragte sie nach und zeigte mit ihrem Finger auf sich selbst. War sie hier von beiden die Einzige, die das für eine schlechte Idee hielt, ausgerechnet ihr so eine Aufgabe übergeben zu wollen? Wie zur Hölle sollte sie diesen reichen Lackaffen los werden? Sollte sie ihn still und heimlich hinter irgendeiner Ecke in Dreshdae umbringen? Schockiert blickte sie ihn an. Konnte er das nicht selbst tun? Hoffentlich hatte Fey eine Lösung parat. Sie strich sich den Sand von ihrem Rock. Plötzlich hatte sie in der ganzen Panik einen Einfall:

“Zur Not lassen wir Fey den Handschuh herauskramen. Nach einer ordentlichen Behandlung nervt er garantiert nicht mehr herum!”

Hatte sie das gerade gesagt? Kam dieser Vorschlag gerade aus ihrem Mund? Sie konnte es selbst kaum glauben!? Ein völlig apathischer Adliger war aber bestimmt besser zu ertragen!


Korriban, Raumhafen, vor der Beeska in der glühenden Sonne: Saphenus und Zoey
 
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[ Äußerer Rand :: Horuset-System :: Korriban :: Dreshdae :: Basis der Kultisten :: Abgelegener Raum] Lucien (NPC), alleine

Langsam strich er mit seinen Ledernen Handschuhen über dass kalte Fleisch. Es fühlte sich leblos an, ohne jede Energie die durch dass organische Material floss. Seine Hand wanderte hinüber zu dem kleinen Tisch, nicht mehr als einen Meter hoch, und umfasste dort dass ebenfalls kalte Metall. Es war aber nicht irgendein Metall. Es war sein Metall, in form eines gut verzierten Dolches der, so krumm wie er war, gut zum töten geeignet war. Genau dazu wurde er vor kurzem eingesetzt. Es schnitt sich durch die Kehle eines unschuldigen Mannes, welcher sich der Willkür eines widerlichen Verbrechers ausgesetzt hatte und somit sein Leben verwirkte. Schade um ihn, er hätte durchaus einen Nutzen haben können, dass spielte jetzt aber keine Rolle mehr. Er hätte vielleicht jemand anderes zur Exekution gebracht, aber wenn man schon tötete dann war es letztlich völlig egal wer starb. Langsam war die Klinge am Hals dieses Verräters vorbei geglitten, jedenfalls hatte er es so empfunden: wie in Zeitlupe. Am liebsten hätte er selbst dass Blut aufgeleckt welches so fein den Boden benetzt hatte, aber dass war ihm ja erlaubt gewesen - die anderen wären vielleicht angewidert gewesen, vielleicht hätten sie komisch gekuckt. Wobei er sich mittlerweile an die Schiefen Blicke gewöhnt hatte, an dass Leben als 'Sonderling'. Schon sein eigener Vater hatte ihn deswegen nicht gewollt, hatte ihn verstoßen. Angeblich war Lucien nicht von seinem Blut, nicht sein Sohn der sein Erbe hätte weiterführen können. Er war ein Bastard, ja, so nannten sie ihn. So nannten sie ihn als sie ihn wegsperrten. Als er in den Kellern schlafen mussten, als er neben skelettierten Menschen Essen musste, wenn er mal unartig war. Aber Lucien hatte sich daran gewöhnt, Lucien hatte mit den Skelettierten Menschen gesprochen. Er hatte in ihnen Freunde gefunden. Er konnte ihnen erzählen was auch immer er wollte, sich ihnen öffnen, seine inneren Probleme darlegen - und sich immer sicher sein, dass sie sonst niemand erfuhr. Tote sprachen nämlich nicht, Tote bereiteten keine Probleme. Und wenn man sie würzte, dann schmeckten sie auch ziemlich gut.

Mit einem Tuch fuhr er langsam über die Gebogene Klinge, und säuberte sie vom Roten Lebenselixier, so lange bis er sich in ihr spiegelte. Heute war ein schöner Tag gewesen, aber wenn er bereits daran dachte dass der morgige so wie immer sein würde, wurde er traurig. Die Säuberung war vorbei. VORBEI. Einfach so. Dieser Verbrecher hatte sonst niemanden für schuldig befunden, hatte seinen Spaß anscheinend in der Residenz gehabt. Oh wie ihm dass Wasser im Mund zusammen lief als er die Geschichten gehört hatte die dieser Widerling von sich gegeben hatte, er hätte am liebsten mit ihm getauscht. Hätte er gewusst dass alles so abgelaufen wäre... Lucien hatte aber gelernt sich zurück zu halten. Ja, dass hatte er. Seine Freunde hatten ihm dabei geholfen, sie hatten ihm geraten dass zu tun. Sonst würde er auffallen, sonst könnte man auf ihn aufmerksam werden, und er mochte es ganz und gar nicht wenn man auf ihn Aufmerksam wurde. Denn dann stellten die Falschen Personen die Falschen Fragen, und dass bedeutete wiederum Probleme, und dann konnte er seiner 'Arbeit' nicht nachgehen. Also musste er sich dieser Personen mehr oder weniger entledigen, doch er wusste wenn er dass zu oft täte, gäbe es eine zu lange Spur die früher oder später zu ihm führen würde. Außerdem verging der Spaß wenn man es übertrieb. Die Befriedigung war weitaus größer wenn man eine längere Zeitspanne darunter litt den Trieb des Tötens nicht auszuleben, um dann den Genuss zu steigern. Dass bedeutete also für ihn sich besser zu tarnen, besser die eigenen Spuren zu verwischen - ein Außenseiter zu werden. Lucien hatte gelernt dass normale Soziale Kontakte unter keinen Umständen für ihn in Frage kamen, da diese entweder nicht mit seinen Vorlieben und Hobbys einverstanden wären, oder er eine Art Doppelleben führen müsste. Ja, er hatte sowas schon mal versucht. Und es war kläglich gescheitert. Wo konnte man also untertauchen wenn einem nichts anderes übrig blieb als zu fliehen? Es blieben nur sehr wenige, eingeschränkte Möglichkeiten. Korriban war eine davon gewesen.

Dass Messer, pardon, der Dolch, wurde unter der breiten Kutte verstaut wo er leicht zu greifen war, aber schwer zu finden sein würde. Niemand sollte ihn mit einer Waffe rumlaufen sehen, die hatte er offiziell auch grundsätzlich nie. Lediglich den Dolch, den er nie aus der Hand gegeben hatte, war er doch auch ein Familienerbstück. Es gehörte einst seiner Mutter, welche sich damit selbst zu verteidigen versuchte, aber... Nun, dass war eine lange Geschichte, es blieb einfach ein Erbstück der Familie und fertig. Lucien redete eben nicht gerne über seine Mutter, dass war einfach so. Auch nach all den Jahren fiel es ihm immer noch schwer. Aber.. wem sollte er es auch erzählen?
Er nahm die brennende Fackel aus der Halterung an der Wand und tunkte sie in ein Gefäß mit Flüssigkeit, wobei er selbst nicht wusste was da alles drin enthalten war. Dass Feuer ging mit einem Lauten zischen aus, es hinterblieb ein leichter Geruch von Rauch doch dass störte den Kultisten nicht. Er war an diesen Geruch gewöhnt, ähnlich wie er an Verwesung gewöhnt war. In diesem Stockdunkel fand Lucien problemlos zur Tür, drückte den Riegel hoch und quetschte sich schnell durch den Türspalt, nur um diese danach schnell wieder zu schließen und abzusperren. Dieser Raum, welcher Gemeinhin auch als Leichenkammer bekannt war, war sein Heiligtum und diesen durfte niemand betreten außer er selbst. Dass war auch der Grund weshalb er Schatzmeister geworden war, um seiner Stimme mehr Ausdruck zu verleihen wenn er darauf bestand einen Privaten Rückzugsort zu besitzen. Da die anderen Posten aber die weitaus größeren Räume im Komplex erhalten hatten, blieb ihm nur eine kleine Abstellkammer, da er unbedingt auf ein Büro für seine Arbeit bestanden hatte. Nun gab es aber keine anderen Posten mehr. Es gab noch Fred, und noch diesen Einmischer von Major Diaz, aber ansonsten waren die Führungspersönlichkeiten mehr oder weniger... verstorben. Es gab keine Wächter, keine Zeremonienmeister, keine Waffenmeister, sie alle waren Tot. Es gab keine Konkurrenz mehr für Lucien die er fürchten musste, keiner, der ihm etwas vorschreiben müsste. Außer zwei Führern die den Kult von nun an leiteten, war er der Ranghöchste unter den Verbliebenen. Die Verbliebenen aber waren ein Zersplitterter Haufen von Bauerntölpeln die laut dem Major zu einer 'starken Armee' ausgebaut werden sollten. Diesen Verbrecher kümmerte es da aber merklich kaum dass er für diese Schnapsidee die Geldreserven des Kultes aufbrauchte, die er über so lange Zeit geschickt hatte erhalten können. Nun gab ein einfacher Corporal die Befehle und bildete seine Unterge... , Brüder aus, mit geduldeter Gewalt. Lucien hatte Glück dass er nun als einer der langfristigsten Mitglieder den Kontakt für den Major darstellte, um diesen regelmäßig über den neuesten Stand zu informieren, weshalb er nicht immer zu Übungen erscheinen brauchte. So lange dieser Kriminelle aber nicht da war gab es im Kult glücklicherweise niemand anderen außer Fred, der ihm beim Machtausbau im Wege stand. Ja, Lucien strebte nach Macht, nach Kontrolle. Er sah nun seine Chance, von dem Tod der anderen Mitglieder zu profitieren. Er hätte die Säuberung nur zu gerne länger ausgekostet, und wäre am liebsten selbst für deren Tod verantwortlich als Ignavius oder der Unbekannte Mörder.

Geradewegs ging der Schatzmeister durch die Verlassene Basis, in der sich außer dem Gefangenen Verräter sonst niemand befand. Lucien hatte mit Leichtigkeit den Code des Majors herausgefunden, da er ihn beobachtet hatte als er ihn eingetippt hatte. So konnte er sich problemlos Zugang zu der Normalerweise abgesperrten Basis verschaffen, und so regelmäßig dem langweiligen Alltag entfliehen wenn es mal wieder nichts zu tun gab. Dass war vor allem dann wenn dass Training des Corporals anstand, worauf er überhaupt keine Lust hatte. Hier und da hatte er aber die Möglichkeit, auch durch den Stand als Major Diaz' Kontaktmann, sich eine vernünftigen Grund einfallen zu lassen nicht mitmachen zu müssen. Manchmal aber stellte er sich auch krank, dass war noch einfacher.
Mit schnellen Schritten ging er zur Tür hinaus, und verließ den Komplex. Nun galt es nur noch den Schalter zu betätigen und den nötigen Code einzutippen, welcher dafür sorgte dass die Tür auch verschlossen blieb und sich kein Unbefugter Zutritt verschaffen konnte. Gut. Dass hatte er geschafft. Schnell schaute er zur Seite und beobachtete ob ihn jemand in dieser verlassenen Gasse gesehen hatte, dann setzte er die Kapuze auf und verließ den Schatten. Mittlerweile waren die Übungen des Corporals auch schon längst vorbei gewesen, dass bedeutete also dass er sich frei in der Stadt bewegen könnte ohne auf seine Kameraden zu treffen, da sich neunzig Prozent davon für durchschnittlich zwei Stunden nach hause begaben. Bedeutete also dass er eine relativ große Chance besaß den anderen ausweichen zu können und so unnötige Gespräche zu vermeiden. Sein erstes Ziel würde also der Lokale Markt werden, da es sich dort am einfachsten einkaufen ließ und man an den richtigen Stellen herausfand was in der Stadt vor sich ging: Todesfälle, Schmutzige Geschäfte, Intrigen... Zugegeben, dass war nicht dass wonach ein normaler Bürger ausschau hielt, aber Lucien suchte jedesmal vergeblich danach. Wenn es mal nichts dazu gab dann hörte er eben den langweiligen Gesprächen der Siedler zu, und wusste so ziemlich genau welches Bier der alte Joe bevorzugte oder dass Tante Eva ihren Mann regelmäßig hinterging. Er setzte sich also wie üblich an die Randtische in einem der wenigen offenen Cafés wo es Ale zu kaufen gab, und bestellte sich ebendies. Aus dem Augenwinkel heraus beobachtete er die Umgebung um sich herum, und versuchte einigen hitzigen Gesprächen genauer zu folgen. Interessiert hörte er zu: angeblich war jemand neues in der Stadt erschienen, der grundsätzlich nur 'der Fürst' genannt wurde. Weshalb, war erstmal nicht von belang. Weiterhin war dieser Fürst augenscheinlich ziemlich wohlhabend, arrogant und unfreundlich. Dass konnte er jedenfalls aus der Stimmlage der Bürger herleiten, selbst wenn diese nicht wirklich schockiert über diesen Umstand waren. Der Fürst war eben der Stellvertreter des Gouverneurs, und so galt es ihm folge zu leisten - noch war er also nicht so unbeliebt, war er doch direkt mit Saphenus verbunden. Dieser Neuankömmling schien also ziemlich interessant zu sein, er mochte Interessante Sachen. Unauffällig berührte Lucien den Dolch unter seiner Kutte, und malte sich seine Benutzung aus. Aber noch war er nicht soweit, er würde zuerst einmal beobachten und schauen was passiert. Schließlich sollte man nicht übereifrig handeln. Wenige Minuten später machte er sich erneut auf, und hielt dabei nach dem neuen Mann in der Stadt ausschau. Früher oder später müsste sich dieser auf eine genauere Inspektion begeben.

[ Äußerer Rand :: Horuset-System :: Korriban :: Dreshdae :: Innenstadt] Lucien (NPC), andere Bürger
 
[Horuset-System | Korriban | Raumhafen | Landebereich] - Saphenus; Zoey Liviana; Leibwache

Langsam drehte er den Kopf zu Zoey. „Ja, du.“, wiederholte er als würde er mit einem kleinen Kind sprechen. „Es sei denn ich habe noch andere Schüler, von denen ich nichts weiß und die ich mit dieser Aufgabe betreuen könnte.“ Er hielt sich die Hand vor sein Gesicht und versuchte so die Sonne auszublenden. Er legte den Kopf schief und dachte nach. Der Handschuh war tatsächlich eine gute Idee, doch insgeheim fürchtete sich der Zabrak davor ihn wirklich einzusetzen. Zwar hatte er zuletzt noch unscheinbar und sicher gewirkt, doch was würde geschehen wenn man ihn aktivierte und das Artefakt eine andere Präsenz als die von Ignavius wahrnahm? Dieses Risiko wollte er nicht eingehen. Zoey könnte den Handschuh einsetzen, fiel ihm dann auf. Langsam ließ er seinen Blick an ihr herunterwandern und musterte sie. Sie ist noch nicht so weit, wurde ihm dann bewusst auch wenn ihr Einfall bewies, dass sie sich den Wegen der Sith annäherte. Noch konnte er sie aber nicht vor diese Herausforderung stellen.

„Wir werden sehen.“, sagte er schlicht. „Vorerst werden wir ihn genau beobachten. Wir müssen ihm immer einen Schritt voraus sein und dürfen uns nicht überraschen lassen. Erst wenn er sich wirklich als Plage herausstellt werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen müssen um ihn uns aus dem Weg zu räumen. Bis dahin werden wir ihm klar machen, dass sich ein Sith nicht so leicht unterordnet!“ Angewidert schaute Saphenus auf den Raumhafen und auf die Tür, durch die der adlige Schnösel verschwunden war. Dessen bisheriges Verhalten ließ vermuten, dass er sich auf einem Planeten wie Korriban nicht wohl fühlen würde angesichts des Mangels an Glanz und Glamour. „Zumindest fängst du an in den richtigen Bahnen zu denken. Ein Republikaner würde sich wohl mit diesem Lackaffen abfinden und ihn akzeptieren. Das tust du nicht. Du erkennst, dass er eine Beleidigung darstellt und zur Not beseitigt werden muss. Ob man ihn schlicht tötet oder seinen Verstand vernichtet um ihn Jahre voller Qualen auszusetzen ist nur noch eine Frage des Stils.“ Er grinste sie an. „Nutze den Zorn, den du eben empfunden hast und du wirst es weit bringen. Verinnerliche ihn, lass ihn wachsen und gedeihen und schon verlieht er dir Kraft.“ Gönnerisch legte er eine Hand auf ihre Schulter, nahm sie nach wenigen Sekunden jedoch wieder herunter und stützte sich auf seinen Gehstock. „Ich muss mich mit Lom Fey besprechen. Geh zu Janus, warte auf ihn. Versuch etwas über seine Schüler herauszufinden. Wenn sie uns nach Brentaal begleiten sollten wir wissen mit wem wir es zu tun haben und wie fähig sie sind. Wie du bereits gemerkt hast, hat er eine neue Schülerin angenommen seitdem der Zabrak in dem eingestürzten Grab verschwunden ist. Er hält ihn wohl für tot und das gleiche werden wir auch tun. Geh!“, befahl er ihr, drehte sich um und humpelte die Laderampe der Beeska herauf.


Suchend betrat er den Konferenzraum und sah Lom Fey, der ein Datapad in der Hand hielt. Selbst in ruhigen Momenten wie diesen saß der Pau’aner mit kerzengeradem Rücken auf einem der Plasteelstühle, hatte einen neutralen Gesichtsausdruck aufgesetzt und studierte konzentriert die Zahlen, die auf dem Bildschirm aufleuchteten.
„Euer neuer Stellvertreter, Mylord?“, fragte er und blickte von dem Datapad auf als könnte er die Gedanken seines Meisters lesen. Gezwungen nickte Saphenus und ließ sich stöhnend neben seinem Diener in einen Stuhl sinken. „Können wir ihn loswerden? Auf…legalem Weg?“, fragte er direkt heraus. Lom Fey schien kurz zu überlegen. „Ich muss Euch enttäuschen, leider nicht.“, antwortete er dann. „Wenn es stimmt und er auf Befehl des Großmoffs hierher bestellt wurde, dann müsst Ihr Euch mit ihm arrangieren. Es ist allgemein bekannt, dass der Großmoff den Orden hasst und ihm am liebsten jedweden Einfluss entziehen möchte. Nach Ignavius‘ Eskapaden war es nur die logische Konsequenz dem neuen Gouverneur einen säkularen Vertreter zur Seite zu stellen.“ Saphenus verzog sein Gesicht. Man sah ihm deutlich an wie ihm die Situation missfiel, hatte er doch gehofft, dass Korriban sein Reich wären in dem einzig und allein sein Wort Gewicht hatte. Lom Fey bemerkte das. „Allerdings müsst Ihr wissen, dass Antrafflans Einfluss begrenzt ist. Ohne Zweifel wird er dem Großmoff regelmäßig Bericht erstatten, doch selbst kann er Euch keine Befehle oder Weisungen erteilen. Im Gegenteil, er ist an das gebunden was Ihr ihm auftragt. Selbst in Eurer Abwesenheit ist er nicht mit den gleichen Befugnissen ausgestattet wie Ihr. Dennoch würde ich Euch empfehlen für gewisse Sicherheitsvorkehrungen zu sorgen. Ganz ohne Einfluss solltet Ihr diesen Planeten nicht verlassen.“ „Was meinst du damit?“, fragte Saphenus. „Es sollte immer jemand hier sein, dem Ihr vertraut und der in Eurem Sinne handelt.“, erwiderte Lom Fey wage. Saphenus verschränkte die Arme vor der Brust. Dann nickte er zögerlich. „Ich verstehe, was du meinst. Mir gefällt es aber immer noch nicht. Wenn sich dieser Fürst.“, Saphenus betonte den Titel als wäre es eine Beleidigung, „aber wirklich als Problem herausstellt…“ Er beendete den Satz nicht und vertraute darauf, dass Lom Fey die Frage verstand. „Großmoff Grant ist nicht dumm. Er wird wissen, dass Ihr dafür verantwortlich wärt. Wenn Antrafflan wirklich etwas zustoßen sollte, dann müsst Ihr dafür sorgen, dass Euer Alibi wasserdicht ist und niemand auch nur den Hauch einer Spur zu Euch zurückverfolgen könnt. Ansonsten könntet Ihr tatsächlich des Hochverrats beschuldigt werden.“ Stille kehrte ein und man sah Saphenus seine Enttäuschung deutlich an. Schließlich seufzte er und rieb sich sein Auge als plötzlich Kopfschmerzen einsetzten. Er hatte nicht damit gerechnet, dass es als Gouverneur so schwierig werden würde. Jedem imperialen Bürger sollte schließlich daran gelegen sein den Ruf Korribans wiederherzustellen. Auch wenn die meisten nicht begreifen würden welche Bedeutung ihm wirklich innewohnte.


[Horuset-System | Korriban | Raumhafen | Beeska | Konferenzraum] - Saphenus; Lom Fey (NPC)

Wenn zwischendurch der Buchstabe "l" fehlt, meine Tastatur scheint mit dem auf Kriegsfuß zu stehen. :D
 
Korriban, Raumhafen, vor der Beeska in der glühenden Sonne: Saphenus und Zoey


Zoey hatte sich natürlich nicht verhört gehabt. Sie hatte es auch nicht wirklich angenommen. Ob er noch andere Schüler sonst hätte? Das “Ich?” war ihr mehr oder weniger wegen ihrer Entrüstung heraus gerutscht! Sie schüttelte nur den Kopf. Natürlich hatte er keine anderen Schüler! Nun musterte Saphenus sie von oben bis unten. Sie hätte jetzt gerne seine Gedanken lesen können! Sie versuchte ihn abzutasten. Man konnte damit die Gefühle erkennen! Mit der Macht natürlich! Doch sie bekam es nicht hin. Sie konnte seine Gefühle nicht wahrnehmen. Sicherlich war er sauer!? Er war die ganze Zeit schon sauer! Wegen des Adligen, der sein Stellvertreter sein wollte! Jetzt vermutlich auch auf sie. Doch er sprach ruhig und nachdenklich weiter. Er wollte erstmal abwarten! Ja, das war auch nicht übel! Sie müssten ihm immer einen Schritt voraus sein. Sollte er zur Belastung werden, würden sie handeln müssen. Doch nun lobte er sie wegen ihrer Denkweise. Damit hatte Zoey nicht im Entferntesten gerechnet! Sie sollte auf diesem Weg bleiben und ihren Zorn weiter nutzen. Sie hatte diesmal richtig gedacht?! Nicht republikanisch!? Fast überrascht sah sie ihn an. Sie hatte sich nur von ihren Gefühlen leiten lassen! Sie nickte zu dem eben Gesagten. Er begann zu grinsen, als er darüber sprach, dass man es sich dann überlegen könnte, ob man ihn gleich töten oder ob man ihn leiden lassen würde. Dann legte er ihr seine Hand kurz auf ihre Schulter. Es war befremdlich, aber nicht unangenehm. Er wollte ihr damit wohl seine Zufriedenheit ausdrücken, vielleicht auch ein wenig Verbundenheit, denn an Freundschaft oder Kumpelhaftigkeit war wohl kaum zu denken. Allerdings konnte so eine Geste auch Überlegenheit ausdrücken!? Vermutlich war es Beides. Es war merkwürdig, denn bisher hatte er sie eher bestraft. Es war natürlich schöner, sanft berührt und geschätzt zu werden.

Er nahm seine Hand wieder runter. Er stützte sich auf seinen Stock und meinte, er müsse mit Fey reden. Sie nickte wieder. Sie wusste, worum es diesmal gehen würde. Sie sollte währenddessen zurück auf Janus sein Schiff gehen. Es wäre nicht übel, wenn sie die Schüler von Janus kennen lernen könnte, meinte ihr Meister. Es wäre gut, einige Erkundigungen einzuholen, mit wem man es zu tun haben würde, sollten sie mit nach Brentaal reisen. Außerdem war der Schüler von Janus verunglückt. Er hatte sich sofort Ersatz beschafft. Erschreckend war die Erkenntnis, wie rasch man ausgewechselt werden würde, sollte einem etwas zustoßen. Die Frage war, wie seine neue Schülerin wohl sein würde? War sie wie seine Assistentin? Diese Marawa oder wie sie hieß?


“Ja, Meister, sehr weise! Ich werde mein Bestes geben! Man sollte seine Feinde kennen, aber noch mehr seine Verbündeten!”

Sie ging los und traf vorm Schiff auf einen von Janus`Schülern(Matt). Sie plapperte ihn sofort an, denn das war ja günstig! Sie setzte ihr charmantes Lächeln auf. Damit hatte sie so gut wie immer Erfolg.

“Hey! Ich möchte gerade zu euch! Werdet ihr Schüler uns eigentlich nach Brentaal begleiten? Wir werden gleich alles Geschäftliche dazu mit dem Grafen besprechen. Mein Meister kommt gleich nach!”

Sie zeigte kurz zu ihrem Schiff, wo sie Saphenus wusste.

Ich bin Zoey und komme von Naboo und du? Wir waren vor einigen Minuten schon mal bei euch an Bord, doch der Diener meinte, ihr macht Übungen mit dem Grafen. Doch das war nicht so wild, da wir gleich wieder weg geholt wurden. Er hat als Gouverneur so viel zu tun! ",

verdrehte sie die Wahrheit. Sie wollte nicht erzählen, dass sie ihn mit der Macht gesucht, gefunden und erfasst und dadurch mitbekommen hatte, was er gerade gelernt hatte. Vom Stellvertreter sagte sie auch nichts!

"Vielleicht könnten wir wieder hinein gehen!? Es ist dort kühler und schattiger als hier draußen! Es ist schrecklich, was deinem Mitstreiter zugestoßen ist! Hast du dich schon an seinen Ersatz gewöhnen können? Hat sie denn was drauf? Wie findest du sie? Ich habe meinen Meister zum Glück noch für mich alleine und das ist auch gut so. Ungeteilte Aufmerksamkeit, weißt du! Aber, du bist ihr doch sicherlich schon ein wenig voraus?”,

fragte Zoey ohne große Umschweife. Er antwortete! Diese Stimme! Er war der Typ, der die Kultisten alle ermordet hatte. Sie stand einem Massenmörder gegenüber! Ein etwas gruseliger Gedanke!

“Die Kultisten konntest du wohl nicht leiden oder weshalb hast du alle umgebracht, Matthew?”,

platzte es aus ihr heraus. Sie konnte sehr direkt sein! Sie schätzte die Diplomatie, wie alle Bewohner von Naboo, doch war sie selten schlecht darin. Schon immer!


Korriban, Raumhafen, vor Janus seinem Schiff: Matthew und Zoey
 
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[Korriban | Dreshdae | Raumhafen | Yacht „Birthright“ | Konferenzraum ] Janus, Matthew, Selura

Anzati. Legende und Mythos. Eine Spezies der Jäger, doch nicht wie Rodianer oder Trandoshaner oder andere Anhänger der Zählerin... nein Anzati jagten nur für sich. Sie waren die Alpträume der anderen Intelligenten Spezies dieser Galaxis... die Predatoren unter den Humanoiden. Entsprechend ihrer Ernährung und ihrer Rolle in der Nahrungskette waren sie entwickelt, sie waren schneller und stärker als die meisten anderen Rassen. Sie verfügten über kaum Körperwärme und kaum spürbaren Puls, selbst ihr Geist war eine Waffe, alles an ihnen war darauf ausgelegt ihrer Beute überlegen zu sein. Mit einem Anzati konnten sich auch keine Echani oder Rattaki messen, der einzige Grund warum Mattehw solch einen Respekt vor dem Halb-Echani vor ihm hatte war das dieser sich die Macht untertan gemacht hatte und die schwäche seiner Rasse abgeworfen hatte. Und ebenso wie der Graf seiner eigenen Rasse überlegen war wollte Matthew von ihm lernen den anderen Anzati überlegen zu sein. Wenn er jedem gewöhnlichen Wesen überlegen war könnte sich ihm keiner in den Weg stellen wenn er seine Suppe forderte, niemand außer seinem Meister. Doch Matthew war sich sicher das der Graf ihm seine Beute nur dann verbieten würde wenn es seinem größeren Plan im Wege stehen sollte.

Der Graf erklärte das man eine Dämpfung seiner eigenen Fähigkeiten hinnehmen müsse, da man auch selbige zu verbergen versucht wenn man sich Verschleiert. Doch wiedereinmal waren Anzati anderen Spezies überlegen, sie konnten schließlich auch ohne Machtsinne spüren wenn sich Intelligentes Leben in der nähe befand. Der Graf zeigte sich mäßig Interessiert an Matthews Möglichkeit die Verschleierung zu umgehen, doch würde er später darauf zurück kommen. Schließlich trat ein Diener ein, um den Grafen zu informieren das der Gouverneur und seine Schülerin eingetroffen waren. Anstatt seinen hohen Besuch sofort zu empfangen lies der Graf ausrichten das der Gouverneur sobald möglich empfangen werden würde. Nun fiel Matthew wieder ein das er seine Machtsinne fokussiert hatte und deswegen das eintreffen des Gouverneurs und Dr. Livianas nicht bemerkt hatte, während des restlichen Trainings versuchte er seinen Machtsinn weit geöffnet zu halten, selbst während er ihn für die Verschleierung verringerte. Sie Trainierten noch eine Weile doch bald war Selura erschöpft, ihre Wunden waren verheilt doch eine Nacht im Tank war nicht sonderlich erholsam, und so beendeten sie das Training bald.

Da der Gouverneur die Birthright bereits wieder verlassen hatte schickte der Graf Matthew los, um ihn zu informieren das der Graf ihn nun erwartete, das warten lassen des Gouverneurs kam Matthew erneut so vor als wollte der Graf noch einmal klarstellen das er der Mächtigere der beiden Männer war. Matthew verließ die Yacht und trat auf das Schiff des Gouverneurs zu, in dem Moment wo er das Schiff verlassen hatte richtete sich die Aufmerksamkeit der Soldaten auf ihn. Trotz tief ins Gesicht gezogener Kapuze war ihm klar das die anwesenden Soldaten wussten wer er war und das er nicht ohne Begleitung nach Dreshdae durfte. Wiedereinmal frustrierte ihn seine eigene Unbeherrschtheit die ihm das eingebrockt hatte.

Vor der Beeska blieb er stehen, er fühlte die Schülerin des Gouverneurs die gerade im begriff war die Beeska zu verlassen also wartete er vor dem Schiff auf sie, außerdem war er froh nicht zwischen den Soldaten durchgehen zu müssen, sie schienen nicht erfreut von dem Gedanken das er das Schiff ihres Herren betreten könnte. Die Schülerin des Gouverneurs trat die Rampe hinab und lächelte ihn überzogen Charmant an. Bei anderen hätte dieses lächeln vielleicht gezogen, doch Matthew erkannte das es bloß eine Zierde war, sie konnte es wahrscheinlich ein und ausknipsen wie eine Nachttischlampe.

Hey! Ich möchte gerade zu euch! Werdet ihr Schüler uns eigentlich nach Brentaal begleiten? Wir werden gleich alles Geschäftliche dazu mit dem Grafen besprechen. Mein Meister kommt gleich nach!” Ihr Daumen deutete über die Schulter aufs Schiff des Gouverneurs wo sie beide die Präsenz des selbigen spüren konnten.
Ich bin Zoey und komme von Naboo und du? Wir waren vor einigen Minuten schon mal bei euch an Bord, doch der Diener meinte, ihr macht Übungen mit dem Grafen. Doch das war nicht so wild, da wir gleich wieder weg geholt wurden. Er hat als Gouverneur so viel zu tun! "

Diese Frau plapperte noch immer einfach so darauf los, er wusste bereits wer sie war, und es interessierte ihn nicht im geringsten wo sie her kam. Außerdem warum sollte er ihr sagen wer er war ? Nun er käme nicht umhin ihr irgendwann etwas von sich zu erzählen.

"Vielleicht könnten wir wieder hinein gehen!? Es ist dort kühler und schattiger als hier draußen! Es ist schrecklich, was deinem Mitstreiter zugestoßen ist! Hast du dich schon an seinen Ersatz gewöhnen können? Hat sie denn was drauf? Wie findest du sie? Ich habe meinen Meister zum Glück noch für mich alleine und das ist auch gut so. Ungeteilte Aufmerksamkeit, weißt du! Aber, du bist ihr doch sicherlich schon ein wenig voraus?”

Matthew hatte sich bereits entschieden, er mochte dieses Weibsbild nicht. Selura mit ihrer konzentrierten, direkten und manchmal überheblich frechen Art war ihm um Längen lieber. Zoey überhäufte ihn mit fragen und schien sich für seine Antworten kaum zu interessieren, zumindest lies sie ihm kaum Zeit zu antworten. Schließlich machte sie doch eine Pause und Matthew nutzte sie. Er machte eine Geste zur Birthright und sie setzten sich in Bewegung. Die Frau schien die Hitze so wie alle anderen auf Korriban nicht sonderlich zu mögen, Matthew fühlte kaum einen unterschied, ihn störte weder die Hitze Korribans noch die Kühle des Weltalls.

„Ich bin Matthew Severide und komme von Bastion. Ja wir waren mit einer Übung beschäftigt, und als ihr sofort wieder weg wart haben wir noch ein bisschen geübt. Graf Sturn hatte mich geschickt um euch zu holen, aber wenn der Gouverneur beschäftigt ist werden wir auf ihn warten.“ Sie versuchte zwar ihren Meister als wichtig darzustellen, doch im Angesicht dessen das sie beide wussten wessen Meister der mächtigere war erschienen ihm diese Versuche nur umso armseliger.

„Raziil hat nicht überlebt also ist er es nicht wert das man ihm hinterher trauert, wer nicht in der Lage ist zu überleben ist nicht stark genug ein Sith zu werden. Selura ist eine würdige Schülerin, sie ist intelligent und hat das Potenzial eine mächtige Sith zu werden, sonst hätte der Graf sich niemals mit ihr beschäftigt.“ Ihren Meister für sich alleine ? Das klang ja fast so als hätte sie eine Liebesbeziehung am laufen, Matthew schielte abschätzig zu der Frau hinüber: „Nun ich habe mich von Anfang an an einen Mitschüler gewöhnt, doch ich denke Selura ist eine bessere Schülerin als Raziil es gewesen ist, und auch wenn ich ihr momentan voraus bin werde ich mich nicht darauf ausruhen, sie lernt schnell.“

Als Matthew das erste mal gesprochen hatte hatte Zoey kurz geschaudert, sie schien seine Stimme mit etwas in Verbindung zu bringen, und nun wo er geendet hatte wurde ihm klar womit.
Die Kultisten konntest du wohl nicht leiden oder weshalb hast du alle umgebracht, Matthew?”

„Sie waren schwach und hatten es nicht verdient zu überleben, aber nein ich konnte sie nicht sonderlich leiden. Weißt du es gibt einiges was ich nicht leiden kann.“, er lies eine kurze Pause entstehen und schaute Zoey dabei schräg an. „Doch nicht immer kommt es darauf an ob man jemanden leiden kann oder nicht, man muss seine Taten für einen größeren Nutzen abstimmen. Außerdem scheinen dir die Artefakte zu gefallen die du durch meine Tat erhalten hast.“, ein leises Kichern entrang sich Matthews Kehle.

Matthew bewegte sich schon die ganze Zeit betont „Menschlich“ und langsam gingen ihm die langsamen Bewegungsabläufe wieder in Fleisch und Blut über, er war sich sicher das die Archäologin nichts davon bemerkte, aber es ermüdete ihn das er sich nicht geben konnte wie er wollte. Früher hatte er dieses Schauspiel gespielt um die Leute an die er sich heranschlich nicht zu verschrecken, er hatte es nur in ihrer direkten Umgebung gespielt, doch nun würde er es durchgehend aufrecht erhalten müssen solange bis seine Maskerade auch in der Macht stimmen würde. Er hoffte das der Graf ihr Training bald wieder aufnehmen würde. Apropos Training, er musste seine Klinge noch reparieren.

„Zoey, da wir noch auf euren Meister warten müssen würdet ihr mich begleiten ? Ich muss mich noch um eine Sache kümmern ehe wir zum Grafen zurück kehren.“

[Korriban | Dreshdae | Raumhafen | Yacht „Birthright“ | Gänge ] Matthew, Zoey
 
Korriban, Raumhafen, vor Janus seinem Schiff: Matthew und Zoey


Mit dem Schüler von Janus ein Gespräch anzubändeln, war nicht so leicht. Er schwieg anfangs beharrlich und immer, wenn sie eine kleine Pause einlegte, wo er hätte antworten können, trat ein unangenehmes Schweigen an diese Stelle, so dass Zoey rasch das Gespräch einseitig fortsetzte. Sie gab sich alle Mühe, denn ihr Meister hatte von ihr verlangt, dass sie etwas über die Schüler des Grafen in Erfahrung bringen sollte und sie wollte seinen Wünschen nachkommen. Das konnte ja schließlich nicht so schwer sein!? Schnell noch ein charmantes Lächeln ins Gesicht gezaubert, sah sie ihn erwartungsvoll an. Sie wusste, sie hatte das gewisse Etwas! Charisma nannte man es! Endlich kam eine Regung von ihm. Er lächelte nicht zurück oder so, nein, dass ließ ihn scheinbar kalt, aber er wies zum Schiff und sie setzten sich in Bewegung. Zoey war es natürlich egal, dass es draußen heiß war, sie war auch durch einen Vulkantempel getobt, aber sie wollte, ehe ihr Meister aufkreuzte, vielleicht ganz zufällig dem Grafen begegnen! Schon alleine der Gedanke ließ ihren Herzschlag einen Deut schneller werden. Wenn ihr Meister erstmal zugegen war, nun, dann wäre alles anders. Sie sehnte sich danach, den Grafen zu sehen. Allerdings hoffte Zoey auch, diese neue Schülerin des Grafen begutachten zu können.

Endlich stellte er sich vor. Matthew Severide. Er kam von Bastion. Er war ein Mensch, auch wenn er verdammt schlecht aussah. Seine Hautfarbe war recht gräulich. War er herzkrank?

Der Graf hatte ihn geschickt, um sie zu holen. Jetzt waren sie wohl bereit, sie zu empfangen. Die Übungen mit seinen Schülern waren Sturn wichtiger gewesen, als den Gouverneur zu empfangen?! Innerlich musste sie mit dem Kopf erneut schütteln! Bei aller Liebe, da hätte man ja mal unterbrechen können. Da verstand sie den Grafen nicht! Oder gerade doch, es waren Machtspielchen!


Er sprach weiter und erwähnte Raziil. So hieß also der Schüler, der verreckt war. Nun, um ihn schien keiner zu trauern, noch vermisste ihn jemand. Sie zuckte mit den Achseln. Ihr konnte es erst recht egal sein. Der Graf hatte postwendend für Ersatz gesorgt und Matthew sprach abschätzig von ihm. Vielleicht waren seine Worte sogar wahr?! Selbst Zoey hatte als damaliger Nichtmachtnutzer die höllischen Thearterratempel überlebt! Und was hatte der Spinner auch in den Gräbern zu suchen! Es geschah ihm ganz recht! Die Archäologin sah es nicht gerne, wenn Andere außer ihr selbst in die Gräber gingen! Das musste unterbunden werden! Hoffentlich folgte ihr Meister ihrem gut gemeinten Ratschlag und unternahm etwas dagegen!?

Doch von dieser Selura, so nannte er sie, begann er regelrecht zu schwärmen!? Was war das denn? War er verknallt? Zumindest schien er tief beeindruckt von ihr zu sein! Er erwähnte den Grafen. Er hätte sie sonst nicht gewählt?! Da war natürlich etwas dran.

Als sie sagte, sie hätte ihren Meister für sich alleine, kam ein abschätzender Blick. Was dachte er sich? Was fiel ihm ein? Sie taxierte ihn ebenso.


Doch er fuhr dennoch fort. Er hatte sich an seine ständigen Mitstreiter von Anfang an gewöhnt, er war weiter, doch er musste am Ball bleiben, denn sie holte rasant auf.

“Tu das!”,

sagte sie nun wiederum bewusst abschätzig, denn was sollte dieser Blick?!

“Das riet ich meinen Studenten auch immer!”

Seine Stimme?! Dann fragte Zoey fies nach!
Er meinte, die Kultisten wären schwach gewesen und hätten nichts anderes verdient gehabt. Er hatte sie nicht leiden können und sah sie wieder so schräg von der Seite an. Der Typ war unheimlich!? Er konnte sie also auch nicht leiden? Er machte keinen Hehl daraus. Zoey sammelte die Macht und besann sich, sich gut unter einem Schutzschild zu verbarrikadieren. Matthew erschien ihr ungeheuerlich! Dann sprach er weiter und meinte, dass er sein Tun und Handeln größeren Zielen unterzuordnen wüsste.


“Gut!”,

sagte sie spitz. Dann amüsierte er sich darüber, dass ihr ja schließlich die Artefakte zu gute gekommen waren, die er mitgebracht hatte.

“Das bin ich deinem Meister eben wert! Vergiss das niemals!”,

sprach sie eine kleine Drohung aus und machte nun eine Kunstpause, damit es bei ihm sacken konnte.

“Ich kenne deinen Meister schon länger und besser als du! Ich habe auch auf einer Gala seinen Schüler vor euch kennen gelernt.”

Bewusst ließ sie offen, was sie damit meinte! Ob er besonders gut gewesen war oder wie auch immer!? Sie sah ihn funkelnd an. Er bot ihr überraschend an, mit ihm zu kommen und ihn zu begleiten. Er hätte noch etwas zu erledigen. Sie ließ ihren Machtfühler ausfahren und sah nach ihrem Meister Saphenus. Er war noch nicht auf dem Weg zum Schiff des Grafen. Also hatte sie wohl noch etwas Zeit. Nun, ehe sie sich hier im Gang, wo sie mittlerweile angekommen waren, die Beine in den Bauch stand oder ihn weiter begleiten würde und noch einiges in Erfahrung bringen könnte?! Also sagte sie:

“Gut, gehen wir!”


Korriban, Raumhafen, Birthright, Gang: Zoey und Matt
 
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[Korriban | Dreshdae | Raumhafen | Yacht „Birthright“ | Gänge ] Matthew, Zoey

Die beiden ungleichen Wesen die auf die „Birthright“ zugingen und sich einen Schlagabtausch lieferten ohne das auch nur einer von beiden offen etwas negatives zu sagen brauchte, betrateten bedächtigen Schrittes die Rampe. Matthew liebte solche Gespräche, Unterhaltungen die sich um etwas anderes Drehten als die gesprochenen Worte, ein Austausch von unterschwelligen Botschaften und Bildnissen, bei denen man auch als beteiligter schnell den überblick verlieren konnte. Ein fast schon neckischer Schlagabtausch unter der Oberfläche, ein streit wie er nur unter wirklich intelligenten Lebewesen stattfinden konnte, und bei dem man sich nicht bloß Sinnlos Beleidigungen an den Kopf warf.

Die leichten Hiebe die er zum Ende seiner Antwort eingestreut hatte hatte die Archäologin sehr wohl registriert, und sie taxierte ihn mit einem Abschätzigen blick. Ihren Studenten ? Diese Labertasche hatte einen Lehrstuhl inne gehabt ? Die armen Schüler. Ihre abschätzige Art ihm gegenüber war Matthew egal, er brauchte weder die Bewunderung noch die Erlaubnis dieser Person für keine seiner Taten, doch ihre nächste Retourkutsche war ein Treffer. Tatsächlich wusste Matthew nicht was die Archäologin und den Grafen verband, in der Öffentlichkeit gaben sie sich distanziert, und dennoch hatte der Graf ihr die Artefakte geschenkt. Ein Zeichen seiner Wertschätzung ? Zweifelsohne interpretierte Zoey sein verhalten so, doch Matthew schätzte den Grafen eher so ein das dieser die Artefakte als wertlosen Tand erkannt hatte. Dann wären andere Beweggründe denkbar, zum Beispiel das er genau die Reaktion von Zoey erhalten wollte die sie nun zeigte, eine einfache Möglichkeit ihre Gefühle und ihre Loyalität zu beeinflussen.

Ich kenne deinen Meister schon länger und besser als du! Ich habe auch auf einer Gala seinen Schüler vor euch kennen gelernt.”
Den vorherigen Schüler seines Meisters ? Matthew dachte nach, er hatte sicherlich etwas über den letzten Schüler seines Meisters gelesen, Voth Terrix. Doch viel mehr als den Namen wusste er nicht, hatte er ihn doch bloß in einem einfachen Dossier gelesen als er sich über den Orden und die Zirkel informiert hatte.

„Nun dann erzähle mir doch ein wenig von Voth ? Er hat die Lehrzeit doch erfolgreich abgeschlossen oder ? Bekleidet er damit nicht nun den selben Rang wie eurer Meister ?“

Was Zoey konnte konnte er schon lange. Die beiden waren schon eine Weile unterwegs zu den Mannschaftsquartieren wo Matthew nach einer Werkbank und Werkzeugen fragte. Schnell hatte er alles was er brauchte und ging auf einem Pad noch einmal ein paar Informationen durch. Er musste sowohl den Generatorkreislauf an der Klingenspitze erneuern, als auch die Risse in der Klinge kitten.

Ohne langes Brimborium machte er sich an die Arbeit, Zoey schaute ihm zu, und gab gelegentlich ein paar spitze Kommentare ab. Matthew hatte schon ewig nicht mehr an einer Klinge gearbeitet aber mit seinem theoretischen Wissen und seinen geschickten Fingern gelang es ihm die Klinge zu reparieren. Als er schließlich die Energiezelle wieder in den Generator einsetzte geschah ihm dennoch ein kleines Missgeschick. Die Klinge war nicht abgeschaltet gewesen, da der Generator durch die Beschädigung ausgefallen war, als die nun reparierte Klinge wieder mit Energie versorgt wurde wurde selbige ohne Vorwarnung schärfer als ein Rasiermesser, und ritzte Matthew die Handfläche ein. Die Klinge war so scharf das Matthew erst beim Abschalten der Klinge auffiel das er sich geschnitten hatte, eine klare Flüssigkeit ,die die Wunde verschließen würde wie Blut bei anderen Spezies, trat aus.

Er sollte mit der Hand den Doc aufsuchen und sich ein wenig Bacta drauf schmieren lassen. „Zoey geht schonmal vor, euer Meister wird gleich eintreffen und ich will noch kurz in mein Quartier zurück.“ Sie trennten sich am ende des Ganges und Matthew beeilte sich zur Krankenstation zu kommen, sein Meister würde es nicht gerne sehen wenn er verspätet zum Treffen mit dem Gouverneur eintreffen würde.


[Korriban | Dreshdae | Raumhafen | Yacht „Birthright“ | Gänge vor der Krankenstation ] Matthew
 
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Korriban, Raumhafen, Birthright, Gang: Zoey und Matt


Sie sollte Matthew etwas von Voth erzählen, den sie absichtlich erwähnt hatte, um ihn unsicher werden zu lassen. Im nächsten Moment hätte sie gerne ihre Worte, voreilig und unbedacht, zurückgenommen! Sie wusste nichts über Voth, fiel ihr ein. Er war auf der Gala blass und eher uninteressant rüber gekommen. Er war zwei Meter oder Schritte hinter seinem Meister her gedackelt und war sonst recht still und unscheinbar herüber gekommen, zumindest in ihrer Gegenwart. Die meiste Zeit hatte sie schließlich gefühlt in der Damennasszelle verbracht und war Geisel gewesen. Sie kramte rasch in ihrem Gedächtnis, auf der Suche, auch nur ein kleines Detail zu finden, doch da war nicht viel! Er fuhr hingegen fort und stachelte sie an. Voth mit ihrem Meister auf einer Stufe!? Sie unterdrückte einen Seufzer und sagte darauf so rasch wie möglich, damit er davon nichts bemerkte:

“Jaaa, er war ein sehr ruhiger, reifer und besonnender junger Mann, irgendwie ganz sein Meister Sturn und er schien politisch interessiert zu sein. Er war sehr elegant gekleidet. Mein Meister Saphenus war bei seiner Ernennung längst kein Schüler mehr. Er war bei einem Sithfürsten Schüler, der direkt dem Imperator untersteht.”

Das sie damit mal angeben würde?! So weit war es schon mit ihr gekommen! Sie fuhr sofort fort:

“Doch was soll ich groß über den ehemaligen Schüler von Janus erzählen! Es ist wie mit deiner Mitschülerin, die “rasch aufholt”... .”

Die letzten beiden Worte setzte sie in der Luft in Anführungszeichen. Dann sah sie ihn ganz vertraulich an:

“Arbeite an deinem Selbstvertrauen, dann wirst du es schon schaffen!”

Nun, was sie über Voth gesagt hatte, war wahr und am Ende die Spitze hatte er verdient.

“Ich habe auf der Gala übrigens eine Rede gehalten, auf der dein Meister der Schirmherr war. Es waren unzählige Leute mit Rang und Namen da. Mein Meister und Voth schienen sich dort gut zu verstehen, genau wie mit Janus.”


Er fragte sie, ob sie ihn, da es wohl noch ein wenig dauern würde, begleiten wollte und sie sagte zu. Was er da machen wollte, interessierte Zoey herzlich wenig. Er begann tatsächlich an einer Werkbank sein kaputtes Vibroschwert zu reparieren. Am liebsten hätte Zoey ihre Augen verdreht und wäre abgedampft, doch nun hatte sie zugesagt und blieb stehen und betrachtete das Schauspiel. Das war ja nun gar nicht ihre Welt.

“Machen das für gewöhnlich nicht Janus seine Angestellten?”,

kam sie nicht umhin zu fragen. Vor allem war die Klinge abgebrochen! Den kläglichen Rest versuchte er irgendwie zu festigen bzw. zu stabilisieren.

“Der Graf spendiert dir sicherlich ein neues Schwert!”

Schließlich hatte der Graf mehr Kohle, als er ausgeben konnte! Doch dann schnitt sich Matt. Sie sah es, obwohl es sehr schnell passierte und es ihm scheinbar sehr peinlich war, als er es wenig später bemerkte. Er wollte es vertuschen. Doch Zoey hatte gesehen, dass er farblos blutete. Sein Blut war durchsichtig! Das war doch nicht normal! Das war irgendwie abgefahren! Sie tat so, als hätte sie nichts gesehen. Erstmal sagte niemand etwas. Sie kämpfte die aufsteigende Panik nieder, die sie sofort ergriffen hatte. Sie versuchte das eisige Gefühl zu ignorieren, was über ihren Rücken rieselte. Wieso war sein Blut nicht von normalem Rot? Dann diese auffallende Blässe? Diese graue Hautfarbe! War er etwa ein Vampir? Daher die vielen Opfer?! Manche sagten, es gäbe sie nicht, manche schon! Es rankten sich viele Mythen und Legenden um sie. Keiner wusste etwas Genaues! Nicht einmal, wo sie her kamen, war bekannt! Vampire, war etwas aus Holofilmen! Zoey spürte, wie die Panik sie zu überrollen drohte. Stand etwa genau so einer vor ihr? Er sollte bloß nicht auf die Idee kommen und sie beißen wollen! Am Ende würde sie sich noch verwandeln und wäre auch eine von ihnen! Ihr wurde mulmig und ein Übelkeitsgefühl machte sich bemerkbar.

Endlich sagte er etwas. Er sprach die erlösenden Worte, dass sie vorgehen sollte. Oh gerne, dachte sie, bloß weg von hier. Sie nickte, als er sagte, sie solle ihren Meister nicht warten lassen. Sie kam seiner Aufforderung nach und lief los, während er vielleicht in sein Quartier oder auf die Krankenstation ging. Sie musste ihre Nerven beruhigen!


Völlig in Gedanken traf sie auf dem Gang auf Janus und ihren Meister. Sie stellte sich ohne etwas zu sagen dazu. Janus und sein wundervolles silber-weißes Haar, silber-weiß wie der Mondschein, und sein Lächeln konnten diesmal nicht ändern, dass sie wie betäubt neben den Beiden stand. Was hatte sich Janus nur für einen Schüler genommen? Wusste er das überhaupt? Wenn ja, wie konnte Janus so einen Schüler wählen? Er war eine Bestie! Ein Ungeheuer!


Korriban, Raumhafen, Birthright, Konferenzraum: Zoey, Graf Sturn und Gouverneur Saphenus
 
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[Korriban | Dreshdae | Raumhafen | Yacht „Birthright“ | Konferenzraum | Janus, Matthew, Selura

Die Verschleierung gehörte zu den Techniken, an denen sich im Orden die Geister schieden. Viele Sith hielten sie für eine notwendige Anwendung, um ungestört ihre Ziele zu erreichen, doch so mancher eher kampforientierte Anhänger der Dunklen Seite sah darin Feigheit und Schwäche und bevorzugte es, die eigene Präsenz dem Gegner deutlich zu zeigen und ihn dadurch einzuschüchtern. Einige wenige hielten es sogar für mit ihrem martialischen Verständnis von Ehre vollkommen unvereinbar, sich zu tarnen und einem Feind das Messer in den Rücken zu rammen. Was Janus anging, so war er auch in dieser Hinsicht durch und durch pragmatisch. So amüsant es auch war, die Jedi im Kampf zu stellen und ihre armseligen Bemühungen zu verfolgen, schlussendlich zählten nur Sieg und Erfolg und diese konnten leichter erreicht werden, wenn andere nicht einmal wussten, dass sich ein Sith in der Nähe aufhielt. Ein kluger Anhänger der Dunklen Seite erkannte das, und für einen solchen hielt sich der Graf allemal, nicht umsonst trug er den Titel eines Vollstreckers. In dem gnadenlosen Sieb, das der Orden war, hatte er nicht nur überlebt, sondern sogar triumphiert.

Dementsprechend war es auch seine Absicht, diese Philosophie an seine Schüler weiterzugeben, sie in seinem Sinn zu formen, ohne ihre Talente und Eigenheiten zu ignorieren. Der blasse Fastmensch sah in allem und jedem ein Werkzeug für seinen Aufstieg, und ein geschickter Handwerker achtete auf seine Werkzeuge und setzte sich richtig ein. Ein Hammer für die Aufgaben eines Hammers, eine Nadel für die Aufgaben einer Nadel. Äußerlich vollkommen ruhig und trotzdem oder gerade deshalb den Konferenzraum mit seiner bloßen Anwesenheit dominierend verfolgte Janus die Anstrengungen seiner Schüler. Sie hatten Talent, beiden gelang es zumindest teilweise, ihre Aura in der Macht zu verkleinern. Aufmerksam kontrollierte der Sith jede Veränderung in die Macht. Matthew meldete sich zu Wort und erklärte, dass es ihm nicht möglich war, seine Präsenz vollständig verschwinden zu lassen und ob es dafür notwendig wäre, seine eigenen Machtsinne ebenfalls zu verringern. Er fügte noch hinzu, dass er seinen Meister trotz der Verschleierung erkennen konnte, nicht über die Macht, sondern durch seine Sinne als Anzati.

Ein überaus interessantes Detail, wie der Vollstrecker fand. Der Spezies von Matthew war es also möglich, ihre Beute selbst durch diese Tarnung zu wittern. Sie waren wahrhaft exzellente Spürhunde, dachte sich Janus und begann bereits zu überlegen, wie er sich dieses Talent zu Nutzen machen konnte. Sein Schüler war in der Lage auch verborgene Feinde zu erkennen, das konnte von großem Wert sein. Zugleich lag darin allerdings auch ein Risiko, sollte der Anzati je Verrat begehen wollen, so würde sich der Graf nicht vor ihm verbergen können. Janus nahm sich vor, mehr über den Spürsinn der Anzati in Erfahrung zu bringen, möglicherweise gab es Mittel, um diesen zu stören. Vorsicht hielt Lebewesen in dieser Galaxis voller Verrat und Mord am Leben und er hatte aus seinen Fehlern bei seinem ersten Schüler gelernt. Nie wieder würde einer seiner Diener ihm gefährlich werden, das hatte er sich geschworen. Im Moment jedoch lag keine Bedrohung vor, also lächelte er dünn, ganz der weise Mentor, und nickte Matthew leicht zu.


„Eure natürlichen Fähigkeiten sind eine interessante weitere Variable. Wir werden später darauf zurückkommen. Was Eure Frage angeht, so ist es in der Tat so, dass Eure eigenen Fähigkeiten der Erkennung verringert werden. Je besser Ihr die Verschleierung beherrscht, desto besser wird Eure Tarnung sein und desto geringer der Verlust der Sinne.“


Sie setzten die Übung fort, da betrat ein Diener leise den Raum und meldete nach einer Verbeugung, dass Gouverneur Saphenus mit dem Vollstrecker zu sprechen wünschte. Janus war die Präsenz des Zabraks und seiner Schülerin nicht verborgen geblieben, doch er hob die Hand und signalisierte, dass sie noch warten sollten. Es war eine kleine, aber notwendige Machtdemonstration, eine Erinnerung daran, dass der Einäugige in seiner Schuld stand und nicht er, sondern der Graf die Fäden in der Hand hielt. Als schließlich genügend Zeit vergangen war, entließ Janus die erschöpfte Selura und schickte Matthew los, um den Gouverneur herein zu bitten. Der Vollstrecker empfing seinen Verbündeten stehend, ihm dem Rücken zugewandt und die Arme hinter dem Rücken verschränkt.


„Willkommen, Gouverneur. Ihr wünscht etwas zu besprechen?“


Während dieser Begrüßung drehte sich Janus um und lächelte dünn, seine Haltung von würdevoller Überlegenheit erfüllt, aber nicht provozierend, schließlich war die Wartezeit Machtdemonstration genug gewesen. Also war auch die Stimme des Grafen höflich und signalisierte Gesprächsbereitschaft und Interesse. Zoey stieß noch zu ihnen und gesellte sich stumm neben ihren Meister, Janus begrüßte sie mit einem sachlichen Nicken und der schmalen Andeutung eines Lächelns, vollkommen professionell und nüchtern. Der Vollstrecker nahm an, dass das Anliegen von Saphenus etwas mit der Finanzsituation Korribans zu tun hatte, er hatte wohl Gelegenheit gehabt, sich ein Bild von der Lage zu machen, und die konnte auf keinen Fall gut sein.


[Korriban | Dreshdae | Raumhafen | Yacht „Birthright“ | Konferenzraum | Janus, Saphenus, Zoey
 
[Horuset-System | Korriban | Raumhafen | Beeska | Konferenzraum] - Saphenus; Lom Fey (NPC)

Angespannt saß Saphenus in dem ungemütlichen Plasteelstuhl und starrte Löcher in die Luft als würde das seine Probleme lösen. Unwillkürlich drifteten seine Gedanken ein ums andere Mal zu seinem neuen Stellvertreter, der ihm schon nach wenigen Augenblicken ein Dorn im Auge war. Dessen arrogantes Lächeln erschien vor seinem geistigen Auge, sofort begann sich ein ungutes Gefühl in seiner Magengegend zu regen. Bald schon schrie jede Faser seines Körpers danach den Fürsten so lange zu würgen bis sein Kopf blau anlief und jegliches Leben aus ihm wich. Gleichzeitig wusste er jedoch, dass das außerhalb seiner Möglichkeiten lag. Der rationale Teil seines Bewusstseins wusste, dass Lom Fey mit seinen Ausführungen und Erklärungen Recht hatte und er nur sein eigenes Todesurteil unterschrieb würde er seinen Stellvertreter töten. Doch die animalischen, emotionalen Ebenen seines Geistes weigerten sich diesen Umstand anzuerkennen und wollten das Risiko eingehen. Letztlich seufzte der Zabrak gequält.

„Wir werden uns mit ihm arrangieren müssen.“, stellte er fest, die Verärgerung in seiner Stimme war deutlich zu hören. „Lieutenant Elliot will ein Auge auf ihm haben. Ich hoffe damit können wir verhindern, dass er uns in die Quere kommt. Seine Respektlosigkeit gegenüber Korriban ist verachtenswert. Mir fällt es schwer das zu tolerieren.“ Lom Fey nickte und schwieg. „Wenn dir trotzdem noch etwas einfällt um unseren Gast loszuwerden, sag Bescheid.“ Wieder nickte der Pau’aner ohne die Spur eines Lächelns erkennen zu lassen. „Gibt es sonst noch Schicksalsschläge, die sich mir in den Weg stellen und die ich ertragen muss?“, fragte Saphenus übertrieben theatralisch und sah seinen Diener mit ungehaltener Mimik an. Der schien einen Moment nachzudenken. „Es ist eine Lieferung für Euch eingetroffen. Sie stammt von einem gewissen Colonel Hank Meridian.“, sagte Lom Fey dann. Saphenus musste sofort an das dickliche Gesicht des Soldaten denken. Zu schade, dass er ihn nicht mehr angetroffen hatte und er der Bestrafung für seinen illegalen Handel entgangen war. „Sehr gut. Bewahre sie hier im Schiff auf. Ich werde mich darum kümmern sobald ich wieder hier bin.“ „Darf ich fragen was das für eine Lieferung ist, Mylord?“ „Mumien, sie stammen von Korriban. Ich habe Meridian während der Benefizgala dabei erwischt wie er sie einem reichen Schnösel andrehen wollte. Er ließ sich schnell davon überzeugen sie lieber mir zu geben. Kostenlos natürlich.“ Saphenus grinste hinterhältig und stand auf. Er nahm sich einen Moment um sich zu strecken, nickte Lom Fey dann zu und schickte sich an den Konferenzraum zu verlassen. Dann jedoch begann der Holoprojektor zu piepen. Saphenus hob fragend eine Augenbraue, sofort machte sich Lom Fey an dem Gerät zu schaffen. Das Abbild eines Protokolldroiden erschien und eine blecherne Stimme ertönte aus den Lautsprechern.


„Übertragung YO1532 wird gestartet, Geheimhaltungsstufe: streng geheim. Jegliche Person, ausgenommen amtierender Gouverneur, hat den Raum zu verlassen und sich außer Sicht- und Hörweite zu begeben. Geheimnisverrat wird mit dem Tode bestraft.“ Der Droide verstummte. „Was soll das?“, fragte Saphenus. „Das ist eine Nachricht der Zentralverwaltung, sie ist verschlüsselt und nur für Euch zugänglich. Der Droide wird erst weitersprechen wenn ich den Raum verlasse.“ Der Zabrak nickte und wartete bis der Pau’aner verschwunden war. Eine Sekunden nachdem die Tür ins Schloss geglitten war sprach der Droide weiter. „Nachfolgend eine Botschaft im Namen seiner Majestät Darth Allegious, übertragen von seiner Exzellenz Großmoff Grant.“ Der Droide verschwand und das Holobild eines Mannes im mittleren Alter nahm seinen Platz ein. Auffällig waren die Verbrennungen auf seiner rechten Gesichtshälfte. Unweigerlich regte sich in Saphenus Abscheu als er daran dachte, dass der Großmoff für seinen Stellvertreter verantwortlich war. „Für Euch muss ich natürlich eine Ausnahme machen.“, begann der Großmoff in einem ungehaltenen, leicht aggressiven Ton. „Als Gouverneur ist es Eure Aufgabe dafür zu sorgen, dass jegliche Kommunikation mit dem Planeten gesichert ist. Insbesondere wenn es um Nachrichten derartiger Geheimhaltung geht.“ Der Großmoff verzog seine Mundwinkel als blickte er auf ein ekelerregendes Insekt. „Der Imperator höchstselbst hat etwas in Auftrag gegeben, dessen Inhalt Eure Gehaltsstufe und Euren Verstand bei Weitem übersteigt. Verschwendet also keine wertvollen Hirnzellen daran. Auch wenn Korriban nutzlos und das ganze Horuset-System kaum den Aufwand wert ist, der betrieben wird um es zu unterhalten, müsst Ihr Euren Anteil leisten. Mir ist bewusst, dass der Planet nicht einmal als Quelle von Rohstoffen dienen kann, doch zu Eurem Glück befinden sich nicht zu unterschätzende Metallvorkommen in den beiden Asteroidengürteln des Systems. Dort werdet Ihr Euren Tribut leisten können. Die Zentralverwaltung ist so freundlich Euch die notwendigen Schiffe zur Verfügung zu stellen. Seid Euch bewusst, dass das nicht meinen Zuspruch gefunden hat. Sie werden sich um den Abbau der Rohstoffe kümmern. Ich lege es in Eure Verantwortung das zu koordinieren. Scheut Euch nicht Fürst Antrafflan damit zu beauftragen. Er ist kompetent.“ Der Großmoff legte an dieser Stelle eine konsequente Pause ein. „Der Übertragung liegen genaue Anweisungen an Eure Untergebenen bei. Ich werde die Flotte in Eurem System damit beauftragen in erster Linie für die Sicherheit der Rohstoffe zu sorgen. Korriban selbst interessiert ohnehin niemanden.“ Mit diesen Worten brach die Übertragung ab und kaum war das Holobild verschwunden flogen die ersten Plasteelstühle durch den Raum. Saphenus zitterte am ganzen Körper, wutentbrannt verzerrte sich sein ganzes Gesicht. Sein Atem pfiff durch seine fest aufeinander gebissenen Kiefer, kleine Tropfen Spucke flogen bei jedem Ausatmen aus seinem Mund. Unfähig etwas zu sagen oder zu tun stand er da bis sich die Türe öffnete. Vorsichtig steckte Talitha ihren Kopf herein.


„Ist alles in Ordnung?“, fragte sie und betrat den Raum. Ihre liebliche Stimme dämpfte Saphenus Zorn bereits, doch noch immer rührte er sich nicht. „Was ist los?“, fragte sie nochmal. „Dieser…verdammte…ich….bringe…ihn….um!“, bekam Saphenus heraus und spürte wie sich Talithas warme Hand auf seinen Oberarm legte. „Wen bringst du um?“, fragte Talitha und Saphenus bekam die Kontrolle über seinen Körper zurück. „Was bildet sich diese Missgeburt von Großmoff ein? Ich bin Gouverneur Korribans, er soll mir gefälligst den Respekt zollen, den ich verdiene! Erst stellt er mir dieses Stück Banthadreck an die Seite und erwartet, dass ich babysitte, jetzt das!“, fauchte er und begann auf und ab zu gehen. „Was soll das heißen, 'jetzt das'?“ Die Wörter streng geheim kamen aus Saphenus‘ Mund, dann blieb er ruckartig stehen. Er deutete auf den Holoprojektor. „Lom Fey soll sich darum kümmern, ich will nichts damit zu tun haben. Sag ihm Bescheid, sonst drehe ich hier noch durch. Dieser verdammte Mist!“, brüllte er noch, dann verließ er den Raum und ließ eine ratlose Talitha zurück. Wütend stürmte Saphenus den halbrunden Gang entlang und ignorierte die pochenden Schmerzen in seinem Bein. Mit großen Schritten verließ er die Beeska, nahm Janus‘ Yacht ins Visier und ging hinein. Ohne auf seine Umgebung zu achten stürmte er in den Konferenzraum, diesmal würde er sich nicht aufhalten lassen. Janus wandte ihm zunächst den Rücken zu, drehte sich jedoch während der Begrüßung um und lächelte das für ihn so typische Lächeln. Einen Moment später betrat Zoey den Raum, Saphenus ignorierte sie. Sein Innerstes war geladen und suchte einen Grund zu explodieren, doch plötzlich wusste Saphenus, dass er nichts machen konnte. Janus war nicht in der Lage ihm in dieser Hinsicht zu helfen und noch war er sich nicht sicher ob er seiner Schülerin von der Botschaft erzählen wollte und durfte. Also atmete er tief ein und aus bevor er zu sprechen begann.


„Eine Reihe von…unangenehmen Wendungen, Janus.“, sagte er mit überraschend emotionsloser Stimme. „Aber nichts, das sich uns in den Weg stellen wird.“, fügte er dann eilig hinzu. „Allerdings scheint der Adel ein natürliches Talent dafür zu haben Arroganz zu versprühen. Selbst wenn sie sich diese eigentlich nicht leisten können. Aber Du wirst noch früh genug meinem neuen Stellvertreter begegnen. Ein Geschenk des Großmoffs, offensichtlich traut er mir nicht über den Weg. Ich sage Dir eines mein Freund…sein Name kommt auf die Liste derer, die wir eines Tages tot sehen werden!“ Damit hatte der Zabrak seinem Zorn für den Moment zu Genüge seinen Lauf gelassen. Etwas ruhiger setzte er sich hin und begann sein Bein zu massieren. Der Schmerz wurde ihm plötzlich bewusst.


„Wir haben ein Treffen vereinbart. Albert McCathy ist der CEO von Brentaal Bergbau Inc. Laut der Aussage meines Dieners könnte er uns beim Bau des Tempels unterstützen und ich vertraue diesem Urteil. Ich hatte bereits das Vergnügen seine Tochter kennenzulernen, übrigens während Deiner Gala. Sie ist nicht die Hellste, könnte uns aber von Nutzen sein. Der Haken ist...“, Saphenus verzog säuerlich sein Gesicht, „dass McCathy nicht nach Korriban kommt. Er hat mich nach Brentaal eingeladen und ich hätte Dich gerne an meiner Seite.“ Er vermied es zu sagen wieso, diese Blöße musste er sich nicht geben. Der Graf wusste, dass er dem Zabrak in finanziellen und wirtschaftlichen Bereichen weit überlegen war. „Was sagst Du?“


[Horuset-System | Korriban | Raumhafen | Yacht "Birthrigt" | Konferenzraum] - Saphenus; Janus Sturn; Zoey Liviana
 
[Korriban | Dreshdae | Raumhafen | Yacht „Birthright“ | Konferenzraum | Janus, Saphenus, Zoey

Es war eindeutig, Saphenus brachte keine erfreulichen Neuigkeiten mit sich, das konnte Janus deutlich an Aura und Mimik seines Verbündeten erkennen. Der Zabrak kochte innerlich vor Wut, etwas besonders ärgerliches musste geschehen sein und hatte dem neuen Gouverneur den Tag verdorben. Er würde sich an so etwas gewöhnen müssen, dachte sich der Graf. Es lag in der Natur der Herrschaft, dass man mit Problemen konfrontiert wurde, und teilweise lagen die Lösungen dafür nicht sofort auf der Hand, sondern mussten langwierig gefunden gefunden. Das galt besonders für eine heruntergewirtschaftete und vernachlässigte Welt wie Korriban, der Gehörnte hatte ein schweres Erbe angetreten. Sollte sich dies als zu belastend erweisen, würde Janus einen Weg finden müssen, um seine Verluste zu minimieren, doch noch war die Lage nicht so katastrophal und seine Investition vergleichsweise gering. Das eigentliche Risiko trug Saphenus und so war es nicht verwunderlich, dass er deutlich nervöser war als der Vollstrecker.

Also hielt sich Janus zunächst stumm zurück und gewährte dem Gouverneur die Möglichkeit, Luft zu holen und sich etwas zu beruhigen, und als der Gehörnte schließlich sprach, war seine Stimme auffallend frei von Emotionen. Es wurde deutlich, dass er sich vor dem mächtigen Aristokraten keine Blöße geben wollte, eine kluge Entscheidung, wie dieser fand. Er arbeitete nicht mit Personen zusammen, die rasch die Kontrolle verloren. Saphenus berichtete von einer Reihe unangenehmer Wendungen, fügte aber schnell hinzu, dass diese ihre Pläne nicht gefährdeten. Der Zabrak sprach davon, dass ihm durch den für Korriban zuständigen Großmoff ein Stellvertreter zugewiesen war, wobei Aufpasser wohl die treffendere Bezeichnung war, und der Gouverneur machte seinem Ärger Luft und ließ sich über die Arroganz dieses Mannes, der offenbar ein Fürst war, aus und meinte, dass er eines Tages beseitigt werden sollte.


„Tatsächlich übersteigt die Arroganz mancher meiner Standesgenossen ihre Fähigkeiten. Eine Schwäche, die man ausnutzen kann. Die Zuteilung dieses...Stellvertreters war in gewisser Weise absehbar, das Verhältnis zwischen Orden und Sith ist keineswegs frei von Misstrauen und Ablehnung. Und selbstverständlich geht es auch um Macht und Einfluss. Wir werden mit diesem Mann schon fertig werden. Der Großmoff mag euch Euch misstrauen, doch solange wir kapitale Fehler vermeiden, kann er Euch Korriban nicht entreißen. Nicht, solange ich Euch unterstütze und meinen politischen Einfluss geltend mache.“


Die ruhige, sachliche Antwort des Vollstreckers sollte sowohl seinen Verbündeten beruhigen als auch daran erinnern, dass die schützende Hand des Grafen ihn davor bewahrte, in seiner momentan schwachen Position vollkommen verdrängt zu werden. Es gab Mittel und Wege, um diese Position zu stärken und dann der Verwaltung aus einer Position der Stärke gegenüber zu treten, möglicherweise konnten sogar Zweckbündnisse geschlossen werden, denn auch innerhalb der Verwaltung rang man um Posten und Macht. Saphenus wirkte etwas ruhiger und setzte sich, dann erzählte er, was nun beabsichtigt war. Er hatte eine Treffen mit dem CEO von Brentaal Bergbau Inc., einem gewissen Albert McCathy vereinbart, der Unterstützung bei der Errichtung einer neuen Residenz leisten konnte. Der Name war Janus ein Begriff, sowohl im geschäftlichen Kontext als auch dem der Gala auf Bastion, eine McCathy hatte auf der Gästeliste gestanden. Die Tochter des CEO, wie Saphenus erklärte, der sie während der Gala kennen gelernt hatte.

Das war an sich eine durchaus positive Nachricht, allerdings gab einen Haken, wie der Gouverneur sichtlich verstimmt erwähnte. McCathy würde nicht nach Korriban kommen, sondern hatte den Einäugigen nach Brentaal eingeladen. Janus war sofort klar, dass dies einer Ohrfeige gleich kam, der CEO ließ Saphenus wie einen Bittsteller zu sich kommen und demonstrierte damit sowohl Überlegenheit als auch eher geringes Interesse an einer Kooperation. Sein Verbündeter wollte die Reise trotzdem antreten und hätte den Grafen gerne dabei. Der Vollstrecker warte einen Augenblick und dachte nach, dann nickte er leicht.


„Ich werde Euch begleiten. Möglicherweise können wir McCathy zusammen überzeugen und meine Reputation dürfte dabei helfen. Ich rechne allerdings mit schwierigen Verhandlungen, dafür spricht allein schon die Art dieses Treffens. Versucht, mit der Tochter erneut in Kontakt zu treten, vielleicht kann sie überzeugt werden in unserem Sinne Einfluss auf ihren Vater auszuüben.
Vorausgesetzt, Ihr habt sie auf der Gala nicht verstimmt.“


Der letzte Satz fiel trocken aus und wurde von einem schmalen Lächeln begleitet, dann wurde Janus wieder ernst.


„Wir können aufbrechen, sobald Ihr Eure Vorbereitungen hier abgeschlossen habt. Ich nehme an, Ihr habt diesem...Stellvertreter bereits einen Aufpasser zur Seite gestellt. Ein Aufpasser für einen Aufpasser, was für eine amüsante Situation, findet Ihr nicht? Dieses Spiel um die Macht findet auf so vielen Ebenen statt...Nun, wie dem auch sei. Vielleicht werdet Ihr während der Reise auch Gelegenheit haben, meine neue Schülerin kennenzulernen. Raziil wurde offenbar bei dem Versuch, den Wirt zu beseitigen, zusammen mit ihm in einem Grab verschüttet und ist tot. Glücklicherweise habe ich für diesen Fall...vorgesorgt. Eine weitere Lektion der Herrschaft, mein Freund: Haltet stets ein Ass im Ärmel bereit, um Verluste auszugleichen.“


Schlussendlich war jeder ersetzbar, musste sogar ersetzbar sein, denn ein Plan, der an dem Ausfall einer Komponente scheiterte, war kein guter Plan. Rückschläge waren unvermeidlich, doch solange man darauf reagieren und sich anpassen konnte, kam man dem Ziel dennoch näher. Dem großen Ziel. Janus gestattete sich ein dünnes Lächeln und seine grünen Augen funkelten.


[Korriban | Dreshdae | Raumhafen | Yacht „Birthright“ | Konferenzraum | Janus, Saphenus, Zoey
 
[Korriban | Dreshdae | Raumhafen | Yacht „Birthright“ | Quartiere| Selura.

*Selura war erschöpft, sie hatte nach dem Training mit ihrem Meister und ihrem Mitschüler noch lange danach weiter geübt ihre Aura zu verschleiern. Immer wieder schaffte sie es nur für einen kurzen moment bis sie die Kraft verließ. Es würde sie noch einiges an Übung kosten damit sie für andere Machtnutzer unsichtbar wird. Aber sie fühlte sich auch jetzt schon wesentlich mächtiger als zuvor auf Bastion, Schließlich befolgte sie den befehl von Janus und ging nach weiteren Trainingseinheiten schlafen. Sie musste bei kräften sein wenn er sie wieder braucht. Es war selten passiert das ihr ihre Gliedmaßen vom Training schmerzten, es stimmte also was man sagte das ein Training eines Jüngers nichts wäre im gegensatz zu dem eines Sith...und sie hatten alle recht...aber das war kein grund für Selura um das Handtuch zu werfen. Im gegenteil sie mochte die Herrausforderung und so begann ein Schlaf mit einem lächeln im Gesicht*

*Es war einiges an Zeit vergangen und die Rattataki wachte wieder auf, kurz betrachtet sie das Quartier und streckte sich ausgiebig ehe man sich in eine Nasszelle begab und sich frisch machte. Immerhin musste man ja auch gut riechen wenn man schon im vorteil liet sich nicht die Haare machen zu müssen, sie zog sich dann auch wieder ihre sachen an bis auf den Mantel den ließ man hängen. Das Schwert kam auf den Rücken und das Messer an den Rechten Oberschenkel, zu guter letzt schmückt man sich mit dem Ring welchen man vom Meister bekam und sah sich zufriedend lächelnd im Spiegel an*


Hrm...bezaubernd...der Blick sagt alles...

*Die Rattataki lachte amüsiert über ihre Selbstverliebtheit ganz zu schweigen und ihr weg führte zurück zum Konferenzraum, sie Spührte die Präsenz ihres Meisters darin und noch weitere, davon gehörte eine bestimmt diesem Besonderen Besuch den Janus angekündigt hatte.. Selura zuckte nur mit den Schultern und wartete vor der Türe immerhin wollte sie nicht einfach herreinplatzen. Ihr Meister würde schon wissen das sie da ist und darauf wartet herreingebeten zu werden.*

[Korriban | Dreshdae | Raumhafen | Yacht „Birthright“ | Konferenzraum | Janus, Saphenus, Zoey. Selura vor der Türe wartend


OP: Ja ich weiss sehr kurz aber fürn Einstieg sollte es reichen *am nacken kratz* Viel is bei Selura ja nicht passiert.
 
[Horuset-System | Korriban | Raumhafen | Yacht "Birthrigt" | Konferenzraum] - Saphenus; Janus Sturn; Zoey Liviana

Auch wenn er sich Mühe gab äußerlich ruhig zu erscheinen so wurde er von seiner Hand verraten, die flink über seinen Oberschenkel glitt und das Fleisch massierte. Mit den Minuten, die verstrichen, wurden seine Bewegungen jedoch langsamer und ruhiger, er versuchte ruhig zu atmen und so seinen Zorn zu dämpfen. Janus‘ betont optimistische Worte trugen weiter dazu bei, dass er seinen Ärger vergaß. Korriban gehörte ihm und dabei würde es bleiben. Die Ankunft des Fürsten war eine unangenehme und lästige Entwicklung, die ihm noch einiges an Nerven kosten würde. Doch war dieser Mann nicht in der Lage seine Pläne zu durchkreuzen, zumindest redete er sich das ein. Hörbar holte er tief Luft.

„Antrafflan, Fürst von Eiattu.“, wiederholte Saphenus spöttisch. „Als würde seine Herkunft auf diesem Planeten etwas bedeuten. Er ist kein Sith, kaum den Dreck unter meinen Stiefeln wert. Wo soll Eiattu überhaupt liegen? Ich habe noch nie davon gehört. Besonders wichtig kann es nicht sein. Hauptsache er kann sich etwas auf seinen Namen einbilden und damit Eindruck schinden. Es spricht nicht gerade für unseren hoch verehrten Großmoff wenn er sich mit solchen Leuten abgibt. Minderwertiges Pack.“, fluchte Saphenus, reinster Sarkasmus lag seiner Stimme bei. Erleichtert hörte er mit an wie Janus ihm zustimmte und die Rolle der jüngsten Tochter bei ihren Verhandlungen betonte. Ein gewisses Maß an Überheblichkeit war zu spüren als er nebensächlich einfließen ließ, Saphenus könnte sie verärgert haben. Der Zabrak zeigte seine Zähne. „Jennifer McCathy ist so dumm wie sie blond ist. Du hättest sie sehen sollen: erst von meinem Aussehen angewidert veränderte sich ihr gesamtes Verhalten als sie mein Lichtschwert gesehen hat. Man hätte fast glauben können, dass sie mich danach sogar angebaggert hat. Sie ist berechen- und steuerbar. Einzig und allein die Indoktrinierung durch ihren Vater könnte ein Problem werden. Sie konnte die Firmenphilosophie wie ein programmierter Werbedroide runterrattern und schien allen ernstes sogar fest davon überzeugt gewesen sein. Mit genügend Nachdruck ist es uns aber möglich Zweifel zu sähen.“


Der Zabrak gab ein leises Lachen von sich, dann stand er auf und nickte als Janus betonte, sie könnten so bald wie möglich aufbrechen. „Lieutenant Elliot, der Kopf meiner Leibgarde, hat bereits dafür gesorgt, dass man ein Auge auf meinen Stellvertreter haben wird. Ich bin geneigt ihn hier zu lassen um wenigstens eine loyale Kraft auf Korriban zu behalten.“ Er machte eine kurze Pause. „Amüsant finde ich es leider nicht, dafür werde ich zu oft kurz davor sein meine Nerven zu verlieren wenn mich dieser Fürst belästigt.“ Er lächelte gequält und erfuhr dann, dass Raziil wahrscheinlich in dem eingestürzten Grab zu Tode gekommen war. „Was soll’s, er ist es selber Schuld wenn er selbst für diese Aufgabe zu unfähig war. Hoffentlich hast Du mit Deiner neuen Schülerin ein glücklicheres Händchen.“ Diese Spitze gegen den Grafen konnte er sich nicht verkneifen, dann kniff er sein Auge zu und legte den Kopf schief. „Apropos, sie wartet vor der Tür und traut sich anscheinend nicht herein.“, sagte er belustigt, machte dann eine Bewegung mit seiner Hand und öffnete die Tür zum Konferenzraum. Eine blasse Rattataki kam zum Vorschein, die sofort die Aufmerksamkeit des Zabrak erregte. Nachdenklich legte er die Stirn in Falten. Ihr Gesicht kam ihm bekannt vor, er hatte es schon einmal gesehen! Den Blick fest auf sie gerichtet kam er ihr Schritt für Schritt näher, dann wurde ihm bewusst woher er sie kannte. Sie war mit Talitha im Tempel gewesen, sie hatte bei ihr gestanden als Saphenus in die Berge aufgebrochen war. Er hatte sich von Talitha verabschiedet und dort diese Rattataki gesehen! Sein Gesichtsausdruck wechselte in Sekunden von nachdenklich zu wütend zu verzweifelt und wieder zu wütend. Welche Rolle hatte sie damals gespielt? Er war versucht sie danach zu fragen, öffnete seinen Mund und schloss ihn dann wieder als ihm die Anwesenheit des Grafen bewusst wurde.


„Wie interessant.“, murmelte er stattdessen und drehte sich zu Janus um. „Ich werde meine Leibgarde zusammentrommeln, dann können wir aufbrechen. Zoey? Hol aus der Beeska was du brauchst. Ich würde vorschlagen, dass Janus uns auf seinem Schiff ‚Asyl‘ gewährt.“, sagte er mit einer Spur Belustigung in seiner Stimme bevor er wieder ernst wurde. „Das gibt uns die Chance unser Vorgehen abzusprechen.“ Er wartete Janus‘ Antwort ab, dann verließ er humpelt die Yacht, setzte sich kurz dem heißen Wüstenwind aus und betrat wieder die Beeska. Im deutlichen Vergleich zu der luxuriösen Yacht des Grafen wirkte sie mehr und mehr wie ein zusammengeschusterter Haufen Schrott. Abfällig rümpfte er die Nase. Er traf Lom Fey im Cockpit.


„Wir brechen auf, triff alle nötigen Vorkehrungen!“, befahl er ihm ohne ein Wort des Grußes. Der Pau’aner nickte. „Wir werden mit der Beeska reisen, Mylord?“, fragte der Pau’aner woraufhin Saphenus den Kopf schüttelte.Janus‘ Schiff reicht für uns, wir müssen die Reise nutzen und unser Vorgehen besprechen. Die Beeska wird auf Korriban bleiben.“ „Seid ihr Euch sicher? Ihr wisst, dass Ihr Euch nicht auf den Grafen verlassen könnt. Mag er im Moment auch Euer Verbündeter sein, er ist und bleibt ein Sith. Schon im nächsten Moment könnte er Euch in den Rücken stechen.“ Saphenus bildete sich ein einen Funken Emotion in der Stimme seines Dieners hören zu können, verwarf diesen Gedanken jedoch wieder. „Was schlägst du stattdessen vor?“, fragte er ungehalten. „Reist ruhig mit dem Grafen, nehmt die Beeska aber mit. Ihr werdet ohnehin ein Schiff für Eure Leibgarde brauchen und ich vermute, dass die Flotte nicht so schnell in der Lage wird eines bereit zu stellen. Die beiden leer stehenden Räume allerdings schnell mit Stockbetten auszustatten ist kein Problem.“ Saphenus dachte darüber nach. Er wollte nicht auf die Soldaten verzichten, gleichzeitig wollte er aber auch so schnell wie möglich aufbrechen. Schließlich nickte er. „Dann besprich das mit dem Lieutenant. Du kannst ihm außerdem sagen, dass er hier bleiben soll. Ich traue meinem Stellvertreter nicht und brauche jemanden, der ein Auge auf ihn hat.“ „Mylord, ich wollte vorschlagen, dass ich hier bleibe.“, warf Lom Fey ein. Saphenus stockte und legte den Kopf schief. „Warum?“, fragte er misstrauisch und sah den Pau’aner scharf an. Vorsichtig dehnte er sich in der Macht aus und tastete nach den Gefühlen des Dieners. Etwas war merkwürdig. „Ich wäre Euch hier sehr viel mehr von Nutzen. Korriban befindet sich auf Messers Kante und ich habe mir mittlerweile einen Überblick über seine Situation gemacht. Glaubt mir, Mylord. Hier nutze ich Euch mehr. Der Graf wird Euch auf Brentaal sehr viel bessere Dienste erweisen.“ „Ich dachte ich kann ihm nicht trauen?“ Saphenus wurde immer skeptischer. „Ihr solltet wachsam sein, das ist meine Empfehlung. Trotzdem kann er Euch nutzen.“ Stille kehrte ein. „Mir gefällt das nicht.“, erwiderte Saphenus und war versucht Lom Fey trotzdem mitzunehmen. „Wann habe ich Euch jemals enttäuscht?“, fragte Lom Fey jetzt und es schien als setze er alles auf eine Karte. Schließlich seufzte der Zabrak und nickte. „Dann machen wir es so.“, sagte er, verließ das Cockpit und betrat sein Quartier. Talitha saß auf dem Bett, ein Buch in der Hand. Neugierig blickte sie auf und lächelte erleichtert als sie spürte, dass sich Saphenus wieder beruhigt hatte.


„Ist wieder alles in Ordnung?“, fragte sie mit einem bezaubernden Lächeln, der Zabrak nickte. „Eine unvorhergesehene Wendung, aber ich werde damit fertig werden. Wir brechen übrigens auf, nach Brentaal. Dort treffen wir uns mit einem CEO, der als Investor für den neuen Tempel in Frage kommt. Ich möchte, dass du uns begleitest. Mir ist nicht Wohl dabei dich hier zurück zu lassen.“ Talitha legte ihr Buch zur Seite, stand auf und legte ihre kleine, grazile Hand auf seine Schulter. „Mir geht es gut.“, bekräftigte sie auch wenn beide wussten, dass das nicht der Fall war. „Ich komme schon klar.Saphenus wandte sich ihr zu und sah ihr in die Augen. „Ignavius hat dir Sachen angetan, die niemand mehr ungeschehen machen kann. Er hat nicht genug gelitten, doch jetzt ist er tot. Komm mit und vergiss diesen Planeten zumindest für ein paar Tage. Abwechslung wird dir gut tun.“ In seiner Stimme schwang eine Zärtlichkeit mit, die man in dieser Form seit Jahren nicht mehr bei ihm gehört hatte. Talitha nickte, was Saphenus ein Lächeln ins Gesicht trieb. „Allerdings werden wir Janus‘ Schiff nutzen. Die Beeska wird die Soldaten transportieren.“


Wenig später befanden sich beide an Bord der „Birthright“. Talitha war ihre Schüchternheit deutlich anzusehen, sie hätte sich auf der Beeska sehr viel wohler gefühlt. Doch sie alleine mit den Soldaten an Bord zu lassen kam nicht in Frage. Lieutenant Elliot war einen Moment verstimmt gewesen als er erfahren hatte, dass er selbst nicht mitkommen würde, hatte dann aber wieder angefangen zu strahlen als er von seiner Aufgabe erfuhr. Eifrig hatte er salutiert und sich an die Arbeit gemacht. Bald schon waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und die grazile Yacht erhob sich in die Luft. Einige Minuten reflektierte sie mit ihrer blanken Oberfläche die heißen Strahlen Horusets, dann wölbte sich das Blau der Hyperraumroute um sie und schickte sie auf den Weg Richtung Brentaal.


[Hyperraum | Horuset-System | Yacht "Birthrigt"] - Saphenus; Talitha (NPC)

 
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[ Äußerer Rand :: Horuset-System :: Korriban :: Dreshdae :: Innenstadt] Lucien (NPC), andere Bürger

Suchen. Suchen. Ewige Suche. Lucien hatte es satt diesem Hirngespinst nachzugehen, wenn er es nicht sehen konnte. Sage und schreibe dreißig Minuten seiner wertvollen Zeit hatte er bisher verschwendet den 'Fürsten', oder wie er sich eben nannte, zu suchen. Wo war dieser Mann überhaupt? War es vielleicht nur ein Gerücht? Möglicherweise hätte er es einfach erfahren können in dem er einfach den ein oder anderen Bewohner freundlich gefragt hätte, doch sowas kam für ihn nicht infrage. Es war einfach weit unter seiner Würde mit ihnen zu sprechen, wenn er es nicht musste. Oder hatte er einfach nur Angst vor ihnen? War er schüchtern? Würden dem kleinen Lucien die Worte fehlen wenn er Personen in die Augen schauen musste die er nicht kannte? So zurückgezogen wie er bisher gelebt hatte, so fiel es ihm schwer Kontakte zu knüpfen. Es war durch und durch nicht einfach in Dreshdae zu leben. Ein Wunder dass er bisher noch nicht verrückt geworden war, es hätte manchmal fast so weit dazu kommen können. Aber verrückt wurden ja nur die ohne seinen Weitblick, ohne seinen Intellekt, die normalen Bürger. Er war anders, er war etwas besonderes! Ja, dass redete er sich immer ein, wenn man ihn ablehnte. Aber wenn er ehrlich war hatte er bisher auch nie versucht sich zu integrieren.

Der Kultist starrte in den Himmel. Horuset stand weit über ihm, und der Himmel war wie üblich wolkenlos. Das Sonnenlicht strahlte genau in sein Gesicht, und er hatte dass Gefühl bald braun zu werden wenn er sich zu lange in die Hitze begab. Oft war er nämlich nachts unterwegs, da war es weit kühler als Tagsüber, und nicht so heiß in der schwarzen Kutte - und es waren weit weniger Leute unterwegs. Nur musste man aufpassen wohin man sich begab, und wem man begegnete. Ein unkundiger Besucher stellte sich wohl vor, so naiv wie er war, auf Korriban wären die einzigen Gefahren die auf einen lauerten geisteskranke Sith, Tuk'atas und eventuell die Hitze an sich. Da lag man aber ziemlich falsch, und wohl bald blutend auf dem Boden. Mochte Dreshade tagsüber die unbescholtene, minderbemittelte Siedlung sein, so erwachte sie nachts zu einer ganz anderen Stadt. Illegales Glückspiel, Prostitution und Gewürzhandel florierten nur so wenn man die bewachten Hauptstraßen verließ, und dass ein oder andere mal waren da auch die gesetzestreuen 'Staatsmänner' involviert. Lucien hatte sie alle gesehen, sie alle beobachtet. Ja, den ein oder anderen Soldaten erkannt er auch heute noch wieder, wenn sie bei ihren Patrouillen so glücklich wirkten, weil sie die Nacht davor bei einer Hure verbracht hatten. Oder wenn der andere Bedrückt schien weil er des Tages davor seinen ganzen Sold für eine unglückliche Runde Sabbac verspielt hatte.
Informationen waren auf Korriban also relativ nützlich, vor allem für jemanden der über alles und jeden bescheid wissen wollte. Eventuell konnte man so dass eine oder andere Gerücht schneller durchschauen, oder selber welche streuen wenn man den Bedarf dazu hatte. Man musste nur wissen wie man das anstellte. Eventuell ein gefälschter Liebesbrief vom Kellner an die Frau des Chefs? Oder lieber Holoaufnahmen der letzten Liebesnacht eines unfreundlichen Offiziers an die ganze Nachbarschaft senden? Ja, man musste nur wissen wie es ging.

Gelangweilt wanderte Lucien durch die Straßen des Ortes, und starrte dabei die verschiedenen Gebäude der breiten Gasse an. Die Häuser sahen so verfallen wie immer aus, kaputte Fenster wurden mit Holzbrettern verkleidet, die Treppen waren wie üblich eingestaubt und an den Ecken der Gebäude hatten sich typischerweise größere Haufen aus Sand angesammelt. Dieser Bezirk lag am Rande Dreshdaes, und gehörte so zu den Ärmsten Teilen der Stadt, je nachdem wie man das ganze beurteilte, mehr oder weniger. Die Bewohner saßen aktuell nicht mehr im Freien, die Sonne hatte gerade ihren Höchststand erreicht und brannte auf blanker Haut so wie Feuer, weshalb Lucien außer wenigen anderen Bürgern alleine blieb. Im Grunde genommen also so wie immer. Er seufzte. Lucien hatte im Moment weder etwas bedeutendes für den Kult zu tun als sich einem blöden Corporal unterzuordnen, oder einfach im Bett liegen zu bleiben. Wütend trat er gegen einen kleinen Stein, der circa zwei Meter weit flog um dann auf die Wand eines kleinen Hauses zu treffen. Langsam sah der Kultist, wie durch eine plötzliche Intuition gelenkt, die Wand hoch. Er erkannte unweit über ihm einen kleinen Kasten, vermutlich nicht größer als seine Handinnenflächen, welcher in unregelmäßigen Abständen zu blinken schien. Nach wenigen Sekunden wurde Lucien bereits klar dass es sich hierbei um eines der Überwachungsgeräte des Präfekten handeln musste, was bedeutete dass man dass Gerät besser nicht anzufassen hatte. Der Mann hatte seine Augen überall, und er würde schon wissen wer seine Lückenlose Präsenz gestört hatte, nur um einem dann seine Schergen an den Hals zu hetzen. Eine Zeit lang starrte er dass Teil an, seufzte erneut und ging einfach weiter. Besser er würde sich nun nicht lautstark darüber beschweren wie er diese verdammten Geräte abgrundtief hasste, sonst... Verdutzt blieb er stehen, und fasste sich mit der Hand an die Stirn. Mit einem kleinen Grinsen auf dem Gesicht kehrte der Mann zu dem Kasten an der Wand zurück, zückte das Messer und kratzte das Gerät wortwörtlich von der Wand ab.

Die Basis. Die wunderschöne, alte Basis. Sie war so vollkommen, so schick eingerichtet, so funktionell. In ihr besaß Lucien alles was er brauchte: Werkzeugkästen, zahlreiche Ersatzteile, Werkbänke, Strom... Alles gehörte nun ihm, niemand konnte ihn stören. Dass Lächeln verschwand nicht aus seinem Gesicht, er plante bereits weiter während er sich alles zurechtlegte was er brauchte, und bei jedem Gedanken wurde er innerlich glücklicher. Auf der Werkbank platzierte er mehrere Messgeräte, Datapads, Kabel und zusätzliches Werkzeug, zuletzt kam der kleine Kasten. In schnellen schritten öffnete er ihn hinten, und prüfte erstmal die Batterie: 17%. Dann aktivierte er den Sensor eines Messgerätes und beobachtete ein und ausgehende Verbindungen. Dass Gerät sandte zwar Signale aus, die waren jedoch nur suchender Natur und sollten mehr oder weniger herausfinden ob es einen Empfänger für dass Funkgerät gab - und den gab aus auch nicht, dass bewiesen die Zeiger. Ein wenig ernüchternd wie Lucien fand, nicht dass er sich den Gouverneur und seinen Schergen zurückwünschte, aber... einen funktionierenden Zentralcomputer hätte er sich doch gewünscht. So würde er selber einen auftreiben müssen, oder die Signale auf sein Comlink umstellen müssen, was jedoch umständlicher und ohne richtigen Verstärker ineffizient wäre. Voller Freude hantierte der Kultist in dem kleinen und abgelegenen Raum innerhalb der verlassenen Basis herum wo er bastelte, modifizierte, prüfte. Messga hatte ganze arbeit geleistet indem er eine schwer zu knackende Verschlüsselung für seine Überwachungsgeräte eingesetzt hatte, die Lucien mit den begrenzten Mitteln nicht so einfach übergehen konnte. Dass bedeutete also dass er die Software ein wenig umprogrammieren müsste, und so Zugriff auf die Dienste des kleinen, unscheinbaren Kastens haben könnte, eventuell sogar auf alle anderen in der Stadt. Die würde er jedoch erst alle aufspüren, abmontieren und dann modifizieren müssen. Dass bedeutete Arbeit... und Zeit. Jede Menge davon. Die Belohnung für die Mühen wäre jedoch dass er Messga am Ende gleichgestellt wäre, und ihn praktisch ersetzt hätte. Und wer sich erinnerte wusste, dass der Marasan die Nummer zwei auf Korriban gewesen war.

[ Äußerer Rand :: Horuset-System :: Korriban :: Dreshdae :: Basis der Kuiltisten :: Werkraum] Lucien (NPC), allein
 
--- Hyperraum Richtung Korriban - "Sucker" - Cockpit - Raki Pest und sein Astromechdroide Tyrant ---

Seit gut einer Woche saß Raki Pest nun schon in seinem Bastard vom Typ Z-´ceptor und war es langsam aber sicher leid sich nur mit seinem Astromechdroiden unterhalten zu können. Ihr letztes Gespräch hatte wie alle zuvor geendet. Das hässliche Ding an der Spitze seiner „Sucker“ hatte ihm mal wieder vorgeworfen, dass er ihn von seinem früheren Besitzer gestohlen hatte und Raki hatte wie stets darauf geantwortet, dass es jawohl sein gutes Recht gewesen war ihn mitzunehmen. Mal im Ernst. Wer nicht in der Lage war sein Eigentum zu schützen, der hatte auch nicht das Recht es überhaupt zu besitzen. Das sah der republikanische Droide jedoch ganz anders, musste ihm auf Grund seiner Programmierung jedoch gehorchen. Diese hinderte ihn aber nicht daran sich zu beschweren. Verdammtes Stück Blech, gefüllt mit Drähten und Platinen, Schaltkreisen und sonst was. Also hatte sich Raki nun eine Woche lang im Prinzip nur darüber unterhalten können, womit klar wurde, wieso er nun, so kurz vor seinem Ziel, so gereizt war. Dennoch so lässig wie es ihm sein winziges Cockpit erlaubte, lag er fast schon in seinem Sitz, die langen Beine übereinander geschlagen und die Füße an die Scheibe gedrückt. Fast drei Stunden hatte er für das Einnehmen dieser annähernd optimalen Position gebraucht und nun würde er sie bis zum Ende beibehalten. Tyrant, so nannte er seinen unfreiwilligen Droidenpartner, steuerte ohnehin die Sucker, also konnte er sich ganz und gar auf zwei Dinge konzentrieren. Erst einmal mit seinen schlanken, milchig weißen Fingern saphierblaue Bonbons aus einem rubinroten Netz fischen und dann natürlich die Anleitung durchlesen, welche ihm hoffentlich eines Tages beibringen würde wie er seinen Droiden umprogrammieren konnte. Leider verstand er nicht sonderlich viel davon und noch bedauerlicher war es, das die piepsende Blechtrommel es wusste und ihn deshalb ständig nervte. Auch wenn er nicht sprechen konnte, so flötete und trillerte das Mistvieh in einer Tour und spamte dabei natürlich den Bildschirm voll, weil der ebenso dämliche Bordcomputer glaubte Raki interessiere was sein Partner von sich gab. Aus diesem Grund steckte auch jeweils einer der kugelförmigen Bonbons in seinen Ohren und verstopften sie sogar recht erfolgreich.


„Halt endlich die Schnauze. Ich kann selber lesen.“

Sie würden gleich aus dem Hyperraum springen und sich dann recht schnell Korriban nähern. Laut seinen Informationen aus dritter Hand gab es in dem System eine erbärmliche Flotte, kaum stark genug um diese Bezeichnung verdient zu haben. Ihn würde es gar wundern, sollte eines der Dinger besser aussehen als seine Sucker. Und die schrie schon seit Jahren nach neuer Farbe und liebevoller Wartung. Was sie auch gerne noch ein paar weitere Jahre tun durfte. Den gefiederten Kopf nach einer inneren Musik wippen lassend, starrte Raki mit seinen glühenden blauen Augen auf den Timer. Zwanzig Sekunden noch. Zeit sich zu entknoten. Sollte die ausgemusterte Eunuchentruppe auf die Idee kommen auf ihn zu schießen, er würde es ganz sicher nicht seinem Droiden überlassen dem auszuweichen. Mit seinen knapp über zwei Metern Körpergröße erwies sich die Neuanordnung seiner Arme und Beine als schwierig, doch nach einem von Stöhnen und Keuchen begleiteten Kraftakt hatte er es schließlich rechtzeitig geschafft. Seine Füße erreichten gerade den Boden, die rechte Hand noch immer im Netz voller Bonbons verheddert, da sprang die Sucker geräuschvoll aus dem Hyperraum. Im selben Augenblick wanderten Rakis Augen in seinen Höhlen umher, fixierten Schwachstellen in seinem Jäger. Es wäre nicht das erste mal das er das Auseinanderbrechen seines Schiffes mit der Macht stoppen musste, doch dieses mal blieb alles wo es war. Ein letztes, erleichtertes Zucken durchfuhr die Sucker, dann trieb sie ruhig im Raum.

„Kontaktiere die Flotte und erzähl ihr von dem Auftrag“befahl Raki geistesabwesend, den Blick nach wie vor auf seinem Datenpad gerichtet. Eigentlich hatte er es vor dem Erreichen des Horuset-Systems durch haben wollen, doch der Stoff war furztrocken und verklebte regelmäßig seine Hirnwindungen, weshalb er es in der letzten Woche sicherlich ein Dutzend mal weggeworfen und später zähneknirschend wieder aufgesammelt hatte. Er war nicht stolz darauf, also darauf das seine Willenskraft offenbar nicht ausreichte um sich das Umprogrammieren von Astromechdroiden per Pad selber beizubringen, doch bis auf besagten Droiden gab es ja keine Zeugen für sein Scheitern. Und wo es keine Zeugen gab, da gab es kein Ereignis das man hätte beobachten oder belauschen können. Es war nie geschehen. Während er nun also die sterbenslangweiligen Worte, Sätze und Absätze laß, unterhielt sich Tyrant mit irgendwem und anstatt das still zu tun, flötete er wieder fröhlich vor sich hin. Bei Rakis Positionswechsel waren ihm auch sogleich seine provisorischen Ohrstöpsel rausgefallen und irgendwo unter dem Sitz gelandet. Wo er sie nach ein paar Monaten vermutlich mit ihren Dutzenden Verwandten, zu einem halb geschmolzenen Klumpen samt Dreck, Fasern, Federn und anderem Zeugs vereint, wiederfinden würde. Nach ein paar Minuten passierten sie die armselige „Flotte“ dieses System und da sie von keinem Traktorstrahl erfasst oder gleich mit Turbolasern beschossen wurden, schien Tyrant Erfolg gehabt zu haben. Andererseits war es auch nicht sonderlich schwer diese in Gleichgültigkeit und Ignoranz ertrinkenden Trottel davon zu überzeugen, dass es jawohl kein Problem darstellte wenn ein Sith nach Korriban wollte. Raki starrte das größte Schiff, Pardon, Schiffchen, noch ein paar Sekunden lang an, dann sah er wieder auf sein Pad, fand das die Worte des nächsten Satzes mit jedem weiteren Buchstaben weniger Sinn ergaben und warf es wieder hinter seinen Sitz. Scheiß drauf.

Eine halbe Stunde später landete seine Sucker mit stotternden Sublichttriebwerken im sogenannten Raumhafen von Dreshdae. Korriban. Eine Wüste. Okay, eine große Wüste, aber doch eine Wüste und egal wie viele Statuen, Gräber und hässliche Siedlungen man auf sie abwarf, es blieb eine sterbenslangweilige Sandwüste. Ob brauner, gelber, schwarzer, weißer oder eben roter Sand. Öde, einfach nur öde. Die Vergangenheit dieses am Arsch der Galaxie gelegenen Planeten interessierte Raki herzlich wenig, denn auch wenn er zu einem Sith ausgebildet worden war, scherte ihn all dieser Kram herzlich wenig. Weder war er vor seinem Treffen mit
Darth Hybrisje im Sith Orden gewesen, noch gehörte er dem Imperium oder irgendeiner Organisation innerhalb des selbigen an. Sein an Dummheit kaum zu übertreffender Meister hatte ihn fern aller andern Sith ausgebildet, hatte dafür seine Gründe gehabt, Gründe mit denen er Raki oft genug in den Ohren gelegen hatte, doch am Ende hatte er ebenso versagt wie die Sith im Orden. Er hatte nur seinen eigenen Mörder und keinen Diener ausgebildet. Als ob Raki auf ewig auf Hutta hätte bleiben wollen. Und nun stand er hier, starrte sein Empfangskomitee an und wusste nicht so recht was er mit den beiden Männer anstellen sollte. Die gut einen Kopf kleineren Soldaten wirkten zwar auf den ersten Blick selbstsicher, doch Raki musste nicht einmal die Macht bemühen um hinter diese Fassade blicken zu können. Oh ja, sie hatten Schiss. Und dabei durfte er gar keinen Ärger machen. Gesonderter Befehl seines neuen Auftraggebers. Keine Imperialen töten, ja, nicht einmal verletzen. Er sollte sich an die Gesetze halten und durfte sich dafür im Zweifel sogar Zeit lassen. Nun, es hatte geklungen als durfte er hier niemanden körperlich angehen. Doch ein bisschen Psychoterror war doch wohl erlaubt oder? Raki, der seine völlig zerknitterte rubinrote Robe ohne Kapuze noch kurz glatt strich, nur um zu bemerken das er sich diesen Akt mal wieder hätte sparen können, trat mit kerzengeraden Rücken, die Hände hinter diesem verschränkt, auf die beiden bewaffneten Männer zu, ein schwer zu deutendes Lächeln aufgesetzt. Ob man hier überhaupt schon einmal von den Ayrou gehört hatte? Vermutlich nicht, deutete er ihre Blicke richtig.

„Tach die Herren. Ich habe schon gehört das der Gouverneur ausgeflogen ist und ich deshalb auf ihn warten darf.“

„Ihr habt uns noch nicht gesagt was ihr von Lord Saphenus wollt.“
„Weil … oh Wunder, es euch nichts angeht. Also seid brave, kurz angebundene Diener und tretet bei Seite.“

Sie hatten keine große Wahl. Da der Gouverneur nicht da war, mussten sie Raki auch nicht aufhalten und von ihrem Herren fern halten.


„Und richtet diesem … och … wie hieß er … Tyrant, wie hieß er? Fürst Meine-Eltern-waren-richtig-kreativ-und-haben-mir-einen-schwer-zu-merkenden-Namen-verpasst?! Du weißt schon, der Stellvertreter.“

Raki hatte sich kurz umgedreht und den nur drei Meter entfernt stehenden Astromechdroiden angeschaut, doch der wiederum rührte sich nicht vom Fleck, drehte nun aber seine Kuppel in die Richtung seines neuen Herren und flötete irgendetwas unverständliches vor sich hin. Ach richtig, er verstand die „Sprache“ der Astromechdroiden ja gar nicht. Ups.

„Ist auch egal. Lasst den Affen wissen, dass er mir ziemlich weit am Arsch vorbei geht. Wenn er was will, er findet mich in einer Bar. Oder einem Puff, Spielhalle, was weiß ich. HABT ihr hier überhaupt IRGENDETWAS in der Richtung? Spaß? Unterhaltung? Irgendwas für den Zeitvertreib oder besteigt ihr einfach nur eure Mütter und Schwestern?“

Raki hatte sich während des Monologes zu einem der Soldaten bewegt und konnte ihm nun locker auf den Kopf spucken, beugte sich bei seinen letzten Worten aber herunter, sodass seine im Vergleich zu den menschlichen Augen riesigen, strahlend blauen Augen nur noch wenige Zentimeter von den Schweinsäuglein des wettergegerbten Menschens trennten. Der schien sich doch noch an so etwas wie eine Ausbildung zu erinnern und wich nicht zurück, konnte sein Unbehagen aber dennoch nicht vollständig verbergen. Und er war klug genug um nicht auf die Provokation einzugehen, wobei Raki sich ziemlich sicher war, das seine Inzuchtgeschichte voll ins Schwarze getroffen hatte. Eine Bar würde es hier wohl geben, doch der Genpool war sicherlich überschaubar. Nicht das es ihn kümmerte. Bisher hatte noch keine der unzähligen Weiber, welcher er geschwängert hatte, ihn um Geld angebettelt. Schließlich blieb er auch nicht sonderlich lange an einem Ort...


„Nicht das ich das verurteile … hehe.“


Er klopfte dem Mann mit seiner spindeldürren Rechten auf die Schulter und trat an ihm vorbei. Seine vier Finger mit den langen violetten Fingernägel kratzten kurz über die dünne Rüstung des Soldaten, dann war er an ihm vorbei. Er musste definitiv irgendwas für seinen Magen finden. Eine Woche lang nur Militärrationen, Bonbons und Wasser. Zeit seine Leber wieder in Alkohol zu ertränken...

--- Horuset System - Korriban - Raumhafen von Dreshdae - Raki Pest, sein Astromechdroide Tyrant und zwei Soldaten ---
 
--- Horuset System - Korriban - Raumhafen von Dreshdae - Raki Pest, sein Astromechdroide Tyrant und zwei Soldaten ---

Die Siedlung war so was von ein Loch. Und zwar eines in das man nicht nur Müll, sondern auch Leichen, Halbtote und jene warf, die man gerne tot sah, sich aber dummerweise dafür entschieden hatten doch noch leben zu wollen. Horuset machte sich auch sofort unbeliebt, denn kaum hatte Raki den klimatisierten Raumhafen verlassen und war auf den betonierten Weg getreten, da brannte der verfluchte Stern mit der Gewalt einer Supernova auf ihn herab. Der gefiederte Sith fühlte regelrecht wie er zusammenschrumpfte, wie sein Körper sich instinktiv kleiner machen und damit die Angriffsfläche reduzieren wollte. Gleichzeitig begann ein großangelegter Rückzug seiner hauseigenen Wasserreserven und das feige Pack nahm gleich mal die Salzreserven mit. Raki zischte, schnaubte und knurrte, dann blinzelte ein Dutzend mal und begann schließlich damit Richtung Dreshdae zu laufen. Schon aus der Ferne konnte er besagtes Loch wunderbar erkennen und auch wie Horuset es einzuschmelzen versuchte. Rötlicher Sand, getragen durch nicht kühlenden, sondern heißen Wind, kreuzte seinen Weg und versuchte schon wenige Minuten nach dem Betreten dieses Ortes in seine Kleidung zu kriechen. Raki Pest wurde aber gerne zuvor zum Essen eingeladen, wollte man ihm an die Wäsche. Glücklicherweise trug er standardmäßig eher luftige Kleidung, wurde also nicht gleich in ihnen gekocht, doch als er schließlich die eigentliche Siedlung erreichte und sich unter eine der zerschlissenen Planen, welche über die Container gespannt worden waren, stellen konnte, klebte der Stoff schon überall an seinem Körper. Planänderung. Zuerst Wasser, dann der Alkohol. Doch wohin? Auf den ersten Blick konnte Raki keinerlei Beschilderung ausmachen und als er schließlich durch Sand glatt polierte Halterungen fand, an denen vielleicht mal diese Schilder gehangen hatte, gab er es auf. Aber ziellos durch den Ofen wandern? Wohl kaum. Einer der Bewohner, einer von diesen Trotteln, die nicht oder nur selten nach vorne sahen, liefen sie durch die Gegend, bemerkte den sonderbaren Neuankömmling nicht und konnte ihm daher auch nicht aus dem Weg gehen. Immerhin blieb er stehen, als Raki breitbeinig vor ihm auftauchte. Dann sah er hoch und höher und höher und als er das verschmitzte Grinsen des Siths sah, welches durch die chemischen Bonbons saphierblau gefärbt worden war, konnte Raki die aufkeimende Angst in ihm spüren. Für den geordneten Rückzug war es jedoch zu spät, denn die rechte Hand des großes Mannes mit der rubinroten Robe hatte sich bereits auf seiner Schulter nieder gelassen. Die rasiermesserscharfen Fingernägel legten sich ohne Druck auszuüben auf den dünnen Stoff der braunen Burnus und obwohl Raki nicht vor hatte dem Mann etwas anzutun, wollte er ihn durchaus einschüchtern. Mit durchschlagendem Erfolg, denn der Bewohner war starr vor Angst und würde so schnell kein Wort herausbekommen. Ein Fingerzeig würde aber auch reichen.

„Hallo mein Freund. Ich suche … eine Taverne, ein Gasthaus. Irgendwas wo ich Wasser bekomme. Und was für die Leber, du verstehst?!“


Eine nette Begrüßung und dann eine Frage. Hätte Raki sich dabei nicht zu dem Mann hinunter gebeugt und ihm mit seinen großen Augen angesehen, als überlege er ob er dessen Augen essen wollte, es hätte fast schon normal gewirkt. Ein paar sehr schnelle Herzschläge später reagierte der Siedler dann auch. Zuerst blinzelte er, vielleicht um zu zeigen das sein Gehirn rebootet worden war. Dann bekam er zuerst die obligatorische Wortfindungsstörung, was sich in etwa so anhörte, als wolle er Raki alleine durch „Ähh“s in Dutzenden Variationen eine Wegbeschreibung geben. Der Sith fand das durchaus amüsant, doch sein Körper heizte sich gefühlt wie der Lauf eines Turbolasers auf, weshalb er diesesmal nicht ganz so viel Geduld hatte und seine Hand daher zurück zog.

„In einfachen Worten, mein Freund. Oder zeig in die entsprechende Richtung. Ich laufe hier gerade aus.“


Diesesmal schienen die freundlich gesprochenen Worte Wirkung zu zeigen. Die Angst ließ etwas nach, wurde nur zum Teil durch Misstrauen ersetzt und ein kleiner Hoffnungsschimmer tauchte am Horizont auf. Gut. Und dann sprach der Mann schließlich aus was Raki hören wollte. Die Wegbeschreibung war erfreulich kurz und sollte zu einem Laden führen, welche das hatte was er wollte. Wenn er entsprechend Geld besaß, versteht sich. Der gefiederte Sith verbeugte sich leicht, zückte aus seinem Beutel einen Bonbon und reichte dem Siedler diesen mit spitzen Fingern. Der nahm es entgegen und wusste nicht so recht was er damit anfangen sollte. Vermutlich würde er es wegwerfen, kam es Raki in dem Sinn, doch das war seine Sache. Er hatte sich bedankt und damit war ihre Unterhaltung beendet. Sie gingen getrennte Wege und Raki fand recht schnell zu dem Geschäft, welches außerdem eine Art offene Bar besaß. Um diese herum gab es noch andere Läden, doch diese beachtete der Ayrou nicht einmal eine Sekunde lang. Wasser. Jetzt. Ein Mann, vielleicht ein Mensch oder ähnliches, saß hinter dem Tresen im Schatten eines Sonnenschirms, der schon mehrfach geflickt worden war. Mit der linken Hand fächelte er sich selbst – vermutlich nicht sonderlich kühle – Luft zu, die andere Hand wanderte sofort nach unten als er Raki kommen sah. Doch wohl nicht um sich um den Griff eines Blasters zu legen, dachte dieser amüsiert und setzte sich auf einen der höhenverstellbaren Hocker. Diese Luxus nahm er auch sogleich in Anspruch, denn sonst wäre er fast zwei Köpfe größer als der Besitzer/Wirt gewesen. Nun auf einer Augenhöhe, legte er seine Unterarme auf den Tresen ab, angenehm überrascht, weil dieser die Hitze Horusets nicht zu speichern schien.

„Ein paar Liter Wasser, danach … hm … was haben wir da?“

Die Flaschen hinter dem Mann, welche sich in einem viel zu alt und ebenso viel zu improvisiert aussehenden Regal befanden, welches vermutlich beim nächsten Rempler in seine Einzelteile auflöste, waren derart verdreckt und unlängst ohne Etikett, das Raki nur raten konnte was sich darin befand. Er hatte auf eine der braunen Flaschen gezeigt und wartete nun das man ihm die Frage beantwortete, doch der Wirt rührte sich nicht. Raki brauchte einen Moment um dies zu bemerken, also das der schwarzhäutige Mann vor ihm erst einmal gar nichts tun würde, dann griff er sich unter die Robe und holte einen prallgefüllten schwarzen Beutel heraus, auf dem ein rotes Symbol gestickt worden war, welches man aber kaum noch erkennen konnte. Seine Fingernägel verschwanden in diesen, wühlten ein wenig herum und als sie heraus kamen, hielt er zwischen ihnen einen goldenen Chip. Diesen schnippte er dem Wirt entgegen, der diesen auch gar nicht mal so ungeschickt auffing. Und dann betrachtete. Es war selbstverständlich kein echtes Gold, sondern nur Plastik, doch die Farbe verriet den eigentlichen Wert bzw. wies zumindest daraufhin. Und dieser Chip war viel wert. Das erkannte der Mann auch, gut zu erkennen an seinem Gesichtsausdruck. Er schien etwa in der Mitte seines Lebens angekommen zu sein, oft und viel draußen gearbeitet und entsprechend von Stern und Wetter bearbeitet worden zu sein. Sein glatzköpfiger Schädel sah mitgenommen aus, doch als er ein Lächeln zustande brachte, strahlten Raki zwei perfekt erhaltene Zahnreihen an. Was natürlich dadurch noch besser zur Geltung kam, da er eine fast schwarze Hautfarbe besaß. Er drehte sich kurz weg, packte sich einen metallischen Behälter und stellte ihn einfach direkt vor Raki ab. Der betrachtete das Ding und konnte nicht so recht sagen was man ihm gerade vorgesetzt hatte. Wasser nahm er an, doch sollte er das Ding jetzt exen oder sich beide Hände, bei dem Versuch das Ding an den Mund anzusetzen, brechen? Nichts dergleichen wie sich nun herausstellte. Der Wirt hatte ungesehen einen durchsichtigen Schlauch hervorgeholt und reichte das eine Ende dem Sith, das andere steckte er unten an den Behälter auf seiner Seite. Dann das Teil noch einmal um 180 Grad gedreht und Raki konnte den Hebel entdecken, mit dem er das Wasser wohl zum Fließen bringen konnte. Den Schlauch hatte er noch nicht einmal im Mund, da öffnete er das Ventil auch schon. Das – vermutlich nicht allzu kühle – Nass kam so schnell hinaus geschossen, das er es gerade so noch schaffte. Und dann hieß es schlucken, was für ihn kein Problem darstellte, da er es sich den Schluckreflex ohnehin längst abtrainiert hatte. Dennoch wollte er nicht gierig sein und verschloss den Zugang schon nach kurzer Zeit wieder. Der Wirt hatte ihn dabei beobachtet und wohl noch nie jemanden gesehen der das konnte. Und das obwohl er quasi eine Bar besaß. Und das Wasser WAR pisswarm.

„Ahhh, Schande, hat das gut getan. Sagt mein Freund, wie viel davon habt ihr noch?“

„Noch drei von den großen und ein paar kleinere.“
„Müsst ihr das Zeug eigentlich importieren?“
„Nein, das kommt aus unterirdischen Seen. Ist aber mindestens genau so gefährlich es sich dort zu besorgen wie auf den Transporter zu warten, ob er denn nun rechtzeitig ankommt oder nicht.“
„Kann ich dich als meinen Wasserlieferanten ansehen oder hast du regelmäßig keines mehr?“
„Ich habe immer was.“
„Wegen der Preise.“
„Ja.“

Raki steckte den Schlauch weg, befestigte ihn also an dem Behälter und schob diesen dann leicht zur Seite, sodass er wieder das Regal mit den Flaschen sehen konnte. Er deutete auf eine, welche noch so aussah als wäre sie nie geöffnet worden.


„Diese dort. Und sag … wo finde ich hier Frauen?“

Der Wirt hatte sich gerade lächelnd umgedreht, da stockte er bei den letzten Worten kurz, vollendete dann jedoch seine Bewegung, nahm die Flasche und stellte sie samt kleinerem Glas auf den Tresen ab. Letzteres schob Raki jedoch sogleich mit seinem rechten Zeigefinger weg und machte sich danach daran den Korken loszuwerden. Was ohne Machteinsatz vermutlich eine Herausforderung sein würde. Währenddessen starrte er den Wirt aber auch noch unentwegt an, denn Alkohol war nicht alles im Leben. Da gab es auch noch die Frauen...


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Als der Verschluss der Flasche schließlich knackend brach und im nächsten Augenblick bereits achtlos durch die Luft geschnippt wurde, starrte ihn der Wirt immer noch unschlüssig an. Hatte er sich verhört? Hatte er nicht? Gott, was wenn der komische Typ mit seinen Federn auf dem Kopf und den riesigen Augen nicht gescherzt hatte? Irgendwas in der Richtung mochte der schwarzhäutige Mann wohl gedacht haben und Raki amüsierte es über alle Maßen. Deshalb starrte er wiederum zurück, noch während er die Flasche an die Lippen setzte und kurz daran nippte. Die feurig bittere Flüssigkeit floss über seine Zunge und hinterließ nicht einmal die Ahnung eines Geschmacks. Was auch immer sich darin befunden haben mochte, jetzt war es nur noch bitter und versuchte ihm die Mundschleimhäute wegzuätzen. Was okay war. Mehr hatte Raki an einem Ort wie diesen nicht erwartet.


„Äh...“

„Ja, Frauen. Du weißt schon, die Sorte die für Geld oder andere Annehmlichkeiten das Bett mit einem teilen.“
„Äh...“
„Einen Puff werdet ihr jawohl nicht haben oder?“

Raki sah sich kurz um, nicht weil er glaubte jetzt doch noch einen zu finden, sondern weil er sehen wollte ob sich hier irgendwelche Offiziellen herumtrieben. Jede Stadt hatte seine eigenen Regeln und nicht in allen mochte man die käufliche Liebe. Aber er sah niemanden der auch nur so tat als würde ihn der Rest der Siedlung in irgendeiner Form interessieren. Nicht einmal die anderen Ladenbesitzer sahen so aus als wären sie auf Kundschaft aus. Was vielleicht auch an der schier unerträglichen Mittagshitze liegen mochte. Raki sah den Wirt wieder an, beugte sich etwas über den Tresen, sodass er sich nun zwischen Wasserbehälter und der Flasche befand.


„Hol doch mal den Creditscanner hervor, den du da vor dir liegen hast.“


Dem wiederum kam der Mann gerne nach. Das Teil sah gar nicht mal so alt aus, ja, vielleicht war es sogar nur so alt wie der Wirt und Raki zusammen. Im Gegensatz zum Rest der Einrichtung schien man sich regelmäßig darum zu kümmern und die kleine Klappe an der Seite, von wo aus man wohl an das Innenleben heran kam, war erst vor kurzem (1-5 Jahre) ersetzt worden. Raki hatte die Zeit genutzt und einen weiteren Creditchip aus seinem Beutel genommen und legte diesen nun auf das Gerät ab. Da die Anzeige Richtung Wirt zeigte, konnte der Sith nicht sehen wie viel genau sein Chip wert war, doch wenn er so an den Mann zurück dachte, dem er ihn abgenommen hatte, dann dürfte er irgendwas vierstelliges anzeigen. Oder zumindest was hohes dreistelliges. Rakis Arbeit machte sich eben bezahlt. Wenn er den Auftrag bekam jemanden umzubringen, dann ging es nur sehr selten um Wertgegenstände oder irgendwelche einzelnen Creditchips. Das Konto seiner Opfer konnte er nicht leer räumen, mal weil es den Behörden nicht schmecken würde, mal weil sein Auftraggeber genau dieses Geld haben wollte. Doch einzelne Chips? Die hatte kein Schwein auf dem Radar und deshalb verdiente der Ayrou in Wirklichkeit auch deutlich mehr als seine Klienten glaubten. Das er stets abgetragene Klamotten und eine Schrottmühle flog, kein eigenes Zuhause oder andere Immobilien besaß, trug zu dieser Illusion bei. Das er inzwischen Millionär war und gar keine Bezahlung mehr brauchte, das würde wohl kaum einer denken. Doch Raki lebte auf der Straße, also im Sinne von immer auf Achse, immer unterwegs. Er hatte gar keine Lust sich ein luxuriöses Leben aufzubauen.

„Ich muss warten bis der Gouverneur zurück kommt. Das kann ein paar Tage, aber auch Wochen dauern. Also brauche ich Gesellschaft. Zwei dürften reichen, mit der Option auf Nummer Drei. Die kann solange zusehen. Das dort-“
Raki deutete auf den Scanner bzw. den Chip auf diesem. „- gehört dir, für deine Mühe.“
Nun nahm er noch drei Chips heraus und legte sie einen nach dem anderen auf den Tresen ab. Als er bemerkte, dass er sie zufällig genau parallel zueinander abgelegt hatte, versetzte er jedem noch einen kleinen Stupser in die eine oder andere Richtung. Ordnung war was für Jedi.
„Wenn sie mich glücklich machen, dann gibt es dasselbe nochmals oben drauf. Und wenn ich sogar vergesse wieso ich hier bin, dann das doppelte. Verstanden?“
Der Wirt hatte nur zu gut verstanden, schien aber noch nie mit einem solchen Angebot konfrontiert worden zu sein. Während die Augen des schwarzen Menschen unschlüssig über Chips, Tresen und Raki wanderten, gönnte dieser sich einen weiteren Schluck aus der Flasche. Irgendwann, es mögen nur eine Hand voll Sekunden gewesen sein, traf der Ladenbesitzer eine Entscheidung. Die richtige natürlich. War ja auch viel Geld.
„O-okay. Ich denke ich krieg das hin. Was … äh … welche ...“
„Hauptsache unverbraucht. Ist mir egal ob da schon einer oder zwei drüber waren, doch keine die für die gesamte Siedlung bereit steht, okay? Alter ist mir egal, solange sie keine Falten haben. Und komm mir nicht mit halben Kindern an.“
„Nein … nein, natürlich nicht.“

Natürlich nicht. Als würden die an diesen Orten nicht ihre kleinen Mädchen für ein paar Credits verscheuern. Raki würde sogar auf das Angebot eingehen. Dann den Mann, welcher sie verkaufen würde, ausweiden und das Mädchen mit einer kleinen Summe wer weiß wo hinschicken. Er würde sich nicht verantwortlich fühlen, zumindest nicht sonderlich lange, doch in seiner Gegenwart tat man Kindern lieber nichts an. Dann würde er sogar darüber nachdenken, ob er die Befehle seines Auftraggebers … neu interpretieren würde.

„Gut. Was habt ihr denn hier so für Rassen? Eine von meiner Spezies wohl eher nicht oder?“
„Ihrer? Äh … nein, ich glaube nicht das ich schon einmal einen wie euch gesehen habe. Wir … na ja, Menschen natürlich. Twi'lek auch...“
Er zählte noch ein paar auf und bei fast jeder davon verzog sich Rakis Gesicht übertrieben stark. Weder wollte er etwas mit Rodianern und Bith, noch Nikto oder anderen harthäutigen oder schwammigen Kreaturen zu tun haben. Solchen Viechern wollte er ja nicht einmal die Hand schütteln.
„Die ersten beiden klingen gut.“
„Verstehe … und … äh ...“
„Solange alle Gliedmaßen noch dran sind und sie mit keinem … boah … wie heißen die Viecher hier? Diese großen Hunde oder Wölfe oder Echsen? Na mit denen halt. Solange sie mit denen nicht gekuschelt und deshalb ne fette Narbe kassiert haben, ist es okay. Dünn, dick, groß oder klein, ist mir egal. Wobei … groß wäre besser … nein, warte … ach egal. So viel Auswahl gibt es vermutlich eh nicht ...“
„Ähm … okay. Ja.“

Der Wirt war ein echt furchtbarer Zuhälter und irgendwie zweifelte Raki sogar daran, dass er auch nur eine Frau würde auftreiben können. Andererseits war die Bezahlung wirklich gut. Ein paar Sekunden verstrichen, bis der Sith merkte, dass der Ladenbesitzer wohl so etwas wie einen Startschuss brauchte, denn der rührte sich nicht vom Fleck.


„Jetzt, bitte. Du brauchst eh eine Weile bis du sie gefunden hast.“
„Ach so, ja, klar, sofort.“

Das meinte er immerhin so wie er es sagte. Er drehte sich um, schmiss das abgegriffene Handtuch von seiner Schulter irgendwo in eine Ecke und lief dann hinten aus dem Laden heraus. Raki konnte noch die Tür zu schwingen sehen, dann sah er sich im Laden um. Irgendwie hatte er ja damit gerechnet das der Mann ihn … sichern würde? Abschließen? Zu machen oder sonstiges unternehmen würde, damit man ihn nicht bestahl. Doch der war einfach weggelaufen und als Raki ihn nun mit dem Machtsinn suchte und auch fand, war er schon eine Gasse weiter und damit auf jeden Fall außer Sichtweite. Merkwürdig. Dachte Raki zuerst, doch als er sich neunzig Grad nach links drehte, sah er weiterhin nur desinteressierte Gesichter. Keiner hier schien die Situation ausnutzen zu wollen. Und dabei hätten sie gute Chancen gehabt, denn aufgehalten hätte Raki sie nicht. Dann nochmals neunzig Grad und er sah immer noch nichts. Als er den Kreis dann jedoch schließen wollte, wurde seine Bewegung plötzlich von etwas gestoppt. Der Ayrou sah nach unten und erblickte eine kleine Gestalt. Diese war wie ein Java gekleidet, trug also eine von diesen abgrundtief hässlichen, kackbraunen Roben, einen schwarzen, ausgebleichten Waffengürtel samt Munitionstaschen und einem leeren Blasterholster. Besagter Blaster lag auf dem Tresen vor dem … Mann? Kind? Zwerg?

„Dann bist du wohl der Wachzwerg für den Laden was?!“


Keine Antwort. Die Kreatur sah weiterhin nach vorne und umklammerte mit seinen kleinen Händen einfach nur die Luft. Oder ein sehr sehr sauberes Glas. Mit etwas Glück hatte Raki gerade einen neuen Gesprächspartner gefunden...

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Mit einem zischen öffnete sich die Luke, ätzend heiße Luft vermischte sich mit der kühleren innerhalb des Schiffes, weshalb es zu einem kurzen Luftstoß kam, welcher die lange Robe des Mannes leicht hin und her schwingen ließ. Mit verschränkten Armen hinter dem Rücken, einer rausgedrückten Brust und glattgestrichener Kleidung, ließ sich der rothäutige in die ewige Wüste Korribans hinausgleiten. Mehrere Meter ließ er hinter sich zurück, bis irgendwann stehen blieb und um sich sah. Feiner Sand rieselte über den Boden, überzog ihn wie ein Teppich und floss wie Wasser auf der Landeplattform herum. Der ehemalige Sith-Jünger Kerr stand derweil hinter ihm, und schloss wieder die Luke zum Schiff um sich danach mit seinen Taschen zu ihm zu begeben:"Wussten sie, dass man Korriban nicht nur sehen oder hören, sondern auch schmecken kann?", gab der Rothäutige, mit dem Namen Ley von sich. Der vernarbte Hüne schüttelte lediglich den Kopf, und starrte ungläubig auf den vollblütigen Sith neben ihm, der einen ganz Kopf kleiner war als er selbst. Es wäre ein leichtes ihm mit dem Vibroschwert den Kopf abzuschlagen, wenn er Probleme bereiten sollte. Denn glücklicherweise war der Mann kein Sith. Also, keiner der Machtsensitiven Variante.

"Hier", sagte Ley, und ging herüber zu einem kleinen Hügel aus Sand, tauchte seine rote Hand hinein und leckte einmal daran. Dann überkam ein Grinsen sein Gesicht:"Genauso wie früher.". Der Schwertkämpfer war sichtlich nicht begeistert von dem was er sah, und er war sich nun eindeutig sicher dass es sich bei diesem Mann um einen geisteskranken Vollidioten handeln musste, der mit dem ehemaligen Gouverneur Korribans mehr gemein hatte als man auf den ersten Blick hätte ansehen können. Der Sith kleidete sich, ähnlich wie Ignavius zu seinen Lebzeiten, mit zahlreichen glitzernden und Goldenen Gegenständen, Ringen verschiedenster Arten, Formen und Größen sowie einem vergoldeten Gürtel. Selbst die längeren Tentakel im Gesicht waren mit goldenen Verzierungen geschmückt:"Seien sie nicht so abgeneigt, Mister Kerr, abseits meines eigentlichen Arbeitsplatzes neige ich dazu ziemlich Nostalgisch zu sein. Und Korriban erinnert mich nun einmal ziemlich stark an... die Vergangenheit." Kerr verdrehte die Augen und nickte. Ja, der Mann war wirklich nicht mehr bei Sinnen, doch akzeptierte er dass. Keiner war heutzutage noch wirklich 'normal', und 'normale' Dinge passierten ziemlich selten in der Galaxis. Möglicherweise in den Kernwelten, dort konnte man noch ein angenehmes und unbeschwertes Leben führen, aber hier am Äußeren Rand... Da sah dass ganze bereits anders aus. Also war der Ad'ika noch relativ normal.
Mister Garalli, wie er gerne genannt werden wollte, war ein glühender Anhänger des Alten Sith-Imperiums, jedenfalls redete er es sich selbst ziemlich gerne ein. Welch Zufall also dass es der ach so Gönnerhafte Subvigo übers Herz gebracht hatte ausgerechnet ihn auf diesen 'Aussichtsreichen' Posten zu versetzen. Der Mann wusste doch welche Schwäche Ley hatte, und dass er gerne private Nachforschungen zum Thema Imperium betrieb - wieso ihn also nicht einfach gleich Korriban schicken, wo er näher am Ursprung des Imperiums wäre als sonst wo? Diese 'Gefälligkeit' hatte sich der Sith nur allzu gut gemerkt, schließlich hatte er es sich auf Krayiss II gerade gemütlich gemacht, als man ihn damit beauftragte einen Kult mit vielleicht zwei Dutzend fähigen Mitgliedern auf die Beine zu helfen. Zweifellos hatte man sich bereits in höheren Kreisen über den Armen Ley lustig gemacht, der nun so Hilflos so war und gar nicht wissen würde wo er anzufangen hatte. Oh, die Black Sun war alles andere als eine Organisation in der man sich gegenseitig respektierte und mochte. Es ging um Geld und Macht, und derjenige der die Möglichkeit dazu hatte seine Untergebenen nach Lust und Laune zu schikanieren, der tat es auch. Bisweilen auch nur solange, wie spitze Dolche oder aggressive Gifte seinem Körper fernblieben, um dann durch die Hand des Mörders ersetzt zu werden. So lief dieses, 'Spiel'.

Feiner Wind wehte erneut und sorgte für minimale Abkühlung, während die Mannshohen Sanddünen stück für stück abgetragen wurden. Ley ließ ein weiteres Mal seinen Blick über die Umgebung schweifen und schätzte sich gerade als einer der zufriedensten Sith auf diesem Planeten. Er konnte die Macht Korribans, die Stärke der Alten Tage und die Geister der großen Lords förmlich in sich aufsaugen. Mit vollem Stolz war er an die Heimat der Sith zurückgekehrt, als einer der Verlorenen, als einer der vielen Sith in der Galaxis die vergessen haben wer sie wirklich sind, und wer sie wirklich waren. Es wäre durchaus Zeit gewesen sich wieder dass zu nehmen was ihnen zustand, doch war dies eine andere Geschichte. Er hatte keine Zeit sich darüber den Kopf zu zerbrechen was hätte sein können, sondern er musste sich auf dass 'was-wird-sein' fokussieren. Eine ungefähre Vorstellung seines Planes hatte er bereits, doch benötigte er dafür mehr Informationen, mehr Wissen über Dreshdae selbst. Wo sollte er nur beginnen? Er wandte sich an Kerr:"Ich denke wir sollten los. Hat ihr Kult einen Anführer? Sowas wie einen Commander bei der..", der kräftige Krieger nickte und unterbrach ihn genervt:"Ja wir haben einen Anführer, und nein wir sind keine Hinterwäldler. Wir besitzen eine Rangfolge, so ähnlich wie bei der Armee." Der Rothäutige kramte kurz in seiner Tasche, nahm eine Halskette hervor und hing sie sich über. Der Anhänger bestand aus einem vergoldeten Symbol des Imperiums, in einer silbernen Fassung, welche ungefähr so groß war wie eine normale Münze:"Gut. Ich bin abgesandter des Rates der Sith, und vertrete in ihrem Namen den Willen des Imperators. Sie sind mein momentaner Leibwächter und Schüler von Darth Zima, die übrigens Zirkelmeisterin der Hexer ist. Ach, und am besten überlassen sie mir dass reden wenn jemand fragen sollte." Kerr stellte seine Taschen, und die des Ad'ika, auf dem Boden ab und verschränkte die Arme vor dem kleineren Mann:"Wozu der ganze Aufwand? Konnten sie nicht einfach als Händler getarnt nach Korriban kommen? Wenn wir aufgedeckt werden, haben wir große Probleme, und Lord Saphenus wird...", Ley hob die rechte Hand und unterbrach sein gegenüber:"Der Gouverneur wird erstens nicht mal erfahren dass wir hier sind, weil er niemanden hat der ihm davon berichten könnte. Zweitens, sie kennen meinen Plan nicht. Wir werden uns ein wenig Respekt verschaffen müssen, doch davon später mehr. Und drittens, sie werden sehen dass es ihnen großen Spaß bereiten wird, endlich wieder ein Sith zu sein, nicht?". Während Ley seinem gegenüber tief in die Augen schaute, blickten zwei Feuer auf ihn zurück, zwei, so leuchtend wie Horuset höchstpersönlich.

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