Nal Hutta, Nar Shaddaa (Y'Toub-System)

Nar Shaddaa, Raumhafen, vor der Werkstatt auf Werkstattgelände im Speedergleiter versteckt: Sam und Nevis, sie suchend: Brunos Truppe

Es kam jemand. Nevis war starr vor Angst. Doch dann merkte sie die bekannte Präsenz. Sie atmete auf, noch bevor die Mechanikerin, die ihnen geholfen hatte, ins Gefährt lugte, indem sie Schutz gesucht hatten und versuchten, sich zu verstecken. Sie sollten durch die Werkstatt gehen und dann raus in eine ruhige kleine unbelebte Gasse gehen. Jetzt! Okay, zu flüchten war irgendwie ein wenig würdelos, doch gleichzeitig war es das Klügste, was sie machen konnten, denn sie waren zu wenige und nicht lebensmüde. Also kamen sie der Aufforderung umgehend nach. Konnte man ihr trauen? Die Mechanikerin wies auf Nevis und meinte, sie hätte eine Tochter in Nevis` Alter und sie erinnerte sie stark an sie. Das erklärte ihre selbstlose Hilfe, denn davon gab es sonst wenig in der Galaxie. Da musste man sonst schon Jedis begegnen. Also rannten sie eilig durch die Werkstatt und entdeckten Paul hinter einem Regal. Hier steckte er und hatte Schutz gesucht! Irgendwie freute sich Nevis, ihn zu erblicken, was wirklich ein absolutes Wunder war. Sie strahlte regelrecht.

Doch plötzlich hieß es Abschied nehmen. Sam wollte, dass er hier blieb. Nanu? Nevis schaute irritiert drein. Auch Paul brauchte eine Erklärung. Nevis konnte alles hören. Es machte durchaus Sinn. Er war zu groß und auffällig. Einerseits zumindest! Andererseits war er wirklich eine gute Hilfe, auch im Schießen. Doch Sam musste sich das spontan dennoch gut überlegt haben, denn Nevis konnte spüren, dass ihr der Abschied von Paul alles andere als leicht fiel. Und das aus gutem Grund. Sie waren schon lange, eine halbe Ewigkeit gemeinsam unterwegs. Und das schon lange, bevor Nevis zu ihnen gestoßen war. Man muss erwähnen, dass Nevis mittlerweile auch schon ziemlich lange bei Sam und Paul war. Nevis war von dem Abschied zwischen den Beiden zutiefst gerührt. Sie selbst winkte nur rasch zum Abschied und versuchte mit Sam Schritt zu halten, denn die hatte es plötzlich sehr eilig. Nun waren sie nur noch zu zweit und ohne Bleibe. Nevis konnte schwer einschätzen, ob Etaras Truppe sowas wie Familie werden würde. Mit Julio und Bruno hatte es eindeutig nicht geklappt. Familie war für Nevis im Grunde nur Sam. Ja, und Paul! Yui war ja leider verschwunden. Und Arya hatte sie verlassen.

Sam wollte nach einer neuen Bleibe suchen und sie sollte sich nicht schnappen lassen.


“Ich gebe mein Bestes! Hast du einen Plan? Wo wollen wir hin?”

Nar Shaddaa, Gasse hinter der Werkstatt am Raumhafen: Sam und Nevis unterwegs
 
Nar Shaddaa / Raumhafen / Werkstatt / Hinterausgang / Sam, Nevis

Sam hatte keinen Plan. Nicht mal den Ansatz eines Plans hatte sie. Ihre Gedanken rasten um den nächsten Schritt, den sie machen sollten, seit sie sich in der Werkstatt versteckt hatten. Klar, Sam hatte einige Kontakte auf Nar Shaddaa. Die meisten davon waren jedoch gleichzeitig Kontakte von Julio. Wem konnte sie noch vertrauen? Es wäre huttisches Roulette, blindlings auf jemanden zu setzen. Da konnte sie auch gleich den Blaster zücken und versuchen, sich den Weg freizuschießen. Der Unterschlupf von Etara war aktuell zu weit weg. Hinzu kam, dass Sam nicht ausschließen konnte, dass Julio schon ein paar Leute abgestellt hatte, um die Black Sun zu beobachten.

"Ich arbeite daran. Komm, ich glaub die Luft ist frei."

Sie hatte nun eine Weile die schmale Gasse hinter der Werkstatt beobachtet, aber nichts regte sich. Wo auch immer Julios Leute Stellung bezogen haben, hier war es anscheinend nicht. Dass es schon recht dunkel war und nur wenig Licht hier hinten ankam, gab Sam zumindest für den Moment ein gutes Gefühl. Mit den Händen in der Manteltasche schlenderte sie die Gasse hinunter und umklammerte dabei krampfhaft ihre Blasterpistole.

Die Gasse führte zur Hauptstraße, die den Raumhafen mit dem Rest des Raumhafenviertels verband. Obwohl hier viel los war, stachen die vier Bewaffneten Schläger in der Mitte einer Kreuzung aus der Menge deutlich hervor. Sie standen Rücken an Rücken, um den gesamten Bereich überblicken zu können und überflogen mit wachsamen Blick den Verkehr und die Passanten um sie herum. Sam konnte kein Abzeichen der Hutten erkennen. Unerkannt die Kreuzung zu überqueren, würde wohl kaum möglich sein. Sam schaute fieberhaft um. Das Raumhafenviertel war für die Beiden aktuell eine Falle. Am einfachsten wäre es natürlich gewesen, einfach wegzufliegen, dachte sie und beobachtete, wie einer der Frachtspeeder abhob und in die Neonlichter gespickte Nacht von Nar Shaddaa verschwand. Da streifte ihr Blick etwas anderes und eine Idee formte sich langsam. Vorsichtig lehnte sie sich aus der Gasse heraus und warf einen Blick die Straße hinunter. An der nächsten Kreuzung wartete ein weiterer Trupp, aber dazwischen schien aktuell ein Gebäude renoviert zu werden.


"Komm mit."

Sam steckte wieder die Hände in die Taschen, klappte den Kragen nach oben und versuchte so unauffällig wie möglich die Straße entlang zu gehen. An dem Gebäude machte sie schließlich scharf rechts und stand plötzlich in einem kleinen Vorhof. Baumaschinen, Säcke und Eimer standen hier herum, doch von den Bauarbeitern fehlte jede Spur. Sam eilte zur Tür und drückte auf den Öffner, doch er reagierte nicht. Sie schaute sich um und ihr Blick fiel auf ein Fenster.

"Wir machen eine Räuberleiter. Schau, ob du das Fenster öffnen und reinklettern kannst. Dann öffnest du die Tür von innen. Wir werden den Repulsorkran auf dem Dach nutzen, um die Häuserschlucht zu überqueren."

Nar Shaddaa / Raumhafenviertel / Baustelle / renovierungsbedürftiges Gebäude / Sam, Nevis
 
Nar Shaddaa, Gasse hinter der Werkstatt am Raumhafen: Sam und Nevis

Sie wollten und mussten untertauchen. Lange beobachtete Sam die Gasse, ehe sie sich hinaus wagten. Nevis war in der ganzen Zeit ganz leise gewesen. Sam sollte schließlich keinen Fehler machen. Immerhin hing ihr Leben davon ab. Natürlich hatte die Kleine auch geguckt, auch in der Macht. Doch Letzteres hatte nicht so gut funktioniert. Nevis hatte Angst gehabt. Sie war unkonzentriert gewesen. Das sie dermaßen bedroht wurden und man ihre Köpfe wollte, war schon eine neue Situation. Ein wenig erinnerte das Nevis an die traumatischen Erinnerungen bei Hybris und ganz früher an das Monster, das die vielen machtsensitiven Kinder gestohlen hatte, darunter sie selbst, als sie noch fast ein Baby gewesen war. Diese Angst, die mit Schlafen ging und mit der man morgens wieder aufstand. Diese permanente Bedrohung und Lebensgefahr. Dieses ständige Zittern.

Nevis fragte nun Sam nach einem Plan, doch sie hatte keinen. Das war natürlich übel, aber woher sollte sie auch so schnell einen Plan haben. Damit konnte einfach keiner rechnen. Nevis wusste aber, das Sam sich schnell an neue Situationen anpassen konnte und dabei kreativ war und Nevis versuchte, sich an diesen Gedanken klammernd, positiv denkend zu bleiben. Sie durften nicht aufgeben! Dann wäre alles vorbei! Nevis musste erneut an ihr Schiff denken. Es war so lange Zeit ihr zu Hause gewesen! Liebevoll wurde es von Sam die “Königin” getauft. Verflucht, warum musste das nur geschehen!? Doch jetzt war nicht die Zeit für Fragen!

Sie kamen an einer Kreuzung an. Nevis erfasste ein ganz mieses Gefühl und wurde langsamer und erkannte die Typen von weitem schon. Sie saßen in der Falle! Nevis`Lekkus begannen schlimm zu zittern, schlimmer als schon zuvor. Nevis lief Sam nur nach, schaute nicht nach links oder rechts. Doch plötzlich hatte Sam eine Idee und blieb stehen. Eine Räuberleiter. Schnell begriff Nevis, sie sollte wie immer hoch. Sie befanden sich auf einem Hinterhof. Ein Fenster stand offen. Nevis kletterte hinein. Es entpuppte sich als ein Gemeinschaftsklo. Sie befand sich in einem billigen Hostel, wovon es Dutzende in Raumhafennähe gab, welches aber gerade renoviert wurde. Nevis schlich durchs Haus und streckte ihren Machtsinn aus. Es war niemand weiter hier. Nevis öffnete unten rasch Sam die Tür und ließ sie hinein. Sie sprinteten sofort die Treppen hoch bis aufs Dach. Sam hatte unten schon gesagt, sie wolle den Kran nutzen, um über die Häuserschlucht und die Kreuzung zu kommen.


“Wie meinst du das? Wie stellst du dir das vor? Hast du so ein riesiges Teil schon mal gelenkt? Willst du, dass wir drüber balancieren? Oder wie soll das laufen?"


Nevis sah Sam fragend an. Dann schaute Nevis vom Dach nach unten. Das war verdammt hoch.

Nar Shaddaa, in Raumhafennähe bei Kreuzung mit Verfolgern auf Hausdach: Sam und Nevis
 
[Nar Shaddaa | Schattenstadt | In einer Gasse nahe dem Raumhafen | Etara, Lucy, Silas]

Geschickt lenkte Etara den Speeder weiter Richtung Raumhafen. Spectre gab über Funk noch einige Statusmeldungen an Etara, davon konnte Silas im hinteren Bereich des Speeders aber nichts verstehen. In einer Seitengasse, ganz in der Nähe des Tores, über den man am schnellsten in den richtigen Teil des Raumhafens gelangen konnte, parkte Etara den Speeder. Silas zog sich die Kapuze ihres dunklen Mantels tiefer ins Gesicht und machte ihre beiden Vibromesser bereit.

"Ich schau mal, dass ich im Schatten der Gassen näher an das Tor ranschleiche. Vielleicht kommen wir ja einfach an eine Wache und damit an Informationen ran. Folgt mir wenn ihr soweit seid."

Mit den Worten verschwand Silas in den Schatten, den die hohen Lagerhallen rechts und links der Gasse warfen. Immer noch darauf aus, sich ihrem neuen Arbeitgeber zu beweisen und ihre Fähigkeiten zur Schau zu stellen. Immerhin waren es Frauen wie sie und ihre Meinungen waren ihr wichtig.

Ohne auch nur den kleinsten Laut zu machen, schlich Silas bis zum Ende der Gasse und lugte um die Ecke. Etwa 20 Meter galt es zu überbrücken, um in die nächste Deckung zu huschen. Doch sie konnte das Tor schon einsehen und sah zwei Männer, die sich unterhielten. In der Distanz sah sie weitere Männer, die ähnlich gekleidet waren, aber deutlich wachsamer erschienen. Als sie sah, dass Etara und Lucy sich bereits näherten, gab sie per Zeichensprache durch, dass dort zwei Personen standen und weitere im hinteren Bereich patrouillierten. Dann wartete sie den passenden Augenblick ab und stürmte auf die andere Seite der Gasse und tauchte hinter einem Kistenstapel ab.

Von hier aus waren es noch etwa 60 Meter bis zu den beiden Wachen. Ob sie sich wohl in die Gasse locken lassen? Das wäre zumindest einfacher, als sie auf offener Straße zu überfallen. Schließlich war der Strom an Unbeteiligten hier am Hafen auch zu dieser späten Stunde noch enorm.

"Mal sehen was die anderen davon halten.", flüsterte Silas zu sich selber und wartete, das Etara und Lucy auf der Ecke erschienen. Sie gestikulierte ihren Plan und wartete auf die Antwort.

[Nar Shaddaa | Schattenstadt | In einer Gasse nahe dem Raumhafen | Etara, Lucy, Silas]
 
[Nar Shaddaa | Schattenstadt | In der Nähe des Raumhafens | Etara, Spectre, Lucy, Silas

In einer unübersichtlichen, gefährlichen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren war einfacher gesagt als getan, aber zum Glück war Etara in dieser Hinsicht alles andere als unerfahren. Konzentriert und ruhig lenkte die Chiss ihren Speeder weiter, nachdem sie Spectre abgesetzt hatte. Auf ihre Freundin war Verlass, sie würde ihr und ihren beiden Begleiterinnen den Rücken frei halten und die Umgebung im Auge behalten, so dass es keine unangenehmen Überraschungen geben würde. Jedenfalls nicht noch mehr – steckten wirklich die Hutten hinter dieser Attacke oder hatte es jemand anderes auf die Piratin und ihr Team abgesehen? Sie brauchte dringend Informationen, um das weitere Vorgehen zu planen. Improvisieren lag der jungen Kriminellen im Blut, aber es funktionierte auch nur bedingt und war kein Ersatz dafür, zumindest eine grobe Ahnung davon zu haben, was eigentlich los war. Etara murmelte einen leisen Fluch auf Huttese, als sie ihren Speeder in einer dunklen, zugemüllten Seitengasse in der Nähe des Eingangstors parkte, geschickt kletterte die Blauhäutige hinaus, zog ihre beiden Blasterpistolen und prüfte rasch die Waffen, bevor sie zurück unter ihre Lederjacke wanderten. Es juckte ihr in den Fingern, einfach auf den nächsten Typen, der ihr in die Quere kam, zu schießen, aber in direkter Nachbarschaft des belebten Raumhafens hielt man sich selbst auf dem Schmugglermond mit ungezügelter Ballerei besser zurück. Außerdem hatte Etara im Moment keine Ahnung, wer ihr Feind war, und bei aller Skrupellosigkeit war sie nicht die Sorte Verbrecherin, die Unbeteiligte aus Spaß an der Freude niedermähte – da brauchte es schon einen besseren Grund. Aus den Augenwinkeln beobachtete Etara, wie sich Silas und Lucy ebenfalls bereit machten, die Chiss nickte beiden knapp zu und setzte sich dann unauffällig in Bewegung.

Es war definitiv etwas im Busch, das bestätigte auch Spectres Bericht. Die Scharfschützin hatte offenbar mittlerweile eine gute Position gefunden und konnte ein bisschen was erzählen. Einige Fragen wurden dadurch beantwortet, gleichzeitig kamen neue dazu. Sam und ihre Truppe waren also tatsächlich das Ziel gewesen und jemand hatte ihr Raumschiff in die Luft gejagt, aber die von Spectre beobachteten Schlägertypen und ihr Vorgehen fühlten sich nicht nach den Hutten. Die wussten ganz genau, was sie an dem Raumhafen hatten, eine Explosion dort war viel zu brachial und störend für ihre Geschäfte und zudem auch gar nicht notwendig, denn sie hatten genügend Leute dort, um jemanden viel subtiler aus dem Verkehr zu ziehen. Oder waren die fetten Schnecken so nervös, dass sie gleich auf Eskalation setzten, um eine Botschaft zu schicken? Etara kratzte sich Kinn und ordnete ihre Gedanken, kurz tippte sie an ihr Ohr und wandte sich auf Cheunh an ihre Freundin.


„Verstanden. Halt Deine Position. Du hast Freigabe zum Eingreifen, wenn unsere Verbündeten Hilfe benötigen oder wir angegriffen werden. Gute Jagd, Süße.“

Wenn tatsächlich jemand anderes als die Hutten hinter dieser Attacke steckten, wollte die Chiss erst einmal mehr wissen, bevor sie sich in einen weiteren Krieg stürzte. Einen Kampf an mehreren Fronten plante sie jedenfalls definitiv nicht, die Herrscher des Schmugglermonds waren schon Herausforderung genug. Etara suchte sich eine gute Stelle, um sich ein vor neugierigen Blick zu verbergen, und beobachtete, wie Silas ebenso anmutig wie rasch vorwärts schlich. Die Zabrak schien definitiv auf Zack zu sein, lautlos huschte sie los und gab per Handzeichen ihre Beobachtungen weiter. Zwei Wachen am Tor, zwei weitere weiter hinten auf dem Gelände. Wenn man sie leise erledigen und ausquetschen wollte, musste man sie trennen. Offenbar dachte Silas in die selbe Richtung, Etara hielt einen Daumen in ihre Richtung hoch, dann deutete sie auf sich und Lucy und in Richtung einer Gasse in der Nähe. Die Chiss legte sich rasch ein grobes Vorgehen zurecht und seufzte leise, dann legte sie den Kopf schief, ließ den Nacken knacken, schüttelte Arme und Beine ein bisschen aus und löste ihr Haar, so dass es offen über ihre Schultern fiel. Rasch knöpfte sie ihre Jacke auf und zupfte an ihrem Oberteil, dann nickte sie Lucy zu, setzte einen dümmlich-zufriedenen Gesichtsausdruck auf und torkelte los. Es war gar nicht mal leicht, so zu tun, als wäre man zugedröhnt, man durfte es nicht übertreiben, sich aber auch nicht zurückhalten. Etara trällerte ausgesprochen schief ein unanständiges Lied auf Huttese und stützte sich an der Wand ab, als sie sich die Gasse entlang bewegte, scheinbar ziellos durch die Gegend irrend.

„Wo ist...wo ist denn dieser Drecksschlüssel...“

Murmelte sie vor sich hin und kramte in ihren Tasche, gab ihre Suche dann frustriert auf und trottete schmollend weiter, bis ihre vermeintliche Rettung in der Not in Form der beiden Wächter erblickte. Etara hob grüßend eine Hand und winkte, grinste ein bisschen zu breit und griff beim Versuch, sich kokett die Haare aus dem Gesicht zu streichen, meilenweit daneben. Beschwingt, aber nur einen falschen Schritt davon entfernt, den Boden zu küssen, kam sie auf die beiden zu und stemmte einen Arm in die Hüften, als sie sie von oben nach unten musterte, tief Luft holte und versuchte, einigermaßen deutlich zu sprechen.

„Jungs, Jungs...ein Glück, dass ihr hier seid. Ich hab meine Schlüssel verloren...die müssen hier doch irgendwo liegen, aber ich...na ja, sagen wir, ich hatte vielleicht ein bisschen viel und sollte echt nach Hause. Also, so zwei wie ihr...ihr könnt mir doch bestimmt helfen, so stark und nüchtern, wie ihr seid. Wird sich auch lohnen, ich hab Credits und noch andere...Sachen für euch.“

Etara schenkte beiden einen bezaubernden Augenaufschlag und ein gewinnendes Lächeln, mit ihrer Hand fuhr sie ihren Hals entlang und dann zu ihrer Tasche, in der einige Creditchips zu sehen waren. Kühl kalkulierend pickte sich die Chiss den jüngeren, besser aussehenden der beiden Wächter heraus und schenkte ihm mehr Aufmerksamkeit und Blickkontakt. Geld war immer eine gute Motivation, Sex ebenso, und was ganz besonders fein funktionierte war eine Gelegenheit, sich zu beweisen und zu zeigen, dass man besser war. Die beiden Wächter steckten die Köpfe zusammen und tuschelten kurz, dann nickten sie und folgten Etara in die Gasse. Während einer von ihnen mit der Suche nach dem Schlüssel begann, konzentrierte sich der andere ganz auf die anschmiegsame blauhäutige Frau, die an ihm hing und schon bald ihre Hände auf seiner Brust hatte und Anstalten machte, vor ihm auf die Knie zu gehen. Die Bühne war bereit – jetzt mussten die anderen nur noch zuschlagen.

[Nar Shaddaa | Schattenstadt | In der Nähe des Raumhafens | Etara, Spectre, Lucy, Silas
 
Nar Shaddaa / Raumhafenviertel / Baustelle / renovierungsbedürftiges Gebäude / Sam, Nevis

Für die beiden war so ein Einbruch eine leichte Übung. Sie waren mittlerweile eingespielt genug, hatten so etwas schon so oft gemacht, dass jeder Handgriff saß. Nevis kletterte mit der Hilfe der Blondine durch das Fenster und dann dauerte es nicht mehr lange, bis die Türe sich öffnete. Gemeinsam eilten sie die Treppe nach oben und kamen schließlich schwer atmend auf dem Dach an. Nevis wollte nun wissen, wie es weiter ging und auch Sam musste sich diese Frage nun nochmal stellen. Von unten hatte das einfacher ausgesehen.

Der Kran war mit Repulsoren ausgestattet, die aktuell inaktiv waren. An seinem langen Arm war eine Gondel mit langen Rohren darauf befestigt. Sie mussten die Repulsoren aktivieren und den Kran so ausrichten, dass er über die Häuserschlucht ragte.


"Ich hoffe, du bist schwindelfrei. Lass mich mal schauen, ob ich das Ding kurzschließen kann."

Sam ging zum Führerhaus und betätigte den Türöffner für die Kabine, doch sie war abgeschlossen. Sie machte darauf kurzen Prozess: mit dem Knauf ihrer Blasterpistole schlug sie die Scheibe ein und öffnete die Tür kurzerhand von innen. Dann schwang sie sich auf den Sitz und betrachtete das Bedienfeld: mehrere Knöpfe und Hebel sowie Bildschirme ergaben ein Sammelsurium an Möglichkeiten, wie man das Teil steuern konnte. Sam kannte keine davon.

"Was mach ich hier", stöhnte sie leise und ignorierte die pochende Wunde an ihrem Hinterkopf, während sie geräuschvoll die Verkleidung des Terminals mit dem Griff ihres Blasters bearbeitete. Als das Metall genug verbogen und die wichtigsten Schrauben locker waren, hatte sie Zugriff auf die Energieleitungen. Einen Speeder hatte Sam schon so oft kurzgeschlossen, dass sie das vermutlich selbst blind hinbekommen würde. Sie hoffte einfach, dass das Prinzip hier das selbe war.

"Nevis, ich brauch hier irgendwas scharfes. Ein Messer wäre super, aber ich nehme was du kriegen kannst."

Als die Kleine ihr schließlich etwas brachte, hatte Sam sich schon einen Plan zurechtgelegt. Selbstbewusst durchtrennte sie ein paar der Kabel, worauf es kräftig funkte. Dann verband sie die Kabel neu und das Führerhaus erwachte plötzlich zum Leben, während das Surren der Repulsoren startete und immer lauter wurde.

"Na also, wer sagt's denn!"

Es war ein kleiner Triumph, doch die eigentliche Aufgabe lag noch vor ihr. Jetzt musste sie den Kran so ausrichten, dass sie über die Häuserschlucht kommen würden. Sam würde nicht drum herum kommen, ein paar der Knöpfe und Hebel auszuprobieren. Sie zog an dem Hebel ganz links als erstes und der Kran reagierte sofort: mit einem lauten Krachen schlug der Kranarm in die Häuserwand.

"Ah, das macht der Hebel. War aber die falsche Richtung. Moment."

Sie zog am nächsten Hebel, doch anstatt sich in die andere Richtung zu drehen, hob sich der Arm plötzlich und riss dabei eine klaffende Wunde in die Häuserwand. Putz, Steine und Metallteile stürzten in die Tiefe, während laute Rufe und Schreie durch die Häuserschluchten hallten. Die Gondel mit den Rohren pendelte gefährlich wild und die Befestigungen dafür ächzten unter den Kräften.


"War auch nicht der richtige."

Jetzt gab es nur noch eine Möglichkeit. Sam zog am nächsten Hebel und tatsächlich: der Arm löste sich von der Hauswand und schwang nun über den Abgrund. Mit dem mittleren Hebel konnte sie den Arm wieder senken und als der Arm zur perfekten Brücke für die zwei Flüchtigen wurde, riss sie etwas zu unsanft am Bedienknüppel. Ruckartig kam der Kran zum Stehen, die Gondel schaukelte hin und her, als plötzlich mit einem lauten Knall eine der Befestigungen riss. Die Rohre auf der Gondel wurden im hohen Bogen hinaus geschleudert und verteilten sich großflächig in der Häuserschlucht unter ihnen.

"Upps."

Unter ihnen brach nun völliges Chaos aus. Sie hörten Schreie und Rufe, das krachende Aufkommen der schweren Rohre auf der Straße, das Hupen von Speedern und dem Zersplittern von Glas. Sam ließ sich davon nicht beirren.

"Hochklettern, rüber und abhauen, los geht's."

Nar Shaddaa / Raumhafenviertel / Baustelle / renovierungsbedürftiges Gebäude / Sam, Nevis
 
|| Outer Rim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Auf dem Weg zum Raumhafen || Lucy Dent, Etara, Spectre und Silas ||


Sie stand einfach da und dachte einfach nach. Ihr Können war einfach nicht wirklich Nützlich hier. Der Plan war gut und die weißhaarige Menschenfrau folgte den anderen Beiden. Als Lucy erst einmal beobachtete, wie Etara eine Betrunkene mimte, bemerkte Lucy, dass sie auch hier eher die ganze Sache auffliegen lassen würde, wenn sie direkt mitkommen würde. Daher wartete Lucy an einer Wand gelehnt und beobachtete Etaras Schauspiel ruhig, ehe sie die beiden Wachen umgarnte. Die Schützin ging los und zog an ihrer Kippe. Sie wirkte trotz ihrer Kleidung schon fast so, als wäre sie wirklich nur zufällig hier. Genau in dem Moment, als die beiden Wachen mit Etara in der Gasse verschwanden, lief Lucy an dieser vorbei, ehe sie kurz darauf umdrehte mit einer Bewegung, als müsse sie auf Klo und schnell in die Gasse kam. Es war angerichtet. Vor einem Der Männer kniete Etara, während der andere nur Augen für die Chiss hatte. Mit einer Hand zog Lucy den Mann, der nach etwas zu suchen schien, von hinten am Kragen hoch und drückte ihn gegen die Wand, während sie ihm mit der anderen Hand die Pistole an den Kopf hielt.

Der Wachmann schaute zu seinem Kollegen und war tatsächlich so dämlich, den Mund zu öffnen, was die Frau nutzte, um den Lauf in den Mund des Mannes zu schieben. In Lucys Gesicht erkannte man keine größere emotionale Regung. Es schien so, als wäre es nicht das erste Mal, dass sie diese Methode anwandte. Ihr Blick sagte schon genug, damit der Mann wusste, dass auch nur ein Laut ausreichen würde, um den Inhalt seines Kopfes zum Streichen der Wand hinter ihm zu verwenden. Zumindest zitterte er langsam. Geübt entledigte Lucy den Mann seines Blasters im Holster und richtete diesen direkt auf den Mann, vor dem Etara kniete. So weit so gut. Sie sollten jetzt die Kontrolle über die Lage haben. Silas und Etara mussten nun nur noch den anderen sichern und die Aktion wäre perfekt abgeschlossen. Wahrscheinlich zeigte sich gerade einmal mehr das Training Lucys im Militär.

Sie würde den Typen nicht aus den Augen lassen. Es war schließlich zu gefährlich und irgendwie mussten sie auch wenigstens einen der Beiden am Leben lassen, damit sie vielleicht heraus fanden, was aus dem Schiff von Sam geworden ist und, was vermutlich für die Black Sun wichtiger wäre, ihre Besitzer. Egal wie sehr sie die Gruppe aus Nevis und dieser Sam hasste… Sie waren Teil des Ganzen hier. Damit waren sie Teil dieser Truppe. Sie hatten ihre Positionen inne und alleine das Auftreiben von fähigem Ersatz würde nur unnötige Komplikationen verursachen. Wenn sie Zeit hätte, würde Lucy vielleicht bei ein paar Bekannten auf den Busch klopfen, um vielleicht einen Hinweis zu erhalten. Zumindest für die nächsten zwei Tage war es ein gutes Zeichen, wenn man ihre Körper nicht fand. Es bedeutete, dass sie zumindest nicht zwingend tot waren. Doch stieg diese Wahrscheinlichkeit mit jeder Stunde exponentiell. Idealerweise fand man die Vermissten lebend und unverletzt oder wenigstens ohne nennenswerte Schäden. Umgekehrt hatte Lucy selbst eine Idee. Eine Kleinigkeit, die sie vielleicht umsetzen könnte, wenn sie gerade nicht einen Mann bedrohte… und natürlich Etara kein Problem damit hätte. Doch vielleicht war dies hiernach nicht länger nötig und scheinbar war auch der Droide der Truppe zumindest gesichtet worden. Passt ja, fehlen nur noch eine Blondine mit großem Mund und eine nervige Togruta, die in einen verdammten Jedi-Tempel oder so gehören sollte. Wenn die so weitermachen, mochte Lucy sie am Ende sogar noch.



|| Outer Rim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Auf dem Weg zum Raumhafen || Lucy Dent, Etara, Spectre und Silas ||
 
[Nar Shaddaa | Schattenstadt | In einer Gasse nahe dem Raumhafen | Etara, Lucy, Silas]

Silas war sich sicher, das Etara und Lucy ihre Zeichen verstanden hatten, denn die Chiss machte sich direkt auf den Weg zu den beiden Wachen. Offensichtlich spielte sie die Betrunkene, die etwas verloren hatte und als Dank ihren Körper anbot. Soweit würde Silas es niemals kommen lassen. Keine Frau sollte ihren Körper für einen Mann verschwenden.

Die beiden Wachen bissen an und folgten
Etara in die dunkele Gasse, vorbei an Silas und hin zu Lucy. Sie haben ihren Augen nur auf die blauhäutige Schönheit gerichtet und bemerkten so nichts von ihrem nahenden Schicksal. Silas blickte zu Lucy hinüber, die sich langsam in Bewegung setzte. Zielstrebig schlich sie sich an den Älteren der beiden Männer an, den, der nicht von Etara beschäftigt wurde. Zeit für Silas, sich in Bewegung zu setzen. Schnell hatte Lucy ihr Opfer lautlos entwaffnet, während Etara sich vor den anderen kniete.

Kaum fünf Sekunden später war
Silas in Schlagdistanz, zog eines ihrer gekrümmten Vibromesser und nahm es in die linke Hand. Sie richtete sich hinter dem Mann auf und hielt ihm mit der rechten Hand den Mund zu, während ihre linke Hand die Klinge an die Kehle des Mannes drückte. Etwas zu fest, denn kurze Zeit später konnte sie Blut sehen, dass seinen Hals herantropfte.

"Schön leise mein Freund, sonst liegen gleich deinen ganzen Eingeweide hier in der dreckigen Gasse. Wir wollen uns nur ein wenig mit euch unterhalten. Nicke, wenn du mich verstanden hast."

Der Mann nickte vorsichtig und
Silas konnte merken, wie seine Muskeln langsam schlaffer wurden. Scheinbar hatte er sich seinem Schicksal ergeben.

"Ich gebe dir jetzt die Chance zu sprechen. Höre ich mehr als ein Flüstern, hast du ein Problem. Meine Freundin hier hat viele Fragen an dich. Sei lieber ehrlich zu ihr. "


Dann wandte sie
Silas sich an Etara, die sich wieder aufgerichtet hatte.

"Ich denke unser Vögelchen will singen. Du kennst unsere beiden Freunde besser, daher kannst du die besseren Fragen stellen."

Silas zwinkerte ihr zu und und behielt dann ihr Opfer genau im Blick.

[Nar Shaddaa | Schattenstadt | In einer Gasse nahe dem Raumhafen | Etara, Lucy, Silas, zwei Geiseln (NPC)]
 
[Nar Shaddaa | Schattenstadt | In einer Gasse in der Nähe des Raumhafens | Etara, Spectre, Lucy, Silas, zwei Geiseln (NSC)

Die meisten Lebewesen sahen und glaubten das, was sie sehen und glauben wollten, und machten sich über den Rest nicht furchtbar viele Gedanken. In Etaras Erfahrung galt das für Arm und Reich gleichermaßen und es spielte auch keine allzu große Rolle, welcher Spezies oder welchem Geschlecht man angehörte. Und genau deshalb funktionierten Tricks wie der, den sie gerade durchgezogen hatte. Man wusste einfach wissen, was für einen Köder es auszuwerfen galt, und dann geduldig und konsequent darauf warten, dass jemand anbiss. Und in diesem Fall waren es die beiden Schlägertypen, die in die Falle gingen. Die Aussicht auf eine schneller Nummer in einer dunklen Gasse war offenbar zu verlockend, die Aufgabe, wegen der sie beim Raumhafen waren, entweder zu schwer oder zu leicht, und ihre Bezahlung definitiv nicht sonderlich beeindruckend, da war die Versuchung groß, sich vor den unangenehmen Pflichten zu drücken und sich ein bisschen Spaß zu gönnen, bevor man wieder zur Arbeit überging. Etara gab den zwei Menschen allen Grund dafür, sie lächelte viel und breit, strich sich durch ihr schwarzes Haar, biss sich leicht auf die Unterlippe, und als sie vor dem Jüngeren der beiden auf die Knie ging, blickte sie in bester Manier einschlägiger Holofilmchen zu ihm auf, als könnte es kaum erwarten, ihm zu Diensten zu sein.

Entsprechend dümmlich-begeistert grinste der Typ zurück, aber nur, bis sein Gesicht zu Eis gefror und seine Augen ganz groß wurden, als Silas und Lucy leise und effektiv ihn und seinen Partner überwältigten. Etara zuckte mit den Schultern und mit einem Mal war das betrunkene Gör verschwunden und machte einer kühlen, einschüchternden Kriminellen Platz. Die blauhäutige Chiss richtete sich betont langsam auf und nickte dann ihren Begleiterinnen anerkennend zu, bevor sie den Gefangenen eindringlich aus roten Augen musterte.


„Schade. Wir fingen gerade an, uns näher kennenzulernen.“

Merkte die hübsche Verbrecherin staubtrocken an und ließ ihren Nacken knacken. Sie machte eine kurze Pause, damit die Schläger in aller Ruhe erkennen und verdauen konnten, wie miserabel ihre Situation war. Das Blut, das vom Hals des einen tropfte, tat sein übriges, eine nette Dreingabe von Silas, der Etara dafür ein kokettes Zwinkern schenkte, bevor sie die Hände in die Hüften stemmte und ihre neuen Gefangenen auf Schwachstellen prüfte. Es waren zwei, das machte es leichter, sie gegeneinander auszuspielen, und sie waren definitiv nicht so wichtig, dass man sie zumindest für die nächsten Minuten vermissen würde. Silas ermutigte ihre Geisel dazu, doch gefälligst zu reden, und der junge Mann machte alle Anstalten, dem nachzukommen, sein Redeschwall glich einem Dammbruch. Theatralisch seufzte Etara und genoss die Show, dann tippte sie dem Jüngeren mit dem Zeigefinger energisch gegen die Brust und zeigte strahlend weiße Zähne, ihre Stimme war melodisch, aber ausgesprochen frostig.

„Langsam und deutlich und in verständlichen Sätze, bitte. Wir haben nicht ewig Zeit und im Zweifel gefallen mir die Antworten Deines Kumpels vielleicht besser. Also nochmal: Ihr arbeitet für einen gewissen Julio und sollt „das blonde Miststück und ihre Kumpel“ umlegen, richtig? Du weiß nicht, wie viele ihr genau seid, aber ihr seid „genug“ und habt „dicke Wummen“ und Du bist Dir ziemlich sicher, dass besagte Blondine sich irgendwie verdrückt hat. Alles korrekt? Offene Frage in die Runde.“

Hastig nickten die beiden Schläger und tauschten bange Blicke aus. Etara kniff ihre Augen ein wenig zusammen, aber sie schienen die Wahrheit zu sagen, die beiden hatten zu viel Angst für Lügen und Täuschungen. Die blauhäutige Piratin nickte schließlich langsam, drehte sich um und blickte zum Raumhafen, als hätte sie die Gefangenen schon vergessen, dann hob sie kurz eine Hand.

„Legt die beiden schlafen. Ihr habt Glück, dass ich heute gute Laune habe...und Boten brauche. Sagt eurem Boss, er soll die Finger von meinen Leuten lassen, sonst verliert er seinen Kopf und ich stopfe selbigen in das dreckigste Klo des ganzen Mondes. Kapiert? Gut. Ihr zwei...mit mir. Wir schauen uns das genauer an.“

Etara wartete gar nicht groß darauf, dass Silas und Lucy die beiden Schläger niederstreckten, sondern zog ihre Blaster und setzte sich in Bewegung. Kurz tippte sie sich an ihr Ohr, um ihre Freundin auf den Stand der Dinge zu bringen, dann eilte die Chiss weiter, in die Richtung, die die Gefangenen angegeben hatten. Hier war irgendwas persönliches am Laufen...

[Nar Shaddaa | Schattenstadt | In einer Gasse in der Nähe des Raumhafens | Etara, Spectre, Lucy, Silas, zwei Geiseln (NSC)
 
Nar Shaddaa, in Raumhafennähe bei Kreuzung mit Verfolgern oben auf dem Hausdach: Sam und Nevis


Klar war Nevis schwindelfrei. Sie nickte eifrig und grinste dabei über die törichte Frage. Sie wusste, das war von Sam nur so daher gesagt, denn auch sie wusste, dass Nevis schwindelfrei war. Man musste sich aber eingestehen, dass das hier besonders hoch war und die Kreuzung war breit! Es würde sicherlich für beide das erste Mal sein, dass sie etwas in so einer Größenordnung zu bewältigen hätten. Doch, sie gingen optimistisch an die Sache heran und machten kein weiteres Aufhebens drum, also kein großes Tamtam, denn sie hatten keine andere Wahl. Je länger man darüber nachdenken würde, desto größer könnte die Angst werden. Und das war hier völlig fehl am Platz! So hundertprozentig genau wusste Nevis nicht, was sie mit dem Kran vorhatte. Es hingen noch irgendwelche langen Röhren daran. Der Feierabend war wohl plötzlich für die Bauarbeiter gekommen. Sam wollte etwas kurzschließen. Nevis kroch ihr hinterher ins Führerhaus. Ob sie etwas Scharfes hätte oder finden könnte?! Nevis zog ihr kleines Vibromesser hervor. Es war ein Geschenk von Arya gewesen. Schnell reichte sie es Sam.

“Mach es nicht kaputt! Das will ich wieder haben! Das war ein Geschenk!”

Damit ging es. Doch Sam musste sich erstmal einüben. So ein riesiger Schwebekran war kein Gleiter oder sowas. Was Sam da machte, ließ Nevis die Luft anhalten. Das sah gefährlich aus. Sie hatte den Dreh noch nicht heraus.

“Mit mehr Gefühl!”,

haute Nevis heraus, als hätte sie Ahnung davon oder gar einen Kranführerschein. Das Teil schwenkte hin und her, Nevis musste sich festhalten, und nun stürzten auch noch die Rohre in die Tiefe. Unten brach das Chaos aus. Hoffentlich war niemand zu Tode gekommen!? Natürlich sahen jetzt auch einige hinauf. Bestimmt auch ihre Verfolger!? Nevis lief ein eisiger Schauer über den Rücken. Jetzt würden sie wissen, wo sie steckten. Sah man durchs Zielfernrohr, würde man sie sicher erkennen können! Bestimmt würden sie gleich Besuch hier oben bekommen! Kein Wunder das Sam zur Eile trieb. Nevis kletterte hinauf. Auf gings! Aber das war leichter gesagt, als getan. Der Arm des Schwenkkranes, der nun über der Kreuzung lag und ihnen als Brücke fungieren sollte, war nun mal nicht dafür ausgelegt. Es war ein Gerüst! Festhalten und Balancieren und das zügig, stand auf der Tagesordnung! Nevis hatte schon als kleines Kind viel und intensives Training genossen. Bei Lady Colar! Das kam ihr hier zu gute. Doch als man von unten und von hinten auf sie schoss, die Verfolger hatten es auch aufs Dach geschafft, wurde es brenzlig. Nevis bekam so richtig Muffensausen. Ihre Lekku zitterten und auch ihre Knie. Letzteres war gar nicht gut zum Balancieren. Es war ein unglaublicher Krach. Die Verfolger, die von unten schossen, hatten keine gute Trefferquote, da der Abstand ziemlich groß war. Anders sah es aber mit ihren Verfolgern hinter ihnen aus. Man war hier oben regelrecht auf dem Präsentierteller. Sie mussten rüber. Und das so schnell wie möglich. Bis zur Hälfte ging es ganz gut. Der Macht sei dank, zog Nevis automatisch den Kopf weg, als ein Schuss haarbreit an ihrem Ohr vorbei sauste. Doch dabei verlor sie das Gleichgewicht und den Halt. Nevis rutschte ab und fiel. Es war ein gewaltiger Schreck. Sie konnte sich mit einer Hand gerade noch so festhalten und hing nun am Arm des Kranes. Die Metallstrebe, an der die kleine Togruta hing, war viel zu dick für ihre kleine Hand. Sie drohte abzurutschen. Ihre Hände wurden zudem rutschig. Sie würde sich nicht mehr lange halten können! Nevis hing genau in der Mitte der Kreuzung etliche Meter über dem Abgrund. Sie schrie laut um:

”Hilfe!”,

und sah schon kommen, dass sie gleich fallen, endlos fallen, und dann aufklatschen würde und nur Brei von ihr übrig sein würde. Das durfte nicht geschehen. Sie nahm ihre letzte Kraft zusammen und schaffte es durch ein mutiges Schaukeln, ihre andere Hand und ein Bein um die Strebe zu bekommen. Die Macht war dabei eine kleine Hilfe gewesen. Dann musste sie erstmal atmen. Der Schweiß stand ihr auf der Stirn, aber klebte auch gefährlich an den Händen. Diese wurden rutschiger und rutschiger. Zum Glück hatte sie ein Bein bereits drüber geworfen. Wieder war sie im Schusshagel. Sie musste sich hochziehen, doch ihre Arme zitterten, und ihr fehlte das letzte Quäntchen Kraft. Sie konnte sich nur halten. Sie hing da, wie ein kleiner nasser Sack.

Sam!”,

rief ein leises Stimmchen durch den Blasterhagel. Sie war so erschöpft.

Nar Shaddaa, über der Kreuzung auf dem Arm des Krans als Brücke: Sam und Nevis, Verfolger ihnen auf den Fersen
 
Nar Shaddaa / Raumhafenviertel / Baustelle / renovierungsbedürftiges Gebäude / Sam, Nevis

Sam kletterte nach oben. Der Wind frischte auf und wehte die üblen Gerüche der Seitengassen von Nar Shaddaa zu ihnen herauf. Sie konnte spüren, wie der Luftzug an ihrem Mantel zerrte, während sie die ersten Schritte auf dem Schwenkarm machte. "Scheiße, ist das hoch", dachte sie sich augenblicklich und ihre Knie begannen zu zittern. Durch die Streben hatte sie einen klaren Blick auf die Straße unter ihr. Wie viele Meter waren das wohl? 50? Vielleicht sogar 60? Sam zwang sich, woanders hinzusehen und fixierte stattdessen die andere Seite der Häuserschlucht. Sie musste nur einen Schritt nach dem anderen machen. Das war doch eigentlich nicht so schwer.

Doch das Chaos, das sie verursacht hatte, rächte sich nun. Ein roter Blasterblitz zuckte plötzlich an ihr vorbei und Sam begann mit beiden Armen zu rudern, um das Gleichgewicht zu behalten. Ihre Aktion mit dem Kran war natürlich nicht unbemerkt geblieben und scheinbar hatten Julios Leute sie mittlerweile entdeckt. Das war schlecht. Sie hatten die Häuserschlucht noch nicht mal zur Hälfte überquert. Sie überlegte sich, ob sie ihren Blaster zücken und das Feuer erwidern sollte, aber ihre Verfolger waren zu weit weg. Auf diese Entfernung würde sie mit dieser Waffe nicht viel ausrichten können. Hinzu kam, dass sie hier oben kaum Deckung hatten.


"Schneller!", rief sie stattdessen Nevis zu und begann nun damit, mutiger über die Streben zu laufen, während weitere Blasterblitze an ihnen vorbeizischten oder den Schwenkarm trafen und für ein Funkenfeuerwerk sorgten.

Sie hatten die Hälfte gerade geschafft, als plötzlich auch hinter ihnen geschossen wurde. Sam ging instinktiv in die Hocke und drehte sich um, als ein Schuss nur knapp an ihrem rechten Ohr vorbeiflog. Was sie auf dem Dach sah, gefiel ihr gar nicht: vier Schläger waren auf den Schwebekran geklettert, wovon zwei auf sie zielten, während die anderen Beiden sich ebenfalls auf den Schwenkarm wagten. Sam zögerte nicht lange, zog ihren Blaster und schoss mehrmals in die Richtung der Verfolger. Ein Schuss traf den vordersten Schläger in die Brust. Der Rodianer kippte sofort wie ein nasser Sack zur Seite und fiel in die Tiefe. Der zweite Verfolger war nun sichtlich verunsichert, machte zwei Schritte zurück und erwiderte das Feuer. Sam gingen die Optionen aus. Dann hörte sie plötzlich die Stimme von Nevis. Hektisch schaute sich die Blondine um. Die Kleine war nicht mehr auf dem Schwenkarm. War sie abgestürzt? Ihr Herz machte plötzlich einen Aussetzer und begann erst wieder zu schlagen, als sie das Mädchen an einer der unteren Streben hängen sah.

Doch ihre Verfolger nutzten den kurzen Moment der Unaufmerksamkeit. Ein Ruck ging plötzlich durch ihren Oberarm, gefolgt von einem brennenden Schmerz, der kurzzeitig alle anderen Sinne betäubte. Sam biss die Zähne zusammen, als sie sich für einen kurzen Moment auf die Gitterkonstruktion legen musste. Sie war getroffen. Es war schwer einzuschätzen, wie schlimm die Wunde war, aber mit nur einem Arm würde sie die Kletterei nicht lange überstehen. Wütend schoss sie mit ihren Blaster in die Richtung ihrer Verfolger, bevor sie sich wieder aufrappelte und zu Nevis kletterte. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, wie sich nun auch auf dem anderen Dach etwas bewegte. Sie saßen in der Falle. Der Beschuss von der Straße unter ihnen hatte gleichzeitig aufgehört. Vermutlich wollten die Gangster nicht ihre eigenen Leute treffen, die ihre Beute sowieso in eine Sackgasse gedrängt hatten.

Sam steckte ihren Blaster weg und versuchte, mit nur einem Arm Nevis nach oben zu ziehen, doch die Kleine war schwer geworden und die Blondine befürchtete, dass ihre umständlichen Versuche dazu führen könnten, dass das Mädchen erst recht abstürzte. Gleichzeitig suchte Sam nach einem Ausweg. Ihre Gedanken rasten. Es musste etwas geben. Dann sah sie es. Es war noch weit entfernt. Aber mit dem richtigen Timing könnte es klappen. Wenn nicht, waren sie so oder so Geschichte.


"Du vertraust mir doch, oder? Wenn ich 'Jetzt' sage, dann lässt du einfach los. Verstanden?"

Die Blondine bekam bei den Worten selbst einen Kloß im Hals. Alles in ihr sträubte sich gegen den Gedanken, von diesem Gerüst zu springen. Aber welche Wahl hatten sie schon? Es ging nicht vor und nicht zurück. Wenn sie hier oben blieben, waren sie tot. Sam brachte sich in Position, indem sie sich auf die unterste Strebe setzte und mit dem gesunden Arm festhielt. Ihre Füße baumelten in der Luft, der Herzschlag dröhnte in ihren Ohren.

"Achtung, gleich... Jetzt."

Sie rutschte von der Strebe und zum wiederholten Mal an diesem Abend machte ihr Herz ein Aussetzer. Sie war im freien Fall, spürte die kalte Nachtluft in ihrem Gesicht und den Wind, der an ihrem Mantel zerrte. Der Schmerz in ihrem Oberarm wurde von den vielen Eindrücken kurz überdeckt. Mit einem dumpfen Aufprall landete sie auf der Ladefläche eines vollen Müllwagens, der nur knapp unterhalb des Schwenkarms vorbeiflog.

Nar Shaddaa / Müllwagen / Ladefläche / Sam, Nevis
 
[Nar Shaddaa | Raumhafen | Auf dem Dach] Spectre



Eine ganze Weile beobachtete Sie das Dock, Sams Droiden Paul und das Geschehen. Der Schläger schien frustriert zu sein und warf die Arme hilflos in die Luft, ehe er sich umwandte und die Mechanikerin stehen ließ. Im Zielfernrohr konnte die Attentäterin das leichte Lächeln der Mechaniker sehen. Irgendetwas wollten diese Schläger und Sie wusste etwas, dass Sie nicht sagte. Das musste etwas mit den Vorkommnissen hier im Hangar zu tun haben. Wie Offizielle sahen die Schlägertypen jedenfalls nicht aus. Aber sie brauchten mehr Informationen.
Spec legte das Gewehr vorsichtig neben sich ab, und wählt sich ins örtliche Holonet ein. Schnell war die Mechanikerin gefunden und sie ließ sich verbinden, während Sie wieder das Gewehr aufnahm.


„Tikas Reparaturen, war kann ich für Sie tun?“

Die Maritima hatte die Mechanikerin wieder im Visier, die auf das nicht vorhandene Holobild starrte.


„Guten Tag, ich hätte eine Anfrage für eine Schiffsreparatur und Sie wurden mir empfohlen.“


„Das freut mich, im Moment sind wir jedoch ausgelastet…“


„Machen Sie normal weiter wie mit einem potentiellen Kunden,
Sam wird es Ihnen danken. Und um zu beweisen, dass ich nicht zu den Schlägern gehöre, ich weiß, dass der Droide - Paul - am Eingang Ihres Büros zu Sam und Nevis gehört. Da Paul bei Ihnen ist, gehe ich davon aus, dass die beiden anderen entkommen sind?“

„Ja, das ist richtig. Im Moment ist die Bucht belegt…. Wann Sie wieder frei ist? Das ist schwer zu schätzen.“


„Haben Sie eine Ahnung wohin die beiden verschwunden sind? Eine Richtung?“

„Lassen Sie mich überlegen… Sie sagten Sie benötigen einen Kran? Ich denke sie sollten es vielleicht bei Leroy probieren, er hat eine Landebucht nördlich von hier. Vielleicht finden Sie dort etwas. Guter Techniker, der Zabrak.“


„Brauchen Sie Hilfe?“


„Nein… mir tut es Leid. Vielleicht kommen wir später zusammen. Viel Glück.“


Damit legte die Mechanikerin auf und Spec kontaktierte Etara um Ihr eine kurze Zusammenfassung zu geben Während der Schlägertyp die Mechanikerin über das Gespräch ausfragte.


„… ich bleibe hier und beobachte die Landebucht. Vacosehn pusho ch’acah.“ (cheung: be careful love)

Dann wandte Sie sich wieder der Beobachtung zu. Nach einigen Minuten hatte Sie sogar 5 Personen ausfindig gemacht, die zu dem Schlägertrupp gehörten. Der Sprecher und ein weiterer, die offensichtlich nicht hier her passten und 3 weitere, die mit Overalls bekleidet Trümmer wegräumten. Die lustlose Art und die Blicke, mit denen Sie die Umgebung im Auge behielten, verrieten Sie aber.

Wie gerne hätte Sie jetzt ein Richtmikrofon aus der Spionageabteilung um die Gespräche mitzuhören. Aber das Warten machte Ihr nichts aus
.


[Nar Shaddaa | Raumhafen | Auf dem Dach] Spectre
 
[Nar Shaddaa | Schattenstadt | In einer Gasse in der Nähe des Raumhafens | Etara, Spectre, Lucy, Silas

Es kam Bewegung in die Sache, und das gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn Etara hatte angefangen, ungeduldig zu werden. Sie war auf den Schmugglermond gekommen, um den Hutten einen saftigen Schlag zu versetzen und für die Black Sun ein fettes Stück von dem profitablen Kuchen zu sichern, doch stattdessen schienen andere Herausforderungen sich in den Vordergrund zu drängen – und angesichts der zahlreichen mit Essen verbundenen Metaphern, in denen die Chiss dachte, war die letzte Mahlzeit auch schon eine ganze Weile her. Eine andere Gangart musste her. Immerhin hatten die beiden Schläger ein paar interessante Informationen ausgeplaudert, auch wenn diese gleich ein paar neue Fragen aufgeworfen hatten. Die Piratin hatte mehr und mehr das Gefühl, dass sie hier in eine persönliche Sache hineingeraten war, irgendeine alte, unschöne Geschichte aus Sams Vergangenheit, aber um darauf Antworten zu bekommen musste sie die Blondine und ihre Kumpanen erst einmal ausfindig machen und hoffen, dass sie noch lebten. Etara warf sich einen Kaugummi mit starkem Geschmack ein und bewegte ihren Kiefer, während sie auf Neuigkeiten wartete.

Diese lieferte zum Glück zuverlässig ihre Freundin, Spectre meldete sich per Kom und gab die Erkenntnisse weiter, die sie aus einem Ferngespräch mit der Mechanikerin gewonnen hatte, die derzeit noch die Schläger abwimmelte. Die andere Chiss konnte ja richtiggehend charmant sein, wenn sie wollte, dachte sich Etara trocken, hörte aber aufmerksam und konzentriert zu. Spectre war clever, hatte ein scharfes Auge und einen verdammt guten Abzugsfinger – alles Eigenschaften, die im Moment sehr, sehr wichtig waren. Die Spur von Sam und ihrer Truppe führte also offenbar Richtung Norden, zu einer Landebucht mit einem großen Frachtkran, beides gehörte wohl einem Zabrak namens Leroy. Etara warf einen Blick in die Richtung und weihte rasch ihre beiden Begleiterinnen ein, dann verstaute sie ihre Blasterpistole wieder und tippte sich an ihr Ohr, ihre Stimme glatt und zufrieden.


„Gute Arbeit, Nechaska. Bleib in Position, ich kontaktiere Dich, wenn sich etwas ändert.“

Die blauhäutige Kriminelle hauchte noch einen Kuss hinterher, dann drehte sich um, nickte Silas und Lucy zu und marschierte los. Es dauerte nicht lange, bis sie die Landebucht im Norden erreichten, und tatsächlich war der Besitzer auch nicht schwer zu finden – man hörte ihn, bevor man ihn sah, er gab mehreren Arbeitsdroiden Anweisungen, das Chaos in seine Anlage zu beseitigen. Hier war definitiv jemand unterwegs gewesen, und zwar nicht auf die sanfte Tour. Etara setzte ein gewinnendes Lächeln auf, ging etwas langsamer und hatte ihre offenen Hände an der Seite, als sie näher kam, räusperte sie sich, um die Aufmerksam des Mannes zu erregen. Ein Zabrak mittleren Alters, eines der Hörner ein wenig angekratzt, und auf seinem blauen Arbeitsoverall prangte sein Name. Als die Chiss und ihre Begleiterinnen näher kamen, seufzte er und wischte sich mit einem Tuch Dreck von den Händen, bevor er ihnen entgegen kam.

„Wenn ihr nicht von der Versicherung seid oder von der Hafenverwaltung, gibt es hier im Moment wenig zu holen: Das Ding ist hinüber und ich bin froh, wenn ich morgen wieder...“

Etara schmunzelte, hob eine Hand und holte einen dicken Batzen Creditchips hervor, was den missmutigen, aber nicht unbedingt unfreundlichen Redefluss von Leroy prompt unterbrach. Sie drückte ihm das Geld in die Pranken und begann sofort, mit bestem Charme zu fragen, was denn das ganze Schlamassel verursacht hatte. Der Zabrak wusste nicht viel, aber immerhin etwas, und erlaubtes dem Trio, sich umzusehen. Und das wiederum führte zu einigen tatsächlich interessanten Erkenntnissen, die Suche endete schließlich auf dem Kran. Etara kniff die Augen zusammen und starrte nach unten. Nicht viele Möglichkeiten, hier lebend raus zu kommen, es sei denn...die Mülltransporter? Die Mülltransporter!

„Ich glaube, ich weiß, wohin es als nächstes geht...ich hoffe, ihr habt robuste Nasen.“

Die Chiss grinste und rief eine holographische Karte mit den Routen der hier aktiven Mülltransporter ab. Sie kamen natürlich ordentlich rum, aber schlussendlich führten alle Fahrten zu einem Ziel...

[Nar Shaddaa | Schattenstadt | Raumhafen, Leroys Landebucht | Etara, Spectre, Lucy, Silas
 

|| Outer Rim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Auf dem Weg zum Raumhafen || Lucy Dent, Etara, Spectre und Silas ||



Lucy machte es schnell. Sobald die Gruppe sich aufgemacht hatte die Gasse zu verlassen, hatte sie mit dem Griff ihrer Waffe dem Typen vor sich eine übergezogen und ihn in das Land der Träume geschickt. Die Kopfgeldjägerin lief weiter schweigend mit Etara und hörte auch Spectres Zusammenfassung. Es wurde etwas von einem Kran erwähnt. Waren sie nun auch noch auf dem Rummel? Der Togruta war das auf jeden Fall zuzutrauen. Während die Erwachsenen die nun suchten ging das Kind auf den Rummel, um an diesen Kranmaschinen zu spielen. Immerhin ging es der Schützin nun etwas besser und sie war wenigstens auch eine Hilfe. Anders als bei ihrem letzten Einsatz, wo sie doch stark eingeschränkt war.

Nachdenklich beobachtete Lucy ihr Umfeld. Hier sah es einfach nach einem Schlachtfeld aus. Gelangweilt lehnte sich die Frau an die nächstgelegene Laterne und ließ Etara einfach machen. Sie fand es eine gute Idee, einfach nur gefährlich auszusehen. Es war ein kurzes Gespräch und es ging wenig später weiter. Als Etara aber wieder mit einer weiteren Spur kam, schnaubte Lucy.

“Wollen wir diese Schnitzeljagd so weiterführen? Wenn wir so weitermachen, dann können wir nur ihre Leichen einsammeln. Die werden scheinbar geflohen sein. Das heißt, wir kommen nicht näher, sondern die Lücke wird nur größer…”

Lucy holte ihr Datapad aus der Tasche und notierte etwas und hielt es Etara hin.

“Wenn sie ihrem Coms haben… Sag ihnen, die sollen zu dieser Adresse kommen. Es ist mein Appartment. Den Türcode habe ich dazu geschrieben. Unter der Spüle sollte etwas Bacta sein, das Bad funktioniert und unter meiner Matratze ist noch ein RK3-Blaster. Ich werde mal jemanden kontaktieren. Ich glaube nämlich nicht, dass diese Sam mit der Togruta dort geblieben ist, denn wenn wir auf die Mülltransporter kommen, werden das die Verfolger auch…”

Die Wohnung war ein Chaos. Alles war noch voll mit den Verpackungen der Bactapflaster und Packungen von Schmerzmitteln. Doch die Wohnung war sicher. Zumindest wenn sie ohne Verfolger in das Gebäude kamen. Das andere aber war, wer hinter der Gruppe her war. Schnaubend kontaktierte Lucy jemanden. Es war eine kleine Nummer. Niemand, der besonders Aufsehen erregte. Doch er war an dem Abend dabei, als Nevis die Weißhaarige durch die Cantina geschleudert hatte.


“Hey Smallfry… du erinnerst dich doch noch an den Gefallen, den du mir schuldest, weil ich dein kleines Wookie-Problem vor zwei Wochen gelöst habe?”


Es war ein kahlköpfiger, abgemagerter Mann, der kaum Volljährig wirkte. Dieser wurde auf seinem Holo etwas nervös. Man erkannte, dass es ihm unangenehm war. Es folgte ein hastiges Nicken.

“Gut… du erinnerst dich an diese Togruta? Dieses Miststück von einem Kind?”

Wieder ein Nicken.

“Finde heraus, wer mir gerade in die Suppe spuckt! Ich war gerade im Raumhafen, um sie umzulegen… Doch irgendjemand war schneller und ich hasse es, wenn jemand mir meine Rache wegnimmt!”

Smallfry schaute Lucy an und nickte hastig. Es brauchte ein paar Sekunden, ehe er den Mund aufmachte.

“Ich habe auf der Straße gehört, dass dieser Julio hinter ihnen her ist. Ich weiß aber nicht warum. Habe nicht viel mitbekommen…”

Lucy nickte ernst und grinste dann überzeugend bösartig.


“Dann steck Julios Leuten, dass ich diese beiden Nervensägen haben will! Sie sollen sich bei mir melden. Ich beseitige sie gerne! Ich habe nämlich keinen Bock, dass die mir noch einmal in die Suppe spucken.”


Indem Moment, wo Lucy auflegen wollte meldete sich die Zittrige Stimme des Kontaktes noch einmal.

“Stimmt es, dass du nun für die Blacksun arbeitest?”

Ein tiefes Lachen entwich Lucys Kehle. Sie schüttelte dabei mit dem Kopf, als hätte er gerade irgendetwas Dummes gesagt.

“Du glaubst wirklich, die wollen mich? Ich bekam nur einen Arschtritt im VIP-Bereich, weil ich diese Togruta und die Blondine zu viel angegafft habe. Ich bin vielleicht etwas ausfallend geworden, weil die mit meinem Gehalt davon gerannt sind… Von dem Casino Job den DU mir empfohlen hast! Wusstest du von dem Raub? Wenn ja gehört dein Arsch noch immer mir! Also? Du hast zu tun… Ich habe ein paar Ratten zu jagen und die Tage können wir gerne wieder Freunde sein und trinken…”

Die letzten Worte waren dann doch deutlich freundlicher und signalisierten klar, dass die beiden Menschen wohl wirklich befreundet waren.

“Mal im Ernst als Freundin. Ich will die beiden finden. Ich habe eine Rechnung zu begleichen und Leichen können nicht zahlen…”

Ihr Kontakt nickte, salutierte kurz zum Spaß und nickte dann.


“Okay! Ich was erreichen oder herausfinden kann. Dafür gibst du mir aber nächstes Mal ein gutes Ale aus!”


Lucy nickte langsam und damit wurde der Kontakt unterbrochen. Lucy schaute zu Etara und Silas.


“Ich frage mich gerade… was hat Julio mit so einer Nervensäge und Sam zu schaffen. Sollte er sich nicht auf seinen eigenen kleinen Bandenkrieg konzentrieren?”


Lucy verschränkte die Arme vor der Brust und schaute zu Etara.

“Wenn sie die Adresse bekommen und dorthin gehen, dann kommen sie in mein Apartment. Heißt, wir sind im Vorteil, da wir dann wüssten, wo sie hingehen."

Damit steckte sich Lucy eine Kippe an, nur um diese direkt auf den Boden zu werfen.


“Ich muss damit aufhören. Also? Wie geht es nun weiter? Zum Müll? Oder wollen wir Julio einen Besuch abstatten?”


In diesem Moment grinste Lucy Etara schief an. Man erkannte an dem Blick der Weißhaarigen, dass ihr eine Schießerei gerade einfach nur gelegen kommen würde. Am Ende könnte die Gruppe vielleicht bei Julio herausbekommen, was der letzte Stand war aus deren Sicht.



|| Outer Rim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Raumhafen, Laroys Landebucht || Lucy Dent, Etara, Spectre und Silas ||
 
Nar Shaddaa, über der Kreuzung auf dem Arm des Krans als Brücke: Sam und Nevis, Verfolger ihnen auf den Fersen


Die Situation war äußerst kritisch. Die Arme schmerzten, die Finger waren rutschig, Blasterschüsse pfiffen ihr um ihre Lekkus und Angst und Panik hielten Nevis fest im Griff. Verwunderlich war das in ihrer Situation nicht unbedingt. Nach einer gefühlten Ewigkeit stand die Rettung vor ihr, doch Sam war verwundet und das ausgerechnet am Arm oder an der Schulter. So genau war das nicht auszumachen. Sie versuchte Nevis hochzuziehen und Nevis gab alles, um mitzuhelfen, doch sie schafften es einfach nicht, Nevis wieder auf das Gerüst zu bekommen. Die Erkenntnis war hart. Nevis würde versuchen müssen, sich lang zu hangeln. Aufgeben war schließlich mit dem Tod gleichzusetzen! Allerdings hatte sie jetzt kaum noch Kraft. Sam gab nicht auf, doch musste kurz Luft holen. Plötzlich sagte sie zu Nevis etwas Komisches. Sie solle loslassen, wenn sie es sagen würde, sie solle ihr vertrauen. Sie fragte, ob sie es tue. Loslassen?! Was hatte Sam vor? Loslassen?! Das war hart! Nevis klammerte sich fest an die Stange, weil es um ihr Leben ging. Festklammern war logischer. Festklammern tat man aus dem Instinkt heraus. Doch sie schien es ernst zu meinen, die Zeit schien zu drängen und Nevis hörte sich :

“Ja, Sam!”,

sagen, denn mal ganz ehrlich, was blieb ihr in der beschissenen Situation anderes übrig und ja, sie vertraute zudem Sam. Sam war die beständigste Person, die in all den Jahren ihrer Kindheit an ihrer Seite geblieben war, mit der sie stets durch dick und dünn ging. Entschlossen nahm Nevis ihr Bein von der Stange und hing nur noch mit den Händen dran. Die eine Hand umfasste Sam mit. Dann kam das Jetzt, das Wort, das aussagte, das sie loslassen sollte. Und Nevis handelte wider der Natur sich festzuklammern und ließ los. Im freien Fall spürte sie besonders ihren Magen. Ein leiser Schrei entfleuchte ihrem Mund. Würde sie jetzt sterben? Sie sammelte die Macht automatisch, ohne es zu wissen. Dann schlug sie mit dem Rücken auf. Die Macht hatte es gebremst. Nicht wie bei einem geschulten Machtnutzer, dennoch war der Aufprall nicht sehr hart. Doch das lag auch an der Ladung. Sie landete auf Zeugs, was den Fall abbremste. Was war das? Nevis konnte nicht genauer hinschauen. Sie sah Sam auf sich zukommen, denn auch sie war einen Bruchteil einer Sekunde nach ihr gesprungen. Schnell rollte sich Nevis weg. An den Rand. Der Rand war blechern.

Sam!? Alles klar bei dir?”

Auch sie schien ganz gut gelandet zu sein, wenn man die Höhe betrachtete. Nevis musste sich umdrehen und hoch und zurückschauen, um den Kranarm zu sehen. Ein Schuss pfiff ihr um die Ohren. Schnell duckte sie sich wieder mehr. Sie schossen immer noch. Diese Bastarde! Sie waren auf einem Müllauto registrierte jetzt Nevis, diese mit offener Ladefläche. Beide waren auf Plasteabfällen gelandet. Es waren weiche biegsame durchsichtige Rohre mit Riffeln von etwa 15 cm Durchmesser. Eher dicke Schläuche. Allerdings war Nevis schlecht im Schätzen. Sie waren alle etwa 35 cm lang. Ob das nun richtig geschätzt war oder nicht, die Ladung hatte den Sturz bzw. den Sprung gut abgemildert. Besonders die Luft dazwischen. Eine Portion Glück gehörte eben auch immer dazu. Davon hatten Sam und Nevis in den letzten Jahren eine Menge gehabt. Die Schüsse erreichten sie nicht mehr. Nevis riss sich ein Stück von ihrem Ärmel ab und drückte es Sam fest auf die blutende Wunde.

“Mist, ach Sam, du musst zu einem Arzt! Das muss gereinigt und genäht werden. Und deine Kopfwunde dazu! Was machen wir nur?!”

Nevis überlegte hektisch. Was sollten sie nur tun? Sie mussten vom Müllfahrzeug runter. Der Abfall, vermutlich aus einer Fabrik oder einem Geschäft, würde auf eine Station zum Pressen gebracht werden. Dann wollten sie nicht im Müll dabei hocken. Außerdem hatten ihre Verfolger gesehen, dass sie mit einem Müllfahrzeug zur Deponie fuhren. Die waren natürlich nicht blöd. Man würde sie früher oder später finden.

“Wir müssen hier runter! Bei der nächsten Gelegenheit!”,

sagte Nevis abgeklärt. Aber jeder Sprung und die damit verbundene Erschütterung würde Sam große Schmerzen bereiten. Sie tat Nevis leid. Nevis fühlte mit ihr. Sam war ihr ans Herz gewachsen.

Nevis konnte in der Ferne die großen Müllhalden sehen. Sie flogen bzw. schwebten jetzt tiefer über ein Slum am Rande der Stadt.


“Jetzt oder nie!”

Und sie zog Sam hoch und beide sprangen auf das Dach einer Wellblechhütte. Die Wucht hielt das Dach nicht stand. Alles brach ein. Eine wütende ältere Frau, drei kleine Kinder und ein alter dünner Mann, der nur in Schlafanzughose war und nur einen Kuchenzahn vorne hatte, standen inmitten der Trümmer und schlugen mit einer Bratpfanne auf Sam und Nevis ein und schimpften lautstark. Die Hütte war wie ein Kartenhaus zusammen gefallen, könnte aber auch genauso schnell wieder aufgebaut werden. Die Kleinen rieben sich die Köpfe. Hoffentlich waren sie nicht arg und ernsthaft verletzt? Nevis griff in ihre Hosentasche und zog zwei Geldscheine hervor. Sie reichte diese der Frau und sie verstummte. Nevis zog Sam weg von hier. Sie rannten aus dem Slum.

“Du musst in ein Bett, dich ausruhen.”,

sagte Nevis verzweifelt und sah sich nach einem Motel oder so um. Hier draußen würden sie nichts finden. Ein Gruppentransportgleiter hielt, andere nannten sowas Bus. Sie stiegen ein. Nevis bezahlte. Sie saßen nebeneinander. Ihr Atem ging noch schnell und schwer. Die Gegend besserte sich. Hochhäuser bildeten das Stadtbild. Sie fuhren an einem Motel vorbei. Auf dem Dach stand es in großen Buchstaben.

“Komm, aussteigen! Ich weiß wohin!”

Nevis stützte Sam. Sie hatte heute ganz schön was abbekommen. Erst durch die Explosion, jetzt war sie angeschossen worden. Nevis wusste, weil man sie suchte, konnten sie nicht legal ein Zimmer an der Rezeption erwerben. Man würde sie verraten. Niemand würde das nicht tun, wenn jene einen Blasterrevolver an der Schläfe hätten. Sie mussten ohne Schlüssel ein Zimmer ergattern. Deshalb sah sie mit ihrem Machtauge, ob Personen im Zimmer waren. Da war eins frei. Ob es vermietet war oder wirklich leer stand, konnte sie natürlich nicht herausfinden. Sie brach durchs Fenster ein. Die Zimmer waren ebenerdig. Sam schob Wache. Sie hatten eine ruhige Ecke zum Park und zum Parkplatz abseits der Rezeption gewählt. Nevis öffnete ihr dann die Tür und ließ sie rein. Koffer standen hier keine. Auch lag nichts herum oder hing im Schrank. Es wirkte unbewohnt.

Sam, leg dich hin! Sei vernünftig! Wo kriegen wir nur einen Arzt her?”

Es piepsten ihre Komgeräte gleichzeitig. Nevis hörte die Nachricht von Etara und sah fragend zu Sam. Das war natürlich sicherer, doch konnte man ihr trauen? Das war nicht mehr selbstverständlich wie es schien, nachdem Julio plötzlich ihr Feind war. Sie hörten Stimmen. Es schloss an der Tür. Nevis hielt schnell die Tür zu. Das Zimmer war wohl gerade vermietet worden, ausgerechnet das! Nevis zog einen Stuhl unter die Türklinke. Dann türmten sie durchs Fenster. Okay, diese Erholung war von extrem kurzer Dauer gewesen. Gleichzeitig hielt ein komischer Gleiter auf dem Parkplatz und zwei dubiose Typen stiegen aus und sahen sich um. Nevis und Sam tauchten hinter den Müllkontainern ab und lugten hervor. War Nevis jetzt paranoid oder hatte sich Julios Bande aufgeteilt und suchte nach ihnen?

“Wir müssen zu dieser Adresse. Wir brauchen Hilfe! Wir müssen es wagen und hoffen, dass es keine Falle ist!”,

flüsterte Nevis Sam leise und entschlossen ins Ohr. Die Typen mit Sonnenbrillen liefen um das Haus herum zur Rezeption. Nevis lief zum ersten Gleiter, knackte das Auto, zündete es und fuhr los wie ein Henker. Sie hatte noch nicht viele Fahrstunden gehabt. Sie versuchte schnell zu fahren, war dabei aber auffällig, denn sie lenkte herrlich. Doch Sam konnte kaum den Arm heben. Nebenbei versuchte sie das Navi zu starten. Wie sollte sie sonst zu dieser Wohnung finden? Schnell gab sie die Adresse ein. Ihre Finger huschten schnell über das Bedienfeld. Das sorgte dafür, dass ihre Augen nicht auf den Verkehr ausgerichtet war. Sie rammte einen anderen Gleiter seitlich beim Schweben. Hoffentlich kam deshalb nicht gleich die Polizei!? Die konnten sie nun wirklich nicht gebrauchen, aber viel Polizei gab es hier nicht! Schnell kurvte sie ab und wechselte drei Etagen höher. Das Navi protestierte und musste die Route neu berechnen. Doch sie waren schon ganz in der Nähe. Nach 2 min waren sie in der Straße. Sie waren da.

Kurze Zeit später gaben sie den Türcode ein. Wessen Wohnung war das? Aufgeräumt war hier lange nicht worden. Lauter Kram lag auf dem Boden. Doch das war jetzt Wurst. Nevis verrammelte die Tür von innen und zog die Vorhänge zu bzw. ließ die Jalousien runter. Jetzt atmete Nevis auf. Besorgt sah sie zu Sam. Sie würden keinen Doktor so schnell heranbringen.


Sam, was soll ich tun?"

Ihr Blick blieb an ihrem blutigen Oberteil hängen.

“Soll ich die Wunde vielleicht etwas säubern? Und..., kannst du mir erklären, warum Julio plötzlich unseren Tod möchte? Was ist hier eigentlich los?”


Nar Shaddaa, in Lucys Appartement: verletzte Sam und Nevis
 
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[Nar Shaddaa | Schattenstadt | Raumhafen, Leroys Landebucht | Etara, Spectre, Lucy, Silas

Silas verstand in dem Moment nur Bahnhof. Sie war erst seit kurzem mit dieser Gruppe unterwegs und kannte die Geschichte von Sam und Nevis bislang noch gar nicht. Wer war dieser Julio? Wieso griff er die beiden an? Wo sind sie jetzt hin? Silas war froh das Etara und Lucy die Führung übernommen hatten, sie kannten die beiden schon wesentlich länger und hatten hier in der Stadt auch schon entsprechende Kontakte geknüpft. So blieb Silas aktuell nicht weiter übrig, als den beiden zu folgen und aufzupassen, dass sich ihnen keiner von hinten nähern konnte.

Etara hatte zusammen mit Spectre schnell die Lage analysiert und die Fluchtrichtung der beiden genau rekonstruiert. Schnell entstand der Plan, die beiden per Müllwagen zu verfolgen. Keine schöne Vorstellung, aber offenbar notwendig. Doch ausgerechnet Lucy hatte plötzlich die Initiative übernommen, mit ihren Kontakten eine Wohnung bereitgestellt und die beiden kontaktieren lassen.


"Mensch Lucy, du bist ja wie ausgewechselt. Ich finde es gut, dass du dich von diesen ekelhaften Glimmstängeln verabschieden willst und bin begeistert, wie du dich für Sam und Nevis einsetzt, obwohl sie dir so zugesetzt haben."


Dann wandte sie sich Etara zu.

"Was meinst du, auf zu deinem Speeder, Spectre abholen und dann zu Lucy´s Appartment? Auf dem Weg könntet ihr mich dann vielleicht ins Bild setzen, was es mit diesem Julio auf sich hat. Ich versteh hier nur Bahnhof."

Silas lächelte ein wenig verlegen. Es war ihr zwar nicht sonderlich unangenehm, aber sie fühlte sich in der Situation ein wenig nutzlos.

[Nar Shaddaa | Schattenstadt | Raumhafen, Leroys Landebucht | Etara, Spectre, Lucy, Silas
 
[Nar Shaddaa | Schattenstadt | Raumhafen, Leroys Landebucht | Etara, Spectre, Lucy, Silas

In Etaras Metier musste man in allen Bereichen flexibel sein, wenn man nicht nur überleben, sondern sich auch ein Stück vom Kuchen sichern wollte. Der abenteuerlustigen und anpassungsfähigen Chiss war diese Notwendigkeit schon immer entgegenkommen, es lag nicht in ihrer Natur, sich fest zu ketten und starr und stur nur einen bestimmten Weg zu gehen. Nein, sie wollte alle Pfade zum Erfolg beschreiten und dabei möglichst viel Spaß haben. Natürlich liefen die Dinge ein wenig anders, seit sie ein Mitglied der Black Sun war und Verantwortung trug, aber grundsätzlich war sie immer noch die selbe, die Draufgängerin vom Schmugglermond, die sich nahm, wen und was sie wollte, und sich dabei einen Kehricht darum scherte, was andere davon hielten.

Was die hübsche Blauhäutige allerdings gelernt hatte, war, dass es keine Schande war, mal zuzuhören, was die Leute in ihrem Umfeld so zu sagen hatten und ihre Vorschläge ernst zu nehmen. Tatsächlich brachte nämlich Lucy eine clevere Alternative ins Spiel, eine Möglichkeit, Sam und ihre Rasselbande zu finden, ohne der womöglich schon erkalteten Spur der Mülltransporter nachzugehen. Die Blondine hatte einen Punkt: Dämlich waren weder ihre Verbündeten noch ihre Verfolger, die Idee mit dem Apartment hatte etwas frisches und unkonventionelles. Etara strich sich nachdenklich übers Kinn, dann grinste sie kurz in die Runde, bevor sie ernst wurde und nickte.


"Überredet. Und nicht nur wegen unserer Nasen. Sam und Nevis werden die Beine in die Hand genommen haben und nicht an einem Ort geblieben sein, und wir brauchen einen halbwegs sicheren Platz, den unsere Gegenspieler nicht kennen. Danke für das Angebot, Lucy."

Etara schenkte der Menschenfrau einen bezaubernden Augenaufschlag und aktivierte dann ihr Komlink, während ihre Begleiterin ein eigenes Gespräch führte, um eine falsche Fährte zu legen und an weitere Informationen zu kommen. Clever, dachte sich die Chiss, und merkte sich, diese Person nicht zu unterschätzen. Ein paar weitere Kontakte auf Nar Shaddaa waren nie verkehrt, und je mehr sie über diesen Julio und seine Fehde mit Sam in Erfahrung bringen konnten, desto besser. Erst einmal aber musste die Truppe irgendwie wieder unter einen Hut kommen. Getrennt waren sie leichte Beute, zusammen eine schlagkräftige Einheit, das leuchtete ein. Die Piratin wählte die passende Frequenz und schickte eine Sprachnachricht mit angehängtem Text ab, ihr melodischer Akzent unverkennbar und ein Beweis dafür, dass sie es war.

"Hey, Blondie, wenn Du und Deine Freunde noch nicht tot sind, findet euch bei dieser Adresse ein. Wir stoßen dazu und dann würde ich einige Erklärungen sehr begrüßen. Wenn es übrigens ein eifersüchtiger Ex ist, hab ich ne Wette gewonnen."

Etara warf ihr Komlink einmal in die Höhe, fing es wieder auf und drehte sich dann zu Silas um, die gerade Lucy in vollen Tönen gelobt hatte und nun vorschlug, Spectre aufzusammeln und los zu fahren. Auch diese Idee fand das Wohlwollen der schlanken Verbrecherin und sie holte in einer fließenden Bewegung die Schlüssel für ihren Speeder aus den Taschen und schmunzelte der Zabrak schief zu, wobei sie sie eingehend musterte. Ihre beiden Begleiterinnen hatten was im Köpfchen, das war ein ein gutes Vorzeichen, und noch im Gehen kontaktierte Etara ihre Freundin, so dass es keine große Verzögerung geben würde, sobald sie den Speeder gestartet hatte.

"Süße, mach Dich bereit, abgeholt zu werden, wir haben einen neuen Treffpunkt. Ich brauche Dich und Deine scharfen Waffen wieder ganz bei mir."

Die Chiss erlaubte sich ein Lachen und küsste ihre Freundin, als sie zu der Gruppe stieß und in den Speeder stieg, dann lenkte Etara das Gefährt schnell und präzise durch die verdreckten Straßen von Nar Shaddaa. Ihr Ziel lag nicht in einer der feineren, für Touristen und Geschäftsleute halbwegs herausgeputzten und "sicheren" Ecken, aber das war kein Problem: Hier war sie schließlich aufgewachsen. Die Fahrt war einfach genug, dass die Blauhäutige nebenbei plaudern konnte, sie fixierte im Rückspiegel die Zabrak und tippte sich kurz an die Stirn.

"Ihr denkt mit, das gefällt mir. Nach allem, was wir über diesen Julio wissen, ist er ein großer Fisch in einem kleinen Teich. Keiner der wirklich wichtigen Akteure, aber stark genug, dass man ihn nicht unterschätzen sollte. Was genau sein Problem mit Blondie ist...keine Ahnung. Scheint was persönliches zu sein. Ich nehm noch Wetten an."

Es dauerte nicht furchtbar lange, bis sie ihr Ziel erreichten. Etara parkte den Speeder unauffällig in der Nähe, stieg aus und prüfte kurz ihre Blaster, bevor sie die Waffen unter dem beigen Mantel verbarg, den sie über ihrer ansonsten recht luftig-praktischen Kleidung trug. Eine kurze Kopfbewegung Richtung Lucy, dann betraten sie den Wohnkomplex und nahmen die Treppen - Fahrstühle waren riskant. Endlich angekommen lag vor ihnen der schummrig beleuchtete Gang und das Apartment. Die Chiss zögerte nicht lange, stellte sich vor die Tür und lächelte kokett in die Überwachungskamera, wobei sie sich durch ihr schwarzes Haar strich und die obersten Mantelknöpfe aufmachte. Für einen Beobachter mochte es also durchaus so aussehen, als hätte sich die Bewohnerin des Apartments was Nettes bestellt...

[Nar Shaddaa | Schattenstadt | Vor Lucys Apartment | Etara, Spectre, Lucy, Silas
 
[Nar Shaddaa | Schattenstadt | Raumhafen, Leroys Landebucht | Etara, Spectre, Lucy, Silas

Sonderlich lange sollte die Fahrt nicht dauern, hieß es. Trotzdem nahm sich Etara während der Fahrt die Zeit, Silas ein wenig über diesen Julio aufzuklären. Scheinbar hatte er persönlich was mit Sam und Nevis zu klären. Grund genug, ihm ein wenig in die Suppe zu spucken.

"Wir sind gleich da, macht euch bereit." rief Etara nach hinten. Silas und Lucy schauten sich an und die junge Zabrak fing an, sich vorzubereiten. Sie war auf den Plan gespannt, den Etara augenscheinlich schon im Kopf hatte, denn sie fing immer wieder an, zu grinsen. Silas war sicher, dass sie ihre Rolle meistern will.

Sie kamen an einem ordentlichen Wohnkomplex an und Etara parkte den Speeder in der Nähe. Die kleine Gruppe stieg aus und Lucy führte sie zu ihrem Apartment. Dort angekommen, knöpfte sich Etara den Mantel ein wenig auf und setzte ein bezauberndes Lächeln auf. Scheinbar wollte sie Fremden gegenüber als Prostituierte erscheinen und so folgte Silas ihrem Beispiel. Sie wollte Initiative zeigen und machte den ersten Schritt.


"Na dann schauen wir mal, ob jemand aufmacht." flüsterte Silas den anderen zu und klopfte an die Tür. "Hey meine Hübsche, deine Silas ist hier."

Entweder waren die beiden Gefährten alleine, oder falls nicht, würde es nicht allzu verdächtig wirken. Da ihr Name in den Straßen nicht bekannt war, sah sie darin auch kein Risiko ihn hier zu nennen. Hauptsache Sam und Nevis würden erkennen, dass ihre Freundinnen vor der Tür stehen.

[Nar Shaddaa | Schattenstadt | Im Speeder auf dem Weg zu Lucys Apartment | Etara, Spectre, Lucy, Silas
 
[Nar Shaddaa | Raumhafen | auf dem Dach] Spectre



Nach Etaras Ansage, zerlegte die Attentäterin wieder Ihr Sniperrifle und zog sich vom Dach zurück. Tatsächlich gestaltete sich das schwerer als gedacht, da sich am Abstieg ein kleiner Tumult gebildet hatte. Die beiden Typen, die von Etara, Silas und Lucy befragt worden wurden, waren wieder zu sich gekommen und sorgten dafür, dass die Chiss abwarten musste. Zumindest war die Truppe aufgestachelt und aufmerksam. Wortfetzen erreichten Sie auf dem Dach, aus denen Sie aber nicht schlau wurde. Sie sah auf Ihr Chrono, auf dem der Timer rückwärtslief. Das Fenster zum Treffpunkt mit Etara schloss sich. Sie musste los…

Sorgfältig befestigte Sie den kleinen Anker der Seilpistole an einem stabilen Rohr und zog Ihre Blasterpistole. Dann sprang Sie. Die Seilpistole surrte, während die Chiss sich von oben den Schlägern näherte. Einige waren bereits wieder aus Sichtweite verschwunden, aber 3 waren noch in der Gasse. Einer versorgte gerade die Platzwunden der beiden, die von Ihren Freunden bearbeitet worden waren. Sie war noch etwa 5m über Ihnen, als einer durch das Surren zu ihr hochsah. Das kurze dreimalige Betätigen des Abzuges beendete jede Gegenwehr. Aber das Ganze war nicht geräuschlos. Spectre lies die Seilpistole hängen und sprintete die Gasse entlang in Richtung des Treffpunktes. Bereits nach wenigen Metern zuckten Blasterschüsse um die Ohren der Maritima, so dass Sie von Deckung zu Deckung huschen musste. Sie hört Rufe und bald schon nahm das Sperrfeuer so zu, dass Sie sich hinter einem Müllcontainer verschanzen musste. Das war mehr als ungünstig…
Sie sah sich um, Lösung, sie braucht eine Lösung…
Ihr Blick blieb an dem Müllcontainer hängen.
Sie atmete tief durch und warf einen kurzen Blick trotz des Sperrfeuers in den Container… Sie hatte Glück, das Material schien brennbar zu sein. Wieder in Deckung entnahm Sie die Energiezelle aus Ihrem Blaster und schloss Sie kurz. Ihr blieb wenig Zeit, bis sich die Zelle überladen und explodieren würde. Sie lies die Zelle in den Container fallen und rannte los.

Die Explosion zerriss den Container. Was auch immer darin gewesen sein musste, es waren nicht nur Klamotten und Müll. Spectre wurde von der Druckwelle nach vorne gerissen und Sie kam unsanft auf dem Boden auf. Ein Blick zurück zeigte Ihr die brennende Gasse. Zumindest würde Ihr niemand folgen. Sie raffte sich auf und rannte weiter…

Am Treffpunkt sprang Sie in den Gleiter und nickte den anderen zu. Ganz ohne Schrammen war die Scharfschützin nicht davongekommen, aber die Wunde am linken Arm blutete nicht kritisch. Ein umherfliegendes Teil hatte Sie wohl getroffen. Aber dafür war später Zeit, im Moment musste es so gehen.

Am Apartment angekommen, winkte Sie die anderen nur nach vorne, während Sie sich im Flur an die Wand lehnte. Dem fragenden Blick Ihrer Freundin begegnete Sie nur mit einem Kopfschütteln. Anderes war wichtiger, auch wenn die Wunde nicht aufhören wollte zu bluten.



[Nar Shaddaa | Schattenstadt | Vor Lucys Apartment] Spectre, Etara, Lucy, Silas
 
Nar Shaddaa / Schattenstadt / Apartment von Lucy / Sam, Nevis

Mittlerweile konnte sich die Blondine kaum noch auf den Beinen halten. Wie lange war das her, dass sie fast mit ihrem Schiff explodiert sind? Sich in der Werkstatt vor ihren Verfolgern versteckt und Paul zurückgelassen haben? Sam kam es wie eine Ewigkeit vor. Allein der Geruch nach altem modrigen Öl und die Schmerzen in ihrem Arm erinnerten daran, dass die Erlebnisse noch nicht lang her sein konnten. Nevis hatte zum Glück nach dem Sprung vom Kran die Führung übernommen. Die Landung auf - oder besser gesagt in - der Wellblechhütte war zwar alles andere als sanft, aber auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen. Es hätte Sam nicht gewundert, wenn beim Ziel des Müllwagens schon ein Empfangskomitee gewartet hätte. Die Fahrt mit dem Bus, der kurze Einbruch in das Motel und das Klauen eines Gleiters waren exzellente Arbeit gewesen, um für Verwirrung zu sorgen und um ihre Spuren zu verwischen. Den Arsch hatte ihnen aber schließlich Etara gerettet. Das Apartment hatte alles, was sie gerade brauchten: ein funktionierendes Bad, medizinische Versorgung und ein Bett. Sie fanden sogar ein paar Konserven, mit denen sie neue Kraft tanken konnten.

Nevis hatte unter Anleitung von Sam die Blasterwunde mit Bacta versorgt. Die Platzwunde am Kopf konnte die Blondine selbst nähen, das wollte sie der Kleinen nicht überlassen. Das Wasser in der Nasszelle war zwar kalt, aber Sam versuchte sich dennoch so gut es ging wieder etwas frisch zu machen. Zwar hatte sie keine Wechselklamotten dabei, doch sie fühlte sich danach wie ausgewechselt. Sie machte zwei Konserven für sich und Nevis warm und kurze Zeit später saßen sie an einem kleinen Küchentisch.


"Das war verdammt knapp heute. Ohne dich wäre ich jetzt Banthafutter, Kleine. Du hast diese Sache aber mittlerweile echt drauf."

Nevis war nicht mehr das Kind von damals, als sie sich das erste Mal getroffen hatten. Sie hatte seitdem merklich ein paar Zentimeter dazugewonnen, war weiblicher geworden, mutiger und konnte sich auf Nar Shaddaa mittlerweile behaupten. Nicht jeder überlebte diesen Planeten. Wer es schaffte, war definitiv aus einem anderen Holz geschnitzt. Nevis wollte von Sam wissen, weshalb Julio plötzlich ihren Tod wollte. Sam nickte zunächst nur, während sie überlegte. Die Kleine hatte auf jeden Fall das Recht dazu, es zu erfahren. Das hatte sie sich verdient. Außerdem steckte sie bis zum Hals mit drin.

"Als ich das letzte Mal bei ihm war, wollte ich mit ihm über die Black Sun sprechen, über Etara und ihre Leute. Ich wollte ihm erklären, dass das eine große Chance für mich... für uns sein könnte und dass wir viele Credits damit machen. Julio wollte davon aber nichts hören. Er hat nur noch seinen Krieg im Kopf und wer den nicht unterstützt, ist automatisch ein Verräter. Wir haben uns eine Weile angeschrien, bis ich gegangen bin. Dass er so weit gehen würde..."

Der alte Mann war für sie wie ein Vater. Er hatte sie aufgezogen, ihr alles beigebracht, ihr eine Heimat und das Gefühl von Geborgenheit gegeben. Sam wusste nicht, wie sie damit nun umgehen sollte. Hatte sie sich so viele Jahre in ihm getäuscht? Oder lag der Fehler doch bei ihr? Schuldete sie ihm die Loyalität, die er einforderte, so dass sie ihre eigenen Ziele hinten anstellen musste? Wie sollte das alles enden?

Das Klopfen an der Tür riss sie aus ihren Gedanken. Blitzschnell griff sie nach ihrem Blaster und warf Nevis einen kurzen Blick zu. Dann hörte sie die Stimme dieser Silas. Zwar hatte sich Etara bereits angekündigt, doch Sam blieb misstrauisch. Das war Nar Shaddaa. Wer nicht misstrauisch war, konnte schon morgen tot sein. Sie machte ihren Blaster bereit, richtete ihn auf die Tür und öffnete einen Spalt. Die Zabrak stand vor der Tür, neben ihr Etara. Spectre und Lucy stand etwas abseits im Gang. Sam öffnete die Tür und ließ die Frauen eintreten, bevor sie nochmal einen Blick in den Flur warf, um nach Verfolgern Ausschau zu halten. Dann verriegelte sie wieder die Tür.


"Ich hoffe, ihr wurdet nicht verfolgt."

Erst jetzt fragte sich Sam, was die vier hier überhaupt wollten. Sie war noch kein Teil der Black Sun. Etara war nur eine Geschäftspartnerin und Sam und Lucy wollten sich bei ihrem letzten Treffen am liebsten gegenseitig erschießen. Wenn die Blauhaut einen Deal mit Julio gemacht hatte, war ihr Berg an Problemen gerade nochmal um einiges gewachsen. Sam setzte sich zurück an den Küchentisch und richtete ihren Blaster auf die Gäste.

"Was wollt ihr? Wenn ihr Kopfgeld kassieren wollt, hab ich schlechte Nachrichten. Bei dem 'tot oder lebendig'-Part bevorzuge ich 'tot und ich nehme so viele mit wie ich kann'. Also?"

Nar Shaddaa / Schattenstadt / Apartment von Lucy / Sam, Nevis, Etara, Silas, Lucy, Spectre
 
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