Nal Hutta, Nar Shaddaa (Y'Toub-System)

Nar Shaddaa / Hyperraum Casino / untere Ebene / Sam, Nevis, NPCs: Baku, Diskk, Rattle

Sam schwitzte, dabei hatte sie nicht einmal die Brustplatte an. Das Teil war schwer und hatte auf Serenno einiges abbekommen, doch die Blondine hatte sich seitdem nicht darum gekümmert, die beschädigten Stellen wieder auszubessern. Zudem hatte sie sich eingeredet, dass der Überfall kein großes Ding werden würde. Die erbitterte Gegenwehr der Raiders sprach bisher allerdings eine ganz andere Sprache. Das hier stand Galantos in fast nichts nach. Nur die schwere Artillerie fehlte. Wobei diese ihnen hier unten auch nichts gebracht hätte.

Mit dem Blaster im Anschlag folgte sie Baku durch die Gänge. Der Fischkopf hatte sich den Weg wohl ebenfalls gut eingeprägt, denn er führte sie ohne zu zögern durch das Gängegewirr in den unteren Ebenen des Casinos. Doch als der Mon Cal um eine Ecke bog, brach aus heiterem Himmel die Hölle los. Mit einem kreischen erwachte plötzlich etwas, das Sam an dem Geräusch sofort als schweren E-Web-Blaster identifizieren konnte. Und Baku bekam die volle Breitseite ab. Von den vielen Einschlägen wurde er regelrecht zurückgeworfen und an die Wand gepresst, an der er schließlich leblos herunterglitt. Sam, die dicht hinter ihm gewesen war, hatte Glück gehabt. Der Mon Cal in seiner Rüstung hatte ihr genug Deckung geben können, um schnell wieder zurück zur Ecke zu huschen, von wo aus sie den Tod von Baku beobachten konnte.

Die Crew des Geschützes wusste vermutlich, dass hier unten noch mehr von ihnen waren. Wahrscheinlich hatten sie Sam sogar gesehen, weswegen sie nun in unregelmäßigen Abständen ihre Ecke mit Feuer eindeckten. Sam musste brüllen, um den Lärm zu übertönen.

"Die schützen den Tresor, der müsste hier gleich sein. Hat jemand eine Idee, die uns nicht umbringt?"

Es war die grünhäutige Diskk, die ohne etwas zusagen zuerst auf Nevis zeigte und danach auf einen Lüftungsschacht über ihnen. Sam verstand sofort.

"Rattle, hilf ihr rauf. Kleine, verschaff dir da oben Zugang zum Schacht. Schlag das Gitter einfach mit dem Blaster ein. Genau so! Versuch hinter die Bastarde zu kommen und mach sie fertig."

Wieder einmal erwies sich Nevis als hervorragende Hilfe. Zwar war sie in der Zwischenzeit etwas gewachsen, aber in ihrem Alter war sie immer noch schmal genug um Stellen zu erreichen, die Sam verwehrt blieben. Mittlerweile hatte es sich wirklich ausgezahlt, die Kleine aufzunehmen und in sie zu investieren. Vorausgesetzt, sie ging jetzt nicht drauf.

Nar Shaddaa / Hyperraum Casino / untere Ebene / Sam, Nevis, NPCs: Diskk, Rattle
 
Nar Shaddaa, während des Überfalls im Hyperraumcasino, im Keller des Gebäudes: Nevis mit Sam und anderen Teamkollegen und feindlichen Wachleuten

Sie folgten dort unten einem der Typen, die bei ihnen waren, der, wenn Nevis sich nicht irrte, Baku hieß. Sie konnte sich die Namen irgendwie nicht merken. Aber das war wohl auch nicht besonders wichtig. Wichtig war, dicht hinter Sam zu bleiben und unverwundet und lebend hier wieder raus zu kommen. Natürlich war es auch wichtig, den Auftrag zu erfüllen, denn deshalb waren sie schließlich hier. Baku schien sich hier auszukennen oder den Plan perfekt vor seinem geistigen Auge zu haben. Zumindest ging es flott voran.

Es war offenbar zu leicht gewesen, denn abrupt endete es. Sie wurden kurz nach dem sie um eine Ecke gebogen waren, stark beschossen. Nevis kehrte auf dem Absatz um, duckte sich und machte, dass sie wieder hinter die Ecke kam und schoss mehrmals in die Richtung, aus der die Schüsse kamen. Sam schaffte es auch. Das war beruhigend. Sie lugte mit Sam um die Ecke. Sam hatte den Kopf über Nevis und beide sahen wohl gleichzeitig, dass dieser Baku durchlöchert war. Schnell zog Nevis den Kopf wieder zurück. Der nächste Schuss ließ die Ecke bröckeln. Nevis trat zwei Schritte zurück. Er war tot. Nevis war froh, dass sie und Sam es nicht gewesen waren, denn das hätte ebenso gut passieren können und schämte sich auch gleich dafür. Aber, musste sie sich wirklich des Gedankens schämen? Sie war so jung und hatte ihr ganzes Leben noch vor sich. Natürlich tat ihr der ihr Unbekannte, denn das war er, leid. Doch ihre Gedanken wurden jäh beendet. Sam zog ihre Schlüsse und versuchte sich ihnen mitzuteilen. Das war schwer, denn es war laut unter dem fortwährendem Beschuss. Sam glaubte, der Tresor war nah und diese Leute beschützten ihn.

Der Beschuss war heftig. Was sollten sie tun? Sam fragte nach Ideen. Nevis versuchte nachzudenken. Doch der Grüne unter ihnen war schneller. Er zeigte auf Nevis und Nevis bekam in dem Moment einen Schreck und auf den Lüftungsschacht. Ach so, beruhigte sie sich. Doch nur kurz, denn dann kam Sams Anweisung. Da schluckte Nevis doch. Aber tapfer machte sie sich bereit und stieg in die zusammengefalteten Hände von Rattle. So hatte Sam ihn eben genannt. So reichte Nevis rauf zum Schacht. Sie nahm wie Sam ihr vorschlug, den Blaster und schlug das Gitter ein.

Vorsichtig und leise kroch sie in Richtung der Tresorverteidiger. Toll, dachte sich Nevis, jetzt hängt alles von mir ab! Bei dem Gedanken zog sich ihr Magen zusammen. Daher beurteilte sie das Vorhaben nicht ganz so positiv wie Sam und die Anderen. Nicht soviel nachdenken, einfach machen, ermunterte sie sich gedanklich selbst. Zuerst war es nur ein weißer Schacht, doch dann kam ein Gitter am Boden. Sie sah deren Köpfe. Ganz vorsichtig kroch sie mit klopfendem Herzen über sie hinweg. Nicht sabbern, keinen Schweißtropfen verlieren, impfte sie sich ein. Das mit dem Sabbern war eher hin zu kriegen, als das mit dem Schweiß. Natürlich bildete sich auf ihrer Stirn Angstschweiß. Wer hätte in dieser Situation keine Angst gehabt? Dieser lief an ihren Schläfen hinab. Auch liefen Tropfen ihre Lekku hinunter. Da jene vor Aufregung zitterten, erhöhte sich das Risiko, dass es gleich tropfen könnte. Sie musste sich beeilen, ehe ein Tropfen fiel. Die Sicherheitskräfte des Casinos oder speziell des Tresorraumes deckten Sam und ihre Begleiter weiter mit Schüssen ein. Ihr Focus war absolut auf die Ecke gerichtet. Es war krachend laut. Das war Nevis` Vorteil.

Sie hatte es geschafft. Sie war vorbei. Wieder war sie zwischen Beton unterwegs. Plötzlich krachte es stärker als vorher und alles erbebte. Was hatte das nur verursacht? Was war das für eine Waffe oben im Casino gewesen? Es rieselte leicht von der Decke in dem schmalen Gang, den Nevis lang kroch. Sie zog schnell ihr Shirt vor Nase und Mund. Nur nicht husten müssen! Nach einem kleinen Wartemoment ging es weiter! Hoffentlich würden nicht noch mehr solcher Starken Waffen eingesetzt, nicht dass der Schacht noch einstürzen würde. Hier hätte keiner der dicken großen schweren muskelbepackten Typen durchgepasst. Nevis fühlte sich wichtig. Das war ein gutes Gefühl, dass sie beflügelte, obwohl sie vor dem Anderen, vor dem, was man von ihr erwartete, große Angst hatte. Sam erwartete viel von ihr. Verdammt viel!

Nevis kam am nächsten Gitter an. Nun war sie hinter den Wachleuten. Gut! Es war weiterhin irre laut durch die Schüsse. Vorsichtig entfernte sie das Gitter und tat es zur Seite. Und nun, wie weiter? Nevis überlegte kurz. Sollte sie sie von hinten oder von oben angreifen? Sollte sie einem nach dem Anderen besser ein Messer in den Hals rammen oder lieber den Blaster nehmen? Mit dem Messer würde sie Gefahr laufen, von ihren Leuten aus Versehen erschossen und auch eher entdeckt zu werden, denn sie standen alle dicht beieinander. Ihre Waffe hatte einen Schalldämpfer, den sie noch nie benutzt hatte. Nevis holte ihn hervor und schraubte ihn auf. Sie sollten nicht hören, woher die Schüsse kamen. Wenn jemand getroffen wurde, sollten sie denken, es käme von der Ecke vor ihnen. Dennoch musste sie es schnell tun, ehe ihr jemand auf die Schliche kommen würde. Nevis zögerte nicht. Sie wusste, was sie tun sollte. Während sie sich weiter beschossen, handelte sie. Noch von oben erschoss Nevis einen Wachmann mit einem gezielten Kopfschuss nach dem Anderen. Als der letzte fiel, verstummten die Schüsse und Sam und die Anderen kamen und Nevis sprang hinunter. Stolz sah sie Sam an. Sie war sehr froh, dass sie das hinbekommen hatte.


Nar Shaddaa, während des Überfalls im Hyperraumcasino, im Keller des Gebäudes: Nevis mit Sam und anderen Teamkollegen
 
[Nar Shaddaa | Vergnügungsviertel| Cantina „Raucous Rancor“ | VIP-Bereich | Etara, Spectre, Handlanger aller Art (NSC)



Nach dem Zusammenprall der beiden Chiss auf dem Schiff, bei dem Sie Ihre brodelnde Eifersucht verleugnet hatte, war das provozierende Verhalten der Ad’ika abzusehen gewesen.

Spectre sah erst gar nicht hin, aber Pa’lok, ein rodianische Schläger konnte ein Kichern nicht unterdrücken, für das er von der Chiss unterm Tisch einen Tritt gegen das Schienbein kassierte.

Die kleine Gruppe hatte sich Zwischen VIP und normalem Bereich platziert und beobachtete unauffällig das Geschehen und die Leute. Im Gegensatz zu den unruhigen Straßen war es im Club friedlich, was nicht zuletzt an den beiden bulligen Wachen am Eingang liegen mochte.


„Passt weiter auf.“

Gab Sie Ihren Schlägern den Auftrag und stand auf um Richtung Bar zu gehen. Natürlich wollte Sie nichts zu trinken holen, sondern die braunhaarige Menschenfrau an der Bar, die viel zu auffällig Etara beobachtete, zu Rede stellen.

„Zwei Dagobah Slug Slinger…“

Gab Sie als Antwort dem fragenden Blick des Barkeepers, ohne der Menschenfrau neben Ihr eines Blickes zu würdigen. Diese wiederum verlagerte Ihre Aufmerksamkeit erneut zu Etara, nachdem sie Spectre kurz gemustert hatte.

Als die beiden Cocktails fertig waren, bezahlte die Chiss und drehte sich mit dem Rücken zur Bar. Wortlos hielt Sie der Frau einen der Drinks hin, die daraufhin verwirrt zu Spectre sah.

„Auf gemeinsame Bekannte?“

Fragte Spectre und deutet mit einem Nicken in Richtung Etara.

„Und Weglaufen wäre eine dumme Idee.“

Setzte Sie nach, als Sie den hektischen Blick der Frau bemerkte. Schließ0lich nahm Sie den Drink, sah zu Spectre und hielt Ihr das Glas zum Anstoßen hin.

„Na dann, auf Etara…“

Spectre stieß an, und nahm einen kleinen Schluck.

„Ich nehme an, Du passt auf Sie auf?“

Fragte die Menschenfrau

„Ich bin übrigens Jila.“

Spectre, ja, so ähnlich, und was willst Du von Ihr?“

„Weiß nicht reden vielleicht… Ist schon lange her…“

Dabei zog Sie Ihr Shirt am linken Arm etwas hoch und die Tätowierung von 2 gekreuzten Dolchen kam zum Vorschein. Dieselben, die Etaras Bauch zierten.

„hmm… ich denke die Zeit für so eine alte Freundin kann Sie sich nehmen, aber keine Dummheiten, klar?“

„Logo.“

„Dann komm…“

Spectre rutschte vom Barhocker und schlendete zu Etara mit Jila im Schnepptau.

„Du hast Besuch. Ich denke Ihr habt Euch was zu erzählen… ach,, und der ist eher was für Dich.“

und reichte Etara den Cocktail.





[Nar Shaddaa | Vergnügungsviertel| Cantina „Raucous Rancor“ | VIP-Bereich | Etara, Spectre, Handlanger aller Art (NSC), Jila (NSC)
 
[Nar Shaddaa | Vergnügungsviertel| Cantina „Raucous Rancor“ | VIP-Bereich | Etara, Spectre, Handlanger aller Art, Jila (NSC)

Vergnügen schmeckte manchmal umso süßer, wenn es mit einer gewissen Bitterkeit für andere erkauft wurde. Etara empfand viel für Spectre, wahrscheinlich liebte sie die andere Chiss mehr, als sie jemals irgendjemanden geliebt hatte. Aber das hieß noch lange nicht, dass sie einen Exklusivanspruch auf die Piratin besaß oder sich irgendwelche Eifersuchtsszenen erlauben durfte. Ganz besonders dann nicht, wenn dadurch wichtige Einsätze gefährdet wurde. Der Ärger auf Argai steckte der abenteuerlustigen Blauhäutigen noch immer etwas in den Knochen und war mit einer der Gründe, warum sie sich freute, zum Schmugglermond zurückgekehrt zu sein. Es gab kaum einen besseren Ort in der Galaxis, um Dampf abzulassen und sich zu entspannen. Also kostete Etara in vollen Zügen aus, was dieser Ort zu bieten hatte, und ließ es sich nicht nehmen, ihrer Freundin zu zeigen, dass sie zwar verziehen, aber nicht vergessen hatte.

Derartige Gedanken wanderten jedoch rasch in den Hintergrund, als die gehorsam kniende Menschenfrau und der attraktive Zeltron sich zu ihr auf die Sitzecke gesellten und begannen, sie nach allen Regeln der Kunst zu umgarnen und zu verwöhnen. Etara räkelte sich wohlig und küsste mal den einen und mal die andere, ließ ihre Hände über glatte, weiche Haut und harte Muskeln streichen und genoss die Hitze, die Anspannung, die Erregung, die sich aufbaute und steigerte und schließlich darin mündete, dass Kleidung von Körpern gerissen wurde und ein lustvoller Reigen einsetzte, als schöne Körper miteinander verschmolzen und sich gegenseitig erfreuten. Etara machte sich nicht die Mühe, ihre Lust diskret zu halten, sondern teilte sehr direkt und für jeden in Hörweite mit, was ihr gefiel – und davon gab es einiges.

Erst nachdem sich die Ekstase ins unermessliche gesteigert hatte und einer erschöpften, aber zufriedenen Stille wich, ließ sich die schlanke Kriminelle glücklich in die weichen Kissen fallen und seufzte. Ihre roten Augen glänzten, auch dank der hochwertigen Gewürze, die in ihrem Kreislauf für Wirbelstürme sorgten, ein paar Schweißperlen glitzerten auf ihrer glatten blauen Haut, kurzum, die Chiss vermittelte einen Ausdruck von höchster Entspannung. Generös tätschelte sie den Kopf der Menschenfrau, die sich wieder zu ihren Füßen gesetzt hatte und sich daran schmiegte, und bedeutete dem Zeltron, ihr das zu Boden gefallene Kleid zu bringen und sich dann auf die Lehne zu setzten. Etara kleidete sich wieder an, stützte ihr Haupt auf dem Arm und ließ sich einen Schluck Wasser reichen, bevor sie sich zur Seite drehte und die Decke anstarrte, an der tausend Sterne zu tanzen schienen. Die Piratin grinste ein breites, weißes Lächeln, sich der Tatsache, dass sie genügend Drogen für zwei intus hatte, vage bewusst, und streckte faul eine Hand aus, um einen der Sterne zu packen.

Hier war es schön, befand Etara, und war mit der Aussicht, noch eine Weile auf Sam und ihre Truppe warten zu müssen, zumindest teilweise versöhnt. Und auch gegenüber Spectre war sie milder gestimmt, immerhin hatte die ehemalige Imperiale damals im All über Argai einige kluge Dinge gesagt und schien sich derzeit auch gut im Griff zu haben. Die aufstrebende Verbrecherin entschied, die andere Blauhäutige dafür bei passender Gelegenheit zu belohnen – das machte schließlich mindestens so viel Spaß wie Bestrafen und musste manchmal auch gar nicht so strikt getrennt werden. Etara kicherte, hörbar vergnügt, bevor sie langsam den Kopf drehte, als ein Surren Besuch ankündigte. War das schon Sam? Etara richtete sich etwas auf und winkte gebieterisch, so dass ihr neuer Bekannter mit der rosafarbenen Haut und den markanten Bauchmuskeln sich daran machte, die Besucher herein zu lassen. Diese entpuppten sich in zweifacher Hinsicht als vertraute Gesichter, denn zum einen war da natürlich Spectre, die von ihrer Freundin mit einem charmanten Lächeln und einem über zwei Finger gehauchten Kuss begrüßt wurde, und eine weitere Gestalt, die ihr nicht unbekannt war. Einen Menschenfrau, eher klein und zierlich, braunes Haar – konnte es sein? Die Chiss wölbte überrascht eine Augenbraue und musterte die Person, die etwas unsicher ihr dekadentes Domizil betrat. Dieser Anflug von Schüchternheit, zusammen mit den Ansätzen einer Tätowierung am linken Arm in Form zweier gekreuzter Dolch, gab den Ausschlag, und die Neugier machte Freude Platz, als Etara lachend den Kopf in den Nacken warf und sich schwungvoll aufsetzte.


Jila! Das ist ja mal eine Überraschung!“


Erinnerungen fluteten Etaras benebelten Verstand, Bilder, Gerüche, Gefühle, von wilden Verfolgungsjagden, nächtlichen Sauftouren und Intimität, von Lachen und Brüllen. Rasch bedeutete die Chiss ihrer alten Bekannten, Platz zu nehmen, und musterte sie dann. Jila war immer noch die gleiche, ein paar Jahre älter vielleicht, aber ansonsten hatte sie sich nicht wirklich groß verändert. Als Spectre verkündete, dass sich die beiden wohl einiges zu erzählen hatten, nickte die Chiss und schenkte der anderen Blauhäutigen einen kurzen Augenaufschlag. Als die Scharfschützin sogar noch einen Cocktail herüber reichte, wölbte Etara anerkennend eine Augenbraue und ließ es sich nicht nehmen, mit ihren Fingern über Spectres Handrücken zu streichen, während sie Blickkontakt aufnahm und sich verschmitzt auf die Unterlippe biss. Ihre Stimme ähnelte dem zufriedenen Schnurren eines Nexu, weich und melodisch.


„Du verwöhnst mich, Spec. Bringst mir eine alte Freundin und einen...Dagobah Slug Slinger? Hm, genau das richtige. Komm, gesell Dich zu uns. Keine Sorge, Jila. Spectre passt sehr, sehr gut auf mich auf, aber wer mir nichts Böses will, hat von ihr nichts zu befürchten. Auf alte und neue Freuden! Auf die „Lucky Knives“ und uns!“


Feierlich hob die Piratin ihr Glas und stieß mit Jila an, die sie kurz umarmte, dann lehnte sich Etara zurück und nippte hier und an ihrem Drink. Hatte sich ihre Ankunft bereits herum gesprochen oder war diese Begegnung bloßer Zufall? So oder so war es nett, ihre Gefährtin aus Gangzeiten wiederzusehen, und obendrein konnte sie vielleicht auch das ein oder andere über die aktuelle Lage berichten – bei diesem Gedanken warf Etara einen kurzen, konspirativ angehauchten Blick zu Spectre, die gewiss Augen und Ohren für mögliche Gefahren offen hielt. Nach ein wenig Smalltalk und dem Schwelgen in nostalgischen Erinnerungen lenkte die Chiss das Gespräch daher auch in die entsprechende Richtung. Jila wirkte ein wenig nervös – das war sie damals auch schon gewesen und hing vielleicht damit zusammen, dass sie damals schwer in Etara verknallt gewesen war und nun wohl das ein oder andere Gefühl wieder nach oben kam. Aber es war nicht der einzige Grund. Nachdem Alkohol und Lächeln ihre Zunge etwas gelockert hatten, kam die Menschenfrau zur Sache: Die Straßen hatten sich verändert. Die alten Gangs, die „Lucky Knives“, die „Bad Bloods“ (bei ihrer Erwähnung spuckte Etara traditionsbewusst aus), die „Soaring Hawk-bats“, die „Twisted Streets“, die „Red Rancor Raiders“, sie alle kämpften nicht nur alte Fehden aus, sondern mussten sich Konkurrenz erwehren. Junges, frisches Blut, das die Alten herausforderte. Doch damit nicht genug: Als Reaktion hatten die „Etablierten“ ganz gewaltig aufgerüstet. Erstaunt hörte Etara von militärischer Ausrüstung, von schweren Blastern, Thermaldetonatoren, verschlüsselten Komlinks, Panzerung, von ganzen Straßenzügen, die mit reichen Versprechungen als Blasterfutter zu den Gangs gelockt wurden.


„Die Zeiten von Blasterpistole und corellianischer Brandy mit brennendem Stofftuch drin sind wohl vorbei, hm?“


Merkte die Blauhäutige nachdenklich an, was Jila zu einem heftigen Nicken veranlasste, ihre Nervosität rührte nicht zuletzt daher, dass es letzte Woche Twitch erwischt hatte, der Rodianer und sein Speeder waren von einem Repetierblaster regelrecht durchlöchert worden. Etara fluchte und goss dann ihren Cocktail als Salut für den quirligen Zeitgenossen aus, den sie durchaus gern gehabt hatte. Es brodelte, und zwar ganz gewaltig. Waffen und Credits hatten ihren Weg auf den Schmugglermond gefunden, in einem zuvor ungeahnten Ausmaß. So, wie ihre alte Freundin es beschrieb, klang es danach, als wäre genügend Feuerkraft hier versammelt, um einem ausgewachsenen Bandenkrieg zu führen. Ein Krieg, der diesen Namen auch wirklich verdient hatte. Etara drückte kurz tröstend die Schulter ihrer einstigen Weggefährtin und warf dann einen bedeutungsschweren Blick zu Spectre. Die Sache war offenbar größer, als sie gedacht hatten...


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Die Situation, die Spec mit Jila im Schlepptau vorfand war…. typisch… absehbar… ernüchternd… zumindest für die Eximperiale. Sie biss sich unterbewusst auf die Lippe, sagte oder zeigte jedoch keine anderen Anzeichen, dass Ihr das nicht gefiel. So konnte Sie auch nicht wirklich die Zeichen von Ihrer Freundin einordnen. War das ehrlich gemeinte Zuneigung, ein Spiel oder gar eine Provokation? Sie konnte es nicht sagen. Die Schmugglerin war so sprunghaft in Ihrer Art, einerseits machte es sie interessant, andererseits unberechenbar.

Jedenfalls war sie froh, als Etara Ihr den Cocktail abgenommen hatte und folgte der Einladung sich ebenfalls zu setzen, nachdem Sie sich selbst etwas antialkoholisches genommen hatte aus der kleinen Bar in dem auch sonst üppig ausgestatteten Separee. Spec lehnte sich zurück und genoss den gekühlten Fruchtsaft mit halb geschlossenen Augen. Ihre Aufmerksamkeit war deshalb keineswegs gemindert, aber das musste die Menschenfrau namens Jila nicht wissen. Vertrauen war das eine, aber Kontrolle immer schon die bessere Alternative gewesen.

Tatsächlich interessierte die Chiss sich nicht auf die gesprochenen Worte und hörte auch nur mit halbem Ohr hin, den Verlauf lediglich nach Schlüsselworten überwachend.


„Wie positionieren sich die Hutten?“


Das war immer eine spannende Frage für diesen Sektor und besonders Nar Shaddaa. Irgendwie mussten die offiziellen Stellen ja reagieren und öffentliche Informationen waren nicht immer mit den Tatsachen der Straße kompatibel. So war die Aussage der Gangerin eine wichtige Information für die Black Sun Mitglieder.

Jila zuckte mit den Schultern.



„So richtig positioniert haben Sie sich noch nicht, aber es brodelt.“


Die Chiss strich sich nachdenklich über das Kinn. Das konnte jetzt gut oder schlecht sein. Entweder war das von langer Hand geplant um ‚auszuräumen‘ oder die Hutten waren überrascht worden. Hinweise, dass teilweise externe Kräfte im Brei rührten waren ja durchaus vorhanden. Sie blickte zu Ihrer Freundin, die Ihre Gedanken mühelos erraten konnte. Potential… egal wie, die Black Sun konnte den Schnecken ordentlich in die Suppe spucken.

Aber fraglich war natürlich, wem man auf dem Mond trauen konnte, was die Insiderinnformationen anging. Diese Sam, mit denen Sie auf schon einmal kurz Kontakt hatten war kein Black Sun Mitglied, ebenso wenig die die alten Kontakte von Etara. Hier war Vorsicht angebracht. Immerhin konnte man sich auch etwa einfangen. Die meisten Verbrecher waren, was Loyalität betraf, weniger käuflich als Beamte. Denn denen wurde nicht unbedingt das Licht ausgeknipst, wenn der Verrat ans Licht kam.


„Wie stehts eigentlich um die Integrität der Lucky Knifes?“


Sprach Spectre den Punkt bei Jila an, der für die Maritima am dringlichsten war. Etara war kein unbeschriebenes Blatt und es bestand die Möglichkeit, dass die Hutten wussten, dass die blauhäutige Schmugglerin in Diensten der Black Sun stand.



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Nar Shaddaa / Hyperraum Casino / untere Ebene / Sam, Nevis, NPCs: Diskk, Rattle

Noch immer flogen Blasterschüsse den Gang hinunter und prasselten gegen die Wand neben ihnen. Ein gut betreutes E-Web konnte diesen Beschuss ewig aufrecht erhalten, wusste Sam. Bei der Armee hätte man womöglich versucht die Stellung zu umgehen oder mechanisierte Verstärkung angefordert, um durchzubrechen. Beides war hier allerdings nicht möglich. Sie hatten auch keine Granaten, mit denen sie die Stellung der Casino-Secs ausräuchern könnten. Alles in allem saßen sie in der Falle. Ein Vorrücken wäre Selbstmord, das wussten sie alle. Der Mon Cal war das beste Beispiel dafür. Seine Rüstung wurde von dem E-Web einfach durchlöchert. Er hatte keine Chance. Ihre einzige Hoffnung war nun Nevis. Der Wookiee half ihr in den Lüftungsschacht und danach hieß es abwarten. Sam wurde dabei etwas nervös und steckte sich deshalb eine Zigarette an. Sie vertraute Nevis. Die Kleine erinnerte Sam mittlerweile immer mehr an sie selbst. Talentiert, aufgrund des Alters ein gewisser unschuldiger Schein und dadurch umso gefährlicher. Sie hatten viel mit den Blastern trainiert und die Kleine war im Umgang mit den Waffen nun fast so geschickt wie Sam selbst. Lediglich das Selbstbewusstsein fehlte ihr noch etwas, aber das würde noch kommen, da war die Blondine sich sicher. Sam zündete die Zigarette an, nahm einen tiefen Zug. Das Kreischen des E-Webs verstummte plötzlich. Sam nahm noch einen kräftigen Zug und spähte dann um die Ecke. Die Secs lagen tot am Boden und elegant sprang Nevis wieder aus dem Lüftungsschacht. Sam verließ die Deckung.

"Gut gemacht, Kleine. Ich hoffe, dass weitere Überraschungen uns jetzt erspart bleiben."

Sie nickte Nevis anerkennend zu, um ihre Worte zu unterstreichen. Dann stieg sie über die Leichen und folgte weiter dem Gang. Es konnte kein Zufall sein, dass sie ausgerechnet hier nochmal auf so starken Widerstand stießen. Und tatsächlich: nur ein paar Ecken weiter war die massive Tür des Casino-Safes. Sams Herz machte einen Hüpfer. Sie hatten es bis zu ihrem Ziel geschafft. Der Rest war einfach. Sie mussten nur noch die Tür aufmachen, alles einpacken und dann wieder abhauen. Ihre leichteste Übung.

"Die Sprengladungen, kommt schon!"

Der Wookiee stellte die Tasche mit dem Sprengstoff auf den Boden, so dass jeder sich eine Ladung schnappen und sie anbringen konnte. Als die Ladungen platziert waren, nahm Sam den Zünder und scheuchte die Truppe um die nächste Ecke, damit sie in Deckung waren. Sam war bei weitem keine Expertin für Sprengstoffe und konnte daher schlecht abschätzen, wie sehr es gleich rumsen würde. Ohne weiter drüber nachzudenken, drückte sie auf den roten Knopf. Die Erschütterung überraschte sie dann doch: die Explosion ließ ihre Knie zittern und war so laut, dass das Klingeln in den Ohren noch lange anhielt. Als sich der Staub wieder legte, lugte sie um die Ecke. Die massive Tresortür hing noch in den Angeln. Allerdings hatten die Sprengladungen sie so nach innen gedrückt, dass es mehrere Lücken gab, durch die sogar Rattle durchpasste. Sam jauchzte laut auf. Sie war erleichtert, was sie natürlich niemals zugeben würde.

Mit schnellen Schritten durchquerte sie den Gang und kickte dabei ein paar kleinere Trümmerteile aus dem Weg, die sich aus der Tür oder der Wand gelöst haben. Sie schlüpfte durch eine der Lücken in der Tresorwand, worauf im Tresor selbst die Bewegungsmelder für die Beleuchtung aktiviert wurden. Nach und nach gingen die Deckenleuchten an und erhellten den Raum mit seinen Schränken, Regalen und Tischen. Und, was noch viel wichtiger war: überall waren Credits. Egal, wohin Sam schaute. Überall lagen feind säuberlich gestapelt Credits. Die Blondine hatte noch nie so viel Geld auf einmal gesehen. Mit offenem Mund blieb sie einen Moment stehen und rang einen Moment um ihre Fassung. Dann fasste sie einen Entschluss.

"Packt so viel ein wie ihr könnt. Den Rest werfen wir in die Mitte des Raums. Wir haben noch zwei Sprengladungen und vernichten das Zeug damit."

Es waren schlicht und ergreifend zu viele Credits. Selbst wenn Baku noch bei ihnen wäre, hätten sie nicht alle Credits hier rausbringen können. Den Raiders wollte sie die Kohle aber auch nicht lassen. Wie viel Geld das wohl war, das sie da gerade in die Taschen stopften? Fünf Millionen? Zehn Millionen? Oder sogar mehr? Sam konnte es unmöglich abschätzen. Sie ging mit leuchtenden Augen von Regal zu Regal, hielt die Umhängetasche auf und schob unter lautem Geklimper die Credits rein. Wenn dabei ein paar auf den Boden fielen war das nicht schlimm. Was machten jetzt noch ein paar Credits aus? So füllte sie drei der großen Taschen. Mehr Gewicht würde sie nicht schaffen. Danach begann sie wie angekündigt, die restlichen Credits in die Mitte des Tresors zu schieben und zu werfen. Es fühlte sich alles total surreal an, bis Sam durch das ikonische Surren eines aktivierten Blasters aus ihrer Traumwelt zurückgeholt wurde.

"Hände so, dass ich sie sehen kann", sagte Diskk. Die grünhäutige Frau hatte sich vier Taschen geschnappt und bewegte sich langsam zur Tresortür. Ihr Blaster war auf Sam, Nevis und Rattle gerichtet. Sam seufzte genervt und hob ihre Hände.

"Das bringt doch nichts. Oben wimmelt es von Julios Leuten. Bruno wird es auffallen, wenn ich aus dem Loch hier nicht mehr rauskomme. Also lass den Quatsch."

"Ich werde Bruno einfach sagen, dass es dich erwischt hat. Genau so wie den alten Baku und den Rest deines Teams. Ich bin die einzige Überlebende und wenn die Luft rein ist, mach ich mich mit den Credits aus dem Staub. Nichts für ungut, Sam, aber das ist nichts persönliches. Hier ist einfach zu viel Geld im Spiel. Damit bezahle ich meine Schulden und kann mich zur Ruhe setzen."

"Du willst uns also einfach hier wie Tiere abknallen? Leg den Blaster weg und stell dich wenigstens einem fairen Kampf."

Diskk lachte laut auf.

"Wir sind hier auf Nar Shaddaa. Ich dachte du kommst von hier? So etwas wie Fairness gibt es hier nicht. Es geht immer nur ums Geschäft und darum, wer der Stärkste ist."

Als wäre das sein Stichwort gewesen, stürzte sich der Wookiee mit einem markerschütternden Schrei auf die grünhäutige Frau. Die reagierte jedoch schnell, riss ihre Waffe herum und schoss Rattle zwei Mal in die Brust. Für Sam war das genug Zeit um nach vorn zu stürzen und ihren eigenen Blaster zu schnappen, den sie beim Einsammeln der Credits auf einem der Tische abgelegt hatte. Doch Diskk war flink. Noch während der Wookiee zusammensackte riss sie den Blaster wieder herum und feuerte auf Sam, die gerade noch unter dem Tisch in Deckung gehen konnte und mit zwei schnellen Schüssen das Feuer erwiderte. Einer davon traf Diskk in den Bauch, worauf sie getroffen nach hinten kippte. Sam wartete noch einen Moment, ob die Grünhaut sich nochmal aufrappeln konnte, dann verließ sie mit dem Blaster im Anschlag ihre Deckung und näherte sich vorsichtig der Verräterin. Sie lag stöhnend am Boden. Mit einem dünnen roten Rinnsal am Mundwinkel und mit vor Angst weit aufgerissenen Augen schaute sie zu Sam hoch, während ihre Hand sich zu dem Blaster streckte, der nur knapp außerhalb ihrer Reichweite war. Mit einem Stiefel trat Sam mit voller Wucht auf das Handgelenk von Diskk. Es knackte laut, sie heulte auf.

"Du hast recht. Es geht hier nur ums Geschäft."

Sam richtete den Blaster auf sie und feuerte. Danach suchte sie den Blick von Nevis.

"Ich hab's ja gesagt. Traue niemandem. Schnapp dir so viel du tragen kannst und dann raus hier."

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Zu Nostalgie im klassischen Sinne neigte Etara nicht wirklich. Dafür war die junge Chiss, wie sie auch gerne selbst zugab, zu abenteuerlustig und neugierig. Schöne Erinnerungen waren gut und recht, aber besser noch waren neue, aufregende, ungewohnte Dinge. Erfahrungen, die sie noch nicht gemacht hatte, Genüsse, von denen sie noch nicht gekostet hatte, Gefahren, die es erst noch zu bewältigen galt. Das war es doch, worauf es in dieser riesigen, bunten Galaxis ankam: So viel wie möglich von ihr zu sehen und zu erleben. Und so war die Rückkehr auf den Schmugglermond war eine nette Sache, aber kein Selbstzweck. Es stand Arbeit an, und mit etwas Glück auch eine Menge Spaß bei besagter Arbeit. Für den Moment konnte sich die hübsche Blauhäutige schon mal mit den Annehmlichkeiten der Cantina in Stimmung bringen und auch ihre Neckereien gegenüber ihrer Freundin waren erst einmal nur Vorgeplänkel. Etara war nicht entgangen, wie Spectre auf die Situation im VIP-Bereich reagiert hatte, aber bis jetzt hatte sich die ehemalige Imperiale sehr gut im Griff – es würde spannend werden, an dieser Selbstbeherrschung etwas zu kitzeln und zu sehen, was passierte. Schließlich tat es auch der anderen Chiss mal ganz gut, aus ihrer kühlen Schale herauszukommen und etwas zu fühlen – emotional wie körperlich. Etara schenkte ihr ein weiteres kokettes Lächeln, begleitet von einem hinreißenden Augenaufschlag, dann widmete sie sich erst ihrem Cocktail und reduzierte diesen mit einem großen Schluck, bevor sie sich Jila zuwandte. Ihre alte Freundin war eine willkommene und angenehme Überraschung, und mit etwas Glück auch nützlich, Licht in die verworrene Situation auf Nar Shaddaa zu bringen.

Mit einem alkoholischen Getränk versorgt und eingerahmt von gleich zwei attraktiven Frauen – dem Personal hatte Etara dezent signalisiert, dass es den Raum verlassen sollte – fühlte sich die Piratin durchaus wohl und bereit, über heikle Themen zu sprechen. Für den Fall des Falles war sie zudem gut geschützt, Spectre wachte mit Argusaugen über sie und begnügte sich demonstrativ mit einem Fruchtsaft, was der Piratin ein leises, flüchtiges Kichern entlockte. Mochte ihre Freundin auch entspannt wirken, so kannte Etara sie mittlerweile doch gut genug. Ihre Fähigkeit, binnen Sekundenbruchteilen ausgesprochen tödlich zu werden, war eine der vielen Eigenschaften, die sie an der anderen Blauhäutigen so anziehend fand. Tatsächlich stellte die Attentäterin auch zeitnah eine gute Frage, die Etara mit einem Nicken sekundierte. Die Hutten waren auf dem Schmugglermond etabliert, sie hatten ihn fest in ihren fetten Händen und würden sich dieses Prachtstück niemals ohne erbitterten Widerstand wegnehmen lassen. Das war nicht bloß eine Frage des Profits, sondern auch des Prestiges – ein Verbrechersyndikat war immer nur so mächtig, wie es in der Lage war, das zu verteidigen, was es beanspruchte. Zu diesem Thema konnte Jila zwar nur wenig beisteuern, aber immerhin etwas, und nach einem kurzen Blickaustausch mit Spectre nickte Etara knapp und verlagerte ihre Haltung etwas, so dass sie ihre langen Beine strecken und die Arme ausbreiten konnte. Die Stimme der Piratin klang nachdenklich, ihr melodiöses Basic leise, wenn auch kein Flüstern.


„Wahrscheinlich beobachten die fetten Schnecken die Situation erst einmal und überlegen, ob es ihre Einmischung wirklich wert ist. Dumm sind die Hutten nie gewesen, die wussten in der Regel, wann es nur Scharmützel zwischen Gangs sind, die irgendwann von selbst enden, und wann der Hammer drauf muss. Ganz unglücklich sind sie darüber, dass sich die Gangs an die Gurgel gehen, bestimmt nicht. Im Zweifel können sie sich den Luxus leisten, sich mit dem oder den Gewinnern zu arrangieren. Weißt Du noch, als sie den Boss der „Bad Bloods“ zu sich haben kommen lassen, damit er ihnen Treue schwören kann? Der arrogante Sleemo kam schön brav zu seinem Herrn und Meister. Mhm...immerhin haben wir dafür seinen Lieblingsspeeder geklaut und geschrottet. Das war eine nette Fahrt.“


Etara grinste zufrieden vor sich in und spielte kurz mit einer Strähne ihres schwarzen Haares, ihr entging nicht, dass Jila ein wenig rot anlief und unruhig auf ihrem Sitz hin und her rutschte. Offenbar erinnerte sich auch die Menschenfrau noch gut daran, was sonst noch so in und auf diesem Speeder passiert war. Was ihre Sexualität anging, war sie wohl immer noch ein bisschen schüchtern – eine niedliche Eigenschaft, fand Etara, sie beließ es aber bei einem Schmunzeln und schließlich räusperte sich Jila und nickte, während sie offenkundig nachdachte.


„Die „Bad Bloods“ sind auch weiterhin die Lieblinge der Hutten. Momentan ist
Yatik der Zabrak am Drücker, er hat ordentlich Schwung in die Truppe gebracht. Sind viel härter drauf als früher, und schlauer auch. Dafür, dass wir sie unterschätzt haben, mussten wir ganz schön bitter bezahlen. Armer Twitch...er hätte sich bestimmt auch gefreut, Dich wiederzusehen.“

Jila fuhr sich kurz übers Gesicht und Etara tätschelte tröstend ihre Schulter, was die Menschenfrau mit einem dankbaren Lächeln quittierte. Das war wirklich eine üble Geschichte, und im Stillen beschloss die Chiss, ihre alten Rivalen dafür bluten zu lassen, wenn es sich einrichten ließ. Twitch war ein fähiger Mechaniker und ein anständiger Kerl gewesen, der sich immer gut um ihre Fahrzeuge gekümmert hatte – den Tod solcher Leute konnte man nicht ungerächt im Raum stehen lassen.


Yatik, hm? Der war schon damals einer von den Cleveren. War eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis er das Ruder übernimmt. Matkosh konnte man ja in die Tonne treten, im Vergleich zu dem wirkt selbst ein Gamorreaner intellektuell.“


Das wiederum brachte Jila zum Lachen, die braunhaarige Kriminelle nickte eifrig. Als Messlatte für niedrige Intelligenz war der alte Anführer ihrer Rivalen eine feste Größe auf dem Schmugglermond, entsprechende Graffiti zierten auch heute noch einige Häuserwände – ein paar davon hatte Etara eigenhändig angebracht. Nun war es Spectre, die sich mit einer knappen, aber wichtigen Frage zu Wort meldete. Es war ein guter Punkt: Wie sehr konnte man sich auf ihre Kumpanen von früher verlassen? Jila legte den Kopf schief und sah nun zu der ehemaligen Imperialen, sie dachte einige Momente nach und hob dann ihre Finger, um demonstrativ abzuzählen.


„Was den harten Kern angeht, ist die eisern. Jeder, der eines dieser Tattoos hat, ist bis ans Lebende ein Knife und steht für die anderen ein. Kann natürlich trotzdem sein, dass einer seiner Verbrecherehre aufgibt, aber bis jetzt...nicht bei uns. Die Frischlinge sind ein anderes Thema. Die können unsere Feinde sicher noch ködern, gerade jene, die keine großen Aussichten darauf haben, richtige Mitglieder zu werden. Ich schätze, das ist so wie bei euch...die Gerüchteküche erzählt, Du wärst jetzt ein hohes Tier bei der Black Sun, Etara. Da gibt es doch auch bestimmt jene, die richtig dazugehören, und jene, die es wollen.“


Etara ließ ihre alte Freundin in Ruhe ausreden und nickte dann langsam, bevor sie demonstrativ Spectre einen Blick zuwarf. Der anderen Chiss vertraute sie, aber für jedes Mitglied des Syndikats würde sie bestimmt nicht die Hand ins Feuer legen. Bestechung, Erpressung, Drohungen, es gab eine Menge Möglichkeiten, Loyalität zu gewinnen oder zu verlieren. Die große Frage war, ob es eine gute Idee war, ihre alte Truppe ins Boot zu holen. Der innere Kreis, auf den konnte sie sich verlassen, aber je mehr Leute von ihrer Anwesenheit auf dem Schmugglermond wussten, desto wahrscheinlicher war es, dass die Hutten versuchen würden, jemanden auf sie anzusetzen. Das war auch einer der Gründe, warum sie diese Sam und ihre Leute persönlich treffen und in Augenschein nehmen wollte. Vertrauen war nett...aber Kontrolle rettete einem im Zweifel das Leben.


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Nar Shaddaa, während des Überfalls im Hyperraumcasino, im Keller des Gebäudes: Nevis mit Sam und anderen Teamkollegen

Nevis erntete von Sam Anerkennung. Auch die Anderen zeigten es ihr durch ihre Blicke oder ein Nicken. Der zottelige Wookiee legte ihr seine Hand beim Vorbeigehen kurz auf ihre Schulter. Nevis freute sich.

Es ging gleich weiter. Das Ziel müsste nah sein. So war es auch. Der Tresorraum. Sprengstoff sollte diesmal den Tresor öffnen. Nevis entspannte sich. Schließlich waren ihre Machtfähigkeiten nicht zuverlässig. Doch diesmal war sie nicht gefragt, wie beruhigend. Sie hatte schon die Befürchtung gehabt. Sowas konnte einen nämlich ziemlich unter Druck setzen und dann ging erst recht nichts mehr. Schließlich war sie nie eine Padawan geworden. Sie hatte nur als Jüngling eine Ausbildung genossen. Doch der große Wookiee, Nevis reichte ihm wohl ungefähr gerade bis zum Bauchnabel, meinte sofort, dass die Sprengladungen kommen würden und machte sich eifrig ans Werk. Die Meisten halfen mit, Sprengladungen zu verteilen, doch Nevis hielt sich davon fern. Sie hatte davon keinen blassen Schimmer, aber dafür großen Respekt vor dem explosiven Zeug.

Als Sam den Auslöser in die Hand nahm, suchte sie rasch das Weite. Sam rief nicht einmal Achtung, sondern aktivierte das Ganze sofort ohne Vorwarnung und rannte dann selbst. Es wurde knapp für Sam. Nevis war am weitesten von allen in sicherer Entfernung gewesen. Sie rannte jetzt vor. Die Tresortür hatte riesige Löcher. Man konnte gut hindurch sehen und schlüpfen. Selbst ein Wookiee würde durchpassen und das sollte etwas heißen. Sie grinste ihn an.

"Gute Arbeit!"

Nevis kam drinnen aus dem Staunen nicht mehr raus. Ihr schien es nicht alleine so zu gehen. Soviel Geld auf einem Haufen hatte sie noch nie gesehen. Sam befahl, so viel einzustecken, wie man tragen könnte. Nevis begann sofort die große Tasche, die sie mitführte und die für diesen Zweck gedacht war, zu füllen. Die würde mächtig schwer werden. Es war ein komisches Gefühl so viele Credits in den Händen zu halten. Ihr Herz pochte richtig aufgeregt. Als die Tasche zum Bersten voll war, füllte sie noch den Rucksack auf und füllte dann die Taschen ihrer Jacke. Sogar in ihren Ausschnitt ihres Shirts stopfte sie noch Kohle rein. Schade um das Geld, welches sie zurücklassen würden. Nevis war euphorisch, weil dieser Teil so einfach ablief. Und doch hatte sie ein merkwürdiges Gefühl im Bauch. Sie glaubte, dass das noch Resterscheinungen von dem Beschuss auf dem Weg hierher war.

Doch dann wurde es schlagartig richtig übel. Diskk rief plötzlich Hände hoch. Was zum Henker sollte das jetzt werden? Er stand vor ihnen, die Waffe auf sie gerichtet, den Blick fest und entschlossen. Nevis ließ die Credits, die sich gerade in ihrer Hand befanden, fallen und tat, wie verlangt und riss die Hände hoch über den Kopf. Ihr Herz schlug schnell. Ihre Knie und Lekku zitterten sehr und zeigten ihren Schreck und ihre Angst. Ihre Augen waren weit vor Entsetzen aufgerissen, während sie in die Mündung der Waffe starrte und um ihr Leben bangte. Sie war ganz blass in ihrem Gesicht. Ihr war das Blut aus dem Gesicht gewichen. Was war in ihn gefahren? Moment, der Grüne war eine Die, eine Frau, so ein Mannsweib. Das erkannte Nevis erst jetzt, während Sam die Situation zu retten versuchte. Sie meinte, Diskk sollte den Quatsch lassen. Diskk konterte trotzig. Sam forderte einen fairen Zweikampf. Doch Diskk lachte nur böse, so richtig dreckig. Sie nannte ihre Gründe. Der Wookiee stürzte sich plötzlich auf sie. Doch leider fing er dafür zwei Bauchschüsse. Nevis brachte sich geistesgegenwärtig unter dem Tisch in Deckung und kauerte sich hinter ihre große gefüllte Tasche, die sie dazu zu sich heranzog. Sie schützte ihren Kopf mit den Armen und lag auf ihren Knien und lugte nur darunter etwas hervor, um die Lage weiter mitzubekommen. Es überschlug sich alles. Sam hatte ihren Blaster in der Hand und suchte auch unterm Tisch Deckung. Der Wookiee schien tot zu sein. Das war erschreckend und traurig. Er schien ganz okay gewesen zu sein. Noch vor wenigen Sekunden war er quicklebendig. Diskk brach nach einem Schuss zusammen, fiel nach hinten und hielt sich den Bauch. Sam hatte ihr den verpasst. Sie stand nun neben ihr und verhinderte, dass Diskk nach ihrer Waffe greifen konnte, die ein Stück neben ihr lag. Sie blutete aus dem Mund, glaubte Nevis zu sehen. Sam beendete ihr Leben endgültig. Nevis war richtig froh. Damit hatte der Spuk hier ein Ende. Entweder die oder Sam und Nevis, dann lieber die Grünhäutige! Nevis stand auf und sah nochmal zu dem mutigen Wookiee. Aber er war tatsächlich tot. Sam sagte laut, dass sie es ja gesagt hätte, dass man niemandem trauen durfte. Wie recht sie damit hatte!

"Leider hattest du recht!"

Sie sollte nun ihre gefüllte Tasche schnappen und dann raus hier. Nevis wollte nichts lieber als das. Sie beeilte sich und stand mit Sam ruckzuck im Gang draußen. Allerdings hatten sie jetzt mächtig Gepäck zu schleppen. Würde Sam tatsächlich den Rest des Geldes vernichten?


Nar Shaddaa, während des Überfalls im Hyperraumcasino im Kellergeschoss des Hauses im Gang vorm ausgeraubten Tresorraum: Sam und Nevis, die einzigen Überlebenden, voll bepackt
 
Nar Shaddaa / Hyperraum Casino / untere Ebene / Sam, Nevis

Sie stopften die Taschen voll und hingen sich so viele um, wie sie tragen konnten. Sam war zwar stämmig und hatte ihr Training nie wirklich vernachlässigt, dennoch tat es weh, dass sie doch einen großen Teil der Credits hier unten vernichten mussten. Alles nur wegen diesen Idioten, die Bruno ihr mitgegeben hatte!

Wie besprochen stapelten sie den Rest in der Mitte des Tresors. Sam platzierte ihre letzten Sprengladungen zwischen den Credits, dann machten sie sich auf den Weg zurück. Kaum waren sie um die Ecke gebogen, drückte die Blondine auf den Zünder und mit einem lauten Knall löste sich das restliche Vermögen des Casinos in Rauch auf. Mission erfüllt, jetzt mussten sie hier raus. Schwer bepackten eilten sie so schnell sie konnten die Gänge zurück, vorbei an den Leichen der Secs und vorbei an dem toten Baku zum Aufzugschacht, wo sie zuerst die einzelnen Taschen nach oben schickten und am Ende von Paul nach oben gezogen wurden. Ein paar Leute von Bruno eilten ihnen zur Hilfe und nahmen die Taschen an sich.

Das Casino selbst war mittlerweile wie ausgestorben. Die Verwüstung, die sie hinterlassen hatten, war jedoch beachtlich: überall waren schwarze Blasterflecken, kaum ein Tisch stand noch auf seinen Beinen und das restliche Mobiliar sowie die Deko waren zerschlagen. Dunkle Rauchschwaden verrieten ihr, dass jemand ein Feuer gelegt hatte. Im Laufschritt verließ das Trio schließlich das Casino. Der Rest der Gang hatte sich bei den Speedern versammelt.


"Bruno! Diese Typen die du mir mitgegeben hast, das waren die letzten Banthasöhne! Diese Grünhaut wollte Nevis und mich sogar umlegen!"

"Hast du dich darum gekümmert, Sammy?"

"Hab ich! Aber wenn du mir nochmal so Knalltüten schickst, behalte ich beim nächsten Überfall einen gehörigen Anteil für mich."

Der Hühne grinste schelmisch, was Sam nur noch wütender machte. Doch zu ihrer Überraschung ging er zu einem der Speeder und holte eine der Geldtaschen, die Sam und Nevis aus dem Tresor geschafft hatten und warf sie ihr vor die Füße.

"Sind wir damit quitt?"

Sam verschränkte die Arme, nickte dann aber langsam. Der Anblick der mit Credits prall gefüllten Tasche besänftigte ihre Rage tatsächlich.

"Gut, dann verschwindet jetzt. Meine Leute haben gemeldet, dass eine ganze Wagenladung Raiders hier her unterwegs ist. Für heute wurde aber genug Blut vergossen."

Das musste sie sich nicht zwei Mal sagen lassen. Paul schnappte sich die Tasche und Sam sprang in ihren Speeder ans Steuer. Sie warf noch einen letzten Blick auf das Hyperraum Casino. Aus den Fenstern im obersten Stockwerk schlugen Flammen, eine dunkle Rauchsäule schraubte sich in den Nachthimmel von Nar Shaddaa empor. Bis die Raiders den Laden wieder auf Vordermann gebracht hatten, würde es einige Zeit dauern. Frische Tapete und etwas Farbe reichten da bei weitem nicht.

Sie brachte den Speeder in die Luft, doch statt zurück zur Königin zu fliegen, steuerte sie eine andere Richtung an. Sie spürte die fragenden Blicke von Paul.


"Wir sollten feiern gehen nach so einem Tag. Erfolge feiert man doch, oder wie siehst du das?"

"Ich hab da ein ungutes Gefühl dabei. Du willst dich mit der Tante treffen, hab ich recht?"

Sam warf ihm ein verschmitztes Lächeln zu. Tatsächlich flog sie zum Raucous Rancor. Sie kannte den Laden. Auf Nar Shaddaa war er berüchtigt. Allerdings hatte sie nie das Bedürfnis verspürt, dort einen Fuß hinein zu setzen. Das war eher was für feine Typen und aufgebrezelte Tussen mit zu viel Geld. Wie überall auf Nar Shaddaa war aber auch dort Vorsicht geboten. Ein falsches Wort, ein verdächtiger Blick und man konnte schnell mit durchgeschnittener Kehle in irgendeinem Hinterhof aus einer Limousine geworfen werden.

Sie stellte ihren Flitzer neben einem rot und schwarzen Luxusschlitten ab und es dauerte nicht lange, bis sie die volle Aufmerksamkeit des Personals hatten. Nicht nur, dass eine Frau, eine Jugendliche und ein Droide ein eher exotischer Anblick waren, nein: sie waren durchgeschwitzt, stanken nach Ozon und hatten Blessuren an den Händen und im Gesicht. Sam schnappte sich die Tasche mit den Credits und trat an einen der Sicherheitsleute heran.


"Wir werden erwartet."

Der Mann musterte sie kurz, nickte dann aber und führte sie in das Gebäude hinein. Alle Blicke waren sofort auf sie gerichtet. Die Gäste, allesamt mit glitzerndem Schmuck behangen und in Abendgarderobe, beäugten sie misstrauisch und begannen hinter hervorgehobener Hand zu tuscheln. Sie wurden an Restaurants, Tanzflächen und Spieltischen vorbeigeführt und passierten schließlich zwei grimmig aussehende Trandoshaner am Ende einer Treppe. Wenige Augenblicke später standen sie vor Etara. Die Blauhaut hatte sich mit ein paar anderen Leuten umgeben, aber das war Sam egal. Mit schnellen Schritten ging sie auf die Gruppe zu, warf die Tasche mit Credits auf den Boden, ließ sich seufzend in einen Sessel fallen und knallte die Füße auf den Tisch, so dass die Gläser beinahe umfielen. Sie zündete sich eine Zigarette an und strich sich mit einer Handbewegung die schmutzigen und verschwitzten Haare aus dem Gesicht.

"Ich hoffe du hast einen guten Grund, auf meinen Planeten zu kommen. Und wen muss man hier für einen Drink umlegen?"

Nar Shaddaa / Cantina „Raucous Rancor“ / VIP-Bereich / Sam, Nevis, Paul (NPC), Etara, Spectre, Handlanger aller Art, Jila (NPC)
 
[Nar Shaddaa | Vergnügungsviertel| Cantina „Raucous Rancor“ | VIP-Bereich | Etara, Spectre, Handlanger aller Art (NSC), Jila (NSC)





Stoisch hörte Sie dem Gespräch zwischen Ihrer Geliebten und Jila mit halbem Ohr zu. Die wichtigen Details aus dem Gespräch würde Ihr die blauhäutige Schönheit gegenüber sicher im Nachgang mitteilen. Spectre hatte für diese Art von Gespräch einfach das fehlende Grundwissen, dass in dem gemeinsamen Hintergrund der beiden lag. Als das Gespräch zu Black Sun driftete, nahm die Maritima aber den faden auf.



„Sicher, gibt es solche Schmarotzer und Laufburschen nicht überall? Die Sache bei der Black Sun ist, dass wir sehr klar in der Aussage sind, was es heißt uns zu hintergehen.“



Dabei blickte Sie der Gangerin kalt in die Augen, die auch sichtlich eingeschüchtert wirkte. Die Black Sun war schon ein anderes Kaliber als eine Gang auf Nar Shaddaa.

Aber natürlich fand Etara wieder diplomatische Worte, um die faktische Drohung von Spectre ins rechte Licht zu rücken.




„Und wer ist Deine Begleitung?“



Fragte Jila schließlich, die immer wieder zwischendurch Spectre gemustert hatte.

Spectre, die in einem enganliegenden schwarzen Einsatzoutfit gekleidet war, gab Etara, die bereits zu einer Antwort ansetzt kurz ein Handzeichen.




„Mein Name ist Spectre, ich bin Etaras Leibwache und Scharfschützin. Der Rest ist mehr nicht von Belang. Die Vergangenheit interessiert bei uns niemanden.“



Das entsprach zwar nicht ganz der Wahrheit, aber das musste die einheimische Gangerin ja nicht wissen. Für Nachfragen war auch keine Zeit, da just in diesem Moment 3 Gestalten näher kamen, die auch angekündigt wurden (Sam, Nevis, Paul). Spec faucht ein kurzes

„Das nächste Mal früher, verstanden!“

in das Komlink und nickte den Neuankömmlingen kurz zu. Sie hatte zumindest die Menschenfrau (Sam) und die Togruta (Nevis) schon einmal gesehen und dass Sie noch immer am Leben waren, sprach doch schon einmal für die beiden. Das Sam sich wie die Königin von Nar Shaddaa aufführte, störte die Maritima hingegen keineswegs. Jetzt war es an Etara die Dinge klarzustellen.





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Allein für die Dynamik zwischen Jila und Spectre hatte sich die Rückkehr auf den Schmugglermond bereits gelohnt. Etara musste sich einige Male auf die Unterlippe beißen, um sich ein Lachen zu verkneifen, ganz besonders, als die andere Chiss ihre alte Flamme angemessen frostig daran erinnerte, dass die Black Sun in einer ganz anderen Liga spielte als die Gangs von Nar Shaddaa. Etara warf ihrer Freundin einen halb amüsierten, halb tadelnden Blick zu, dann lächelte sie versöhnlich, um die nervös auf ihrer Sitzgelegenheit herum rutschenden Jila zu beruhigen. Die Piratin hätte schwören können, dass es Spectre Spaß machte, die Menschenfrau etwas in die Mangel zu nehmen, damit sie ja nicht auf dumme Ideen irgendeiner Art kam. Etara zuckte fast ein wenig entschuldigend mit Schultern und grinste dann doch, die Sache war einfach zu unterhaltsam. Als ihre früher Freundin schließlich wissen wollte, wer denn Spectre eigentlich war, schenkte Etara ihr einen kurzen Augenaufschlag, strich sich über den Hals und öffnete den Mund, um zu antworten, doch die ehemalige Imperiale war schneller und offenbar bestrebt, die Frage selbst zu klären. Bündig und auf die absolut notwendigen Informationen reduziert beschrieb die Chiss die Aufgaben, die sie für Etara erfüllte, und machte deutlich, dass die Vergangenheit abgehakt war. Jila wölbte als Reaktion eine Augenbraue und betrachtete die Leibwächterin noch einmal eingehend, bevor sie zu Etara sah, doch diese legte lediglich den Kopf schickte, nickte und tippte sich mit dem Zeigefinger gegen ihr Kinn. Ihre alte Bekannte war nicht dumm, wahrscheinlich konnte sie zwischen den Zeilen lesen, und das musste im Moment genügen. Schließlich war Etara nicht bloß zum Vergnügen hier, sondern, um Arbeit für das Syndikat zu erledigen. Mit etwas Glück konnte man das Chaos nutzen, um hier, auf der Hochburg der Hutten, einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Spectre nimmt ihre Aufgaben und meine Sicherheit sehr, sehr ernst.“


Meinte die hübsche Blauhäutige also lediglich in einem lockeren Tonfall, ihr Basic gefärbt vom melodiösen Akzent ihrer Muttersprache. Jila blickte noch einmal kurz zu der Scharfschützin, dann zu Etara, dann nickte sie und lehnte sich ein wenig zurück, um sich ihre Gedanken zu machen. Viel Zeit dafür blieb allerdings nicht, denn es kam Bewegung in den Nachtklub, Geräusche von der Tür, Schritte, die näher kam. Etara gönnte sich einen kräftigen Schluck ihres Drinks und stützte sich auf ihrer Hand auf, machte aber keine Anstalten, sich zur Quelle des Trubels umzudrehen. In der Unterwelt ging es viel um Show, um Machtdemonstrationen, und mit ihrer sichtlichen Gleichgültigkeit zeigte die schlanke Blauhäutige, dass sie sich nicht fürchtete oder sich Sorgen machte. Dazu bestand wohl auch tatsächlich kein Anlass, denn die Personen, die nun ohne große Förmlichkeiten – eigentlich ohne irgendwelche Förmlichkeiten – herein rauschten, hatte sie erwartet. Etara schloss halb ihre roten Augen und genoss noch einmal das Prickeln des Alkohols in ihrem Mund, bevor sie sich auf ihre Gäste konzentrierte. Ein – soweit das Droiden sein konnten – etwas konsterniert aussehender mechanischer Assistent (Paul), eine junge, recht große Togruta (Nevis) und eine blonde, etwas kleinere Menschenfrau (Sam). Die Gäste waren eingetroffen, und besonders ihre Anführerin machte deutlich, dass sie wenig Lust auf ausschweifende Etikette legte, geräuschvoll ließ sie eine Tasche zu Boden fallen und das verräterische Klimpern von Credits erklang, bevor sie sich auf einen Sessel warf, die Füße hochlegte und sich eine Zigarette anzündete. Etara ließ sie gewähren und beobachtete das Schauspiel mit der Neugier eines satten Nexu, ihren Kopf leicht schief gelegt und auf ihre Hand gestützt. Als die Anführerin der Neuankömmlinge, nachdem sie etwas Rauch in die Luft geblasen hatte, sprach, tat sie es rau und unverfälscht, mit der ruppigen Direktheit, für die die Bewohner des Schmugglermonds berühmt-berüchtigt waren.

Etara ließ die Worte für einige Augenblicke im Raum stehen, bevor sie sich gemütlich ein wenig aufrichtete, sich zufrieden auf ihrer bequemen Couch räkelte und ihre langen Beine streckte, ein schmales Lächeln zupfte an ihren Mundwinkeln und ihre roten Augen vermittelten ein Gefühl von gelassener Autorität, die sich amüsierte und nicht durch irgendwelche flotten Sprüche aus der Reserve locken ließ. Gut möglich, dass die appetitlich anzusehende Menschenfrau erst einmal ein wenig testete, wie weit sie gehen konnte. Etara nahm sich die Zeit, um ihre Begleiter und sie in aller Ruhe zu mustern. Der Droide war weniger interessant und die Togruta ein bisschen jung, allerdings auch nicht älter als sie beim Start ihrer Verbrecherkarriere, und so konzentrierte sich Etaras Aufmerksamkeit schlussendlich auf die Blondine mit den blauen Augen und der Attitüde „Die Galaxis kann mich mal“. Schweißerlen rannen über ihre Haut und ihr Haar hing ihr immer noch teilweise im Gesicht, in der Luft mischte sich der Geruch des Qualms mit dem markanten Aroma von abgefeuerten Blastern – sie und ihre Begleiter hatten eindeutig gerade Ärger gehabt oder anderen bereitet. Etara spielte nachlässig mit einer Strähne ihres schwarzen Haares, dann erst ließ sie sich zu einer Antwort bewegen, ihre Stimme ruhig – dieses Mal aber ließ sie den unverwechselbaren Akzent ihrer Heimatwelt Nar Shaddaa sehr deutlich zum Zuge kommen, ein spöttisches Halblächeln auf ihrem Gesicht. Sie war auf dem Schmugglermond geboren worden und aufgewachsen, diese Welt lag in ihrem Blut. Etara war keine Fremde, der man erst zeigen musste, wie hier das Bantha lief.


Dein Planet? Dann hat wohl mehr als gedacht verändert, seit ich hier fort bin. Da waren nämlich noch die Hutten am Drücker. Muss wohl daran liegen, dass ich Euch ohne Eure Krone und Euer Ballkleid nicht erkannt habe, Nechaska. Oder doch lieber ein anderer Titel?“

Bei dem huttischen Wort für „Prinzessin“ wurde das Lächeln auf Etaras Lippen ein wenig breiter und sie fuhr sich durchaus etwas herausfordernd mit der Zunge über ihre perlweißen Zähne, kniff ihre roten Augen zusammen...und lachte dann schallend, während sie mit einer Hand abwinkte.

„Entspannt euch, entspannt euch. Schön, dass ihr endlich hier seid. Uns wurde schon ein wenig langweilig. Hm...euch wohl nicht. So, wie ihr ausseht und riecht, habt ihr es ordentlich krachen lassen. Das ist gut. Solche Leute brauche ich. Und ihr braucht einen Drink. Oder mehrere. Also, raus mit der Sprache, was ihr wollt, und ihr kriegt es auch. Rechnung geht auf mich. Auf, nicht so schüchtern, die haben gutes Zeug hier!“

Die Chiss klatschte kurz in die Hände und sah dann der gehorsam davoneilenden Bedienung nach, die ihre Bestellungen aufnahm und kurze Zeit später mit einem gut gefüllten Tablett zurückkehrte. Etara hob ihren Drink und trank, bevor sie sich an den auf dem Tisch vor ihr ausgebreiteten Gewürzen zu schaffen machte und ein wenig ihre Nase massierte, sich aufsetzte, zurücklehnte und das Trio vor ihr noch einmal in Augenschein nahm.

„Immer noch Sam, huh? Wer sind der Droide und die Kleine gleich? Ich mach es kurz, ihr könnt mich Etara nennen. Das ist hier Spectre und sie nennt man Jila. Wenn wir ins Geschäft kommen, reagiere ich auch auf „Chef“, „Boss“ oder „Captain“. Auf „Süße“ nur, wenn wir uns richtig gut verstehen sollten.“

Etara fletschte in einem breiten Lächeln ihre Zähne, zwinkerte kokett und machte eine kurze Pause, um einen weiteren Schluck zu trinken und die ersten Reaktionen ihrer Gegenüber einzuschätzen. Die Sache hier war heikel, da konnte und wollte sie nicht irgendwelche Sleemos an Bord holen, die nachher nur für Schwierigkeiten sorgten.

„Zeit ist Geld, also komme ich gleich zur Sache. Hört erst mal in Ruhe zu und denkt euch euren Teil, dann entscheidet, ob ihr Interesse habt. Ihr lebt wohl nicht unter einem Stein, also habt ihr wohl mitbekommen, dass es derzeit ordentlich knallt. Die Gangs haben aufgerüstet und gehen sich mit Freude an die Gurgel, die Hutten sitzen nicht mehr so fest im Sattel wie früher. Eine Chance für wagemutige Leute, sich ein Stück des Kuchens zu sichern und ordentlich abzukassieren. Da komme ich ins Spiel. Ich will mein Stück von Nar Shaddaa, mein eigenes kleines Reich, in dem keine fette Schnecke irgendwas zu sagen hat. Alle, die mir dabei helfen, kriegen eine fest vereinbarte Belohnung, anteilig vor und nach Erledigung des Jobs, sowie einen Bonus, wenn es besonders gut läuft. Wir reden hier von sechsstelligen Summen, um euch mal eine grobe Orientierung zu geben. Natürlich könnt ihr alles, was ihr bei einem Einsatz abgreift und tragen könnt, behalten. Klingt schon mal gut, hm?“

Die Piratin machte eine weitere Kunstpause und hob einen Finger, warf einen kurzen Blick zu Spectre und Jila und nickte dann, als sie fortfuhr.


„Jetzt der Haken: Ich rede hier nicht von kleinen Sachen. Ich rede von Überfällen, Attentaten, Raubzügen und Chaos. Und davon, sich mit den Hutten und ihren Handlangern anzulegen. Wenn ihr darauf keine Lust habt, wenn euch die Nummer zu groß oder zu gefährlich ist, kein Problem. Da ist die Tür, ich lass euch unbehelligt gehen. Wenn ihr glaubt, die Hutten warnen zu wollen, bitte, nur zu. Wird ihnen nichts nützen und sie werden früh genug mitkriegen, dass ich hier bin. Tja...und wenn ihr glaubt, mich tot oder lebendig zu ihnen zu schleifen, versucht euer Glück. Ich kann momentan nur mit Gewürzen werfen, Spectre hingegen...hm, die ist schnell. Sehr, sehr schnell. Aber...wenn ihr den Mumm und den Schneid habt und die Nase voll von kleinen Jobs für kleines Geld, wenn ihr bereit seid, bei den Großen mitzuspielen und euch ein Stück vom Schmugglermond zu sichern, dann kann ich euch gebrauchen. Dann kommen wir ins Geschäft. Und dann...fängt der Spaß erst richtig an.“

Etara hatte sich nach vorne gebeugt, was angesichts ihres knappen schwarzen Kleids einen interessanten Ausblick ermöglichte, die Hände aneinander gelegt und zunächst ruhig und bedächtig und dann immer energischer und mitreißender gesprochen. Mit ihren Worten schuf sie Bilder von Reichtum, Macht und Ruhm, einer glänzenden Zukunft für alle, die bereit waren, sie sich zu erkämpfen. Gehörte dieses kuriose Trio dazu? Das würde sich zeigen...

[Nar Shaddaa | Vergnügungsviertel| Cantina „Raucous Rancor“ | VIP-Bereich | Etara, Spectre, Sam, Nevis, Handlanger aller Art, Paul, Jila (NSC)
 
|| Outer Rim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Vertikale Stadt, Kleines Hotel Appartment 1230 || Lucy Dent ||

Dieser verdammte Hutte! Die wenigen Credits in seinem dreckigen kleinen Tresor waren einfach zum Teil gefälscht! Selbst das angebliche Schiff war kaum mehr als eine Attrappe! Wer besaß ein Schiff welches nicht echt war aber eine Besitzurkunde hatte. Es war ein schlechter Witz. Lacta der Hutte... Mehr Lacta der Möchtegern was auch immer! Wenigstens hatte Lucy noch ein wenig Munition und ein paar Credits. Es war noch recht früh am Tag... Das hieß... es war noch nicht einmal dunkel. Wobei dunkel auf diesem Müllkippe gewordenen Planeten wirklich mehr als nur ein schlechter Witz war. Wenn das Tageslicht in dieser Stadt nicht den Schlaf störte, dann irgendwelche Leuchtreklamen und Speeder die an ihrem Hotelappartment vorbei flogen. Immerhin hatte sich Lucy einen Speeder leisten können von dem was der Angriff auf Lacta abgeworfen hatte. Gähnend kämpfte sich Lucy aus ihrem mehr als unbequemen Bett. Auf dem Weg zum Kühlschrank kratzte sich die Frau am Rücken und war eindeutig alles aber sicherlich keine Lady. Müde nahm sie eine Schüssel aus ihrer Spüle und kippte ein Paar Cornflakes rein. Damit es nicht so trocken war kippte sie ein billiges Ale drüber und setzte sich an einen Tisch. Ihr Com war zudem leer wie auch schon in den Tagen vor dem Angriff. Ja großartig...

Später am Abend saß sie auf ihrem Bett und schaute eher beiläufig ein paar Holoromane ehe jemand an der Tür klopfte. Genervt stand sie auf und schaute durch den Spion. Nichts. Nur eine Person die bereits wieder gegangen war. Langsam öffnete die junge Frau die Tür und fand einen Brief. Da hatte wohl jemand ein paar Jahrzehntausende Entwicklung verpasst. Genervt öffnete Lucy den Umschlag und schaute den Inhalt an. Ein Com und eine Notiz. Sie solle sich im Hyperraumcasino melden. Man hätte einen Job für sie. Wenigstens etwas.

Was an dem Abend folgte war wirklich alles andere als spannend. Der Job war nichts anderes als ein besserer Wachmann. Immerhin war es bezahlt gewesen. Doch für die Raiders arbeiten war riskant. Gerade in Hinblick auf den Umstand, dass diese Gang wohl laut Gerüchten auf den Straßen sich zu einem Krieg rüsteten. Also hieß es einfach die Credits abgreifen und dann die Beine in die Hand nehmen wenn es zu heikel würde. Genau dies war es was auch passieren sollte. Etwa zwei Wochen arbeitete Lucy im Hyperraum Casino und sah noch auf den Überwachungskameras den Anfang des Angriffs. Das waren eindeutig zu viele. Also los! Sie warf sich ihre rote Jacke über und rannte los. Sie würde sich über den Hinterausgang. Kaum dass sie die Tür öffnete flogen schon schüsse. Verdammt! Die waren echt schneller als erwartet! Schnell zog Lucy ihre beiden Handblaster und feuerte in die Richtung der anstürmenden Masse an Angreifern. Auf den Bildschirmen konnte man sehen wie das Casino binnen weniger Minuten komplett überrannt war. Sie musste dabei zusehen wie der Tresor geplündert wurde. Merkte sich wer die Personen in diesem waren und seufzte. Nicht lange und die Angreifer würden hier rein kommen... Gut... oder auch nicht. Das war egal. Laufen... Das musste sie nun wenn die junge Frau nicht sterben wollte. Tür auftreten udn direkt in die Richtung der Angreifer feuern. Zum Glück spielte niemand den Helden und sie suchten erst einmal Deckung. Genau das war der Zeitpunkt in dem Lucy um eine Ecke verschwand, kaum dass das Feuer wieder eröffnet worden war. So ein Reinfall! Fluchend öffnete die weißhaarige Frau die Hintertür und stand einem Wookie gegenüber der sie skeptisch musterte.


"Zu viele... Das Casino ist verloren..."


Lucy hörte hinter sich Schritte näher kommen. Eine Kugel in den Kopf und eine in die Brust des Wookie. Dann schwang sich Lucy auf ihren Speeder und kontaktierte ihren Chef. Er übermittelte ihm die Beschreibung der Angreifer die seinen Safe leer geräumt hatten. Der Typ meinte sie solle zurückkehren ehe sie lachend nur erwiderte, dass sie gut war, aber wenn der Typ eine Selbstmordaktion forderte die Bezahlung soeben um ein vielfaches gestiegen wäre. Das hieß wenn sie überhaupt noch zahlen konnte, denn ein Teil der Beute aus dem Casino war ihre Bezahlung gewesen. Ohne Credits in der Tasche würde Lucy sicherlich keinen Schritt mehr machen. Damit machte sich die junge Kopfgeldjägerin auf den Weg zu ihrer liebsten Cantina auf dem Planeten. Nicht ohne sich vorher zu waschen und saubere Sachen Anzuziehen. Wenige Minuten später stellte Lucy ihren Speeder vor dem Raucous Rancor ab. Der Sicherheitsmann ließ sie rein. Aber auch nur weil sie gute Freunde waren. Drinnen wurde sie ignoriert. Mit Ausnahme von wenigen Wesen die sie kannten. Von denen lachten die einen über sie weil sie nicht glauben wollten, dass Lucy alleine den schäbigen Palast des Hutten Lacta gestürmt und ausgenommen hatte. Zum Teil hatten die anderen Gangs dadurch das kleine Gebiet unter sich aufgeteilt. Der andere Teil nickte ihr respektvoll zu. Am Tresen fragte der Barkeeper irritiert, was sie in der Cantina und nicht auf der Arbeit machte. Sie erzählte es kurz zusammen gefasst und lachte als der Barkeeper fragte ob sie demnach nicht pech hatte. Die Antwort, dass Lucy ja ohne Kratzer raus gekommen war würde eher dafür sprechen, dass die Raiders pech gehabt hatten führte dazu, dass der Barkeeper nur miteinstimmte ins Lachen. Dieser zeigte kurz in die Richtung des VIP Bereichs und Lucy wurde ernst. Die Chiss welche dort saß hatte in der Tat eine interessante Aura. Auch die anderen. Ironischerweise... Waren dort die Blondine, der Droide und die Togruta welche noch vorher den Safe des Casino um seinen Inhalt erleichtert hatte. Der Barkeeper erzählte ihr, dass die Gruppe wenige Minuten vor Lucy angekommen waren. Die große Tasche war interessant. Vermutlich war darin nicht bloß ein paar Burger oder so drin. Der Abend war gerade noch interessanter geworden. Die Gruppe schien wichtig zu sein. Vielleicht sollte sie dieser einen Besuch abstatten... Genüsslich nahm die menschliche Frau einen Schluck von ihrem Bier und streichelte dabei über die Holster. Sollte sie der Teufel holen wenn die Gruppe es mit ihr aufnehmen könnte...



|| Outer Rim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Vergnügungsviertel | Rancous Rancor, am Tresen || Lucy Dent, NPCs ||
 
Nar Shaddaa / Cantina „Raucous Rancor“ / VIP-Bereich / Sam, Nevis, Paul (NPC), Etara, Spectre, Handlanger aller Art, Jila (NPC)

Sam wusste, dass sie hier vermutlich einen großen Fehler machte. Zugegeben, den hatte sie schon auf Serenno gemacht, als sie die Hilfe der Black Sun angenommen hatte. Sie wusste, dass es ein vergiftetes Arrangement war und hatte dennoch einen Bissen davon genommen. Auf der anderen Seite genoss sie es in vollen Zügen. Das Knistern in der Luft, die feindseligen Blicke, die angespannten Zeigefinger, die sich unbedingt um den Griff eines Blasters legen wollten. Das alles liebte sie. Es versetzte das Blut in Wallung und sorgte dafür, dass man nicht einrostete. Dennoch musste sie vorsichtig sein, das war ihr bewusst. Sie war keine Selbstmörderin und hatte ein großes Interesse daran, hier lebendig wieder rauszukommen. Eine Absicherung war die Tasche mit Credits. Sollte alles schief gehen, würde sie Etara damit für die Dienste auf Serenno bezahlen und sich so freikaufen. Denn wenn Kriminelle etwas gemeinsam hatten, dann war es der Hang zu Credits. Viele Credits. Und die Tasche war prall gefüllt.

Die Blondine hatte ihren Auftritt gehabt und wollte sich nun nicht einschüchtern lassen. Auf die Provokation der Blauhaut ging sie nicht weiter ein und antwortete stattdessen mit einem gehässigen Lächeln, während sie breitbeinig und mit einem Arm auf der Lehne rauchend versuchte es sich auf dem Sessel gemütlich zu machen. Sie hatte solche Verhandlungen schon oft genug erlebt und seit sie wieder auf Nar Shaddaa war auch schon oft geführt. Manchmal musste man die Stille aushalten, auch wenn es unerträglich schien. Die Taktik zahlte sich auch aus. Etara lachte schließlich laut auf und bot ihnen augenblicklich die von Sam verlangten Drinks an. Das Personal der Bar nahm sofort ihre Bestellungen auf und Sam war sich nicht zu schade, ein Glas des teuersten Whiskeys zu bestellen, den sie im Raucous Rancor hatten. Es dauerte nicht lange, bis sie die nach Erde riechende braune Flüssigkeit in einem weiten Kristallglas in den Händen hielt. Sie stießen an und Sam stürzte den Whiskey in einem Zug hinunter. Es brannte höllisch. Es war gut.

Etara war wohl in Plauderlaune. In anderen Fällen hätte Sam das eher genervt, doch nach dem heutigen Tag erschien es ihr ganz angenehm, etwas Zeit mit Nichtigkeiten wie diesen zu verschwenden. Außerdem spürte sie schon, wie der Whiskey allmählich ihre Zunge löste. Vermutlich ging es der Blauhaut ähnlich, die sich neben Alkohol auch an Gewürzen bediente. Mit einem finsteren Blick gab Sam zu verstehen, dass sie keine der vorgeschlagenen Namen für die Black-Sun-Frau akzeptieren würde. Paul ging es wohl ähnlich, als er mit "Droide" angesprochen wurde. Verwundert warf er einen Blick über die Schulter und lehnte sich dann zu Nevis um sie leise zu fragen, wer damit gemeint war.


"Ich würde Etara bevorzugen. Ein ungewöhnlicher Name, hat er eine besondere Bedeutung? Das hier sind Nevis und Paul. Nenn ihn besser nicht Du-weißt-schon-was. Einem Kerl in der Bluter-Spice-Passage hat er deswegen vor ein paar Wochen mit einem Ruck den Kopf abgerissen. War eine schöne Sauerei."

An die Eigenarten des Droiden hatte Sam sich schon lange gewöhnt. Sie mochte es aber, die Leute damit einzuschüchtern. Die Erscheinung von Paul war immerhin auch nicht ohne: mit seinen mehr als zwei Metern dürfte der IG-RM Droide einem Wookiee ebenbürtig sein.

Jetzt kam endlich der interessante Part dieses Besuchs. Sam lehnte sich nach vorn, drückte ihre Zigarette in ihrem Whiskeyglas aus und hörte mit den Ellbogen auf den Knien gestützt den Ausführungen von Etara zu. Sie hatte etwas derartiges schon fast erwartet. Es ergab absolut Sinn. Die Black Sun streckte ihre schmutzigen Finger nach Nar Shaddaa aus. Langweilig war diese Information jedoch nicht. Die Chiss stellte große Summen in Aussicht, wenn man die Black Sun dabei unterstützte. Sam versuchte, die Pläne von Etara einzuordnen. Offensichtlich wollte sie für die Black Sun die Hutten von Nar Shadda vertreiben. Wusste sie überhaupt, was das hieß?


"Die Hutten haben den gesamten Sektor seit Jahrhunderten fest im Griff und an jeder Ecke Spione und Verbündete. Klar, der offene Bandenkrieg beschäftigt die Schleimer aktuell, aber das ist nur eine vorübergehende Krise für die Hutten. Was du vorschlägst ist absoluter Wahnsinn."

Sam musste beim letzten Satz lächeln. Ihr gefiel die verrückte Idee. Sie hatte ihren eigenen Charme und die in Aussicht gestellte Belohnung klang mehr als verlockend.

"Angenommen wir ziehen das durch und sind am Ende zu unsrer aller Überraschung noch am Leben. Wie geht es dann weiter? Nar Shaddaa würde im Chaos versinken. Das einzige, was diesen Planeten bisher zusammengehalten hat, waren die Hutten. Sie haben für Ordnung gesorgt, viele sind von ihnen abhängig. Sollte niemand diese Lücke ausfüllen können oder nur unzureichend ausfüllen, ist dieser Bandenkrieg ein Scheiß dagegen, was dann hier los sein wird. Der ganze karking Dumpa hier wird geradewegs in die Hölle fahren. Die Hutten werden dabei zuschauen und sich nach all dem Theater den Planeten schließlich wieder unter den Nagel reißen."

Sie lehnte sich jetzt wieder zurück, immer noch mit einem aufgesetzten Lächeln, und verschränkte die Arme hinter ihrem Kopf. Was sie da beschrieben hatte war tatsächlich ein Spektakel, das sie unbedingt sehen wollte.

"Aber du bist ja nicht dumm, Etara. All diese Dinge sind dir sicher bewusst. Also erklär mir: was willst du dagegen tun?"

Nar Shaddaa / Cantina „Raucous Rancor“ / VIP-Bereich / Sam, Nevis, Paul (NPC), Etara, Spectre, Handlanger aller Art, Jila (NPC), weiter entfernt: Lucy Dent
 
Nar Shaddaa, direkt nach dem Überfall, unterwegs im Gleiter: Sam, Nevis, Paul

Vom Hyperraumcasino ging es direkt zum Treffen mit der Black Sun. Die Gleiterfahrt verging schon fast zu schnell. Nevis sah immer noch vor Augen den schönen Berg Credits, den sie tatsächlich in die Luft gesprengt hatten. Nevis war erschöpft und müde. Sie steuerten den Rancous Rancor an. Sie erhielten rasch Eintritt. Der Türsteher schien Bescheid zu wissen. Sie wurden erwartet. Es war wie ein Deja Vu, als sie durch das Casino gingen, nur das dieses wie vor der Zerstörung aussah. Die Leute alle piekfein herausgeputzt. Sie starrten sie pikiert an. Angekommen ließ sich Nevis neben Sam auf die Couch plumpsen. Etara posierte in Nevis`Augen. Sie zog eine Show ab. Die kleine Togruta war davon dermaßen fasziniert, dass sie nicht jedes Wort aufnahm. Sie war zu abgelenkt. Doch, sie hatte sehr wohl vernommen, dass Etara meinte, dass es schön wäre, dass sie da wären. Sie nannte hier jemanden Prinzessin von ihnen. Dafür sprach sie huttisch. War ihr das Wort auf Basic nicht eingefallen? Und wen von ihnen meinte sie? Also Paul, der sich neben Nevis gesetzt hatte, fiel garantiert schon mal aus. Blieben nur Sam und Nevis. Sam war doch keine Prinzessin? Da blieb nur Nevis übrig, oder? Das gefiel Nevis und sie grinste Etara blöde an.

Nevis gähnte unverschämt laut und riss ungeniert den Mund weit dazu auf. Ihre Manieren hatten bei Sam stark gelitten. Was sie trinken wollten, war das nächste Interessante.


“Ich nehme dasselbe wie Sam.”,

sagte sie schnell. Sam hatte doch Ahnung von guten Dingen. Nun nannte Etara Paul einen Droiden. Paul lehnte sich sofort zu Nevis rüber und fragte nach, was jene damit meinte. Nevis wusste sofort, dass es keine gute Idee sein würde, Paul das zu erklären.

“Ach, vergiss es, sie denkt, du heißt so. Von mir denkt sie, ich heiße oder bin eine Prinzessin. Weil ich so niedlich bin, bestimmt.“,

flüsterte sie ihm zu. Sam stellte Beide vor. Ihnen wurden auch Personen vorgestellt. Diese Spectre kam ihr bekannt vor. Dann wurde es kurios. Etara bot ihnen `zig Namen an, wie sie genannt werden wollte. Nevis grinste erneut. Von Süße- gings noch, bis zu Chef. Chef nannte Nevis garantiert nur eine einzige Peron und das war Sam, wenn überhaupt! Doch, das regelte Sam postwendend, denn auch ihr missfiel das.

Nevis starrte in den Hintergrund. Dort stand eine Person (Lucy), die ihr irgendwie bekannt vorkam, die aber nicht vorgestellt wurde. Wo hatte Nevis sie nur schon mal gesehen? Sie starrte sie und ihre große Tasche, ihren Lohn, die Credits, die für sie übrig geblieben waren, wenn man an das irre viele Geld dachte, plus die Kohle, die Nevis in ihre Taschen ihrer Jacke gestopft hatte, pausenlos an. Warum glotzte sie so? Hatte sie etwas vor?

Irgendwie war eine Gesprächspause entstanden. Nanu? Nevis sah besorgt zu Sam. Hatte Sam etwas Falsches gesagt? War es gefährlich? Jetzt lachte Etara. Okay, alles war gut. Nevis entspannte sich wieder. Die Getränke kamen endlich. Nevis ergriff ihr Glas. Enttäuscht stellte sie fest, dass wenig drin war. Es war eine bräunliche Flüssigkeit (Whisky). Sie roch dran. Irgendwie roch es seltsam. Fast ein bisschen wie Medizin. Sam hatte ihr Glas ruckzuck leer getrunken und es schien ihr geschmeckt zu haben. Nevis setzte nun auch an und kippte es hinter und dachte, sie muss verrecken. Sie bekam keine Luft mehr. Es brannte wie Feuer im Hals. Man hatte sie vergiftet. Sie hustete, keuchte und würgte sogar. Endlich konnte sie wieder halbwegs atmen. Ihre Augen tränten. Sam und Etara hatten angeregt weiter erzählt, aber Nevis hatte mit den Folgen des Getränkes weiter zu kämpfen. Sie würde nie wieder das Selbe wie Sam nehmen!


Nar Shaddaa, im Rancous Rancor bei der Black Sun im VIP-Bereich: Etara, Spectre, Lucy, Jila, Sam, Paul und Nevis und etliche andere Gestalten und viele reiche Schnösel
 
[Nar Shaddaa | Vergnügungsviertel| Cantina „Raucous Rancor“ | VIP-Bereich | Etara, Spectre, Sam, Nevis, Handlanger aller Art, Paul, Jila (NSC, Lucy

Bei Verhandlungen unter Kriminellen gehörte immer eine gewisse Portion Show dazu. Markige Worte, flotte Sprüche, demonstrative Arroganz und Kaltschnäuzigkeit, Flirten mit der Gefahr, das alles war Teil der Sache, so selbstverständlich wie der Kater nach dem Genuss von zu viel Alkohol. Immerhin lebte man außerhalb der normalen Gesellschaft und ihrer Regeln und Sitten, also musste man sich eigene schaffen, und die hatten gerne mal Ähnlichkeit mit dem Gebaren von Raubtieren, die sich auch gerne mal beschnupperten und anfauchten, um zu schauen, wer der Stärkere war und wie man die Beute verteilen sollte. Etara störte sich nicht daran, tatsächlich machte das sogar Spaß - - immerhin war es mal eine Gelegenheit, überlebensgroß zu sein und auf alles zu pfeifen, was unter höflichen, zivilisierten und gesetzestreuen Leuten üblich war. Außerdem konnte man in solchen Situationen viel über andere lernen, konnte herausfinden, was bloß Gehabe war und was die wirkliche Persönlichkeit. Bei einigen waren die Grenzen fließend, so mancher Kleinkrimineller trat auf, als wäre er der nächste Verbrecherfürst der Galaxis, und glaubte das sogar wirklich. Die hübsche Chiss hatte gelernt, dass man bei solchen Leuten aufpassen musste, mit ihnen konnte man wirklich heikle Sachen, die ein bisschen Verstand erforderten, nicht vernünftig durchziehen. Also studierte sie so gut es ging ihre Gegenüber und versuchte, ein Gefühl für ihre Persönlichkeit zu bekommen, für die Person hinter der Fassade. Während sich die Blauhäutige also wie ein sattes, zufriedenes Nexu auf ihrer Sitzecke räkelte und sich immer mal wieder einen Schluck Hochprozentiges oder eine Nase Gewürze gönnte, beobachtete sie ganz genau, wie sich die anderen verhielten und was sie sagten.

Eines wurde rasch klar: Mumm hatte diese Sam. Die Blondine trat nicht als Bittstellerin oder als Handlangerin auf und war sich auch nicht zu schade, bei ihrem Lächeln ein bisschen Zähne zu zeigen. Ihre Körperhaltung und ihre Bestellung – der teuerste Whiskey des Hauses, den sie in einem großen Zug leerte – unterstrichen diese Botschaft noch zusätzlich. Etara honorierte dieses Auftreten mit einem dünnen Schmunzeln und strich sich ein paar Strähnen ihres schwarzen Haares aus dem Gesicht, während sie die andere Frau und ihre Begleiter aus roten Augen musterte. Was irgendwelche Kosenamen oder Titel anging, machte Sam ihre Ablehnung mehr als deutlich, das entlockte Etara jedoch lediglich ein souverän-gleichgültiges Schulterzucken. Sie war weder eine Tyrannin noch kleinlich, solange die Leute ihre Arbeit erledigten, war der Rest von untergeordneter Bedeutung. Und was nicht war, konnte ja noch werden, mit der Zeit hatten sich so einige für ihren Charme erwärmt. Die Chiss tätschelte angesichts der Frage zu ihrem Namen beiläufig ihren Hals, schenkte ihrer Gesprächspartnerin einen Augenaufschlag und grinste dann, ihr Basic weiter melodiös und spielerisch.


„Nur zu. Ich höre meinen Namen gerne, ob ausgesprochen oder...anders. Aber nein, keine besondere Bedeutung. Wie mein Leben hat er nur die, die ich ihm gebe. Und das, Sam, genügt völlig. So...Nevis? Bist noch ein bisschen grün hinter den Ohren, Kleine. Fühlst Du Dich bereit, in der Oberliga mitzuspielen?“

Etara betrachtete die junge Togruta mit schief gelegtem Kopf, neugierig und prüfend, aber nicht unbedingt geringschätzig. Jugend war in der Unterwelt kein natürlicher Makel. Einige der skrupellosesten und gefährlichsten Killer der Galaxis waren nicht mal alt genug, um auf den meisten Kernwelten einen Führerschein zu erwerben. Und auch sie selbst hatte früh angefangen. Mit dem Whiskey hatte das Mädchen, das Sams Beispiel gefolgt war, aber wohl ein paar Probleme. Irgendwie süß – bei anderen Dingen tat sie sich hoffentlich weniger schwer, sonst würde es gegen die Hutten nicht einfach für sie werden. Der Droide, Paul, war wohl ein etwas anderes Kaliber, offenbar wurde er nicht gerne als die Maschine bezeichnet, die er war. Ein Sprung in der Schüssel oder, wohl passender, ein paar ausgebrannte Schaltkreise? Für die Piratin erst einmal egal, sie ließ ihren Blick ausführlich und in aller Ruhe von oben nach unten über den riesigen Blechmann wandern, richtete sich etwas auf und fuhr sich übers Kinn.

„Hallo, Paul. Du bist ja...groß. Halt Dich an mich und Du wirst mehr Leuten den Schädel abreißen können, als Du zählen kannst.“


Kein leeres Versprechen. Wenn es auf dem Schmugglermond hoch hergehen sollte, und das war schließlich der Plan, brauchte die ehrgeizige Verbrecherin Leute ohne großes Federlesen oder Zurückhaltung. So eine mechanische Tötungsmaschine war da wohl genau das Richtige. Pläne waren auch das, was Sam als nächstes interessierte, die Menschenfrau verwies nüchtern auf die Stärke der Hutten, die Nar Shaddaa schon seit einer Ewigkeit regierten und sich entsprechend tief eingegraben hatten. Einen solchen Feind anzugreifen konnte man tollkühn nennen, eher aber verrückt – ein Gedanke, der die Blondine offenbar so wenig schreckte wie Etara selbst, die Chiss stimmte in das Lächeln ihrer gegenüber mit ein und tippte sich kurz an die Stirn.

„Ja. Oh, ja, das ist es. Genau deshalb wird es funktionieren. Und eine Menge Spaß machen.“


Der materielle Aspekt, der Reichtum, die Macht, der Ruhm, das war das eine. Aber sich in ein solches Abenteuer zu stürzen, solche Risiken einzugehen, etwas zu wagen, an das andere niemals denken würden, das machte für Etara einen Großteil des Reizes aus. Sie war ein Adrenalinjunkie, schon immer gewesen. Und ein solches Unterfangen war eines, mit dem Legenden geschrieben wurden. Mit einem beinah manischen Grinsen hörte die Blauhäutige zu, wie Sam den wahrscheinlichen Ablauf der Ereignisse skizzierte. Die Blondine hatte Ahnung, das war deutlich, und so nickte Etara lediglich knapp, ließ die abschließende Frage ihrer Gegenüber einen Moment im Raum stehen, dann beugte sie sich nach vorne, legte die Hände aneinander und nahm kurz mit allen Anwesenden Augenkontakt auf.

„Chaos. Ich mag Chaos. Es ist der natürliche Zustand auf Nar Shaddaa. Die Hutten glauben, dass sie den Laden fest im Griff haben, dass ihnen keiner krumm kommen kann. Stimmt größtenteils sogar. Aber nur größtenteils. Diese Vorstellung hat sie fett und träge und kurzsichtig werden lassen. Sie werden erst erkennen, was passiert, wenn es zu spät ist, und zu langsam darauf reagieren. Nicht falsch verstehen: Es wird einen richtigen Krieg geben. Eine Menge Leute werden sterben, eine Menge Häuser werden brennen, Nar Shaddaa wird erbeben. Und schlussendlich...schlussendlich werden die Hutten diesen Mond behalten. Aber, und das ist der Knackpunkt, nicht den ganzen Mond. Wir werden uns ein schönes, leckeres Stück vom Kuchen abschneiden, es uns nehmen und mit Klauen und Zähnen verteidigen. Ich habe schon Gebiete ausgewählt, in denen die Unzufriedenheit mit den Hutten groß ist und es viele potentielle Verbündete gibt. Das geben wir nicht her. Nie wieder. Nach all den Kämpfen werden die Schnecken zwar noch stark genug sein, sich zu halten, aber zu schwach, um uns zu vertreiben. Die werden uns nicht wieder los.“

Etara, die zunächst ruhig, dann aber immer eindringlicher und leidenschaftlicher gesprochen hatte, machte eine Kunstpause, um ihre Worte erst einmal wirken zu lassen. Der Plan war verdammt gewagt, aber keineswegs unrealistisch. Schon seit vielen Jahren versuchte die Black Sun, einen Fuß in die Tür zu bekommen, und hatte ihren Gegner sorgfältig studiert. Und jetzt war der Moment gekommen, Nägel mit Köpfen zu machen und die Situation auszunutzen. Solche Gelegenheiten gab es nicht am Fließband, und die ehrgeizige Chiss war gewillt, sie voll auszureizen. Etara ließ ihren Nacken knacken, gab sich einen Ruck und setzte sich auf, bevor sie fortfuhr.


„Wären die Hutten in seliger Harmonie vereint, wäre dieser Plan nicht gewagt, sondern schlicht unmöglich. Glücklicherweise hassen sich die Schnecken untereinander teilweise noch mehr als uns. Vorbereitungen sind am Laufen, sie gegeneinander auszuspielen. Alle werden sich bei der Verteidigung von Nar Shaddaa profilieren und ihr Gebiet sichern oder ausbauen wollen, das ist unsere Chance, noch mehr Unfrieden zu stiften. Und auch der Grund, warum ich fähige, entschlossene, harte Leute brauche, die nicht direkt zur Black Sun gehören. Freischaffende wie euch könnte auch ein Hutte angeheuert haben. Wer weiß – vielleicht arbeite sogar ich für einen von denen. Was meint ihr, könnte ich als rechte Hand durchgehen oder doch nur als Tanzmädchen? Ehrliche Antworten, bitte. Immerhin sind wir womöglich jetzt...Partner. Apropos: Freundin von euch? Oder Ex-Freundin, so, wie sie starrt?“

Die Piratin ließ die Worte genüsslich über ihre Zunge rollen, lehnte sich wieder ein Stück zurück, neigte leicht den Kopf in Richtung dieser anderen blonden Frau (Lucy), die zu ihnen sah, und gönnte sich einen Schluck Hochprozentiges, das angemessen feurig durch ihre Kehle brannte und sich auf den Weg zu ihrem Magen machte. So war was nun mal: Selbst die Dinge, die eigentlich überhaupt nicht erfreulich waren, konnten für eine Menge Spaß sorgen. Vielleicht fing das Dezimieren der huttischen Handlanger ja schon früher an als gedacht...


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Nar Shaddaa, im Rancous Rancor bei der Black Sun im VIP-Bereich: Etara, Spectre, Lucy, Jila, Sam, Paul und Nevis und etliche andere Gestalten und viele reiche Schnösel

So, Nevis, zog Etara ihren Namen in die Länge, als sie ihn erfahren hatte. “So, …Etara. “, äffte Nevis ihr nach. Und Nevis machte dieselbe Bewegung, die Etara mit ihrer Haarsträhne vorhin gemacht hatte, mit ihrem Lekku. Nevis missfiel es sehr, dass sie laufend als Kleine und als grün hinter den Ohren bezeichnet wurde. Es war natürlich extrem ungünstig, dass Nevis den Schluck Whiskey nicht gut verkraftet hatte. Ihr Hals brannte immer noch wie Feuer und mühsam versuchte Nevis nicht mehr zu husten, obwohl der Hustenreiz einfach nicht verschwinden wollte. Und jetzt brach es auch wieder aus ihr heraus und sie konnte den Hustenanfall nicht länger unterdrücken. Das musste doch auch mal aufhören. Das war dermaßen peinlich! Sie hatte das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen:

“Ich wirke jünger als ich bin! Wir nutzten das bislang vorteilhaft. Ich werde meistens maßlos unterschätzt!”,

zischte sie böse zurück. Ob sie bereit war, in der Oberliga mitzuspielen?! Langsam begann Nevis diese Etara zu hassen und zu verfluchen!

“Wir werden sehen!”,

antwortete sie kurz angebunden mit finsterem Blick. Nevis hatte das erstmal zu verarbeiten. Hellhörig wurde sie erst wieder, als Etara sich zu ihnen nach vorne beugte und Augenkontakt herstellte und besonders wichtig drein schaute. Die war doch eine totale Psychopathin! Sie würde das Chaos toll finden, begann sie. Etara wollte einen echten Krieg und den fetten Hutten so richtig in den Hintern treten. Sie wollte ihnen Territorien dauerhaft wegnehmen. Aha, Nevis hatte daran nichts auszusetzen. Hellwach wurde sie, als Etaras Tonlage umschwenkte und sie etwas gänzlich anderes sagte. Ob die da hinten ihre Freundin sein würde, die, die dauernd hierher starren würde? Jetzt riss Nevis ihre Augen größer denn je auf. Etara hatte das auch bemerkt? Unsicher sah Nevis zu Sam. Wer verdammt war das dahinten? (Lucy)


Nar Shaddaa, im Rancous Rancor bei der Black Sun im VIP Bereich: Etara, Sam, Spectre, Lucy, Nevis, Paul, Jila, Andere und weiter weg viele Leute mit zu viel Geld und Spielsucht
 
|| Outer Rim Territories || Hutten-Raum || Nar Shaddaa || Vergnügungsviertel | Rancous Rancor, am Tresen || Lucy Dent, NPCs ||



Lucy saß an der Bar und konnte nicht anders als hin und wieder zu den Taschen zu schauen. Als ihr Blick sich kurz mit einer Chiss im VIP-Bereich traf grinste die junge Frau und hob die Hand zu einem eher sarkastisch gemeinten Gruß ehe sie sich wieder dem Barkeeper zuwandte. Dieser musterte die Frau ein wenig besorgt. Etwas, dass diese ein wenig irritierte.

"Was?"

Der Barkeeper stellte Lucy ein Ale hin und lehnte sich vor. Als dieser anfing zu sprechen war seine Stimme ruhig aber eindeutig scharf. Es schwang eine ungewohnte Ernsthaftigkeit in dieser.

"Lucy... ich kenne dich... Ich weiß, dass du gut bist und damit bin ich ziemlich alleine in diesem raum... Aber... Leg dich nicht mit diesen Leuten an. Die konnten sich den VIP Bereich ohne mit der Wimper zu zucken leisten. Dazu... Man munkelt, dass es sehr gefährliche Wesen sind... Tu mir den Gefallen... Halt dich von denen fern... Das ist zwei Nummern zu groß für jemanden wie dich..."

Lucy runzelte ihre Stirn und schaute noch einmal zu der Gruppe rüber. Man hatte sie bemerkt. Darunter auch die Togruta. Jung, aber vermutlich kein Kind mehr... Der Blick der menschlichen Frau verfinsterte sich. Der Blick wanderte zum Barkeeper. Es war womöglich wirklich klüger langsam wieder zu gehen. Doch so weit kam es nicht. Eine Schwere Hand legte sich auf die Schulter von Lucy. Ein massiger Nikto drückte Lucy auf den Barhocker und wirkte alles andere als erfreut die weißhaarige Frau zu sehen.

"Dass du hier noch mal auftauchst... Kleine Ratte!"


Er rief zu ein paar Freunden rüber.

"Schaut mal wen die Gosse ausgespuckt hat! Luckless Lu... Die Frau die behauptet Lacta den Hutten alleine erledigt zu haben!"

Mehrere Wesen fingen an zu lachen. Lucy seufzte und leerte ihr Ale und stellte die Flasche ab. Der Nikto boxte ihr in die Seite und der Tonfall machte klar, dass er es genoss die menschliche Frau zu verspotten. Die Leute welche mit einstimmten indem sie lachten signalisierten klar, was ihr Stand war. Dass ein großer Teil die Frau nur als Witzfigur wahrnahmen.


"Du kleine Ratte schuldest mir nun einige Credits! Aber da wird schon wissen, dass du pleite bist... Wirst du schön mit meinen Freunden nach draußen gehen und sterben..."

Lucy nickte langsam und stand auf.

"Dann lass uns gehen... Schließlich will hier doch niemand Hausverbot oder?"

Umringt von den Anhängern der Gruppe wurde Lucy herausgeführt wobei sie dem Barkeeper ein Zeichen gab ein neues Getränk einzuschenken. Draußen wurde Lucy in eine Gasse gebracht. Klar... Man wollte kein Aufsehen erregen. Noch bevor die insgesamt sechs Wesen in der Lage waren sich gesondert um sie zu kümmern lösten sich bereits die ersten beiden Schüsse. Die Kugeln durchlöcherten synchron die Köpfe der ersten beiden Lackeien des Nikto. Ein Grinsen legte sich auf das Gesicht der jungen Frau während bereits die nächsten beiden zu Boden gingen. Ein sadistisches Lachen drang aus Lucys Kehle. Die verbliebenden beiden stürmten in Deckung und eröffneten das Feuer. Hastig suchte sich Lucy ihre Deckung. Ohne Probleme traf die Frau das Knie eines weiteren Wesens, das Schreiend zu Boden ging. Der Nikto fluchte laut. Langsam löste sich Lucy aus ihrer Deckung. Das letzte Wesen, welches noch Fähig war zu Kämpfen war der Nikto. Kaub dass dieser über die Deckung schaute und seine Waffe auf die Frau richtete war seine Hand durchlöchert. Im Vorbeigehen tötete sie das Wesen welches auf dem Boden lag. Ihr Blick wanderte zu dem Nikto.


"Einfach mal locker bleiben verdammt! Du hättest mich einfach in Ruhe lassen... Aber hey... Lacta hat auch so ein paar Fehler gemacht... Einer davon war... mich anzuheuern und dann nicht zu bezahlen... Der nächste war... meinen Ruf zu ruinieren... Wirke ich immer noch wie jemand der kein Glück hat?"

Mit einem seufzen drückte Lucy ab. Der Nikto sackte zu Boden. Beim Umdrehen wanderten die beiden Pistolen Lucys in ihre Holster. Entspannt wie ein Revolverheld aus einem schlechten Holoroman schlenderte sie zurück in die Kantina. Sie warf einem Straßenkind ein paar Credits zu.

"Erzähl was du heute gesehen hast. Sag... dass Luckless Lu nicht mehr existiert... Verstanden? Und dass man Lucy Dent nicht über den Tisch ziehen sollte..."

Damit kehrte Lucy in die Cantina zurück und setzte sich wieder an die Bar. Deutlich schlechter gelaunt nahm sie einen kräftigen Schluck von ihrem Ale. Sie ließ sich den ganzen Kram noch einmal durch den Kopf gehen. Es stimmte. Wenn der Barkeeper so drauf war, dann hatte das was zu bedeuten. Diese Gruppe hatte wohl ein wenig was drauf. Nur noch einmal schaute Lucy zu der Chiss die sie vorhin angeschaut hatte ehe ihr Blick wieder auf das Glas runter wanderte. Ein anderes Ziel. Sie brauchte alternativen! Credits... Sonst wäre sie sehr bald sehr arm! Verluchte Axt. Man hatte ihr mal gesagt, sie solle sich an die Black Sun wenden. Doch mal im Ernst. Nach den Geschichten wandte sich die Black Sun an potenzielle Partner. Dazu gefiel es Lucy irgendwie nicht teil eines Hierachiesystems zu sein. Da könnte sie doch gleich der Armee beitreten und hätte wenigstens eine medizinische Versorgung... Dazu würde sie ohnehin heraus finden müssen, warum sie so gut im Schießen war und woher sie kam. Umgekehrt... vielleicht wollte Lucy es auch lieber nicht wissen. Keine Vergangenheit, keine Probleme... Klang doch simpel. Gelangweilt schaute sich Lucy eine Liste an. Ziele, Arbeitgeber und andere Möglichkeiten an Credits zu kommen.




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Spectre war der Vorfall am Tresen mit dem Nicto und Lucy nicht entgangen. Sie gab Etara ein kurzes Zeichen und stand mit den Worten:


„Ihr kommt schon klar.“


auf, um den VIP-Bereich zu verlassen. Im Vorbeigehen beauftragte Sie Charles, einen aufstrebenden jungen Menschen, damit, etwas über diese Schläger und die junge Frau in Erfahrung zu bringen. Der Rest blieb bei Etara.
Etwas an der Art, wie diese Frau auf die Schläger reagiert hatte, die Blicke des Barkeepers und wie Sie sich jetzt bewegte… So etwas hatte Sie schon gesehen, oft. Diese Frau war keine einfache Cantinabesucherin und auch kein Straßenkind wie Jila. Sie war ausgebildet worden…
Und das machte Sie interessant. Zum einen als potentielle Verbündete, oder als Ziel. Die ehemalige imperiale Scharfschützin des IGD würde sehen in welcher Richtung sich der Wind drehen würde.
Unbemerkt suchte Sie sich eine Position auf einer Feuerleiter, die sie mit Hilfe eines kleinen Enterhakens am Gürtel bezog. Das Gerät machte kaum Geräusche, und selbst wenn… sie waren auf Nar Shaddaa… hier war es immer laut.
So konnte die Chiss aus den Schatten das meisterhafte Handwerk der jungen Frau beobachten und belauschen. Sie konnte nicht alles verstehen, aber zumindest nannte sie sich Lucy Dent, ein Anfang.
Lucy kehrte in die Cantina zurück, als wäre nichts gewesen und lies ein Kind mit Ihrer Nachricht zurück. Aber ein Zeuge? Nein, so etwas könnte die Chiss nicht gebrauchen und die Nachricht würde auch nur mehr aufsehen erregen, als sie im Moment gebrauchen konnten. Lässig sprang Sie den letzten Absatz auf einen Müllcontainer und dann in die Gasse, wo sich die Göre noch umsah, ob noch ein paar Credits im Dreck lagen. Das Kind blickte hoch, doch das Letzte, was Sie sah, war die Klinge des Messers, die sich tief in Ihre Brust bohrte. Langsam trat Spec auf die sterbenden Überreste zu, zog das Messer heraus und wischte es sauber.
Zeit sich zu unterhalten und Fronten zu klären.
Als Spectre wieder den Club betrat, lies Sie sich von Charles ein kleines Update geben. Viel war über diese Lucy nicht bekannt. Sie verdingte sich als Söldnerin und hatte angeblich den letzten Arbeitgeber liquidiert, als dessen Zahlungsmoral zu wünschen lies.
Mehr war auf die schnelle aus dem Barkeeper nicht herauszuholen, aber es war eine Basis.
Spec schlenderte zur Theke und warf dem Rodianer neben Lucy einen Blick zu, so dass dieser gerne Platz machte. Geschmeidig ließ sich die Chiss auf den gepolsterten Hocker gleiten, nickte dem Barkeeper lächeln zu und bestellte.


„Einmal das selbe wie meine neue Freundin hier und Ihre Rechnung heute Abend geht auf mich.“


Dann drehte Sie sich zu der Menschenfrau.


„Nicht schlecht… schnell, genau, ohne Aufsehen. Gute solide Arbeit. Und da mir ein Vögelchen gezwitschert hat, dass
Lucy Dent auf eher zahlungskräftige ... oder sollte ich zahlungwillige sagen ... Auftraggeber steht, dachte ich mir ich stelle mich einmal vor. Man nenn mich Spectre.“

Dann nahm Sie einen Schluck und lächelte.



[Nar Shaddaa | Vergnügungsviertel| Cantina „Raucous Rancor“ | Etara, Sam, Nevis, Jila (NSC), Paul (NPC) (im VIP-Bereich), Spectre und Lucy an der Theke, Handlanger aller Art (NSC)
 
Nar Shaddaa / Cantina „Raucous Rancor“ / VIP-Bereich / Sam, Nevis, Paul (NPC), Etara, Spectre, Handlanger aller Art, Jila (NPC), weiter entfernt: Lucy Dent

Das gegenseitige Beschnüffeln wurde dadurch aufgelockert, dass Nevis sich mit dem Whiskey wohl etwas übernommen hatte. Etara hatte definitiv recht: Nevis war noch etwas grün hinter den Ohren. Bei den entscheidenden Dingen hatte die Kleine ihren Altersgenossen aber definitiv etwas voraus. Sie war mittlerweile kampferprobt und wusste was es hieß, mit dem Blaster in der Hand sich kopfüber in einen Kampf zu stürzen. Sam hatte ihr das Schießen selbst beigebracht und musste zugeben, dass Nevis darin inzwischen fast so gut war wie die Blondine selbst. Hinzu kamen ihre besonderen Fähigkeiten.

Es freute Sam, dass Etara sie offensichtlich ernst nahm und sich Zeit für Sams Bedenken nahm. Das war nicht selbstverständlich. Bei der Armee wurde sie gemaßregelt, sobald sie einem Vorgesetzten widersprach und als kleines Mädchen auf Nar Shaddaa wollte ihr sowieso niemand zuhören. Jetzt konnte sie auf Augenhöhe mit einem Black Sun Boss verhandeln. Die Zeiten hatten sich geändert, was Sam ein beflügelndes Gefühl gab. Oder es war der Whiskey, der gerade seine Wirkung entfaltete.

Was die Blauhaut antwortete, gefiel Sam. Sogar sehr. Stellenweise hätte sie ein paar Sätze von Etara selbst sagen können. Natürlich waren die Hutten gefährlich und untereinander völlig zerstritten. Natürlich war nicht jeder mit ihrer Herrschaft zufrieden und würde sie ohne mit der Wimper zu zucken und mit ein paar Credits in Aussicht verraten. Dennoch schien die Black Sun Chefin weitsichtig genug zu sein um zu wissen, dass ganz Nar Shaddaa nie an ihre Organisation fallen würde. Wahrscheinlich würde das nicht einmal das Imperium schaffen. Einzelne Gebiete allerdings? Das klingt machbar. Mit ein wenig Geschick konnte man den Hutten dann ein paar Zugeständnisse aus den speckigen Falten leiern.


"Hör sie dir an, Kleine. Sie spricht wie die Schwester, die ich nie hatte. Du hast meine Aufmerksamkeit."

Sam zündete sich eine weitere Zigarette an und nahm einen tiefen Zug. Sie dachte kurz über die Frage von Etara nach. Tatsächlich war sie noch gar nicht auf die Idee gekommen, dass das hier eine Falle der Hutten war. Da sie die Blauhaut schon auf Serenno kennengelernt hatte und wusste, dass sie ihr etwas schuldete, schien das ausgeschlossen.

"Um das beantworten zu können, müsste ich dich zuerst tanzen sehen. Es heißt, die Hutten haben da einen besonderen Geschmack."

Doch bevor sie das Thema weiter vertiefen konnten, lenkte Etara die Aufmerksamkeit von Sam hinüber zur Bar. Eine Bekannte? Sie musste ihre durchaus geschulten Augen anstrengen, um bei den Lichtverhältnissen überhaupt jemanden erkennen zu können. An der Bar saß eine Frau, etwa in Sams Alter und mit der gleichen Haarfarbe. Vermutlich war die Fremde jedoch etwas größer als Sam selbst, die eher eine kleine Statur hatte. Bekannt kam sie ihr aber nicht vor.

"Ich sag es ja, überall Spione. Scheint hier aber beliebt zu sein."

Sie konnten beobachten, wie ein paar Typen auf die junge Frau zukamen, kurz mit ihr sprachen und sie dann hinaus eskortierten. Manche Probleme erledigten sich eben von selbst. Dann entschuldigte sich die Begleitung von Etara und verließ den VIP-Bereich.

"Unsere Dienste werden natürlich etwas kosten."

Sam fischte einen Stift aus ihrer Manteltasche, schnappte sich eine Serviette vom Tisch und überlegte kurz. Dann schrieb sie eine unverschämt hohe Summe auf, faltete sie zusammen und schob sie der Blauhaut rüber.

"Wir sind das wert. Denk an das Feuerwerk auf Serenno. Wir haben dort nicht nur dem lokalen Adel und den Sicherheitskräften ans Bein gepisst, sondern auch den imperialen Geleitschutz einer Waffenlieferung an der Nase herumgeführt. Und unsere heutige Arbeit dürfte sich gerade im Moment herumsprechen."

Aus den Augenwinkeln konnte sie sehen, wie die blonde Frau wieder zurück in die Bar kam und sich an den Tresen setzte. Sam zeigte sich überrascht. Hatte sie die Situation falsch interpretiert oder war da etwas anderes im Gange? Als sich jedoch Spectre der jungen Frau näherte, entspannte sich die kleine Blondine wieder. Der Bluthund von Etara würde sich schon um alles kümmern.

Nar Shaddaa / Cantina „Raucous Rancor“ / VIP-Bereich / Sam, Nevis, Paul (NPC), Etara, Handlanger aller Art, Jila (NPC), weiter entfernt: Lucy Dent, Spectre
 
[Nar Shaddaa | Vergnügungsviertel| Cantina „Raucous Rancor“ | VIP-Bereich | Etara, Spectre, Sam, Nevis, Handlanger aller Art, Paul, Jila (NSC), Lucy

Mehr und mehr hatte Etara ein gutes Gefühl bei dieser bunt gemischten Gruppe, die ihr gegenübersaß. Natürlich konnte man im Bezug auf das berühmt-berüchtigte Bauchgefühl auch komplett danebenliegen, aber im Laufe der Zeit hatte die hartgesottene Kriminelle ein feines Gespür dafür entwickelt, auf wen man sich verlassen konnte und auf wen nicht. Vertrauen war unter Verbrechern ein Gut, das sogar noch kostbarer war als Credits, denn vernünftige Leute, die mit einem durchs Feuer gingen, waren schwer zu finden. Umso wichtiger war es dann, diese auch bei der Stange zu halten. Ein bisschen gegenseitiger Respekt wirkte da oft genug schon kleine Wunder, gerade bei Leuten, die sonst wie der letzte Dreck behandelt wurden. Etara kam von ziemlich weit unten und wusste, wie es sich anfühlte, wenn anderen einen nicht ernst nahmen, also gab sich die hübsche Chiss alle Mühe, dieses Gespräch mit Sam und ihren Kumpanen auf Augenhöhe zu führen, und das schien bei der Blondine auch gut anzukommen. Ein paar kleine, aber sehr wichtige Schritte, um zueinander zu finden und eine ordentliche Grundlage für Kooperation zu schaffen.

Auch die Fakten schienen auf offene Ohren zu stoßen, offenbar hielt die andere Frau das geplante Vorgehen für solide überlegt und machbar. Einfach würde es selbstredend nicht werden, aber wo war ohne Herausforderung der Spaß? Und als Belohnung für die ganzen Mühen wirkte nichts geringeres als ein saftiges Stück vom Schmugglermond-Kuchen. Nar Shaddaa war ein Drehkreuz für illegalen, halblegalen und legalen Handel aller Art, hier wurden zahllose Geschäfte abgewickelt und Lebewesen auf jede nur erdenkliche Art um ihre Credits erleichtert. Allein die Casinos generierten mehr Profit als das Bruttosozialprodukt mancher „zivilisierten“ Welt. Da einen Fuß in die Tür zu bekommen, war nichts geringeres als die Aussicht auf geradezu sagenhafte Reichtümer. Etara grinste wohlig, als sie sich ausmalte, was es alles zu erbeuten gab, die blauhäutige Frau rutschte in eine etwas bequemere Position und nickte ihrer Gegenüber zu, während sich diese eine Zigarette ansteckte.


„Ich dachte mir, dass Dir das gefällt.“

Die ehrgeizige Verbrecherin legte ein wenig den Kopf schief und ließ noch einmal in aller Ruhe den Blick ihrer roten Augen über die Freischaffenden wandern, dann nickte sie dezent. Sie hatte sich einige Gedanken zu dieser Sache gemacht, und natürlich auch darüber, wie man den Plan anderen schmackhaft machen konnte. Die Black Sun brauchte für diese Aktion kompetente externe Kräfte, und so viele, wie sie kriegen konnte. Denn einfach würde es wirklich nicht werden, die Risiken waren hoch. Es brauchte schon eine spezielle Sorte Leute, die bereit waren, sich auf so etwas einzulassen. Offenbar gehörte Sam dazu, und das machte die Blondine in Etaras Augen gleich noch viel sympathischer. Angesichts ihrer Worte über das Tanzen und den Geschmack der Hutten lachte die Chiss, ein ehrliches, angenehmes Geräusch, sie lehnte sich ein wenig zurück, stützte sich auf ihre Arme und legte nun ihrerseits ihre langen Beine auf den Tisch, bevor sie ihrer Gegenüber einen kecken Augenaufschlag schenkte.

„Oh, das lässt sich einrichten. Ich hatte sowieso vor, ein bisschen zu feiern, bevor es wirklich losgeht. Ein paar Dinge sind am Laufen, die noch etwas Zeit benötigen. Und ich bin nicht die Sorte Frau, die gerne tatenlos herumsitzt und abwartet. Vielleicht finden wir bei der Gelegenheit noch heraus, was Dein Geschmack ist, Sam.

Für einige Momente hielt Etara einfach Augenkontakt und schmunzelte, dann warf sie einen kurzen Blick in Richtung dieser anderen Menschenfrau (Lucy), die so neugierig zu ihnen herüber geschaut hatte. Als sich Spectre auf den Weg machte, um sich der Sache anzunehmen, ließ Etara beiläufig ihre Fingerspitzen über den Arm der anderen Chiss streichen und sah ihr eine Weile mit einem wohlwollenden Grinsen hinterher, dann strich sie sich eine schwarze Haarsträhne aus dem Gesicht, zuckte mit den Schultern und gönnte sich noch eine Nase Gewürze, bevor sie genüsslich den Kopf in den Nacken legte, mit geschlossenen Augen zur Decke starrte und mit der Zunge über ihre Lippen fuhr. Die Droge entfaltete rasch ihre berauschende und belebende Wirkung und mit einem zufriedenen Seufzen richtete sich Etara wieder auf und rieb sich die Hände.

„Hm-hm. Wird bestimmt nicht die Letzte sein, die uns anstarrt. Ob im Dienst der Hutten oder aus anderen Gründen. Keine Sorge. Darum wird sich sehr kompetent gekümmert."

Daran hatte Etara nicht die geringsten Zweifel. Wenn Spectre eine Sache anpackte, dann zog die ehemalige Imperiale sie auch gnadenlos durch – eine von vielen Eigenschaften, die Etara an ihrer Freundin so reizvoll fand. Die Kriminelle gönnte sich eine kleine private Wette, ob das wohl ohne Blutvergießen laufen würde, dann konzentrierte sie sich wieder ganz auf ihre Gegenüber, die ihr auf einer Serviette eine Lohnforderung zukommen ließ. Die Chiss nahm sie entgegen und beäugte die Zahlen, ohne mit der Wimper zu zucken oder das Gesicht zu verziehen. Eine stattliche Summe, ganz klar, vielleicht sogar unverschämt. Manch ein Gangsterboss hätte an ihrer Stelle jetzt bestimmt die Fassung verloren, wäre brüllend aufgesprungen oder hätte seinen Handlangern befohlen, die dreisten Sleemos zu erledigen. Etara hingegen zuckte bloß mit den Schultern und vollführte eine wedelnde Handbewegung.

„Natürlich. Alles andere hätte mich auch schwer gewundert. Serenno war ordentliche Arbeit, nach allem, was ich so höre. Apropos hören, mich würde interessieren, was ihr eigentlich genau hier angestellt habt. Scheint eine gute Geschichte zu sein.“

Die Piratin machte eine kurze Pause, nahm die Serviette dann sorgfältig, beinah liebevoll, in ihre Hände, klappte sie gänzlich auf und drückte einen Kuss auf den Stoff, so dass ihr Lippenstift unter den Zahlen einen markanten Abdruck hinterließ, dann schob sie die Serviette beiläufig zu Sam zurück.

„Wisst ihr, ich könnte jetzt feilschen oder verhandeln...aber wieso? Entweder ihr seid die Credits wert oder ihr seid es nicht."

Das Grinsen der Chiss bei diesen Worten machte die Botschaft hinter diesen Worten deutlich. Etara war nicht kleinlich und sie hatte große Mittel zur Verfügung, die sie gerne bereit war, für talentiertes Personal aufzuwenden. Bei guter Arbeit würden Sam und ihre Kumpanen in Credits schwimmen. Sollten sie sich aber als Enttäuschung erweisen, würden sie bestenfalls mit Betonfüßen in einer der giftigen Brühen in den Industriebezirken versinken und nie wieder gesehen werden. Etara war großzügig zu jenen, auf die sie sich verlassen konnte, und grausam zu jenen, die sie verrieten oder kläglich versagten.

„Also schön. Wir sind uns einig, ja? Darauf einen Schluck! Wenn ihr noch Fragen habt, raus damit, ansonsten gilt: Willkommen an Bord. Lasst es euch nochmal gut gehen und haut ordentlich auf den Putz, bevor die Arbeit ansteht. Heute Abend alles auf meine Rechnung.“

Etara klatschte beschwingt in die Hände, offensichtlich sehr zufrieden damit, mit ihren Plänen ein gutes Stück vorangekommen zu sein. Mit fähigen Helfern kam Bewegung in die Sache, und wer wusste schon, vielleicht würde Spectre bei ihrer Rückkehr auch noch positive Neuigkeiten zu verkünden haben. Oder ein paar Blutflecken auf ihrer Kleidung – nicht unbedingt eine schlechte Sache, sondern eine sehr....aufregende. Ja, so ließ es sich auf dem Schmugglermond aushalten.

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