Truuine

[Truuine System - Truuine - Äquatoriale Inselkette - Osicia - Café "Patroliaans Drogisterij" - Darth Aster, Akolyth Vorn, Akolyth Qowrow und Major Varro und ein paar andere Unwichtige NPCs]

Asters Antwort auf Vorns Vorhersage lief halbwegs erwartbar ab. Ganz der Politiker, konnte der Planetenherrscher natürlich nicht einfach zugeben, dass er seine Truppen blind in einen Todesstreifen schicken und die Leichen den Weg für die nächsten Einheiten pflastern würden. Er sprach auch nochmal die in der Übung trainierte Strategie an, in welcher die Laserschwertnutzer die Leute hinter sich verteidigt hatten. Und als Politiker ließ er aus, wie begrenzt effektiv so ein Manöver war. Lord Wer-auch-immer und noch ein anderer Private, der wahrscheinlich zu eben jenem Lord gehörte, würden auch mitmachen. Aber dann wären sie immer noch zu wenige für zu viele Geschütze. Nicht das deren Anzahl bekannt war, doch Aster selbst haute ja einfach mal einen Knaller raus. Sie schätzten die Bevölkerung dieser Rebellenbasis auf lächerliche 250.000. Wie im Namen von Magga sollte das gut gehen?

Die Antwort seines Meisters frustrierte ihn für ein paar Sekunden ungemein, nur um dann durch Kälte ersetzt zu werden. Die von Aster angesprochene Strategie war Bullshit. Sie konnte nicht funktionieren. Also würde Vorn sie auch nicht verfolgen und jeden um sich herum dazu benutzen, um selbst an den Strand oder die Küster oder was auch immer zu gelangen. War sein Boss nicht willig vernünftige Wege einzuschlagen, der Akolyth fühlte sich nicht verpflichtet in seine gewählten Todesfallen zu laufen. Scheiß auf ihn!

Die Erinnerung seines Meisters, dass er ja eigentlich ein zum Tode verurteilter war, war natürlich auch nicht hilfreich. Schließlich war das ein imperiales Gesetz. Der Wert dieser künstlich konstruierten Regel musste permanent durch jene erhalten werden, welche sie anwendeten. Sie hatten nichts mit Naturgesetzen oder dem Göttlichen zu tun. Die Schwerkraft brauchte keine Anhänger. Imperiale Gesetze hingegen schon. Sein sogenanntes Todesurteil war also... nichts. Schon gar kein Argument für irgendetwas. Vorn sagte zwar nichts, antwortete nicht, reagierte auch nicht äußerlich, doch er spürte die Entfernung zwischen ihnen wachsen. Die Grundausbildung hatte es ihn manchmal vergessen lassen. Wie wenig sie doch gemein hatten und wie schnell Vorn doch eigentlich verschwinden wollte. Und nun wurde er in den Krieg von wem anderes geschickt. Fantastisch. Wie war es nur so weit gekommen?

Als hätte
Aster seine aktuellen Gedanken vorhergesehen, kam er plötzlich mit einem Geschenk. Eine Schutzausrüstung. Vorn hatte schon einmal eine erhalten, doch mit dem Zusatz, dass er diese im Grunde nie einsetzen durfte, weil es die anderen Soldaten benachteiligen würde. Weshalb er sie am Ende gar nicht erst benutzt hatte. Allein der Gedanke, sich bei jeder Gelegenheit überlegen zu müssen, ob er sie nun tragen durfte oder nicht, war dem Menschen zuwider gewesen. Dann lieber gar nicht erst daran denken. Nun kam sein Meister erneut damit an, doch diesmal sollte sie auch benutzt werden. Und sie war ausnahmsweise mal wirklich nützlich! Sie besaß allerlei Spezialequipment, welches Vorn mal durchaus, mal durchaus nicht verstand. Er würde sich später damit auseinandersetzen. Ohnehin tatsächlich relevant war der Schutz vor Blasterfeuer, wenn auch nicht gegen massiven Beschuss. Das WAR... hilfreich... doch es reichte nicht, um Vorns Pläne in eine andere Richtung zu lenken. Nichtsdestotrotz nickte er innerlich. Er nahm, was er kriegen konnte.

Damit war die Besprechung zu Ende. Der
Stinker hatte gar nichts beizutragen gehabt, worüber alle froh gewesen sein durften. So gesehen hätten sie danach gemeinsam zurückkehren können, um dann am Sammelpunkt anzukommen, doch keiner der beiden Akolythen hatte so wirklich Lust darauf. Deshalb nutzte Vorn die Gelegenheit und war gleich der erste des Quartetts, welcher das Café verließ. Aster hatte nicht verraten, wo seine eigene Rüstung sein würde oder Details genannt, auf welchem Wege er überhaupt zur Schlacht kommen sollte, weshalb der Rothäutige einfach zu seiner Einheit zurückkehrte. Also jene, in der er gedient hatte, bevor sie für die Übung auf den Mond geschickt worden waren. Dort fand er sie zwar nicht, doch dafür dann Befehle bzw. Instruktionen, wie es nun weiter gehen würde.

Seine Rüstung wartete am Zielort - also am Südpol – auf ihn. Zwischen dem Treffen und dem Ankommen auf dem Wasserschiff hatte Vorn sich nicht wirklich vorbereitet. Er hatte nur meditiert – endlich! - und dann alles mitgenommen, das er nicht zurücklassen wollte und das ihn bei der Flucht helfen konnte. Ob ihn die Codezylinder wirklich helfen mochten, wusste er zwar nicht, doch er nahm sie lieber mit. Im Zweifel nutzte er die chaotische Lage einfach aus und stahl ein Schiff... welches er nicht würde steuern können. Doch da kam sein zweites wichtiges Mitbringsel ins Spiel. Eine heruntergedummte Bedienungsanleitung für simple Raumschiffe. Da er aber wenig zuversichtlich war, das sie zu genau jenem Schiff passen würde, dessen er sich bemächtigen konnte, ging er eigentlich davon aus, dass er auch gleich einen Piloten benötigen würde. Den konnte er dann ja davon überzeugen, dass das auch in seinem Interesse war.

All diese Ansätze von Fluchtplänen und Pläne besaßen Löcher und Fragezeichen so groß wie der Eismond, doch Vorn hatte nicht so wirklich tiefergehend planen können. So sch***htelig das Imperium auch war, es hatte seine Augen und Ohren überall und dank seiner Antihaltung war Aster sowieso schon immer kurz davor gewesen ihn hinrichten zu lassen. Eine allzu offensichtliche Planung zur Flucht hatte er nicht vornehmen können. Also würde er improvisieren. Damit konnte er gut leben.

Die Rüstung war so weiß wie sein kybernetischer Arm, an den er sich inzwischen so weit gewöhnt hatte, dass er schon bewusst an ihn denken musste, um ihn überhaupt noch zu bemerken. Weiß war offensichtlich nicht seine Farbe, doch am Südpol mochte sie hilfreich sein und im Endeffekt ging es ja auch um den pragmatischen Nutzen dieser Technologie. War Vorn beim Antreten seiner Flucht weit genug von
Aster und seinen machtsensitiven Verbündeten entfernt, diese Rüstung würde ihn diese fast schon alleine selbige ermöglichen. Dann noch ein bisschen Machtnutzung und der Einsatz des Laserschwertes und er würde schon irgendwie wegkommen. Sofern er bis dahin überlebte.

Es war nicht so, das Vorn nicht improvisieren konnte oder dafür charakterlich ungeeignet war. Aber es gab definitiv bessere Szenarien, in denen man das tun konnte. Er wusste so gut wie nichts über all das um sich herum. Seinen Geburtsort hätte er blind durchstreifen können, doch hier gab es nur beschissen kaltes Wasser, noch kälteres Eis, Durastahl und Imperiale und ihre Gegner. Und seine beste Chance auf seine Flucht und damit das Überleben war dieser bisher noch unbekannte Gegner. Im Prinzip musste Vorn die Initiative ergreifen und vor allen anderen Imperialen in die feindliche Festung gelangen und die dort die Flucht antretenden Rebellen davon überzeugen ihn mitzunehmen. Nachdem er sich einen blutigen Pfad zu ihnen gebahnt hatte. Das sprach nicht gerade für den diplomatischen Weg.
Magga sei dank. Das war also der erste Schritt seines ganz eigenen Angriffsplanes. Er musste spontan erkennen, wann es Zeit war die sicheren Brückenköpfe des Imperiums auf eigene Faust zu verlassen und ein Rebellenschiff zu erreichen.

Wofür er wie gesagt erst einmal den ersten Ansturm überleben musste. Deshalb schob er seine Fluchtpläne erst einmal bei Seite und besann sich, in seiner Rüstung steckend und auf Deck des Flaggschiffes stehend, auf das Hier und Jetzt. Neben den anderen Machtnutzern, die alle in der selben massiven Rüstung steckten, gab es noch einen ganzen Batzen anderer Soldaten in ihren eigenen speziellen Uniformen. Sie hatte alle irgendwelche Bezeichnungen und Namen, die Vorn schon wieder vergessen hatte. Doch er kannte sie und ihre Fähigkeiten spätestens seit seiner Beinahehinrichtung. Sie waren fähig. Mit dem Blaster sowieso schon mal fähiger als er selber. So wirklich sicher fühlte sich Vorn deshalb aber nicht. Die Laserschwertschwinger in ihren auffälligen weißen Körperpanzern würden das Feuer auf sich lenken. Das die Blauhelme um ihn herum gezielt zurückfeuern konnten, half da kaum. Ein bisschen mehr Hoffnung strahlten dafür all die Fahrzeuge auf den anderen Schiffen aus. Panzer, Artillerie und so weiter. Mit etwas Glück zogen die sogar noch mehr feindliche Läufe auf sich, weil sie so gesehen ja ein höheres Zerstörungspotential besaßen. Oder die über sie kreisenden Jäger. Im Grunde gab es also viele Faktoren, die vielleicht, vielleicht aber auch nicht hilfreich sein konnten. Vorns emotionales Zentrum wusste deshalb nicht so recht wohin mit sich. Nur eine Sache spürte der hünenhafte Mensch. Furcht. Und die darauf antwortende Wut, weil er nichts gegen sie unternehmen konnte. Bei aller dreckigen Hässlichkeit des Lebens in seiner Kolonie, seine Gegner waren nur Knüppel und improvisierte Schwerter schwingende Verhungernde gewesen. Mit ein bisschen Geschick und Geduld hatte man jede Situation unter Kontrolle haben können, selbst wenn man die Anzahl dieser Begegnungen pro Tag nicht hatte beeinflussen können. Es war also kein stressfreies, kein angstfreies Leben gewesen. Aber als Vorn nun so durch die künstlichen Augen seiner Rüstung schaute und dabei die angezeigten Informationen des HUDs ignorierte, spürte er einen Sturm der Furcht in seinem Inneren. Alles um ihn herum konnte ihn von jetzt auf gleich töten. Das konnte ein simples Ausrutschen und ins Eiswasser fallen oder eben ein aus wer weiß welcher Entfernung abgegebener Schuss sein, der ihm ein kopfgroßes Loch in die Brust brannte. Selbst das verschissene Wetter konnte ihn hier töten!

„Immer weiter!“ murmelte er vor sich hin. Er durfte nicht stehenbleiben, musste das genaue Gegenteil von dem tun, das er in der Kolonie gelernt hatte. Nicht abwarten, nicht ruhig bleiben, nicht stehenbleiben. Immer weiter voran, die Furcht als Antrieb nutzend. Zögerte er, nahm er nicht genug Risiken in Kauf, er würde sterben und das vielleicht ohne auch nur den Grund zu erfahren. Sein Leben, sein ÜBERleben lag irgendwo im Zentrum der Rebellenbasis und man wollte ihn dort nicht haben. Und der größte Witz war Aster selbst, der in eben diesem Moment ankam. Vorn brauchte den Mann, seine Armee und Flotte, die Rüstung und Waffe, die Ausbildung, all das eben. In dieser Welt des Imperiums hatte Maggas Lehren Vorn nur die ersten paar Schritte weit gebracht. Den Großteil der Reise hatte er nur wegen, aber eben auch dank des Imperiums bewältigen können. Die Ambivalenz dieser Tatsache änderte aber auch nichts an der Ausgangssituation. Aster hatte ihn in sie hinein gezwungen. Vorn würde ihn dafür töten...

[Truuine System - Truuine - Südpolarkreis - Offenes Meer - Flaggschiff - Deck - Darth Aster, Matthew und Nira, Akolyth Vorn und die NPCs: Akolyth Qowrow, Major Varro, Asters Garde, Skybridge Bataillon und andere Invasionstruppen, herumlaufende Besatzung des Schiffes]
 
[Innerer Rand | Truuine-System | Truuine | Nordpol | Moraband | Praxeum | Trainingsräume] Matthew, Nira


Während Matthew langsam in seine Trance sank, vernahm er die Überlegungen seiner Schülerin. Das sie dabei damenhaft auf ihrem Kissen saß und Monolog hielt amüsierte ihn trotz seiner Trance. Er gab ihr jedoch keine Erwiderung. Es war offensichtlich, dass Nira ein paar Dinge für sich selbst offenlegen musste. Ihre geistige Entwicklung, für ihn offensichtlich für sie vermutlich weniger zeigte sich erneut in ihren Worten. Nira Merash mochte in ihrer Zeit als seine Schülerin ihrem Ziel eine mächtige Sith zu werden nicht offensichtlich näher gekommen sein, doch Matthew wusste, dass sie den wichtigsten Schritt ihrer gesamten Ausbildung bereits hinter sich gebracht hatte. Von nun an, konnte er sie wahrlich in den Künsten der Sith unterweisen, ohne dass er seine Schülerin und seine Arbeit an eine gedankenlose Puppe der dunklen Seite verschwendete..



Die zwei Sith hatten den restlichen Tag und auch die folgenden Tage noch mit intensivem Training zugebracht, Matthew stellte sicher, dass seine Schülerin sich in Sachen Perfektionierte Körperbeherrschung und Geschwindigkeit verbesserte, um sie auf den Südpol vorzubereiten und auch ihre kälte Märsche sowie die letzten Truppenvorbereitungen wurden abgeschlossen.

So fanden sich Matthew und Nira schließlich auf dem Flaggschiff der Angriffsflotte wieder, die die Verwaltung für die spezielle Militäroperation am Südpol zusammengestellt hatte. Auf dem Deck hatte sich die Speerspitze dieses Angriffs, abzüglich des Gouverneurs selbst bereits versammelt.

Matthew, Nira sowie auch Vorn und Qowrow hatten sich in die neuen Aurora Rüstungen gekleidet, die Prefsbelt für Truuine designend und hergestellt hatte. Die schweren Panzerungen schützten vorzüglich vor der Kälte des hiesigen Klimas und mit den ebenfalls schweren Feuchtigkeitsabweisenden Umhängen waren sie für alle Eventualitäten gewappnet. Matthew’s Hüftumhang war im Gegensatz zu den Schülern von innen Schwarz gefärbt, außerdem war sein schweres Cape ebenfalls von innen geschwärzt.

Gerade hatte der Anzat den Sitz und die Funktionalität aller Rüstungen vor Ort geprüft als Ridley das Frontdeck betrat. Also setzte er schnell seinen Helm auf und mit einem Zischen versiegelte Aurora die letzte Öffnung in der Panzerung. Mit einem letzten Blick über die fünf Machtnutzer ergriff der Gouverneur das Wort, doch auf seine Frage erhielt er bloß entschlossenes Schweigen. Selbst der Hüne den Ridley sich als „Schüler“ ausgesucht hatte ließ entgegen Matthews Erwartung keinen dummen Kommentar fallen, auch wenn Matthew spürte das dem Mann etwas auf der Zunge lag.

Es war so weit, der Sturm auf Port Ryloth hatte begonnen.


[Innerer Rand | Truuine-System | Truuine | Nordpol | Moraband | Praxeum | Trainingsräume] Matthew, Nira, Ridley und Vorn, sowie (NPCs) Cestus Varro, Qowrow, Ridleys und Matthews Garde, Skybridge Bataillon, Invasionstruppen
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Rebellenbasis / Korridor vor dem Kontrollraum ] Aldor, sowie (NPCs) Lt. Karveks Zug

Endlich war es so weit. Wegen seiner Sturheit, Lucias Aktion nicht durchzuziehen hatte es mehrere Stunden gebraucht, die Tür aufzuschweißen. In der Zwischenzeit war Aldor mit einigen Leuten zum Gang zurückgeschwommen, wo sie gegen die Karkarodon gekämpft hatten, um einige der Schilde zu holen. Pünktlich als er damit fertig war, trat Sergeant Sperber an ihn heran, um ihm den Detopack-Zünder zu überreichen, der diese verdammte Tür aufbrechen würde. Kurz dachte er noch einmal darüber nach, diese Leute erneut zum Aufgeben zu bewegen, doch da die Republik so dreist gewesen war, diese Terroristen zu unterstützen, beschloss er, keine Gnade zu haben. Anders herum wäre es genauso gewesen.

"Gute Arbeit! Also, wir machen es folgendermaßen: Vorne stehen unsere Leute mit den Schilden. Die Hintermänner kümmern sich um die Brückengräben mit den Granaten und gibt Feuerschutz. Wir gehen da gnadenlos rein. Keine Gefangenen! Sie hatten ihre Chance auf Leben, das sie weggeworfen haben."

Er umfasste den Zünder mit der linken Hand, in der Rechten eines der Schilde.

"Zurück!", rief er. Sein Finger schwebte über dem Auslöser.

"Zündung in 3...2..."

Sein Zug hatte eine saubere geordnete Formation eingenommen. Das war die Schönheit des imperialen Sturmtruppenkorps. Er schwor da ohne Verluste rauszugehen. Nicht während er das sagen hatte.

"1......Zündung!"

Der laute Knall und die Schockwelle, welche durch das Wasser fuhr besiegelte den Beginn der Schlacht und damit den Untergang der Terroristen. Kaum flog die Panzertür aus den Angeln, flogen schon die Blasterschüsse. Erhitzt durch diese brodelte das Wasser. Entschlossen arbeitete sich die Formation Meter für Meter vor. Die ersten Gegner, die meinten den Helden zu spielen, waren bereits gefallen. Ihre toten Körper trieben im Wasser umher. Einschlusslöcher faustbreit in ihren Körpern. Angetrieben durch den Tod ihrer Kameraden und dadurch, als vermeintliche Märtyrer so viele wie möglich mit in den Tod zu reissen flog nur noch mehr Gegnerfeuer. Das konnte die Aquatrooper, professionell wie sie waren, nicht davon abhalten in Wurfweite der Brückengräben vorzurücken, den manch einer törichterweise als Schützengraben nutzte.

Wie auf ein Kommando flogen die Granaten. Zeitlich versetzt geworfen, wurden Fliehende von nachfolgenden Granaten in Einzelteile zerfetzt. Manch ein Xeno starrte so entsetzt auf das Massaker, dass er schlicht vergaß den Schüssen auszuweichen. Zwischen den Gegnern konnte er immer wieder den Befehlshaber der Republik sehen. Ein Mensch der immer wieder Befehle brüllte, die an allen vorbeizugehen schienen. Der Großteil der Terroristen entpuppte sich letzendlich als das, was sie waren: Ein unorganisierter Haufen Irrer. Die Wenigen mit Professionalität reichten nicht aus, um den Feuersturm zu überleben. Einige hoben bereits als Zeichen der Aufgabe die Hände, rechneten aber nicht mit der Gnadenlosigkeit des Imperiums. Darüber hätten sie sich vor ihrem Eintritt in die Rebellentruppe, vor der Übernahme dieser Station Gedanken machen sollen.

Da war er wieder, der Offizier der Neuen Republik. Er brüllte die an, welche die Niederlage akzeptiert hatten und wie in Ekstase auf ihr Ende warteten. Der Feuersturm kam immer mehr nur von einer Seite und der Lieutenant ergriff seine Chance. Er senkte sein Schild soweit, dass er freies Ziel- und Schussfeld hatte und einige um ihm taten es ihm gleich. 1,2,3 Schüsse - 3 Einschusslöcher in dem jetzt leblosen Körper dieses törichten Mannes. Und gleiches spielte sich vor und hinter ihm ab. Links und Rechts trieben tote Körper. Der Lärm ebbte ab und die Trooper stürmten schließlich geordnet den Raum. Jeder der noch eine Waffe und kein Anzeichen des Todes zeigte, wurde beschossen. Sie konnten sich nicht leisten von vermeintlich Toten aus dem Hinterhalt angegriffen zu werden.


"Verluste?", fragte er schlicht.

"Überprüft alle nach Lebenszeichen. Zeigt keine Gnade!"

[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Rebellenbasis / Kontrollraum ] Aldor, sowie (NPCs) Lt. Karveks Zug
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Rebellenbasis / Korridor ] Lucia und Aldor, sowie (NPCs) Lt. Karveks Zug

Mit angestrengt ausdruckloser Miene packte Lucia ihr Blastergewehr fester und reihte sich in die Formation Aquatrooper ein, die sich um die Panzertür gebildet hatte. Das Wasser hier fühlte sich warm auf ihrer Haut an. Die Temperatur eines angenehmen Bades, hätten nicht die summenden Energieschilde an das Kommende erinnert. Ein Bad würde es werden. Doch würde es wohl trotz des Mediums eher aus Blut als aus Wasser bestehen.

Lucia musste gestehen, es war clever von Lieutenant Karvek gewesen, die Wartezeit zu nutzen, um die Schilde der Karkarodon einzusammeln. Wirklich clever. Das erste Mal, seit sie die Panzertür erreicht hatten, sah Lucia nicht mehr die Horrorvision ihrer toten Kamerad:innen vor ihrem inneren Auge. Kein offenes ins Messer schwimmen, stattdessen würden sie es nun hier und jetzt zu Ende bringen.

Stumm zählte Lucia die Sekunden, während sie auf die letzte, entscheidende Detonation wartete. Es würde keine Gefangenen geben. Das war der Befehl. Keine Gefangenen, keine Gnade. Vergeblich wartete sie auf eigene, kritische Gedanken zu diesem eigentlichen Bruch des Protokolls. Das war neu. Sie war bereit gewesen zu sterben, um all diese Bastarde mit in den Tod zu reißen. Ihr Schicksal war in dem Moment besiegelt worden, an dem sie es abgelehnt hatten, sich zu ergeben. Der Gedanke, dass sie damit eine mögliche Befragung verhinderten, kam ihr erst gar nicht. Lieutenant Karvek hatte gesprochen. Lucia würde das Ihre tun.

Im richtigen Moment der Sprengung kniff Lucia die Augen zusammen. Die anderen mochten ihre polarisierten Helmvisoren haben. Sie hatte ihr Training. Ungefragt zogen Zündungsdauer und Lumineszenz eines Detopacks nach Zündung vor ihrem inneren Auge vorbei. Die Panzertür wurde nach innen gedrückt, wie eine leere Trinkdose. Erleuchtet wurde die Brücke nur von einigen wenigen Deckenlampen. Die Gräben lagen weitgehend im Dunkeln. Dicke Panzerschotts verbargen die Fenster. Feiglinge! Offensichtlich hatten sie alles versucht, um es den Aquatroopern möglichst schwer zu machen, ihre Opfer zu sehen. Lucia registrierte die vergebliche Amateurhaftigkeit des Vorgehens am Rande, doch der Wunsch, mit ihrem Blaster ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, war ihr einziger klar formulierter Gedanke.

Zusammen mit ihren Waffengeschwistern richtete sie die noch tiefere Schwärze ihrer Waffenmündungen auf den Feind. Und die Schlacht – oder vielmehr das Schlachten – begann. Blaster heulten auf beiden Seiten auf, doch hatte nur eine Schilde. Einem jähen Impuls folgend, schaltete Lucia auf Einzelfeuer. Ihr Finger krümmte sich und versenkte den ersten roten Bolzen in dem tentakelbewehrten Kopf eines Quarren. Und den nächsten in der Brust einer Karkarodon. Die Aquatrooper rückten vor und Lucia schoss. Beinahe fühlte es sich wie auf dem Schießstand an, während sie Rebell um Rebell niedermähte. Doch nein, es war einfacher! Ein Schuss, ein Treffer und keine nervigen falschen Ziele, die sie vermeiden musste. Ihre Leute schwammen in Formation und alles, was ihr vor die Mündung kam, war der Feind. Ein Patrolianer mit Blaster, Treffer zwischen die Augen. Ein Selkath, der versuchte, hinter eine Konsole Deckung zu suchen, zwei Bolzen ins Massezentrum seines Rückens.

Schuss. Tod. Treffer. Schuss. In den Photorezeptoren eines Droiden hätte man mehr Leben gesehen als in ihren Augen, während sie Befehle befolgte. Keine Gefangenen, keine Gnade. War das Aroma gebratenen Fisches im Wasser Einbildung? Egal! Da war eine weitere Patrolianerin, die das Geschehen wie erstarrt verfolgte – auch sie starb auf dieselbe Weise, wie ihre Rebellenfreunde. Und schließlich war es vorbei. Karvek streckte den einzigen Luftatmer nieder, den sie auf feindlicher Seite gesehen hatten, und der Lärm ebbte ab.

Nein, halt. Keine Gnade, sagte Karvek. Sie waren Sturmtruppen, die würden auf Nummer sicher gehen. Irgendwo aus weiter Ferne teilte die Stimme von Command Sergeant Akwaake mit, dass es keine Verluste gegeben hatte, doch die Geräusche prallten an Lucias Hirn einfach ab. Ihr Blastergewehr hatte sie weggesteckt und dafür ihre Blasterpistole gezogen. Schuss, Schuss, Schuss. Warum auf Lebenszeichen prüfen, wenn ein prüfender Kopfschuss schneller ging? Keine Gefangenen, keine Gnade. Wie Pappkameraden am Schießstand tauchten eines nach dem anderen die Gesichter der Rebellen vor ihrem Blickfeld auf und eins nach dem anderen verwandelten sie sich in verkohlte Ruinen.

Klick, Klick, Klick, Klick. Erst beim vierten Abzug registrierte Lucia, dass ihre Blasterpistole keine Munition mehr hatte. Wie im Traum sah sie sich um und betrachtete die lange Reihe aus treibenden Leichen. Die Arbeit war getan. Den Quarren, den sie versucht hatte zu erschießen, hatte sie zu Beginn des Kampfes bereits ausgeschaltet. Irgendetwas war seltsam. Und nicht, dass sie grade vergeblich versucht hatte, eine Leiche zu töten. Kam vor. Vor Lucias innerem Auge flimmerten ein weiteres Mal die zahllosen toten Gesichter vorbei. Quarren, Selkath, Karkarodon, Patrolianer, Aqualish, Blubreen, Draedan. Mensch. Was fehlte? Was?! Fehlte?! Hektisch sah sie sich um, bis ihr Blick schließlich an den verschlossenen Fensterschotts hängen blieb.

Blitzartig peitschte sie zu der zentralen Konsole hinüber und begann Befehle einzutippen. Zu fest packte sie mit einer Hand einen Hebel und zog ihn mit einem befriedigenden Klacken zu sich. Einen Moment später fuhren die Panzerschotts hoch und da war er. Da war er! Operative Yazhu hatte einen Mon Calamari erwähnt, der die Terroristen befehligen sollte! Ein ganz toller Befehlshaber. Es schien, als hätte er sich vor seinem sicheren Tod zwischen Transparistahl und Panzerschott verbergen wollen. Mit was für grandiosen Worten hatte er die Aufgabe abgelehnt…oder war das der Mensch gewesen? Hatte der Fischkopf da etwa schon versucht, die eigene Haut zu retten?! Egal, er verdiente nicht dieses Mysterium aufklären zu können!

Mit bebenden Händen hob Lucia ihr Blastergewehr und öffnete den Mund zu einem stummen Schrei. Ihr Atemgerät fiel irgendwohin außer Sicht und ein vollautomatischer Strom aus Blasterfeuer erfasste den feigen Feind voll im Gesicht. Das von einer Sekunde zur anderen aufhörte zu existieren. Jetzt war Lucia sicher, dass sie sich den Geschmack von gebratenem Fisch im Wasser nicht mehr einbildete!

Lucias Gesicht war so leer wie der tiefe Ozean draußen, als sie ihren Kopf in Richtung ihres Lieutenants drehte.


„Brücke gesichert, Sir. Aller Widerstand wurde gebrochen. Keine Gefangenen. Sie können nun die automatischen Verteidigungssysteme abschalten.“

, sagte sie, während ein steter Strom Luftblasen ihren Mund verließ. Erst einen Moment später erinnerte sie sich an das Atemgerät, das sie verloren hatte, und blickte sich suchend nach ihm um.


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Rebellenbasis / Kontrollraum ] Lucia und Aldor, sowie (NPCs) Lt. Karveks Zug
 
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