Vorn Aphadon Meri
Podiumsbesucher
[Truuine System - Truuine - Äquatoriale Inselkette - Osicia - Café "Patroliaans Drogisterij" - Darth Aster, Akolyth Vorn, Akolyth Qowrow und Major Varro und ein paar andere Unwichtige NPCs]
Asters Antwort auf Vorns Vorhersage lief halbwegs erwartbar ab. Ganz der Politiker, konnte der Planetenherrscher natürlich nicht einfach zugeben, dass er seine Truppen blind in einen Todesstreifen schicken und die Leichen den Weg für die nächsten Einheiten pflastern würden. Er sprach auch nochmal die in der Übung trainierte Strategie an, in welcher die Laserschwertnutzer die Leute hinter sich verteidigt hatten. Und als Politiker ließ er aus, wie begrenzt effektiv so ein Manöver war. Lord Wer-auch-immer und noch ein anderer Private, der wahrscheinlich zu eben jenem Lord gehörte, würden auch mitmachen. Aber dann wären sie immer noch zu wenige für zu viele Geschütze. Nicht das deren Anzahl bekannt war, doch Aster selbst haute ja einfach mal einen Knaller raus. Sie schätzten die Bevölkerung dieser Rebellenbasis auf lächerliche 250.000. Wie im Namen von Magga sollte das gut gehen?
Die Antwort seines Meisters frustrierte ihn für ein paar Sekunden ungemein, nur um dann durch Kälte ersetzt zu werden. Die von Aster angesprochene Strategie war Bullshit. Sie konnte nicht funktionieren. Also würde Vorn sie auch nicht verfolgen und jeden um sich herum dazu benutzen, um selbst an den Strand oder die Küster oder was auch immer zu gelangen. War sein Boss nicht willig vernünftige Wege einzuschlagen, der Akolyth fühlte sich nicht verpflichtet in seine gewählten Todesfallen zu laufen. Scheiß auf ihn!
Die Erinnerung seines Meisters, dass er ja eigentlich ein zum Tode verurteilter war, war natürlich auch nicht hilfreich. Schließlich war das ein imperiales Gesetz. Der Wert dieser künstlich konstruierten Regel musste permanent durch jene erhalten werden, welche sie anwendeten. Sie hatten nichts mit Naturgesetzen oder dem Göttlichen zu tun. Die Schwerkraft brauchte keine Anhänger. Imperiale Gesetze hingegen schon. Sein sogenanntes Todesurteil war also... nichts. Schon gar kein Argument für irgendetwas. Vorn sagte zwar nichts, antwortete nicht, reagierte auch nicht äußerlich, doch er spürte die Entfernung zwischen ihnen wachsen. Die Grundausbildung hatte es ihn manchmal vergessen lassen. Wie wenig sie doch gemein hatten und wie schnell Vorn doch eigentlich verschwinden wollte. Und nun wurde er in den Krieg von wem anderes geschickt. Fantastisch. Wie war es nur so weit gekommen?
Als hätte Aster seine aktuellen Gedanken vorhergesehen, kam er plötzlich mit einem Geschenk. Eine Schutzausrüstung. Vorn hatte schon einmal eine erhalten, doch mit dem Zusatz, dass er diese im Grunde nie einsetzen durfte, weil es die anderen Soldaten benachteiligen würde. Weshalb er sie am Ende gar nicht erst benutzt hatte. Allein der Gedanke, sich bei jeder Gelegenheit überlegen zu müssen, ob er sie nun tragen durfte oder nicht, war dem Menschen zuwider gewesen. Dann lieber gar nicht erst daran denken. Nun kam sein Meister erneut damit an, doch diesmal sollte sie auch benutzt werden. Und sie war ausnahmsweise mal wirklich nützlich! Sie besaß allerlei Spezialequipment, welches Vorn mal durchaus, mal durchaus nicht verstand. Er würde sich später damit auseinandersetzen. Ohnehin tatsächlich relevant war der Schutz vor Blasterfeuer, wenn auch nicht gegen massiven Beschuss. Das WAR... hilfreich... doch es reichte nicht, um Vorns Pläne in eine andere Richtung zu lenken. Nichtsdestotrotz nickte er innerlich. Er nahm, was er kriegen konnte.
Damit war die Besprechung zu Ende. Der Stinker hatte gar nichts beizutragen gehabt, worüber alle froh gewesen sein durften. So gesehen hätten sie danach gemeinsam zurückkehren können, um dann am Sammelpunkt anzukommen, doch keiner der beiden Akolythen hatte so wirklich Lust darauf. Deshalb nutzte Vorn die Gelegenheit und war gleich der erste des Quartetts, welcher das Café verließ. Aster hatte nicht verraten, wo seine eigene Rüstung sein würde oder Details genannt, auf welchem Wege er überhaupt zur Schlacht kommen sollte, weshalb der Rothäutige einfach zu seiner Einheit zurückkehrte. Also jene, in der er gedient hatte, bevor sie für die Übung auf den Mond geschickt worden waren. Dort fand er sie zwar nicht, doch dafür dann Befehle bzw. Instruktionen, wie es nun weiter gehen würde.
Seine Rüstung wartete am Zielort - also am Südpol – auf ihn. Zwischen dem Treffen und dem Ankommen auf dem Wasserschiff hatte Vorn sich nicht wirklich vorbereitet. Er hatte nur meditiert – endlich! - und dann alles mitgenommen, das er nicht zurücklassen wollte und das ihn bei der Flucht helfen konnte. Ob ihn die Codezylinder wirklich helfen mochten, wusste er zwar nicht, doch er nahm sie lieber mit. Im Zweifel nutzte er die chaotische Lage einfach aus und stahl ein Schiff... welches er nicht würde steuern können. Doch da kam sein zweites wichtiges Mitbringsel ins Spiel. Eine heruntergedummte Bedienungsanleitung für simple Raumschiffe. Da er aber wenig zuversichtlich war, das sie zu genau jenem Schiff passen würde, dessen er sich bemächtigen konnte, ging er eigentlich davon aus, dass er auch gleich einen Piloten benötigen würde. Den konnte er dann ja davon überzeugen, dass das auch in seinem Interesse war.
All diese Ansätze von Fluchtplänen und Pläne besaßen Löcher und Fragezeichen so groß wie der Eismond, doch Vorn hatte nicht so wirklich tiefergehend planen können. So sch***htelig das Imperium auch war, es hatte seine Augen und Ohren überall und dank seiner Antihaltung war Aster sowieso schon immer kurz davor gewesen ihn hinrichten zu lassen. Eine allzu offensichtliche Planung zur Flucht hatte er nicht vornehmen können. Also würde er improvisieren. Damit konnte er gut leben.
Die Rüstung war so weiß wie sein kybernetischer Arm, an den er sich inzwischen so weit gewöhnt hatte, dass er schon bewusst an ihn denken musste, um ihn überhaupt noch zu bemerken. Weiß war offensichtlich nicht seine Farbe, doch am Südpol mochte sie hilfreich sein und im Endeffekt ging es ja auch um den pragmatischen Nutzen dieser Technologie. War Vorn beim Antreten seiner Flucht weit genug von Aster und seinen machtsensitiven Verbündeten entfernt, diese Rüstung würde ihn diese fast schon alleine selbige ermöglichen. Dann noch ein bisschen Machtnutzung und der Einsatz des Laserschwertes und er würde schon irgendwie wegkommen. Sofern er bis dahin überlebte.
Es war nicht so, das Vorn nicht improvisieren konnte oder dafür charakterlich ungeeignet war. Aber es gab definitiv bessere Szenarien, in denen man das tun konnte. Er wusste so gut wie nichts über all das um sich herum. Seinen Geburtsort hätte er blind durchstreifen können, doch hier gab es nur beschissen kaltes Wasser, noch kälteres Eis, Durastahl und Imperiale und ihre Gegner. Und seine beste Chance auf seine Flucht und damit das Überleben war dieser bisher noch unbekannte Gegner. Im Prinzip musste Vorn die Initiative ergreifen und vor allen anderen Imperialen in die feindliche Festung gelangen und die dort die Flucht antretenden Rebellen davon überzeugen ihn mitzunehmen. Nachdem er sich einen blutigen Pfad zu ihnen gebahnt hatte. Das sprach nicht gerade für den diplomatischen Weg. Magga sei dank. Das war also der erste Schritt seines ganz eigenen Angriffsplanes. Er musste spontan erkennen, wann es Zeit war die sicheren Brückenköpfe des Imperiums auf eigene Faust zu verlassen und ein Rebellenschiff zu erreichen.
Wofür er wie gesagt erst einmal den ersten Ansturm überleben musste. Deshalb schob er seine Fluchtpläne erst einmal bei Seite und besann sich, in seiner Rüstung steckend und auf Deck des Flaggschiffes stehend, auf das Hier und Jetzt. Neben den anderen Machtnutzern, die alle in der selben massiven Rüstung steckten, gab es noch einen ganzen Batzen anderer Soldaten in ihren eigenen speziellen Uniformen. Sie hatte alle irgendwelche Bezeichnungen und Namen, die Vorn schon wieder vergessen hatte. Doch er kannte sie und ihre Fähigkeiten spätestens seit seiner Beinahehinrichtung. Sie waren fähig. Mit dem Blaster sowieso schon mal fähiger als er selber. So wirklich sicher fühlte sich Vorn deshalb aber nicht. Die Laserschwertschwinger in ihren auffälligen weißen Körperpanzern würden das Feuer auf sich lenken. Das die Blauhelme um ihn herum gezielt zurückfeuern konnten, half da kaum. Ein bisschen mehr Hoffnung strahlten dafür all die Fahrzeuge auf den anderen Schiffen aus. Panzer, Artillerie und so weiter. Mit etwas Glück zogen die sogar noch mehr feindliche Läufe auf sich, weil sie so gesehen ja ein höheres Zerstörungspotential besaßen. Oder die über sie kreisenden Jäger. Im Grunde gab es also viele Faktoren, die vielleicht, vielleicht aber auch nicht hilfreich sein konnten. Vorns emotionales Zentrum wusste deshalb nicht so recht wohin mit sich. Nur eine Sache spürte der hünenhafte Mensch. Furcht. Und die darauf antwortende Wut, weil er nichts gegen sie unternehmen konnte. Bei aller dreckigen Hässlichkeit des Lebens in seiner Kolonie, seine Gegner waren nur Knüppel und improvisierte Schwerter schwingende Verhungernde gewesen. Mit ein bisschen Geschick und Geduld hatte man jede Situation unter Kontrolle haben können, selbst wenn man die Anzahl dieser Begegnungen pro Tag nicht hatte beeinflussen können. Es war also kein stressfreies, kein angstfreies Leben gewesen. Aber als Vorn nun so durch die künstlichen Augen seiner Rüstung schaute und dabei die angezeigten Informationen des HUDs ignorierte, spürte er einen Sturm der Furcht in seinem Inneren. Alles um ihn herum konnte ihn von jetzt auf gleich töten. Das konnte ein simples Ausrutschen und ins Eiswasser fallen oder eben ein aus wer weiß welcher Entfernung abgegebener Schuss sein, der ihm ein kopfgroßes Loch in die Brust brannte. Selbst das verschissene Wetter konnte ihn hier töten!
„Immer weiter!“ murmelte er vor sich hin. Er durfte nicht stehenbleiben, musste das genaue Gegenteil von dem tun, das er in der Kolonie gelernt hatte. Nicht abwarten, nicht ruhig bleiben, nicht stehenbleiben. Immer weiter voran, die Furcht als Antrieb nutzend. Zögerte er, nahm er nicht genug Risiken in Kauf, er würde sterben und das vielleicht ohne auch nur den Grund zu erfahren. Sein Leben, sein ÜBERleben lag irgendwo im Zentrum der Rebellenbasis und man wollte ihn dort nicht haben. Und der größte Witz war Aster selbst, der in eben diesem Moment ankam. Vorn brauchte den Mann, seine Armee und Flotte, die Rüstung und Waffe, die Ausbildung, all das eben. In dieser Welt des Imperiums hatte Maggas Lehren Vorn nur die ersten paar Schritte weit gebracht. Den Großteil der Reise hatte er nur wegen, aber eben auch dank des Imperiums bewältigen können. Die Ambivalenz dieser Tatsache änderte aber auch nichts an der Ausgangssituation. Aster hatte ihn in sie hinein gezwungen. Vorn würde ihn dafür töten...
[Truuine System - Truuine - Südpolarkreis - Offenes Meer - Flaggschiff - Deck - Darth Aster, Matthew und Nira, Akolyth Vorn und die NPCs: Akolyth Qowrow, Major Varro, Asters Garde, Skybridge Bataillon und andere Invasionstruppen, herumlaufende Besatzung des Schiffes]
Asters Antwort auf Vorns Vorhersage lief halbwegs erwartbar ab. Ganz der Politiker, konnte der Planetenherrscher natürlich nicht einfach zugeben, dass er seine Truppen blind in einen Todesstreifen schicken und die Leichen den Weg für die nächsten Einheiten pflastern würden. Er sprach auch nochmal die in der Übung trainierte Strategie an, in welcher die Laserschwertnutzer die Leute hinter sich verteidigt hatten. Und als Politiker ließ er aus, wie begrenzt effektiv so ein Manöver war. Lord Wer-auch-immer und noch ein anderer Private, der wahrscheinlich zu eben jenem Lord gehörte, würden auch mitmachen. Aber dann wären sie immer noch zu wenige für zu viele Geschütze. Nicht das deren Anzahl bekannt war, doch Aster selbst haute ja einfach mal einen Knaller raus. Sie schätzten die Bevölkerung dieser Rebellenbasis auf lächerliche 250.000. Wie im Namen von Magga sollte das gut gehen?
Die Antwort seines Meisters frustrierte ihn für ein paar Sekunden ungemein, nur um dann durch Kälte ersetzt zu werden. Die von Aster angesprochene Strategie war Bullshit. Sie konnte nicht funktionieren. Also würde Vorn sie auch nicht verfolgen und jeden um sich herum dazu benutzen, um selbst an den Strand oder die Küster oder was auch immer zu gelangen. War sein Boss nicht willig vernünftige Wege einzuschlagen, der Akolyth fühlte sich nicht verpflichtet in seine gewählten Todesfallen zu laufen. Scheiß auf ihn!
Die Erinnerung seines Meisters, dass er ja eigentlich ein zum Tode verurteilter war, war natürlich auch nicht hilfreich. Schließlich war das ein imperiales Gesetz. Der Wert dieser künstlich konstruierten Regel musste permanent durch jene erhalten werden, welche sie anwendeten. Sie hatten nichts mit Naturgesetzen oder dem Göttlichen zu tun. Die Schwerkraft brauchte keine Anhänger. Imperiale Gesetze hingegen schon. Sein sogenanntes Todesurteil war also... nichts. Schon gar kein Argument für irgendetwas. Vorn sagte zwar nichts, antwortete nicht, reagierte auch nicht äußerlich, doch er spürte die Entfernung zwischen ihnen wachsen. Die Grundausbildung hatte es ihn manchmal vergessen lassen. Wie wenig sie doch gemein hatten und wie schnell Vorn doch eigentlich verschwinden wollte. Und nun wurde er in den Krieg von wem anderes geschickt. Fantastisch. Wie war es nur so weit gekommen?
Als hätte Aster seine aktuellen Gedanken vorhergesehen, kam er plötzlich mit einem Geschenk. Eine Schutzausrüstung. Vorn hatte schon einmal eine erhalten, doch mit dem Zusatz, dass er diese im Grunde nie einsetzen durfte, weil es die anderen Soldaten benachteiligen würde. Weshalb er sie am Ende gar nicht erst benutzt hatte. Allein der Gedanke, sich bei jeder Gelegenheit überlegen zu müssen, ob er sie nun tragen durfte oder nicht, war dem Menschen zuwider gewesen. Dann lieber gar nicht erst daran denken. Nun kam sein Meister erneut damit an, doch diesmal sollte sie auch benutzt werden. Und sie war ausnahmsweise mal wirklich nützlich! Sie besaß allerlei Spezialequipment, welches Vorn mal durchaus, mal durchaus nicht verstand. Er würde sich später damit auseinandersetzen. Ohnehin tatsächlich relevant war der Schutz vor Blasterfeuer, wenn auch nicht gegen massiven Beschuss. Das WAR... hilfreich... doch es reichte nicht, um Vorns Pläne in eine andere Richtung zu lenken. Nichtsdestotrotz nickte er innerlich. Er nahm, was er kriegen konnte.
Damit war die Besprechung zu Ende. Der Stinker hatte gar nichts beizutragen gehabt, worüber alle froh gewesen sein durften. So gesehen hätten sie danach gemeinsam zurückkehren können, um dann am Sammelpunkt anzukommen, doch keiner der beiden Akolythen hatte so wirklich Lust darauf. Deshalb nutzte Vorn die Gelegenheit und war gleich der erste des Quartetts, welcher das Café verließ. Aster hatte nicht verraten, wo seine eigene Rüstung sein würde oder Details genannt, auf welchem Wege er überhaupt zur Schlacht kommen sollte, weshalb der Rothäutige einfach zu seiner Einheit zurückkehrte. Also jene, in der er gedient hatte, bevor sie für die Übung auf den Mond geschickt worden waren. Dort fand er sie zwar nicht, doch dafür dann Befehle bzw. Instruktionen, wie es nun weiter gehen würde.
Seine Rüstung wartete am Zielort - also am Südpol – auf ihn. Zwischen dem Treffen und dem Ankommen auf dem Wasserschiff hatte Vorn sich nicht wirklich vorbereitet. Er hatte nur meditiert – endlich! - und dann alles mitgenommen, das er nicht zurücklassen wollte und das ihn bei der Flucht helfen konnte. Ob ihn die Codezylinder wirklich helfen mochten, wusste er zwar nicht, doch er nahm sie lieber mit. Im Zweifel nutzte er die chaotische Lage einfach aus und stahl ein Schiff... welches er nicht würde steuern können. Doch da kam sein zweites wichtiges Mitbringsel ins Spiel. Eine heruntergedummte Bedienungsanleitung für simple Raumschiffe. Da er aber wenig zuversichtlich war, das sie zu genau jenem Schiff passen würde, dessen er sich bemächtigen konnte, ging er eigentlich davon aus, dass er auch gleich einen Piloten benötigen würde. Den konnte er dann ja davon überzeugen, dass das auch in seinem Interesse war.
All diese Ansätze von Fluchtplänen und Pläne besaßen Löcher und Fragezeichen so groß wie der Eismond, doch Vorn hatte nicht so wirklich tiefergehend planen können. So sch***htelig das Imperium auch war, es hatte seine Augen und Ohren überall und dank seiner Antihaltung war Aster sowieso schon immer kurz davor gewesen ihn hinrichten zu lassen. Eine allzu offensichtliche Planung zur Flucht hatte er nicht vornehmen können. Also würde er improvisieren. Damit konnte er gut leben.
Die Rüstung war so weiß wie sein kybernetischer Arm, an den er sich inzwischen so weit gewöhnt hatte, dass er schon bewusst an ihn denken musste, um ihn überhaupt noch zu bemerken. Weiß war offensichtlich nicht seine Farbe, doch am Südpol mochte sie hilfreich sein und im Endeffekt ging es ja auch um den pragmatischen Nutzen dieser Technologie. War Vorn beim Antreten seiner Flucht weit genug von Aster und seinen machtsensitiven Verbündeten entfernt, diese Rüstung würde ihn diese fast schon alleine selbige ermöglichen. Dann noch ein bisschen Machtnutzung und der Einsatz des Laserschwertes und er würde schon irgendwie wegkommen. Sofern er bis dahin überlebte.
Es war nicht so, das Vorn nicht improvisieren konnte oder dafür charakterlich ungeeignet war. Aber es gab definitiv bessere Szenarien, in denen man das tun konnte. Er wusste so gut wie nichts über all das um sich herum. Seinen Geburtsort hätte er blind durchstreifen können, doch hier gab es nur beschissen kaltes Wasser, noch kälteres Eis, Durastahl und Imperiale und ihre Gegner. Und seine beste Chance auf seine Flucht und damit das Überleben war dieser bisher noch unbekannte Gegner. Im Prinzip musste Vorn die Initiative ergreifen und vor allen anderen Imperialen in die feindliche Festung gelangen und die dort die Flucht antretenden Rebellen davon überzeugen ihn mitzunehmen. Nachdem er sich einen blutigen Pfad zu ihnen gebahnt hatte. Das sprach nicht gerade für den diplomatischen Weg. Magga sei dank. Das war also der erste Schritt seines ganz eigenen Angriffsplanes. Er musste spontan erkennen, wann es Zeit war die sicheren Brückenköpfe des Imperiums auf eigene Faust zu verlassen und ein Rebellenschiff zu erreichen.
Wofür er wie gesagt erst einmal den ersten Ansturm überleben musste. Deshalb schob er seine Fluchtpläne erst einmal bei Seite und besann sich, in seiner Rüstung steckend und auf Deck des Flaggschiffes stehend, auf das Hier und Jetzt. Neben den anderen Machtnutzern, die alle in der selben massiven Rüstung steckten, gab es noch einen ganzen Batzen anderer Soldaten in ihren eigenen speziellen Uniformen. Sie hatte alle irgendwelche Bezeichnungen und Namen, die Vorn schon wieder vergessen hatte. Doch er kannte sie und ihre Fähigkeiten spätestens seit seiner Beinahehinrichtung. Sie waren fähig. Mit dem Blaster sowieso schon mal fähiger als er selber. So wirklich sicher fühlte sich Vorn deshalb aber nicht. Die Laserschwertschwinger in ihren auffälligen weißen Körperpanzern würden das Feuer auf sich lenken. Das die Blauhelme um ihn herum gezielt zurückfeuern konnten, half da kaum. Ein bisschen mehr Hoffnung strahlten dafür all die Fahrzeuge auf den anderen Schiffen aus. Panzer, Artillerie und so weiter. Mit etwas Glück zogen die sogar noch mehr feindliche Läufe auf sich, weil sie so gesehen ja ein höheres Zerstörungspotential besaßen. Oder die über sie kreisenden Jäger. Im Grunde gab es also viele Faktoren, die vielleicht, vielleicht aber auch nicht hilfreich sein konnten. Vorns emotionales Zentrum wusste deshalb nicht so recht wohin mit sich. Nur eine Sache spürte der hünenhafte Mensch. Furcht. Und die darauf antwortende Wut, weil er nichts gegen sie unternehmen konnte. Bei aller dreckigen Hässlichkeit des Lebens in seiner Kolonie, seine Gegner waren nur Knüppel und improvisierte Schwerter schwingende Verhungernde gewesen. Mit ein bisschen Geschick und Geduld hatte man jede Situation unter Kontrolle haben können, selbst wenn man die Anzahl dieser Begegnungen pro Tag nicht hatte beeinflussen können. Es war also kein stressfreies, kein angstfreies Leben gewesen. Aber als Vorn nun so durch die künstlichen Augen seiner Rüstung schaute und dabei die angezeigten Informationen des HUDs ignorierte, spürte er einen Sturm der Furcht in seinem Inneren. Alles um ihn herum konnte ihn von jetzt auf gleich töten. Das konnte ein simples Ausrutschen und ins Eiswasser fallen oder eben ein aus wer weiß welcher Entfernung abgegebener Schuss sein, der ihm ein kopfgroßes Loch in die Brust brannte. Selbst das verschissene Wetter konnte ihn hier töten!
„Immer weiter!“ murmelte er vor sich hin. Er durfte nicht stehenbleiben, musste das genaue Gegenteil von dem tun, das er in der Kolonie gelernt hatte. Nicht abwarten, nicht ruhig bleiben, nicht stehenbleiben. Immer weiter voran, die Furcht als Antrieb nutzend. Zögerte er, nahm er nicht genug Risiken in Kauf, er würde sterben und das vielleicht ohne auch nur den Grund zu erfahren. Sein Leben, sein ÜBERleben lag irgendwo im Zentrum der Rebellenbasis und man wollte ihn dort nicht haben. Und der größte Witz war Aster selbst, der in eben diesem Moment ankam. Vorn brauchte den Mann, seine Armee und Flotte, die Rüstung und Waffe, die Ausbildung, all das eben. In dieser Welt des Imperiums hatte Maggas Lehren Vorn nur die ersten paar Schritte weit gebracht. Den Großteil der Reise hatte er nur wegen, aber eben auch dank des Imperiums bewältigen können. Die Ambivalenz dieser Tatsache änderte aber auch nichts an der Ausgangssituation. Aster hatte ihn in sie hinein gezwungen. Vorn würde ihn dafür töten...
[Truuine System - Truuine - Südpolarkreis - Offenes Meer - Flaggschiff - Deck - Darth Aster, Matthew und Nira, Akolyth Vorn und die NPCs: Akolyth Qowrow, Major Varro, Asters Garde, Skybridge Bataillon und andere Invasionstruppen, herumlaufende Besatzung des Schiffes]



