Coruscant

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian

Der Kuss intensivierte sich. Es war noch immer kein fordernder Kuss, kein impulsiver, verlangender, alles vergessender, leidenschaftlicher Kuss, aber ein Kuss, der dafür umso mehr bedeutete. Eowyn hatte beinahe das Gefühl, Ian zum ersten Mal zu küssen, und in gewisser Weise war es auch so. Diese Eowyn und dieser Ian küssten sich gerade zum ersten Mal, versuchten herauszufinden, wo sie standen, was funktionierte, was nicht - was sie spürten, und vielleicht, was sie dem anderen bedeuteten. Das kleine Flattern in Eowyns Bauch war noch immer vorhanden, und es traute sich sogar, ein kleines bisschen zu wachsen, sich auszubreiten und vorsichtig Luft zu holen.
Sie
spürte Ian. Sie spürte ihn. Er war wirklich und wahrhaftig da, und beinahe hätte sie sich fallen lassen, ihre Barriere aufgegeben und ihren Geist geöffnet, um Ian noch näher zu sein, aber sie hielt sich rechtzeitig zurück. Nein. Sie war nicht so weit - und vor allem wollte sie nicht, dass Ian etwas mitbekam, von dem sie nicht wollte, dass er es erfuhr. Auf jedenfall nicht heute.

Ian löste sich schließlich wieder, vorsichtig, nur ein kleines bisschen, war ihrem Gesicht immer noch nahe, und strich über ihre Wangen. Sie waren nass... sie hatte geweint. Und für eine Sekunde war Eowyn wieder weg, auf Bastion, im Verhörraum - wo ihr Thanatos ebenfalls die Tränen aus dem Gesicht wischte, kurz bevor... sie zuckte zusammen, presste die Lippen aufeinander, ließ ihre Augen weiterhin geschlossen, zwang sich aber dazu, Ian nicht wegzustoßen, im Gegenteil - ihn mit ihrer noch bandagierten Hand am Hinterkopf festzuhalten, sollte er sich lösen wollen. Sie
wollte das hier. Sie wollte das hier so sehr, das hier... war richtig, und alles andere... war so falsch, so falsch...
Tief atmete sie durch, öffnete ihre Augen und verdrängte auch die Scham darüber, dass Ian zum ersten Mal wirklich über ihre Narben auf ihrem Gesicht strich. Sie spürte es genau, diese Unebenheiten, diese Stellen, die sich...
anders anfühlten. Fester, unflexibler. Aber... sie war zu erschöpft, um viel darüber nachzudenken.

Er fand seine Stimme wieder. Ja, Eowyn hatte geahnt, dass Ian auch nicht schlafen konnte... besonders in der letzten Nacht nicht. Aber er klang zuversichtlich und stark, so, wie sie ihn eben kannte. Es war... schön, dass er so nahe bei ihr war, unglaublich schön, und gleichzeitig aber... erschreckend. Sie war so kurz davor gewesen, ihn zu verlieren, mehrmals - einerseits auf Bastion, andererseits an die Herzinfarkte. Dass er nun hier war, war das reinste Wunder, und Eowyn wagte nicht zu glauben, dass es dabei blieb, aus so, so vielen Gründen. Wie hoch war schon die Wahrscheinlichkeit? Wie groß waren die Chancen, dass er erneut einen Infarkt bekam? Wie groß die, dass sie nicht mehr zueinander finden würden? Wie groß war die Möglichkeit, dass er, entgegen seiner jetzigen Aussagen, sie nicht mehr würde lieben können, jetzt, wo sie nicht mehr
sie war? Und wie groß die Chance, dass er nicht damit klarkam, was mit ihr auf Bastion geschehen war - und wofür sie sich beim Verhör entschieden hatte? Da waren so, so viele Gründe, dass er bald nicht mehr bei ihr sein würde, so viele, und doch... wie sollte sie klarkommen ohne ihn, ohne ihren Anker, ohne die Person, die sie auf Bastion einerseits zwar vielleicht mit gebrochen, aber andererseits dafür am Leben gehalten hatte?

Ich auch, kam rau aus ihrem geplagten Hals, ich auch - ich will es so sehr, Ian, ich will unbedingt, und... aber... Zu viel. Es war alles zu viel, alles zusammen, Elise hatte so recht gehabt - sie war nicht leer, sie war zu viel, und dieses "zu viel" in ihr brach nun, nach diesem furchtbar anstrengenden Vormittag, nach gestern erneut aus ihr heraus. Ein Aufschluchzen brach sich Bahn, halb Schrei, halb Weinen, während Eowyns Kopf nach vorne fiel, Richtung Ians Brust, und ihre rechte Hand an seinen Rücken hinabfuhr. Nun weinte sie wirklich, nicht tonlos, nicht unauffällig, sondern schluchzend, mit bebenden Schultern, während sie sich mit einer Wange an Ian presste, als würde er sich in der nächsten Sekunde in Luft auflösen. Bleib bei mir, Ian, flehte sie ihn an, und es war ihr egal, wie mitleiderregend es klingen musste, wie miserabel und wie erbärmlich. Bleib bei mir. Bleib bei mir. Sie hatte ihre schluchzende, oft laute und flehende Stimme nicht mehr unter Kontrolle, und auch nicht mehr das, was sie sagte. Überhaupt nicht mehr. Ich habe gelogen. Es ist nicht in Ordnung, falls du deinen Ring zurück willst, es ist nicht in Ordnung, falls du gehst, ich will nicht, dass du gehst, niemals, und sie... sie ist nicht weg, Ian, sie war nur... versteckt, du hattest die ganze Zeit recht, Elise hat sie gefunden, und... ich bin nicht mehr wie früher, trotzdem nicht, ich bin hässlich, ich bin gelähmt, ich bin kaputt, eine Mörderin, eine Kriegstreiberin, sie spuckte die Worte beinahe aus, aber... bleib bei mir, Ian, ich bitte dich, ohne dich, ich... ich bin erbärmlich, ich bin schwach, und du wirst mich vielleicht hassen, wenn ich mehr rede, mehr erzähle, von dort, aber... BITTE Ian - gib mir diese Chance, bleib bei mir!!! Sie brauchte ihn, so sehr, und wenn er erst einmal nur aus Mitleid bei ihr blieb - dann war es so. Sie würde irgendwie damit klarkommen. Oder es später lösen. Aber jetzt, jetzt... Jetzt brauchte sie ihn einfach nur. Weil sie nicht mehr konnte. Weil alles viel zu viel war, weil die ganze Galaxis Dinge von ihr wollte, alle möglichen Leute, ohne, dass sie selbst überhaupt wusste, wer sie eigentlich war, ohne, dass sie eine Chance gehabt hatte, zu heilen. Sie war völlig hilflos, völlig alleine, und wenn sie Ian jemals wirklich gebraucht hatte - dann jetzt.

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian
 
(Mya Donp)

Coruscant – Jedi-Tempel – Erius Padawanquartier – Eriu und Mya

Eriu hörte sich Myas Ausführungen um seine Möchtegern-Konkurrentin für den Padawanplatz aufmerksam an und nickte schließlich. Zum Glück konnte er das Dilemma nachvollziehen. Er bedankte sich für die Aufklärung, da es – wie er es nannte, ›unangenehm‹ werden würde, auf Voye zu treffen. Er hatte ja keine Ahnung… die Twi'lek würde dafür Sorge tragen müssen, dass das ja nicht geschah.

»Allerdings, das wäre es in der Tat,«

Entgegnete Mya leise, ohne das näher ausführen zu wollen. Er hatte ja keine Ahnung, wie penetrant und nervig diese Frau sein konnte – nicht dass Eriu ihr noch abspenstig wurde.

Die kleine Demonstration in Telekinese sah der Padawan sich an und (vorsichtshalber tiefstapelnd) versuchte er es dann selbst. Natürlich kam es, wie es kommen musste: just als Eriu begann, sich zu konzentrieren, vibrierte ihr eigentlich auf ›Nicht Stören‹ gestelltes Kom. Es musste also eine wichtige Nachricht sein. Janson. Sein Timing war echt großartig. Wie bitte sollte sie genau jetzt hier weg und ihm den zweiten Plüschgizka bringen? Sie seufzte innerlich leise. Es lief wohl darauf hinaus, dass sie T'nadah doch vorzeitig aus dem Jugendarrest holen musste. Nur jetzt brauchte sie auf die Schnelle eine Ersatz-T'nadah und leider fiel ihr genau eine Person ein, die dafür in Frage kam. Während sie beobachtete, wie die Kugel durch Erius Machteinsatz gesteuert allmählich erhob und anfing zu drehen, tippte sie mit dem Daumen blind eine kurze Kom-Nachricht:


Kom-Nachricht von Mya Donp an Voye D'Amiche, Priorität: sehr hoch

Voye,
hole bitte den Plüsch-Gizka aus meinem Büro und bringe ihn so schnell wie Rat Janson im Saal der Pressekonferenz im Eingangsbereich. Ich habe eine gute Meisterin für dich im Auge, aber wenn du es wagst, mit ihm zu flirten oder auch nur anzusprechen, sorge ich dafür, dass du es bereust.
-- Mya

Mit einem diabolischen Grinsen dachte Mya an die Meisterin in Spe, die noch nichts von ihrem Glück wusste, dann schenkte sie Eriu wieder ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Die Kugel drehte sich ruhig und gleichmäßig, außer wenn der Sephi versuchte, auf sie einzuwirken. Sie konnte fühlen, dass er eine Rotation um mehrere Achsen hinbekommen wollte, wie sie es vorgemacht hatte. Das war allerdings schwieriger als es aussah. Also versuchte der Padawan etwas anderes, als er die Kugel mit guter Präzision über die Fingerspitzen seiner Hand tanzen ließ. Mya nickte instinktiv anerkennend, obwohl der Vorführende ihre Geste wahrscheinlich nicht wahrnehmen konnte. Schließlich gelang es Eriu sogar noch, zwei Kieselsteine hinzuzunehmen. Er schloss die Übung mit bescheidenen Worten ab. Myas Ansicht nach stapelte er wieder tief, denn er hatte wirklich eine solide telekinetische Kontrolle für einen Padawan.

»Nein, ganz und gar nicht, das war wirklich gut. Du kannst mehrere kleine Objekte mit großer Präzision bewegen, das ist nicht so einfach wie die Leute am Anfang denken. Mach' dir also keinen Kopf, wenn das lange gedauert hat. Alle Jedi haben irgendwelche Techniken, bei denen es länger dauert, bis der Knoten platzt. Bei Rat Janson ist es – das ist kein Geheimnis – just die Telekinese. Es könnte daher gut sein, dass du in ihm einen besonders guten Lehrer für genau die Techniken findest, bei denen du Schwierigkeiten befürchtest,«

Ermutigte sie ihn. Natürlich war Eriu noch kein Telekineseprofi, aber auf einem guten Weg. Da Janson das Thema so gar nicht lag, passte das in der Tat ziemlich gut zusammen. Sie konnte sich ohnehin vorstellen, dass der Sephi das Training in den geistigen Fähigkeiten, für die sein zukünftiger Meister bekannt war, gut liegen würde. Als Eriu fragte, schüttelte sie den Kopf.

»Nein, das wäre dann alles. Meiner Ansicht nach würdet ihr gut zusammenpassen, Rat Janson und du. Ich schreibe ihm ein kleines Portrait von dir und er wird sich dann bei dir melden. Bis bald – wenn du wirklich sein Padawan wirst, werden wir uns sicher oft sehen – und möge die Macht mit dir sein,«

Verabschiedete sie sich von Eriu und ließ ihn allein. Sie kehrte in ihr Büro zurück und stellte fest, dass der zweite Plüschgizka tatsächlich nicht mehr da war. Voye hatte ihre Nachricht also zumindest gelesen. An einem Datenpad destillierte sie Erius Geschichte in aller Kürze mit dem Vermerk, dass sie einen Padawan für ihn gefunden hätte, und sandte ihn ihm.

Coruscant – Jedi-Tempel – Wes' Büro, Vorzimmer – Mya


(Wes)

Coruscant – Jedi-Tempel, Gänge – Wes, unterwegs zu Erius Quartier

Da gab es die aufgeflackerten Kampfhandlungen zwischen Republik und Imperium, die teils höchst aggressive Journalist/-innen-Meute von der Pressekonferenz und eine Eowyn, mit der er sich ausgesöhnt hatte, die aber (nicht nur) körperlich noch ein Schatten ihrer Selbst war. Wie angenehm normal und gewöhnlich war es dagegen, sich einen neuen Padawan zu suchen und ihn auszubilden? Je länger er durch die Gänge des Tempels lief, desto mehr konnte Wes dem Gedanken abgewinnen. Zwei frische Padawane ausbilden, sie in den Grundlagen der Macht unterweisen und mit ihnen zusammen die Galaxis bereisen, das war eine Zeit, in der es mal nicht um galaxisbewegende Dinge ging. Eine Zeit, sich ganz auf eine einzelne Sache zu konzentrieren, der Ausbildung zweier neuer Jedi. Der Zukunft des Ordens. Das war doch gut.

Schließlich erreichte der Rat die Tür, hinter der sich laut Myas Nachricht Erius Quartier befand. Er klopfte an und wartete, bis er hereingebeten wurde. Der Bewohner sah tatsächlich so aus wie auf dem angehängten Holo, war also Eriu.


»Eriu Curum? Ich bin Wes Janson. Wie ich höre, hast du dich mit meiner Assistentin über deine Ausbildung unterhalten. Du warst ja bis dato Sarids Padawan – wenn du willst, nehme ich dich gerne unter meine Fittiche während ihrer Abwesenheit,«

Stellte er sich vor und sah den Sephi freundlich lächelnd an.

Coruscant – Jedi-Tempel – Erius Padawanquartier – Eriu und Wes
 
Coruscant | Jeditempel | Zimmer – Eriu, Mya



Er verabschiedete Mya mit einer Verbeugung und den Abschiedsfloskel:


„Aníra i gerthaid lîn tir-bâd“


aus seiner Heimat. Während seinen Studien in der Bibliothek waren ihm viele Ähnlichkeiten zwischen dem klassischen spirituellen Glauben von Thustra und den Lehren der Jedi aufgefallen, auch wenn in der Heimat der Sephie nicht von ‚der Macht‘ gesprochen wurde. Es verwunderte ihn, dass der Kontakt so viele Jahre nicht gesucht wurde. Aber das hatte vermutlich politische und spirituelle Gründe. Vielleicht sollte er die Königin einmal fragen, wenn er zurück war.

Er seufzte. Einerseits vermisste er Thustra, andererseits würde er hier so viel mehr lernen können.

Gedankenverloren schrieb er in sein Tagebuch und überhörte fast das Klopfen an der Tür. Wer könnte das sein? Er schloss das Tagebuch und legte es zurück, ehe er zur Tür ging und öffnete. Vor ihm stand ein älterer Mensch, der sich als Rat Wes Janson vorstellte. So schnell hatte er mit dem Besuch nicht gerechnet und war entsprechend überrascht, was ihm auch anzumerken war. Er hatte noch gar nicht überlegt, welche Fragen er an den Rat stellen wollte.


„Suilannad Rat Janson, es ist mir eine Ehre. Ja, ich bin Eriu Curum. Kommen Sie doch herein. Kann ich Ihnen einen Tee anbieten? Ich habe leider nicht viel Auswahl.“

Während er den Tee zubereitete, hätte er noch die Chance sich zu Sammeln und über Fragen nachzudenken….
Er schloss die Tür hinter dem Rat und deutete auf die kleine Sitzgruppe, auf der vor kurzem erst die Assistentin des Rates Mya gesessen hatte. Eriu hatte den Raum mit vielen Pflanzen bestückt, die auch alle in einem hervorragenden Zustand waren.

Dann aktivierte er den Wassererhitzer.


„Ihre Assistentin Mya hat mir bereits dargelegt, dass Sie noch einen Schüler aufnehmen können, und es wäre mir eine große Ehre. Sie sind Ermittler, richtig? Was macht einen Jediermittler denn in Ihren Augen aus?“

fragte er neugierig.



Coruscant | Jeditempel | Zimmer – Eriu, Wes
 
Coruscant – Jedi-Tempel – Erius Padawanquartier – Eriu und Wes

Eriu öffnete die Türe seines Zimmers und bat Wes hinein. Es war eines der typischen Padawanquartiere, nur dass diese im Jedi-Tempel sehr viel größer waren als im früher überfüllten Lianna. Dementsprechend boten sie dem Sephi entsprechend viele Möglichkeit zur eigenen Gestaltung. Wes sah nicht mehr viele dieser Quartiere, aber er nahm an, dass sein möglicher neuer Padawan Freude am Dekorieren hatte. Da gab es sicher schlechtere Charakterzüge.

Eriu begrüßte seinen Gast mit etwas, was wohl ein Gruß in seiner Muttersprache war und bot ihm eine Tasse Tee an.


»Freut mich, dich kennenzulernen, Eriu. Wes genügt – kein Grund für Förmlichkeiten,«

Erwiderte Wes, dem es am liebsten war, wenn er alle duzen konnte und bis auf ganz wenige Ausnahmen tat er das auch.

»Einen Tee nehme ich gerne, bei der Sorte bin ich nicht wählerisch, aber hast du Rum? Am besten corellianischen?«

So ein Tee mit Rum wäre doch jetzt etwas feines nach der anstrengenen Pressekonferenz. Sie beide würden sicherlich eine Weile zusammensitzen und da passte das doch gut, fand er. Mit einer Geste bot der Padawan Wes an, sich zu setzen. Üppiges Grün umgab die Sitzgruppe – ein Pflanzenfreund war er also auch. Wenn er einen Padawan bekäme, überlegte er, könnte er es ebenfalls wieder mit Grünzeug in seinem Büro versuchen. Jetzt hätte er ja einen Fachmann an der Hand. Mya hatte nämlich ganz eindeutig keinen grünen Daumen.

Als Eriu den Wassererhitzer aktivierte, berichtete er von Myas Besuch und dass er das Angebot wohl tatsächlich annahm. Die Twi'lek schien also sehr überzeugend gewesen zu sein, wenn der Sephi sich blind bereit erklärt hatte. Er wollte allerdings wissen, was einen Jedi-Ermittler ausmachte. Wes räusperte sich, bevor er antwortete:


»Das ist schön. Wir Ermittler unterscheiden uns von allen anderen Jedi-Berufungen. Okay, das würden dir die anderen vermutlich auch sagen, aber in unserem Fall ist der Unterschied darin begründet, dass wir mehr mit der Außenwelt interagieren als die meisten Jedi, die eben Jedi-Dinge tun. Sicher, ein Diplomat interagiert mit Nicht-Jedi-Diplomaten und Politikern, eine Forscherin mit anderen Forscherinnen usw., aber das haben wir auch alles. Wir arbeiten ganz direkt mit Sicherheitsbehörden, Geheimdiensten und anderen öffentlichen Stellen zusammen. Mischen uns unter die normalen Leute. Manchmal ist es da hilfreich, als Jedi erkannt zu werden, manchmal verstecken wir es. Wenn nötig, arbeiten wir auch mit zwielichtigen Gestalten aus der Halbwelt zusammen. Kurz gesagt: wir gehen raus, da wo das wahre Leben ist. Mischen uns unter's Volk. Wir verstecken uns nicht in unserem Tempel. Wenn du gerne mit Leuten arbeitest, sind die Ermittler was für dich. Aber natürlich kannst du auch mein Schüler sein, ohne selbst Ermittler werden zu wollen.«

Die Wahl der Berufung war schließlich ohnehin eher ein Ding für die Zeit nach der Ritterprüfung. Ein Padawan musste ja alles mal ein bisschen gesehen haben um zu wissen, was ihm eigentlich liegt. Abgesehen davon hatte er seit der Sache mit der Kirche von Waru keine Ermittlerarbeit mehr gemacht, das war schon eine ganze Weile her…

Coruscant – Jedi-Tempel – Erius Padawanquartier – Eriu und Wes
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine / Nikis

Nikis betrat die Kantine körperlich erschöpft. Man würde denken das eine Gruppe die Gegenstände mit Hilfe der Macht bewegen können nicht so viel körperliche Arbeit brauchten, aber Nikis sollte sich nicht beschweren, die Arbeit am Tempel hielt ihn körperlich fit und es hilft seinen Mit-Jedi, besonders den die die ganze Galaxie bereisten um den Bürgern der Republik zu helfen. Mit-Jedi, huh, Konnte sich Nikis überhaupt als Jedi bezeichnen, er war immerhin selbst nach vielen Jahren, soweit er sich zurückerinnern konnte tatsächlich, Teil des Jedi Orden, hatte es allerdings nie über den Rang des Anwärters hinaus geschafft.

Nikis stand nun vor der Theke. Er bestellte rasch, um die Linie nicht aufzuhalten, auch wenn dies nicht etwas war, um das er sich Sorgen machen musste, denn kein anderer war in Reihe zu bestellen. Die meisten der Jedi bevorzugten es Außerhalb des Tempels essen zu gehen, manche öffentlich als Jedi um den Draht zur Bevölkerung aufrecht zu erhalten, manche in Verkleidung als Zivilisten um, nach Nikis Meinung, sehr intensives nicht Jedi verhalten an den Tag zu legen. Mit seinem Essen gesichert spähte sich Nikis einen der vielen freien Tische und setzte sich hin. Während er anfing zu essen, gingen seine Gedanken zurück auf seine aktuelle Situation.

3 Jahre, 3 Jahre war Nikis jetzt schon auf der Suche nach einem Meister. Als er sich damals auf das Schiff von Lianna nach Coruscant geschlichen hatte, hätte er sich nicht gedacht, dass die Meister Suche im Zentrum der Galaxis so schwierig gestalten würde, aber im nachhinein macht es Sinn, erst der Angriff auf dem Tempel, dann das Virus, nun gab es die ersten berichte von Scharmützeln zwischen Republik und Imperium, kein Wunder dass die meisten Jedi keine Zeit für einen Schüler finden. Ohne aktive Unterweisung versuchte Nikis, sich so gut wie möglich selbst zu belehren, er verbrachte den Großteil seiner Freizeit damit, sich Theoretische Texte über die Macht Handhabung im Archiv durchzulesen, es war nicht sehr effektiv in der Belehrung, aber es half ihm seinen Traum so wie die Jedi der Legenden zu werden am leben zu halten.

Nikis legte seine Utensilien zur Seite und überlegte, was er als nächstes tun sollte. Er könnte direkt in das Archiv gehen, nein den Gedanken schlug er sich aus, er sollte wohl erstmal auf sein Zimmer zurückkehren und sich nach einer frischen Dusche neue Klamotten anziehen. Mit einem Plan gemacht fing Nikis an, die Reste seiner Mahlzeit zu essen.


Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine / Nikis
 
Coruscant | Jeditempel | Zimmer – Eriu, Wes



Er lächelte Wes höflich an.

„Leider habe ich keinen Alkohol hier, da ich diesen nicht zu mir nehme. Ich denke allerdings, dass der Tee von meiner Heimat Ihren Geschmack trotzdem trifft. Er ist leicht süßlich.“

Das machte die Teeauswahl einfach. Während er Wes zuhörte, holte er eine verzierte hölzerne Schachtel aus einer Schublade und holte ein paar getrocknete Zweige heraus. Wes konnte auch kleine getrocknete Beeren an ihnen erkennen. Eriu betrachtete den Tee kurz nachdenklich und legte Ihn dann in eine Tonkanne, die er mit dem richtig temperierten Wasser aufgoss. Dann brachte er 2 kleine Schalen an den Tisch.


„Das klingt interessant. Ich möchte mich noch nicht festlegen, dafür habe ich noch nicht genug gesehen. Grundsätzlich habe ich einen guten Überblick, da ich viel zeit in der Bibliothek verbracht habe. Ich weiß bereits, dass zum jetzigen Zeitpunkt die Tätigkeit als Heiler nichts für mich ist. Aber auch das mag sich ändern.“


Nach etwa 2 min goss Eriu den ersten Aufguss weg und erneuerte das Wasser in der Kanne, die er dann zum Tisch brachte.

„Es würde mich auf jeden Fall erfreuen, diesen toten Planeten zu verlassen und die Galaxie kennenzulernen. Außer Thustra und Lianna habe ich nur Zeit auf Coruscant verbracht. Und dieser Stadtplanet ist so ganz anderes als meine Heimatwelt. Vielleicht meditiere ich deshalb so gerne in den Gärten.“

Er schenkte beiden ein und nahm dann seine Schale, schloss kurz die Augen, als er den Duft des Tees einatmete. Er erinnerte Ihn an die nebeldurchzogenen Berge, die Wildnis und heiligen Stätten der Sephie. Er roch frisch, fast nach Minze mit einem erdigen Hauch. Geschmacklich verhielt er sich ganz anders. Durch die Beeren entwickelte er eine süßliche Note mit den Nuancen des Holzes, leicht unterstützt von der minzartigen Frische der Blätter.

Nachdem er einen kleinen Schluck genossen, nein zelebriert, hatte, sah er Wes an.


„Haben Sie denn Fragen an mich, die Ihre Assistentin noch nicht gefragt hat?“

Man merke an der Wortwahl, dass Eriu nicht auf der Straße groß geworden war. Seine Wortwahl war darauf ausgerichtet, seinen Gegenüber nicht bloßzustellen oder in Bedrängnis zu bringen. Eine Folge davon, dass er und seine Familie nähe bzw. im Königspalast von Thustra lebten. Sein Vater war immer noch für die Sicherheit der Königin zuständig und dies brachte notwendige Privilegien für die ganze Familie mit sich.



Coruscant | Jeditempel | Zimmer – Eriu, Wes
 
| Verschlüsselte Holonachricht | Priorität: Hoch | Absender: Padawan Ferak Koltari | Ossus | Empfänger: Hoher Rat der Jedi |​

Die Übertragung begann mit einem kurzen Flackern. Für einen Moment zerfiel das Bild in bläuliche Linien, dann stabilisierte sich das Hologramm. Ferak Koltari saß vor der Aufzeichnungskonsole einer beengten Kommunikationsstation. Hinter ihm drängten sich technische Geräte, Projektoren und nachträglich verlegte Kabel an den Wänden. Der Staub des Planeten lag noch auf seinem Mantel und zeichnete helle Spuren auf seiner dunklen Kleidung. Sein Gesicht wirkte müde, die Haltung blieb jedoch aufrecht und kontrolliert. Seine gelben Augen richtete sich unmittelbar auf die Holokamera.

"An den Hohen Rat der Jedi."
Er wartete einen kurzen Moment, bevor er fortfuhr.
"Hier spricht Padawan Ferak Koltari. Ich melde von der Jedi-Ausgrabungsstätte auf Ossus." "Meisterin Sahra Kenobi wurde während eines Zwischenfalls auf dem Weg hierher durch ein Projektil mit einem bislang unbekannten Neurotoxin außer Gefecht gesetzt. Der Zwischenfall steht nach bisherigen Erkenntnissen nicht mit der Lage auf Ossus in Verbindung." "Ihr Zustand ist stabil. Sie ist jedoch weiterhin bewusstlos und befindet sich an Bord der StarExplorer. Juna Choway wurde ebenfalls verletzt und übernimmt gegenwärtig ihre Versorgung."

Der Zabrak schwieg einen Atemzug lang. Seine Miene veränderte sich nicht, doch seine Stimme wurde noch eine Spur nüchterner.
"Die Ausgrabung wurde nach unserer Ankunft erneut von Piraten angegriffen. Die Angreifer setzten die vorhandenen Wächterdroiden mit Ionenwaffen außer Gefecht. Sie verwendeten Rauch- und Betäubungsgranaten sowie Projektilwaffen, offenbar in Kenntnis der hier anwesenden Jedi." "Es gab keine Todesopfer. Das Vorgehen deutet darauf hin, dass die Angreifer tödliche Gewalt vermeiden wollten, solange dies ihre Ziele nicht gefährdete." "Gestohlen wurden mehrere gezielt ausgewählte Fundkisten. Die Piraten verfügten über die genauen Grabungskennungen. Sie nahmen nicht wahllos wertvolle Gegenstände, sondern suchten nach bestimmten Funden." "Bei ihrem Rückzug ging ein Datapad verloren. Eine vollständige Kopie des Speichers ist dieser Nachricht beigefügt. Große Teile sind beschädigt oder verschlüsselt. Die Auswertung vor Ort dauert an."

Am unteren Rand der Übertragung erschien die Bestätigung eines angehängten Datenpakets. Ferak wartete, bis die Anzeige wieder verblasste.
"Die neu freigelegte Kammer enthält eine Darstellung, die zunächst für ein Sternenbild gehalten wurde. Nach meiner Wahrnehmung in der Macht und der vorläufigen Einschätzung der Archäologen könnte es sich stattdessen um eine frühe Form der Hyperraumnavigation handeln." "Möglicherweise beschreibt sie keinen einzelnen Ort, sondern einen Pfad entlang von Masseschatten und alten Sprungpunkten." "Diese Theorie ist nicht bestätigt. Das Ziel des möglichen Pfades ist unbekannt."

Eine rote Prioritätsmeldung spiegelte sich schwach auf einer der Konsolen neben ihm. Der Zabrak warf ihr keinen Blick zu.
"Ich habe die Meldungen über den Beginn der Kampfhandlungen auf Kashyyyk erhalten. Mir ist bewusst, dass die Kräfte des Ordens an anderen Orten dringender benötigt werden und kurzfristige Unterstützung möglicherweise nicht verfügbar ist." "Sofern es die Lage erlaubt, ersuche ich um die Entsendung eines Trupps der Ossus Rangers zur Sicherung der Ausgrabung." "Zusätzlich benötigen Meisterin Kenobi und Juna medizinische Unterstützung, sobald diese bereitgestellt werden kann." "Ich empfehle außerdem eine Überprüfung der Zugriffe auf die Fundkataloge sowie eine externe Analyse des beigefügten Datenspeichers."

Feraks Blick blieb fest auf die Holokamera gerichtet.
"Bis Unterstützung eintrifft oder der Rat anders entscheidet, verbleibe ich auf Ossus und übernehme die Sicherung der Ausgrabungsstätte."

Er schwieg kurz. Keine Unsicherheit lag in der Pause. Nur das Gewicht dessen, was er mitgeteilt hatte.
"Ferak Koltari. Ende der Meldung."

Das Hologramm erlosch. Für einen Moment blieb nur das Symbol des beigefügten Datenspeichers sichtbar, bevor auch dieses verschwand.

| Ende der verschlüsselten Übertragung | Datenanhang: Speicherabbild eines sichergestellten Piraten-Datapads |​
 
Zuletzt bearbeitet:
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Eowyn

Sie wollten es beide – und wenn sowohl Ian, als auch Eowyn unbedingt wollten, dass es ihnen gelang, wieder eine Einheit zu werden, dann würde es gelingen. Denn ihr Wollen war der erste Schritt zum Tun und mochte der Weg auch lang sein, sie würden ihn gehen. Ian hatte bereits vorgeschlagen, dass sie sich Hilfe holten und wenn sie jemand bei ein paar Schritten begleitete, konnte das nur hoffnungsvoll stimmen. Eowyn wollte unbedingt, aber. Und Ian wusste, was sie sagen wollte, auch wenn die Worte nicht mehr kamen. Es war zu viel, oh bei der macht, er hörte die Worte, ohne, dass sie gesagt werden mussten.Ich weiß“, sagte er leise, „es ist zu viel. Viel zu viel,“ als Eowyn neu ansetze, als ihre Stimme vollkommen brach, als ihre Tränen neue Wege fanden und ihren Körper schüttelten.

Instinktiv nahm Ian Eowyn fester in den Arm. „Ich bin hier und ich bleibe hier“. Wo sollte er auch hin, wenn sie sein Hafen war? Wo sollte er auch hin …
Was dann folgte war etwas, das der Dunkelhaarige längst wusste. Dieses unverrückbar schlechte Bild, das Eowyn von sich zeichnete und endlich – endlich - laut preisgab. Vielleicht half es, wenn sie all das nicht mit sich allein ausmachen musste, wenn sie aussprechen konnte, was sie quälte. Ihre Worte waren für Ian wenig überraschend, dennoch schmerzten sie. Wie anders sah er Eowyn, wieviel anders würde er sie beschreiben. Hässlich? Nein, nein, niemals. Ja, da waren sichtbare Narben, aber für Ian hatten sie nicht geändert. Nichts an dem, was er sah. Nichts an dem, was er fühlte. Gelähmt – ja, das war vermutlich das einzige, das tatsächlich stimmte und Ian konnte sich nicht ausmalen, wie schlimm diese Tatsache für Eowyn sein musste. Vor allem, da sie nicht wussten, ob diese Lähmung nur temporär oder von Dauer sein würde. „
Hör mir zu“, sagte er schließlich sanft, schob sie ein wenig von sich, damit sie ihn ansehen konnte, hielt sie aber noch immer fest. „Sieh mich an, Eowyn.“ Ian wartete ab, aber es war zu wichtig, dass sie ihn ansah, ihm in die Augen blicken konnte.
„Ich weiß, dass du all das über dich denkst und ich weiß, dass nichts, was ich sagen könnte, daran etwas ändern würde. Aber: Ich sehe dich anders. Ich sehe dich anders.“
Er war ein Massenmörder, der aus Rache getötet hatte, ein ehemaliger Sith. Im Grunde hatten sie ein sehr ähnliches Gespräch schon einmal geführt, auf Va’art. In umgekehrten Rollen. Der große Unterschied war der, dass Ian sich bewusst entschieden hatte. Für den Weg der Sith. Für den Weg der Rache. Da waren Optionen gewesen. Immer. Eowyn hingegen? Welche Wahl hatte sie gehabt und konnte man ihr tatsächlich Mord vorwerfen? Nein. Nein, das konnte man nicht. Absolut nicht, aber…
„Du bist mein Hafen, Eowyn. Auch wenn, ich weiß nicht, da ein paar Dinge umgebaut wurden, du bist immer noch mein Hafen und ich sehe etwas anderes in dir. Kannst du mir das glauben? Kannst du das jemandem glauben, der vielleicht beinahe all das, was du in dir siehst schon einmal in sich selbst gesehen hat?“



Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Eowyn
 
Zuletzt bearbeitet:
Coruscant – Jedi-Tempel – medizinischer Flügel, Pausenraum des Personals – Brianna

Nach ihrer Teepause entschied Brianna, Kestrel doch mit eigenen Augen sehen zu wollen. Nicht, um sich in den Heilungsprozess einzumischen – sie hatte den Eindruck, dass ihre Kolleginnen nach ihrem Einlauf anlässlich von Ians zweitem Herzinfarkt sehr viel gewissenhafter geworden waren. Zu sehen, dass sie den Meisterinnenrang gar nicht brauchte, um eine gehörige Portion an Autorität unter den Heilerinnen zu besitzen, tat ihr gut. Vielleicht trugen die Erholungstage, welche die Heilerinnen seit dem Ende der C-Virus-Pandemie genossen hatten, ebenfalls dazu bei, dann war das allerdings genauso unter anderem ihr Verdienst.

Eigentlich wusste sie ja, in welchem Zustand Kestrel war. Trotzdem hielt sie vor der Türe kurz inne. Wollte sie das wirklich? Ihre Freundin in dem Zustand sehen? Auf Bastion hatte sie ja ihre letzten Reserven mobilisiert gehabt, keine Schwäche zeigen wollen, aber nun… Brianna trat endlich ein. So schwach und verletzlich, aber auch irgendwie friedlich sah sie aus in ihrer Trance. Obwohl sie da vor ihr lag, vermisste die Echani ihre Freundin. Sie hatten sich so lange nicht gesehen, Bastion ein kurzes Intermezzo mit sehr abruptem Ende. Es wäre Brianna lieber gewesen, Kestrel bei der Trance helfen zu können, aber die Entscheidung, sich zu trennen, war trotzdem die richtige. Was hätten sie denn mit Kestrel und Q'Tahem machen sollen, gejagt vom ISB? Die kräftige Silberhaarige war schon einmal, auf Korriban, mit Kestrel und ihrem damaligen Mitschüler auf den Schultern vor dem Imperium durch die halbe Galaxis geflohen, aber dieses Mal wäre der Zustand der Coruscanti auch dafür zu prekär.

Brianna spendete ihrer Freundin ein bisschen Ki, ganz ähnlich, wie sie es Eowyn auf Bastion hatte angedeihen lassen. Das war kein Eingreifen in die Heilarbeit ihrer Kolleginnen, wie sie ja versprochen hatte. Sie half nur der Heiltrance, ein wenig besser zu wirken. Eine ganze Weile lang tat sie gar nichts, ließ nur die Kraft sanft in den Körper der Coruscanti fließen, dann riss sie sich los. Nicht dass Kollege Ssrak'vess noch dachte, sie funkte ihm doch bei der Therapie dazwischen. Es war wichtig, dass (gefühlte) Untergebene nicht den Eindruck bekamen, ihre Chefin würde sie mikromanagen und ständig bei ihrer Arbeit dazwischenfunken.

Die Jedi-Ritterin wanderte weiter durch die medizinische Abteilung. Hier waren auch die Zimmer von Elise, Ian und Eowyn, doch ihr Ziel war ein anderes. Wann war die Krankenstation eigentlich der ultimative Treffpunkt für alle Jedi geworden? Was sich früher in der Cantina abgespielt hatte, passierte jetzt hier, nur liegend und in Zeitlupe. Im Grunde fand sie hier fast alle Jedi, die ihr etwas bedeuteten, ohne auch nur ein mal die bazillenfreie Zone verlassen zu müssen. Denn dafür Sorge tragen dass die auch bazillenfrei blieb, das war es, was Bailee ihres Wissens nach gerade machte. Ihrer Meinung nach waren die ganzen technischen Gerätschaften des medizinischen Flügels, um die sie sich liebevoll kümmerte, nach ihrer Woche der Abwesenheit bereits fürchterlich vernachlässigt.

Ihr Ziel wurde von zwei Ossus Rangers bewacht und einer ganz besonderen Heilerin betreut, Qolloo der Huttin. Eigentlich bezeichnete sie sich als ‚er‘, aber da Hutts ihre geschlechtliche Identität verändern konnten, sah Brianna keinen Grund, irgendeine Huttin mit ‚er‘ zu adressieren. Nicht, dass sie so viele Huttinnen kannte – Brianna wusste von keiner anderen Hutt-Jedi.


„Hallo Süße,“

Begrüßte die Huttin Brianna. Die Stichprobengröße war nicht groß, aber irgendwie schienen diese Wurmwesen alle scharf auf Echanifrauen zu sein. Die Erkenntnis hatte sie kurzzeitig dazu gebracht, die Frage des Geschlechtspronomens zu überdenken. Schließlich hatte sie aber entschieden, dass sie weniger Probleme mit mit ihr flirtenden Huttinnen hatte als damit, ihre sprachlichen Prinzipien aufzugeben.

„Hallo Qolloo. Wie geht es meinem Gefangenen heute?“

Fragte die Echani, die natürlich Janus meinte.

„‚Deine‘ Gefangene? Nicht mehr lange. Sturn kommt im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei.“

Brianna war kurzzeitig sprachlos, ein sehr seltenes Ereignis. Sie spürte eine Mischung aus ungläubigem Staunen, Wut und Entsetzen in sich aufsteigen. Ihr lieber Graf war zuallererst mal ihr Gefangener, den sie aus einem ganz bestimmten Grund eingesammelt hatte. Was wäre denn gewesen, wenn es ihr nicht gelungen wäre, Kestrel zu befreien? Janus wäre der Plan B gewesen, entweder um die notwendigen Informationen zu erlangen, falls die von Daemon sich als unwahr oder unakkurat herausgestellt hätten, oder um ihn, Plan C, gegen Kestrel einzutauschen. Das wäre aber wirklich das allerletzte Mittel gewesen, denn keinesfalls durfte er jemals wieder auf freien Fuß gelangen!!! Janus gehörte zur gefährlichsten Sorte Sithlord überhaupt. Die Sorte, die auf Außenstehende nicht den Eindruck einer typischen Schlächterin machte, die andere durch guten Umgangston, zivilisiertes, ja vornehmes Auftreten und eine eloquente Zunge zu gewinnen wussten, aber innerlich genauso verkommen und grausam waren wie die anderen. Kestrel… was von ihr übrig gewesen war, bevor die Ärztinnen der Sith – oder eher Metzgerinnen – sie wieder zusammengesetzt hatten, das war sein Werk.

Die Huttin war offensichtlich besser im Lesen von Echani-Mimik als umgekehrt.


„Naja, viel Freude werden sie mit ihm nicht haben. Das liebe Lordchen ist jenseits von Machtheilung, der braucht eigentlich ein Wunder. Hoffen wir mal lieber, dass er noch bis zur Übergabe durchhält und erst danach den Sith wegstirbt. Keine Ahnung, wieso der Typ überhaupt noch lebt, ehrlich gesagt.“

„Hoffentlich hast du recht. Dieser Mann darf nie wieder auf die Galaxis losgelassen werden,“


Grummelte die Echani.

„Ich gehe trotzdem rein und sehe nach ihm.“

Das war nicht verhandelbar und in der Tat versuchte niemand, sie aufzuhalten. Drinnen, angeschlossen an ein Sammelsurium an Schläuchen und Kabeln, lag er, Janus. Ein Monster, dessen Äußeres nun endlich seinem Inneren glich: das aschblonde Haar, weggebrannt. Die Haut: verkohlt. Es würde jede Menge Synthfleisch brauchen, um ihn wiederherzustellen, so viel war sicher. Ein regelmäßiges Piepsen signalisierte den schwachen Puls. Ein weiteres Gerät beatmete den Grafen. Es tat weh, ihn anzusehen, aber in ihrer Vorstellung sah Brianna den jungen, hübschen Halbechani, den sie auf Loronar kennengelernt hatte, der zwar skrupellos gewesen war, aber nicht abgrundtief böse und auch kein Mörder.

„Sieh' dich an. Wo in aller Galaxis bist du im Leben falsch abgebogen, Janus?“

Seufzte sie, mit ehrlichem Bedauern. Wie hätte sie es verhindern können? Vielleicht wenn sie ihn bei dem Fiasko auf Taris besiegt hätte? Oder war es da bereits zu spät für ihn? Wären sie ein Paar geworden, hätte sie ihn zum Guten beeinflusst oder er sie zum Schlechten? Egal wie, die Silberhaarige wünschte, es wäre anders gekommen. Als sie spürte, dass sie feuchte Augen bekam, zwang sie sich, wegzusehen und sich von ihm abzuwenden. Sie wollte nicht… nicht wegen ihm… nein, wegen das was aus ihm geworden war. Der Sith-Lord, der sie auf Kast um ein Haar alle umgebracht hätte, hatte es nicht verdient, dass irgendjemand eine Träne wegen ihm vergoss. Brianna wusste ganz genau, dass sie die einzige Person in der ganzen Galaxis war, die das tun würde.

„Niemand trauert um dich, werter Graf. Niemand vermisst dich. Und weißt du warum? Weil du alle getötet hast, die dir jemals nahe standen. Alle außer mich. Ich würde gerne glauben, dass das etwas zu bedeuten hat. Dass es zwischen uns etwas echtes gab. Aber… das kann ich nicht mehr.“

Eigentlich hatte Brianna vorgehabt, nach diesem Abschied wortlos, ohne einen weiteren Blick zurück, den Raum zu verlassen. Nur gelang es ihr nicht. An der Türe drehte sich nochmals um und sagte:

„Lebewohl, Janus.“

Es hätte nicht viel gefehlt und es wäre stattdessen ein ‚auf Wiedersehen‘ geworden. Aber es würde keines geben, dieses Mal nicht. Sie verließ den Raum endgültig.

Brianna wusste, dass sie eigentlich hungrig sein müsste, aber nach Essen war ihr nicht. Sie wollte endlich raus aus der Von-Kath-Uniform, der zweckmäßigen Jacke und den zu engen Hosen. Ihr Weg führte sie in die Tempelschneiderei, wo sie weitere Jedi-Roben in verschiedenen Schattierungen zwischen silbern und anthrazit beauftragte. Bei dem Tempo, in dem sie zur Zeit Roben verschliss, war es besser, etwas Vorrat zu haben. Auch, weil sie ihre Lieblingsrobe, die mit dem silbernen und antrazitfarbigen Wendeumhang, wohl nie wiedersehen würde. Das Allermindeste bei Janus' Austausch wäre ja wohl gewesen, dass die Sith ihre Klamotten zurückgeben mussten und zwar alle, auch die die er ihr gekauft hatte. Da waren tolle Stücke dabei gewesen… und das beste davon war nach Kast in Fetzen gewesen.

Sie wünschte, sie könnte nach Eshan fliegen und in Kogetsu shoppen zu gehen. Ein schönes Kleidungsstück einfach von der Stange kaufen zu können… die meisten Frauen hatten überhaupt keine Ahnung, was das für ein Luxus war. Für sie war das jetzt wohl unmöglich geworden, denn die Mörderin des Imperators konnte sich auf keiner der Sechs Schwestern blicken lassen. Mit diesen Gedanken kehrte sie in den Raum zurück, der mittlerweile wieder ihr Quartier war. Zetdrei hatte dafür gesorgt, dass ihre verbliebenen Sachen im Schrank eingeräumt waren und die sah sie sich an. Viel war da nicht mehr, was wirklich wie eine Jedi-Robe aussah, wenn sie nicht als Heilerin herumlaufen wollte. An einer blieb ihr Blick hängen. Sie war sehr figurbetont geschnitten, mehr noch als die anderen. Nicht hauteng natürlich und erst recht ohne gar nackte Haut außer ein bisschen Hals zu zeigen, aber doch ein Stück, dass sie für's Social HoloNet tragen würde, aber nie und nimmer im echten Leben im Jedi-Tempel.

Apropos Social HoloNet: warum denn nicht? Spacebook und Hologram bestanden nicht nur aus Hass. Bestimmt hatte sie immer noch fans. Sicherlich gab es Wesen, die immer noch an sie glaubten und denen es Hoffnung geben würde, wenn sie ein Holo von sich zurück im Jedi-Tempel posten würde. Außerdem: sie war in der Form ihres Lebens, wog über 85 Kilo, obwohl sie unverändert gertenschlank war. Aber ein Zentimeter mehr oder weniger an den Oberschenkeln machte bei ihr optisch keinen großen Unterschied, aber gleich eine Menge Gewicht aus. Gedacht, getan: sie schlüpfte in die figurbetonte Robe. Jetzt fehlte ihr nur noch der passende Hintergrund. Kein schnödes Quartier. Auf dem Turm der Ruhe, mit der atemberaubenden Aussicht als Hintergrund? Die Krankenstation, um ihr Image als Heilerin zu betonen und von der Allegious-Sache abzulenken? Nein, besser: ein Meditationsgarten. Ein Ort der Schönheit und Harmonie, das war es. Es musste einer sein, der auf den ersten Blick als Teil des Jedi-Tempels zu erkennen war und Brianna glaubte, den perfekten Ort zu kennen.

Bevor sie ihr Zimmer verließ, zog sie sich einen weiten Robenumhang an, damit niemand sie so sehen konnte. Den Selfiedroiden steckte sie in die Tasche und huschte zum Garten. Nur ein schneller Post und dann sofort wieder offline gehen. Was konnte denn da schon schiefgehen? Das Holo war schnell gemacht: ein kleiner Teich, eine Statue antiker Jedi in der Mitte, eingerahmt von Bäumen und exotischen Blumen. Den Droiden anlächeln, fertig! Nun zu Spacebook. Benachrichtigungen löschen, neuer Post, Kommentar: ‚Endlich zuhause!‘ Post. Offline gehen. Selbst ihre Finger waren nicht flink genug, neue Benachrichtigungen. Briannas Selbstbeherrschung hielt ganze 100 Millisekunden. Die ersten Reaktionen waren positiv: ihr flogen animierte Herzen entgegen, diese Dinge. Dann begann es von neuem, und schließlich ein Holo von einem brennenden Wald (Kashyyyk) mit dem Kommentar: ‚Hoffentlich bist du jetzt zufrieden.‘


Coruscant – Jedi-Tempel – im bestimmt schönsten und holonettauglichsten Meditationsgarten – Brianna (alleine)
 
Coruscant – Jedi-Tempel – Erius Padawanquartier – Eriu und Wes

Kein Tee mit Rum also. Das war zwar schade, aber Wes würde trotzdem ein besonderes Geschmackserlebnis bekommen. Er würde keinen Standardtee vorgesetzt bekommen, wie man ihn im Laden kaufen konnte, kleingehackt oder pulverisiert und portionsweise abgepackt, das Zweiglein sah selbstgepflückt aus. Der Taanaber beobachtete die Prozedur gespannt. Als Eriu mit den beiden Teeschalen zu ihm zurückkehrte, bekundete er, sich noch nicht auf eine Berufung festlegen zu wollen.

»Das ist in Ordnung, dafür hast du noch jede Menge Zeit. Es ist auch keine Ausbildungsvoraussitzung bei mir, dass ich nur potentielle Ermittler ausbilde oder sowas, nein. Für mich zählt, dass jeder meine Padawane das findet, was zu ihm passt – was das Wort Berufung ja letztendlich schon aussagt,«

Entgegnete Wes. Beim Durch die Galaxis reisen war Eriu sofort dabei. Er schien eine recht zurückhaltende, beherrschte Person zu sein oder es lag an ihm, der Anwesenheit eines Rates. Aber nach den Maßstäben hieß es wohl, dass er Feuer und Flamme war.

»Dann wirst du einige neue Planeten kennenlernen. Seit dem Verschwinden des C-Virus haben wir Jedi ja keinen Grund mehr, uns so geballt auf Coruscant aufzuhalten. Im Gegenteil sollten wir wieder mehr Präsenz im Raum zeigen,«

Fand der Jedirat.

»Was mich angeht, mag ich jede Welt die anders ist als meine Heimatwelt Taanab. Ich glaube, sie würde dir auch nicht gefallen, sie ist wie Coruscant, nur mit Feldfrüchten statt Häusern und Nerfs anstatt Leuten.«

Eriu schenkte ihnen den Tee ein. Er machte eine kleine Prozedur daraus und Wes bemühte sich, es ihm gleichzutun, schloss die Augen und roch erst einmal an der Tasse. Es war ein bisschen wie beim Verkosten von corellianischem Whiskey. Es roch minzig, irgendwie vertraut, aber doch etwas anders als das gewohnte. Der Geschmack unterschied sich deutlich, irgendwie fruchtig-holzig und es wurde klar, dass ein Schuss Rum die feinen Nuancen wohl kaputt gemacht hätte, anstatt ihm etwas Positives hinzuzufügen.

»Guter Tee. Von Thustra?«

Fragte er, obwohl er annahm, die Antwort zu kennen. Bei der Gegenfrage fiel ihm auf, dass sein künftiger Padawan bei der förmlichen Anrede verblieb. Das passte irgendwie zu ihm, sicher lag das an seiner Herkunft. Wes würde ihn freilich nichtsdestotrotz weiter duzen:

»Mya hat mir die wichtigsten Informationen ja bereits zukommen lassen, außerdem interessiert mich mehr wer du bist, weniger wer du warst. Ich habe Fragen, ja. Du hast dich ja schon in Meister Nackls Bibliothek eingelesen und kennst sicher eine ganze Reihe von Machttechniken zumindest von der Theorie her: was würde dich denn besonders interessieren auszuprobieren, so als ersten Ausbildungsschwerpunkt? Und welche Planeten würdest du gerne bereisen, bzw. welche Art von Planet: welche wie Thustra oder welche, die anders sind – und anders als Coruscant natürlich. Ich nehme an, Tatooine und Hoth scheiden auch aus.«

Coruscant – Jedi-Tempel – Erius Padawanquartier – Eriu und Wes
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Sarina im Gewühl

Draen war mittlerweile nach einer langen Führung durch die Station wieder auf seinem Zimmer - zumindest hoffte Sarina das. Sie hatte noch ein paar Kleinigkeiten erledigen wollen, wenn sie schon mal hier war, und ihn mit Hilfe eines Lageplanes alleine losgeschickt. Der Kerl war schließlich erwachsen, er würde sich schon zurecht finden, dachte sie.
Sie erkundigte sich nach ein paar ihrer Patieninnen, dann erledigte sie ein paar Schreibarbeiten, bevor ihr Magen sich schließlich meldete und sie sich mit der flachen Hand gegen die Stirn schlug. Ach ja... da war ja was. Sie hatte die Kantine besuchen wollen, nachdem ihr Morgen wegen der Pressekonferenz so stressig gewesen war, um wenigstens ein bisschen Kaff zu trinken und ein spätes Frühstück zu sich zu nehmen - und dann war ihr Draen in die Hand gedrückt worden. Sarina blickte auf ihr Chrono. Die Pressekonferenz war sowieso vorbei, da war sie sich sicher, deshalb hatte sie den Plan gar nicht mehr weiter verfolgt und würde sich später in Ruhe eine Aufzeichnung ansehen (auch wenn sie ECHT gespannt war, was da alles so rausgekommen war, so ein kleines bisschen Sensationsgier schlummerte in ihr durchaus...). Aber die Kantine, ja, die war noch immer an Ort und Stelle. Hoffte sie zumindest. Und mittlerweile war es schon nach der normalen Mittagszeit, was hieß, dass sie wirklich dringend etwas futtern sollte. Die Pause hatte sie sich auch echt verdient!

Entschlossen schob Sarina das Datapad in die Schublade, erhob sich und verließ die Station. Sie war noch nicht mal fest zugeteilt hier, sie sollte echt nicht anfangen, zu viel zu machen. Nicht, dass man noch beschloss, dass sie sich gut für den Job eignete und versuchte, sie hier dauerhaft einzusetzen... Oh nein, das wäre wirklich nicht nach ihrem Geschmack. Sie war nicht Jedi geworden, um ausgerenkte Knöchel zu verarzten oder Padawanen ihre Brandwunden zu reinigen.

Sie betrat die Kantine, die sie meistens besuchte, da sie den besten Kaff hier im Orden führte (was immer noch kein wirklich GUTER Kaff war, aber man konnte ihn immerhin trinken), holte sich einen Berg an Irgendwas mit Irgendwas, das aber immerhin ziemlich lecker aussah, sowie einen Pott voller heißem Kaff und sah sich dann um. Einige Tische waren frei, schließlich war der Ansturm vermutlich schon vorrüber. Aber irgendwie... ach, irgendwie hatte Sarina keine Lust, sich an einen der leeren Tische zu setzen, sich mit sich selbst zu unterhalten und über den Sinn und Zweck des Lebens nachzudenken. Nein, viel eher wollte sie richtig quatschen, und vielleicht kam sie dabei auch an ein paar Infos, was die Pressekonferenz anging?

Entschlossen ging sie auf den erstbesten Tisch zu, an dem schon jemand saß (Nikis), der nicht so aussah, als ob er schon
lange hier saß, was hieß, dass er auch nicht sofort verschwinden würde, denn das wäre kontraproduktiv. Und außerdem war er etwa in ihrem Alter. Also zumindest so ungefähr... auf jeden Fall kein alter Tattergreis.

"Hi, darf ich mich setzen?", stellte sie die Frage eher pro forma, denn wenn der Kerl ihr jetzt nicht gerade einen Todesblick zuwerfen würde, dann hatte er sie jetzt an der Backe - und so machte sie sich auch gleich daran, den Stuhl schräg gegenüber des jungen Mannes mit ihrem Fuß vom Tisch zu ziehen, um sich hinzusetzen.

Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine, Sarina und Nikis plus einige andere
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian

Ian hielt sie fester. Gleichzeitig versicherte er ihr, dass er hier war, dass er hier blieb, aber... es kam noch nicht ganz an bei Eowyn, die von einer Angst und vor allem Hilflosigkeit erfasst war, die sie völlig überrumpelte. Sie hatte versucht, stark zu sein. Sie hatte versucht, alle möglichen Rollen auszufüllen, und sie hatte versucht, es allen rechtzumachen, nur um die ganze Zeit zu merken, dass es nicht funktionierte, zumindest nicht bei Ian, vermutlich auch nicht bei Malek, erst recht nicht bei Elise. Und nun... nun begann sie zu fühlen, was sie sich auf Bastion strengstens verboten hatte. Ian war hier, aber würde er bleiben? Würde sie wieder alleine sein? Sie sollte stark sein und unabhängig, sich ihres Lebens und ihres Pfades vollkommen bewusst, sich etwas aufbauen, so, wie sie es mit Elise besprochen hatte, aber gerade spürte sie nur eines - dass sie Ian brauchte wie die Luft zum atmen, dass sie ohne ihn schlicht zusammenbrechen und sich selbst nur noch mehr verlieren würde.

Etwas, das sie nie hatte sein wollen. Abhängig... und hilflos.
Aber so war es nun einmal. So war es... und sie konnte gerade nichts dagegen tun.

Sie klatschte ihm alles vor die Füße,
flehte ihn an als gäbe es kein Morgen, und für gerade eben war ihr völlig egal, was dabei herauskam, was er von ihr dachte, so lange er sie nur nicht alleine ließ. Ian schließlich schob sie sanft, aber bestimmt ein kleines bisschen fort von seiner Brust - etwas, das sie nur sehr widerwillig zuließ. Sie wollte nichts sehen, sich nicht halten, sie wollte sich anlehnen und einfach nur sein. Er aber wollte, dass sie ihn sogar anblickte. Eowyn presste die Zähne aufeinander. Das wollte sie nicht. Das konnte sie nicht. Sie wollte... einfach nur... bei ihm sein, so nahe wie möglich, und nicht in seine liebevollen Augen blicken, die vielleicht Mitleid oder Sorge ausdrücken würden. Aber er sprach nicht weiter... er wartete, und so hob sie schließlich nach ein paar zitternden Atemzügen, in denen sie nur mehr still weiter Tränen vergoß, langsam ihren Kopf, um ihn anzusehen. Es fiel ihr unglaublich schwer, diese Position zu wahren und den Blick nicht sofort wieder abzuwenden, aber sie gab sich große Mühe.
Er sah sie anders... Ja. Das hatte er schon einmal gesagt, direkt nach Bastion, als sie mit all ihrem Hass herausgeplatzt war. Aber sie musste ihm zuhören. Sie musste wieder lernen, ihm zu glauben und zu vertrauen - sie hatten keine Chance, wenn sie jedes Wort, das er sagte, in Zweifel zog, nur, weil sie andere Ansichten hatte.
Er sah sie anders.
Das war sein Recht, und das war... in Ordnung so. War das nicht sogar... gut? Wenn jemand etwas in ihr sah, das anders war? Sie verstand es nicht. Aber er hatte auch nie verstanden, was sie in
ihm sah, Eowyn wusste nicht einmal, ob er es bis heute tat, aber er hatte es akzeptiert. Und mindestens das... sollte sie auch tun. Langsam, ganz langsam, nickte sie einmal, bevor Ian weitersprach.
Sein Hafen... Wie konnte
sie sein Hafen sein?
Vermutlich ähnlich, wie er für sie... Aber sie hatte sich so viel verändert. Und war noch dabei. Wie konnte er sich da so sicher sein, wie? Sie wollte es ihm glauben, ja, wirklich. Sie hatte verstanden, dass zu vertrauen auch hieß, solche Dinge zu glauben und zu akzeptieren. Aber was, wenn er es unterschätzte? Wenn er unterschätzte, dass sie dabei war, sich neu zu finden? Andererseits... er hatte ja recht, sie war nicht völlig
neu, sie war nur... ja, eben anders... war ein Teil von ihr nicht geblieben? Und da sprach er es sogar an, dass er es ähnlich gesehen hatte, früher. Hoffentlich nur früher. Aber sie wusste, wie sehr er damit zu kämpfen gehabt hatte. Es vielleicht sogar immer noch tat. Sein Anteil am Virus... seine Schuldgefühle hatten ihn aufgefressen, und er hatte nur schwer akzeptiert, dass er dafür nicht verantwortlich war.
Aber das war vermutlich auch gar nicht der Punkt. Sie musste es noch gar nicht akzeptieren. Sie musste nur akzeptieren... dass er es anders sah. So wie sie auch, damals.

Wieder nickte sie langsam, während die stillen Schluchzer immer wieder ihre Schultern beben ließen.
Ich... denke ja, flüsterte sie dann. Ich verstehe es nicht, aber... ich glaube dir, dass du so denkst. Auch wenn die Angst, dass es sich ändern würde, immer noch enorm war. Sie ließ ihren Kopf wieder an Ians Brust sinken. Ich habe nur solche Angst, dass es sich ändern wird, wenn du mehr erfährst, gab sie zwischen Schluchzern zu. Und die Zeit vorangeht. Und ich weiß, dass du jetzt denkst, dass das bestimmt nicht geschieht, aber ich dachte vorher auch, dass nichts uns würde entzweien können, und... sieh uns an. Ich weiß, Ian, oh ich weiß, dass Liebe kein Versprechen ist, und es niemals Garantien gibt, aber... ich wünschte gerade, das wäre anders. Ich wünschte, Märchen wären wahr. Und ich weiß auch, dass du nichts tun kannst, um das zu ändern, ich... ich bin einfach nur... ich weiß nicht. Vielleicht... brauche ich dich jetzt einfach. Macht das Sinn? Nein. Nicht wirklich. Ich habe solche Angst, auch, dass du stirbst - und gleichzeitig... brauche ich dich wie die Luft zum Atmen. Ich... ich möchte einfach... bleib bei mir, stieß sie plötzlich aus. Bleib hier. In diesem Zimmer. Bis ich verschwinden darf.

Sie gab ihm Zeit, alles ein wenig zu verarbeiten, während sie selbst das gleiche tat. Ihre Worte ergaben nicht mehr immer Sinn. Es war quasi unmöglich zu erklären, was in ihr vor sich ging. Jeder andere, da war Eowyn sich sicher, hätte höchstens die Hälfte verstanden. Aber bei Ian... da gab es zumindest die Chance, dass er begriff. Und schließlich, obwohl es ihr verflucht schwer fiel, holte sie noch einmal kurz Luft. Ich muss dir noch etwas sagen, flüsterte sie dann. Ich habs erst nicht bemerkt. Es war so viel, vorhin, und es war so anstrengend, meinen Körper unter Kontrolle zu halten, nicht nachzugeben, so zu tun, als wäre ich beinahe wieder gesund. Und es tat immer mehr weh, einfach alles. Manche Regionen mehr als andere, aber... verstehst du, Ian? Alles. Zuerst das Kribbeln in ihren Zehen, und nun das. Das musste doch etwas bedeuten. Es musste einfach.

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine / Nikis

Nikis saß immer noch in der Kantine, er hatte zwar einen groben Plan, was er als nächstes tun würde, allerdings hatte er dabei keine wirkliche Eile. Mit nichts besserem zu tun fingen seine Blick an über die Kantine zu schweifen, als er dies tat ging sein Kopf zurück an einen vorherigen Gedanken, persönlich glaubte er immer noch das viele Jedi es bevorzugten außerhalb des Tempels ihre Mahlzeit zu verbringen, aber vielleicht war dies nur seine Vorstellung. In dem gigantischen Tempel war diese Kantine weit von der Einzigen, außerdem waren die meisten Lebewesen um diese Uhrzeit bereits mit ihrer Mittagsmahlzeit durch.

Als Nikis die Umgebung erspähte, fing er an, eine Art Kribbeln in seinen Nacken zu fühlen, als ob ihn jemand beobachten würde, er hätte nicht beschreiben können, ob das Gefühl natürlich oder aus der Macht kam. Er bewegte seinen Kopf etwas und dann sah er sie im Augenwinkel, eine menschliche Frau (Sarina), die schnurstracks auf seinen Tisch zuging.

Es dauerte nur kurz bis die Frau den Tisch erreicht hatte und fragte ob sie sich setzen konnte. Nach kurzem Überlegen antwortete Nikis:
"Sicherlich, kein..Problem?” Nikis schweifte etwas ab, als die Frau anfing sich zu dem Sitz ihm schräg gegenüber zu begeben, bevor er überhaupt ausgesprochen hatte. Hatte sie seine Gedanken gelesen, war seine Antwort ihm im Gesicht abzusehen oder kannten sie sich irgendwoher, wenn ja, dann konnte er sich bei der Macht nicht an ihr Gesicht erinnern? Ein leichtes Quietschen kann gehört werden, als der von der Frau mit dem Fuß herausgezogene Stuhl über den Boden ratschte. Nikis verzog leicht das Gesicht von dem Ton, hätte er anbieten sollen, den Stuhl für sie rauszuziehen?

Als sich die Frau nun hinsetzt, studierte Nikis sie ein letztes Mal. Er ging nochmal seine Theorien durch, Gedanken lesen konnte er wahrscheinlich ausschließen, der Gedanke kam in einem Moment doch wirkte schon im zweiten verrückt, hatte die Frau die Macht so frei eingesetzt dann hätte sie auch wahrscheinlich die Macht benutzt um den Stuhl zu bewegen, außerdem sollte kein Jedi in die mentale Privatsphäre eines anderen eindringen ohne guten Grund zu durchbrechen. Es fiel ihm nun auf das er während seines inneren Monologs nicht zugehört hatte, sagte sie bereits was oder wartete sie das er Anfing, naja besser eine weiße Lüge um nicht komisch zu wirken:
“Tut mir leid, ich war komplett in meinen eigenen Gedanken, ich hatte das Gefühl sie schon mal gesehen zu haben und überlegt ob wir uns kannten, falls dies der Fall ist bitte ich um tiefste Entschuldigung, falls nicht ist es wohl an der Zeit das ich mich Vorstelle.”, Nikis holte kurz Luft: ”Mein Name ist Nikis, Nikis Gios um genau zu sein, außerdem höre ich auf den Namen Nico, lange Geschichte, naja nicht wirklich, ein paar Jünglinge aus meinem damaligen Clan kamen auf die Idee, es ist wohl eine über 3 Ecken gedachte Verbindung meines Vor- und Nachnamens, ich Verstehe bis heute nicht wieso sie für jemanden mit einem 5 Buchstaben Namen einen Spitznamen brauchten, aber manchmal sind die Personen die uns umgeben mysteriöser als die Macht.” Als sich Nikis zurückerinnert, kann er sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen, dann schüttelte er allerdings den Kopf: “Aber ich möchte euch nicht mit solchen Geschichten langweilen, mit wem habe ich denn die Ehre zu sprechen?” Nikis lehnte sich leicht vor und hoffte, dass die ihm quer gegenüber sitzende Person dies nicht bereits in seiner Denkpause erwähnt hatte.

Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine / Nikis, Sarina plus einige andere
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Eowyn

Ian wusste nicht, ob seine Worte Eowyn erreichten. Meistens erreichte einen schließlich gar nichts, wenn man gefangen war, in einer Spirale der Abwertung und Ian konnte sich gut vorstellen, dass Eowyn gerade gefangen war. Daher versuchte er mit wenigen, aber deutlichen Worten zu ihr durchzudringe. Sie nickte und das war etwas, mit dem er sich zufrieden geben konnte. Ian lachte leise auf, als sie erklärte, nicht zu verstehen, aber ihm zu glauben.Ja, das kenne ich auch.“ Immerhin war sie diejenige, die sich dafür entschieden hatte, einen Massenmörder an ihre Seite zu wählen. Vielleicht aber gelang ihr darüber hinwegzusehen, weil er keine „guten“ Menschen getötet hatte, sondern Imperiale, die ihn Zeit seines Lebens gequält hatten? Weil er ehrliche Reue gezeigt hatte? Im Grunde wusste Ian es nicht und er würde sicher nicht danach fragen.

„Was denkst du, könnte ich erfahren, dass meine Meinung grundlegend ändert? Ich will mehr erfahren und ich bin mir sicher, dass nichts von dem, was du sagen könntest, meine Meinung ändert. Außer, du hättest mir erklärt, dass du dich in Allegious persönlich verliebt hast und das wäre in jeder Hinsicht absurd.“ Was das Thema entzweien anbelangte…
„Wir sind nicht entzweit, Eowyn. Wir haben Bastion überlebt und dort sind dinge geschehen, die verstörend waren. Ich habe dort Dinge getan, die … verstörend waren.“ Wobei das nicht das richtige Wort war. „Und ich denke, wir sollten früher oder später auch darüber reden. Noch einmal. Ich meine richtig – und vielleicht mit jemandem, der uns dabei unterstützt. Das in den Katakomben. Das Bild, das ich dir gesendet habe, als West anwesend war. Es war …“ Egal wie harmlos Ian Mellah dargestellt hatte, auch wenn es ausgesehen hatte, als schliefe sie friedlich, er hatte Eowyn das Bild ihrer toten Freundin übermittelt und sie festgehalten. „Folter.“ Eowyn würde es freilich überhaupt nichts bringen, wenn Ian sich hier erklären würde. Wenn er versuchen wollte, sie davon zu überzeugen, dass es keine andere Wahl für ihn gegeben hatte. Es würde ihren Schmerz nicht mildern und für den Mann war es unmöglich, etwas an dem, was geschehen war zu ändern. Er hatte sie bereits um Verzeihung gebeten und es war das Einzige, was er tun konnte. Ihm stand es nicht zu, Eowyn zu erklären – in all den Worten, die er vielleicht hatte – dass es seiner Meinung nach wirklich und absolut keine andere Möglichkeit gegeben hätte.
Hinaus gehen? Verdächtig. Zusehen? Es wäre ihm unmöglich gewesen. Ihr etwas Harmloses zeigen? Ja, vielleicht. Vielleicht das – aber wie lange hatte Ian Zeit gehabt, zu reagieren? Wie viele Sekunden?

„Es tut mir leid“, war demnach das ehrlichste, was er sage konnte. „All das und ich glaube, dass es umso schwerer ist, in mir wieder den zu sehen, der ich bin. Und das es auf Bastion nicht einfach war, zu unterscheiden. Für uns beide nicht. Das hat uns nicht richtig entzweit, aber es hat eine Distanz gebracht und ich denke, mit Zeit können wir diese wieder überbrücken.“ Es sei denn, Eowyn sah das, was auf Bastion geschehen war, als den ultimativen Vertrauensbruch und die schlimmste ihr zumutbare Verletzung. Dann würde es keine Chance mehr geben.

„Ja, ja, natürlich macht es Sinn. Du fühlst dich alleine, du warst alleine und jetzt brauchst du einer Sicherheit zurück, ich verstehe das. Ich verstehe es mehr, als mir lieb ist.“ Eben das war es, was so wichtig war: Ressourcen. Eine gesunde Beziehung, ob Freundschaft oder Liebschaft, Hobbys – all das waren Ressourcen und wann griff man auf diese zurück? Wenn etwas fehlte oder wenn schon ein Mangel bestand.
Ob sie ihn dann aber bitten würde, bei ihr zu bleiben? Vermutlich nicht.

„Natürlich bleibe ich.“ Er hätte es ohnehin vorgeschlagen, denn das, was sie vermutlich m allermeisten brauchten, um wieder zusammenzuwachsen war Normalität.

Sie musste ihm noch etwas sagen? Ian sah sie erwartungsvoll an. Ihr tat alles weh?
Alles?
Jetzt waren es Ians Augen, die sich weiteten.
„Du meinst…“ Natürlich meint sie es, sie hatte es zwei Mal wiederholt. „Darf ich“, fragte er und deutete an, die Decke wegzuziehen. Nach einem Nicken tat er es.
„Wenn du sagst, du hast alles gespürt, dann, bei der Macht, dann klingt das mehr als gut. Soll ich… Soll ich dich in die Füße piksen, sollen wir einen Arzt rufen?“ Überdeutlich spürte er seine Aufregung. „“Oder willst du lieber einfach abwarten. Ich … was willst du, Eowyn?


Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Eowyn
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine, Sarina und Nikis plus einige andere

Zugegeben... bei näherem Hinsehen musste Sarina feststellen, dass der Teller des Kerls doch erheblich leerer war, als es von weitem ausgesehen hatte, aber gut, nun war sie schon mal hier und konnte dann wohl zusehen, wie er seine letzten Gabeln auffutterte. Und im Zweifel setzte sie sich nachher halt einfach um.
Die erwartete Antwort kam, während sie schon halb saß, und Sarina grinste ihm zu.
"Danke."
Irgendwie schien sie ihn aus dem Konzept gebracht zu haben, denn er begann gleich damit, sich zu entschuldigen. Ups, das hatte sie nicht gewollt, wo kam das her? So weit sie wusste, waren sie sich noch nie begegnet - also, vermutlich schon, schließlich lief man sich im Tempel, so groß er auch war, trotzdem irgendwie andauernd über den Weg, aber aufgefallen war er ihr auf jeden Fall noch nicht. Wäre er aber vermutlich, denn irgendwie kam er vom Entschuldigen ganz schön ins Plappern - was aber ein kleines bisschen niedlich war. Wie alt er wohl war? Jünger als sie, da war sie sich ziemlich sicher, aber wie viel? Vermutlich eher noch kein Ritter. Seine Ausdrucksweise wirkte trotz des vielen Redens trotzdem teilweise gehoben - faszinierende Kombination.

Während er sprach, probierte Sarina die erste Gabel von ihrem Irgendwas mit Irgendwas, von dem ein Irgendwas auf den zweiten Blick wie Gemüse aussah, das sie aber noch nie gesehen hatte. Und das andere... eine Art Nudeln? Reis? Nudelreis? Graupen? Hm. Trotzdem, es war gar nicht mal so übel, das konnte sie sich merken.
Schließlich aber ließ Nikis sie auch zu Wort kommen und sie schluckte herunter.


"Ich bin Sarina Thorne. Schön dich kennenzulernen, Nikis. Vielleicht fanden die Jünglinge es unfair, dass du keinen Spitznamen hast, schließlich haben ziemlich viele Leute einen",

stellte sie die Vermutung auf und zuckte dann mit den Schultern.


"Das langweilt mich übrigens gar nicht. Und nein, ich glaube nicht, dass wir uns schon einmal begegnet sind, zumindest nicht mit Reden und so. Vielleicht mal im Turbolift, wer weiß das schon. Ich bin in letzter Zeit auch immer wieder als Aushilfe auf der Krankenstation gewesen, falls du dich oft verletzt hast du mich eventuell auch da gesehen."

Falls er noch Padawan war, war das gar nicht so unwahrscheinlich. Die schienen sich schließlich irgendwie andauernd wehzutun. War sie auch so gewesen?! Bestimmt nicht.

"Hast du vorher die Pressekonferenz gesehen? Ich hab sie leider verpasst... war was wichtiges?"

Falls er sie gesehen hatte, konnte er ruhig ein bisschen erzählen und sie konnte essen. Dann wäre es gar nicht so schlimm, dass er schon fast fertig war.

Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine, Sarina und Nikis plus einige andere
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine / Nikis, Sarina plus einige andere

Nikis ließ einen Spannung aus den Schultern, die er nicht wusste, dass er sie hielt. Es scheint so, als hätte er keinen Fauxpas begangen, oder die Frau, Sarina Thorne, wie sie sich vorgestellt hatte, einfach grundauf tief entspannt war.

“Interessante Theorie mit dem Spitznamen, vielleicht sollte ich einen von ihnen einfach fragen, das nächste Mal, wenn ich sie sehe. Ich wundere mich, ob sie wohl immer noch auf Lianna sind.” Wahrscheinlich nicht, dachte sich Nikis, wahrscheinlich hatten sie im Gegensatz zu ihm schon Meister gefunden und halfen Wesen in der ganzen Galaxis.

“Ich freue mich dass meine Geschichtenerzählung sie nicht langweilt, auch freue ich mich das wir uns noch nicht miteinander gesprochen hatten.. also umm ich meinen natürlich das ich mich freue eine Gespräch mit ihnen nicht vergessen zu haben” Nikis fasste sich kurz nach dem kleinen Ausrutscher. “Ich glaube nicht, dass wir uns auf der Krankenstation über den Weg gelaufen sind. Persönlich versuche ich den Eigenschutz zu wahren, das meiste, was ich mir zugezogen habe, war vielleicht mal ein Kratzer oder eine Delle und ich sehe keinen Grund, Tempel Ressourcen für so eine Kleinigkeit einzusetzen." besonders mit dem C-Virus bis vor kurzem im vollem Lauf, addierte Nikis in seinem Kopf, wenn Frau, oder war es Meisterin er war sich immer noch nicht sicher über ihren Rang und Beziehung zum Orden, Thorne wirklich aktiv als Aushilfskraft gedient hat dann war es nicht unwahrscheinlich dass sie mehrer Patienten verloren hatte, und er wollte keine Bösen Erinnerungen wecken.

“Es tut mir erneut leid, aber über eine Pressekonferenz weiß ich leider nichts, ich versuchte im Großen und Ganzen das Holonet zu meiden, zu viele Verschwörungstheoretiker für meinen Geschmack." Nikis überlegte kurz “Aber wenn ich mich richtig an den letzten Klatsch und Tratsch, den ich im Tempel gehört habe, erinnere, dann ist der sogenannte Imperator tot.” er spuckte das Wort Imperator fast mehr als er es sprach “Angeblich getötet von einem der unseren, also stelle ich einmal die Vermutung auf das die Politiker jetzt wieder erwarten das der Jedi-Orden sich rechtfertigt, wie sie es wagen würden die Galaxie von einem Tyrannen zu befreien.” Nikis fiel auf, dass er sich etwas in Rage geredet hatte und seufzte “Ich bitte erneut um Entschuldigung, das war kein verhalten angemessen für einen Jedi.”

Coruscant - Jedi-Tempel - Kantine / Nikis, Sarina plus einige andere
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian

Oh, da waren schon ein paar Dinge, von denen sich Eowyn vorstellen konnte, dass Ian sie nicht gut finden würde. Angefangen von ihrer Lüge ihm gegenüber, dass sie durchhielt obwohl sie längst aufgegeben hatte, über ihre Schwäche, Thanatos am Ende körperlich nachzugeben bis hin zu der Entscheidung, die Jedi und nicht wenigstens angeblich die Dunkelheit zu wählen, obwohl sie sich so hätte retten können. Sie hatte dort furchtbare Sorge gehabt, wie er auf all die Dinge und mehr reagieren würde. Heute... war die Sorge nicht mehr ganz so gigantisch groß, aber immer noch vorhanden, und sie wollte das Risiko nicht eingehen. Andererseits war die Frage, wie es weitergehen sollte, wenn sie ihm zu viel verschwieg. Keinesfalls würde er von Thanatos erfahren, aber der Rest..? Vermutlich würde sie Entscheidungen treffen müssen. Heute schon? Es war... schwierig. Furchtbar schwierig.
Natürlich wollte er mehr wissen. Das wollte sie auch... am liebsten würde sie jede
Minute Ians auf Bastion nachvollziehen können. Nicht aus Eifersucht oder Sorge, sondern um zu verstehen, was mit ihm geschehen war und wer nun vor ihr stand. Sie war sich sicher, dass alles, was er ihr erzählen würde, nur helfen konnte. War es andersherum ähnlich? Hatte sie umsonst so viel Sorge?
Müde lächelte sie immerhin über Ians Scherz. Klar. Verliebt in Allegious. Und morgen flogen sie in die Flitterwochen ins nächste schwarze Loch...
Nein, aber in Sturns Handlanger... Was wohl nun aus Raveen ohne seinen Master geworden war? Es kümmerte sie ehrlich gesagt kein bisschen, befürchtete aber, er würde seine Lücke gefunden haben.

Ihrer beider Beziehung war allerdings ein ernsteres Thema. Es war ungeheuer erleichternd zu hören, dass Ian sie nicht als entzweit empfand. Sie selbst hätte das bis gestern noch so unterschrieben. Doch heute, hier, jetzt... zum ersten Mal seit ihrer Rückkehr fühlte es sich
besser an. Zum ersten Mal konnten sie ein bisschen reden wie früher. Ob Elise ahnte, was sie gestern geschafft hatte?
Sie hatten bereits darüber gesprochen was geschehen war. Ian hatte sich erklärt, sich entschuldigt, sie hatte verstanden, akzeptiert, die Entschuldigung angenommen. Eowyn war sich nicht wirklich sicher, ob es irgendetwas bringen würde, noch einmal darüber zu reden, aber wenn Ian das für gut empfand, dann würde sie sich nicht sträuben. Die Katakomben waren ein absoluter Tiefpunkt gewesen, Momente, in denen sie sich sicher gewesen war, dass irgendetwas zerstört war. Trotzdem schüttelte sie, noch immer an Ians Brust gelehnt, leicht den Kopf.
Das Bild war keine... Folter... Ian. Sie hatte Folter erlebt - das war es nicht gewesen. Und auch war das Bild gar nicht das größte Problem gewesen in dieser Situation. Es war nur Sinnbild dafür gewesen, was Ian von ihr verlangt hatte, es hatte seinen Standpunkt unterstrichen. Da hatte so viel mehr dahinter gesteckt. Und wenn er daran zerbrochen wäre, zuzusehen, was West tun wollte, dann wäre ihre Mission gescheitert gewesen. Sie musste es schlicht akzeptieren. Es war nur logisch gewesen.

Ich weiß, antwortete sie daher leise auf seine Entschuldigung. Und es ist okay. Ich verstehe es. Du hattest unheimlichen Druck auf dir lasten, ich kann mir das wohl kaum vorstellen. Ihrer Meinung nach hätte er gehen können, West die schmutzige Arbeit überlassen können, aber er hätte schließlich gewusst, was vor sich ging... Seine Seele gegen ihre. Es war... richtig gewesen, so zu entscheiden, auch wenn es furchtbar wehgetan hatte. Eigentlich immer noch wehtat. Dieser Moment, als sie gespürt hatte, wie sie selbst... verschwand... war schrecklich gewesen. Aber die Alternative? Für ihn wohl undenkbar. Sie hatte Ian gebeten, die Mission über sie zu stellen. War es nicht eigentlich das, was er getan hatte, nur auf eine Art und Weise, die sie nicht vermutet hatte? Er hatte weitermachen müssen. Stabil bleiben müssen. Was, wenn er es ohne sein Einschreiten nicht gekonnt hätte? Sie musste das alles akzeptieren und hinter sich lassen. Irgendwie. Am besten... vergessen. So schnell wie möglich...
Ich denke... ich sehe den, der du bist. Das ist es eher, was mich... verwirrt. Vielleicht. Weil du... du bist. Du bist einfach... wieder Ian. Mein Ian. So wie du vorher warst. Aber... dort warst du anders. Natürlich. Und ich weiß, dass du auch jetzt nicht mehr der alte sein kannst, aber mein Gefühl... es ist einfach... schwierig. Und eigentlich war es unfair. Bastion war nicht er gewesen. Er hatte, wie sie, eine Rolle gespielt. Wären da nicht... ja, die Katakomben. Aber darüber hatten sie auch schon gesprochen. Er hatte nur helfen wollen...

Auf jeden Fall brauchte sie ihn. So sehr, wie sie ihn selten, vielleicht noch nie, gebraucht hatte, und es war albern und kindisch und völlig egoistisch. Aber anscheinend verstand er, was sie selbst nicht wirklich begriff, und Eowyn war viel zu erschöpft, um darüber nachzudenken. Am wichtigsten aber war - er blieb. Er blieb bei ihr, er ließ sie nicht allein, und Eowyn drückte ihn fest mit dem rechten Arm, welcher ihn umarmte. Sie würde jemanden bitten, ein zweites Bett hier hereinzustellen, Platz war genug. Sie hatte eines der luxuriösen Einzelzimmer bekommen - Überraschung. Vermutlich war Brianna dafür verantwortlich, obwohl sie nicht einmal hier war... Aber wahrscheinlich hatten alle Angst vor ihr und würden versuchen, ihr die Zeit hier so angenehm wie möglich zu gestalten. Als ob ein hübsches Zimmer für sie da einen Unterschied machte, aber das konnten die Leute ja nicht wissen.
Danke, flüsterte sie erleichtert und ließ sich noch ein wenig mehr gegen ihn sinken.

Und dann war da der Moment, da sie ihn langsam erneut einweihen musste. Die Heiler besuchten sie immer wieder, wann immer es möglich war, und anscheinend... anscheinend wirkte es endlich. Sie hatte sich wieder leicht gelöst, um es ihm zu sagen, und Ian nutzte die Gelegenheit, sie so weit wegzuschieben, dass er sie ansehen konnte. Zögernd nickte sie - ja, sie
meinte. Aber ob sie wusste? Ein zweites Nicken, als er nach der Decke fragte, die ihr zwar guttat, aber sie verstand, dass Ian jetzt mehr sehen musste. Er wurde fürchterlich aufgeregt, was Eowyn ihm nicht verdenken konnte. Sie selbst hatte es ja noch nicht wirklich verdaut, die Entdeckung war ja noch gar nicht so lange her. Umso schwerer war es dann aber, seine Fragen zu beantworten.

Ich... Sie schwieg wieder. Was wollte sie? Alles was sie wirklich wollte, war unmöglich, und ansonsten... Was wollte sie?
Woher sollte sie das wissen?
Hilflos sah sie nach unten auf Ians Beine, bevor sie halbwegs wieder ihre Sprache fand.
Ich weiß nicht. Eigentlich wollte sie nicht, dass irgendjemand herkam. Es war... zu viel. Sie wollte alleine sein, oder, noch besser, eben mit Ian, aber sonstige Leute, nach diesem Vormittag? Eigentlich... wollte sie niemanden sehen, aber es war wohl wichtig. Musste das nicht so schnell wie möglich untersucht werden? Vielleicht sogar... "weitergeheilt" werden, oder wie auch immer man so was nannte? Setzte sie nicht ihre Gesundheit aufs Spiel, wenn sie niemanden herbat? Ich will, dass du bei mir bist, redet sie schließlich unsinniges Zeug weiter, das wenigstens halbwegs im Bereich des Möglichen war, und, dass du mich hältst und nie wieder loslässt, aber... alles andere... ich weiß nicht, Ian, schloss sie müde. Nun, eigentlich wusste sie schon, aber das war nicht das, was Sinn ergab. Schließlich wollte sie auch wieder laufen können... Mach, was du für richtig hältst. Du bist der Profi. Woher sollte sie wissen, was nun richtig war? Und was sie wollte war noch lange nicht, was eben richtig war.

Coruscant - Jedi-Tempel - Krankenstation, Eowyns Zimmer, mit Ian
 
Coruscant – Jedi-Tempel – im bestimmt schönsten und holonettauglichsten Meditationsgarten – Brianna (alleine)

Ein Waldbrand? Wo war das überhaupt und vor allem, was hatte sie bitteschön damit zu tun? Brianna startete eine Suchanfrage nach der Herkunft des Holos und bekam sehr schnell die Antwort. In der Galaxis herrschte Krieg. Der Kanzler hatte eine Invasion auf Kashyyyk befohlen. Diese stand offenbar in direktem Zusammenhang mit ihrer Mission auf Kast und dem daraus folgenden Ultimatum der neuen Imperatorin.

Die Echani wurde bleich, falls frau das bei ihr so sagen konnte, und ihr im Magen flau. Denn die Person mit dem Kommentar hatte gewissermaßen recht: das war ihr Krieg, sie hatten das ausgelöst. Sie hatten keine andere Wahl gehabt. Es hatte geheißen, Allegious zu töten oder zuzulassen, dass er fast alles Leben in der Galaxis auslöschte. Allerdings konnte ein Krieg langfristig zum selben Ergebnis führen. Warum, warum hatten sie das getan? Die Republik hätte alles dafür tun sollen, ihn abzuwenden und nicht, ihn selbst zu beginnen! Und wenn es die Auslieferung von Eowyn und ihr bedeutet hätte (praktischerweise für das Imperium die zwei einzigen Personen in der NR, die aus erster Hand wussten, was der Imperator vorgehabt hatte). Besser sie opferten sich als viele andere – nur schien es, als war es dafür nun zu spät.

Sie musste sich auf andere Gedanken bringen. Sport treiben. Etwas, das den Kopf beschäftigt hielt, wie Katas üben. Dazu brauchte sie viel Platz, wenn sie es gut machen wollte, und den hatte sie in ihrem kleinen Quartier nicht. Wobei klein ja relativ war, aber kein Vergleich zu dem, was sie als Janus' Schülerin ihr Eigen genannt hatte. Es gab Gärten im Tempel, die genug Platz hatten, aber dieser war keiner davon – außer ihr machten nasse Füße nichts aus, wenn sie während ihrer Kata im Teich rumplantschte. Vielleicht ging sie am besten gleich in einen Trainingsraum, dann konnte sie hinterher noch ein paar Gewichte stemmen. Gesagt, getan, weg mit dem Kom! Sie fand einen passenden Raum und begann dort zu üben.

Es fiel Brianna aber schwer, sich ganz und ausschließlich auf die Sequenzen zu konzentrieren. Sie dachte an den Krieg, verspürte den Drang, nachzusehen ob sie am Gewinnen waren, oder ob Jedi beteiligt waren. Auch die eng anliegende Robe trug dazu bei. Die Silberhaarige wünschte sich etwas weiteres, ein Kleidungsstück, bei dem sie nicht das Gefühl hatte, es würde sie in ihrer Beweglichkeit einschränken. Wahrscheinlilch war es eher eingebildet als eine Tatsache, aber dass sie den sackartigen Robenumhang wieder übergezogen hatte, machte es sicherlich nicht besser. Die Echani mühte sich trotzdem und hatte dabei nicht gerade den Eindruck, dass es sonderlich gut lief. Wenn sich die Ereignisse nicht ständig so überschlagen würde, liefe es besser. Sich richtig konzentrieren, das gelang ihr heute nicht.

Nach einer Weile hatte sie den Raum plötzlich nicht mehr für sich alleine. Zwei ihr unbekannte Jedi, ein Twi'lek und eine Cathar begannen ein Sparring mit Lichtschwertern, aber Brianna wurde das Gefühl nicht los, dass die beiden sie die ganze Zeit anstarrten. Als sie gerade eine Kata und die beiden ein Match abgeschlossen hatten, kam der Twi'lek auf sie zu und sprach sie an:


„Hey, du bist doch eine der beiden Jedi, von der alle reden!“

Die 28jährige hatte zwar allen Grund anzunehmen dass er recht hatte, aber eigentlich wollte sie nicht die Jedi sein, über die alle redeten. Beziehungsweise sie wollte nicht wissen was sie sagten, weil sie den Eindruck hatte, das konnte nichts Positives sein. Das hatten ihr die kurzen Besuche des HoloNets schon gereicht.

„Ja, scheinbar bin ich das wohl,“

Seufzte sie genervt.

„Ist es wahr? Ihr habt den Imperator getötet?“

„Ja, es ist wahr.“

„Aber wie?“

„Letzten Endes war er auch nur ein Noghri,“


Zitierte sie Eowyn.

„Er blutete und starb wie jede andere auch.“

„Wie kommt es, dass du bei der Pressekonferenz nicht dabei warst?“

„Pressekonferenz?“


Echote Brianna.

„Die, bei der der Rat und dieser Ian Dice Rede und Antwort standen.“

‚Na toll, hätten die mit dem Spaß nicht auf mich warten können‘, dachte Brianna.

„Die Presseheinis haben die ja ganz schön in die Mangel genommen. In der öffentlichen Meinung sind wir wohl erst Mal ziemlich unten durch, schätze ich.“

Die Echani wäre trotzdem gerne dabei gewesen und hätte notfalls zurückgemangelt.

„Unten durch? Wir haben das C-Virus besiegt und den schlimmsten Massenmörder der Geschichte zur Strecke gebracht!“

„Mag ja sein, aber das C-Virus ist ja sowas von News von vorgestern. Ich fürchte, in den Augen der Leute war das so: das Virus verschwindet von einen Tag auf den anderen und dann fällt den Jedi anderntags ein, dass sie das waren. Nicht dass ich das glaube, aber die Leute sagen so. Und dass ihr den Krieg angefangen habt.“


Brianna platzte der Kragen:

„Das Virus verschwand, weil wir die ursprünglichen Exemplare und seinen Urheber vernichtet haben!“

„Ja gut, aber das ist doch total weit hergeholt. Das glauben die Leute doch niemals.“

„Alles ist mit allem durch die Macht verbunden, schon mal davon gehört? Das C-Virus war kein gewöhnliches Virus. Wir töten Allegious auf seiner Thronwelt, zeitgleich drehen auf Coruscant die Leute durch. Das Ur-Virus wird zerstört, alle anderen Viren sterben auch. Du musst es nicht verstehen, das tu' ich auch nicht, akzeptier' einfach die Fakten! Und den Krieg haben nicht wir begonnen, sondern Allegious oder Quún, je nachdem wie du das sehen willst!“

„Aber die Leute…“

„Hör' mir auf mit deinen ‚die Leute‘… kannst du nicht für dich selber denken? Was glaubst DU?“

„Ich… bin mir nicht sicher.“


Die Jedi-Ritterin seufzte wieder:

„Ernsthaft? Du bist ein Jedi und dir zugleich nicht sicher, ob deine Mitjedi die Wahrheit sagen? Die Galaxis ist nur sehr knapp einer Katastrophe entgangen. Wir hatten keine andere Wahl. Ich bin mir sicher, dass das Eowyn auch so ausgedrückt hat. Gute Nacht!“

Es war zwar mitten am Tag, aber Brianna war müde. Sie war noch gejetlaggt von ihrem Aufenthalt auf Bastion und noch nicht wieder an die Tageszeiten des Jedi-Tempels gewöhnt. Sie kehrte in ihr Quartier zurück und ging in's Bett, ohne Abendessen oder irgendwas. Sie versuchte zur Ruhe zu kommen, aber sie wälzte sich im Bett, als das Gedankenkarussell wieder Fahrt aufnahm. Die Worte des ungläubigen Twi'lek-Jedi hallten ihr noch durch den Kopf. Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, hielt sie es nicht mehr aus. Sie nahm ihr Datapad zur Hand und begann den Bericht zur Pressekonferenz zu lesen, geschrieben von einem gewissen Kreel Vos(s).

Coruscant – Jedi-Tempel – Briannas Quartier – Brianna (alleine)
 
Zurück
Oben