Agriworld-2079

[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: außerhalb der Hauptmetropole :: verborgenes Nebenlandefeld] Ylaine Vao

Die Mauer gab noch die Wärme des Nachmittags ab, während unterhalb des Landefeldes die ersten Bewässerungsdüsen anliefen und einen feinen Wassernebel über die niedrigen Kulturen legten. Ylaine hatte die Hände auf dem rauen Stein abgestützt und den Kopf ein wenig zurückgenommen, sodass die kühlere Luft auch die Haut unter ihren Lekku erreichte. Aus der Wartungshalle klang das Rattern eines Werkzeugs, begleitet vom Rollen eines Wagens über die Fugen des Hallenbodens und dem tiefen Brummen einer Pumpe hinter den Windschutzreihen. Über der Stadt löste sich ein heller Punkt aus einer Reihe aufsteigender Frachter, schwenkte nach Süden und kreuzte die Bahn eines zweiten Schiffes, bevor er wieder zwischen die Gebäude sank. Kaum war er hinter einem Speicher verschwunden, änderten zwei weitere Positionslichter ihren Kurs und kamen einander dabei so nahe, dass sie die Finger fester gegen den Mauerabschluss drückte. Höher am Himmel flackerte etwas auf und hinterließ einen weißen Fleck vor ihren Augen. Sie hatte sich bereits von der Mauer gelöst, als V7 vom Jäger her eine schrille Tonfolge ausstieß.

Warme Luft strich aus einer Entlüftung des Jägers über ihre Hand, während sie sich an der Leiter hochzog und in die offene Kanzel beugte. Noch bevor sie im Sitz Platz genommen hatte, legte V7 die Verkehrsmeldungen auf den Lautsprecher, aus dem mehrere Stimmen zugleich nach freigegebenen Korridoren fragten oder unbekannte Kontakte meldeten. Eine Anweisung, sämtliche Anflüge auszusetzen, brach unter dem Ruf eines Piloten ab. Dann fiel das Wort imperial. Die Twi'lek rief die Übersicht des Nahbereichs auf, in der zwischen den wechselnden Kurslinien ziviler Schiffe neue Kontakte erschienen, von denen zwei als TIE-Jäger ausgewiesen wurden. Über dem äußeren Frachtbezirk zuckte eine Folge grüner Lichtstriche auf. Ylaine richtete sich im Cockpit auf, als einer der aufsteigenden Transporter aus seiner Bahn kippte, sich mit aufflammenden Triebwerken noch einmal fing und hinter den flachen Dächern verschwand. Wenig später warf ein Lichtschein die Speicher als schwarze Umrisse gegen die Stadt, bevor sich zwischen ihnen eine dunkle Wolke ausbreitete und die letzten sichtbaren Lichter verschluckte. Als das dumpfe Rollen der Explosion das Landefeld erreichte, klirrte hinter ihr eine Scheibe der Wartungshalle. Ihre Hand lag bereits auf der Triebwerkssteuerung. Sie hätte versuchen können, den Jäger mit eingeklappten Flügeln in geringer Höhe über die Felder hinauszubringen, doch auf der Anzeige führte die vorbereitete Aufstiegsroute mitten durch den Raum, aus dem die neuen Kontakte kamen. Während V7 die Route verwarf und eine zweite Berechnung begann, meldete einer der gerade vom Stadtgebiet abgedrehten Frachter über den Verkehrskanal, dass er beschossen werde. Die Rangerin nahm die Hand von der Steuerung und brach die Startsequenz ab.

Die örtliche Flugleitung wies zivile Schiffe zur sofortigen Landung an, kam bei der Wiederholung jedoch nur bis zur Hälfte, bevor ein Krachen die Übertragung überlagerte. Ylaine legte den Empfang auf ihr Komlink und wandte sich beim Abstieg einem Skrilling am Rand der Mulde zu, der ein Funkgerät dicht vor die Atemröhren seines Gesichts hielt. Die Ärmel seines offenen Arbeitsmantels waren bis über die Ellenbogen zurückgeschlagen. Hinter ihm trat eine Frau aus der Halle und blieb mit einer Hand am Tor stehen, bis das nächste Grollen sie unter den Türsturz zurückweichen ließ. Von hier unten verdeckten die Hügel den größten Teil der Stadt, über deren Dächern der Rauch im Abendlicht aufstieg. Der Skrilling senkte sein Funkgerät erst, als die Rangerin ihn fragte, ob sie den Jäger in der Halle unterstellen könne, sah zum X-Wing hinüber und wies auf die breite Wartungsbucht, in der ein Erntefahrzeug ohne vorderen Aufbau stand. Wenn sie es zur Seite bekamen, konnte der Jäger weit genug hinein, um die Tore zu schließen. Seine Kollegin schaltete das Fahrwerk frei, während Ylaine mit ihm die Bodensicherungen löste und die Versorgungsleitungen aus dem Weg zog. Knapp über dem Boden schwebend führte sie den XJ3 rückwärts in die geräumte Bucht und ließ sich von den beiden Arbeitern einweisen. In einem aufgeschnittenen Bewässerungstank spiegelte sich das Rot einer fernen Explosion. Sobald der Jäger auf seinem Fahrwerk ruhte, schaltete sie die Antriebe ab und hörte über dem Summen der Lüftung das Schleifen der Torhälften, die der Skrilling vor dem Jäger zusammenzog. Ein schmaler Streifen Abendlicht wanderte über die Verkleidung und erlosch. Die Statusfelder der vier Saatgutbehälter blieben grün, als sie die aktiven Sensoren abschaltete und V7 anwies, den Flugverkehr weiter passiv zu verfolgen. Er sollte beim Schiff bleiben und sie über ihr Komlink verständigen, sobald er eine gesicherte Verbindung zu republikanischen Stellen bekam. Aus dem Fach hinter dem Sitz nahm sie die Datenkarte, schob sie in die verschließbare Innentasche ihrer Jacke und rief auf ihrem Datapad die Kontaktdaten des Hauptlabors auf.

Neben Nessas Kennung stand noch der Vermerk zur Rücksendung der Wachstumsdaten. Ylaine wählte die Verbindung an und sah über den Rand des Geräts zum Hallentor, bis der unbeantwortete Ruf abbrach. Auch am allgemeinen Anschluss meldete sich niemand, sodass sie ihre Kennung mit der Bitte um Rückmeldung hinterließ und die gespeicherte Stadtkarte öffnete. Ob die Archivarin noch in den Versuchskammern stand oder längst auf dem Heimweg war, wusste sie nicht. Sie vergrößerte den Forschungsbezirk und zog die Karte bis zu jener Kreuzung weiter, an der auf ihrem Rückweg ein beladener Gleiter hatte warten müssen, weil sich zwei Familien mitten auf dem Weg verabschiedet hatten. Unten hatte die Frau den Jäger bereits an die Hallenversorgung angeschlossen. Ihr Kollege stand vor einem Wandterminal, aus dessen Lautsprecher das Besetztzeichen einer Leitung kam. Als die Rangerin neben ihn trat, erklärte er ihr, dass seine Tochter in einem Verpackungsbetrieb am Stadtrand arbeite und ihre Schicht vor einer halben Stunde hätte enden sollen. Er brach ab, um den Ruf erneut auszulösen. Ylaine ließ sich den Betrieb auf der Karte zeigen, notierte den Namen seiner Tochter und legte ihren Weg zum Hauptlabor daran vorbei, bevor sie ihre Komlinkkennung in seinem Gerät hinterlegte.

Seine Kollegin verstaute den Verbandskasten der Halle und zwei Wasserbehälter auf einem kleinen Transportgleiter, mit dem sie zu den nahen Arbeiterunterkünften fahren wollte, wo es einen Keller unter dem alten Kühlhaus gab. Dort könnten fürs Erste auch Bewohner aus der Stadt unterkommen. Der Skrilling ging nach draußen, um die Zufahrtbeleuchtung abzuschalten, während die Twi'lek ihren Feldmedpac aus der Ausrüstungshalterung nahm und den braunen Wettermantel überzog. Durch die offene Seitentür kam der Geruch feuchter Erde herein, vermischt mit einem scharfen Brandgeruch, der ihr beim Einatmen im Hals hängen blieb. Sie legte den Trageriemen des Blastergewehrs über die Schulter und überprüfte die Verbindung zu V7, bevor sie durch die Seitentür ins Freie trat. Am Gleiter zeigte ihr der Skrilling einen schmalen Weg entlang des Bewässerungsgrabens, der unterhalb der Speicherhallen auf die stadtwärtige Versorgungsstraße führte und die breite Kreuzung vor den Silos umging. Mit der Sensorbrille vor den Augen ging sie zwischen den bepflanzten Böschungen hinunter und hörte hinter sich den Antrieb des Gleiters anspringen, dessen Scheinwerferlicht über die Baumstämme wanderte und in Richtung der Unterkünfte verschwand.

Auf der Versorgungsstraße kamen ihr bereits Fahrzeuge entgegen, darunter ein offener Lastgleiter mit Passagieren, die zwischen leeren Erntekisten auf der Ladefläche saßen und sich an den Seitenwänden festhielten. Auf dem Beifahrersitz hatte eine Skrilling ein Kind quer über die Knie genommen, dessen nackter Fuß unter einer Jacke hervorragte und bei jedem Schlingern gegen die Tür stieß. Die Rangerin trat in den nassen Randstreifen und wartete, bis der Gleiter vorbeigezogen war, ehe sie ihren Weg fortsetzte.

Weiter unten lag die Stadt wieder offen vor ihr. Rauch verdeckte Teile des Frachtbezirks und zog in langen Bahnen über die Gewächshäuser, deren Beleuchtung zwischen den dunklen Dächern noch immer brannte. Sie nahm das Komlink auf und versuchte erneut, das Hauptlabor zu erreichen, während sie den Weg hinunterging. Wasser lief aus einer beschädigten Bewässerungsleitung über den Asphalt und füllte die Abdrücke ihrer Stiefel im weichen Randstreifen.


[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: Versorgungsweg zwischen Nebenlandefeld und Hauptmetropole] Ylaine Vao
 
[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Kleinstadt auf der Südhalbkugel – Peripherie – Gehöft ]
Darth Angelus


Angelus hörte die Antwort seines ehemaligen Schützlings noch, als er bereits aus dem Maschinenunterstand trat. Ein brauchbarer ehemaliger Meister fand sich also nicht an jeder Ecke. Auch in dieser Hinsicht hatte Craton während seiner Ausbildung offenbar etwas gelernt. Das wölfische Lächeln blieb noch einige Augenblicke auf seinen Lippen, dann verschwand es. Hinter ihm würde Craton seinen eigenen Weg nehmen. Angelus blickte sich nicht noch einmal um, denn es bestand kein Grund dazu. Von diesem Augenblick an befand sich der Mirialander nicht mehr auf Agriworld. Er war nicht auf diesem Gehöft gewesen, hatte niemals auf diesem Boden gestanden und ganz gewiss keine achtzehn imperialen Sturmtruppen unter dem Schein einer blauen Lichtschwertklinge niedergemacht. Irgendwo weit entfernt befand sich ein Sith-Krieger auf Bastion, der in Kürze eine vollkommen legitime Anfrage erhalten würde, sich an die Front im galaktischen Norden zu begeben. Etwa dreißig Stunden würde es dauern, vielleicht mehr, vielleicht weniger.

Angelus trat zwischen den Trümmern hindurch und überschlug die Zeit noch einmal im Kopf, bis Meister und Schüler vereint sein würden. Dieses Mal ganz offiziell. Bis dahin sollte allerdings noch etwas anderes geschehen sein: der
Zirkel der Assassinen. Angelus' Mundwinkel zuckte kurz. Cratons Reaktion auf dieses eine Wort war ihm nicht entgangen. Das kurze Stocken, dann die Frage. Schließlich jener Moment, in dem mehrere bislang voneinander getrennte Gedanken im Kopf des Mirialaners offenbar ineinandergegriffen hatten. Sehr gut. denn mehr hatte Angelus ihm nicht geben wollen. Manche Türen verloren schließlich einen erheblichen Teil ihres Reizes, wenn man jemanden einfach nur hindurchschob und nicht selbst hindurchschreiten ließ.

Der Zirkel der Assassinen wusste längst genug. Angelus hatte zwar keine Aufnahme versprochen. Das konnte er nicht und, wesentlich wichtiger, wollte er das auch gar nicht. Ein Sith, der nur deshalb in einen Zirkel gelangte, weil sein ehemaliger Meister Kontakte spielen ließ oder Gefallen einforderte, war in den Augen eines Zirkelmeisters denkbar wenig wert. Was er
Craton verschafft hatte, war etwas anderes: Aufmerksamkeit. Eine Gelegenheit, gesehen zu werden. Danach musste der Mirialaner letztlich selbst dafür sorgen, dass ihnen gefiel, was sie sehen würden.

Nach dem, was Angelus in den vergangenen Stunden erlebt hatte, machte er sich darüber erstaunlich wenig Sorgen. Wenn alles so verlief, wie es sollte, würde der Zirkel Kontakt zu Craton aufnehmen, noch bevor dieser seine offizielle Reise an die Front antrat. Vielleicht eine Nachricht. Vielleicht eine Einladung. Vielleicht irgendeine jener unnötig geheimnisvollen Prüfungen, mit denen die Ordensmitglieder sich gern gegenseitig davon überzeugten, dass ihre Zirkel bedeutender waren als die aller anderen. Die genaue Form interessierte Angelus nicht. Entscheidend war lediglich, dass
Craton begriff, dass die Tür offenstand und die Gelegenheit zu nutzen wusste. Was danach geschehen würde, war eine gänzlich andere Geschichte. Sabar hatte Pläne mit Darth Naver und Craton. Noch waren sie nicht mehr als eine Handvoll reizvoller Möglichkeiten, doch große Dinge hatten schließlich die unangenehme Angewohnheit, immer irgendwo vergleichsweise klein beginnen zu müssen. Wenn sie es richtig anstellten, würde ihr Zusammentreffen auf Agriworld nicht bloß drei Sith aus unterschiedlichen Zirkeln zusammenführen. Es konnte der Beginn von etwas weitaus Größerem sein.

Der adelige Sith erreichte den Rand des Gehöfts. Hinter ihm fraßen sich die letzten Flammen durch das Grab des vermeintlichen Jedi, während weiter entfernt noch immer jene Sturmtruppen ihre zugewiesenen Sicherungspositionen hielten, denen Angelus ausdrücklich angewiesen hatte, genau das zu tun. Ihre Disziplin war beinahe rührend.

Mit wenigen Schritten ließ er die rauchenden Überreste hinter sich. Als die ersten weißen Rüstungen zwischen den Feldern sichtbar wurden, war von dem kurzen Wiedersehen im Maschinenunterstand nichts mehr an ihm zu erkennen. Darth Angelus kam allein vom Gehöft zurück. Der Jedi, der achtzehn ihrer Kameraden getötet hatte, war tot. Sein Lichtschwert befand sich als Trophäe unter dem schwarzen Umhang des Sith. Mehr mussten sie nicht wissen.

Angelus trat zu den verbliebenen Männern und verschränkte die Arme vor der Brust. Sein Blick wanderte in Richtung der Siedlung und jener Forschungsanlage, in deren Innerem
Darth Naver noch immer seiner eigentlichen Beute nachging, begleitet von den Death Troopern. Nun hieß es warten. Eine Beschäftigung, für die Angelus gewöhnlich wenig Begeisterung aufbrachte. Heute jedoch gestattete er sich ausnahmsweise ein wenig Geduld.

[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Kleinstadt auf der Südhalbkugel – Peripherie – Gehöft ]
Darth Angelus, Sturmtruppen
 
Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)

Der Weg zum Labor 3 kostete sie keine 5 Minuten. Unter normalen Umständen war das nicht viel Zeit. Jetzt gerade aber war Zeit ein kostbares, rares Gut, das ihnen unaufhaltsam durch die Finger rann. Der reinblütige Sith war alles andere als zufrieden mit dieser Situation. Er schätzte es mehr, überlegt und in Ruhe vorzugehen. Außerdem raubte ihm der Zeitdruck der Gelegenheit, seinen Schüler möglichst viel lernen zu lassen. Gleichzeitig wollte sich Sedros aber auch nicht selbst im Weg stehen, indem er sich über nicht änderbares ärgerte, statt im Hier und Jetzt zu verweilen und zu tun, was nötig war, um ihren Auftrag erfolgreich abzuschließen. Auf dem Weg zum Labor liefen ihnen die vier angeforderten Death Trooper über dem Weg. Zwei von ihnen gingen direkt weiter, während sie das zweite Paar ihnen anschloss.

Vor der Tür zu Labor 3 angekommen, stellten sie fest, dass die Tür fest verschlossen, das Bedienelement aber deaktiviert war.
“Lord Naver, sollen wir die Tür aufsprengen?” Die Death Trooper zögerten nicht, aber Sedros winkte ab. “Das wird nicht nötig sein.” Sedros schloss kurz die Augen, um seine Machtfühler in das Labor vor sich auszustrecken. Da drinnen befanden sich fünf, vielleicht sechs Personen. So genau war es dem reinblütigen Sith nicht möglich, das zu sagen. Das Biolabor hatte eine Unzahl an Testobjekten und das machte es etwas schwer, weniger mit Intelligenz beseelten Leute von einem vollgepackten Florarium zu unterscheiden. “Da drinnen befindet sich ein Dutzend Leute, vielleicht mehr.” Der reinblütige Sith Drehte sich für eine kurze Lagebesprechung zu Darel, den beiden KX-Serie Droiden und den beiden Death Troopern um. “Ich gehe zuerst rein, mein Schüler Rel folgt mir und ihr beide gebt uns Rückendeckung. Die Droiden kommen zuletzt.” Ein kurzes Nicken folgte und Sedros wandte sich wieder der Tür zu, um zur Tat zu schreiten.

Kurz entschlossen zerschnitt er wieder die Tür. Das half dieses Mal nur leider mäßig, ihnen Zugang zum Raum dahinter zu verschaffen. Die Leute da drinnen hatten die Tür mit allerlei Möbeln verbarrikadiert, was den reinblütigen Sith einigermaßen irritierte.
Sedros schätzte es nicht, wenn seine Zeit verschwendet wurde. Er hob ohne großes Zeremoniell die freie, linke Hand und schickte einen telekinetischen Stoß aus, der die aufgestapelten Möbel in diverse Richtungen davonstoben ließ. Entschlossen trat der reinblütige Sith anschließend in das Labor 3 und sah sich um. Scherzkekse mussten hier am Werk sein, denn weitere Möbel waren in einem Halbkreis um die Eingangstür in einer zweiten Barrikadelinie aufgestellt worden. Dahinter war der jeweiligen Kleidung nach ein bunter Mix aus Technikern, Verwaltungsangestellten und Kittelträgern zu finden, die meinten, sich hier verschanzt zu haben. Ein paar von ihnen hatten improvisierte Waffen, die von irgendwelchen Laborwerkzeugen bis zum Wischmop zu allerlei unfreiwillig komische, wie verzweifelte Versuche darstellten. Die Hälfte von ihnen wich furchterfüllt vor Sedros' Anblick zurück.

Eine einen Atemzug lange Stille folgte, die nur vom Brummen von
Sedros’ Lichtschwert erfüllt wurde. Was er hier vor sich sah, wirkte alles andere als wie eine motivierte Kämpferschar, also versuchte der reinblütige Sith es mit Einschüchterung, eine Kapitulation würde ihnen schließlich Zeit ersparen. “Ergebt euch und kooperiert, dann überlebt ihr den heutigen Tag vielleicht.” Als Antwort darauf ertönte ein Blasterschuss von Links, den der reinblütige Sith ohne Probleme ablenken konnte. Das war jetzt nicht zu glauben, was für eine Frechheit. Eine der seltenen Gelegenheiten, in der reinblütige Sith gewillt war, sich gnädig zu zeigen, wurde er so belohnt. Wutentbrannt wandte Sedros sich nach links und schritt auf die Barrikade zu, um sich den Schützen vorzuknöpfen. “Lass das, gib mir den Blaster!” Der Schütze in einem Technikeroverall schien blind vor Angst zu sein, denn statt die einzig vernünftige Entscheidung zu treffen, schoss er noch einmal auf den reinblütigen Sith, der jetzt genug von dem jämmerlichen Versuch hatte und den zweiten Schuss direkt auf den Schützen zurück lenkte und ihm auf der Stirn eine dritte Augenhöhle verpasste.

Das führte leider nicht zur gewünschten Kapitulation der übrigen Verteidiger, während
Darel und die Death Trooper den Raum stürmten. Noch bevor der reinblütige Sith noch etwas sagen konnte, stieß eine Frau in einem Technikoverall irgend etwas zwischen einem gutturalen Schrei und einem lang gezogenen Nein aus, als sie auf die Barrikade und dann mit einem Küchenmesser bewaffnet auf Sedros’ Rücken zusprang. An sich gar kein schlechter Angriff aus dem toten Winkel, allerdings musste der reinblütige Sith dank des Schreis nicht einmal auf die Macht zugreifen, um den Angriff zu bemerken. Entsprechend wirbelte Sedros herum und teilte die Frau noch im Flug mit dem Lichtschwert auf Bauchhöhe in zwei Teile und schrie geradezu beleidigt die anderen Verteidiger an. “Was im Namen der Imperatorin sollte DAS denn?!” Nun steckte nicht mehr viel Widerstand in den Leuten und das Gefecht war fast schon vorbei.

Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)
 
Agriworld-2079 | Neue Republik | Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)


Der Weg zu Labor 3 nahm kaum fünf Minuten in Anspruch, und trotzdem ertappte sich Darel mehrmals dabei, über die ihnen verbleibende Zeit nachzudenken. Die neunzig Minuten, die ihnen auf Ord Mantell eingeräumt worden waren, hatten zunächst nach einem überschaubaren, aber durchaus brauchbaren Zeitfenster geklungen. Hier auf Agriworld fühlte sich jede einzelne Minute plötzlich erheblich wertvoller an. Sie mussten herausfinden, was in diesem Labor verborgen wurde, die relevanten Forschungsdaten und Materialien sichern und anschließend rechtzeitig zum Decimator zurückkehren, bevor die imperiale Flotte mit dem Bombardement begann.

Entsprechend begrüßte Darel es, als ihnen die vier angeforderten Death Trooper bereits auf dem Weg entgegenkamen. Zwei setzten ihren Weg in Richtung Computerkern fort, während die übrigen beiden sich ihnen anschlossen und sie wenig später gemeinsam Labor 3 erreichten.
Der verschlossene Zugang stellte sie zunächst vor ein weiteres Hindernis. Das Bedienfeld neben der Tür war deaktiviert worden, und als einer der Death Trooper anbot, den Zugang aufzusprengen, lehnte Sedros ab. Stattdessen veränderte sein Meister für einen kurzen Moment die die Haltung.

Darel konnte zumindest zu erahnen, was Sedros tat. Während sein Meister seine Wahrnehmung mithilfe der Macht durch die verschlossene Tür ausstreckte, blieb Darel aufmerksam und ließ seinen Blick über den Korridor wandern. Seine eigenen Machtsinne waren noch lange nicht weit genug entwickelt, um zuverlässig festzustellen, wie viele Personen sich hinter einer Wand befanden. Irgendwann wollte er dazu in der Lage sein, doch gerade jetzt war weder der richtige Zeitpunkt für einen Versuch noch für falschen Ehrgeiz.

Als Sedros schließlich von einem Dutzend oder möglicherweise noch mehr Personen hinter der Tür sprach, richtete Darel seine Aufmerksamkeit wieder vollständig auf den Zugang. Das waren deutlich mehr Menschen, als er erwartet hatte, und die Anweisung seines Meisters ließ keinen Zweifel daran, dass sie entsprechend vorsichtig vorgehen würden. Sedros sollte zuerst eintreten, Darel ihm unmittelbar folgen, während die beiden Death Trooper ihnen Rückendeckung gaben und die Droiden den Abschluss bildeten.

Darel bestätigte die Anweisung mit einem knappen Nicken.
„Verstanden.“


Seine rechte Hand legte sich auf den Griff seines Lichtschwerts, während Sedros erneut seine eigene Waffe aktivierte und damit begann, die Tür zu zerschneiden. Dieses Mal genügte das allerdings nicht, um ihnen unmittelbar Zugang zum Labor zu verschaffen. Hinter dem zerstörten Eingang kamen Möbelstücke zum Vorschein, die offenbar hastig aufeinandergestapelt worden waren, um eine zusätzliche Barrikade zu errichten.
Darel hob unter seinem Helm leicht die Augenbrauen. Wer auch immer sich dort drinnen verschanzt hatte, musste ausreichend Zeit gehabt haben, um sich zumindest notdürftig auf ihr Eintreffen vorzubereiten.

Viel half es ihnen allerdings nicht.

Als Sedros die freie Hand hob, trat Darel instinktiv etwas zur Seite. Der anschließende Machtstoß erfasste die aufgestapelten Möbel und schleuderte sie mit solcher Gewalt auseinander, dass der Zugang innerhalb weniger Augenblicke freigelegt war. Sobald sein Meister durch die entstandene Öffnung in das Labor trat, folgte Darel ihm unmittelbar. Noch während er die Schwelle überquerte, löste er sein Lichtschwert vom Gürtel und aktivierte die rote Klinge, deren vertrautes Summen sich mit jenem der Waffe seines Meisters vermischte.

Was ihn im Inneren erwartete, entsprach allerdings kaum dem Bild, das Darel sich nach Sedros' Einschätzung von einem Dutzend Personen gemacht hatte.
Eine zweite Barrikade aus Möbelstücken war halbkreisförmig um den Eingang errichtet worden. Dahinter drängte sich eine Gruppe aus Technikern, Verwaltungsangestellten und Wissenschaftlern, von denen einige tatsächlich bewaffnet waren, sofern man die Gegenstände in ihren Händen als ernsthafte Bewaffnung bezeichnen wollte. Neben verschiedenen Werkzeugen entdeckte Darel improvisierte Schlagwaffen und sogar einen Wischmop, dessen Besitzer ihn offenbar für geeigneter hielt, einen imperialen Angriff abzuwehren, als Darel es für möglich gehalten hätte.

Unter anderen Umständen hätte der Anblick beinahe etwas Komisches gehabt.
Jetzt fiel ihm vor allem auf, wie verängstigt die Menschen wirkten. Einige wichen bereits zurück, als Sedros den Raum betrat, und angesichts zweier dunkel gerüsteter Sith mit roten Lichtschwertern, zweier Death Trooper und der ihnen folgenden KX-Droiden konnte Darel diese Reaktion durchaus nachvollziehen. Was auch immer diese Menschen dazu bewogen hatte, sich hier zu verbarrikadieren, die meisten von ihnen machten nicht den Eindruck, als hätten sie jemals ernsthaft damit gerechnet, diese Stellung verteidigen zu müssen.

Darel nahm leicht versetzt hinter seinem Meister Position ein und brachte sein Lichtschwert in eine lockere Shien-Grundhaltung und war nun jederzeit bereit. Seine Aufmerksamkeit galt weniger den improvisierten Barrikaden als den Händen der Menschen dahinter. Wer eine Waffe hielt, war für ihn zunächst wichtiger als jemand, der lediglich versuchte, möglichst viel Abstand zwischen sich und die Eindringlinge zu bringen.


Sedros bot ihnen die Gelegenheit, sich zu ergeben und zu kooperieren.
Für einen kurzen Moment glaubte Darel tatsächlich, dass die Angelegenheit damit erledigt sein würde. Angesichts der Kräfteverhältnisse erschien jede andere Entscheidung derart aussichtslos, dass selbst Angst daran wenig ändern sollte.

Dann fiel ein Blasterschuss.
Darels Körper reagierte beinahe schneller als sein Verstand und seine Klinge bewegte sich bereits, doch Sedros stand zwischen ihm und dem Schützen. Sein Meister fing den Bolzen ohne erkennbare Schwierigkeiten ab und wandte sich anschließend dem Techniker zu, der hinter der Barrikade einen Blaster in den Händen hielt.

Darels Griff um seine eigene Waffe wurde fester.
Es war der erste Blasterschuss, den er aus unmittelbarer Nähe hörte und von dem er wusste, dass er tatsächlich mit der Absicht abgegeben worden war, einen Menschen zu töten. Kein Trainingsdroide würde die Waffe nach einem Treffer deaktivieren und kein Ausbilder den Kampf abbrechen, sobald jemand einen Fehler machte.

Sedros forderte den Techniker auf, ihm den Blaster zu geben.
Darel rechnete fest damit, dass der Mann spätestens jetzt zur Vernunft kommen würde. Der erste Schuss hatte nichts bewirkt, vor ihm stand ein Sith mit aktiviertem Lichtschwert und wenige Schritte dahinter warteten weitere imperiale Soldaten. Es gab keinen vernünftigen Grund, es noch einmal zu versuchen.

Der Techniker tat es trotzdem.
Der zweite Blasterbolzen erreichte Sedros nicht. Sein Meister lenkte ihn unmittelbar zu seinem Ursprung zurück, und der Treffer in die Stirn ließ den Mann hinter der Barrikade zusammensacken.


Darel sah nur kurz zu dem Toten, bevor seine Aufmerksamkeit wieder zu den übrigen Menschen wanderte. Gemeinsam mit den Death Troopern rückte er weiter in das Labor vor und hielt seine Klinge zwischen sich und den vermeintlichen Verteidigern. Das Training auf Ord Mantell kam ihm dabei beinahe automatisch wieder in den Sinn. Gerade jetzt durfte er nicht in alte Gewohnheiten zurückfallen und versuchen, jede Bewegung bis ins letzte Detail vorauszuberechnen. Es genügte, aufmerksam zu bleiben, Veränderungen wahrzunehmen und darauf zu reagieren, sobald es notwendig wurde.

Dass dies leichter gedacht als getan war, zeigte sich nur wenige Augenblicke später.
Ein Schrei ertönte hinter der Barrikade und eine Frau in einem Technikeroverall setzte sich plötzlich in Bewegung. Für einen kurzen Moment konnte Darel nicht erkennen, was sie vorhatte. Erst als sie über die Barrikade sprang und er das Messer in ihrer Hand bemerkte, begriff er, dass ihr Ziel nicht die Flucht war.

Sie sprang Sedros von hinten an.
Darel setzte sich bereits in Bewegung und hob sein Lichtschwert, doch sein Meister reagierte schneller. Sedros wirbelte herum und die rote Klinge beschrieb eine kurze Bahn durch die Luft, die den Angriff beendete, noch bevor die Frau ihn erreichen konnte.

Das Lichtschwert traf sie auf Höhe des Bauches.


Darel hatte an dem heutigen Tag bereits mehrere Tote gesehen. Erst wenige Minuten zuvor war er auf dem Weg zum Computerkern an den Leichen von Technikern und Wissenschaftlern vorbeigegangen und hatte versucht, den Anblick für sich einzuordnen. Diesmal war es anders. Die Frau hatte unmittelbar vor ihm noch geschrien, war gesprungen und hatte gelebt, bevor Sedros' Klinge ihren Körper innerhalb eines Augenblicks durchtrennte.

Für einen kurzen Moment blieb Darels Blick an ihr hängen.
Die Ausbildung hatte ihn durchaus darauf vorbereitet, was ein Lichtschwert mit einem menschlichen Körper anrichten konnte. Etwas darüber zu wissen und es aus wenigen Metern Entfernung tatsächlich zu beobachten, waren dennoch zwei verschiedene Dinge. Der Geruch, die beiden Körperhälften auf dem Boden und vor allem die Geschwindigkeit, mit der aus einem lebenden Menschen etwas vollkommen Regloses geworden war, ließen sich durch keine theoretische Lektion wirklich vermitteln.

Darel wartete beinahe darauf, dass der Anblick etwas in ihm auslöste.
Doch abgesehen von einem kurzen Unbehagen kam überraschend wenig.

Diese Erkenntnis beschäftigte ihn beinahe mehr als der Tod der Frau selbst. Vor seiner ersten Mission hatte er sich durchaus gefragt, wie er auf echte Gewalt reagieren würde, ob sein Körper anders darauf reagieren würde als sein Verstand oder ob ihn der erste unmittelbar miterlebte Tod länger beschäftigen könnte. Nun lag eine Frau, die wenige Augenblicke zuvor noch gelebt hatte, in zwei Teilen vor ihm und Darel stellte fest, dass er damit wesentlich leichter umgehen konnte, als er erwartet hatte.

Sedros hatte diesen Menschen angeboten, sich zu ergeben. Der Techniker hatte daraufhin zweimal auf ihn geschossen und die Frau war mit einem Messer auf seinen Rücken losgegangen. Beide hatten eine Entscheidung getroffen und beide hatten die Konsequenzen dieser Entscheidung erlebt.

Mehr musste Darel darin im Augenblick nicht sehen.
Vielleicht hätte ihn diese eigene Nüchternheit beunruhigen sollen. Stattdessen empfand er eine merkwürdige Form von Erleichterung. Er musste sich nicht überwinden, musste keine Übelkeit hinunterschlucken und auch keinen Gedanken gewaltsam verdrängen. Die Wirklichkeit des Kampfes war brutal, doch offenbar konnte er damit umgehen.

Darel richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die übrigen Menschen hinter der Barrikade und bemerkte dabei, wie selbstverständlich sich das Lichtschwert noch immer in seiner Hand anfühlte.
Vielleicht gewöhnte er sich schneller an dieses Leben, als er selbst erwartet hatte.

Dann hörte er seinen Meister.

„Was im Namen der Imperatorin sollte DAS denn?!“


Darel sah für einen Augenblick zu Sedros hinüber.

Von allen möglichen Reaktionen auf einen gerade abgewehrten Angriff hatte er nicht unbedingt damit gerechnet, dass sein Meister beinahe persönlich beleidigt darüber sein würde, dass die Frau überhaupt versucht hatte, ihn mit einem Küchenmesser anzuspringen. Gerade die offensichtliche Empörung in seiner Stimme machte es Darel schwer, die Situation nicht wenigstens für einen kurzen Moment absurd zu finden.

Unter seinem Helm zuckte sein Mundwinkel nach oben und er bemühte sich keinen Amüsierten laut von sich zu geben.

Vor ihnen befanden sich schließlich noch immer mehrere verängstigte Menschen, und zwei ihrer Kollegen hatten gerade eindrucksvoll bewiesen, dass Angst nicht zwangsläufig zu vernünftigen Entscheidungen führte. Darel verlagerte deshalb lediglich seinen Stand ein wenig und behielt insbesondere jene Personen im Auge, die noch immer irgendwelche Gegenstände in den Händen hielten.

Sollte einer von ihnen ebenfalls auf die Idee kommen, Sedros oder einen der Death Trooper anzugreifen, wollte Darel dieses Mal nicht erst reagieren, wenn sein Meister die Angelegenheit bereits selbst erledigt hatte.


Agriworld-2079 | Neue Republik | Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage – Labor 3 | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), zwei Death Trooper, zwei KX-Droiden, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)
 
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Mittlerer Rand - M'Shinni Sektor- Agriwold-2079 - regionales Verwaltungszentrum Aurek - Tri Tunsa, Gwenn, 1st und 2nd Squad (NPCs), 4 Sturmtruppler (NPCs)

Gwenn erklärte Tri einen Plan, wie sie das Verwaltungszentrum stürmen wollten. Vermutlich würde es im zweiten Stock leichten Widerstand geben, jedoch nichts womit sie nicht fertig würden. Der Plan war, dass Gwenn den Ostflügel zusammen mit ihrem ersten Trupp sichern würde und Tri sollte sich mit seinen Leuten den Westflügel vornehmen. Dann würden sie sich vor dem Hertfordshire Constabulary treffen um die dort stationierten Sicherheitskräfte auszuräuchern. Auf die Frage ob es sich für ihn gut anhört antwortete er mit: ,,Ja, hört sich gut an." Gwenn sagte noch, dass sie Personen die etwas wichtiger waren gerne befragen würde und Tri entgegnete:,, Das ist kein Problem." Er tauschte noch mit ihr die Komfrequenz und machte sich bereit. Schließlich gab er seinen Leuten mit den nicht mehr ganz weißen Rüstungen noch ein paar kurze Anweisungen, wie sie das Gebäude am Besten sicherten und was sie beachten mussten und dann gingen sie vorsichtig Richtung Gebäude.
Sie öffneten die Tür und traten ein. Tri sicherte ein kleines Büro in dem es nach Reinigungsmittel stank. Er war Immer darauf bedacht mögliche Versteckmöglichkeiten, wie zum Beispiel Türen oder Möbel vorsichtig zu sichern um nicht angegriffen zu werden. An der Wand hing ein Gemälde, das ein Blühendes Feld mit 2 Arbeitern im Hintergrund zeigte. Ansonsten war das Büro relativ karg eingerichtet. Es gab einen Schrank, einen Schreibtisch und eine kleine Komode. Nachdem er diesen Raum gesichert hatte ging er zum nächsten.
So arbeiteten sich Stück für Stück richtung Treppe vor. An der Treppe angekommen übersprangen sie den ersten Stock und nahmen sich den zweiten vor. Um das Treppenhaus zu sichern wurden Minen ausgelegt. Er war sich sicher, dass dies reichen würde.
Im zweiten Stock trennten sich Tri und Gwenn. Er nickte ihr noch einmal zu und ging dann weiter richtung Westflügel. Die ersten beiden Räume, welche von Tri und seinen Männern gesichert wurden waren uninteressant, aber der Dritte ganz im Gegenteil. Es war ein kleines Labor mit vielen Reagenzgläsern und blubernen Flüssigkeiten. Es stank ziemlich und aus irgendeinem Grund waberte Nebel im Raum herum. Seven war der erste, der den Wissenschaftler sah, der zusammengekauert in einer Ecke saß. Tri befohl ihm: ,,Steh auf!" und der Wissenschaftler, sein Namensschild wies ihn als Dr. Krell aus, befolgte diesen Befehl. Tri wies einen der Sturmtruppler an ihn zu Gwenn zu bringen. Der Truppler nickte und führte seine Aufgabe aus. Nun waren sie also nur noch zu viert. Sie verließen das Labor und liefen weiter den Flur entlang. Hinter einer der Türen war ein Lager. Kisten waren übereinander geworfen und ihr Inhalt verteilte sich über den Boden. Einer der Anderen wollte gerade den Raum betreten, als ihn ein Skrilling ansprang. Er hielt ihm ein Spitzes Stück Gals an den Hals und forderte die Sturmtruppler mit seiner Hand auf, die Waffen wegzulegen. Doch der Seargent dachte gar nicht daran und gab einen Schuss ab. Der Schuss traf den Skrilling mitten in die Schulter. Er schrie auf und ließ den Soldaten los. Der nutzte dies nahm seinen Blaster und erschoss den Feind. Er war vermutlich Reinigungspersonal gewesen, jedenfalls trug er einen Blauen Overall mit Gelben Knöpfen. Nun war er besiegt.
Allerdings hatten sie viel Zeit verloren, die sie wieder gut machen mussten. Sie beeilten sich mit der weiteren Durchsuchung der Räume, fanden jedoch nichts spannendes mehr.
Sie waren fast an dem Treffpunkt angelangt als es ein paar Metern neben ihnen eine kleine Explosion gab. Tri, der am Nächsten stand wurde zurückgeworfen und knallte gegen einen ausgeschalteten Roboter, der werweißwarum dort rumstand. Die Sturmtruppler rannten zu ihm hin, um zu fragen ob alles Okay war, jedoch hatte er bis auf ein paar blaue Flecken nichts abbekommen. Er untersuchte den Auslöser der Explosion und sah ein Rohr aus dem Gas auströmte. Daneben war ein Kaputtes Kabel, wahrscheinlich hatte es Funken gesprüht und das Gas hatte sich entzündet. Es gab also keinen großen Grund zur Sorge.
Sie gingen schnell weiter und als sie am Treffpunkt ankamen sahen sie, dass die anderen noch nicht da waren. Sie setzten sich auf den Boden und ruhten sich kurz aus, nachdem sie den Raum gesichert hatten.



Mittlerer Rand - M'Shinni Sektor - Agriwold-2079 - regionales Verwaltungszentrum Aurek - Tri Tunsa, 3 Sturmtruppler (NPCs)
 
[Mittler Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 - Tagseite - Hertfordshire - regionales Verwaltungszentrum Aurek] 1st Squad und Gwenn

Nachdem man sich aufgeteilt hatte, rückte man vorsichtig weiter vor, typisches Großraumbüro auf dieser Seite des Gebäudes. Cubicals ohne Ende. Die Vorhölle des kleinen Mannes. Verlassene Terminals summten leise vor sich hin, eine Kaffeemaschine piepste, dass ihr Wasser heiß genug sei, um das Lebenselixier der Bürokratiesklaven brauen zu können. Schlicht ekliges, unüberschaubares Gelände. Die Cubicles, kleine durch niedrige Trennwände aufgeteilte Arbeitsplätze, boten zwar keine Deckung, aber eben doch Sichtschutz. In jedem dieser Minibüros konnte theoretisch jemand lauern. Unwahrscheinlich, aber eben nicht unmöglich. Gwenn seufzte genervt. Häuserkampf war ätzend, zumindest wenn man selbst das Terrain sichern musste. Die andere Rolle, wo man Fallen und Hinterhalte legte, die hatte sie auf Galantos zu mögen gelernt. Half ja alles nichts, und man sollte bisschen Verwüstung anrichten. Konnten Sie haben.

Die 2nd Lieutenant beorderte das RT-97C und seinen Schützen durch eine ‚Komm her‘-Gestik in die nächstgelegene Ecke des Raumes und schob ihm eine der Rollschubladen zu, auf dem er die schwere Waffe ablegen konnte.
„Darwin, sein sie so gut und leuchten mir auf mein Kommando einmal den Raum aus, vom Anfang der Cubicles bis zum Ende.“ Sie klickte ihr Kommlink auf die Squadfrequenz und gab auch dort ihr Vorhaben durch, ergänzt durch ein, „...bleibt also aus der verdammten Schusslinie, und wenn irgendwo ein Kopf auftaucht ist Betäuben angesagt, wenn irgendwo tödlich zurückgeschossen wird, vergeltet Gleiches mit Gleichem.“

„So Darwin, dann zeigen sie mir mal was sie unter Weltfrieden verstehen.“ Blastergewehre, insbesondere jene die man zu den Infanterie-Unterstützungswaffen zählten hatten in der Regel drei Schussvariationen. Einzelschuss, erklärte sich quasi von selbst, Salve, meist drei oder mehr Geschosse und schlussendlich Weltfrieden oder wie man die Einstellung dem imperialen Handbuch nach regulär nannte: Vollautomatik. Meist gab man damit nur ein paar längere Salven ab. Nicht so Darwin. Er hielt den Abzug gedrückt. Mit der Ablage schaffte er es die Waffe niederzuhalten, so dass sie nicht wild herumbockte.

Rote, richtig fette Blasterbolzen bohrten sich etwas über Kniehöhe in das erste Cubicle, durchschlug die Wand das es vom Nächsten trennte, dann dem nächsten und so weiter, Sichtschutz halt, keine Deckung, sprich einmal der Länge des Raumes nach und die Spur der Verwüstung dauerte an. Terminals explodierte, Stühle wurden zerfetzt oder fingen Feuer, meist Beides, lauter kleine persönliche Dinge - wie Familienholos, Andenken, Süßigkeiten usw. - die den Büroalltag erträglich machten wurden ohne persönlichen Groll niedergemacht und waren doch unwiederbringlich zerstört. Gwenn beobachtete das Schauspiel still, blickte nur einmal zu Darwin, als dieser verlautete, dass er nachlud, bevor er auch die zweite Hälfte des Raumes unverkennbar renovierte. Was etwa tausend Schuss aus einer Infanterie-Unterstützungswaffe ebenso anrichteten. Man konnte es wohlwollend als 'rauchende Trümmerruine bezeichnen.
Nirgends war wer aus dem Sichtschutz gesprungen und genügend der dünnen Trennwände waren in die Brüche gegangen, so dass man nun einen guten Überblick hatte. Sie deutete mit der vertikal ausgerichteten, flachen Hand winkend nach vorne. „Vorrücken.“, gab sie den Befehl auch nochmal per Squadkomm für alle durch die bei den taktischen Handzeichen Nachholbedarf hatten. Über die Breite des Großraums gestaffelt rückten nun ihre Soldaten vor. Gwenn erhob sich, um es ihren Leuten gleich zu tun. Kaum stand sie, gingen die Sprinkleranlagen an und sprühten dieses feine Nass, dass seinen Weg in und durch jede Kleidung fand.


„Scheint, dass die ihre Brandschutzverordnungen immer ernst genommen haben.“, meinte Darwin leise zu ihr, was bei ihr ein leises Lachen auslöste. „Hmmm Hmmm, scheint ganz so.“ Das Löschwasser verdampfte auf dem Lauf seines RT-97C. Schritte von außerhalb des Raumes, aus Richtung der Treppen die man genommen hatte, unterbrach das Gespräch, Hooch und Buster hatten es ebenso gemerkt und das erste Feuerteam des Trupps sicherte gen unbekannten Durchgang und das Zweite Richtung Treppe aus der man gekommen war und nun die Schritte vernahm. Es erschien ein Sturmtruppler. Nicht der Sergeant, da er nicht über das entsprechende Schulterpad verfügte, aber immerhin hatte er ein Geschenk mitgebracht. Wie aufmerksam.

„Ma’am, wir konnten diese Person sichern. Hatte irgendwas mit Chemikalien zu tun.“ Der Chemiker bekam nen kräftigen Tritt in die Kniekehle, was ihn zwischen die drei Soldaten auf die Knie schubste.

„Haben Sie ne Bombe gebastelt?“, wollte Gwenn mit bedrohlich zusammengekniffenen Augen von dem Zivilisten im Weißkittel wissen. „Nein, ich bin leitender wissenschaftlicher Angestellter.“ „Darwin, hört sich das für sie an als wollte er ne Bombe basteln?“ „Absolut.“ „Dann bleibt mir wohl leider nichts anderes übrig, als sie als Kombattant einzustufen.“ Dass es für das Imperium hier am heutigen Tage keine Zivilisten gab, konnte der gute Mann ja nicht wissen. „Was nein, ich habe Bodenproben analysiert.“ „Könnte ja jeder sagen.“, unterstützte Darwin sie, zumindest ahnend wo seine Lieutenant mit dem Gespräch hin wollte. „Ich sag ihnen was, ich hab nicht unbedingt Lust sie erschießen zu müssen, was mein gutes Recht wäre, mit ihrem Kombattantenstatus...“, Gwenn ließ die Worte ausklingen und schwieg erstmal. „Aber ich bin doch nur der…“ der Mensch besah sich die Verwüstung im Raum und entschied sich zu schweigen, danach fiel sein Blick auf die zehn Soldaten die alle mit grimmiger Mimik – abgesehen vom Sturmtruppler der Helm verbarg jegliche menschliche Regung - ausstrahlten, dass sie ihn nicht mochten, mit Ausnahme Gwenns.

Diese ging vor ihm in Hocke, so dass sie auf einer Augenhöhe mit ihm war, der Blick aus den tiefgrünen Augen ernst, aber nicht unfreundlich.
„Ich habe nen Weg wie sie lebend aus der Nummer rauskommen, aber sie müssen bisschen mitspielen.“, erklärte Gwenn, während sie ihr Vibromesser zog. „Als leitender wissenschaftlicher Angestellter können Sie mir bestimmt verraten, was es mit der gesicherten Ladebucht auf sich hat.“ Sie hielt einen Moment inne, musterte den Mann, nahm dessen Namensschild und drehte es bedächtig in der linken Hand. „Dr. Krell. Das wissen sie doch bestimmt, hmm? Wird wohl kaum für ihre Bodenproben sein.“

„Ich…“ Gwenn hob mahnend, wackelnd den Zeigefinger ihrer rechten Hand, dort wo sie auch das Messer hielt. „Tsk. Tsk. Tsk.“ schnalzte Gwenn mit der Zunge und schüttelte bedauernd den Kopf. „Das Erste was nach so ner Frage kommt ist immer ne Lüge.“ Damit rammte sie ihm das Vibromesser in den linken Oberschenkel. Er schrie, und schrie, erst als sie ihre Hand um den Griff des Messers schloss, hielt er sie panisch anschauend inne. „Brennt wie Feuer, ich weiß.“, bekräftigte die Weißhaarige. „Aber, genau in diesem Moment ist ihre gesundheitliche Situation gar nicht so schlimm wie es sich anfühlt. Das Messer steckt fest, solange es drin bleibt, verbluten sie nicht, ich hab mir keine Hauptarterie ausgesucht, nur was Kleines. Somit macht erst das Rausziehen die Sache zur Sauerei. Schlimmer noch wenn jemand auf diesen Knopf drückt, wissen sie was ein Vibromesser ist, oder muss ich erst ihre wissenschaftliche Neugier befrieden?“

In Gwenns Ausführungen lag kein Groll, sondern sie präsentierte ihm einfach die Fakten. Als Wissenschaftler konnte er damit sicherlich besser umgehen, als mit ner Drohung.

„Ich weiß was ein Vibromesser ist und wozu es fähig ist.“, bekräftigte er ihre Vermutung und schien etwas Selbstbeherrschung zurückzugewinnen..

„Gut, denn wenn ich den Eindruck habe sie wollen mich nochmal anlügen, werde ich das Messer aktivieren.“

„Okay, okay.“, Dr. Krell holte tief Luft. „Als Regionalverwaltung kommen hier die Creditchits an um die regionalen Beschäftigten zu entlohnen.“

„Letzte Lieferung?“

„Heute Morgen.“
'Jackpot'
„Lassen sie mich raten, es gibt nen Bunker in dem Bau wo die eingelagert werden?“ Er nickte. „Wer hat Zugang dazu und wie viel.“

Er hob die Hände und machte eine beschwichtigende Geste. „Das weiß ich wirklich nicht, aber ich würde annehmen Chief of Security Mr. Fisk und Dalia Warren die Amtsleiterin. Mehrere Millionen Credits würde ich vermuten.“

„Waren die Beide im Haus?“

„Der Chief ja, Dalia nicht, sie ist in der Hauptstadt.“

Mit einer winkenden Handgeste rief sie den Medic des ersten Trupps zu sich. „Patch, der Mann hat Schlafprobleme, helfen sie ihm stabil zu schlafen, wäre ne Schande, wenn seine Mitarbeit sich nicht auszahlen würde.“ Dr. Krell sollte auch seinen Zahltag haben, wenngleich der sich eher in Überleben äußeren sollte, statt in guten alten republikanischen Credits. Gwenn war bereits auf dem Weg zu Hooch und Buster, gedanklich bei mehreren Millionen Credits, doch das nächste Geräusch riss Gwenn aus ihren Überlegungen. Unverkennbar der Schuss aus einer Blasterpistole. Sie war stehen geblieben und wagte es noch nicht sich rumzudrehen. "Patch, sagen sie mir, dass das nen Betäubungsschuss war."

[Mittler Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 - Tagseite - Hertfordshire - regionales Verwaltungszentrum Aurek – verwüstetes Großraumbüro] 1st Squad, 1 Sturmtruppler, Dr. Krell und Gwenn

OP: Ich setze morgen nochmal nach, aber Post ist mir eh schon zu lang geworden.
 
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[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: Versorgungsweg am Rand der Hauptmetropole] Ylaine Vao

Unter der nächsten Brücke hatte sich das Wasser zwischen leeren Pflanzschalen gestaut, die gegen die Pfeiler schlugen und sich langsam übereinanderschoben. Ylaine stieg über einen abgeknickten Schlauch hinweg und hielt sich an der Böschung, während auf der Straße über ihr die Antriebe schwer beladener Gleiter heulten. Durch das Geländer hing eine Ranke bis fast auf ihre Schulter herab. Die kleinen weißen Blüten waren mit grauem Staub bedeckt, der sich auf ihrer Hand verteilte, als sie den Zweig beiseiteschob und zwischen den Pfeilern hindurch auf die andere Seite trat. Dort öffnete sich der Blick auf die ersten Gewächshäuser des Stadtgürtels. In einem von ihnen brannte die Beleuchtung noch über langen Reihen junger Pflanzen, obwohl ein Teil des Daches fehlte und das Glas bis auf den Wartungsweg hinaus lag. Der Wind hob die losgerissenen Folien an, ließ sie gegen die Streben schlagen und trug einen süßlichen Geruch von zerquetschten Früchten aus Richtung der Verpackungshallen herüber.

Vor einer Zufahrt hatte jemand einen Handwagen abgestellt, dessen Pflanztöpfe sorgfältig mit Schnüren gegen das Umkippen gesichert waren. Daneben lag ein Skrilling auf der Seite, eine Hand noch unter dem Wagen. Die Rangerin ging neben ihm in die Hocke und musste ihm den Ärmel zurückschieben, um seinen Arm zu fassen. Der Stoff klebte an der Haut. Dicht unter seiner Schulter klaffte eine Blasterwunde und an seiner Wange hing feuchte Erde aus dem niedrigen Beet hinter ihm. Sie fand keinen Puls. Als sie sich wieder erhob, strich eines der Blätter über ihr Handgelenk. Aus der umgestürzten Gießkanne lief noch ein dünner Wasserfaden zwischen die Fugen.

Bis zum Verpackungsbetrieb blieb sie unterhalb der Straße, von der immer wieder Stimmen und das kurze, ungeduldige Hupen blockierter Fahrzeuge zu ihr herunterdrangen. Über den Dächern zog ein Paar Jäger nach Westen. Ihr Kreischen drückte alle anderen Geräusche nieder, ließ sie den Kopf einziehen und verklang zwischen den Speicherbauten, hinter denen gleich darauf mehrere grüne Lichtblitze aufflackerten. Vor ihr stand das Zufahrtstor der Anlage offen. Ein Lastgleiter war dagegengefahren und hing mit der vorderen Verkleidung in den Streben, während aus seiner Ladung gelbe Früchte über den Asphalt gerollt waren. Einige zerplatzten unter ihren Stiefeln, als sie hinter dem Fahrzeug zur Mauer wechselte. Von der anderen Seite kamen zwei Blasterschüsse.

Die Twi'lek zog das Gewehr von der Schulter und folgte der Mauer bis zu einer schmalen Lücke zwischen dem Gleiter und dem Torpfosten. Dahinter lag der Ladehof mit seinen niedrigen Rampen, den gestapelten Leerkisten und einer Handvoll Beschäftigter, die sich an der Hallenwand zusammengedrängt hatten. Drei Soldaten in weißer Rüstung standen zwischen ihnen und dem Ausgang. Einer hatte sich den Verletzten vor der Rampe zugewandt, während die beiden anderen ihre Waffen auf die Arbeiter richteten. Ein älterer Skrilling löste sich von der Wand und bückte sich nach einer Frau, die nicht mehr aufstehen konnte. Sein Arm lag bereits unter ihrer Schulter, als der Soldat vor ihm das Gewehr hob und schoss. Der Skrilling brach über ihr zusammen. Die Frau versuchte, ihn von sich herunterzuschieben, bekam aber nur seine Jacke zu fassen. Neben Ylaines Ohr tickte die abkühlende Verkleidung des Lastgleiters.

Sie schob den Lauf durch die Lücke und legte auf den Schützen an, dessen Waffe sich schon wieder auf die Frau senkte. Ihr erster Schuss traf ihn in die Seite des Brustpanzers und riss ihn herum, der zweite ließ ihn gegen die Rampenkante fallen. Als der Soldat neben ihm herumfuhr, schwenkte sie das Gewehr weiter und schoss ihm in die Brust. Sein Blaster schlug hart auf dem Boden auf. Die Arbeiter wichen auseinander, warfen sich hinter Kisten oder verschwanden durch das offene Hallentor. Einer stolperte über die Frau auf der Rampe. Ylaine verlor den dritten Helm hinter einem Stapel Transportbehälter und zog sich zurück, als dessen Feuer den Torpfosten zerfetzte. Heiße Splitter prasselten gegen den Gleiter und einer verfing sich in ihrem Mantel, wo er ein kleines Loch durch den Stoff brannte.

Sie kam an der hinteren Ecke des Fahrzeugs wieder hoch. Auf dem Hof kniete eine junge Skrilling neben den beiden Gestalten an der Rampe und versuchte, die Frau unter dem Toten hervorzuziehen. Der verbliebene Soldat hatte sich halb aus seiner Deckung gedreht und hob die Waffe in ihre Richtung. Die Rangerin schoss, bevor er den Lauf ganz herumgebracht hatte. Der Treffer warf ihn gegen die Behälter, hinter denen er verschwand. Sie hielt die Stelle im Anschlag, bis er noch einmal auftauchte, den Blaster auf den Rand einer Kiste stützte und ein Schuss die Mauer dicht neben ihrem Kopf traf. Ihr nächster Bolzen schlug unter seinem Helm ein. Er sackte nach vorn und blieb mit einem Arm zwischen den Kisten hängen.

Die Rangerin wartete einen Atemzug, überblickte die Fenster der gegenüberliegenden Halle und lief dann geduckt zur Rampe hinüber. Dort packte sie den erschossenen Arbeiter unter den Armen und zog ihn weit genug zur Seite, dass die junge Frau ihre Kollegin befreien konnte. Die Verletzte schrie auf, als ihr Bein über den Boden schleifte. Aus dem Hallentor kamen zwei Männer, von denen einer zunächst den Toten anheben wollte, bis Ylaine ihm die noch lebende Frau zuwies. Gemeinsam brachten sie sie hinein. Die Skrilling wich ihnen erst im Türrahmen aus, blickte noch einmal zu dem Mann auf der Rampe zurück und drückte dann mit beiden Händen auf den Schalter des Rolltores.

Es senkte sich ruckend und blieb ein gutes Stück über dem Boden hängen. Dahinter waren noch die Stiefel des Toten zu sehen. Die Twi'lek schob einen leeren Transportbehälter vor die Öffnung und wandte sich um, während ihr die warme, feuchte Luft der Halle ins Gesicht schlug. Zwischen den Packstraßen lagen verstreute Früchte, zerrissene Folien und Glassplitter aus dem Oberlicht. Auf einem Förderband standen die Kisten dicht hintereinander, jede mit demselben grünen Herkunftssiegel versehen. Der Antrieb lief weiter. Unter dem Band hatte sich eine Pfütze gebildet, in die der Saft aus einer gequetschten Ladung tropfte und sich mit dem Wasser aus der beschädigten Deckenleitung vermischte. Eine Arbeiterin drückte immer wieder auf ein Bedienfeld, bis jemand hinter ihr den Hauptschalter fand und das Rattern verstummte.

Erst jetzt hörte sie, wie viele Verletzte in der Halle waren. Hinter den Maschinen wurde gerufen, jemand weinte in kurzen, erschöpften Stößen und aus dem schmalen Gang zu den Umkleiden kam ein anhaltendes Stöhnen. Die beiden Männer hatten die Frau auf einer freien Arbeitsfläche abgelegt. Ihre Kollegin schob eine zusammengerollte Jacke unter ihren Kopf und sah zur Rangerin auf, als diese nach Vika fragte. Mit einem Nicken gab sie sich zu erkennen. An ihrer Wange verlief eine dunkle Blutspur bis zwischen die Atemröhren, die sie mit dem Handrücken nur weiter über ihr Gesicht verteilte. Als Ylaine ihr sagte, dass ihr Vater bei den Arbeiterunterkünften sei, schloss sie für einen Moment die Augen. Dann öffnete sie den Medpac neben der Verletzten und half der Twi'lek, die verschmutzte Kleidung um die Wunde aufzuschneiden.

Die Frau hieß Urren. Sobald ihr Kopf zur Seite sank, beugte sich Vika zu ihr herunter und sprach sie an, bis sich der Blick der Verletzten wieder auf sie richtete. Der Treffer saß seitlich im Unterbauch, dicht über der Hüfte. Ylaine drückte ein Verbandspolster auf die Wunde und ließ sich von einem der Männer saubere Tücher aus dem Waschraum bringen, während draußen ein weiterer Gleiter mit kreischenden Repulsoren vorbeizog. Unter ihren Fingern wurde das Polster schwer und warm. Urren versuchte, etwas zu sagen, doch Vika verstand sie erst, als sie ganz nah an ihr Gesicht heranging. Sie wollte wissen, wer draußen bei ihrem Bruder geblieben war.

Die Rangerin fixierte den Verband und blickte zum Rolltor, unter dem das Abendlicht einen schmalen Streifen auf den Boden legte. Einer der Männer nahm die unbenutzten Tücher an sich und ging zu den Umkleiden, um auch dort nach Verletzten zu sehen. Vika strich ihrer Kollegin über die Stirn. An ihrem Ärmel klebte ein kleines Etikett mit dem Namen einer Obstkultur, das sich bei jeder Bewegung vom Stoff löste und wieder daran haften blieb. Ylaine musste zweimal nach der Atemmaske fragen, bevor die junge Skrilling sie aus dem Medpac nahm und ihr reichte. Anschließend ließ sie Vika den Druck auf den Verband übernehmen und wartete, bis deren Hände fest auf dem Polster lagen.

An der Hintertür sammelten sich die Beschäftigten um einen älteren Duros, der die Schlüssel mehrerer Betriebsfahrzeuge in der Hand hielt. Einige wollten zur Straße hinaus und zu ihren Familien, andere drängten in den Keller des Gebäudes. Er bekam kaum einen Satz zu Ende, ohne dass jemand dazwischenrief. Die Twi'lek winkte ihn an die Arbeitsfläche und fragte nach dem rückwärtigen Ladeweg. Auf seinem zerkratzten Datapad waren die Hallen nur schmale Rechtecke zwischen Kühlhäusern und Zufahrten. Die Nebenstraße mündete in einen Wirtschaftsweg entlang der Felder, der sich mit der Strecke zu den Arbeiterunterkünften verband. Sie gab ihm die Kennung von Vikas Vater und beschrieb die Lage des alten Kühlhauses. Von den Fahrzeugen des Betriebs standen zwei unter dem Vordach hinter der Halle. Ein drittes lag mit ausgefallenem Repulsor mitten in der Zufahrt.

Der Duros ging bereits los, um die beiden anderen zu holen, als Urrens Hand vom Rand der Arbeitsfläche rutschte. Die Rangerin fing sie auf und beugte sich wieder über die Frau, die unter der Maske noch einmal mühsam Luft holte. Vika redete weiter auf sie ein. Am Rand des Verbandes sickerte Blut in den aufgeschnittenen Hosenbund. Auf der Arbeitsfläche lag Urrens blaues Halstuch neben einer Schere. Ihre Brust hob sich noch einmal unter der geöffneten Jacke und blieb dann reglos. Ylaine prüfte ihren Puls, gab Vika die Atemmaske und begann mit der Wiederbelebung.

Hinter ihnen wurden die ersten Verwundeten durch die Hintertür getragen. Der Duros kam zweimal aus dem Hof herein und blieb jedes Mal einige Schritte entfernt stehen, während die Rangerin sich über den reglosen Körper beugte. Als sie schließlich innehielt, hatte sich das Blut bis in die Naht ihres Handschuhs gezogen. Sie prüfte Urrens Puls erneut und wartete noch einige Sekunden. Sie dachte an den Handwagen vor der Zufahrt. Wie lange sie dort neben dem Toten gekniet hatte, versuchte sie noch abzuschätzen, als Vika sie ansprach. Die junge Frau hielt die Maske weiter fest. Ylaine nahm ihr behutsam die Hand vom Gesicht der Toten und breitete eines der Tücher über Urren aus. Es reichte nur bis zu ihren Knien. Sie zog es ein Stück weiter herunter, hielt inne und ließ es liegen.

Aus dem Ladehof drang erneut das Kreischen eines tief fliegenden Jägers herein. Vika zuckte zusammen und sah zur Decke, aus der feiner Staub auf die stillstehenden Förderbänder rieselte. Die Twi'lek legte ihr eine Hand auf die Schulter und führte sie von der Arbeitsfläche weg. Erst an der Tür blieb die Skrilling stehen, wandte sich noch einmal um und ging zurück, um das Halstuch an sich zu nehmen. Draußen war der Himmel über den Feldern noch hell, während sich über der Stadt die Rauchschichten zusammenschoben und die oberen Stockwerke der Speicher darin verschwanden.

Die beiden Lastgleiter wurden rasch voll. Auf den Ladeflächen saßen Arbeiter zwischen ausgelegten Jacken und den wenigen Habseligkeiten, die sie aus den Umkleiden mitgenommen hatten. Ein Mann kam mit beiden Schuhen in der Hand aus dem Gebäude, setzte sich auf die unterste Stufe und versuchte, sie über seine geschwollenen Füße zu ziehen, bis eine Kollegin sie ihm abnahm und unter den Arm klemmte. Die Rangerin half ihm auf die Ladefläche. Als sie den Kopf hob, sah sie durch die offene Tür noch einmal die Packstraße und den hellen Fleck des Tuches auf der Arbeitsfläche. Sie zog die Hintertür zu.

Vika brachte über das Gerät des Duros schließlich eine Verbindung zu ihrem Vater zustande. Die Rangerin hörte nur die ersten abgerissenen Worte, bevor sie sich auf den hinteren Rand des zweiten Gleiters setzte und das Gewehr quer über die Oberschenkel legte. Der Frachtmeister steuerte. Unter ihnen strichen die Beete vorbei, deren breite Blätter im Luftstrom der Repulsoren nachgaben und sich hinter dem Fahrzeug wieder aufrichteten. An einer Kreuzung mussten sie halten, weil ein Lieferwagen mit offener Seitenwand die Fahrbahn blockierte. Zwischen den verstreuten Getränkebehältern kniete eine Frau und sammelte die unbeschädigten Flaschen ein. Sie hob den Kopf erst, als Vika sie ansprach. Ihr Haus brannte einige Straßen weiter. Der Duros wartete, bis auch sie auf der Ladefläche saß, dann schob er den Gleiter über den niedrigen Rand des Weges und führte ihn zwischen den Pflanzreihen am Hindernis vorbei.

Mit jeder Biegung kamen weitere Leute hinzu. Manche liefen nur neben ihnen her und fragten nach einem freien Weg, andere legten ein Kind auf die Ladefläche, bevor sie selbst versuchten, zwischen den Verletzten Platz zu finden. Schließlich musste die Rangerin einen Mann zurückhalten, der sich mit einem großen Koffer über die Seitenwand schieben wollte. Unter ihm lag eine Arbeiterin mit geschientem Arm und hatte vor Angst beide Beine angezogen. Er hörte erst auf, als die Twi'lek ihn am Kragen packte und auf den Boden zurückdrängte. Dann stand er neben dem Gleiter, hielt den Koffer gegen die Brust und sah sie an. Sie kannte diesen Blick aus überfüllten Landungsbooten, aus den letzten Minuten vor dem Schließen einer Rampe. Er blieb neben ihr, während sie die Straße hinuntersah und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug prüfte. Schließlich stellte er den Koffer in den Straßengraben und lief hinter ihnen her.

Das alte Kühlhaus lag zwischen den Unterkünften und einer Reihe dicht belaubter Bäume, unter denen mehrere Tische standen. Die Bänke waren zur Seite geschoben und auf den Tischplatten lagen Verletzte. Vikas Vater kam ihnen aus dem Keller entgegen, blieb beim Anblick seiner Tochter mitten auf dem Weg stehen und zog sie an sich, sobald sie vom Gleiter gesprungen war. Sein Arbeitsmantel schloss sich um ihre Schultern. Über seinen Arm hinweg sah die junge Skrilling zu den Verletzten auf der Ladefläche und löste sich schließlich wieder von ihm, um den Männern beim Abladen zu helfen. Ylaine stieg zuletzt ab. Ihre Beine waren steif geworden und der Rücken ihrer linken Hand klebte dort, wo das Blut zwischen Handschuh und Ärmel eingetrocknet war.

Die Werkstattkollegin des Skrilling führte sie hinunter. Im Keller standen Feldarbeiter, Bewohner der Unterkünfte und Familien aus den ersten Straßen der Stadt so dicht zwischen den leeren Kühlregalen, dass sie seitlich an ihnen vorbeigehen musste. Manche hatten Decken mitgebracht, andere trugen noch Schürzen oder hielten die Schlüssel ihrer Wohnungen in der Hand. Über einer Tür blinkte die Anzeige für einen Raum, dessen Kühlanlage längst abgestellt war. Darunter versuchte ein Junge, einen alten Mann zum Trinken zu bewegen, der immer wieder nach der Frau auf der anderen Seite des Gangs sah. Auf der Treppe dahinter wurden die nächsten Verletzten heruntergetragen. Die Rangerin wich in eine Nische aus und ließ sie vorbei. Noch ehe der letzte Träger die unterste Stufe erreichte, erschienen oben weitere Beine.

Sie hatte die Verletzten hierherbringen lassen und brachte es nicht über sich, zum Hauptlabor weiterzufahren, solange sich die Träger noch zwischen den Wartenden festliefen. Im hinteren Raum fand sie eine zweite Treppe. Mit zwei Bewohnern schob sie ein quer stehendes Regal aus dem Weg und bat sie, den Zugang freizuhalten. Eine Krankenpflegerin aus den Unterkünften hatte daneben Platz für die Verwundeten geschaffen und kam ihnen mit einer Schüssel entgegen. Das Wasser darin war rot. Die Pflegerin sah in den geöffneten Medpac und fragte nach weiterem Verbandsmaterial. Die Twi'lek gab ihr auch die einzelnen Päckchen aus ihrem Gürtel. Anschließend hielt sie die Schüssel, während die Frau einem Jungen Blut von den Händen wusch. Es stammte von seinem Vater, den zwei Nachbarn eben erst auf eine Matratze gelegt hatten. Bei jedem Schritt, der sich näherte, sah der Junge zur Treppe auf.

Mit dem fast leeren Medpac am Gürtel ging Ylaine wieder in den Hof hinauf, wo der Duros bei den Gleitern wartete. Inzwischen hatte er zwei Besatzungen erreicht, die mit ihren Frachtern auf einem westlich gelegenen Verladeplatz festsaßen. Die Schiffe gehörten zu einer landwirtschaftlichen Genossenschaft und sollten am nächsten Morgen mit verpackten Lebensmitteln abfliegen. Weitere standen bei den äußeren Speichern, doch von dort hatte sich bislang niemand gemeldet. Einer der beiden erreichbaren Kapitäne wollte starten, sobald er seine Tochter gefunden hatte. Der andere fragte, ob die Zufahrt von der Stadt noch befahrbar sei. Seine Crew hatte einen beladenen Frachter über dem Frachtbezirk abstürzen sehen.

In der Liste der geplanten Abholungen erkannte der Frachtmeister mehrere Fahrer aus den Unterkünften. Während er nach ihnen rufen ließ, fragte die Rangerin nach den Schiffen, ihren Besatzungen und danach, ob die Laderäume für Passagiere geeignet waren. Auf der Bank neben ihnen wartete der Mann mit den geschwollenen Füßen darauf, dass jemand ihn hinunterbrachte. Er hatte den Kopf gegen die Wand gelehnt und hielt die Schuhe auf dem Schoß. Hinter ihm zogen zwei Frauen eine weitere Tischplatte unter die Bäume, während aus dem Keller nach Trägern gerufen wurde. Die Antwort des zweiten Kapitäns kam noch während des Gesprächs. Platz könnte er schaffen. Er wollte jedoch wissen, wie er mit einem Frachtraum voller Verletzter an den Jägern vorbeikommen sollte.

Ylaine rief V7 und ließ sich die letzte Verkehrslage übermitteln. Seine Antwort kam mit Aussetzern durch. Über den Zufahrten zum Frachtbezirk lagen mehrere Kontakte, zwischen denen zivile Kennungen ihre Kurse änderten oder wieder im Stadtgebiet verschwanden. Eine gesicherte Verbindung zu republikanischen Stellen war ihm weiterhin nicht gelungen. Die Rangerin gab ihm die Kennungen der beiden Frachter und wandte sich an den Duros. Sie brauchten jemanden, der den startenden Schiffen Deckung geben konnte. Auf ihre Frage nach der örtlichen Verteidigung zeigte er ihr zwei alte Turbolaserstellungen in den Hügeln hinter dem Verladeplatz. Er kannte die Türme vom Anflug und hatte dort früher Ersatzteile abgeliefert. Über den technischen Dienst des Platzes ließe sich vielleicht noch jemand von der Wartungsmannschaft erreichen. Sie ließ ihn die Verbindung versuchen und ging zum Tor, während er nach der Kennung suchte.

Von dort reichte der Blick über die Felder bis zur Stadt. Die Sonne war hinter einer Rauchbank verschwunden, deren unterer Rand rot glühte. Darunter zeichneten sich die Gewächshäuser als lange, blasse Streifen ab. Manche waren dunkel geworden, andere warfen ihr Licht noch immer durch den aufsteigenden Staub. Auf einem der Wege stand eine Beregnungsmaschine und schwenkte ihre Ausleger über ein Feld, dessen äußerer Rand brannte. Das Wasser fiel in einem regelmäßigen Bogen zwischen die Reihen. Weiter links ragten die Behälter eines Düngemittelwerks über den Bewuchs, von der Stadt durch einen breiten Kanal getrennt. Die Zufahrtsbrücke war auf der Karte als Weg zu den westlichen Verladeplätzen eingezeichnet. Ylaine vergrößerte den Ausschnitt und verglich ihn mit der Straße, auf der noch immer Bewohner zum Kühlhaus kamen.

Hinter ihr wurden die leeren Lastgleiter gewendet. Eine Frau aus den Unterkünften beschrieb einem der Fahrer die Zufahrt zu einem Haus nahe dem Verpackungsbetrieb, in dem ihre Eltern eingeschlossen waren. Die Rangerin trat hinzu und nahm die Adresse auf. Ihr Blick blieb an der Einmündung zum Forschungsbezirk hängen. Bis zum Hauptlabor waren es von dort nur noch wenige Straßen. Sie rief Nessa erneut an und ging dabei einige Schritte aus dem Lärm der Fahrzeuge. Diesmal brach die Verbindung nicht sofort ab. Zwischen dem Rauschen waren Stimmen zu hören, dann ein Husten und schließlich Nessas Name, gesprochen von jemandem, dessen Stimme sie nicht kannte. Die Archivarin war bei ihnen. Im unteren Versorgungsgang saßen mehrere Beschäftigte fest und eine Verletzte konnte nicht laufen. Mehr verstand die Twi'lek nicht, bevor die Verbindung wieder zusammenbrach.

Sie wählte erneut und schickte schließlich eine kurze Nachricht mit ihrer Kennung und der Bitte, im Gang zu bleiben, solange dort keine unmittelbare Gefahr bestand. Neben dem Gleiter wartete Vika. Sie hatte sich das Gesicht gewaschen, doch das Wasser hatte den getrockneten Rand unter ihrem Kragen nicht erreicht. Ihr Vater stand dicht hinter ihr und hörte zu, als sie erklärte, dass sie die westlichen Speicher kannte und dem Duros bei der Suche nach weiteren Fahrern helfen konnte. Die Rangerin zeigte ihr die beiden geplanten Fahrten. Vika ergänzte einen Weg hinter den Unterkünften, über den die Fahrzeuge das Kühlhaus von der Rückseite erreichen konnten. Beim Zurücknehmen des Geräts sah Ylaine das blaue Halstuch um Vikas Handgelenk.

Für die Verletzten im Hauptlabor fehlte ihnen noch eine Trage. Die Rangerin ging mit einem der Arbeiter zum Unterstand neben dem Kühlhaus und hob eine schmale Holzplatte vom Stapel, auf der noch die dunklen Kreise abgestellter Pflanztöpfe zu sehen waren. Er zog eine zweite darunter hervor und klopfte die Erde ab. Gemeinsam schoben sie die Platten auf die freie Ladefläche, während eine Nachbarin gefaltete Decken dazulegte und der Duros am anderen Fahrzeug eine neue Nachricht des Frachterkapitäns vorlas. Seine Besatzung hatte mit dem Ausladen begonnen. Ylaine zog einen Gurt durch die seitliche Halterung und straffte ihn über den Decken. Hinter ihr ging die Tür zum Keller auf. Vikas Vater hielt sie mit dem Rücken offen, bis die nächste Familie die Treppe hinuntergegangen war.


[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: Arbeiterunterkünfte außerhalb der Hauptmetropole :: Hof des alten Kühlhauses] Ylaine Vao, Vika, Bewohner und Geflüchtete
 
Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)

Sie hatten nicht viel Zeit, natürlich konnten sie das den hier versammelten Leuten nicht zeigen. Trotzdem hielt Sedros den Druck aufrecht und sprach direkt weiter. Etwas kontrollierter nun, aber der reinblütige Sith versuchte gar nicht erst, seine Wut aus der Stimme herauszuhalten, die so durch den Modulator im Helm noch unmenschlicher klang als bisher. "Jedem, der sonst noch sterben will, erfülle ich den Wunsch gerne. Also los, Freiwillige vor!” Jeder einzelne der Überlebenden wurde mit einem Blick bedacht, der durch einen Deut mit dem Lichtschwert unterstrichen wurde. Keiner von ihnen hielt dem Blick stand. Sie alle ließen ihre improvisierten Waffen fallen, selbst der Möchtegernheld, der im Eifer des Gefechts nach dem Blaster gegriffen hatte, fügte sich. Ein paar der Leute wiesen nun sogar verdächtige Flecken zwischen den Beinen aus. Von diesen wenigen Auserwählten war nun wahrscheinlich am wenigsten Widerstand zu erwarten.

Sedros wollte kein Risiko eingehen, also zerstörte er den auf dem Boden liegenden Blaster mit einem Handstreich, bevor er sein Lichtschwert deaktivierte und wieder an den Gürtel hängte. Die Leute wichen instinktiv mit erhobenen Händen und angsterfüllten Blicken vor dem reinblütigen Sith zurück, als er vortrat. “Na schön. Wissenschaftler, Labortechniker und ähnliches hierhin und Verwaltungsangestellte, sowie Hausmeister und ähnliches dorthin.” Ein Blick ging zu den Death Troopern. “Fixiert die Verwaltungsleute, wir werden sie nicht benötigen.” Das reduzierte die nötigen Befragungen auf noch 5 Leute, drei Laborkittelträger und zwei in Technikeroveralls. Um den Rest kümmerten sich die beiden Death Trooper. Gar nicht mal so sanft landeten ihre neuen Schützlinge mit auf dem Rücken gefesselten Handgelenken auf dem kalten Fliesenboden des Labors mit dem Gesicht nach unten.

Unterdessen befragte
Sedros mit Darel an seiner Seite, die Wissenschaftler und Techniker vor sich. “Wir sind dabei, die Daten dieser Forschungsanlage zu sichern, mussten aber dabei feststellen, dass dieses Labor vom zentralen Computerkern abgekoppelt wurde. Will mir das hier jemand erklären?” Unsichere Blicke wurden ausgetauscht. Manche schienen nicht zu wissen, was genau hier im Labor passierte, andere schienen es nicht sagen zu wollen. Die Blicke aber zeigten zumindest, wer hier das Sagen hatte. “Du.” Der reinblütige Sith streckte die Hand aus und griff telekinetisch nach dem Ithorianer, der sich in der letzten Reihe aufgehalten hatte. Seine ohnehin schon ängstlichen Blicke schlugen in Panik um, als seine Füße den Bodenkontakt verloren und er gegen seinen Willen in die erste Reihe schwebte. Der Ithorianer war vielleicht zwei Meter zwanzig groß und auch wenn diese Spezies für ihre pazifistische Einstellung berühmt war, achtete Sedros darauf, dass dieses Exemplar außerhalb der Schlag- und Trittreichweite schwebte.

“Sprich.” Der reinblütige Sith war nicht wirklich vertraut mit der Physiologie eines Ithorianers, aber die Lungen waren bei den meisten Humanoiden irgendwo im Brustkorb, also übte er etwas telekinetischen Druck auf diesen Bereich aus, um seinem Gegenüber das Atmen schwer zu machen. “Und ich warne dich, wenn du lügst, werde ich es wissen.” Das hier war eine gute Gelegenheit, seine telepathischen und empathischen Fähigkeiten zu trainieren. Zunächst versuchte der Ithorianer es mit einer ausweichenden Antwort. “Wir erforschen hier nichts, was für die Sith interessant wäre…” Eine interessante Wortwahl, der Ithorianer hatte offensichtlich etwas zu verbergen. “Dieses Urteil kannst du getrost mir überlassen!” Der Ithorianer stieß einen Schmerzensschrei aus, als Sedros einen Moment lang den Druck auf dessen Brustkorb erhöhte. “Ieeek!” Die vier Münder dieses Wesens sorgten dabei für einen überraschend melodischen Klang. Er schien merkliches Unbehagen bei den umstehenden Leuten zu bewirken. Sedros’ Helm filterte die Töne aber auf ein erträgliches Maß herunter.

Der kleine Schreck schien aber auch den letzten Widerstand des Ithorianers zu brechen, denn er begann wie ein Wasserfall so schnell zu sprechen, dass der kleine Übersetzungsdroide, der an seinem Hals hing kaum noch hinterher kam.
“Wir haben das CRISPR-Cas12 Verfahren genutzt, um die Kohlenhydratsynthese der Algen komplett auf die Produktion von Speicherlipiden und essentiellen Aminosäuren umzuprogrammieren. - Die neuen Biosphären-Algen besitzen ein künstliches Chromosom, das sie unempfindlicher gegen Strahlung macht und gleichzeitig ihren Proteingehalt verdreifacht.” Der reinblütige Sith stand noch ganz am Anfang seines Molekularstudiums, er wusste aber bereits genug, dass er den Ausführungen des Ithorianers folgen konnte, also ließ er ihn weiter reden. “Die Laborwerte des Biosphären-Algenstamms Bio-Alga 7-Beta Alpha-2 sind auf dem Flimsi ein Erfolg, in der Realität jedoch ein logistischer Albtraum.” Sedros konnte sich schon ungefähr vorstellen, warum. Eine Verdreifachung der Proteinproduktion konnte nicht ohne unerwünschte Nebeneffekte erfolgen.

“Ja, das CRISPR-Cas12-Verfahren hat funktioniert: Wir haben die Kohlenhydratsynthese blockiert und die metabolischen Pfade komplett auf Speicherlipide und essentielle Aminosäuren umprogrammiert. Das künstliche Chromosom schützt sie perfekt vor kosmischer Strahlung. Aber der Stamm ist steril. Durch den massiven Eingriff in den Genpool haben wir unbeabsichtigt die natürliche Zellteilung blockiert.” Der Ithorianer klang darüber so betrübt, ja regelrecht erschüttert, als wären er und seine Familie davon unmittelbar betroffen. ”Die Algen vermehren sich nicht mehr von selbst. Jede neue Charge muss im Bioreaktor durch extrem aufwendige, künstliche Klon-Induktion Generation für Generation neu erzeugt werden. Für eine skalierbare Massenproduktion ist das völlig unbrauchbar.” Der reinblütige Sith hatte dazu direkt seine ganz eigenen Gedanken, behielt sie aber für sich selbst, um die Mitteilungsfreudigkeit seines Gegenübers nicht im Mindesten zu beeinträchtigen. Es schien dem Ithorianer sogar vollkommen entfallen zu sein, in welcher Lage er sich hier gerade eigentlich befand.

“Und das ist nicht das frustrierendste Problem: Die Simulationen haben ergeben, dass wir den Proteingehalt um den Faktor 6 steigern können. Doch bei exakt der Verdreifachung stoßen wir gegen eine unsichtbare Wand.” Der Ithorianer erregte sich über diesen…Missstand augenscheinlich ziemlich sehr. Er schien sich geradezu in seiner Ehre als Wissenschaftler gekränkt zu fühlen. “Sobald die Zelle versucht, mehr Proteine zu synthetisieren, bricht das System zusammen und die Algenpopulation durchläuft eine rapide retrograde Metamorphose und degradiert zu einer hochtoxischen, anoxischen Biomasse von tiefschwarzer Viskosität. Durch den massiven Zellzerfall werden sekundäre neurotoxische Metaboliten in letaler Konzentration freigesetzt, was zu einer irreversiblen Kontamination des aquatischen Ökosystems führt. Die Ursache ist uns völlig unklar. Es ist, als gäbe es eine biologische Sperre im Genom, die wir einfach nicht entschlüsseln können.“

Sedros konnte dem Ithorianer da nur zustimmen. “Eine wahre Schande, das Ökosystem so zu kontaminieren und eine Massenextinktion aller darin vorkommenden Lebensformen auszulösen, ist wirklich das Letzte, was wir wollen.” Jetzt verstand der reinblütige Sith auch, warum der Ithorianer seine Forschungsdaten nicht mit dem zentralen Computerkern der Forschungsanlage synchronisiert hatte. Sedros konnte sich nur schwer vorstellen, dass republikanische Sicherheitsvorkehrungen ihn so ohne weiteres an einer Technologie forschen lassen würden, die offenbar relativ simpel zu einer Massenvernichtungswaffe umfunktioniert werden konnte, die insbesondere Wasserplaneten wie Mon Cala gefährlich werden würde. Ganz besonders jetzt nicht, wo das C-Virus nach wie vor in aller Munde war. Der Ithorianer mochte etwas naiv sein, er war aber keineswegs einfältig.

Der reinblütige Sith hätte das Fachgespräch gerne fortgesetzt und auch der Ithorianer schien auch gar nicht mehr so abgeneigt zu sein, sich weiter mit
Sedros zu unterhalten. Die Zeit aber machte Ihnen einen Strich durch die Rechnung. Eine Helmanzeige machte sich bemerkbar und verriet, dass sie die 30 Minuten Marke überschritten hatten. Die Zeit lief ihnen buchstäblich davon und das rief die Erinnerung an Rear Admiral Korran auf den Plan, für den Sedros nur wenig anderes als negative Gefühle übrig hatte. Sedros ließ unvermittelt von dem Ithorianer ab, der daraufhin erst hart auf die Füße fiel, dann stolperte und sich erst auf Knien abfangen konnte. “Ich fürchte, wir werden unser Gespräch an einem anderen Ort fortsetzen müssen. Fangen Sie an zu packen.” Der Ithorianer rappelte sich mühselig wieder auf die eigenen Füße und schaute etwas unverständig drein, sodass sich der reinblütige Sith genötigt sah, sich unmissverständlich auszudrücken. “Nach meiner Abreise wird diese Anlage durch ein Orbitalbombardement dem Erdboden gleich gemacht werden. Alles an Daten und Proben, das Sie zurücklassen, wird also für immer verloren sein.”

Damit wandte Sedros sich von dem Forscher ab und schaute zu seinen Mitstreitern. “Rel, du und einer der Droiden passen auf, dass unser neuer Freund keinen Unfug anstellt. Helft ihm packen.” Als nächstes ging Sedros’ Blick zu den Droiden. “Du folgst Rel und du lädst die Daten aus den Computerterminals hier herunter.” Zuletzt schaute der reinblütige Sith zu den beiden Death Troopern. “Ihr passt auf, dass diese Leute hier keinen Unfug anstellen. Muckt einer auf, erschießt ihn.” Was Sedros betraf, hatten diese Leute jede zweite Chance bereits verspielt und außerdem hatten sie buchstäblich keine Zeit übrig, um zimperlich vorzugehen. Geschäftigtes Treiben brach im ganzen Raum aus, auch wenn die Wissenschaftler teilweise überwältigt und recht ungläubig wirken, so schien zumindest für den Moment niemand gewillt, irgendwie negativ aufzufallen und zurückgelassen zu werden. Sedros ließ sie erst einmal machen und trat an eine der Konsolen heran, um sich die dort verfügbaren Daten anzusehen.

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[Mittler Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 - Tagseite - Hertfordshire - regionales Verwaltungszentrum Aurek – verwüstetes Großraumbüro] 1st Squad, 1 Sturmtruppler, Dr. Krell und Gwenn

„Ups.“


„Patch!“ Mittlerweile war Gwenn genervt.

„Nurn Scherz Ma’am, ich hab ihn lediglich ruhig gestellt!“, empörte sich der Medic aufgrund der Unterstellung.

Gwenn schüttelte den Kopf, sah sich einmal zu dem Scherzkeks um.
„Nicht der geeignete Zeitpunkt! Sie hätten ihm einfach ein Beruhigungsmittel geben können.“

„Wollen sie ihr Messer wieder?“, lenkte der Sanitäter ab.

„Blutet der sonst nicht aus?“

„Ne, ich hab so nen neuen Kleber den ich ausprobieren will, alternativ bleibe ich gerne auch beim guten, alten Gerinnungsmittel.“

„Erstmal keine Versuche am Menschen Patch.“

Irgendwo hinter sich meinte sie ein leises „Och menno.“ von Hooch zu hören. Der und seine Scheißliste.

„Stell einfach sicher, dass er nicht verblutet.“

Immerhin bekam sie ihr Vibromesser wieder, es war sogar schon abgewischt, und steckte es wieder ins Messerholster quer über ihren unteren Rücken. Vielleicht konnte es jetzt endlich weitergehen. Erstmal diesen Mr. Fisk in die Finger kriegen, dann den Bunker öffnen, die Credits sicherstellen, verladen und irgendwie das Ganze im Idealfall an den Weißbehelmten vorbei organisieren. Üblicherweise hatten die es ja nicht so mit Bestechung. Zumindest wäre das der Idealfall, einer von Tris Männer hatte den ganzen Vorfall ja mitbekommen, und wenn sie den nicht einfach direkt über den Haufen schießen wollte, würde er die Sache seinem Sergeant sicher zutragen. Womöglich genau in diesem Moment per Kommlink. Mal schauen, vielleicht konnte sie den Sergeant auch erstmal ein wenig austarieren. Immerhin wäre es nur ausgleichende Gerechtigkeit. Die Flotte hatte schließlich auch ihr Prisengeld. Warum nicht auch ein bisschen finanzielle Entlohnung für Initiative auf dem Schlachtfeld? Klar, waren zwar republikanische Credits, aber auch dafür fand sich ne Lösung. Ist ja nicht so, dass nicht Krieg sei und auf umkämpften Welten nicht beide Währungen zum Einsatz kämen. War also ein Problem für später, außerdem sollte man keine Credits ausgeben die man nicht hatte. Hooch und Buster weihte sie im Gehen leise in das Geschehen ein. „Wir spielen das ruhig und sicher runter.“, prägte Gwenn den Beiden ein.

Endlich konnte man weiter, der Verwaltungstrakt hatte wirklich genug Zeit gefressen. Der erste Trupp rückte weiter vor und stellte schon bald Kontakt zu Sergeant Tri und seinen verbliebenen Soldaten her.
„Probleme?“, hakte sie kurz nach, während der Trupp die Sicherung des Vorraums übernahm in dem sich die Sturmtruppler ausruhten. „Bei uns war alles ruhig, aber Ihr Findling hat da ne interessante Möglichkeit aufgetan.“ Ein aufmerksamer Beobachter konnte durchaus bemerken, dass die neun Soldaten des ersten Trupps viel eher ein Auge auf die Jungs in Weiß hatten, als der Außensicherung. Betont lässig deutete der ein oder andere Lauf eines DLT-20a Blastergewehr wage in die Richtung der sich entspannenden Sturmtruppler. „Sagen Sie Sarge, auf ner Skala von eins bis zehn, wie sehr mögen sie Credits?“ Die Frage war schlicht, ob wirklich Spannung in der Luft lag, oder Tri möglicherweise gar nicht so ablehnend einer ‚Bonuszahlung‘ gegenüber stand.

„Sehen Sie, in diesem Gebäude befinden sich mehrere Millionen republikanische Credits und ich mache mir Gedanken, wie man die möglichst sinnvoll bedürftigen Veteranen zu Gute kommen lassen kann. Möglichst zu gleichen Anteilen. Wäre das was woran sie Interesse hätten? Oder sind sie da nicht so dran interessiert?“

Ein Gutteil der bedürftigen Veteranen war genau in diesem Moment im Raum. Der Rest vom dritten Platoon war natürlich auch furchtbar bedürftig, wie auch – wenn er es wollte – Tri und seine Männer.
"Niemand will hier wem den Blaster auf die Brust drücken. Wenn das nichts für sie ist, hab ich draußen noch zwei Squads die am Fluss sichern und sicher Verstärkung gebrauchen könnten. Also alles kein Grund um nervös zu werden." Eine vernehmbare Detonation kündete, auch dass dort was passiert war. Für den Moment wollte Gwenn ihre Aufmerksamkeit lieber nicht von Tri nehmen, vermutete aber mal, dass das eine der geplanten Brückensprengungen war. Ein Ausweg war immer wichtig, jemanden ohne guten Grund in die Ecke zu drängen brachte nur Ärger. In diesem Fall Leichen und Verwundete die unangenehme Fragen aufwerfen könnte. Für den Moment war sie mit ihren Leuten zwar - zumindest ihrer Einschätzung nach - in der überlegenen Situation, aber Sturmtruppen waren zähe Bastarde und es konnte alles mögliche passieren oder schiefgehen.

[Mittler Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 - Tagseite - Hertfordshire - regionales Verwaltungszentrum Aurek] 1st Squad (9 Soldaten), 4 Sturmtruppler, Tri und Gwenn

@Tri tunsa hiermit überreiche ich dir ein moralisches Dilema :braue hoffe du kannst damit was anfangen und deinen Spaß haben. :D
 
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Agriworld-2079 | Neue Republik | Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage – Labor 3 | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), zwei Death Trooper, zwei KX-Droiden, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)


Nachdem Sedros die verbliebenen Mitarbeiter des Labors mit einer ausgesprochen deutlichen Aufforderung zur Vernunft brachte, ließ Wirkung nicht lange auf sich warten. Einer nach dem anderen legte seine improvisierte Bewaffnung ab, und selbst jener Mann, der zwischenzeitlich nach dem Blaster seines erschossenen Kollegen gegriffen hatte, schien plötzlich wenig Interesse daran zu besitzen, die Angelegenheit fortzusetzen.

Darel beobachtete die Kapitulation mit einer gewissen Zufriedenheit. Offenbar hatten die Anwesenden endlich begriffen, wie aussichtslos ihre Lage war, auch wenn es dafür erst zwei Tote gebraucht hatte.

Als sein Meister die Gruppe anschließend in wissenschaftliches Personal und übrige Angestellte aufteilen ließ, blieb Darel an seiner Seite und verfolgte aufmerksam, wie die Death Trooper die Verwaltungsmitarbeiter und anderen entbehrlichen Personen fixierten. Die Soldaten gingen dabei alles andere als behutsam vor, doch Darel sah keinen Anlass, sich einzumischen. Nach dem bisherigen Verlauf der Begegnung war es nur vernünftig, weitere Überraschungen zu verhindern.

Schließlich blieben fünf Personen für die eigentliche Befragung übrig. Die ausweichenden Blicke der Befragten verrieten bereits einiges, noch bevor jemand den Mund aufmachte.

Sein Meister hatte offenbar ebenfalls bemerkt, wer hier die Antworten liefern konnte.



Darel verfolgte, wie der Ithorianer aus der hinteren Reihe telekinetisch nach vorne gezogen wurde und plötzlich über dem Boden schwebte. Die Wirkung auf den Forscher war kaum zu übersehen. Seine anfängliche Unsicherheit schlug in offene Panik um, als Sedros ihn unter Druck setzte und eine Erklärung verlangte.

Der Ithorianer versuchte zunächst, die Bedeutung seiner Forschung herunterzuspielen, was ihm allerdings wenig Erfolg einbrachte. Erst als Sedros den telekinetischen Griff verstärkte, begann der Wissenschaftler tatsächlich zu reden.

Und sobald er damit angefangen hatte, schien er kaum mehr aufhören zu können.
Darel hörte aufmerksam zu, musste allerdings recht bald feststellen, dass ihm für einen beträchtlichen Teil der Ausführungen schlicht das notwendige Fachwissen fehlte. Begriffe wie CRISPR-Cas12, künstliche Chromosomen und metabolische Pfade waren ihm nicht vollkommen fremd, doch die Zusammenhänge im Detail nachzuvollziehen, überstieg seine bisherigen Kenntnisse auf diesem Gebiet.

Den wesentlichen Punkt verstand er trotzdem.
Die Wissenschaftler hatten offenbar einen Algenstamm entwickelt, dessen Proteinproduktion erheblich gesteigert worden war und der gleichzeitig eine außergewöhnlich hohe Widerstandsfähigkeit gegen Strahlung besaß. Was zunächst nach einem beachtlichen wissenschaftlichen Erfolg klang, hatte allerdings mehrere Probleme verursacht. Die Algen konnten sich nicht mehr selbstständig vermehren und mussten aufwendig künstlich reproduziert werden, wodurch eine wirtschaftlich sinnvolle Massenproduktion kaum möglich war.

Noch interessanter wurde es, als der Ithorianer auf die Grenzen ihrer bisherigen Versuche zu sprechen kam.
Offenbar hatten die Simulationen wesentlich höhere Erträge versprochen, doch sobald die Wissenschaftler versuchten, die Proteinproduktion über einen bestimmten Punkt hinaus zu steigern, brach der gesamte biologische Prozess zusammen. Was dabei entstand, klang für Darel nach einer tiefschwarzen, hochgiftigen Biomasse, die durch ihren Zerfall weitere gefährliche Stoffe freisetzte und ein aquatisches Ökosystem dauerhaft kontaminieren konnte.

Nicht jedes einzelne Wort des Ithorianers ergab für ihn einen Sinn, doch die möglichen Konsequenzen ließen sich auch ohne abgeschlossenes Studium der Molekularbiologie einigermaßen zusammenreimen.
Die Forscher hatten versucht, eine besonders ergiebige Nahrungsquelle zu erschaffen, und waren dabei offenbar auf etwas gestoßen, das unter den falschen Umständen das genaue Gegenteil bewirken konnte.

Darel warf einen kurzen Blick zu seinem Meister, als dieser die mögliche Vernichtung sämtlicher Lebensformen eines betroffenen Ökosystems kommentierte. Der Tonfall ließ ihn unter seinem Helm leicht schmunzeln. Sedros schien an dieser unerwarteten Entdeckung durchaus Gefallen zu finden, und auch Darel konnte nachvollziehen, weshalb die Forschungsdaten für den Alchemisten-Zirkel interessant sein mochten.

Ob sich daraus tatsächlich etwas Brauchbares entwickeln ließ, vermochte er nicht zu beurteilen. Die Tatsache, dass die Republikaner ihre Ergebnisse offenbar bewusst vom zentralen Archiv ferngehalten hatten, machte die Angelegenheit allerdings umso bemerkenswerter.
Die wissenschaftlichen Ausführungen hätten unter anderen Umständen sicherlich noch länger fortgesetzt werden können, doch schließlich meldete sich die Zeitanzeige ihres Helms.



Mehr als dreißig Minuten waren inzwischen vergangen.
Darel registrierte die Zahl mit wachsender Ungeduld. Sie hatten bereits einen beträchtlichen Teil ihres Zeitfensters verbraucht, und auch wenn die Situation im Labor mittlerweile unter Kontrolle war, mussten sämtliche relevanten Daten und Materialien erst noch gesichert und zum Decimator transportiert werden.

Sedros schien zu einem ähnlichen Schluss gekommen zu sein, denn er ließ den Ithorianer wieder zu Boden und erklärte, dass sie ihr Gespräch an einem anderen Ort fortsetzen würden. Als der Forscher daraufhin zunächst wenig Verständnis für die Aufforderung zeigte, seine Sachen zusammenzupacken, machte sein Meister ihm unmissverständlich klar, was nach ihrem Abflug mit der Anlage geschehen würde.

Darel beobachtete die Reaktion des Ithorianers und der übrigen Wissenschaftler, während Sedros anschließend die Aufgaben verteilte.
Auf den Befehl seines Meisters hin neigte er knapp den Kopf.

„Jawohl, Meister.“

Anschließend trat Darel einen Schritt vor und wandte sich den verbliebenen Forschern zu. Seine Haltung blieb aufrecht, während seine Stimme durch den Modulator seines Helms ruhig und bestimmt erklang.

„Also, Ihr habt meinen Meister gehört. Packt alles zusammen, was für Eure Forschung von Bedeutung ist, und macht schnell.“

Er ließ seinen Blick über die Anwesenden wandern, ehe er etwas deutlicher wurde.
„Ihr könnt entweder mit uns diese Anlage verlassen, oder Ihr bleibt hier und sterbt. Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Mit einer beiläufigen Bewegung löste er erneut sein Lichtschwert vom Gürtel und aktivierte die rote Klinge, deren Summen die letzten Worte seiner Aufforderung begleitete.

„Also LOS!“

Darel hielt die Waffe noch einige Augenblicke sichtbar vor sich, während sich die Wissenschaftler hastiger an die Arbeit machten. Er hatte wenig Interesse daran, länger als unbedingt notwendig auf diesem Planeten zu bleiben, und noch weniger daran, dass einer der Anwesenden plötzlich auf die Idee kam, doch wieder Widerstand leisten zu müssen.

Die ersten beiden Toten hatten seiner Ansicht nach ausreichend deutlich gezeigt, wohin solche Entscheidungen führten.
Es bereitete ihm auch kein besonderes Unbehagen, die übrigen Mitarbeiter daran zu erinnern. Im Gegenteil, ein gewisser Nachdruck schien die Arbeit erheblich zu beschleunigen, und solange die Wissenschaftler dadurch kooperierten, erfüllte die Drohung ihren Zweck.
Nachdem er einige Augenblicke beobachtet hatte, wie die ersten Gegenstände zusammengetragen wurden und das zuvor zögerliche Personal zunehmend geschäftiger wurde, ließ Darel seine Klinge wieder erlöschen.

„Gut so.“

Er wandte sich den beiden KX-Droiden zu. Einer hatte bereits den Auftrag erhalten, die Daten aus den Terminals herunterzuladen, während der andere ihn bei der Sicherung der Forschungsunterlagen und Proben unterstützen sollte.

Darel trat zunächst an eine der Konsolen und ließ sich vom zuständigen Droiden den Beginn der Datensicherung bestätigen. Er verstand zwar nicht sämtliche technischen Einzelheiten, doch zumindest wollte er sicherstellen, dass der Download lief und keine wichtigen Informationen übersehen wurden. Bei den Forschern hatte er inzwischen gelernt, dass die wirklich interessanten Ergebnisse offenbar nicht zwangsläufig dort gespeichert wurden, wo man sie erwartete.

„Sichert sämtliche verfügbaren Forschungsdaten. Achtet besonders auf alles, was mit dem Algenstamm und den fehlgeschlagenen Versuchen zusammenhängt.“

Anschließend wandte er sich gemeinsam mit dem zweiten Droiden wieder dem Ithorianer zu.
Der Wissenschaftler wirkte nach der Befragung noch immer reichlich mitgenommen, was Darel angesichts der Behandlung durch seinen Meister durchaus nachvollziehen konnte. Mitleid hielt ihn allerdings nicht davon ab, dessen Aufmerksamkeit erneut auf die bevorstehende Aufgabe zu lenken.

„Sie haben meinen Meister gehört. Sie werden uns begleiten und Ihre Arbeit an einem anderen Ort fortsetzen.“


Darel trat etwas näher an ihn heran und betrachtete ihn durch das dunkle Visier seines Helms.

„Machen Sie also keine Dummheiten. Ich habe wenig Interesse daran, wegen Ihnen weitere Zeit zu verlieren.“

Er ließ einen kurzen Augenblick verstreichen und verringerte dann den Abstand noch etwas, während seine Stimme einen merklich schärferen Ton annahm.

„Verstanden?“


Das Lichtschwert an seinem Gürtel, die schwarze Rüstung und nicht zuletzt das Schicksal der beiden Angreifer hatten bereits ausreichend deutlich gemacht, welche Möglichkeiten ihm zur Verfügung standen.
Er wartete einen Augenblick, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder auf die eigentliche Arbeit richtete.

„Also gut. Was brauchen Sie?“

Darel deutete auf eine der verfügbaren Schwebetransportplattformen und begann gemeinsam mit dem KX-Droiden, die benötigten Materialien darauf zusammenzutragen. Dabei überließ er dem Ithorianer die Entscheidung, welche Proben, Forschungsunterlagen und Geräte für die Fortsetzung seiner Arbeit unbedingt notwendig waren, achtete jedoch darauf, dass dieser sich nicht in irgendwelchen Nebensächlichkeiten verlor.

Was sich sicher verstauen ließ, wurde auf die Plattform geladen, während der Droide insbesondere bei schwereren oder empfindlicheren Gegenständen unterstützte. Darel selbst packte ebenfalls mit an und behielt gleichzeitig den Wissenschaftler im Auge.

Er wollte die Forschungsanlage mit möglichst vollständigen Ergebnissen verlassen, und wenn dafür ein wenig körperliche Arbeit notwendig war, hatte er damit kein Problem.

Wichtiger war, dass sie hier schnell und endlich fertig wurden.


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