Christophsis (Christoph-System)

Arlens Armada

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Christophsis
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[ Infos zum Planeten: Christphsis (engl.) | Christophsis (dt.) ]

[ Zugehörigkeit: Theokratische Republik Christophsis ]

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Namhafte Lokalitäten​

Chaleydonia/Crystal City – Die Hauptstadt von Christophsis ist ein Wunderwerk organischer Kristallkonstruktionen.

Botschaft der Neuen Republik​
Ein geschmackvolles Hochhaus aus Kristall, nicht weit von der Synode entfernt.​

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Besonderheiten
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Christophsis ist ein bewohnter Planet im Christoph-System des Savareen-Sektors im Outer Rim. Er ist die Hauptwelt der Theokratischen Republik Christophsis und wird von Wäldern kristalliner Türme bedeckt.
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Stand: Beitrag #1, 25.04.2026
Arlen
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[Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / Orbit von Christophsis / Yacht] Arlen, Leela und der Rest des Teams

Der Deckname, den Voorpak ihr zugeteilt hatte, war Tooka. Der Name beschrieb kleine Katzenartige, die für ihr breites, zahniges Grinsen berüchtigt waren...
Leela klappte die Filmsimappe zu, starrte einen Moment an die gewölbte Decke ihres luxuriösen Quartiers an Bord der Yacht, die sie nach Christophsis beförderte, und las dann schmunzelnd weiter.

Das Dossier selbst hielt wenig Überraschungen für sie bereit, die sie nicht schon aus Arkadis absichtsvoll liegengelassenem Stapel kannte. Die Theokratie war in Schwierigkeiten. Ihr Führer, der ehrwürdige Hohe Ayr’rah, Phosphoreius XVIII. war alt und schaffte es offensichtlich nicht mehr, seine über irgendwelchen religiösen Fragen gespaltene Partei zusammenzuhalten. Leela notierte sich stirnrunzelnd ein paar Fragen zu diesem abergläubischen Mummenschanz: Dazu brauchte sie unbedingt noch profunderes Wissen. Als sie weiter las, war sie dann doch einigermaßen erstaunt, wie tief die Risse in der Theokratischen Republik bereits gingen, wie viele Hände gleichzeitig an den Zügeln zogen und wie elegant das Imperium bisher vermieden hatte, dabei gesehen zu werden. Sie las das Dossier zweimal, notierte weitere Fragen.

Vom relativ kurzen Flug, bekam sie wenig mit. Zwei Mahlzeiten mit dem Team. Der Versuch von Smalltalk und ein paar Stunden Schlaf.

Dann - empfing sie Crystal City mit Licht.

Beim Einflug durch die Wolkendecke brach die Sonne auf tausend Flächen gleichzeitig – die Stadt war aus dem namensgebenden Kristall gebaut, der den Planeten reich und berühmt gemacht hatte, und sie reflektierte das Licht so gnadenlos, dass Leela unwillkürlich die Augen zusammenkniff und sich fragte, ob die Christophsianer an Kopfschmerzen gewöhnt waren oder ob das Gehirn das irgendwann einfach ausblendete. Von oben wirkte Crystal City wie ein Schmuckstück, das jemand achtlos auf eine Ebene geworfen hatte: funkelnd, makellos, kalt.


"Wunderschön..", meinte Leela, als sie neben Arlen ans Panoramafenster trat. "...und undurchdringlich wie ein Spiegel... ein Haifischbecken, das aussieht wie ein Kronleuchter."

Während die Yacht in Richtung Botschaftslandeplattform absank, warf sie Arlen einen kurzen Blick zu.

„Tooka", sagte sie sachlich, als Antwort auf eine Frage, die er noch nicht gestellt hatte. „Mein Deckname. Falls Sie sich gefragt haben."

Der Landeplatz war aus demselben blauweißen Kristall wie alles andere hier – glatt geschliffen und geradezu absurd reflektierend. Als sich die Rampe öffnete, traf die Hitze Leela wie ein Schlag: Dr. Lira Sandren, Botschaftsärztin der Neuen Republik, blinzelte in Christophsis' Licht und beschloss, dass sie Crystal City auf Anhieb nicht mochte.

[Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Landeplattform der republikanischen Botschaft] Arlen, Leela und der Rest des Teams
 
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Kommend von Coruscant

[ Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / Orbit von Christophsis / Yacht ] Arlen, Leela und der Rest des Teams

Der Anflug auf Christophsis war nicht so recht mit irgendeinem anderen Planeten vergleichbar, den Arlen bisher gesehen hatte. Chrystal City, oder Chaleydonia – wie sie von den Einheimischen genannt wurde – war ein Gewirr blau-violetten Kristalls, der das Licht brach und in allen Farben des Regenbogens zurückwarf.

Aus dem Dossier war es ihm bisher nicht so recht klar geworden, doch auf einmal verstand er, warum Licht ein zentrales Motiv der vorherrschenden Religion war.

Arlen sah auf, als Ritterin Kaveri zu ihn trat.


„Poetisch“, antwortete er auf ihre Beschreibung eines Haifischbeckens, das aussah wie ein Kronleuchter. „Ich glaube das Wort, das Ihr sucht, ist ‚Spiegelkabinett‘?“, steuerte er bei und schmunzelte. „Uns würde ich zu den Haien zählen. Daher bin ich zuversichtlich.“

Als nächstes nannte Kaveri ihren Decknamen. Tooka. Das mentale Bild der Grinsekatze ließ Arlen amüsiert schnauben. Oder eher, er wollte das tun, denn seine fehlende Nase machte daraus eher ein ersticktes Grunzen. Das würde er sich merken müssen. Wessen Gesicht er auch immer auf Christophsis als sein eigenes verkaufen würde, hatte noch eine Nase.

„Gizka“, gab er zurück und streckte seine Rechte zu einem neuerlichen Handschlag aus. „Und Siezen, nicht Ihrzen. Guter Punkt.“

Die Yacht flog nun tief, durch Stadtverkehr größerer Schiffe. Der Pilot hatte einen spindeldürren Wolkenkratzer in der Skyline als Botschaftsgebäude benannt, was Arlen als Anlass nahm seine eigene Verkleidung zu vervollständigen. Bereits jetzt trug er Roben und Abzeichen eines kleinen Botschaftsangestellten, sein Lichtschwert irgendwo tief in seinem rechten Ärmel verstaut.

Er hoffte, dass er es nicht brauchen würde. Wenn sie mit Lichtschwertern kämpfen mussten, dann war die Mission gescheitert. Dennoch war es beruhigend das vertraute Summen des gereinigten Kristalls Darth Kerbals an seinem Körper zu spüren.

Nun zog Arlen zwei dünne Hauthandschuhe aus der Tasche. Haselnussfarbene Haut, so wie der Corellianer, den er verkörpern würde. Hoffentlich würde es nicht zu warm werden. Auf den ersten Blick wirkte der Stoff wie echte Haut und fühlte sich auf seiner Außenseite auch so an. Damit konnte man Hände schütteln. Hoffentlich war er auch so atmungsaktiv, wie er kompetent aussah.

Nachdem er die Handschuhe – naja, eher Armstulpen mit Fingern – angelegt hatte, hob Aren seine Rechte zum Kragen und aktivierte per Knopfdruck das teure Hologerät, das ein lebensechtes Gesicht über das seine projizieren würde. Der Generator summte auf und ein bläulicher Schleier legte sich über sein Sichtfeld.

Während die Courier-Klasse Yacht sich schließlich auf das Landefeld senkte, begaben die Jedi sich zur Rampe. Kaum hatte sie damit begonnen sich abzusenken, überstrahlte blendendes Licht das bis grade noch angenehme Zwielicht der Lampen. Offensichtlich hatte die Frontscheibe der Yacht ihres getan, um das schmerzhafte Licht von ihnen abzuhalten.

Mit dem Licht kam Hitze, die Arlen überraschte. Mit einer erhobenen Hand, um seine Augen abzuschirmen, trat Arlen ins Freie. Doch musste er feststellen, dass das Licht nicht aus einer abschirmbaren Richtung kam. Christophs Strahlen fingen sich in allen Oberflächen um sie herum und drangen unbarmherzig auf sie ein. Arlen seufzte.

Auf der Plattform wartete bereits ein Empfangskomitee auf sie. Ein halbes Dutzend Menschen, Rodianer und was Arlen aus dem Dossier als Kerkoiden wiedererkannte, warteten in teuer aussehender Kleidung schon auf sie.

Die meisten trugen Sonnenbrillen. Na toll.

Ein blonder Mensch (Arkadi) schien die Gesellschaft anzuführen und schüttelte zuerst die Hände von Voorpak – für Arlens Augen sahen die beiden blonden Menschen sich ungemein ähnlich – und Loth-Cat. Besonders die Bothanerin neigte respektvoll den Kopf. Dann kam die Reihe an Tooka und Arlen.


„Natt Feero. Frisch eingeteilte Botschaftsassistenz“, stellte Arlen sich vor.


[ Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / Landeplattform der NR-Botschaft ] Arlen, Leela und Arkadi, sowie (NPCs) Voorpak, Loth-Cat und das Begrüßungskomitee
 
[Äußerer Rand / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / Landeplattform der NR-Botschaft ] Arkadi, Arlen und Leela sowie (NPCs) Voorpak, Loth-Cat und das Begrüßungskomitee

Es war erstaunlich, wie viel einige für sich genommen kleine Änderungen des Erscheinungsbilds und des Auftretens bewirken konnten. Ein anderer Haarschnitt, ein gepflegter Bart, wo zuvor keiner gewesen war, ein paar Grübchen mehr an den Mundwinkeln, weil man mehr lächelte, die Augen hinter einer Sonnenbrille verborgen, eine andere Haltung, eine andere Art zu gehen, ein anderer Handschlag, ein neuer Akzent und ein angepasstes Tempo beim Sprechen. So war Arkadi Duval verschwunden und Pavul Todre, Deckname Mylaya, an seinen Platz getreten, ein freundlicher, fleißiger, hilfsbereiter Angestellter der Botschaft der Neuen Republik auf Christophsis. Als einer der Assistenten der Leiterin für interne Verwaltungsaufgaben oblagen ihm einige Pflichten, die er gewissenhaft und korrekt erfüllte – seine eigentlich Mission war jedoch eine andere und fand in jenen Stunden statt, in denen er frei hatte oder für „besondere Aufgaben“ abkommandiert wurde.

Diplomatie und Spionage gingen seit Anbeginn der Zivilisation Hand in Hand und es war ein offenes und allgemein akzeptiertes „Geheimnis“, dass in jeder Botschaft jedes Staates Personen tätig waren, die neben allgemein zugänglichen Informationen auch jene sammelten, die andere lieber verbergen wollten. Je nach der Art der diplomatischen Beziehungen konnte es sich um einen eher sportlich gesehenen Wettbewerb mit stillem Einverständnis aller Beteiligten handeln, aber auch um eine schmutzige, mit harten Bandagen geführte Auseinandersetzung bis hin zu Attentaten, schwarzer Propaganda und Anstreben eines Regimewechsels. Die Theokratische Republik war zwar neutral, neigte aber eher Neuen Republik zu und teilte viele ihrer Werte und Sorgen, somit galten für die Spionage auf ihrem Gebiet gewisse Regeln und Gepflogenheiten, an die sich der NRGD und auch Sektion Null hielten – warum Partner und potentielle Verbündete vor den Kopf stoßen? Die ruhigen Zeiten schienen sich aber ihrem Ende zuzuneigen: Das Imperium machte Anstalten, in die internen Angelegenheiten der Theokratischen Republik einzugreifen, und zielte darauf ab, für Chaos oder sogar eine neue außenpolitische Positionierung zu sorgen. Das durfte nicht passieren – der Krieg war ausgebrochen und die Neue Republik konnte es sich nicht leisten, eine weitere Front verteidigen zu müssen.

Dem entsprechend waren leise, still und heimlich das Personal, die Ausrüstung und die Befugnisse des NRGD auf Christophsis deutlich ausgebaut worden. Noch nicht genug in Arkadis Augen, aber man war auf dem richtigen Weg. Heute bestand seine Aufgabe darin, weiteres Personal zu begrüßen und einzuweisen, sowohl in seiner Tarnung als auch in seiner eigentlichen Rolle. Also hatte sich der blonde Mann in eine farbenfroh-feierliche Gewandung gehüllt, sein freundlichstes Lächeln aufgesetzt und die hier ausgesprochen wichtige Sonnenbrille noch nachjustiert, bevor er zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen pünktlich zum Landefeld aufgebrochen war. Sektion Null hatte ihn zusätzlich zu den Informationen seiner eigenen Abteilung in Kenntnis gesetzt, also wusste er zumindest grundsätzlich, dass zwei der Neuankömmlinge Jedi sein würde – und die Aussicht darauf, eine von ihnen wiederzusehen, ließ sein Herz etwas schneller schlagen. Seine Abreise war unter größer Geheimhaltung erfolgt, es wartete eine handfeste Überraschung. Da – zur vereinbarten Zeit setzte das Schiff zur Landung an, gebadet in das strahlende Licht dieser Welt schälten sich nach und nach die Passagiere heraus. Arkadi begrüßte sie als Wortführer des Empfangskomitees entsprechend freundlich-entgegenkommend, angefangen mit Deckname Vorpaak und Deckname Loth-Cat. Die Geheimdienstler blieben ganz in ihren Rollen, tauchten ein paar Nettigkeiten aus, dann wandte sich Arkadi den beiden Jedi zu. Der Höflichkeit gemäß empfing er zuerst Leela, und er konnte nicht verhindern, dass sein Lächeln ein wenig breiter wurde und seine Stimme ein wenig wärmer klang. Es war...schön, sie wiederzusehen. Aber auch hier blieb der Geheimdienstoffzier in seine Tarnung, schenkte ihrem Begleiter (Arlen) nahezu die selbe Aufmerksamkeit und Freundlichkeit, so, wie es sich gehörte, wie es erwartet wurde. Aufwändige Tarnung für den zweiten Jedi, machte sich Arkadi eine mentale Notiz, bevor er beide mit einem kräftigen, aber nicht zu groben Händedruck und Augenkontakt begrüßte.


„Willkommen auf Christophsis, Dr. Sandren, Mr. Feero. Es ist mir ein Vergnügen, Sie in der Botschaft der Neuen Republik begrüßen zu dürfen. Erlauben Sie mir, mich vorzustellen: Pavul Todre, meiner bescheidenen Wenigkeit nach Assistent der Leiterin für interne Verwaltungsaufgaben, die Sie herzlich grüßen lässt und darum ersucht, ihre Abwesenheit zu entschuldigen. Ausgesprochen dringende Angelegenheiten, Sie verstehen gewiss. Wenn Sie mir bitte folgen würden, zeige ich Ihnen gerne alles, das für Ihre Arbeit relevant ist. Oh, und die sollten Sie gut aufbewahren: Man kann hier sehr leicht geblendet werden.“


Mit einem Schmunzeln präsentierte Arkadi vier Sonnenbrillen und überreichte sie den Neuankömmlingen, mit dem feierlichen Habitus einer Person, die sich selbst auf eine charmante Art vielleicht für ein bisschen wichtiger hielt, als sie tatsächlich war, und die gerade ihre wortwörtlichen fünf Minuten in der Sonne genoss, bevor der graue Büroalltag zurückkehrte. Der Geheimdienstoffizer vollführte eine eine einladende Geste und fuhr im Plauderton fort, als er die anderen zum und ins Botschaftsgebäude führte. Seine Deckidentität war bedeutend redseliger als er selbst, neigte zu mehr und markanteren Geste, machte weniger Pausen und schien in Wort und Schritt leichter, federnder. Die Türen der Botschaft wurden geöffnet und die Gruppe ging durch geschmackvoll eingerichtete Gänge, Stil und Dekoration waren ausgewählt worden, um sich an lokale Gepflogenheiten anzupassen.


„Ich hoffe, Sie hatten eine angenehme Reise. Ungern überfalle ich Sie direkt nach der Landung, aber wir haben eine amüsante kleine Tradition in der Botschaft ersonnen: Immer mal wieder fragen wir zufällig ausgewählte Neuankömmlinge nach dem Tier, das sie am liebsten in einem Zoo sehen würden. Bei mir ist es das prächtige Mylaya. Wie sieht es bei Ihnen aus? Bitte überlegen Sie in Ruhe, antworten Sie nicht aus dem Bauch heraus - jedenfalls nicht mit leerem Magen! Ah, wie auf Stichwort, da vorne ist auch schon der Besprechungsraum. Es liegen Erfrischungen und Häppchen für Sie bereit, greifen Sie herzhaft zu! Und dann wollen wir mal sehen, ob wir zwischen dem Kauen Zeit für eine Unterhaltung finden, nicht wahr?“

Arkadi lachte aus dem Bauch heraus, vollführte eine leichte Verneigung und wies mit Stolz – und vielleicht auch Appetit – auf ein für verschiedene Spezies und Essgewohnheiten angepasstes Büfett, das auch das ein oder andere lokale Gericht enthielt. Die Akklimatisierung sollte wohl auch über den Bauch erfolgen – alles andere würde folgen.

[Äußerer Rand / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / NR-Botschaft, Besprechungsraum] Arkadi, Arlen und Leela sowie (NPCs) Voorpak, Loth-Cat und das Begrüßungskomitee
 
[ Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / Landeplattform der NR-Botschaft ] Varek Tor (Tovek Mar), Pavul Todre (Arkadi), Lira Sandren (Leela) und Natt Fero (Arlen) sowie (NPCs) Voorpak, Loth-Cat und das Begrüßungskomitee


Tovek Mar hatte sich inzwischen an vieles auf Christophsis gewöhnt. An die Hitze, die sich tagsüber zwischen den kristallinen Fassaden von Chaleydonia staute, ebenso wie an die eigentümliche Vorliebe der Einheimischen, selbst alltäglichen Gegenständen eine symbolische Bedeutung zuzuschreiben. Nur das Licht gehörte noch immer zu den Dingen, mit denen er keinen Frieden geschlossen hatte.

Es brach sich an den Türmen der Hauptstadt, wanderte über Fassaden und Plätze und wurde von den glatten Flächen der Landeplattform in zahllosen Winkeln zurückgeworfen. Selbst die Sonnenbrille auf Toveks breitem Gesicht konnte nicht verhindern, dass seine dunkelgrünen Augen sich etwas verengten, als die erwartete Yacht zwischen den kristallinen Hochhäusern auftauchte.

Neben ihm hatte Pavul Todre bereits jene freundliche Haltung angenommen, die ausgezeichnet zu einem Mitarbeiter der Botschaft passte. Pavul stand etwas lockerer, lächelte häufiger und schien selbst dann kurz vor einer freundlichen Bemerkung zu stehen, wenn niemand mit ihm sprach. Eine überzeugende Rolle, gerade weil sie sich nicht auf einen anderen Namen und ein verändertes Äußeres beschränkte.


Tovek selbst benötigte an diesem Tag wesentlich weniger Schauspiel.
Die hochwertige Kleidung in gedeckten Braun- und Grautönen entsprach tatsächlich seinem Geschmack, ebenso der leichte Schal, der locker um Hals und Schultern lag und einen Teil seiner kräftigen Gestalt weicher erscheinen ließ. Eine kunstvoll gearbeitete Brosche aus christophsianischem Kristall saß auf Brusthöhe und verlieh seinem Auftreten gerade genug lokale Verbundenheit.

Für die Öffentlichkeit und einen guten Teil der Botschaft hieß der Gotal Varek Tor. Unter diesem Namen war er als kultureller Berater der Neuen Republik geführt und beschäftigte sich mit Traditionen, gesellschaftlichen Gepflogenheiten, sprachlicher Vermittlung und symbolischer Diplomatie. Die Identität verlangte Tovek nicht besonders viel ab, weil genügend von ihr tatsächlich seinen Fähigkeiten entsprach. Lediglich die Frage, weshalb die Botschaft für solche Aufgaben ausgerechnet einen Gotal wie Varek Tor benötigte, beantwortete er gewöhnlich etwas ungenauer, doch jeder, der sich mit seiner Spezies auskannte, konnte zumindest einen Teil der Antwort erahnen.

Das tiefer werdende Summen der Repulsoren zog seine Aufmerksamkeit zurück zur Yacht. Während das Schiff zur Landung ansetzte, mischten sich seine technischen Emissionen mit dem beständigen Hintergrundrauschen der Stadt. Kommunikationssysteme, Energieleitungen, Fahrzeuge und unzählige elektronische Geräte überlagerten einander zu einem Geflecht, das für Toveks Sensorhörner so selbstverständlich zur Umgebung gehörte wie Stimmen und Gerüche für andere Spezies. Dazwischen lagen die schwerer einzuordnenden Muster der Lebewesen, die sich beständig veränderten und gerade deshalb interessanter waren als das berechenbare Rauschen der Technik.

Tovek hatte bereits vor langer Zeit gelernt, wie gefährlich es war, einzelnen Reaktionen zu viel Bedeutung beizumessen. Nervosität konnte auf eine Lüge hinweisen, ebenso gut jedoch auf Hitze, Erschöpfung oder die unangenehme Erkenntnis, dass man soeben einem wichtigen Diplomaten den falschen Titel genannt hatte. Angst machte niemanden schuldig und Ruhe niemanden ehrlich. Erst wenn mehrere Reaktionen zusammenpassten, wenn Worte, Verhalten und jene schwer kontrollierbaren Veränderungen einander ergänzten oder widersprachen, entstand daraus etwas, das seine Aufmerksamkeit verdiente.

Die Rampe der Yacht senkte sich, und Tovek verschränkte die kräftigen Hände hinter dem Rücken, während die ersten Gestalten in das gleißende Licht von Christophsis traten. Das Team war ihm in seinen Grundzügen bekannt. Pavul kannte er ohnehin, und auch über die Neuankömmlinge hatte man ihn mit allem versorgt, was für seine Aufgabe notwendig erschien. Voorpak und Loth-Cat konnte er deshalb ohne Mühe zuordnen. Bei den beiden übrigen Personen waren seine Informationen deutlich begrenzter.

Tooka und Gizka.
Zwei Decknamen, zwei Personen und vorerst keine Zuordnung, die Tovek benötigt hätte. Ihm war bekannt, dass beide zum eintreffenden Team gehörten, und damit war für den Augenblick das Wesentliche gesagt. Namen waren ohnehin nur eine von vielen Möglichkeiten, einen Menschen einzuordnen, und nach Toveks Erfahrung selten die interessanteste.


Dr. Lira Sandren trat gemeinsam mit einem Mann von der Rampe, der sich wenig später als Natt Feero vorstellen würde. Tovek betrachtete beide mit derselben ruhigen Aufmerksamkeit, ohne seinen Blick länger als notwendig auf einem von ihnen ruhen zu lassen. Es bestand kein Anlass für Misstrauen. Sie waren erwartet worden, ihre Ankunft war abgestimmt und die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen längst getroffen worden. Trotzdem konnte Tovek seine Wahrnehmung ebenso wenig abstellen wie ein Mensch sein Gehör, nur weil gerade niemand mit ihm sprach.

Pavul übernahm unterdessen die Begrüßung und empfing die Neuankömmlinge mit jener Mischung aus Höflichkeit und leicht übertriebener Herzlichkeit. Tovek hörte nur mit halber Aufmerksamkeit auf die ausgetauschten Worte und ließ stattdessen die Menschen vor sich auf sich wirken. Stimmen, Bewegungen und kleine Veränderungen in der Haltung verbanden sich mit jenem schwerer zu beschreibenden Geflecht elektromagnetischer Eindrücke, das seine Sensorhörner aus der Umgebung herausfilterten. Nichts davon lieferte ihm fertige Antworten, dafür war seine Wahrnehmung zu vielschichtig und waren Lebewesen zu widersprüchlich. Sie gab ihm lediglich zusätzliche Teile eines Bildes, dessen Bedeutung sich manchmal erst Stunden später erschloss. Gerade deshalb waren für Tovek selten die Worte selbst das Interessanteste, sondern die Menschen, die sie aussprachen.

Als Pavul sich Dr. Sandren zuwandte, veränderte sich etwas in dessen Auftreten. Das Lächeln wurde kaum merklich breiter, die Stimme gewann eine Wärme, die bei Voorpak und Loth-Cat noch nicht vorhanden gewesen war. Toveks Blick glitt für einen Moment zu Pavul und anschließend wieder zu Sandren. Für sich genommen bedeutete die Reaktion wenig, doch sie war deutlich genug, um in Erinnerung zu bleiben. Er kannte Pavul gut genug, um zu wissen, dass solche Abweichungen bei ihm gewöhnlich einen Grund hatten, und ebenso gut, um ihm die Höflichkeit zu erweisen, diesen Grund nicht mitten auf einer Landeplattform ergründen zu wollen.

Als anschließend Natt Feero vorgestellt wurde, wandte Tovek ihm dieselbe Aufmerksamkeit zu. Erst im Zusammenspiel seiner verschiedenen Eindrücke entstand dabei eine leichte Irritation, die sich nicht unmittelbar einordnen ließ. Was seine Augen wahrnahmen und was der Mann durch Bewegung, Präsenz und die zahlreichen kleinen Signale seines Körpers vermittelte, schien nicht vollkommen ineinanderzugreifen. Der Unterschied war zu gering, um daraus eine belastbare Schlussfolgerung zu ziehen, und Tovek wusste besser, als eine Erwartung zu erschaffen und anschließend nur noch nach Beweisen für sie zu suchen.

Er ließ den Eindruck deshalb dort, wo er hingehörte: im Hinterkopf. Nicht jede Beobachtung musste sofort zu einer Frage werden, denn manche wurden wertvoller, wenn man ihnen Zeit gab.

Nachdem Pavul seine Begrüßung beendet hatte, trat Tovek selbst einen Schritt nach vorne. Mit beinahe zwei Metern Körpergröße und seiner breiten Statur überragte der Gotal einen guten Teil der Anwesenden, doch seine ruhigen Bewegungen und der beinahe freundliche Ausdruck nahmen seiner Erscheinung viel von dem, was andernfalls einschüchternd hätte wirken können.


Zuerst reichte er Sandren die Hand.
„Varek Tor. Kulturelle Angelegenheiten. Es freut mich, Sie auf Christophsis begrüßen zu dürfen, Doktor Sandren.“

Seine tiefe Stimme klang warm und ruhig, während er den Händedruck mit einem höflichen Nicken begleitete. Vielleicht verbarg sich Tooka hinter dem Namen Lira Sandren, vielleicht stand Gizka vor ihm. Tovek verspürte wenig Drang, die Frage durch bloßes Raten zu beantworten. Die entsprechende Zuordnung würde sich früh genug ergeben.

Anschließend wandte er sich Feero zu und nahm auch dessen Hand.
„Mister Feero. Willkommen auf Christophsis.“

Der Händedruck dauerte nicht länger, als es die Höflichkeit verlangte. Dennoch bot die unmittelbare Nähe Tovek einen weiteren Eindruck jenes schwer greifbaren Widerspruchs, den er zuvor wahrgenommen hatte. Wieder war da nichts, das er hätte benennen können, und schon gar nichts, das Misstrauen gerechtfertigt hätte. Feero war ein Mitglied ihres eigenen Teams, kein Gefangener auf der anderen Seite eines Verhörtisches.

Tovek ließ seine Hand wieder los und schenkte ihm ein schwaches, durchaus freundliches Lächeln. Es gab kaum einen zuverlässigeren Weg, eine Beobachtung zu verderben, als unbedingt etwas finden zu wollen.

Pavul hatte inzwischen vier Sonnenbrillen hervorgeholt und überreichte sie mit einer Feierlichkeit, die dem Anlass vollkommen unangemessen war. Toveks Mundwinkel zuckte amüsiert, während er einen kurzen Blick über die kristallene Plattform warf.

„Nehmen Sie seinen Rat ernst.“, ergänzte er mit seiner tiefen Stimme. „Christophsis gewinnt jeden Wettbewerb gegen die menschliche Netzhaut.“

Danach überließ er Pavul wieder die Führung.
Im Inneren der Botschaft wurde das Licht angenehmer. Die Architektur orientierte sich bewusst an christophsianischen Formen, ohne den republikanischen Charakter des Gebäudes zu verbergen. Geschliffene Kristallelemente verliefen entlang der Wände und brachen das nun gedämpfte Licht in blassen Blau- und Violetttönen, während dazwischen Kunstwerke verschiedener lokaler Schulen standen.

Tovek mochte diesen Teil des Gebäudes. Nicht unbedingt wegen seiner Schönheit, obwohl selbst er zugeben musste, dass die Architekten gute Arbeit geleistet hatten. Vielmehr erzählte die Gestaltung etwas darüber, wie die Neue Republik hier wahrgenommen werden wollte. Man hatte sich der lokalen Kultur angenähert, ohne sich vollständig in ihr aufzulösen. Respekt ohne Unterwerfung, Vertrautheit ohne Anspruch auf Zugehörigkeit.

Symbolische Diplomatie war einer jener Begriffe, über die manche seiner Kollegen lächelten, bis eine falsch platzierte Farbe bei einem Empfang plötzlich drei Wochen Verhandlungen kostete.

Während Pavul mit den Neuankömmlingen plauderte, hielt Tovek sich etwas zurück. Er hatte keinen Grund, sich in den Mittelpunkt zu drängen. Menschen verrieten selten besonders viel, wenn sie glaubten, gerade beobachtet zu werden. Wesentlich aufschlussreicher waren jene Augenblicke, in denen ihre Aufmerksamkeit bei jemand anderem lag.

So erreichte die Gruppe schließlich den vorbereiteten Besprechungsraum. Das Buffet war umfangreich genug, um mehrere Spezies zufriedenzustellen, und enthielt neben vertrauten republikanischen Speisen auch einige lokale Gerichte. Tovek trat an den Tisch und betrachtete gerade ein kleines, mit kristallinem Gewürz bestäubtes Gebäckstück, als Pavul die Neuankömmlinge über eine angebliche Tradition der Botschaft aufklärte.


Tiere, die man gerne in einem Zoo sehen würde.
Bei der Erwähnung des Mylaya wanderte Toveks Blick langsam von dem Gebäck zu Pavul. Sein Gesicht blieb ruhig, doch um seine Mundwinkel zeigte sich für einen Moment ein Anflug von Belustigung. Pavul verkaufte die Geschichte mit genügend Überzeugung, dass Tovek beinahe bereit gewesen wäre, ihm die angebliche Botschaftstradition selbst abzunehmen.

„Bei mir wäre es wohl der Narglatch.“, warf er mit seiner tiefen, ruhigen Stimme ein, während er eines der kleinen Gebäckstücke nahm. „Wobei mir bisher nicht bewusst war, wie ernst wir diese Tradition inzwischen nehmen.“

Die Bemerkung kam mit einem schwachen Lächeln und fügte sich beiläufig genug in Pavuls kleine Vorstellung ein. Für jeden Außenstehenden war es kaum mehr als die Antwort eines Botschaftsmitarbeiters, der sich von seinem Kollegen in eine etwas alberne Tradition hineinziehen ließ. Für die richtigen Ohren erfüllte sie einen anderen Zweck.

Tooka und Gizka waren Tovek bekannt, ihre Zuordnung zu Sandren und Feero bislang jedoch nicht. Die Antworten der beiden würden diese Lücke vermutlich gleich schließen, wobei ihn weniger interessierte, ob die vereinbarten Namen fielen, als die Art, auf die sie ausgesprochen wurden. Ein vereinbartes Wort bestätigte schließlich nur, dass jemand ein vereinbartes Wort kannte. Was unmittelbar davor geschah, ließ sich wesentlich schwerer vorbereiten.

Tovek beobachtete deshalb nicht nur die Gesichter, als die Aufmerksamkeit im Raum zu den Neuankömmlingen wanderte. Seine Wahrnehmung galt ebenso den kleinen Veränderungen, die einer Antwort vorausgingen: einem Atemzug, der etwas tiefer wurde, einer unbewussten Anspannung, dem kurzen Suchen nach einer Erinnerung oder jener kaum merklichen Erleichterung, wenn ein vorbereiteter Gedanke an seinen vorgesehenen Platz fiel. Keine dieser Reaktionen hätte allein etwas bewiesen. Zusammengenommen konnten sie jedoch eine Geschichte erzählen, die sehr viel schwerer auswendig zu lernen war als ein Deckname.

Tovek biss von seinem Gebäck ab und stellte überrascht fest, dass es besser schmeckte, als es aussah.
Während Pavul weiterhin die Rolle des freundlichen Gastgebers spielte und die Aufmerksamkeit des Raumes mühelos auf sich zog, blieb der große Gotal etwas abseits beim Buffet stehen. Wer ihn dort betrachtete, sah Varek Tor, einen schweigsamen kulturellen Berater, der seinen neuen Kollegen höflich die Gelegenheit gab, anzukommen.

Tovek hatte nichts dagegen, dass man ihn dafür hielt. Es machte seine eigentliche Arbeit erheblich angenehmer.


[ Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / NR-Botschaft / Besprechungsraum ] Varek Tor (Tovek Mar), Pavul Todre (Arkadi), Lira Sandren (Leela) und Natt Fero (Arlen) sowie (NPCs) Voorpak, Loth-Cat und das Begrüßungskomitee
 
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[ The Wheel | Landebucht 7-C | an Bord des B-7 Frachters B7743 ] Amos Triskal und Lin Kwan


Überraschenderweise gab sich Herr Lin mit der winzigen Kabine zufrieden. Und auch sonst schien den Agenten ein Sinneswandel zu überfallen. Er entledigte sich seiner strengen Jacke und knöpfte das Hemd bequemer auf, bevor er Amos ins Cockpit folgte, um dafür zu sorgen, dass sie problemlos durch imperialen Raum reisen könnten. Plötzlich war der Typ wie ausgewechselt, sprach ganz offen und stellte sich mit einem freundlichen Lächeln noch einmal vor.

Amos war ziemlich perplex und nickte stumm, als Kwan ihm seinen Codenamen nannte: Kilik. Er glaubte, in irgendeiner Doku mal gesehen zu haben, dass das eine insektoide Alienspezies war, die als verschollen oder sehr selten galt. Es würde jedenfalls zu Kwans Codenamen Verpine passen, das waren ja auch solche Insekten-Dudes.

Während der nun auf einmal umgängliche Agent die Codes in den Bordcomputer eingab, wurde Amos klar, dass der Kerl wohl einfach ein guter Schauspieler war. Eine Eigenschaft, die für einen Agenten wahrscheinlich echt wichtig war. Das warf eine Frage auf:


„Ok, wir haben also Decknamen. Heißt das, dass wir auch Deckidentitäten haben? Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich so gut verstellen kann, wie … du.“ Nur zögerlich wechselte er nun doch zu persönlichen Ansprache, Kwan hatte es ja auch getan.

Und dann brachte er Amos schon wieder aus dem Konzept, indem er direkt seine Drogenabhängigkeit ansprach. Was bildete der Typ sich eigentlich ein? Amos fragte ihn ja auch nicht, ober er verheiratet war und Kinder hatte. Kurz angebunden blaffte er nur:
„Nein, danke. Ich hab mich ausreichend mit Medikation eingedeckt, beim Apotheker meines Vertrauens.“

Er verkniff sich den Kommentar, dass, falls er nüchtern bleiben würde, er es bestimmt nicht Kwan zuliebe tat. Außerdem war eine Prise Stim genau das, was Amos in brenzlichen Situationen verlässlich machte, nicht umgekehrt.

Um sich abzulenken, ließ er sich grummelnd in den Pilotensessel fallen und begann mit der Startsequenz.

Kwan reichte ihm eine schwarze Sonnenbrille, die Amos mit fragendem Blick nahm. Dann lachte er.
„Ist das so ein Agentending? Wir tragen dann alle schwarze Sonnenbrillen, damit wir uns auch ja gegenseitig erkennen, oder was?“

Er warf die Brille auf die Konsole vor ihm und umfasste den Steuerknüppel für die Repulsoren.

„Alle Systeme grün. Und los geht’s.“




[ Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / B-7 leichter Frachter im Landeanflug ] Amos Triskal und Lin Kwan


Einige Tage später fielen sie endlich im Christoph-System aus dem Hyperraum. Die Reise war lang, aber ohne Zwischenfälle verlaufen, dank Kwans imperialer Codes und einem gefälschten Händlervisum für den republikanischen Raum, das Amos über die Black Sun erhalten hatte.

Der Planet lag als samtblaue Kugel vor ihnen. Schon vom Orbit aus konnte man Strukturen der Zivilisation erkennen. Amos wusste mittlerweile, dass dies die Hauptwelt der Theokratischen Republik war und schätzte, dass der Planet eine hohe Bevölkerung hatte. Nachdem er nun einiges über den Planeten und diese seltsame Priesterrepublik gelesen hatte, war er schon sehr gespannt. Und Kwan hatte ihn auch über die Sonnenbrillen aufgeklärt.

Besagter kam soeben ins Cockpit und fläzte sich in den Copilotensessel. Amos stellte den Zielvektor ein, den Kwan ihm genannt hatte und zog den Bug des B-7 leicht nach unten auf Kurs. Während die Planetenoberfläche langsam näher kam und schon erste Einzelheiten des kristallinen Terrains erkennbar wurden, wuchs Amos‘ Aufregung. Der kleine Teufel in seinem Hinterkopf meldete sich und behauptete, dass eine Prise Glitzerstim jetzt genau das Richtige wäre. Aber Amos drängte die verführerische Stimme zurück und konzentrierte sich auf den Landeanflug. Er war immer noch clean und stolz darauf…



[ Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / B-7 leichter Frachter im Landeanflug ] Amos Triskal und Lin Kwan
 
Nachricht an Arlen Merillion
Absender:
Faith Navalon
Verschlüsselte Übertragung
Anhang: Holoaufnahme des unbekannten Gefangenen

Faiths aufgezeichnete Stimme erklang. Sie sprach ruhig, auch wenn ihr die Anstrengung des vergangenen Nachmittags noch anzuhören war.

„Arlen, mir geht es gut, ich bin im Jedi-Tempel. Ein Zeltron namens Jorti Conoc hat mir heute die beigefügte Holo-Aufnahme gebracht. Er behauptet, der Gefangene sei dein Vater und du könntest ihn auf Truuine abholen. Außerdem sollst du für irgendwelche Schäden aufkommen. Damit ist wohl der Gefangenentransport gemeint. Ich weiß nicht, was daran stimmt oder auch nicht. Geschickt wurde er nach seiner Aussage von einer blauen Frau mit Kiemen. Zweibein hat ihren Gleiter verfolgt, aber verloren.“

Nach einer kurzen Unterbrechung setzte sich die Aufnahme fort.

„Ich bin Jorti gefolgt, weil er noch seine Bezahlung abholen wollte. Dabei sind wir an eine Swoop-Gang geraten, die meinen Namen kannte und mein Kopfgeld einsacken wollte. Einer von ihnen hat ausdrücklich Truuine genannt. Sie haben Jorti ins Knie geschossen. Ich habe ihn rausgeholt und bei den Jedi-Heilern abgegeben. Morgen werde ich über die Sache einen Bericht einreichen. Bitte sieh dir das Holo an und melde dich, sobald du kannst. Ich wollte dich nicht unnötig behelligen, aber das hier solltest du erfahren. Pass auf dich auf. Mach nichts Dummes! Ich liebe dich.“

Die beigefügte Holoaufnahme zeigt einen Aleena, der mit Handschellen an einen metallenen Tisch gefesselt ist. Das Standbild dreht sich langsam. Es enthält keinen Ton.

Ende der Nachricht
 
[Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / NR-Botschaft / Landeplattform] Varek Tor (Tovek Mar), Pavul Todre (Arkadi), Lira Sandren (Leela) und Natt Fero (Arlen) sowie (NPCs) Voorpak, Loth-Cat und das Begrüßungskomitee

Das Licht traf sie wie eine Ohrfeige.
Dr. Lira Sandren blinzelte, kniff die Augen zusammen und versuchte sich in Chaleydonias gleißendem Licht ihr Empfangskomitee zu erkennen.


"Ich befürchte, dass Horn- und Netzhautschäden unvermeidbar sind, wenn wir unsere Augen dieser Strahlung länger ungeschützt aussetzen, Natt."

Leela wechselte geschmeidig zu Arlens Alter Ego, als sich das holografische Abbild seiner Deckidentität über dessen Gesicht legte.

"Ein Spiegelkabinett. Sie haben völlig recht."

Für ihre Mission hier hatte Leela ihr Haar in einem satten Kupferrot gefärbt und mit zwei teuer aussehenden Kristall-Nadeln in einer Weise hochgesteckt, die für ihre Verhältnisse fast ein bisschen zu extravagant wirkte. Blassgrüne Kontaktlinsen vervollständigten eine verblüffende Typveränderung: Ihr Alter Ego sah für Leela wie jemand aus, der Empfänge genoss. Gesellschaftliche Situationen, Small Talk, das Lächeln auf Bestellung - trotz Training waren das durchaus noch Herausforderungen für sie. Aber mittlerweile keine unüberwindlichen mehr.

Im Gegenlicht waren die Gestalten auf der Landeplattform nicht einfach auszumachen, aber in der Macht registrierte sie... Leela hielt inne, einen Herzschlag lang stand die Zeit still, dann setzte sie sich wieder in Bewegung: Er war hier. Natürlich war er hier. Einen Moment lang erlaubte sich Dr. Lira Sandren, froh zu sein, bevor sie die Begrüßungsrunde mit der kühlen Professionalität ihres Berufsstandes absolvierte.


"Sehr aufmerksam, vielen Dank, Mr. Todre."

Ohne Arkadis Lächeln zu erwidern, nahm die neue Botschaftsärztin ihre Sonnenbrille mit einem knappen Nicken entgegen, nur ihre Hände berührten sich bei der Übergabe kurz und wie zufällig.

Das angenehm klimatisierte, dunklere Botschaftsinnere ließ Lira erleichtert aufatmen, während sie mit halbem Ohr Pavuls Ausführungen folgte und hier und da ein paar oberflächliche Nachfragen stellte, um das Gespräch in Gang zu halten. Ein wenig fühlte sie sich von Arkadis Deckidentität an den Beamten Makish erinnert, den er auf der Ilum- Mission verkörpert hatte. Die Rolle, in der sie ihn kennengelernt hatte. Bevor sie sich von seiner Nähe zu sehr ablenken ließ, gab sie ihrem Geist einen anderen Fokus: Mit ihren Machtsinnen strich sie über die Auren des kleinen Gefolges, ordnete die verschiedenen Eindrücke den Individuen zu, die mit ihr durch das Gebäude flanierten, vermerkte deren Besonderheiten.

Gizka, Voorpak und Loth-Cat kannte sie schon von der Reise, Arkadi.. Pavul würde sie immer wiedererkennen. Blieb noch der Gotal mit der tiefen Stimme. Eine ruhige, aufmerksame Präsenz - die Liannerin spürte seinen geduldig-taxierenden Blick zwischen ihren Schulterblättern.

Als letzte Station fand man sich an einem bunten Buffet ein, was Dr. Sandren würdigte, in dem sie vor allem die einheimischen Speisen probierte, während sie den Gesprächen der anderen lauschte.

Als Pavul die Zootier-Frage in den Raum stellte, merkte sie stirnrunzelnd auf: Mylaya, Narglatch...

Die Ärztin musterte ihre beiden Kollegen mit schwer zu deutendem Lächeln und hob nach einem langen Moment eine Augenbraue.


"Mein Lieblingstier ist das Tooka. Ein kleines, nachtaktives Raubtierchen. Aber... ist es nicht üblich, dass man Spezies wählt, die man in einem Streichelzoo finden würde? Kleine, flauschige Tierchen? Oder haben sich die Regeln kürzlich geändert?"

Dr. Sandrens Lächeln wurde breiter und zahniger - aber ihre Augen erreichte es nicht.

"In dem Fall würde ich mich für einen Sandpanther entscheiden."

[Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / NR-Botschaft / Besprechungsraum] Varek Tor (Tovek Mar), Pavul Todre (Arkadi), Lira Sandren (Leela) und Natt Fero (Arlen) sowie (NPCs) Voorpak, Loth-Cat und das Begrüßungskomitee
 
[ Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / Landeplattform der NR-Botschaft ] Arlen, Leela, Arkadi und Tovek, sowie (NPCs) Voorpak, Loth-Cat und das Begrüßungskomitee

Arlen konnte nicht umhin über Tookas Kommentar zu schmunzeln, während er die Augen gegen das schmerzhafte Tageslicht zusammenkniff.

“Da waren meine Worte wohl treffender als ich das kommen gesehen habe”, gab er zurück. “Ich hoffe, dass wir es so schnell wie möglich ins Innere schaffen.”

Immerhin ging die erste Begrüßung zügig vonstatten.

Mit einem breiten Lächeln nahm Arlen als Natt Feero die Sonnenbrille entgegen und nickte auch dem Gotal freundlich zu, der sich im eigentlichen Empfangskomitee etwas abseits gehalten hatte. Varek Tor und Pavul Todre waren die neuen Namen, die er sich merken musste und er versuchte, sie sich einzuprägen, während er die Sonnenbrille auf dem kläglichen Überrest dessen balancierte, was einmal sein Nasenrücken gewesen war.

Er ging davon aus, dass die Holomaske hielt, denn niemand reagierte in irgendeiner Form.


“Ich danke Ihnen, Mister Todre”, antwortete er dem Wortführer der Delegation und musterte ihn aufmerksam. Es war seltsam, aber auf irgendeine Weise schien das leutselige Auftreten des Mannes und das, was er in dessen Aura spürte, nicht recht zusammenzupassen. Hatten sie hier direkt einen ihrer Kollegen vom NRGD vor sich?

Arlen folgte dem Begrüßungskomittee ins Innere und musste seine Bewunderung für das Interieur nicht spielen. Hier konnte er seine Sonnenbrille direkt wieder abnehmen, denn was draußen schmerzhaft war, war hier drinnen atemberaubend. Er erkannte einige bekannte Designelemente öffentlicher Gebäude innerhalb der neuen Republik wieder. Hier waren diese jedoch samt und sonders durch eine kristalline Linse neuinterpretiert worden.

Die Unterhaltung erstarb während des kurzen Wegs durch das Gebäude, doch das gab Arlen nur mehr Gelegenheit sich umzusehen. Dies tat er sogar bewusst etwas mehr, als er dies normalerweise sein Reflex gewesen wäre, da er annahm, dass seine Tarnidentität weniger ein Problem damit hatte, sich wie ein Tourist zu verhalten.

Erst als der Besprechungsraum in Sicht kam, meldete sich Todre ein weiteres Mal zu Wort und fragte die Neuankömmlinge nach dem Tier, das sie am liebsten im Zoo sehen würden. Eine botschaftsinterne Tradition, wie er erklärte, aber für Arlen offensichtlich die Frage nach ihren Decknamen. Clever. Und ein bisschen lustig.

Natürlich verkniff er sich ein wissendes Schmunzeln.

Gehorsam antwortete er nicht sofort und folgte dem Mann, den er nun ziemlich sicher für einen ihrer Kollegen hielt, in den Besprechungsraum. Das Zimmer war hexagonal angeordnet, mit kristallinen Wänden zu jeder Seite. Ein Fenster führte zu einem eingeschlossenen Hof hinaus. Auf dem sechseckigen Tisch in der Mitte, hatte man allerlei Speisen ausgelegt. Manches erkannte er wieder, anderes schienen lokale Spezialitäten zu sein.

Arlen griff wahllos zu und führte sich einen Bissen in den Mund - noch ein Test für die Holomaske - weswegen es auch der Gotal war, der zuerst auf die Frage antwortete. Narglatch. Und Todre hatte grade schon gesagt, sein Tier sei Mylaya.

Beides große katzenartige - da waren wohl die süßen, kleinen Pelztiere mit Voorpaks Truppe aufgebraucht gewesen. Naja, bevor sie zu Arlen gekommen waren schon. Interessantes Schema.

Dies stellte jedoch auch die Persönlichkeiten noch einmal ins Verhältnis. Beide Decknamen waren ihm aus dem Dossier bekannt und bei Mylaya handelte es sich um die ranghöhste NRGD-Persönlichkeit, die laut den Dokumenten auf Christophsis anwesend war. Das rückte den freundlichen, blonden Mann in ein neues Licht.

Nun stellte Tooka sich vor und offensichtlich war ihr der Größenunterschied zwischen den Decknamentieren nicht entgangen. In einer überraschenden Wendung erkundigte sie sich, ob sich die Spielregeln geändert hatten und schlug ihre eigene Raubkatze vor. Das war möglich?

Es war ein interessanter Charakterzug, dass sie, wenn auch nur konzeptionell, mit den anderen beiden gleichauf sein sollte. Das Protokoll und das Dossier umwerfen, nur damit ihr Namenstier genauso groß und räuberisch war wie die anderen beiden? Da hatte Arlen ja gleich etwas über sie gelernt!


“Hm”, brummte er scheinbar nachdenklich, nun da die Reihe an ihn gekommen war, und nahm sich einen weiteren Snack vom Buffet. Diesmal einen, den er nicht wiedererkannte. “Ich weiß nicht, ob ich ein spezielles Tier im Zoo sehen wollen würde, aber ich weiß eins, das ich NUR im Zoo sehen will. Hatten Sie schon einmal mit Gizka zu tun, vielleicht sogar auf einem Raumschiff? Eine äußerst unangenehme Kombination aus extrem hoher Reproduktionsrate, der Fähigkeit, sich in unmögliche Ritzen zu zwängen und Kabelsalat lecker zu finden. DAS ist ein Tier, das ich lieber in Gefangenschaft, als in der freien Wildbahn sehe.”

Arlen ließ sein Alter Ego breit grinsen und schaute dann zu den einzigen beiden im Raum, die sich noch nicht vorgestellt hatten.

“Ein Voorpak für mich”, sagte Voorpak und zuckte die Schultern. “Ich mag wie flauschig die sind…und wie gruselig es aussieht, wenn sie sich auf ihre dürren, kleinen Beinchen stellen.”

“Loth-Cat”, fügte seine bothanische Kollegin hinzu. “Kein besonderer Grund. Katzen sind süß, egal welche Größe.” Hierbei ruhte ihr Blick vor allem auf Narglatch, der nicht einmal seine eindrucksvollen Hörner brauchte, um sie alle zu überragen.

[ Outer Rim / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / Botschaft der Neuen Republik / Besprechungsraum ] Arlen (Gizka), Leela (Tooka), Arkadi (Mylaya), und Tovek (Narglatch), sowie (NPCs) Voorpak und Loth-Cat
 
[Äußerer Rand / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / NR-Botschaft, Besprechungsraum] Arkadi, Arlen, Tovek, Leela sowie (NPCs) Voorpak, Loth-Cat und das Begrüßungskomitee

Offensichtlich maß der NRGD der Mission auf Christophsis erhebliche Bedeutung zu, dafür sprach allein schon die Größe der auf dem Landefeld der republikanischen Botschaft versammelten Zelle. Darüber hinaus gehörten gleich zwei Jedi zu dem Team – signifikante Ressourcen, die mobilisiert wurden, und Arkadi konnte sich gut vorstellen, dass der Geheimdienst einiges an Hinterzimmerpolitik betrieben hatte, um nicht nur allgemein Machtnutzer in die Operation einzubinden, sondern gerade die beiden ganz bestimmten, die vor ihm standen. Zusätzlich war davon auszugehen, dass Geheimdienstoffiziere bereits in anderer Funktion in der Botschaft aktiv waren. Diesbezüglich hatte Sektion Null Arkadi den ein oder anderen Hinweis geliefert, der in Richtung des Gotal (Tovek) wies, aber endgültig klären würde sich das erst im Laufe der folgenden Gespräche. Falls dieser Mann tatsächlich ebenfalls zum NRGD gehörte, machte er seine Sache jedenfalls gut. Aber eins nach dem anderen: Vorerst galt es, in der Rolle zu bleiben, entsprechend beflissen lächelte der blonde Mann, als sich die beiden Jedi – ebenfalls ganz gemäß ihrer falschen Identitäten – gebührend höflich für die dargereichten Sonnenbrillen bedankten. Arkadi vollführte eine beiläufige Geste mit der Hand, dann nickte er kurz und tippte gegen die Gläser seines eigenen Augenschutzes, als der Gotal bezüglich der Netzhaut mit einstimmte.

„In der Tat, in der Tat. Gern geschehen.“


Es folgte der Gang zum und die Eröffnung der Schlacht um das gar nicht so kalte Büfett. Arkadi griff herzhaft, aber manierlich zu, und gefiel sich in der Rolle des erfahrenen Vorkosters, der zwischen zwei oder mehr Bissen demonstrierte, dass man die lokale Küche ohne Gefahr einer Magenverstimmung genießen konnte. Er registrierte, dass die beiden Jedi in dieser Hinsicht keine Scheu zeigten, und schenke ihnen ein anerkennendes Schmunzeln, das bei Leela einen Augenblick länger verweilte, bevor sich der Geheimdienstoffizier hingebungsvoll einer sehr süßen Frucht widmete, deren Zuckergehalt für manche Spezies wahrscheinlich bedrohliche Ausmaße hatte. Zwischen den kleineren oder größeren Häppchen und dem flankierenden Geplauder nahm das Gespräch zwecks Abklärung der Deckidentitäten Fahrt auf. Es war an höherer Stelle beschlossen worden, die Überprüfung zu verschärfen, zu testen, wie auf Abweichungen vom Protokoll reagiert wurde. Narglatch. Eine große Raubkatze, exzellent an Kälte und widrige Bedingungen angepasst. Arkadi gab mit vollem Mund ein vage zustimmendes „Hm-hm“ von sich und wandte sich halb seinem Gegenüber (Tovek) zu, betrachtete ihn flüchtig aus neuen Augen, bevor er den Bissen herunter schluckte und halb entschuldigend, halb jovial bezüglich der Traditionen antwortete.


„Wenn man auf Coruscant ist, soll man es wie die Coruscanti halten. Und was für die eine Welt mit C gilt, gilt wohl auch für die andere, nicht wahr?“

Das Lächeln des Geheimdienstoffiziers war breit, das Funkeln in seinen Augen amüsiert, aber wer ihn kannte oder gut einzuschätzen vermochte, bemerkte eine Veränderung in seiner Haltung gegenüber dem Gotal. Ein Kollege also – Sektion Null? Ein Aufpasser für den Aufpasser, wie man zynisch hätte anmerken können, aber Arkadi war zu lange im Geschäft, um sich über Misstrauen zu ärgern. Nun war es an Leela: Tooka. So weit, so korrekt. Sandpanther. Arkadi legte ein wenig den Kopf schief – hatte sie gerade nicht nur munter Smalltalk betrieben, sondern sogar einen Scherz gemacht? Es sah ganz so aus, und der blonde Mann lacht einmal, herzlich, aber nicht zu laut, bevor er kurz auf den Tisch klopfte und sich dann auf Arlen konzentrierte. Gizka. Genau nach Protokoll, wie die beiden anderen Geheimdienstoffiziere, die sich mit ihren jeweiligen Decknamen anschlossen. Aufschlussreich, befand Arkadi, reagierte mit einem dezenten Nicken und holte kurz Luft, bevor er zu einem Monolog ansetzte.


„Ach, manche würden sagen, die Regeln ändern sich jeden Tag, zu unflexibel will man ja auch nicht sein. So oder so, ich danke Ihnen allen, so haben wir unseren imaginären Zoo doch flink recht gefüllt und eine ebenso famose wie flauschige Versammlung. Fantastisch – wie auch die hier kredenzten Köstlichkeiten, bitte greifen Sie herzhaft und ohne Zaudern oder Zögern zu. Im Anschluss steht im kleinerem Kreis noch ein Umtrunk an.“

Arkadi blickte feierlich in die Runde und widmete sich dann dem üblichen Klatsch und Tratsch, der Plauderei und des Schaulaufens und Händeschüttelns, bis sich ein günstiger Moment ergab, die anderen Geheimdienstoffiziere respektive Jedi unter dem Vorwand des genannten Umtrunks von der allgemeinen Feier weg zu lotsen. Er unternahm mit der kleiner gewordenen Gruppe eine kurze Führung durch die Botschaft, bis sie sich schließlich vor einem Turbolift vorfanden, in dem Arkadi eine schmale Klappe unter dem Bedienfeld öffnete, diskret einen Code eingab und sie so in einen Kellerbereich brachte, der auf dem Bauplan des Gebäudes nicht existierte. Ebenso wenig waren dort die anderen Räumlichkeiten eingezeichnet, die die Gruppe nun aufsuchte: Sicherheitsschleusen, verstärkte Türen, spezielle Schredder und Öfen für die Vernichtung sensibler Daten, eine Waffenkammer, abhörsichere Besprechungsräume. In einen der letzteren führte Arkadi seine Gäste und zukünftigen Kolleginnen und Kollegen, entriegelte nach einem kurzen Gespräch mit dem wachhabenden Mitglied der paramilitärischen Abteilung die Tür und wies den anderen den Weg hinein, er gab allen Gelegenheit, sich zu setzen, dann stellte er sich ans Kopfende und sorgte über ein Bedienfeld dafür, dass sie niemand stören oder belauschen würde.


„Willkommen auf Christophsis. Diese Besprechung unterliegt Geheimhaltungsstufe Beta Drei, Standardprotokolle greifen. Duval, Arkadi, Lieutenant Commander, NRGD Sektion 01, operative Leitung für diese Welt. Ihre Verifizierung, bitte. Im Anschluss beginnen wir sofort mit dem Briefing, Abklärung von offenen Fragen im Vorfeld.“

Aus dem fröhlich-weltmännischen Botschaftsmitarbeiter war jemand anderes geworden, in Haltung, Auftreten, Sprache, Blick. Kühl und funktional, beinah mechanisch abgeklärt und auf das Ziel fokussiert. Christophsis war von enormer Bedeutung für die Neue Republik und durfte unter keinen Umständen ins Chaos stürzen oder von pro-imperialen Kräften übernommen werden. Dafür waren sie alle hier. Sie waren genau hier und bereit, alles notwendige zu tun. Darauf kam es an. Darauf kam es immer an.


[Äußerer Rand / Savareen-Sektor / Christoph-System / Christophsis / Crystal City / NR-Botschaft, Besprechungsraum 101] Arkadi, Arlen, Tovek, Leela sowie (NPCs) Voorpak, Loth-Cat
 
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