Ilum

Ilum - Kristalhöhlentempel | Kristallhöhlensystem unter dem Tempel | Aleron Blackthorne, Sera Noan, Agatosh und Seris Veynar und BD-3 (NSC)

Auf einmal ging es ganz schnell. Als den Sith Gewahr wurde, dass ihr Plan gar nicht so wenig aus den Fugen geraten war, zögerten weder Sera noch Agatosh, zur Tat zu schreiten, diesen Missstand aus der Welt zu schaffen. Noch bevor Aleron reagieren konnte, war die Halbfrau/ Halbmaschine ihrer jungen Begleiterin hinterher gewetzt, während der Hüne sein karmesinrotes Lichtschwert aktivierte, um den Jedi im Schwertkampf zu stellen. Wieder sah der Morellianer den ersten Angriff kommen, bevor er tatsächlich passierte und wieder begegnete er dem Eröffnungsschlag des Sith mit fest in der Hand liegender aktivierter, türkiser Klinge als hätten die beiden sich für eine Bühnenchoreographie abgesprochen.

Während Agatosh Druck ausübte und in seine Klinge legte, blieb Aleron standhaft in seiner beidhändigen Blockadehaltung. Einmal atmete er tief ein und wieder aus. Eine geradezu gespenstische Ruhe legte sich über den Morellianer und die bisher so bewusst unterdrückte und mit flotten Worten überspielte Nervosität fiel für den Moment von ihm ab. Mit ruhigen Blick schaute er seinem gegenüber fest in die Augen. “Wir müssen das nicht tun, Agatosh. Du kannst auch einfach deine Waffe deaktivieren, zu deinem Schiff zurückkehren und diesen Planeten zusammen mit deinen Kameraden unversehrt wieder verlassen.” Der Jedi glaubte zwar nicht wirklich, dass der Sith darauf eingehen würde, aber die Worte gingen ihm wie von selbst über die Lippen und tatsächlich würde er die Sith auch einfach ziehen lassen, wenn sie sich dazu entscheiden würden.

Doch dazu kam es nicht. Stattdessen setzte Agatosh mit weiteren Angriffen nach. Sein Kampfstil könnte von Sera nicht unterschiedlicher sein, wo die Halbfrau/ Halbmaschine auf Geschwindigkeit und Agilität setzte, schien sich der Hüne ganz auf seine nicht unerhebliche Körperkraft zu verlassen. Aleron konnte sich nicht mit halbherzigen Paraden zufriedengeben, denn hinter jedem Angriff steckte genug Wucht, ihn in zwei Teile zu zerlegen. Schnell stellte der Morellianer aber fest, dass er seine rein körperliche Unterlegenheit dem Hünen gegenüber durch eine größere Meisterschaft über das Lichtschwert ausgleichen konnte. So musste der nicht in der Defensive bleiben, sondern konnte mit für Djem So typischen flüssigen Gegenangriffen den Spieß umdrehen.

Agatosh schien entschlossen zu sein, Aleron hier zu binden. Gleichzeitig spürte der Jedi aber auch, dass der Sith noch nicht alles gab. Wollte er mit ihm spielen, wie es Seris vermutlich tun würde oder stand etwas anderes dahinter? Dem Morellianer war keineswegs der gierige Blick auf sein Lichtschwert entgangen, den der Hüne geworfen hatte, bevor der Kampf begonnen hatte. Leicht würde Aleron es Agatosh ganz sicher machen und er hatte auch ganz sicher nicht vor, sich hier binden zu lassen, während die beiden anderen Sith hier frei in den Kristallhöhlen schalten und walten konnten. Ein Plan begann in Alerons Hinterkopf aufkeimen, während er mit seinem gegenüber Schwerthiebe, Paraden und Gegenangriffe in einem übermenschlichen Tempo austauschte.

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[ Ilum – Kristallhöhlentempel – Höhlensystem ]
Agatosh, Aleron Blackthorne; Sera und Seris am Nebenzugang


Agatosh antwortete nicht mehr. Die rote Klinge lag beidhändig vor seinem Körper, während der Druck zwischen den beiden Lichtschwertern für einen Augenblick bestehen blieb. Blackthornes Angebot war simpel: Waffe aus, umdrehen und verschwinden. Der Chiss betrachtete ihn durch das blutrote Flimmern der gekreuzten Klingen hindurch.

Mehr gab es nicht zu sagen.

Agatosh löste den Kontakt und setzte unmittelbar nach. Nicht wild und auch nicht mit jener kopflosen Raserei, die
Sera wenige Augenblicke zuvor an den Tag gelegt hatte. Seine Angriffe waren schwer, direkt und darauf ausgelegt, Raum zu nehmen. Jeder Hieb zwang den massigen Körper des Chiss in Bewegung und ließ die rote Klinge in breiten, kontrollierten Bahnen durch die kristallene Höhle schneiden.

Doch bereits nach den ersten Wechseln musste Agatosh sich eingestehen, dass
Blackthorne besser war, als ihm lieb sein konnte.

Der Jedi war ihm körperlich unterlegen. Daran bestand kein Zweifel. Aber seine Klinge befand sich beinahe immer dort, wo sie sein musste. Er fing die Wucht nicht stumpf ab, sondern lenkte sie, führte sie weiter und verwandelte Agatoshs eigenen Angriff beinahe im selben Atemzug in eine Gelegenheit zum Gegenschlag. Unter allen Stilen war es ausgerechnet Djem So.
Zion hatte ihnen diese Form oft genug vorgeführt, dass Agatosh ihre Mechanik erkannte, selbst wenn die Ausführung des Jedi eine andere Handschrift trug. Er selbst wurde schließlich in diesem Stil trainiert.

Der Hüne ließ sich deshalb nicht dazu verleiten, einfach noch mehr Kraft in die Angriffe zu legen.
Blackthorne wartete genau darauf. Stattdessen variierte Agatosh den Rhythmus, brach eine Bewegung vorzeitig ab und ließ den nächsten Hieb aus einem anderen Winkel folgen. Keine Suche nach einem schnellen Todesstoß. Noch nicht.

Sera hatte inzwischen getan, was er verlangt hatte und war Seris gefolgt. Damit hatte sich Agatoshs Aufgabe vereinfacht. Er musste Blackthorne hier halten. Ihm keine Gelegenheit geben, seinem kleinen Blechhaufen hinterherzulaufen oder sich in die Angelegenheiten am Höhlenausgang einzumischen.

Dass der Jedi offenbar bemerkte, dass Agatosh noch nicht alles in diesen Kampf warf, störte ihn nicht. Sollte er ruhig darüber nachdenken. Sollte er überlegen, was der Chiss vorhatte. Ein weiterer roter Hieb schnitt durch die Luft, gefolgt von einem unmittelbar nachgesetzten Stoß, der
Blackthornes Deckung beschäftigte. Agatosh wollte und konnte ihn nicht hier und jetzt in Stücke schlagen. Er wollte ihn stattdessen binden, beobachten und ausreichend ermüden. Und sobald Sera und Seris zurückkehrten, würden sämtliche Trümpfe endgültig in ihrer Hand liegen.

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Agatosh, Aleron Blackthorne; Sera und Seris am Nebenzugang
 
[ Ilum - Kristallhöhlen - verborgener Nebenzugang ] - Sera & Seris draußen; Agatosh & Aleron in den Höhlen

Sera musterte die rothaarige Pilotin und sah anschließend über deren Schulter hinweg. Kein Droide. Nicht einmal ein kleines Stück Droidenschrott, das man Aleron hätte präsentieren können. Wie enttäuschend. Am liebsten hätte sie Seris den Hang hinuntergeschubst und ihr hinterhergeschrien, wie nutzlos sie war, aber so behandelte man Pilotinnen nicht, die man noch zum Steuern von Schiffen brauchte. Sie wollte ja nicht auf diesem Eisklumpen von Planeten feststecken. Wer zum asthmatischem Zion war eigentlich eine Fabienne? Was interessierte Sera irgendeine dumme Dorfbewohnerin dieser Einöde. Sie hatte den Droiden haben wollen.

„Du hast also den Droiden verloren“
, stellte sie fest und legte den Kopf schief. Ihre Stimme klang dabei weniger vorwurfsvoll, als man erwarten durfte. „Du hättest ihm die Beine ausreißen sollen. Und dann zusehen, wie er auf seinen kleinen Droidenärmchen Hilfe holt.“

Sie streckte beide Arme angewinkelt mit nach unten gerichteten Fingern nach vorne und ahmte kichernd kleine Trittbewegungen nach. „Düb düb düb.“

Wie dumm das ausgesehen hätte. Genau ihr Humor. Sie lachte zuletzt laut bei der Vorstellung, ehe sie sich wieder dem Höhleneingang zuwandte. Selbst wenn der Droide irgendeine Form von Hilfe organisierte, würde das dem Jedi nichts nutzen. Mit etwas Glück hatte Agatosh bereits ernst gemacht und wenn sie zurückkamen, lag ein großer Aleron-Leichnam in der Kristallhalle. Dann mussten sie nur immer noch diesen verdammten Kristall finden, damit Zion ihr nicht die Beine ausriss. Sie selbst hatte nämlich weniger Lust auf düb düb düb. Das Ganze wäre wesentlich schneller gegangen, wenn ihr Mitschüler vorhin einfach mitgespielt hätte. Dieser herrliche, betörende Zorn, der ihm innewohnte, hätte ihr genug Kraft verliehen, Aleron in Stücke zu reißen. Sera schüttelte sich, als sie daran dachte, wie die Macht unter ihre Haut gekrochen war. Gänsehaut!

Bevor sie den Rückweg antrat, wandte sie sich noch einmal Seris zu und legte ihr die kybernetische Hand auf die Schulter
. „Immerhin hast die Sprengstoffe noch, kleine Suchdroidin. Aber nächstes Mal fängst du besser den Bastard.“

Sie schürzte die Lippen.

„Eine Sera glaubt an zweite Chancen. Aber nicht an dritte.“

Der Satz kam cool. Den hatte sie mal irgendwo in einem Holostreifen gehört. Damit wandte sie sich wieder um und betrat den dunklen Gang. Die drei orangefarbenen Optiksensoren ihrer kybernetischen Gesichtshälfte begannen erneut, die vereisten Wände abzutasten, während sie versuchte, sich anhand markanter Details auf der Wegstrecke zu orientieren. Gleichzeitig öffnete sie ihre Wahrnehmung für die Macht und suchte nach den beiden Kämpfenden, deren Präsenzen sie irgendwo tief im Berg vermutete.

„Komm schon, Seris“, rief sie über die Schulter und verfiel in einen Laufschritt. „Wenn wir Glück haben, lebt unser Jedi noch. Und wenn wir ganz, ganz viel Glück haben, macht Aleron den Blauen gerade fertig. Dann wird er richtig schön angepisst sein und du kannst dich auf was freuen! Dann zeig' ich dir mal, was die Dunkle Seite bedeutet.“


[ Ilum - Kristallhöhlen - zurück auf dem Weg in das Höhlensystem ] - Sera & Seris; Agatosh & Aleron tiefer in den Höhlen
 
[ Ilum – Kristallhöhlen – zurück auf dem Weg in das Höhlensystem – Sera & Seris; Agatosh & Aleron tiefer in den Höhlen ]

Seris verzog das Gesicht, als Sera mit ihren Armen die Bewegungen eines beinlosen Droiden nachahmte. „Ich hatte ihn fast!“, verteidigte sie sich. „Zweimal sogar. Aber das Ding ist verdammt schnell.“ Als Sera ihr die mechanische Hand auf die Schulter legte und von zweiten Chancen sprach, verzog sie das Gesicht noch weiter. Sie musterte die Sith-Schülerin von der Seite. Der Satz klang beinahe beiläufig, doch Seris war sich ziemlich sicher, dass Sera es ernst meinte. „Hab's verstanden.“

Sie zog die Tasche mit den Sprengstoffen höher auf ihre Schulter. Wenigstens die hatte sie nicht verloren. Bei dem Gewicht wäre ihr das vermutlih auch kaum unbemerkt gelungen. Die Rothaarige folgte Sera in den Höhleneingang. Kaum hatten sie die ersten Meter zurückgelegt, ließ der eisige Wind hinter ihnen nach. Dafür umfing sie wieder die unangenehme Stille der Kristallgänge. Ihre Stiefel knirschten auf dem vereisten Boden, während sie versuchte, mit der vorauslaufenden Sith Schritt zu halten. Als Sera davon sprach, dass Aleron mit etwas Glück gerade Agatosh fertigmachte, hob Seris überrascht den Kopf. „Moment mal. Du hoffst, dass der Jedi unseren eigenen Mann vermöbelt?“
Sie schüttelte verständnislos den Kopf. Was auch immer zwischen Sera und dem riesigen Chiss vorgefallen war, Seris hatte allmählich den Eindruk, dass die beiden ein ziemlich merkwürdiges Verhältnis zueinander pflegten. Trotzdem weckte der letzte Teil ihrer Worte Seris' Neugier. Die Dunkle Seite. Seit ihrer Ankunft im Tempel hatte sie ständig davon gehört. Wut, Hass, Angst. All diese Dinge sollten sie stärker machen. Beim Flug durch das Asteroidenfeld hatte es offenbar funktioniert, und auch die Sache mit BD-3 ließ sich inzwischen kaum noch als gewöhnlicher Zufall abtun. Nur hatte Seris keine Ahnung, wie sie das wiederholen sollte. Sie betrachtete kurz ihre verletzte Hand, bevor sie die Finger langsam zur Faust schloss.

„Sera?“
Seris beschleunigte ihre Schritte ein wenig, um zu der Sith-Schülerin aufzuschließen. Sie wusste nicht recht, wie sie anfangen sollte. Die ganze Sache klang schließlich ziemlich bescheuert, desto sie länger darüber nachdachte. „Also ... vorhin, als ich diesem kleinen Blecharsch hinterhergerannt bin, ist was Komisches passiert.Ich hatte ihn schon fast erwischt, aber dann ist er mir wieder entwischt. Ich bin ausgerutscht und mit der Hand gegen diese verdammten Kristalle geknallt.“ Seris hob ihre verletzte Hand und betrachtete die kleinen Schnitte, die sich über ihre Haut zogen. Inzwischen war das Blut größtenteils getrocknet, aber die Wunden brannten noch immer. Allein bei der Erinnerung stieg wieder Ärger in ihr auf. Sie schnaubte und ließ die Hand sinken.

„Jedenfalls bin ich richtig sauer geworden. Hab ihn angeschrien und wollte ihn mir schnappen.“ Seris streckte den Arm nach vorne aus, um Sera zu zeigen, was sie getan hatte. „So ungefähr. Ich hab einfach nach ihm gegriffen. Obwohl er viel zu weit weg war.“

Sie hielt einen Moment inne. Noch immer konnte sie sich genau daran erinnern, wie der kleine Droide plötzlich vom Boden abgehoben hatte.
„Und dann ist er geflogen.Einfach so! Der ist plötzlich rückwärts durch die Luft geschossen. Direkt auf mich zu.“ Die Rothaarige biss sich kurz auf die Unterlippe. Dass sie sich in diesem Moment beinahe genauso erschrocken hatte wie der Droide, verschwieg sie lieber.Die Rotharige ließ ihren Blick für einen Augenblick über die schimmernden Kristalle an den Höhlenwänden wandern. Seitdem hatte sie immer wieder versucht, sich das Geschehene zu erklären. Vielleicht hatte irgendetwas in den Höhlen den Droiden beeinflusst. Vielleicht waren es diese seltsamen Kristalle gewesen. Aber tief in ihrem Inneren ahnte sie, dass es etwas mit ihr zu tun gehabt hatte. „Was zur Hölle war das?“, fragte sie schließlich peinlich berührt.


[ Ilum – Kristallhöhlen – zurück auf dem Weg in das Höhlensystem – Sera & Seris; Agatosh & Aleron tiefer in den Höhlen ]
 
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Das Summen der Lichtschwerter schwoll in der Weite der Kristallhöhle zu einem ohrenbetäubenden, vibrierenden Brüllen an. Das karmesinrote Flimmern von Agatoshs Klinge und das kühle Türkis von Alerons Waffe warfen verzerrte, zuckende Schatten an die vereisten, glitzernden Wände. Es war ein Duell auf Augenhöhe, bei dem keiner der beiden, weder Sith noch Jedi, auch nur einen Zentimeter Boden preisgab oder gewinnen konnte. Da beide die fünfte Form des Lichtschwertkampfes Djem So verwendeten, war der Kampf von einer unbarmherzigen Dynamik geprägt. Schön anzusehende Finesse fehlte hier genauso wie eine rein passive Verteidigung. Beide setzten auf die Philosophie des sofortigen und unbarmherzigen Konters. Die Klingen krachten immer wieder mit brutaler Gewalt aufeinander.

Agatosh nutzte seine enorme, geradezu übermenschliche Statur voll aus. Jeder seiner Hiebe war wie ein herabstürzender Felsbrocken. Wenn er zu einem für Djem So typischen einer in seiner Wucht einer Lawine gleichenden Überkopfschlag ansetzte und die rote Klinge von oben auf Aleron herabrauschen ließ, erzitterte die Luft geradezu. Seine schiere Körperkraft zwang Alerons Muskeln zum Äußersten. Doch der Jedi hielt stand. Der Morellianer glich seine körperliche Unterlegenheit gegenüber dem Chiss durch seine spürbar größere Meisterschaft und Präzision über Form V aus. Er fing die mörderische Wucht von Agatoshs Angriffen nicht stumpf auf, sondern lenkte sie in flüssige Gegenangriffen um, die den Schwung des Chiss direkt gegen ihn selbst wendeten.

Die Wucht jedes Aufeinandertreffens der Lichtschwerter übertrug sich unaufhaltsam auf die gesamte Umgebung. Immer wieder wurden abgelenkte Schläge an den nahen Höhlenwänden entlanggeführt oder schlugen krachend in das Gestein ein. Wenn eine der Klingen über die eisigen Flächen schrammte, fraßen sich tiefe, schwarz glühende Brandspuren in die Felsen, während geschmolzenes Eis zischend in dichtem Dampf verging. Aleron wich einem harten Stoß knapp aus, sodass Agatoshs karmesinrote Klinge stattdessen eine Formation kostbarer Kyberkristalle traf. Die Kristalle explodierten förmlich unter der Hitze; funkelnde Splitter schossen wie tödliches Schrapnell durch die Luft und feiner, glitzernder Kristallstaub wurde aufgewirbelt, der die Sicht wie ein glühender Nebel erschwerte. Im Gegenzug wirbelte die türkise Lichtschwertklinge des Morellianers in einer Finte so dicht an der Decke entlang, dass hängende Eiszapfen gesprengt wurden und krachend auf den Höhlenboden stürzten.

Inmitten dieses immer unübersichtlicher werdenden Schlachtfeldes blieb die Verteidigung der beiden Kontrahenten so dicht, dass weder Jedi noch Sith einen entscheidenden Treffer landen konnten. Dennoch hinterließ das rasant ausgetauschte Stakkato aus Paraden, Hieben und Stößen auch an den Kämpfern seine Spuren. Mehr als einmal schrammten die tödlichen Klingen nur Haaresbreite an den Körpern vorbei. Die karmesinrote Sithklinge Agatoshs schnitt in einem Beinahetreffer über Alerons Brustplatte und hinterließ eine hässliche, glühende Brandspur auf seiner Rüstung. Verbrannter Durastahl rauchte daraufhin in der eisigen Höhlenluft. Unnachgiebig fixierten sich die Augen des Jedi und des Sith durch das flirrende Lichtband ihrer gekreuzten Schwerter hindurch, während der energiegeladene Schlagabtausch ohne jede Atempause in die nächste Runde ging, als dem Morellianer plötzlich eine Eingebung kam. Aleron musste weder Agatosh noch Sera im Lichtschwertkampf bezwingen. Er musste ihnen lediglich die Fähigkeit nehmen, die Kristallhöhlen zu sprengen. Und die Sprengmittel hatte ihre rothaarige Freundin in ihrer Umhängetasche.

Noch in diesem Moment des gegenseitigen Belauerns handelte Aleron. Während die beiden Lichtschwertklingen ein weiteres Mal aufeinandertrafen, löste der Morellianer abrupt eine Hand vom Griff seines Lichtschwerts, streckte sie nach vorn und stieß ohne große Ankündigung einen mächtigen telekinetischen Stoß aus. Die unsichtbare Schockwelle entlud sich mit einem dumpfen Knall. Sie erfasste nicht nur den riesigen Chiss, sondern riss auch den gesamten Bodenbelag aus losem Eis und den zuvor zertrümmerten Kyberkristallen mit sich. Eine dichte Schrapnellwolke aus Eis- und Kristallsplittern stob auf und peitschte Agatosh entgegen.

Der Hüne verlor überrumpelt von der plötzlichen Eruption für einen kritischen Moment das Gleichgewicht. Seine Stiefel rutschten auf dem eisigen Untergrund weg, und er musste die Arme schützend vor Gesicht und Atemmaske reißen, um sich vor dem Hagel der messerscharfen Fragmente zu bewahren. Aleron wartete nicht ab. Der Morellianer wusste sehr genau, dass dieser Moment der Schwäche nicht lange anhalten würde. Er wirbelte unmittelbar auf dem Absatz herum und deaktivierte seine türkise Klinge, um seine Position in der aufgestobenen Staubwolke zu verbergen. Ohne einen Blick zurückzuwerfen, stürmte er los und rannte mit großen Sätzen tiefer in das Gewirr der Kristallhöhlen hinein, um BD-3, Sera und die Rothaarige einzuholen. Die drei Sätze von frisch gerannten Fußspuren machten es ihm zum Glück auch alles andere als schwer, zu ihnen aufzuschließen.

Kurz vor einem der Nebenzugänge zum Höhlensystem fand der Morellianer dann auch die anderthalb Frauen und die halbe Maschine. Von BD-3 hingegen war nichts zu sehen, sonderlich lange hielt sich Aleron mit dem Gedanken aber nicht auf. Der Jedi aktivierte noch im Lauf das Lichtschwert und sprang direkt auf die beiden Widersacher vor sich zu, um insbesondere Sera direkt unter Druck zu setzen. Seine Begrüßungsworte richtete er aber hauptsächlich an ihre Begleiterin. “Da seid ihr ja. Hey Rotschopf, sei doch so lieb und gib mir die Tasche mit den Sprengsätzen.” Es wäre wirklich das beste, wenn ihm die Tasche direkt übergeben werden würde. Aleron hatte nicht viel Zeit, er rechnete fest damit, dass Agatosh ihm dicht auf den Fersen war.

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Agatosh; Aleron Blackthorne, Sera und Seris voraus


Der Kampf hatte Agatosh inzwischen mehr gefordert, als ihm lieb war. Nicht körperlich allein. Blackthorne war präziser, erfahrener und verstand Djem So gut genug, um selbst die enorme Kraft des Chiss nicht einfach nur auszuhalten, sondern gegen ihn zu wenden. Genau deshalb hatte Agatosh jeden Schlag des Jedi aufmerksam verfolgt und jede Reaktion abgespeichert.

Und trotzdem erwischte ihn der Machtstoß. Die unsichtbare Wucht traf ihn zusammen mit Eis und zerborstenen Kristallsplittern. Agatoshs Stiefel verloren auf dem glatten Untergrund den Halt und sein massiger Körper geriet für einen seltenen Augenblick aus der Balance. Instinktiv riss er die Arme vor Gesicht und Atemmaske. Scharfkantige Splitter prasselten gegen die schwere Panzerung, einige schrammten über die ungeschützten Stellen seiner Kleidung und verschwanden klirrend irgendwo hinter ihm.


Als Agatosh die Arme wieder senkte, war die blaue Klinge verschwunden. Und
Blackthorne ebenso. Einige Sekunden stand der blaue Berg einfach zwischen dem langsam zu Boden sinkenden Kristallstaub. Der Jedi war geflohen. Ausgerechnet das hatte Agatosh verhindern wollen. Unter seiner Maske spannte sich sein Kiefer an. Der Zorn, den er zuvor so erfolgreich unter Kontrolle gebracht hatte, kehrte schlagartig zurück. Diesmal richtete er sich nicht gegen irgendein Gerede über Kristalle oder Seras Provokationen. Diesmal galt er einzig und allein seiner eigenen Unachtsamkeit.

Agatosh setzte sich in Bewegung. Die rote Klinge blieb aktiviert in beiden Händen, während seine schweren Schritte durch die Kristallgänge hämmerten.
Blackthorne hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, seine Route zu verbergen. Drei frische Spuren führten durch das Eis und der Jedi hatte es eilig. Der Chiss ebenfalls. Je weiter er lief, desto stärker drängte der Zorn nach oben. Ein Teil von ihm wollte ihm nachgeben. Die Distanz mit roher Gewalt schließen, den Jedi gegen die nächste Wand schleudern und dort zu Ende bringen, was er begonnen hatte.

Doch Agatosh zwang sich erneut zur Kontrolle. Genau darauf durfte er jetzt nicht hereinfallen. Der Jedi hatte gerade bewiesen, dass er nicht nur mit dem Lichtschwert gefährlich war. Er dachte während des Kampfes. Suchte nach einem Ausweg. Nach einem Ziel jenseits des unmittelbaren Duells. Der Jedi hatte verstanden, dass die Sprengstoffe wichtiger waren als der Sieg über Agatosh, und entsprechend gehandelt.

Das würde ihm kein zweites Mal gelingen. Als die Stimmen vor ihm schließlich deutlicher wurden, verlangsamte der Chiss seine Schritte nicht. Das rote Licht seiner Klinge erschien bereits zwischen den vereisten Wänden des Ganges, noch bevor seine gewaltige Gestalt vollständig aus der Dunkelheit trat.


Blackthorne hatte Sera und Seris also tatsächlich eingeholt. Und wollte den Sprengstoff. Agatoshs rote Augen verengten sich. Gleich würden sie sich ihm in der Überzahl stellen...

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Agatosh, Aleron Blackthorne, Sera und Seris
 
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