Agriworld-2079

Agustin Prada

Schlächter von Dubrillion | IMP-OL
Agriworld-2079


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[ Infos zum Planeten: Agriworld-2079 (engl) ]

[ Zugehörigkeit: Neue Republik]

Besonderheiten:
Agriworld-2079 liegt südlich von Ithor im galaktischen Norden und gehört zum Hoheitsgebiet der Neuen Republik. Die weitläufig landwirtschaftlich genutzte Welt zählt zu den bedeutenderen Nahrungsproduzenten der Region und versorgt über ein dichtes Netz aus Frachtrouten zahlreiche umliegende Systeme.
Weite Teile der planetaren Wirtschaft sind entsprechend auf Landwirtschaft und deren Versorgungsketten ausgerichtet. Neben großen Anbauflächen prägen Bewässerungsanlagen, Speicherkomplexe, Verarbeitungsbetriebe und Verladezentren die besiedelten Regionen. Militärisch besitzt Agriworld-2079 kaum besondere Bedeutung; ihr strategischer Wert liegt vielmehr in ihrer Rolle als wichtiger Bestandteil der republikanischen Nahrungsmittelversorgung.
 
[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: Landefeld am äußeren Stadtgürtel] Ylaine Vao

Der Geruch nach feuchter Erde hatte sich bereits in die klimatisierte Kabine des Zubringers geschoben, lange bevor dessen seitliche Luke vollständig geöffnet und die aus mehreren Tagen wiederaufbereiteter Atemluft, warmem Kunststoff und den Ausdünstungen zu vieler Reisender zusammengesetzte Atmosphäre nach draußen entwichen war. Ylaine ließ der Handvoll übriger Passagiere den Vortritt, wartete bis sich eine ältere Ithorianerin mitsamt zweier ungewöhnlich widerspenstiger Gepäckschweber von der Rampe entfernt hatte und trat erst danach hinaus, den Riemen ihrer eigenen Reisetasche über einer Schulter, während der erste tiefe Atemzug ihr neben der erdigen Feuchtigkeit den Geruch frisch geschnittener Pflanzen, erwärmten Metalls und jene schwache Süße einbrachte, die von den großen Verarbeitungsanlagen jenseits des Landefeldes herübergetragen wurde. Es war eine schwere, lebendige Luft, vollkommen anders als die sterile Kühle einer Ordenseinrichtung oder das salzige Klima Dacs, und obwohl sie augenblicklich spürte, wie sich die Feuchtigkeit auf ihre lavendelfarbene Haut legte und unter den Kragen ihrer braunen Lederjacke kroch, blieb sie für einige Sekunden am Ende der Rampe stehen, um den Blick über eine Welt wandern zu lassen, deren Horizont nicht aus Wasser, Stein oder den übereinandergelegten Ebenen einer Stadt bestand, sondern beinahe ausschließlich aus unterschiedlichen Schattierungen von Grün.

Der für sie angekündigte Gleiter wartete am Rand des Landefeldes, ein schmales kommunales Modell mit weiß-grüner Lackierung, dessen Fahrer ihre Ankunft offenbar an dem dezenten Abzeichen der Ossus Rangers auf ihrer Schulter erkannt hatte und ihr bereits entgegenkam, um die Reisetasche zu übernehmen. Ylaine quittierte den Versuch mit einem knappen Kopfschütteln, ergriff den Riemen etwas fester und ließ sich lediglich die Richtung des inneren Stadtgürtels zeigen, obwohl der Mann daraufhin erst auf den Gleiter, dann auf die in der Ferne aufragende Spitze des zentralen Stadtkomplexes und schließlich wieder zu ihr sah, als müsse er sicherstellen, dass sie die Entfernung tatsächlich verstanden hatte. Wahrscheinlich hielt er sie für eine jener Außenweltlerinnen, die sich unter einem Spaziergang über eine Agrarwelt einen schattigen Weg zwischen einigen dekorativen Obstbäumen vorstellten und erst nach dem ersten Kilometer begriffen, dass selbst eine Stadt, deren Straßen von Feldern und Kanälen durchzogen wurden, noch immer mehrere Millionen Bewohner, weit auseinanderliegende Wirtschaftsbezirke und entsprechend große Entfernungen besitzen konnte, die Twi'lek hatte jedoch die vergangenen Jahre damit verbracht, Wege zurückzulegen, die ihr andere als unnötig, unbequem oder schlicht zu weit beschrieben hatten und sah keinen Grund, sich ausgerechnet auf einer Welt herumfahren zu lassen, die sie nicht durch die Scheibe eines Gleiters kennenlernen wollte.

Zwischen dem Landefeld und der eigentlichen Stadt verlief keine erkennbare Grenze. Breite Hallen aus hellem Ferrobeton standen unmittelbar neben Reihen hochgewachsener Nutzpflanzen, deren schwere Blätter sich unter den rhythmischen Bewegungen weit ausgreifender Bewässerungsarme neigten, während offene Lastgleiter Behälter vom Rand der Felder zu den Sortieranlagen brachten und dort zwischen Frachtdroiden, Arbeitern und den abgesenkten Rampen zweier kleiner Transporter verschwanden. Dahinter erhoben sich gedrungene Silos, kuppelförmige Speicher und einzelne schmale Türme, die vermutlich zugleich der Überwachung von Wasserständen, Wetter und Bodenwerten dienten. Ihre Antennen zeichneten dünne Linien vor den hellen Wolken, unter denen das Sonnenlicht in breiten, beinahe weißen Bahnen über die Ebene wanderte. Weiter draußen zerschnitten Kanäle und befestigte Wirtschaftswege das Land in langgezogene Rechtecke, deren unterschiedliche Färbungen beinahe verrieten, in welchem Wachstumsstadium sich die jeweilige Kultur befand und dazwischen bewegten sich Erntemaschinen mit einer Langsamkeit, die aus der Entfernung friedlich wirkte, obwohl Ylaine an den dicht gefüllten Anhängern und den kurzen Abständen der ihr entgegen kommenden Transporter erkennen konnte, wie wenig Stillstand sich dieser Planet tatsächlich erlaubte.

Sie folgte zunächst der Straße, ließ das Landefeld mit seinen gedämpften Triebwerksgeräuschen hinter sich und schob die auf ihrer Stirn sitzende Schutz- und Sensorbrille etwas höher, als einer ihrer langen Lekku beim Gehen gegen den schmalen Bügel stieß. Der schieferblaue Ranger-Overall und die darüber getragene Jacke unterschieden sie kaum von den Technikern, Piloten und Vorarbeitern, die zwischen den Anlagen unterwegs waren, selbst die schwere Sohle ihrer Stiefel fiel zwischen der praktischen Arbeitskleidung nicht weiter auf. Nur der unter der Jacke verborgene Griff ihrer DH-17 sowie eine am Gürtel befestigte Aufklärungsremote erinnerten daran, dass sie nicht für eine Tätigkeit zwischen Silos und Bewässerungsgräben ausgerüstet war. Die war quasi eine etwas überbewaffnete Eskorte für neue Blümchen und Gewächse für den Tempel. Immerhin, das A280 hatte sie in seinem versiegelten Behälter am Raumhafen zurückgelassen, das erschien ihr hier dann doch sehr übertrieben, selbst wenn dieser kleine alte Teil ihres Verstandes bereits die erhöhten Positionen der Verladetürme, die Zufahrten zum Landefeld und die Stellen erfasst hatte, an denen sich die Straßen zwischen Speichergebäuden verengten. Alte Gewohnheiten, die Sie sich lange vor ihrer Zeit bei den Rangers angeeignet hatte und inzwischen so tief saßen, dass sie höchstwahrscheinlich noch einmal doppelt so lange brauchen würde um sie wirklich loszuwerden so wie Aramenia ihr l immer gepredigt hatte. Nicht immer gleich auf einen Weltuntergang vorbereiten, Frieden im Geiste...

A2079 gab ihr keinen. Hinter den offenen Toren der Hallen arbeiteten Förderanlagen mit einem gleichmäßigen, tiefen Summen, irgendwo schlugen Metallbehälter gegeneinander und aus den Feldern drang das beständige Rascheln tausender Blätter, durchsetzt vom leisen Schlagen der Bewässerungsdüsen und den Rufen kleiner Saatvögel, die sich in Schwärmen auf bereits abgeerntete Flächen stürzten, bis ein langsamer Agrardroide sie mit wenig überzeugender Beharrlichkeit wieder vertrieb. Ylaine bemerkte, wie sich ihre Aufmerksamkeit allmählich von den Gebäudekanten und Zufahrten löste, wie aus dem tiefen Geräusch einer Maschine kein möglicher Defekt, sondern lediglich ein arbeitendes Pumpwerk wurde und die Bewegung über einem entfernten Feld nicht länger nach einem sich nähernden Fluggerät aussah, sobald das Licht die breiten Flügel eines dort kreisenden Tieres erfasste. Sie verlor ihre innere Wachsamkeit nicht, dazu hätte vermutlich weit mehr gehört als eine freundliche Landschaft und ein freier Nachmittag, doch sie musste sie hier auch nicht fortwährend nähren und konnte zulassen, dass sich zwischen die vertrauten Bewertungen wieder belanglosere Dinge schoben: die Wärme auf ihren Wangen, der Wind entlang ihrer Lekku und das kühle Sprühwasser, das über den Rand eines Feldes hinweg bis auf den Weg getragen wurde. Sie hörte niemals auf zu lernen, das Leben auf eine neue Art und Weise zu genießen, Altes und Neues in Einklang zu bringen, selbst nach ihrer Explorer-Zeit bescherte ihr die Galaxis noch immer diese kleinen Aha-Momente, die sie früher überhaupt nicht wahrgenommen hatte.

Leider hatte sie Ryloth niemals auf diese Weise in Erinnerung behalten. Von ihrer Geburtswelt waren vor allem gelblicher Stein, enge unterirdische Räume, der Geruch technischer Aggregate und jene kurzen Wege im Gedächtnis geblieben, auf denen Erwachsene ihre Stimmen senkten, sobald Kinder in die Nähe kamen. Später der Frachtraum, in dem ihre Tante sie zwischen Kisten und Ladungsnetzen von dort fortgebracht hatte, ohne zu wissen, ob Korran und Maeli ihnen bald folgen würden. Dac hatte ihr danach Weite gegeben, doch es war die Weite aus Wasser und Himmel gewesen, durchbrochen von schwimmenden Städten und den geschwungenen Bauwerken der Mon Calamari, während der Boden unter ihren Füßen kaum jemals mehr gewesen war als eine künstliche Plattform über einer Tiefe, deren Ende sie nicht sehen konnte. Hier dagegen lag die Weite fest und fruchtbar vor ihr, durchzogen von den sichtbaren Spuren unzähliger Hände, Maschinen und Generationen, die den Boden entwässert, bewässert, bepflanzt und wieder vorbereitet hatten, obwohl nichts an diesem Grün zufällig oder unberührt war, empfand Ylaine es nicht als weniger natürlich. War das eigenartig? Wahrscheinlich, irgendwie hoffte sie das solch ein einfaches Leben auf Ryloth noch existierte. Landwirtschaft... mit einem Lachen im Gesicht und nicht unter den Ketten Imperialer Fehlgeleiteter. Seit dem Kriegsbeginn hatte sie nicht aufhören können daran zu denken das es sie vielleicht bald zu einer traurigen Rückkehr zwingen würde. Eine Rückkehr die dann schlussendlich viel Leid mit sich bringen würde.

An der ersten großen Kanalbrücke verließ sie die für Besucher ausgeschilderte Verbindung zum Zentrum und folgte einem schmaleren Wartungsweg, der dicht am Wasser entlangführte, teilweise unter den auskragenden Rückseiten niedriger Wohn- und Betriebsgebäude hindurch und nur selten so geradlinig verlief wie die breiteren Hauptstraßen. Orte waren ihr schon immer glaubwürdiger erschienen, sobald sie ihre Rückseiten gesehen hatte, dort, wo keine Kunstfassaden einen bestimmten Eindruck erzeugen oder Problemviertel verschleiern sollten, sondern Werkzeug an Geländern hing, Arbeitskleidung auf schmalen Balkonen trocknete und offene Wartungsklappen erkennen ließen, wie viel Technik erforderlich war, um den sauberen Lauf eines Kanals oder die regelmäßige Versorgung der darüberliegenden Häuser aufrechtzuerhalten. Das Wasser floss überraschend klar zwischen befestigten Ufern dahin, verzweigte sich an ferngesteuerten Schleusen in schmalere Rinnen und verschwand stellenweise unter den Gebäuden, bevor es auf der anderen Seite zwischen terrassenförmig angelegten Pflanzbeeten wieder auftauchte. Rankende Gewächse bedeckten Mauern und Sonnendächer, an den Geländern hingen kleine Kästen mit Küchenkräutern und selbst auf den flachen Dächern älterer Lagerhäuser standen Gewächshausmodule, deren beschlagene Scheiben das Licht grünlich zurückwarfen.

Einige hundert Meter weiter hatte sich an einer Zufahrt eine kleine Ansammlung gebildet. Ein alter Lastgleiter stand quer zur Fahrbahn, die linke Seite deutlich tiefer als die rechte, während unter der überladenen Ladefläche in unregelmäßigen Abständen das stotternde Vibrieren eines überlasteten Repulsorfeldes hervordrang. Zwei Jugendliche hielten Kisten mit länglichen gelben Früchten fest, die bei jeder erneuten Schwankung gegeneinander rutschten, eine ältere Fahrerin versuchte gleichzeitig, einen wenig hilfreichen Wartungsdroiden zur Diagnose zu bewegen, und die wenigen wartenden Fahrzeuge hatten damit begonnen, über den schmalen Rand der Zufahrt auszuweichen. Ylaine verlangsamte ihren Schritt bereits beim ersten unregelmäßigen Ton, stellte die Reisetasche neben einem Geländer ab und war unter dem Gleiter, bevor irgendjemand entscheiden konnte, ob man die fremde Rangerin überhaupt um Hilfe bitten wollte.

Das Problem lag weder im Repulsorgenerator noch in der Energiezufuhr, wie der Wartungsdroide mit zunehmender Beharrlichkeit behauptete, sondern in einem teilweise zugesetzten Kühlkanal, durch den Pflanzenfasern und feiner Staub bis an den Feldregulator gelangt waren. Ylaine ließ sich ein Werkzeug reichen, verwarf es nach einem Blick auf den abgenutzten Kopf, zog stattdessen ihr eigenes Mehrzweckwerkzeug aus der Gürteltasche und löste die verzogene Abdeckung, wobei ihr warmer Staub entgegenrieselte und sich mit dem Schmiermittel an ihren Fingern zu dunklen Spuren verband. Die Fahrerin erklärte ihr, dass bereits ein Reparaturdienst gerufen worden sei. Die Twi'lek nahm die Information mit einem kurzen Brummen zur Kenntnis, entfernte die festgesetzten Fasern und überbrückte einen durch die wiederholte Überhitzung spröde gewordenen Kontakt gerade weit genug, dass das Feld erneut gleichmäßig greifen konnte. Es war keine dauerhafte Reparatur, und sie machte mit einer knappen Bewegung zum nächsten Werkstattzeichen deutlich, wie weit sie dem Provisorium vertraute, doch der Lastgleiter hob sich wieder in eine waagerechte Position und die beiden Jugendlichen mussten ihre Kisten nicht länger mit dem gesamten Körpergewicht vor dem Abrutschen bewahren.

Die angebotenen Credits lehnte Ylaine ab, ebenso den ersten Versuch, ihr wenigstens etwas von der Ladung mitzugeben, und während sie sich am Kanal die Hände wusch, war sie bereits davon ausgegangen, dass die Angelegenheit damit beendet sei. Erst als sie ihre Reisetasche wieder aufnahm, bemerkte sie das kleine Netz aus gelbgrünen Früchten, das einer der Jugendlichen mit bemerkenswerter Geschwindigkeit am äußeren Riemen befestigt hatte. Ein Teil von ihr wollte zurückgehen, weniger wegen des Wertes als wegen der beinahe reflexhaften Abneigung, für eine Hilfeleistung etwas anzunehmen, die keine zehn Minuten beansprucht hatte, die drei waren jedoch bereits damit beschäftigt, den Gleiter aus der Zufahrt zu manövrieren und das energische Winken der älteren Fahrerin ließ wenig Zweifel daran, dass ein weiterer Einspruch absolut fruchtlos war.


[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: äußerer Stadtgürtel :: Wartungsweg am Bewässerungskanal] Ylaine Vao
 
[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: äußerer Stadtgürtel :: Wartungsweg am Bewässerungskanal] Ylaine Vao

Das Netz aus grobem Pflanzenfasergarn schlug bei jedem ihrer Schritte leicht gegen ihre Tasche. Den Weg zurück sparte sie sich, nachdem der Fahrer ihren letzten Einwand mit einem energischen Winken abgeschmettert hatte. An ihren Fingern haftete noch der Geruch erhitzten Schmiermittels, der sie an die Hände ihres Vaters erinnerte. Einmal Händewaschen hatte dort auch nicht gereicht um wirklich saubere Hände zu bekommen, es blieben immer irgendwie Rückstände hängen. Dad hatte weder eine moderne Werkstatt noch besonders zuverlässige Diagnosegeräte besessen, dafür aber diese eindrucksvolle Fähigkeit besessen einem unregelmäßigen Laufgeräusch zuhören können und daraus auf die gängigsten Herstellerfehler der großen Industriemarken zu schließen. Eine wirklich außerordentlich Beneidenswerte Fähigkeit die sie so spannend gefunden hatte das sie bereits als Kind alles daran gesetzt hatte dem nachzueifern und es zu lernen.

Dem Wartungsweg folgend mündete die Szenerie in eine breitere, von Bäumen gesäumte Straße, entlang derer die landwirtschaftlichen Flächen allmählich mit der Stadt verschmolzen. Zwischen niedrigen Wohngebäuden lagen schmale Pflanzstreifen, über Werkstätten spannten sich Rankgerüste mit schweren dunkelroten Früchten und auf den flachen Dächern erhoben sich gläserne Gewächshäuser, bepflanzte Terrassen und kleine Obstgärten. Selbst die Kanäle verschwanden nicht unter dem Straßenbelag, sondern begleiteten die Wege, führten unter flachen Brücken hindurch und versorgten Innenhöfe, öffentliche Gärten und Reihen dicht bepflanzter Tröge. Dem ganzen lag eine gewisse Industrielle Schönheit anheim. Mit der dichteren Bebauung mischte sich feuchte Erde unter den Geruch sonnenwarmen Steins, geschnittener Kräuter und der offenen Küchen, in denen bereits ein Teil der Ernte verarbeitet wurde. Das gleichmäßige Rauschen der Pumpen lag unter dem Summen kleiner Lastenrepulsoren und den Stimmen der Einwohner, während die Stadt hier zwischen Feldern und Wasserläufen Platz genommen hatte.

Ihre Sensorbrille kennzeichnete einige Pflanzen automatisch mit Namen und kurzen Angaben zu Wasserbedarf und Verwendung. Mehrere davon kannte sie aus den Frachtlisten der für den Tempel bestimmten Lieferung, darunter Heilkräuter, mehrjährige Fruchtträger und Gewächse zur Regeneration ausgelaugter Böden. Die neuen Blümchen waren anscheinend doch eine erstaunlich anspruchsvolle Reisegesellschaft. Gut, warum sollte der Tempel auch Fensterdekoration bestellen, Jedi waren jetzt nicht die Spezialisten wenn es um Materiellen Besitz ging. Mit zwei Fingern deaktivierte sie die Einblendungen und ließ die wirklichen Farben zurückkehren, das tiefe Grün breiter Blätter, beinahe schwarze Beeren und gelbe Blüten, die sich auf dünnen Stängeln dem Licht entgegen reckten.

Unter lang gezogenen Sonnendächern reihten sich offene Märkte an Werkstätten und kleinere Lagerflächen. Neben makellosen Früchten lagen solche mit vernarbter Schale, krumm gewachsene Wurzeln und Gemüse, dem bereits die äußeren Blätter entfernt worden waren. Vor einer Werkstatt stellte eine ältere Frau einen Behälter mit Ersatzteilen neben zwei Arbeiter, die über dem geöffneten Gehäuse einer Sämaschine knieten. Wenige Häuser weiter reichten Jugendliche Kisten von einem Lastgleiter in den Schatten eines Lagergebäudes, wobei sich die Reihe ohne Zuruf dem Tempo des kleinsten Helfers anpasste. Die Rangerin hatte Zusammenhalt nie an einer Einigkeit auf dem Papier gemessen. Zusammenhalt war wenn jeder dem anderen eine Hand reichte und die Zuteilung von Arbeit wie selbstverständlich von den anderen mitgetragen wurde. In dieser Hinsicht kam ihr A2079 wie eine etwas schmerzvolle vertraute Erinnerung vor. Wie schön es doch war das es solche Flecken selbst in dieser Krieggeplagten Galaxis noch gab
.

Je näher Ylaine dem Zentrum kam, desto stärker öffnete sich die Bebauung. Straßen und Wasserwege liefen strahlenförmig auf den hohen Zentralkomplex zu, dessen helle Flächen das Sonnenlicht auffingen und zwischen gläsernen Ebenen von begrünten Terrassen unterbrochen wurden. Um seinen Sockel lagen breite Sammelbecken, von denen das Wasser über flache Stufen nach außen floss, sich in schmalere Kanäle teilte und zwischen den angrenzenden Stadtvierteln verschwand. Feiner Dunst lag über einigen Becken, kühlte die Luft und zerlegte das Licht in blasse Farben. Bäume mit breiten Kronen beschatteten die Wege, an deren Rändern Kräuter, Blumen und niedrige Fruchtsträucher wuchsen. Auf mehreren Terrassen standen junge Pflanzen in langen Reihen für die Aussetzung bereit, während Arbeiter Feuchtigkeitswerte prüften, Wurzelballen versorgten und die Setzlinge nach ihrem Bestimmungsort sortierten.

Sie blieb an der erhöhten Kante eines Beckens stehen. Von dort reichte der Blick über den Stadtgürtel bis zu den Feldern, die sich jenseits der letzten Gebäude in grünen und goldenen Flächen fortsetzten. Silos und Verarbeitungsanlagen ragten dazwischen auf, Transporter zogen über schmale Straßen und Bewässerungsanlagen spannten glitzernde Bögen über die Kulturen, ehe die Ebene vor einer Reihe niedriger Hügel auslief.

Gedankenverloren setzte sich die Twi'lek auf die sonnenwarme Begrenzung des Beckens, löste den Knoten des Netzes und nahm eine der grün-gelb gefleckten Früchte heraus. Ihre Brille legte sie beiseite und auch die Jacke zog sie aus, bevor sie die Schale mit dem Daumen öffnete und das helle Fruchtfleisch freilegte. Der erste Bissen schmeckte säuerlich, dann weich und süß, während ein dünner Saftstreifen über ihre Finger lief.

Das Datapad in ihrer Seitentasche vibrierte. Eine Statusmeldung zu den Pflanzcontainern erschien auf dem Display: "Verladebereit', ohne Warnhinweis oder Abweichung, woraufhin sie das Gerät wieder abschaltete und neben sich auf die Mauer legte. Kurz darauf kehrte einer ihrer Aufklärungsremotes von seinem Rundflug zurück und ließ sich auf seinen schmalen Stützstreben daneben nieder.

Unterhalb der Terrasse strömte das Wasser durch die geöffneten Verteiler in drei verschiedene Kanäle, vorbei an den Wohnvierteln und Gewächshäusern, hinaus zu den Feldern. Sie nahm eine zweite Frucht aus dem Netz, während die Schatten der Bäume langsam über die Terrassen wanderten.


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[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Hyperraum Richtung Agriworld-2079 - ISD-II "Authority" - Besh-Brücke] Commodore Scytale Mentel, Darth Angelus, Kommandostab (NPCs)

Den ganzen Flug nach Agriworld-2079 über wurde Scytale von einer inneren Unruhe beherrscht. Darth Angelus hatte darauf bestanden ihn an Bord der Authority zu begleiten. Auch wenn Scytale ihn weder fürchtete noch liebte - so behagte ihm die Anwesenheit von Sith auf seinem Schiff nicht. Das hatte sich seit Empress-Teta nicht geändert und würde sich auch bei der beginnenden Operation der Schwarzen Ernte nicht ändern. Statt auf der eigentlichen Kommandobrücke befanden sie sich auf der Besh-Brücke, der Stabsbrücke, von der aus die Kampfgruppe koordiniert wurde. Scytales Aufgabenfeld hatte sich mit seiner Beförderung vom direkten Kommando über ein einzelnes Schiff auf die Führung eines gesamten Verbandes verschoben.

"Fast schon ein Déjà-vu, nicht wahr, Lord Angelus", meinte Scytale zu dem Sith und trat neben den Krieger. "Erstaunlich, wie sich unsere Wege immer wieder kreuzen und fast immer mit einer planetaren Säuberung zu tun haben."

Eine KOM-Durchsage schallte durch den Raum. "Bereitmachen für Austritt aus dem Hyperraum in 30 Sekunden. Alle Piloten bereithalten für Startmanöver."

"Gute Jagd, Lord Angelus." kommentierte Mentel trocken und verabschiedete den Sith. Erst als dieser im Turbolift verschwand, entspannte sich die Haltung des Bastioners.

Wenig später schon fiel die Authority zurück in den Normalraum. Als nachgelagerte Einheit folgte sie der Kampfgruppe Aurek um etwa drei Minuten. Auf der taktischen Karte rollte eine Welle grüner Punkte auf die wenigen roten Kontakte um Agriworld zu. Den Sensordaten zufolge gab es eine einzelne leicht bewaffnete Zollstation im Orbit um Agriworld. Einige zivile Frachter querten das System und die einzige nennenswerte Verteidigung bestand aus mehreren Rotten X-Flügler, die sowohl von der Station als auch von der Planetenoberfläche starteten, sowie vier CC-7700-Abfangfregatten.

Mit einem zufriedenen Lächeln betrachtete Scytale die Anzeigen. Für eine so wichtige Welt zur Ernährung der eigenen Bevölkerung hatte er mit einer besseren Verteidigung gerechnet. Der Verband würde diesen minimalen Widerstand fressen und nichts als Knochen ausspucken.


"Sir, zwei Kontakte nähern sich. Identifizierung läuft... Angriffsfregatten Mark I, Sir."

"Einsatzgruppe Esk soll die beiden Fregatten abfangen", befahl Scytale. "Der Rest bleibt auf dem vorgegebenen Kurs. Die Truppen sollen sich für die Landung bereitmachen."

Die normale Beleuchtung wurde gedimmt, sodass das Licht der Displays und taktischen Instrumente den Raum dominierte. Operation Schwarze Ernte begann.


[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Agriworld-2079 - ISD-II "Authority" - Besh-Brücke] Commodore Scytale Mentel, Kommandostab (NPCs)
 
[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: innerer Stadtgürtel :: Bewässerungsterrassen am Zentralbezirk] Ylaine Vao

Bis der Schatten des nächsten Baumes die Hälfte des Beckenrandes bedeckte, war von der zweiten Frucht nur die aufgebrochene Schale geblieben. Ylaine schob sie zusammen mit der ersten in das leere Netz, wischte den Saft von ihren Fingern und zog ihre Jacke wieder an. Die Sensorbrille fand ihren Platz auf der Stirn und das Datapad wieder am Gürtel, während sich die Aufklärungsremote von der Mauer erhob und über ihrer Schulter einpendelte. Datenkarte und Sonderfracht lagen im Hauptlabor zur Übergabe bereit. Sie nahm ihre Tasche auf und folgte dem Wasserlauf zu einer der breiten Treppen, die in den Zentralbezirk hinaufführten.

Das Hauptlabor lag zwischen langgezogenen Gewächshäusern, offenen Versuchsgärten und niedrigen Gebäuden, deren Fassaden hinter Kletterpflanzen verschwanden. Flache Transportbehälter glitten durch verglaste Übergänge und aus den geöffneten Lamellen der Klimaanlagen strömte feuchte Luft über den Weg. Hinter einer Scheibe knieten zwei Techniker zwischen kreisförmig angelegten Beeten, während ein Skrilling an einem Arbeitstisch eine längliche Samenkapsel öffnete und den Kopf darüber senkte. Nach mehreren tiefen Atemzügen durch die Röhren seines Gesichts verteilte er den Inhalt auf drei gekennzeichnete Mulden.

Über dem Eingang des größten Gebäudes stand „Hauptlabor“. Ein Scanner erfasste das Rangerabzeichen an ihrer Jacke und öffnete die Tür, hinter der eine hochgewachsene Skrilling auf sie wartete. Auf dem Namensfeld ihres dunklen Arbeitsmantels standen ihr Name und ihre Funktion: Nessa Tirr, leitende Archivarin. Helle Linien zogen sich über die graue Haut zu ihrem Schädelkamm hinauf, ihre schmalen Augen lagen hinter einer Vergrößerungsbrille und an einem Ärmel hafteten Pflanzenfasern. Tirr verglich die Kennung auf ihrem Pad mit dem Auftrag der Twi'lek und bestätigte die Übereinstimmung mit einem Daumendruck, bevor sie die Rangerin durch einen offenen Durchgang führte.

Der Übergaberaum verband das Archiv mit einer Reihe klimatisierter Saatgutkammern. Datenträger lagen in versenkten Wandfächern, während auf der gegenüberliegenden Seite vier graugrüne Transportbehälter auf einem niedrigen Repulsorschlitten standen. Jeder reichte der Rangerin kaum bis zum Knie. Die Probenkassetten enthielten mehrere hundert beschriftete Kammern mit dunklen Körnern, faserigen Kapseln und Samen, die hinter ihren Abdeckungen wie farbiger Staub wirkten. Tirr führte die letzte Kassette in den vordersten Behälter ein und prüfte die Verschlüsse, bis sämtliche Anzeigen auf Grün wechselten.

Die Datenkarte wirkte daneben unscheinbar. Die Rangerin setzte sie in ihr Datapad ein und erhielt nach der Prüfung ihrer Kennung eine Übersicht über die kopierten Archivbereiche, die von Bodenaufbereitung und Keimprofilen bis zu Pflanzenkrankheiten und regionalen Klimaanpassungen reichten. Die eigentlichen Datensätze blieben gesperrt. Der Auftrag nannte eine Zielkoordinate auf Coruscant und die höchste Transportpriorität. Das Feld zum Verwendungszweck war leer. Sie ließ die Anzeige einige Atemzüge offen, bevor sie die Prüfsumme mit dem Übergabeprotokoll verglich und die Karte in das Sicherheitsfach an der Innenseite ihrer Jacke schob.

Tirr rief die Aufstellung der Saatgutbehälter auf und markierte eine Kultur, deren Nummer sich auf mehreren Anzuchtkästen hinter der Scheibe zum benachbarten Arbeitsraum wiederfand. Zwei jüngere Mitarbeiter setzten dort Stützstäbe zwischen dichtes hellgrünes Blattwerk und ersetzten provisorische Kennzeichnungen durch wetterfeste Tafeln. Die Auspflanzung war für die kommenden Tage angesetzt. Die Archivarin ergänzte das Übergabeprotokoll um eine Rücksendeadresse für die Wachstumsdaten des ersten Keimzyklus auf Coruscant. Die Rangerin bestätigte den Eintrag und versah das Manifest mit ihrer Dienstkennung.

Als sie den Schlitten in Bewegung setzte, blieb die hintere Halterung des zweiten Behälters einen Fingerbreit über der Verriegelung stehen. Die Twi'lek ging neben dem Gestell in die Hocke und zog eine flache Samenhülse aus der Führung. Der Riegel glitt ohne Widerstand an seinen Platz. Sie prüfte die übrigen Haltepunkte, stellte die Schwebehöhe des Schlittens für die Wege außerhalb des Labors ein und legte das Steuerband um ihr Handgelenk. Tirr begleitete sie bis zum Ausgang. Dort genügte ein knappes Nicken, bevor die Archivarin zu den Versuchskammern zurückkehrte.

Auf dem Rückweg stand die Sonne bereits tiefer und spiegelte sich in goldenen Flächen auf den gläsernen Dächern. Zwischen den Versuchsgärten wurden Arbeitstische unter die Vordächer geschoben, Messgeräte verstaut und Schläuche aufgerollt. Der Repulsorschlitten folgte ihr mit leisem Summen. Sie nahm nicht die auf dem Datapad vorgeschlagene Verbindung über den Verkehrsknoten am Zentralgebäude, sondern folgte dem äußeren Bogen des Forschungsbezirks, wo sich Labore und Gewächshäuser zwischen Wohnhöfen verloren. Vor offenen Türen stellten die Bewohner Schalen und dampfende Töpfe auf den Tischen zusammen, Arbeitsmäntel hingen neben Werkzeug an den Geländern und aus einer tieferliegenden Halle trat eine Gruppe Skrilling mit leeren Saatgutkörben, die sich an der nächsten Kreuzung auf die umliegenden Häuser verteilte.

Am äußeren Stadtgürtel hob das Ordensshuttle hinter den niedrigen Silos des Frachtbezirks auf. Seine helle Hülle stieg über die Dächer und zog eine weite Kurve nach Osten. Mit aufflammenden Haupttriebwerken verschwand es im hellen Teil des Himmels. Wenig später bestätigte das Datapad den Abflug der Pflanzcontainer nach Ossus. Die Rangerin schloss die Meldung und setzte ihren Weg fort, während der Schlitten hinter ihr am Rand eines abgeernteten Versuchsfeldes entlangglitt.

Mehr als eine Stunde verging, bis die Gebäude der Metropole hinter Windschutzreihen und flachen Hügeln zurückblieben. Der Zugang zum Nebenlandefeld zweigte von einem landwirtschaftlichen Versorgungsweg ab, führte zwischen zwei alten Speicherhallen hindurch und senkte sich in eine breite bepflanzte Mulde. In ihrer Mitte stand der XJ3 mit eingeklappten S-Flügeln auf seinem Fahrwerk. Ein Frachter des Ordens hatte ihn am Vormittag gemeinsam mit der übrigen Ladung abgesetzt.

Die langgezogene Nase des Jägers ragte aus dem Schatten der Wartungshalle in das flache Abendlicht, das über die blaugraue Verkleidung und die verblichenen roten Markierungen an den Flügelansätzen wanderte. Mehrere Paneele trugen dunklere Ersatzlackierungen und unter dem Cockpit lag eine blassere Reparaturstelle. R4-V7 saß in der Astromechbucht hinter der Kanzel. Als die Twi'lek mit dem Repulsorschlitten in die Mulde trat, drehte sich die dunkelblaue Kuppel in ihre Richtung und die Abdeckung des nachgerüsteten Frachtfachs glitt auf.

Sie führte den Schlitten an die Backbordseite und ließ den ersten Behälter bis zur geöffneten Bucht anheben. V7 steuerte die Ladeschienen, während die Rangerin jede Kiste in die gepolsterten Aufnahmen schob und von Hand verriegelte. Nach dem Schließen der Abdeckung zeigte ihr Datapad vier grüne Statusfelder. Sie stieg zum Cockpit hinauf, legte die Datenkarte in das hinter dem Sitz eingelassene Sicherheitsfach und schloss den mechanischen Verschluss. Sobald das Display die Versiegelung bestätigte, stieg sie wieder hinab.

V7 begann mit den Vorbereitungen für den späteren Start, während Ylaine bis an den bewachsenen Rand des Landefeldes ging und eine Schulter gegen die niedrige Begrenzungsmauer lehnte. Zwischen den Hügeln lag die Metropole vor ihr. In den Gewächshäusern schalteten sich Reihe für Reihe die grünen und gelben Arbeitslichter ein. Dazwischen bewegten sich Lastgleiter über die Straßen, Wasserflächen nahmen den rötlichen Himmel auf und über dem zentralen Stadtkomplex zogen die Positionslichter des abendlichen Verkehrs ihre Bahnen.


[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: außerhalb der Hauptmetropole :: verborgenes Nebenlandefeld] Ylaine Vao
 
[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Agriworld-2079 – STR Conqueror" - Hangar] Gwenn und was sonst noch so im Weg rumstehen könnte

Operation Black Harvest – Riders on the Storm
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Alarmsirenen lärmten durch den Hangar der Conqueror, als würde keiner der Anwesenden wissen, dass es zurück in den Schmelztiegel des Krieges ging, den man allgemein eine Schlacht nannte. Für die Flottensoldaten würde es vermutlich ne ruhige Nummer werden, Enterkämpfe waren eher selten, aber für Bodensäue galt es sich wieder auf des Teufels Tanzfläche zu begeben.

Das Tolle an der mobilen Infanterie - zumindest für die Planer – war schlicht, dass sie mobil war. Sprich wenn man irgendwo einen Durchbruch stabilisieren oder ausnutzen musste, warf man diese Truppengattung hin. Man musste schnell ein Objekt einnehmen? Mobile Infanterie! VIP Exfil? Mobile Infanterie! Eine Lösung für fast jedes Problem! Es erinnerte sie an dieses Kinderspielzeug, wo sie Formen und Haptik lernen konnten. Das Viereck, ging in die Form vom Viereck, leider passte das dünne Rechteck auch in die Form vom Viereck. Und wenn der Durchmesser vom Zylinder klein genug war, ging er auch in die Vierecköffnung. Ebenso der Halbkreis oder der Stern. Das konnte durchaus
frustrierend sein.
Dementsprechend selten war es, dass Gwenn wirklich mehr als die nächsten Minuten im Voraus planen konnte, auch hier hatte man kein festes Ziel zugeteilt bekommen, das würde spontan kommen.

Auf der einen Seite machte es ihr Leben wirklich einfach, denn warum sich den Kopf zerbrechen? Wenn sie sich sehr verkalkulierte, wäre die Sache nicht mehr lange ihr Problem, der grimmige Schnitter würde schon dafür sorgen. Aber deswegen musste man es ihm ja nicht einfach machen.

Nachdenklich observierte sie das Aufsitzen ihres Platoons auf die beiden LAAT/is, welche die Piloten Veera und Lola genannt hatten. Kaum die offizielle Einsatzkennung, aber eben doch die Inoffizielle. First und Second Squad verschwanden in Veera, die anderen in Lola. Sie blickte noch einmal zu ihrem 2nd in Command Staff Sergeant Bullard, ob er noch was anmerken wollte, bevor sie ebenfalls ihren Weg ins Innere von LAAT/i Alpha-Six-Two-One-Niner, die offizielle militärische Kennung fand und ihr XO LAAT/i Beta-Six-Two-One-Niner. Nur SOP ignorierende Amateure würden das gleiche Shuttle nehmen, ein glücklicher Treffer könnte sonst dem Zug beide Führungspersonen nehmen.

Ihre Kampfstiefel glitten über den abgenutzten Boden und sie durch den Lärm der Soldaten, der größte Teil schon sitzend, ihre Ausrüstung sicher positionierend. Den Platz ihrer Wahl hatte man freigelassen, der erste Sitz vom Cockpit aus. Das würde ihr auch beim Ausfall der internen Kommunikation erlauben schnell mit den Piloten in Kontakt zu treten und sich abzusprechen.

Für die anstehende Luftlandeoperation war ihre militärische Kennung Silvertail Six-Two, Bullards war Silvertail Six-Three. Notwendig um Artillerie, Luftunterstützung, Medevac oder ähnliches anzufordern. Insofern man es ihrer munteren Bande zukommen lassen würde. Gwenn war sich ziemlich sicher, dass in den Akten zu 3. Platoon, B-Kompanie, 222. Armee Bataillon noch ein E vermerkt war. E wie entbehrlich.
Mit diesem munteren Gedanken kloppfte sie mit der Unterkante der rechten Faust zweimal gegen das Cockpitschott, um die Piloten wissen zu lassen, dass man bereit war. Danach folgte das übliche, anschnallen, Rucksack und DLT-20a sicher verstauen, den ein oder anderen Soldaten oder Soldatin anschnauzen der es nötig hatte und das elektrisierende Gefühl zu spüren, dass die Grenze zwischen Leben und Tod in den nächsten Stunden fließen sein konnte. Man lebte, auf des Messers Schneide. So intensiv wie sonst nie. Nicht einmal Sex konnte ihr das geben. Fühlten sich andere auch so? Etwas das Gwenn schon immer gerne wissen wollte, aber so mit Gefühlsduseleien hatte sie es nicht so.

Ein unsanfter Ruck verriet noch zwei Dinge. Man war nicht auf einer Luxuskreuzfahrt und aber immerhin gestartet, passierte vermutlich genau in diesem Moment das magnetische Abdämmschild des Hangars. Ob der Flug ruckelig werden würde konnte vielleicht schon was verraten, ob der Feind vorbereitet war.


[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Agriworld-2079 – LAAT/i Alpha-Six-Two-One-Niner] 1st and 2nd Squad & Gwenn
 
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kommend von Ord Mantell

[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – ISD-II „Authority“ – Brücke Besh ]
Darth Angelus, Commodore Scytale Mentel


Darth Angelus hatte den Blick auf die taktischen Anzeigen gerichtet, als Mentel neben ihn trat und aussprach, was auch ihm bereits durch den Kopf gegangen war. Ein Déjà-vu, in der Tat. Empress Teta lag noch nicht lange genug zurück, um vergessen zu sein; eine weitere Welt, eine weitere bevorstehende Säuberung und erneut derselbe Commodore an seiner Seite. Damals hatte Sabar allerdings erst während des Einsatzes begriffen, wie wenig von dem Geschehen tatsächlich in seinen Händen gelegen hatte. Man hatte ihm ein Ziel gegeben und er hatte getan, was von ihm erwartet worden war. Dieses Mal lagen die Dinge anders. Ein schmales Lächeln zog über seine Lippen, ehe er den Kopf ein wenig zu Mentel wandte.

"Vielleicht sollten wir aufhören, es für Zufall zu halten, Commodore

Den Rang des Offiziers betonte er dabei mit einer feinen Genugtuung, als wäre Mentels Beförderung untrennbar mit ihrer letzten Zusammenarbeit verbunden. Was sie gewissermaßen wohl auch war, zumindest teilweise. Sein Blick kehrte zu den Anzeigen zurück. Einige Vorbereitungen waren bereits getroffen worden, lange bevor die Authority Ord Mantell verlassen hatte und manche davon würden sich erst zeigen, wenn es dafür an der Zeit war. Sabar hatte inzwischen gelernt, dass Macht nicht ausschließlich darin bestand, selbst das Lichtschwert zu führen. Manchmal war es sehr viel wertvoller, dafür zu sorgen, dass andere anschließend genau das gesehen hatten, was sie sehen sollten. Als die Durchsage den bevorstehenden Austritt aus dem Hyperraum ankündigte, richtete Angelus sich etwas auf. Mentels trockener Abschiedsgruß entlockte ihm ein sichtbar zufriedenes Lächeln.

"Die wird es“

Damit wandte sich der Krieger vom Commodore ab und setzte sich in Richtung des Turbolifts in Bewegung. Als sich die Türen des Turbolifts öffneten und sich der Weg in den üppig dimensionierten Hangar öffnete, ließ Angelus den Blick über die Einsatzkräfte schweifen und blieb für einen Moment an zwei schwarzen Formationen hängen. Es waren keine gewöhnlichen Sturmtruppen.

Zwei Gruppen hochgewachsener Soldaten standen abseits der übrigen Kräfte in beinahe vollständig schwarzen Rüstungen. Ihre Panzerung wirkte schwerer, kantiger und kompromissloser als die der Sturmtruppen; Helme mit schmalen Sensorfeldern verbargen jedes menschliche Merkmal. Selbst ihre Stimmen klangen nicht mehr menschlich. Angelus fing einzelne Wortfetzen auf, doch aus den Helmkommunikatoren drangen lediglich verzerrte, elektronische Laute – kurze Klicks, Knacken und tiefe, kaum verständliche Silben, aus denen sich für Außenstehende bestenfalls erahnen ließ, dass überhaupt gesprochen wurde. Das waren die Death Trooper. Eine neue imperiale Kommandoeinheit, deren Teilnahme an der Operation bereits während der Planungen auf Bastion festgestanden hatte. Vor ihnen warteten zwei ebenso
martialische Shuttles. Die Maschinen erinnerten entfernt an überdimensionierte TIE-Jäger, waren jedoch breiter und schwerer gepanzert, mit nach unten gezogenen Flächen und einem massiven Mittelrumpf, der deutlich machte, dass dieses Schiff nicht für elegante Raumkämpfe gebaut worden war, sondern für Truppentransport und Stealth-Operationen.

Einige Meter daneben wartete die deutlich gewöhnlichere Alternative. Ein Zug Sturmtruppen stand bereits in sauberer Formation vor einem konventionellen Landungsshuttle. Sehr gut... genauso wie vereinbart.

Auf einem anderen Schiff des Verbandes war kurzfristig zusätzlich eine Luftlandeeinheit bereitgestellt worden. Eine Entscheidung der militärischen Führung, die er durchaus begrüßte. Mehr Männer bedeuteten mehr Möglichkeiten. Mehr Ziele. Mehr Bewegung auf dem Boden. Und letztlich auch mehr Menschen, deren Anwesenheit später erklären konnte, was angeblich geschehen war.

Angelus trat vor die wartenden Sturmtruppen und blieb mit verschränkten Armen vor ihnen stehen. Das Kinn leicht angehoben, den schweren schwarzen Mantel über den Schultern und das Fell seiner Rüstung wie einen dunklen Kragen um den Hals gelegt. Sein Blick wanderte gelegentlich zum Zugang des Hangars. Er wartete. Während des Fluges hatte er einige Worte mit
Darth Naver gewechselt. Nicht genug, um den Reinblütigen wirklich kennenzulernen, aber genug, um zumindest den Zweck seiner Anwesenheit einordnen zu können. Ein junges Mitglied des Zirkels der Alchemisten. Auf Agriworld warteten Forschungsdaten und anderes Material, das offenbar wertvoll genug war, um vor der eigentlichen Offensive extrahiert zu werden. Genau dafür war dieser Bodeneinsatz gedacht. Kein heroischer Sturmangriff, sondern ein verdeckter Zugriff, bevor die große imperiale Maschinerie über die Welt hinwegrollen würde.

Als
Naver schließlich gemeinsam mit seinem Schüler Darel Cor den Hangar erreichte, löste Angelus die Arme hinter seinem Rücken und wandte sich den beiden zu.

"Dann sehen wir mal, ob Eure Beute den Aufwand wert ist“

Sein Blick glitt kurz zu den schwarzen Kommandosoldaten und dem martialischen Shuttle hinter ihnen. Dann deutete er mit einer knappen Bewegung auf die drei bereitstehenden Maschinen.

"Ihr nehmt die Kommandosoldaten. Sie bringen Euch in die Einrichtung. Ich kümmere mich mit den Sturmtruppen um die Peripherie und halte Euch unerwünschten Besuch vom Leib."

Er ließ seinen Blick noch einmal über den Zug Sturmtruppen wandern. Dann drehte sich der Sith um und setzte sich auf das konventionelle Landungsshuttle zu. Hinter ihm trennten sich die Wege der beiden Gruppen; für Naver und dessen Schüler standen die Death Trooper und ihr schwarzer Transporter bereit, während der adelige Sith die Rampe des gewöhnlicheren Shuttles hinaufstieg. Als seine Stiefel die Metallrampe berührten, hob Angelus den Blick ein letztes Mal zu den weißen Helmen der Männer, die ihm folgen würden.

Keiner von ihnen wusste, welche Rolle ihnen auf Agriworld tatsächlich zugedacht war. Mit Gewissheit
war das auch besser so.

[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – ISD-II „Authority“ – Hangar / Landungsshuttle ]
Darth Angelus, Darth Naver, Darel Cor, Death Trooper, Sturmtruppen und weitere imperiale Soldaten
 
Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Hangar des ISD-II „Authority“ | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), Sabar Muraenus (inkognito als Darth Angelus), Sergeant Tri Tunsa, zwei Züge Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar und Lieutenant Arcoum (NSCs), andere an der Operation beteiligte Soldaten sowie die Hangarbesatzung (NSCs)

Sedros hatte das erste Mal Gelegenheit, an Bord eines Imperialen Sternenzerstörers zu gehen und der reinblütige Sith musste feststellen, dass es ein wirklich faszinierendes Erlebnis war. Die ISD-II “Authority” glich mehr einer fliegenden, schwer bewaffneten Stadt als einem herkömmlichen Raumschiff. Der Sternenzerstörer war eines der best bekannten Symbole der Macht des Imperiums und nach allem, was er zu sehen bekam, wurde das Schiff seinem Ruf mehr als gerecht. Allzu viel Zeit blieb allerdings nicht, um das Schiff zu bewundern. Darth Angelus verlangte es nach Aufmerksamkeit und Darth Naver war nur zu gerne bereit, die Neugier des anderen Sith zu befriedigen. Ihr Auftrag hier war keine Geheimsache, also gab es auch nichts zu verbergen. Bis sie das Einsatzgebiet erreichten, war dann aber doch nicht mehr Zeit, als über die Missionsparameter zu gehen und als sich alle für die Landung im Hangar einfanden, stellte Sedros fest, dass der Landungstrupp erheblich größer ausfiel als ursprünglich geplant.

Zusätzlich zu den Death Troopern würden noch herkömmliche Sturmtruppen landen und nicht nur
Darth Angelus selbst, sondern scheinbar noch eine Armeeeinheit von einem anderen Schiff. Für den reinblütigen Sith wirkte das reichlich übertrieben, aber er verstand nicht viel von militärischen Belangen, also nickte er Darth Angelus’ Erklärung einfach ab. “So Sei es. Wir verlassen uns auf Euch, Darth Angelus.” Ohne großes Aufheben wandte sich jeder Sith dem ihm zugewiesenen Schiff zu. “Komm, Rel.Wir haben keine Zeit zu verlieren.” Nur wenige Minuten später verließ eine ganze Reihe von Schiffen den Hangar der Authority und sank scheinbar unbemerkt und zumindest unbehelligt auf die Planetenobefläche hinab, während sich die Imperiale Streitmacht im Orbit ein Gefecht mit den republikanischen Verteidigungsstreitkräften von Agriworld-2079 lieferte.

Der Landungstrupp drang auf der Nachtseite des Planeten in die Atmosphäre ein und übertrat kurz darauf die Tag-Nacht-Grenze in ihrem Anflug auf die Kleinstadt auf der Südhalbkugel des Planeten. Ein an sich atemberaubendes Erlebnis, allerdings hatte niemand an Bord der Schiffe Zeit, den Anblick zu genießen. Alle Piloten waren auf ihre Sensoranzeigen konzentriert und bereiteten die Landung vor. Sie würden wohl um 09:42 Uhr Ortszeit landen und auch wenn er
Darels Flugfähigkeiten grundsätzlich vertraute, so steuerte der reinblütige Sith in diesen Minuten den VT-49 Decimator doch lieber selbst. Eine Landung bei hoher Anfluggeschwindigkeit war etwas, das sein Schüler noch nicht gemacht hatte. Ganz besonders nicht in geringer Höhe mit einer Reihe von anderen Schiffen in enger Formation und auch wenn Sedros selbst nie im Militär gedient hatte, so machten die geschulten Machtsinne des reinblütigen Sith den Mangel an praktischer Erfahrung mehr als wett. Darel seinerseits konnte in diesen Minuten wertvolle Erfahrung als Co-Pilot sammeln.

Als ihre kleine Schar an Schiffen endlich das Tal erreichte, in dem sich ihr Ziel befand, ging alles ganz schnell. Wie geplant wurde die einzige Langstreckenantenne der Kleinstadt noch im Anflug durch gezieltes Lagerfeuer zerstört. Die Explosion löste ein ziemliches Chaos am Boden aus, während der Landungstrupp ausschwärmte, um sich seinen jeweiligen Aufgaben zu widmen. Die Death Trooper unter dem Kommando von Lieutenant Arcoum gingen wie geplant vor dem Rathaus runter, um dort Chaos zu stiften, während Darth Angelus seine Sturmtruppler an einem Ort außerhalb von Sedros’ Sichtfeld runtergehen ließ. Der reinblütige Sith folgte Captain Vondars Landungsschiff. Die Death Trooper gingen direkt vor dem Haupteingang runter und schwärmten sofort aus, um die Ankunft der Sith vorzubereiten. Sedros und Darel landeten unterdessen auf dem kleinen Landefeld der Anlage. Eine zivile Raumfähre stand hier geparkt und der reinblütige Sith fackelte nicht lange, sondern schob sie mit einer Seitwärtsbewegung des VT-49 Decimators in einen Stapel Frachtcontainer. Der Imperiale Frachter war gut genug gepanzert, dass das kleine Manöver lediglich Kratzer am Rumpf hinterließ, während die Fähre schon auf dem ersten Blick nur noch ein Haufen Metallschrott war.

Kaum hatte der VT-49 Decimator aufgesetzt, schaltete
Sedros den Reaktor des Schiffs in den Bereitschaftsmodus. Sie würden nicht lange hier bleiben. “Komm, Rel. Wir haben einiges zu tun und nur wenig Zeit.” Sporadisches Blasterfeuer war zu hören, als sich die Luftschleuse ihres Schiffs öffnete. Der reinblütige Sith schickte als erstes die sechs DRK-1 Spähdroiden raus, um den Perimeter der Anlage zu sichern und zu überwachen. Direkt danach verließen Sedros und Darel, gefolgt von den vier KX-Serie Droiden, das Schiff und steuerten auf den Haupteingang des Hauptgebäudes der Forschungsanlage zu, wo einer der Death Trooper auf ihre Ankunft wartete. Die Tür rauchte noch ein wenig von der Sprengladung, die das Magnetschloss geöffnet hatte. Ein Trupp von Death Troopern schien den Zugang zum Gelände verbarrikadiert zu haben und zu bewachen, während vom Rest der Kommandosoldaten nichts zu sehen war. Sie waren offenbar schon in das Hauptgebäude eingedrungen. Der reinblütige Sith schätzte diese zur Schaustellung von Effizienz und fragte sich, was er tun musste, um permanent Zugriff auf die Elitesoldaten des Imperiums zu erhalten.

Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)
 
Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Hangar des ISD-II „Authority“ | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), Sabar Muraenus (inkognito als Darth Angelus), Sergeant Tri Tunsa, zwei Züge Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar und Lieutenant Arcoum (NSCs), andere an der Operation beteiligte Soldaten sowie die Hangarbesatzung (NSCs)


Darel hatte in der Vergangenheit geglaubt, sich zumindest eine brauchbare Vorstellung davon gemacht zu haben, wie groß ein Imperialer Sternenzerstörer tatsächlich war.
Die ersten Minuten an Bord der Authority hatten ihm recht schnell gezeigt, dass eine Vorstellung und die tatsächliche Erfahrung zwei unterschiedliche Dinge waren.

Schon der Hangar allein besaß Dimensionen, die Darel eher mit einem großen Raumhafen als mit einem einzelnen Schiff verbunden hätte, und selbst nachdem sie sich an Bord befanden, verlor sich dieses Gefühl kaum. Korridore, Aufzüge, Mannschaften, technische Bereiche und eine beinahe ununterbrochene Geschäftigkeit ließen den Sternenzerstörer weniger wie ein gewöhnliches Kriegsschiff und mehr wie eine kleine, vollständig auf den Krieg ausgerichtete Stadt wirken.

Unter anderen Umständen hätte Darel sich durchaus gerne länger umgesehen.
Diese Zeit hatten sie allerdings nicht.

Bis zum Erreichen von Agriworld-2079 blieb gerade genug Gelegenheit, die letzten Einzelheiten ihres Auftrags durchzugehen und die Ausrüstung noch einmal zu kontrollieren. Spätestens als sie sich wieder im Hangar einfanden und die verschiedenen Landungstrupps ihre Schiffe bezogen, rückte Darels anfängliche Neugier ohnehin vollständig in den Hintergrund.

Das war der Moment, auf den er seit Ord Mantell gewartet hatte.
Auf die Aufforderung seines Meisters hin folgte Darel ihm ohne weitere Worte zum Decimator und nahm wenig später auf dem Sitz des Co-Piloten Platz. Ein Teil von ihm hätte das Schiff durchaus gerne selbst gesteuert, doch schon während der ersten Minuten des Anfluges verstand er, weshalb Sedros diesmal die Kontrollen übernommen hatte.

Mit seinen bisherigen Flügen hatte das nur noch wenig gemeinsam.
Mehrere Schiffe verließen beinahe gleichzeitig den Hangar der Authority, gingen in enger Formation in den Sinkflug und bewegten sich mit einer Geschwindigkeit auf die Atmosphäre zu, bei der Darel seine Aufmerksamkeit vollständig auf die Instrumente vor sich richten musste. Als Co-Pilot überwachte er die Anzeigen, arbeitete die Informationen ab, die sein Meister von ihm verlangte, und versuchte gleichzeitig, möglichst viel davon mitzubekommen, wie Sedros das Schiff durch den Anflug führte.

Gerade deshalb unterdrückte Darel den Impuls, ständig aus dem Sichtfenster zu sehen.
Gelegenheiten, einen Planeten aus dieser Perspektive zu betrachten, würde es hoffentlich noch genügend geben. Die Gelegenheit, einen Hochgeschwindigkeitsanflug in enger Formation unmittelbar neben seinem Meister mitzuerleben, war für seine Ausbildung wesentlich wertvoller.

Also beobachtete er Geschwindigkeit, Höhe, Abstände, Kurskorrekturen und jene kleinen Anpassungen, die Sedros teilweise vornahm, bevor Darel selbst überhaupt erkannt hatte, dass sie notwendig werden würden. Seine Hände bewegten sich gelegentlich über die Kontrollen seines eigenen Arbeitsplatzes, während er versuchte, nicht nur einzelne Anzeigen abzulesen, sondern langsam ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie all diese Informationen zusammengehörten.

Als sie schließlich die Tag-Nacht-Grenze überschritten und wenig später in niedriger Höhe auf ihr eigentliches Ziel zuhielten, spürte Darel trotzdem, wie sich die Anspannung in seinem Körper verstärkte.
Bis hierher hatte alles noch etwas von einer Übung gehabt.
Dann wurde die Langstreckenantenne der Kleinstadt zerstört.

Die Explosion war selbst aus dem Decimator deutlich zu erkennen, und beinahe unmittelbar danach begann sich die Formation aufzulösen. Die einzelnen Landungsschiffe trennten sich voneinander und steuerten ihre jeweiligen Ziele an, während unter ihnen das Chaos ausbrach.

Darel verfolgte die Anzeigen vor sich und warf zwischendurch kurze Blicke nach draußen.


Für die Bewohner dort unten hatte der Morgen vermutlich vollkommen gewöhnlich begonnen und Jetzt landete plötzlich eine imperiale Streitmacht mitten in ihrer Stadt.

Der Gedanke blieb allerdings nicht lange bestehen, denn Sedros folgte bereits Captain Vondars Landungsschiff in Richtung der Forschungsanlage und Darel konzentrierte sich wieder auf ihre unmittelbare Umgebung. Das kleine Landefeld kam in Sicht, ebenso eine zivile Raumfähre, die den größtten Teil der verfügbaren Fläche belegte.

Sein Meister löste dieses Problem auf eine Weise, die Darel so nicht erwartet hatte. Der Decimator setzte einfach seitlich gegen die Fähre und fegte diese beiseite.
Darel griff beinahe reflexartig fester an seinen Sitz, während Metall über Metall kreischte und das wesentlich kleinere Schiff in einen Stapel Frachtcontainer gedrückt wurde. Einige Sekunden später war von der zivilen Fähre kaum mehr als ein deformierter Haufen Metall übrig, während die Anzeigen des Decimators keinen Schaden meldeten, der über einige oberflächliche Spuren am Rumpf hinausging.

Darel betrachtete das Ergebnis einen Moment.
Eine elegante Landung sah anders aus.
Effektiv war sie allerdings gewesen.

Mehr Zeit blieb ohnehin nicht, denn kaum hatte der Decimator vollständig aufgesetzt, begann Sedros bereits damit, die Systeme für ihren späteren Abflug vorzubereiten.

Darel löste die Sicherung seines Sitzes und erhob sich.
Jetzt bemerkte er sein eigenes Herz deutlicher.
Nicht rasend und nicht begleitet von jener lähmenden Angst, die er bei manchen seiner früheren Mitschüler vor Prüfungen oder Wettkämpfen erlebt hatte. Es war eher eine gespannte Unruhe, die sich durch seinen gesamten Körper zog und dafür sorgte, dass seine Wahrnehmung plötzlich ungewöhnlich wach erschien.

Er kannte dieses Gefühl, nur waren die Konsequenzen diesmal andere.
Ein Fehler bedeutete hier keine verlorene Partie, keine schlechte Bewertung und auch keinen Treffer eines Telematen gegen seine Rüstung. Hier wurde tatsächlich geschossen und ein Fehler würde hier nicht verziehen werden.

Als Sedros ihn aufforderte, ihm zu folgen, überprüfte Darel ein letztes Mal den Sitz seines Lichtschwerts und folgte seinem Meister zur Luftschleuse.
Noch bevor sie sich vollständig öffnete, konnte er das Blasterfeuer hören.

Darel merkte, wie seine Finger beinahe automatisch in Richtung seines Lichtschwerts wanderten, ließ die Waffe jedoch vorerst am Gürtel. Es bestand kein Grund, mit aktivierter Klinge aus dem Schiff zu springen, solange unmittelbar vor ihnen noch kein Gegner stand.

Die sechs DRK-1 verließen als Erste den Decimator und verteilten sich zur Überwachung des Geländes. Kurz darauf trat Sedros hinaus und Darel folgte ihm, während die vier massigen KX-Droiden hinter ihnen das Schiff verließen.
Die ersten Schritte auf Agriworld-2079 fühlten sich überraschend unspektakulär an.

Kein unmittelbarer Beschuss empfing ihn, niemand stürmte mit erhobener Waffe auf sie zu und nichts zwang ihn dazu, bereits im nächsten Augenblick um sein Leben zu kämpfen. Stattdessen sah Darel eine Forschungsanlage, imperiale Soldaten und den rauchenden Zugang eines Gebäudes, dessen Magnetschloss offenbar bereits Bekanntschaft mit einer Sprengladung gemacht hatte.

Auf den Befehel von Sedros hin, erhob sich Darel und folgte ihm.
"Jawohl Darth Navar."

Das sporadische Blasterfeuer aus der Umgebung ließ keinen Zweifel daran, dass irgendwo in unmittelbarer Nähe tatsächlich gekämpft wurde.
Darel bemerkte, dass er aufmerksamer auf seine Umgebung achtete als gewöhnlich. Sein Blick glitt über Fenster, Türen und mögliche Zugänge, blieb kurz an den Death Troopern hängen, die den Zugang zum Gelände sicherten, und wanderte anschließend zum aufgesprengten Haupteingang. Ein Teil der Einheit musste bereits im Inneren sein.

Die Geschwindigkeit, mit der die Soldaten vorgingen, beeindruckte ihn.
Seit ihrer Landung waren kaum Minuten vergangen und trotzdem war das Gelände bereits teilweise gesichert, der Zugang geöffnet und der erste Trupp in das Gebäude vorgedrungen. Niemand stand herum und wartete darauf, dass ein Sith ihm erklärte, was als Nächstes zu tun war.

Darel konnte nachvollziehen, weshalb das Imperium diese Männer für derartige Einsätze verwendete.
Er blieb leicht hinter Sedros und passte sein Tempo dem seines Meisters an.
Unter seinem Helm atmete er einmal langsam ein und wieder aus.

Das Lichtschwert hing noch immer an seinem Gürtel, doch seine rechte Hand blieb in dessen Nähe, während er gemeinsam mit Sedros auf den rauchenden Eingang zuging.

Die Übungen waren vorbei. Von diesem Augenblick an würde niemand einen Trainingsdroiden abschalten, wenn Darel einen Fehler machte. Und dennoch konnte Darel nicht leugnen, das sich auch eine gewisse Vorfreude in Ihm aufbaute endlich seine erlernten Fähigkeiten zu testen und seinem Meister zu beweisen das er würdig war.


Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)
 
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