Heute vor 150 Jahren, am 24. Mai 1876, kehrte die britische Korvette HMS Challenger nach mehr als drei Jahren wieder in den Hafen von Portsmouth zurück. Hinter der Mannschaft lag eine der bedeutendsten Forschungsreisen des 19. Jahrhunderts. Ziel der Expedition war es, die Weltmeere wissenschaftlich zu untersuchen und vor allem mehr über die kaum erforschte Tiefsee herauszufinden. Damals wusste man über die Ozeane erstaunlich wenig. Viele Menschen glaubten noch an seltsame Kreaturen in den Tiefen oder daran, dass unterhalb bestimmter Tiefen überhaupt kein Leben existieren könne.
Die Challenger war für ihre Zeit außergewöhnlich gut ausgestattet. An Bord befanden sich Netze, Messgeräte und Spezialausrüstung, mit denen Proben aus mehreren tausend Metern Tiefe geborgen werden konnten. Die Expedition führte über den Atlantik bis in die Antarktis, weiter nach Australien und schließlich zurück nach England. Insgesamt legte das Schiff mehr als 120.000 Kilometer zurück.
Die Forscher sammelten auf ihrer Reise Tausende Tiere und Pflanzen, darunter viele Arten, die zuvor völlig unbekannt waren. Außerdem wurden Meerestiefen vermessen und Wassertemperaturen dokumentiert. Vor der Küste Japans entdeckte die Besatzung eine damals als Rekord geltende Tiefe von über 8.000 Metern.
Vor allem aber veränderte die Expedition den Blick auf die Tiefsee grundlegend. Viele alte Vorstellungen und Legenden verschwanden nach und nach, weil sie wissenschaftlich widerlegt werden konnten. Die Reise der Challenger gilt deshalb heute als Beginn der modernen Meeresforschung.