Allgemeine Geschichte

Heute vor 50 Jahren, am 12. Mai 1976, gewann der FC Bayern München zum dritten Mal hintereinander den Europapokal der Landesmeister. Im Finale in Glasgow setzte sich die Mannschaft mit 1:0 gegen die AS Saint Étienne durch und schrieb damit Fußballgeschichte. Bis heute haben nur wenige Vereine dieses Kunststück geschafft.
Warum schrieb der FC Bayern damit Fußballgeschichte ?

Bereits zuvor hatte Real Madrid den Wettbewerb fünfmal in Folge gewonnen.
Und Ajax Amsterdam hatte auch schon einen Dreier in Folge hingelegt.
 
Natürlich war Bayern 1976 nicht der erste Verein, der den Europapokal dreimal hintereinander gewonnen hat. Real Madrid hatte das schon geschafft und Ajax ebenfalls. Trotzdem hat Bayern damit Fußballgeschichte geschrieben. Eben weil es damals etwas war, das fast unmöglich schien und nur ganz wenigen Mannschaften gelungen ist.

Man darf auch nicht vergessen, in welcher Zeit Bayern diesen dritten Titel geholt hat. Der Europapokal war Mitte der 70er extrem ausgeglichen und körperlich anspruchsvoll. Da reichte Talent allein nicht mehr aus. Bayern war vielleicht nicht immer die spektakulärste Mannschaft Europas, aber unglaublich abgezockt. Genau das hat man auch im Finale gegen Saint Étienne gesehen. Die Franzosen spielten mutig nach vorne und hatten ihre Chancen, Bayern dagegen blieb ruhig und schlug im richtigen Moment zu. Solche Spiele gewinnst du nur, wenn du vorher schon große Finals erlebt hast.

Und am Ende ging es bei diesem Sieg auch um mehr als nur einen weiteren Pokal. Mit dem dritten Triumph in Serie gehörte Bayern endgültig zu diesem kleinen Kreis von Mannschaften, über die man Jahrzehnte später noch spricht. Real Madrid stand für die erste große Europapokal Ära, Ajax für den Totalen Fußball und Bayern eben für diese außergewöhnlich erfolgreiche deutsche Mannschaft rund um Beckenbauer, Maier und Müller.
 
Heute vor 100 Jahren, am 12. Mai 1926, gelang der Polarforschung ein historischer Erfolg. Das Luftschiff Norge überflog als erstes eindeutig nachgewiesenes Fluggerät den Nordpol. Mit an Bord waren der italienische Luftfahrtpionier Umberto Nobile, der norwegische Polarforscher Roald Amundsen und der amerikanische Entdecker und Millionär Lincoln Ellsworth.

Die Expedition startete auf Spitzbergen in Norwegen. Ziel war es, den Nordpol sicher zu überfliegen, denn frühere Expeditionen galten als umstritten. Vor allem die Behauptungen von Frederick Cook und Robert Peary konnten nie eindeutig bewiesen werden. Die Fahrt der Norge wurde dagegen genau dokumentiert und gilt deshalb bis heute als das erste gesicherte Erreichen des Nordpols.

Das Luftschiff war von Umberto Nobile entwickelt worden und verband damals moderne Technik mit der Erfahrung erfahrener Polarforscher. Während des Flugs über das arktische Eis warfen die Teilnehmer die Flaggen Italiens, Norwegens und der Vereinigten Staaten über dem Nordpol ab. Damit wollten sie auch die internationale Zusammenarbeit der Expedition zeigen.

Anschließend flog die Norge weiter bis nach Alaska. Die Reise bewies, dass Luftschiffe für Expeditionen in der Arktis geeignet sein konnten. Gleichzeitig wurde die Mission zu einem Höhepunkt der Luftfahrt in der Zwischenkriegszeit. Trotz des Erfolgs kam es später jedoch zu Spannungen zwischen Amundsen und Nobile, weil beide unterschiedlich bewerteten, wem der Ruhm der Expedition zustand.
 
Heute vor 50 Jahren, am 18. Mai 1976, fand auf der Hofgartenwiese in Bonn die erste Vorstellung des Circus Roncalli statt. Gegründet wurde der Zirkus von Bernhard Paul und André Heller, die damals eine ganz eigene Idee von Zirkus auf die Bühne bringen wollten. Statt lauter Effekte und großer Sensationen setzten sie auf eine besondere Atmosphäre, viel Liebe zum Detail und poetische Bilder. Genau das machte Roncalli schon in den ersten Jahren so besonders. Nach der Premiere in Bonn ging der Zirkus auf Tournee und wurde schnell weit über Deutschland hinaus bekannt.

Bis heute hat Roncalli für viele Menschen einen ganz eigenen Zauber behalten. Ich bin selbst regelmäßiger Gast im Weihnachtszirkus Roncalli und freue mich jedes Jahr darauf. Gerade die Mischung aus nostalgischer Stimmung, Musik, Humor und beeindruckender Artistik macht den Besuch immer wieder zu etwas Besonderem.
 
Heute vor 150 Jahren, am 24. Mai 1876, kehrte die britische Korvette HMS Challenger nach mehr als drei Jahren wieder in den Hafen von Portsmouth zurück. Hinter der Mannschaft lag eine der bedeutendsten Forschungsreisen des 19. Jahrhunderts. Ziel der Expedition war es, die Weltmeere wissenschaftlich zu untersuchen und vor allem mehr über die kaum erforschte Tiefsee herauszufinden. Damals wusste man über die Ozeane erstaunlich wenig. Viele Menschen glaubten noch an seltsame Kreaturen in den Tiefen oder daran, dass unterhalb bestimmter Tiefen überhaupt kein Leben existieren könne.

Die Challenger war für ihre Zeit außergewöhnlich gut ausgestattet. An Bord befanden sich Netze, Messgeräte und Spezialausrüstung, mit denen Proben aus mehreren tausend Metern Tiefe geborgen werden konnten. Die Expedition führte über den Atlantik bis in die Antarktis, weiter nach Australien und schließlich zurück nach England. Insgesamt legte das Schiff mehr als 120.000 Kilometer zurück.

Die Forscher sammelten auf ihrer Reise Tausende Tiere und Pflanzen, darunter viele Arten, die zuvor völlig unbekannt waren. Außerdem wurden Meerestiefen vermessen und Wassertemperaturen dokumentiert. Vor der Küste Japans entdeckte die Besatzung eine damals als Rekord geltende Tiefe von über 8.000 Metern.

Vor allem aber veränderte die Expedition den Blick auf die Tiefsee grundlegend. Viele alte Vorstellungen und Legenden verschwanden nach und nach, weil sie wissenschaftlich widerlegt werden konnten. Die Reise der Challenger gilt deshalb heute als Beginn der modernen Meeresforschung.
 
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