Heute vor 50 Jahren, am 26. August 1976, zog Prinz Bernhard der Niederlande die Konsequenzen aus einem Skandal, der das Königshaus schwer erschüttert hatte. Der Ehemann von Königin Juliana legte seine öffentlichen Ämter nieder und zog sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück. Grund war seine Verstrickung in den Lockheed-Skandal, eine internationale Bestechungsaffäre um den amerikanischen Flugzeughersteller.
Lockheed hatte über Jahre hinweg Politiker, Militärs und andere einflussreiche Personen in mehreren Ländern bezahlt, um den Verkauf seiner Flugzeuge zu fördern. Eine niederländische Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass Bernhard rund 1,1 Millionen Dollar angenommen hatte und dafür seinen Einfluss zugunsten des Konzerns einsetzen sollte. Der Prinz bestritt, bestochen worden zu sein, doch die Vorwürfe wogen schwer.
Besonders brisant war die Affäre, weil Bernhard bis dahin ausgesprochen populär gewesen war. Während der deutschen Besatzung hatte er sich auf die Seite der Niederlande gestellt und war nach dem Krieg zu einer wichtigen öffentlichen Figur geworden. Als Generalinspekteur der Streitkräfte und durch zahlreiche weitere Funktionen war er weit mehr als nur der Ehemann der Königin.
Zu einem Strafprozess kam es nicht. Ministerpräsident Joop den Uyl wollte eine Staatskrise verhindern, Königin Juliana soll sogar mit ihrer Abdankung gedroht haben, falls ihr Mann strafrechtlich verfolgt würde. Bernhard musste stattdessen seine militärischen und zahlreiche weitere Ämter aufgeben und durfte keine Uniform mehr tragen.